Nordkorea, was es heißt, die USA vor der Haustür zu haben.
Seit Tagen verschärft sich das Sebelrasseln zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un
und der US-Administration.
Nordkorea hatte in den vergangenen Wochen wiederholt Testraketen in Richtung offenes
Meerfeuern lassen.
Als Reaktion auf die Raketentests und den vermutlich bevorstehenden Atombommentest
ließ US-Präsident Donald Trump am 8. April 2017 den Flugzeugträger USS Carl Winsen sowie
dessen Begleitschiffe in Richtung koreanischer Halbinsel auslaufen.
Daraufhin ließ das Außenministerium in Pyongyang, der Hauptstadt Nordkoreas, am 10.
April verlauten, dass sie die härtesten Gegenmaßnahmen gegen die Provokateure treffen werden.
Sollte sich die USA außerdem für eine militärische Aktion entscheiden, sei die Volksrepublik
bereit, auf jede von den USA gewünschte Art von Krieg zu reagieren.
Die von den westlichen Medien ständig heraufbeschworene Aggressivität Nordkoreas wird
vom US-amerikanischen Journalisten Jack A. Smith als Teil ihrer Erfahrung erklärt.
Smith besuchte Nordkorea für die Zeitung The Guardian in den 1970er Jahren dreimal,
in einem Artikel vom 4. April 2013 schrieb Smith wörtlich.
Pyongyangs Aggressivität ist fast zur Gänze verbal.
Vielleicht ein paar Dezibel zu laut für viele Ohren, aber Nordkorea ist ein kleines Land
in schwierigen Verhältnissen, das sich sehr gut an die außerordentliche Brutalität erinnert,
mit der Washington in den 1950ern über sein Territorium herfiel.
Millionen Koreaner wurden getötet.
Die Flächen Bombardements der Vereinigten Staaten von Amerika waren verbrecherisch.
Nordkorea ist entschlossen, in den Kampf zu ziehen, wenn das wieder geschieht.
Des nordkoreanischen Staatsoberhauptes Kingdom uns mittelfristige Absicht ist es, eine ausreichend
besorgniserregende Krise zu schaffen, damit die US-Regierung endlich bilateralen Gesprächen
zustimmen, die zu einem Friedensvertrag führen, einem Ende der von Washington verhängten
Sanktionen und dem Abzug fremde Soldaten aus dem Süden.
Nun ist seit dem 25.
Februar 2013 eine US-amerikanische Filmproduktion mit dem Titel Korea Verbrechen im Vergessenen
Krieg auf dem Videoportal YouTube zu sehen.
Diese zeigt Kriegsverbrechen der USA im Korea-Krieg von 1950 bis 1953 auf.
Der Film präsentiert Interviews mit US-Kriegs-Veteranen aus dem Korea-Krieg und historische Aufnahmen
von Kameramännern der US-Streitkräfte aus dem nationalen Archiv der USA.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat insgesamt 61 Übergriffe der US-Truppen
auf Zivilisten registriert.
Erst im Jahr 1999 hat die US-Regierung einen davon bestätigt, nachdem sie wegen erdrückender
Beweise kaum eine andere Wahl hatte.
Bis dahin hatte das Pentagon die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Jedoch vermiet sie es, auf die Frage der Verantwortung einzugehen.
Die Todesfälle seien eine traurige Tragödie, wie sie im Krieg nun mal vorkommen.
Es habe weder Befehle von Vorgesetzten noch vorsätzlichen Beschuss von Zivilisten gegeben,
behauptet, das US-Verteidigungsministerium.
Jedoch weist der Film Korea-Verbrechen im vergessenen Krieg das Gegenteil nach.
Auch will die US-Regierung keine der weiteren 60 bekannten Übergriffe amerikanischer Truppen
auf Zivilisten untersuchen lassen.
Weiter ist auch folgendes bekannt.
Die US-Armee setzte im Korea-Krieg erstmals Nahpalm als flächendeckende Brandmonition
gegen weite Landstriche feindlichen Gebiets ein.
Nahpalm ist eine Brandwaffe mit dem Hauptbestandteil Benzin.
Mit Hilfe von Zusatzstoffen wird erreicht, dass Nahpalm als zähflüssige, klebrige Masse
am Ziel haftet und eine starke Brandwirkung entwickelt.
70.000 Tonnen Nahpalmbomben wurden von den amerikanischen Luftstreitkräften über Korea
abgeworfen.
Die Bevölkerung erlitt ungeheure Verluste, schätzungsweise 3 Millionen Zivilisten starben
während den Kampfhandlungen.
Durch den Korea-Krieg haben die USA ihre Vormachtstellung in der Region gesichert.
Bis heute haben die USA ihre Militärstützpunkte inklusive Atombombern und Flotten in Südkorea
sowie das Oberkommando über die südkoreanische Streitkräfte.
Rund 30.000 Soldaten hat das US-Verteidigungsministerium in Südkorea stationiert.
Zudem werden jährlich Militärübungen mit koreanischen Streitkräften abgehalten, mit Flugzeugträgern,
Jagdbombern, U-Boten, die Atomwaffen tragen können usw.
Und dies alles vor der Haustür Nordkoreas.
