Was steht da, Kunst, Kunst?
Also, jeder ist ein Künstler und alles kann Kunst sein und da steht es halt dran.
Auf der Dokumenter hängen auch viele Sachen oder waren viele Sachen ausgestellt, die ohne Erklärung nicht zu interpretieren sind.
Vielleicht muss man die Biografie des Künstlers kennen.
Drahtfahren verboten, sollen wir jetzt die Bilder kommentieren?
Sollen wir über die Bilder reden oder sollen wir uns weiter unterhalten?
Ich weiß es nicht.
Ihr macht es euch ja leicht.
Ja, wer stört?
Ach, ihr stört!
Ja, aber die Kollegen, du wolltest jetzt...
Die Bilder haben euch eine Stütze für euch im Strenz.
Okay, also wenn wir kein Gesprächs mit Thema mehr hätten, dann kommen wir auf die Bilder zurück.
Das machen wir dann, ja.
Also, geh zurück zur Landstraße.
Sagst du deinen Namen noch mal?
Noch mal, dann jeder, Kappelutti ist mein Name.
Thomas Hobein.
Bitte?
Ja, dann Hao und dann Bein.
Hobein.
Kappelutti, bist du verwandt mit dem Moderator?
Ja, ich kann auch nichts dafür, ist mein Bruder.
Ja, dass du nichts dafür kannst, ist klar.
Ich hätte ja mit ihm verheiratet sein können.
Zumuten auch einige.
Ja, ich bin nicht verheiratet, ich bin die Schwester.
Eine der Schwestern.
Und du bist Thomas Hobein.
Ja.
Und warum bist du hier?
Weil die mich eingeladen haben und ich keine Ahnung hatte, was auf mich zukommt und ich war einfach neugierig.
Auf ein Blind Date?
Ja.
Hattest du schon mal ein Blind Date?
Nein, du bist mein erstes Blind Date.
Echt?
Ja, ich hatte schon mal Blind Dates.
Aber nicht in der Öffentlichkeit.
Dann bin ich ja bei deiner Erfahrung in Sicherheit.
Du weißt ja, wie es geht.
Ja, die gehen relativ schnell.
Man schenkt sich was zu Trinken ein und dann hofft man, dass irgendeine Freundin anruft und sagt, ich hol dich jetzt hier raus.
Aber das machen wir heute Abend nicht.
Okay.
Ich bleibe da.
Oh.
Okay, also...
Da die ja nur Leute irgendwie eingeladen haben, die was mit Werbung, Kultur, Fernsehen, Medien, Architektur und so weiter zu tun haben, was treibst denn?
Du so?
Nämlich an.
Du bist der Architekt?
Ich bin kein Architekt.
Dann bist du der Werbe?
Ich wollte immer einer werden.
Ich wollte Maurer werden.
Aber dann hat mir mein Papa eine Kamera geschenkt und das ist was anderes passiert.
Das heißt, du bist Filmemacher?
Ich habe für die Werbeagentur in Frankfurt viele Filme gemacht.
Aber ich bin eigentlich Fotograf und seit Jahren schreibe ich, also ich bin Text da.
Du bist vom Bild zum Text?
Das ist um das Gleiche.
Du erzählst Geschichten, ob du Bilder machst oder ob du Geschichten schreibst.
Es ist immer dasselbe.
Und was machst du?
Also jetzt muss ich schon mal drauf zurückkommen.
Nee, erst musst du mir antworten, was du machst.
Wir haben ja Zeit, oder?
Ist es eigentlich limitiert auf irgendeine Zeit?
Aha, ui.
Das ist kein Limit.
Morgen ist Feiertag.
Na gut, dann stell deine Frage.
Erst musst du noch weiter erzählen.
Weil wenn man Werbung macht und jetzt Texte schreibt und Werbung für große Werbeagenturen gemacht hat, dann macht man ja auch ganz schön viel Mist, oder?
Ja, aber nicht nur.
