Dieser Anblick lässt jedes Seefahrer Harz höher schlagen. Wir sind unterwegs in
Indonesien, einem Inselreich, das aus mehr als 17.000 Inseln besteht. Wie die
europäischen Entdecker und Forscher viele Jahrhunderte vor uns, haben wir uns für
ein Schiff entschieden, um die indonesische Inselwelt zu erforschen.
Wir sind mit der mit modernster Technik ausgestatteten Amira unterwegs von Bali nach Komodo.
Zuerst folgen wieder Nordküste von Lombok und Sumbawa nach Osten und biegen dann in die
Meeresenge zwischen Sumbawa und Flores ein. Hier liegt die Insel Komodo und eine
Vielzahl weiterer kleiner Inseln, die wir im Laufe unserer Tauchsafari besonders
unterwasserne geer erforschen wollen. Im Süden der Insel Rensha wollen wir die
Horseshoe Bay aussuchen, ein Zentrum der Artenvielfalt in Indonesien. Danach geht es
im Ziktsackkurs durch die Meeresenge von Komodo nach Labuan Bajo, dem Ende unserer
Tauchsafari.
Unseren ersten Halt legen wir vor der kleinen Vulkaninsel Satonda ein. Am Kratasee
binden vorbeifahrende Seefahrer seit Menschen gedenken kleine Steine an die
Äste der Bäume am Ufer des Vulkanses. Sie sind die zu stein gewordenen Wünsche der
Seeleute, die auf ihrer Fahrt nach Osten ihr Halt gemacht haben und auf eine
erfolgreiche Reise und gute Wiederkehoften. Noch immer weit entfernt von
unserem eigentlichen Ziel, nutzen wir die Zeit für einige
Eingewöhnungstauchgänge an den Riffen vor der Insel Sumbaba.
Sange Yang, so heißt die nächste Vulkaninsel, die auf unsere Weg nach Osten
liegt. Unter erstarrter Lava und vereinzelten Korallen im schwarzen Sand
entdecken wir viele Putzergarnelen, die neugierig näher kommen und auch dem
Kameramann ihre Dienste anbieten. Sogar ein seltener Geisterpfeifenfisch lässt sich
blicken.
Endlich. Am nächsten Morgen sehen wir die Silhouette von Komodo vor uns
auftauchen. Die schroffen Felsformationen sehen wenig einladend aus.
Das hohe Gras, das die Insel bedeckt, ist im Laufe der Trockenzeit braun geworden
und verdorrt. Sobald man allerdings den Kopf unter Wasser streckt, befindet man
sich in einem Meer der Farben. Im eigentümlichen Kontrast zu den
abweisenden Felsen über Wasser trifft man hier an Unterwasserbagen auf eine
Explosion des Lebens. Die Unterwasserbarge, an deren Flanken wir hier unsere
Tauchgänge durchführen, liegen mitten in der starken Strömung und sind Sammelpunkte
marinen Lebens. Schwärme von Planktonfressern, aber auch die großen
Räuber finden sich hier ein.
Tagsüber kommen die großen Fische aber nicht zum Jagen hierher. Ihre Besucher
dienen vor allem der Körperpflege. Unzählige Putzerfische sind hier aktiv
und befreien die größeren Fische von Schmarotzern und säubern größere und
kleinere Verletzungen. Es herrscht eine drügerische Ruhe am Riff. Das kann sich
schnell ändern, wenn die Strömung zunimmt oder die Sonne untergeht. Dann kann es
nicht nur für Taucher ziemlich unangenehm werden, sondern auch unter den
Riffbewohnern ist die Ruhe dahin und die Jagd beginnt.
Komodo liegt mitten im sogenannten indonesischen Durchfluss. Wissenschaftler
bezeichnen damit den Abfluss gigantischer Wassermengen aus dem Pazifik in den
indischen Ozean. Die indonesische Inselkette trennt die beiden Ozeane und
Tag für Tag fließen unvorstellbare Wassermassen vom Pazifik zwischen den
indonesischen Inseln hindurch in den indischen Ozean.
