Diejenigen, welche sagen von der Herstllung der ganzen weiten
und schönen Welt und non dem manningachen und reich zusammengstetzten
Bestande Himmels und der Erden, daß sie keinen Anfang und 
Keinen Verwalter habe, und daß sie ohne Herr und ohne Voersehung
Planlos und aufs Geratewohl und durch einen unverständigen Zufall, der
Sich grade ereignete, von selber entstand, sind vollkommen Frevler
Und gottlose. Die daher aus unsern Göttlichen Versammlunge aus
Gestoßen und von unsern heiligen Tempeln ferngehalten warden sollen, 
Geziemenderwiese, deswegen weil auch sie weder ein Haus herstellen
Können ohne Überlegung und Fürsorge, noch ein Schiff schön zusammengepflockt
Warden kann ohne einen Schiffsmann, noch ein Gewand gewebt 
Warden kann ohne bie Webkunst, noch eine Satdt gebaut warden kann, wenn
Die Wisheit des Baumeirsters nicht voerhanden ist. Indem sie dies zugestehen, 
Weiß ich nicht, in welchem Verstandeswahnsinn sie nicht achten
Auf die Bahnen der Sonne, die nach ihrer Art, noch auf die Wechsel des
Mondes, die nach iherer Ordnung, noch auf die Reigen der Sterne, die
Nach ihere Regel geschehen , noch auf das Kreisen der Himmelsgewölbe,
Noch auf die Wiederkehr der Perioden, noch auf den Wechsel der 
 Jahres zeiten, noch ferner überdies auf die Wageblken, die in gleichen
Ausdehungsschwqankungen der Tage jund Nächte sich befinden , noch 
Auf die undbhinderte Geburt der Lebewesen, noch auf die für lange
Ewigkeit unwandelbare Fortpflanzung, noch auf die Grwächse, die aus
Der Erde sprossen, mit allerlei Blÿten, noch auf die Nahrungsmittel, 
Die allen lebeesen entsprechend sind , noch auf ihre eigenne Sinne,
Noch auf die Formen des leibes, noch auf seine Glieder, die gut an ihren
 
 

 		
Platz gestellt sind — mit ihren Augen sehen sie und mit ihren Händen
tasten sie, was, wie man sagt, selbst den blinden klar ist, so daß sie 
mit gottlosen Worten und im Frevel länsterlichen Sinnes wähnen, es
gebe weder ein Werk der Weisheit, wie sie sagen, noch des Wortes
 Gottes und der Vorsehung, sondern nur des unverständigen, zufälligen
 Verhängnisses , das planlos und aufs Geratewohl von irgendwoher sich
ereigne. Eben diese also sollen als vollkommen Gottlose von dem
Verkehr mit den Gottesfürchtigen und von dem Hören des göttlichen
 Wortes weit weggetriebe warden.

Die Menge der Polytheisten aber scheint mir auf der anderen
Seite, die sich der ersten gegenü	berreiht, einen anderen Irrtum nach
Art der Kinder in ihrem Denken begangen zu haben. Diejenigen, welche
die Verehrung des Weltschöpfers und des Allenkers, des Gottes, der
über alles herrscht , mit den Dingen, die von ihm geschaffen wurden,
 vertauscht und statt seiner die Sonne, den Mond und die übrigen Teile
der Welt und die Ur-στοιχεῖα: Erde, Wasser, Luft und Feuer, mite ben
dem gleichen Namen ihres Werkmeisters und Schöpfers geehrt und sie
Götter genannt haben, Dinge , die niemals wären, noch geworden wären,
noch genannt würden, wenn nicht der Weltschöpfer, das Wort Gottes
 wäre , der ihr Werden wollte —, sie scheinen mir nicht besser als
diejenigen, welche den Baumeister der vorzüglichen Arbeiten in den
Königshäusern außer acht lassen und statt dessen die Dachbalken und die Wände und die vielfarbigen und vielblumigen Bilder, die an
ihnen hängen , und die goldbunten Schnitzwerke und die Steinskulpturen
 anstaunen und eben diesen Dingen das Lob der Weisheit ihres Künstlers
beilegen, während sie nicht diesen sichtbaren gegenständen , sondern
nur dem, der ihr Baumeister ist, die Ursache ihres Staunens zuschreiben
und bekennen sollten, daß Werke der Weisheit die moisten seien, daß 
 
 

 
Weise aber allein der sei, der den moisten Ursache gab, so zu werdeb.
Von unmündigen Kindern also sind sie durchaus in nichts verschieden,
Ebensowenig wie diejenigen, welche die siebensaitige Zither, eben das
Musikinstrument, aber keineswegs den, der dessen Zusammensetzung erfunden
Hat und dessen kundig ist, und seine Weisheit anstaunen, oder 
 wie diejenigen, welche den in Kriegen tapferen Mann außer acht
Lassen, wohl aber seine Lanze und seinen Schild mit Siegeskränzen
schmücken, oder wie diejenigen, welche in gleicher Weise wie den
Großkönig, der die Ursache für die große und königliche Stadt ist,
 auch die Märkte und Straßen, die Gebäude, die seelenlosen Tempel 
 und Gymnasien ehren während sie nicht die Säulen noch die Steine,
Sondern den großen Schöpfer und Gesetzgeber dieser weisheitsreichen
Dinge anstaunen sollten.

Demgemäß aber dürfen wir auch als Ursache
Von eben diesem Ganzen, das man mit leiblichen Augen sieht,
Weder Sonne noch Mond noch ein anderes Gestirn von denen am 
Himmel setzen, sondern wir müssen bekennen, daß sie alle Werke der
Weisheit sind. Aber nicht dürfen wir sie in ähnlicher Weise wie ihren
Werkmeister und Schöpfer ehren und anbeten, vielmehr sollen wir infolge
Der Betrachtung eben dieser Dinge ihn, nicht mehr mit leiblichen
Augen, sondern nur mit einem reinen und klaren Verstande erkannt 
Wird, den König des Alls, das Wort Gottes mit ganzer Liebe der
Seele preisen und verehren, deswegen weil auch niemals jemand den
Leib eines weisen und verständigen Mannes: seine Augen oder seinen
Kopf oder seine Hände oder seine Füße oder sein übriges Flesich, geschweige
Die äußere Bedeckung seines. Gewandes weise nennt, noch 
Die Geräte im Hause weise, noch die Gefäße, die zum Dienst der Philosophen
 bestimmt sind , sondern jeder, der Verstand hat, bewundert die
Verborgene, unsichtbare Intelligenz, die in dem Menschen ist.

So sollen wir den auch vielmehr vor den sichtbaren Schmuckgegenständen
Der ganzen Welt, die körperlich und au seiner ὕλη gemacht 
sind, das verborgene, unsichtbare Wort, den Schöpfer und
Schmuckwart der Ur bilder des Alls bewundern, ihn , der der eingeborne
Logos Gottes ist, den der jenseits von aller und über aller οὐσία
 

 
 Stehende Schöpfer des Alls aus sich wie einen Lichtstrahl aus seiner
Gottheit gezeugt und zum Führer und Lenker dieses Alls eingesetzt hat.

Denn weil es unmöglich war, daß die flüssige οὐσία der Körper und
die Natur der vernünftigen Wesen, die jetzt geworden sind , sich dem
 Allenker Gott nahte wegen der Größe ihres Mangels an Gutem —
den er war ein Sein, das jenseits und oberhalb von allem ist, , das
unaussagbar, unerreichbar und unnahbar in stolzem Licht wohnt, des-
gleichen es nicht gibt, wie die göttlichen Worte sagen; die οὐσία 
aber existierte nicht und aus dem Nichts brachte er sie hervor, sehr
 verschieden und sehr weit entfernt von der Natur des Seins — so stellate
daher mit Recht der an allem Guten reiche Gott des Alls zuvor ein Mittleres
auf: die göttliche kraft seines Eingebornen, die allem genügt, die vor-
 
züglich genau and nah emit dem Nater redet und innerhalb von ihm
 niedrigt und denen gleich wird an Gestalt, die von der Spitze fern
bleiben. Denn auf andere Weise war es weder ehrbar noch gerecht,
daß er, der jenseits von allem und höher als alles ist , sich mit ver-
gänglicher ὕλη und mit einem Körper vermischte. Deswegen drange der
göttliche Logos 9unvermerkt) dazwischen in das All ein, band die Zügel
 des Alls zusammen und führt und trägt es dahin durch göttliche, un-
körperliche Kraft, indem er es allweise lenkt, wie es ihm gut zu sein
scheint.

Der Beweis der Rede aber ist klar. Denn wenn für sich
 existieren die Teile der Welt, die wir gewohnt sind, die Ur-στοιχεῖα
des Alls zu nennen: Erde, Wasser, Luft und Feuer, die ja aus ver-
 wirrter Natur bestehen, was wir auch mit unsern Augen sehen, und wenn
es ferner Eine οὐσία des Alls gibt, welche diejenigen , die hierin er-
fahren sind, „Aufnehmerin des Alls“, „Mutter“ und „Amme“ zu nennen
 
 

 
lieben, und welche ohne Gestalt und Aussehen und völlig Seele
und Vernunft ist — woher, würde jemand sagen, hat sie den die
Ordnung, die in ihr ist? Woher der Unterschied der στοιχεῖα? Woher
der Zusammen lauf der gegensätzlichen Elemente zur Einheit? Wer
hat befohlen, daß das schwere στοιχεῖον der Erde oben auf der feuchten 
οὐσία reite?

Wer hat die nach unten fliessende Natur der Wasser
umgekehrt und sie zurückgebracht zur Höhe durch die Wolken?

Wer hat die Kraft des Feuers gefesselt, so daß es ins Holz hineinkriecht,
und hat sie gemischt mit dem, was seiner Natur nach ihr gegensätzlich
ist?

Wer hat die kalte Luft mit warmer Kraft vermengt, sie aus 
dem Kampf miteinander befreit und in Liebe versöhnt?

Wer hat
das sterbliche Geschlecht mit der Art der Fortpflanzung ausgesonnen
und zur langen Ewigkeit unsterblichen Lebens hinausgeführt?

Wer
hat so das Männliche gebildet, die Gestalt des Weiblichen gemacht und
beide zu Einer Harmonie vereinigt und Einen Anfang der Geburt für 
 alle Lebewesen gefunden?

Wer hat den flüssigen Samen der
Zeugung aus seinem vergänglichen und törichten Laufe umgeändert
und Leben zeugend gemacht?

Wer wirkt bis jetzt all dies und
Unzähliges darüber hinaus, das alles Wundern und Staunen übertrifft?

Wer vollbringt an allen Tagen und zu allen Stunden 
ihre Entstehung und ihren Wandel mit verborgener, unsichtbarer
Kraft?

Aber als die Ursache aller dieser Erscheinungen wird mit
Recht der wundertätige Logos Gottes genannt. Denn der in Wahrheit
allmächtige Logos Gottes erstreckte sich durch alles, breitete sich nach 
oben zur Höhe und nach unten zur Tiefe unkörperlich aus, faßte die
Breiten und Längen des Alls gleichsam mit seinen breiten Händen, brachte
und schnürte das All zus Alls zusammen, befestigte sich dies reich zusammengesetzte
Instrument und schlägt die unvernünftige, gestalt- und formlose
 
 

 
οὐσία der Körper mit allweiser und vernünftiger Kraft an, indem er
schön die Tonleiter der διάτονοι mit derjenigen der διεζευγμένα verbindet,
und lenkt die Sonne, den Mond und die leuchten am Himmel
mit unaussprechlichen Worten und führt sie zum Nutzen des alls.

Eben dieser Logos Gottes ließ sich auch auf die Erdxe zur Tiefe
herab und stellte alle verschiedenen Arten der Lebewesen und alle Gestalten
schöner Pflanzen her.

Eben dieser Logos Gottes tauchte
auch bis auf die Tiefen des Meeres hinunter und ersann die schwimmenden
Naturen und wirkte auch hier wiederum ungezählte Myriaden
 von Gestalten und allerlei verschiedene Tiere.

Eben dieser
vollendet auch das , was im Leibe getragen wird, innen in der Kunstwerkstatt 
der Natur und bildet Leben. Dieser hebt auch leicht die
flüssige und schwere Natur der feuchten οὐσία nach oben zur Höhe und
wandelt sie dann in Süssigkeit. Nach bestimmtem Maß bringt er sie
 aufs land und vollendet so zu bestimmten Zeiten seine Versorgung.
Nachdem er nach Art eines vorzüglichen Landmannes den Acker gut
bewässert und mit der Trackenheit die Feuchtigkeit vermengt hat, wandelt
er ihn auf alle Art um, indem er bald durch die schöche Blüten, bald 
durch allerlei Formen, bald durch angenehme Gerüche, bald durch die
 wechselnden Unterschiede der Früchte und bald durch den Geschmack
allerhand Genüsse gevährt.

Wie darf ich mich erdreisten, über
die Kräfte des göttlichen Logos zu reden und Unmögliches anzugreifen,
da es lkar ist, daß seine Energie jeden sterblichen Verstand weit übertrifft?

Die einen also haben diesen Allnatur, die anderen Allseele, noch
 andere Schicksal genannt. Andere aber haben gesagt, er sei der jenseits
von allem weilende Gott, und haven ich weiß nicht wie unendlich
weitgetrennte Dinge vermischt, indem sie den Alllenker, die höchste
 

 
Kraft des Seins nach unten auf die Erde und in die Körper warfen
 und mit vergänglicher ὕλη verknüpften und vorgaben, er umkreise
die Mitte der unvernünftigen und vernünftigen, sterblichen und unsdterblichen
Lebewesen. Aber sie behaupten dies.

Die göttliche Lehre aber sagt, daß das höchste aller Güter, 
eben er, der die Ursache des Alls ist, jenseits von allem Begreifen sei.
Deswegen sei er unsagbar, unaussprechlich, unnennber, und nicht nur
höher als jedes Wort, sondern auch als alle Vernnuft, weder an einem
Orte greifbar noch in Körpern existierend, weder im Himmel noch im
Äther noch in irgend einem der Teile des Alls, sondern zugleich überall 
und außerbalb von allem, auftbewahrt in her Tiefe des verborgenen
Wissens. Diesen allein als wahren Gott zu wissen, lehren die göttlichen
Worte, ihn, der von jeder körperlichen οὑσία gesondert und jedem
Verwaltungsdienst fremd ist. Deswegen ist uns überliefert, daß alles
von ihm, aber keineswegs durch ihn sei.

Sondern er sitzt nach 
Art eines Königs drinnen in der Verborgenheit und Verstecktheit und
Unxugänglichkeit in der Höhe des Blickes und lenkt und ordnet alles 
nur durch die Kraft seines Willens. Denn wenn er will, so existiert
das, was da existiert, und wenn er nicht will, so existiert es nicht. Er
will aber alles Gute, deswegen weil auch er gut ist in seiner οὐσία.

Er aber, durch den alles ist , der Logosgott regnet von
oben aus seinem guten Vater wie aus einer unendlichen, immer fließenden
Quelle und geht durch unaussprechliche Worte nach Art eines Flusses
hervor, indem er ganz und gar zum Überfließen voll ist für die gesamte Erlösung des Alls. Wie aber nach dem in unserer Weise gewählten 25
Beispiel der verborgene und unsichtbare Verstand, der in uns
 
 

 
ist, von dem niemals einer der Menschen erkannt hat, wie er und was
er seinem Wesen nach ist, gleich einem Könige in der Verborgenheit
drinnen in seinen Gemächern sitzt und die Taten beschließt, wie aber
 ferner das einzigartige Wort aus ihm hervorgeht, gleichwie von einem
 Vater in versteckter Verborgenheit gezeugt, und wie es zuerst allen
ein Bote für die Gedanken seines Vaters ist und offen das verkündigt,
was sein Vater in der Verborgenheit beschlossen hat, und die Beschlüsse
durch Taten vollführt, indem es in die Ohren aller eingeht, und wie 
dann diese den Nutzen vom Worte empfangen, wie aber niemals einer
 den verborgenen, unsichtbaren Verstand, eben den Vater des Wortes,
mit Augen gesehen hat, — demgemäß also, das heißt vielmehr über alle Beispiele
und Bilder hinaus ist das vollkommene Wort des Allkönigs Gott,
wie der einzigartige Sohn seines Vaters, keineswegs entstanden durch
eine sich äußernde Kraft, noch seiner Natur nach aus Silben von Namen
 und Worten geschaffen, noch wird er mit einem Wort, das durch die
Luft schlägt, bezeichnet, sondern er ist das lebendige und wirksame
Wort des über alles herrschenden Gottes und ist seinem Wesen nach
die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, und geht aus der Gottheit
und dem Königreich seines Vaters hervor und ist der gute Sprößling
 eines guten Vaters und der gemeinsame Erlöser aller, und tränkt alles
 und läßt allem Leben, Vernunft, Weisheit, Licht und alles Gute aus
seiner eigenen Fülle zufließen. Er tränkt aber keineswegs nur das, was
vor ihm liegt und ihm am nächsten ist , sondern auch das weit Entfernte
zu Lande und zu Wasser und wenn es irgend einen anderen Teil
 als diese im Seienden gibt. Für alle zugleich ordnet er Grenzen, Gebiete,
GEsetze und Erbteile mit Gerechtigkeit, und mit königlicher Vollmacht
teilt er einem jeden ͌ u und gibt ihm das, dessen er würdig ist, und
sondert ab für die einen, daß sie die überweltlichen Gewölbe, für die
 
 

 
anderen, daß sie den Himmel selber bewohnen, für andere die atherischen
Wohnstatten, für andere die Luft und fur andere die Erde, und dann,
 indem er sie non hier wieder anderswohin verlegt, unterscheidet er sehr
wohl die Lebensfuhrungen aller, pflanzt Gewohnheiten und Sitten unterschiedlich 
fort und sorgt fur leben und Nahrung keineswegs der Vernunftigen 
allein, sondern auch der unvernunftigen Tiere zum Gebrauch
der vernunftigen Menschen .

Und den einen gewahrt er den Genuß
des sterblichen und zeitlichen Lebens, den andern aber das Teilhaben
an der Unsterblichkeit. Alles aber wirkt er als der Logos Gottes, indem 
er allem nahe ist und alles mit vernunftiger Kraft durcheilt, nach 
oben seinen Vater anblickt und gemaß seinen Winken das Untere und
ihm nachfolgend wie ein Erloser aller lenkt, indem er so in der 
Mitte befindet, der das Getrennte zusammenfesselt und nicht zuläbt, daß 
ist und die gewordene οὐσία dem Sein annahert. 
 Eine unzerreißbare Fessel ist der Logos Gottes, der sich in der 
es weit auseinander fallt. Er ist die uber alles waltende Vorsehung,
er ist der Pfleger und Lenker des Alls, er ist die Kraft Gottes und die
Weisheit Gottes, er ist der Eingeborne, der Sohn Gottes, der Gott aus
Gott Gezeugte, das Wort. „Denn im Anfang war das Wort und das
Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Alles ist durch dasselbe 
geworden und ohne dasselbe ist nichts“, lehren die ruhmlichen Worte
gottlicher manner.

Er ist der gemeinsame Pflanzer aller, um
deswillen die οὐσία des Alls wachst und bluht, von seinem Tau zu jeder
Zeit getrankt, fur immer verjungt in ihrer Blute und einen schonen
Anblick jederzeit gewahrend. Er aber halt ihre Zugel und fuhrt sie 
auf richtigem Wege zum Ziel und steuert nach den Winken seines
 
 

 
Vaters den großen Nachen der gesamten Welt. Diesenschönkÿnstlerischen
eihgebornen Sohn zeugte der jenseits von allem stehende Gott,
wie ein gutter Vater eine gute Frucht, und gab ihn dieser Welt als das vorzÿglichste Geschek wie eine Seele für denseelenlosen Leib, und
 warf in die unvernünftige Natur der Körper seine Vernunft and erleuchtete
und belebte die form- und gestaltlose,seelen- und artlose οὐσία
mit der Kraft des göttlichen Logos, den auch wir kennen und verehren müssen, während er der ὕλη und den στοιχεῖα der Körper allezeit nahekommt,
und der selber ohne Hyle und ohne Körper ist und weise, 
 nicht als ob er von anderen weise gemacht worden ware, sondern er ist die Weisheit, das Leben und das Licht selber , ein verständiger Sprößling unsagbaren Lichtes und Einer seiner οὐσία nach, wie er von Einem Vater ist, aber er besitzt viele Kräfte in sich. 
 Denn nicht dÿrfen wir, weil es viele Teile der Welt gibt, deswegen 
 auch meinen, daß es viele Kräfte gebe; ebensoweig dürfen wir, weil
es viele Werke gibt, deswegen auch viele Götter hinstellen.

Einen
gewaltigen Irrtum aber haen, unmündig an ihrer Seele, polytheistische
Männer begangen, die die Teile des Alls zu Göttern machten und die 
Eine Welt in viele Stücke teilten, gleich wie wenn jemand, der von 
 dem Bestande Eines menschen die Augen besonders nimmt und sagt, sie 
seien ien Mensch und die Ohren wiederum ein anderer mensch, und 
 der ebenso wiederum den Kopf, und den Nachken, die Brust, den Rücken,
die Hände und die Füßε und die übrigen Glieder einzeln abschneidet und
die Kräfte der sinne teilt und von dem Einem Menschen sagt, daß es
 uorgeblich sehr viele seien, sich weiter nichts als ein Gelächter über seine 
Torheit bei den Weisen erwirkt. Demgemäß ist auch der, der sich myriadenGötter aus den Teilen der Einen Welt aufstellt und die Körper,
die durchweg aus flüssiger und zerstiebbarer natur und aus Einer ὕλη gemacht sind, zerschneidet und sie sich wiederum vorgeblich zu Göttern
 macht.

Viel schlechter als dieser aber ist jeder, der auch diese 
 
 

 
ganze gewordne Welt, sie ganz und gar zumal, die aus vielen Teilen
besteht, für Gott halt, ohne zu wissen, daß eine göttliche Natur niemals
aus Teilen besteht. Wenn sie aber zusammengesetzt ware, so bedüfte sie
auch eines anderen, der sie zusammensetzte, noch auch ware sie göttlich,
wenn sie vielteilig ware. wie denn? Sie sollte aus unähnlichen Unterschieden, 
aus Schlecherm und Besserem bestehen? Denn das Zasammengesetzte
ist auch auflösbar, und das Vielteilige ist mit Zwang unähnlich.
einfach und nicht zusammengesetzt. Das Zusammengesetzte aber ist
aus Unähnlichem zusammengesetzt. Das Unähnliche aber ist an sich 
 etwas Schlechteres gegenüber dem Besseren. Denn wenn es ganz gut
ware, so ware es gleich und ähnlich, und wenn es so ware, so ware es
durchweg und in jedem Teil sich selbst gleich und ware daher von
 eindfacher und ungeteilter οὐσία. Aber keineswegs zeigt sich diese
Natur der sichtbaren Welt des Alls. Denn sie ist wahrnehmbar und beseht 
aus Myriaden Teilen und ist zusammengesetzt, sodaß sie eben in
Myriaden Teile sich wandelt, und so nimmt sie, da sie so ist, auch die
gegensätzliche Natur auf. Deswegen hat diese Welt teil an der sterblichen
zumal und unsterblichen, nernünftigen und unvernÿnftigen, kalten
und warmen, feuchten und trockenen οὐσία, von welch allem Gott frei 
ist. Denn wenn die Natur Gottes einfach, unteilbar und nicht zusammengestzt
ist, so ist sie jenseits und weit entfernt von aller Ordnung der
sichtbaren Welt. Deswegen hat der Herold der Wahrheit deutlich gerufen,
indem er spricht: Der Logos Gottes, der vor allem ist, its allein
der Erlöser aller Vernünftigen; Gott aber, der jenseits von allem ist, der 
 
 

 
Stammnater des Logos, der allein die Ursahe aller ist, wird mit Recht
der vater seines eingebornen Logos genannt, er selbst aber erkennt
keine ander, höhere Ursache als sich selbst an. Deswegen ist Er auch 
allein Gott selber , der Eingeborne aber geht aus ihm hernor nach verborgenem,
 unaussprechlichem Ratschluß, der Erlöser aller, Ein Logos
Gottes, der durch alles waltet .

Die sinnliche Welt also ist
nach Art einer vielsaitigen Leier, die aus unähnlichen Saiten besteht „
aus hellen und dumpfen, aus schlaffen, gespannten und mittleren, die
alle whohl harmonishc sind durch musische Kunst, — demgemäß nun ist
 auch sie, die vielteilig und reich zusammengesetzt ist aus kalter ͌umal
und ihr entgegenstehender warmer, aus feuchter und trockener οὐσία, zu
Einer Harmonie vereinigt und ist ein großes Instrument und ein Werk
des Gottes des Alls.

Der göttliche Logos aber besteht keinessondern
 ist ohne Teil und ohne Zusammensetzung und schlägt schön und
weise das All an und leistet seinem Vater und dem Könige des Alls den
ihm schuldigen end gebührenden Lob estribut . Wie an Einem Leibe 
 wie aber eine unsichtbare Seele sich durch alles erstrecht und Ein
 unteilbarer, unkörperlicher Vedrstand, so auch bei diesem All : Aus
vielen Teilen besteht Eine Welt und ebenso erstreckt sich Ein Logos Gottes,
reich an Kräften und mächtig in allem, durch alles und verbreitet sich
unsichtbar über alles und ist die Ursache von allem, was darin ist.

Siehst du nicht mit deinen Augen, daß Ein Himmel die
 ganze Welt umgibt, während Myriaden Reihen von Sternen an ihm
züglichkeit ihres Lichtes die Strahlen aller Gestirne verbirgt? So also,
da der Vater einer ist, muß auch der Logos dieses Wesens Einer
sein: der gute Sprößling eines guten Vaters. Wenn aber jemand tadelh
 wollte, warum nicht mehr Söhne da seien , so geziemt es sich für diese,
auch den Vorwurf zu erheben, warum er nicht mehr Sonnen, Monde,
 
 

 
Welten und Myriaden Anderes herstellte, indem er nach Art eines
Rasenden das zu verdrehen sucht, was recht und schön ist von Natur.
Aber wie bei den sichtbaren Dingen Eine Sonne die ganze wahrnehmbare
Welt erleuchtet, so durchstrahlt auch bei den geistigen Dingen ,
uns verborgen und unsichtbar, Ein allmächtiger Logos Gottes das All. 
Denn was wären viele Sonnen nötig, da Eine genügt zur Vollendung
des Alls? Was wären ferner viele Söhne Gottes nötig, da Ein Eingeborner
genügt zur Vollendung der Ratschlüsse seines Vaters? Denn
wenn viele wären, so wären sie entweder ählich oder unähnlich. wenn
sie ähnlich wären , so wäre ihre Vielheit unnütz, da Ein Vollkommener 
und Allmächtiger zur Schöpfung und Herrichtung des Alls genügt.
Denn der Logos Gottes und die Weisheit Gottes und das Licht und das
Leben und die ganze Fülle des Guten, er der seinem Wesen nach Einer
ist, macht eben die Zahl ihere Vielheit unnütz, da sie eitel und unschön
an ähnlicher Kraft teil hätten. Wenn sie aber unähnlich wären , so 
mübten sie werden. Und was gibt es für Unähnliches, das werden
 könnte gegenüber dem Vollkommenen und Allgenügenden als das, was
unvollkommen und seiner Natur nach mangelhaft ist? Aber es gibt
keinen unvollkommenen Spröbling Gottes. Vollkommen also ist der
Eingeborne Gottes, und keineswegs gibts es vieles Logoi Gottes, sondern: 
 Gott aus Gott, allem genügend und allmächtig, Ein Bild des Lichtes
seines Wesens, wie die göttlichen worte überliefern, der zum Nutzen
der Wiederherstellung und Heilung aller gewordenen Wesen notwendig
geschaffen ist, seinem Wesen nach Einer, aber mannigfach in seinen
Kräften, der allein zun Schmucke des Alls genügt.

Denn auch 
im Menschen ist Eine Seele und Eine vernünftige Kraft, und sie ist
zugleich die Fertigerin der vielen Künste , wenn eben dieselbe, um das
Land zu bearbeiten, Schiffe herzustellen und sie zu lenken und um zu
bauen, viele Dinge lernt und tut; und Ein Verstand und Eine Überlegung
im Menschen empfängt bisweilen Myriaden Lehren, und eben 
derselbe mibt das Land, beobachte den Lauf der Sterne, überliefert
Worte der Grammatik und der Rhetoren , wird ein Führer der Heilkunde
in Lehren und in Werken der Hände, und bis jetzt hat noch
niemals jemand geglaubt, dab es vieles Seelen in Einem Leibe gebe,
8 vgl. De Xenophane, Zen. Gorg. c. 3; Dem. IV 31 ff. 21 vgl. Hebr 1 3
 
 

 
noch auch mit Verwunderung erwartet, da? es viele ο?σ?αι im Menschen
gebe wegen des Empfanges vieler Lehren. Wenn aber jemand eine gestaltlose
Scholle Lehm findet, sie dann mit seinen Handen knetet und ihr
die Gestalt eines Lebewesens gibt, und durch die Eine Form einen Kopf,
 durch die andere Hande und Fu?e, durch eine andere ferner die Augen
und die Wangen ebenso und die Ohren und den Mund und Nase,
Brust und Rucken durch die Kunst der Plastik abbildet, so ist es
 dennoch keineswegs richtig, weil viele Formen, Teile und Glieder
an Einem Leibe gschaffen sind, deshalb zu meinen, da? ebenso auch
 viele Schopfer seien, sondern Einen allein, den volligen Schopfer des
Alls zu loben, der durch Eine Uberlegung und Eine Kraft das All hergestellt
hat.

So durfen wir auch uber diese ganze Welt, die
Eine ist, aber aus vielen Teilen besteht, nicht viele schaffende Krafte
setzen noch viele Gotter nennen, sondern nur die Wine allweise und
 allharmonische, in Wahrheit gottliche Kraft und gottliche Weisheit
segnen, die mit Einer Kraft und Einer Tuchtigkeit durch alles hindurchgeht,
durch die ganze Welt wallt, alles einrichtet und lebendig macht
und zumal allem und jedem Einzelnen, Korpern und Elementen mannigfache
Unterstutzung verschafft.

So ist auch das Licht der 
 Sonne Eines, und mit einem und demselben Darauffallen zumal durchstrahlt
sie die Luft, gibt den Augen Licht, erwarmt das Gelenk, befruchtet
die Erde, mehrt die Pflanzen, richtet die Zeit ein, geht vor den
Sternen her, umkreist den Himmel, erhellt die Welt, stellt die Kraft
Gottes allem deutlich hin und vollendet dies alles durch Einen einflu?
 auf die Natur, und eb enso reinigt die Natur des Feuers das Gold,
schmilzt das Blei, lost das Wachs auf, trocknet den Lehm und verbrennt
das Dickicht, indem sie all dies mit Einer Brennkraft wirkt.

So ist auch der Logos Gottes, der Allkonig, der sich durch
alles erstreckt, in allem und tritt an alles heran, das im Himmel und
 auf Erden ist, lenkt das Unsichtbare und das Sichtbare, regiert eben die
Sonne, den Himmel und die ganze Welt mit unaussprechlichen Kraften,
indem er mit tatiger Kraft allem nahe ist und durch alles waltet, la?t
 ferner ebven der Sonne, dem Monde und den Sternen aus seiner eigenen
 
 

 
Quelle unversiegliches Licht regnen, hat den Himmel als das ähnlichste
Bild der eigenen Größe eingertichtet und halt ihn in Ewigkeit fest, und
füllt die jenseits des Himmels und der Welt existierenden Kräfte der
Engel und der Gutn aus den bei ihm aufbewahrten Schätzen, <und< durch Eine und 
dieselbe Kunst der Schöpfertätigkeit ermangelt er niemals, den Elementen
gestalt, Aussehen und Form, und Variiert Myriaden Eigenschaften in den
Lebewesen und Pflanzen und in den vernünftigen und unvernünftigen 
Seelen bald so bald anders, gewährt allen zumal alles mit Einer Kraft
und zeigt deutlich keineswegs eine siebensaitighe oder vielasiting Leier,
sondern Einee ganz harmonische Welt als das Werk Eines weltschaffenden 
Logos.

Derart ist also der gemeinsame Erlöser
aller, der Logos des Gettes des Alls, üder den den ein Theologe mystisch 
so redet: „Er war in der Welt, und die Welt ward duch ihn, aber die 
Welt kannte ihn nicht“. Denn nicht früher noch lernte sie ihn kennen,
als bis er sich selbst in den letzten Zeiiten offenbarte dfenen, die in der
 Finsternis des Bösen gehalten sind. Aber daß der Schöpfer der ganzen
Welt, der der gemeinsame Erlöser aller ist, derart ist und diesem All 
eine so so großε Unterstützung gewährt, ist von uns mit Recht gezeigt
worden. Jetzt aber müssen wir in Kürze sagen, welche Natur der οὐσία
eben die Welt des alls erlangt hat, die von einem κυβερνήτης gelenkt.
wird und die aus Himmel, aus Erde und dem, was darauf ist, besteeht.

Zwei Naturen also vereinigt sie: die die bessere und dem 
göttlichen Logos verwandte oὐσία, die, selb er verständig und vernünftig,
mit dem Verstande gesejem und mit der vernunft wahrgenommen wird,
und von der all das gegriffen warden kann, was basser als Körper ist —
und zweitens diejenige οὐσία , die zum Gebrauch der ersten notwendig
 bestimmt wurde, die ὕλη, die Urquelle der Körper, „die mit <un< vernünftigem
Sinne vorgestellt wird, die wird und vergeht, aber durchaus
 
 

 
Niemals ist“, wie meines Erachtens schön gesagt ist. Aber das, was
Mit leiblichem Sinne gesehen wird, zeigt Eine Welt an: eben die, die
 allen sichtbar ist . Aber auch das Unsichtbare, so hat man schön gesagt,
Ist Eine Familie vernünftiger, geschaffener Wesen . Wie in dem Sichtbaren
 Eines die Natur der Körper ist, zu welcher eben gehören teils
Die Dinge , die im Himmel und im Äther sind , und das, was sich 
Gesondert in ihnen befindet , teils die Dinge , die in der Luft und auf
Erden sind , und die darauf sichtbaren Lebewesen und Pflanzen, so
Ist auch in der verständigen, unsichtbaren οὐσία Eine gemeinsame Art
 aller und verständigen
Kräfte, während Myriaden mannigfacher unterschiede dabei vorhanden
Sind.

Eben dies also das aus ὕλη und Körpern gemacht
Ist, das wir sinnliche Welt zu nennen gewohnt sind, und das aus
Himmel und Erde Und dem, was darin ist, besteht, — mag verglichen
 werden einer königlichen Stadt, in der Myriaden Bürger leben in der
Teils königliche Paläste abgesondert sind: die königlichen Gemächer
Im Innern, in welche die moisten nicht eingehen noch sie betreten,
Teils äußere Häuser als Plätze für die Leibwächter, teils wiederum
 solche in der Ferne und vom Hof getrennt, den Geringen und Massen
 überlassen. Zahlreich sind die Plätze im Himmel und zalreich die
Unterhalb derselben: im Äther und in der Luft über der Erde, während
Der Wohnitz auf Erden für die, welche auf ihr wandeln, weit ist, er, der 
Uns allen bekannt ist. Diejenigen aber, die jenseits des Himmels wohnen ,
Sind hoher als alles Denken sie, die ebenfalls drinnen im göttlichen
 Königspalast abgesondert sind, um den König des Alls kreisen, neben
Seinem göttlichen Logos tanzen, aus den Strahlen, die von ihm ausgehen ,
Wie aus unversieglichen Lichtquellen schöpfen, erleuchtet sind
Und voller Licht bestehen. Alle Lichter und Scharen und Reihen unkörperlichen
Lichtes, die die Plaätze jenseits des Himmels inne haben,
 ehren Gott, den König des Alls, mit den höchsten, Gott geziemenden
Lobliedern. In der Mitte aber ist dem großen Himmel um geworfen
Ein zyanenfarbiger Vorhang, der die außerhalb der königlichen Paläste
 
 

 
 befindlichen leibwächter fernhält. Um diesen kreisen, gleichsam auberhalb
der Tore, Fackeln tragend Sonne und Mond und die lichtbekleideten 
 Gestirne am Himmel, ehren den jenseits des Alls waltenden 
König des Alls und zünden auf seinen Wink und auf sein Wort denen,die den finstern Ort außerhalb des Himmels erlanght haben, die unverlöschlichen 
Lichtfackeln an. Eben diesen finstern Ort haben die
den leiblichen Augen unsichtbaren Kräfte der Luft die Dämonen 
erlangt und ebenso die irdischen Lebewesen, unter anderen auch der
Mensch, das Haupt aller, dessen Geschlecht keineswegs der verständigen
und vernÿnftigen, unsichtbaren οὐσία fremd ist. Dieser eben wurde 
geschaffen, um die Gottheit, die die Ursache des Alls ist, und ihr Reic 
auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselbe Menschengeschlecht
 sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker
auf Erden zu preisen. Gleichwie aber auf Erden Ein und dasselber menschengeschlecht
sich über den ganzen Erdkreis erstreckt und Myriaden Völker
aus ihm entstanden sind und wie allerlei Lebensarten und mannigfache
Moden σχήματα , Gewohnheiten und Sitten keineswegs nur der Barbaren 
und Wilden, sondern auch der friendfertigen, wohlanständigen und
weisen Menschen vorhanden sind , und wie unter ihnen sklaven und
Freie, Arme und Reiche existieren und solche, die selbst in ihrer 
 Haut farbe variieren, wie ferner die Skythen diejenigen sind , die
 das Los erlangt haben, außerhalb im Norden zu wohnen, die Inder, 
die im Sonnenaufgang, die Kuschiten, die im Sonnenuntergang, und die
Griechen und andere, denen es zu teil geworden ist, in der Mitte der
 welt enden zu wohnen, und wie ferner unter diesen allen die einen
über Teile der Völker herrschen, die anderen aber das Unterwerfen
vollenden, und wie beim Grobkönig aller diese Nationen einige 25
 sind, die als Freunde geachtet warden, andere, die zu vielen Würden
emporsteigen, andere, die wegen ihrer vorzüglichen Taten geehrt warden,
andere, die den Rang der Sklaven ausfüllen, andere, die Lanzen
tragen und mit Schilden sich umgürten, und ferner solche, die in
Städten στρατηγοί sind, und solche, die die Funktionen der Stadtmagistrate 
verrichten, wie endlich den einen die Lose der Plebs
bescheert sind, die anderen aber für Feinde und Bösewichter erachtet
warden, — so sind dennoch aber alle Menschen und ist
Eines das gemeinsame Geschlecht aller. Über ihnen allen giebt es
Einen König, eine einzigartige Macht, die mit eigner, allerhöchster 
Machtvollkommenheit bekleidet ist. Diesem entspricht das königliche
Gesetz und Wort und von oben schreibt es allein der Vater und Gesetz-
 

 
geber als Großkönig vor. E saber läuft nach unten durch alle Herrscher
und Untertanen und macht Einem königlichen Joch das ganze ihm
unterstellte Geschlecht untertan und läßt die einen zur Ehre nach oben
steigne, den andern aber vergilt er, wie sie es verdienen.

Demgemäß
 aber existiert Eine höchste, Zeugende, verständige und vernünftige
οὐσία, und shcön hat man gesagt, daß Eines auch das Geschlecht dieser
 Menschen ist und daß sie in nichts sich unterscheiden von Brüdern,
die alle von Einem, gleichsam von eben dem Vater des Wortes Gottes,
geschaffen sind. Es gibt aber Myriaden Völker und Geschlechter von 
 gutem und dem entgegengesetzten schlechten Anteil und mannigfache,
unzählbare Unterschiede im Denken und Moden und Lebersweisen von 
 einander entgegengesetztem Zustand, aber keineswegs von entgegengesetzter 
Natur; den die Natur aller ist Eine und das Geschlecht ist Eines
und dasselbe. Infolge der Verschiedenheit ihres Willens vielmehr haben sie
 viele Moden und verschiedene Lebensweisen gefunder: daher die Scharen
der Engel, der Geister und der leiblosen und unsichtbaren Kräfte, die
teils leuchten und funkeln, erleuchtet von den Strahlen des göttlichen
Logos, die teils finsterer und schwärzer als alle Kuschiten sind , ausgelöscht
 und beraubt jedes vernünftigen Lichtes. Gar sehr aber verdient
 dieses Geschlecht der Menschen den mittleren Teil der Welt ,
da ihm die Fülle des Bösen zumal und des Guten zu teil wurde. Ein
König aber, Eine einzigartige Macht, der Gott, der höher als alles, was
im Himmel und über dem Himmel ist , er ist es, der die Dinge der
Luft, die auf Erden und unter der Erde, der alles in allem durch 
 königliches Gesetz und Wort beherrscht. Gesetz und Wort aber ist
Einer: der in allem Lebendige, das wirksame Wort Gottes, wirksam 
keineswegs wie das sterbliche Gesetz und Wort , das aus dem Munde
der Sterblichen in die Luft verweht wird, sondern sie uns jetzt klar
ist aus dem, was er imstande war zu schaffen — alles mi taller Kraft
 un Weisheit lenkend, er, der als Logos Gottes durchaus gerecht allen
die ihnen passenden Lose zuteilt und die einem jeden von ihnen zukommenden
Plätze anweist: die nächstgelegenen gibt er der Schar der 
Glückseligkeit, die entgegengesetzten aber denen, die vom Besseren abgefallen
sind, wie sie es verdienen, und alle zumal läßt er um neben
 
 

 
dem Himmelreich zu frohlocken, die anderen, um draußen Wache zu
halten, noch andere, um jenseits in der Ferne zu leben, alle aber, um
mit Eimem Munde Gott, den König des Alls, mit ihrem Unterricht und
ihrer Lehre zu preisen, auf daß sie dies Gesetz in ihren Herzen und
natürchen Gedanken tragen: den Einen zu bekennen, der das Ebenbild 
des Reiches ist, der der eingeborne Logos ist, der das Bild des
unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborne aller Kreaturen, wie die göttlichen
Worte mystisch lehren.

Eben seiner Ehre haben allzumal 
alle Herrscher und Untertanen inallen Häusern und in allen
Städten angehangen. Keineswegs wie mit seelenlosen, bunten Farben 
auf Bildern, sondern drinnen in den Herzen mit ihrer vernünftigen
Kraft ist wie auf geistigen Tafeln die Verehrung der Gotteit verzeichnet.
So verehren von denen, die sich selber als Feinde und Bösewichter 
betrachten: den bösen Dämonen und frevlen Geistern und den 
Fürsten, den Herrschern dieser Welt, die sich das Bild des falschen
Reiches angeeignet und andere Schriften anstatt der anderen überlieferten 
herausgegeben haben, das heißt aber Myriaden betrügerischer
Schriftwerke, <und< die jenen gefürchteten Namen und jene Bezeichnung,
die im Gesetz mit einbegriffen, dennoch aber mehr ist als das 
Gesetz d. h. den Namen Gottes an sichgerissen haben, so daß sie ihn 
für das Geschlecht der sterblichen Menschen unten auf die Erde in 
Körper, στοιχεῖα und Weltteile warfen, weswegen die Menschen die 
 Geschöpfe mehr fürchteten und bedienten als ihren Schöpfer.

Ferner
aber nannten sie auch eben die dämonischen Kräfte, die mit Gott 
straiten und widerspenstig sind, die durch ihre eigene Verkehrtheit so
wurden, Götter — sie, die niemals sind! Aber mit Recht sind auch
diese als Feinde und Bösewichter betrachtet worden, vor denen zu
fliehen uns das wahre Gesetz befohlen hat, vielmehr nur unsere Zuflucht
zu nehmen zu dem, der der erlösende Logos aller ist, der auch den 
von ihm stammenden Samen keineswegs nur auf die Plätze des Himmels,
sondern auch auf die Erde geworfen hat, um zu sprossen .Einen und denselben
Artanteil hat er den Wesen im HImmel und denen auf dem
αροιχεῖον der Erde zu teil warden lassen, wo der logische Verstand
in den Menschen, der von der körperlosen, geistigen οὐσία und von 
der Art des göttlichen Logos herrührt und der auf Erden durchweg
 
 

 
noch Kind ist, durch seine Fürsorge großgezogen und für die Umwandlung
von hier zum Besseren vorher erzogen und vorher geübt
wird und seine Umwandlung zu dem ihm verwandten geistigen Sein 
vorbereiten lernt, so daß der Mensch eben hierdurch vollständig um
 seiner Gemeinschaft mit dem göttlichen Logos willen, und zwar er allein
von den Wesen auf Erden, des Namens der Vernünftigkeit würdig ist.
Der Verstand aber nnd die vernünftige Seele erlangten notwendig einen
Platz auf Erden, so daß nach dem kurz zuvor erwähnten Beispiel ein
kleines Abbild der göttlichen Hauptstadt auf Erden besteht und daß
 im ganzen göttlichen Reiche auch nicht einmal ein Platz auf Erden jenes
Anteils beraubt ist. Denn es ziemte sich für den Logos, den gemeinsamen
Vater aller, in allen Teilen der Welt von seinem Erzeugnis
gepriesen zu warden, so daß daher nicht einmal das στοιχεῖον der Erde
von dem Beharren eines Stüches Vernunft beraubt ist, sodaß nicht nur
 von denen, die jenseits der Welt und im Himmel wohnen , und von 
den vernünftigen Wesen , die in der Luft fliegen , sondern auch von
denen, die auf Erden leben, der Lobpreis, der dem Schöpfer und
Vater des Alls gebührt, emporgesandt wird, was ja das göttliche
Wort lehrt, indem es so jedermann aufträgt, einen gottgeziemenden
 Hymnus zu singen: „Preist Gott vom Himmel, preist ihn in der
Höhe, preist ihn, ihr, alle seine Engel, preist ihn, ihr alle seine
Kräfte, preist ihn, Sonne und Mond, preist ihn, all ihr Sterne
und du, Licht, preist ihn, ihr Himmel der Himmel!“ Nach diesen
 Dingen zählt er der Psalmist die Wesen auf Erden so auf: 
 „Preist Gott von der Erde“ usw. , unter anderen auch das vor allem
vernünftige Geschlecht der Menschen, welches er auch in besonderen
Anzahlen von Ordnungen in folgender Weise abteilt: „Preist ihn, ihr
Könige der Erde und all ihr Völker, ihr Großen und all ihr Richter 
auf Erden, Jünglinge und Jungfrauen, Greise samt Kindern! Sie sollen
 preisen den Namen des Herrn, weil sein Name allein groß ist und sein
Lob auf Erden und im Himmel ist.“

Mit den Scharen also, die
im Himmel sind , führte er auch die auf Erden xusammen zum Lobe
des Köhigs des Alls in diesen Worten . Denn ihn allein in Wahrheit
und keinen anderen Gott, der jenseits von allem waltet , ehren die
 
 

 
Himmel von oben und die Scharen, die höher als die Himmelsgewölbe
 sind . Es preisen mit unaussprechlichen Hymnen die Heere der Engel,
und die Geister, die Kinder des geistigen Lichtes, segnen ihren Vater.
Ihn umlaufen auch Sonne und Mond und die Sterne in den Kreisen
weiter Welten mit langem Laufe <und< durcheilen die Kampfplätze 
ätherischer Stadien, und die unsichtbaren Kräfte, die in der freien
Ebene der Luft fliegen, bekennen den schuldigen und gebührenden
Lobpreis.

Wie also sollte überdies nur das στοιχεῖον der Erde
der Versorgung durchweg ermangeln und die irdische Natur, die alle
diese Früchte hervorgebracht hat, vereinzelt dem Lobe fernstehen und 
die alle Früchte tragende Wohnstatt auf Erden der vernünftigen Lebewesen
entbehren? Aber nicht schien dies gut zu sein dem allweisen
Schöpfer des Alls, weswegen er auch diesen Platz auf Erden mit
geistigen und vernünftigen οὐσίαι besäte und zu ihrem Gebrauche die
übrigen Lebewesen und die Erzeugnisse der Früchte und Blumen bereitete 
und auch hier dem Vater das Lob von den Menschen zu dem
von den Scharen des Alls hinzufügte. Dies wurde so vor Zeiten vollendet,
daß mit den göttlichen und vern ünftigen Scharen und den Reihen
der Engel der Mensch, der nach dem Bilde Gottes wurde, den Logos,
seinen Vater, mit Hymnen und Lobpreisen ehrte. Sein Denken ging 
nicht ire in der Herstellung seelenloser Götzen noch in trügerischen
 und dämonischen Halluzinationen, noch in den irrigen Mythen der Polytheisten.
 Denn diese Dinge sind erst nach einiger Zeit neu entdeckt
worden durch das Poetengefasel. Jene ersten alten Häupter unseres Geschlechts
aber, die die Künste noch nicht gelernt hatten: Malerei, Tischlerei, 
Schnitzarbeit und noch nicht die letzte: die Schmiedekunst zu bösen
Werken benutzten, riefen in der Einfalt ihrer Seele und in ihrem natürlichen
Denken den Schöpfer der ganzen Welt und ihren Herrn an und
bekannten allein ihn, den Herrn und Gott des Alls in der Lehre ihres
Geistes. Demgemäß handelte unser Stammeshaupt und ebenso auch das 
einst Gott liebende Geschlecht der Hebräer, das wie ein Sohn von
seinem Vater das gute Erbe frommer Lebensführung empfing. Die 
aber ehrten nichts, abgesehen von dem Einen über allem stehenden 
 
 

 
Gottkönig und seinem Logos, dem Erlöser des Alls, mit keuschem
Lebenswandel und frommer Lebensführung. Deswegen waren sie der
Offenbarung des göttlichen Logos, der Prophetie und der Lehre der
Gerechtigkeit würdig.

So also füllte der göttliche Logos, der
 Schöpfer des Alls, alle Orte und alle Plätze oberhalb der Welt und im
Himmel und dasz στοιχεῖον der Erde mit seimen Samen geistiger und
vernünftiger οὐσία. Der auf die Erde fallends Same aber der geistigen
und vernünftigen Pflanze war das Wissen des Menschen, das jetzt in 
vielem Schilf und Gras des irdischen und vergänglichen Fleisches eingeschlossen 
 ist, und das viele Dornen des sterblichen Lebens umgeben.
Wenn ihm aber zuverlässige Pflege zu teil wird und wenn er von der
ὕλη, die ihn schädigt, gerinigt wird und den Säemann, den oberhalb
des Himmels waltenden Logos, kennen lernt und ihn fortan preist und
wie ein Kind über seine erste Lehre nachsinnt und zu rechter Zeit die
 Ähren seiner Vorzüglichkeit und die vollendete Frucht seiner vernünftigen
Natur sprossen läßt, dann wird er nach Art der Erntezeit eben
im Tode des sterblichen Lebens die überflüssigen Dinge des äußeren
Schilfes und das irdische und vergängliche Gewand des Leibes ablegen,
die er jetzt schön zum Gebrauche des Sprossens der vollendeten Frucht
 benutzt hat. Wenn er diesen Leib zu rechter Zeit schön ausgezogen
hat, so wird er wie einer, der vorzüglich geworden ist und die Kräfte
seiner Vorzüglichkeit gesammelt hat, die ihm im Schat͌ hause des Guten
aufbewahrt sind, vollendet mit Vollendeten leben. Ihm aber, dem Säemann
des Alls und dem Pfleger, läßt er die vollkommene Frucht des
 gottgeziemenden Lobes sprossen, deswegen weil er ihn allein, seinen 
Vater, König nnd Herrn in diesem Leben erkannt und ihn allein, Gott
seinen Werkmeister und Schöper, in den ihm verwandten und verschwisterten
 geistigen Dingen bekannt hat, so daß er ihn auch an dem
 himmlischen Ort des Verkehres der Besseren preist und ehrt mit der
 ihm zukommenden und gebührenden Ehre. Nicht aber nennt er Gott
irgend etwas anderes, das nicht wert ist, Gott genannt zu warden,
 
 

 
sondern ihn allein, über den alles Zeugnis ablegt, ihn, den die ganze
sichtbare und unsichtbare Schöpfung Gott nennt und verehrt als den,
der allein die Ursache des Alls ist.

Dies also derart. 
 Von neuem aber wollen wir uns wiederum der uns vorgenommenen
Rede näher. Der HImmel also und die Plätze am Himmel, die mit 
leiblichen Sinnen wahrgenommen werden, und die Erde und die Luft
und alles, was aus ihnen besteht, einer großen Stadt gleichend, ist von
den seelenlosen στοιχεῖα in seinen Teilen: der Erde, dem Wasser, der Luft
und dem Feuer in nichts unterschieden seiner Natur nach. Man darf
aber nicht meinen, daß dei Bürger der großeb Stadt aus eben der ὕλη 
 beständen . Ebensowenig dürfen wir sagen, daß der Same der vernünftigen
Seele und des vergänglichen Leibes ein und derselbe sei.
Denn der Verstand und die Vernunft und die vernünftige Seele und
die ganze geistige Natur sind, so hat man genau und schön gesagt,
Same des allschaffenden Logosgottes, aber keineswegs Teile von der 
Erde und von der Luft, auch nicht von der kalten und warmen οὐσία,
sondern von den vorzüglichen Kräften, die daher der Gemeinschaft mit
der Vorzüglichkeit wert sind, dewegen weil die ersten Dinge Ursachen
wurden für die nach ihnen. Die ersten Dinge aber sind die Sprößlinge
der Vernunft, die aber nach ihnen: die der Unvernunft, und nach 
den ersten οὐσίαι sind die letzten diejenigen, die nach Ursachen wurden .
Aber die ersten Dinge und der Ursprung der Zeugung liegt in den
geistigen Seelen, um derentwillen auch der Same der leidensfähigen
Körper bereitet wurde. Denn für die Einwohner mußte ein ihnen genügendes
Haus hergerichtet werden. Deswegen erschien zuerst der 
Himmel als ein geeigneter Platz für die Bürger über ihm und in ihm,
und die Gewölbe im Innern des HImmels wurden abgesondert für die
Einwohner, die ihm entsprechen. Als die Bürger auf Erden aber würdest
 du, liebe Seele, weder je die wilden Tiere noch das Geschlecht der giftsprühenden
Schlangen nennen, noch alle die, welche an der Natur und 
dem Namen der Unvernunft teil haben. Denn sie sind deine Sklaven, die
durch Naturgesetz unterworfen werden und den vernünftigen Wsen 
als ihren Herren notwendig die gebührende Bedienung verrichten. Denn
der Ochse, de Pflüger für die Menschen, wirft freiwillig zum Pflügen
den Nacken ins Joch; der Esel bekennt, wenn er trägt, seine Natur; 
das Pferd freut sich über seinen Herrn, der es reitet, und der Jagdhund
umwedelt den, der ihn füttert.

Schafe und Herden ferner sind den
Menschen mit reichem Besitz gegeben und wilde Tiere sind eine Übung
 

 
für die Tapferkeit. Eben sie töten und unterwerfen wir und auch die
Vögel, die in der Höhe fliegen, fangen wir mit Hülfe der Vernunft, und
die Fische , die unten in den Tiefen des Meeres und in seiner Mitte
 schwimmen , bringen wir herauf. Offenbar lehrt die Natur, daß alle
 diese Dinge um des Menschen willen bestehen. Der Mensch aber ist
ein Sprößling der göttlichen Vernunft, ist nicht um etwas anderen,
sondern um seines Vaters willen Vernunft, damit er sehe und durch
sein Wissen beurteile die ganze Weisheit seines Vaters, die in jedem 
Geschöpf der Schöpfertätigkeit sichtbar erscheint, und damit er eben
 ihr, solange er noch jung ist, sich anähnele und in jedwedem seinem
Vater nacheifere: in Gesetz, Vernunft, Wissen und Weisheit, und damit
er lebe, wie ihm als einem Bilde der Vorzüglichkeit gelehrt ist, und
damit er lerne, zumal mit den Scharen im Himmel auch von der Erde
nach Art der Propheten und Priester die Lobpreise emporsenden,
 die dem König des Alls und Gott, der Ursache des Alls gebühren.

In solchen Bildern also ruft der Logos, der Lehrmeister der
ganzen Natur, indem er sich wundert über die veränderliche Natur der
Vorzüglichkeit in den menschen, in göttlichen Lobgesängen aus und sagt:
Was ist der Mensch, daß du sein gedenkest, und der Mensch, daß du
 “ihn heimsuchst! Du hast ihn ein wenig unter die Eugel erniedrigt,
mit Ehre und Ruhm ihn bekleidet, du hast ihn zum Herrscher über
das Werk deiner Hände gemacht und hast alles unter seine Füße gelegt,
alle Schafe und Rinder, selbst die Tiere der Wüste, die Vögel unter
dem Himmel und die Fische des Meeres, die in den Pfaden der Wasser
 wohnen“,

das heißt: allein das vernünftige, gottliebende Geschlecht 
von denen auf Erden, über das ein anderer theologischer Prophet im
Geheimnis deutlich so lehrt, daß es in seiner οὐσία nach dem Bilde
Gottes sei: „Und es sprach Gott: Wir wollen einen Menschen machen
nach unserm Bilde und nach unserer Ähnlichkeit, und sie sollen herrschen
 über die Fische im Meere, über die Vögel des Himmels, über das Vieh,
über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht“.
Und mit dem Worte verband er auch die Tat: „Und Gott machte den
Menschen“ und er der Prophet spricht: „Nach dem Bilde Gottes hat
er ihn gemacht“. Und ferner noch mehr, er stellte das Bild der göttlichen
 Ähnlichkeit aus dem göttlichen Odem her, indem er der Prophet 
 

 
sagt: „Und er blies ihm den Atem des Lebens ins Gesicht, da wurde
der Mensch zur lebendigen Seele“. Er lehrt, daß er ihmm die vorzüglichste
Herrschaft und Königswürde gab, in den Worten, die er spricht:
„Sie sollen herrschen über alles, das auf Erden ist , über das Vieh, die
Vögel, das Gewürm und die Tiere“. Über alle diese Worte legt die 
Natur Zeugnis ab, die alles unter seine Hand getan und alles diesem
vernünftigen Lebewesen unterworfen hat. Wenn aber die göttlichen
Worte von dir nicht gehört und anerkannt warden, so glaube ich
dennoch nicht, daß dein Denken so große Finsternis sei, daß du nicht
im Geiste bei dir überlegst, wie eben die Vorzüglichkeit des Körpers 
und des Leibes beschaffen sei oder eines anderen göttlichen Etwas,
welches den Leib bewegt. Ich meine aber dies, daß wir verstehen,
den kritischen Verstand auf die οὐσία dieses Etwas, das existiert, anzuwenden,
 ferner dies, daß wir durch das Gedächtnis eine Lehre überliefern,
 endlich dies, daß wir zu einer Theorie über das All fortschreiten. 
Geh in dich und frage, ob die Natur des Leibes erkennen kann den
Bestand der Welt, die Wirkung der Wandel der Zeiten, den Umlauf
der Jahre, die Reihenfolge der Sterne und so viele andere Dinge , die
rechnung der Arithmetik ersonnen haben. Da diese Dinge unkörperlich 
und die Theorien über sie vernünftig sind, so ware e seine undendlich
große Torheit, sie an Körper und Fleisch und Blut anzuheften.
Mit Recht warden diejenigen, die so meinen, gggefragt: weil alle Kräfte
des Leibes in die fünf Sinne zusammengefaßt warden, welcher von ihnene 
ist den so beschaffen, daß er den Menschen Theorie und Lehre
nur die Unterscheidungsfähigkeit von Farben und Formen. Wenn du
 aber das Gehör nennst, so nennst du das Organ, das die hellen und
dumpfen Klänge, aber keineswegs die vernddünftige Theorie aufnimmt. 
Der Geschmack ist wiederum ebenso der Sinn für Süßigkeit und Speise.
Demgemäß ist auch das Riechvermögen eine Prüfung der Gerüche, aber
nicht der lehren, Ferner berührt der Sinn, der sich über den ganzen
Körper erstreckt, das Warme und Kalte, Harte und Weiche, aber keineswegs
die Tugend und die Weisheit, die viel besser ward. Wie aber? 
 
 

 
Haben nicht auch die unvernünftigen Tiere Augen, Ohren, Nasen, Geschmack
und Tastsinn? Aber keins von ihnen ist der Übung des Vernunftvermögens 
nahe gekommen, weil keineswegs Sache des Körpers und
des unvernünftigen Sinnes sind die Lehren, welche die Philosophie
 allein aufnimmt und die Vorzüglichkeit der vernünftigen Seele allein,
die besser ist als die leibliche Natur und die allein im Menschegeschlecht 
wohnt. Und dennoch, wenn jemand unverschämt bie seinem 
Worte verharren Tiere gebe, da wir nach Art jener gebroen und vernichtet
 werden, deswegen weil auch Eines die Nahrung unser aller von
der Erde ist, und die leidensfähige Natur des Leibes ein und dieselbe
ist, und der Sinn in nichts besser ist, und ferner Arbeit und Rube ebenso
eine und die gleiche für uns alle ist, und die Vernichtung des Leibes
und die Auflösung in seine στοιχεῖα in derselben Weise erfolgt , — so
 gehst du dennoch nicht soweit zu sagen, deß eines von diesen Tieren 
nach Art des vernünftigen Lebewesens den unkörnerlichen Theorien
nahe gekommen sei und vernünftige Lehre davon getragen und Wissenschaft 
in sein Gedächtnis aufgenommen und Worte über das Bessere
und Schlechtere ersonnen habe, noch auch daß die Philosophie jemals
 ihm in den Sinn kam. Aber all dies will ich übergehen, weil nicht
einmal alle Menschen es besitzen, indem ich nur dies deine vernunft
frage: ob jemals eine Stadt gebaut is von den unvernünftigen Tieren ,
ode rob sie das Denken besitzen für ein Zimmermannswek oder für
ein Gebäude oder für ein Erzeugnis der Webkunst oder für den Ackerbau,
 oder ob jemals von ihnen ein Schiff genagelt ist, ode rob die wunderbare
Kunst der Steuerung ihnen auch nur in den Sinn gekommen ist, obwohl
die Dinge des Leibes bei ihnen eine viel größere Vorzüglichkeit
haben als bei uns, deswegen weil „schwach ist das Geschlecht der
Mednschen“, wie die Poeten singen, und das kleinste von allen Lebewesen.
 Man kann nicht sagen, wie viel kleiner der Mensch ist an Leibesgröße 
als der Elefant. An Kraft und Überlegenheit kann er nicht einmal 
mit den Kamelen zusammengerechnet warden. An Stärke und
Schnelligkeit der Füße überläßt er Myriaden Tieren den Sieg. Wer
 
 

 
aber könnte genannt warden, der besser röche als die Spürhunde, die
nach dem Geruch ihrer Nase zu gehen verstehen, und wer, der besser
sähe als alle Gazellen, die eben um ihres Sehens willen in der griechi-
schen Sprache den Namen „Seher“ erhielten? Ist es ferner nötig zu
sagen, wie viel schwächer in seiner Natur der Leib des Menschen ist 
als der der Bären, Löwen, Panther und Myriaden anderer Tiere , und
 wie leicht er bezwungen wird von den Tieren, die ihn überfallen, und
 wie gering an Hinterlist? Indessen aber, eben dieser kleine Mensch 
unterwirft alle die genannten Tiere , sobald er will, keineswegs durch
die Kraft des Leibes und des Körpers. Denn dieser ist zu klein und 
ungenügend, um auch nur den Bauch Eines Bären zu füllen. Sondern
es gibt in ihm irgend eine Natur, die besser ist als der Leib: die Kraft
des Verstandes und der verständigen Seele, und eben durch die Vor-
züglichkeit der Weisheit ersinnt er alle diese staunenswerten Dinge . 
Durch diese Dinge bist du als der geliebte Sohn von Gott geehrt. 
Warum verkleinerst du deine Größe, indem du meinst, dein ganzes Du
sei Fleisch und Leib, und indem du das göttliche und vernünftige Wissen
in dir den unvernünftigen Wesen und solchen, die ganz zugrunde gehen,
vergleichst? Überzeugt dich weder die Natur der unvernunftigen Lebe-
wesen noch der gemeinsame Name der Unvernunft noch die offenbare 
 und nützliche Bedienung, in der sie sich niemals davon freigemacht haben,
 Lasten zu tragen und das Land zu bestellen, weil Gott dir die Voll-
macht und die Königsherrschaft über alle diese gab?

Der
Mensch also allein von den Wesen auf Erden, der nach dem Bilde
Gottes wurde, führt und bringt die Tiere, wohin er will, bald die lenkend, 
die zum Laufe passend sind, bald als Herden weidend, die hierzu ge- 
schaffen sind, bald die Jochtiere zur Bedienung benutzend, indem er die
wilde Natur zahm und friedlich macht: bald indem er zum frieden über-
windet, was ihm gehorcht, bald indem er es auf manningfache Weise
der Vernunft sammelt und ins Haus einschließt. Und nicht nur dies , 
sondern auch das schädliche Gewürm nimmt er in seine Hand und spielt
damit und sie, die Tod atmen und Gift sprühen, macht er zum Spiel
 für sich.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden ließ sich
nicht überreden, in der Wüste in Höhlen und Sand hügeln zu wohnen,
sondern baute Städte mit Mauern und schmückte sie mit Straßen, Burgen, 
Wohnhäusern und andern Gebäuden.

