Willkommen im Sozietätstheater auf der großen Bühne, der ich hier gerade sitze. Auf der Bühne haben
in den letzten zehn Jahren neben ganz vielen Theatervorstellungen 141 Konzerte der Dienstagskonzertreihe
stattgefunden. Bends aus 15 verschiedenen Ländern waren hier zu Gast und es gibt viele, viele,
viele Dinge zu erzählen, viele schöne Erinnerungen an diese Zeit. Konzerte gab es ja im Sozietätstheater
schon ganz, ganz lange vor meiner Zeit und auch vor der Dienstagskonzertreihe. Da spielten hier
schon Bends wie Bratsch, Kroke oder die Necketreven und diese Musik ist aber doch eher der Weltmusik
zuzuordnen. Wir haben uns damals überlegt, wir wollten gerne ein etwas jüngeres Publikumversuchung
ins Haus zu locken, ans Haus zu binden und daher kam die Idee eine Konzertreihe ins Leben zu rufen,
die ein jüngeres Publikum anspricht, die offener Musik her natürlich anders geordnet ist. So
entstand die Dienstagskonzertreihe. Dienstagskonzertreihe, deshalb weil wir den Dienstag gewählt haben,
der einen relativ für Theater, fürs Theater war der Tag eher ungenutzt, blieb also ganz oft
abends frei und den jungen Leuten ist es ja eher wurscht, ob sie in der Woche weggehen oder am Wochenende
weggehen und daher ist es dann der Dienstagabend geworden. Der Titel war damals nur ein Arbeitstitel,
aber irgendwie ist es dann so geblieben. Es war dann die Dienstagskonzertreihe und ich kann damit
eigentlich auch ganz gut leben mittlerweile. Ja, da ich damals wie auch heute ein ziemlicher Musik
freig war und bin, ist das Ganze dann auf meinem Tisch gelandet und die Dienstagskonzertreihe,
das Baby war meins und ich habe mich dann die zehn Jahre, die letzten zehn Jahre auch relativ
allein und eigenständig um das Booking der Bands, um die Organisation, Preisgestaltung natürlichen
Absprache mit meinem Chef Andreas Nattermann und letztendlich die Durchführung am Abend mit
den Technikern im Haus. Ich bin dann darum gekümmert und es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Das erste
Konzert war am 2.10.2006, fand statt mit der Erfutterband Anger 77. Das war damals, wir haben in der
Anfangszeit uns Bands aus Dresden und im Umland gesucht und Erfurt ist nicht allzu weit und Anger 77 war
die erste Band. Damit fing alles an. Nach den ersten Konzerten hier im Theater in der Dienstagskonzertreihe
haben wir festgestellt, dass der Saal doch wunderbar geeignet ist für ruhigere Bands, für
Singer-Songwriter, für ruhigeren, leiseren Indie-Pop. Es war auch rockigeres dabei. Wir haben auch mit
Emmanuel zum Beispiel aus Schweden fast ein Postdruck hier auf der Bühne gehabt, aber das war eher
schwierig. Das Schöne und Besondere an dem Raum ist, dass die Menschen sitzen. Es gibt also im
Drehgelt nur Sitzkonzerte. Wir haben keine Gastrom-Saal, es gibt kein Türengeklapper. Die
Menschen gehen selbst zur Türleiter fast nie raus. Also es ist wirklich der Raum, es zues Konzert beginnt, es ist
stille und ich habe von vielen Bands im Nachgang gehört, Mensch, die Dresden, die sind so wahnsinnig
ruhig, die sind so konzentriert, die hören so gut zu und bei euch ist natürlich die Gegebenheit auch
da, dass es eben, dass die Türen zu sind. Das ist fantastisch für viele Bands, für viele Musiker,
für Instrumentalmusik, anderes. Dementsprechend laden wir uns Sänger, Musiker, Bands aus dem Bereich
Singersongwriter, Fog, Amerikaner, Instrumental, Indie-Pop, Indie-Rock ein. Wie zum Beispiel
Chantal Akta, die uns nächstes Jahr im Mai zum vierten Mal besucht, eine wunderbare Sängerin,
ein wunderbarer Mensch, Chantal Akta aus Belgien.
In den ersten zwei, drei Jahren der Dienstagskonzertreihe war es noch so, dass ich mir Bands gesucht habe,
dass ich also Musikzeitschriften gekauft und gelesen habe, dass ich bei YouTube gestöbert habe,
in anderen Clubs, in anderen Städten geschaut habe, Heimathaufen, Neukölln, Halle, Objekt 5,
die Hasenschaukel in Hamburg, glaube ich. Was machen die so, was könntest du für dich nach Dresden holen,
was hat hier noch nicht gespielt? Auf jeden Fall war das eher ein Suchen von meiner Seite her.