Gab es irgendwann den Punkt, wo du gesagt hast, ich will keinen Mist mehr machen, ich will ehrliche Arbeit machen?
Jeden Tag.
Aber eigentlich machen Werbe auch ehrliche Arbeit.
Also das ist ein großes Vorteil.
Die Lügen denken sich nicht die Werbe aus.
Das passiert an anderer Stelle.
Ist das der Kunde, der das will?
Ja, das ist eigentlich, es gibt ja eine Agenda, das heißt, die gibt es nicht mehr in Frankfurt.
Wir kennen Ericsson, die haben den Claim an der Tür stehen, truths well told.
Also die Wahrheit, schön erzählt.
Und das ist eigentlich das, was Werbung macht.
Wenn Werbung lügt, funktioniert es hier auf Dauer nicht.
Dann versagt sie.
Weil die Leute da draußen sind ja nicht blöd.
Das merken sie ja.
Na ja.
Ja.
Warum gibt es denn so was wie Rosafarmen, Überraschungseier und es gibt auch richtig bescheuerte Werbung?
Hat ja mit der Werbung nichts zu tun, das hat sich ja eine Produktfirma ausgedacht.
Und ich glaube Überraschungseier würden auch verkauft werden, wenn es keine Werbung gäbe.
Stimmt, aber irgendwann muss man sich doch selber sagen, will man das weiterhin bedienen?
Das verstehe ich.
Es gibt sicherliche Momente, wo man sich überlegt, ob das richtig ist, was man tut.
Und wenn man so in den Bereich Mineralwasser guckt und über Nestle nachdenkt,
ist das sicherlich ein Punkt, wo du recht hast.
Aber es gibt ja auch viele Unternehmen, für die man arbeitet, wo man gar nicht in diesen Konflikt kommt.
Beispielsweise.
Ich arbeite sehr viel seit zwei Jahren im Bereich Krankenhausmarketing und Pflegeeinrichtungen.
Und da musst du ziemlich ehrlich sein.
Und das ist eine sehr ethische, moralische Angelegenheit.
Weil du kannst keinen Verkack eiern.
Du musst den Leuten ehrlich sagen, was sie kriegen.
Und ja, das ist aber auch eine schöne Aufgabe.
Das bewegt einen und man weiß, dass es sinnvoll ist.
Also sind wir doch bei dem ehrlichen Produkt.
Wie gesagt, ich kenne wenig Werber, die die großen Bescheißer vor dem Herrn sind.
Das sind alles Leute, die versuchen, so richtig gute Arbeit zu machen.
Und auch ehrlich.
Jo, bitte.
Ja.
Ja, sehr gerne.
Was für ein Wein?
Gluck Wein?
Ein Schluck Wein.
Ein Schluck Wein.
Ich hätte auch gern Schluck Wein.
Aber wenn mein Glas schon voll ist mit Cola.
Cola-Rotwein ist ein tolles Getränk.
Ich habe beim Elfer gearbeitet.
Und wenn Konzerte in der Batschkape waren und es kamen Menschen, die bestellten ein Cola-Rotwein,
dann wussten wir, die kommen nicht aus Frankfurt.
Die kamen dann vom Land.
Ja, aus der Falz oder so.
Ich trink es aus.
Bekommst du von hier?
Ich wohne in Darmstadt.
Und gebürtig bin ich aus Niedersachsen.
Also die Mainzer Landstraße kennst du auch nicht?
Doch, ich bin seit 1985 im Rhein-Main-Gebiet.
Und ich habe hier rauf und runter in der Schmidtstraße im Werk viel gearbeitet.
Also ein bisschen kenne ich mich aus in Frankfurt.
Du auch?
In Frankfurt schon, auf der Mainzer weniger.
Wobei ich die Schmidtstraße kenne, weil da das Bett irgendwann hingezogen ist.
Aber das ist mir als Fahrradfahrerin zu weit.
