Also, ich verrate normaler Heimnisse, die Online-Nutzer lieben Flugzeuge und Fisch.
Man muss online versuchen, schneller auf den Punkt zu kommen, fast schon in der Schlagzeile die Geschichte kondensieren,
um die Leute dabei der Stange zu halten und in die Geschichte reinzuziehen, das ist, glaube ich, sehr, sehr wichtig.
Ich glaube aber, dass die Zuschauer das auch merken, wenn man nur um der Reichweite Willen die Beiträge flach macht.
Es gibt Formate, die über Facebook sehr gut funktionieren, die sind so kurz, da habe ich gerade erst ein Appetit bekommen.
Das finde ich einfach nicht gut.
Wenn sehr viel um einen herum passiert, also, wo man eigentlich am liebsten überall hingucken würde
und das ist eben genau mit solchen 360 Grad Videos sehr gut möglich.
In diesem Mix der Darstellungsformen, den wir in den digitalen Kanälen haben, muss man sich immer wieder fragen, warum Video.
Und wenn man sagt, ja, hier brauchen wir Video, dann ganz gezielt aber auch mit Video.
Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass mein Video nicht ein Video silo überlassen kann,
sondern, dass die gesamte Redaktion in Video denken oder auch Video machen muss.
Das heißt, wir wollen generell viel, viel mehr Inhalte als bislang schon und voll,
in der Vergangenheit mit Video oder in Video erzählen.
Und da brauchen wir die Kompetenz der gesamten Redaktion.
Das ist eine sehr, sehr coole Geschichte, da geht es in Südamerika, ich glaube in Brasilien,
es ist ein Schiedsrichter mit Knacher aufs Feld.
Warum Video? Und da gibt es eben zwei große Punkte, die wir immer wieder sehen.
Zum einen wirklich starke Bilder, also dieses Shit-Locker-Diss, dieser visuelle Küchen-Zuhuf.
Das musst du gesehen haben.
Und das andere sind einfach starke Emotionen.
Und wenn eins von beiden, oder optimal, beides zusammenkommt, dann Video.
Ich bin immer dann begeistert, wenn es Video passt zur Nutzungssituation des Users.
Das heißt, wenn es gelingt, ein Inhalt zum richtigen Zeitpunkt zu platzieren,
aber auch eben die Nutzungsgewohnheiten des Users entsprechend ihm abends
vielleicht etwas Längeres anzubieten, ihm tagsüber nur einen kurzen News.
Snack ist passend für sein Gerät aufzubereiten, für den Kanal, auf dem er sich gerade befindet.
Wir müssen auf Twitter anders darstellen, als auf Facebook, auf YouTube anders,
als auf Snapchat, auf der Website vielleicht wieder anders.
Das One Fits All war gestern.
Bei dem Video, wo ein Flüchtling auf die Nachbarstaaten, auf die Golfstaaten,
mit sehr heftigen Worten und Emotionen geschimpft hat, weil die kaum Flüchtlinge aufnehmen,
wussten wir es im Prinzip schon, bevor wir es gesendet haben, dass es ein Erfolg wird.
Warum? Es war zum genau richtigen Zeitpunkt,
dass wir uns auf die Nachbarstaaten und die Nachbarstaaten aufnehmen.
Und es war einfach eine starke Emotion, die das Video da transportiert hat.
Ein shareable Moment.
Das heißt, so was, was in den sozialen Netzwerken einfach geteilt wird.
Wozu jeder seine Meinung hat, wo man sagen kann, ja, er hat recht.
Das möchte ich meinen Freunden zeigen.
Er hat völlig recht oder nein, er hat nicht recht.
Wie kann er nur sich so aufregen?
Das ist ja oft so die Annahme, der User geht ins Internet, um sich ein bisschen zu entspannen,
ein bisschen zu snacken, hier ein bisschen Häppchen klar.
Wir sind solche Videos sehr, sehr erfolgreich.
Aber es gibt auch immer Videos, die mich sogar selbst erstaunen,
wo die Leute wirklich tief einsteigen.
Jetzt hatten wir gerade eine Geschichte über Flüchtlingsunterkünfte,
wo ich wirklich erstaunt war, wie viel Interesse es für so ein hartes,
nicht megabildstarkes, super überraschendes Thema auch gibt.
Das hat komplett von Texthafen gelebt.
Was zum einen den Vorteil hat, dass das dem Mobilnutzer eine gewisse Orientierung bietet,
weil viele Leute vielleicht gar nicht unbedingt mit Kopfhörern das gucken
oder das Video gucken, erst mal noch keine Kopfhörer haben und irgendwie reinkommen müssen.
Da experimentieren wir also eigentlich gerade ein bisschen.
Und das finde ich aber auch wahnsinnig spannend,
wie kann man Formate entwickeln, die auf kleinen Displays, auf Smartphones gut funktionieren.