Das hat sich dann irgendwann gedreht, vierten Jahr, fünften Jahr. Mittlerweile ist es so, dass ich pro Tag,
wiss ich nicht, zwei, drei Mädels, bekomme mit Angeboten von Bands und ich den Vorteil habe es mir
besuchen zu können und ich muss leider auch ganz vielen natürlich absagen. Wir haben nur zwei Konzerte pro Monat
und das schränkt natürlich, die Konzertenmenge, schränkt unheimlich ein. Aber es ist so, dass ganz viele Bands
uns vorgenommen haben, auf uns aufmerksam geworden sind als Konzertveranstalter in Dresden und dass
die sich sozusagen bei uns bewerben, die Musiker, die Bands. Ja, ich höre unheimlich intensiv Musik,
nicht nur von CD, sondern auch wenn ich ein Film gucke, wenn ich ein Kino bin, nämlich die Musik
in einem Film auch ziemlich intensiv war. Und das kommt vor. Ich habe es im Fernsehen ein Film gesehen,
höre da eine wunderbare Musik und muss unbedingt wissen, wer singt das, was ist das für eine Stimme,
was ist das für ein Lied. Und es gibt ja so eine Handyprogramme, wo man das dann aufnehmen kann
und dann die Antwort bekommt. Sowas habe ich nicht. Ich schreibe mir dann ganz einfach die Textseile auf,
die ich halt selbst verstehe. Es ist ja meistens sehr englisch. Und Google dann nach der Textseile
und mit viel Glück findet man dann auch den Interpreten. Und so ist es passiert bei,
zwar dem in Reis damals, so entdecke ich auch immer wieder neue Musiken. Und diese Begeisterung,
diese Glücksmomente, die man erfährt, wenn man Musik hört, wenn man so total hin und weg ist
von der Musik und gar nicht aufhören kann, nochmal auf die Playtaste zu drücken,
diese Begeisterung weiterzugeben, das ist vielleicht das, was mich nach 10 Jahren immer noch motiviert,
jedes Jahr, jeden Monat, jede Woche weiterzumachen, wieder ein neues Dienstagskonzert,
eine neue Band finden. Und das ist das, was es so ausmacht, was der Reiz an der Arbeit ist.
Neben meinem Job im Theater eigentlich in Buchhaltung, Finanzen,
Haushaltplanung von allen möglichen Dingen, Abrechnung von GMA, KSK, Ausländersteuer.
Das ist so das Sahne-Häubischen meiner Arbeit.
Privat hört Ina Conradit derzeit die neue Platte von Get Will Soon Love, die läuft fast täglich,
von Robin Papa Shepard, Alia Sophia, die neue Platte, von Christopher Boulanda, von Holms.
Die liegt ganz dicht am Player, Chantal Akta, die neue CD, total schön.
Küte meinen Orchester habe ich neulich für mich entdeckt, habe ich mir auch ganz viel gekauft
und das sind so die, die mir gerade einfallen.
Es gibt noch ganz viel mehr. Es gibt ein riesen großes CD-Regal in meiner Stube,
halbwegs sortiert, verschiedene Kategorien und am Ende noch mal alphabetisch.
Und dann gibt es aber davor einen Quadratmeter, würde ich sagen, mit ausgebreiteten CDs,
die immer griffbereit sein müssen, die irgendwie so dazugehören.
Derzeit, das wechselt dann zu alle Viertelheimjahren.
Es ist immer ein bisschen chaotisch, aber ich finde mich da recht gut zurecht.
Ganz besonders haben sie mir auch die Neoclassiker angetan, die Pianisten,
wie Hauschka, wie Lambert, wie Martin Kohlstedt.
Diese Musik mag ich auch unheimlich gerne.
Nils Fram hat bei uns im Haus, wiss ich nicht, sechs, sieben Mal gespielt.
Nils Fram, ein junger, wunderbarer Pianisten, ein toller Mensch.
Ganz anders als das Gefühl beim Konzert, zum Beispiel Nils Fram gerade eben gesehen,
in so einem Saal sitzend, ist das Erlebnis eines Festivals,
was mich seit Jahren, mich zieht es jedes Mal, jedes Jahr im Mai immer finkstens,
zieht es mich nach Beberung zum Orlen-Sploss am Festival.
Beberung liegt zwischen Kassel und Göttingen.
Und das Festival gibt es jetzt mittlerweile seit 20 Jahren.
Ich bin seit über 10 Jahren dabei.