Der Mensch allein von den Wesen 
auf Erden verschaffte sich, keineswegs in derselben unwandelbaren Art,
 
 

 
Nahrung wie die unvernünftigen Tiere sie gebrauchen. Denn dieses, des
Wissens beraubt, bedienen sich nur der Hilfe der Natur und nähren sich
von unbearbeitetem Stengel und ungereinigtem Gras. Er aber in seinem
Wissen reinigt es, verkleinert es so, würzt es ganz und gar und läßt
 es gut durchs Feuer hindurchgehen. Den Weizen macht er, wenn er
will, zum Brote und bemüht sich, das Essen zu würzen, daß es zur gesunden
Spaise werde. Jeden Nutzen vom Weinberg, vom Ölberg und
von Obstbäumen mit allerlei Genüssen bringt er zustande, und er allein
schafft dies zur Heilung des Leibers herbei.

Er allein von den
 Wesen auf Erden fand durch Gesetz und Vernunft eine geordnete
Lebensfühung, wird ein στραηγός, mach ἆθλοι und bringt die Berufswissenschaften und die gewaltigen Lehrkünste durch die vernünftige
Vorzüglichkeit hervor.

Er allein von den Wesen auf Erden hat,
indem er das Bild der Vorzüglichkeit bewahrte, die richtige Wage,
 die Gewichte, Maße und Winkel maße ersonnen und unterscheidet,
indem er durch die Vernunft gelenkt wird, das, was geschehen soll
und was nicht, und weiß jedermann zu geben, wie er es verdient.
„Denn die Fische, wie es heißt, Vögel und Tiere fressen einander, deswegen
weil e skein Gesetz unter ihnen gibt. Den Menschen aber hat
 er die Gerechtigkeit gegeben, die besser ist für sie“, so sagt meiner
Meinung nach sehr schön Einer von den Poeten.

Er allein von
den Wesen auf Erden, der das Bild der göttlichen Vernunft in sich
zeigt, hat ein Gerichtsgebäude in die Höhe gerichtet, handelt nach Art
des gerechten Gerichtes Gottes und entscheidet Leben und Tod, indem
 er den einen das Leben zutilt, den andern aber den Tod gibt.

Er
allein von den Wesen auf Erden vertraut dem kleinen Stück eines
Baumes sein Leben an, hat die Weisheit der Schiffahrtskunst erfunden, 
lenkt das Schiff auf dem Rüchen des Meeres, überläßt sich
der Tiefe der feuchten οὐσία und stößt den Tod zurück, der ihm zur
 Seite steht, indem er nach oben in den Himmel schanut und an den Alllenker
das Ziel der Rettung für die Fahrenden knüpft.

Der Mensch
allein von den Wesen auf Erden hat die Lehre vom Laufe der Sterne
gefunden; obwohl er hier unten im Leibe wandelt undmit der
Schwere des Sterblichen bekleidet ist, steigt er doch in seinem Geiste
 nach oben und läßt die Sonne selber, Mond und Sterne kreisen und
 
 

 
kundigt im Vorherwissen der kunftigen Erscheinung durch die Theorie 
sogar die Eklipse des Mondes an und sagt den Wandel der Perioden
und den Wechsel der Jahres- zeiten voraus.

Der Mensch allein
von den Wesen auf Erden hat sich als Unterstutzer der Natur erwiesen
und eine Methode der Heilung gefunden, hat die Kraft der Wurzeln 
und Gifte und ihre Vermischund und Vermengung nach Gewicht und
nach entsprechendem Ma?e in seinem Geist beobachtet und so den
kranken Leibern eine Heilung, dem Leben der Menschen eine Hulfe ersonnen.

Er allein von den Wesen auf Erden, der keineswegs
zu einem Leben der Grasfresser gekommen ist, folgte gut der Natur: 
In der Zeit des Winters wirft er den Samen in die Erde und setzt die
Muhe seines Schwei?es an die Bearbeitung des Bodens , im Sommer aber
erntet er die Fruchte seiner Arbeit.

Er allein von den Wesen 
auf Erden fuhrte durch vernunftige Wissenschaft eine Lehre des Alls,
eine Disziplin und Komposition der Musik und eine Prufung durch Disputationen 
herbei, ging dem Leben und Namen der Philosophie nach, pflegte
eifrig die Liebe zur Tugend in sich und benutzte keineswegs den Sinn
des Leibes, sondern die Kraft des Wissens und den Antrieb der Vernunft.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden trug in
seinem Gedachtnis Geschichten von dem, was fruher in Urzeiten geschehen 
ist, verkehrt mit denen, die nicht mehr sind wie mit den Gegenwartigen,
erforscht die Gedanken der Weisen, die je existierten, empfangt
von ihnen mehr Unterstutzung als von denen, die mit ihm leben , und
 ist durch die Kraft des Wortes, das dem Denken verwandt ist, mit denen
zusammen, die fruher zugrunde gingen.

Er allein von den Wesen 
auf Erden hat schon den artikulierten Laut mit einzelnen Artikulationsstellen
geschaffen, durch die Kunst der Grammatik die ursprunglichen Buchstaben
 des Alphabets abgetrennt, die Teile und die kraft des Satzes
gefunden und die Zusamensetzung der Verba und Nomina und die Lehre
der Rhetorik und Grammatik ersonnen. Alles dieses vereinigt und bewahrt 
er im Gedachtnis und bringt gleichsam zu einem Haufen Worte
des Schatzes des Alls, fa?t die fruheren Dinge und Geschichten
in Einem Geiste, bringt diese, so oft er will, gleichsam aus einer unversieglichen
Quelle nach Art eines Stromes hervor und la?t sie in die
Ohren aller gegenwartigen uberflie?en.

Der Mensch allein von 
den Wesen auf Erden ahnelt sich durch seine Taten dem uber alles
 waltenden Gott an und jeder, der will, bildet Leben, indem er die
 

 
Seelenlose Hyle in Gestalten und Bilder umwandelt und Formen von
Allerlei Lebwesen in die flüssige bildsame Natur wirft, dem Allschöpfer
Mit vernünftiger Kraft nacheifernd. So scjafft der Mensch den Menschen
bald in Stein und bald in Holz, bald in Farbenschmelz und bald 
 in unveränderliche Bilder, und gestaltet alle arten der Tier und Pflanzen
Auf dieselbe Weise und zeigt durch seine Taten vollkommen deutlich 
Die Kraft des Bildes Gottes.

Er allein von den Wesen auf Erden
Bildete auf der Erde, auf der er wandelt, das Gewölbe des Himmels
Nach, groub das Bild eben des Himmels in die ὔλη des Erzes, befestigte
 daran ein Abbild der Planeten und Fixsterne, ordnete die Fristen der
Perioden und Zeiten durch die bildende Kunst, umgab es außen rings
Mit Tierfiguren und bildete so das Himmelsgewölbe durch die Größe
Des Wissens nach Art der geschauten Dinge. Dies ließ er dann , wie
Der got des Himmels, auf der Erde seine Drehung mit dem All vollziehen.
 So kreist es sich in unendlichem Wunder und mit den wirklichen Dingen 
Am Himmel kreisen sich die auf Erden befindlichen 
Irdisch-hylischen Abbilder. Mit lauter Stimme ruft der Engel der Hore n
Allzumal warden sie in Einem Augenblick bewegt, die Türen öffnen sich
Non selbst beim Kommen der Horen, die seelenlosen Bilder der Vögel,
 die rings umher angebracht sind, rufen zirpend; der Mond, auf Erden
 abgbldet , läuft mit dem am Hmmel, das Erz wandelt von selbst 
ihm ausgehende Licht bald halb bald abnehmend bald voll, und die Bilder der
Horen entsprechen den Horen der Natur, und so wetteifert die durch 
 menschliche Kunst konstruierte Welt mit der Schöpfertätigkeit des göttlichen
Logos.

Der Mensch allein von den Wesen auf Erden
Ist imstande, durch unaussprechliche Worte, durch Gebete, die von Gott
Geliebt warden, und durch die Kraft eines gottesfürchtigen Wortes und
Wandels die Natur der verborgenen, unsichtbaren Dämonen in die Ferne
 zu treiben, aber er ist auch, indem er vom rechten Wege abging, so sehr
Mächtig geworden, daß er das durch die luft fliegende Geschlecht durch
Abgesänge und Besprechungen unterwarf, und ferner schleppt er durch
Das Mittle des Zwanges und durch die bezauberung physischer Knoten
 die leiblosen, um die Erde gleich fliegenden Vögeln fliegenden Kräfte
 
 

 
und zerrt und fesselt sie, woe r will, und läßt sie auf sie auf Bildern wohnen,
 und so zeigt der, der sich Götter macht, eben durch seine Taten,
daß seine eigene Kraft besser ist als die von ihm verfertigte Gottheit.

Der Mensch allein zeigt, wie groß die Vorzüglichkeit des geistigen,
unkörperlichen Seins ist, beweist, daß seine Kraft weder unterjocht 
noch vermindert wird vom Bösen, bietet seinen Leib dem Feuer, dem
Eisen, den wilden Tieren und der Tiefe des Meeres dar und nähert ihn 
jeder Art von Qualen. Er weiß, daß eben seine Natur eiligst zugrunde
geht, flüssig d. h. vergäuglich ist und aufgelöst wird, während er das,
was drinnen sitzt d.h. die Seele , nicht preisgibt. Daß dies ein anderes 
ist als das, was geschlagen wird, beweist, er, indem er ausruft: „Schlage,
schlage den Schafspelz; den mich schlägst du nicht“. Ein anderer
wiederum ruft freimütig aus: ütig aus: „Verbrenne und röste den Leib! Sättige
dich an mir, indem du das schwarze Blut trinkst! Denn eher steigen
die Sterne zur Erde herab und steigt die Erde zum Himmel hinauf, 
ehe ein schmeichelndes Wort von mir dir begegnet“. Und Einer der
Gottliebenden brachte, als er Böses ertrug, folgende Worte vor: „Wer
will mich scheiden von der Liebe Gottes? Betrübnis oder Drangsal oder
Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Kälte oder Schwert?“ Auch
ich aber habe jüngst Leute gesehen, teils mit herausgerissenen Augen, 
teils durch Brenneisen ihrer Füße beraubt, teils gekreuzigt. Ihr ganzer
Leib verging und ihre sterbliche Natur ward zuschanden gemacht, aber 
 das gottliebende Wissen, das in ihnen wohnt, wurde nicht bewegt noch
unterworfen und nicht einmal in jenen schwersten Stunden preisgegeben,
indem sie denen, die den Geist nicht zugrunde richten, 
deutlich zeigten, daß die Kraft ihrer Vorzüglichkeit etwas anderes als
das Vergängliche sei.

Er allein von den Lebewesen auf Erden
ist des göttlichen Hauches teilhaftig geworden und des Anblicks 
Gottes gewürdigt, redet mit den Engeln Gottes und hat das Vorauswissen
des Zukünftigen erreicht bald durch Träume im Schlafe, 30
bald freilich durch göttliche Kraft so geistbekleidet, daß er sogar
eine Prophezeiung des Zukünftigen sagt und seine Gemeinschaft
 
 

 
mit der Gottheit durch Kundtun solcher Thaten bestätigt.

Er
allein kennt das, was durchweg größer und besser ist als alles Sichtbare:
das, was mit den Augen nicht gesehen, durchs Tasten nicht wahrgenommen
wird, noch mit Einem andern von den Sinnen des Leibes,
 sondern von dem Verstande und Geiste allein gesehen wird. Er hat es
durch seine eigene lehre und durch die Belehrung seiner Natur bekannt
und Gott genannt, hat es gelobt und seine Vervandtschaft mit der
Gottheit durch sieses Wissen gezeigt.

Er allein stand da als
Zuschauer der gewaltigen Taten des göttlichen Logos und ward würdig,
 den oberhallo des Himmels wohnenden Vater mit gottgeziemenden
Lobgesängen zu loben und sich der Schar der Engel im Himmel anzuähneln,
weil er allein von den Lebewesen auf Erden Diese Vorzüglichkeit
erlangte und durch sie ihn, der die Ursanche alles Guten ist, infolge
seines natürlichen Denkens erkannte und sich verpflichtet fühlte, Lobgesänge
 des Bekenntnisses und geziemenden Preis als den dem Vater
schuldigen Tribut darzubrigen.

Die Zeugnisse aller dieser Dinge bestätgt das Wort
göttlicher Lehre und Wissenschaft, dab von unsterblicher und den
Himmelsbürgern verwandter Natur er allein von den Wesen auf Erden
 existiert wegen dieser geistigen und vernünftigen οὐσία in den Menschen,
und dab er das geliebte Kind des göttlichen Logos ist, des gemeinsamen
Erlösers aller, der ihn nach dem Bilde and der Ähnlichkeit
seines eigenen Vaters in seiner Natur vollendet.

Wenn also
dies vernünftige Lebewesen, er, der an so grober Vorzüglichkeit teil 
 hat, er, der allein von den Wesen auf Erden nach dem Bilde
Gottes geschaffen ist , der Bruder der göttlichen Kräfte und der
Engel im Himmel, in seiner Natur geziemend gelebt hätte und
dem göttlichen Gesetz früher gefolgt wäre, so wäre er vielleicht
von dem irdischen und vergänglichen Leben befreit, obwohl er sich
 in irdischem Umgang befand, gleichsam durch Umwanderung. Wenn
er s ich zuvor um die göttlichen Dinge bekümmert hätte, so hätte er
vielleicht seine Wegwanderung von hier in das Seine vollzogen und
wäre unter die vollkommenen Menschen geschrieben trotz seiner Kleinheit 
und des Zustandes seiner Kindlichkeit. So also zog der vergängliche
 und auflösbare Mensch notwendig einen Leib an durch das Mitleid
seines Vaters, auf dab ihm nicht auf ewig das Böse anhafte und
 
 

 
er ohne Ende an das Vergängliche gebunden sie, sondern damit das
Vergägliche bald aufgelöst werde und er die Gemeinschaft der Unvergänglichen
empfange. Denn wie das, was im Leibe empfangen ist,
mit dem Gewande seines Ortes bekleidet ist, und wie der, der geboren
wird, eben dies auszieht, sobald die bestimte Zeit der Monate 
kommt, und wie er dann zum Lichte hervorgeht und frischen Atem
schöpft und fortan unter die Natur der Menschen gerechnet wird, demgemäb
ist auch das scheinbar vollkommene Geschlecht der Menschen
gegenüber dem noch besseren im Himmel ein Kind und noch auf
Erden im Leibe empfangen und mit dieser vergänglichen Haut bekleidet. 
Eben sie mub er notwendig durch die Güte des groben Geschenkes
Gottes ausziehen, damit er nicht auf ewig durch diese minderwertigen
 Dinge aufgerieben werde, sondern bald zum Lichte hervorgehe
und zu einem unvergänglichen Leben fortwandere. Deswegen seufzten
mit Recht die Shcaren weiser und gottliebender Männer über das Teilhaben 
an den vergäglichen Leibern ud begehrten die Umwandlung
zum Besseren und jagten den oberen himmlischen Verwandten und
Bürgern nach, wie derjenige war, der mit göttlichem Worte sagte: „Ich
armer Mensch, wer wird mich befreien von diesem Todesleibe?“ Und
ferner: „Selbst wenn wir im Leibe lebten, so dienen wir doch nicht nach 
dem Fleische. “Und: „ Wir sind hinzugekommen zur Stadt des lebendigen
Gottes Im Himmel und zu der Schar von Myriaden Engeln und zu einer
Gemeinde von Erstgebornen, die im Himmel verzeichnet sind.“ Dies sind 
 Worte von bekannten und gottliebenden Männern.

Wenn aber viele 
Toren die Dinge der hiesigen irdischen Lust lieben „solche die bis
jetzt noch in ihrem Denken unmündig sind, was besagyt dies gegenüber
dem wahren Wort? Denn der, der im Leibe empfangen ist, freut
sich über seinen gewohnten Ort, fürchtet sich vor der Veränderung
und dab er der inneren Finsternis entrinne, und weint, sobald er zum 
Lichte hervorgeht. Indessen auch sie gehen sobald ihre natüliche
Geburt unter normalen Umständen erfolgt, aus der Finsternis zum
Leuchtenden hervor und warden schön und anständig geboren. Sind
sie zu rechter Zeit und Frist geboren, so empfangen sie den natürlichen
Atem und Hauch und führen das Leben der Menschen. Dann ergötzt 
er sich an der Nahrung der Brust und des Kindes, darauf kommt er
 

 
in die Hand der Amme und wird den Erziehern, Pädagogen und Lehrern
übergeben, bis er zum vollkommenen Manne hervorgeht. Dann aber
kommt in Blüte ein besseres und preiswürdigeres Leben durch großen
Reichtum, vielen Besitz, durch Vollmacht, Herrschaft und andere Stufen.
 Das, was infolge seiner guten Geburt, und das, was infolge der Erziehung
zur Entfaltung gebracht ist, und Myriaden anderes legt den Grund zu
einem Leben von angenehmen Dasein.

Wenn sich aber eine
unnatürliche Umkehrung ereignet dessen, der im Leibe empfangen ist,
was habe ich nötig das, was ihm bei seinem Hervorgehen, bei seiner
 Goburt folgt, zu sagen? Daß das innen umgekehrte Kind sich weigert,
zum Lichte hervorzugehen und eine unnatürliche Umkehrung erleidet
durch die eisernen Instrumente, die, für die Geburtshilfe bereitet, notwendig
und mit Zwang an es herangebracht warden, und da Bes nicht
einmal Einer Zeugung wert ist, noch des Lebens der Menschen, noch
 ndessen, was ihm folgt? Da Bes im Gegenteil vielmehr von der Finsternis
zur Finsternis hervorgeht und nicht nur des Lebens der Menschen,
sondern auch des Namens beraubt ist?

Demgemäß also ist auch
der, welcher ein menschliches Leben auf Erden führt, in nichts von einem
unvernünftigen und unwissenden Säugling oder dem, der noch im Leib
 getragen wird, unterschieden und ist, unvergleichbar mit den äußeren
Körpern der Engel und göttlichen Geister, sogar ein unwissendes Kind.
Wegen der Größe siner Kindlichkeit frut er sich über die Bekleidung
Des Leibes, der ihn umgiebt, und liebt seinen Bauch, ohne zu kennen
Den „Ort rings um ihn, wo Mord und Groll und die anderen Arten des 
 Schicksals wie auf Wiesen des Bösen in der Finsternis weiden,“ sagt
Einer von den Alten, indem er zeigt, daß die feuchte und dunkle Luft
Auf Erden aus vielen Mischungen von Myriaden aus der Erde aufsteigenden 
Dünsten besteht, wie aber jemand meint, daß sie ist, selbst
Wenn er ein kleines Kind ist. Indessen aber. Wenn er das hiesige
 irdische Leben, wie es seiner Natur entspricht, durchmacht und ein
Dasein dem Gesetz seiner Natur gemäß hervorbringt, so daß er nicht
Über das Maß seiner Reife hinausstrebt, noch wider die Natur löckt,
Die ihn nach Art einer Mutter trägt, noch ferner seinen Vater vergißt,
Vielmehr seinen eigenen Vater im Himmel, den gemeinsamen Erlöser
 aller, kennt und ihm den Lobgesang des Bekenntnisses darbringt, des-
 
 

 
wegen, weil er ihn hat teilnehmen lassen am Guten, und wenn er in der Zucht
der Gerechtigkeit aufwächst und sich vorher in dem Verkehr auf Erden um
das himmlische Leben kümmert, — so warden schön, sobald er aus dem
sterblichen Leben fortwandert und den Leib auszieht, die Engel Gottes ihm
zur Geburt verhelfen, <undx003E; sobald er zu einem anderen Leben geboren 
ist, warden ihn die guten Kräfte nach Art einer Amme aufnehmen,
die göttlichen Heerscharen warden ihn erziehen, und der Logos Gottes,
der Lehrer des Umgangs im Himmel, wird ihn wie einen geliebten
Sohn zur Vollendung des Guten führen, ihn in der Lehre des Himmelreiches
unterrichten und ihn, sobald er ihn vollkommen und weise 
gemacht hat, seinem Vater, dem König des Alls, übergeben und ein unaussprechliches
Lichtgewand um seinen Leib und seine unvergängliche
Seele legen, auf daß er fortan auch allen eine gemeinsame Hilfe werde.
Aber das Ende dieses Menschen ist derart. Wer dagegen wider den Lauf
seiner Natur tobt und an unschöner Verkehrung teil hat und die Erde, 
den Logos Gottes, den gemeinsamen Erlöser aller, nicht kennt, Myriaden
Väter aber, die nicht existieren, anstatt des Einen, der existiert, annimmt
und diejenigen, die niemals existieren, Götter nennt anstatt des Einen, der
allein in Wahrheit existiert, und wer ferner überdies in die lüsternen, 
ungesetzlichen Begierden dieser feuchten und vergänglichen οὐσία ganz
und gar eintaucht und das keineswegs wie das Kind unfreiwillig, sondern
freiwillig und auf den Rat seiner Freiheit, wer sich diese bösen
 Dinge erwählt und tut, wie sollte sein Ende offenkundig ein Abbild
des gezeigten Beispiels sein? Denn nicht warden ihn die fröhlichen 
 Gesichter und das Lachen gutter Engel sehen, noch warden ihn, sobald er
zum Lichte hervorgeht, die Kräfte Gottes als Ammen aufnehmen, sondern
indem er bei seinem Ende vor dem Hervorgehen flieht und sich in der
innersten Verborgenheit des Leibes und in den Gliedern versteckt, warden
ihn, sobald die Auflösung des Leibes gekommen ist und die äußere 
Zerstörung von der Natur vollzogen ist, mit Zwang schleppen und sich
an ihn hängen diejenigen, die damit beauftragt sind, und darauf wird
ihn nach seiner Fortwanderung von hier, indem seine Seele elend ächzt
und stöhnt, keineswegs das Licht noch die Kräfte des Guten, sondern
die Finsternis und der Ort des Verderbens aufnehmen, und das gerechte 
Gericht Gottes wird den Unreinen und Schmutzigen wie einen Wüstling
und Abschaum der Reinigung durch Feuer und Strafe übergeben, des- 
 

 
wegen weil er nicht erzogen ward durch die Vernunft noch dem göttlichen
Gesetze entsprach, obwohl er konnte.

Denn das nach
dem gewählten Beispiel im Leibe empfangene Kind ist in allem gering
und ermangelt in allem der Draft, so daß es sich noch nicht einmal
 des Denkens der Seele noch der Sinne des Leibes bedient. Der aber
noch kndliche Verstand in den Menschen ist gleichsam in prüfender
Vergleichung mit den körperlosen, göttlichen <und< vernünftigen Wesen 
im Himmel mit Recht ganz und gar „kindlich” genannt worden. Und
selbst wenn es „der Weiseste ist von allen Menschen” und selbst wenn
 es der Vollkommenste ist von denen auf Erden, so ist er nichts besser
als ein Kind, wenn er an sich selber mit seiner späteren Vollkommenheit
verglichen wird. Wie er aber in seiner Vorzüglichkeit wird, sobeald
er zum Manne salter gekommen ist, ist leicht so zu prüfen: Denn wen er, bis jetzt noch Kind und in die feste Mauer der irdischen und
 vergänglichen οὐσία eingeschlossen, solche Kraft der Vorzüglichkeit in
sich trägt, daß er keinswegs nur die Dinge auf Erden kennt und
künstlerisch schafft, sondern wenn er sich auch dem Leben im Himmel,
eben Gott, vorher anähnelt und, sobald er will, Abbilder der Dinge 
im Himmel und auf Erden schafft <und alles das, was kürzlich aufgezählt
 ist, ebenso wirken kann, während er in den Kot des Leibes
und Blutes getaucht ist, wie müssen wir glauben, daß er erst wirken
kann, sobald er Zum vollkommenen Maße der Reife des Mannes hervorgegangen
ist und aus den schädlichen und vergänglichen, den flüssigen
und feuchten Fesseln des Leibes gelöst ist und teil hat an dem unvergänglichen
 Leben und dem unsterblichen Leibe? Denn wenn der Same
der vernünftigen Kraft allein so sehr auf Erden mächtig und kräftig 
ist, obwohl er noch nicht seine vollkommene Triebkraft empfangen hat,
sondern sogar obwohl er in den feuchten, kotigen Ort des vergänglichen
Leibes geworfen ist, so ist es möglich, hieraus zu erkenne, wie
 groß die Triebkraft des Samens der vollkommenen Früchte in den
Seelen ist, sobald er an dem geziemenden Acherbau teil hat und von
hier verändert und an den vorzüglichen Ort in gutes und ertragreiches
Land gepflanzt ist, wo der himmlische Logos, der Säemann des Alls und
der Pflanzer alles Guten seinen eigenen Samen empfängt und auf den
 leib- und körperlosen Seelenwiesen wie im Paradies der Gottliebenden
 
 

 
seine eigene Pflanze tränkt und zur Vollkommenheit aufzieht und zur
Blüte von gewaltigen guten Dingen bringt.

Du wirst aber
die Größe der vorzüglichen Vollkommenheit des Menschen im Unterschied 
von dem hiesigne Wandel und sein Wachstum erkennen, wenn
dul bedenkst, daß das eben geborne Kind nichts Besseres ist als ein 
Wurm, da es nicht einmal nach Art des unvernünftigen Tieres die Sinne
des Leibes gebraucht. Indessen aber dieser kleine und Schlaffe und
Schwache und Gedankenlose kommt, wnn er größer wird in seiner Gestalt,
zull einem so großen Wandel und Wechsel im Laufe der Zeiten,
und empfängt eine so große Vorzddülichkeit und Kraft und Schönheit des 
Leibes zumal und der Seele, daß nicht einmal diejenigen, die ihn zeugten,
wenn sie ihn sehen, entscheiden können, ob er derselbe sei, der im
Leibe gesät und in Finsternis empfangen wurde, ob er derselbe sei, der
aus der Finsternis hervorging, der mit Milch und in Windeln großgezogen 
wurde. wie der, der jetzt als Mensch in Weisheit und Wissen 
die ganze Welt betrachtet und der alle die Dinge auf Erden unterwirft.
Wenn aber jemand gleichsam durch einen Vergleich der Kraft
Gottes und der Engle mit der des eben ggebornen Kindes in die Mitte
den vollkommenen Mann stellen wollte, so ist eine völlige Übereinoder
 des Verhältnisses des Kindes zu dem vollkommenen Mann 
da das Wesen des Kindes viel mangelhafter ist als das des vollkommenen
von der Kraft der engel. Denn das eben geborne menschliche
Kind gleicht in seinem Wesen nicht einmal den eben gebornen unvernünftigen 
Tieren. Wer aber zum vollkommenen Gemeinschaft mit dem
göttlichen Geiste, redet mit den Engeln, gewinnt Zuneigung und Liebe
 für den himmlischen verkehr und bereitet sich durch ein keusches und
gottesfürchtiges Leben vorher vor für die keineswegs in weiter Zeitferne 
 liegende Übereinstimmung mit den engeln, und wird an ihrem Leben
und an ihrer Vorzüglichkeit teil haben, was auch der göttliche Logos
zeigt, indem er sagt: „ Was ist der Mensch, daß du sein wenig unter die
Engel erniedrigt, hast ihn mit Ehre und Preis bekleide“.

Wenn 
also das Kind, sobald es größer wird in seiner natürlichen Gestalt und
zu der ihm gebührenden Nahrung und Erziehung gelangt, einen so
 
 

 
großen Wndel und Wechsel eingeht, und wenn niemand seinen Wanel
bezeifeln kann wegen der Klarheit der Erfarung, wei dürfen wir uns
da wundern, wenn auch der vollkommene Verstand im Menschen, der
 schon derart ist, solange er noch Kind ist im vergleich zu der Vollendung
 seiner vorzüglichen Größe, mit den Engeln übereinstimmend
wird, sobald er zur Vollendung des Wachstums seiner ihm eigenen Gestalt
vorankommt? Aber wir sehen, daß im Tode die Natur des Menschen
aufgelöst wird. Doch was bedeutet dies? Werden wir darum
nicht umsomehr in dem Glauben betreffs der unsterblichen Seele bestärkt?
 Denn wenn sie, während sie in den vergänglichen und sterblichen
Leib getaucht ist, so große Kraft der Vorzüglichkeit beweist —
was unser Sermon vorher gezeigt hat —, wie sollte sie nicht dann,
wenn sie von der Gemeinschaft des Vergänglichen abgesondert ist und
das Sterbliche wie eine Fessel abgelegt hat, mehr als jetzt mit ihrer
 ngehinderten Kraft wirken? Siehst du nicht, daß sie solange böse
handelt, als sie Liebe zum Leibe besitzt, dann aber, wenn sie seine
Gemeinschaft verleugnet, für sich selbst existiert? Daraus kann ihre
eigene οὐσία klar erkannt warden, daß sie keineswegs Körper ist. Denn
wie kann das, was dem Leibe entgegengesetzt ist, von derselben Natur
 sein? Denn gesund sind die Gedanken der Seele, solange als die Leidenschaften 
des Leibes schwach sind; sie wird aber finster und dunkel, so
oft der Leiib unter seiner Begierde leidet. Deswegen liebt die Seele,
sobald sie töricht ist, ganz und gar den Leib, und sooft sie den Leib
liebt, ist sie ihrer vorzüglichkeit beraubt. So oft sie aber Kraft gewinnt
 wider den Leib und vor der Leidenschaft der Begierden flieht,
wird sie weise. Und so oft sie weise wird, wendet sie ihr Angesicht
weg von der Gemeinschaft der Sterblichen und gibt sich auf der Stelle
dem keuschen Wissen hin und verzichtet ein wenig auf den Antrieb
der Natur des Leibes. Und sie wird mit Recht noch glänzender, richtiger
 und aufgeweckter, sobald sie mächtig ist entsprechend ihrem eigenen 
Reichtum. Dann hatt sie teil am Wissen, an der Weisheit und an aller
Vorzüglichkeit, sobald sie vom Antrieb dedr Leidenschaften des leibes
ihr Antilitz wegwendet. Aber sie halt es nicht einmal für würdig, sich
den Augen des Leibes zu nähern noch durch seine anderen Sinne zu
 wirken, solange sie über die Vorzüglichkeit nachsinnt. So oft sie aber
kräftig sich verschließt und sich innerlich sammelt und weit weggeht
 

 
von dem, was de Sinnen nahe ist und erscheint, und so oft sie dem
Leibe oben nur nahe ist und mit dem seelischen Auge vielmehr sich
nach der anderen Seite wendet und in sich einsam ist, dann wiederum
beiient sie sich sines leuchtenden Verstandes und reineen Gedäcchtnisses,
 dann geht eine Vernunft hervor, die nicht trübe ist, und tränkt sie, 
und alle vernünftigen Kräfte wirken ungehindert. Wenn aber plötzlich
etwas sie ereilt von dem, was den Leib schäigt, so trübt das, wie ein
Splitter die Sehkraft der Augen raubt, auf der Stelle die Sehkraft der
Seele. Wenn sie aber ganz schlaff wird <und< sich dem Leibe hingibt
und dann an trunkenheit, Nahrung, Begierden und den übrigen Genüssen 
des Leibes teil hat, in sich schwach gegürtet, so wird nach Art eines
bösen und wilden Tieres der vergängliche Leib wider sie auftreten, sie
aber wird nach unten in die Tiefe weichen und voll warden von Irrtum,
Unverstand und aller Torheit. Was haben wir also nötig, uns vor dem
trennendden Tode zu fürchten, dem Befreeier der Seele vom Leibe? Und 
warum sollen wir das Ablegen des schlechteren nicht zur Hilfe des
Besseren annehmen und bekennen, daß dann in Wahrheeit rein und selig
das leben der Gottliebenden sein werde, sobald nichts von entgegengesetzter
 Natur sie hindert? Denn wenn er, während die vernünftige
Natur an diesem Ort und in diesem Gafäß ist und auf Erdden wohnt und 
mit einem dichten und irddischen Leibe nach Art von etwas Tönernem 
Bekleidet ist, so sehr trotz seines Gewandes sich anstrengt, daß er im
Geeiste in die Höhe springt und die Glieder des Leibes samt den Begierden
durch enthaltsamkeit und Unterdrückung der Begierden tötet
und vielmehr eifrig sich müht un bemüht um das Leben der Leiblosen, 
sich hunter Führung der Weisheeit zu jeder Zeit absondert und
frei macht von der Mischung des Schlechteren, und bereits vorher
zu jeder Zeit sich übt zu sterben, falls er einmal vonseinen fesseln
 gelöst wird, so wird er Schwingen wachsen lassen infloge seiner
hiesigen Fürsorge und Übung, dann bei seinem Ende fliegen, den Ort 
auf Erden vertauschen und im Himmel das treffen, was er liebt. Wie
das geschehen wirdd, frage nicht! Denn der Verkehr mit den Engeln im
Himmel, dessen er gewürdigt ist, wird dann, sobald er an seinem Leeibe,
dessen Natur sich von der Vergänglichkeit zur Unvergänglichkeit ändert,
 
 

 
 das Bild des Lichtes und das Bild des Glanzes empfangen hat, eintreten
in der Art, in der auch das Geschlecht der göttlichen Engel lebt, entsprechend 
der im Menschen eingeschlossenen Vernunft. Natürlich wird
er auch teil haben an der Vorzüglichkeit jener zumal und an der Unsterblicheit.

Denn wie be idem Samen, der auf die Erde
fällt, die Triebkraft, — der sogenannte Keim, — derart ist, daß sie den
moisten verborgen liegt, sie, die zwar jetzt in dem Samen eingeengt ,
aber ruhig nach Art eines Funkens drinnen im dichten Leibe eingeschlossen 
ist, und wie eben dieser Same, sobald er in die Erde fällt
 und sein dichtes, ihn außen umgebendes Gewand in Vergänglichkeit 
aufgelöst wird, dann als lebendig sich erweist, und wie er die Kraft, die
in ihm liegt , bewegt und von der ὕλη unter sich nimmt, und wie er
äußere alte und dichte Gewand anuszieht, und vielmehr ein neues anlegt,
 das besser ist als das alte,

demgemäß ist auch die Natur der
vernünftigen Kraft im Menschen, die jetzt an den vergänglichen Leib
 gebunden ist und schlechter als die ihr eigentümliche Kraft wirkt.
Wenn sie aber von dem Vergänglichen befreit wird, das sie umgibt,
und den Platz im Himmel erhält and von da an im jenseitigen Verkehr
 gesät und gepflanzt und des himmlischen Gewandes der Engel würding
wird — wie es sein wird, sobald sie des reinen Lebens teilhaftig geworden
und von der Gemeinschaft mit dem STerblichen befreit ist, habe
ich nicht nötig zu sagen. Es liegt aber für jeden, der sechen will, nahe,
 es aus dem oben erwähnten Beispiel zu erkennen . Denn nicht wird
 der genze Weizen vernichtet, sondern nur das Äußere wird vernichtet,
sobald es auf die Erde fällt. Der innen verborgene Trieb aber und die
lebendige Kraft in ihm ist und bleibt lebending, und er der Weizen 
wird besser als er war , sodaß er auch lebendige Ähren gibt. Eine
und dieselbe ist die Triebkraft der Pflanzen und aller Keime ebenso.
 Und nur der Mensch sollte gnz und in allem vernichtet warden, sobald
er im Tode aufgelöst wird? Und zugleich mit dem äußeren 
Gewande sollte auch die innen ihm wohnende Vernunft vernichtet
warden? Und das unkörperliche wissen, das sich mit allen diesen
Kräften vereinigt und das sich um seiner Vorzüglichkeit willen Gott
 

 
 angeähnelt hat, sollte nicht einmal sein wie die Samen körner , die zur
Erde fallen? Oder ist der Mensch nicht viel besser? Denn er trägt
Keineswegs Grannen noch Gräser, sondern die vollkommenen und dichten
Ähren seiner Vorzüglichkeit, dann wenn er dem irdischen Verderben
entrinnt, sowie er von den Fesseln befreit ist und keineswegs unverständig 
den Verkehr im Himmel gegen den auf Erden eingetauscht hat.
Sobald er neben Gott tritt, läßt er in Wahrheit wie die Engel gottgeliebte
Früchte sprossen, deren Same und Kraft früher im sterblichen
Leibe eingeschlossen und wie in einem Ofen eingeengt war.

Nachdem all dies zum beweise der geistigen und vernünftigen 
οὐσία im Menschen gesagt ist, wollen wir fortan in unserm
Sermon zum Folgenden kommen. Wenn also der Mensch, der im Verkehr
auf Erden aufgewachsen ist, seine eigene Größe kennte und sich
kümmerte um die Lehre Gottes, so gäbe es kein Hindernis für ihn, sobald
er von hier entronnen ist, am gleichen Verkehr wie die Engel 
sich zu ergötzen und teil zu haben am königlichen Leben sienes Vaters
im Himmel. Deswegen aber, weil weder Ein Mensch noch zweie noch
mehr oder weniger, sondern das ganze vernünftige Geschlecht auf Erden
die Kraft selbständiger herrschaft empfangen hat, weil seine Natur frei
ist und vom göttlichen Logos, dem König, den königlichen Samen 
empfangen hat, hat er nicht gut die ihm eigene Kraft gebraucht, sondern
hat all das andere, was zum Nutzen des leibes notwendig ist und das
Leben unterstützt, durch Berufsuissenschaften in all seiner Hoffart verarbeitet,
hat ersonnen die Bebauung des Bodens, die Herstellung von
Schiffen, den Handel, den Besitzerwerb, ud nicht nur dies , sondern 
er hat sich auch großen Überfluß und hinlänglichen Reichtum an Begierden
aller Art von überallher vollauf verschafft. All das aber, was
auf die Erlösung der Seele und auf ein gottgeliebtes Leben der Gerechtigkeit
hinzielt, eben das hat er mit Stumpf und Stiel aus seinem
Geiste ausgerottet, hat siene eigene Vorzüglichkeit und die des Geschlechtes 
der Brüder im Himmel zu einem zu einem Irrwahn gemacht, hat freiwillig
die lüsternen Begierden des Leibes der ihm eigenen Grüße vorgezogen,
hat die Gerechtigkeit seines Vaters im Himmel und sein Lob
vernachlässigt und hat die unvernünftigen Antriebe des Wahnsinns und
der Phantasie ausgesucht, was die törichtsten der Kinder zu tun pflegen, 
 die die fürsorgliche Lehre und Zucht derer fliehen, die ihr Denken
 groß gemacht haben. Das, was für den Augenblich angenehm ist,
 

 
aber die Seelen und Leiber zumal verderbt, ehren sie bei weitem
mehr und erjagem sich Irrtum und törichte Wissenschaft zur eitlen und un-
verständiegen Ergötzung. Während so alle Menschen in der Vermehrung
des Bösen sich benfinden, stellt ihnen der Neider, der das Gute haßt,
 und der Schädiger des Schönen nach und eben dieser bereitet in seinem
bösen Neide Netze und Schlingen und viellistige Intriguen aller Art
wider die Erlösung aller in Gemeinschaft mit den bösen Dämonen und
treibt sie von oben in die Tiefen des Bösen, damit alle, die auf Erden sind , nicht sehen, sondern übersehen sollten das Gesetz ihrer Natur,
 und damit die Frucht des Bösen an Stelle des Samens der Vorzüglich-
keit erblühe . So fiel derjenige, der der allerfriedlichste, weiseste und vernünftigste war von allen auf Erden, in die äußerste Wildheit und
Unvernunft, so daß einer von den Gettliebenden über die Katastrophe
seines Falles weint, ausruft und spricht: „Der Mensch in seiner Ehre
15 hatte keine Einsicht, sondern wurde dem Tiere gleichgemacht und ihm
angeähnelt“.

Deswegen war also mit Recht ein großer Erlöser,
der größber ist als alle Menschen, ihnen erforderlich, und dies war eben
jener Fürsorger, der sich um alles Kümmert, der Logos Goittes, der nach
Art eines guten und liebenden Vaters durch Taten seine Fürsorge für
 die vernünftigen Seelen auf Erden zeigte und der sich eifrig bemühte
durch eigene Botschaft um das Aufsuchen und die Heilung derer, die
des Weges zogen und zu Grunde gingen.

Gott als Erloser, meine Geliebten, war notig dem Geschlechte
der Menschen und Gott als Helfer, der allein Uberflu? zu geben vermag
denen, die in Verzweiflung, und Leben denen, die dem Tode verfallen
sind, und das Kommen Gottes und die gOttliche Offenbarung 
eben des gemeinsamen Erlosers aller-von ihm sagen wir, da? er notwendig
den Menschen aufleuchtete, weil durch den au?ersten Grad 
des Bosen, durch die Tiefe des gottlosen Irrtums, durch den Wahnsinn
des Polytheismus und durch den eifrigen Neid der Damonen alles, was
auf Erden ist , verderbt war.

Damit aber noch besser bekannt 
werde die Ursache der gottlichen Offenbarung des gemeinsamen Erlosers
aller unter den Menschen, wollen wir fortan vor allem beginnen,
uber den tiefen Fall des Geschlechts der Menschen, ihren gesetzlosen
Frevel und ihre Ruchlosigkeit zu reden. Dann aber wollen wir uns
wieder zu den geheimnisvollen Tiefen der gottlichen Offenbarungslehre 
wenden.

Denn lag es nicht auf dem Menschen wie eine Krankheit, die
wider alle machtig wurde? Aber uber alles Bose und Scheuliche hinaus
fuhrte und weidete nach Art einer todbringenden Seuche das ganze
menschliche Geschlecht der bose Damon so sehr , da? er den Menschen , 
der der allerfriedlichste war, zu dem au?ersten Grade der Wildheit
trieb und da? der Vernunftigste der Allerunvernunftigste wurde. Seitdem
kannten die Menschen in der Blindheit ihrer Seelen nicht mehr 
den allerhochsten gott, die Ursache und den Verfertiger des Alls den
verehrungswurdigen Namen der eingebornen, anfangslosen Natur, ihn, 
der vor allem ist, den Logos Gottes, den Vater des geistigen und vernunftigen Seins, den Herrscher im Himmel und auf Erden, ihn, der
27-S. 82, 3 vgl. Laus 235 15-18
 

 
jederzeit der Welt nahe und in ihr ist, der allem die Ursache alles
Guten ist, die Vorsehung, den Erlöser, den Fürsorger, den Geber des
Regens, den Spender des Lichts, den Fürsten des Lebens und den
Schöpfer dieses Alls, sondern legten der Sonne, dem Monde, dem Himmel 
 selbst und den Gestirnen den Namen der Verehrung d. h. Gottes bei.
Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie nannten auch
die warme und kalte, feuchte und trockene οὐσία, eben das Wasser,
die Erde, die Luft und das Feuer, deren Natur seelen- und vernunftlos
ist, wie wir mit unseren eigenen Augen sehen, und die übrigen Teile
 der Welt: Poseidon, Hephaistos, Zeus, Hera und andere derart und
ehrten sie mit dem göttlichen Beinamen. Aber nicht einmal hierbei
blieben sie stehen;

sie vielmehr machten auch die irdische Natur,
die Früchte, die aus der Erde sprossen , und die mannigfachen Nahrungsmittel
des Leibes zu Göttern und machten Demeter, Kore, Dionysos
 und auderes ihnen Verwandte zu Götzen. Aber nicht einmal hierbei
blieben sie stehen,

sondern sie zögerten auch nicht, die Gedanken
ihres Geistes und eben das Wort, den Dolmetscher jener Gedanken ,
Götter zu nennen, ihren Geist aber nannten sie Athene und ihr Wort
Hermes und die der Lehren fähigen Kräfte des Geistes nannten sie
 Mnemosyne und Musen. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen;

indem sie vielmehr wuchsen in der Vielheit des Betruges und in
der Größe des Frevels, machten sie ihre eigenen Leidenschaften, die sie 
fortstoßen und mit keuschem Sinn heilen sollten, — sie machten diese zu
Göttern und nannten ihre eigene Begierde, die lüsterne und leidenschaftliche
 Krankheit der Seelen, die Glieder und Teile des Leibes, die
zu schändlichem Tun hinziehen und ferner den Wahnsinn, der zu schändlichen 
Lüsten führt : Eros, Priepos, Aphrodite und andere, die diesen
verwandt sind. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern
auch auf die Geburten der Leiber und das untere sterbliche Leben
 verfielen sie, machten sterbliche Menshen zu Göttern, verkündeten
 

 
sie nach dem gemeinsamen Tode als Halbgötter ἡμίθεοι und Götter
 und glaubten, daß um die Gräber und Grabmale das göttliche
 und unsterbliche Sein schweife. Aber nicht einmal hierbei blieben
sie stehen,

sondern sie ehrten auch die mannigfachen Arten der
unvernünftigen Tiere und das schädliche Gewünrm mit dem verehrungswürdigen 
Namen Gott . Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern sie fällten auch Bäume, hieben Felson aus, durchforschten
die Bergwerke der Erde nach Erz, Eisen und anderem Material, bildeten
Formen von Weibern und Gestalten von männlichen Männern und
Bildnisse von Tieren und Schlangen und legten dann diesen den Namen 
der Götter bei. Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern
sie legten auch den Dämonen, die in die Götzen bilder kriechen und
in den finstern innersten Winkel eingetaucht sind und an den Spenden
und dem Fett der Opfer lecken, eben denselben Namen der Götter bei.
Aber nicht einmal hierbei blieben sie stehen,

sondern eben sie 
zogen auch mit gewissen Knoten verwerflicher Zauberei, mit zwingenden
 und ungesetzlichen Gesängen und Besprechungen die unsichtbaren
Kräfte, die in der Luft fliegen, als Genossen sich herbie und benutzten
dann eben sie als Helfer wider den Irrtum der Götter, die sie gemacht
hatten. Die einen also vergötterten andere sterbliche Menschen. Denn 
die Kinder der Griechen haben den Dionysos, Herakles, Asklepios,
Apollon und andere Menschen mit den Namen der Halbgötter und
Götter geehrt, die Ägypter aber Horos, Isis, Osiris und ferner andere
ihnen ähnliche Menschen für Götter gehalten. Die aber, die im Übermaß
der Weisheit der Erfindung der Geometrie, der Astronomie und 
Arithmetik sich rühmten, kannten nicht und die Weisen verstanden
nicht, bei sick abzuwägen und zu überlegen den Unterschied des Maßes
der Kraft Gottes von der sterblichen und unvernünftigen Natur. Deswegen
zögerten sie nicht, alle Arten scheußlicher Lebewesen und die
 
 

 
mannigfachen Geschlechter der Tiere und der giftspritzenden Schlangen
und die wilden Tiere Götter zu nennen. Die Söhne der Phöniker aber
nannten den Melkathros und Ousoros und ferner einige andere sterbliche
Menschen, die verachtter waren als diese, Götter, die Söhne der
 Araber aber den Dusares und Obdos, die Gothen den Zamolxis , die
Kiliker den Mopsos, die Thebaner den Amphiareos, und bei anderen
wiederum ehrte man andere mit dem Namen der Gotter, die ihrer Natur
nach sich in nichts unterschieden von den Sterblichen, sondern in Wahrheit
allein dies: Menschen waren.

Allzumal also Ägypter, Phöniker, Griechen und das ganze
sterbliche Geschlecht, soweit der Glanz Sonne leuchtet, haben die 
Teile der Welt, die στοιχεῖα, die Früchte, die aus der Erde sprossen,
ihre eigenen Leidenschaften, ferner auch den dämonischen Wahnsinn
und die dämonischen Phantasien und vor diesen die sterblichen
 Menschen, die die menschlichen Zuf álligkeiten benutzten und weder
Schulen der Tugend zu ihren Lebzeiten gründeten noch die Lehren eines
keuschen Lebens ersannen, die keine philosophischen Dogmen aufwiesen,
kein hilfreiches Werk erfanden, keine Schüler der Tugend zurückließen,
keine Worte und keine Schriften tradierten, die zu einem guten Leben
 stimmten, Männer die sich kümmerten um Weiber und schändliche
Lüste, haben sie <ohne Grund< und aufs Geratewohl, ich weiß nicht
durch welche Verführung dämonischer Wirksamkeit, Götter und Halbgötter
genannt und durch Opfer und Dienste mitsamt dem zauberischen
Betrug geehrt, haben ihnen Tempel und Heiligtümer in den Städten
 und Dörfern gebaut; ihn aber, der allein jenseits der Welt ist, den
wahrhaftigen Logos Gottes, den Allkönig und Allschöpfer haben sie für
nichts geachtet. Eben sie aber nahmen so sehr zu an Wahnsinn und
Verstandesverderbtheit, daß sie auf der Stelle Menschen, welche sie
 zufällig trafen, Götter nannten und auf der Stelle eben denselben die
 Leidenschaften der Sterblichen anhängten und eben denselben ungesetzliche
Ehebrüche, schändliche Taten, ein verkehrtes Leben und Tod bei-
 

 
legten. Und obwohl sie selbst derartiges sagen, das keineswegs von anderen verleumderisch
behauptet wird, sondern obwolh sie selbst Zeugen dafür
sind und Irrtum, TRauer und Tod und vor diesen Ehebruch, Schändung
der Männer und Raub der Weiber von ihren Göttern bekannten, füllten
sie nichts desto weniger alle Städte, Dörfer und Länder mit Tempeln, 
Bildern und Heiligtümern.

Und nicht nur dies, sondern sie
Nahmen auch aus den Worten, die sie über ihre Götter machten, die
Hilfsmittel zu eigenem schändlichen und widergesetzlichen Leben und
Verderbten durch alle Arten der Lüsternheit zumal ihre Leiber und
Seelen zusammen. Welcher Art das war, was sie taten indem sie sich 
Ihren Göttern anähnelten, können wir aus der Nähe an dem uns benachbarten
Phönizien betrachten, indem wir sehen, was bis jetzt in
 Baalbek geschieht , wie dort die Überbleibsel der alten Dämonen- 
Schäden und die Spuren des verderblichen Bösen bis jetzt wirksam
Sind, sodaß die dortigen Frauen sich nicht eher in gesetzlicher Ehe- 
Gemeinschaft verbinden, als bis sie zuvor durch außergesetzliche Verderbung
Geschändet sind und an dem ungesetzlichen Mysterienkult der
Aphrodite teilgenommen haben. Aber jetzt ist diese Stadt allein an
Diesem Wahnsinn krnak zum Beweise des alten Bösen. Früher nämlich
Litten Myriaden derart, als die Krankheit der Dämonen noch mehr 
Mächtig war.

Und nicht allein dies, sondern auch diejenigen
Männer, welche den genannten Göttern geweiht verfallen waren <und<
Aus Lobgesängen und Liedern, Opfern und Mysterien, Schriften und
Gelübden von Bildern gelernt haben, daß der Vater und Lenker aller
Götter von leiblicher Lust besiegt sei und den Ganymedes geliebt habe, 
 überschritten nach dem Vorbilde des Eifers ihrer Götter die Grenzen
Der Natur, gingen über unsagbare Taten hinaus und betrugen sich
Ohne Scheu frech gegeneinander, was zu hören unglaublich ist: „Männer
Begingen Unanständigkeit gegen Männer und trugen an sich den gebührenden
Lohn für ihre Verirrung davon“, wie die göttlichen Schriften 
Sagen.

Und nicht nur dies, sondern sie verkehrten auch das gemeine
 
 

 
Denken, legten dem unvernünftigen Schicksal und dem natürlichen
Zwange die Wesensschaffung und Anordnung des Alls bei, führten ein
tierisches Dasein und ein Leben, das nicht lebenswert war, erforschten
nicht das Wesen der Seele, erwarteten nicht das gerechte, göttliche
 Gericht und nahmen sich weder die Siegespreise der Tugend noch ferner 
die Strafen eines gottlosen Lebens zu Herzen.

Und nicht nur
dies, sondern auch mitten in das Theater liefen sie wie Herden rennen,
Greise zumal und Jünglinge und Mütter mit ihren Söhnen und Töchtern
und dem Anhang der Sklaven, und wurden so mit allem Schändlichen
 und Wahnwitzigen bekannt. Der Trunkenheit und Lüsternheit voll
waren Männer zumal mitsamt den Weibern, wenn sie zusammen waren.
Wie sollten sie das Gute tun, sie die ihre Ohren nicht dem Hören
keuscher und gottesfürchtiger Worte, noch ihre Augen der Hilfe für
ihre Seele, sondern der Lehre schändlicher Worte und dem Anblick der
 bildlichen Darstellung aller Lüsternheit darboten ? Denn derartig war 
das, was alle Scharen zu sehen bekamen, die sich bekümmerten um die
Dinge, die in diesen Schauspielen gezeigt wurden : wahnsinniger Pferdewettkampf, 
gottloses Ergötzen an denen, die von wilden Tieren gefressen
wurden, grausame und unmenschliche Quälereien derer, die in Gladiatorenspielen
 getötet wurden, ferner lüsternes Lachen über schändliche Dinge ,
törichtes Vergnügen an Musik, lüsterner Anblick derer, die Weiber
darstellten, und starkes Geschrei bei Liedern. Denn bei diesen und derartigen
 Dingen waren Myriaden Scharen unverständiger Massen vereinigt
mitsamt ihren Fürsten, Strategen und Hegemonen und wurden
 mit den Verderbnissen durchtränkt, die die Seelen zum Verfaulen bringen.

Und nicht nur dies, sondern sie bauten auch Schulen für gottlose
Worte in den Provinzen und in den Städten. Statt der gerechten
und weltfördernden Lehren und statt der keuschen und gottgeliebten
Belehrung nahmen sie durch das frevelhafte Gefasel der Poeten, die es
 unter ihnen gab, schändliche Erzählungen und Mythen über alle möglichen 
männlichen und weiblichen Gottheiten, voll von allerlei Schande
und Leidenschaften und furchtbaren Verbrechen, in nichts unterschieden
von den sterblichen Naturen, infolge der Belehrung und des Studiums
der trügerischen, dramatischen Werke der Komöden und Tragöden in
 ihr Gedächtnis auf. Diese verderblichen und schädlichen Dinge des
 

 
Lebens säten sie sunächst in sich und dann in den Seelen der Jünglinge
aus. Der Frevel aber, der von allen der erste und letzte ist , war, daß
vollständig alle Menschen, die Fürsten zumal und die Untertanen, die
Könige der Völker und die Gesetzgeber, die Heerscharen und Massen
in den Dörfern und Städten, unter Griechen und Barbaren das Lob, das 
allein dem König des Alls geberbten, Götter nannten und Hymnen sangen
den irdischen und bösen geistern, den seelenlosen στοιχεῖα und den
sinnlichen Elementen der Welt. Die Mengen der vernünftigen Lebewesen
auf Erden brachten weder das Lob nach Art des Priesters noch 
das mit ihren Brüdern im Himmel, den heiligenEngeln und göttlichen
Geistern, die den Allkönig loben, das mit ihnen zusammenstimmende Lob 
dar, sondern sangen ein ungebührliches und nicht zusammenstimmendes
 Lob an Feiertagen und Festen den betrügerischen Geistern, die die
Welt verderben, und fügten ihnen die Ehre der Anbetung zu, sodaß 
fortan das ganze στοιχεῖον der Erde übereinstimmend mit allen Völkern
in der ganzen Welt nichts anderes war als ein im Sturm befindliches
Schiff, dessen schwer beschädigtes Wrack durch einen anderen Sturm
sofort mit völligem Untergang bedroht ist.

Mit Recht also war wegen aller dieser Dinge Gott als Erlöser 
und Helfer nötig für das Geschlecht der Menschen. Wären nur die
Massen zu dieser Verirrung geführt, so ware das Böse vielleicht gering.
Jetzt aber waren völlig die Häupter der Städte, die Lenker der Völker,
die Könige der Länder, die Führer der Ortschaften und die Fürsten der
Völker allzumal übereinstimmend an derselben dämonischen und polytheistischen 
Verirrung erkrankt. Ferner fürwahr aber auch diejenigen,
die sich rühmten unter den Griechen der Philosophie und bekannten,
daß sie ein reicheres Wissen besäßen als die moisten Menschen, die 
auf den Straßen prunkten, indem sie sich aufblähten und breit in ihre
Stola hüllten, schweiften auf der weiten und langen Erde umher und 
 bettelten sich von anderen Völkern die herrlichen Lehrsätze zusammen,
von hier die Geometrie, von der andern Richtung die Arithmetik,
wiederum aber von anderer Seite die Musik und die Heilkunde und 
 
 

 
andere Dinge , die auf rationeller Erfahrung beruhen . Diese aber und
ähnliche Dinge brachten sie von überallher zusammen und verfielen
in sterbliches und gottloses Denken. Durch beschwatzendes Wortemachen
setzten die einen fest, daß die Atome, die unzerbegbar, ohne
 Teile und ähnliche Teile und ohne Ende sind , — als ob sie fürwahr die
Wahrheit nicht prüften — „der Anfang des Alls“ seien, wie sie sagen.
Eben dieselben definierten auch die Lust als den äußersten Grad der
Glückseligkeit, was augenscheinlich verderblicher ist als alles Böse. Denn
was könnte es Kostbarers geben als die Lust für diejenigen, die festgestellt
 haben, daß in diesem Seienden weder eine Vorsehung noch ein
Gott noch eine unsterbliche Seele noch eine verständige οὐσία noch
ein Logow der über allem waltet , noch ein Anfang noch
ein Ende existiere, sondern daß allein die unzerlegbaren vernunftund
seelenlosen Atome — es sind dies aber winzige Körper, die
 eben wegen ihrer vorzüglichen Kleinheit nicht einmal in die Sinne
fallen — daß eben diese seelen- , vernunft- und anfangslosen Dinge 
die ersten seien, nicht gezeugt, unendlich an Menge und von unübersehbaren
Zeiten her, wie es sich gerade traf, zerstreut? Indessen
aber, obwohl sie derart sind, hat man gesaft, daß sie die Ursache des
 Schmuckes des Alls seien, und daß es keinen Gott, keine Vorsehung
und keinen Logos gebe, der alles sah, noch einen, der mächtig war über
alles, aber wenn es auch einen solchen gebe, er weder selbst eine Beschäftigung
habe noch sie anderen gewähre, und wie ich glaube, legten
sie die von ihnen geliebte Lust auch Gott selbst bei. Derartig aber
 waren Philosophen die Anhänger des Epikuros und Demokritos, und
indem sie auftraten als Anwälte dieser Ideen , war ihre gan͌ e Überlieferung
mitten unter den Griechen lebendig. Obwohl sie aber so die
Besseren waren, schmiegten sie sich heuchlerisch den Massen an.
Bald wandelten sie mit den Scharen zum Tempel, bald stellten sie sich
 gottesfürchtig aus Furcht vor der gesetzlichen Strafe. Aber diese, die
für die Lust kämpften, waren derart.

Andere aber setzten die
Grenze der Vorsehung bis zum Monde fest. Von den übrigen Teilen
der Welt schloß die Schar der Schüler des Aristoteles sie aus, die eben- 
 

 
falls als den höchsten Gradd der Glückseligkeit weder Tugend noch
Philosophie definierten, außer wenn sie zufällig mit Reichtum an Besitz,
mit Überfluß an Gold und silber, mit vornehmer Familie und Berühmtheit
verbunden ist, die bei vielen anerkannt sind . Und was himdert sie,
sich ebenfalls dessen zu rühmen? Leute, die bis zum Monde die über 
alles sich erstreckende Vorsehung gleichsam hinter Schloß und Riegel
gefangen gehalten, und die gesagt haben, daß die geistige undd vernünftige
Leibe, sondern ihm entspreche an Art und Gestalt, weswegen sie
sie auch Entelechie zunnen pflegen. An die Spitze des Guten Stellten 
sie demgemäß weder das philosphische Leben noch die Haupttugend,
sondern sie verfielen auf zufällige Dinge, auf Reichtum, Macht und
Familie. Denn mit diesen Dingen, sagen sie, existiere auch die Tugend,
die der Vernunft würdig sei, ohne sie aber sei sie niemals. Nichts
Besseres gebe es für den Weisen, außer wenn er auch reich sei, noch 
se idem, der sich um keuschheeit bemüht, etwas Gutes nahe, außer wenn
er ein Sohn vornehmer Familie sei, noch sei di Gerechtigkeit und
die mit der Tugend übereinstimmende geistige Beschaffenheit, falls sie
in der Seele des Menschen existiere, genügend zu einem glückseligen
 Leben, außer wenn ihm eine schöne Ordnung der Glieder des Leibes 
zufällig eigne. Eben sie aber glauben, dab die Gottheit irgendwo auberhalb
von den Dingen der Menscchen oberhalb des Mondes existiere und behaupten,
dab die vorsehung Gottes die Dinge auf Erden nicht sehe. Auch den geneinnicht,
indessen aber stellten sie sich heeuchlerisch auch an, als fürchteten sie 
die Götter in Stadt und Land. Des eine redeten sie weise mit ihren Theoremen,
ein anderes aber taten sie in ihrer Praxis und leisteten den Eid bei
den Göttern in ihren allgeemeein zugänglichen Schriften und Worten, in
ihrem Denken aber war nichts Derartiges, sondern um der menge zu
gefallen, heuchelten sie solches Tun, sodaß sie daher, eher Dämonen als 
Menschen, von jeder gesunden Philosophie verachtet warden.

Andere
 
 

 
aber abgesehen von diesen, die sich brüsten, die besten Philosophen zu
sein, haben gewagt, mit gottlosem Munde zu sagen, daß Gott ein Körper
sei, seiner Natur nach in nichts unterschieden vom Feuer. Dies ist die 
andere Verirrung: der Stoiker, die diese sinnliche Welt als Gott ausgegeben
 und so eine ruchlose, ganz verderbliche Lehre aufgestellt haben. 
Denn die schaffenskräftige Ursache und die leidensfähige Hyle bestehen 
 nach ihnen aus ein und derselben οὐσία und beides sind wirkende 
und gewirkte Körper. Der Allkönig Gott, der über allem steht , ist 
vom sinnlichen Feuer in nichts unterschieden, sondern wird auch mit
 allem zumal vermicscht gemäß dem periodischen Feuer zu bestimmten 
Zeiten. Groß ist das Böse, daß Gott, wie sie sagen, verwandelt und 
dann verbrannt wird. Dies also ist die Lehre der stoischen Philosophen, 
daß die ganze οὐσία, wie sie sagen, und die ganze Welt bisweilen mit 
Gott vermischt wird und sich alles „ins Feuer verwandelt wie in einen
 Samen und wiederum aus diesem der schmuck des Alls vollendet wird, 
wie es fuüher war”. Götter aber gibt es so viele wie es Teile der 
Welt gibt. Deswegen weil auch die ganze Welt aus lauter Teilen 
besteht, ist sie vollkommen Gott. Eben dieselben haben ferner gesagt, 
daß die verständige und vernünftige Seele im menschen ebenso vergänglich
 wie körperlich sei. Was wollte sie den daran hinder, sie, 
die gegen den Allkönig Gott solches zu sagen sich erfrecht haben? 
Diese Seelen sollen ferner nach ihrer Definition aus Hyle und Körpern 
bestehen und nichts weiter sein als der Qualm und Rauch der Körper. 
Ferner bleiben nach dem Lebensende keineswegs die Seelen aller, sondern
 nur die der Philosophen gewisse Zeiten hindurch, die ihnen bestimmt 
sind, am Ende aber warden auch sie mit dem Brande des Alls
brennen mit Gott zumal und der ganzen Welt, und die Seelen der Ungerechten 
zumal und der Gerechten, der Frommen mitsamt den Gottlosen 
warden von Einem Feuer aufgezehrt warden, als ob sie geschmolzen
 würden. Dann aber warden von neuem aus dem Feuerfraß des Alls 
Welten geboren, die in nichts vershieden, sondern in allem ähnlich 
sind den früheren, so sehr, daß von neuem eben dieselben Menschen 
geboren werdenund ein und dieselbe Nachfolge geboren wird. Die 
Lebensweisen ferner sind derart, daß sie in allem ähnlich und nicht
 verwandelt sind, die Moden, Gebräuche, Sitten und Leidenschaften 
 
 

 
warden eben dieselben sein und so warden auch eben dieselben Ereig-
nisse, Ehrungen, Freuden und Schmerzen eben denselben wiederum be-
gegnen, sodaß wiederum eine Helena und ein Unheil von Ilion zu
erwarten ist, und wiederum ein Anytos und Meletos und das tödliche
Gift des Sokrates und wiederum eben dieselben Streitigkeiten und 
Spaltungen der Philosophen, und am Ende wird wiederum alles vom
Feuer verzehrt, und nachdem es verbrannt ist, wird es wieder von
neuem zurückkehren und wieder in denselben Gleisen verharren. Aber
auch diese Philosophen hängen so notwendig ihrem Irrtum an.

Die Philosophen aber, die die ersten Physiker heißen, die vor allen 
 anderen auftraten, gründeten den Anfang des Alls auf ein seelenloses
στοιχεῖον, ohne einen Gott, eine Vorsehung, einen Schöpfer und Werk-
meister des Alls zu kennen. Eitel aber und ohne Grund legten sie
sich lügnerisch den Namen und das Gebaren der Philosophen bei.
Denn teils sagten sie, daß die Erde und eine trockene οὐσία der An- 
fang des Alls sei, teils nannten sie den Ozean und so eine feuchte οὐσία,
 das Wasser als den Allerzeuger, teils das Feuer, teils die Luft, teils
Mischungen aus diesen, und führten viele männliche wie auch weibliche
Gottheiten ein und Hochzeiten und Kindergeburten, <und< änderten in
 physikalische Allegorien das Mythengefasel der Poeten durch schöne 
Worte zum Ruhmesschmuck, sodaß auch sie gleichsam durch Verkehrt-
heit von oben von der Höhe wieder auf die στοιχεῖα der Hyle und auf die
sinnlichen Teile der Welt niederfielen.