Wir setzen unsere Fahrt nach Süden fort. Unser Ziel ist die Horstshoe Bay. Im Süden
der Insel Rentscher, eine Nachbarinsel von Komodo. Im Sommer zur Zeit des Südostmonsons
gibt es hier hohe Wellen und in der Nacht zuvor haben es andere Tauchschiffe nicht
in die Bucht hineingeschafft. Wir haben Glück. Es schaukelt zwar heftig, aber
Minuten später liegen wir gut geschützt im Wulgenwasser der Bucht. Anstatt
rausfahren, denken wir erst mal nicht. Auf einer kurzen Erkundungsfahrt
entdecken wir am Strand die ersten Komodo-Varane. Die wechselwarmen Tiere
liegen scheinbar drehge in der Sonne, kommen allerdings neugierig näher, als
wir es wagen, vom Schlauchboot an Land zu gehen. Zu Spaßen ist mit diesen
urzeitlichen Monstern nicht. Immerhin können diese bis zu drei Meter langen
Tiere eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern in der Stunde erreichen. Wie man
mittlerweile herausgefunden hat, verfügen sie über Giftrüsen und ihr Speichel
ist ein giftiger Cocktail voller Bakterien, der bei den gebissenen Tieren
zu einer Blutvergiftung führt. Selbst große Wasserbüffel können diesen
Tieren zum Opfer fallen.
Unter Wasser begegnen wir zuerst einmal kleineren Monstern. Ein winziger Anglerfisch
lauert im Schutz eines Schwammes auf Beute und an Knurhanen schwimmt schnell davon.
Das Wasser ist hier im Süden von Komodo für tropische Verhältnisse ungewöhnlich
kalt. Bei nur 22 Grad Wassertemperatur fangen auch die abgehärtesten Taucher
unter uns schnell an zu schlottern.
Das nährstoffreiche Tiefenwasser, das hier an die Oberfläche gelangt, versorgt
eine riesige Zahl von Filtrierern mit Nahrung. Jede freie Fläche auf dem
Riff wird ausgefüllt mit Weichkorellen, Seescheiden und Federsternen, die aus
den drüben aber nährstoffreichen Wasser Plankton fischen.
Sogar den seltenen Seeapfel gibt es hier. Ein Verwandter der Seegurken, der in
unterschiedlichen Farben am Riff klebt und mit seinen Tentakeln nach Nahrung
fischt.
Dazwischen finden wir viele seltene und seltsame Tiere wie Zebra Krabben. Sie
sind auf Seeigeln zu Hause. Wir entdecken Geister Pfeifenfischer in allen Farben,
Garnelen und Farbenfrohsegenadeln. Verwandte der Seepferdchen.
Wir entdecken schließlich sogar noch einen überaus seltenen und extrem giftigen
kleinen Kraken. Es ist der Blauring-Krake, der zwischen Algen und Weichkorellen unterwegs ist.
Wir entdecken schließlich noch einen überaus seltenen und extrem giftigen
Bevor uns die Kälte aus dem Wasser treibt, beobachten wir noch einen violetten
Pfeilenfisch, Feuerfische und einen kleinen Kuhfisch.
Der Druck auf den Nationalpark nimmt von Jahr zu Jahr zu. Was man hier am Horizont
sieht, sind Fischerboote, die vor der Grenze des Nationalparks in der Nacht auf Fischfang gehen.
Wir nutzen die Nacht, um unter Wasser auf die Suche nach weiteren kleinen Monstern zu gehen.
Hier begrüßen uns schöne Korallen und Röhrenwürmer, deren Kälche und Hentakeln
und weit geöffnet sind. Schnecken sind unterwegs und wir entdecken sogar eine
große spanische Tänzerin, eine riesige Nacktkemenschnecke in leuchtendem Orange Rot.
Diese Kleinfische in einer Sandkuhle am Boden befinden sich in höchster Gefahr. Hier lauert
einem Sand eingekrabener Steinfisch auf seine Beute. Man erkennt gerade noch das Auge und
das nach unten geschwungene Maul. Diesmal haben die kleinen Fische Glück. Sie sind im Räuber offenkundig zu klein.
