Das Frauenmuseum versteht sich in erster Linie als Künstlerinnen-Netzwerk.
Es ist ein Ort ohne einen festen Ort zu haben, also ein Ort, wo sich Künstlerinnen treffen,
allerdings ohne Gebäude.
Und so ist der Gedanke, dass das Frauenmuseum in Berlin quasi sich in Berlin bewegt.
Also es ist nichts Starres, nichts Festes, sondern etwas, was in Bewegung ist.
Wir stellen uns gleich hier an die Klinien, machen wir alle alle in die Klinien.
Wir sind nicht ein Museum, wie man immer denkt, wir sind ein Idee mehr, oder eine Aktionsgruppe.
Manchmal sind wir ein Gruper, das uns unterstützt, Künstlerinnen.
Manchmal sind wir ein Gruper, das uns unterstützt, uns.
Manchmal sind wir ein Gruper, wo wir neues Idees haben können und neues Thema diskutieren können.
Also nicht wie ein normales Museum, wir sind nicht begrenzt.
Das Schwerste ist eigentlich wirklich alleine, ständig alles in Gang zu halten.
Die ganze Kommunikation mit Galerien, mit Kunstvereinen, mit der Presse usw.
Und das versuchen wir zu bündeln und da Erfahrungen miteinander auszutauschen
und Künstlerinnen, die in Berlin leben, eine Plattform zu geben
und um ihnen eine Möglichkeit zu geben, in der Öffentlichkeit sichtbar zu werden.
Und dabei ist uns sehr wichtig, da generationsübergreifend auch zu arbeiten,
sowohl bei den Mitgliedern als auch bei den Ausstellungen, die wir konzipieren,
weil es wirklich spannend ist, wenn Generationen miteinander arbeiten.
Dieser Gedanke aus dem Verein eigentlich wirklich ein Netzwerk zu machen, der hat sich gut entwickelt.
Es gibt viel mehr Kommunikation, es gibt viel mehr Zusammenarbeit.
Die Mitglieder wissen viel besser voneinander, was sie jeweils machen.
Wir haben dieses Jahr zum zweiten Mal einen Neujahrsempfang veranstaltet.
Da laden wir interessierte Freunde, aber auch Kuratoren, Kuratorinnen, Presse ein,
zum Zweck Förderer zu gewinnen und präsentieren uns mit einer kleinen Ausstellung.
Das kann ein guter Punkt im Jahr sein, weil erst mal wir als Künstlerinnen
sehen, was unsere andere Mitglieder macht.
Und auch es gibt etwas, von man macht ein Arbeit zusammen.
Und hier können wir uns wirklich darauf konzentrieren, dass wir ins Gespräch kommen,
mit Leuten, die uns weiter fördern.
Auf das Frauenmuseum bin ich durch ein Artikel des Tagesspiegel aufmerksam geworden.
Und zwar war das im Februar 2016, als ich dort gelesen habe,
dass das Frauenmuseum für einen Ausstellungskatalog kein Sponsor gefunden hat.
Wir leben zwar in einem hochentwickelten Land hier in Deutschland,
aber die Geschlechtergerechtigkeit ist noch längst nicht umgesetzt,
auch wenn es im Grundgesetz steht.
Und deswegen haben wir dieses Projekt auch besonders gerne gefördert.
Wir treffen uns einmal im Monat in der Kantine des Berliner Assembles.
Das ist ein Ort, wo Ideen entstehen, wo Ideen weiterentwickelt werden.
Das nächste ist der Sure Fix, den jede Künstlerin veranstalten kann, wenn sie möchte.
Das heißt, sie lädt in ihr Atelier ein, hat die Möglichkeit, ihre Arbeit vorzustellen.
Und das sind meistens sehr bereichernde und sehr nette Abende.
Wir haben auch verschiedene Reihen konzipiert und etabliert,
zu denen wir Berliner Künstlerinnen einladen.
Zum Beispiel haben wir zweimal im Jahr eine feste Ausstellung
in der Kommunalen Galerie am Fairberliner Platz, die sich vierhändig nennt
und einmal im Jahr ein Heimspiel in einem jeweils anderen Bezirk von Berlin.
Bei vierhändig ist es in der Regel so, dass wir zweikünstlerische Positionen suchen,
die wir faszinierend finden.
Und im Prinzip ist das sehr ergebnisoffen und auch manchmal überraschend,
weil wir natürlich nur urteilen können über das, was wir sehen.
Und die Künstlerinnen dann aber oft eben sagen,
gut, wenn ich mit dieser anderen Künstlerin zusammen ausstelle,
dann könnte ich mir vorstellen, das und jenes zu machen.
Und viele entwickeln dann auch erst arbeiten.
Heimspiel ist eine Ausstellungsreihe, die findet immer in einem anderen Kiez in Berlin statt.
Also der Gedanke ist, sich wirklich mit Ausstellungsprojekten durch die Stadt zu bewegen.
Es gibt eine Ausschreibung, man darf nur teilnehmen,
wenn man in dem jeweiligen Bezirk entweder wohnt oder arbeitet.
Und das Thema ist gewissermaßen vorgegeben.
Also es heißt Heimspiel, es ist ganz offen interpretierbar,
es kann was mit Heimat zu tun haben oder mit Geheimnis
oder mit allen Aspekten, die man da so drum herum bauen kann.
Dann hatten wir das Tandem, wo sich Frauen vom Frauenmuseum
eine Partnerkünstlerin, die aus dem Ausland stammt
und noch nicht lange in Berlin war, zusammengetan hat zu einem Dialog.
Die participatorischen Aktionen gehen zurück auf 48 Stunden Neukölln,
was ja ein Kunstfestival ist, wo sehr viele Leute,
die auch nicht so sehr in der Kunst verankert sind, hinkommen.
Und wir wollten uns als Frauenmuseum dort zeigen
und haben gedacht, womit kann man die Leute irgendwie aktivieren,
dass sie sich überhaupt mit Kunst auseinandersetzen.
So zum Beispiel konnten die Leute bei dem Thema Satt unsere Kunst aufessen
und bei fünf Minuten Sammler sein, sich fünf Minuten als Besitzer fühlen.
Die Idee war, die dem Besuchern die Möglichkeit zu geben,
sich aus einer großen Auswahl von Arbeiten
und der Künstlerinnen vom Frauenmuseum sich drei, vier Arbeiten auszusuchen,
die dann gehängt wurden in Zusammenarbeit mit uns.
Die Besucher konnten sich dann in ihrer eigenen Ausstellung
oder in ihrer eigenen Sammlung fotografieren lassen,
bekamen von uns ein Bild als Erinnerung
und eines wanderte in eine Dokumentation.
Mir hat Spaß gemacht, irgendwie zu sehen,
wie sehr die Leute das Angebot angenommen haben.
Und jedes Objekt wurde angeschaut mit der Frage,
könnte ich mir das zu mir vorstellen?
Es war eine viel längere Verweildauer, auch der Betrachter
vor den jeweiligen Kunstwerken.
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