Andere aber, abgesehen
von diesen, fabrizierten gerade Entgegengesetztes all dem, abgesehen
von diesen, fabrizierten gerade Entgegengesetztes all dem, was gesagt
ist, behauptend, daß es nichts Göttliches in dem Seienden gebe, weder 
den höchsten Gott noch die lokalgötter, daß der Name Gott vielmehr
besser und über die οὐσία gesetzt sei, die nicht ist, sodaß sie in großen
Frevel des Bösen sich ausgebreitet haben.

Platon allein von allen Griechen scheint mir vorzüglich der
Philosophie anzuhängen und halt mit Recht daran fest, daß das Gute 
das Erste und die Ursache des Alls ist, und redet mit Recht weise
über den Zweiten, der der Schopfer des Alls ist.

Er hat auch
schön und richtig festgestellt, daß Himmel, Sonne, Mond, Sterne und 
überhaupt die ganze Welt zumal von dem Gotte des Alls geschaffen 
wurden.

Er hat auch gesagt, daß die οὐσία der Seele körperlos 
und der Vergänglichkeit fremd sei. Er hat auch geistige οὐσίαι ge-
 
 

 
kannt und zugegeben, daß der über allem waltende Verstand, den wir
Logos Gottes nennen, der König des Alls sei. Eben ihn setzte auch er
als Herrscher über das All nach Art eines Steuermannes, der schön und
sicher für alles sorgt, und wies ihn als Lenker nach. Er allein von
 allen Griechen bekannte den Logos Gottes, den Schöpfer der Welt,
gleich wie wir selbst. Abe res ist am Platze, ihn selbst zu hören, in
welcher Art er über Gott redet:

„Und Ehren wollen wire r-
weisen, nicht dem für ein Jahr und jenem für einen Monat und anderen
aber überhaupt keinen Anteil und keine Zeit zuerteilen, in der er seine
 Bahn durchläuft und die Weltordnung mit vollendet, die der aller gott -
lichste Logos sichtbar anordnete, den, wer immer glückselig ist, zuerst
bewundert, zu deme r dann aber Liebe faßt, um ihn kennen zu lernen,
soweit es die sterbliche Natur vermag“.

Er nannte auch den, 
 den ere ben als „göttlichen Logos“ bezeichnet hat, den „Vater“ und
 „Herrn“ des Alls und den „Lenker“ des Alls mit denselben Worten
wie wir und sagte so:

„Diesen Brief sollt ihr alle, die ihr drei
seid, lessen, besonders in Gemeinschaft, wenn aber dies nicht mög-
lich , so zu zweien zusammen, nach Kräften soviel ihr könnt, <und<
sollt dies als herrschendes Übereinkommen und Gesetz gebrauchen , in-
 dem ihr schwört wie es recht ist, und indem ihr mit nicht unweisem
Eifer zumal und mit der Zucht, der Schwester des Eifers, bei dem
<Gotte< des Alls, dem Lenker des Seienden und Kommenden und dem
richtig philosophieren, wir alle deutlich kennen nach der Kraft glück-
 seliger Menschen“.

Er lehrte auch, daß ein gerechtes Gericht
Gottes stattfinden werde, welches einem jedem vergelte, wie er es ver-
diene. Daß der Gipfel des Guten der sei, 	ähnlich zu warden der Gott-
 
 

 
heit, der Tugend anzuhängen und mit ihr wie ein Zwilling verhunden
zu sein, zeigte er sehr göttlich. 
 Aber aueh er setzte sich mit Recht mehr als aller und augenscheinlich
dem Tadel aus. Warum? Weil er wußte, daß ein Gott sei,
aber ihn nicht als Gott pries. Er verbarg vielmehr die Wahrheit und 
machte sie zur Lüge für viele. Denen, die er liebte, brachte er als
Philosoph die rechte Offenbarung über den Vater und Schöpfer dieses
Alls. Mit der Plebs der Athener aber verkehrte er nicht als Philosoph
und führte den Sokrates in seiner Rede zum Piraeus, damit er zur Gottheit
bete und mit der ganzen Plebs zumal das Fest der Bendis feiere. 
Er sagte aber ferner, daß sein Meister, als sein Lebensende nahe war,
einen Hahn zu opfern befahl. Nicht schämte sich noch beschönigte es
der beste der Philosophen, daß der Vater der Philosophie befahl, durch
gewordene, irdische Hyle und durch ein wenig Blut und Fleisch eines
toten Vogels die Gottheit zu versöhnen. Er nannte aber ferner diejenigen 
 Götter , die in den Städten verehrt wurden, Dämonen und tat
wohl daran, und er bekanute auch, daß sie Vorfahren seien von sterblichen
Menschen und redete recht. Dennoch aber riet er, eben sie als
Götter zu verechen weil er sich mit der Menge zu ihrem Irrtum erniedrigte,
 und mit Recht auch sie als Ursache des Alls anzunehmen, 
weil er unter dem Schein σχῆμα der Philosophie das Wort der Wahrheit
 verbarg, das der Lüge aber erheuchelte. Höre jedoch, was er im 
Timaios sagt:

„Über die anderen Dämonen aber zu redden und
ihre Geburt kennen zu lernen, ist zu groß für uns. Wir müssen uns
vielmehr überzeugen lassen von denen, die vor uns gesagt haben, sie 
seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben, und kennten ihre Vorfahren
 wohl genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen nicht zu
glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweis-
 
 

 
gründe reden, sondern dem Gesetze anhangend müssen wir ihnen glauben,
da sie vorgeblich eigene Familiengeschichten erzählen. So also, wie
sie sagen, möge sich die Geburt in betreff dieser Götter verhalten und
gesagt warden: Kinder der Erde und des Himmels waren Okeanos und
 Tethys, und deren: Phorkys, Kronos, Rhea und alle, die mit diesen
waren , von Kronos und Rhea aber: Zeus, Hera und andere, soviele wir
kennen als alle ihre sogenannten Brüder und ferner andere als die
Sprößlinge dieser“.

Du siehst, daß der Philosoph von oben, von
den Bildern oberhalb der Welt und von den körperlosen, geistigen
 οὐσίαι nach unten auf die Erde und auf den Ozean wie in die Tiefe
des Bösen hinabgetaucht ist und Göttergeburten einführte, er der allein
besser als sonst die Menschen mit hochtönendem Geist sagen konnte:

„Was ist das immer Seiende, aber niemals Werdende? Und
was ist das immer Werdende, aber niemals Seiende? Das eine wird
 durch das mit Vernunft begabte Wissen wahrgenommen und ist immer
sich selber gleich. Das andere aber wird mit unvernünftigem Sinne
gewähnt, ist werdend und vergehend, aber völlig seiend niemals “.

Derselbe wackere Mann also ehrt eben dasselbe, was wird,
vergeht und durchaus niemals ist, wegen seines Werdens und Vergehens
 jetzt mit dem Namen der Götter. Eben derselbe sagt ferner, indem er diejenigen
widerlegt, die diesen Göttermythos ausgestreut haben, daß sie
keineswegs infolge „ zwingender Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“
den Irrtum betreffs der anogeblichen Götter vorbrachten. Neachdem er
sie in dieser Weise beschuldigt hat, sagt er hinterdrein, daß wir ihnen
 glauben und sie für wahrhaftig halten müssen, obwohl sie nichts Wahrhaftiges
reden, aber obwohl er sie sogar Göttersöhne nennt, ist ihm 
 doch offenbar bewußt, daß er ihre Vorfahren als sterblich, jedermann
ähnlich einführt und ferner an sterbliche Götter und sterbliche, ihren
Vorfahren ähnliche Söhne erinnert, die sagen, „daß sie ihre Vorfahren
 genau kennten“. Obwohl er unverhohlen sagt: „Unmöglich also ist es.
Göttersöhnen nicht zu glauben“, beschuldigt ere ben sie auf der Stelle,
daß sie „ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe“ redeten,
und fügt hinzu, daß „wir sie für wahrhaftig halten müssen, da sie vor-
 
 

 
geblich eigene Familiengeschichten erzählen“. Durchaus
aber sagt er nicht: „da sie erzählen“, sondern „da sie
„Wir müssen uns vielmehr überzeugen“, sagt er,
seien Söhne der Götter“. Woher hat er denn dies zu
„wie sie behauptet “? Denn sie haben dies behauptet, nicht ich. 
das heißt aber: Dennoch, da sie über sich selbst aussagen, wenn
auch nur ohne Wahrscheinlichkeitsgrunde und ohne Beweise die 
selbst betreffenden Tatsachen feststellen können, — dennoch
wir ihnen. Hinterher sagt er: „So also, wie sie sagen, sagen, sich die
Geburt der Götter verhalten“. Notwendig bemerkt er, „wie sie sagen“. 
Denn keineswegs nach meiner, sondern nach ihrer Meinung soll dies
gesagt sein will er damit ausdrücken .

Du siehst also, daß
rät, wir üßten dem Irrtum nachfolgen. Weswegen aber stellt er
fest? Um keiner anderen Ursache als um des Gesetzes, das heißt,
des Todes willen, der am Gesetze hängt. Eben dies bekennt er offen, 
indem er sagt: „Dem Gesetze folgend glauben “. Geht denn die
Furcht vor den Menschen und dem Gesetz bei den Philosophen über
die Furcht und das Gesetz der Wahrheit hinaus? Wo sind die vorzüglichen
und weisen Worte jener schönen Sprache, mit denen er
durchaus staunenswerter Sprache gewaltig so redete:

„Denn 
kein Gesetz und keine Ordnung ist besser als das Wissen, und nicht
ist es recht, daß der Verstand irgend einem Dinge unterworfen
Untertan sei, sondern er ist der Führer aller Dinge, wenn er in
seiner Natur nach frei ist“. Derselbe sagt: „Wohin jemand
selber stellt, indem er glaubt, daß es das beste sei, dort muß er
wie mir scheint, bleiben trotz des Sturmes, indem er nichts bedenkt,
weder den Tod noch irgend etwas anderes vor dem Schimpf“.
sagt er: „Denn die Furcht vor dem Tode, ihr Männer,
 nichts anderes als wähnen, weise zu sein, obwohl man es nicht ist“.

Warum also, Weiser, wirst du nach diesen Worten vom 
Tode bewegt und heuchelst, sterbliche Götter um des Gesetzes
 
 

 
 Eueebius.
zu ehren? Waruni aber hältst du es für würdig,
glauben und ihnen vertrauen? Durch dein eigenes Wort
machst du zu Schanden und schüttelst ab, was sie durchaus
noch auf Grund irgend eines Beweises über ihre Vorfahren gesagt
 haben. Wie kannst du, nachdem du sie so beschuldigt hast, den
Menschen noch raten, ihnen zu glauben? Was ihre Väter sind,
wir prüfen!

Die Erde, heißt es, und der Himmel
Kinder Okeanos und Tethys, und ferner Phorkys, Kronos und Rhea,
und dann nach diesen allen Zeus und Hera. Zeus nach der Erde und
 dem Himmel! Zeus nach Kronos und Rhea, nach allen diesen! Was
sagst du, wackerer Mann? Wo ist Zeus, der Gewaltige im Himmel,
der den fliegenden Wagen treibt? Oder wars nicht dein eigenes Wort,
über das jedermann in lautes Staunen ausbricht, wenn du so sagst:

„Der gewaltige Zeus also im Himmel, der den fliegenden Wagen
 treibt und lenkt und dem nachfolgen die Heere der Götter und Dämonen.“

Aber das weiß ich nicht, warum erst nach der
nach dem Meere, nach Okeanos, Rhea und Kronos, den Sterblichen,
Zeus erschien und wie dies dein Wort jenem anderen entspricht:
„Wir müssen uns überzeugen lassen von denen, die vor uns
 haben, sie seien Söhne der Götter, wie sie behauptet haben,
ihre Vorfahren wohl genau. Unmöglich also ist es, Göttersöhnen
zu glauben, obwohl sie ohne zwingende Wahrscheinlichkeits- und Beweisgründe
reden“. Er fährt aber fort: „So also, wie
sich die Geburt betreffs dieser Götter verhalten und
 Daran reiht er eine lange Rede und Erzählung über die Geburten
Götter, die die Poeten sagen, versichert uns obendrein und
„Von Kronos und Rhea stammten Zeus und Hera und alle, von denen
wir wissen, daß sie alle als ihre üder genannt werden, und
andere als Spröblinge dieser“.

Prüfst du also, während dieser mann 
 erzählt? Und erzählt er nicht Dinge, die leicht sind, wohl
die gottlos und seiner eigenen Philosophie entgegengesetzt sind? Denn
eben er treibt in der Politeia vornehm diejenigen, die er jetzt Göttersöhne
nennt, und vollends diejenigen früheren Schriftsteller , die
deren Gottheit ählt haben, den Homer, Hesiod und vor allem den
 Orpheus aus seiner πολιτεία weit weg, jetzt aber ät dieser Philosoph,
 
 

 
eben ihnen zu glauben, indem er sie Göttersöhne nennt und
hinter der Erde und dem Himmel und hinter der feuchten οὐσία, die
er als Okeanos bezeichnet, im Entstehen und Vergehen sucht und bekennt,
daß der Vater aller Menschen und Götter und Hera
anderen noch dazu, die nach seinen Worten als ihre Brüder und Söhne 
genannt werden, aus der Erde und dem Ozean stammten, und trotzdem 
rät er nachher, sie als Götter zu verehren. Wo ist
οὐσίαι, wo ist jenes körperlose, jenseits der Welt befindliche 
oder jene göttliche Erzählung Erzählung über die farb-
Wenn aber jede Seele unsterblich ist, warum machst du Sterblichen 
Untertan die Unsterblichen, den Körpern der Dämonen
den vergänglichen Sinnesdingen die geistige und vernünftige
Mit Recht also meine ich diesen Mann mehr zu tadeln als die übrigen,
obwohl mich die Liebe zu ihm hinzieht wegen der Verwandtschaft seiner
Lehren mit den unsern . Denn er allein von allen Griechen scheint 
mir die Vortüren der Wahrheit zu erreichen und hat in vielen
Verwandtschaft mit uns gezeigt. Aber nicht möge dieser Mann
geehrt werden als die Wahrheit. Deswegen, scheint es mir, muß 
mehr als alle um ihretwillen getadelt werden. Denn obwohl das Lust-
liebende und das, was aus seiner Lehre sich ergibt, als todbringend beschuldigt 
werden mag, und obwohl er glaubt, daß es keine Götter
heuchelt er indessen dennoch, als ob er ein anderes Leben nicht kenne,
denn nur das gegenwärtige.

Die Peripatetiker aber hingen einer Meinung, die derjenigen
des Anfängers dieser Philosophie ähnlich war, so an, daß sie sogar 
meinten, die Seele im Menschen sei sterblich, und behaupteten, ihre Ge-
stalt und ihr Körper sei die „Entelechie“. Zu gunsten des
 Lebens, das sie allein kannten, gerieten sie unter die Menge und heu-
chelten Götter, obwohl sie glaubten, daß diejenigen, die nach
der πολιτεία verehrt werden mußten , niemals existierten, aus Furcht 
vor dem Tode und vor der gesetzlichen Strafe.

Die Stoiker
wiederum, die lehrten, daß alles körperlich und daß
Welt allein Gott sei, und sich einredeten, daß ihre Teile Götter
 
 

 
sollten das tun dürfen, was ihren Lehren entspricht, selbst wenn
ist? Deswegen weil sie die Teile der Welt Götter nannten und die
οὐσία verehrten, sollten sie ohne Tadel sein? Sie aber, die die στοιχεῖα
als den Anfang des Alls festsetzten, sollten dem entspreched die στοιχεῖα
 verehren dürfen?

Er aber Piaton setzte wie durch göttliche
fest, was „das immer Seiende, aber niemals Werdende“
was „das durch Wissen mit der Vernunft Wahrgenommene und immer
sich selbst “ sei, und sagte, wie weit es reiche, und redete offen-
kundig und mit offenkundigen Worten schön und weise eine
 göttliche Geschichte der Natur gemäß folgendermaßen:
auch das alte Wort lautet , hat Anfang, Ende und Mitte alles Seienden
inne und vollendet richtig, indem er naturgemäß dahingeht. Dem aber
immer die Gerechtigkeit, indem sie ein Rächer ist derer, die hinter
göttlichen Gesetze zurückbleiben“. Und wie blieb zurück
 hinter dem göttlichen Gesetz und achtete gering die
die über alles waltet , und brachte uns die Gesetze der Sterblichen und
fürchtete sich vor dem Tode, er, der die Seele über die
hinaussandte! Aber nicht lauter hat dieser Mann, scheint mir, seine
Lehre, ß die Seele der Menschen unsterblich sei, bewahrt, weil er sie
 verunreinigt hat. Denn nicht nur die Seele der Menschen, sondern auch
die der Hunde, Affen, Ameisen, Pferde, Esel und der übrigen unvernünftigen
Tiere sei unsterblich und in nichts unterschieden von der Seele der
Philosophen ihrer οὐσία nach. Agyptisierend sagt er, daß nach
Meinung eben diese Seelen allerlei Leiber wechseln und die der Menschen
 in die Natur der Tiere umgegossen werden. Um dieser Dinge willen 
wird er auch darin verachtet, worin er die Wahrheit gesagt Δαὶ, wie jemand,
mand, der auf der andern Seite lügt. Denn wenn dieser Mann auch
wundernswert ist darin , ß er den Werkmeister und Schöpfer
Alls erreichen begreifen konnte, muß er dennoch besonders
 werden bei jedermann, weil er das richtige Wort nicht vorbrachte.
„Denn obwohl er Gott kannte, pries er ihn nicht als Gott, sondern ehrte
und diente dem Geschöpfe mehr als seinem Schöpfer“,
verehrte diejenigen Wesen , die an sichtbare Körper gebunden
 
 

 
Sonne, Mond und Sterne und bekennt zugleich und in demselben Atemzuge ,
daß sie geworden, vergänglich ihrer
seien aus Feuer, Erde und den übrigen στοιχεῖα und betet sie
an zumal, ehrt sie und nennt sie Götter. Hinterher aber bekennt er
dann wiederum, daß sie auflösbar und vergänglich seien. Doch is es 
an der Zeit, ihn selber zu hören wie er im Timaios sagt:

Gótter der Götter, deren Bildner ich bin. Alles also,
wird, ist auflösbar. Deswegen weil ihr geworden seid, seid
nicht unsterblich und völlig unauflösbar“. Ferner aber sagt
ihr Werden, woher es ist und wie es begrenzt wurde: „daß sich das 
Feuer zur Luft so wie die Luft zum Wasser und wie das Wasser
zur Erde verhielt , aus denen er band und hinstellte den sichtbaren und
 tastbaren Himmel. Und zu diesem Zwecke und aus diesen Dingen , die
derart waren und deren Zahl vier betrug , ward der Körper der
Hinterher aber sagt er: „Zum Werden der Zeit, damit die Zeit entstehe. 
entstanden Sonne, Mond und die fünf anderen Sterne, die den
Wandelsterne haben, zur Abgrenzung und Bewahrung der Zahlen der
Zeit. Körper aber machte Gott einem jeden von ihnen und setzte
in die Kreis bahnen“. Indem er aber ferner vom Himmel
„ob er immer war ohne irgend einen Anfang des Werdens, oder ob er 
entstanden ist, von irgend einem Anfang ausgehend“, antwortet er
sich selber und sagt: „Er ist entstanden; denn er ist sichtbar und tastbar 
bar und hat einen Körper. Alles derartige aber ist wahrnehmbar
das Wahrnehmbare wird durch die Vorstellung begriffen und erscheint
 als geworden“.

Er also, der so über diese Dinge schön und 
richtig geredet hat, entfernte er sich nicht weit von der gesunden Meinung,
indem er sie Götter nannte, zugleich aber bekannte, daß
seien aus der vergänglichen ὕλη der Körper des Feuers,
 
 

 
der Luft und der Erde? Er sagt zwar , ß diese auflösbar
ihrer Natur nach und vergänglich, dann aber nennt er eben
ehrenwerte Götter. Was für eine Geroeinschaft nun hat der Name
Ehre der Ursache des Alls mit den wahrnehmbaren und auflösbaren
 Körpern? Oder welche Gemeinschaft hat die Vernunft, die „das
Seiende, niemals “ hernorbringt , mit „dem immer Werdenden,
niemals Seienden“, daß er diese Dinge beidemal Götter
wenn „das immer Seiende, niemals Werdende“ in Wahrheit Gott
 dann ist alles, was nicht so ist, nicht Gott. Wenn aber „das immer
 Werdende, niemals Seiende“ Gott ist , dann ist alles, was anders
nicht Gott. Welcher Schluß ist klarer als dieser? Denn beide
die ihrer Natur nach entgegengesetzt sind, — das eine, das „durch
das mit Vernunft begabte Wissen “, das andere, das
„mit unvernünftigem Sinne gewähnt wird“, das
 zu schaffen, das andere mit der Fähigkeit zu leiden — wie sollen
entgegengesetzten Dinge Eines Namens würdig sein? Denn es
natürlich, wie jemand, der sich wundert über das Wissen des
meisters, der aber dennoch die Ehre dem von ihm herrührenden 
Werke zufügt, und wie jemand, der das Schiff κυβερνήτης und
 mit Pferden bespannten Wagen ἡνίοχος nennt, die richtige Ordnung
verkehrt, daß so also sehr töricht handelt derjenige, der
die Geschöpfe Gottes Götter zu nennen, obwohl er
ganz deutlich zugibt, daß sie durch die Fesseln Gottes,
des Alls, gebunden seien und aus seelenlosen στοιχεῖα, aus Feuer,
 Wasser, Luft und Erde best:ünden. Aber auch der Piaton möge 
 beendigt sein .

Was habe ich jetzt noch nötig, ans klare Licht zu
wie die Weisen sich gleichsam in Reihen sammelten, sich entzweiten
und trennten von einander, sich wie in Schlachtreihe und Kampf
 mächtig widereinander rüsteten. „Sie begegneten sich aber
Lanzen und Männerkraft, wie einer von den Poeten sagt, indem fürwahr
gewaltiger Tumult erregt wrurde der Vernichtenden und der Vernichteten“. 
 
 

 
 Denn eine „Gigantenschlacht“ nennt Piaton ihren gegenseitigen Kampf,
 indem er so sagt:

„Und fürwahr es schien unter ihnen
eine Gigantenschlacht zu sein wegen des gegenseitigen Streites über die
οὐσία“.

Aber er, Piaton, redete dies über diejenigen, die vor ihm oder
über die, die mit ihm Philosophen waren. Daß aber ebenso diejenigen, 
die er zu seiner Xachfolge aufrief, sich wider ihn mit der Waffe versahen,
dafür ist das Zeugnis klar. Denn aus der durch seine Worte
Jüngerschaft entfernte sich Aristoteles und seine
Schule, die sich dem Piaton gegenüber stellte. Andere Jüngere
traten später nach einer Weile auf und widerlegten das, was 
weise war nach der Meinung des Aristoteles, andere neigten sich auf
der anderen Seite den Stoikern zu. Die Skeptiker aber brachten den
Pyrrhon und die ἐποχή hervor und lachten zumal über jedermann.
Denn sie alle standen völlig in mächtigem, persönlichem
’unander, rüsteten sich und kämpften mehr oder weniger mit Worten wie 
mit Lanzen und Schilden und beschossen einer den andern. Wo es nicht
recht war. entzweiten sie sich, wo es aber notwendig war, mit aller Kraft
zu ringen, kamen sie überein, ich weiß nicht wie. Vor allem aber
sie sich in dem Irrtum des Polytheismus, obwohl sie vor jedermann und
besser als alle Menschen wußten, das es nichts mit ihm sei; das heißt 
aber, die Epikureer mitsamt den Stoikern und Aristotelikern, mitsamt
den Piatonikern und Physikern, mitsamt den Skeptikern zumal, mitsamt
ihren Weibern und Töchtern und mitsamt der Schar der Laien
in die Tempel, stellten sich, als ob sie die seelenlosen, nach Art der
Menschen gebildeten Götzen mit Gelübden als Götter anbeteten, und 
taten, als ob sie sie mit Spenden, Fettgeruch, dem Blute und den Opfern unvernünftiger
Tiere ehrten. Nur in diesem Einen Punkte ließen sie
von ihrer gegenseitigen Feindschaft. Hier bekannten alle sorgfältig
ihren Irrtum. Wo ihnen aber die Wahrheit offenkundig war, taten sie
das Gegenteil von ihr, während es recht gewesen wäre, dort, wo ihr 
Wissen aufrichtig war, auch ein aufrichtiges Gebahren σχῆμα) zu zeigen,
für jenes zu ringen und zu kämpfen, und wo es
für wäre, selbst für die Wahrheit willig zu sterben
auf sich zu nehmen wie Menschen die sich ühmen, Philosophen zu sein.
Eben jene aber waren hierin liebevoll gegen einander, indem sie sich 
 vereinigten zur Lüge; aber dort, wo es nicht geziemend war zu kämpfen
 
 

 
wegen des Verborgenen und Unbekannten dieser Dinge , darüber
stritten sie wie um die Wahrheit und kämpften willig
Dinge, indem sie einander beschossen und verwundeten mit unzähligen
Worthieben. Was habe ich ötig, festzustellen , ß die Weisen in ihren
 gegenseitigen Kampf, in ihre feindlichen Worte und in ihren gemeinsamen
Krieg verfielen, weil sie menschliche Weisheit benutzten und
sterbliche Erwägungen und Gedanken, aber nicht Gott als
trafen?

Was also? Warum hatten diejenigen keinen Gott, die um diese
 Dinge kämpften, obwohl doch die Schar der Götter
war? Mochte auch der von Delphi und der von Lebadia weissagen,
mochte der von Kolophon Antwort erteilen und der von Milet orakeln,
mochte ein anderer von anderer Gegend her rufen, dennoch konnte
auch nicht einer von ihnen den Weisen Lehrer sein, die Wahrheit zu
 erreichen. Alle aber beteten diese an gleich ihren Vorfahren
und alle Griechen bekannten sie als Götter; dennoch wurden
nicht im geringsten gefördert in der Auffindung göttlicher
obwohl es kein Hindernis für sie gab, au der Stelle in der
zu wandeln, indem sie als Lehrer die Götter benutzten, die ihnen
 Erden nahe waren, indem sie nicht mit einander kämpften und
sondern vom Geschrei schwiegen und die Götter über die Dinge 
Streites befragten und die Wahrheit von ihnen wie von Arzten lernten
und sich von ihnen helfen ließen. Zuerst war es für
Epikurs zu lernen nötig, nicht ohne Götter sein, sich
 Lust unterwerfen, nicht töricht sein in so lächerlichen
kleinen, unteilbaren Körpern die Kraft beilegen, die Welt zu
sondern sich überzeugen lassen von den Göttern, indem sie dies über
lernen. Die Anhänger des Aristoteles aber, die mit ihren eigenen
die Tempel, Heiligtümer und Götter bilder auf Erden
 eines, sondern Myriaden in allen Städten und an allen
ihre der Götter Macht prüfen und durften infolge
fernerhin nicht mehr ihre Worte über die Vorsehung oberhalb des
Himmels noch oberhalb des Mondes festhalten, sondern mußten
überzeugen, ß es auch auf Erden Götter gebe, und daß sie sich um 
 die Menschen kümmern, mit denen sie zusammen sind. Von eben
 mußten sie lernen, daß es ihnen nicht erlaubt sei,
denen zu kämpfen, die ihnen entgegentraten, darum , ob die Seele
 

 
lieh oder unsterblich sei. sondern daß sie den nächsten Gott
ein wahres wie von den Göttern herstammendes Wort annahmen.
 mußten auch die Stoiker, so auch die Platoniker. so auch die Skeptiker,
sogenannten Pyrrhoniker , so ferner auch die früheren so genannten
 lernen , nicht ablassen von der Sorge um die Wahrheit 
und nicht alles für wahr halten, was in den Sinn kommt, als ob
Würfel spiele, sondern über alles Unbekannte die Götter
bei ihnen wohnen. Allein auch nicht einer von den Weisen tat dies
noch bedachte er es. Warum waren sie denn gottlos und überdrüssig der
Götter in frevelhaftem Sinn und taten dies? Aber so erscheinen alle Philosophen 
zumal besondersgottlos gottlos und viel schlimmer als die törichten
die nicht überdrüssig werden, die Götter zu befragen beim Nehmen
Weibes, beim Gehen eines Weges, bei Blindheit und bei Leibeskrankheit. Sie
 die Götter aber wurden willig angehört und weissagten
die sie baten. Die Weisen fürwahr hatten nicht nötig, um ihrer Leiber 
willen, wohl aber um der Heilung ihrer Seelen willen die Götter zu
befragen, die bei ihnen wohnten , die sie anbeteten und ehrten. Da
dies aber auch nicht einer von den bewundernswerten Philosophen tat.
bleibt nur übrig , eines von beiden anzuerkennen: entweder, daß
nicht weise sind oder daß jene keine Götter sind. Denn wenn siel jene, 
obwohl sie in Wahrheit Götter waren , verachteten, waren sie
weise, sondern Toren und Idioten. Wenn sie aber in Wahrheit die
Liebe zur Weisheit gepflegt und Überfluß an Wissen mehr als die meisten
gehabt hätten, so wäre dies klar, daß sie mit reinem
Torheit der Menge aller Wahrscheinlichkeit nach gespottet hätten.

Wenn die so genannten Götter aber in Wahrheit existierten,
traf es sie, in dem Verkehr auf Erden wohnen zu müssen? Gewiß
um der Gesamtheit aller Menschen zu helfen? Wenn aber dies der
Fall war, warum unterließen sie dann nicht jene jene
 und verkündeten lieber jedermann, was zum Erwerb der Tugend hilft? 
Warum boten sie sich nicht selber an, den Menschen Gesetze zu geben,
indem sie recht machten die Sitten der Allgemeinheit und für
Werke anordneten zu einem besseren Leben? Warum kümmerten
sie sich nicht vielmehr um die Heilung der seelischen Leidenschaften
statt um die der Leiber und befreiten diejenigen, die zu ihnen ihre Zuflucht 
nahmen, nicht viel mehr von der Torheit und der ἰδιωτεία als
 

 
von dem Mangel an Besitz? Und wenn sie die Menschen sahen, die
 die Weisheit liebten, die bei Tag und bei Nacht elend waren um des
 Suchens und Findens der Wahrheit willen, die unter Qualen und
Martern nach einem Worte forschten über die Furcht eben dieser Götter.
ὁ die dann hineingingen in die Orakelstätten, ihnen opferten gleich
Vorfahren und sie ehrten mit den Ehren, die sie die Götter nach
Gewohnheit inne hatten, warum nahmen sie sie dann nicht auf mit
liebevollen Worten, belobten sie wegen Ihrer Mühe, Múhe, losten
los von ihrem gegenseitigen Kampf, gewährten ihnen infolge
 Unterstützug, wahrhaft weise zu sein in Gott und Philosophen
werden, und lehrten sie die Weisheit der wahren, untrügerischen
Weil sie aber dies nicht wirkten, so taten sie jedermann
kund zu wissen, daß sie keine Götter seien noch daß
rühmten, Philosophen zu sein, dieses Namens wert seien. Denn
 sie in Wahrheit weise gewesen wären, so ätten sie jene
Götter gehalten, da sie etwas Götterwürdiges
noch das Göttliche diejenigen zu lehren vermochten, die sich um
Wissen dieser Dinge kümmerten.

Sie aber, die nicht so
sondern der Menge heuchelten und Götter diejenigen nannten, von
 sie besser als jedermann und genau wußten, daß sie
welches Namens sind sie würdig? Ich brauche nichts weiter zu
als daß sie, die ihre Haarlocken lang herabfallen ließen,
Gastwirten, verworfenen Männern und Huren in die Tempel
Was fragten denn jene Weisen von den Göttern? Das, was den
 nützt? Niemand dürfte das von ihnen behaupten. So also
wurden die Götter ihnen nicht zu hülfreichen Lehrern des Wissens, 
sondern sie waren, wie man sagt, brauchbare und hilfreiche Orakelgeber
im Leben der meisten, um aufzufinden, wenn ein Sklave zufällig
entflieht, oder wenn ein Gefäß verloren geht, oder um ein
 zu kaufen oder um Handel zu treiben oder um ein Weib zu
nehmen oder was dem sonst ähnlich ist, weswegen man die Götter
mit etwas Hahnenblut oder durch die Schlachtung eines Widders oder
Stieres und mit Kuchen und mit λαγάνιον oder mit etwas Mehl oder
mit vergänglichen Kränzen bewundernd und staunend
 kein Gott war ihnen ein wahrhaftiger Lehrer für das, was mit
Tugend stimmt, noch einer für das, was zur Heilung der Seele
Deswegen scheinen mir die Weisen zwar stark am Kriege gegen einander
 
 

 
gearbeitet und ihren Unterschied von einander sehr gefestigt zu haben,
aber hinter dem wahren göttlichen Wissen zurückgeblieben zu sein.
So war es zwar möglich, in ihren Worten von Göttern, Göttersöhnen,
Halbgöttern ἡμίθεοι und guten Dämonen zu hören, in ihren Taten aber
war alles das Gegenteil. Das Entgegengesetzte also war stolz auf das 
Entgegengesetzte wie jemand, der die Sonne und die Lichter am Himmel
jemandem zeigen will, seine Augen nicht nach oben erheben, sondern
seine Hände nach unten auf die Erde fallen lassen, sich auf den Erdboden
niederwerfen und in Schmutz und Kot die himmlischen Mächte
suchen möchte. Demgemäß also war auch das ganze Geschlecht der 
Menschen zumal mit den Philosophen und Königen durch Verstandeswahnsinn
und durch Verführung der bösen Dämonen überzeugt, daß die
geistige und göttliche οὐσία, die jenseits des Himmels und jenseits der
Welt ist , unten irgendwo in der Entstehung der Körper und in den
Leidenschaften und Todesfällen der Sterblichen sei. Da so großer Verstandeswahnsinn 
das ganze Geschlecht der Menschen schädigte, wie haben
wir da nicht mit Recht gesagt, daß Gott als Erlöser und die göttliche
Offenbarung und ein gemeinsamer Helfer aller unserem Leben erforderlich
war?

So weit aber waren ferner viele zum Wahnsinn geführt, daß 
sie auch ihr Liebstes opferten denen, die Götter zu sein schienen und
kein Mitleid hatten mit der Natur, sondern sogar ihre einzigen und
geliebten Kinder im Wahnsinn und in der Raserei des Verstandes töteten.
Denn welcher Wahnsinn könnte größer sein als der, Menschen
 zu opfern und alle ihre Städte und alle ihre Häuser mit dem eigenen 
Blut zu besudeln? Oder bezeugen nicht eben dies die Hellenen, und
ist nicht ihre ganze Geschichte voll von der Erinnerung daran?

Denn dem Kronos opferten die Phöniker jedes Jahr ihre geliebten und
einzigen Kinder. Eben demselben wurde ferner auch auf Rhodos am
sechsten im Monat Kanôn ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte war sehr 
mächtig, wurde dann aber geändert. Denn Einen von denen, die von
Staats wegen zum Tode verurteilt waren, bewahrten sie bis zum Fest 
 
 

 
des Kronos auf. Als aber das Fest begann, führten sie den Mann
den Toren heraus bis gegenüber dem Bilde der
ihn mit Wein und töteten ihn.

In dem jetzt so genannten
dem früheren Koroneia, wurde in dem Monat, der bei den
 Aphrodisios heißt, der Agraulos, der Tochter des Kekrops
der agraulischen Nymphe, ein Mensch geschlachtet. Diese Sitte dauerte
bis auf die Zeit des Diomedes. Dann aber wurde sie abgeändert,
dem Diomedes der Mensch geopfert wurde. Innerhalb Eines Zaunes
aber befand sich der Tempel der Athena, der Agraulos und des Diomdes.
 Der zu Opfernde aber umkreiste, sobald ihn die Ephehen führten,
dreimal den Altar, dann schlug ihn der Priester mit der Lanze auf den
στόμαχος und verbrannte ihn darauf ganz auf dem zusammengebrachten
Scheiterhaufen. Dieses Gesetz aber schaffte Diphilos, der König
Kypern ab, der um die Zeit des Theologen Seleukos lebte, und änderte die
 Sitte in ein Stieropfer um.

Es schaffte aber auch zu Heliopolis
in Agypten Amosis das Gesetz, daß Menschen geopfert wurden, ab, wie
Manethos bezeugt in den Büchern über den Anfang und über die
Gerechtigkeit.

Sie wurden aber auch der Hera geopfert und
ausgewählt, wie reine Kälber geprüft und geschlachtet werden. Es
 wurden aber drei am Tage geopfert. Dafür befahl Amosis, daß gleiche
ihnen an Zahl entsprechende Bilder aus Wachs auferlegt würden.

Man opferte aber auch in Chios dem Omadios Dionysos einen Menschen,
indem man ihn zerriss, und in Tenedos, wie Euelpis, der Karystier, sagt.

Auch die Lakedämonier opferten, wie Apollodoros sagt, dem
 einen Menschen. Die Phöniker aber opferten bei großen
wie Kriegen oder Seuchen oder Hungersnöten einen der
der ausgewählt wurde, dem Kronos. Voll aber ist die Geschichte
Phöniker von denen, die geopfert wurden, welche von 
in phönikischer Sprache geschrieben wurde, die aber Philon Byblios
 

 
die griechische Sprache in acht Büchern übersetzte.

Istros aber 
sagt in der Sammlung der kretisechen Opfer, ß die Kureten früher <dem
Kronos) Kinder opferten. Die Menschenopfer aber, die fast an jedem
Ort waren, wurden abgeschafft, sagt Pallas, der am vorzüglichsten über
die Mysterien des Mithras gesammelt hat, in den Tagen des Königs 
Hadrian.

Geopfert wurde aber zu Laodikea in Syrien der Athena
jedes Jahr eine Jungfrau, heute aber eine Hirschkuh.

Auch die
Karchedonier in Libyen brachten das Opfer dar, das Iphikrates aufhören
ließ. Die Dumatener aber in Arabien opferten jedes Jahr
Kind, das sie unter dem Altar begruben, den sie als Götzenbild beinsgesamt 
nutzten.

Phylarchos aber schreibt, daß früher
insgesamt Menschen opferten, bevor sie in den Krieg hinauszogen.

Und ich übergehe die Thraker und Skythen, und daß auch
Athener die Tochter des Erechtheus und der Praxithea töteten.
wem wäre verborgen, daß bis jetzt in der Hauptstadt am Feste des 
latiarischen Zeus ein Mensch geopfert wird? Bis jetzt aber opfern keines-
wegs nur in Arkadien alle insgesamt Menschen am Feste des Lykäers 
 Zeus , auch nicht nur in Karchedon dem Kronos, sondern sie spritzen
um der gesetzlichen Erinnerung willen in jedem Jahr eigenes Stammes blut
fortwährend an die Altäre“. Daß dies so sei, bezeugen auch die 
erlesensten Philosophen. Diodoros aber, der die Bibliotheken ver-
 kleinerte, sagt, daß die Libyer dem Kronos zweihundert der
Kinder von Staatsivegen opferten, daß sie aber dreihundert andere,
 geringer en Standes als diese, dem Opfer der Vorfahren hinzufügten.
Der Historiker der römischen Geschichte, mit Namen Dionysius, aber 
sagt, daß Zeus und Apollon einmal Menschenopfer forderten in
von den so genannten Aboriginern, daß aber die Gebetenen den
 
 

 
in allerlei Früchten und Vieh den Göttern opferten. Weil
nicht auch Menschen opferten, seien sie in mannigfaches Unglück
und hätten nicht früher Ruhe gehabt vor dem Unheil, als
sich dezimierten. Indem so also der zehnte Teil der Menschen vertilgt
 und dem Zeus und Apollon geopfert wurde, wurden sie selbst die
Ursache der Verwüstung des Landes. So große Verderbnis
vernichtete das Leben der Menschen, daß sie eine andere Hoffnung
Erlösung sich nicht verschreiben konnten als die von Gott,
der allein — und kein anderer — dem sterblichen Geschlecht nötig
 war.

In solchen Zuständen der Seele waren alle Menschen
jedem Ort. 
 Nicht genügte ihnen aber ausser diesen Dingen 
sondern sie wurden auch von außen her an jedem Ort und in
Stadt durch Myriaden andere, unheilbare Unfälle gequält.
 Völker zumal in der ganzen Welt, Barbaren und Griechen wurden
von der Wirksamkeit dämonischer Raserei in Wut versetzt und 
schwere und böse Krankheit beunruhigt, sodaß das
Menschen ohne Verkehr und ohne Versöhnung war mit sich selber,
der große Körper der gemeinsamen Natur hierhin
 gerissen wurde, indem die Menschen in jedem Winkel der Erde abfielen 
und mit Sitten und Gesetzen einander bekämpften, und
nur dies, sondern indem sie auch wild wurden durch häufige
wider einander, sodaß sie immer und wáhrend
Lebens mit Kämpfen und Kriegen wider einander beschäftigt
 sodaß es nicht möglich war, irgendwohin in Geshäften
wenn man nach Art des Kriegers gerüstet war, und sodaß 
Dörfern und auf den Ackern die Feldarbeiter mit Schwertern
waren und mehr Ausrüstung als äte be- 
 
 

 
saßen und die Plünderung und der Menschenraub aus (dem
Nachbarn für etwas Tugendhaftes galt. Dies unser Wort bezeugt
ganze Geschichte der Griechen und Barbaren. Denn (auch) die
Schriften, die es unter den Juden giebt, lehren, daß es vor den
des Augustus und Tiberius, in deren Tagen unser Erlöser in der Welt 
erschien, früher durchaus in jeder Stadt und in jedem
und Fürsten der Länder gab.

Sogleich also, als
nach dem Auszug aus Ägypten durch Mose, in das Land Palästina
kamen, verfolgten sie dreißig Könige an der Zahl
Es blieben aber, ohne ausgerottet zu werden, indem sie ihre Einwohner, 
ihren Wohnort und ihre Könige auch fernerhin in Gebrauch 
diejenigen, die in Gaza und Askalon wohnten. Joppe und Asdod ferner wurden
den besonders für sich beherrscht. Skythopolis und die Städte um es
herum wurden so regiert, daß es sich daher ereignete, daß sie die ganze
Zeit ihres Daseins in Kämpfen und Kriegen mit ihren Nachbarn verbrachten. 
Als aber auch in Jerusalem der wunderbare Tempel gebaut
wurde, den Salomo baute, was habe ich nötig zu sagen, wieviel
hinterher auch vom Volk der Juden aus Rache feführt wurden
Vernachlässignung der Verehrung ihres Gottes, sodaß deswegen
sich von einander trennten und wider einander erhoben, sodaß sie verschiedene 
schiedene und feindliche Könige in Gebrauch hatten, von denen
einen das früher so genannte Samarien, jetzige Sebaste
inne hatten, die anderen aber in Jerusalem wohnten und immerfort mit
ihren Stammesgenossen kämpften und sie mit ihnen.

Ihnen
aber litten auch die, welche im Lande Arabien wohnten. Denn zahlreich 
waren auch bei jenen die Orstfürsten. Ebenso waren auch die
ihren eigenen Königen untertan. Die Phöniker
ihre Ortschaften, damit niemand mit ihnen verkehre oder durch sie hin-
 durchziehe, indem sie fortwährend das Land ihrer
und indem sie fortwährend Städtebelagerung und gegenseitige 
Gefangennahme ausübten. Und nicht nur dies, sondern auch ganz
und Agypten war allen Fürsten und Königen
Götter aber hatten sie Myriaden in den verschiedenen Dörfern
Städten und Könige ebenso, die auch widersprechende
 
 

 
und Erfinder von allerlei Göttern waren, sodaß daher nach ibnen bis
jetzt Ortschaften unter den Ägyptern heißen und ihre Gesetze in den
Ortschaften gelten. Da sie zugleich Götter und auch Gesetze ersannen
denjenigen, die unter ihrer Herrschaft standen , so machten sie ihre
 Nachbarn zu Feinden und Hassern, sodaß daher auch sie die ganze Zeit
ihres Lebens mit Kriegen verbrachten und wider einander in Aufruhr
gerieten, dementsprechend, daß sie viele Fürsten und 
 in Gebrauch hatten. Von dort aber begann auch die Verirrung des
Polytheismus weidete wie eine böse
 die übrigen Orte der Völker. Die Ägypter waren mehr als
Menschen in der Verehrung der Götter bewandert und hätten
ehren können als jedermann. Aber frage nicht, was die Früchte
Wachstums ihrer Verehrung waren! Denn keineswegs gab es früher
die jetzt den Augen sichtbaren Gründe ihres Friedens und
 Eintracht unter einander, sondern alles war gerade entgegengesetzt.
Deswegen wurden sie durch Kriege und Kämpfe wider einander
ganze Zeit ihres Lebens gequält und füllten ihre Länder
 Stammes blut und Mord, indem die Götter als Frucht ihrer
ihnen diese und derartige Werke förderten.

Wenn aber
 Dinge nicht jedermann bekannt sein sollten, wem von meinen Freunden
sollte das verborgen sein, was man von den Griechen liest? Der Krieg
der Peloponnesier und Athener, den Thukydides beschrieb, wo Griechen
mit Griechen kämpften, wie sie die Potidäer einschlossen, wie
Thebaner und ergriffen, Platäer ergriffen, wie die Thraker und
 die Athener unterstützten, bisweilen aber eben diesen
waren, wie die Athener die Korinther einschlossen, wie sie das Land 
der Epidaurier und Trözenier verwüsteten, wie sie das Land 
verwüsteten und selbst wiederum Entsprechendes von
Lakedämoniern erlitten, indem diese nach Attika kamen und das
 der Athener verwüsteten, zu anderer Zeit aber die Olynthier mit
Athenern kämpften, und die einen ferner mit den anderen und
 wieder mit ihren Nachbarn, und wie alle Arten des Krieges bei ihnen
 zugerüstet wurden, der Kampf auf Schiffen und der Kampf auf
Trockenen und der Kampf auf Pferden! Und das alles, obwohl, wie
 

 
man sagen darf, Myriaden Götter in jener Zeit das Land der Griechen
füllten, und nicht nur dies, sondern auch mit den Menschen lebten, von
ihnen geehrt und bedient wurden, nicht wie es jetzt der Fall ist ,
sondern, wie man sagt, wie ihre Vorfahren jene alten Götter 
 und sie ihnen überlieferten, damit sie ihre Freunde seien und mit den 
Göttern redeten, die mit ihnen zusammen waren und lebten auf
und sie äufig durch Orakel und Offenbarungen unterstützten.
die Früchte dieser Götterverehrung waren diese:
und Gefangenschaft.

Wenn du aber das prüfen willst, was älter ist als dies, so 
richte deinen Geist auf den, der in Delphi den Griechen vorsitzt, auf
den Pythier, meine ich, der bei allen Griechen gepriesen wird. Eben
er rief dem Lydier Krösus zu und war war stark, indem er sagte:
kenne die Zahl des Sandes und das Maß des Meeres, die Stummen
stehe ich und die Stammelnden höre ich.“ Der aber sandte ihm als 
Lohn für diesen Hymnus goldene Ziegel im Werte von zwei
und ebenso goldene Phiolen und Schüsseln. Aber dem Krösus
mit seinen Worten so sehr starl: Aber seinen eigenen Hausgenossen
’den Griechen) half der Gott nicht einmal so sehr, daß sie ruhig
besonnen lebten, sondern über die Athener herrschte der Tyrann Pisistratus, 
während der Pythier auf die Griechen sah und die übrigen
über sie mächtig waren. Sie waren sogar Genossen im Kriege, als
Argiver mit den Korinthern kämpften und die Lakedämonier
Trözeniern und die Lokrer wiederum mit anderen Griechen
und die Kerkyreer mit anderen, als Messene viermal von den Lakedämoniern 
 eingenommen wurde, als die Arkadier bedrángt und die
der Orchomenier zerstört wurden, als die Athener die Agineten
und ferner die Megarer die Korinther, die Lakedämonier die
die Athener die Booten, die Lokrer die Phokeer und alle diese Griechen
die Griechen. Die Götter aber, die ihnen zur Seite saßen, wäbrend 
alles dies geschah, Zeus, der Pythier, der Klarier, der Dodonäer,
 
 

 
 Branchide waren voll von den Opfern, die von den Dämonen
den Opfern wilder Stierhekatomben, den Opfern an geliebten
 Kindern der Menschen und, vielleicht weil sie Dämonen waren,
von Fettgeruch, freuten sich sehr daran und nahmen sie gnädig 
 Die die Götter liebenden und für sie sorgenden Griechen
als sie von dem bösen Wahnsinn der Kriegsliebe in Wut
und wider einander rasend wTaren, von den die Griechen liebenden
und schützenden, vielmehr aber, wenn man aufrichtig
soll, von den kriegsliebenden, die Menschen hassenden und mit Gott
 kämpfenden Dämonen nicht gehindert, obwohl diese bei
Denn diese waren die Ursache für alles dies, weil sie
liebten und auf der Stelle, so oft ihnen dies durch Kriege unmöglich
war, sich durch Menschenopfer in jeder Stadt voll füllten
an vergossenem Menschenblute freuten.

Eines also von zweien
 gilt : Entweder waren sie nichts und eine böse Verirrung hatte
die Menschen erfaßt, daß daß sie seelenlose Bilder
eitel und unnütz ihre eigenen geliebten Kinder im Wahnsinn
Oder wenn eine Kraft in ihnen war, so ist es natürlilich, daß
entweder Gutes oder Böses wirkend war. Wenn sie also
 wären ihrer Natur nach, auf Erden wären und mitten
herrschten, so würden sie dies e ihre gute Natur nicht genügend
außer wenn sie zur Hilfe und Erlösung
denen sie wTohnten. Wenn sie aber böse Dämonen
sie in allem das Gegenteil des Guten tun. Welcher Beweis ist zwingender
 hierfür als die Früchte ihrer eigenen Verwaltung? Denn an
seinen Früchten wird der Baum erkannt.“

Es ist also Zeit zu prüfen, welches die Früchte
und Kämpfe sind — nicht der Feinde und nicht der Barbaren, die
wider die Griechen erhoben — sondern der Griechen selst, welche
 die Götter ihrer Vorfahren bekannten und wider einander rasend
und was das für Götter sind , die innerhalb der Tore
waren und jeden Tag von den Städtern geehrt wurden? Welche
Verehrung entsprechenden Dinge gaben sie denen, die sie verehrten?
Etwa vor allem Frieden, in ruhigem Leben und Genuß zu leben,
 
 

 
dann feste Gesetze, die ein Schutz für das Gute sind ? Wenn nun
das wäre, was vorher gesagt worden ist, so wäre es
zu zweifeln, daß die οὐσία der Verwalter gut ist. Wenn aber
Gipfel des Bösen das ganze Land der Griechen beherrschte und
die Götter, die zahlreichere Bewohner waren als die Menschen und nicht 
nur in jeder Stadt, sondern auch in den Häusern geehrt wurden,
sie geehrt wurden, denen, die sie ehrten, nichts weiter gaben als
Mord, Krieg, Verwüstung der Dörfer, Vernichtung
und Exil, indem Griechen wider Griechen durch sie entflammt 
waren, was ermangelt es noch weiteres zu wissen und zu sagen? Vielmehr 
das eine von beidem, was vermutet wurde, gilt . Denn entweder
konnten die Götter nichts, weil sie nichts waren — so waren sie
fern und unschuldig an der Ursache des Bösen — oder
etwas Macht und waren selbst die Ursache des Bösen, indem sie
zuließen, daß es so geschehe, oder indem sie selbst es bewirkten. 
Wenn sie also derart Täter des Bösen waren, ist es
die Fürsten des Bösen genannt werden. Wenn sie aber
es von andern getan wurde, übersahen, so waren sie wiederum Verräter 
ihrer Freunde und keineswegs hilfreich, sondern hinterlistig und deshalb
böse.

Denn wenn sie keine Götter, auch ihrer Natur nach nichts 
Besseres als wir selbst, sondern Menschen waren, nur daß sie mit
versehen waren wegen ihrer Tugend und Weisheit, warum traten sie
 dann nicht ins Mittel und befreiten ihre Freunde vom Kampf, indem 
sie sie entweder durchs Wort überzeugten oder mit Gewalt trennten und
weit von einander entfernten und ihnen das rieten, was recht ist, indem 
 sie die Taten guter Menschen wirkten und sie von der Feindschaft
befreiten und sie zum Friedenzusamenführten, da sie ja ihre Freunde
sind?

Was also? Auch gute Menschen würden dies tun,
es ihnen begegnete. Die Götter aber vernachlässigten ihre
sie ihnen nahe und bei ihnen waren, inmitten der Griechen wandelten 
und von allen geehrt wurden, indem sie sie dem Blut vergießen ,
Schwert und dem Mord der eigenen Brüder übergaben. WTie
Weil sie nicht helfen konnten oder nicht wollten, obwohl sie konnten?
Denn wenn sie nicht wollten, obwohl sie konnten, hatten sie keineswegs
hilfreiche Eigenschaften für die, die sie ehrten, sondern feindliche und 
 
 

 
hinterlistige. Denn diejenigen, die das Böse entfernen konnten, es
nicht taten, waren nichts Besseres als Feinde. Wenn sie aber nicht
konnten, obwohl sie wollten, verdienen sie Verzeihung wegen ihrer
Schwäche. Wenn sie aber demnach so waren, ist die Aussage, daß
 Götter seien, überflüssig und wurde der Name „hilfreich“ ihnen
mit Recht zugeschrieben, weil sie nicht einmal den Menschen zur Erlösung
halfen wegen der Schwäche der Natur.

Wenn
aber das Fatum über uns setzt der Art , daß es alles und selbst
Götter beherrscht, und anführt , daß eben dies die Ursache des
 und alles dessen sei, was unter den Menschen geschieht, so wird eben
unser Leben ganz und gar zerstört, sobald das vernichtet ist, was
uns ist, und ist folglich eine falsche und trügerische Lehre statt
über uns gekommen. So wird auch ihre Meinung von den Göttern
vernichtet, die nichts können außer dem, was durchs Schicksal bestimmt
 ist, was, wie auch immer, notwendig eintreten muß, selbst wenn
nicht wollen. So wird ferner auch die Fürsorge
eitel und unnütz, da sie solche ehren, die nichts tun können.
Aber hierdurch sind begriffen worden jene wunderbaren Wesen , in
denen keine Kraft war, dem Bösen der Menschen zu helfen, und
 offenbar als solche erschienen, welche sich freuen an schändlichen
verwerflichen Göttergeschichten und an den bösen
Opfern der Menschen. Daher also müssen wir glauben, daß
die solches mit den damaligen Menschen taten wegen ihrer das Böse 
und den Krieg liebenden Natur, aus ihren eigenen Werken widerlegt
 seien.

Aber auf der Stelle jetzt zu unserer Zeit, wo alle Fürsorge
für jene genannten ötter) vergessen ist und jene Äußerungen)
alten Krankheit verringert sind, leben alle Städte und Ortschaften
den Provinzen und in den Ländern in tiefem Frieden. Ganz
 Europa, Libyen und Ägypten, die früher nichts anderes waren als
im Wetter befindliches Schiff, das heftige Winde und Stürme
allen Seiten zugleich ergriffen haben und hierhin und dorthin im Orkan
eintauchen, werden jetzt in lustvoller Heiterkeit, glänzender Ruhe
friedlicher Freude vom Steuer gelenkt und bekennen den Einen Steuermann
 des Alls. Und alles dies jetzt, obwohl der Delphier verwüstet,
obwohl der Pythier ausgelöscht und obwohl die Erinnerung an alle 
übrigen ötter aus dem Gehör der Menschen verwischt ist und
kein Zwang des Schicksals, welcher auch immer es sei, und keine kriegs-
 

 
liebenden Dämonen die Städte verwirren! Denn seit in der ganzen
Menschenwelt, in allen Städten, in allen Dörfern und in allen Ortschaften
die Lehre unseres Erlösers stark geworden ist und seit nicht mehr das
Geschlecht der Dámonen, sondern nur Gott, der König des Alls und der
Schöpfer der ganzen Welt, der Logos Gottes, bei allen Menschen, Barbaren 
und Griechen, anerkannt und gepriesen wird, ist jedes Wort vom
Schicksal aufgelöst, und jeder Krieg bewirkende Zwang ist 
Ferne. Vielmehr wird der göttliche, Frieden bewirkende Logos
ganzen Erde besungen, und das Menschengeschlecht hängt Gott, dem
Vater, an, der Frieden und Liebe allen Menschen fördert, Jetzt, wo 
die Kulte der Götter nicht mehr geübt werden noch die Folgen des
gegenseitigen Krieges bestehen, wo auf der ganzen Erde die Tempel,
die einst in die Höhe errichtet wurden, in den äußersten
geraten sind und wo alle jene Götter, die einst an jedem
Orte riefen, aus Scham oder aus Furcht schweigen, sind alle Städte, 
Provinzen und Länder zugleich durch die rechte Hand) der Liebe zum
Frieden gebracht worden und genießen unter Einer Herrschaft von
 aus Ordnung zumal und Eintracht. Früher aber, als sie die Götter viel
mehr sogar als ihre geliebten Kinder ehrten, in welcher Lebensverfassung
sich da die Völker Griechenlands und der Barbaren befanden. 
brauchen wir nicht weiter in längerer Rede darzutun, da diese Dinge
in kurzem klargelegt sind. Aber derart sind die alten Überlieferungen 
der Geschichte.

Die neueren aber — wie sollte jemand sagen, wieviele
Herrschaften seit dem Makedonier Alexandros, kurz vor dem Erscheinen 
unseres Erlösers, bestanden? Denn Aridaios , der Bruder
empfing das Königtum von
in Europa beherrschte, Ptolemaios aber Agypten und Alexandria
erhielt. Phönikien aber und Kölesyrien regierte
Antigonos Asien, Kassandros Karien, Leonnatos den Hellespont, 
Eumenes Paphlagonien und Lysimachos die Gegenden von Thrakien.
Daher zogen wie aus einer Schranke zum gegenseitigen Kriege aus
eben dieselben, die die Herrschaft empfangen hatten. Denn Ptolemaios,
der Sohn des Lagos, brach fünfzehn Mal aus Ägypten
aber trat dem Ptolemaios, dem König der Makedonier, entgegen und 
wurde getötet. Perdikas drang in Ägypten ein mit
 

 
Ptolemaios eroberte Kypern, Demetrios plünderte Syrien, ein
wiederum ging nach einem anderen Orte und besiegte mit seiner Räuberbande
seine Grenznachbarn.

So also wurde eins nach dem
andern in derselben Zeit vollendet in allen Teilen der Welt, und friedlos
 und unversöhnlich wurde ihre Feindschaft
wáhren die Verehrung vieler Götter in jener Zeit
Kapellen und Heiligtümer in allen Städten
die Tempel mit vielen Weih gescheuten geschmückt
war das Götterwort bei den
 und Massen ehrten in den Dörfern und an jedem Ort, so
den Häusern, selbst in den Schatzkammern und
Altären und Bildern die Götter 
sie so waren, unterschieden sie sich in nichts von dämonischen Menschen, 
deren Seelen in Wahnsinn verkehrt, die die ganze Zeit ihres Lebens mit
 dem Blute ihrer Ortsgenossen befleckt und in Wahrheit dämonisch waren,
indem bei den gegenseitigen Kriegen und häufigen Städtebelagerungen
die die Welt verderbenden Dämonen ihnen dabei behilflich waren.

Diejenigen aber, die für Götter gehalten wurden, gaben ihren
Verehrern Orakel und Vorauswissen, verstanden aber nicht ihr eigenes
 Verderben vorauszuwissen und vorauszusagen, das sich ihnen allen bei
dem Erscheinen unseres Erlösers unter den Menschen
ist der größte Beweis ihrer Minderwertigkeit und eine zwingende
jener Orakel, die einst unter allen Griechen verkündet wurden.
Keiner der Orakelnden also sagte das Erscheinen unseres Erlösers unter
 den Menschen voraus noch die neue Lehre, die von ihm allen Völkern
gegeben würde, sondern keiner , nicht einmal der Pythier
anderer der großen Dämonen wußte das eigene Verderben voraus noch
sagte vorher den, der kommen werde als Vernichter und Zerstörer aller,
noch sah alle diejenigen voraus, die aus den Griechen- und Barbarenvölkern
 dem Irrtum des Polytheismus sich abwenden und den
Einen über alles herrschenden Gott erkennen würden.

Welcher
Orakelgeber aber oder Seher oder welcher ἡμίθεος oder Dämon oder
Gott weissagte voraus, daß ihre eignen Herrlichkeiten verlöschen
wenn ein Neuer, wer auch immer es sei, im Leben der Menschen erscheinen
 scheinen würde, daß das Wissen des allerhöchsten
 
 

 
herrscht), und seine Verehrung allen Völkern
prophezeite die Vernichtung der eigenen Tempel und den äußersten
Grad ihrer Verwüstung? verkündigte
Gold und Silber bestehenden Götzenbildern die Einschmelzung
Feuer und die Veränderung von unbrauchbarem Anblick zur vorzüglichen 
Brauchbarkeit der Menschen? Denn an die Götzenbilder . die von ihnen
eingeschmolzen und verächtlich und erbärmlich in ganz kleine Stücke
gehauen wurden. — wer von den Göttern dachte jemals daran? Wo
aber waren die Fürsorger dieser Bilder , die ihren
nicht halfen, als sie von den Menschen zerstört wurden? Wo waren 
diejenigen, die früher Kriege bewirkten, bei ihrem Unheil aber
selbst Zerstörenden susahen, während diese im tiefsten Frieden waren?
 Wunderbar zu sagen aber ist es, daß, als ihre Tempel vernichtet
ein das Schöne und Gute fördernder Friede
beherrschte, daß das gerade Gegenteil aber eintrat, als die Götter im 
Frieden waren. Kriege also und Kämpfe und Aufruhre
die wir früher geschichtlich besprochen haben,
unter den Menschen bei der Macht der Götter, bei
aber eben derselben war ganz und gar Friede und reichliches Glück.
Daher ist es für jeden, der überlegt, klar, daß deine götter noch 
gute Dämonen waren, sondern im Gegenteil böse
deren Macht Ursache war für das Böse
aber das Kommen des Guten für jedermann förderte .
das Volk der Griechen in Verwirrung war und wie die Völker
ganzen Erde verwirrt waren, haben wir nunmehr wie in Kürze erkannt.

Wie aber die Sitten, deren Arten wechseln, das ganze
Leben verkehrten, kann man daraus erkennen: Denn die Ägypter haben
ein Gesetz, ihre Schwestern zu heiraten, die Perser, mit ihren Müttern
verbrecherischen und frevelhaften Umgang zu halten, andere aber, ihre
Tochter mit ungesetzlicher Schändung zu beflecken. Der Frevel
Leute) beschränkte sich auf das Weibliche. Der
 
 

 
kehr der Weisesten aber unter allen Griechen raste sogar in windernatürlicher
Weise gegen das Männliche. Aber auch inbezug
Bestatten schien es den einen richtiger, mit Erde zu bedecken, den
andern jedoch, dem Feuer zu übergeben. Andere aber unterließen
 als etwas Frevelhaftes und warfen ihre Toten den Hunden und Vögeln
vor. Die einen schlachteten die Fremdlinge, die zu ihnen kamen, die
andern aber verzehrten sogar Menschenfleisch. Ferner aßen
Geliebten, die alt geworden waren, bevor sie der Tod erreichte, vorher,
nachdem sie sie zuvor geopfert hatten. Die einen stürzten diejenigen,
 die sich dem Greisenalter näherten, vom Felsen, die
sie der Schlinge. Die einen warfen sie den Hunden vor, während sie 
 noch lebendig waren, die andern aber als Tote. Die einen begruben,
die anderen töteten zu gleicher Zeit mit ihnen auf
die Lebenden, die von den Toten geliebt wurden.

So also war
 fortan das ganze Menschengeschlecht zum äußersten Grad der
geführt, und er, der vernünftig ist,
Kein anderes Wesen von denen, die auf Erden sind, war
böser als der Mensch, der ein Leben führte
und seinen Geist mit jeder Art der Bosheit verderbte, sodaß
 er sich bald auch abwandte von der in seiner Natur liegenden Erwägung
und nicht mit Recht die Dinge seiner Seele, noch die seines
Leibes, noch die außerhalb von ihnen tat,
allerorten litt. Denn das Leben der Menschen wird eingeteilt in die
 Dinge der Seele, in die des Leibes und in die außerhalb
 und auf allerlei Art herrschte die Verirrung der Dämonen und
verderbte das Leben der Menschen, sodaß die Dinge der Seele
verflochten wurden in die Raserei der Dämonenverehrung, die
hatte, in die von der Wahrheit entfernte Torheit und Blindheit,
inbezug auf die auch das Geschlecht der Philosophen getrübt
 war, die Dinge des Leibes aber in Menschenopfer auf der ganzen
Erde und ferner in schändliche, ungesetzliche Taten
Schändung, und endlich die Dinge außerhalb
daß alle Städte, Orter und Völker
waren, bald aber, indem sie sich vereinigten, wider einander kämpften
 und durch gegenseitige Verwüstung
wurden. Zu kurz würde mir sein die Länge des
 
 

 
 Dinge der alten Krankheit erzählen wollte, die das
ergriffen hatte. Deswegen besonders war Gott der Erlöser
 uns als solchen, die in den äußersten Grad des Bösen
und keine andere bessere Heilung und Hilfe als die durch die Theophanie
unserem Leben erforderlich.