Was steht da Kunst?
Also, jeder ist ein Künstler und alles kann Kunst sein.
Und da steht es halt dran.
Auf der Dokumenter hängen auch viele Sachen oder waren viele Sachen ausgestellt,
die ohne Erklärung nicht zu interpretieren sind.
Vielleicht muss man die Biografie des Künstlers kennen.
Die Fahrradfahrerin verboten, sollen wir jetzt die Bilder kommentieren?
Sollen wir über die Bilder reden oder sollen wir uns weiter unterhalten?
Ich weiß es nicht.
Ihr macht es euch ja leicht.
Ihr stört?
Ach, ihr stört.
Aber die Kollegen, du wolltest jetzt...
Die Bilder aus euch sind eine Stütze für euch in der Schmidtstraße.
Okay, also wenn wir kein Gesprächs-Thema mehr hätten, dann kommen wir auf die Bilder zurück.
Das machen wir dann, ja.
Und dann geht es zurück zur Landstraße.
Das ist ein Stadtteil, den du jetzt auch...
Du kennst den, weil du sagst, du warst in der Schmidtstraße,
aber man kennt ihn ja nicht wirklich, oder?
Doch, wir haben einige Freunde von mir gewohnt über lange Zeit.
Also, das heißt, ich bin nicht zum ersten Mal bei Dunkelheit im Gallus-Viertel.
Okay, ich kenne das Gallus, weil es hier die Visionale gibt,
das hessische Medienfestival für junge Kreative vor einem Gallus-Zentrum.
Daher kenne ich das Gallus oder habe ich es zumindest so kennengelernt.
Und ich habe gerade festgestellt vor ein paar Tagen,
dass ich vor zweieinhalb Jahren mal auf Facebook geschrieben habe,
ich würde gerne ins Gallus ziehen und habe Freunde gesucht, die mitziehen.
Da wollte keiner mitkommen.
Und jetzt gehen die immobilien Preise hoch
und alle sagen, jetzt ist das Gallus schon wieder zu teuer.
Tatsächlich gehen die Preise hier hoch.
Ist das der kommende Stadtteil in Frankfurt?
Ich glaube, hier sind einige aus dem Gallus, glaube ich.
Ich glaube, die könnten das bestätigen, dass es so ist.
Ist das euer hier?
Hätte ich nicht gedacht.
Es ist ein Paradise vielleicht.
Das Gallus-Viertel ist ein Paradise-Paradies.
Ich glaube schon, jetzt haben sie doch irgendwie das Europaviertel gebaut.
Also ich habe jetzt Freunde, die sind hier hergezogen, die haben hier gekauft.
Weil sie sagen, hier entsteht viel, hier ist eine gute Infrastruktur.
Hier sind nette Leute, die hier leben.
Das ist ein Stadtteil, der schon eine gute Struktur hat.
Und es ist nicht so verkopft wie das Nordend
und nicht so viele SUV-Fahrer, glaube ich, im Gallus.
Die kommen ja dann, wenn die Mieten steigen.
Mit Sicherheit.
100 Jahre, was steht da drunter? Diebstahl?
Und das sind alles Bilder aus dem Gallus.
Okay.
Das zeigt ja schon eine gewisse Lebendigkeit dieses Bild.
Und wenn es ein ursprünglicher Stadtteil in Frankfurt ist,
verstehe ich natürlich schon, dass immer mehr Leute sich überlegen herzukommen.
Weil diese Retortenviertel, die überall entstanden sind,
also in Sachsenhausen da, um diesen Turm rum,
diesen Turm zu Babel, an der Brücke.
Und auf der Gegenseite auch, das ist ja wirklich vom Reisbrett geplant.
Und wenn man da durchgeht, das ist nicht besonders schön.
Und hier ist es natürlich bewohnt, alt, aber es lebt halt.
Und das ist was echtes.
Das ist natürlich ein Unterschied für mich.
