Wir haben bei der Einzeitung eigentlich die eine Regel, die ist auch nicht von uns.
Don't be stupid.
Was du nicht auf dem Marktplatz rumschreien würdest, das tu auch nicht in Netzwerken.
Ich morgens zur Arbeit fahre, dann habe ich zu Hause schon mal geschaut, was in der Nacht an die Reinzeitung getötet wurde,
was in der Nacht in der Reinzeitung an die Pinwand beschrieben wurde,
welche Activites es mit links zur Reinzeitung gibt, und habe vielleicht auch schon ein Text-Apps online gestellt und verbreitet.
Ich bin Lars Wiener, ich bin bei der Reinzeitung für Social Media verantwortlich,
bin an Gewächs der Reinzeitung, habe 92 Mitarbeiter angefangen, dann später auch bei der Reinzeitung volontiert,
war in verschiedenen Lokalredaktionen, auch in der Redaktionsleitung von Lokalredaktionen,
war mitverantwortlich für die Rheinland-Pfalz-Seite, als die Chefredaktion im Januar 2009 sagte,
Twittert mal, und dann war ich einer von denen, die getwittert haben,
und im Herbst 2009 der erste Social Media Redakteur einer Regionalzeitung in Deutschland.
Ich habe beim Reinkommen auf dem iPhone gesehen, dass es eine neue Meldung von der Lokalredaktion gibt,
dass ein 12-jähriger und 15-jähriger fast zu Tode gewirkt hat in dem Ringkampf,
und habe sehr schnell gesehen, dass wir das Kollegen das auf die Startseite nach vorne bringen,
und habe diese Meldung über unseren Hauptaccount weiterverbreitet.
Ich werde den jetzt auch noch bei Facebook verbreiten.
Dafür werde ich ihn kurz anpacken noch, weil der Text, wie er derzeit online steht, halt kein Bild.
Wir werden dann noch irgendein Teaserbild schnell reinpacken.
Bei den Dingen, die ich verbreite, gibt es für mich zunächst eigentlich zu beachten,
dass wir in Twitter, in meinen Augen anders aufgestellt sind als in Facebook.
Twitter haben wir eigentlich ein nationales Publikum,
die wir auch mit zu stark regionalen Themen abschrecken würden.
In Facebook, da sind unsere Fans eigentlich nur aus der Region.
Wir haben dann auch recht bald die Konferenz.
Wir haben zwei Großthemen heute im Bundestag, zum einen die Abstimmung Frauenquote.
Vielleicht bin ich in unseren Konferenzen auch ein bisschen so was wie der Anwalt für die,
die sich in den gängigen Zeitungsthemen noch nicht unbedingt wiederfinden.
Mir fehlte kein Thema, was wir bedingendiert haben.
Ich denke, dass wir von der Publikum sehr, sehr gut liegen.
Und ein Anwalt für die Themen, die erst noch aufkommen.
In Hörkranzhausen gibt es einen Verein, der da gerade eine Scheune gekauft und umbaut,
um da Hunde aus Spanien aufzunehmen, um die vor der Tötung zu bewahren.
Da sollen wir nächstes Mal geschichten.
Ja, sicher. Aber ein Aspekt dazu, eine Handgeschichte.
Die haben sich gestern Abend auf Facebook gemeldet,
weil sie dringend ein paar Sekizement brauchen.
Dann vielleicht gar nicht zu Themen werden.
Also ich liege da mit Einschätzungen auch schon mal daneben,
in Teilen aber auch dann tatsächlich.
Stunden, Tage später, richtig große Themen sind.
Jo, dann komme ich noch zu einer umspannenden Geschichte,
zu der ich gerne mehr wüsste.
Da stand in der Lokalplanung drin das Stichwort 15-Jähriger Lebensgefahr.
Ich habe jetzt an melde ich so ein paar Hintergründe auf dem Glas bekommen.
Also einen Ringkampf in Lonnich angefeuert von weiteren Jugendlichen,
der dazu führte, dass einer der von drei dann fast gestorben wäre.
Das interessiert mich sehr.
Während der Konferenz, kam eine Direktnachricht von einer damaligen Koblenz,
die ich kenne, die hat gesehen, dass ich den Beitrag zu dem
24-Jährigen der den 15-Jährigen fast zu Tode gewirkt hat, gepostet habe.
Und die gibt mir den Hinweis dazu, dass in diesem Ort
Jugendkriminalität ein ganz großes Problem sei.
Hat mir jemand genannt, der mehrfach Opfer wurde,
der aber keine Anzeige erstattet hat, aus Angst vor Repressalien
und will jetzt versuchen, zu dem Kontakt herzustellen,
um uns vielleicht anonym etwas noch zu erzählen.
Es ist ganz klar so, dass uns soziale Netzwerke jeden Tag
an irgendwelchen Stellen besser machen.
Sie machen uns entweder schneller, weil wir früher was erfahren
oder sie korrigieren Fehler, sie korrigieren Einschätzungen.
Da draußen sind so viele Menschen, die zu so vielen Themen Experten sind,
die sich dann auch zu Wort melden, die Ergänzungen liefern.
Wir profitieren jeden Tag davon.
Das, was ich tue, ist natürlich in manchen Teilen auch fast
eine Belästigung für Kollegen.