Was also war nach diesen Dingen dem Logos, dem
Vater der Vernünftigen, recht zu tun, dem Erlöser
der Vorsehung, dem Hirten der vernünftigen
Erden, damit er zu großer Ehre das geistige und vernünftige
 den Menschen hinaufführe, das in große Tiefe gefallen war, und damit 
er den als seinen vertrauten Freund sehe, der durch sich selbst die
Ursache des Untergangs sich zugezogen hatte? Ist es recht, daß jemand
über die Erlösung seiner Geliebten hinweggeht und
daß diejenigen, die der höchsten
sind, in dieser Weise zu Grunde gehen? Würde doch nicht einmal 
der κυβερνήτης jemals weise genannt, wenn er das Schiff mitsamt seiner
Mannschaft untertauchen ließe, ohne von sich aus irgend
zu ersinnen für diegenigen, diejenigen, die mit ihm fahren,
jemals so mitleidlos sein, seine Heerscharen un ungerächt
auszuliefern. Noch würde ein guter Hirt das aus seiner Feinden 
verirrte Schaf gefühllos vernachlässigen, sondern er
da ist und sich an sicherem Orte befindet, zurücklassen und
der Rettung des verirrten willen leiden, selbst wenn er mit wilden
Tieren kämpfen müßte. Aber keineswegs
des erlösenden Logos auf ein unvernünftiges Schaf, da alles um des 
vernünftigen Lebewesens willen bereitet war. Denn der
ihm von den Lebewesen auf Erden das gottgeliebteste, der Mensch,
dem er auch übergeben hatte, wie ein Vater das Geschlecht der unvernünftigen
Lebewesen zu knechten, der Mensch, dem er auch den
 
 

 
 schiffbaren Lauf des Meeres gab und für den er die Erde mit
Pflanzen schmückte, er, dem er auch die schwimmenden Arten der 
Fische in der verborgenen Tiefe und die Vögel in
machte, der Mensch, dem er die Kraft des Wissens zur Aufnahme
 mannigfacher Lehre gewährte, dem er auch die Schauspiele am Himmel
enthüllte und die Läufe der Sonne, die
die Gleise der Planeten und Fixsterne offenbarte.

Wie sollte
also nach diesen Dingen die Fúrsorge des Vaters gelähmt
alles waltende Vorsehung zu schwach sein zur Heilung der vernünftigen
 οὐσία in den Menschen? Er , der sich richtig kümmerte um
 Dinge des Leibes und der wahrnehmbaren Welt, der den Menschen
alle Arten der Nahrung und alle Arten der Heilung und Gesundheit
des Leibes, und der Größe,
und Überfluß an Besitz zum Gebrauch gab, sollte 
 für das, was besser ist im Menschen, für die Seele
verständige οὐσία, die töricht geworden sind? Aber so würde jemand 
mit Recht die Schwäche tadeln, nicht das von der Herde
sondern besonders die Nachlässigkeit des Hirten, ferner
deren Seele krank ist und denen es übel ergeht, sondern besonders die
 Nichtbeachtung und Schwäche des Arztes, wenn er
Arten der heilenden und helfenden Arzneien denen nicht giebt, die ihrer 
bedürfen. Daber rief jeder Zwang den Fürsorger
zur Heilung seiner Schafe.

Mit Recht also hielt es der barmherzige
Logos Gottes als ein guter Hirte, Erlöser
 seine Theophanie zu veranstalten, als es offenbar seiner vernünftigen
Herde auf Erden am schlimmsten erging, da er keine Zeit jemals verstreichen
ließ, in der er nicht die Bedürftigen mit
Vorsehung durch Versorgung mit allem Guten versah. Allezeit also
von jemals aller Ewigkeit an blickte er auf die irdischen Dinge ,
 beaufsichtigte sie, gab zu den erforderlichen Zeiten von sich aus reichliche
Versorgung und zeigte sich jedermann als einen tadellosen Fürsorger
der Vorsehung über die Menschen, sodab er auch durch Offenbarung
der Engel und durch die den Menschen vorstehenden heiligen
 

 
Diener Gottes um diejenigen sich bekümmerte, die würdig waren unter
den Menschen, durch Prophetie und unterredenden Verkehr die Gottheit
seines Vaters und das Leben in der Tugend denen verkündete,
die im Geheimnis der Gottesverehrung wandeln konnten, in jener Zeit,
wo er unseren Vätern als solchen, die noch kindlich und im Bösen 
nicht erfahren waren, das Wissen von seiner eigenen Person gab.

Weil sie aber in unschöner Verkehrtheit von der Freiheit und
dem Denken ihres Willens Abstand nahmen und aus dem Leben der
Tugend ins Böse gerieten, bemühte sich wiederum mit Recht der Logos
Gottes als Arzt der Seelen um diejenigen, die an dieser Krankheit litten 
mit passenden Hilfsmitteln und brachte durch bittere Arzneien diejenigen
zur Umkehr, die bei seiner freundlichen Gabe nicht besser geworden
waren. Sie also strafte er durch die schweren Schmerzen des Unheils bei
 Seuchen, Hungersnöten, Kriegen, Bränden und Überschwemmungen und
wendete zu sich zurück diejenigen, die dessen bedürftig waren. Bald reinigte 
er das ganze Leben besserte er die Welt durch Verlust des Wassers,
bald aber strafte er die Gottlosen strichweise durch zu reichliche Regenfälle,
durch Blitzschläge, Brände und Mangel an Regen. Ferner aber
bekräftigte er in der Vorzüglichkeit seiner Liebe durch Werke die
Widerlegung der Lehre über die Dämonenverirrung. Selbst die Tempel 
derer, die für Götter gehalten wurden, und die Kapellen mitsamt den
Bildern und Dämonen vernichtete er, indem sie durch Blitzschläge untergingen,
und brachte so die Toren zur Besonnenheit. Und nicht nur
dies, sondern er lehrte sie auch durch Erwägung erkennen, daß das
niemals Götter seien, die nicht einmal sich selbst helfen konnten, noch 
daß Hausgenossen des Allkönigs Gott noch Freunde die seien, mit
denen er kämpfe. Denn wie sollte Gott die Ursache alles Guten dem
Untergang durch sein eigenes Feuer die Tempel überliefern, die man
zu seiner Ehre baute, wenn er es nicht zur Widerlegung ihres Irrtums
tat? Denn wenn er wollte, daß die Dämonen, die unter ihnen wohnten, 
geehrt wurden, warum verderbte er dann die Tempel dieser Wesen 
mitsamt den Götzenbildern? Durch die vou oben aus der Höhe von
Gott gesandten Pfeile trieb er diejenigen, die bei ihnen wohnten, in die
Ferne und verkündete hierdurch völlig eben durch Taten in die Ohren
jedermanns, indem er rief: Schweigt still von dem Irrtum der Dämonen 
und des Polytheismus und bekennt vielmehr den Herrn Himmels
und der Erden, der der Gott der ganzen Welt ist, und den Erlöser,
 20 „und“ Σ l ABBREV 27 beachte ABBREV vor ABBREV

 
den Ernährer, den Beschützer, den sie mit ihren eigenen Augen sahen.
wie er bald durch Versorgung mit Regen zu rechter Zeit und durch Reichtum und
alles tragende, aus der Erde sprossende Früchte, durch
reichliche Annehmlichkeit seine Fürsorge für ür sie zeigte, wie 
 er bald aber durch gottgesandte Schläge und von
Züchtigungen wie durch Stricke diejenigen zur Umkehr
auf das von ihm besorgte Gute nicht achteten; und nicht nur dies, sondern
 wie er auch durch häufige Blitze und Brände,
 verhängt wurden , welche sie für Götter ihren Irrtum heilte,
 sodaß auch durch die Hinterlist der Menschen die Tempel
brannten mitsamt denen, welche sie zu Göttern machten, und so offenkunding 
eine Widerlegung dieses Irrtums den Zuschauern zeigten. Aber
obwohl eben jene Götterverehrer die früheren
für sie nichts anderes als die Aufrechterhaltung ihres Frevels.

Da sie aber auch ferner an die Götter glaubten, die
bekannten, nichts tun zu können außer dem, was
das Schicksal ist nach ihrer Meinung die Ursache des Alls — verstanden
und erwogen sie nicht, daß, weil das Schicksal sie
die Götter beherrschte, die Meinung über diejenigen eitel ist,
 Menschen weder unterstützen
das Schicksal zu ehren, da es die Ursache des Alls ist, nur wenn man
muß? Indessen aber auch dieser unwandelbare Zwang hatte
Macht über sich selbst, sondern diese Macht besaß nur der, den
als Herrn dieses Schicksals und auch des Alls anerkennt, indem er
 bald durch die Versorgung mit allerlei guten Dingen Kenntnis seiner
selbst gewährt, bald aber den Irrtum der
durch Donner und Blitz widerlegte. Sogleich aber lehrt die Geschichte,
daß der üher ühmte Tempel des Pythiers
einen Brand erlitt. Die aber richteten, da sie bei ihrem Irrtum verharrten,
 harrten, ihn auch zum zweiten Male auf. Als Gott ihn zum zweiten
Male vernichtete, erneuerten sie ihn sogar zum dritten Male. Der aber
 zerstörte nicht mehr den Tempel, sondern trieb
der in seinem Innern wohnte, völlig auf der Stelle durch
aus, sodaß dort hinfort keine Orakelstätte mehr ist noch
 
 

 
früher die Griechen verführte.

Der Tempel der Artemis
in Ephesos ging dreimal zu Grunde, einmal als ihn die Amazonen in
Brand steckten, das andere Mal durch Herostratos , einen Einwohner
zu Ephesos, zuletzt durch den allmächtigen Gott, sodaß
nach der Erscheinung unseres Erlösers auch dort nichts weiter existiert 
noch gesehen wird als das große Siegeszeichen der Zersörung.

Es wird aber auch berichtet, daß der Tempel der Hera in
durch Feuer vernichtet wurde, ebenso auch der in A.bai, als die Thebaner
kamen und ihn in Brand steckten. Sie verbrannten mit ihm fünfhundert
Mann.

Man sagt aber auch, daß das Zeusbild in Olympia 
einmal der Blitz getroffen habe.

Die Geschichte der Römer
lehrt, daß auch der Tempel der Hestia in Rom und 
Pantheon, wo natürlich die Götter
waren, wiederum durch den Blitz vernichtet wurde.

Ferner
aber fiel einmal in das bei ihnen so genannte Kapitol ein Donner von 
oben vom Himmel und zerstörte das Allerheiligste.

diese Züchtigungen also machte die allmächtige
Gottes, die dämonenverehrenden Menschen von aller Ewigkeit
Und nicht nur dies, sondern er unterwies sie auch früher durch
gottgeziemende Lehren, seinen Vater zu loben, und warf lebenspendende 
Belehrung, göttliche Gesetze Gesetze und gerechte Worte nach Art guter Kräuter
und Heilmittel zur Erlösung der vernünftigen
Geschlecht. So also rief er früher durch gewisse Propheten
Hebräern, die am göttlichen Geiste teil hatten,
früher durch andere gottliebende Männer und ferner nach diesen durch 
die späteren Gottbekleideten Gottbekleideten die dem Tode Preisgegebenen zu ihrer
eigenen Heilung auf und säte durch göttliche
 
 

 
Ermahnung und durch allerlei Lehren und voraussagende und propheeiende
Worte der Zukunft den Anfang und die Grund linien zu einem
gottesfürchtigen Leben in die Seele der Menschen. Von
fortan wie aus einer Quelle auch durch alle Teile der Welt die vernünftigen
 Samen und Sitten. Fortan sah man bei allen Völkern
kannte man bei allen Menschen den Namen und die Vorzüglichkeit
der Philosophie, und die Liebe zum Guten und die Bemühung um
das Finden der Wahrheit war bei vielen erregt, sodab auch die Verirrung 
irrung der Väter in geringster Nichtachtung war, vielmehr die Verehrung
 der Gottesliebe von den Jüngern verkündet und die Wahrheit
gesucht wurde. Groß aber war die Spaltung hierüber
die Kämpfe und die Differenzen derer, die über Lehren
zeigten die Dinge der Vorsehung, die über die Menschen in Menge
von aller Ewigkeit her ergingen , einen jedermann geziemenden und
 entsprechenden Fürsorger.

Weil also fortan der Wechsel zur Tugend in jedermann
groß war, sodaß das Leben der Menschen zur Ruhe
Lebensart beinahe in Annehmlichkeit von der früheren Wildheit
her umgewandelt war, so veranstaltete der gemeinsame Erlöser aller,
 der freundliche Logos Gottes, natürlich besonders
passender Zeit seine Theophanie. Er kam fortan in der Botschaft seiner
selbst und zeigte in Wahrheit Gott durch ein menschliches Gefäß den
Menschen, die sonst die Wahrheit nicht erkennen können.
aber den Gott der Wahrheit durch göttliche Taten,
 und Lehren himmlischer Belehrung, die das Königreich
Gottes enthüllen, durch die er fortan das ganze Geschlecht
wie es vorher gefördert ward durch das, wovon
haben, in der himmlischen Lehre unterwies. Früher aber war
möglich, durch Worte, die das vollkommene Wissen Gottes
 vorzügliche Leben der Keuschheit und Gerechtigkeit nahe bringen, diejenigen
besonnen zu machen, die auf den Gipfel des Bösen getrieben waren.
Daher wie Arzte denjenigen, die krank und durch schwere, schmerzliche
Leiden geschwächt sind, keineswegs die gesunde, den
Nahrung verordnen, sondern durch Kummer und Schmerz verursachende
 Dinge Heilung bringen und , wenn es nötig
verzichten, Brenneisen und bittere Tránke zur Hemmung
anzuwenden, aber keineswegs die Speisen, die für die
 

 
sondern solche, die den Kranken zuträglich sind, und erst
gesund geworden sind, ihnen gesundende und kräftigende Speisen
zuführen,

so also auch unterwies der
 aller wie ein guter Hirt und Arzt seine vernünftigen
Erden, die durch Wahnsinn Wahnsinn zu Myriaden vieler Götter gekommen 
waren und in unseliger Geistesverblendung und Wildheit rasten,
vor seiner letzten Theophanie durch bittere Strafen, durch Seuchen,
Hungersnöte und häufige Kriege wider einander, ferner
vielen Regen und Vorenthaltung des Regens, und beseitigte durch unheilvolle
Blitzschläge jene schweren Anstöße d. h. die Tempel und 
gab auch den Dämonenverehrern Gelegenheit ,
der polytheistischen Verirrung und durch die Strafe der Blitzschläge
ihre eigenen Götzenbilder zu sehen und in ihrem wahren
zu lernen .

Er aber unterwies ferner so wie ein guter Vater
die Toren und gab ihnen eben durch reiche Versorgung mit reichlichen 
Gütern Geschenke von sich aus: Regen zu rechter Zeit,
Früchte, Wechsel der Jahres zeiten, Fortpflanzung der Tiere
Mittel jeder Art der Künste, deren Samen und
in die Seelen der Menschen warf. Er säte ferner auch den
göttlichen Worte und der gottesfürchtigen Lehre, die Einführung. die 
 Grund linien und Anfänge der göttlichen Gesetze,
Menschen frommte, durch Propheten, die bei den Hebräern berühmt
waren. Er gab ferner auch durch viele andere eine für
Menschen passende Hilfe infolge seiner eigenen Vorsehung.

Weil also infolge dieser Dinge fortan das Leben der Menschen zur 
Friedlichkeit und Ruhe sich änderte und bereit war, die vollkommene
Lehre über Gott aufzunehmen, zeigte wiederum der gemeinsame Erlöser
aller, das eingeborene Wort Gottes, der König des Alls,
Zeit seine göttliche Offenbarung durch Taten. Aber nachdem
vorgelegt ist, ist es Zeit, daß wir zum Folgenden weitergehen.

Weil also infolge des Gesagten das Leben der Menschen sich 
fortan in Friedlichkeit und Ruhe änderte und bereit war, die vollkommene
Lehre über Gott zu empfangen, so tat mit Recht wiederum
 der gemeinsame Erlöser aller, der eingeborne Logos Gottes,
zu passender Zeit seine göttliche Offenbarung in Werken
auf der Stelle und auf eiumal, als er in der Welt erschien, nahmen 
die alten Greuel ämonischer Wirksamkeit wie durch mechanische Zerstörung
ein Ende, die Gutes offenbarenden Frohbotschaften wurden allen
 Völkern gepredigt und der über alles waltende Gott ward
den Menschen verkündigt. Der ganze Irrtum
wurde vernichtet, und aufgelöst wurden auf der Stelle alle
Dämonen. Fernerhin gab es nicht mehr Menschenopfer
die Welt verderbenden Menschenmorde, fernerhin gab es nicht mehr
 Stadt äter, Vielherrscher, Tyrannen und Volksregierungen. Fernerhin
gab es nicht mehr die deswegen in jeder Stadt und an jedem Orte bestehenden
Verwüstungen
ward allen gepredigt und Ein Königreich
und zerstört wurde völlig die von Ewigkeit her friedlose und unversöhnliche
 Feindschaft der Völker. Als aber die Kenntnis Eines
allen Menschen überliefert war und Eine Sitte der Gerechtigkeit und
Frömmigkeit der Gotteskenntnis durch die Belehrung
existierte demgemäß auch Ein König zu Einer und
das ganze Königreich der Römer und tiefer
 und zu Einer Zeit sproßten wie auf den Wink Eines
 
 

 
Blüten des Guten unter den Menschen auf: die fromme Lehre und
Reich der Römer. Denn vor diesem knechtete
die Völker schwer, und da alles in Myriaden
 war, so herrschten die einen gesondert über Syrien, während andere
üher Asien regierten, andere aber über Makedonien. Ägypten teilten 
andere und hatten es inne, andere wiederum ebenso das Land Arabien.
Ferner beherrschte das Geschlecht der Juden Palästina und
Dörfern, allen Städten und an jedem Ort kümmerten sie sich um Kriege
und Kämpfe, als ob sie infolge eines Wahnsinns gegen
 Mord gierige und in Wahrheit Dámonische wären . Über das Frühere 
ist genügend geredet.

Aber freilich völlig wie aus Einer Schranke brachen
Mächte hervor, machten alles friedlich und führten
indem das monarchische Reich der Römer seitdem
die ihm helfende Kraft des Erlösers aller, indem sie zumal und auf eins 
mit einander sproßten und bestanden. Denn
unsers Erlösers zerstörte die Macht
und verkündete Ein Reich Gottes allen Menschen, Griechen
und denen an den Enden der Erde. Das Römerreich
weil vorher diejenigen vernichtet waren, die die Ursache der vielen 
Herrscher waren, alles, was da war, und bemühte sich eifrigst, das
Geschlecht zu Einer Übereinstimmung und Einheit zusammenzufügen,
und verband fortan die Vielheit der Völker. Es sollte aber
an die Enden der Erde reichen, indem die Lehre unseres Erlösers mit
göttlicher Kraft Kraft ihm alles vorher bereitete und in Einheit hinstellte . 
Dies ist also ein großes Wunder für diejenigen, die ihren
einrichten und die das Schöne nicht
Denn es wurde zugleich die Verirrung der bösen Dämonen widerlegt
und zugleich auch die seit Ewigkeit bestehende Feindschaft und Krieg slust 
der Völker aufgehoben. Ferner wurde zugleich Ein Gott und Ein 
Wissen desselben durch die Belehrung unsers Erlösers allen
zugleich auch Ein Königreich der Römer
 

 
und zumal das ganze Geschlecht der Menschen zum Frieden verändert,
und alle bekannten einander als Brüder und lernten die
 keimen . Auf der Stelle aber, als ob sie von Einem Vater abstammten
und Söhne Eines Gottes und Einer Mutter,
 seien , empfingen sie einander friedlich mit dem Gruße, sodaß die ganze
Schöpfung seitdem nichts Geringeres war als Ein Haus gesinde und ein 
wohlgeordnetes Geschlecht und dem, der Lust hatte, μὁγλιψη
reisen und zu gehen, wohin nur immer jemand wollte, mit vieler Leichtigkeit,
sodaß jene ohne Unfall aus dem Westen nach dem Osten
 und wiederum diese von hier nach dort wie in ihr
entsprechend den alten Weissagungsworten und den prophetischen
 Verkündigungen , — sowohl Myriaden andere, die wir
Muße haben aufzuzählen, indessen aber auch 
und über den göttlichen Logos so ausrufen: „Er
 von Meer zu Meer und von den Strömen bis zu den Enden
und wiederum: „Es wird aufsprossen in seinen Tagen die Gerechtigkeit
und die Fülle des Friedens“,
Schwerter zerschmettern zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Sicheln,
und nicht wird ein Volk wider das andere mehr das Schwert ergreifen
 noch werden sie fernerhin den Krieg lernen“.

Dies wurde vorausgesagt und durch die Worte der Hebräer
seit langer Zeit voraus verkündigt. Indem dies jetzt zu
in Taten gesehen wird, bestätigt es die Zeugnisse der
Du aber, wenn du zum Überfluß andere Beweise der Wahrheit willst,
 daß er keineswegs eine sterbliche Natur war, sondern daß
Gottes in Wahrheit und die Kraft des erlösenden Gottes
Welt offenbarte, so empfange sie nicht in Worten, sondern in Werken.
Offne die Augen deines Verstandes, sperre auf die Tore deines Geistes.
sammle dich sehr
 
 

 
und als ob du einen andern fragtest, frage und so erforsche die Natur
der Dinge.

Welcher sterbliche Mensch jemals von denen, die von Ewigkeit
her gelebt haben : König oder Fürst oder Philosoph
oder Prophet, Grieche oder Barbare, hat soviel Tugend davon getragen,
nicht nach dem Tode, sondern noch lebend und atmend und 
vieles vermögend, sodaß er auf der ganzen Erde verkündet wurde und
Ohr und Zunge aller Völker auf der Oberfläche
mit seinem Namen füllte? Aber dies tat keiner außer
der seinen Jüngern ein Wort sagte und es durch die Tat
„Gehet hin und lehret alle Völker“, sagte er zu ihnen. Indem 
er vorher sagte und vorher offenbarte, seine Botschaft Botschaft müsse in der
ganzen Schöpfung verkündet werden zum Zeugnis für alle Völker,
brachte er mit dem Worte zugleich auch die Tat. Denn auf der Stelle
 und nicht in weiter Zeit ferne wurde die ganze Schöpfung mit seinen
Worten erfüllt.

Was also giebt es dagegen zu sagen für den, der 
wider die Wahrheit den Sinn zu richten sich erdreistet, da ja besser
als alle Worte das mit den Augen sichtbare Zeugnis ist? Aber, indem
du vom ersten Beweis weitergehst, komme auch zum andern und
überlege bei dir selbst:

Welche sterbliche Natur ist von aller Ewigkeit
an erschienen wie diese, die fromme und keusche Gebote nur mit 
dem Worte ohne jede Schrift auferlegte und diese durch seine Jünger
von den Enden der Erde bis zum Anfang der Welt Gefestigte und
seine Schulen auf der ganzen Erde eröffnete, sodaß in die
Menschen, Barbaren zumal und Griechen, genügend und leicht
Tag die von ihm überlieferten frommen Lehren verkündet wurden? 
Aber du würdest keinen anderen finden, wenn du suchtest.
allein das Werk der Kraft des Erlösers unser aller. Aber
dies überzeugt den, der nicht überzeugt werden will. Also möge
uns sagen, die wir lernen wollen:

Wer jemals von denen, die bei
den Menschen wegen ihrer Weisheit gepriesen wurden, hat barbarische 
 
 

 
und wilde Sitten barbarischer ölker durch seine freundlichen
aufgehoben, sodaß diejenigen unter den Skythen, die von 
Jüngern gemacht waren, keine Menschenfresser mehr
 die unter den Persern ihre Mütter heirateten, noch andere
 den Hunden vorwarfen, noch andere die Altgewordenen der Erdrosselung
übergaben, noch andere diesen verwandte wilde und tierische Dinge 
bei anderen geschahen. Aber dies sind nur geringe Beweise der
göttlichen Offenbarung des Erlösers unser aller. Sieh
indem du bei dir überlegst:

Welcher sterbliche Mensch jemals,
 mit dem in so viel Zeiten alle Herrscher zumal und Könige, Heere
und Bürger Mengen und Völker, füge aber hinzu: die bei
vielen als Götter Geltenden, gekämpft haben und zu jeder Zeit
kämpfen, hat eine übermenschliche Tüchtigkeit
Lehre von Tag zu Tag blühte und neu wurde in der ganzen Welt?

Wer anders von Ewigkeit her, seit das Leben der Menschen 
existiert, der ein Volk auf seinen Namen aufrichten wollte, was völlig
unerhört ist, hat dies nicht in einem Winkel irgendwo auf
verborgen, sondern überall unter der Sonne wohnen lassen und kraft
göttlicher Vollmacht seinem Willen die Erfüllung
 die Kenntnis des Einen Gottes, der jenseits des Himmels ist , des
Königs der ganzen Welt, und die Furcht vor ihm allen
der Oberfläche der ganzen Erde, barbarischen und
überliefert?

Wer jemals, der sich vornahm zu lehren. hat 
 dann , nachdem er sich ein derartiges Ziel vorgenommen hatte, das
 Werk in die Tat umgesetzt und fast durch seine Wirksamkeit sein
Werk als gottgeliebt geoffenbart, was besonders jedes unverschämte
 
 

 
Maul stopft, da er, der eleu höchsten Gott verkündete
auferlegte, ihn allein in Wahrheit anzuerkennen, deswegen, weil
er das bei Gott Geliebte wollte, der Unterstützung des von
und seiner Hilfe gewürdigt wurde. 
 Sieh und überlege aber, welcher Art die Lehren sind, die mit dieser 
Verkündigung überliefert und in die Ohren aller 
und durch Taten bestätigt wurden.

Wer anders von jemals
her, der die Seelen der Menschen mit seinem vernünftigen Lichte erleuchtet
hat, hat sie ausgerüstet, den dämonischen Irrtum ihrer Väter
zu verlachen und fernerhin den Hölzern, den Steinen und der seelenlosen
Hyle den göttlichen Namen nicht mehr beizulegen?

Ägypter aber, die mehr als alle Menschen in Dämonenfurcht befangen 
waren und von denen der Irrtum des Polytheismus auch zu den
Griechen kam, — wer anders außer unser Erlöser hat sie überredet
nicht mehr verächtlich zu handeln und nicht mehr den Tieren, dem 
Gewürm und den unansehnlichten unvernünftigen Tieren den verehrungswürdigen
Namen zu geben, sondern nur den Einen höher als alle
 stehenden Gott anzuerkennen und trotz aller Todesarten für die Frömmigkeit
zu kämpfen?

Wer aber von Ewigkeit her hat
und verderblichen Stamm der Dämonen, der einst das ganze 
Geschlecht der Menschen weidete beherrschte und durch die Bewegung
 d. h. den Antrieb der Götzenbilder viele Verirrungen unter
zeigte, unsichtbar und mit mächtiger Hand und durch
der überral verkündigten wie böse Tiere
Menschen fortgetrieben, sodaß fernerhin die Dämonen an deu Sprudeln 
und Quellen nicht mehr weissagten, noch die irdischen und die
die Welt verführenden Geister das Geschlecht der Menschen
Irreleiteten? Es schwieg also der kastalische Quell und der andere, der
kolophonische Quell, es schwiegen die anderen Orakelquellen: der pythische,
klarische und nemeische. Und der Gott in Delphi und Milet, der in 
Kolophon und in Lebadia, der früher berühmt war,
Lehre des Erlösers. Wo sind Amphilochos und Mopsos?
keinen irgendwo. Wo sind Amphiareos und Asklepios? Wo der in
Ammon und in der Wüste der Libyer? Alle Götter sind unter die
 
 

 
Erde gekrochen, fortgescheucht durch den Namen unseres Erlösers,
entsprechend den Herrschern d. h. Dämonen , die die
Gottheit nicht ertrugen, als er unter den Menschen wandelte, und gewaltig
aufschrieen, indem sie riefen: “Was haben wir mit dir gemein,
 Jesus, du Sohn Gottes?" und sagten: „Bist du vor der Zeit gekommen,
uns zu quälen? Wir wissen, wer du bist, du
Als aber ägyptischen Dämonen hörten, daß
in der ganzen Welt verkündet wurde, bekannten sie,
sein, verließen ihre gewohnten Plätze,
 und Götzenbildern leer waren, und nahmen die Flucht
Fortwanderung auf sich, durch göttliche Kraft in die
Alle Weissagungen wurden überall aufgehoben und nur der
Christus Gottes und nur der Eine Gott, der durch ihn verkündigt
ward, wurde bei jedermann gepriesen.

Wer aber anders als
 unser Erlöser hat, durch seine Anrufung und durch
Gebete, die durch ihn zu dem über allem stehenden Gott geschickt
werden, die Überbleibsel der bösen Dämonen
Leibe zu vertreiben Vollmacht gegeben denen, die rein und ungeschminkt
dem besseren Leben der von ihm überlieferten Weisheit
 nachgehen?

Vernünftige und 
die in Gebeten und geheimen göttlichen Worten
anders überlieferte den ihm Nahestehenden, sie auszuüben,
allein? Deswegen bestanden in der ganzen Menschen weit feuerlose
äre gottgeziemender Gottes dienste und Weihgeschenke der Kirchen 
 und geistige und vernünftige Opfer, die
dem Einen Gotte allein, dem Allkönig, von
gebracht werden.

Die Opfer aber, die durch Blut, Unreinheit,
Rauch und Feuer vollendet werden, die grausamen und wahnsinnigen
Menschenmorde und Menschenopfer — wer hat sie heimlich und mit
 unsichtbarer Kraft öscht und bewirkt, daß sie fernerhin
mehr geschehen, sodaß es auch die Geschichte der Griechen bezeugt,
 
 

 
da nicht vor. sondern nach der göttlichen Lehre
der Zeit Hadrians alle Menschenopfer auf der ganzen Erde aufgehoben
wurden?

Da alle diese offenkundigen Beweise die göttliche
Erlösers unser aller bestätigen, wessen Seele wäre so eisern, nieht die 
Wahrheit zu bezeugen und seine göttliche Kraft und
Leben zu bekennen? Denn es sind die Werke Lebendiger und keineswegs
Toter, und man sagt, daß das, was sichtbar ist, die
sei, was fern von jeder Gestalt und unsichtbar ist.

Auf der
Stelle aber gestern und vorgestern noch verwirrte das mit Gott kämpfende 
Geschlecht der Dämmonen das Leben der
verführte es und vermochte viel. Als es aber aus den
wurde, wurde es aufs Land geworfen, verächtlicher
ohne Atem, ohne Bewegung, ohne Stimme, und nicht mehr gab es ihr
Wort noch ihr Gedächtnis.

Denn dies ist die Natur Toter,
derjenige, der nicht mehr ist, ist nichts. Und wer nichts ist, tut auch
nichts. Wer aber zu jeder Zeit handelt und in jeder Stunde wirkt und
mehr als die Lebendigen vermag, wie sollte man den für nichtseiend
halten? Denn wenn er auch von den Augen des Leibes nicht gesehen
wird, so beruht doch das Kriterium nicht auf den Sinnen. Denn nicht 
einmal die kunstgerechten Worte noch die lehrhaften Theorien prüfen
wir mit den Sinnen des Leibes, noch hat jemals jemand den Verstand
des Menschen, geschweige denn Gott und die Kraft Gottes mit Augen
gesehen, sondern nur aus den Werken können wir
Deswegen ziemt es sich, auch bei dem Erlöser unser aller die verborgene 
 Kraft aus seinen Werken zu erkennen und zu beurteilen, mag
es nun nötig sein zu gestehen, das. was bis jetzt von ihm
sei Sache eines Lebendigen, oder mag man sagen, es sei Sache eines
Nichtseienden. Oder ist die Frage töricht und ungereimt?
der nichts ist, ist nach allgemeinem Urteil offenbar nichtseiend und nichts 
vermögend, weder zu wirken noch zu handeln. Denn das ist
der Toten, die der Lebendigen aber ist das Gegenteil. 
 
 

 
 Fortan ist es Zeit, zu prüfen die Werke unseres Erlüsers in unsern
Tagen und die lebendigen Werke des lebendigen Gottes zu betrachten.
Dom solcherlei Großtaten sind die lebendigen Werke eines
 zwar eines solchen, der in Wahrheit Gottes Leben lebt. Dn fragst, welches
 diese Werke seien? Lerne!

Einige mit Gott kämpfende
 Kaiser zertörten vor kurzem die für die
mit vieler Streitlust, mit gewaltiger Kraft und mächtiger Hand
von Grund aus, indem sie sie ausgruben, machten seine Kirchen unsichtbar
und bekämpften auf alle Weise den, der mit den
 gesehen wird, indem sie warfen und schossen mit unzähligen Worthieben,
der Unsichtbare aber schützte sich unsichtbar vor
aber wann sie nicht mehr auf Einen Wink Gottes, sie, die vor kurzem
üppig und glückselig gl"uckselig waren, die von
gepriesen wurden, die im Kreislauf vieler Jahre ihr Reich glänzend
 regierten, solange ihnen das lieb und friedlich war, was in späterer Zeit 
bekämpft wurde. Als sie sich aber änderten und mit Gott
sich erfrechten und ihre Götter dem unsrigen
sie ihnen Beschützer und Vorkämpfer seien, da
in Einem Augenblick und auf den Wink und durch die Kraft
 des Bekämpften die Strafe für ihre Frechheit,
flohen und ihm den Rücken wandten, seine Gottheit
und zuließen und gestatteten das Gegenteil von dem, was
sich erfrechten. Der aber errichtete sofort das Siegeszeichen auf der
ganzen Erde und schmückte die ganze Schöpfung
 mit Tempeln, die rein und wie für die Gebete bestimmt
er in jedem Dorf, in jeder Stadt, an allen Orten und in der Wüste
der Barbaren heilige und geweihte Stätten für
Allkönig, den Herrn des Alls heiligte, woher auch das,
wurde, des Namens des Herrn gewürdigt wurde, und nicht
 seiten der Menschen eignete ihnen zufällig dieser Beiname,
 
 

 
auch von seiten des Herrn des Alls. Deswegen wurden sie des Namens
„Haus des Herrn" gewürdigt. 
 Oder wer will, mag in die Mitte treten und lehren: Wer hat nach
einer so großen großen Zertörung und Verödung
ganzen Welt vom Erdboden in die Höhe errichtet, wer hat das, dem 
jede Hoffnung abgeschnitten war, einer zweiten , viel besseren Erneuerung
gewürdigt als früher? Das größte
sie erneuerte keineswegs nach dem Tode der mit Gott kämpfenden
 Kaiser , sondern während die noch am Leben waren, die
 sodaß sie durch ihren eigenen Mund und durch ihre 
Schrift den Widerruf ihrer Frechheit verkündeten. Dies taten
während sie in Ergötzung
Geist, wie jemand meinen möchte, sondern durch Gottes Hiebe angetrieben.

Er aber hat auch nach all diesen Wintern der Verfolgung
und auf dem Gipfel des Unheils Myriaden Männer, die Liehber 
 sind eines Lebens der Weisheit, und weibliche Priesterinnen und
Scharen von Jungfrauen, die in vollkommener Heiligkeit die ganze Zeit
ihres Lebens existieren , durch die Lehre der göttlichen
und in der ganzen Welt zusammengebracht.

Enthaltung
aber zu üben von Speisen und viele Tage lang ohne Essen und ohne 
Wein und mit Lagern auf der Erde willig auszuhalten und die Ausdauer
eines festen und kräftigen Lebens mit Besonnenheit
wer überredete dazu die Weiber und Myriaden von Kindern und
Mengen von Männern, sodaß er durch das
 Schrift bewirkte, daß sie den vernünftigen 
Speisen gegen die leiblichen Speisen eintauschten?

Wer
lehrte die barbarischen und ändlichen änner, Weiber,
 

 
Myriaden Sklaven und Mengen der Völker,
und überzeugt zu sein, daß die Seele unsterblich
der Gerechtigkeit" offenbar ein Aufseher der gerechten und frevlen
Taten der Menschen sei, und das Gericht Gottes zu erwarten, und 
 daß es nötig, sei, um dieser Dinge willen
keusches Leben zu kümmern. Denn sonst, wenn sie
sei es unmöglich, sich dem Joch
wird von dem, der von uns allein Gott genannt wird, bis jetzt
bewirkt.

Aber dies wollen wir lassen uud vielmehr auf andere 
Weise dem, dessen Verstand versteinert ist, auch von solchen Fragen
aus nahen, indem wir ihn so fragen: Wohlan, du, laß los ein vernünftiges
Wort, bringe eine Frucht hervor, nicht aus törichtem Herzen,
sondern aus geistiger und vernünftiger Seele und sprich, indem
 dir selbst nachsinnst!

Wer anders jemals von denen, die seit
Ewigkeit gepriesen wurden, wurde wie der, der von uns Gott genannt
wird, durch Prophetenworte von oben her vor Myriaden Zeiten erkannt
und vorher verkündigt bei den vor alters gottgeliebten Kindern
der Hebräer, die auch den Ort seiner Offenbarung, die Zeit seines
 Kommens, die Art seines Lebens, seine Kraft, seine Worte und Taten
vorher in den göttlichen Schriften beschrieben haben?

Oder
wer ist so schnell als Rächer erschienen dessen, was man gegen ihn
sich erfrechte, sodaß er auf der Stelle diejenigen, die gegen ihn frevelten
das ganze Volk der Juden mit geheimer Kraft bestrafte und ihren
 könighlichen Ort völlig von Grund aus zerstörte und ihren Tempel zusammen
mit seinen Heiligtümen zu Boden stürzte?

Wer hat Vorherverkündigungen
über eben diese , die erwähnten gottlosen Männer
 
 

 
und über die von ihm in der ganzen Welt gegründete Kirche eben 
den Werken entsprechend vorhergesagt und ihre Wahrheit durch seine
Werke erwiesen wie unser Erlöser, der über den Tempel der gottlosen
 Juden sagte: „Siehe! Euer Haus wird öde gelassen werden“, und
„Nicht soll ein Stein auf dem andern bleiben an diesem Orte, der nicht 
aufgelöst würde“? Über seine Kirche aber sagte er: „Auf diesen Felsen
will ich meine Kirche bauen und die Riegel des Scheol sollen sie nicht
überwältigen“.

Dies aber, daß er arme
zur Herrschaft änderte und eben diese zu Gesetzgebern und 
Lehrern der ganzen Menschenwelt machte, wie scheint dir das? Daß
er ihnen dann versprach, mit dem Worte sagte und durch die Tat sie
zu Menschenfischern machte und so große
gab, daß sie sogar Schriften verfaßten
diese so bestätigte, daß sie in der ganzen Welt in alle Sprachen der 
 Griechen und Barbaren übersetzt und bei allen Völkern
und daß man glaubte, die in ihnen geschriebenen Worte seien göttlich?

Wie aber scheint dir, daß er die
und seinen Jüngern vorher bezeugte, daß sie
bekannten, vor Könige und vor ἡγεμόνες kommen und bestraft werden 
und die schwersten Qualen ertragen sollten?

Dies aber, daß
auch willig machte, dies zu ertragen, und mit den Waffen der Frömmigkeit so
tcappnete, daß sie in bezug auf ihre Seelen fester als Diamant
Kämpfen gegen ihre Widersacher erschienen, wie sollte dies 
Wort übersteigen?

Und daß er nicht nur denjenigen, die ihm an- 
sondern auch denjenigen, die von ihnen die Lehre empfingen und
wiederum auch denjenigen, die noch später Jünger wurden und den-
 
 

 
jenigen, die bis jetzt zu unserer Zeit Christen sind , die Kraft in ihrer
Seele so befestigte, daß sie. obwohl sie nichts Todeswürdiges
Strafen und alle Arten der Foltern gern um der Gerechtigkeit des oberhalb
von allem stehenden Gottes willen ertrugen, wie sollte das nicht
 jedes Wunder übersteigen?

Aber wer jemals von den Königen, der so lange Zeit
seiner Herrschaft war , vollendete dies ? Wer siegte so nach seinem
Tode und richtete das Siegeszeichen über sein Feinde auf und unterwarf
alle Orter, Plätze und Städte der Griechen
 mit verborgener Kraft und mit unsichtbarer Rechte seinen 
Widersacher?

Die Hauptsache aber von all dem Gesagten,
der Friede, der durch seine Macht auf der ganzen Erde besorgt wurde,
über den wir das Geziemende vorher gesagt haben, welches Lästermaul
sollte er nicht stopfen, indem so in der Tat mit seiner Lehre die Liebe
 und Einheit unter allen Völkern nebenher und indem 
durch die Propheten Gottes der Friede der Völker in
Welt vorher verkündigt ward und das von ihm in alle Völker
Wort. 
 Aber zu klein wäre Ein Tag, um zu versuchen,
 Beweise der göttlichen Kraft des Logos Gottes, des Erlösers aller, die 
bis jetzt gesehen werden, zu sammeln und zu zeigen, das niemals
und von Ewigkeit her keiner, weder bei Griechen noch bei Barbaren,
eine derartige vorzügliche und göttliche Kraft
bei jedermann als Erlöser des Alls und eingeborner Logos
 von allem stehenden Gottes verkündigt wird. Was aber rede
Menschen, da ja nicht einmal von denen, die bei allen Völkern Götter
genannt werden, eine Natur wie diese auf Erden erschienen ist! Oder
wer will, möge es zeigen. Es möge
 
 

 
es gibt, und uns sagen, von welchem Gott oder Heros von aller Ewigkeit
her jenials gehört wurde, daß er die Lehren, die ein ewiges Lehen
und ein himmlisches Reich verursachen, den Menschen überliefert habe
wie unser Erlöser, der bewirkte, daß Myriaden Mengen in der ganzen
Welt durch seine weisen Lehren geübt erzogen wurden, und 
sie überredete, tiberredete, einem himmlischen Leben nachzujagen, dies zetiliche
Leben aber zu verachten und die himmlischen Wohnplätze zu erhoffen
die für die gottliebenden Seelen aufbewahrt sind.

Welcher Gott oder Heros hat völlig von Sonnenaufgang bis zu
bald so schnell wie der Lauf der Sonne, mit den glänzenden 
Strahlen seiner Lehre die Erde erhellt und erleuchtet, sodaß
auf der ganzen Erde dem Einen Gott Einen und denselben Gottesdienst
vollendeten?

Welcher Gott oder Heros hat jemals alle Götter
und Heroen der Griechen und Barbaren verdrängt und ein
daß keiner von jenen für einen Gott gehalten werde und, mach- 
er das Gesetz gegeben hatte, sie überzeugt? Als dann aber alle
mit ihm kämpften, hat er, obwohl er nur Einer war, das
entgegenstehende Heer vernichtet und ist besser erschienen als
alle Götter und Heroen von Ewigkeit her, sodaß
Menschenwelt der eingeborne Logos Gottes von allen Menschen genannt 
wurde.

Welcher Gott oder Heros hat jemals völlig allen
Völkern, die auf dem großen στοιχεῖον der
auf Erden und denen im Meere, überliefert, in jeder Woche an dem
Tage, der bei den Griechen der Sonntag heißt, ein Fest zu
Heiligkeit der Seele und des Leibes und sich zusammen zu vereinigen, 
 und hat sie zubereitet, nicht die Leiber zu mästen , sondern
durch die göttliche Lehre zu beleben?

Welcher
Heros hat wie der unsrige, als man so mit ihm kämpfte,
wider seine Feinde aufgerichtet? Denn sie hörten
von Anfang bis zu Ende mit seiner Lehre und mit seinem Volke zu 
 

 
streiten, er aber hat ungesehen und verborgen sie vernichtet und die
Seinen mit den göttlichen Häusern zu großem
ist es nötig, durch Worte die göttlichen
die besser sind als jedes Wort, sammeln zu wollen, da ja auch, wenn
 wir schwiegen, die Dinge schreien würden zu denen, die
Seele besitzen,

daß dies seltsam ist in Wahrheit und
das nicht wahrscheinlich ist, und daß von Ewigkeit her die Welt
Menschen dies Eine Ding hervor brachte und einst der in Wahrheit
einzige Sohn Gottes denen auf Erden erschien, durch den das ganze
 Menschengeschlecht den Zugang zur wahren Frömmigkeit vermöge
seiner des Logos Natur empfing, sodaß fortan in der ganzen
welt Plätze für das Anhören der Worte und für
richt in der göttlichen Lehre bestanden und barbarische und
Menschen ihren Sinn zur Friedfertigkeit änderten, sodaß die vernünftige
 Beschaffenheit ihrer Seele eben seine des Logos Tüchtigkeit
durch die sie ihren Vater im Himmel , den Erlöser aller, den
Logos Gottes, den Allkönig erkannten und eben ihm
durch ihn dem, der die Ursache alles Guten ist, die schuldigen Hymnen
und Segnungen und die gebührenden Bekenntnisse darbrachten,
 fortan fromme Hymnen und Bekenntnisse, die zu denen der Engelscharen
im Himmel stimmen, auch von den Bewohnern des στοιχεῖον
der Erde jeden Tag und jede Nacht geschickt wurden.

Die erlösenden und der Welt helfenden Taten
des göttlichen Logos unter den Menschen waren also
 Myriaden andere Dinge wie sie, um derentwillen er, als er in die
Welt der Menschen kam, keineswegs das tat, was seiner Gewohnheit
entsprach, er der unkörperlich ist und verborgen durch die
 geht , der eben in Werken, denen im Himmel und denen auf Erden,
 
 

 
 seine gewaltigen Taten zeigt, sondern in neuer und in einer seiner
Gewohnheit fremden Weise. Denn durch ein sterbliches Instrument
 d. h. den Leib hielt er, wie der König durch einen
seine Reden zu und seinen Umgang mit den Menschen, indem
er sich bemühte, das Sterbliche durch das ihm Ähnliche lebendig zu 
machen zu erlösen . 
 Aber da es ersichtlich ist, daß keineswegs Ein Grund ,
Gründe vorhanden waren, um derentwillen der Erlöser
unter den Menschen veranstaltete, so ist es nötig,
 Dingen auch in kurzem zu sagen, aus welchem Grunde er ein menschliches 
Gefäß gebrauchte und zu dem Verkehr unter die
Und wie sollte sonst die göttliche, verborgene, unsichtbare
οὐσία, eben der unleibliche und unkörperliche Verstand,
Gottes, den leiblichen Menschen, die in die Tiefe des Bösen eingetaucht
waren und im Werden und auf Erden Gott suchten, und anders 
den Schöpfer der Schöpfung des Alls
schauen können oder wollen, — wie sollte sie sonst sich
in menschlicher Zusammensetzung und Gestalt, die uns bekannt wird
wie durch einen Dolmetscher? Denn wie sollten die leiblichen Augen
anders das Unkörperliche Gottes sehen? Wie sollte aber die sterbliehe 
Natur den Verborgenen, Unsichtbaren entdecken, ihn, den sie aus Myriaden
Werken nicht erkannt hat? Deswegen also bedurfte er eines
sterblichen Instrumentes und eines passenden Hilfs mittels für
unter den Menschen, weil ihnen dies lieb war. Denn man sagt,
daß alle das lieben, was ihnen gleicht. Denn wie der Großkönig
Dolmetscher sehr nötig hat, der die Worte des Königs
verschieden sind an Gehör d. h. in der Sprache , und
so hat auch der göttliche Logos, der die Seelen im Leibe
zu heilen bereit war und sich auf Erden zeigen wollte, ein Medium,
gleichsam einen Dolmetscher und ein körperliches Vehikel nötig. Es 
 
 

 
war dies ein menschliches Instrument, durch das er die Beschaffenheit
der geheimen Tiefen der Gottheit den Menschen offenbarte. Und nicht
nur dies , sondern auch denen, die sich über die Sinnes wabrnehmung
dessen, was man sieht, freuen und in Bildern und Schnitzarbeiten
 γλυφαί seelenloser Götzen Götter suchen und die phantasieren, Gott sei
in ὕλη und in Körpern und die um ihrer Schwäche
Wahnsinns willen sterbliche Menschen von Natur Götter
 ihnen zeigte sich gerade so auch der menschen freundliche Logos
Gottes. Deswegen machte er sich als allerheiligsten Tempel ein körpernliches 
 Instrument, eine sinnlich wahrnehmbare Wohnung für
Kraft, ein reines und ganz vorzügliches
alle seelenlosen Götzen. Denn das aus seelenloser ὕλη bestehende 
das nach Art des Erzes und Eisens, des Goldes und Elfenbeins, der
Steine und Hölzer in ὕλη zum Irrtum der Toren durch
 Männer gefertigt ist, war als
passend. Das göttliche Bild aber, das mit der
geschmückt war, hatte am Leben und an der geistigen οὐσία
Bild voll jeglicher Tugend, ein göttliches Bild als Wohnung
Logos und als heiliger Tempel des heiligen Gottes, das durch die
 Kraft des heiligen Geistes bereitet war. Der in ihm wohnende Logos
war mit den Sterblichen durch das ihnen Verwandte d. h. durch den
Leib wie durch einen Dolmetscher zusammen und wurde dadurch erkannt,
keineswegs aber verfiel er ihnen gleich den Leiden, noch war er
nach Art der menschlichen Seele an den Leib gebunden, noch änderte
 er sich in seiner Gottheit, indem er an sich geringer erschien. Denn
wie die Strahlen des Sonnenlichtes nichts leiden, wenn sie das All erfüllen
und tote und unreine Körper berühren,
Kraft des Logosgottes in ihrer οὐσία noch viel weniger und wird
 
 

 
nicht geschädigt, noch wird sie jemals geringer als sie selbst ist ,
sie unkörperlich einen Kürper berührt. 
 So also bot sich der Erlöser aller selbst als hilfreich
jedermann dar durch das menschliche Instrument, das er zeigte, indem
er wie ein musikalischer Mensch durch die Leier seine Weisheit 
zeigen will. Ein griechischer Mythus aber lehrt, daß
seinem Gesange allerlei Tiere bezauberte und den Grimm der Wilden
besänftigte, indem die Saiten an dem Instrument mit dem
wurden, und dies wird in der Schar der Griechen besungen und
geglaubt, daß eine seelenlose Leier die Tiere bändigte und dab sogar Bäume 
und Eichen umänderte das, was der Musik ähnlich
der allweise und ganz vorzügliche Logos Gottes den Seelen
die in mannigfaches Lnheil verstrickt waren, allerlei Heilungen, ergriff
das musikalische Instrument, das Werk seiner Weisheit, den Menschen
mit Händen und stimmte durch ihn Gesünge und Besehwürungen für 
die vernünftigen, aber nicht für
 heilte jede wilde Sitte der Griechen und der Barbaren und die rohen
und tierischen Leidenschaften der Seelen mit den Heilmitteln göttlicher
Lehre und zeigte den kranken Seelen, die Gott im Werden und in den
Körpern suchen, wie ein vorzüglicher Arzt durch ein ihnen verwandtes 
und Hilfs mittel Gott im Menschen. Und ferner kümmerte
er sich um die Leiber nicht weniger als um die Seelen und bereitete
für die leiblichen Augen der Menschen das, was er durch
zu sehen: staunenswerte Wunder und göttliche Zeichen
dem leiblichen Ohre aber ferner verkündete er die Lehren durch Zunge 
 und Fleisch, alles dies aber vollendete er durch den Leib, den er trug,
wie durch einen Dolmetscher für diejenigen, die nicht anders
so seine Gottheit wahrnehmen können.
Dies aber wurde verrichtet nach dem Willen seines Vaters, indem
er selbst wiederum, ohne ὕλη und ohne Körper blieb, wie er auch 
vordem bei seinem Vater war, ohne daß er in seinem
und ohne daß etwas von seiner Xatur vernichtet ward und
 
 

 
die Fesseln des Leibes gehindert und ohne nur dort zu seiu, wo sein menschliches
Instrument war, und ohne von anderen Orten des Alls ferngehalten
zu sein. Sondern freilich auch damals, als er unter den Menschen lebte,
erfüllte er das All, war mit dem Vater und war in ihm und
 damals für alles zugleich, für das was im Himmel und
nach unserer Art von der Allgegenwart ausgeschlossen noch in
seinem gewohnten göttlichen Handeln gehemmt, sondern
er zwar von sich aus dem Menschen, d. h. dem Leibe , andererseits
aber empfing er nichts von dem Menschen, und unterstützte
 göttlicher Kraft das Sterbliche, nahm aber nichts auf aus
des Sterblichen. Nicht wurde der Unkörperliche befleckt,
Körper geboren ward, noch litt er, der ohne Leiden ist,
Wesen, als das Sterbliche wieder von ihm getrennt wurde, deswegen
weil nicht einmal, wenn es so sichträfe , sobald eine Leier zerborchen
 wird oder ihre Saiten zerrissen werden, derjenige etwas leidet, der sie
schlägt, noch würden würdern wir mit Recht sagen,
Mannes bestraft wird, daß die Weisheit des Weisen oder die
Leibe geschlagen oder verbrannt wird. So ist es noch viel weniger
richtig zu sagen, daß die Kraft des göttlichen g"ottlichen 
 Schaden an den Leiden des Körpers nahm, weil nicht einmal das
des Lichtes gestattete , daß die Strahlen
vom Himmel auf die Erde gesandt werden und Schmutz und Lehm
und Befleckung jeder Art berühen, etwas befleckt werden.
freilich hindern zu sagen, daß auch sie vom Glanz des
 daß aber das Licht nicht trübe, noch die Sonne
die Vermischung mit den Körpern, obwohl dies der Natur
nicht fremd wäre. Der Logos Gottes aber, ohne ὕλη und
der das Leben selbst und das verständige Licht selbst ist, — alles,
er mit unkörperlicher göttlicher Kraft anrührt,
 Lichte sein. So ist auch der Leib, den er anrührt, geheiligt
und sogleich erleuchtet und jede Krankheit, jeder Schmerz und jedes
Leiden wandert aus, das aber, was Mangel hat, empfängt
Fülle. Deswegen verbrachte er das ganze Leben derartig, indem
 
 

 
sein Bild Leib in uns ähnlichen Leiden zeigte, bald aber den Logosgott
offenbarte in gewaltigen Taten und staunenswerten Werken gleichwie
Gott, und indem er durch Weissagungen voraussagte, was kommen
wird, und den für viele unsichtbaren Logos Gotes eben
zeigte in wunderbaren Taten, Zeichen und Wundern und in absonderlichen 
Kräften und ferner in göttlichen Lehren,
Seelen der Menschen nach oben zur himmlischen Stadt zu führen, daß
sie zu den Bürgern droben eilen wie zu Brüdern
ihren Vater im Himmel erkennen, und die die Vorzüglichkeit ihrer Art:
die verständige und vernünftige οὐσία lehren, damit sie nicht irren, 
und indem er sie so ermahnte, auf der Stelle in aller Keuschheit und
Heiligkeit so zu leben, daß sie ihre Auswanderung von hier
leicht und ungehindert vollziehen könnten und
das ewige Leben bei Gott, dem Königh des Alls,
Licht und das Königreich des Himmels mit den Scharen der heiligen 
Engel zu empfangen.

So verrichtete also der eingeborene Logos Gottes, der sich
eines menschlichen Instrumentes bediente und einen Dolmetscher seiner
selbst aufstellte, alles für die Heilung der Menschen nach
 seines Vaters, indem er ohne ὕλη und ohne Körper blieb, wie er vor- 
bei dem Vater war und durch einen Menschen Gott den Menschen
zeigte in gewaltigen Taten und staunenswerten Werken mit göttlicher
Kraft, und durch wahre Weisheit säte er die Lehre und lehrte
Verwandtes in nicht geringerem Maße als was er handelte,
in nicht geringerem Maße als was er lehrte. Die Lehre des Lebens 
aber überlieferte und die Worte des Lichtes warf er keineswegs auf ein
Blatt Papier noch auf vergängliche Tierfelle, sondern in die
Jünger verzeichnete er wie auf geistige Tafeln die Lehre von
Gottes. In seiner ganzen Lehre über die Sache des Himmels wurden
verborgene, niemals gehörte Worte überliefert und die Erinnerung an 
das Leben bei Gott und an den himmlischen Vater der auf Erden gottliebenden
Seelen, den er auch im Gebet sie anstachelte, anzurufen und
zu sagen: „Unser Vater im Himmel", und die Einsicht in ihre Art droben
 im Himmel ward überliefert durch das, was er lehrte, damit sie es
verständen. Wenn du aber liebst, auch an der Theorie dieser Diuge 
teilzuhaben, so ist reichlich Gelegenheit , dich dem Hören der
 
 

 
seiner Jünger zuzuwenden und die Schrift nach allen Seiten kennen
zu lernen über seine Taten und über seine Worte, sodaß du du in Wahrheit
Gott siehst und den göttlichen Logos, wie er durch einen Dolmetscher mit
den Menschen, uns ähnlich an Leiden zusammen war, und wie der
 Unsterbliche mit den Sterblichen redete, und wie Unkörperliche ein
Bild aus menschlicher Natur anzog, und wie der Gott in ihm sein Bild
antrieb, und wie der Erlöser aller göttliche Reden losieß und göttliche
Lehre vortrug und alle Krankheiten und Schmerzen heilte, und wie der,
in dem kein Falsch war, zu guten Werken bereit war, und wie er das,
 was kein Auge je gesehen und in keines Menschen Ohr gekommen
ist, in gewaltigen Taten vollendete. So brachte er seinen Jüngern den
Anfang der Vorzüglicheit bei Gott nahe und machte sie weise mit unaussprechlicher
Kraft und bereitete sie zu wahren Herolden seiner Gottheit.
So heilte er ferner diejenigen, deren Seelen durch allerleiSüdnen Südnen
 verderbt waren, indem er bald für die Leiden die entsprechende Hilfe 
 Arznei gewährte, bald aber die mystische Theorie der göttlichen Lehre
denen überlieferte, die sie aufnehmen können. Was aber habe ich nötig
zu sagen, wie er die Feinde der Wahrheit mit gebührender Widerlegung
schön und freundlich aufnahm, indem er auch sie zumal heilte und
 durch die Freimut seiner Worte unterwies, und wie er sich jedermann
demütig darbot als ein hilfreicher, langmütiger und gefühlvoller Arzt aller
nur der Seelen, sondern auch der Leiber? Deswegen hatte das hebräische
 Propheten wort die Bezeichnung mit dem Namen Jesus vorher
für unsern Erlöser geprägt, indem es das Wort Jesus als Arzt aller
 auffaßte. Die Bezeichnung aber mit dem Begriff der Heilung für Jesus
bewährte er durch Taten, indem er die Seelen der Menschen in der
himmlischen Lehre unterwies und alle Leiden, Schmerzen und Krankheiten
der Leiber mit der Kraft des heilenden Wortes heilte. Bald
reinigte er die, die aussätzig waren, an ihrem Leibe, bald trieb er durch
 einen Befehl die Dämonen in den Menschen aus, bald wieder gewährte
er reichliche Heilung denen, die durch Krankheit gequält wurden, bald
sagte er dem, dessen Leib schlaff und dessen Glieder insgesamt gelähmt
waren, nur mit einem Worte: „Stehe auf, nimm dein Bett und wandle“,
der aber tat, was er ihm auftrug. Den Blinden wiederum zu anderer 
 Zeit verschaffte er den Anblick des Lichtes. So entschloß sich ferner
 
 

 
einmal ein Weib, dessen Blutfluß sich ergoß und das
vom Schmerz gequält war, — als sie sah, daß
und ihr nicht gestatteten, zu knieen und um Befreiung von ihrem Schmerz zu
bitten, — wenn auch nur den Zipfel seines Gewandes zu berühren,
schlich heran, ergriff den Zipfel seines Gewandes und ergriff zugleich auch 
die Heilung von ihrem Übel und ward im selben Augenblick gesund, indem
sie den größten Beweis der Kraft des Logosgottes davontrug.
Mann aber, ein Sklave des Königs, fiel, als es seinem
ging, vor ihm nieder und empfing es sogleich gesund, ein anderer
wiederum seine Tochter — es war ein Synagogenvorsteher der Juden — 
aber dieser empfing sie gesund , nachdem sie bereits gestorben war.
Was habe ich nötig zu sagen, wie ein anderer Toter nach
durch die Kraft des Erlösers aller auferstand, als er nur
 mit dem ihn der alles lebendigmachende Logos rief? Oder wie er auf dem
Meere gleichwie auf der trockenen Erde seinen Weg nahm und oben 
auf dem Rücken der W asser sein Instrument
ließ? Oder wie er, als seine Jünger segelten und
kam, das Meer, das Unwetter und den Wind bedrohte und nur mit einem
Worte befahl, die aber sofort schwiegen, erschreckt wie von der Stimme
ihres Herrn? Daß er aber fünf
Schar von Myriaden Weibern und Kindern mit ihnen war, von Broten
an der Zahl fünf vollständig sättigte, daß
empfingen als ausreichend war, um zwölf Körbe zu füllen,—wer sollte
 darüber nicht staunen und wen sollte das nicht mit
zur Erforschung seiner verborgenen Kraft?

Aus diesen und vielen 
andern gewaltigen Wundern also empfängt, wer will, den
und offenkundigen Beweis für
noch mehr aber daraus, wenn er aucb bedenkt, daß
vorauswußte und vorausverkündigte, daß die
göttliche Kraft in gewaltigem Wechsel zur Vorzüglichkeit kommen 
werde, und daß er sich als den Täter dieses
durch Werke seine Verheißung bewahrheitete.
Dinge demgemäß wird jemand im Überflusse finden, wenn er
aus den Prophezeiungen und Erfüllungen die
seiner Gottheit prüft, die auch wir zu passender Zeit erwägen werden. 
 
 
 

 
 Aber für jetzt möge, damit sich uns nicht
Ferne über alle seinegroßen Werke erstrecke, sein Tod vor Augen
 bleiben , den der Dolmetscher, das Gewand des Logos Gottes und das
Bild, das geoffenbart wurde, ertrug, wie jedermann bekennt.

Er
 sein Tod also, der verkündet wurde, hatte am Wunder teil, da
den übrigen Menschen gleich geschah. Denn er wurde weder
durch eine Krankheit vernichtet, noch durch Erdrosselung, noch durch
Feuer, noch wurde er am Kreuz, dem Siegeszeichen, den übrigen Missetätern
gleich mit dem Eisen geschnitten, noch litt er das geringste Etwas
 von einem der Menschen, die zu töten gewohnt sind, und
einen gewaltsamen Tod, sondern freiwillig übergab er es allein, sein
Instrument, den Verleumdern. Das aber wurde sogleich von der Erde
erhöth.

Er aber rief laut und sagte, daß er seinem Vater seinen 
Geist übergebe, wurde frei von sich selbst und vollzog die Auswanderung
 aus dem Leibe. Deswegen überlieferte er seinen Jüngern
Tode eben dies Wort , lehrte und sagte: „Niemand nimmt meine Seele
von mir, <aber ich
ich habe Vollmacht sie zu nehmen“. Und ferner:
der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“,
 und „ich lasse mein Leben für meine Schafe“.
Todes aber stellt er in kurzem hin, indem er sagt: „Wenn das Weizenkorn
nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es nur
es aber stirbt, bringt es viele Früchte.“

Indem er
derart bei seinem Tode überlieferte, wurde er von sich selbst frei
 und vollzog seine Auswanderung aus dem Leibe. Dann aber wurde
sein Leib von seinen Jüngern herabgenommen
Grabe übergeben; wiederum aber am dritten Tage nahm er es, er der
vorher freiwillig aus ihm ausgewandert war, und wiederum zeigte er
sich im Leibe und im Körper als eben jenen, wie er auch 
 
 

 
seinen Jüngern, mit denen er etwas redete und kurze
war. Dann stieg er auf dorthin, wo her er war, und vollzog vor ihren
Augen seinen Lauf und seinen Aufstieg zum Himmel , vor seinen
Jüngern , denen er auch Lehren für ihr Tun überlieferte
Lehrern der Gottesfurcht Gottesfurcht für alle Völker unachte.

Was also bleibt nach diesen Ausführungen übrig als eben
die Hauptsache zu sagen, welchen Grund er hatte, ich meine aber das
von jedermann besprochene Ende seines Lebens und die Art seines
Leidens und das große Wunder seiner Auferstehung nach
Nach der Betrachtung dieser Dinge werden wir ferner zu den Beweisen 
kommen und eben diese durch offenkundige Zeugnisse bestätigen. Indem
er also ein sterbliches Instrument wegen der vorher genannten
Gründe gleichsam als gottgeziemendes Bild gebrauchte und
seiner Hilfe wie ein Großkönig vermittelst des Dolmetschers in
der Menschen einzog, tat er alles würdig der göttlichen Kraft.