In vielen Ländern werden gemeingefährliche Straftäter, also solche, die eine Gefahr für
die Allgemeinheit darstellen, zu einer lebenslang Haftstrafe verurteilt, wenn nicht sogar hingerichtet.
In zahlreichen Staaten der USA ist die Regel Three Strikes and You Are Out verbreitet, was
so viel heißt wie Drei Verstöße und man ist raus.
Nach diesem Drei Verstöße-Gesetz ist die dritte Verurteilung mit einer lebenslang Haftstrafe
verbunden.
Jeden, der sich mit der geschichtlichen Vergangenheit und den Kriegsverbrechen des Imperiums USA
auseinandersetzt, dürfte klar sein, unter welche Kategorie von Straftättern das Imperium
USA und seine Stripenzier fallen.
Jeden dürfte dann auch klar sein, wie man reagiert, wenn solch ein gemeingefährlicher und uneinsichtiger
Wiederholungstäter frei und unbehelligt vor der eigenen Haustür herumläuft.
US-Regierungen lehnten es immer wieder formell ab, sich für ihre Kriegsverbrechen zu entschuldigen
oder eine Wiedergutmachung für die Überlebenden zu leisten.
Einzelheiten finden sie in den eingeblendeten Sendungen.
Vor diesem Hintergrund erscheint die von den westlichen Medien ständig propagierte Aggressivität
in einem völlig anderen Licht.
Sie wird weiterhin als ein verzweifelter Akt der Selbstverteidigung gegenüber einem
mörderischen, gefährlichen Schurken erkennbar.
Dabei ist es völlig unerheblich, ob man nun das politische System Nordkoreas als gut
oder schlecht bewertet.
Zum Schluss eine geschichtliche Ergänzung zum Film Korea verbrechen im vergessenen
Krieg, der im Anschluss gezeigt wird.
Laut US-amerikanisch geprägter offizieller Geschichtsschreibung begann der Korea-Krieg
am 25.
Juni 1950 durch den überraschenden Überfall des kommunistischen Nordkorea auf das demokratische
Südkorea.
Diese Behauptung könne jedoch keiner gründlichen historischen Untersuchung standhalten.
So der US-amerikanische Historiker William Bloom.
Bloom war früher beim US Außenministerium tätig, welches er 1967 wegen seiner Opposition
zum Vietnamkrieg verließ.
Die südkoreanische Regierung sei vielmehr fest entschlossen gewesen, den ersehnten
Bürgerkrieg herbeizuführen, da sie die US-Armee in ihrem Rücken wusste.
Jedoch musste, um die amerikanische Öffentlichkeit für den Krieg in Korea zu gewinnen, Nordkorea
zwingend als Aggressor dargestellt werden.
Tatsächlich existiert kein Archivmaterial von diesen Vorkommnissen.
Die historischen Aufnahmen in diesem Film wurden während des Korea-Krieges von Kameramändern
der US-Streitkräfte gedreht.
Hauptquartier fünfte Air Force, 25. Juli 1950.
Das Heer sucht darum, alle Flüchtlinge zu beschießen, die sich unseren Stellungen nähern.
Wir haben dem Gesuch des Heeres bereits entsprochen.
Hauptquartier 8. Armee Geheim, 3. Januar 1951.
Sie sind befugt, alle Zivilisten aufzuhalten.
Die Verantwortung, sie zu beschießen und zu bombardieren, obliegt ihnen.
Hauptquartier 25. Infanteriedivision, 26. Juli 1950.
General Kean hat angeordnet, alle Zivilisten in der Kampfzone zu erschießen.
Da waren Kinder dabei, das war ganz egal, von 8 bis 80 und blind oder verkrüppelt, sie
wurden erschossen, so als wären alle Koreaner Feinde.
Wir haben einfach drauf losgefeuert, ungezielt.
Wir haben unsere Waffen auf sie gerichtet und sie erschossen.
Diese 10 Minuten waren ein Altraum.
Diese Schuld verfolgt mich, ich werde sie nicht los, ich finde keinen Frieden.
Es gibt keine Absolution.
Ich erinnere mich an diese Frau, sie kroch auf allen Vieren.
Man sah die Kugeln überall um sie herum einschlagen, aber sie kroch immer weiter und
schließlich wurde sie getroffen und das war es, sie blieb einfach liegen, in dieser
Haltung, so als ob sie sich mit den Fingern an diesem Hang festklammern würde.
In Kokan-Ri, einem Dorf nahe der Südquüste Korea, ist es ein
Dorf nahe der Südquüste Koreas, versammelt sich die Familie Lee um ihrer Gefallenen
zu gedenken.
Nach altem konfuzianischem Brauch ehren die lebenden ihre Ahnen.
Am 10.
August 1950, der Korea-Krieg war sechs Wochen alt, hatten hunderte Mitglieder der Familie
in ihrem Familientempel Zuflucht gesucht.
24 Stunden später waren 82 von ihnen tot, darunter 29 Kinder unter 10 Jahren.
Die Ironie besteht darin, dass sie von Truppen getötet wurden, die sie vor den nordkoreanischen
Invasoren schützen sollten, von amerikanischen Soldaten.
Das südkoreanische Verteidigungsministerium hat insgesamt 61 Übergriffe der US-Truppen
auf Zivilisten registriert.