Was iPhones, Smartphones insgesamt heute können und was sie uns als Videomacher bringen,
ist wirklich beeindruckend.
Wir nutzen das jetzt immer mehr, um schnell abzusetzen
und in vielen Situationen reicht das auch absolut ab.
Die Frage ist halt immer, welche Geschichte will man erzählen?
Will man die aktuelle Situation abdecken, was ist dort heute passiert?
Das ist die Entwicklung der letzten Stunden.
Warum nicht mit dem Handy?
Das waren die ersten Tage, als in München diese Friedlingszüge ankam.
Die Ankunft der Menschen verläuft erstaunlich organisiert.
Es sollen so pro Zug 400 bis 700 Leute ankommen.
Und da hatte ich einfach nicht viele Sachen dabei,
weil ich ohnehin gerade privat in der Nähe bin.
Und da war einfach das Telefon wirklich ein super Mittel, um damit zu drehen,
auch um Interviews zu machen und das dann sehr, sehr schnell abzusetzen
und sehr, sehr schnell auf die Seite zu bringen.
Wenn ich jetzt losziehe und ein bisschen Vorbereitungszeit habe,
habe ich neben dem Telefon noch so eine Art Selfie Stick dabei.
Das hat in der Situation in München mir geholfen, Aufsager zu machen,
ist aber auch wirklich gut, um die Kamera zu stabilisieren.
Dann haben wir dabei ein Mikrofon, um einfach die Tonaufnahme zu professionalisieren.
Was wir per XLR-Kabel an den Verstärker von iRig anbauen
und natürlich zum kontrollieren des Ton die Kopfhörer.
Wir hier in der Redaktion haben das dann einfach ein bisschen sicherer und fester gemacht,
haben den Verstärker an den Selfie Stick geklebt,
dann steckt man da sein Mikrofonkabel ein, dann wackelt das nicht rum,
die kleine Buchse vom Handy ist natürlich auch ein bisschen empfindlich.
Wenn da das Kabel raushängt und noch der Verstärker unten dran,
dann läuft man so in die Gefahr, dass der Versuchsaufbau auch mal schnell auseinander fällt.
Also es ist alles improvisiert und gerade wenn man natürlich dran gewöhnt ist,
mit großen Kameras zu drehen, ist es auch manchmal nervig.
Es ist jetzt schon wieder los, App wieder abgestürzt und so.
Regeln, test, test, test, test, test.
Aber ich glaube gerade für Leute, die jetzt nicht aus dem ganz professionellen Video Bereich kommen,
Leute, die schreiben, das machen bei uns auch viele Reporter, die vor Ort sind.
Wenn die einfach mal ein paar Clips mit dem Handy drehen,
es müssen ja nicht immer Otöne und superperfekte Reportage, Elemente oder Aufsager sein.
Bei manchen Geschichten bereichert das die Geschichte auch schon unglaublich,
weil man einfach nur ein paar Szenen hat.
Die Kosten für ein Video variieren wahnsinnig.
Es gibt aber halt eben auch kurz gemachte schnelle Videos,
wo ich sage, die kosten so um die 500 Euro.
Wenn wir jetzt mal davon ausgehen können,
wie wir tatsächlich für 500 Euro produzieren,
dafür müsste ein Video bei uns so ungefähr knapp unter 30.000 mal geklickt werden.
Und das kommt nicht so schnell.
Es gibt aber auch kurz gemachte schnelle Videos,
wo ich sage, die kosten so um die 500 Euro.
Und das kommt nicht so oft vor.
Wir könnten es sehr schnell profitabel machen,
aber da würde dann quasi die Qualität leiden.
Wir können einfach nicht Filme auf der Seite präsentieren,
wo wir wissen, die laufen bombastisch.
Ich denke einfach mal an freizügige Brüste.
Weiß ich jetzt schon, wird sicherlich 200.000 mal geklickt,
aber darunter leidet dann die Marke.
Und so verstehen wir uns halt auch nicht.
Ich sehe begeisternde Sachen, die meine Leute machen,
mit der Drohne als Reporter vor der Kamera,
wo Emotionen, wo aber auch Informationen vorkommt.
Es ist aber erst dann aus meiner Sicht ein Volltreffer,
wenn es der User genauso annimmt wie ich,
und dementsprechend können wir das nie aus dem Elfen
und das muss sagen, das ist richtiges Webvideo
und das ist ein falsches Webvideo.
Richtiges Webvideo ist ein erfolgreiches Webvideo.
So, die Hose rutscht.
So, und jetzt ist der Witz vorbei.
Und jetzt kommt hier der Applaus.
Und jetzt sind wir bei 35, 36 Sekunden.
Und an der Stelle wird es ein bisschen steiler.
Und da ist jedes Prozent bei der Completion Rate
ist bei Facebook wichtig.
Deswegen ist ja durch die Frage,
ob wir vielleicht sogar Boulevard noch ein drittes Mal zeigen können.