Wenn er also in anderer Weise nach seiner Lebensführung
 Menschen unsichtbar geworden worden und plötzlich davongeflogen wäre
heimlich seinen Dolmetscher gestohlen und sich bemüht hätte, sein
Bild durch die Flucht dem Tode zu entziehen, und dann von sich aus
das Sterbliche Verderben und Untergang hätte berühren lassen, so wäre 
er den meisten einer Halluzination gleich geworden.

Weder
hätte er sich dann etwas Würdiges getan, da er
Gottes und die Kraft Gottes ist, trotzdem aber seinen eigenen Dolmetscher
dem Untergang und Verderben überlieferte,

noch
wäre das, was er gegen die Dämonen tat, durch den Kampf mit dem 
Tode der Vollendung gewürdigt,

noch wäre erkannt worden, wo er
nach seinem Fortgange war.

noch wäre ihm geglaubt worden von denen,
denen er nicht überliefert hat, noch wäre er besser erschienen in seiner
Natur als der Tod,

noch hätte er das Sterbliche von seiner eigenen
Natur befreit, noch wäre er in der ganzen Menschenwelt gehört und 
 
 

 
bekannt geworden

noch hätte er seine Jünger überredet, den Tod
zu verachten,

noch hätte er die Hoffnung auf ein Leben bei Gott
nach dem Tode für diejenigen hingestellt, die seiner Lehre nachfolgen,

noch hätte er die Verheißungen seiner Worte erfüllt, noch hätte
 er den Prophezeiungen, die über ihn vorhergesagt waren, die entsprechende
Erfüllung geboten,

noch hätte er in dem allerletzsten
Kampf gesiegt. Dieser war gegen den Tod. 
 Wegen aller dieser Dinge, da vor allem dem sterblichen Instrument,
nachdem es den Dienst vollendet hatte, den es dem Logos Gottes leistete,
 ein gottgeziemendes Ennde zustoßen mußte, wurde es in dieser Weise 
dem Tode eingereiht. Denn zwei Dinge blieben übrig beim Ende:
entweder das Ganze dem Verderben und dem Untergange preiszugeben
und den schimpflichsten Lebens ausgang des ganzen Kampfes zu veranstalten,
oder sich besser als den Tod zu zeigen und mit göttlicher
 Kraft das Sterbliche unsterblich hinzustellen. Das erste aber war nicht
der Verheißung entsprechend. Denn nicht ist es Sache
kalt zu machen, noch des Lichtes, finster zu machen. So ist es auch 
nicht Sache des Lebens zu töten, noch des Logos
zu handeln. Welchen Grund also hatte der, der anderen das Leben
 verhieß, die Vernichtung seines eigenen Instrumentes
sein Bild dem Untergange preiszugeben und den Dolmetscher seiner
Gottheit dem Verderben des Todes darzubieten, er, der denen, die zu
ihm ihre Zuflucht nahmen, das ewige Leben vorher anriet? Also war
das Zweite notwendig, ich meine aber dies, daß er sich
 als den Tod. Wie also sollte er dies machen? Heimlich und durch
Diebstahl oder jedermann offenkundig und klar? Wenn aber das Werk
heimlich und verborgen von ihm getan wäre,
bekannt geworden und hätte niemandem genützt. Wenn es aber verkündet
 
 

 
kündet und von jedermann gehört wurde, bot es allen Menschen die
Hilfe, die aus dem Wunder kommt . Mit Recht also floh er, da er
sein Instrument besser als den Tod zeigen mußte und dies
Verborgenen, sondern nur vor den Augen der Menschen tun durfte ,
den Tod nicht. Denn er wäre sonst für geige und für schlechter als 
der Tod gehalten. Durch den Kampf mit dem Tode aber wie mit
einem Ringkämpfer stellte er das Sterbliche als unsterblich
er den letzten Kampf für die Erlösung
aller aufgenommen hatte. 
 Denn der erste Kampf wurde gegen die Dämonen ausgeführt zur 
Vernichtung der polytheistischen Verirrung. Als er begann unter den
Menschen anerkannt zu werden und er bald vorzüglich unter
der Menschen wandeln sollte, erschien es ihm notwendig, vor allem die
Feinde und Hasser der Menschen, eben sie, die früher fälschlich für
Götter gehalten wurden, als die Fürsten des Bösen und als wilde Tiere 
zu vertreiben. Auf der Stelle aber führte der göttliche Logos sein
Instrument in das Land der Feinde und Hasser, das die Schrift
mystisch „Wüste“ und frei von allem Guten nennt. Dort handelte
er vierzig Tage und ebensoviele Nächte und tat das, was
Sterblichen gewußt und kein Auge des Menschen gesehen hat. Die prophetischen 
Zeugnisse aber lehren es , mit denen die Erfüllung der
 göttlichen Schriften übereinstimmt, in denen geschrieben
wurde vom heiligen Geist in die Wüste
zu werden, und er war dort vierzig Tage und vierzig Nächte
und war mit den Tieren zusammen." Was waren diese Tiere anders) 
 als die Häupter der Dämonen, die der
Weise: „Schlange“, „Natter“, „Löwe" und „Drache“ wegen der Ähnlichkeit
ihrer Bosheit mit Bezug auf ihn so nannte und sprach: „Auf
die Schlange und die Natter wirst du treten und den Löwen
Drachen zermalmen.“ Das andere aber, was in der Wüste geschah, zeigte 
das Wort an, indem es so mit Bezug auf das Instrument, das er trug,
sagt: „Mit einer Waffe wird dich umgeben seine Wahrheit . Nicht
wirst du dich fürchten vor der Furcht der Nacht und vor dem Ge-
 

 

 
schoß, das am Tage fliegt, vor dem Dinge, das in
wandelt, und vor dem Geiste des Dämons am Mittag. An
werden Tausende fallen und Myriaden zu deiner Rechten und dir werden
sie nicht nahen.“

Dies wurde im Gleichnis und im
 gesagt über den Kampf in der Wüste,
mit den unsichtbaren Geistern stattfand. Alle diese Nächte
Tage hindurch also, kämpfte der Logos Gottes
ganzen Geschlecht unter der Luft und vertrieb es in kurzem und verfolgte
die ganze Schar der Feinde nicht wie Gott mit unkörperlicher,
 nackter Kraft, sondern durch den Leib, den er trug. Deswegen, weil
früher das ganze Geschlecht der Menschen ihnen
war, deswegen besonders machte er alle Familien der Dämonen diesem
 Menschen Untertan, weil es nämlich notwendig war, eben
besiegt and den Feinden nicht mit Recht Untertan war, nicht
 nur zum Befreier, sondern auch zum Sieger über seine Feinde zu
machen und zu zeigen, daß besser als
Götter gehalten wurden, wegen der Gemeinschaft mit
sein Geliebter sei, den er nach seinem Bilde und Gleichnis gemacht
hatte, wie in den Worten der Schrift mystisch geschrieben ist.

Als also der Kampf gegen diese ein Ende fand, da stieg fortan siegbekleidet
der Erlöser von uns allen aus der Wüste 
Leben unter den Menschen und befreite ihre Seelen, indem er sie aus
den Fesseln der Dämonen löste und
Verborgene offenbarte, vor allem das, was er gegen die unsichtbaren
 Feinde tat. Er sagt aber so und stellt folgende Worte hin: „Fasset
Mut! Ich habe die Welt besiegt“, und auch die Art seines
lehrte er durch das, was er seinen Jüngern im Gleichnis
mand kann eintreten in das Haus des Starken und seine Gefäße rauben, 
wenn er nicht zuvor den Starken fesselt, dann aber wird er auch sein
 Haus plündern.“ Er hat also den Starken gefesselt und das
der Dämonen vertrieben und sogleich die Seelen
sich zu eigen gemacht, indem er sie aus der Bitterkeit und der Knechtschaft
und der Verirrung des Polytheismus befreit hat.. Aber dieser
erste Kampf gegen die Dämonen wurde am Anfang
 unter den Menschen vollendet. 
 

 
 Der zweite Kampf aber fand statt zur Auflösung der Herrschaft
des Todes. Denn es war notwendig, daß er der Leib besser was als
der gottlose und dämonische Irrtum und eine dem Logosott entsprechende
und eine seines Werkes würdige Ehre: den Sieg wider
empfing. Denn die Dämonen, die wider ihn sich scharten, und ihr Fürst 
zusammen mit den Geistern, die mit ihnen in der Luft über der
Erde, ungesehen von den Augen der Sterblichen, umherschweifen,
wandten beim ersten Kampfe den Rücken
zweiten ἆθλος aus, indem sie auf seinen letzten Lebensausgang barrten
und hofften, daß der Tod des Sterblichen nach Art aller Menschen sein 
werde. Denn niemals erwarteten sie, daß eine sterbliche
sei als der Tod, sondern daß der Tod der
derer sei, die zu Einer Zeit die Geburt der Sterblichen erfahren
haben. Während sie aber glaubten, daß von
Schlimmste sei, dem niemand entfliehe noch entrinne, rang er nach dem 
ersten Siegeszeichen wider die Dämonen sogleich auch mit
Wie aber jemand, wenn er ein Gefäß unverbrennbar und
besser als das Feuer zeigen will, dies Wunder nicht anders darstellt
als indem er das, was er in seiner Hand hat, dem Feuer übergibt und
es dann heil und unversehrt aus dem Feuer herausnimmt, demgemäß 
lenkte auch der alles lebendig machende Logos Gottes — da er das
sterbliche Instrument, dessen er sich zur Erlösung unter
bediente, besser als den Tod auftveisen und teilhaftig seines Lebens und 
 seiner Unsterblichkeit zeigen wollte — mit Recht und vorzüglich, wie
es nützlich ist, die Sache so : Er verließ den Leib kurze Zeit und gab 
das Sterbliche dem Tode preis zum Beweise seiner eigenen sterblichen 
Natur, dann aber kurz darauf erhöhte er das Sterbliche aus dem Tode
 
 

 
zum Beweise der göttlichen Kraft, durch die er das von ihm verkündigte 
ewige Leben besser als jeden Tod zeigte.

Die erste Ursache also war diese, die zweite aber war der
Beweis der im Leibe wohnenden göttlichen Kraft. Denn weil die
 Menschen früher diejenigen, die vom Tode besiegt waren — sterbliche
Männer in Wahrheit, die das gemeinsame Ende empfangen hatten — zu
Göttern machten und Heroen und Götter diejenigen nannten, die vom
Tode beherrscht waren, so zeigte sich auch in diesem Punkte mit
Recht wegen dieser Ursache der freundliche Logos Gottes und zeigte
 den Menschen eine Natur, die besser ist als der Tod, und führte das
Sterbliche nach seiner Auflösung zu einem zweiten Leben und ließ
jedermann das Siegeszeichen der Unsterblichkeit wider den Tod sehen
und lehrte allein den bekennen, der im Tode wahrhaftiger Gott ist, der
den Siegeskranz wider den Tod auf sein Haupt gebunden hat.

Eine dritte Ursache des erlösenden Todes ist diejenige, welche
die geheimen Worte der Schrift enthalten. Welche sind das? Er war
ein Opfer, das als Ersatz für die Seelen des ganzen Geschlechts dargebracht
wurde, ein Opfer, das für die Herde aller Menschen getötet
wTurde, ein Abwehropfer der dämonischen Verirrung. Ein Opfer also
 und eine große Opfergabe, der hochheilige Leih unsers Erlösers, wurde
ähnlich einem Schafe für das ganze Geschlecht der Menschen geschlachtet
und als Ersatz für die Seelen aller Völker, die im Frevel dämonischer
Verirrung ihrer Väter befangen waren, geweiht. Daher war fortan die
ganze unreine und unheilige Kraft der Dämonen vernichtet, und aufgelöst
 und zerstört war auf der Stelle mit besserer Kraft der ganze eitle
und irdische Irrtum. Das erlösende Opfer also aus den Menschen, das
leibliche Instrument des göttlichen Logos, wurde für die Herde aller
Menschen geschlachtet. Dies aber war das Opfer, das durch die Verleumdung
 
 

 
der Menschen dem Tode überliefert wurde, über das die
Worte der heiligen Schrift ausrufen, indem sie bald so sagen: „Siehe
das Schaf Gottes, siehe, was da trägt die Sünde der Welt“, indem sie
 aber bald so vorausverkündigen: „Wie ein Schaf wurde er
geführt und wie ein Lamm verstummte er vor dem Scherer“. Die 
Ursache lehrt sie, indem sie sagt: „Wahrhaftig, unsere Sünden
ertragen und unsere Schmerzen hat er erduldet. Wir aber achteten ihn
für zerzaust, geschlagen von Gott und gedemütigt.
um unserer Sünde willen
willen. Die Zucht unseres Friedens ist auf ihm und durch seine 
Wunden werden wir geheilt. Wir alle irrten wie die Schafe und. wandten
uns ein jeder seines Weges, und der Herr hat ihn treffen lassen die
Sünden unser aller." Das leibliche Instrument
also wurde wegen dieser Ursachen geopfert, der Hohepriester aber, der
von Gott, dem König des Alls und dem Herrn des Alls, zum Priester 
geweiht ist. der ein anderer ist neben dem Opfer, der Logos Gottes,
die Kraft Gottes und die Weisheit Gottes, führte kurz
Sterbliche herauf aus dem Tode und stellte es als den Erstling der Erlösung
von uns allen und als teilhaftig des unsterblichen Lebens bei
Gott hin, und richtete es als ein siegbekleidetes Zeichen wider den Tod 
und die Schlachtreihe der Dámonen
vollendeten Menschenopfer für alle Menschen auf, woher ihm
Name des Messias beigelegt ist, der bei den Herbräern
des Hohenpriesters hat. Beide Namen also empfing er: den des Erlösungsopfers
zeigt der Name Jesus an und den des Hohenpriesters, des 
Wortes Gottes, der für alle zum Priester geweiht ist, tut die Sitte der
Hebräer betreffs des kund.

Außer dem, was gesagt ist, gibt es noch
Grund für den erlösenden Tod, der im folgenden genannt wird.
Denn da es für seine Jünger notwendig war, mit
Wiedergeburt des Lebens nach dem Tode offenkundig zu sehen, auf
die ihre Hoffnung richten er sie lehrte und um derentwillen er sie auch
 
 

 
antrieb, sich an das Joch der Frömmigkeit zu halten,
mit Recht mit eigenen Augen sehen. Denn diejenigen, die einem
frommen Leben nachgehen sollten, mußten vor
Lehre durch deutliches Schauen in sich aufnehmen, und noch viel mehr
 jene, die ihn bald in der ganzen Welt verkündigen und
allen Völkern dargebotene Gotteserkenntnis
lassen sollten. Es war notwendig, daß gerade sie eine gewaltige Überzeugung 
des Lebens nach dem Tode empfingen, damit sie ohne Furcht
und Zagen vor dem Tode den ἀγών wider die polytheistische Verirrung
 willig unternähmen. Denn wenn
Tod zu verachten, wären sie auch niemals bereit
entgegenzugehen. Deswegen bewaffnete er sie notwendig gegen die
Herrschaft des Todes, indem er nicht mit Reden und Worten ihnen die
Lehre übergab, noch überzeugend und aus Wahrscheinlichkeitsgründen
 mit Worten, den Menschen gleich, einen Befehl über die Unsterblichkeit
der Seele anordnete, sondern indem er ihnen eben durch die Tat
die Siegeszeichen wider den Tod zeigte.

Denn früher war der Tod allen Menschen furchtbar,
ganzes sterbliches Geschlecht verderbte, und seine Herrschaft wurde für
 eine Auflösung der ganzen menschlichen Natur, der
des Leibes, gehalten und niemand hat jemals vermocht, dies Furchtbare
von den Menschen zu entfernen und zu vertilgen. Alle vielmehr waren
sie Wehklager, Kleine und Große,
zumal und Massen und Scharen und aller Völker, aus Furcht
 vor dem Tode, und es gab keinen Trost für die Menschen gegenüber
diesem Übel, kein Wort, keine Sitte, kein Leben, keinen Gedanken der
Weisen, keine Schriften der Vorfahren, keine Weissagungen der Propheten
und keine Offenbarungen der Engel. Besser als alle und höher als alle war der Tod , und es hatte den Sieg inne gegen alle der hohe ,
 ruhmredige, übermütige Tod, durch den das ganze sterbliche Geschlect
geknechtet war und in allerlei Freveln sich wälzte, in Besudelungen
mit Blut, in unrechten Taten und im Irrtum jeder Art der bösen, gott-
 

 
losen Bosheit; denn aller dieser Dinge Ursache war der Tod. Denn
da sie nach dem Tode nicht mehr existierten, so taten sie in ihren
Lebensführungen das, was vieler Tode würdig war, und
einer Rechenschaft nicht unterwarfen, so lebten sie wegen der Auflösung
infolge des Todes ein Leben, das kein Leben war, nahmen weder Gott 
in ihr Denken auf, das gerechte Gericht Gottes,
noch belebten sie die Erinnerung an die ändige οὐσία ihrer
sondern hatten den Tod als den Einen harten Herrscher im Gebrauch 
und redeten sich selbst ein, ß das aus ihm stammende 
 der Leiber eine ösung des ganzen Menschen sei, und nannten 
den Tod den reichen Gott, daher der Name Pluton. Und nicht nur
der Tod war ihnen ein Gott, sondern auch die kostbaren Dinge vor
ihm, die ihnen passen zu einem Leben der Lust. Ein Gott also war
ihnen die Lust der Leiber, ein Gott die Nahrung, ein Gott der Same,
der in die Erde fällt, ein Gott der Trieb dieses Samens , ein Gott die 
Blüte der Fruchtbäume, ein
ein Gott die Liebe der Leiber, ein Gott ihre Lust. Daher die Mysterien
der Demeter und der Persephone und der Raub der Kore zur Unterwelt
und wiederum ihre Rückgabe! Daher die Feste des
Herakles, vom Rausch wie von einem stärkeren Gott besiegt, daher die 
ehebrecherischen Mysterien des Eros und der Aphrodite! Daher Zeus,
der hinter den Weibern herrast und den Ganymedes liebt, und das
Mythengefasel von den Göttern, die die Lust lieben
Leidenschaften! Aller dieser Dinge Ursache aber war der Tod. Denn
sie glaubten, daß der Tod das Ende und die Vollendung des Alls, die Auflösung 
und die Vernichtung der Seelen zumal und der Leiber sei, und
daß es kein anderes Leben gebe als das des Leibes
 und führten daher ein Leben schlechter als
Tiere. 
 Mit ihnen hatte Mitleid der König des Alls, der Logos Gottes, 
 
 

 
 und auf den freundlichen Wink seines Vaters eilte er, um ihnen zu
helfen, und ersann wie ein sehr freundlicher König die 
des Todes durch eine menschliche Natur. Obwohl er selbst das Leben
und der Logos Gottes und die Kraft Gottes war, so beschloß er dennoch,
 nicht ohne den Menschen , dem geholfen wurde, das zu widerlegen, was
den Menschen furchtbar war. Deshalb benutzte er eine menschliche
Waffe und einen sterblichen Leib, er der unkörperlich war, und besiegte
den Tod durch das Sterbliche. Daher wurde eben sein erstes Mysterium
des Leibes gemacht, daher das Siegeszeichen des Kreuzes, daher hieß die
 Erinnerung an das ewige unsterbliche Leben „sein ächtnis“. Er
gebrauchte also eine sterbliche Waffe und zeigte jedermann ein großes
Wunder, indem er ein Siegeszeichen der Unsterblichkeit wider den Tod
aufstellte. Denn er überließ das Sterbliche dem Fraß des Tieres
dem Tode), das aber wurde sogleich ans Holz des Kreuzes geheftet.
 damit die sterbliche Natur von jedermann erkannt würde und niemandem
weder von den Menschen noch von den Dämonen noch von 
den besseren Kräften verborgen sei, was geschah.
genau das Sterbliche sehen, wie es gleichsam in einem großen Theater
die eigene Natur bekannte, damit hinterher der Tod komme wie ein
 wildes Tier und sich als das erweise, was er war, damit dann aber
nach dem Tode die Kraft des Lebens komme und wiederum jedermann
den Sieg wider den Tod hinstelle, indem sie das Sterbliche unsterblich
zeigt. Es verließ also auf kurze Zeit den Leib die Kraft
Gottes, die ihn beherrschte. Der Leib aber wurde ans Holz gehängt
 und war nach kurzer Zeit tot. Aber keineswegs war der Logos, der
Lebendigmacher aller, das Tote, sondern das Sterbliche bekannte seine
eigene Natur. Und darauf wurde das Tote, das jetzt vom Tode beherrscht
ward, von den Menschen herahgenommen und der gebräuchlichen
Fürsorge gewürdigt. Einem Grabe aber
 den Gesetzen der Menschen. Das Grab aber war eine Höhle, die jüngst
 erst ausgehauen war, eine Höhle, die kürzlich
 
 

 
war und noch keinen andern Leib erfahren d h. aufgenommen hatte.
Denn sie mußte für ihn allein Sorge den allein wunderbaren
Toten. Staunenswert zu sehen war aber auch, wie der Fels auf ebenem
Lande allein aufrecht stand und nur Eine Höhle in
er nicht, wenn viele Höhlen in ihm wáren, das Wunder dessen verberge, 
der den Tod besiegt hatte. Es lag also tot da, das Instrument
des lebendigen Gottes, und ein gewaltiger Stein verschloß die Höhle
und der Tod prahlte sehr darüber, als hätte er auch
von Ewigkeit her unter seine Hand getan, aber noch war keine dreitägige
Zeit vorüber, als auch schon das Leben sich wieder zeigte nach 
genügender Widerlegung des Todes. Denn wenn er vorher, schneller
auferstanden wäre, so wäre er
nachdem er wahrhaftig ans Kreuz erhöht und
war Τι· in kurzer Zeit den Tod wahrhaftig erduldet hatte, dann erst
zeigte der Logos Gottes, der Lebendigmacher aller, die allen Menschen 
aufbewahrte Hoffnung durch die Wiedergeburt des Sterblichen.

Was also geschah nachdem? Ich möchte dir
mehr sein für das, was geschah. Diejenigen aber, die
 sahen, sie möchten bessere, glaubwürdigere Zeugen sein,
ihr Blut und durch ihr Leben, durch den Anblick der Taten die Wahrheit 
bestätigten und die ganze Welt durch die Kraft
sie Zeugnis ablegten, mit der von ihnen verkündigten Frömmigkeit erfüllten.
Sie also, die Augenzeugen waren dessen, was damals geschah,
überlieferten durch ihre Zeugnisse die Wiedergeburt, die sie mit eigenen
Augen wahrnahmen. Denn nicht wurde von ihnen das, was geschah, bis aufs 
Wort und auf die Stimme gehört, sondern es wurde sogar in
und genau betastet von denen, die es bezeugt haben. Deswegen
lernten auch sie, die durch den Anblick und in Wahrheit das Offenkundige
wahrgenommen und die Siegeszeichen wider den Tod gesehen haben,
mit Recht den Tod verachten und lehrten eben dies ihre Jünger, nachdem 
 

 
sie die Bestätigung des unsterblichen Lebens von
hatten. So atmete aber auch das ganze sterbliche Geschlecht späterhin
auf von dem Zittern vor dem Tode, deswegen weil er, der früher gefürchtet
war, vor jedermann widerlegt war und weil das Leben nach
 dem Tode wahrhaftige Bestätigung empfangen hatte nicht
nach der Kunst der Sophisten d. b. Schönredner und auch nicht
Auffinden überzeugender Worte, sondern durch Taten, die es ans Licht
brachten. 
 Fernerhin fürchteten sie sich nicht mehr wie früher
 sondern lachten viel und kräftig im Spiel mit dem Schreckmittel des Todes ,
sodaß sie sogar dem Tode nachjagten aus der Liebe
Leben.

Daher entstand fortan den Menschen Fürsorge
für ein heiliges und keusches Leben und Eifer für
an Gott und den Logos und viele Bemühung 
 Frömmigkeit und Abkehr vom Bösen und Gottlosen.
dies, sondern auch über das Leben nach dem Tode wurden fortan bei
jedermann wahre Gedanken erregt und richtiges und wahres Denken
über das gerechte Gericht bei Gott, dem König des
änderte sich seitdem das ganze Geschlecht der Menschen durch unaussprechliche
 Worte zur Vorzüglichkeit, spuckte
zertrat die unwürdigen Gesetze der Dámonen und
den Vätern Vátern her überlieferte Verirrung.

Daben wurden die 
Menschen fortan in der himmlischen Lehre und in den Worten der
Gotteserkenntnis unterrichtet, sodaß sie die mit den leiblichen
 sichtbare Welt nicht mehr anstaunten und verehrten , noch, indem sie
nach oben blickten und Sonne, Mond und Sterne sahen, bis zu ihnen
ihre Bewunderung erhoben und sie darauf beschräkten ,
wurden belehrt, den jenseits von diesen Waltenden , den Verborgenen
und Unsichtbaren, den Schöpfer alles dessen, was existiert,
 des Alls, zu bekennen und ihn allein zu fürchten.

Fernerhin
glaubte, wer in der neuen Lehre erzogen war, nicht mehr wie früher,
ß die üssige, ängliche, seelen- und vernunftlose
noch die στοιχεῖα: Erde, Wasser, Luft und Feuer ötter seien, da
ihm gelehrt war, daß die Vörzüglichkeit seiner
 ist als sie.

Fernerhin war er nicht mehr wie früher
 
 


 
seiner eigenen Leidenschaften, noch ward er von lüsternen Leidenschaften
besiegt — damals aber war er besiegt worden, ohne zu siegen
— noch machte er sie sich ferner zu Göttern, da ihm
das Böse und alle böse Lust und Torheit mit
Denken und aus seiner Seele auszurotten, sodaß er nicht einmal wagte, 
ein Weib in schändlicher Lust anzublicken.

Fenerhin staunte
er nicht mehr wie früher über den Dolmetscher seiner Seele d. h. den
Körper , noch wagte er ihn Gott zu nennen, noch nannte er jetzt seinen
Geist Athene, noch andere Dinge dem entsprechend, sondern er erkannte
an und segnete pries allein den, der jenseits von allem ist, den 
göttlichen Logos, den Künstler des Alls, die Weisheit des Allgottes als
seinen Erlöser.

Fernerhin nannte er nicht mehr, noch rief er
an wie früher als Heroen und Götter sterbliche Menschen, die in
schimpflichem Ausgang aus dem Leben schieden und dem Tode Macht
über ihr Leben gewährten, sondern er bekannte ihn allein, der besser ist 
als der Tod, den Sieger, der das Siegeszeichen wider die Macht des
Todes in den Händen hält, aks seinen Erlöser.

Fernerhin staunte
er nicht mehr wie früher die seelenlosen Götzen an, noch verehrte er
die unvernünftige Natur der Tiere in widernatürlicher Dämonenfurcht,
 sondern er lachte über den Irrtum seiner Vorfahren und wandte sein 
Angesicht ab von ihrer Art der Verehrung , die ohne Gotteserkenntnis
und ohne Gottes lehre war .

Fernerhin staunte er nicht mehr
wie früher das Bild böser Dämonen an, noch die irrige Halluzination
irdischer Geister, den Satan , der durch die mächtige Macht des Einen
Logos, des önigs, gebunden ist, da ihm gelehrt ist, durch sie das 
ganze Geschlecht der den Menschen nachstellenden Dämonen aufzulösen
und zu vernichten und aus den Leibern und Seelen eben jene
Schäden zu vertreiben.

Fernerhin verunreinigte er sich nicht
mehr wie früher durch durch Libationen und Fett, noch durch Blut und Opfer
noch durch Opfer unvernünftiger Tiere, wieviel weniger ergötzte er
sich an Menschenmorden und Menschenopfern, da er belehrt ist, daß 
Gott nichts bedarf, noch sich freut über die ὕλη des Leibes, noch über
den Rauch des irdischen Opfers, sondern nur an einem erleuchteten
 
 

 
Verstande, an Reinheit der Seele und Heiligkeit des Lebenswandels,
 an rauchlosen, unblutigen Opfern, deren Darbringung der Erlöser
in der ganzen Menschenwelt zu seinem Gedächtnis durch
Worte angeordnet hat.

Fernerhin erdreistete er sich nicht mehr
 wie früher, die Speisen des Leibes und die Trunkenheit, noch die Lust
und seine Leidenschaften Götter zu nennen, da ihm durch die Worte
seines Erlösers gelehrt ist, seine Glieder auf Erden zu töten.

Fernerhin wurde er nicht mehr erregt, wenn er vom Tode hörte, noch
fürchtete er die Auflösung seiner Seele mitsamt dem Leibe, noch
 nannte er den Tod Gott, sondern er bekannte nur den Einen, der oberhalb
von allem ist , den lebendig machenden Logos Gottes als seinen
öser und als den Besieger des Todes.

Mit so viel frommen Lehren also ist der bewaffnet, der in
der neuen Lehre erzogen ist, die er nicht einmal denen preisgibt, die
 mit Gott wider die Wahrheit zu kämpfen wagen, sondern er steht fest
im Geist gegen Feuer und Eisen, ist standhaft gegen wilde Tiere, gegen
die Tiefen des Meeres und gegen die übrigen Schrecken des Todes. Es
spielen mit dem Tode, der früher furchtbar war und von dem zu hören
man sich scheute, solche, die Kinder und Weiber ihrer Natur nach 
 sind . Barbaren aber und Griechen zumal, die inbetreff des unsterblichen
Lebens volle Überzeugung durch die Auferstehung unsers Erlösers
gewonnen haben, jagen einem Leben vorzüglicher Weisheit und
Gottesfurcht nach, indem sie das Siegeszeichen wider den Tod und das
ewige, künftige Leben ihrem Erlöser zuschreiben.

Deswegen
 handelt fortan eben dasselbe Geschlecht der vernünftigen Menschen
— dem ja deswegen zu teil geworden ist, auf Erden zu wohnen —
 handelt eben dasselbe seiner Natur gemäß, da es gelehrt ist,
Erinnerung an den allguten Gott zu leben und den Prophetieen der Pro-
pheten zu entsprechen, die früher vor Myriaden Jahren
 „Es sollen sich erinnern und umkehren zum Herrn, ihrem
Gott, alle Enden der Erde und vor ihm niederfallen alle Familien der
Völker; denn dem Herrn gehört das Reich und
der Völker.“

Daher bestehen in der
 Lehr orte und Schulen und daher werden die Worte Gottes und die
 
 

 
Lehren eines keuschen und gottestürchtigen Lebenswandels in die Ohen
aller Völker verkündigt.

Daher ehren in jeder stadt und an
jedem Orte Scharen von über all her den Logos Gottes, den lebendigmacher
aller, mit Siegeshymnen.

Daher bringt auch das
Menschengeschlecht dem Allkönig Gott Gesänge dar, die mit denen der 
Engelscharen im Himmel übereinstimmen. Fortan senden zumal mit
denen, die um den allerhöchsten Gott kreisen: den Geistern verständigen,
unköperlichen kräften, auch sie, denen zu teil geworden ist,
unten auf dem στοιχεῖον der Erde zu wohnen, die vernünftigen
Seelen der Gerechten, durch den Leib, mit dem sie bekleidet sind, wie 
durch ein musikalisches Instrument die gebührenden Gesänge und
schuldigen Segenslieder dem Einen Erlöser und der Ursache alles
Guten. Was früher niemals stattfand — jetzt läßt das ganze Geschlecht
der Menschen in der ganzen Menschenwelt die Gott, dem König es
Alls, schuldige Frucht an jedem Tage zu denselben Stunden und in den 
gleichen Zeiten wie auf Eine Verabredung sprießen .

Jetzt sind die Familien der Dämonen und die Mythen der
Götter, die längst vernichtet sind, bald vergessen, erneut aber ist bei
jedermann und verjüngt das Wort Christi. Jetzt werden die göttlichen
Gesetze und Lektionen auf der ganzen Erde verkündigt und machen alle 
Menschen keusch, und von gottesfürchtiger Zucht sind erfüllt in Wahrheit
alle Plätze der Barbaren und Griechen. Jetzt senden fremdsprachige und
vielsprachige Zungen in Einer Lebensart und nach Einer Verabredung
übereinstimmende Segenssprüche an den Schöpfer des Alls und hängen
Einem Worte und demselben Gesetz, Einem gottgeziemenden Mysterium 
und derselben Lebensführung an. Jetzt ist Eine Harmonie der Seelen
und Übereinstimmung der Lehre in der ganzen Welt geschaffen, und
auf der Stelle loben zugleich mit denen, die im Osten wohnen, diejenigen,
denen es zu teil geworden ist, im Sonnenuntergang zu wohnen, in Einem
Augenblicke mit denselben Lehren den Einen jenseits von allem waltenden 
Gott, den Herrn der ganzen Welt, und es bekennen keinen andern denn
nur den Christus Gottes als die Ursache ihrer Hülfe und nennen ihn
Erlöser zugleich mit denen, die im Süden wohnen, diejenigen, die den
Norden innehaben. Sie ehren Gott so mit denselben Worten, daß man
meinen könnte, der Barbare sei bald nicht einmal mehr am Worte von 
dem Griechen zu unterscheiden, und daß der Grieche kein anderer sei
 
 

 
der Barbare. Denn bei Gott gibt es weder Barbare noch Grieche. Denn jeder,
der Gott ürchtet, ist ein Weiser. Jetzt sind die Ägypter, Syrer, Skythen,
Italer, Mauren, Perser, Inder, sie allzumal weise geworden durch die Lehre
Christi, sind in denselben Dingen weise und allzumal übt, den Tod zu
 verachten und dies Leben gering zu ätzen, bieten vielmehr Eine gute
Hoffnung durch die ßung des Logos, unsers ösers, dar. Aber sie
haben auch gelernt, ß sie das unsterbliche Leben der Seele in der Wohnung
des ölbes und das Reich Gottes empfangen üden, das er als
ein Pfand denen ß, die von hier dieser Erde Lebewohl gesagt
 haben. Eben durch Werke ätigte ihr öser die Verheißung:
durch den Kampf mit dem Tode, wodurch er seinen üngern die Nichtigkeit
des bei jedermann ürchteten Todes zeigte und das von ihm
ihnen versprochene Leben ihren Augen durch offenkundigen Anblick
hinstellte, damit sie es ähen, und sein Bild zum Erstling unserer Hoffnung
 sowohl auf ein Leben in änglichem Leibe als auf die Unsterblichkeit 
Sterblichkeit der Seele und auf die engelgleiche ät durch die
Auferweckung machte.

Die ösenden und der Welt helfenden
Taten der Offenbarung des öttlichen Logos unter den Menschen sind
also diese. 
 Wenn aber jemand will, ß zum Überfluß auch Myriaden andere
Beweise über öttliche die öttliche Kraft ählt werden, so wäre ihm Muße
des Geistes ötig zur üfung der Dinge, die über ihn geschrieben sind.
Von diesen will ich wenige voraussagende Worte über die Taten, die
von ihm geschehen sollten, die er zum Beweise seiner Gottheit vorher
 ündigte, aus den Schriften seiner ünger ählen und als Schluß
jenen vorlegen, die den Anfang meines Sermons nicht anerkennen.

Schön ist es, fortan von dem gemeinsamen öser aller selbst 
zu ören, der mit den Menschen redete und nach Art eines guten Vaters
mit seinen öhnen gleichsam Kind ward und durch das äß, das er nahm,
wie durch einen Dolmetscher Antworten gab, soweit es die Natur der 
Sterblichen zu ören vermochte. Denn als er seine Theophanie unter
den Menschen veranstaltete, zeigte er zwar viele andere offenbare Beweise
der Kraft seiner Gottheit durch Taten, — wenn jemand will,
kann er sie aus den üchern über ihn sammeln, — aber wiederum ist
auch dies kein geringer, ür seine Wahrheit eintretender Beweis, der in 
seinen eigenen Worten besteht. Eben sie üssen wir denen nahe bringen,
die nicht leicht seinen wunderbaren öttlichen Taten beistimmen, damit
sie auch jenem anderen glauben, das über ihn ündigt ist. Und
nicht gering ist auch der Beweis durch die Kraft, die seine Worte
denen ähren, welche Verstand haben. Denn wie wir oftmals sogar 
diejenigen, die wir mit unseren Augen nicht sehen, sondern deren Worte
wir nur ören, kennen und nach dem örten urteilen über den, der
da redet, ob es ällig ein Grieche oder ömer oder gar ein Ägypter,
ob er der Lebenszeit nach alt oder jung, ob es der Ton eines Weibes
oder Mannes, ob es die Stimme eines Weisen und ünftigen oder 
im Gegenteil eines Toren und Idioten ist, äß aber auch: selbst
wenn wir ällig nicht vor Augen haben och sehen jene göttlichen
Taten, die der öttliche Logos vollbrachte, als er auf Erden seinen
Umgang hielt, sondern selbst wenn wir auch nur urteilen aus der
Lehre seiner eigenen Worte, deren Stimme seltsam ist und das gemeine 
Denken übersteigt, und aus dem Vorherwissen der ünftigen Dinge
die er voraussagte, und aus dem was er auch in äteren Zeiten zu Zeiten
tun versprach, und aus der üllung der vorausgesagten Dinge, deren 
Vollendung bis jetzt vor unseren eigenen Augen infolge seiner Kraft
 gewirkt wird, — äß) ist nicht gering der Beweis, der sich inbetreff 
der Dinge ergibt, welche seine Gottheit bezeugen. Denn die
von ihm geschehenen Wunder verteilen sich auf zwei Zeiten: auf die-
 

 
jenige, die vergangen ist, in der er seinen Umgang auf Erden
hielt, wie in den Evangelien berichtet ist, und zweitens auf die ätere
 Periode , die sich bis zu uns selber erstreckt. Denn die gewaltigen
Taten, die er üher vollbrachte, als er auf Erden mit den Menschen
 zusammen war, konnten diejenigen offenkundig sehen, mit denen er
in jener Zeit ällig zusammentraf. zusammentraf. Eben sie aber sind uns verborgen
und liegen nur ungesehen vor uns . So konnten hinwieder auch die
Dinge, die zu unserer Zeit nach seinen voraussagenden Worten in ihrer
Ordnung üllt wurden und die eben in ihren Wirkungen bis jetzt
 von uns gesehen werden, von denen, die damals und in jener Zeit
 lebten , wo sie vorausgesagt wurden, noch nicht in ihrem örigen
Ausgang ßt werden, und vielleicht erschien ihre Erfüllung den
äubigen öglich. Aber es ist wahrscheinlich, daß auch damals
 diejenigen , die ihrer Art nach Leute von Verstand waren, obwohl sie
 den Ausgang der voraussagenden Worte nicht sahen, dennoch sie um
seiner übrigen Taten willen glaubten. Denn wie sollte es nicht wahrscheinlich
sein, ß diejenigen, welche mit ihren eigenen Augen die
offenbaren öttlichen äfte, Zeichen, Wundertaten und werke, die
jede sterbliche Natur übertrafen, sahen, ß sie) nicht nur an das, was
 man damals sah, sondern infolge dieser Dinge auch an das bereitwillig
glaubten, was ür spätere Zeiten das Vorherwissen verbürgte ? Daher
wiederum ört es sich auch ür uns selber, infolge Wunder, die
wir mit unseren eigenen Augen wahrnehmen, auch jenen damaligen beizustimmen,
die von seinen üngern bezeugt sind. Denn jene Dinge ,
 die uns von den Vorfahren nur überliefert sind, weil sie es örten,
werden mit unseren eigenen Augen • und ügen denen,
Geist unverdorben ist, ß sie Beweise sind zum Siegel ür Geschriebene.
Was das ür Dinge sind, die damals noch nicht waren und
noch nicht bestanden und noch nicht ins ßtsein der Menschen getreten,
 wohl aber von ihm öttlichem Vorherwissen
und ür ätere Zeiten überliefert waren und bis jetzt in unserer eigenen
Zeit sichtbar sind, sie aus folgendem kennen zu lernen, ist tunlich.

Es gab einmal einen ühmten Mann im Heere, der einen
Rang und eine Machtstellung bei den ömern inne hatte. Da sein geliebter
 Sklave, dem die Glieder ähmt waren, zu Hause 
und da er sah, welche äfte unser öser an anderen zeigte, wie er
 
 

 
die Kranken gesund machte, alle Schmerzen und alle Leiden heilte, und
da er im Geiste urteilte, ß das Wunder keineswegs von Menschen
sei, so nahte er sich ihm wie einem Grotte, indem er nicht auf das sicht-
bare äß des Leibes blickte, durch das er den Umgang mit den
Menschen hielt, sondern auf den unsichtbaren Gott, der durch das Sterbliche 
die eigene üchtigkeit offenbarte. Deswegen fiel er nieder, nieder,
huldigte ihm, bat und flehte ändigst, auch selber ür seinen Sklaven
der Hilfe von Gott teilhaftig zu werden. Als unser öser zu ihm
sagte: „Ich will kommen und ihn heilen", antwortete ihm der Chiliarch
— denn dieses Ranges war er bei den ömern ürdigt worden — 
und sprach zu ihm: „Herr, ich bin nicht wert, ß du unter mein Dach
eintretest, aber sage nur ein Wort, so wird der Sklave geheilt werden.
Denn auch ich bin ein Mann in Machtstellung und habe Soldaten unter
mir. Sage ich zu diesem: gehe hin, so geht er, zu einem andern:
komme, so kommt er, und sage ich zu meinem Diener: tue dies und 
das, so tut ers." Was nun Öser auf auf diese Bitte hin tat, öre
nicht von mir, sondern aus der Schrift, indem sie äblich so lehrt:
„Als aber Jesus dies örte, wunderte er sich und sagte zu denen, die
ihm folgten: Nicht einmal in Israel habe ich solchen Glauben gefunden.
Ich sage euch aber, viele werden kommen von Morgen und Abend und 
werden zu Tische sitzen mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich.
Die öhne des Reichs aber werden in die äußerste
hinausgehen." Dann nach diesen Worten sagte er zum Chiliarchen:
„Gehe hin, wie du geglaubt hast, wird dir geschehen. Und sein Sklave
ward geheilt seit dieser Stunde. Und als sich der Chiliarch nach 
seinem Hause wandte, fand er in derselben Stunde seinen Sklaven
gesund."

Mit welcher Vollmacht also die Stimme unseres ösers hervorging
und welche üglichkeit er gezeigt hat und mit velcher
Kraft er üllt war und mit welcher Freundlichkeit und Geneigtheit 
zum Wohltun, ß er bereitwilligst sein Kommen verhieß, welcher
Art aber auch das Wunder der Wohltat war, kann man nicht ürdig
erkennen. Denn ß er dem Chiliarchen nicht mehr sagte als „wie du
 
 

 
geglaubt hast, wird dir geschehen", und ß er zugleich mit dem
Worte auch seinem Kinde die Heilung gab und sofort von der 
Krankheit befreite ihn, der binnen kurzem in der Gewalt des Todes
gewesen wäre, wie sollte das nicht beweisen, daß in Wahrheit Gott
 durch menschliche Stimme redete? Wenn aber jemand dies ür schwer
glaublich ält wegen des Übermaßes des Wunders, so ürde er dennoch
nicht geziemend die Vorhersagung als Vorwand gebrauchen önnen, da
durch sie der Beweis ür sein Tun ößer erscheint, wenn er sich zu
Herzen nimmt, wie damals nur Ein ömer es war, der zu unserm
 öser kam, ein Chiliarch, der ein ößeres und besseres Bekenntnis
ür ihn zeigte als das Volk der Juden, wie aber unser Erlöser weissagte,
ß viele anstatt des Einen sein werden, die gleich jenem sich
ihm nahen ürden von denen, die im Sonnenaufgang und in den
Gegenden des Ostens und im Sonnenuntergang wohnen, die durch die
 Erkenntnis und durch das Bekenntnis zu ihm bei Gott an Ehre gleich
ürdigt werden mit den Vorfahren der äer. Weil aber auch
der Vorfahr jener, eben der gepriesene Abraham, der von ötzendienerischen
ätern abstammte, sein Leben änderte, von dem Irrtum
der vielen Götter zurückwich und Einen über alles regierenden Gott
 erkannte, so sagte dieser Jesus voraus, ß ihm und seinen Kindern,
Isaak und Jakob, Myriaden gleich sein ürden in der ganzen Menschenwelt,
und zwar besonders diejenigen ölker, die im Osten, und diejenigen
 Leute , die im Westen wohnen, und er ügt diesen Worten 
auch das ößte seiner ßung hinzu. Die Juden selber sagt er ,
 die öhne jener Gottgeliebten, die stolz sind auf Abraham, Isaak und
Jakob, sollen, weil sie sich wider ihn erhoben und nicht an ihn glaubten,
als des Lichtes der Erkenntnis Beraubte „hinausgehen in die äußerste
Finsternis", indem er so ihre Unwissenheit und die äußerste Torheit
und den Mangel an ösendem Licht voraussagt. Hier ziemt es sich,
 
 

 
unsern Sinn auf die Erfüllung zu lenken und mit eigenen Augen wahrzunehmen,
wie die Juden, die sich rühmen, des Geschlechts jener genannten
gottgeliebten Männer zu sein, ausgestoßen sind nicht nur aus
dem Reiche Gottes, sondern auch aus ihrer eigenen heiligen und königlichen
Hauptstadt, in welcher sie allein, wie das Gesetz es bestimmte, ihren 
glänzenden Gottesdienst vollziehen sollten, und wie sie Knechte wurden
 aus Freien, früher Söhne vorzüglicher Väter, und vermischt mit fremden
Völkern — was ihnen nicht gestattet war — in einem Lande, das nicht
ihr eigen war, umherirrten, sodaß ihnen nicht einmal erlaubt war, aus
der Ferne das Land ihrer Verehrung zu sehen. Ohne Führer und ohne 
Könige, die sich ablösend bei ihnen als Herrscher eingesetzt wurden,
standen sie da und waren Untertanen derer, die ihre Tempel von Grund
aus zerstörten und ihr ganzes Volk bezwangen; weder gab es einen
Propheten bei ihnen wie früher, noch eine Offenbarung wie früher, noch
eine Hilfe oder ein göttliches Werk. All dies kam durchaus nicht bevor, 
sondern nachdem unser Erlöser sein Antlitz von ihnen abgewandt
hatte, über sie, entsprechend seinen Prophezeiungen. Dies über die
Juden also derart.

Anstatt des Einen Chiliarchen aber, der in jener
Zeit sich unserm Erlöser nahte, kam eine unsagbare Anzahl von Leuten
aus allen Völkern, nicht Chiliarchen allein, sondern auch die Menge der 
römischen Truppen wie auch Myriaden von Herrschern und ἡγεμόνες,
die über Völker und Länder mächtig sind, und andere, soviele an Ehre
und Rang viel höher sind als diese, eben diejenigen, die im Königshause
stolz sind, — kamen gleich jenem Chiliarchen zum Christus
Gottes, erkannten durch seine Lehre den Gott derer, die bei den 
Hebräern als gottgeliebte Menschen glänzten, und wurden in gleicher
Weise wie sie des Geschenkes von Gott, dem König des Alls, gewürdigt.
Wenn aber jemand sich zu Herzen nimmt, wie viele Scharen von Christen
und Kirchen es in Myriaden Mengen im Lande der Perser und der Inder
geben soll, die im Sonnenaufgang wohnen, und wie durch die Worte 
unsers Erlösers bei diesen Weiber, liebende Jungfrauen und Männer
zur vollendeten Heiligkeit übergehen und zur Enthaltsamkeit eines
philosophischen und züchtigen Lebens, und wie Myriaden Bekenner
Gottes eben unter ihnen leben,

und wie eben sie den, der vom
Samen Abrahams aufleuchtete, den Christus Gottes bekennen und durch 
 
 

 
neue Geburt in ihm Kinder Abrahams geworden sind und eben das
vorhersagende Wort unsers ösers versiegeln, wie gerade ebenso
aber auch in den westlichen Teilen der Welt alle Spanier und Gallier 
und wie man in den ändern der Mauren und Afrer, sogar im Ozean:
 und in Britannien Christus bekennt und den Gott Abrahams, lsaaks und
Jakobs anerkennt und auch in Gebeten anruft und als Teilhaber jener
äter) in der Gottesverehrung erscheint — wenn also jemand eben
dies zu Herzeu nimmt, dann wird er verstehen, welches die Kraft des
Logos war, der vorher ündete und sagte: „Viele werden vom Aufgang
 und vom Untergang kommen und werden zu Tische liegen im
ße Abrahams, lsaaks und Jakobs im Himmelreich." Dies also mit
dem Chiliarchen. Aber auch zu andern Zeiten, als er mit den üdischen
Lehrern zusammen redete, prophezeite er dem Ahnliches und redete in
dieser Weise: „ Wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und
 die Propheten, alle im Reiche Gottes, euch aber hinausgeworfen, dann
werden sie kommen von Morgen und Abend , von Westen und üden
und werden zu Tische sitzen im Reiche Gottes." Eben diese Worte 
empfangen ihre ätigung offenbar durch die Bekehrung aller Völker
zu dem über alles waltenden Gott. Dies also sagte er jenen über die
 Bekehrung aller ölker zu dem über alles waltenden Gott.

Durch welche änner er bereit war, eilends die Berufung der
ölker zu veranstalten, kannst du aus der Schrift seiner Jünger lernen,
die in dieser Weise lautet: „Da Jesus entlang ging am Landsee von
äa, sah er zwei üder, Simon, genannt Petrus, und seinen Bruder
 Andreas, wie sie Netze in den See warfen; denn sie waren Fischer.
Und er sagte zu ihnen: Kommt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern
machen. Sie aber ßen in derselben Stunde die Netze und
gingen ihm nach. Als er weiter wandelte von da, sah er zwei üder,
Jakobus, den Sohn des äus, und seinen Bruder Johannes, im
 Schiff mit ihrem Vater äus, und er berief sie. Sie aber verließen
in derselben Stunde das Schiff und ihren Vater und gingen ihm nach."
Eiu anderer Schriftsteller aber hat geschrieben, ß er zweimal zum
 
 

 
Simon gleich diesem prophetischen Wort geredet habe: Da Jesus ämlich
viel Volks anlag, sagt er, sei er in eins der Schiffe gestiegen, das
dem Simon örte, und als er darin ß, dolmetschte er her Menge.
 Xach ügender Belehrung aber, weil es geziemend war, ß er auch
ein öttliches Werk zu seinen Worten ügte zur Hilfe derer, 
die es sahen, befahl er dem Simon, seine Netze zum Fange auszuwerfen.
Der aber sprach zu ihm: Die ganze Nacht haben wir gearbeitet, aber
nichts gefunden; auf dein Wort jedoch will ich die Netze auswerfen.
— und ührte den Auftrag aus. Als sie aber eine ße Menge Fische
einfingen, zerrissen die Netze öllig, von der Menge beschwert. Da 
riefen sie die Leute im Nachbarschiff zu Hilfe. Als sie dann die
Fische in die öhe gezogen hatten, üllten sie beide Schiffe, sodaß Gefahr
fahr vorhanden war unterzugehen. über wunderte sich Simon,
staunte und bekannte, nicht wert zu sein, ß unser öser sich ihm
ähere. Der aber zeigte ihm das Bild des ünftigen, offenbarte auch 
seine Deutung, und Jesus sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, von jetzt
an sollst du Menschenfischer sein.“ äischen Männern, die nichts
weiter kennen als die syrische Sprache und die auch dem niedrigen
und armseligen Gewerbe der Fischerei nachgehen, versprach unser öser
mit Recht, er werde sie zu Menschenfischern und Herolden seiner 
Lehre machen, und hat sie dazu gemacht, ohne seine ßung
ügen zu strafen, und hat die Kraft Gottes wirksam gezeigt für eine
Sache, die jede üchtigkeit der Menschen übertrifft. Denn wenn er die
ünftigen und Weisen oder die geehrten und reichen Leute unter
den Juden zu sich ührt und sie als Lehrer seiner Worte benutzt 
ätte, so äre es vielleicht ür ür jemanden natürlich zu meinen, daß die
Sache menschlicher bereitet sei. Denn so pflegen die meisten der
Menschen sich unterzuordnen: entweder durch Geschenke von den Reichen
ödert, oder durch die üglichkeit der Worte und die Phantasie]
der Weisheit irre geleitet, oder die Macht angesehener Personen ürchtend. 
Er aber benutzte nicht derartige ünger, sondern im Gegenteil Arme
und ühmte, bescheiden an Redegabe, der Sprache nach Syrer,
niedrig und armselig im Beruf σχῆμα), und war durch sein Werk offenbar,
indem er allein die öttliche Kraft verwandte, die er zeigte, indem
 
 

 
er sie zuerst mit Einem Worte berief und zu seinen ängern machte
und indem er ihnen dann ß, er werde sie zu Fischern und
Herolden der Menschen machen, damit sie anstatt der Netze, die sie
hatten, von ihm das Netz empfingen, das aus allerlei Worten der Gesetze
 und Propheten und aus solchen seiner eigenen öttlichen
Lehre gewebt war, und damit sie es in das Meer der Menschenwelt ürfen 
und einfingen, soviele sie änden, indem sie ihre geistigen Netze mit
jeder Art ünftiger Fische üllten. Aber dies waren, als man damals
im Worte es örte, Phrasen und öne und nichts Das Work
 aber der öttlichen Kraft stellte er nicht lange darauf hin und vollendete
eben das in Taten, was vorher durch Worte gesagt war, ß in
kurzer Zeit die ganze Menschenwelt zumal ählige Scharen er von
diesen armen und laienhaften Menschen Gefischten ß und jeder
οἱ der Griechen und Barbaren mit Kirchen üllt wurde wegen jener
 Einen ßung des öttlichen Wortes, durch welches er verhieß,
nicht ß er seine ünger belehren , sondern ß er sie zu Menschenfischern
machen werde, ß er die Zukunft nicht nur vorher kannte
und vorher sagte, sondern auch als äter so ßen Wissens erschienen
ist. Er sprach durch das Wort und hat gewirkt durch die Tat; er
 stellte die Zukunft durch Symbol und Bild dar und hat sie durch sein
Wirken vollendet. Denn denen, die vor alters üher in der Finsternis
 fern vom Lichte der Wahrheit und in der Nacht der Gotteserlcenntnis
arbeiteten und keinen ür die ösung einfangen konnten, leuchtete er
in seinem Glanze auf und befahl denen, die an den Tag und ans Licht
 kamen, nicht auf die eigene Kunst, sondern auf sein Wort zu vertrauen
und die Netze in die Tiefe zu werfen. Die aber brachten eine
so ße Menge von Fischen zusammen, ß die Fanggeräte zerrissen
und die Schiffe in Gefahr kameD, infolge der Belastung in die Tiefe zu
sinken. Als dies aber so geschehen war, brachte er den Simon zum
 Erstaunen und zu nicht geringer Furcht. Aber dies öge dich nicht
erschrecken, sagte unser öser zu ihm; denn noch ist es Kinder spiel
und ein Bild des ünftigen. Denn dies sind stumme und unver-
 

 
ständige Fische, und dies sind Fahrzeuge und Netze, aus seelendoser
Hyle gefertigt, aber derartig sind nicht die Abbilder dieser Dinge.
Etwas äter also, das ßt vielmehr: augenblicklich jetzt auf der
Stelle, wirst du ein Menschenfischer sein, wirst du von dieser üdenden,
nutzlosen Fischerei ablassen, vielmehr ein Fischer ünftiger 
Lebewesen anstatt der ünftigen werden und nicht mehr
 aus den Tiefen des Meeres, sondern aus der salzigen Bitterkeit der Welt
und aus den finstern Winkeln der Gottlosigkeit und Schlechtigkeit
zum geistigen Licht und zur reinen Luft heraufziehen diejenigen, die
von dir gefangen werden, das ßt vielmehr: du wirst sie zum Leben 
fangen dadurch, ß du ihnen das Leben, aber nicht den Tod förderst.
Denn die aus dem Meere stammenden Fische, die vorher in der
Finsternis und in der Tiefe leben, gehen sofort zu grunde, sobald sie
Licht und Luft erlangen, diejenigen Fische aber, die von dir unter den
Menschen gefangen werden aus der Finsternis der Unwissenheit, ändern 
sich um und werden zum öttlichen Leben gefangen. Deswegen sprach
er: „Von nun an wirst du Menschenfischer sein." Dies sagte unser
öser mit öttlicher Kraft vorher und dies zeigte ebenderselbe Erlöser
durch Werke als ässig und wahr. Wieviel Myriaden Menschen
also jener Fischer, der Netzwerfer, der Syrer, anstatt der Jagd auf 
Fische erbeutete durch die mit öttlicher Kraft gewebten Netze verborgener
Worte, kann man öglich in eine Zahl fassen. Das Sichtbare
aber ist das Gesicht des Unsichtbaren. Denn was der lange Aeon
der Welt vor der Theophanie unsers ösers nicht heryorbrachte, was
weder Mose, der Gesetzgeber der äer, noch die Propheten Gottes 
nach Mose, noch Myriaden anderer Fischer, die üher die göttliche
Lehre den Menschen ündeten, nicht zu tun vermochten, obwohl sie
die ganze Nacht hindurch vor seiner Erscheinung viel arbeiteten, das
hat der äische Mann, der Arme, der Barbar seiner Sprache nach,
eben jener Simon getan. Ein Beweis aber ür das damals von Simon 
Vollbrachte sind die bis jetzt leuchtenden Kirchen, die viel voller sind
an geistigen Fischen als jene Fahrzeuge, wie es die ist zu Cäsarea in
ästina, wie die zu Antiochien in Syrien, wie die in der Stadt der
ömer. Denn man berichtet, ß Simon selber diese Kirchen und alle
 
 


 
in der Nachbarschaft ündete, und diejenigen in Agypten, eben 
Alexandrien stellte er ferner selber, freilich nicht durch sich, sondern
durch den zum ünger gewonnenen Markus ür sich auf. Während er
ämlich selber in Italien und unter den ölkern weilte, machte
 er seinen ünger Markus zum Lehrer und Fischer ür die in Ägypten. die
Richte aber deinen Sinn auch auf die übrigen ünger unsers Erlösers,
denen er ß, er werde sie zu Menschenfiscbern machen, und 
 denen er sein Wort durch die Tat zeigte. Bis jetzt also schafft und
wirkt derselbe, indem er überall auf Erden zugegen ist und die ganze
 Menschenwelt mit seinen geistigen Netzen üllt und mit vernünftigen
Fischen der Barbaren und Griechen aus jedem Geschlecht, aus der
Tiefe des ösen und aus der Finsternis der Gottlosigkeit die Seelen
der Menschen herausziehend, sie hinwendend an jedem Tage und zu
jeder Stunde zu dem Lichte der von ihm ündeten Gotteserkenntnis.
 Indem dies so mit unsern Augen gesehen wird, scheint es mir ein
zweifelloses Zeugnis ür die Theophanie unsers Erlösers darzustellen.

Willst du aber auch das dritte Wort der öttlichen Stimme
ören, die vorhersagte, daß seine ünger in aller Welt leuchten würden,
so öre auch dies. Es liegt aber in folgender Weise vor: „Ihr seid das
 Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berge gebaut ist, kann
nicht verborgen bleiben. Man ündet auch nicht ein Licht an setztes
es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es allen,
die in dem Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen,
damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel
 preisen." Hier sagte er wiederum zu jenen Fischern, die aus dem
Lande äa kamen — es ist aber ein Winkel äas, der so genannt wird,
am ücken gelegen, über den auch unter den Propheten Jesaja
ündet ündet und ausruft, indem er zugleich auf die Verborgenheit des
Landes und zugleich auch auf die Erscheinung unsers dortigen ösers
 hinweist: „Galiläa der ölker, ein Volk, das in Finsternis sitzt,
sah ein ßes Licht" — jenen also, die von dort stammten, gewöhnlichen,
bescheidenen Leuten, laienhaft an Rede, armselig an Lebens-
weise, eben jenen Fischern sagte er, ß sie das Licht der Welt sein
ürden, und ätigte durch die Tat diese Verheißung, sodaß eben
 
 

 
jener Simon, genannt Petrus, aus Kapernaum, einer Stadt äas, auszog,
Myriaden Seelen der Menschen durch das Licht der Gotteserkenntnis er-
leuchtete und in der ganzen Welt bis zu den ändern des Westens bekannt
wurde, und ß) die Erinnerung an ihn bis jetzt bei den ömern ößer ist
als an die, die üher waren, ß er sogar einer herrlichen ätte 
vor der Stadt ürdigt wurde, zu dem wie zu einem ßen Heiligtum
und Tempel Gottes Myriaden Scharen des ömischen Reiches eilten.
Wie sollte dies nicht die Wahrheit dessen ätigen, was er seinen
 Jüngern sagte: „Ihr seid das Licht der Welt. So aber leuchtet ferner
auch der Name des Johannes, des Sohnes äi, den er beim Fischfang 
mit seinem Vater und Bruder die Netze flicken sah und den er
derselben Berufung und ßung ürdigte, in der ganzen Welt, und
seine Worte erleuchten die Seelen der Menschen durch die von ihm
überlieferte Schrift des Evangeliums, die in mancherlei Sprachen, griechische
chische und barbarische, verdolmetscht ist und allen ölkern alle Tage 
ins Ohr ündigt wird. Und besonders auch ehrt man die ätte
dieses Apostels zu Ephesus in Klein asien herrlich und beweist damit ,
ß die Erinnerung an das Licht seiner üglichkeit in Ewigkeit
nicht vergessen wird. So werden auch die Schriften des Apostels
Paulus mit Recht in der ganzen Welt ündent und erleuchten die 
Seelen der Menschen. Auch das ärtyrertum seines Todes und die
über ihm sich erhebende ätte wird üglich und gewaltig in
der Stadt Rom bis jetzt gepriesen. Was habe ich ötig zu sagen, ß
auch die Lebensweise, die in der ganzen Welt durch eben die ünger
unsers ösers ührt ist, dem Anblick eines Siegeszeichens gleich 
eine ühmte Stadt ist, die nicht etwas im Verborgenen Gelegenes ist,
sondern die die Mitte aller ädte inne hat, entsprechend dem Wort
unsers ösers: Einer Stadt gleich, die oben auf einem Berge gelegen
ist. Das Wort, das sie über unsern Meister ündeten, war nicht wie
 eins , das unter dem Scheffel verborgen und dem Irrtum und der 
Finsternis überliefert ist, sondern wie eins , das oben auf einen hohen
Leuchter und in die öhe nach ärts gehoben ist und allen, die im
Hause der ganzen Welt sind, leuchtet. Vorauswissen aber und Prophe-
zeiung — und keineswegs nur etwas Befehlendes, sondern auch etwas
 
 

 
die Zukunft Vorauszeigendes — ist dies Wort : „So wird euer Licht
leuchten vor den Menschen." „Licht" aber nannte er durchaus alle,
indem er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt", und keineswegs viele
Lichter, sondern zumal alle Ein Licht, sodaß infolge der Übereinstimmung
 zumal aller Erleuchtung ür die ganze Welt da war. Denn
seine Sache allein war es zu sagen: „Ich bin das Licht der Welt".
Über ihn ist in Wahrheit geredet: „Er war das Licht, das in die Welt
kam, das jedermann erleuchtet.“ Aber indem dies so gesagt und erfüllt
wurde, siehe, wie er ferner auch seinen üngern sagte und und erklärte:
 „Was ich euch in der Finsternis sage, sollt ihr im Lichte sagen, und 
was ihr ins Ohr ört, sollt ihr auf den ächern und
ürchtet euch nicht vor denen, die den Leib öten, aber die Seele nicht
öten önnen; ürchtet euch vielmehr vor dem, der Seele und leib verderben
kann in die ölle.“ Auch hierdurch versprach er eben in den
 ängen der Belehrung seiner ünger, als sie die Dinge noch nicht
kannten und waren wie der, der in Finsternis ist, die Kenntnis des
Lichtes. Denen, die im Verborgenen und in der Finsternis seine Befehle
örten, ohne ß die üllung sichtbar war, prophezeite er, daß
sie ihn offen bei jedermann predigen ürden, und ermahnte sie,
 nicht zu scheuen, sondern die Gefahr mit ganzer Seele zu ertragen und
ihn ins Ohr aller zu ündigen, ohne sich zu ürchten vor denen, die
den sterblichen Leib öten. Denn die Seele kann von den Menschen
nicht ötet werden, weil sie örperlich und unsterblich ist. Denn
nur Gott kann Leib und Seele zumal öten und strafen. Es mag aber
 beobachtet werden, ß er eben hierdurch die Unkörperlichkeit der
Seele lehrte und ein Dogma der Philosophen in kurzen Worten darlegte. 
 Daß er seinen üngern am Anfang ihrer Berufung sagte, er werde sie
zu Menschenfischern machen, und am Ende offenkundig prophezeite, sie
 ürden sofort alle ölker mit Hilfe seiner Kraft zu jüngern machen, wird 
nach dem Evangelium des äus beschrieben .

