Ja, herzlich willkommen. Ich freue mich, dass Sie heute da sind, dass Ihr heute da seid.
In meinem Wort war ich um Grund durch Gefängnis Gitter.
Und ich arbeite mit Insassen, die im Hochsicherheitsgefängnis und im Fodestrakt in Amerika
oder in zentralen Afrika inhaftiert sind.
Das heißt, meine künstlerische Arbeit basiert vor allem auf das Schreiben von Briefen.
Die wiederum, da kommen wir später drauf von den Gefängnisbehörden, insbesondere den sogenannten Mailrooms,
natürlich auch in irgendeiner Form zensiert werden, so dass die Arbeit nicht immer ganz einfach ist.
Und durch viele Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern in der freien Welt hat sich sozusagen
so ein bisschen eine Vorliebe entwickelt für die gemeinsame künstlerische Produktion.
Und durch viele Zufälle ist es dann entstanden, dass ich mittlerweile mit Heftlingen zusammen arbeite.
At Work's Punishment Doesn't, das ist so das erste Resumé, was ich aus den ersten fünf Jahren ziehen kann.
Also wenn man Leute in Isolationshaft ohne Fenster auf 6 Quadratmetern, 20 Jahre lang einsperrt,
und ihnen zu sagen, der Staat wird dich hinrichten.
Und man dann erwartet, dass sie Reue zeigen, was von der Gesellschaft und von den Medien ganz oft kritisiert wird.
Warum dieser Täter dort hintergeht, dann keine Rollzeit.
Dann kann ich das verstehen bei den Gefängnis- und Haftbedingungen,
dass man vielleicht keine Möglichkeit hat, mit sich mit seiner Tat aus dem Innern zu setzen,
weil das tägliche Überleben sehr schwierig ist.
Ich habe das Glück, einige zu befunden zu haben, die sich sehr wohl mit ihrer Tat auseinandersetzen,
die ihre Zeit nutzen, um sich zu bilden.
Schulabschlüsse nachholen geht leider meistens nicht, je nach Bundesstaat,
aber die sich mit philosophischen Texten beschäftigen, die sich mit künstlerischen Medien beschäftigen.
Und die halt im Vergleich zu den Künstlern von, wie wir jetzt hier Künstler alle anwiesen sind,
ich würde sagen, die künstlerische Arbeit und die Herangehensweise an Themen ist die gleiche,
nur der Zugang zum Material ist natürlich deutlich erschwert, weil sie eben das nehmen müssen, was sie bekommen.
Dafür brauchen sie auf Geld, das dürfen sie nicht verdienen,
deswegen bekommen sie Spenden von außen und somit sind Zeichnungen manchmal einfach auch auf linierten,
sehr dünnen Papier mit einem abgerochenen Bleistift, was die Qualität aber nicht ändert.
Eine häufige Frage ist immer, wie kommt man darauf?
Und wie hat das alles angefangen?
Ich bin von einer Professorin aus Nashville, Tennessee, eingeladen worden,
die es sozusagen bei meiner Homepage gestolpert hat,
festgestellt, dass ich mit vielen einer Künstlern zusammenarbeiten wusste, dass ich auch in einer Menschenrechtsorganisation
politisch tätig bin und sie hat ein Projekt gemacht mit 200 Postkarten um die Welt.
Das heißt, sie ist um die Welt gereist und hat Künstlern Postkarten in die Hand gedruckt
und diese Postkarten waren gestaltet von Künstlern hinter Gittern
und da waren so Fragen drauf, wie was kostet ein Liter Milch?
Erst mal eine sehr editierende Frage, die ich fand, deswegen habe ich das Internet gefragt,
wer ist denn dieser Mensch, der mir diese Frage stellt?
Gut, der ist seit 36 Jahren in Isolationshaft in Tennessee.
Der weiß einfach nicht mehr, was ein Liter Milch kostet
und wahrscheinlich ist die Frage dann total gerechtigt.
Und nachdem dieses Projekt dann abgeschlossen war, haben viele mich gefragt,
Mensch, anjageln, wenn ich weiter machen, das wäre so toll, in Kontakt zu bleiben.
Also habe ich mir da ein Postkartenprojekt ausgedacht
und zwar habe ich sozusagen Postkarten vorgeschriftet,
weil auch da wieder die Briefregeln von den Gefängnissen es nicht erlauben,
unbeschriftete Postkarten reinzuschreiben.
Ich habe einfach standardmäßig, ich glaube es waren insgesamt 50 verschiedene Fragen,
die ich mir ausgewacht habe, den Heftling geschickt
und bekam die unterschiedlichsten Antworten, die bei mir auf jeden Fall was ausgelöst haben
dass ich auch darüber hinaus wieder weiter machen wollte.
Das ist zum Beispiel eine ganz interessante Frage,
wenn man den politischen Kontext meiner künstlerischen Arbeit betrachtet.
Was passiert denn, wenn dieser Mensch dann hingerichtet wird,
egal was er jetzt getan hat, warum er auch immer,
ob er jetzt schuldig oder unschuldig verurteilt worden ist.
Ich habe mal nach der Frage gefragt, was würden denn durch die ermordung,
durch die stattesgenehmigte Ermordung sozusagen für neue Opfer generiert werden
und das wären zum Beispiel die neuen Opfer aus der Familie von Akil.