Und entdecke natürlich auch dort ab und an Musiker-Bands, die dann irgendwann bei uns spielen.
So war das vor, das ist nicht sechs, 2008, glaube ich.
Giesbett zu Knöpausen zum ersten Mal, da live erlebt.
Und er war einfach nur Hammer.
Er hat uns alle total begeistert.
In Beberung ist es ein relativ straffer Zeitplan.
Es gibt also kaum Zugaben, weil die nächste Band wartet schon in den Stadtlöschern.
Und bei Giesbett war es so, dass die Band, die danach spielen sollte, auf der Autobahn stecken geblieben ist.
Und es war wirklich einfach noch Luft.
Und dann wird Stiegel, der Macher des Ganzen, meinte dann, ihr könnt noch eine Zugabe geben, wir haben noch Zeit, ganz seltene Ausnahme.
Und Giesbett stand entwaffnend ehrlich auf der Bühne und sagte, ja, ich habe alles gespielt, was ich kann, was ich habe.
Ich könnte einfach das ganze Set nochmal wiederholen und alle haben geschrien, ja, mach das.
Und er hat das geselbe Konzert nochmal gespielt, also zwei Stunden nach neander.
Und ich habe mich total verliebt in diesen Typen, in seine Musik, in seine Texte.
Und ich habe ihn auch sofort nach dem Konzert angesprochen.
Und wir haben das klar gemacht, dass er in Dresden spielt.
Und er hat dann einige Mal in Dresden gespielt und spielt auch jetzt noch in Dresden.
Allerdings mittlerweile ein Beat-Pull, weil einfach viel mehr Menschen kommen, als wir hier fassen können.
Orange Blossom Special heißt ja abgekürzt OBS.
Und Sound of Bronco heißt abgekürzt SOB, also dieselben Buchstaben.
Zwei ähnliche Festivals beim Orange Blossom sind es 2500 Gäste.
Bei unserem Sound of Bronco im Societeatr seit nunmehr sieben Jahren sind es um die 250 300 Tickets, die fürs Wochenende verkauft werden.
Und mit den Kumpels & Friends, dem Dresdner-Lebel, denke ich, haben wir da eine unheimlich duftetruppe ins Haus bekommen, ins Haus geholt.
Und machen da seit, wie gesagt, seit sieben Jahren, immer am 1. September, wo ein sehr schönes Musikfestival hier bei unserem Societeatr.
Auf die Frage, warum das Sound of Bronco-Festival bei uns im Societeatr stattfindet in einem relativ spießischen, baugteater,
eher am Rande der Neustadt und nicht mittendrin, könnte ich sagen, dass wir uns schon unheimlich lange kennen, Mario & Lars,
die beiden Körpfer hinter Kumpels & Friends, dass natürlich musikalisch es viele Verbindungen gibt mit der Dienstagskonzertreihe und den Bands,
die dann beim Sound of Bronco spielen. Wir uns menschlich sehr mögen und ja, unser Chef damals gesagt hat, ok, macht das, probiert das mal.
Wir haben es probiert, es ist einfach total gut gelaufen. Die Gäste haben die große Bühne, die kleine Bühne und das Foyer als Konzertorte gut angenommen.
Wir haben das dann auch ausgedehnt auf den Apfelgarten hinterm Haus. Das ist ein fantastischer Platz für den Sonntagsbranche
und mittlerweile auch für Samstags die Konzerte da, die da draußen laufen, die auch kostenlos sind. Der Garten blüht und strahlt
und die Menschen sind glücklich. Es gibt dann ein paar schöne Fotos davon und viele, viele schöne Erinnerungen.
Und ich hoffe auch, dass es noch viele Jahre so weitergeht mit dem Sound of Bronco im Societeatr stattfindet.
Ihr fragt euch bestimmt, warum die ganze Zeit über das Bild hier steht.
Ich zeige es euch. Bank.de wollte gerne auch diese Seite von mir zeigen.
Ja, das ist zum Beispiel ein Bild gemalt vor einigen Jahren zur Musik von Francesca Lago,
eine italienische Singer-Songwaderin, die in der Dienstagskonzertreihe gespielt hat.
Gitarre, kleine Band, wunderschöne Balladen und das Bild habe ich zu der Musik von Francesca Lago gemalt.
Ja, ich habe euch jetzt einfach mal mit in meinen Garten genommen.
Der Ort, an dem ich bei Schömmeter sehr gerne male.
Vielleicht soll ich dazu erklären, dass ich schon seit vielen Jahren meine Leidenschaft ist die Musik, die zweite ist die Malerei
und ich habe das irgendwann gemerkt, dass ich das sehr gut miteinander verbinden kann, indem ich zur Musik male.