Erst 50 Jahre später hat die US-Regierung einen davon bestätigt.
Im frühen 1950 war Tokyo der Traumstandort für jeden jungen GI, die Wirtschaft lag
darunter.
Für eine Stange Zigaretten, die im Armeeshop einen Donner kostete, bekam man auf der Straße
10 und die genügten, um einen Monat lang eine Begleiterin zu finanzieren.
Das Leben war leicht.
Zwar gab es Wach- und Exerzierdienste, aber niemand rechnete damit, auch kämpfen zu
müssen.
Ich weiß noch, als ich einmal auf die Straßenbahn ins Zentrum wartete, dachte ich, wenn du einmal
auf diese Zeit zurückblickst, wirst du sie in guter Erinnerung haben, denn das ist
wirklich die beste Zeit deines Lebens.
Die meisten GIs hatten nur eine zweiböchige Gefechtsausbildung und besaßen kaum Erfahrung
mit der Waffe.
Nach der nordkoreanischen Invasion in Südkorea am 25.
Juni sollte sich das ändern.
Einige Kerle hatten sich in Japan Messer gekauft, sie geschärft und in die Stiefe gesteckt.
Es war fast wie in einem Film.
Es hieß nur, wir würden nach Korea an den 38.
Breitengrad verliegt.
Keinen kümmerte, wo das war.
Wir glopften da seien Aufstand, etwas das im Nu vorbei ist.
Die amerikanischen Soldaten wurden von Japan aus an die zusammenbrechende Front versetzt.
Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen mit den Nordkoreanern wurden sie schwer geschlagen.
Innen blieb nur der Rückzug.
Nordkoreanische Verbände sind südlich von Seoul bis auf 25 Kilometer vor Taeyon vorgedrungen.
US-Truppen haben mit Luft- und Artillerieunterstützung den kommunistischen Vorstoß zeitweilig gestoppt.
Es gibt aber keine stabile Verteidigungslinie.
Nun wurde das siebte Kaballerie-Regiment eingesetzt, die einstige Einheit von General George Custer.
Sie landete am 22. Juli in Pochang.
Ich erinnere mich an ein riesiges weißes Banner über der Straße.
Willkommen am Amerikanerstand darauf.
Und läuft rote Luft.
Die Südkoreaner am Straßenrand winkten und jubelten uns zu.
Das war ein gutes Gefühl.
Wir glaubten es genügt, wenn wir uns nur zeigen.
Wir hatten ja absolut keine Ahnung, worauf wir uns da eingelassen hatten.
Der Einsatz lief von Anfang an schief.
Schon in den ersten beiden Tagen in Korea hatte die siebte Kaballerie mehrere Männer durch eigenes Feuer verloren.
In der Nacht zum 25. Juli bezog das Regiment auf einem Hügel wenige Kilometer hinter der Front Stellung.
Gerüchte, dass die Nordkoreaner durchgebrochen wären, führten zu einer Massenpanik.
Am folgenden Morgen fehlten 119 Soldaten samt ihre schweren Waffen.
Es herrschte die reinste Konfusion.
Man wusste nicht, soll man Positionen beziehen, soll man sich eingraben, soll man abwarten oder die Stellung aufgeben.
Keiner wusste, was los war.
Tatsache ist, ich wusste die meiste Zeit nicht einmal, ob wir überhaupt einen Zugführer haben.
Es gab keinen Verantwortlichen. Keinen.
Schlecht ausgebildet und mangelhaft geführt, stieß die siebte Kaballerie auf ein weiteres Problem, Flüchtlinge.
In dieser Phase des Krieges waren fast 2 Millionen sogenannte Menschen in Weiß auf den Straßen unterwegs.
Schon bald befürchtete man, die Nordkoreaner würden die Flüchtlingskolonnen benutzen, um Kämpfer hinter die US-Linien zu schleusen.
Diese bloße Vermutung bildete die Grundlage für eine der schrecklichsten Gräueltaten in der amerikanischen Militärgeschichte.
Die Ereignisse nahmen am 25. Juli in dem Dorf Kari ihren Lauf.
Amerikanische Soldaten drangen mit Gewehren und Bayonetten in unser Haus ein. Sie zogen nicht einmal ihre Stiefel aus.
Sie durchsuchten das Haus und befallen uns nach draußen zu gehen.
Ich war jung und verbarg mich voller Angst hinter meinen Eltern. Mein Vater sagte, dass die Amerikaner uns evakuieren würden.
Wir sollten unsere Sachen packen und unser Haus verlassen.
Die Amerikaner schafften uns aus dem Dorf. Wir verstanden gar nichts, also folgten wir ihnen. Es hieß, sie würden uns in Sicherheit bringen.
Wenig später begegneten die evakuierten koreanischen Dorfbewohner den verunsicherten und unerfahrenen Soldaten der 7. Kavallerie.
Eine Gruppe von Flüchtlingen kamen die Straße herunter. Es waren 50, 60, 70 Leute.
Ich rannte die Straße neben den Eisenbahnschienen hinauf, um es Captain Johnson zu sagen.
Er sagte, nimm das Maschinengewehr, erschießt die Leute und dann ziehen wir ab.