Genau daraus sind dann solche Sachen entstanden.
Die sind ja wirklich isoliert, die haben keine Einmeldung mehr von außen,
das ist oft einfach über sehr viele Jahre aufgrund der Rufungsprozesse
und das größte, was man diesen Menschen, die im Haft sind, isoliert sind
von der Gesellschaft geben kann, sind Fotos.
Das kann ein Foto sein, wie ich hier stehe und gerade für sich spreche.
Das kann auch ein Foto von einem Feldweg sein.
Es ist eigentlich total egal, was das für ein Foto ist,
aber es gibt denen in irgendeiner Form ein kleines Fenster zur Außenwelt,
einen kleinen Eindruck, was passiert da hinter diesen Gefängnismauern.
Ja, das Rezept des Lebens.
Interessanterweise taufen da immer wieder die gleichen Schlagwörter auf
und da habe ich mich dann auch gefragt, was können wir eigentlich von diesen Tätern
über die künstlerische Arbeit hinaus erfahren und lernen,
zum Beispiel das Leben einfach zu genießen und das dankbar zu sein,
ein Leben zu haben, am Leben zu sein.
2014 habe ich dann angefangen, Ausstellungen zu machen
und würde ihnen jetzt einfach ein paar Ausstellungsansichten präsentieren.
Das fing an mit, dass ich meine Arbeiten, die ich zum Thema Gefängnis gemacht habe,
gezeigt habe.
Und daneben geraten Arbeiten aus dem Gefängnis, das war der erste Versuch.
Und ich führe immer ein Gästebuch, was ich auch sehr gerne
nachher für Feedback zur Verfügung stelle.
Dieses Feedback wiederum wird dann wieder kopiert
und per Brief zurück ins Gefängnis geschickt.
Deswegen eben auch zwischendurch immer mal
kleine Kommentare aus bereits vorhandenen Gästebucheinträgen.
Das ist eine Installationswand, da habe ich einfach mal ganz wild gemixt,
um sozusagen diese Heftlinge, die alle isoliert in einzelnen Zellen sind,
auf einer Wandvereins gemeinsam mit meinen Arbeiten.
Das war Teil eines Kunstfestivals, davon kommen jetzt noch mehrere Bilder.
Und zwar war das letztes Jahr im Sommer das Localize Festival in Potsdam.
Und zwar sollte da ein Plattenbau saniert werden.
Und bevor dieser Plattenbau saniert wurde, gab man jedem Künstler eine Wohnung
und wir Künstler durften mit diesen Wohnungen buchstäblich machen, was wir wollten.
Ich habe deswegen mal alle Tateten abgezogen
und sozusagen diese konkreten Betonwände ja vorgerufen
und hat jede Menge Arbeiten installiert.
Hier zum Beispiel, das ist wieder das, weil ich auch viel mit Angehörigen
von solchen inhaftierten Menschen mittlerweile im Kontakt sind.
Das sind im Grunde zwei Arbeiten.
Genau, das sind zwei Familienporträts gestickt.
Als Augen steht da Pain, also Schmerz.
Und das eine ist die Familie des Mordopfers,
also die Opferfamilie, die auch immer als Opferfamilie anerkannt wird
und das ist einfach die Opferfamilie des Täters.
Was kann ein Kind, was vier Wochen alt ist,
während der Vater eine schlimme Straftat verbringt dafür?
Was ist dann die letzten, die nächsten 20 Jahre damit leben muss,
dass der Schmerz, der Schmerz, der Schmerz, der Opferfamilie,
der Opferfamilie, der Opferfamilie, der Opferfamilie,
der Opferfamilie, der Opferfamilie, der Opferfamilie,
damit leben muss, dass der Staat den eigenen Vater hinrichten wird.
Also das Leben ist von Anfang an von diesem Kind auf jeden Fall auch vorgeprägt.
Hier ist eine Arbeit, die nennt sich das alltägliche Leben übersetzt
und da sieht man einfach, von drei bis drei ist alles durchstaffel,
diese Heffellinge kommen nicht dazu zu schlafen,
das ist ein Beispiel auf der Tag aus Texas.
Und ich habe da ganz bewusst auf sehr fein, sehr glänzende,
es kommt jetzt leider hier bei diesen Lichtweilen nicht klar rüber,
es ist ein sehr glänzender, weißer Stoff,
es ist sehr fein, sehr lieblich mit Perlen und von Hand gestrickt,
es dauert natürlich auch sehr arbeitsintensiv
und spiegelt sozusagen den Alltag im Gefängnis wieder, den ich als Folter empfinde,
ich bin so jemand, ich kann immer sehr viel leisten, aber ich brauche meinen Schlaf
und der muss möglichst gut sein und wenn man sich eben anschaut,
wie diese Gefängnisbedingungen sind,
dann können die höchstens mal zwei Stunden am Stück schlafen,
ohne dass sie sofort sich namentlich melden müssen bei der nächsten Kontrolle.
Das sind weitere Ansichten von dieser Ausstellung.