Ich würde nie in Europaviertel ziehen oder, wie gesagt, in Sachsenhausen.
Wie heißt das?
Schlachthofgelände.
Genau, da, wo früher der Schlachthof war, genau.
Das würde mich auf keinen Fall hinbewegen.
Da würde ich auch eher hierher gehen.
Aber du wohnst ja sowieso in Darmstadt.
Ja, ich bin in Sicherheit.
Du musst keine Wohnung suchen.
Nein.
Nein?
Nein.
Das ist doch mit 20 Quadratmetern, das ist das Beste.
Okay.
Aber du wohnst in Frankfurt.
Ich wohne im angesagten Nordend.
Ah, ja, dann klar.
Ja.
Super.
Wo man Straßenberuhig, Maria hilft, genau.
Das passt ja perfekt.
Nein, ich wohne in so einem Stadtteil, der eigentlich alles hat.
Straßenverkehrsberuhigte Straßen.
Man darf Verkehr drum in die Einbahnstraße.
Einbahnstraßenfarmen im Fahrrad.
Man hat das Spielmobil, was da ist.
Man hat Straßen.
Sozialarbeiter braucht man gar nicht.
Man hat einen Markt, wo sich freitags viele Leute betrinken.
Und am nächsten Tag die Stadt das umsonst aufräumt.
Also wir haben in diesem Stadtteil eigentlich alles.
Bitte?
Nee, es gibt noch keinen Milieuschutz.
Das kann ich dir sagen, dass es den noch nicht gibt.
Ich weiß aber nicht, wie Sie das machen wollen.
Ich weiß nicht, wie Sie das geschützt zu machen.
Keine Ahnung.
Aber das funktioniert noch nicht.
Im Moment werden die Leute einfach aus ihren Wohnungen rausgeklagt.
Mir ist das passiert.
Ich habe im unteren Nordend gewohnt und bin nicht rausgeklagt worden.
Ich habe ein freundschaftliches Angebot des Verkäufer bekommen,
meine Wohnung zu verlassen.
Eines, dass man nicht ablehnen kann?
Eines, dass man nicht ablehnen konnte damals.
Weil das mit Drohung versehen war.
Was ist das, dass die Wohnungen dann irgendwie renoviert werden
und teurer vermietet werden?
Man spricht von einer Luxussanierung.
Dann wird ein Balkon dran gebaut,
einen Aufzug und ein Carport.
Und dann kostet die Wohnungen das Doppelte danach.
Ich bleibe in Darmstadt.
Darmstadt soll schön sein.
Ich kenne das gar nicht so gut.
Ich wollte auch nicht nach Darmstadt ziehen.
Ich bin ein Frankfurter Mädchen.
Ich will hier wohnen bleiben.
Lokalpatriotismus ist toll.
Es gibt diese Grenze Hiebdebach, Triptebach.
Ich will auf keinen Fall nach Sachsenhausen.
Das geht nicht, weil ich meine Orientierung verliere.
Das Gallus ist für mich eigentlich auch zu weit weg.
Es hat aber eher damit zu tun,
dass ich mit meinem Kind im Nordend wohne
und dort an die ganzen Freunde habe.
Ich bin in Frankfurt gekommen.
Da habe ich im Dornbursch gewohnt.
Es ist in der Nähe von der Batschkab.
Da hat man die Nähe zu einem Tanzlokal noch gesucht.
Vielleicht sind wir 50.
Ich bin es.
Vielleicht sind wir 70.
Man suchte noch Wohnungen in der Nähe von Tanzlokalen.
Das war für mich ganz wichtig,
in der Nähe von der Batschkab eine Wohnung zu finden.
Ich bin schon lange nicht mehr gewesen in der Batschkab.
Die zieht ihr jetzt woanders hin.
Sie wird es bald nicht mehr geben.
Dort, wo sie war, zieht ihr in Riederwald.
Das ist schade.
Es ist ja so eine Location in Frankfurt.