Ich meinte, wir können doch nicht all diese Menschen töten. Da zog er seine Pistole, eine 45er, richtete sie auf meinen Kopf und sagte, töte sie.
Er drohte, wenn ich den Befehl verweigerte, würde er mich töten. Er sagte, geh zurück und töte diese Leute.
Ich antwortete, ja, sir, und rannte los. Dabei dachte ich die ganze Zeit, was soll ich nur tun?
Ich erzählte einem Freund von dem Befehl und was geschehen war.
Er feuerte ungezielt in die Menge. Ich glaube, er hat auch jemanden getroffen.
Als die Menschen sahen, dass wir es ernst meinen, flohen sie von der Straße.
Bis zum heutigen Tag frage ich mich, ob ich richtig gehandelt habe oder falsch.
Am nächsten Vormittag trieben US-Einheiten den inzwischen angewachsenen Flüchtlings-Treck auf die Eisenbahngleise ins Blickfeld der siebten Kabelerie.
Dann wurde die mehrere hundert Menschen umfassende Gruppe durchsucht.
Ich stand an der Spitze einer langen Reihe von Menschen, die amerikanischen Soldaten versuchten, uns auf den Gleisen zu halten.
Sie schienen dafür, Sorgen zu wollen, dass wir uns nicht entfernten.
Danach zogen sich die US-Truppen zurück und ließen die Flüchtlinge allein auf den Gleisen stehen.
Kurz nach einer Uhr sah ich ein Aufklärungsflugzeug über uns kreisen.
Wahrscheinlich sprachen da die Amerikaner über Funk miteinander.
Danach hörten wir den durchdringenden Larm von Flugzeugen über uns.
Ein schrecklicher Larm.
Sie warfen Bomben auf die dicht gedrängten Menschen.
Plötzlich gab es eine Explosion.
Ich koch unter meiner Mutter hervor und kletterte auf sie drauf. Ich schrie Mama, Mama, aber sie war tot.
Als ich ihren Kopf streichelte, rutschte ich mit der Hand hinein.
Ich wusste nicht, was meine Mutter getroffen hat, aber ihr Hinterkopf war einfach weg.
Auf einmal traf mich ein riesiger Feuerball im Gesicht. Es war ein furchtbarer Schock.
Ich blickte herab und sah meinen einen Augapfel an einem Faden hängen.
Ich wusste nicht, dass er so groß ist.
Er war so groß wie meine Faust, als er davor meinem Gesicht baumelte.
Noch immer hagelte es Geschosse von den Flugzeugen, aber ich konnte nicht in Deckung gehen wegen meines heraushängenden Auges.
Ich bettete, bitte Mama, reiß mir mein Auge ab, damit ich unter dich kriechen kann. Aber sie kam nicht an mich heran. Sie war so schwer verletzt.
Sie sagte, ich solle es selbst tun. Ich habe es versucht, aber um nichts in der Welt brachte ich es fertig.
Alle Menschen um mich herum waren tot. Also wendete ich mich wieder an meine Mutter.
Mama, bitte, reiß mir das Auge ab. Sie sagte, nein, ich schaffe es nicht. Aber ich will doch unter dich kriechen. Und das geht mit meinem Auge nicht.
Es war unglaublich. Ich wünschte mir so sehr, am Leben zu bleiben.
Es war unglaublich.
Es war unglaublich.
Es war unglaublich.
Nach dem Beschuss und dem Bombardement herrschte Stille.
Dann sah ich die amerikanischen Soldaten zurückkommen. Sie überprüften, wer tot war und wer noch lebte, indem sie die Körper mit ihren Bayonetten anstießen.
Die Überlebenden wurden mit vorgehaltener Waffe gezwungen aufzustehen. Dann trieben uns die Amerikaner die Schienen entlang.
Diejenigen von uns, die das Bombardement überlebt hatten, mussten weiter.
Die Überlebenden des Luftangriffs, darunter viele schwer verbundete, wurden auf dem Gleis Richtung Nurgunri getrieben. Direkt neben dem Dorf standen die Geschütze des 2. Battallions der 7. Cavalry.
Ich entdeckte links von dem Hügel, wo die Schienen verlaufen, eine Gruppe von Menschen. Sie sahen wie Flüchtlinge aus, aber etwas stimmte da nicht.
Sie gingen auf eine organisierte Art, eher so wie ein Zug Soldaten geht. Sie gingen in einer Gruppe nahe Bayernander. Nicht in einer langen Reihe, also nicht so wie Flüchtlinge eine Bahnstrecke entlanggehen würden, sondern als Gruppe.
Als sie den halben Weg zurückgelegt hatten, fragte ich, was sollen wir tun? Wir können sie nicht näher kommen lassen. Falls feindliche Soldaten darunter sind, haben wir ein Problem.
In meiner Erinnerung nach haben koreanische Dolmetscher ihnen über Lautsprecher gesagt, dass sie unsere Linie nicht passieren dürfen. Und sie sollten auseinandergehen. Das haben sie nicht gemacht.
Was sollten wir tun? Wir konnten sie nicht näher kommen lassen. Wir taten nichts anderes, als ihnen einen Warnschuss vor den Bug zu feiern. Halt, zurück, verschwindet.