Das ist eine Arbeit von mir, die habe ich gemacht,
das war ein bisschen kurios letztes Jahr im Januar
und zwar hatte ich einen Filmteam zu Gast bei mir in ATV
und das ausgerechnet an den Tag,
wo die Hinrichtung von einem Künstler,
mit dem ich bereits seit zwei Jahren zusammengearbeitet habe,
angenommen war.
Und da bin ich sehr an meine Grenzen gekommen.
Einerseits möchte man natürlich vor einer laufenden TV-Kamera
seinen Job gut machen
und das, wo für man lange arbeitet, gut repräsentieren andersrum,
bin ich aber nicht nur Künstlerin, sondern ich bin auch Mensch
und kann dann da jemand getötet werden,
weil wenige Stunden, nachdem dieses Filmteam
für mehrere Stunden bei mir in ATV ist,
dann passiert da natürlich bei mir was
und das ist nicht ganz leichte Verarbeiten.
Deswegen brauchte ich eine kurze Pause
und musste mal kurz eine Zwischenarbeit machen.
Das ist eine Kollaborationsarbeit von Travis Runes
und wir haben zu den Zeiten schon drei Jahre uns unterhalten
über eine lebensländliche Freiheitsstrafe,
ohne Bewährung und einer Todesstrafe.
Und dann immer wieder durch Briefe, Materialien bestimmen.
Das ist halt ein langjähriger Prozess,
weil der Brief, den ich schicke,
der ist zwar in einer Woche in den USA,
aber bis er dann in der Zelle ist,
das kann auch mal drei Wochen, manchmal auch vier Monate dauern,
das weiß man immer nicht.
Von daher ist es einfach eine intensive lange Arbeitszeit,
bis solche Werke dann fertig sind.
Ja, ein Thema, was ich glaube,
dass man meist allgemein an uns sagen kann,
wir Deutschen, wo wir Deutschen nicht so gut dran kommen,
ist das Thema Waffen, weil wir kennen das nicht im Alltag,
dass jeder hier irgendwie so einen Waffenhalter
an der Hüfte hat im Supermarkt zwischen Milch und Käse.
Es gibt aber einfach Kulturen, da gibt es das Open Carry Gun-Gesetz,
also die dürfen, wenn sie einen Schein haben,
mit ihrer Waffe 24 Stunden am Tag
an besellschaftlichen Leben teilnehmen.
Und bei den Tätern, die durch den Gebrauch
einer Schusswaffe jemandem getötet haben,
ist immer das erste Argument,
ich habe ja meine Waffe nur zur Selbstverteidigung,
was ich immer nicht gelten lassen konnte.
Und da habe ich mit vielen Tätern intensiv
zu dem Thema diskutiert, gestritten und debattiert,
und daraus ist diese Installation entstanden.
Es sind im Grunde laminierte Klebefolien,
ich nenne das auch ganz gerne die mobile Installation,
weil man die dann tatsächlich auch mal im Flieger
zwischen anderen Hapieren so mitnehmen kann.
Ja, was hat die Todesstrafe eigentlich mit Deutschland zu tun?
Da habe ich jetzt mal ein schönes Zitat von Sophie Scholl genommen,
es ist ein so schöner, sonniger Tag heute und ich muss gehen,
war einer der letzten Sätze, die sie sagte,
bevor sie von Deutschland hingerichtet worden ist,
natürlich von Nazi Deutschland.
Dann bekam ich eine Einladung nach Magdeburg,
das war eine ganz tolle Ausstellung,
ein sehr vegeter Kulturverein hatte die lustige Idee,
was passiert eigentlich,
wenn man 250 internationale Künstler
in ein ehemaliges Gefängnis einlädt,
man geht in die
jeden Künstler eine Zelle und schaut mal, was passiert,
wir hatten sozusagen wirklich die volle Erlaubnis,
alles zu tun.
Ich habe natürlich in Anführungsstrichen standardmäßig
die Chance genutzt und die Kunst aus Gefängnissen aus Afrika
und aus den USA gesammelt und in dieser Zelle gezeigt,
wie auch meine eigenen Arbeiten,
es war aber auch wirklich ganz interessant zu sehen,
was andere Künstler mitgenommen haben,
der gesamte Gefängnis in den Hof stetlich,
einer Theaterbühne,
das war wirklich alles vorhanden,
Performance, Musik, bildende Kunst.
Und das war natürlich dann,
wenn ich diese Fotos von dieser Ausstellung
wieder mal per Brief an die Häflinge schicke,
die sind dann ein bisschen vom Glauben abgefallen,
dass so was möglich ist.
Das ist auch eine Collaboration von Travis Runnels und mir,
da habe ich im Grunde seine geschriebenen Worte aus dem Brief,
das kennt, auf Stoff gedruckt und dann auf dieser Arbeit
drauf genäht.
Ebenso diese, das sind alles nur Beispielwerke,
weil mittlerweile sich einfach sehr viel Material angesammelt hat.
Das ist mal der Blick dann aus der Zelle heraus.
Dann muss man sich vorstellen,
dass wirklich 330 Zellen mit Kunst belegt waren.
Das ist eine Arbeit, die nennt sich Stimme aus dem Todestracht.
Die habe ich sozusagen in Sprechblasen
erst auf diese Leingwände gestickt
und sie dann weiß übergemalt,
weil wenn es nicht solche Briefträger wie mich gibt,
die diese Botschaften in die Gesellschaft reintragen,
dann bleiben sie ja eigentlich innerhalb der Gefängnismauern
und man hört darüber nichts.