Nach seiner Auferstehung von den Toten gingen alle
zumal, denen es aufgetragen war, nach äa, wohin er ihnen
gesagt hatte zu gehen . „Und da sie ihn sahen, fielen einige nieder,
andere aber zweifelten. Er aber trat zu ihnen, redete mit ihnen und
 
 

 
sprach: mir ist gegeben von meinem Vater alle Gewalt im Himmel und
auf Erden. Gehet hin, lehret alle ölker und taufet sie im Namen des
Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles,
was ich euch befohlen habe, und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis
an das Ende der Welt." Beachte aber bei diesen Dingen die Überlegung 
der ünger und die Vorsicht ihres Denkens, ß nicht alle ihn
anbeteten, als sie ihn sahen, sondern nur die einen taten dies äubig
und gern, die andern aber hielten ür jetzt ück, ß sie nicht
leicht sinnig und schnell diesem Wunder zustimmten, sondern mit
 reiflicher üfung und aller Vorsicht. Dann am Ende ßen auch sie 
sich überzeugen, zogen aus zu allen Menschen und wurden selbst Prediger
seiner Auferstehung. Da aber in der Schrift der Propheten mit
Bezug auf ihn prophetisch gesagt ist: „Bitte von mir, so will ich dir
ölker zu deinem Erbe geben und deine Herrschaft soll bis an die Enden
der Erde reichen ," sagt er zu seinen üngern, als ob das prophetische 
Zeugnis jetzt durch die Tat üllt ürde: „Mir ist jede Gewalt wie im
Himmel so auch auf Erden gegeben.“ Denn die Herrschaft der
im Himmel hatte er von Ewigkeit an inne, die Macht der Dinge
Erden aber, sagt er, sei ihm jetzt gegeben vom Vater, entsprechend dem
 Worte : „Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe
geben.“ Denn einst, wie Mose bezeugt: „Als der öchste
trennte, bestimmte er die Grenzen der ölker nach der Zahl der
Engel,“ waren die Engel Gottes die Herrscher über alle üher auf
Erden Weilenden . Als sich die Menschheit aber zum polytheistischen
Irrtum wandte und die herrschenden Engel nichts in betreff dieser 
 Sache helfen konnten, lehrte fortan der gemeinsame öser aller
selber durch seine Theophanie nach dem Siege über den Tod, ß nicht
mehr den Engeln, sondern ihm von seinem Vater die Herrschaft
über die ölker auf Erden gegeben sei. Deshalb befahl er seinen
üngern nicht üher, sondern jetzt erst , herumzuziehen und ölker 
zu lehren. Notwendig aber ügt er auch das Geheimnis der Reinigung
Denn er ßte diejenigen, die aus den ölkern sich bekehren, von jeder Befleckung
und Besudelung durch seine Kraft reinigen, weil sie infolge des
ämonischen und polytheistischen Irrtums schmutzig und mit Befleckung
jeder Art behaftet waren und jetzt zuerst von einem lasterhaften und 
gesetzlosen Lebenswandel sich lossagten. Diese ermahnte er zu lehren.
 
 


 
nach der Reinigung, die durch seine mystische Lehre stattfindet , nicht
die üdischen Gesetze und nicht die Gebote des Mose, asondern alles
das bewahren, was er selber ihnen auftrug. Dies war es, was alle
äßig, bei allen ölkern herumgehend, allen üngern und allen
 Kirchen in aller Welt überliefert haben. Notwendig aber treibt er sie
an und macht sie geneigt, zu fischen und herumzugehen bei allen
ölkern und jedes Geschlecht der Menschen zu lehren, durch die Verheißung,
die er ihnen gab, indem er sagte: „Siehe, ich bin bei each.“
Denn diesem Worte der ßung ügte er die Tat hinzu, war mit 
 öttlicher Kraft bei jedem einzelnen von ihnen, war allen zumal ärtig,
schaffte und wirkte mit ihnen und äftigte das Sieges werk ,
indem er sie zu Lehrern aller ölker in der von ihm überlieferten
Gottesfurcht machte. Auf diese ßung also vertrauend, üllten
sie durch die Tat seine Worte. Sogleich und in nichts ögernd 
 gingen sie in aller Bereitwilligkeit, alle ölker zu belehren, indem sie
eben durch die Tat wahrnahmen und mit den Augen lebendig sahen den,
der vor kurzem tot war, und den, den sie wegen des Vorgefallenen verleugnet
und abgeschworen hatten, eben ihn deutlich und in eigener
Person nahe sahen und örten), wie er mit ihnen in gewohnter Weise
 redete und ihnen das Vorhergesagte ß, ß) sie wegen des
Anblicks, den sie üften, seinen Versprechungen nicht äubig sein
konnten. Denn der Befehl allein ätte sie verdrossen, da sie ihr
äurisches Wesen und ihre bescheidene Redegabe kannten, weswegen
sie beinahe verzichtet ätten, indem sie mit Recht bedachten, daß es
 ür Leute, die der Sprache nach Syrer waren und nichts weiter als
Fischerei verstanden, öglich war, als Lehrer der Griechen zumal
und ömer, der Ägypter, Perser und übrigen barbarischen ölker aufzutreten
und Gesetze zu geben gegen alle Gesetzgeber und önige auf
der ganzen Erde, entgegengesetzt dem, was jenen über die ötter ihrer
 Vorfahren von aller Ewigkeit an überliefert war. Aber es war ihnen nicht
erlaubt, solches zu bedenken, da sie die Stimme Gottes örten, welche
zu ihnen sagte: „Siehe ich bin bei euch alle Tage", und da sie deutlich
sahen, ß die Gottheit des mit ihnen Redenden ächtiger erschien als
 
 

 
der Tod. Deswegen auch überkam sie Furcht, wenn sie nicht gehorchten,
sodaß sie daher die Gefahren mit ganzer Seele ertrugen, indem
sie die ürgschaft des Lebens nach dem Tode vom Meister
empfingen, und mutig daran gingen, bei allen ölkern umherzugehen,
indem sie durch Werke die ßungen ihres Meisters bestätigten. 
Er aber ügte zu seinen Versprechungen an sie noch ein übriges Wort
hinzu, und noch wunderbarer: er ährt es bis jetzt. Indem er zu
ihnen sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage", ügt er hinzu: „bis
 ans Ende der Welt." Dies üllt er keineswegs nur an ihnen,
auch an allen denen, die ihnen folgten und eben von ihnen seine Lehre 
empfingen, und auf der Stelle bis jetzt ist er allen denen nahe, die ihm
zu üngern gewonnen werden. Deswegen ächst seine von ihm behütete
Kirche alle Tage, wird ößer an Macht und mehrt sich und
wird durch seine Kraft bis ans Ende der Welt gesammelt. 
 Über die Bekehrung aller ölker zu Gott. Aus dem Evangelium des Lukas.

Wiederum zu einer anderen Zeit nach der Auferstehung von
den Toten erschien er anderen seiner ünger. Da sie noch zweifelten
und nicht an ihn glaubten, brachte er folgende Worte vor und sagte:
„Das sind die Reden, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei
euch war, daß alles in üllung gehen müsse, was über mich geschrieben 
steht im Gesetz Mose, in den Propheten und Psalmen. Darauf öffnete
er ihren Verstand zur Einsicht in die Schriften und sagte zu ihnen:
So ß Christus leiden, auferstehen von den Toten am dritten Tage
und auf seinen Namen verkundet werden ße und Sündenvergebung]
bei allen ölkern, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen 
ür.“ Nachdem er Einmal gesagt hat, auf seinen Namen solle Buße
ündigt werden allen ölkern, darf man, falls die Tat nicht dem
Wort folgte, auch seine Auferstehung von den Toten nicht glauben. Wenn
aber auch bis jetzt die Dinge seiner Prophezeiung sich in die Tat umsetzen
und wenn sein Wort lebendig und wirksam ist in der ganzen Welt 
und mit Augen gesehen wird, so ziemt es sich, fortan nicht mehr zu
zweifeln an dem, der dies Wort sagte. Denn der, dessen Kraft lebendig
und wirksam ist und mit Augen gesehen wird, wird, den ß man not-
 
 

 
wendig viel üher bekennen, daß er lebe und das Leben
er dessen lebendige Werke übereinstimmend erscheinen mit seinen
Worten. In alle Ohren also aller ölker drangen seine Worte, übersetzt
und verdolmetscht in alle Sprachen der Griechen und Barbaren,
 sodaß seine Lehre von allen ölkern ört wurde und zur Bekehrung
und ße Myriaden Scharen derer brachte, die üher in polytheistischem
Irrtum und ötzenverehrung frevelhaft und ungeziemend lebten. Aber
er befiehlt nicht, zuerst Vergebung und dann ße, sondern zuerst Buße 
und dann Vergebung zu ünden. Denn denen, die eine lautere Buße
 der üheren ünden zeigten, schenkte die Güte unsers Erlösers die
Vergebung ihrer Taten, um derentwillen er auch den Tod auf sich nahm
und sich selbst als ösegeld darbot ür die Seelen derer, die durch ihn
öst werden sollten. So also ßten seine Jünger — Leute, im Reden
unerfahren und vollkommen laienhaft, ihrem Beruf σχῆμα) nach ärmlich
 und gering — Vertrauen zu der Kraft dessen, der nach seinem Tode
ihnen erschien und offenkundig mit ihnen redete, fingen von der Stadt
Jerusalem an äß seinen Befehlen, zogen zu allen ölkern und taten,
was ihnen aufgetragen war, indem sie allen die ße und Vergebung
der üheren ünden der Seele ündeten und so große Tüchtigkeit
 zeigten, daß bis jetzt in unserer Zeit die Lehre dieser armen und laienhaften
änner in der ganzen Menschenwelt wirksam ist. 
 Wie seine Taten ört und ündet werden in der ganzen welt.
Aus dem Evangelium des äus und aus Markus.

Als sich unser öser in Bethanien, einer Stadt nicht weit von
 Jerusalem, befand und bei einem gewissen Simon eingeladen war und
dort zu Tische lag, nahm ein Weib eine Alabasterflasche voll Balsams,
dessen Preis teuer war, trat herzu und ß es über seine Füße. Seine
ünger aber wurden unwillig über sie und tadelten das Geschehene. Er aber
nahm das, was getan wurde, als ein Zeichen an und wies daraufhin, ß die
 Tat ündet und ört werden sollte in der ganzen weissagte so
und sprach: „Ich sage euch, wo auch immer dies mein Evangelium ündigt
wird in der ganzen Welt, da wird auch das geredet werden, was sie
getan hat, zu ihrem ächtnis.“ Dies sagte er voraus, obwohl in jener
Zeit die Schrift des Evangeliums noch nicht ins ßtsein gedrungen
 
 

 
und noch nicht ins Ohr jemandes gekommen war und nicht einmal diejenigen,
die in der Nachbarschaft wohnten, — wie es wahrscheinlich
ist, — das kannten, was geschah, sondern nur diejenigen, die zufällig
zugegen waren. Dennoch aber sprach er sogleich dies große Wort
und prophezeite, daß die von seinen Jüngern verfaßten Evangelien in 
 der ganzen Welt ündigt werden sollten, und ügte die Tat sogleich
zu dem Worte hinzu, indem er sagte, daß mit seinen Taten im Evangelium
auch das, was von diesem Weibe getan war, aufgeschrieben und
geredet werden sollte in der ganzen Welt zu ihrem ächtnis. Daß
er gerade dies durch die Tat ätigte, bestatigte, ist klar. Denn es gibt kein 
Volk, kein Land, keinen Ort, in dem nicht das ächtnis dieses Weibes
geredet ürde, das in dem über ihn ßten) Evangelium geschrieben
ist und mit der Lehre über ihn in der ganzen Welt ündet wird.
Dies also über diese. öre aber, was er über die Kirche verhieß. 
 Wie er seine Kirche mit Namen ähnte, obwohl sie noch nicht bestand, 
und wie er sagte, daß die Pforten des Todes sie niemals überwinden
üren. Aus dem Evangelium Matthäus.

Als er einst seine ünger fragte, was die Menschen über ihn
sagten, und sie ihm die Meinung vieler antworteten, fragte er sie zum
zweiten Male: „Ihr aber , was sagt ihr?" Als Simon zu ihm sagte: 
„Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes", antwortete er ihm
und sprach: „Selig bist du, Simon bar Jonan. Fleisch und Blut hat
es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. So sage auch
ich dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche
bauen, und die Riegel der Scheol sollen sie nicht überwältigen." Dies 
Wissen des Simon , daß er Christus sei, der Sohn des lebendigen
Gottes, nahm er an und nannte dies ganze Begreifen mit Recht πέτρος,
weil es weder zerrissen noch üttert wird. Deswegen nannte er
auch jenen Mann, eben seinen ünger, den üher so genanten Simon:
„Petrus“ wegen des Wissens, über das er hinterher prophezeite und 
sagte: „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Riegel
der Scheol sollen sie nicht überwältigen." Er weissagte zugleich die
Zukunft und versprach, sie selber zu bauen und das Werk zur Vollendung
zu bringen dadurch, ß seine Kirche auf das über ihn verliehene
Wissen wie auf einen festen Grundstein ündet und gebaut 
 
 

 
werde allein durch seine Macht in Ewigkeit und ß die Pforten des
Todes sie niemals besiegen ürden. Die üllung zeigte er besser als
alle Worte es darstellen önnen . Denn Myriaden Verfolgungen und
viele Arten des Todes ergingen über seine Kirche, vermochten aber
 nichts wider sie. So zeigte die Prophezeiung eben in Taten offenkundig
ihre Wahrheit durch die üllung. Dies war aber ein nicht geringes 
Vorherwissen, daß er jene Schar, die auf seinen Namen ündet werden
sollte, „Kirche" nannte. Denn die Scharen der Juden ßen „Synagogen“,
und zu der Zeit, wo er unter Menschen wandelte, weilte
 er in der üdischen Synagoge, und noch war keine Synagoge in jener
Zeit eigens ür ihn geweiht. Wie soll man sich da nicht wundern, ß
er jene Synagogen, Synagogen, die in fernen Zeiten ßlich auf seinen
Namen ündet wurden, ßte und sie nicht nach jüdischer
Gewohnheit Synagogen, sondern Kirchen nannte. Er ügte aber hinzu,
 ß „die Riegel der Unterwelt sie nicht überwältigen ürden“, was wir
mit unseren eigenen Augen wahrnehmen. Aber es ziemt sich, sich
nicht nur über die Weissagung, sondern auch über die ßung zu
wundern. „Denn ich will meine Kirche auf einen Felsen bauen, und
die Riegel der Unterwelt werden sie nicht überwältigen." Es ist
 möglich, dies in der Tat zu sehen. Denn nicht durch die Kraft der
Menschen und nicht durch die üglichkeit der Lehrer wurde seine
Kirche ündet, sondern er, der ß und durch die Tat siene Verheißung
bis jetzt üllt hat, er hat in der ganzen Menschenwelt durch
öttliche Kraft den Bau und das Wachstum, seiner Kirche befördert. 
 Über die Spaltungen, die in den äusern und Familien bis jetzt wegen
seiner Lehre stattfinden. Aus dem Evangelium des Matthäus.

„Denket nicht, ß ich gekommen sei, Frieden zu bringen
auf die Erde; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern
das Schwert. Denn ich bin gekommen, zu entzweien einen Mann mit
 seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schwiegertochter mit
ihrer Schwiegermutter, und seine Hausgenossen werden die Feinde des
Mannes sein." Wie aber Lukas sagt: „Meint ihr, ich sei gekommen,
Frieden zu bringen auf die Erde? Nein, sage ich euch, sondern
 18 = Matth 16 18 27 = Matth 10 34 f. 32 = Luk 12 51—53
 

 
Spaltungen. Denn von jetzt an werden sein ünf in Einem Hause gespalte,
drei gegen zwei und zwei gegen drei, der Vater wird sich
spalten gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater; und die Mutter
wird sich spalten gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter,
die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter 
gegen die Schwiegermutter." Wer sollte da nicht staunen, daß
nicht einmal das dem Vorherwissen unseres ösers verborgen
was in jedem einzelnen Hause in fernen, äteren Zeiten bis jetzt
üllt? Denn als ob er den Dingen selber nahe sei und in den
 Wohnungen aller Menschen umherwandle, sagte er seinen üngern die 
 Dinge voraus, die bis jetzt sich ereignen, Dinge, die bis dahin noch
nicht existiert hatten und noch nicht waren zu der Zeit, wo er jene
Worte sprach. Denn damals waren sie noch nicht Taten geworden, als sie
nur ins Ohr ört wurden. Jetzt aber ist die Prophezeiung durch Taten
zur üllung gekommen und kann mit Augen gesehen werden. Wie 
sollte da nicht jeder bekennen, der bereit ist, Geziemendes zu denken, ß es
in Wahrheit Worte Gottes seien? Ferner aber sehen wir mit unsern eigenen
Augen, wie er auch durch diese Worte : Ich bin gekommen zu spalten, das
Schwert und Spaltungen unter die Menschen zu bringen, — was kein Wort
der Menschen, weder der Philosophen noch der Propheten, weder der 
Griechen noch der Barbaren jemals wie diese Kraft gezeigt hat — wie
er auch hierdurch die ganze Welt beherrscht, alle äuser spaltet, alle
Geschlechter und alle Familien durchteilt und trennt, so ß die einen
das Seine denken, die andern aber sich im Gegensatz dazu befinden.
Er allein, unser öser und das Wort Gottes hat ßen, dieses zu 
tun, und eben durch Taten die ßung ätigt. Er lehrte aber
die Ursache der Seelenspaltung, die in den äusern geschenhen würde,
wie wir irgendwo in dem Evangelium gefunden haben, das unter den
Juden in äischer Sprache verbreitet ist, in dem es heißt: „Ich
ähle je die Besten mir aus, die mir mein Vater im Himmel gibt.“ 
Hieraus kann man lernen, wie sich in allen äusern, in denen das
Wort Jesu siegt, die Besseren von den Schlechteren sondern. Wenn
man also unter den üdern oder Sklaven und in allen Familien die
Gewohnheiten, die Sitten σχήματα), die Lebensweise, die Keuschheit und
Demut derer, die die Lehre unsers ösers ählt haben, das heißt 
vielmehr derer, die von ihm ählt sind, mit denen, die ihn noch nicht
 
 

 
ürdigt haben, vergleicht, so erkennt man, welche Kraft er gebrauchte,
und ß er nicht nur die Zukunft voraussagte, sondern ß er auch die
Tat ügte zu seinem Worte, ächlich zu dem, was geschrieben steht:
„Ich ähle mir je die Besten aus, die mir mein Vater im Himmel
 gibt.“ Indessen aber wenn es jetzt auch ßt : „Ich bin nicht gekommen,
Frieden auf die Erde zu bringen", so setzt er doch an einer
andern Stelle seinen üngern auseinander und sagt: „Den Frieden lasse
ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe auch ich ebenso 
Heil, wie die Welt Heil gibt“, indem er in dieser Weise das Wissen
 von Gott und die Liebe zu ihm , die er bei seinen üngern förderte,
und die Unerschrockenheit der Seele und die Klarheit und Festigkeit
des Verstandes benennt. Dies also auch über dies. Was er aber auch
über das Volk der Juden voraus ßte und voraus sagte, ist öglich,
Folgendem zu prüfen 
 Was er im Gleichnis über das Volk der Juden prophezeite.
Aus dem Evangelium des Matthäus

Als in Jerusalem die ührer des Volkes der Juden, die
Hohenpriester und Schriftgelehrten gemeinsam versammelt waren, sagte
er, ährend er im Tempel selber verweilte, was sie in Zukunft gegen
 ihn sich erdreisten ärden, und das Verderben, das sie wegen dieser
Frechheit treffen ürde, versteckt auf diese Weise im Gleichnis
„Es war einmal Ein Mann, ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg,
setzte einen Zaun darum, grub eine Kelter darin und baute einen
Turm darein, überließ ihn den Arbeitern und zog fort. Da aber die
 Zeit der üchte nahte, sandte er seine Sklaven an die Arbeiter, ihm
die üchte zu bringen. Die Arbeiter aber nahmen seine Sklaven, den
einn schlugen sie, den andern steinigten sie, den dritten töteten sie.
Wiederum sandte er andere Sklaven, mehr als das erste Mal, und sie
taten ihnen ebenso. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn und dachte:
 Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohne scheuen. Die Arbeiter
 
 

 
aber, as sie seinen Sohn sahen, sprachen bei sich: Das ist sein Erbe;
kommt, ßt uns ihn öten und sein Erbe sei unser! Und sie nahmen
ihn, ührten ihn ßerhalb des Weinberges und öteten ihn. Wenn nun
der Herr des Weinberges kommt, was wird er den Arbeitern tun?
Sagen sie zu ihm: Sehr übel wird er sie zu Grunde richten und den 
Weinberg andern Arbeitern geben, die ihm die üchte liefern zu
ihrer Zeit. Sagt Jesus zu ihnen: Habt ihr niemals in der Schrift gelesen:
Der Stein, den die Erbauer verwarfen, wurde zum Hauptgiebel
des äudes, vom Herrn kam er und ist ein Wunder in unsern
Augen? Darum sage ich euch, das Reich Gottes wird von euch genommen 
und einem Volke gegeben werden, das üchte bringt.“ Dieses
Gleichnis ist verwandt mit dem des Propheten Jesaja, bei dem es diese
Form hat: „Einen Weinberg ß mein Geliebter auf dem Horn, an
fettem Orte und er bearbeitete ihn, umgab ihn mit einem Zaun, pflanzte
 Reben darin und baute einen Turm in seine Mitte. Auch eine Kelter 
machte er in ihm und hoffte, daß er Trauben bringe, aber er brachte
Heerlinge." Aber das Gleichnis bei dem Propheten hat den Weinberg
beschuldigt, den er auch seinem Wesen nach verdolmetscht, indem er
sagt: „Denn der Weinberg des Herrn Zebaoth ist das Haus Israel und
der Mann aus Juda ist die neue und geliebte Pflanze. Sie hoffte auf 
Recht, aber es ward Raub, auf Gerechtigkeit und siehe Wehklagen."

Das Gleichnis unsers ösers aber ist ähnlich jenem des Propheten
gesagt, damit es erkannt und üft ürde von denen, die zugegen
waren und örten, aber es ist keineswegs über den Weinberg
gesagt, da der Prophet die Weissagung über diesen vorwegnehmend 
ausgesprochen hatte. Das aber, was von dem Propheten verschwiegen
wurde, das legte er in seinem Gleichnis nieder, ich meine aber das,
was über die Arbeiter des Weinberges geschrieben ist . Diese aber
waren die Altesten des Volkes, die Hohenpriester, Herrscher und Lehrer.
Sie, die auch der ganzen Schar Ursache wurden ür das Sprossen 
öser üchte, um derentwillen auch der Weinberg öde gelassen war —
das ßt aber ihr ganzes Volk — und sein Zaun vernichtet ward, sie
 sind es , die üher ämpfer des Volkes waren und das Volk mitsamt
seinem Orte ützten, und der Turm in ihm ist der Tempel und
die Kelter der Altar. Dies alles also wurde öllig von Grund aus zerstört, 
weil vom Blute besudelt waren diejenigen Arbeiter, die die ersten
und letzten Sklaven, die zu ihnen geschickt wurden — offenbar die

 
 

 
jeweiligen Propheten — öteten. Es legt aber Zeugnis ab über das
Wort die alte Schrift und von den Propheten Elias, der im Gebet zu
Gott sagt: „Herr, deine Propheten haben sie ötet und deine Altäre
zerstört, ich aber blieb allein übrig und selbst meine Seele suchen sie
 zu nehmen." Dies also klagt der Prophet in seinem Gebete wider die
Herrscher des üdischen Volkes, denen aber ügte nicht die Besudelung
mit dem Blute der Propheten, sondern sie öteten zuletzt auch den
Sohn selbst — das ßt aber den Sohn Gottes — nicht aus Unwissenheit,
sondern obwohl sie vollkommen und genau ßten, ß er der
 Erbe sei. Dies aber sprach der öser vor seinem Leiden über sich
selbst im ätsel und sagte die Zukunft im Vorauswissen vorasus. Er
sagte dies aber während er im Tempel wandelte,
Weinberges zu seiner Zeit: den Hohenpriestern, den Lehrern und den
übrigen, die an der Spitze des Volkes standen, und setzte sie durch 
 das Gleichnis sehr deutlich in den Stand, den Urteilsspruch gegen sich
selbst zu ällen. Er fragt sie also am ß der Parabel und sagt:
„Wenn der Herr des Weinberges kommt, was wird er jenen Arbeitern
tun?" Die aber, die noch nicht verstanden, ß es über sie gesagt war,
ällten den Urteilsspruch gegen sich selbst und sagten: „Sehr übel wird
 er sie zu Grunde richten und den Weinberg andern Arbeitern gaben,
die ihm die üchte liefern zu ihrer Zeit." darauf sagte Jesus zu ihnen:
„Habt ihr niemals in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Erbauer
verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes, vom Herrn kam er
und ist ein Wunder in unsern Augen?" öllig entsprechend zeigte er
 nach der Voraussagung über seinen Tod seine Auferstehung von den
Toten aus den prophetischen Zeugnissen. Denn er lehrte im voraus,
ß der Sohn des Weinbergsbesitzers von ösen Arbeitern werde
ötet werden. Nachdem er von ihnen den Urteilsspruch empfangen
hatte, brachte er darauf folgendes vor : „Der Stein, den die Erbauer
 verwarfen, wurde zum Hauptgiebel des äudes“ und redete so prophetisch
im ätsel über seine Auferstehung. Denn nachdem er von den
Arbeitern, die auch Erbauer ßen), verworfen war, wurde er — der
„kostbare Stein", von dem der Prophet Jesaja sagt: „Siehe, ich lege in
Zion einen älten und kostbaren Stein als Hauptstein des grundsteins;
 wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden" — zum Hauptstein
eines andern äudes, über das das Wort sagt: „und ist ein Wunder
 
 

 
in unsern Augen“, womit er auf seine Kirche hinwies. Dann
ihrem eigenen Urteilsspruch brachte auch er ihnen die Vergeltung
und sagte: „Das Reich Gottes wird von euch genommen und
einem Volke gegeben werden, das üchte bringt", was mit dem von
ihnen gesagten Worte übereinstimmt: „Er wird den Weinberg andern 
Arbeitern geben, die ihm üchte liefern zu ihrer Zeit." Reich Gottes
aber nannte er in diesen Worten die Sitte der Gottesverehrung, die
von jenen Arbeitern genommen wird, wie er sagte und sehr deutlich
weissagte und zeigte. „Es wird aber einem anderen Volke gegeben
werden, das üchte bringt": dies ist das Volk der Christen, das in der 
ganzen örfung einer öttlichen ührung passende und würdige
üchte in Taten und Worten täglich zeigt.
 Über die Verwerfung der Juden zumal und über die Berufung der ölker
und über diejenigen, die ürdig in seiner Kirche versammelt werden,
und über das Ende eben dieser. Aus dem Evangelium des äus.

Nach dem soeben ähnten Gleichnis schreibt das Wort göttlicher
Schrift: „Da die Hohenpriester und die äqer siene Gleichnisse
örten, erkannten sie, ß er über sie rede, und trachteten, ihn zu
fassen, aber sie ürchteten sich vor dem Volke, weil sie ihn als einen
Propheten hielten. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen wiederum 
in Gleichnissen: Es gleicht das Himmelreich einem Manne, einem önige,
der seinem Sohne eine Hochzeit veranstaltete. Und er sandte seine
Knechte aus, die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, und sie wollten nicht
kommen. Abermals schickte er andere Knechte aus und trug ihnen
auf, den Geladenen zu sagen: Seht, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen 
und mein Mastvieh ist ötet ótet und alles fertig ür euch, kommt zur
Hochzeit. Die aber verachteten es und gingen hin, der eine auf seinen
Acker, der andere in sein äft, die übrigen aber griffen seine knechte,
ßhandelten und öteten sie. Der önig aber schickte
sein Heer aus und ötete die örder, ihre Stadt aber verbrannte er. 
Hierauf sagte er zu seinen Knechten: Meine Hochzeit ist fertig, die Geladenen
aber waren es nicht wert. Geht also hinaus auf Wege und
Stege und ruft zur Hochzeit, wen ihr findet. Und jene Knechte gingen
hinaus auf die Wege und brachten zusammen alles, was sie fanden,
Gute und Schlechte." Im ersten Gleichnis aber gab es einen Weinberg, 
 
 

 
einen Turm, eine Kelter und öse Arbeiter und erste und letzte Sklaven,
die geschickt und ötet wurden, und zuletzt wurde der Sohn des Weinbergbesitzers,
selbst er, ötet, ótet, wodurch das Volk der Juden, der Tempel,
der Altar und die üdischen Herrscher angedeutet waren und die ersten
 und letzten Propheten und zuletzt der Sohn Gottes, den die ösen
Arbeiter, die an der Spitze des Volkes standen, öteten.

Das
 jetzige vor unsern Augen liegende Gleichnis aber ührt eine Hochzeit
ein, eine Verbindung offenbar und Gemeinschaft des äutigams und
der Braut und ein Hochzeitsmahl und wiederum auch hier Sklaven, die
 geschlagen und ötet werden, und erste und letzte, de geladen
Er zeigt aber durch diese Worte wiederum verborgen das, was nach
seiner Auferstehung von den Toten sich ereignen wird. Denn der äutigam
ist der öttliche Logos und die Braut ist die ünftige Seele, 
die sich mit ihm vereinigt und den öttlichen Samen von ihm empfängt,
 und die öttliche und die ünftige Gemeinschaft ist die seiner
Kirche, und darauf folgt das ünftige Gelage und Hochzeitsmahl
öttlicher und himmlischer Speisen. Die Knechte aber sind hier Bitter.
Er redet keineswegs von denen, die üher zum Weinberg seschickt
wurden, sondern von andern. Denn jenes waren die Propheten, dies
 aber sind seine ünger, die geschickt wurden zuerst zu berufen diejenigen,
die aus der Beschneidung sind . Denn indem er sie ausschickt,
ermahnt er sie am Anfang und sagt: „Auf der ße der Heiden sollt
ihr nicht ziehen und eine Stadt der Samariter nicht betreten, sondern
geht vielmehr zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel." Eben
 diese also luden die Knechte zuvor ein. Da man aber auf die Berufung
nicht örte, sandte er auch zum zweiten Male viele Verkündiger und
Herolde des Evangeliums, die er nach den ölf Aposteln auserwáhlte,
andere siebzig ünger, damit eben auch sie dem Volk der Juden suerst die
frohe Botschaft ündigten und es beriefen zum Gelage der neuen
 διαθήκη. Aber sie richteten nichts aus, weil diejenigen, die geladen
waren, sich ümmerten um äfte, weil diese, nachdem man die
Berufung der Knechte nicht ört hatte, die einen mißhandelten und
die andern öteten. In der Schrift kann man finden, wieviele von den
üngern unseres ösers man in Jerusalem selbst und im übrigen
 äa in Zeit Zeit ötete. Auf der Stelle also wurde Stephanus als
erster von ihnen gesteinigt und darauf Jakobus, der Bruder des Jo-
 
 

 
hannes, und wiederum nach ihnen der, der zuerst den Thron der dortigen
Kirche ückte, ückte, Jakobus, genannt der Bruder unsers Herrn,
den wegen der öße seiner Tugenden seine Zeitgenossen den „Gerechten“
nannten. Auch diesen steinigten die Juden. Wie sie aber
die ünger auch mit ägen ßhandelten, ersählt die Schrift der 
Πράξεις. Dies nahm unser öser, bevor es geschah, in göttlichem
Vorauswissen vorweg und prophezeite das, was ihnen von jenen ßen
sollte, und sagte durch das Gleichnis die Zukunft voraus, bevor sie geschah,
durch folgende Worte: „Der önig aber ward zornig über die
ßhandlung und den Mord der Knechte und schickte ein Heer und 
ötete die örder, und ihre Stadt verbrannte er." Was ist offenbarer
 als dies Vorher wissen und die Εrfüllung dieser Dinge? Denn das Heer
der ömer kam nach kurzer Zeit, belagerte die Stadt und vernichtete
den Tempel im Feuer. Und wessen war dies Werk , wenn nicht des
über allem stehenden önigs Gott? Deswegen ßt es: „Der König 
aber schickte sein Heer, ötete die örder und verbrannte die Stadt.“
Bis jetzt also ist es öglich, mit eigenen Augen die Brandtrümmer der
ätze mit Augen zu sehen, ür diejenigen, die nach dem orte
reisen. Wie aber die örder der Apostel bei der Eroberung ergriffen
wurden und die ührende Strafe erlitten, ist nicht ürdig zu sagen. 
Man kann in der Schrift des Juden Flavius Josephus das finden, was
ihnen geschah. Nach dem Morde dieser aber und nach der Eroberung
der öniglichen Hauptstadt taten diejenigen, die übrig geblieben waren
von den Knechten, — die zuvor von ihrem Herrn ört hatten, daß
die ersten, die berufen waren, „es nicht wert waren: Geht vielmehr 
hinaus auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet, zur
Hochzeit" — taten das, was ihnen aufgetragen war. Es sagte also zu
ihnen unser öser nach seiner Auferstehung: „Gehet hin und lehret alle
ölker in meinem Namen", und das sagte er, der üher befohlen hatte:
„Auf der ße der Heiden sollt ihr nicht ziehen", sondern nur den 
Juden predigen. Als die aber die Bitter ßhandelten, da ß er zum
zweiten Male seine Knechte und sagte: „Die Geladenen waren es nicht
wert, geht hin auf die Wege und Stege und ruft jeden, den ihr findet,
zur Hochzeit." Als sie dies durch die Tat vollendeten, gingen sie hinaus
 
 

 
in die ganze öpfung und ündeten allen Völkern die göttliche
und himmlische Berufung und brachten zusammen, soviele sie fanden,
öse und Gute. Niemand also darf sich wundern, wenn nicht alle diejenigen,
die in der Kirche Christi versammelt sind, gut sind, sondern
 auch öse durch Vermischung mit den Guten vereinigt sind. Denn
auch dies war dem Vorauswissen unseres ösers nicht verborgen. Entsprechend
aber und gemäß dem Vorauswissen erscheint auch dies,
nachdem es in die Tat übergegangen ist. Er zeigt also, welches das
Ende derer sein wird, die, obwohl ürdig, in seiner Kirche versammelt
 sind; denn er lehrt hinterher im Gleichnis dies und sagt: „Und
voll wurde der Festsaal von Geladenen. Als aber der önig hereinkam,
die äste zu sehen, sah er dort einen Mann, der hatte kein Hochzeitskleid
an. Und er sagte zu ihm: Mein Lieber, wie bist du hier
hereingekommen, obwohl du kein Hochzeitskleid anhast? Er aber 
 schwieg. Darauf sprach der Κönig zu den Dienern: Fesselt ihm Ηände
und Füße und bringt ihn hinaus in die äußerste Finsternis, dort wird
sein Weinen und ähneknirschen. Denn viele sind berufen, wenige
aber ählt.“ Eben mit diesen voraussagenden Worten unterwiew
er auch vorher diejenigen, die nicht recht in seiner Kirche leben. 
 Wiederum über die Verwerfung des üdischen Volkes.
Aus dem äusevangelium.

„Ihr Schlangen und Otternbrut, wie wollt ihr der ölle
entfliehen? Darum siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und
Schriftgelehrte, und ihr werdet die einen öten und kreuzigen, die andern
 in euren Synagogen ßeln und sie verfolgen von Stadt zu Stadt,
auf ß über euch komme alles auf Erden vergossene Blut Gerechten,
vom Blute Abels an bis zum Blute des Zacharias, des Sohnes
Barachias, den ihr ötet habt zwischen κατάστρωμα und Altar. Ich
sage euch, das alles wird kommen über dies Geschlecht." Es ist nicht
 ötig zu sagen, ß all dies so klar ist, ß es auch nicht Einer Erörterung
bedarf, ß es in äterer Zeit eben durch Taten erfüllt wurde
und das Vorherwissen unsers ösers durch offenbare Erfüllung bestätigte.
Denn die Apostel wurden von den Juden in äterer Zeit in
Jerusalem selbst geschlagen, „indem sie aus ihrer Synagoge hervorgingen
 sogar mit Freuden, weil sie ürdigt waren, um des
 
 

 
willen ßhandelt zu werden." Von ihnen wurde Stephanus gesteinigt,
Jakobns mit dem Schwerte hingerichtet und wiederum der zweite Jakobus
gesteinigt. Simon aber, der nach Jakobus den Bischofsthron von Jerusalem
empfing, wurde, wie die Geschichte berichtet, dem Kreuz üdergeben,
und ferner viele andere, die von den Juden ötet wurden, 
versiegelten das Vorauswissen unsers ösers. Wegen aller dieser
 Dinge wurde das Geschlecht, das sich so sehr erfrechte, mit dem von
Gott stammenden Gerichte bestraft, und so brachte es über sich selbst
die äußersten Folgen all seiner Taten. Denn aus jenem Geschlecht wurde
ausgerottet Tempel und Altar und wurde öst das Reich, das, von 
den ätern her überliefert, bis zu jener Zeit bewahrt worden war, und
die Freiheit von ihnen genommen. Eben durch Taten ward jetzt ersichtlich,
sichtlich, ß die Strafe all des von jenem Geschlechte vergossenen 
Blutes der Gerechten den voraussagenden Worten unsers ösers Erlösers ent-
 sprechend war. Es ist aber notwendig, zu sehen, mit wie ßer Vollmacht 
und aus wie ßer Kraft gesagt ward: „Siehe ich sende zu euch
Propheten und Weise". Denn das „Siehe ich sende" zeigt, ß es in
Vollmacht Gottes gesagt ward , und ß er den Herrschern der Juden
ins Angesicht rief: „Ihr Schlangen und Otternbrut", war kein geringerer
Beweis. Nach all diesen Dingen aber zeigte das voraussagende Wort 
über das Verderben, das sie erreichen sollte, die ätigung dieser
Worte durch die üllung. Dies also genügend. 
 Wohlan aber, entsprechend wollen wir üfen, wie er über das
Land selbst, das ihnen von Ewigkeit her kostbar war, und über die
ürdigen ümer) der bei ihnen ühmten Hauptstadt des 
Reiches durch öttliches Vorauswissen voraus bezeugte, ß sie zum
äußersten Unheil sich ändern ürden wegen der Frechheit der Bewohner
gegen ihn, über die er sogar weinte in seiner Liebe. 
 Über die örung des Tempels von Jerssalem.

Wie das, was über das Volk der Juden vorausgesagt war, 
üllung fand, ist im Vorhergehenden gezeigt worden. Da aber der
Logos Gottes auch über ihre Orte weissagte, so üssen wir auch seine
Worte über sehen und üfen . Da sie seine reine Lehre nicht ertrugen
noch seinen Freimut noch seine Widerlegung, so bewirkten die
 

 
Herrscher der Juden, ß sie in ihrer Stadt befreit wurden von ihm.
Als er aber aus Jerusalem fortzog, sagte er folgende Worte über ihre
Stadt: „Jerusalem, Jerusalem! Die du ötest die Propheten und steinigest
die, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder
 sammeln wollen, wie eine Henne ihre üchlein sammelt unter ihre
ügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe euer Haus wird öde gelassen.
Ich sage euch aber: nimmermehr sollt ihr mich sehen von jetzt an, bis
ß ihr sagt: Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn.“ Da 
eine schmutzige Besudelung in äterer Zeit von ihnen geschah — es
 war dies aber der Frevel, den sie gegen unsern öser wagten — so
war es ötig, ß nicht nur die Bewohner der Stadt, sondern auch das
Land selbst, auf das sie ächtig stolz waren, dem Entsprechendes litt,
was seine Bewohner taten; was sie auch bald darauf gelitten haben, als
die ömer öber über die Stadt kamen und von den Bewohnern die einen
 Kriegsrecht öteten, die andern durch Hunger vernichteten, andere in 
die Gefangenschaft ührten, andere verfolgten und an jeden Ort zerstreuten 
ihr Haus aber und ihren Tempel verbrannten und in die
äußerste üstung warfen. Aber obwohl dies in äterer Zeit geschah,
nahm unser öser die Zukunft durch Vorauswissen vorweg als Logos
 Gottes und sagte das, was sich ereignen werde, durch die vorliegenden
 Worte voraus. Kinder der Stadt aber nennt er das ganze Volk der
Juden und als ihr Haus bezeichnet er den Tempel. Dann bezeugt er,
ß das Unheil ihnen nachfolgen werde durch ihre Veranlassung, das er
oftmals ihre Kinder unter das Joch der ömmigkeit habe ssammeln
 wollen, wie er vor allem war und von Ewigkeit her sich sorgte um sie
und durch jeden einzelnen der Propheten in allen Geschlechtern zu
ihnen herabkam und sie berief, ß) sie aber nicht ören wollten auf
seine Berufung, um dessentwillen er den Richterspruch über sie vorbrachte
und sagte: „Siehe euer Haus wird öde gelassen werden." Ganz
 ältig aber sagt er, nicht ß die Stadt öde sein werde, sondern
das Haus in ihr, das ßt aber der Tempel, den er nicht mehr sein
noch Gottes Haus ßen will, sondern das ihre. Er weissagte, daß es
öde sein werde nicht anders als verlassen von der Vorsehung, die ihn
 
 

 
üher ürsorglich) heimsucht weswegen weswegen er sprach: „Siehe euer Haus
wird öde gelassen werden." Man ß sich wundern üher die Erfüllung
des Wortes, weil zu keiner anderen Zeit jemals der Ort eine solche
üstung erlitt, nicht einmal zu der Zeit, als er wegen der Vielheit
ihrer Bosheit und ötzenverehrung und wegen der Besudelung mit
Prophetenblut von den Babyloniern ausgerottet wurde. Denn ährig
ward die ganze Zeit der üstung des Ortes in jenen Jahren.
Deswegen äre ihnen in jener Zeit nicht passend gesagt worden: „Siehe,
euer Haus wird öde gelassen werden." Denn es blieb nicht verlassen,
es ß ihm vielmehr eine ürsorgliche) Heimsuchung zu nach kurzer 
Zeit, in der es einer besseren Erneuerung ürdigt wurde, größer als
üher, ß Einer von den Propheten vorher sagte: „Der Ruhm
dieses Hauses wird ß sein, der letzte mehr als der erste." Wie sie
aber nach dem Wort unsers ösers verlassen wurden und ihr Haus
durch den Urteilsspruch Gottes in die äußerste üstung geriet, zeigt 
 denen, die zu jenen Orten kommen, der Anblick selbst, mehr als das
Wort, die üllung. Und die Zeit ist ährig und lang geworden,
ß sie nicht nur das Doppelte ägt der siebzigjährigen verwüstung,
die zur Zeit der Babylonier stattfand, sondern sogar das Vierfache
überschreitet, und so ätigt sie den Urteilsspruch unsers 
ösers. Wiederum aber auch zu anderer Zeit wandelte unser Erlöser
um den besagten Tempel und, als seine ünger die Gebäude bewunderten,
die ihn umgeben, und die öße und önheit des Tempels selbst,
zeigten sie es ihm. „Der aber antwortete ihnen und sprach: Seht
ihr nicht dies alles? Ich sage euch, es soll hier nicht ein Stein auf 
dem anderen gelassen werden, der nicht öst ürde.“ Daß aber
wahrlich bewundernswert war das ganze äude und der ganze andere 
Schmuck des dortigen Tempels, zeigen die Schriften. Des Beweises
halber aber ist bis jetzt ein Uberrest aufbewahrt, durch den die Spuren
der alten ände wahrgenommen werden. Das allergrößte 
Wunder aber ist die öttliche Stimme des des Vorherwissebns unsers Erlösers,
die den Urteilsspruch ällte entsprechend denen, die das Gebäude
bewunderten, daß an dem Orte, den sie bewunderten, kein Stein auf
dem anderen ört gelassen ürde. Denn der Ort müsse um der
Frechheit seiner Bewohner willen ändige Vernichtung und Ver- 
 
 

 
wüstung erdulden, da er eine Wohnung gottloser änner sei. Wie aber
 die Worte der Prophezeiung in die Tat übergingen und wie der
ganze Tempel und seine Mauer und die schmuckvollen und önen
äude in ihm, die jedes Wort in den Schatten stellen, eine Verwüstung
 von jener Zeit bis heute ertrugen und wie mit den Zeiten die Kraft
des Logos immer mehr vernichtet, ß nicht einmal mehr Spuren
der Fundamente an einigen Orten gesehen werden, kann, wer will, mit
Augen sehen. Wenn aber jemand sagt, ß noch einige Orte bestehen,
so ist es dennoch notwendig, auch ihre Vernichtung zu erwarten, da
 ihre üstung jeden Tag ächst und die genannte Prophezeiung
mit verborgener Kraft jeden Tag wirksam ist. Ich ß aber, daß ich
von einigen ört habe, die das uns vorliegende Wort anders ausgelegt
haben: es sei ämlich nicht über alle äude gesprochen, sondern nur
über den Ort, den seine ünger bewundernd ihm gezeigt hätten; denn
 über diesen habe er die Prophezeiung gesprochen. 
 Wiederum aber lehrt die über ihn ßte) Schrift seiner Jünger
Folgendes über die örer des Ortes.

„Als er die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn
 du erkannt ättest, wenn auch nur an diesem Tage, was zu deinem
Frieden dient ; jetzt aber ward es vor deinen Augen verborgen. Es
werden Tage über dich kommen, wo deine Feinde dich umgeben, dich
umzingeln und von allen Seiten ängen werden. Und sie werden
dich ausrotten und deine Kinder in dir." Das Vorher gehende wurde
 über den Tempel geweissagt, das Vorliegende aber über die Stadt selbst,
welche die Juden eine „Stadt Gottes“ nannten wegen des in ihr erbauten
Tempels Gottes. Er weinte aber über die ganze Stadt , der
Mitleidige, indem er nicht so sehr mit ihren äuden noch mit dem
Erdboden als vielmehr mit den Seelen ihrer einstigen Bewohner und
 mit ihrem Untergang Mitleid hatte. Er legt aber auch die Ursache
ihrer üstung dar, indem er sagt: „Wenn du üßtest, wenn auch
nur an diesem Tage, das, was zu deinem Frieden dient ". Er zeigt
aber, ß sein Kommen zum Frieden der ganzen Welt geschah. Denn
 
 

 
er ist es, über den gesagt ist: „Es wird aufleuchten in seinen Tagen
die Gerechtigkeit und die ülle des Friedens." Er kam aber eben deswegen,
zu ündigen „Frieden den Nahen und Frieden den Fernen“,
und sagte denen, die ihn aufnahmen: „Den Frieden lasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch", den Frieden, den alle ölker in der 
ganzen öpfung, die an ihn glaubten, angenommen haben. Das Volk
aus der Beschneidung aber, das nicht an ihn glaubte, erkannte nicht
die Dinge seines Friedens. Deswegen sagt er hinterher: „Jetzt ist es
verborgen vor deinen Augen, ß Tage über dich kommen und deine
Feinde dich umgeben werden." Das also, was sie in kurzer Zeit erreichen 
sollte in der Belagerung, weil sie nicht vorher merkten auf den Frieden.
der ihnen vorher ündigt war. war vor ihren Augen verborgen. Sie
also sahen voraus, was ihnen nachher geschah, er aber weissagte dies
deutlich durch sein Vorauswissen und zeigte die Eroberung, die sie
von selten der ömer treffen ürde, deutlich vorher: „Denn es werden 
Tage über dich kommen," weil du nicht erkannt hast, das „was zu
deinem Frieden dient ". Denn um dieser Ursache willen „werden Tage
über dich kommen und deine Feinde werden dich umgeben, dich umzingeln
und dich von allen Seiten ängen, und sie werden dich ausroten
und deine Kinder in dir." Er beschreibt aber hierdurch die Ar
 des Krieges, der gegen sie ührt) werden sollte. Wie dies zur Erfüllung
kam, kann man aus der Schrift des Josephus Stsehen, der ein
Jude war und in einer Familie eben der Juden geboren war von bekannten
und ühmten ännern im Volk und der um die Zeit der
Belagerung alles das, was bei ihnen geschah, niederschrieb und zeigte. 
ß es in der Tat den uns vor liegenden voraussagenden Worten
entspreche. 
 Wiederum über die Eroberung der Stadt. Aus dem Evangelium des Lukas.

„ Wenn ihr", sagt er, „Jerusalem umgeben seht von einem
Heer, so wisset, ß seine üstung nahe ist. Hierauf sollen diejenigen, 
die in Juda sind, entrinnen auf den Berg, und diejenigen, die
drinnen sind, fliehen, und diejenigen, die auf dem Lande sind, nicht
hineingehen nach innen, weil es die Tage der Vergeltung sind zu er-
 
 

 
Füllen alles, was geschrieben ist. Wehe aber den Sch wangeren und den
Säugenden in jenen Tagen; den es wird große Not sein auf der Erde
Und großer Zorn über dieses Volk. Und sie warden fallen durch die
Schneide des Schwertes und warden gefangen geführt warden unter alle
 Völker, und Jerusalem wird zertreten warden von den Völkern, bis daß
Die Zeiten der Völker erfüllt warden“, so gibt er durch das uns jetzt 
Vorliegende die Zeichen der Zeit der äußersten Verwüstung des Ortes, was
Er zeight, indem er sagt: „Wenn ihr Jerusalem umgeben seht von einem
 Heer, dann wisest, daß seine Verwüstung nahe ist.“ Denn niemand, sagt
Er, möge hoffen, daß nach der eintretenden Eroberung und der dabei eintretenden
Verwüstung des Ortes eine andere Erneuerung ihm werde zu teil
Warden unter Antionchus Epiphanes und wiederum unter Pompejus. Denn
 oftmals erlitt der Ort eine Eroberung und wurde späterhin einer besseren
Erneuerung gewürdigt. Aber erkennt, daß jetzt die äußerste Verwüstung
Und vollständige Vernichtung über ihn kommen werde, „wenn
Ihr ihn von Heeren belagert seht.“ Eine Verwüstung Jerusalem saber
Nennt er die Vernichtung des Tempels und die Aufhebung dessen, was
 früher in ihm nach dem Gesetz des Mose gottesdienstlich vollzogen
Wurde. Denn nicht mögest du glauben, daß eine Verwüstung der Stadt
Selbst durch diese Worte ausgedrückt sei, als ob niemand mehr in ihr
Wohnen werde. Denn er sagt hinterher, daß die Stadt bewohnt warden
Wird, nicht von den Juden, sondern von den Völkern, indem er so sagt:
 „Jerusalem wird zertreten warden von den Völkern“, und deher weiß
Er, daß sie bewohnt sein wird von den Völkern. Ihre Verwüstung aber
Nennt er die Tatsache , daß sie nicht mehr von ihren Kindern bewohnt
Wird und daß kein gesetzlicher Gottesdienst in ihr besteht. Wie aber 
Auch dies erfüllt wurde, bedarf nicht vieler Worte, da man mit Augen
 sehen kann, daß die Juden unter alle Völker zerstreut sind, und daß
Fremde und Andersgeschlechtige Bewohner der Stadt sind, die einst
Jerusalem hieß , jetzt aber von dem Eroberer Aelius Hadrianus: Aelia
Genannt ist. Das Wunderbare also an seiner Prophezeiung ist, daß er
 
 

 
inbetreff der Juden sagt: „sie würden unter alle Völker
geführt werden", inbetreff der Völker aber: „Jerusalem
werden von den Völkern.“ Wunderbar aber ist die Erfüllung,
die Juden, während sie die ganze Menschenwelt erfüllen, so daß
zu den Athipen und Skythen und an die Enden der Erde fortgewandert 
sind, nur ihre eigene Stadt und den einst inst hei ihnen verehrten Ort nicht
betreten können. Und wenn die Stadt gänzlich öde
wäre, so würde vielleicht jemand meinen, daß dies
Jetzt aber wird der Ort von fremden und andersgeschlechtigen Völkern
bewohnt, und nur ihnen ist es unmöglich, ihn zu betreten, sodaß sie 
nicht einmal aus der Ferne das Land ihrer Väter sehen können.
ist auf diese Weise vollendet, entsprechend der Weissagung, die lautet:
„Sie werden unter alle Völker in Gefangenschaft geführt
Jerusalem wird zertreten werden von den Völkern.“ 
 Er zeigte aber auch den Kampf vor der Gefangenschaft, indem er sagt: 
„Denn es wird eine Not sein auf Erden und ein großer Zorn über
Volk, und sie werden fallen durch die Schneide des Schwertes." Wie
aber dies im einzelnen geschah und wie das. was von unserm Erlöser
vorausgesagt war, durch die Tat erfüllt wurde, kann man aus
Schrift des Flavius Josephus lernen, der auch die Erfüllung des voraussagenden 
Wortes unsere Erlössers: „ Wehe aber den Schwangeren
den Säugenden in jenen Tagen“ deutlich zeigt und berichtet,
ihre Kinder im Feuer brieten und aßen wegen der Stärke
der die Stadt erfaßt hatte. Eben ihn also, den Hunger, der über
Stadt kommen werde, sah unser Erlöser voraus und riet daher seinen 
Jüngern, bei der Belagerung, die über die Juden kommen sollte,
Zuflucht nicht zur Stadt zu nehmen als zu einem festen und von Gott
beschützten Orte, was den meisten widerfahren ist, sondern sich von
 wegzuwenden und auf die Berge zu fliehen, und diejenigen inmitten
Judäas sollen zu den Völkern entweichen und diejenigen in seinen 
Land gebieten sollen nicht ihre Zuflucht nehmen zu ihm zu Jerusalem 
wie zu einem festen Ort. Deswegen sagt er: „Die auf dem Lande sind ,
 
 

 
sollen nicht hineingehen nach innen, weil es Tage der Vergeltung sind.
zu erfüllen alles, was geschrieben ist." 
 Wer Lust hat, kann also die Erfüllung dieser Dinge aus der Schrift
des Josephus lernen. Wenn es aber recht ist, daß wir, sei es auch nur
 in Kürze, auch in dieser Schrift um des Zeugnisses willen von ihm
 etwas hersetzen, so hindert nichts, den Schriftsteller selbst zu hören,
der in dieser Weise schreibt: 
 Aus dem sechsten Buch der Schrift des Josephus.

„Was habe ich nötig, die Schamlosigkeit des Hungers gegen
 die seelenlosen Dinge auszusagen. Denn ich gehe daran, ein Werk
 von ihm zu Künden, wie es weder bei Griechen noch bei Barbaren
beschrieben ist. Denn es ist furchtbar zu sagen und unglaublich zu hören.
Ich würde, damit es nicht scheine, als ob ich den späteren Menschen
Lügen erzählte, die leidvolle Sache vielleicht gern übergehen, wenn ich
 nicht viele zeitgenössische Zeugen hätte. Hauptsächlich aber würde ich
meinem Vaterlande eine laue Gnade erweisen, wenn ich zu erwähnen unterließe
was es in der Tat litt. Ein Weib von denen, die jenseits des Jordans
wohnen, mit Namen Maria, bekannt wegen ihrer vornehmen Familie
und ihres Reichtums, nahm mit vielen ihre Zuflucht zu Jerusalem und
 wurde mit ihnen belagert. Die einen Besitztümer dieser Frau , soviel
sie von Peräa fortgeschafft und in die Stadt gebracht hatte, raubten die
Tyrannen, den Rest ihres Schatzes aber, selbst wenn etwas Nahrung
rung ausfindig gemacht war, raubten die Soldaten, indem sie täglich
hineinsprangen. Gewaltiger Grimm aber kam über das Weib und oftmals
 reizte sie die Räuber wider sich, wenn sie schmähte und fluchte.
Da aber niemand weder im Grimm noch aus Mitleid sie tötete, und
 da sie müde ward, für andere etwas Nahrung zu finden, und von
allen Seiten außer stande war, überhaupt zu finden, und da der Hunger
durch ihr Inneres und ihre Eingeweide zog und ihr Grimm mehr als
 der Hunger entbrannte, so nahm sie den Drang mitsamt dem Zwang
zum Berater, ging gegen die Natur an, ergriff ihren Sohn — sie hatte
 
 

 
aber einen Säugling — und sprach: Unseliges Kind; in Kampf, Hunger
 und Aufruhr, für wen soll ich dich bewahren? Bei den Römern wirst du
Sklave sein, selbst wenn du vielleicht bis dahin lebst; es kommt aber
der Hunger der Knechtschaft zuvor. Die Aufrührer aber sind schlimmer
 als beide . Komm und diene mir als Speise, den Aufrührern zur Strafe 
und der Welt zum Mythus, der allein noch fehlt den Leiden der Juden.
Als sie dies gesagt hatte, tötete sie zugleich ihren Sohn. Dann briet
sie ihn, aß die eine Hälfte auf und verbarg und bewahrte den Rest auf.“
Diese Leiden habe ich aus unzähligen hergesetzt wegen des voraussagenden
göttlichen Wortes unsers Erlösers, das lautet: „Wehe aber 
den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen“. Da aber auch
dies den voratissagenden Worten unsers Erlösers hinzugefügt ist: „Es
wird eine große Not sein auf Erden und ein großer Zorn über dies
Volk“ oder wie Matthäus sagt: „Denn es wird in jener Zeit eine große
Xot sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der Welt bis 
jetzt und nicht sein wird“, so ist es recht, von dem Schriftsteller zu
hören, wie er die Erfüllung eben dieser Dinge so beschreibt: 
 Aus dem fünften Buch der Schrift des Josephus.

„Jede einzelne ihrer Bosheit also zu erzählen, ist unmöglich.
Um es aber zusammenfassend zu sagen: keine andere Stadt hat so viel 
gelitten und kein Geschlecht ist jemals zeugungskräftiger gewesen an
Bosheit als dies. Denn die Stadt zerstörten sie selbst und erzwangen,
daß den Römern eine traurige Sieg estat wider Willen zugeschrieben
wurde, und schleppten das fast zögernde Feuer zum Tempel. In der Tat
sahen sie ihn von der oberen Stadt aus brennen, ohne zu klagen und 
zu weinen.“ Dies geschah wegen des Wortes : „Es wird in jener Zeit
eine große Not sein, dergleichen es nicht gegeben hat seit Anfang der
 
 

 
Welt“, was. ebenfalls von unserm Erlöser vorausgesagt, der Schriftsteller
bestätigt hat als ganze vierzig Jahre später in der Zeit des
römischen Königs Vespasian erfüllt. Es fügt aber unser Erlöser seinen
voraussagenden Worten hinzu und bestimmt die Zeit, bis wann Jerusalem
 niedergetreten sein soll von den Völkern. Denn er sagt, „bis
daß die Zeiten der Völker erfüllt werden“. und weist hiermit auf das
Ende der Welt.

In der Nähe der uns benachbarten Stadt, in dem palästinischen
Neapel — einer keineswegs kleinen, sondern sogar berühmten
Stadt — traf ihn ein samaritisches Weib und sagte nach einigen anderen
 Worten zu ihm: „Herr, ich sehe, daß du ein Prophet bist. Unsere
Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, daß in Jerusalem
der Ort sei, wo man anbeten müsse.“ Darauf antwortete unser Erlöser
und sagte zu ihr: „Glaube mir, Weib, es kommt die Stunde, wo ihr
weder auf diesem Berge noch in Jerusalem werdet den Vater anbeten.“
 Kurz darauf sagt er: „Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, wo
die wahrhaftigen Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in
der Wahrheit. Denn auch der Vater verlangt solche Anbeter. Gott ist
Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit
anbeten.“ Auch hierin zeigte er ein durchaus nicht gewöhnliches Vorauswissen.
 Denn früher, in den Tagen des römischen Königs Tiberius, zu
dessen Zeit dies gesagt wurde, waren die Juden für sich gesondert in
Jerusalem vereinigt, um das Gebot ihres Gesetzes zu erfüllen, während
die Samariter auf dem so genannten Berge Garizim, in der Nähe von
Neapel, Gott ehrten und behaupteten, man müsse das Gesetz des
 Mose dort erfüllen. Diese Berge wurden als die geweihten Stätten 
Gottes auf beiden Seiten verherrlicht und über beide legt die Schrift
Zeugnis ab, bei ihnen: Mose über den Garizim, bei den Hebräern aber:
die Propheten über Jerusalem. Ein Urteilsspruch aber der göttlichen
Stimme unsers Erlösers ging aus, daß fortan nicht mehr anbeten würden
 in Jerusalem noch auf dem Berge Garizim, die an diesen Ortern fest-
 
 

 
hielten. Dies fand nicht lange darauf in der folgenden Zeit statt. Diese
beiden Berge wurden nämlich durch die Belagerung in den Tagen des
Titus Vespasianus und in den Tagen Hadrians entsprechend seinen
Worten verwüstet. Denn der Tempel in der Nähe der Stadt Neapel
ward durch unziemliche Bilder, Götzen, Opfer und blutvergießen be 
fleckt und beschmutzt, derjenige aber in Jerusalem bestand so lange Zeit,
wie eben gesagt ist, und wurde dann von Grund aus durch äußerste Verwüstung
 und Brand zerstört. Durch die Tat also wurde von jener Zeit
an bis jetzt die Prophezeiung unsers Erlösers erfüllt, die lautete: „Es
kommt die Stunde, wo ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem 
werdet anbeten.“ „Stunde“ aber nannte er die Zeit, die noch nicht nahe
war, sondern erst kommen sollte. Über den vernünftigen Gottesdienst
aber, der von ihm seinen Jüngern überliefert wurde, fügte er hinzu
und sagte: „Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, wo die wahrhaftigen
Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit.“ 
Notwendig aber fügte er hier hinzu: „und ist schon jetzt.“
Denn auf der Stelle von der Stunde an, wo er die Worte sagte, überlieferten
die wahrhaften Anbeter eben jenes Meisters und Lehrers und
seine Jünger, die von ihm den vernünftigen Gottesdienst empfingen,
einen Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der über alles waltende 
Logos wies jirophczeiend darauf hin, daß fortan die wahrhaften
Verehrer den über alles waltenden Gott nicht auf einem Berge noch
in einem Winkel der Erde für sich gesondert, sondern in der ganzen
Welt anbeten und ihm die göttlichen, unblutigen Gottesdienste leisten
sollten, die im Geist und in der Wahrheit vollendet werden, weder durch 
Bilder noch durch irgend welche äußere Zeichen, wie es die Gottesdienste 
des Mose waren, die von den Juden und Samaritern gehalten
wurden: durch Schlachtungen, Opfer, Weihrauch, Feuer und viele andere
leibliche Mittel. Daß sie eben dies abschaffen würden, prophezeite
der Logos Gottes in den vorliegenden Aussprüchen und sagte, daß die 
wahrhaftigen Verehrer fortan in der Wahrheit und im Geiste, das heißt
aber nach göttlicher Art, in der Seele und im Gedanken den gottgeziemenden
Gottesdienst leisten würden.

„Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die
Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt und ich meinn Vater
 kenne, und ich lasse mein Leben für meine Schafe. Und andere Schafe
habe ich, die nicht aus diesem Hofe sind. Ich muß sie führen, und sie
hören auf meine Stimme, und es wird sein Eine Herde und Ein Hirt.“
An einer andern Stelle lehrte er und sprach: „Ich bin nur gekommen
zu den irrenden Schafen aus dem Hause Israel.“ Er nannte aber das
 Volk der Juden in dieser Weise und prophezeite durch die vorliegenden
 Aussprüche , daß keineswegs nur diejenigen, die aus den Juden ihm
zu Jüngern gewonnen wurden, in seine Herde gerechnet werden sollten,
sondern auch die außerhalb dieses „Hofes“. So aber pflegt der Logos bisweilen 
 das ganze Volk der Juden, bisweilen Jerusalem und den dortigen
 Gottesdienst zu nennen, der nach dem Gesetz des Mose erfüllt wurde.
Daß er „andere Schafe“ sammeln will, „die nicht aus diesem Hofe sind“. —
damit aber weist er auf die Völker in der ganzen Welt hin und sagt
voraus, daß ihm aus ihnen vernünftige Herden gesammelt werden sollen,
sodaß zu Einer und derselben Gottesverehrung alle diejenigen kommen,
 die aus den Juden und aus den Heiden an ihn gläubig werden. „Und
es wird sein Eine Herde und Ein Hirt“ — seine Kirche, die aus Juden
zumal und Heiden besteht, wie dies ία der Fall war am Anfang der
Verkündigung des Evangeliums. Denn viele Scharen der Juden zumal
ließeb sich überzeugen, daß er der Christus Gottes sei, der von den
 Propheten verkündet wurde, und wurden mit denen, die aus den Heiden
an ihn gläubig Avurden, zu Einer Kirche vereinigt unter der Hand des
Einen Hirten, eben des Logos Gottes. Dnn in Jerusalem erstanden
sich ablösend aus den Juden fünfzehn Episkopen der dortigen Kirche
von Jakobus dem ersten an, und Myriaden Juden zumal und Heiden gab
 es. die dort zusammen vereinigt waren bis auf die Belagerung in den
Tagen Hadrians. Daß er aber der „Hirte“ sei, offenbarte uns der, der
viele Male durch Prophetenworte verkündet wurde, die den Logos
Gottes erwähnen und lehren, daß er der Hirt der menschlichen Seelen
wie der vernünftigen Herden sei. So also heißt es bald bei den Propheten:
 „Der Herr weidet mich und nichts mangelt mir“, bald aber:
 
 

 
„Hirte Israels, höre, der Joseph lenkt wie Schafe“, bald aber lehrt und
spricht „der Herr und Hirte der Herden“. In Wahrheit also wird er allein
Hirte der vernünftigen Seelen genannt. Denn wie zum Beispiel unter
den Menschen die Natur der Herden eine andere ist, als die vernünftige
Natur dessen, der das unvernünftige Geschlecht weidet, beherrscht 
und lenkt, so ist noch viel mehr der Hirte, der Logos Gottes, eine bei
weitem bessere Natur als die der Menschen. Wir aber sind seine Schafe
und im Vergleich zu seiner Kraft gleichsam unvernünftiger als alle
Herden. Ein guter und treuer Hirte aber ist in Wahrheit derjenige, der
seine Schafe nicht vernachlässigt und zuläßt , daß sie von den Wölfen 
gefressen w erden, das heiß aber: von den bösen, seelenverderbenden
 Dämonen. Dies zwingt uns, auf das Wort dessen zu achten, der mit
vieler Vollmacht“ und Kraft sagt: „Ich bin der gute Hirte“. Wenn er
aber sagt: „Ich lasse mein Leben für meine Herden“, so weist er damit 
geheimnisvoll auf seinen Tod hin und lehrt zugleich auch die Ursache: 
daß er für die Erlösung der Seelen der vernünftigen Herden sein Leben
ließ. Das Wort : „Ich habe andere Schafe“ deutet darauf, daß zu
seinem Besitztum nicht nur Juden, sondern auch alle Völker gehören,
die ihm von seinem Vater gegeben sind, entsprechend jener Verheißung :
„Bitte von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben.“ 
 Wie sein Tod die Ursache der Erlösung vieler ist. Aus dem Evangelium
des Johannes.