Man konnte hören, wie das Geschoss durch die Luft flog. Und plötzlich sahen wir, der Schuss war ein Treffer. Er landete und explodierte mitten zwischen den Leuten.
Wenn man das Geschoss dort hingetragen und abgestellt hätte, wäre es nicht präziser gewesen. Es ging zwischen all den Menschen hoch, die so dicht zusammengedrängt waren.
Das alarmierte sofort die Infanterie, MG-Schützen und Grenadiere. Sie glaubten wohl, dass der Feind da wäre.
Dann begann das Gewehrfeuer.
Der Alte davor errennt. Tötet sie alle. Was soll man da machen? Dann brüllte ein Leutnant wie wahnsinnig herum, auf jeden und alles zu feiern.
Auf alles feiern. Tötet sie alle.
Ich habe zwei Menschen erschossen. Ich weiß nicht, ob sie Soldaten waren. Da waren Kinder dabei, das war ganz egal. Von 8 bis 80, ob blind oder verkrüppelt, sie wurden erschossen.
Wir haben nicht gezielt, sondern einfach draufgehalten. Nicht weil uns das gefiel. Wir hatten Angst. Es war völlig verrückt.
Es war ein höllisches Geballere, eine Mordsschießerei. Denn die Infanteristen trugen gewöhnlich 10 bis 15 Patronengurte bei sich und selbst die MG-Hilfsschützen hatten Munition. Es wurden riesige Mengen Munition verschossen.
Es war vermutlich das erste Mal, dass viele, wenn nicht sogar alle, die Erlaubnis hatten, auf Menschen zu schießen. Sie feuerten weden Extase.
Hunderte verschreckter Flüchtlinge, die den ersten Beschuss überlebt hatten, flohten in den Eisenbahn-Tunnel von Nogunri.
Sie sollten dort unter Beschuss bleiben, die nächsten drei Tage lang.
Der Boden im Tunnel war eine Mischung aus Schotter und Sand. Die Menschen versuchten mit bloßen Händen Löcher hineinzugraben, um dort Deckung zu finden. Andere stapelten die Toten zu Barrikaden aufeinander und nutzten die Leichen als Schild gegen die Kugel.
Niemand bewegte sich da drin, weil sie entweder tot waren oder so schwer verwundet, dass sie sich nicht mehr rühren konnten. Und wenn sie noch lebten, bewegten sie sich nicht, weil sie wussten, dass dann weiter auf sie geschossen würde.
Die Mutter eines Säuglings war während des Beschusses auf den Gleisen getötet worden. Dem Vater war es gelungen, das Baby mit in den Tunnel zu nehmen, aber es war hungrig und verstört, es schrie und schrie.
Die amerikanischen Soldaten feuerten jedes Mal in den Tunnel, wenn der Junge weinte, immer in die Richtung, aus der das weinen kam. Die Menschen schrien, dass es noch mehr Tote geben würde, wenn das Baby weiter weint.
Der Vater wusste nicht, was er tun sollte. Vielleicht dachte er, dass das Baby ohnehin sterben würde und entschied es, zum Schweigen zu bringen, um die anderen zu retten.
Er ging mit dem Jungen tiefer in den Tunnel und drückte sein Gesicht in eine Wasserpfütze. Ich habe ihn dabei beobachtet und dachte, das kann tragischer sein als das.
Ich klammerte mich an meiner Mutter und trotz ihrer Verletzungen und Schmerzen nahm sie mich fest in den Arm. Ich weinte wie verrückt.
Ich hatte solche Angst wegen der Leichenstapel im Tunnel. Ich erinnere mich ganz deutlich an die schreienden und stöhnden Menschen. Es waren so viele Schreie im Tunnel zu hören. Ich sehe noch immer die schmerzverkrümten Leiber vor mir.
Die Zahl der Toten von Nogunri ist bis heute ungeklärt. Berichte sprechen von 181 Opfern. Die koreanischen Überlebenden meinen, dass mindestens 400 Menschen umgekommen seien.
Mehr als drei Viertel der Toten sollen Frauen, Kinder und Männer über 40 Jahre gewesen sein. Ein Viertel der offiziellen Opfer waren Kinder unter 10.
Erst 50 Jahre später wurde das Massaker von Nogunri öffentlich bekannt. Der Bericht war Fragen über das Verhalten der US-Streitkräfte in Korea auf. Warum wurde auf unbewaffnete Zivilisten geschossen? Wer war dafür verantwortlich?
Einige Journalisten der Nachrichtenagentur Associated Press stellten Nachforschungen an. Sie stützten sich dabei auf Armee-Dokumente sowie Interviews mit Überlebenden und US-Veteranen.
1999 veröffentlichten sie ihre Ergebnisse. Bis dahin hatte das Pentagon die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Die siebte Kavallerie sei zu dieser Zeit gar nicht vor Ort gewesen. Anhand von Gefächtskarten konnten die AP-Journalisten aber beweisen, die siebte Kavallerie war in Nogunri.
Für diese Arbeit wurde das AP-Team mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Es ist interessant zu sehen, wie die Dokumente die Aussagen der koreanischen Dorfbewohner in allen Einzelheiten bestätigen.