Was auch interessant war,
dass es diese, also wirklich speziell diese Arbeit,
die habe ich in unterschiedlichen Installationsformen gezeigt,
ist irgendwie so ein Toreöffner, dass immer wieder Leute mich auch kontaktieren
und sagen, ich war so dafür, dass wir hier für die und die Fälle
die Tudestrafen wieder einführen, aber dann habe ich die Arbeit gesehen.
Und da denke ich jetzt nochmal anders drüber nach,
was natürlich ein großartiges Kompliment für die anderen Künstler und mich ist.
Ja, da oben so ganz wichtig, also der DNA-Beweis,
der DNA-Test hat ergeben,
was ich mit der Tat nicht zu tun habe,
aber derjenige sitzt seit 25 Jahren immer noch hintergetan,
obwohl man auf der Tat war für drei,
die DNA-Stuhen von drei anderen Tätern gesehen hat.
Und deswegen sehe ich das durchaus als richtig und wichtig
an, mit solchen Menschen künstlerisch zu arbeiten
und in wenigstens einen kleinen hoffen Schimmer
auf sehr schweres Leben zu bringen.
Ja, das ist so ein bisschen, welchen Weg würdest du gehen?
Ich arbeite eben nicht nur gerne mit anderen Künstlern,
sondern auch immer sehr gerne mit den Besuchern.
Ich binde die Besucher immer gerne rein,
und dann habe ich eine Postkartenaktion,
da konnten einfach die Menschen auf einer Postkarte ankreuzen.
Also ist es der Weg Liebe, Vergebung und Leben,
oder ist es der Weg Hass, Rache und Tod?
Komischerweise hat sich bei dieser Ausstellung
dann 100 Prozent für Liebe, Vergebung und Leben entschieden,
was ich aber glaube im Alltag dann doch anders aussieht.
Und das kennen wir mit Sicherheit alle.
Jeder war schon mal wütend oder hatte Rache Gedanken,
dass man die hat, es geht nur darum,
wie weit man sich davon leiten lässt.
Wir haben mal mit einem Besucher,
der gerade fotografiert,
damit man einfach die größten Verhältnisse
von diesen Arbeiten sieht.
Ja, und dann haben wir die Geschworenen, die Jury,
die in den meisten Bundesstaaten eigentlich das letzte Wort hat
und über Leben und Tod entscheidet.
Deswegen musste ich denen dann auch mal eine eigene Arbeit widmen.
Ich bin auch in sehr engem Kontakt mit jemandem,
der nämlich mal an einem Tudusurteil als Geschworener beteiligt war
und das Bitterböse bereut.
Und sehr interessanterweise auch sich seit Jahren innerhalb
seiner Therapie von einer Künstlerapultin behandeln lässt
und somit ist dieser Mensch auf mich aufmerksam geworden
und hat mich dann kontaktiert.
Und wir schreiben, wir kommen zum nächsten Kapitel
innerhalb dieses kurzen Vortrags,
und zwar Kunst aus Gefängnissen.
Wie sieht das eigentlich aus, was machen die Menschen?
Und da fange ich mal mit einem Negativbeispiel an,
den ich warte noch immer.
Sehr sehnsüchtig auf eine Arbeit, die in genau 10 Tagen
in einer Ausstellung hängen soll
und seit Meisig irgendwo zwischen Florida und Deutschland befindet.
Das ist nicht das erste Mal, dass das passiert.
Zumal es Menschen gibt, die diesen Täter besonders interessant finden
aufgrund der Tat, nicht aufgrund seiner Kunst.
Das Witzige ist, ich habe diesen Täter mal
eine Orginalzeichnung von mir geschickt.
Die fand ich später auf einer für mich persönlich fragwürdigen
Optionsseite wieder, das angeblich dieser Täter,
die gemacht hat, für 3.000 Dollar.
Das hat dann jemand anderes jetzt gemacht,
weil angeblich dieser Täter diese Zeichnung gemacht hat.
Da hat wohl wer auch immer diese Zeichnung zufällig
in die Hände gekommen und weitergeleitet,
hat eigentlich keinen Fehler gemacht.
Genau, hier wird halt in diesem kleinen Briefabsatz beschrieben,
hey, was ist denn eigentlich los?
Ist die Zeichnung mittlerweile angekommen,
die hat ungefähr so ausgesehen und sagt mir Bescheid,
wenn die nicht ankommt, dann zeichne ich eine Neuzeichnung,
aber damit lernt man dann umzugehen.
Das ist, hier kommen jetzt 4 Porträts,
da hat jemand aus Nebraska seine Mitteilflinge
im Todestrakt porträtiert.
Die fand ich ganz spannend, weil sie doch,
das ist nicht einfach nur ein Gesichtsporträt,
sondern durch die Details erzählt sie dann doch,
oder man sieht einfach die Unterschiede,
das sind alles Individuen mit einem ganz eigenen Charakter,
der in diesen Zeichnungen, wie ich finde, auch gut herauskommt.
Das ist ein Selbstporträt, das, glaube ich, für sich spricht.