Ein weiterer bizarrer Räuber, ein besonders futuristisch anmutender Vertreter aus
der Skorpionfischfamilie, schiebt sich hier ins Bild und natürlich sind
auch wieder einige Tintenfische unterwegs. Besonders schön ist der kleine Boptail
Squid in leuchtenden Violett- und Chirquis-Tönen.
Die Runde auf 25, da vorne 30 Meter, geht dann raus in der weiße Sand. Hier haben
sie halt so Möglichkeiten. Da hat es halt so ein schwarzen Koral oder so kleine Federstark,
dass da ein Ghostpipe rumschwindet. Schön, am Sonn vorbei. Geh mal da an die Kuh auf. Letzte lang,
hier am Tiefer bleiben und ich komme da nicht mehr zu wünschen. Ich müsste das eigentlich
doch im Glauben machen. Was man sieht, Kutvaar, Bluing, Mimik und Ghostpipe.
Das kann ich noch nicht nehmen. Aura und meine Kube, bis dahin kommt Monica in ein großes
Glauben. Kannst du hier den Reißverschluss dann schreien?
Kannst du?
Ach so?
Am nächsten Morgen
suchen wir weiter im Norden zwischen Komodo und Rincha in der Strömung nach Mantas.
Im sauerstoffreichen Wasser wimmelt es nur so von Fahnenbarschen. Auch die großen Fische
kommen in diesem Bereich zur Kaperpflege, wie dieser Napoleon, der sich ausgiebig putzen lässt.
Im tieferen Wasser sind weiß-spitzen Refeihe unterwegs. Tagsüber liegen sie oft im Geröll am Boden.
Im Gegensatz zu anderen Heinen sind die weiß-spitzen Refeihe in der Lage, am Boden liegen zu Atmen.
Tief über dem Boden schwebend taucht ein Mantre auf. Trotz der Strömung scheint die Tiere
fast mühelos im Wasser zu schweben. Auch sie suchen diese Stellen über dem Korallenschutt
auf, um sich von kleinen Putzerfischen von Parasiten befreien zu lassen.
Der Komodo-Nationalpark ist einer der ältesten Nationalparks in Indonesien und wurde ursprünglich
zum Schutz der nur dort vorkommenden Komodo-Varane eingerichtet. Erst in den 80er und 90er Jahren
des vergangenen Jahrhunderts entdeckte man den großen Artenreichtum der Refe im Nationalpark
und stellte sie auch unter Schutz. Wir besuchen die Ranger Station auf Rincha, der Nachbarinsel
von Komodo. Angelockt von den Gerüchen aus der Küche der Station, treiben sich hier
Bei einer Wanderung entdecken wir zwei Varane in der Nähe eines riesigen Nestes von Großfußhühnern,
die ihre Eier im warmen Sand ausbrüten lassen. Die Varane plündern diese Nester,
legen aber auch oft selbst ihre Eier in den ausgegrabenen Höhlen ab. Etwas später entdecken
wir auch ein Großfußhuhn im Unterholz. Wir wundern uns, dass diese gerade mal Hühnergroßen
und Vögel solch riesige Nester bauen.
Die letzten Tage unserer Tauchsachfari nutzen wir für den Besuch eines Fischerdorfes an der
Grenze des Nationalparks. Vor den Häusern liegen Seegurken und Fischer zum Trocknen in der Sonne.
Auch diese Fischer profitieren indirekt vom Schutz der Fische im Nationalpark. Trotzdem
kommt es immer wieder zu übergriffen auf den geschützten Bereich.
Zurück auf der Amira gönnt uns unserer Kapitän ein besonderes Schauspiel. Morgen ist der
indonesische Nationalfeiertag und die Amira ist mit bunten Fähnchen geschmückt. Wir wollen
außerdem den Wind nutzen und mit gehisten Segeln in den Hafen von Labuan Baggio dem Endpunkt unserer
Reise einfahren.
In der Abendsonne verabschiedet sich die gesamte Mannschaft der Amira von uns. Im Hafen locken
heute Abend die Karaokemaß. Eine willkommene Abwechslung nach 14 Tagen auf dem Schiff. Wir
sagen Terima Kassi vielen Dank und planen schon wieder den nächsten Tauchurlaub auf der Amira.