Der Bericht schockierte Amerika. Das Pentagon veranlasste nun seinerseits eine Untersuchung der Vorfälle. Die Resultate wurden im Januar 2001 veröffentlicht.
Wir haben ermittelt, dass US-Soldaten in der letzten Woche des Juli 1950 eine nicht bestätigte Zahl koreanischer Flüchtlinge bei Nogunri getötet oder verletzt haben.
Das Pentagon erkannte die Tatsache an, dass US-Truppen bei Nogunri Flüchtlinge getötet hatten. Es vermied aber auf die Frage der Verantwortung einzugehen.
Stattdessen hieß es, die Flüchtlinge könnten von US-Lugzeugen beschossen worden sein, allerdings nicht vorsätzlich.
US-Offiziere hätten keinen Befehl gegeben, bei Nogunri auf Zivilisten zu schießen. Die Todesfälle seien eine traurige Tragödie, wie sie im Krieg nun einmal vorkommen.
Das Pentagon lehnte ein Interview dazu ab. Der damalige Untersuchungsleiter stellte sich aber für ein Gespräch zur Verfügung.
Hinsichtlich der Verantwortung der Armeeführung bestätigten die Untersuchung und der Bericht den Eindruck, dass es keine Aktion gewesen ist, die von einer höheren Befehlsebene angeordnet worden war.
Es habe sich vielmehr um ein normales Gefechtsverhalten von Menschen gehandelt, die ihr Leben in Gefahr glaubten und die auf eine Bedrohung reagiert hätten.
Im amerikanischen Nationalarchiv liegen jedoch Dokumente, die der Darstellung des Pentagon widersprechen.
Nur einen Tag vor den Schüssen von Nogunri hatte Colonel Turnon Rogers, der Befehlshaber der 5. Air Force in Korea, eine Mitteilung an seinen Vorgesetzten geschickt.
Das Heer ersucht darum, alle Flüchtlinge zu beschießen, die sich unseren Stellungen nähern.
Rogers bestätigt, dass die US-Luftwaffe bereits Flüchtlinge angegriffen hat, auf Wunsch des Heeres.
Wir haben dem Gesuch des Heeres bereits entsprochen.
Dieses Schreiben wurde im Bericht des Pentagon unterschlagen.
Rogers wandte ein, dass die Flüchtlinge nicht wahrlos beschossen werden sollten.
Er empfahl, dass die 5. Air Force keine Zivilisten angreift, es sei denn...
... sie dicken nordkoreanische Soldaten oder begehen feindliche Handlungen.
Trotz dieser Empfehlung gibt es keinen Beleg, dass die Anweisung korrigiert worden ist.
Der Behauptung des Pentagon, es habe keinen vorsätzlichen Beschuss von Zivilisten gegeben, widerspricht Pete McCloskey.
Der ehemalige Kongressabgeordnete und Korea-Veteran gehörte dem Ausschuss des Pentagon an, der die Nogunri-Untersuchung überwacht hatte.
Die Flugzeuge, insbesondere die Jets, sahen nicht, wer da unten war.
Aber sie hatten Befehl, in der Nähe unserer Stellungen Menscheninweis zu beschießen.
Auf dem Flugzeug Trigger Valley Ford fand man ein Protokoll, nachdem die Marineflieger auf jede Gruppe von 8 oder 10 Zivilisten schießen sollten.
Keine Frage, dass das auch geschah, befehltsgemäß.
Zweifel los ging das auf den Befehl des Heeres zurück, der Beschuss von Flüchtlingen.
Aber war auch der 7. Cavalry befohlen worden, die Zivilisten bei Nogunri zu beschießen?
Das Pentagon sagt, es gebe keine Hinweise, die einen solchen Befehl belegen würden.
Andere Dokumente zeigen aber, dass nach Maßgabe der 8. Armee der höchsten Kommandoebene in Korea zu dieser Zeit keine Zivilisten die Linien passieren durften.
Kein Flüchtling überschreitet die Kampflinien. Gruppen von Koreanern werden umgehend aufgelöst.
Am Tag, als das Massaker von Nogunri begann, wurden vom General der Nachbardivision eindeutige Befehle erteilt.
Alle Zivilpersonen in der Kampfzone sind zu erschießen.
Den stärksten Hinweis liefert ein Befehl, den die 8. Cavalry, das Schwesterregiment der 7., zwei Tage vor Nogunri erhielt.
Das Funkprotokoll verzeichnet den Befehl des Divisionshauptquartiers, jeden zu erschießen, der versucht, die Linien zu überschreiten.
Kein Flüchtling überschreitet die Linien. Auf jeden Feuern, bei Frauen und Kindern nach Ermessen.
Die Behauptung des Pentagon, dass keine entsprechenden Befehle in den Aufzeichnungen der 7. Cavalry existieren, ist auf den ersten Blick wahr.
Was das Pentagon aber verschweigt, ein wesentliches Dokument, das möglicherweise solche Befehle enthält, ist spurlos verschwunden.
Man muss wissen, dass das Regimentsprotokoll der 7. Cavalry im Nationalarchiv unerklärlicherweise fehlt.
Also das einzige und entscheidende Dokument, in dem der Befehl aufgezeichnet worden wäre, die Flüchtlinge bei Nogunri zu erschießen.