Ich glaube, Räumütiger als dieser Mensch kann man nicht sein
und das ist manchmal auch sehr schwierig,
diese Briefe zu lesen und mit den Zeichen umzuarbeiten.
Keine Zukunft, keine Hoffnung.
Das ist von jemandem, der war zum Tode verurteilt
und hat jetzt das sogenannte Life without parole bekommen,
das heißt lebenslänglich ohne die Chance
noch in irgendeiner Form eine Berufung einzulegen.
Der ist ein paar Jahre älter als ich,
ich glaube 42 oder 43 ist er
und ist mit 17 inhaftiert worden,
musste dann innerhalb dieser Todesstrafe reformen,
dass nur volljährige Menschen zum Tode verurteilt werden dürfen,
musste sozusagen die Strafe dann vermindert werden.
Das ist einfach mal so eine kleine Postkarte
zwischendurch, sozusagen, von dem sogenannten
Engjunkie of Florida.
Hier muss man ganz genau hinschauen,
ich weiß nicht, ob das über den Beamer funktioniert.
Ich habe lange gebraucht,
da sind ein paar perspektivische Fehler drin,
dann sich auf die Bildmitte konzentriert,
sieht man ein Nagel, der durch die Hand geht
und danach kann man das den Rest vom Bild erkennen.
Das war für eine Ausstellung, die Roger Obert ausließ.
Genau, das war eines seiner ersten Arbeiten,
wohlgemerkt, wenn es anfängt,
meistens so Standardwerke, sag ich mal,
gezeichnete rote Rosen, Teddybären,
Herzchen, Comic-Sonnen
und was es sonst noch so als kleine Zeichnung gibt
und ein Jahr später
kommt dann plötzlich unerwartet so eine Zeichnung.
Und die Leute sind so dankbar für das Material,
was sie geschickt bekommen,
das kann irgendeine Einladungskarte
von einer anderen Ausstellung sein
oder Fotos, dass sie sich wirklich entwickeln.
Zeitgleich benutze ich diese Briefe immer
als mein Recherchematerial,
das ist alles auch sehr zeitaufwendig,
das heißt, dass ich diese Briefe auch wieder verarbeite
und daraus so Installationen mache,
die funktionieren auch ganz gut im Außenraum
und im Grunde sind es fast alles Zitate aus Briefen,
zum Beispiel von Reinhäftling, dessen bester Freund,
also wie gesagt, isolationshaft die Kommunikation
findet durch Geschrei über den Flur statt
und der hat dann in der Zeitung gelesen,
was die letzten Worte eines Kumpels waren,
der mit Gift-Sputzer hingerichtet waren
und war darüber sehr aufgelöst.
Und wiederum musste dann diesen 40-seitigen Brief
auch erst mal verdauen und habe das gemacht,
indem ich den in diese Zeichnung transformiert habe,
das ist ein Zitat aus Texas,
weil man eben einerseits zum Tode verurteilt ist,
andererseits noch viele Jahre lebt,
bis es dann zum Hinrichtung kommt
aufgrund der Berufungsverfahren.
Das war auch eine ganz interessante Geschichte
und zwar haben gleichzeitig ich in den deutschen Medien
und eine amerikanische Insosse in den amerikanischen Medien
einen Interview gelesen von einer Person,
die war im Grunde die Pressesprecherin
von der Gefängnisbehörde in Texas.
Und die hat gesagt, dass sie mehr als 300,
also es war erst ein paar Reparatorinnen
und dann war sie die Pressesprecherin der Gefängnisbehörde
und sie hat in die Kamera geguckt und hat gesagt,
das hat mich in keinster Form berührt.
Ich konnte das nicht glauben und der Häftling auch nicht.
Ich habe dann recherchiert und habe mir Videos angeguckt
von dieser Frau aus den letzten 15 Jahren,
wo sie immer eben diese Interviews gibt,
wie die Hinrichtung gelaufen ist,
was sie gesagt hat usw.
Ich persönlich würde sagen,
diese Person hat sich in den 15 Jahren
sowohl äußerlich als auch von ihren Miniken und Gestiken
sehr wohl verändert, deswegen ich mir die Zeichnung erlaubt habe.
Da sind wir dann bei den anderen Opfern.
Da hat mir ein sehr aufgeregter Vater,
der jahrelang mir geschrieben hat,
er würde so gerne einmal seine Tochter sehen geschrieben,
dass sie sich jetzt gemeldet hat,
dass sie jetzt einen Führerschein gemacht hat
und dass sie jetzt einen Antrag gestellt hat,
auf die Besuchsliste zu kommen.
Dummerweise hat er aber ein Hinrichtungstermin,
d.h. diese Tochter wird ihren Vater kennenlernen
und sich dann wieder verabschieden.
Der Hinrichtungstermin wäre letztes Jahr gewesen,
er ist quasi dann nochmal aufgeschoben worden,
sodass sie jetzt ein paar Monate Zeit hatten,
sich Briefe zu schreiben.
Ja, dann waren wir das irgendwann nicht mehr genug,
sozusagen die Kunst aus dem Gefängnis zu befreien,
das funktioniert auch über Umwege,
dass die nicht direkt an mich kommen,
weil ich bin schon in einigen Gefängnismelrooms blockiert,
d.h. ich darf nicht mehr schreiben.