Meist verweilte er unter den Juden, weil ihnen die voraussagenden
Prophezeiungen der Propheten über ihn bekannt waren. Wreil
aber einmal auch Griechen sich seinen Jüngern näherten und baten, ihn 
zu sehen, so steht seine Antwort geschrieben, als man ihm dies sagte:
„Die Stunde ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht werde.
Ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,
so bleibt es eben nur wie es ist . Wenn es aber stirbt, so bringt es
viele Früchte“. Offenbar verkündigt er auch hiermit geheimnisvoll, daß 
unter den Griechen, unter den fremden und andersgescblechtigen Völkern
die Verherrlichung seiner Gottheit stark werden solle. Denn
keineswegs war die Stunde der Verherrlichung gekommen, solange er
 
 

 
mit den Juden zusammen war und redete, sondern als die Griechen zu
ihm kamen. Er fügt aber notwendig hinzu und weist hin auf seinen
Tod, seine Auferstehung und die dadurch geschehende Berufung der
Völker. Denn wie das Weizenkorn, ehe es in die Erde fällt, eben dasselbe
 allein ist, die lebenzeugende Kraft in sich besitzt und die Triebe
in sich birgt für die Ahrensaat, die aus ihm hervorsprossen soll, wie 
es aber dann, nachdem es in die Erde gefallen ist, gleichsam lebt nach
dem Tode, sich mehrt und viele Ähren aus eigener Kraft hervorsprießen
läßt, demgemäß, sagt er, werde es auch in betreff seiner selbst geschehen.
 Das hat offenkundig der Ausgang der ’ bewiesen, indem
nach seinem Tode nicht nur Griechen, sondern auch viele Völker aus
seiner Kraft und seiner göttlichen Fürsorge geschöpft haben. Er ist
also der Same, der fällt und aufgeht, der stirbt und auflebt, der nach
seinem Fall durch den Tod in Menge sich mehrte, der durch seine Auferstehung
 die Länder der Völker nach Art der Felder mit göttlicher,
unaussprechlicher Kraft füllte. Deswegen sagt er: „Die Ernte ist reich,
aber der Arbeiter sind weige.“ Und wiederum: „Hebt eure Augen auf 
und seht die Felder an, die weiß sind zur Ernte.“ Auch dies deutet hin
auf diejenigen, die nach seinem Tode ihm vereinigt sind durch echten
 Glauben an ihn, durch deren Menge in der ganzen Welt der Griechen
und Barbaren Kirchen von Myriaden Scharen gegründet wurden, indem
die Seelen der Menschen nach Art vernünftiger Felder an Einen Ort:
auf die Tennen seiner Kirchen gesammelt werden. Deswegen heißt es:
„Er hat seine Wurfschaufel in der Hand, reinigt seine Tennen und
 sammelt den Weizen in die Scheuern. Die Spreu aber wird er verbrennen
mit unverlöschlichem Feuer.“

„Kinder, nur noch eine kleine Weile bin ich bei euch. Dann
werdet ihr mich suchen. Wie ich den Juden sagte: Wohin ich gehe,
könnt ihr nicht kommen, so wiederum sage ich auch euch.“ „Sagt zu
ihm Simon Petrus: Wohin gehst du? Antwortete ihm Jesus: Wohin
 
 

 
ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später dorthin 
kommen.“ Wiederum aber sagte Jesus am Ende der Schrift nach seiner
Auferstehung von den Toten zu Petrus: „Ich sage dir, als du jung warst,
gürtetest du deine Lenden und gingst, wohin du wolltest. Wenn du
aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und andere werden 
dir die Lenden gürten und dich führen, wohin du nicht willst. Das
sagte er aber zu zeigen, mit welchem Tode er Gott verherrlichen würde.
Und als er dies gesagt hatte, sagt er zu ihm: Folge mir nach.“ Wer
sollte sich nicht wundern, dabß seine Jünger, als er dies zu ihnen sagte,
bereit und geneigt waren, ihm bis zum Tode anzuhangen? Denn nicht 
indem er sie irre führt und ihnen Hoffnung auf Glück verheißt und das
verspricht, was in diesem Leben für Glück gehalten wird, — (nicht) 
auf diese Weise ködert er sie, ihm anzuhangen, sondern indem er nackt
und unverhüllt die Martern voraussagt, die um seinetwillen über sie
kommen sollten. Dem Simon selbst aber zeigte er sogar die Art der 
Kreuzigung voraus, durch die er später bei seinem Aufenthalt in Rom
sein Leben vollendete, durch das Wort: „Wenn du alt wirst, wirst du
deine Hände ausstrecken, aber andere werden dir die Lenden gürten.“
Demgemäß aber zeigte er auch geheimnisvoll durch das Wort: „Wohin
 ich gehe, kannst du jetzt nicht kommen. Du wirst aber später dorthin 
kommen.“ Denn dies wurde keineswegs allen gesagt, sondern nur dem
Simon, weil er allein in der Schrift genannt ist. der nach Art des
Leidens unsers Erlösers sein Leben vollenden werde.

„Hütet euch vor den Menschen. Denn sie werden euch der
Obrigkeit ausliefern und euch in ihren Synagogen geißeln; und vor
Statthalter und Könige werden sie euch führen um meinetwillen zum
Zeugnis für sie und die Völker.“ Und wiederum: „Selig seid ihr, wenn
ihr verfolgt und geschmäht werdet, und wenn man euch alles Schlechte 
andichtet um meinetwillen. Freut euch und frohlocket; denn euer Lohn
ist groß im Himmel. Denn so hat man die Propheten vor euch verfolgt.“
Ein Wunder aber ist der Zusatz des Wortes, das da heißt: „um
 
 

 
meinetwillen.“ Denn es genügte nicht, nur dies vorauszuwissen und die
über seine Jünger kommenden Verfolgungen vorauszusagen, sondern er
zeigte auch die Ursache, indem er sagte, daß sie dies um seinetwillen
erleiden würden, keineswegs um böser Taten noch um anderen Frevels
 willen, sondern er bezeugte voraus, daß ihnen alles um seinetwillen zustoßen
werde, was man durch die Tat erkennen kann. Denn wenn
jemand zur Zeit der Verfolgung nur dies leugnete, daß er ein Christ
sei, war er befreit von allem Tadel und von aller Ursache zur Verleumdung.
So machte er das Leben seiner Jünger untadelig und sündlos,
 sodaß sie um keiner andern Ursache willen außer allein wegen ihres
Bekenntnisses und Zeugnisses zu ihm alles Schlechte ertrugen. Völlig
aber gewinnt er sie und macht sie sich geneigt dadurch, daß er sie mit
den früheren gottgeliebten Propheten vergleicht. Denn wie sie die Propheten
vor euch verfolgt haben, so werden sie auch euch in Zukunft
 ohne Grund verjagen und auch nach Art der Propheten bestrafen, weil
ihr den über alles waltenden Gott verehrt, weswegen sie auch die Propheten
verfolgt haben. Die Tatsache aber, daß er voraussagte, selbst
ἡγεμόνες und Könige würden darüber bewegt werden, zu einer Zeit,
wo er zugegen war und mit seinen Jüngern redete, und daß seine Worte
 sich so ereigneten und in die Tat übergingen, wie sollte das nicht größer
sein als ein Wunder? Denn viele andere, Barbaren und Griechen, die
sich für Lehrer der Weisheit ausgaben, haben vieles mit ihren Jüngern geredet,
indem die einen Gottloses verkündeten, die anderen das Wort der 
Vorsehung und andere selbst die bei vielen als Götter Geltenden aufhoben,
 während andere als Anfänger böser Dogmen auftraten und andere
sagten, daß das höchste Ziel die Lust sei und noch andere, daß die
Lust gleichgültig sei, wie es sich gerade traf. Niemals aber hat einer
von ihnen derartiges für seine Jünger vorher entschieden, noch kennen
wir Verfolgungen, die über sie kamen, wie diejenigen, die über die Lehre
 unsers Erlösers kamen. Wie also sollten wir uns nicht wundern und
bekennen, daß es in Wahrheit Gottes Worte seien, da er nicht nur
durch göttliches Vorauswissen die Verfolgungen vorausbezeugte, die
über seine ünger kommen würden, sondern auch die Ursache derselben
vorher zeigte durch das Wort: um seinetwillen solle ihnen das
 widerfahren?

„Es wird ein Bruder den andern ausliefern zum Tode und
ein Vater seinen Sohn, und es werden aufstehen Söhne gegen ihre Väter
und sie zum Tode bringen. Und ihr werdet gehaßt sein von jedermann 
um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird
leben.“ Was habe ich nötig, vieles zu reden, wie dies bis jetzt durch
die Tat erfüllt wurde, da die Werke besser sind als alles Hören. Denn
mit eigenen Augen sehen wir, wie oft derartiges in den Zeiten der Verfolgung
und zu unserer eigenen Zeit geschah. Du mögest dies aber 
nicht einfach hören und verstehen , daß „ein Bruder den andern ausliefern
wird zum Tode“, — denn auch dies wäre gleichsam ein einfacher Gedanke
— sondern wir können auch daran prüfen und erkennen, wie
ein Bruder den andern ausliefert zum Tode, wenn er sich der Bruderliebe
hingibt und die Liebe zum Leben vorzieht und Gott verleugnet 
und besonders seinen Bruder, von dem er bittet und den er überredet,
Götzen zu verehren, den er aufwiegelt und anfleht und dem er brüderliche
Liebe vorhält, abbringt von dem Gedächtnis an den Befehl unsers
Erlösers; denn dann in Wahrheit „wird ein Bruder den andern zum
eigenen Tode ausliefern“. So verführt auch der Vater seinen Sohn mit 
Worten, überredet ihn, Götzen zu verehren, und bringt ihn dadurch 
zum Tode. So bringen auch de Söhne ihre Väter in der Liebe zu ihnen
dahin, daß sie das zeitliche, sterbliche Leben dem bei Gott vorziehen,
und werden so die Ursache des Todes und der Seelenverderbnis für ihre
 Väter. Denn oftmals sehen wir solches zur Verfolgungszeit mit eigenen 
Augen, sodaß dadurch erfüllt wird das Wort : „Ihr werdet gehaßt sein
von jedermann um meines Namens willen.“ Indessen aber ist auch hier
sorgfältig der Zusatz gemacht worden, der lehrt, daß seine Jünger um
keiner andern schimpflichen Tatsache als allein um seines Namens
willen gehaßt werden sollen.

„Das Himmelreich ist gleich einem Netze, das ins Meer
fiel und allerhand aufnahm. Als es voll war, zogen sie es ans Ufer,
 

 
setzten sieh, lasen das Gute aus und brachten es in Gefäße, das Schlechte
aber warfen sie weg. So wird es sein am Ende der Welt: die Engel
warden ausziehen und die Bösen ausscheiden von den Gerechten und
werden sie in den Feuerofen werfen, dort wird sein Heulen und Zähneklappern.“
 Netz nennt er hier sinngemäß seine Lehre, die aus mannigfachen
Gedanken der Schriften alten und neuen Testamentes gewebt
ist, Meer aber das wogende Leben des Menschen, das gefahrvoll ist wegen
des Bösen, welches in seinen Taten liegt . Aus diesem Leben rafft
das genannte Netz wie aus dem Meere Myriaden empor, und seinen
 untern Teil nehmen verschiedene, ihrer Art nach entgegengesetzte
Scharen ein : I )ie Guten und Bösen in ihren Gedanken. Über diejenigen,
die gleichsam aus dem Meere nach Art der Fische gefangen
werden, redet er Ἴ’ bei der ersten Berufung seiner Jünger mystisch
 so : „Folgt mir nach, so will ich euch zu Menschenfischern machen."
 Nicht einmal also die Gemeinschaft der bösen Menschen war ihm verborgen,
die mit den Guten in seine Kirche bis heute aufgenommen
werden, da er lehrt, daß eben sie in der Zeit des Endes durch die damit
betrauten Engel ausgesondert werden sollen und ein jeder von ihnen
die seinem Denken gebührende Strafe empfangen solle.

„Hütet euch vor den Lügenpropheten, die zu euch kommen
in Schafskleidern, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren
Früchten sollt ihr sie erkennen. Denn nicht sammelt man von den
Α· Dornbüschen Trauben -ι Feigen von den Disteln. So bringt jeder
gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte
Früchte." Durch Vorauswissen Ἡ er vorher, sich vor gottlosen, andersgläubigen 
 Ketzern zu hüten; die in späterer Zeit seine göttlichen
Schriftworte zum Vorwand nehmen und den christlichen Namen sich aneignen
 eignen würden, und zeigte die Zeichen und Zeugnisse des in ihnen verborgenen
Bösen, das viele verführen werde, indem er sagt: „An ihren
Früchten ι ihr sie erkennen." Ihre Früchte aber sind die gottlosen
Worte, die sie vorbringen und die Art ihres Lebens, die nicht richtig
sondern verkehrt ist. Während dies aber in jener Zeit geredet wurde
 und von unserm Erlöser vorausgesagt ward und nicht einmal Eine Be-
 
 

 
stätigung durch den Anblick denen gewährten, die es damals hörten,
so sind dennoch in späterer Zeit die Werke seiner Worte jedermann
offenkundig sichtbar geworden. Die Markioniten aber, die Anhänger
des Valentinus und des Basilides und alle die andern, die in späterer
Zeit als Seelenverderber aufsproßten: Bardesanes und der jüngst zu 
unserer Zeit aufgetretene Verstandes wahnsinnige, dessen Name der Beiname
für die Partei der Manichäer ward, waren Leute , die trügerische,
gottlose Lehren hervorsprudeln ließen. Und nicht anders kamen
sie ans Licht als äußerlich bekleidet mit dem Schafsfell unsers Erlösers.
Schafe aber nennt er offenbar seine Jünger, indem er sagt: „Meine 
Schafe hören auf meine Stimme“ und ferner: „Siehe ich sende euch wie
Schafe mitten unter die Wölfe.“ In die Art dieser Schafe kleideten
sie sich äußerlich, während sie in ihren Seelen reißende Wölfe sind.
Wieviel Myriaden haben diese Verführer von der Herde unsers Erlösers
geraubt, indem sie sich Christo heuchlerisch anähnelten und der 
Lehre Christi anhingen und sich heuchlerisch stellten, als ob sie Worte
der göttlichen Lehre sagten, in Wirklichkeit aber das hinterlistige,
gottlose Gift in ihnen insgeheim denen zuführten, die von ihnen eingefangen
waren. Diejenigen also, die jetzt wegen ihrer Heuchelei für
Schafe gehalten wurden, wurden nach kurzer Zeit als reißende Wölfe 
offenbar. Deswegen lehrt uns unser Erlöser, uns vorher vor ihnen in
Acht nehmen, indem er mahnt und sagt: „An ihren Früchten sollt ihr
sie erkennen.“

„Nicht ist ein Jünger größer als sein Meister noch ein Sklave
 größer als sein Herr. Genug für den Jünger, zu sein wie sein Meister,
und für den Skaven. zu sein wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn
Beelzebub genannt haben, wieviel mehr seine Hausgenossen? Fürchtet euch
also nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das nicht enthüllt würde, 
und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“ Die Juden glaubten,
daß unser Erlöser der böse Dämon Beelzebub und der Fürst der Dämonen
sei, und schmähten ihn, daß er mit seiner Kraft die übrigen Dämonen aus
den Menschen austreibe. Er aber antwortete denen, die solches glaubten,
 
 

 
gebührend, was auch in seinen Worten geschrieben ist. Seinen Jüngern
alter sagte er vorher, daß ma auch von ihnen glauben werde, sie besiegten
die Menschen in Gemeinschaft mit Dämonen und Zauberei. Indem
eben dies von vielen geredet ward, versiegelte und bestätigte das
 die Voraussagung unsers Erlösers. Er bezeugt aber, daß die über sie
 verhängte Strafe aufgehoben werden sollte infolge ihres reinen Lebens
und Charakters und ihrer reinen Lehre und Frömmigkeit. Deswegen
sagt er: „Fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, das
nicht enthüllt würde, und nichts verborgen, das nicht bekannt würde.“
 Die lange Zeit also bringt an den Tag das, was früher den meisten verborgen
war. Deswegen wurde verkündet, daß offenbart und ans Licht
kommen würden die Worte der gottesfürchtigen Lehre. Und seine
Dogmen und Satzungen sind fernerhin jedermann bekannt geworden
und haben die Meinung ausgelöscht, die früher bei vielen über sie
 herrschte. 
 Über diejenigen, die in seiner Kirche in vollkommener Heiligkeit und in
einem der ehelichen Gemeinschaft nicht teilhaftig gewordenen Leben
existieren werden. Aus dem Evangelium des Matthäus.

Als er für seine Jünger bestimmte, daß es nicht recht sei,
 sein Weib zu entlassen außer aus dem Grunde der Unzucht, und sie zu
ihm sagten, „wenn die Ursache des Mannes mit dem Weibe derart ist,
so nützt es nichts zu heiraten,“ heißt es, daß er darüber sagte: „Nicht
jedermann ist genügend stark für dies Wort, sondern nur diejenigen,
denen es gegeben ist. Es gibt Verschnittene, die von Mutterleib an so
 waren, und gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten wurden.
und gibt Verschnittene, die sich selbst zu Verschnittenen gemacht haben 
um des Himmelreichs willen. Wer es ertragen kann, ertrage es.“ Niemals
hat jemand durch Offenbarung, die unter den Menschen, das heißt
vielmehr im Volke der Jaden existiert, ein solches Wort gesagt, noch
 auch etwas Derartiges getan, wie aus der Geschichte der Schriften klar
ist. In der ganzen Welt aber und unter allen Völkern in Städten und
Dörfern haben Myriaden nicht nur von Männern, sondern auch von
Weibern vollkommene Heiligkeit und Jungfräulichkeit bewahrt um der
Hoffnung und der Erwartung des himmlischen Reiches willen, auf
 welches sie eilends von hier von dr Erde sich vorzubereiten gelernt
 

 
haben, wie wir durch Erfahrung gesehen haben. Indessen aber war die
Erfüllung der Benennung „Verschnittene“) keineswegs
Aber wir haben viele uns bekannte Männer gesehen, die
Eisen benutzten und ihre Leiber zu verschnittenen gemacht haben um
keiner anderen Ursache als um der Hoffnung auf das himmlische Reich 
willen, die nicht lange in der Lehre unsers Erlösers erstarkt waren,
sondern schlicht und schnell sich an die Sache heranmachten, sodaß
auch in betreff dieser Männer das Vorauswissen unsers Erlösers, in
Wahrheit des Logos Gottes, versiegelt wurde.
Über die Unterschiede derer, die nicht würdig den Samen seiner Lehre 
aufnehmen sollten. Aus dem Evangelium des Matthäus.

Als eine große Menge Menschen zu ihm kam, weissagte
er durch ein Glichnis, wie diejenigen sein würden, die den Samen seiner
Lehre empfingen, indem er so sagte: „Siehe, ein Säemann ging aus zu
säen, und da er säte, fiel das eine an den Rand des Weges, und es 
kamen die Vögel des Himmels und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf
den Felsen, wo es nicht viel Erde hatte, und sogleich ging es auf.
Weil aber keine Tiefe des Bodens vorhanden war, vertrocknete es unten
an seiner Wurzel. Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen
stiegen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf das gute Land und 
gab Früchte, das eine hundertfältig, das andere sechzigfältig und anderes
dreißigfältig.“ Darnach rief er aus und sagte: „Wer Ohren hat zu
hören, höre!“ Darauf wurde er von seinen Jüngern gefragt, was die
Erklärung des Gleichnisses sei, und er lehrte und sprach: „So hört ihr
also das Gleichnis des Säemanns ! Jeder, der das Wort vom Reiche 
hört und es nicht versteht, da kommt der Böse und raubt den Samen
aus seinem Herzea. Das ist der, der an den Rand des Weges gesät
 wurde. Was aber auf den Felsen gesät wurde, das ist der, welcher das
Wort hört und es in Eile aufnimmt. Da er aber nicht darin festgewurzelt
ist, so strauchelt er über eine kleine Not. Was aber unter die 
Dornen fiel, das ist der, welcher das Wort ört, und die Sorge der Welt
 
 

 
und der Trug des Reichtums erstickt das Wort, und er bleibt ohne
Frucht. Was aber auf das gute Land gesät ist, das ist der, der das
Wort hört und es versteht, und er bringt Früchte, der eine hundertfältig,
der andere sechzigfältig, ein anderer dreißigfältig.“ Woher war es einer
 menschlichen Natur möglich , nicht nur durch Vorauswissen die Zukunft
vorauszusagen, sondern auch die verschiedenen Arten der Seelen
zu unterscheiden, wenn sie nicht in Wahrheit der göttliche Logow war,
er, der damals zugleich weissagte und lehrte, über den es heißt: „Denn
lebendig ist das Wort Gottes und schärfer und schneidender als ein
 zweischneidiges Schwert und durchdringend bis auf die Teile der Seele
und des Leibes, der Gelenke und des Markes, und ein Richter der Gesinnungen
und Gedanken des Herzens, und es gibt kein Geschörf, das
ihm verborgen wäre.“ Deswegen offenbart er schön die Unterschiede
der Seelen derer, die in späteren Zeiten seine Lehre aufnehmen sollten,
 und sagt voraus, daß drei Stufen bilden würden diejenigen, die den
Samen seiner Lehre nicht recht aufnehmen, daß es aber entsprechend
drei Reihen der Guten geben würde, die nach Art der guten Erde reichlich
tragen und das Wort vervielfältigen. Er sagt also, daß die Samen, die
in ihre Seelen fallen, drei Ursachen sind für diejenigen, die zu Grunde
 gehen. Denn entweder verschütten sie infolge der Gedanken des
Lebens und der Sorge um das Nichtnotwendige und infolge des Reichtums
und der Üppigkeit den Samen in sich und gleichen denen, die
von den Dornen erstickt werden, oder da sie ihn nicht in die Tiefe ihres
Geistes aufgenommen haben, verlöschen sie bald, sowie eine Drangsal
 sie erreicht, oder die dritte Ursache ist die, daß sie die Ursache für den
Untergang des Samens in sich werden, indem sie schlaff ihre Ohren darbieten
denen, die die in ihre Seele gefallenen Samen verführen und fortraffen
wollen. Eben sie aber sind nicht anders beraubt des Fruchttragens
in Gott als in einer der genannten Weisen. Die aber, welche jenen entgegengesetzt,
 mit reiner Seele und liebevollem Geist den Erlösungssamen
aufgenommen haben, vervielfältigen wiederum ihre Früchte nach der
Kraft ihrer Seele. Aber auch ihre Unterschiede vergleicht er den guten
und schönen Ländern, die dreißigfach, und hundertfach 
 tragen . Denn derartige Kräfte werden bisweilen in den Seelen der
 Menschen gefunden. Dies also prophezeite er darüber. 
 
 

 
 Über die Menge derer aber, die durch die Lehre seiner Worte
Früchte tragen sollten, rief er ein ander Mal so aus und sagte: „Die
Ernte ist reich, der Arbeiter aber sind wenige. Bittet also den Herrn
der Ernte, daß er Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wiederum redete
er von ihnen ein ander Mal: „Saget ihr nicht, es ist noch vier Monate. 
so kommt die Ernte? Hebt eure Augen auf und seht die Felder an,
die fortan weiß sind zur Ernte.“ Und wer sollte sich nicht wundern,
daß er sogar die geringe Zahl derer zeigte, die in Reinheit Führer
seines Wortes sein sollten, indem er sagte: „der Arbeiter aber sind
wenige“, und daß ein Gebet erforderlich sei, um sie zu finden zu 
gewinnen . Deswegen sagt er: „Bittet den Herrn der Ernte, daß er
Arbeiter hergebe zu seiner Ernte.“ Wenn er aber sagt, daß „ein Säemann
ausging zu säen“, so zeigte er hierdurch, daß ein anderer der
Säemann und ein anderer der Same sei . Woher und wohin er ausging,
sagte und lehrte er durch das sich daran schließende Gleichnis in 
folgender Weise.

„Ein anderes Gleichnis fügte er hinzu und sagte: Das
Himmelreich gleicht einem Manne, der guten Samen auf sein Landgut 
säte. Während aber die Menschen schliefen, kam ein Feind und
säte Unkraut unter den Weizen und ging davon. Als aber Weizen
aufging und Frucht brachte, dann zeigte sich auch Unkraut. Es
kamen aber seine Knechte und sagten zu ihm: Herr, hast du nicht
guten Samen auf dein Landgut gesät? Woher denn das Unkraut in 
ihm? Er aber sagte zu ihnen: Ein feindlicher Mann hat das getan.
Sagen sie zu ihm: Willst du also, daß wir hingehen und es sammeln?
Er aber sagt: Nein, damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut sammelt,
mit ihm auch den Weizen ausreutet. Laßt beides bis zur Ernte wachsen.
Zur Zeit der Ernte aber werde ich zu den Schnittern sagen: Sammelt 
zuvor das Unkraut, bindet es in Bündel für den Brand, den Weizen
aber sammelt in die Scheuern.“ Er setzte dies Gleichnis aber auch seinen
Jüngern im Hause auseinander, als sie zu ihm traten und zu ihm sagten:
 
 

 
„Setze uns das Gleichnis auseinander vom Unkraut des Landgutes. Er
aber antwortete ihnen und sprach: Der den guten Samen sät, ist der
Menschensohn. Das Landgut aber ist die Welt; der gute Same aber, 
das sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des
 Bösen. Der Feind aber, der es gesät, ist der Verleumder. Die Ernte
aber ist das Ende der Welt und die Schnitter sind die Engel. Wie
also das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt, so wird es am
Ende dieser Welt sein. Der Menschensohn wird seine Engel schicken
und sie werden auslesen aus seinem Reiche alle Anstöße und diejenigen,
 die Frevel üben, und werden sie in die Gehenna des Feuers werfen.
Dort wird sein Heulen und Zähneklappern. Dann aber werden
Gerechten leuchten im Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören,
höre!“ Dies also sprach er, unser Erlöser. Wer aber der Säemann ist,
der ausging zu säen, und welches der Same ist, den er auswarf, zeigte
 die Deutung des Gleichnisses , in der es heißt: „Der den guten Samen
sät, ist der Menschensohn, und das Landgut ist die Welt.“ Menschensohn
aber pflegt er sich selbst zu nennen wegen seines Durchgangs
unter den Menschen. Er ging also aus von innen und kam nach
außen. Wo aber war er innen gewesen, wenn nicht oberhalb der Welt,
 woselbst er gewesen war? Am Ende der Welt aber ging er aus und
stieg zu uns selbst herab außerhalb seines Himmelreiches und brachte
den himmlischen Samen mit sich, den er in die Seelen der Menschen
wie in verschiedene Ländereien säte. Das vorliegende Wort aber belehrt
auch über die Beschaffenheit des Landgutes, auf das er den Samen
 warf. Er sagt aber: „Das Landgut ist die Welt“, und zeigt, wem dies
Landgut gehört: keinem andern als ihm selbst, der aus dem Innern
seines Reiches zu denen außerhalb hinausging, indem er stagt, daß
„die Knechte herzutraten und zu ihm sprachen: Herr, hast du nicht
guten Samen auf dein Landgut gesät?“ Offenbar lehrt er also, daß dies
 Landgut auch ihm selbst gehöre, und verdolmetscht es und zeigt, daß es
die Welt sei. In jenem ersten Gleichnis also wußte er voraus, wie die
Unterschiede derer sein würden, die den Samen in ihre Seele aufnahmen,
in dem uns jetzt vorliegenden aber die verdrehten, trügerischen Lehren
gottloser Häretiker, obwohl noch kein derartiger von ihnen unter den
 
 

 
Menschen existierte. Indessen aber war es ihm nicht verborgen, daß
dies kommen werde. Denn da in späteren Zeiten auf der ganzen Erde
Schriftstücke und Worte betrügerischer Schriften seiner Lehre angeähnelt
wurden von entgegengesetzter Natur, so wurden sie nach Art
 des Unkrauts mit dem reinen und belebenden Worte seiner ausgesät . 
Myriaden aber, die bald des Mani sich rühmen, bald des Markion,
bald anderer unter den gottlosen Heterodoxen, bringen bis jetzt Unkraut
hervor, indem sie sich der Lehre unsers Erlösers anähneln und
seinen Namen gebrauchen, die Schriften der Evangelien aber für Gefasel
halten. Ihr Vater aber, der sie die Trugworte zuerst in die Seelen 
derer säte, die ihn aufnahmen, ist der Verleumder. Indem er Jesus 
mit Recht vorwegnahm, was eintreten werde, wußte er mit göttlicher
Kraft im voraus und bezeugte im voraus, was auf diese Weise durch
die Tat erfüllt wurde und seinen Worten entsprechend Erfüllung
ging. Wie er also dies in Wahrheit zeigte und wie wir die Erfüllung 
der voraussagenden Worte unsers Erlösers eben in Taten sehen, so ge
es sich auch von dem Übrigen zu glauben, daß es eintreten werde.
Was aber ist das? Daß die Ernte das Ende und die Schnitter die
Engel sind , und daß das Unkraut gesammelt wird und ins Feuer fällt,
daß aber das Ende der guten Dinge denjenigen zu teil werde , die 
den lebendigen, reinen und lebenbringenden Samen bewahrt und vermehrt
haben, von denen gesagt ist: „Dann werden die Gerechten leuchten
wie die Sonne im Reiche ihres Vaters.“

„Da er auf dem Olberg saß traten seine Jünger zu ihm
besonders und sprachen zu ihm: Sage uns, wann wird das sein und
was ist das Zeichen deiner Ankunft und des Endes der Welt? Jesus
antwortete ihnen und sprach: Sehet zu, daß euch niemand irre führe.
Denn viele werden kommen in meinem Namen und werden sagen: Ich 
bin der Christus und werden viele irre führen.“ Wiederum aber sagte er
26—31 = Matth 24 3—5
 

 
nach kurzem: „In jener Zeit, wenn jemand zu euch sagt: Hier ist der
Christus oder dort, so glaubt es nicht. Denn es werden sich betrügerische
Christusse erheben und lügnerische Propheten und werden große
Zeichen und Wunder geben, damit sie verführen womöglich auch die
 Erwählten Siehe, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu
euch sagen: Siehe, er ist in der Wüste, so geht nicht hinaus, oder siehe,
er ist im Gemache, so glaubt es nicht. Denn wie der Blitz vom Osten
blitzt und bis zum Westen gesehen wird, so wird die Ankunft des
Menschensohnes sein“. Zu anderer Zeit aber, als er mit den Juden
 redete, fügte er dies hinzu und sagte: „Ich bin im Namen meines Vaters 
gekommen, aber ihr habt mich nicht aufgenommen. Wenn aber ein
anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.“
Dies sagte er über den lügnerischen Antichristen voraus, den sie erwarten
sollten, indem er seine Jünger warnte. Ein anderer aber zeigte
 im Thessalonikerbrief, daß er am Ende der Welt kommen werde .
Daß aber auch andere vor ihm einzeln kommen würden, sagte unser
Erlöser voraus: „Denn viele, sagte er, werden kommen in meinem
Namen und werden sagen: Ich bin der Christus und werden viele verführen.“
Es traten aber in der Tat nach seinen Worten viele auf derart. Denn
 sogleich waren die Samariter überzeugt, daß Dositheus. der nach der
Zeit UDsers Erlösers auftrat, der Prophet sei, über den Mose geweissagt
habe. Er aber führte sie irre, sodaß sie sagten, er sei der Christus. Andere
aber wiederum in der Zeit der Apostel nannten den Zauberer Simon
die große Kraft Gottes und glaubten, er sei der Christus, und andere
 in Phrygien von Montanus, und andere wiederum anderswo glaubten
 dasselbe von andern, und nicht werden aufhören die Betrüger. Denn
man muß erwarten, daß sogar mehr derartige auftreten werden, von
denen eben die Wahrheit der Prophezeiungen unsers Erlösers ebenfalls
Bestätigung empfangen hat. Er aber, unser Erlöser, lehrte daß fernerhin
 nicht an Einem Orte seine gelobte zweite Ankunft stattfinden werde
wie die erste, damit niemand meine, sie geschehe in einem Winkel
der sichtbaren Erde. Damit aber niemand dies meine, lehrt er so und
 
 

 
sagt: „Wenn jemand zu euch spricht: Siehe hier ist der Christus oder
dort, so glaubt es nicht.“ Die Meinungen nämlich, welche derart sind,
treffen auf ihn nicht zu, sondern nur auf die betrügerischen Christusse
und die lügnerischen Propheten. Er ist vielmehr Ein Mal in der Gestalt
eines Menschen und in Einem Winkel erschienen. Wie aber seine
zweite gelobte Ankunft vom Himmel her stattfinden werde, lehrt er,
indem er sagt: „Denn wie der Blitz ausgeht vom Osten und gesehen
wird bis zum Westen, so wird die Ankunft des Menschensohnes sein.“

„Es wird aber dazu kommen, daß ihr hört von Kriegen
Kriegsgerüchten; üchten; seht zu, damit ihr nicht erschreckt. Denn es
muß kommen, aber das ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich
erheben ein Volk wider das andere und ein Reich wider das andere,
und es werden sein Hungersnöte, Seuchen und Erd beben an jedem 
Ort. Dies alles aber ist der Anfang der Wehen. Hierauf werden sie
 euch ausliefern zur Drangsal und euch töten, und ihr werdet gehaßt
sein von allen Völkern um meines Namens willen.“ Er fügt aber
hinzu und sagt: „Hierauf werden viele Anstoß nehmen und werden
einer den andern ausliefern und einander hassen. Und viele Lügenpropheten 
werden aufstehen und viele verführen. Und wegen der Größe
des Frevels wird die Liebe der meisten erkalten. Wer aber ausharrt
bis zum Ende, der wird leben; und es wird das Evangelium vom Reich
verkündet werden in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann
wird das Ende kommen.“ Er prophezeite offenbar auch hierdurch, daß 
zuvor sein Evangelium in aller Welt zum Zeugnis für alle Völker verkúndet
werden müsse und dann erst das Ende kommen werde. Denn
nicht früher wird das verkündigte Ende der Welt kommen, als bis sein
Wort von allen Völkern ergriffen ist. Soviel Völker also fehlen, unter
denen sein Evangelium noch nicht Verkündigt worden ist, soviel Zeit 
fehlt auch am Ende. Er lehrt aber und sagt: „Es wird dazu kommen,
daß ihr hört von Kriegen und Kriegsgerüchten; seht zu, damit ihr
nicht erschreckt. Denn es muß kommen, aber das ist noch nicht das
Ende.“ Wann aber dies eintreten werde, zeigt er, indem er sagt: „Es
wird verkündigt das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum 
Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“, wenn auch
 

 
Hungersnöte und Seuchen und Erd beben an jedem Ort eintreten und
ein Volk sich wider das andere und ein Reich wider das andere andere erheben
und schwere Verfolgungen und gewaltige Drangsale sein werden.
Darauf aber sagt er: „Und ihr werdet gehaßt sein von allen Völkern,“
 nicht wegen anderer verhaßter Taten, sondern nur um seines Namens
willen.

Diese Beweise der göttlichen Offenbarung unsers Erlösers,
die bis jetzt mit Augen gesehen werden, zeigen, zeigen, Worte zumal
und Taten göttlich sind . Denn früher wurden einfach die Stimmen
 gehört, jetzt aber in unsern Zeiten sind die Erfüllungen seiner Worte
offenbar in der Tat sichtbar und die Kräfte, die jede sterbliche Natur
in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht überzeugen
lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst
gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die
 über alles waltende Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden
wagt, und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere
schamlos streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie
ihre Verleumdung dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so 
schadet auch die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit
 der offenbaren Gottheit unsers Erlösers. Indessen aber, wenn es
recht ist, dass wir auch ihnen die Art, die einer vernünftigen Heilung
entspricht, anpassen, so ist es Zeit, die Evangelienbeweise wiederum auch
hier ihnen nützlich nahe zu bringen. Was wir früher andern gegenüber
geprüft haben, das wollen wir auch jetzt solchen erzählen, die sich
 durch das Gesagte nicht haben überzeugen lassen. 
 Zu Ende ist das vierte Buch des Cäsareensers.

Derartig sind die Beweise der Theophanie des gemeisamen Erlösers
aller, Jesu Christi, die bis jetzt mit den Augen wahrgenommen
werden und die zeigen, daß Worte zumal und Taten göttlich sind. Denn
früher wurden einfach die Stimmen gehört, die die kommenden Dinge 
voraussagten, welche er seinen Jüngern prophezeite, als er noch bei
ihnen war, jetzt aber in unsern Zeiten ist die Erfüllung seiner Worte
offenkundig in der Tat sichtbar und die Karäfte, die jede sterbliche Natur
in den Schatten stellen. Wenn aber einige sich dadurch nicht überzeugen
lassen, so darf man sich nicht wundern, da der Mensch selbst 
gegen das Offenbare sich aufzulehnen pflegt, sodaß er auch gegen die
über alles waltende Vorsehung mit feindlichen Worten zu reden wagt,
und so auch Gott selbst leugnet und so auch über vieles andere schamlos
streitet, über das die Wahrheit Zeugnis ablegt. Aber wie ihre Verleumdung
dem wahren Worte der Natur nichts schadet, so schadet auch 
die Bosheit des Unglaubens einiger nichts der Vorzüglichkeit der offenbaren
Gottheit unsers Erlösers. Daher sind sie nicht einmal dessen
würdig, daß wir sie eines Wortes würdigen. Denn für diejenigen, die die
Werke Gottes nicht überzeugen, ist es zu gering, als daß eines Menschen
Wort sie überzeugte. Indessen aber wollen wir zum Überfluß das gegen 
sie wieder aufnehmen, was wir auch früher in den Evangelienbeweisen
mit Fragen geprüft haben. Wenn also irgend jemand nach alledem der
Wahrheit hartnächkig widerstrebt und schamlos zu sagen sich erfrecht,
 daß er Jesus keineswegs der Christus Gottes sei, wie wir meinen, sondern
ein Zauberer, Betrüger und Verführer, so wollen wir ihm, als einem 
Unmündigen im Geiste, eben das vorlegen, was wir schon früher geprüft
haben. 
 Wider diejenigen, die den Christus Gottes für einen Zauberer und
Betrüger halten.

Fortan wollen wir fragen, ob man jemals von aller Ewigkeit an 
von einem Betrüger und Zauberer gehört hat, daß er Lehrer der
 

 
Demut, Sanftmut, Besonnenheit und jeder andern Tugend geworden sei,
und ob es recht sei, daß mit solchen Namen derjenige benannt werde,
der nicht einmal mit lüsterner Begierde Weiber anzublicken erlaubt
hat, und ob ein Zauberer derjenige sei, der die höchste Philosophie überliefert
 hat dadurch, daß er seine Jünger unterwies, denen, die arm an
Gütern sind, mitzuteilen und Menschen freundlichkeit und Freigebigkeit
im Überfluß zu besitzen, und ob ein Zauberer derjenige sei, der sie 
von der Versammlung wilder und aufrührerischer Massen fernhielt und
 sie lehrte, nur die Muße bei den göttlichen Worten zu lieben? Er
 aber, der von jeder Lüge zurücktrieb und die Wahrheit vor allem zu
ehren ermahnte, sodaß nicht einmal ein Treueid, geschweige denn ein
nötig ötig war, wie sollte der mit Recht ein Zauberer genannt
werden? Was habe ich nötig, jetzt noch mehr zu sagen, da es möglich
ist, aus seinen Worten, die bis jetzt auf der ganzen Erde verkündigt
 werden, zu erkennen, welches die Art der von ihm in die Welt gesäten
 Lebens führung sei, infolge deren jeder, der die Wahrheit liebt, bekennt,
daß er nicht nur kein Zauberer und Betrüger, sondern in Wahrheit das
Wort Gottes und ein Lehrer der göttlichen und frommen Philosophie,
aber nicht der weltlichen und gemeinen Philosophie sei.

Aber das
 Ethische seiner Lehre ist derart. 
 Wohlan aber, prüfen wir, ob nicht seine Verirrung in denn Hauptpunkten
seiner Dogmatik bestand. Steht denn nicht von ihm geschrieben,
daß er selbst den Allkönig Gott, die einzige Ursache alles Guten, lehrte
und seine Jünger eben dahin brachte, und führen nicht bis jetzt die
 Worte seiner Lehre jeden Griechen und Barbaren nach oben in ihrem
Geist zu dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden
und der ganzen Welt, der jede sichtbare und gewordene Natur übertrifft? 
 
 

 
Das ist doch wohl nicht seine Verirrung? Oder soll man eine solche
annehmen , weil er nicht gestattete, viele Götter zu verehren, denen, die
von der Verehrung des allein höchsten , untrügerischen Gottes in diesen
wahrhaftigen Irrtum kopfüber gefallen waren? Aber dies Wort war
weder neu noch ihm gigentümlich, sondern war Sache der einst aufleuchtenden 
gottliebenden Hebräer gewesen, von denen auch die neueren
Philosophen mächtig gefördert wurden und mit deren Lehre sie übereinstimmten.
Es rühmen sich aber auch die Weisesten der Griechen
wegen der Orakel ihrer Götter, da sie die Orakel die Hebräer so erwähnen:
„Allein die Chaldäer erlangten Weisheit und die Hebräer, die 
Gott, den König des Alls, den ans sich selbst Erzeugten, fromm verehrten.“

Wenn also auch einst die Gottliebenden, über die besonders
auch die Orakel Zeugnis ablegen, zu dem allerhöchsten Gott die
Verehrung erhoben, warum bekennen wir dann , daß er ein Verführer
sei, und nicht vielmehr ein bewundernswerter Lehrer der Frömmigkeit, 
er, der das, was einst von den Kindern der hebräischen Patriarchen
allein erkannt wurde, zu allen Menschen ausbreitete, sodaß fortan
nicht mehr wie früher wenige Menschen, gering an Zahl, die rechte
Meinung über Gott besaßen, sondern Myriaden Scharen der Barbaren
zumal, die einst die wildesten waren, und der weisen und hellenischen 
Männer, die nach Art der früheren Propheten und frommen Männer
zur Gottesverehrung erzogen waren durch seine Kraft allein und seine
Lehre?

Aber wir wollen auch das Dritte prüfen! War es etwa dies,
um dessentwillen sie ihn einen Verführer heißen: daß er lehrte, nicht 
mehr durch Stieropfer, noch durch Schlachtungen unvernünftiger Tiere,
noch durch Blut und Feuer, noch durch Räucherwerk, das von der Erde
 aufsteigt , Gott verehren, deswegen, weil er zeigte , daß dies minderwertig
und irdisch sei und niemals entspreche der unsterblichen
unkörperlichen Natur, vielmehr urteilte, daß von allen Opfern dies das 
angenehmste und Gott wohlgefälligste sei, die göttlichen Gebote zu halten,
und lehrte, durch sie sich rein erhalten an Leib und Seele und sich um
 
 

 
klaren Verstand und fromme Lehren bemühen, um sich der Ähnlichkeit
mit Gott anzuähneln. Wenn aber jemand von den Griechen dies tadelt, 
so wisse er, daß er keineswegs das sinnt, was seinen Lehrern angenehm
ist, die vieles darüber anordneten, daß man nicht glauben dürfe, Gott
 durch Blut und Opfer unvernünftiger Tiere und durch Feuer, Rauch
und Fett geruch zu ehren.

Außerdem aber wissen wir, die wir von ihm Christus gelernt
haben, daß die Welt geworden ist und daß der Himmel selbst, die
Sonne, der Mond und die Sterne Werke Gottes sind, und daß ma nicht
 diese Dinge , sondern nur den Werkmeister und Schöpfer aller verehren
dürfe. Recht also ist es, zu betrachten, ob er uns verführt hat, die
wir diese Art der Gesinnung von ihm gelernt haben, obgleich auch diese
Rede keineswegs neu, sondern schon Lehre der einst gottliebenden
Hebräer war, und obgleich auch von den Philosophen die namhaftesten
 in ebendenselben Dingen übereinstimmten, daß geworden sei sowohl
Himmel selbst wie die Sonne, der Mond und die Gestirne, und
sagten, daß die ganze Welt von dem Schöpfer des Alls gemacht sei. 
 Ferner aber hat er uns glauben gelehrt, daß die Seele in uns unsterblich
und in nichts den unvernünftigen Tieren ähnlich sei, sondern
 die Bilder der Kräfte Gottes in sich trage, und hat jeden Barbaren und
Laien unterrichtet, sich so zu verhalten, so zu sein und solche Gesinnung
zu hegen. Hat er uns nicht dadurch weiser gemacht als die
weisesten unter den Ägyptern und als die Griechen, die vornehm ihre
Augenbrauen in die Höhe ziehen, die gesagt haben, daß die Seele im
 Menschen ihrer οὐσία nach nichts besser sei als Schnaken, Flöhe, Würmer
und Fliegen, aber daß auch nicht einmal von der Seele der Schlange,
der Natter, des Bären , des Panthers und des Schweines sich ihre eigene
Stele ihrem Wesen nach in irgend etwas unterscheide?

Indem er aber überdies häufig an das Gericht Gottes erinnert
 und den Gottlosen die Strafen und Züchtigungen, die unvermeidbar sind,
und den Frommen die Verheißungen des ewigen Lebens, des himmliischen
Reiches und des glückseligen Daseins bei Gott verspricht — wen führt
er da irre? Spornt er nicht vielmehr an, nach der Tugend zu streben
I vgl. Matth 548 7—17 = Dem. III 313—14 18—S. S. 223,3 = Dem. III 3 16—17
 

 
um der Kampf preise willen, die den Frommen aufbewahrt werden, dagegen
jede Boshaftigkeit zu fliehen und von sich zu stoßen wegen der
Strafen, die den Gottlosen auferlegt werden? Denn derart waren die
 Unterweisungen, die in den Dogmen der Lehre unsers Erlösers eingeschlossen
sind. Welcher Platz also bleibt für den Argwohn, zu 
glauben, daß er ein Betrüger und Zauberer sei? Aber jedoch prüfen
wir auch dies.

Zu was für Leuten macht der Zauberer seine Genossen, wenn
er ihnen Anteil gibt an den Dingen der Bosheit? Macht er sie nicht
zu Zauberern und Betrügern und Giftmischern, die in allem ihm gleichen? 
Ist denn jemals jemand im ganzen Geschlecht der Christen gefunden
worden, der infolge der Lehre unsers Erlösers Zauberei trieb oder Gift
 mischte ? Aber man kann keinen nennen, im Gegensatz dazu ist vielmehr
ersichtlich, daß sie den Worten göttlicher Philosophie nachgehen.
Er also, der in der ganzen Menschenwelt für alle Völker die Ursache 
eines reinen und keuschen Lebens und des Wissens und der Verehrung
des Schöpfers aller war — was darf mit Recht geglaubt werden als dies,
daß er in Wahrheit der gemeinsame Erlöser aller ist und der Lehrer
eines gottesfürchtigen Lebens?

Diejenigen aber, die von Anfang
an ihm anhingen, und diejenigen, die später die Überlieferung der Gewohnheit 
jener Apostel übernahmen, waren so weit entfernt von bösen
und bitteren Gedanken, daß sie nicht einmal den Kranken erlaubten,
das zu tun, was viele in vielen Fällen versuchen: entweder Schalen zu
beschreiben oder Amulette zu gebrauchen oder den Sinn hinzuwenden
zu denen, die zu besprechen vorgeben, oder durch Räucherwerk von 
Wurzeln und Gemüse und durch andere Dinge , die diesen gleichen,
Heilungen der Schmerzen für sich zu beschaffen. Alles dies also ist
infolge der Lehre unsers Erlösers vertrieben und niemals ist es möglich,
einen Christen zu finden, der Amulette gebraucht, noch Besprechungen,
noch den Vorwitz, auf Schalen zu schreiben, noch andere derartige Dinge 
 anwendet , deren Gebrauch bei den meisten für gleichgültig gehalten
 
 

 
wird. Welcher Grund also könnte angeführt werden, von denen, die
hierin unterwiesen sind, zu glauben, sie seien von einem Zaubermeister
zu Jüngern gemacht wordeu, da doch für jeden, der sich als Meister
einer Lehre ausgibt, ein großer Beweis die Gemeinschaft seiner Jünger
 ist? Künstler und Gelehrte also sagen durchaus von dem, der die Ursache
ihrer Lehre für sie war, daß er besser sei als sie. Denn wie auch
Ärzte Zeugen sind für die Richtigkeit der Lehre ihres Meisters, die
Geometer aber — wen anders erkennen sie als Führer für sich an, wenn
nicht einen Geometer, und die Arithmetiker einen Arithmetiker? Demgemäß 
 sind aber auch die besten Zeugen für einen Zauberer seine
Jünger, die ebenfalls ihrem Meister durchaus ähnliche Dinge tun.
Aber auch nicht ein Jünger unsers Erlösers ist jemals in allen diesen
Jahren als Zauberer erfunden worden, obwohl zu allen Zeiten Könige
und ἡγεμόνες sorgfältig durch böse Folter qualen eine Untersuchung
 der Dinge veranstaltet haben.

So wenig war aber irgend ein Zauberer
sein Jünger, daß freigelassen wurde und jedes gefährlichen Prozesses
ledig war, wer nur zu opfern von ihnen gezwungen war.

Damit aber nicht unsere Rede dahinfließe außerhalb der Schrift,
su empfange den Beweis dafür auch aus der Schrift: Die ersten Vertrauten
 und Jünger unsers Erlösers machten nach der Schrift ihrer
Πραξεῖς diejenigen, die aus den Heiden zu ihrer Lehre kamen, derart,
daß viele von ihnen, die früher der Zauberei beschuldigt waren, ihre
Art so sehr veränderten, daß sie mitten in die Menge die verworfenen
Bücher zu bringen wagten, die einst bei ihnen verborgen waren, und
 eben sie vor jedermann dem Feuer übergaben. Höred aber, wie die
Schrift hierüber lautet:

„Ein gut Teil aber von denen, die
trieben, brachten ihre Bücher hinein und verbrannten sie vor jedermann;
man rechnete aber ihren Preis zusammen und fand, daß sie fürf Myriaden
wert waren.“

Derart also waren die Jünger unsers Erlösers,
 und sie brachten eine so große Kraft der Worte
mit den den Hörern hervor, daß sie in die Tiefe ihrer Seele trafen
 
 

 
und das Gewissen eines jeden schlugen und verwundeten, sodaß sie
es nicht mehr aushielten, das zu verstecken, wodurch früher viele in
die Irre geführt wurden, sondern das Verborgene ans Licht brachten
und Zeugen wurden wider sich selbst und wider ihre frühere Bosheit.
 Derartig waren aber auch die, welche von ihnen zu Jüngern gemacht 
wurden: rein und lauter in ihrer Seele und echt in ihrer Liebe, sodaß
 sie nichts Tadelnswertes in sich versteckt ließen, sondern sich rühmten
und frohlockten wegen der Wandlung vom Schlechteren zum Besseren.
Wenn also die Jünger unsers Erlösers ersichtlich so geworden so geworden sind,
wie sollte nicht ihr Meister noch viel besser sein? Wenn du aber auch 
aus den Jüngern erkennen willst, wie der Meister war, so hast du Myriaden
Jünger der Worte unsers Erlösers bis jetzt, unter denen eine
Menge Scharen von Männern sind, die sich wappnen wider die natürlichen
Lüste des Leibes und ihren Geist unverwundet von allen schändlichen
Leidenschaften zu bewahren sich bemühen, die ihr ganzes Leben 
hindurch in Reinheit alt geworden sind und glänzende Zeugnisse infolge
der aus seinen Worten geschörften Nahrung aufwiesen.

Aber
nicht nur Männer wurden bei ihm in dieser Weise Philoaophen, sondern
auch Myriaden von Weibern in der ganzen Welt, die nach Art von
Priesterinnen des über alles waltenden Gottes den höchsten Gottes dienst 
geliebt haben, von der Liebe zur himmlischen Weisheit erfaßt
sind, die Geburt des Leibes verachtet, sich alle Mühe um ihre Seele
gegeben, sich vor jedem Schmutz und Unrat rein bewahrt und gänzliche
Heiligkeit und Jungfräulichkeit geliebt haben. 
 Von Einem Philosophen aber singen die Griechen, der sein Land 
als Schaf weide überließ unter dem Vorwande der Philosophie, und bringen
ihn im Liede herum , hierhin und dorthin. Es war dies aber Demokrit.
Und man bewundert einen gewissen Krates, der sein Besitztum
seinen Bürgern gab, sich selbst bezwang und mit der freien Selbst-
 
 

 
beherrschung prahlte. Die Eiferer für die Worte unsers Erlösers aber
sind Myriaden an Zahl, keineswegs einer noch zweie, die ihren Besitz
verkauften und den Armen und Bedürftigen gaben, deren Zeugen
wir geworden sind, die wir mit derartigen Männern zusammen waren
 und eben in Taten die richtige Ausführung der Lehre unsers Erlösers
 mit ansahen. 
 Was habe ich nötig zu sagen, wieviele Myriaden selbst von den
Barbaren nicht nur, sondern auch von den Griechen durch die Lehre
der Worte unsers Erlösers emporgehoben wurden über jede polytheistische
 Verirrung und den Einen Gott allein, den Vater und Schörfer
dieser ganzen Welt erkannten und bekannten? Ihn, den einst Einer:
Platon, erkannte, aber bekannte, daß er nicht wage, es vor jedermann
zu sagen, weil ihm keine so große Kraft der Frömmigkeit zu Gebote
stand. Die Jünger unsers Erlösers aber, denen es ein leichtes war, 
 durch die Hilfe ihres Meisters den Vater und Schöpfer des Alls zu
erkennen und zu finden, offenbarten ihn im ganzen Geschlecht der
Menschen und verkündeten die Kenntnis von ihm allen in der ganzen
Welt, sodaß infolge eben ihrer Lehre bis jetzt unter allen Völkern
Myriaden Scharen nicht nur von Männern, sondern auch von Weibern,
 Kindern, Sklaven und Bauern so wenig hinter jenem Philosophen zurückbleiben,
daß sie den Werkmeister und Schöpfer dieser ganzen Welt
nicht nur erkennen, sondern auch allerorts seine Boten sind. Derart
waren die Siegestaten des gemeinsamen Erlösers aller, die Verführungskünste
dessen, der für einen Verführer gehalten wurde, und nur derart
 seine Jünger und Vertrauten, aus denen man erkennen darf, wie ihr
Meister war.

Wohlan aber, ferner wollen wir das Wort auch so prüfen!
Einen Zauberer nennst du ihn, du da!, aber auch einen geschickten
Quacksalber und Verführer heißt du ihn. Ist er denn jetwa als der
 alleinige und erste Erfinder dieser Sache aufgetreten, oder dúrfen wir
mit Recht die Ursache gemäß der auch sonst üblichen Gewohnheit
auf die Lehrer zurückführen? Wenn er also, ohne daß ihn jemand belehrte
zum ersten und alleinigen Erfinder dieser Sache ward, ohne
 
 

 
je etwas von anderen gelernt, noch von den Vorgängern entlehnt zu
haben, wie sollten wir dann nicht von ihm bekennen, daß seine Natur
göttlich sei, er. der ohne Bücher, Worte und Lehrer, ein Selbstgelehrter
und Selbstgebildeter, als Schöpfer dieser Dinge erschienen ist, obwohl
es nicht möglich ist, die Lehre einer Handwerkskunst oder der logischen 
Wissenschaft und nicht einmal der ersten Elemente ohne irgend einen
Unterweiser und Lehrer in sich aufzunehmen, es sei denn, daß jemand
außerhalb der gemeinsamen Menschen natur stehe. Niemals also trat
ein Selbstgelehrter hervor als Lehrer der Grammatik, noch ein Rhetor.
ohne gelernt zu haben, noch wurde ein Arzt aus sich selbst, noch ein 
Zimmermanu, noch der Schöpfer einer andern Kunst, obwohl dies gering
ring und menschlich ist. Die Tatsache aber, daß jemand von dem
Lehrer der ganzen Menschenwelt, der die Wunder getan hat, die in der
 Schrift seiner Jünger geschrieben sind, sagt, er sei aus sich selbst so
geworden, ohne von den Vorgängern empfangen zu haben noch von 
neueren Lehrern unterstützt zu sein, die ihm gleich auch vor ihm handelten,
— was bedeutet das anderes als das Zeugnis und Bekenntnis,
daß hier etwas Göttliches war und einer, der besser war als jede
menschliche Natur?

Aber du sagst, daß er verführende Lehrer besaß und daß 
ihm nicht verborgen waren die weisen Theorien der Ägypter und die
geheimen Mysterien , die einst bei ihnen verkündet wurden, von denen
er sammelte und als derartiger Mann erschien, wie das Wort der
Schrift sagt. Was also? Sind andere etwa besser als er erschienen
und früher der Zeit nach und seine Lehrer, sei es in Agypten, sei es 
wo sonst? Warum lief nicht auch die Kunde von jenen, bevor dieser
sich einen Namen machte, zu allen Menschen diesem gleich, und warum
wird nicht auch der Ruhm jener diesem gleich bis jetzt verkündet? Welcher
Zauberer aber von denen, die von Ewigkeit her lebten , Barbare oder
Grieche, trat auf als Lehrer solcher Jünger und ward zum Herrscher 
so vieler Gesetze und Worte wie die sind, welche die Kraft des gemeinsamen
Erlösers aller zeigten? Von wem aber ist jemals geschrieben,
daß er derartige Heilungen vollbrachte wie die, von denen man berichtet,
daß unser Erlöser sie getan habe? Von welchem ander aber
 

 
von aller Ewigkeit her, der vor ihm oder nach ihm war, wird berichtet,
daß er das Wissen der Zukunft und soviele und derartige Prophezeiungen
überlieferte, die kürzlich durch die früheren Ausführungen 
vorgelegt sind? Wer aber hat verheißen, undefined daß er das tun werde in der
 ganzen Menschenwelt, was er durch das Wort voraussagte, und hat
durch die Tat seine Worte bestätigt, sodaß die Erfüllungen seiner
Prophezeiungen bis jetzt in unserer eigenen Zeit auf der ganzen Erde
mit Augen gesehen werden? Wessen Jünger aber und Augenzeugen
der Dinge haben jemals in der Bewährung durch Feuer und Eisen die
 Wahrheit dessen versiegelt, was sie von ihrem Meister bezeugten, wie
die Jünger unsers Erlösers, die alle Mißhandlungen ertrugen für das,
was sie sahen und von ihm bezeugten, und alle Arten von Qualen
erduldeten und schließlich die Zeugnisse, die sie von ihm als dem Sohne
Gottes, geschweige denn als von einem Zauberer ablegten, durch ihr
 eigenes Blut versiegelten? Wem aber von den Zauberern kam es jemals
in den Sinn, die Sammlung eines neuen Volkes auf seinen Namen 
zu veranstalten? Die Tatsache aber, daß er es nicht nur überlegte,
sondern auch die Überlegung ausführte, wie sollte das nicht jede
Natur der Menschen in den Schatten stellen? Und die Tatsache ,
 daß er Gesetze auferlegte, die der polytheistischen Verirrung entgegengesetzt
 waren , wider die Satzungen der Könige, der früheren Gesetzgeber,
der Philosophen, Poeten und Theologen, und diese Gesetze bestätigte 
und für die lange Ewigkeit als unbesiegbar und unüberwindlich
zeigte —

wer jemals von den Zauberern ersann das ? Unser
 Erlöser aber ersann es nicht ohne daß er wagte, hand anzulegen, sondern
er legte nicht einmal Hand an, ohne es auszuführen. Mit Einem Worte
und mit Einer Stimme sagte er zu seinen Jüngern: „Gehet hin und
machet alle Völker in meinem Namen zu Jüngern und lehret sie alles,
was ich euch aufgetragen habe“, und ügte dem Worte die Tat hinzu,
 und auf der Stelle wurden zu Jüngern gemacht in kurzer Zeit alle
Geschlechter der Griechen zumal und der Barbaren und Gesetze keines-
 
 

 
wegs durch die Schrift unsere Erlösers, sondern ohne Schrift durch
seinen Befehl in Völker gesät, entgegengesetzt der alten polytheistischen
Verehrung, Gesetze: Feinde der Dämonen und Gegner der polytheistischen
Verirrung, Gesetze: Zügler der Skythen, der Perser und der andern
Barbaren und Abwender von jedem tierischen und ungesetzlichen 
Leben, Gesetze: Zerstörer der seit Ewigkeit unter den Griechen geübten 
Sitten und Lehrer einer neuen und wahren Frömmigkeit. Was also
haben derart gewagt frühere Zauberer vor der Zeit unsers Erlösers,
daß man mit Recht von ihm sagen könnte, er sei von andern unterstützt
worden in dieser Zauberei? Wenn man aber einen andern nicht 
nennen kann, der ihm ähnlich war, so war ihm also niemand die Ursache
für so große Tüchtigkeit. Zeit ist also zu bekennen, daß
eine fremde und göttlche Natur in die Welt gekommen sei, die allein
 und zuerst das tat, was niemals unter den Menschen berichtet wird.

Nach diesem wollen wir ferner fragen, ob jemals jemand 
mit seinen Augen sah oder durch Hören sagen erfuhr, daß es irgend
welche Zauberer und Giftmischer gebe, die ohne Spenden, Opfer und
Anrufung von Dämonen zaubern, da doch jedermann bekannt und offenbar
ist, daß jede Zauberei durch diese Dinge ausgeführt zu werden
 pflegt? Kann also etwa jemand auch gegen unsern Erlöser oder gegen 
seine Jünger oder gegen diejenigen, die bis jetzt in seiner Lehre
leben, eine derartige Verleumdung vorbringen? Ist es nicht auch dem
Blinden klar, daß wir in allem diesem entgegengesetzt bereitet sind
eher unsere Seele dem Tode als den Dämonen ein Opfer darzubringen
suchen und eher aufs Leben verzichten als es ertragen, unter die Dämonen 
geknechtet zu werden? Wer aber weiß nicht, wie es uns lieb
ist. eben mit dem Namen unsers Erlösers und mit seinen Gebeten jedes
dämonische Geschlecht zu vertreiben? So hat das Wort unsers Erlösers
und die von ihm ausgehende Lehre uns alle viel besser gemacht,
als die unsichtbare und unbewährte Kraft der Dämonen , und uns zu 
Feinden und Hassern der Dämonen bereitet, aber keineswegs zu Freunden
und Genossen, geschweige denn zu Untertanen und Hörigen. Er also,
der derartiges überlieferte denen, die sich von ihm überzeugen lassen,
wie sollte er ein Knecht der Dämonen gewesen sein? Wie sollte er
den bösen Geistern geopfert oder wie die Dämonen zu Helfern und 
Unterstützern angerufen haben, da ja alle Dämonen undefined und alle unreinen
 

 
Geister bis jetzt vor seinem Namen erschrecken wie vor einer Art 
von Qual und Strafe ihrer eigenen Natur und fortgehen und weichen
vor seiner Kraft, wie sie auch einst zu der Zeit, wo er seinen Verkehr
mit den Menschen ausübte, seinen Anblick nicht ertrugen, sondern
 eine rief von hier, der andere von der andern Seite und sagte: „Was
haben wir mit dir gemein, Sohn Gottes? Bist du vor der Zeit gekommen,
uns zu quälen?“

Ein Mann, der nur auf die Zauberei seinen Sinn richtete und
völlig verworfene Dinge angriffe, wäre der nicht seiner Art
 und offenbar lüstern, schändlich, frevelhaft, gottlos
Und wenn er so wäre, woher oder wie könnte er die Worte 
audere lehren oder die über die Keuschheit oder die über die
Kenntnis Gottes oder die über die Unsterblichkeit der Seele oder die
über die Gerechtigkeit und über das Gericht des über alles waltenden 
 Gottes? Würde er denn nicht das Gegenteil von alledem
indem er das täte, was der Schlechtigkeit entspräche, würde
die Vorsehung Gottes leugnen, das Gericht Gottes und seine Gerechtigkeit
als einen Mythos verhöhnen und die Worte über die Tugend und 
die Unsterblichkeit der Seele verspotten? Wenn derartiges gesehen
 würde auch bei unserm Erlöser , so wäre nichts dagegen
Wenn es aber ersichtlich ist, daß er bei allen seinen Worten und
den oberhalb von allem stehenden Gott, den König des Alls
und seine Jünger bereitete, so zu sein, und wenn er selbst
und ein Lehrer besonnener Worte und wenn er ein Täter und Herold
 der Gerechtigkeit, Wahrheit, Menschen freundlichkeit und jeder Tugend
und wenn er ein Weg weiser der Verehrung des Allkönigs Gott
ist, wie sollte es nicht dem entsprechen, zu glauben, daß er nichts
 
 

 
den wunderbaren Werken durch Zauberei getan habe, sondern zu bekennen,
daß er sie durch verborgene und in Wahrheit göttliche
gewirkt habe?