Aber in dem Moment dann lieber raus, auch wenn es noch kürzer ist,
dann sind nämlich noch im Zweifel
37 Prozent Zuschauer drin
und nicht mehr nur 23,9 Prozent.
Es hat auch so funktioniert,
230.000 Reichweite, 80.000 Videoaufrufe.
Völlig unstrittig ist,
dass wir das Kerngeschäft nicht vernachlässigen dürfen.
Solange wir was die Reichweite betrifft, auch Erfolg haben,
auch was Besonderes zu machen.
Was wir heute machen wollen, ist mal testen wollen,
ob wir im Prinzip zwei relativ neue Technologien
bei uns miteinander kombinieren können.
Das eine ist Drohnenvideo und nicht mehr ganz neu
die Perspektive von oben eben.
Und da eine 360 Grad Kamera,
diesen Aufbau dran zu hängen.
Das wird relativ knapp, was die Draglast betrifft.
Bin gespannt, ob es funktioniert.
Natürlich ist das hier nicht unser Kerngeschäft,
Spielzeug auszuprobieren,
aber es könnte ja was draus werden.
Weil man muss ja nicht mal vorstellen,
dass man über zum Beispiel ein Katastrophengebiet
irgendwann später mal fliegt mit einer 360 Grad Kamera
und da in 4K oder 8K hochwertige Aufnahmen macht.
Wir machen ein ganz besonderes Experiment heute,
wo wir euch natürlich via Periscope,
mitnehmen, hallo, at Freizeit YouTuber,
hallo, Sunshine, Rüdiger, hey, yo.
Schön, dass ihr dabei seid, wir streamen einen Versuch,
wie wir eine 360 Grad Kamera an diesen Quadrocopter hängen.
Seht ihr den?
Also Periscope ist eine App, die ich mit dem Twitter-Account
verknüpft wird, den ich als Journalist sowieso habe,
was ich von jedem Journalist erwarte,
sodass automatisch ein Tweet rausgeht, wenn ich live gehe.
Sodass es schon einige Leute informiert werden
und das Ganze sich dann auch weiter verbreiten kann
über die sozialen Netzwerke.
Das kann weiter empfohlen werden, das kann retweeted werden,
das kann bei Facebook geteilt werden,
sodass man relativ schnell auch eine große Publikum aufbauen kann.
Es funktioniert!
Wuhu!
In journalistischen Bereichen wie Deutschlandweit
die ersten, die das machen,
inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe von Menschen,
die sich im Bereich Video damit auseinandersetzen,
aber viele dann eben mehr in Richtung PR
oder tatsächlich eben aus einer eher
kunstvollen Richtung heraus.
Also es ist vor allen Dingen super,
um zum Beispiel Orte zu zeigen.
Wir waren damit zum Beispiel in der Suite im Adlon,
wo dann später die Queen übernachtet hat.
Ich glaube schon, dass es eben eine Möglichkeit ist,
eben auch in Situationen viel tiefer einzutauchen
und sich viel mehr einzufühlen
und das Gefühl wirklich zu haben,
ich bin jetzt mit dabei, ich stehe jetzt mitten in dieser Demo drin,
weil ich eben selber gucken kann, wo ich hingucken möchte
und nicht diese vorgeschriebene Kameraperspektive
von dem Kameramann habe,
wo ich dann jetzt gerade hin zu gucken habe,
sondern ich kann das selber entscheiden
und habe damit auch das Gefühl,
wenn ich mich jetzt gerade nach hinten umgucke,
dann sehe ich da ja auch noch was
und dann habe ich eben genau dieses Gefühl, mitten drin zu sein.
Es ist nicht mehr so, dass Video eine Monsteraufgabe ist
oder eine Redaktion, man kann damit anfangen,
sei es ein fitter Volontär, der sich da ein bisschen auskennt mit
oder meistens die jungen Menschen,
die der Technik doch offener gegenüberstehen
und einfach anfangen und sich ausprobieren.
Wenn jemand gerne vor der Kamera steht
und einen Talent hat, authentisch Sachen zu erzählen
von sich selbst oder über andere,
dann wird es ihm in seiner Karriere bestimmt nicht schade.
Man muss natürlich schon weiterhin ein inhaltlichen Journalist sein
und gute Fragen stellen und auch mal härter nachfragen
und nicht so ein Wohlfühl-Video produzieren wollen
und dann natürlich die ganzen anderen Kanäle, die es gibt,
also Smartphone, Journalismus, Social Media,
das alles im Blick zu behalten,
da hat man einfach einen großen Vorteil,
weil in vielen, vielen Redaktionen deutlich ältere Kollegen sitzen,
die sich damit nicht beschäftigen wollen
und da keine Lust drauf haben.
Und da kann man, glaube ich, als junger Mensch,
der das ganz normal beherrscht, punkten.