Aber nicht allein, dass es verschwunden ist. Der Pentagonbericht erwähnt diese Tatsache nicht einmal.
Und dennoch heißt es darin, dass es einen solchen Befehl in Nogunri nicht gab, obwohl das Dokument nicht vorliegt, das beweisen würde, wie es war.
Die Ermittler wussten als historische Detektive sozusagen, dass sie vermutlich nicht alle Dokumente aufspüren würden, selbst die nicht aufbewahrt worden waren.
Deshalb halte ich es nicht für fair zu verlangen, dass sie etwas berücksichtigen hätten sollen, was sie nicht gefunden haben.
Man muss seine Schlüsse aus dem ziehen, was verfügbar ist. Und auf dieser Basis haben sie eine umfassende Arbeit geleistet.
Sicher können manche behaupten, dass es irgendwo weitere aussagekräftige Dokumente gibt, aber das ist doch reine Spekulation.
Was ich weiß? Jeder weiß doch von dieser verdammten Geschichte. Den Truppen wurde befohlen, auf die Zivilisten zu schießen und sie haben geschossen.
Jetzt stellt man sie vor, das Militärgericht anstelle der hohen Tiere.
Es waren Besatzungs-Truppen, keine echten Kampf-Truppen. Der Krieg war erst ein paar Tage alt und sie befanden sich auf dem Rückzug.
Sie haben diese taktische Situation kaum begriffen, aber das kann nicht entschuldigen vorsätzlich Zivilisten ins Visier zu nehmen.
Das Kriegsrecht ist da ganz eindeutig. Auch an diesem Tag im Jahr 1950, man darf nicht auf Zivilisten schießen.
Waren die zivilen Todesfälle von Nogunri nur eine bedauerliche Tragödie, wie das Pentagon meint, oder das Resultat einer Strategie vorsätzlich auf Flüchtlinge zu schießen?
Wenigstens 14 weitere Schriftstücke hochrangige Offiziere weisen auf eine in den ersten Kriegsmonaten weitverbreitete Richtlinie hin, Flüchtlinge wie Feinde zu behandeln.
Sie bleiben im Pentagonbericht unerwähnt.
Auf alle Flüchtlinge schießen, die den Fluss überqueren. Flüchtlinge sind Freiwelt. Sie sind als Feinde zu betachten und mit allen Mitteln einschließlich Artillerie zu verteiben.
Eine Fülle an Dokumenten belegt, dass US-Kommandeure befahlen, auf Zivilisten zu schießen.
Das erklärt wahrscheinlich auch die hohe Zahl der Zwischenfälle, die von den südkoreanischen Behörden erfasst worden sind.
Die amerikanischen Truppen und ihre Befehlshaber befürchteten wohl, dass die nordkoreanische Armee Flüchtlingstracks missbrauchen könnte, um zu US-Stellungen vorzudringen.
Aber das erklärt nicht die offensichtliche Gleichgültigkeit, die erfahrene US-Offiziere gegenüber den Menschen in Weiß zeigten.
Eine Woche nach dem Massaker von Nogunri hatte sich die erste Kabellerie-Division aufs Ostufer des Naktong zurückgezogen.
Auf der Flucht vor den Kämpfen versuchten Tausende Zivilisten ebenfalls den Fluss zu überqueren.
Am Abend bis 3. August 1950 befahl General Hobart Gay die Zerstörung der Brücke bei Wake One.
Mit der Brücke flogen hunderte Flüchtlinge in die Luft, erinnert sich der General in seinen Memoaren.
Die nordkoreanischen Streitkräfte waren da noch vier Tage vom Naktong entfernt.
Am selben Tag wurde weiter Fluss abwärts die Brücke bei Tuxongdong gesprengt, als Flüchtlinge darüber liefen.
Ein ausgezeichnetes Ergebnis notierte die US-Pioniereinheit. Die getöteten Zivilisten wurden nie erwähnt.
Nachdem die Brücken zerstört waren, versuchten die verzweifelten Flüchtlinge durch den Fluss zu warten.
Als wir den Fluss zur Hälfte überquert hatten, begannen die amerikanischen Soldaten zu schießen.
Als erster wurde mein Vater erschossen, der voraus ging, dann wurde mein jüngerer Bruder getroffen.
Ich versteckte mich hinter unserer Kuh, die ich am Schwanz festhielt.
Als der Beschuss zunahm, sah ich viele Leichen, die wie Strohhalme den Fluss hinuntertrieben.
Südkoreanische Zivilisten wurden sogar angegriffen, wenn sie lagerten und sich nicht amerikanischen Positionen mehrten.
Im August 1950 sucht mehr als 1000 Flüchtlinge vor den Kämpfen um den Hafen Pohang Schutz an einem Strand.
Dort blieben sie mehrere Tage lang, im Blickfeld amerikanischer Kriegsschiffe, die vor der Küste ankerten.
Um 11 Uhr am Vormittag des 1. September eröffneten die Kriegsschiffe plötzlich das Feuer.
Von all den schrecklichen Bildern erinnere ich mich am stärksten an den Moment, als der Kopf meiner Schwester explodierte und meine Mutter eine Brust verlor.
Diese beiden Bilder verfolgen mich mein ganzes Leben lang.