Ja, hallo, hier ist Lars und das Schönen guten.
Möchtest du, hast du gesehen, dass wir noch den ein oder anderen
Erlebnisbericht von Leuten, wie sie das Erdbeben mitbekommen haben,
auf Facebook haben?
Für die Kollegen bin ich sicher sowas wie noch eine Quelle,
die Versammlung von noch einer Quelle.
Ich meine jetzt auf der Facebook-Seite von der Rheinzeitung.
Es gibt 35 Rückmeldungen von Leuten, die gesagt haben,
ich habe es gemerkt, ich habe es nicht gemerkt, ich habe es so gemerkt.
Das sind dann zum einen wirklich Hinweise, die Lokalredaktionen helfen,
die Kollegen auch hier helfen.
Ja klar, wo wir Dinge eben früher erfahren, wo wir Dinge erfahren,
die wir sonst gar nicht erfahren hätten.
Zum anderen sind das aber auch eine weitere Störung im Ablauf.
Und nicht immer ist auch ein Hinweis unbedingt so,
dass daraus am Ende was rausspringt.
Manchmal puppt sich sowas aber auch als Luftnummer.
Okay, alles klar.
Bedehnt euch.
Okay, kein Ding, tschau.
Der ein oder andere Kollege hat sicher schon mal das Gefühl gehabt,
dass man sich nicht zu verantwortlich fühlt für alles, was da passiert.
Ich bin da inzwischen recht froh,
dass wir sehr gute Urlaubsvertretungen organisiert haben,
dass wir Wochenendvertretungen organisiert haben,
weil es gab Zeiten.
Da hatte ich auch im Urlaub keine ruhige Minute,
weil ich Angst hatte, der Twitter-Effekt war zu kommen.
Und ich habe das Gefühl,
ich habe das Gefühl,
ich habe das Gefühl,
ich habe das Gefühl,
ich habe das Gefühl,
der Twitter-Account, da passiert etwas.
Man läuft Gefahr persönlich damit, viel zu verknüpfen.
Wenn man da länger aktiv ist,
kennt man die Menschen zum Teil auch.
Man weiß, was die für eine Erwartung haben,
will diese Erwartung nicht enttäuschen.
Und läuft dann Gefahr gar nicht mehr abzuschalten.
Ich weiß nicht, ob es eine Sucht ist
oder ob es ein Pflichtgefühl ist.
Es hat bestimmt in Teilen etwas von Sucht.
Social Media ist auch eigentlich ein Belohnungssystem,
das sonst kaum ein Journalist hat.
Ich bekomme ständig Rückmeldung.
Wenn ein Tweet gut war,
wird er ständig reduitet.
Jeder Reduit ist eine kleine Belohnung.
Man kann das so auffassen.
Wenn man sich das nicht bewusst wird,
dann kann das seine Gefahren mit sich bringen.
Es ist durchaus so, dass ich relativ wenig rauskomme.
Die allermeisten Recherchen, die ich mache,
lassen sich vom Computer machen.
Über Telefonen im Salzfall dann auch noch
oder über ein Video Chat.
Hier und da lasse ich es mir dann nicht nehmen.
Dann sehe ich auch zu, dass ich noch mal rauskomme.
Ich schau mir an, ein Spiel, das für mich
sehr viel Potenzial hat,
in den nächsten Wochen, Monaten noch
sehr viel größer rauszukommen.
Das heißt aber, wenn er hekt und du hekt,
jeder findet dann noch mal ein Item.
Das blendet in Karten auf dem Handy, auf dem Smartphone.
Virtuelle Realität ein.
Es zwingt eigentlich dazu, mit anderen zusammen zu interagieren.
Ich glaube, es steckt für Google noch einiges an Potenzial,
in ganz vielen Gebieten darin.
Google Spiel, Google Plus wird wahrscheinlich
gut miteinander verbunden sein.
Das muss aber ehrlich geschehen,
das war das erste Mal, dass ich Google Plus benutzt habe.
Das ist für mich ein spannender Punkt.
Ich glaube, dass sehr viele so zu Google Plus kommen.
Das macht es für mich auch interessant.
Was ihr für Einschätzungen habt,
was das alles noch nach sich zieht.
Die Menschen, auf die bin ich gestoßen über Google Plus,
wo es eine Gruppe gibt, in der die sich organisieren.
Genau, wenn du hinten durchguckst, super.
In dieser Gruppe habe ich mich gemeldet und gefragt,
ob wir uns mal treffen können.
Die waren sehr erstaunt, dass ein Journalist von dem Thema
schon Wind bekommen hat.
Und waren auch sehr erfreut, dass Interesse daran ist.
Ich glaube, dass wir noch nicht da angekommen sind,
dass in jeder Lokalredaktion, in jeder Zeitung,
in jedem Medienhaus jeder Social Media beherrschen muss.
Aber ich glaube, jeder muss begriffen haben,
dass es einen Wandel gegeben hat,
dass sich dort unheimlich viel abspielt.
Und muss dann jemanden kennen, den er im Zweifelsfall dazu zu ratezieht,
der dann für ihn mal schaut, was passiert dort.
Es gibt so viele Themen, wo sich so viele Informationen
abseits der bisherigen Informationskanäle abspielen,
wo ich einfach auch ganz alt aussehe,
wenn ich die außen vorlausse.