Ich bin seit 85 hier, an die ich mich auch gewöhnt habe.
Ich bin im Rhein-Main-Gebiet seit 1985 nicht in Frankfurt.
Das stimmt.
Du gehörst in diesem Ballungsraum, der davon zärt,
dass es in Frankfurt gute Kultur gibt?
Nein.
Da muss man seinen Hintern aus Darmstadt gar nicht rausbewegen.
Das gibt es da auch ganz gut.
Zitralstationen?
Zum Beispiel.
Aber auch andere Angebote.
Ich bin da recht zufrieden und nehme es auch reichhaltig wahr.
Das ist schon ganz gut.
Wir können davon ausgehen,
was der eine nicht hat, hat der andere halt.
War er schon zu Studienzeiten?
Jetzt hat sich gerade was...
Jetzt?
Zu Studienzeiten war er das Kesselhaus in Darmstadt.
Da war ich auch.
Im Kesselhaus war ich auch mal.
Hast du ein Visum gehabt für Darmstadt?
Nein, ich weiß gar nicht mehr, wer mich da hingebracht hat.
Aber ich war mal im Kesselhaus, das fand ich ziemlich klasse.
Ich hatte das Gefühl, dass wir das Kesselhaus in Darmstadt machen,
weil das Ding da abgerissen wurde.
Die machen das ganz gut.
Aber wenn ich jetzt gerade dieses Bild sehe,
Taschen bitte im Fahrzeug lassen.
Ist das wirklich...
Das ist doch jetzt ein Fake, oder?
Ich darf ganz kurz mal unterbrechen.
Das ist eine echte Fotos.
Ich weiß zwar nicht, wo es ist,
aber es klingt schon deutsch.
Ich kann mir das vorstellen.
Im Gallus aufgenommen.
In Dublin, was?
Ich glaube auch nicht.
Aber ein schönes Foto.
Wo auch immer das steht.
Ich sehe es aber noch mal zurück zu dir.
Was treibst du, wenn du nicht gerade hier sitzt?
Ich habe vorher zwei Jahre lang eine Werbankentour gearbeitet.
Da bin ich aber durch Zufall reingeraten.
Schrecklich.
Ich habe eine Werbankentour gegründet.
Ich bin dann...
Ich wollte übrigens auch nicht.
Den Mamma haben gefolgt.
Ich bin da gelandet und habe da zwei Jahre lang gearbeitet.
Die sind auch wirklich nett da.
Wenn Sie mich jetzt hören würden,
darf ich jetzt auch nicht schlechtes sagen.
Wer war es denn?
Da war ich ja auch mal in der Geschäftsleitung.
Bei Publis ist es Frankfurt.
Wann war das denn?
Da war ich ja auch mal in der Geschäftsleitung gegründet.
Du bist das auf deiner Seite, war ich doch.
Du hast in meinem Block gepostet.
Das gibt es doch gar nicht.
Ich habe zu deinem Namen gesagt, das habe ich schon kapiert.
Aber ich wollte noch nicht so gleich.
Ach, das gibt es doch nicht.
Was war das?
Wir haben nicht auf deiner Seite gekommen.
Über welchen Link?
Über den Alex Schwander, glaube ich.
Du schreibst diese schönen Texte.
Ja, ja.
Gut, das ist eine gute Seite.
Stimmt.
Für das Publikum um uns herum.
Wir haben dann festgestellt, dass wir was gemeinsam haben.
Dass wir nämlich einen gleichen Arbeitgeber hatten.
Ich bin Ende 2004 da,
abgedampft und habe eine Andrage in Tour gegründet.
Und die habe ich jetzt aber auch verlassen.
Und mache jetzt meinen eigenen Kram in Darmstadt.
Alleine?
Ja, mit ein paar Leuten drum herum.
Ich baute so ein Netzwerk auf, funktioniert ganz gut.
Im Moment pendel ich zwischen Bern und Münster hin und her
und arbeite für verschiedene Agenturen.