Ein Baby unserer Familie wurde ebenfalls getötet, aber wie könnte ich dieses Bild vergessen, wie der Kopf meiner Schwester vor meinen Augen explodierte?
Die Heute hat er endlich getötet, diese precisely ist meine Mutter!
An diesem Strand starben in nur 40 Minuten vermutlich mehr als 100 Menschen.
So viele Menschen wurden von den Schrappnellen getroffen, so viele schrien und weinten. Der
ganze Strand war voller verstimmelter Körper. Manche Menschen schrien, manche brachen zusammen
und waren sofort tot. Der Lärm der Granaten war so laut, die Wucht der Explosionen so gewaltig.
Die Kriegsschiffe waren ganz nah.
Vermutlich bis zu 2 Millionen Zivilisten starben während des Korea-Kriegs. Wie viele von ihnen
durch amerikanische Angriffe umkam man ist unbekannt. Aber unter den Überlebenden ist das
Bedürfnis groß, dass ihre Leiden anerkannt werden. Diese Frauen waren alle Opfer US-amerikanischer
Luftangriffe. Sie treffen sich um ihre Erlebnisse auszutauschen. Ihr Wunsch nach Wiedergutmachung
erscheint unerfüllbar. Die US-Regierung will keinen der weiteren 60 bekannten Übergriffe
amerikanischer Truppen auf Zivilisten untersuchen lassen. Sie hofft, nach dem Bericht über Nogunri
einen Schlussstrich unter dieses Thema ziehen zu können. Die US-Regierung will nichts von
der Wahrheit wissen, wenn sie peinlich für sie werden könnte. Ich glaube, es ist fast
ein Gesetz der Politik. Die Regierung wird in peinlichen Angelegenheiten immer lügen.
Wenn man es ins Pentagon geschafft hat und als Obers die Chance bekommt, zum General
befördert zu werden oder als General zum Stabschef, geht es dabei genauso viel um Politik wie
im Parlament. Die Armee zieht es einfach vor, das schreckliche Verhalten ihrer Kommandeure
im Jahr 1950 herunterzuspielen. Das ist eine Büchse der Pandora für die US-Regierung. Man
hat wohl entschieden, die Akte über Nogunri zu schließen, um sie auch in Gott weiß, wie
vielen anderen Fällen zumachen zu können. Das Untersuchungsteam war angewiesen im Fall
Nogunri zu ermitteln. Spätere Geschehnisse wurden von den Ermittlern nicht einer solchen
genauen Überprüfung unterzogen, weil das nicht zu ihren Aufgaben gehörte. Der Zwischenfall
von Nogunri scheint aber nicht nur für die amerikanische Regierung ein Problem zu sein.
Am Vorabend der Veröffentlichung des ersten AP-Berichts entdeckte das Komitee der Überlebenden
von Nogunri, dass die südkoreanischen Behörden die Einschusslöcher in Tunnel hatten verputzen
lassen. Als die Eisenbahngesellschaft diesen Tunnel verputzte, konnten wir uns nicht des
Eindruckes erwehren, dass etwas anderes dahinter steckt. Es gibt hunderte undichter Tunnel
in Korea. Wir sind überzeugt, er wurde verputzt, um den Fall zu vertuschen. Aber die Überlebenden
wollen nicht vergessen. Ihr Komitee kämpft seit 1960 für eine Wiedergutmachung. Und
sie sind nicht bereit aufzugeben. Die amerikanischen Ermittler haben die Untersuchungsergebnisse
verdreht und geschönt. Die Augen der ganzen Welt blicken nach Amerika, um die Wahrheit
über Nogunri zu erfahren. Die USA sollten nicht die Stimmen kleinerer Länder ignorieren.
Ich glaube, dieses Verhalten der USA sollte weltweit bekannt gemacht werden, damit die
USA ihre Position ändern und bereuen. Aber es ist nicht wahrscheinlich, dass die US-Regierung
diese Taten bereuen wird. Sie hat das abgelehnt, sich formell für die Morde von Nogunri zu entschuldigen
oder eine Wiedergutmachung für die Überlebenden zu leisten. Die amerikanischen Soldaten der
siebten Kabalerie jedoch können nicht vergessen. Sie müssen mit der Erinnerung an Nogunri leben.
Jeden Tag.
Da lag ein kleines Mädchen, das ich getötet hatte. Kein Tag vergeht, ohne dass mich das quält.
Ich träume ziemlich viel von diesem Mädchen. Ich halte sie an der Hand. Ich sehe nicht
ihr Gesicht, aber ich weiß, dass sie es ist, wegen ihrer Frisur diesen schwarzen, streng
gescheitelten Pop. Dann wache ich auf, schwitzend, zitternd, und ich habe Angst, dass dieser
Traum wieder kommt. Man kann das nicht vergessen, egal wie sehr man es versucht oder wie viele
Pillen man nimmt, es frisst einen auf. Und je älter man wird, umso schlimmer wird es.
Wir waren in der Hölle, aber wir sind nicht wieder herausgekommen.
Wer weiß.
Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich nie gedient.
Ich wäre daheim geblieben wie ein guter Junge, hätte ein Handwerk gelernt, eine Familie
gegründet und müsste nicht damit leben. Aber das kann ich nicht.
