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«Brot für die Kleinen»: Der «Nickneger» des Historischen Museums Luzern als erweitertes semiologisches System

Häfliger, David

«Nickneger» waren Sammelkassen der Kirche, die dazu dienten, Geld für die Mission in Afrika zu sammeln. Solche Kassen waren früher hierzulande weit verbreitet, heute sind sie fast aus dem Gedächtnis der Schweizer verschwunden. Dieser Text unterzieht den «Nickneger» des Historischen Museums Luzern einer bestimmten Art der semiologischen Analyse, einer Analyse, die auf den Philosophen und Schriftsteller Roland Barthes zurückgeht. Barthes betrachtet die Gegenstände als eingewoben in ein komplexes Netz kulturell erzeugter Mythen (Aussagen), die das Welt- und Selbstbild einer Kultur entscheidend mitprägen. Die Mythen stehen in Verbindung mit Zeichen, die an den kulturellen Gegenständen auffindbar sind. Auch der «Nickneger» des Historischen Museums Luzern trägt an sich Zeichen, die mehr bedeuten, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Es wird in diesem Text gezeigt, dass die Identität der Schweizer auch durch ihr missionarisches Engagement in Afrika geprägt ist. Und: dass dieses Selbstbild in veränderter Form in der Entwicklungshilfe weiterlebt.

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