Ich drücke also meine Empfindungen, meine Emotionen, die ich bei der Musik spüre, empfinde in Bildern aus.
Mit Farben, mit Formen und das kommt dann dabei raus, was ihr hier so sehen könnt.
Ja, also in größteren meiner Bilder, ich denke mehr als die Hälfte meiner Bilder sind zu einer speziellen Musik gemalt,
wie zum Beispiel auch das von den Neckentreven, aber es gibt auch ganz andere Bilder.
Ich zeig euch mal, was kommt mit.
Ja, hier zum Beispiel seht ihr ein Bild, das habe ich zu keiner speziellen Musik gemalt.
Da habe ich den Keller aufgeräumt und ganz viele kleine interessante Dinge gefunden und da kommt dann auch irgendwie die Fantasie und die Lust,
mal was Neues zu probieren und da ist eben das entstanden.
Ich denke, ich sehe da was, ihr seht da vielleicht was ganz anderes, es kann jeder für sich selbst, kann da was mitnehmen oder auch nicht.
Aber es gibt noch mehr.
Hier ist eines der ältesten Bilder zur Musik von Sigaroos gemalt, von 2008, schon acht Jahre alt.
Während ich die beiden Bilder Sigaroos und Neckentreven mit Waldstechnik gemalt habe, seht ihr hier ein Bild, das ist gespachtelt.
Das macht auch unheimlich viel Spaß, es gibt unheimlich viel Möglichkeiten für Abverläufe.
Ich habe dieses Bild nicht zu einer ganz bestimmten Musik gehört, deswegen heißt es einfach nur Herbsttöne.
Das Blaue habe ich zur Musik von The Slow Show gemalt, 2005, das gehört habe ich die Band das erste Mal 2014.
Beim Saumdorf Bronco Festival haben wir gespielt, das war total klasse.
Wir haben uns alle umgehauen, ganz junge Kerlchen, machen eine wunderbare Rockmusik und der Sänger hat eine Stimme,
eine tiefe Stimme, wie man wahrscheinlich erst mit 50, 60 hat normalerweise und der ist vielleicht 20, 22, weiß ich nicht.
Eure schön und dazu ist diese Musik, dieses Bild entstehen.
So wie die Musik, Emotionen wenn ihr auslöst und nicht malen zwingt, so gibt es auch andere Dinge im Leben, die mich emotionell sehr beschäftigen
oder irgendwas mit mir machen, das ich malen muss, ähnlich war das bei diesem Bild, da habe ich zwei Wochen gefastet,
zwei Wochen nichts gegessen, nur Wasser getrunken, Tee getrunken und währenddessen bekommt man unheimlich viel Energie.
Die Fastenzeit nimmt nicht die Kraft, sondern die gibt eher unheimlich viel Kraft
und am Ende dieser zwei Wochen habe ich dieses Bild gemalt, ich denke man kann da recht gut sehen, dass da Energie vorhanden ist
und natürlich auch Lust aufs Wiederessen, eine gewisse Gier, auf die man verzichtet hat, die endlich wieder zu haben.
Ja, das ist halt das Resultat, das ist das Bild zum Fasten, das heißt Fastend, Fastend.
Und manchmal bekomme ich Bands angeboten und habe aber kein Dienstagskonzert, terminfrei.
Wenn die Bands aber so hammermäßig sind, dass sie sich so wenig machen möchte, dann nehme ich sie nach Hause
und dann gibt es Wohnzimmerkanzerte, nämlich hier.
Das nächste Konzert hier auf dieser Bühne, gibt es am 2.10.2016 um 19 Uhr, Achtung, 19 Uhr, eine Stunde eher als sonst,
ein Pass genau zum 10. Geburtstag der Dienstagskonzertreihe erwartet uns Etna, Etna aus Dresden,
Demian, Kappenstein und Ines Schäfer verstecken sich dahinter, verstecken sich, verbergen sich dahinter.
Ich hoffe, die müssen sich nicht verstecken, ich denke auch nicht.
Lasst euch überraschen, schaut euch das an, hört euch das an, trinkt ein Klasek mit mir auf den 10. Geburtstag
und bleibt uns treu. Tschüss!
Und das nächste Konzert hier auf dieser Bühne, die am 2. Geburtstag der Dienstagskonzertreihe erwartet uns Etna,
Etna aus Dresden, Demian, Kappenstein und Ines Schäfer verstecken sich, verbergen sich, verbergen sich,
verbergen sich, verbergen sich, verbergen sich, verbergen sich, verbergen sich, verbergen sich,