Und da ja eine Videokamera läuft,
sage ich einfach mal,
die Kunst kommt nach wie vor trotzdem zu mir.
Und die sieht dann, wenn sie mich erreicht,
z.B. so aus, aus Florida.
Das ist aus einer Serie Gedanken eines Todes-Trakts in Sassen
und es ist ein ganz kleines, sehr dünnes Papierchen,
dummerweise auf der Rückseite dann noch
so ein Anzensort, Stempel drauf, der durch scheint.
Und ich habe mich so geärgert,
weil ich wusste, dass das wiederum für diesen Heftling
auch ein großer Schritt war,
zeichnerisch gesehen von der Zeichnung davor zu dieser Zeichnung.
Und dann habe ich gedacht, ich muss diese Zeichnung irgendwie retten.
Und das war total gut im Nachhinein,
dass das passiert ist,
dass im Meldung da so ein Stempel drauf geknallt worden ist,
weil ich dann den Mut hatte zu sagen,
okay, dann wollen wir jetzt wirklich mal zusammenarbeiten,
nicht nur die Stelle, die Menschen parallel neben mir aus,
sondern wir arbeiten zusammen.
Ich habe die Zeichnung also gescannt, gedruckt
und daraus sozusagen ein Gemeinschaftswert gemacht.
Und diese Buchstaben, die Perlen,
aus denen die Buchstaben gemacht werden,
die leuchten und dunkeln,
deswegen zeige ich diese Arbeit sehr gerne im Schaufenster.
Da steht man beinacht ein romantische Liebe
und bei Tag stellt man fest,
dass diese Liebesgrüsse aus einem Hubsicherheitsgefängnis bekommen sind.
Weil einer eine schlimme Tat begangen hat,
heißt es ja nicht, dass er trotzdem nicht trotzdem noch lieben kann.
Das ist eine weitere Arbeit aus dieser Serie von dem gleichen Künstler.
Gleiches Spiel, man sieht auch,
obwohl ich wirklich sehr lange
meine Bildbearbeitungskenntnisse verwendet habe,
immer noch die Faltungen,
sozusagen von diesem sehr dünnen Papier.
Auch das habe ich gedruckt
und ich hatte irgendwie das Gefühl,
die Zeichnung braucht mehr Platz als 10 x 15 cm.
Deswegen habe ich mehr Platz gegeben.
Das habe ich mit orangenden Kunstleder gemacht
und orangener Wolle.
Die Arbeit ist 20 x 50 cm groß ungefähr.
Man sieht ja hier diesen Kopf,
da habe ich eine Schablone aus der Zeichnung.
Das ist ja ein Selbstportrait,
also diese kleine Figur mit dem orangenen Gefängnis T-Shirt,
symbolisch orange, weil die in Frankfurt kein orange.
Da habe ich eigentlich die Schablone nur aus der original Zeichnung verwendet
und die Steine sozusagen weitergemäht.
Da habe ich eine Gefängniszelle gebaut
auch im Rahmen dieses Localize-Festivals,
wo wie gesagt jeder Künstler seine eigene Wohnung bekam.
Also bekam ich auch ein Badezimmer
und die Häftlinge sagen immer, wenn du dir vorstellen willst,
wie das ist in einer Zelle zu sein,
schließe dich mal 48 Stunden in deinem Badezimmer ein,
weil das ist der Platz, den wir haben.
Und folglich habe ich aus dem Badezimmer dann eine Zelle gebaut.
Hier sieht man durch die,
ich habe einfach sozusagen Gitterstäbe in die Tür reingenäht.
Da kann man in die Zelle reingucken,
denn für die Besucher, sie kriegen gleich ein Dölf,
da kann man es gut sehen,
die Besucher mussten sich ein bisschen anstrengen,
um in die Zelle rein zu gucken, also um wirklich jedes Detail zu gucken,
musste man immer durch die verschiedenen Gitterstäbe zu gucken,
damit man auch wirklich alles erkennen kann.
Das ist jetzt der Blick für sie, das konnten die Besucher nicht sehen,
da sieht man es dann halt ganz gut.
Ich habe einfach eine Platte auf die Badewanne gelegt,
somit hatte man dann seine Britsche, die sind nämlich im Übrigen auch so kurz,
dass ich zum Beispiel auch nicht ausgestreckt drauf passen würde.
Und dann hat man noch ein Waschbecken und eine Toilette,
und das Ganze ist betoniert,
deswegen habe ich dabei 40 Grad,
hätte es so schön 5 Schichten Tapierte runtergenommen,
um den Betoncharakter aus dieser Zelle auszubauen.
Die Zeichnungen sind im Original eben auch sehr, sehr klein,
und ich wollte, dass man die durch diese Gitterstäbe sozusagen sehen kann,
deswegen habe ich die Vergrößerheit auf Plane drucken lassen
und dann so auf Rahmen aufgenäht.
Die Installation hat mich ehrlich gesagt selber durchgeführt,
weil man ist ja als Künstler immer.
Ich bin isoliert in meinem Atelier,
der andere Künstler ist isoliert in seiner Zelle
und man spinnt sich so seine Ideen aus,
und am Ende ist dann die Ausstellung,
und dann hat man die Reaktionen.