Zwischen Bern und Münster?
Bern ist in der Schweiz und Münster ist in Nordrhein-Westfalen.
So, da gibt es verschiedene?
Ich wollte das jetzt sagen, weil ich eine Frau bin.
Ich meine, ich muss meine Geografische.
Damit du nicht falsch abbiegst, genau.
Mein Lieber.
Münster ist Tatort.
Bern ist die Schweiz, kenne ich auch gut.
Meine Eltern haben sich in der Schweiz kennengelernt.
Also, das weiß ich schon.
Hättest du jetzt gesagt, Rüsselsheim und irgendein anderen Ort,
da hätte ich nicht gewusst, wo das ist.
Aber das Bern und Münster kenne ich schon.
Das heißt, du pendelst zwischen zwei Orten?
Nein, zwischen mehreren Orten, das sind so die Landmarks
im Süden und im Norden im Moment.
Und da hast du deine Krankenhäuser?
Nein, auch Werbeagenturen.
Für die, die du als Texte arbeitest?
Genau.
Gut, frei.
Ich bin jetzt auch wieder frei.
Aber dein Blog machst du weiter?
Mein Blog schreibe ich weiterhin.
Gut.
Auch frei.
Unbezahlt.
Ich denke ja, dass bei mir irgendwann mal was rauskommt.
Dass sich irgendeiner findet, der mich beauftragt,
weil ich so schöne Texte schreibe.
Aber das müsste dir doch auch gelingen.
Das ist ja recht vielseitig, was du da stellst.
Da musst du irgendwelche Leute geben, die Interesse daran haben,
dich dafür zu bezahlen.
Die hören die uns jetzt zu.
Wer will, kann mir gerne Angebote machen.
Ich schreibe auch gerne für Sie Texte.
Das war jetzt eigentlich nicht meine Intention.
Ich schreibe ganz gerne über das, was ich tue.
Ich hoffe auch, dass ich damit bald Geld verdiene.
Weil ich bei Püblisses aufgehört habe, aus verschiedenen Gründen.
Bei Püblisses hören alle aus verschiedenen Gründen,
nach einer gewissen Zeit auf.
In der Werbeagentur muss man irgendwann aufhören,
wenn man ehrliche gute Arbeit machen will.
Sag ich jetzt mal so, ketzerisch.
Man kann durchaus ethische Prinzipien verfolgen
in der Werbeagentur und nicht lügen.
Ich habe das auch nie getan.
Es gibt sicherlich grenzwertige Dinge.
Ich würde zum Beispiel ungern für politische Parteien Werbung machen.
Egal für welche, weil die enttäuschen dann doch alle.
Aber im Prinzip lässt sich das alles darstellen.
Ich kenne jetzt deine Geschichte natürlich bei Püblisses nicht.
Vielleicht hast du da Erfahrungen gemacht, die ich nicht gemacht habe.
Nein, also Püblisses, mein Arbeitgeber, die waren total nett zu mir.
Die hätten auch gesagt, dass ich reduzieren kann.
Die waren wirklich super.
Aber ich will einfach was anderes machen in meinem Leben.
Ich habe einfach keine Lust mehr, in einem Betonklotz zu arbeiten.
Das verstehe ich gut.
Weil eigentlich der Volker Schrader ist ja ein ganz netter,
mit dem habe ich jetzt zusammen studiert in Darmstadt.
Und kann mir nicht vorstellen, dass er ihm das Leben schwer macht.
Nee, aber jetzt reden wir auch nicht weiterhin über diese Arbeit.
Das ist ja doof bei dem Blind Date.
Ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres,
als wenn jemand bei einem sitzt und der die ganze Zeit über seinen Job erzählt.
Zumindest war das schon der Grund,
warum ich einige Blind Dates abgebrochen habe.
Wir wollen heute Abend nicht.
Und wir reden jetzt auch nicht über Atomkraft.