Dies also wider diejenigen, die mit gottlosem Munde ihn zu
schmähen gewagt haben. Wenn sie sich aber wandeln und bekennen.
er selbst sei zwar ein Lehrer reinen und keuschen Lebens und ein Einführer
in die Lehre der Gottesverehrung gewesen, aber er habe die
staunenswerten Taten, Kräfte und Wunder, die über ihn
sind, und die göttlichen Taten, die besser sind als die der 
nicht gewirkt, sondern seine Jünger hätten sie vollständig
ist es Zeit, auch dieser Verleumdung zu begegnen. 
 Wider diejenigen, die den Zeugnissen der ünger unsers unsers über
seine wunderbaren Taten nicht glauben.

Wenn sie aber sagen, daß er überhaupt nichts von
Wundern noch von den staunenswerten Taten vollbracht habe, die seine 
Jünger über ihn bezeugen, sondern daß seine Jünger
und erlogen hätten deswegen, weil sie über ihn
Mythologien vorgebracht hätten, so wollen wir sehen, ob ihr Wort
ist, wenn sie keinen Grund angeben können, weswegen sie
Jünger, er aber der Meister hieß. Denn derjenige, der lehrt, gibt sich 
als den Meister irgend einer Lehre aus, die Jünger aber wiederum,
die Worte und die Lehren oder irgend eine Kunst lieben, überlassen
sich dem Lehrer. Welchen Grund also könnte jemand nennen,
 die Jünger unsers Erlösers q mit ihm verkehrten und was
sich um ihn zu bekümmern? Als Lehrer welcher Lehren erkannten sie
ihn an? Oder ist dies klar? Denn es ist durchaus notwendig, daß
sie ihn als Lehrer dessen anerkannten , was sie von ihm lernten und 
auch zu andern sagten. Es waren dies aber Satzungen der Philosophie.
und folglich war er der erste Prediger des über alles waltenden 
 
 

 
Gottes, der Vorsehung Gottes, des gerechten Gerichts Gottes, der Unsterblichkeit
der Seele, der Scheidung der ewigen Wohnungen der
Guten und Bösen und anderer, dem verwandter Lehren , die in
Büchern geschrieben sind. Es waren dies aber auch Vorschriften
 ein philosophisches Leben, das er ihnen beschrieb, indem er sagte: „Ihr
sollt kein Gold besitzen noch Silber in euren Beuteln und überhaupt 
keine Reisetaschen“ und anderes derart, sondern sie sollten sich
der alles verwaltenden Vorsehung überlassen und nicht sorgen um die
Bedürfnisse. wie er sie auch ermahnte, Besseres zu sinnen, als
in Juden, denen Mose befahl. Denn der habe ihnen das Gesetz gegeben:
nicht zu töten als solchen, die zu einem Morde geneigt waren,
aber auch: nicht zu ehebrechen als geilen und ehebrecherischen Leuten,
ferner aber: nicht zu stehlen als erbärmlichen Menschen, denen
Knechtschaft geziemt, und: nicht zu veruntreuen als habgierigen
 Menschen; für sie die Jünger Jesu selbst aber sei es
wissen, daß sie solcher Gesetze nicht bedürften, sondern mehr
die Leidenschaftslosigkeit der Seele in ihren Augen zu achten und von
unten wie aus der Wurzel ihres Geistes die Schößlinge des Bösen
und sich zu üben, den Zorn und jede schändliche Begierde
 besiegen, vielmehr aber wegen der vorzuglichen Leidenschaftslosigkeit
ihrer Seele nicht einmal zu zürnen, noch ein Weib in lüsterner
anzublicken und das Gegenteil des Diebstahls zu tun, sodaß sie
ihr Eigentum den Bedürftigen gäben, und sich nicht einmal
rühmen, daß sie andere nicht beraubten, sondern darüber,
 Zorn diejenigen ertrügen, von denen sie selbst beraubt würden.
was habe ich nötig, alles das zusammenzutragen, was er lehrte und
lernten? Er riet ihnen aber außerdem, an der Wahrheit so
daß man nicht einmal eines Treueides bedürfe, geschweige
Mein eides , sondern ihren Charakter so zu machen, daß er
 erschien als jeder Eid, bis zum einfachen „Ja“ fortzuschreiten und
Wort mit Wahrhaftigkeit zu gebrauchen.

Wir müssen also fragen, ob es irgend einen Grund gibt,
meinen, daß diejenigen, die Ηörer dieser Worte waren und auf
Stelle auch als Lehrer anderer, eigener Jünger auftraten, alles das
haben, was sie als Taten ihres Meisters bezeugt haben. Was
aber ist daran ϋberzeugend, wenn man meint, daß alle übereinstimmend
gelogen hätten, sind doch zwölf an Zahl die Auserwählten
der ϋbrige Rest, die er auch vor sich hingesandt haben soll „zu zwei
und zwei an jeden Platz und Ort, wohin er selbst im Begriff war zu
kommen“? Aber kein Grund kann gesagt werden, warum man
ganzen Schar von Menschen nicht glauben darf, die ein reines und 
gottesfürchtiges Leben liebten, alle ihre Hausgenossen
und anstatt ihrer Geliebten, ich meine aber ihrer Weiber, Kinder und
ihrer ganzen Familie, ihre Leben sart besitzlos machten und ein ϋbereinstimmendes
Zeugnis über ihren Meister wie aus Einem Munde unter
alle Menschen hinaustrugen.

Der erste Grund also, der hauptsächliche
und wahre, wäre dies; prüfen wir aber auch das hauptsächliche 
und wahre, wäre dires; prüfen wir aber auch das Gegenteil! 
 Er möge nämlich nämlich der Lehrer und sie die Jünger
möge er nach der fingierten Voraussetzung der Rede nicht das
Gesagte gelehrt haben, sondern das Gegenteil davon, nämlich: die
übertreten, freveln, sündigen, veruntreuen, rauben , Meineid leisten, 
Verhaßtes tun und was sonst Böses genannt werden kann.
aber ist vollkommen fremd der Lehre unsers Erlösers und ihr 
schamlos und ohne Scheu, und nicht nur entgegengesetzt
seinen Worten und seiner Lehre, sondern auch dem Leben, das bis jetzt
allen Völkern überliefert ist und in allen seinen Kirchen geführt wird. 
Indessen aber möge die Rede, wenn sie auch falsch und
ist, dargeboten werden entsprechend der fingierten Voraussetzung,
die wir zugestanden haben, damit auch so die uns vorliegenden Fragen 
geprüft werden. Er möge also alles Böse und
und es sei Fürsorge bei ihm , in alledem verborgen zu bleiben, und die 
Sitte möge sehr geschickt versteckt sein unter dem Vorwand einer
Lehre und der Verheißung einer neuen Frömmigkeit. Sie
 
 

 
dem nachtrachten und dem, was noch schlimmer ist als dies wegen der 
abschüssigen Bahn des Bösen und seiner
In die Höhe erheben gewaltig preisen mögen sie ihren
erdichteten Worten, ohne auch nur Ein lügnerisches Wort zu
 Alle Alle Wunder und staunenswerten Taten mógen sie durch
ihm zuschreiben, damit man auch sie bewundere und ihnen die Glückseligkeit
gebe, die gewürdigt waren, die Jünger
 Meisters zu werden.

Wohlan also, wir wolleD sehen, ob es möglich war,
 wenn sie so waren, das zustande kommen konnte, was sie inbetreff
seiner wagten. Denn man sagt, daß das Böse dem Bösen
sei. und nicht einmal dem Guten. Woher also wurde bei der Menge
aller dieser Menschen die Übereinstimmung im Bösen gefunden?
war das Zeugnis über dieselben Dinge bei allen übereinstimmend?
 Woher die Lehre über die göttlichen Satzungen und die 
über die Philosophie? Woher der Gedanke über das Leben der
Tugend? Woher die Lehre, vor dem Bösen zu fliehen? Woher
Wissen derartiger Worte und Schriften? Woher die Reinheit des
Wandels und der Lebensart in der ganzen Menschenwelt, die von ihnen
 überliefert ward? Woher so große Kraft? Woher die
Woher die Zuversicht? Woher die Übereinstimmung bis zum Tode?
Ein Mann aber, der Bitterböses lehrt, wie jemand sagen möchte,
sich in solchen Dingen als Meister ausgibt, wer würde
Sinn auf ihn richten? Man wird vielleicht sagen, weil andere Zauberer
 in nichts schlechter waren als der Führer als Christus . Haben
denn nicht geachtet auf das Ende ihres Meisters und welches Todes er
sich bediente? Warum also beharrten sie nach seinem schimpflichsten
Ende dabei und nannten den Gestorbenen Gott, wenn sie sich nicht
 
 

 
unnütz darum bemühten, das Gleiche zu leiden wie er? Wer
um keines Vorteils willen offenkundig eine Strafe sich erwählt?
wenn sie besitzliebend und gewinnsüchtig gewesen und wenn sie in
ihrem Charakter schändlich und lustliebend wären, dann wäre es vielleicht
wahrscheinlich von ihnen zu meinen, daß sie deswegen die Sache 
machten und bis zum Tode Wagehälse waren. Wenn sie aber das
Gegenteil davon verkündeten und es durchaus in die Ohren aller
 Scharen riefen und bald auch durch den Unterricht in der Schrift sie
ermahnten, jede schändliche und lüsterne Begierde zu fliehen, sich von
jeder Übervorteilung fernzuhalten und alle Leidenschaften und die Geldgier 
zu überwinden, und wenn sie derartiges diejenigen lehrten, die
von ihnen zu Jüngern gemacht wurden, so ist wahrscheinlich, daß sie
keine Geschäfte machten und keinen Reichtum anhäuften noch an einem
Leben der Ruhe und des Ergötzens teil hatten. Da sie also durch eins
von diesen Dingen nicht geleitet wurden, wie ertrugen sie es, für 
nichts eine böse Strafe und eine Züchtigung zu empfangen nur für das
Zeugnis über ihren Meister, der nicht mehr war?

Das möge zugegeben werden, daß sie ihn ehrten, während
er noch bei ihnen war und seinen Verkehr mit ihnen unterhielt und
durch Verführung, wie jemand sagen möchte, sie verführte. Warum 
also haben sie ihn auch nach dem Tode, und noch viel mehr damals
als früher, Gott genannt? Denn während er bei den Menschen war,
sollen sie ihn sogar verlassen und verleugnet haben, in jener Zeit, wo
ihm der Hinterhalt bereitet wurde. Nachdem er aber von den Menschen
 fortgegangen war, wollten sie freudig lieber selbst sterben als von dem 
guten Zeugnis über ihn ablassen. Sie also, die nichts Gutes wußten
über ihren Meister, kein Leben, keine Handlung, keine Lehre, keine
Tat, die des Preises wert war, und auch in nichts von ihm unterstützt
wurden, abgesehen von der Bosheit und der Verführung der Menschen,
warum starben sie so leicht, in nichts getadelt als weil sie Ehrbares 
und Lobenswertes über ihn bezeugten, während es doch einem jeden
von ihnen freistand, sorglos zu leben und im eigenen Wohnhause mit
seinen Lieben ein sturmfreies Leben zu führen. Wie sollten aber verführende
und verführte Männer willig den Tod auf sich nehmen für
einen andern, von dem sie genauer und besser als jedermann wußten, 
daß er nicht einmal zu irgend etwas Gutem, wie jemand sagen möchte,
 
 

 
Ursache für sie geworden war, sondern ein Lehrer alles Bösen?
ein Mann, der Verstand und Tugend besitzt, würde für eine
oder für einen guten Menschen vielleicht geziemend einmal
Tod ruhmreich erleiden. Wer aber böse ist in seinem Charakter,
 er allein dem zeitlichen und an Begierden angenehmen Leben nachjagt, 
würde niemals den Tod dem Leben vorziehen und nicht einmal
seine Lieben eine harte Strafe erdulden, geschweige denn für den,
wegen seiner Bosheit getadelt und verurteilt wird. Wie sollten also
die Jünger des Genannten, wenn er ein Verführer und Zauberer
 w	enn ihnen nicht verborgen war, daß er so sei, aber auch sie selbst in
einer äßlicheren Art des ösen betreffs ihrer Seelen befangen waren,
von ihren Volksgenossen alle Qualen und alle Arten von Strafen auf
sich nehmen für das Zeugnis über ihn? Nicht aber ist dies die Eigentümlichkeit 
der Natur des Bösen. Denn ich habe viele gesehen,
 mit den Lebenden Eidgenossenschaft untrüglich hielten. Sogleich
als sie starben, lösten sie das auf, was sie zwischen sich
hatten. Die Sophisten redner aber, die sich in den Städten
und die gepriesen wurden durch das Gerücht ihres Wissens und
Beweises ihrer Worte wegen — wir alle wissen genau, wie sie die
 ἡγεμόνες der Völker und diejenigen, welche große
mit Lobpreisen priesen, solange es ihnen die Herrschaft erlaubte.
Sogleich aber, als für jene eine Änderung eintrat, änderten auch
ihre Worte und wollten fernerhin keine Frwähnung tun derer, die
 regierten , aus Furcht vor denen, die in der Gegenwart herrschten.

Wenn also die Jünger unsers Erlösers
gewesen wären — nimm aber auch dies hinzu, daß
und durchaus Laien waren, das heißt aber auch Barbaren und
die nicht mehr verstanden als die syrische Sprache — wie konnten sie,
nachdem ihr Meister von den Menschen fortgegangen war, in die ganze
 Welt hinausziehen und seine Gottheit bezeugen? Durch welchen Gedanken
danken wurden sie bezaubert, dies zu wagen? Durch welche Kraft
vollführten sie, was sie versuchten? Denn es mag sein, daß
Leute in ihrem eigenen Lande umherschweifen und umherirren, die Tatsache 
 
 

 
aber, daß sie in ein fremdes Land reisen nnd die Sache
ruhig liegen lassen, sondern den Kamen unsers Erlösers
verkünden und seine wunderbaren Taten nicht nur, sondern auch
Befehle in Dorf und Stadt lehren, und daß die einen in die
der Römer und in die königliche Stadt sich verbreiten, die andern in
 Land der Perser, andere in das Land der Armenier, andere zum Volk der
Parther und ferner auch zu den Skythen, und daß andere sogar bis
den Enden der Welt ausziehen und ins Land der Inder vordringen, und
 daß andere jenseits des Ozeans bis zu den so genannten
Inseln hinÜbergehen — dies, meine ich, ist nicht Sache von Menschen,
geschweige denn von Geringen und Laien, und noch weniger von Verführern
und Zauberern.

Diejenigen aber, die ihren Meister als böse und
erprobten und eben seinen Todesausgang mit ihren Augen sahen, welcher
Worte bedienten sie sich denn, um mit einander übereinstimmend über 
ihn zu faseln? Denn wie aus Einem Munde bezeugten sie alle die Reinigung
der Aussätzigen, die Vertreibung der Dämonen,
der Toten, das Wiedererhalten des Gesichts der Blinden und Myriaden
andere Heilungen, die von ihm geschahen,

und nach allem seine
eigene Auferstehung nach dem Tode, die ihnen zuerst sichtbar ward. Denn 
da dies weder geschehen noch je gehört war zu ihren Zeiten, wie
sie aus Einem Munde bezeugen und bestätigen, daß es geschehen
bis zum Tode ihr Zeugnis verbürgen? Oder haben sie sich etwa
und einen Eid darauf geleistet und eine Übereinkunft zwischen
sich festgesetzt, zu erdichten und zu lügen, was niemals geschehen ist? 
Kann man überzeugend sagen, welche Worte sie bei dieser Übereinkunft
gebrauchten? Oder waren es etwa solche: „Liebe Männer!
kennen genauer und besser als jedermann den Verführer und
des Betruges von gestern und vorgestern, der vor den Augen aller
die äußerste Strafe erlitt, und wissen , wer er war, da wir ja die Mysten 
seiner Geheimnisse geworden sind. Als ein Reiner erschien er den
meisten, und er war auch darauf bedacht, etwas mehr zu besitzen als
die meisten, aber er erwarb nichts Großes noch etwas der
Würdiges, außer wenn jemand das Hinterlistige und
 

 
Charakters nennt und die Tatsache , daß er Verdrehtes uns lehrte
die Aufgeblasenheit des Irrwahns. Dafür, wohlan, wollen wir
die Rechte geben und alle zumal einen Vertrag unter uns festsetzen,
damit wir übereinstimmend den Betrug in betreff seiner unter alle Menschen
 hinausbringen und sagen, wir hätten ihn gesehen, wie er
Blinden die Sehkraft gab, was niemals einer bemerkt hat, und wie er
den Tauben das Gehör schenkte, was niemals einer gehört
wie er die Aussätzigen rein und die Toten lebendig machte. Und
es zusammenfassend zu sagen, was wir weder mit unsern Augen gesehen 
 haben als von ihm geschehen, noch mit unsern Ohren gehört
haben als von ihm gesagt, das wollen wir als in Wahrheit geschehen
kräftig behaupten. Aber wenn auch sein letztes Ende berühmt
und er offenkundig den Tod empfing, sodaß niemand ihn
kann, so wollen wir auch dies ohne Scheu auflösen, indem wir
 bezeugen, daß er von den Toten auferstand, mit allen
war und gewohnten Verkehr und Speise mit uns gemeinsam
geteilt habe. Es möge aber festgehalten werden von ans allen
Schamlosigkeit und Schenlosigkeit, und es möge ausdauern bei uns
Wahnsinn bis zum Tode! Denn wie sollte es ungeziemend sein, für
 nichts zu sterben? Und wie sollte es schmerzen, für nichts
Schläge und Qualen an unserm Leibe zu ertragen, und wenn
nötig wäre, auch Einkerkerung, Schmach und Not für
zu erdulden? Auch dies wrollen wir sogleich auf uns nehmen!
Wir wollen aber alle zumal übereinstimmend lügen und faseln zu
 Vorteil, weder zu unserm noch zu dem derer, die wir
noch zu dem Vorteil dessen, über den von uns die Lügen gesagt
daß er Gott sei. Wir wollen aber die Lüge nicht
auf unsere Volksgenossen, sondern sie auch zu allen Menschen hinaus
bringen und die ganze Schöpfung füllen mit dem, was wir
 

 
festgesetzt haben. Sogleich daher wollen wir Gesetze allen Völkern
auferlegen als Zerstörer der Meinungen über ihre väterlichen Götter,
die von Ewigkeit her bei ihnen als wahr galten, und wollen selbst den
Römern vor allem befehlen, nicht diejenigen zu verehren, die ihre Vorfahren
für Götter hielten, wollen aber auch nach Griechenland wandern 
und vielmehr auch im Gegensatz zu ihren Weisen predigen, und auch
die Ägypter nicht übergehen, sondern auch ihre Gtter bekämpfen,
indem wir nicht wider sie drohen die Taten des Mose, die einst wider
sie geschahen, sondern ihnen den Tod eben unsers Erlösers als ein
Schreckmittel entgegenhalten, und die Kunde über die Götter, die von 
Ewigkeit her von ihnen zu allen Menschen drang, nicht mit Worten
und Geschichten, sondern durch die Kraft unsers gekreuzigten Meisters
aufheben, wollen ferner aber auch in ein anderes barbarisches Land
gehen und das bei jedermann Geltende zerstören. An dem Willen
 hierzu möge niemand von uns es fehlen lassen! Denn keineswegs 
ist klein der ἆθλος dessen, was wir wagen, da auch nicht die gewöhnliehen
 Sieges kränze uns erwarten, sondern, wie es billig ist, Strafen
von den Gesetzen, die an jedem Ort bestehen , Fesseln nämlich, Foltern,
Einkerkerung, Feuer, Eisen, Kreuze und wilde Tiere, um derentwillen
wir besonders in Freuden wollen und auf das Verderben gerade lossehen. 
die wir unsern Meister als Vorbild besitzen. Denn was ist schöner
als dies, daß wir um keines Vorteils willen den Göttern und Menschen
als Feinde erfunden werden, noch irgend etwas Angenehmes empfangen,
noch an unsern Lieben uns ergötzen, noch Überfluß an Besitz erlangen,
noch überhaupt die Hoffnung auf etwas Gutes erwerben, sondern eitel 
unnütz irren und andere irreführen? Denn dies ist das Nützliche:
allen Völkern entgegen zu sein, mit den Göttern zu kämpfen, die von
Ewigkeit her jedermann bekennt, und vielmehr unsern Meister, der vor
unsern Augen starb, als Gott und Gottessohn zu verkünden, für den
wir bereit sind zu sterben, obwohl wir nichts Wahres noch Vorteilhaftes 
von ihm gelernt haben. Darum wollen wir ihn um so mehr
ehren, weil er nichts in guten Dingen uns genützt hat, wollen alles
tun, um seinen Namen zu preisen, alle Schmähungen und Strafen er-
• dulden und jede Art des Todes für nichts Wahres ertragen. Denn
das Wahre ist vielleicht böse, das Unwahre aber hat in sich das Gegenteil 
des Bösen. Deswegen wollen wir sagen, daß er Tote lebendig
 

 
gemacht, Aussätzige gereinigt, Dämonen vertrieben habe und
anderer wunderbarer Werke geworden sei, obwohl wir keine derartigen
Dinge an ihm kennen, sondern für uns selbst alles dieses faseln und
verführen, soviele wir können. Wenn aber jemand sich
 läßt, so wollen wir doch für das, was wir unter
haben, den gebührenden Lohn für den Irrtum uns selbst zuziehen.“

Erscheint dir dies überzeugend und redest du dir noch ein,
daß derartiges faselten und als Vertrag unter sich festsetzten
und laienhafte Leute und dann ins Reich der Römer
 Oder daß die menschliche Natur, die die Liebe zum Leben zu
besitzt, jemals aus freiem Willen den Tod für nichts ertragen
Oder daß die Jünger unsers Erlösers zu so großer
gediehen seien, daß sie, obwohl sie keine wunderbare Tat
die von ihm geschehen sei, infolge eines Vertrages alle zumal derartiges 
 faselten und ferner lügnerische Worte über ihn zusammensetzten
dafür bereitwillig starben?

Aber sie zogen keineswegs
eines Vertrages zu der Verkündigung über ihn aus noch setzten
 einen solchen unter sich fest. Woher stammt ihnen denn die
Übereinstimmung ihres Zeugnisses über seine Taten? Natürlich 
 dem Anblick dessen, was von ihm geschah. Denn Eins von beiden
 gilt : entweder setzten sie einen Vertrag zwischen sich fest und faselten,
oder sie sahen mit ihren Augen und bezeugten. Wenn sie also die
Wahrheit sahen und sie jedermann verkündeten, so waren sie wert,
man ihnen glaubte, wenn sie über ihren Erlöser sagten, er sei
 und habe ihnen Gelegenheit gegeben, mit ihren Augen göttliche
Zeichen und wunderbare Taten zu sehen. Wenn sie aber nichts in
Wahrheit von dem sahen, was geschrieben wurde, und Lügenworte
webten und dann mit einander Recht sschlag und Eidvertrag machten
darüber, nichts Wahres zu sagen, sondern zu faseln und Lügen
 ihren Meister zu bezeugen, wie konnten sie dann in Wahrheit für
Wahres sterben, wie vermochten weder Feuer noch Eisen noch wilde
Tiere noch die Tiefe des Meeres, daß sie für Lüge
den sie über ihren Meister erdichtet hatten?

Aber was sagst du? Sie hätten weder erwartet noch
 etwas Böses zu erleiden von dem Zeugnis über ihn,
seien sie auch ohne Furcht zu der Verkündigung über ihn
34—S. 246, 6 = Dem. III 5 60—87
 

 
Aber es war unmöglich, nicht zu hoffen, daß sie alles Böse erleiden
würden, da sie die Zerstörung der Götter der Römer zumal und der
Griechen und der Barbaren einführten. Die Geschichte über sie zeigt
deutlich, daß nach dem Tode ihres Meisters gewisse Feinde und Nachsteller
des Logos sie ergriffen, zuerst dem Gefängnis übergaben, dann 
sie befreiten und ihnen befahlen, mit niemandem mehr über den Namen
Jesu zu reden. Da man sie hinterher fand, wie sie öffentlich die
Menge über ihn belehrten, schleppte man sie hinweg und geißelte sie
und bedrohte sie, nicht mehr zu lehren, während Simon Petrus ihnen
antwortete, indem er sagte: „Man muß Gott mehr gehorchen als den 
Menschen.“ Darnach aber wurde Stephanus gesteinigt und getötet, darob
daß er freimütig mit der Menge der Juden redete, und eine keineswegs
geringe Verfolgung erhob sich wider die, welche den Namen Jesu predigten.
 Und wiederum zu anderer Zeit, als Herodes König der Juden
 War , tötete er den Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwerte, 
den Simon Petrus band ebenderselbe mit Fesseln, wie in den Πραξεῖς
der Apostel geschrieben ist. Während sie dies litten, harrten die überigen
Jünger aus und hingen fest an der Lehre unsers Erlösers und
blieben noch mehr dabei, ihn und seine wunderbaren Taten jedermann
zu verkünden. Später wurde Jakobus, den diejenigen, die früher in 
Jerusalem wohnten, den Gerechten nannten wegen der gewaltig in ihm
vorhandenen Tugend, von den Hohenpriestern und den Lehrern des jüdischen
Volkes gefragt, was er von Jesus halte, und als er ihnen antwortete,
daß er der Sohn Gottes sei, wurde auch er von ihnen mit Steinen
gesteinigt. Simon Petrus aber wurde zu Rom kopfüber gekreuzigt, 
Paulus aber geköpft und Johannes auf eine Insel verbannt. Während
sie dies litten, ließ keiner der übrigen von seiner Lehre ab, sondern sie
beteten alle, daß auch ihnen ähnliches dem vorher Gesagten zustoßen
möchte wegen der Gottesfurcht, so daß sie deswegen noch mehr unsern
Erlöser und seine wunderbaren Taten freimütig bezeugten.

Und fürwahr, wenn Lügen wären und wenn sie nach Verabredung
faselten das, was sie über ihn verkündigten, so müßte man sich wundern
wie eine so große Schar die Ubereinstimmung in ihren Lügen bis zum
Tode bewahrte und niemals einer von ihnen sich fürchtete wegen der
Dinge), die den früher Getöteten zustießen, und aus der Genossenschaft 
austrat und nicht das Gegenteil von seinen Genossen verkündete und
ans Licht brachte das, was sie unter sich festgesetzt hatten, sondern
 

 
 daß auch der geldgierige Judas , der ihn seinen Feinden 
wagte, durch sich selbst sogleich die Strafe auf sich nahm.

Wie sollte aber dies nicht voll Wunder sein, daß betrügerische
laienhafte Männer, die weder mehr zu reden noch zu hören
 als die Sprache ihrer Väter, nicht nur zu überlegen wagten,
und umherzugehen bei allen Völkern, sondern auch 
und die Sache ausführten? Überlege aber, wie das sei, daß
einer von ihnen jemals ein entgegengesetztes Wort über die Taten des
Meisters vorbrachte. Denn wenn bei allen Dingen, über die es Zweifel 
 gibt, in den gewöhnlichen Streitigkeiten und an den gesetzlichen Gerichtsstätten
die Übereinstimmung der Zeugen das besiegelt, worüber Streit
— und das Gesetz Gottes sagt: auf Aussage von zwei und drei Zeugen wird
jedes Wort fest — wie sollte da nicht auch hierbei die Wahrheit feststehen,
da es zwölf Auserwählte sind und siebzig Jünger an
 Scharen abgesehen von diesen, die allzumal wunderbare Übereinstimmung
gezeigt und bezeugt haben in dem, was von unserm Erlöser
wurde, die dies nicht ohne Bedrängnis getan haben, sondern unter
von Qualen und allerlei Mißhandlungen, Schlägen,
und Tod, deswegen weil auch sie von Gott bestätigt wurden, der
 durch sie verkúndigten Logos in der ganzen Menschenwelt bis jetzt
in alle Ewigkeit verbürgt.

Dies also sei genug geprüft, nachdem wir dafür
dem Zugeständnis einen unziemlichen Anfang gemacht haben.
die Tatsache , daß jemand das Gegenteil der Schrift vermute und
 daß der gemeinsame Erlöser aller ein Lehrer
keuschen Worten, sondern der Ungerechtigkeit, Übervorteilung und jeder
Lüsternheit gewesen sei, und daß seine Jünger eben dies
hättenn und nach allem begierig und durchweg böser
als alle Menschen von Ewigkeit her, haben wir der Hypothese gemäß
 zugestanden, was das allerungeziemendste ist. Denn es ist ähnlich, wie
wenn jemand den Mose, der im Gesetz sagt: „Du sollst nicht töten,
ehebrechen, stehlen, falsch Zeugnis ablegen“ verdrehte und
und behauptete, er sage dies in Ironie und Heuchelei. Denn er wolle,
 
 

 
daß die Gehorsamen töten, ehebrechen und das Gegenteil
von dem, was er scheinbar zum Gesetz mache, daß sie aber sich
und erheucheln sollten ein reines Lebeu. Es gibl aber nichts
Schamloseres als dies. So könnte aber auch jemand die Lehren
Philosophen unter den Griechen verleumden, ihr enthaltsames Leben 
und alle ihre Worte, und sagen, sie seien im Gegensatz zu dem, was
geschrieben ist, gewesen und hätten im Gegensatz dazu gelebt,
sich aber heuchlerisch gestellt, als wären sie in einem
Leben. So aber könnte man, um es einfach zu sagen, alle
der Vorfahren verleumden und die in ihnen vorhandene Wahrheit verwerfen 
 und das, was in ihnen ist, ins Gegenteil aufnehmen verkehren .
Aber wie derjenige, der Verstand hat, nicht zögern würde,
zu nennen, so auch bei den Worten unsers Erlösers und
Lehren, wenn jemand die in ihnen vorhandene Wahrheit verderben
und versuchen wollte, ihnen die entgegengesetzte Meinung aufzudrängen 
von dem, was er lehrte. Indessen aber auch dies wurde entsprechend
der Hypothese gegeben ausgeführt , damit zum Überfluß auch
das unziemliche Zugeständnis die Haltlosigkeit des Wortes des
erscheine.

Nachdem dies also widerlegt ist, wohlan, wollen wir auch 
das Zeugnis der göttlichen Schrift prüfen und die
der Jünger unsers Erlösers sehen, in der kein
Daran also möge, wer wohlgesinnt ist, urteilen, ob nicht aller Größe
alles Vertrauens) wert sind sie, die bekannt haben, sie seien geringe
Männer, laienhaft in der Rede, aber zur Liebe frommer Lehre und Philosophie 
fortgeschritten, hätten ein enthaltsames und mühseliges
gewonnen, das durch Fasten, durch Enthaltsamkeit von Wein und Fleisch,
durch viele andere Demütigung des Leibes, durch Gebet und Flehen
Gott und viel mehr noch durch höchste Keuschheit und Heiligkeit
Leibes und der Seele entstehen kann. Wer wollte sie nicht bewundern. 
die wegen der Vorzüglichkeit der Weisheit sogar der nach dem
ihnen gestatteten Weiber sich enthalten, von keiner natürlichen
gezerrt und von keiner Liebe zu Kindern geknechtet wTerden, deswegen,
weil sie nicht einmal sterbliche, sondern unsterbliche Kinder lieb-
 

 
gewonnen haben. Und diese ihre Art, das Geld nicht zu lieben, wie
sollte sich nicht jemand darüber wundern? Dies schließt er
aus, daß sie nicht flohen, sondern lieb hatten den Meister, der
Gold und Silber verwarf und das Gesetz aufstellte, nicht einmal bis zu
 zwei Rocken ihr Vermögen zu vermehren, worauf vielleicht, wer es
verzichtet wegen der Schwere des Befehls; von ihnen aber ist klar, daß
sie in der Tat das Wort erfüllt haben. Als nämlich
die um Simon Petrus waren, Ein Lahmer bat aus der Zahl derer, die wegen
äußerster Not betteln, und Simon Petrus kein Geld hatte, das er ihm
 geben konnte, bekannte er, daß er von allem Besitz an Gold und
rein sei und sagte: „Gold und Silber habe ich nicht“, und er
darauf den kostbaren Namen, der kostbarer ist als alles, vor und sagte:
„Was ich habe, will ich dir geben. Im Namen Jesu Christi, stehe auf 
und wandle.“

Obwohl ihr Lehrer ihnen Trauriges verkündete und sie auf
achteten, wodurch er zu ihnen sagte: „In der Welt habt ihr Trauer“
wiederum: „Jhr werdet weinen und wehklagen, die Welt aber wird sich
freuen“, wie wurde da nicht offensichtlich, daß sie fest und tief
ihrem Charakter, da sie vor den Anstrengungen der Seele nicht flohen
 noch den Lüsten nachjagten, daß aber auch ihr Meister
durch Betrug bezauberte und ihnen das Angenehme riet und sie sich
 so zu eigen machte, sondern indem er mit wahrem und freiem Wort
prophezeite, was ihnen zustoßen werde, bewirkte er, daß sie
ihm gemäße Lebensführung wählten. Derartig war auch
 über die Verfolgungen voraussagte, die ihnen in Zukunft zustoßen
um des Namens ihres Meisters willen, und bezeugte, daß sie vor
kommen und bis zu den Königen gelangen und allerlei Strafen
Bußen erleiden würden, wegen nichts Bösen, noch auch
geziemenden Ursache willen, sondern allein wegen ihres Zeugnisses
 über ihn. Dies sehen wir bis jetzt mit unsern Augen und müssen
wundern über seine Vorhersagung. Denn das Zeugnis über den Namen
unsers Erlösers und das Bekenntnis zu ihm pflegt den Grimm
Führer zu entzünden. Denn wenn auch nichts Schlechtes getan
dem, der Christus bekennt, so bestrafen sie ihn dennoch und mißhandeln
 ihn wegen seines Namens, als sei er der allerschlimmste Übeltäter.
 
 

 
Wenn aber jemand seinen Namen nicht bekennt und leugnet, ein Jünger
Christi zu sein, wird er sogleich freigelassen, selbst wenn er wegen
vieler schlechter Dinge gefangen gesetzt wäre. Was habe ich
vieles anzuhäufen, der ich versuche, das Leben der Jünger
zu schreiben, da das Gesagte genügt zum Beweise der vorliegenden
 Sache ? Dem wollen wir aber ferner folgendes hinzufügen, und
 ist es am Platze, auch darüber unsere Rede zu begrenzen.

Der Apostel Matthäus leitete sein früheres
von einem besseren Umgang ab, sondern von denen, die um Zölle
und Übervorteilung sich bemühen. Dies hat keiner von den übrigen
Evangelisten uns geoffenbart, weder sein Mitapostel Johannes noch
Lukas noch Markus, die Verfasser der übrigen Evangelien. Matthäus
 aber beschrieb sein eigenes früheres Leben und wurde so sein
Ankläger. Höre also, wie er deutlich sich selbst mit Namen
seiner Schrift und so redet:

„Als Jesus von dort weiter ging, sah er einen Menschen
beim Zollhaus sitzen, mit Namen Matthäus, und sprach zu ihm:
mir nach. Und er erhob sich und ging ihm nach. Und es geschah,
als er zu Tische lag in dem Hause, und siehe da! viel Zöllner und
lagen mit Jesus zu Tische und mit seinen Jüngern.“ Und wiederum, 
als Mätthäus fortfuhr und eine Aufzählung der übrigen
legte er sich den Namen des Zöllners bei und sagte so:
Namen ’der zwölf Apostel sind folgende: zuerst Simon, der Petrus
und Andreas, sein Bruder, Jakobus, des Zebedäus Sohn und
sein Bruder, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der 
Zöllner.“ So zeigte also Matthäus in der Vorzüglichkeit
seinen wahrheitsliebenden Charakter und nannte sich einen Zöllner,
sein früheres Leben zu verbergen und indem er sich zu den
rechnete und sich als zweiten seines Mitapostels Mitapostels Denn
mit Thomas wie Simon mit Andreas, Jakobus mit Johannes und 
Philippus mit Bartholomäus, stellte er den Thomas voran und ehrte
als den besseren Mitapostel, während die übrigen Evangelisten
Gegenteil taten. Höre also, wie Lukas, indem er den Matthäus
ihn keinen Zöllner nennt noch dem Thomas nachsetzt, sondern ihn,
er ihn als den besseren kannte, zuerst aufzählt und erst nach ihm 
den Thomas bringt, wie auch Markus getan hat. Es lauten aber seine
 
 

 
Worte so: „Und als es Tag ward, rief er seine Jünger und wählte
aus ihnen aus, die er auch Apostel nannte: Simon, den er auch Petrus
nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes und
Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas.“
 Lukas den Matthäus, „wie ihm diejenigen überliefert haben, die
Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes wurden.“ So
verkleinerte Matthäus durch Demut sich selbst, bekannte, daß
Zöllner sei und zählte sich als zweiten nach seinem Mitapostel.

Auch den Johannes findest du ähnlich dem Matthäus. 
 Denn in seinem Briefe tut er nicht einmal seines eigenen Namens 
Erwähnung, oder er nennt sich einen Altesten, niemals aber
Apostel oder Evangelisten. In dem Evangelium aber, das auch von
ihm geschrieben wurde, erwähnte er von sich, daß Jesus ihn
offenbarte sich aber nicht mit Namen.

Simon Petrus aber machte sich nicht einmal daran, ein Evangelium
zu schreiben, aus einem Übermaß von Sehen. Markus aber, der
sein Vertrauter und Jünger geworden war, soll die Worte Simons
die Taten unsers Erlösers berichtet haben. Als er in seiner Schrift
den Worten kam, wo Jesus fragte, was die Menschen über ihn sagten,
 und als Simon ihm antwortete , welche Meinung seine Jünger über
hätten, und sagte: „Du bist Christus“, da schrieb er, daß
weder antwortete noch etwas zu ihm sagte, außer daß er
sie möchten dies niemandem sagen. Dies aber schrieb Markus, da
nicht zugegen war, als Jesus dies sagte, sondern es nur von Simon
 hörte, als er es lehrte. Petrus aber wollte das, was Jesus zu ihm
seinetwegen sagte, nicht durch sein eigenes Zeugnis vorbringen. Was
das aber war, was zu ihm gesagt wurde, zeigt Matthäus durch
 Worte : „Ihr aber, was sagt ihr, wer ich sei? Sagte ihm Simon: Du
bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Antwortete ihm Jesus
 und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Barjonan. Fleisch und Blut
haben es dir nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und
 
 

 
ich sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Kirche
bauen und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich
dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du
auf Erdeu, soll im Himmel gebunden sein, und alles, was du lösest
Erden, soll im Himmel gelöst sein“. Obwohl dies alles von Jesus zu 
Simon Petrus gesagt ward, erwähnte Markus keins von diesen
deswegen, weil auch Petrus, wie es wahrscheinlich ist, dies in seiner
Lehre nicht sagte. Dies also verschwieg Simon Petrus mit Recht, sodaß
deswegen auch Markus es ausließ. Die Umstände 
aber verkündete verkundete er bei allen Menschen und schrieb so wider 
 sich selbst die Anklage, da er darüber bitter weinte. Du findest
daß Markus folgendes über ihn schreibt: Während Simon
war, kam zu ihm Eine von den Mägden des Hohenpriesters, und da
ihn sich wärmen sah, blickte sie ihn an und sagte zu ihm: Auch
warst mit Jesus, dem Nazarener. Er aber leugnete und sprach: Ich 
weiß nicht und begreife nicht, was du sagst. Und er ging hinaus
den äußeren Hof, und der Hahn krähte. Wiederum aber sah ihn
Mädchen und begann zu den Umstehenden zu sagen: Auch er
zu ihnen. Er aber leugnete wiederum. Und nach kurzer Zeit sagten
wiederum die Umstehenden zu Simon: Du gehörst in Wahrheit zu ihnen, 
weil auch du ein Galiläer bist, bist. Er aber begann zu fluchen und zu
sagen: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sagt, und sogleich
krähte der Hahn zum zweiten Mal.“ Dies schreibt Markus,
bezeugt Simon Petrus über sich selbst. Denn alle Worte des Markus
sollen Erinnerungen der Worte Simons sein.

Sie also, die darauf verzichten, das zu sagen, was ihnen gutes
Lob eintrug, eine Anschuldigung aber gegen sich selbst schrieben, damit
sie auf ewig unvergessen sei, und die Anklagen ihrer Torheit gegen
sich selbst aufstellten, die niemand der Späteren gekannt hätte,
sie nicht durch ihr Wort niedergeschrieben wären, wie sollten wir nicht 
mit Recht von ihnen bekennen, daß sie frei seien von jeder
der Selbstliebe und von Lügenworten, und daß sie
glänzende Beweise wahrheitsliebender Gesinnung zeigten?
nun, die von denen, welche einen derartigen Charakter zeigten, glauben,
daß sie faselten und logen, und sie als Betrüger zu schmähen versuchen, 
 
 

 
wie sollten sie nicht lächerlich werden, als Freunde des Neides
der Eifersucht und als Feinde der Wahrheit erfunden werden? Denn
wie wiiren nicht derart die, welche über diejenigen , die ohne List und
ohne häßliche Gewohnheit, eben über diejenigen, die durch
 ihre Art als wahrhaftig und ihre Sitte als rein zeigten, zu sagen wagten,
daß sie schlaue und gewandte Sophisten seien und das Nichtseiende
und ihrem Meister das, was er niemals tat, willig beigelegt hätten?
Es scheint mir gut, sie zu fragen, ob wir alles den Jüngern
Erlösers glauben dürfen oder nicht, und ob wir nur
 nicht glauben dürfen oder auch allen denen nicht , die von
her bei den Griechen und bei den Barbaren Erinnerungen über das
Leben und die Worte derer, die zu verschiedenen Zeiten wegen gewisser
Siegestaten berühmt waren, geschrieben haben, oder ob sie es für 
Recht halten, den andern zu glauben, ihnen allein aber nicht zu glauben?
 Wie ist da nicht ihr Neid offenbar?

Wie aber? Diejenigen, die in betreff ihres Meisters logen und
in ihrer Schrift das, was von ihm nicht geschah, als geschehen überlieferten,
haben sie auch die Leiden und die Trübsale betreffs
erlogen? Den Verrat eines Jüngers, meine ich, die Anklage derer,
 ihn verleumdeten, das Gelächter und die Verspottung der Richter,
Mißhandlungen und die Schläge auf seine Wangen, die Hiebe
Rücken, den Kranz aus Dornen, der ihm schmachvoll aufgesetzt
das Purpurgewand, das sie ihm nach Art der χλαμύς anlegten, der
schließlich sein Kreuz als ein Siegeszeichen trug und an ihm
 wurde, dessen Hände und Füße durchbohrt wurden, den sie
tränkten, dessen Haupt mit einem Rohr geschlagen und der
wurde von denen, die ihn sahen. Dürfen wir glauben, daß
auch dies und anderes, was dem ähnlich geschrieben steht, wirklich gefaselt
haben, oder sollen wir glauben, daß sie hierbei wahrhaftig
 ihnen aber in dem Ruhmvollen nicht glauben? Aber wie soll dies
zwiespältige Dogma bestehen? Denn behaupten, daß
wahr reden und wiederum über dasselbe lügen, heißt
als in demselben Augenblicke Entgegengesetztes von ihnen sagen.
 
 

 
Welches ist nun die Widerlegung dieser Dinge ? Denn wenn sie sich
das Ziel gesetzt hätten, zu faseln und mit Lügenworten
zu erheben und ihn mit Wundern zu schmücken, so hätten
das vorher Gesagte gegen sich geschrieben noch den spätern
geoffenbart, daß er, den sie predigten, betrübt, bekümmert und in seiner 
Seele verwirrt war, oder daß sie ihn im Stiche ließen
oder daß der Auserwählte aller, sein Apostel und Jünger,
berühmte Simon Petrus, ohne Fesseln und Drohungen der Fürsten ihn
dreimal verleugnete. Denn wenn auch andere dies gesagt hätten, so
hätten doch sie dies leugnen müssen, die sich nichts anderes vorgenommen 
hatten als mit Lügenworten sich und ihrem Meister die 
 Taten gütig zuzusprechen.

Wenn sie aber
 in den traurigen Erzählungen über ihn erscheinen, so sind sie noch
mehr derartig auch in den ihn verherrlichenden Geschichten . Denn
diejenigen, die Ein Mal vorzogen zu lügen, hätten das Traurige viel 
mehr vermeiden müssen, entweder durch Stillschweigen oder
Leugnung dieser Dinge , da die Späteren das Verschwiegene
tadeln können. Warum logen sie denn nicht und behaupteten,
Judas, der ihn verriet, nachdem er gewagt hatte, den Kuß als Zeichen
des Verrates zu zeigen, sogleich zu Stein wurde, daß dem, der ihn auf 
die Backe zu schlagen sich erfrechte, sogleich die Rechte vertrocknete?
Daß dem Hohenpriester der Juden, weil er ein Mitläufer war
ih verleumdeten, die Augen erblindeten? Warum aber logen sie nicht
insgesamt, daß ihm in Wahrheit nichts Trauriges zustieß,
er unsichtbar ward und ihre Gerichtsstätte verspottete, daß diejenigen 
aber, die ihn verleumdeten, durch gottgesandte Halluzinationen irre
gingen und etwas gegen den zu tun glaubten, der nicht da war. Was
aber? War es nicht lobenswerter als zu faseln, daß er Tote
und ein Täter wunderbarer Handlungen war, vielmehr das
schreiben, daß ihm nichts Menschliches noch Sterbliches zustieß,
 daß er alles mit göttlicher Kraft tat und seinen
Himmel mit göttlichem Ruhme vollführte? Denn nicht
diejenigen leugnen, die ihren anderen Geschichten glaubten. Sie also
 
 

 
die in keiner Weise die Wahrheit in den betrübenden
 Ereignissen verderbten, wie sollen sie nicht für würdig
auch in den übrigen und andern Dingen , die sie von ihm bezeugten,
ohne bösen Verdacht zu sein? Genügend also ist
 unsern Erlöser, aber nichts hindert, zum Überfluß auch den Hebräer
Josephus als Zeugen zu gebrauchen, der im achtzehnten Buche seiner
jüdischen Archäologie, indem er die Begebenheiten 
beschreibt, unsern Erlöser in folgenden Worten erwähnt: 
 Von Josephus. Über Christus.

„Es trat aber in jener Zeit Jesus auf, ein weiser Mann, wenn
man ihn einen Menschen heißen darf. Denn er war ein
Werke und ein Lehrer der Menschen, die mit Vergnügen
aufnahmen, und sammelte viele aus den Juden und viele aus den
Heiden. Dieser war der Christus. Ihn verließen, als Pilatus ihn auf 
 die Anklage der ersten Männer und Fürsten bei uns
in den Kopf gesetzt hatte, diejenigen nicht, die ihn vorher liebgewonnen
hatten. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wiederum lebendig,
da die göttlichen Propheten dies und vieles andere über
hatten, weshalb bis jetzt von jenem an nicht afugehört hat
 der Christen.“

Wenn also auch gemäß diesem Schriftsteller
daß er ein Täter wunderbarer Werke war und nicht
und siebzig Jünger sich gewann, sondern auch Myriaden andere aus
den Juden und Myriaden aus den Heiden sich verband, so ist klar, daß
 er etwas Besseres besaß im Vergleich zu den übrigen
wie verband er sich sonst viele von den Juden und von den Heiden,
wenn er nicht Wunder und wunderbare Taten und seltsame Lehren gebrauchte?
Es bezeugt aber auch die Schrift der Πραξεῖς der Apostel,
daß es viele Myriaden jüdischer Männer
 sei der Christus Gottes, der von den Propheten verkündigt
 Geschichts schreibung lehrt auch, daß eine große
 
 

 
Jerusalem war, die von den Juden gesammelt war und dauerte bis
auf die Zeit der Belagerung unter Hadrian. Man sagt aber, daß die
ersten, die dort Bischöfe der Reihe nach wurden, fünfzehn gewesen
seien, deren Namen bis jetzt bei den Ortsansässigen
werden, sodaß auch hierdurch jede Verleumdung wider die Jünger aufgehoben 
wird, seitdem von ihnen, und auch abgesehen von ihrem
Zeugnis, bekannt wird, daß der Christus Gottes durch die
Taten, die er vollbrachte, viele aus den Juden und aus den Heiden in
seine Hand brachte.

Auch du aber wirst prüfen können die Göttlichkeit seiner 
Kraft, wenn du bedenkst, was er seiner Natur nach gewesen ist und
von wie großer Vorzüglichkeit der göttlichen Kraft er
Ausführung der Dinge war, die alle Worte in den
stellen. Denn er beschloß, was niemals einer beschloß ,
Gesetz und eine fremde Lehre unter alle Völker zu säen und sich selbst 
als Lehrer des ganzen Menschengeschlechts für die Verehrung
 oberhalb von allem stehenden Gottes zu erweisen, und wollte daher 
diejenigen, die dörfischer und geringer als alle Menschen sind ,
Diener seines Willens benutzen, und es ist wahrscheinlich, daß
glaubt, er habe dies ungeziemend getan. Denn wie sollten diejenigen. 
die nicht einmal ihre Lippen aufheben konnten, jemals Lehrer Eines
Menschen werden, geschweige denn einer Menge von Menschen? Wie
sollten die mit den Scharen reden, die ohne jede Bildung waren? Aber
dies war eben der Beweis des göttlichen Willens. Denn er berief
wie wir auch vorher gezeigt haben, und sagte zuvor: „Folgt mir nach. 
so will ich euch zu Menschenfischern machen.“ Da er sie aber
als seine Nachfolger besaß, hauchte er ihnen göttliche Kraft
erfüllte sie mit Kraft und Beherztheit, und da er selbst in
der Logos Gottes und Täter so großer Wunder ist, so machte er
Fischern der geistigen und vernünftigen Seelen und fürgte die Tat dem 
Worte hinzu, das da sagt : „Folgt mir nach, so will ich euch zu
Menschenfischern machen“ und erwarb sie zugleich als Täter
 
 

 
Lehrer der Gottesverebrang zu eigen und schickte sie dann zu allen
Völkern in der ganzen Schöpfung und machte sie zu
Lehre. Wer wollte sich nicht wundern und mit Recht dem unwahrscheinlichen
Wunder mißtrauen, da niemals geschrieben ist, daß
 von den Menschen, die besser verühmter waren, derartiges
noch auch zu dem kam. was diesem ähnlich ist. Denn das schon wäre
einem jeden von ihnen lieb, wenn er auch nur in dem eigenen Lande
seine eigene Anordnung durchführte und im stande war, die
die ihm gut zu sein schienen, in Einem, in seinem eigenen Volke zu
 bestätigen. Er aber, der nichts Menschliches noch Sterbliches
— sieh zu, ob er nicht in Wahrheit wiederum die Stimme Gottes ertönen 
ließ, indem er wörtlich seinen armen Jüngern
und lehret alle Völker.“ So aber mochten wahrscheinlich seine
sagen, indem sie ihrem Meister antworteten: Wie können wir dies
 Wie sollen wir denn den Römern verkündigen? Wie mit
reden? Welches Wort gegen die Griechen gebrauchen als Männer,
nur in der syrischen Sprache erzogen sind? Wie sollen wir die Perser,
Armenier, Chaldäer, Skythen, Inder und die andern so genannten
überreden, sich von den Göttern ihrer Vorfahren abzuwenden und 
 den Einen Schöpfer des Alls zu verehren? Auf welche
der Worte aber sollen wir vertrauen und zu diesem Werke übergehen?
Oder welche Hoffnung auf Sieg sollen wir haben, wenn wir wagen, allen
Völkern Gesetze zu geben entgegengesetzt den von Ewigkeit her
Gesetzen in betreff der Götter? Welche Kraft haben wir,
 darauf zu vertrauen, daß wir dies Wagnis siegreich durchführen
Dies also sagten oder dachten die Jünger unsers Erlösers.
Hinzufügen eines Wortes aber verbürgte ihr Meister eine
der Verzweiflung, in der sie sich befanden, indem er sagte: Ihr
werdet „in meinem Namen“ siegen. Denn er trug ihnen nicht
 und unterschiedslos auf, alle Völker zu lehren, sondern mit der
Hinzufügung, die lautet: „in meinem Namen.“ Denn da
seines Namens so groß ist, daß der Apostel sagte: „Gott
den Namen, der besser als alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu
 
 

 
jedes Knie sich beuge im Himmel, auf Erden und unter der Erde“, zeigte
er mit Recht also die Vorzüglichkeit der verborgenen Kraft, die den
meisten verborgen ist, in seinem Namen und fügte daher das Wort
hinzu: „in meinem Namen.“ Dann weissagte er auch genau die
und sagte: „Dies mein Evangelium muß in der ganzen Welt verkündigt 
werden zum Zeugnis für alle Völker.“ Dies Wort aber
in einem Winkel der Erde gesagt, sodaß nur diejenigen, die
waren, es hörten. Wie sollten sie ihm glauben, als er dies sagte,
sie nicht aus den andern göttlichen Werken, die von ihm getan
die Erfahrung der Wahrheit seiner Worte gemacht hatten? Denn du bist 
zuzugeben gezwungen, daß sie ihm das glaubten, was er sagte, wenn
überlegst. Denn als er befahl, weigerte sich niemand, sondern sie gehorchten
 und lehrten auf seinen Wink und nach seinen Anordnungen das ganze
Geschlecht der Menschen, brachen aus ihrem eigenen Lande zu allen
Völkern auf und in kurzer Zeit waren seine Worte in Taten zu sehen. 
Verkündet wurde also in kurzer Zeit sein Evangelium in der
Welt zum Zeugnis für alle Vöker, und Barbaren und
die Schriften über den gemeinsamen Erlöser aller in den
ihrer Väter und in den Worten ihrer Vorfahren auf.

In Verlegenheit aber würde sich jemand geziemenderweise befinden
 darüber), wie die Art der Lehre der Jünger unsers
Gingen sie mitten in die Stadt, standen dann auf dem Markte, erhoben
eine laute Stimme und riefen die zusammen , die zufällig kamen,
redeten darauf mit dem Volke? Was war das Wort ihrer Volksrede, von
dem es wahrscheinlich ist, daß sich die Zuhörer davon überzeugen ließen? 
Wie konnten Männer Volksreden halten, die in Worten unerfahren
fern von jeder Bildung waren? Aber sie redeten nicht mit der Menge,
sondern mit den Einzelnen, die gerade kamen. Welche und welcherlei
Worte gebrauchten sie nun zum Überzeugen ihrer Hörer? Denn
Kampf war nicht klein, da sie den schmachvollen Tod dessen nicht 
leugneten, den sie verkündigten. Denn wenn sie diesen auch
 
 

 
und nicht vor jedermann bekannt hätten, was und wieviel er von
luden litt, sondern allein das Ehrbare und Preiswürdige vorbrachten
ich meine aber seine wunderbaren Werke und staunenswerten Taten
und philosophischen Lehren — auch so wäre die Rede nicht leicht
 um die Zuhörer willig ihren Worten zustimmend zu
weil ihr Wort fremd war und weil sie jetzt neue Reden hörten
Menschen, die ihnen nichts Glaubwürdiges brachten zum Zeugnis
was von ihnen gesagt wurde.

Indessen aber würde ihnen das
glaubwürdiger erschienen sein. Jetzt aber verkündeten
 daß der von ihnen Gepredigte Gott in einem menschlichen Leibe
und nichts anderes seiner Natur nach sei, als der Logos Gottes,
 und deswegen auch alle diese Wunder und Kräfte getan habe,
aber im Gegensatz dazu, daß er Schmach und Unehre ertrug und
schimpflichste Ende und die Strafe durchs Kreuz, die den allerschlimmsten
 Menschen wegen ihrer Taten auferlegt wird. Wer sollte sie nicht geziemend
verspotten als solche, die Entgegengesetztes sagen? Wer wäre
so töricht gewesen in seinem Sinne, willig zu glauben denen, die
 sie hätten ihn nach seinem Tode auferstanden von den Toten
ihn, der nicht einmal, als er noch lebte, sich helfen konnte? Wer hätte
 sich aber von jenenLaien und Geringen jemals überzeugen lassen, die sagten:
Ihr müßt die Dinge eurer Väter verachten und die Torheit der Weisen 
von Ewigkeit her tadeln und euch nur von uns überzeugen lassen und
von den Befehlen, die von dem Gekreuzigten ausgegeben sind. Denn
er ist allein der geliebte und einzige Sohn des alleinigen, oberhalb von
 allem stehenden Gottes.

Während ich also in Liebe zur Wahrheit das Wort bei 
prüfe, sehe ich keine überzeugende Kraft darin und nichts Großes
nichts Glaubwürdiges und nicht einmal soviel Überzeugendes, daß
auch nur Einen von den unkundigen, geschweige denn von den weisen
 und vernünftigen Leuten überzeugen konnte. Indessen aber
wenn ich auf die Kraft des Wortes blicke und auf die Vollendung der
Werke, wieviele Myriaden sie überzeugt haben und wie Kirchen mit
Myriaden Männern von eben jenen Geringen und
 

 
und nicht an verborgenen und unbekannten Plätzen, sondern
in den großen Städten gebaut sind — ich meine im
in Alexandrien und Antiochien und in ganz Ägypten und Libyen, in
Europa und Asien, in den Dörfern und Ortschaften und in allen
Völkern — so bin ich wiederum notwendig gezwungen, zur Prüfung der 
Ursache zurück zueilen Und zu bekennen, daß sie nicht
Wagnis durchsetzen konnten als durch göttliche Kraft, die größer
als die der Menschen, und durch die Hilfe dessen, der zu ihnen
sagte: „Gehet hin und lehrt alle Völker in meinem Namen.“
aber dies zu ihnen gesagt hatte, verband er damit die Verheißung, durch 
die sie bereitet wurden, zu vertrauen und sich willig dem hinzugeben,
was ihnen befohlen war. Er sagte ihnen nämlich: „Siehe ich bin
euch alle Tage bis ans Ende der Welt.“ Es wird aber auch
daß er ihnen den heiligen Geist eingehaucht und ihnen eine
und wunderwirkende Kraft gegeben habe, indem er einmal sagt: „Nehmet 
hin den heiligen Geist“, ein andermal aber spricht: „Heilet die
reinigt die Aussätzigen, treibt die Dämonen aus. Umsonst habt
empfangen und umsonst gebt es.“

Du siehst also ebenfalls, wie ihr Wort stark geworden ist, da
auch die Schrift der Πραξεῖς dem Ahnliches und damit Übereinstimmendes 
bezeugt, wie sie, indem sie über sich selbst erzählten, durch
 Taten im Namen Jesu, die von ihnen getan wurden, diejenigen, die zugegen
waren und es sahen, in Erstaunen setzten. In Erstaunen setzten
sie aber, wie es natürlich ist, die Zuschauer zuerst durch Taten.
machten sie sie derart , daß sie wdllig fragten, wer der sei, durch dessen 
Kraft und in dessen Namen das Wunder geschah. Indem sie sie darauf
belehrten, fanden sie, daß sie durch den Glauben ihrer Lehre
waren. Denn da sie sich nicht durch Worte überzeugen
ließen, sondern da sie durch Taten zuvor gewonnen waren, so
man sie leicht dahin, dem Gesagten zuzustimmen. Man sagt aber, daß 
Einige Opfer und Spenden ihnen bald wie Göttern darbrachten und
sie Einen von ihnen für Hermes, den andern für Zeus hielten,
setzte der Beweis der wunderbaren Taten ihren Sinn in Erstaunen. Da
sie so waren, so wurde fortan alles, was die Jünger über
 

 
Erlöser verkündigten, sclinell und geziemend aufgenommen.
von den Toten bezeugten sie nicht mit bloßen und
Worten, sondern sie überzeugten eben durch Taten , indem sie
lebendige Werke zeigten.

Wenn sie aber ündigten, ß er
 Gott sei und der Sohn Gottes und vor seinem Kommen unter die
Menschen beim Vater gewesen sei, wie sollten sie dem nicht noch 
mehr hinzufügen, indem sie meinten, daß das
und unglaublich sei? Denn mit Recht erachteten sie, daß das,
geschah, unmöglich für menschliche, sondern nur 
 Taten gehalten werden dürfe, auch wenn es vielleicht niemand sage.

Dies also war es und nichts anderes, was gefragt wurde,
durch welche Kraft die Jünger unsers Erlösers
wurden, die von Anfang an hörten, und wie sie die Griechen
und die Barbaren überzeugten, über ihn wie über den Logos Gottes zu
 denken, und wie sie mitten in den Städten und in allen
Schulen der Verehrung des oberhalb des Alls stehenden Gottes
einrichteten. 
 Und doch, wer sollte sich nicht wundern, indem er bei sich überlegt
und betrachtet, daß dies nicht menschlich war, wie niemals
 anderer Zeit früher viele Völker der ganzen Welt in der
Macht, der Römer, waren als seit der Zeit unseres Erlöser. Denn sogleich 
als er unter die Menschen ging, ereignete es sich, daß auch
 Macht der Römer wuchs, da in jener Zeit Augustus zuerst
vieler Völker war und zu seiner Zeit Kleopatra gefangen
 wurde und die Nachfolge der Ptolemäer in Ägypten
wurde. Denn seit jener Zeit bis jetzt ist das seit Ewigkeit und sozusagen
seit dem ersten Samen der Menschen bestehende Reich Ägypten
ausgerottet. Seit jener Zeit aber wurde auch das Volk der Juden den
Römern Untertan und ebenso auch das der Syrer, der Kappadokier,
 Makedonier, der Bithynier und der Griechen, und um es zusammenfassend
zu sagen, all der übrigen, die in die Hand der römischen
 kamen . Daß nicht ohne Gott dies zusammen mit der Lehre
Erlösers sich ereignete, wer wollte dies nicht bekennen, indem
bedenkt, daß es den Jüngern nicht leicht war, in fremden
 

 
reisen, da alle Völker gegeneinander gespalten waren, und da es keinen
unter ihnen gab wegen der vielen Satrapen an jedem Ort und in jeder
Stadt. Infolge ihrer Vernichtung aber taten sie bald und ohne Furcht
und in Ruhe das, was ihnen auferlegt war, da der oberhalb des Alls
 stehende Gott ihren Weg vorher friedlich gemacht hatte und den 
Grimm der Dämonenverehrer in den Städten durch die Furcht
größeren Reiche zurückhielt. Überlege nämlich, daß
die durch den Irrtum der Verehrung vieler Götter in
versetzt waren, gehindert hätte, mit der Lehre Christi zu streiten,
du vielleicht dann in jeder Stadt und in jedem Dorf gegenseitige Aufstände, 
Verfolgungen und nicht gering Kriege sehen würdest, wenn
Dämonenverehrer die Macht bei sich gehabt hätten. Jetzt aber
dies das Werk des oberhalb von allem waltenden Gottes, daß er
größere Furcht vor dem vorzüglichen Reiche die Feinde
Wortes unterworfen hat. Denn er will, daß es jeden Tag wachse und 
unter allen Menschen blühe. Wiederum aber, damit man nicht
daß es durch das Zugeständnis der Herrscher und nicht
die Vorzüglichkeit VorzÜglichkeit der göttlichen Kraft stark sei,
von den Tyrannen durch Bosheit hingerissen ward und sich vornahm
mit dem Worte Christi zu streiten, so gestattete der Gott des Alls, daß 
 sein Wille auch dies tue, einmal zum Erweis der Athleten in der Gottesfurcht,
zumal aber damit von jedermann offenbar gesehen werde, daß
das Bestehen des Wortes keineswegs eine Folge des menschlichen
Willens, sondern der göttlichen Kraft sei. Wer wollte nicht
bewundern, was in derartigen Zeiten zu geschehen pflegt? Denn die 
Athleten der Gottesfurcht, die früher den Menschen ihrer
nach verborgen waren, wurden in jener Zeit jedermann offenbar und
sichtbar, geschmückt mit den Siegeskränzen von Gott. Die
Gottesfurcht aber empfingen die gebührenden Strafen, indem sie durch
gottgesandte Schläge gezüchtigt wurden und indem ihr ganzer Körper 
mit schweren, unheilbaren Leiden verderbt ward, sodaß sie sogleich
zum Bekenntnis ihres Frevels gegen unsern Erlöser zu kommen
wurden. Alle übrigen aber, die des göttlichen Namen
sind und sich rühmen, die Dinge Christi zu treiben, wurden nur kurze
 

 
Zeit durch Versuchungen erprobt, zeigten die Reinheit und Lauterkeit
ihrer Gesinnung und empfingen dann ihre eigene Freiheit Freiheit
suchte Gott sie gnädig heim, während er durch sie alle
den Erlóserlogos strahlen ließ.