Das hat mich sehr überfordert,
weil diese Zelleninstallation,
womit ich niemals gerechnet habe,
ganz viele Leute so bewegt haben.
Es gab Leute, die haben mich total angestiegen,
weil sie das furchtbar fanden,
und dass ich so ein Thema in meiner künstlerischen Arbeit habe.
Es gab auch Leute, die haben so bitterböse geweint,
dass ich sie in den Abend genommen habe.
Das war auf jeden Fall auch das erste Mal,
dass ich innerhalb meiner Ausstellung
meine eigenen Besuchertruiste,
weil einfach diese Gesamtatmosphäre doch sehr erdrücken war.
Das ist dann so ein typischer Brief,
wo es gerade seit sechs Wochen
wieder kein weißes Papier gibt im Gefängnis-Shop,
und er auch nur diesen einen stiftet
und dann macht er so kleine Skizzen.
Das habe ich in jedem Brief,
dass da so Mini-Skizzen sind.
Manchmal wische ich mich dabei,
wie ich diese kleinen Randnotizen
viel spannender finde, als die mitgeschickte Zeichen.
Deswegen habe ich das auch mal mit aufgenommen.
Das war eine Arbeit aus Kalifornien.
Die habe ich bekommen
und fand es alles ein bisschen zu viel für einen Platz.
Das geht mir ganz oft so,
weil ich selber sehr minimalistische Zeichne, wie man gesehen hat.
Da habe ich dann nochmal wieder ein Schritt weitergegangen
und habe mir erlaubt,
in der Kollaboration aus dieser einen Arbeit
drei Arbeiten zu machen,
indem ich die Arbeit gescannt habe,
die ich unterteilt habe.
Den oberen Teil,
das ist eine Geschichte von einem chinesischen Insassen,
der sich aus Protest für die Haftbedingungen
in China selbst angezündet hat.
Dann kam der spannende Teil,
die Zeichnung ist im Original kleiner als A4.
Da ist unglaublich viel drauf.
Ich denke, oh nee, damit jetzt eine Kollaboration machen.
Ich unterteile das mal, das sieht ganz spannend aus,
mit diesem Zähnblock.
Erst als dann diese Drucke ankam,
habe ich gesehen,
dass der in diese Zähntür noch ein Selbstportrait reingezeichnet hat.
Das hätte ich niemals gesehen auf dieser sehr kleinen Zeichnung.
Wie er das gemacht hat, ohne Lupe,
ist mir nach wie vor ein Rätsel.
Aber er hat es geschafft.
Er hat dort daneben gestickt sozusagen.
Genau, der dritte Teil.
Da habe ich einfach,
weil er immer gesagt hat,
er hätte unbedingt gelb-orangen-rot benötigt,
hat ich dann das gelb-orangen-rot geliefert.
Das ist also ein offizielles Formular.
Aus besonderen Gründen habe ich den Heftlingsnamen jetzt weggetauscht.
Mein Name steht da.
Man sieht, dass zwei Fotos abgelehnt worden sind.
Wohlgemerkt Fotos,
die ich in einem Todes-Trakt zu einem Menschen,
der zum Foto verurteilt worden ist, geschickt habe.
Da erklärt dann dieser Insasse,
dass er diese beiden Fotos nicht haben durfte
und begründet das mit.
Ja, die haben mir die nicht erlaubt,
weil sie einfach wirklich nicht verstehen, was Kunst ist.
Und genau um diese zwei Fotos ging es.
Ich würde dann sagen, dass auf der linken,
also es sind Fotos von Zeichen,
ich würde sagen, dass auf der linken Zeichen ganz klar steht,
eine Frage,
und es ist keine Aufforderung,
sondern eine Frage.
Auf der rechten Zeichnung ist es einfach ein Hinweis,
es ist immer noch Saudi-Arabien und Co.
stattfindet und auch immer noch für mich absolut unvorstellbar
eine große öffentliche Befürworterung gibt.
Also da kommen ja tatsächlich Leute hin zu diesen öffentlichen Hinrichtungen
und gucken sich das an und werfen die Steine.
Es ist ja nicht so, dass ein Staat sich da überlegt,
hey, wir richten mal Leute hin
und beschmeißen sie so lange mit Steinen,
es gibt auch ganz viele Leute, die sagen,
ja, das ist richtig so, ja, ich gehe da hin
und ja, ich will unbedingt Augensteinen werfen.
Und die Begründung,
dass diese beiden Zeichnungen abgelehnt worden sind.
Ja, da entschuldigt er sich dann
dieser, genau dieser Häftling, der diese Bilder gekriegt hat,
der Brief ist über Umwege zu mir gekommen,
entschuldigt er sich dafür
und hat in jedem Fall keine Sorgen machen.
Und das Einzige, was ihn daran ärgert ist,
was die Werte denken, was ihn ärgern würde,
weil er wollte diese Zeichnungen unbedingt haben, hat sie,
aber eben nicht bekommen
und er musste dann auch noch das Geld bezahlen,
um die wieder zurückzuschicken.