Nein, danke, wenn das da drauf steht.
Ich kann den Rest auch nicht lesen,
dass die Alters Schwäche meiner Linien sind.
Danke, das ist wieder ein großes Schild.
Wir machen weiter im Thema.
Also ich rede jetzt nicht mit dir über die Bewerberangentur.
Das ist ja doof.
Das wäre ja wieder nur Arbeit.
Wir wollen über das Leben reden, oder?
Macht mal beim Blind Date.
Gerne.
Hast du Kinder?
Nein, ich bin nicht verheiratet, aber auch keine Kinder.
Okay, ich bin auch nicht verheiratet, habe ein Kind.
Abgar.
Dann haben wir die Rahmenbedingungen ja geklärt.
Und jetzt mal zurück.
Weil du gesagt hast, wir sind beide unvoreingenommen hergekommen.
Was hattest du für eine Vorstellung, was das für so ein Blind Date wird?
Ich hatte ehrlich gesagt gar keine.
Ich habe mit nichts gerechnet,
weder was mit etwas Schlimmen noch mit etwas Nettem.
Ich habe auch mit nichts Schlimmen gerechnet.
Aber es ist passiert.
Nein, es ist ja überhaupt nicht schlimm.
Ich hatte einen extrem stressigen Tag.
Ich musste sogar mein Fahrrad in ein Taxi befrachten,
weil ich das überhaupt nicht geschafft hätte, herzukommen.
Jetzt bin ich aber froh, dass es so angenehm ist,
hier mit dir zu sitzen.
Auch wenn die Bilder mir jetzt wenige sagen,
über die wir reden sollen oder über die wir reden können.
Wir können über die Bilder reden.
Ich gucke die Bilder gar nicht an.
Ich würde mir meine Aufmerksamkeit voll dienen.
Das ist ja echt so Blind Date-mäßig jetzt.
Das habe ich auch vorher auswendig gelernt.
Hast du noch ein paar Tipps geholt?
Ich habe letzte Woche im Radio gehört, es gibt so eine neue App,
aber ich habe leider keine App.
Es gibt so eine Blind Date-App, aber ich habe kein Handy,
wo man dann wirklich einstellen kann,
dass einem eine x-beliebige Person anruft,
wer an dem Blind Date und dann antwortest du so,
okay, ich komme, alles klar, kein Problem.
Das habe ich jetzt aber leider nicht, um abhauen zu können.
Soll ich dir mein Handy leihen?
Goethe-Hotel oder Aldi?
Aldi, dann auch das Öko-Gemüse vom Aldi oder nicht?
Das hatte ich noch nie, keine Ahnung.
Ich bin was Bio-Gemüse betrifft.
Tegutkunde, um mir mal Schleichwerbung zu machen.
Ich arbeite aber nicht für Tegut.
Aber du kaufst bewusst ein.
Du lebst bewusst?
Ja, auch bewusst falsch, wenn es darauf ankommt.
Hauptsache bewusst.
Du kochst gerne?
Ja, ich habe mein letzter Job in meiner letzten Werbeagentur,
ich habe ein Kochbuch geschrieben.
Das heißt ja nicht, dass du gerne kochst.
Das heißt es sehr wohl.
Es gibt auch Leute, die schreiben Kochbücher und kochen nicht gerne.
Das würde mir aber dann nicht gelingen,
weil das würde man merken an den Texten.
Was war das für ein Kochbuch?
Bei einem Jahr habe ich die Rezepte im Block von Wolkenkratzer veröffentlicht
und zum Schluss als Kochbuch gesammelt.
Das ist ganz nett geworden.
Das heißt, ihr habt mit euren Mitarbeitern zusammengekocht?
Ja, klar.
Was war mit der Arbeitszeit?
Ich denke, dass meine Partner immer gedacht haben,
wir kochen zu lange.
Kreativ kann man nur sein,
wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ansonsten kommt nur Mr. war raus.