Dann ist es so, wenn ich meinen Postkasten öffne,
dann sehe ich anhand der Stempel, aus welchen Ländern die kommen,
weil jede Gefängnisindustrie hat,
jede Gefängnisbehörde hat einen anderen Stempel,
die einen haben einfach Mutis, ist gemäht von sowieso.
Und auch das finden viele Häftlinge durch
und dann gibt es also jemanden, der erlaubt sich,
den Stempel immer so kleine Sachen heimlich hinzuzufügen,
hier mal in einer größeren Aufnahme.
Und das Witzige ist, das macht er wohl schon seit Jahren
und ich war die allererste, der das aufgefallen ist
und mir ist das vom ersten Stempel her aufgefallen,
dass dieser Stempel irgendwie anders aussieht,
auch erst auf dem zweiten Blick
und dann macht den Briefumschlag auf.
Ich schwalbe 35 Leute nicht im Gefängnis,
ich kümmere mich um die Familienangehörige,
ich arbeite mit mehreren Professoren von Universität zusammen,
also es ist jetzt ehrlich gesagt auch nicht so,
dass ich mit jedem Brief erst mal einen Waldspaziergang mache
und ihn eine Stunde lang lesen,
sondern wenn dann da gerade 16 Stück an einem Tag,
jetzt war ich drei Tage nicht zu Hause,
hatte meinen Postkasten nicht gelernt,
das heißt am Montag habe ich dann da auch ein rustiges Erlebnis,
dann liegt dann erst mal wieder ganz viel drin.
Also es kann schon mal passieren, dass so was übersehen wird,
weil man macht ja die Umschläge auf
und guckt den Inhalt an,
ich habe es auf jeden Fall sofort gesehen
und bin ein großer Fan
von diesen kleinen Notizen,
der immer wieder mal hinzufügt.
Es ist auch immer lustig, wenn auf dem Briefen
Herr Stempel drauf steht, dass sie unzensiert sind
und den Briefen ein Zettel drin liegt,
dass der inhaltzensiert werden musste.
Was dann jetzt wahr ist,
es ist von der gleichen Handschrift auch dann unterschrieben,
weiß man nicht.
Man kann sich dann nur wundern.
Ja, dann gibt es noch so ein lustiges Kapitel Künstler unter sich,
weil viele das ja nicht so ganz verstehen können,
warum man mit Menschen aus dem Todestakt,
die tatsächlich schuldig sind,
die tatsächlich furchtbare Verbrechen begangen haben,
als Künstler zusammenarbeitet
und dann sage ich immer,
verurteilt sind die schon, das muss ich nicht machen,
das hat schon stattgefunden.
Und am Ende des Tages
sind wir eben auch beides Künstler.
Das ist zum Beispiel
einer aus Florida,
mit dem ich dann, als er zum Berufungsprozess war,
nachdem wir schon 4 Jahre
über 200 Briefe miteinander getauscht haben,
einfach mal so ein Video
gewisselt machen konnte.
Und der hat mal
den oberen Teil
in einem Brief geschickt,
das fand ich sehr lustig.
Die anwesenden Künstler,
die auch vielleicht mal
so zeichnerische Phasen haben,
die Kenntners vielleicht auch,
wir haben meistens nicht die schönsten Finger,
je nachdem mit welchem Material man arbeitet
und das fand ich,
ich habe mich wirklich so kaputt gelacht,
weil genau an dieser Stelle,
wo dieser Brief ankam,
habe ich die Arbeit, die wir ganz zu Anfang gesehen haben,
das ist halt ein 2x3 Meter großer Arbeit.
Das ist einfach Knochenarbeit,
durch 5 Planenschichten durchzunehmen
mit Ledernähnadel
und die Nadel durchzuziehen,
das ist nicht so manches, ich nehme an Bild,
sondern das ist einfach Knochenarbeit.
Gerade da hatte ich beide Hände
in einem Verband,
weil ich mal wieder an beiden Arme
Sehenscheiden in Zunung hatte
und dann erreichte mich dieser Brief,
das fand ich ganz lustig,
weil es eben dann doch ganz viele Verbindungen gibt,
weil jetzt im Endeffekt
alle Künstler, und da gibt es einfach
auf ganz vielen Ebenen
eine Verbindung.
Wir sind auch schon am Ende angelangt,
ich bedanke mich
auf jeden Fall für die Aufmerksamkeit,
ich gehe auf jeden Fall für Fragen,
jetzt sofort oder später,
ich bin noch bis morgen
früh hier zur Verfügung
und wer Lust hat,
einen ganz kleinen Satz bei uns
im Gästebuch zu hinterlassen,
da freue ich mich sehr,
weil ich nämlich dadurch anderen Leuten
es war sehr interessant
und ich muss das erstmal
verarbeiten, was ich gerade gehört habe,
dann ist das für den, der seit 30 Jahren
nicht mehr am gesellschaftlichen Leben
teilnehmen kann, ein goldener Satz,
der ihm
3 Wochen Lebensmut gibt, wo er drüber nachdenkt,
wo er dann auch schon wieder weiter mitarbeitet,
den er in die nächste Zeichnung einbaut
und so weiter, also wer die Zeit, die Energie
und die Lust hat, noch einen kleinen
Gästebuch zu hinterlassen würde
uns allen eine große Beide bereiten.
Vielen herzlichen Dank.
Vielen herzlichen Dank.
