Mein Name ist Matthias Vorbot und ich habe als Kind im Alter von acht Jahren mit dem Geigenunterricht begonnen.
Ich habe dann über Jahre an der Musikschule Geigenunterricht gehabt und irgendwann kam der Wunsch auf, den Beruf eines Geigenbaus zu erlernen.
Ich bin dann nach Magna Größen gegangen, 1985 habe dort meine Ausbildung begonnen bis 1995 und seitdem selbstständiger Geigenbauer.
Als ich mich 1995 selbstständig gemacht habe, bin ich auch zu den nächsten Kollegen gefahren und das war Blingen Braunschweig, der Firma Rautmann.
Die Elfi Rautmann war dort als Geigenbauer in Tätig, sie ist Ende 2008 verschorben und im Frühjahr 2013 nahm der Sohn von Elfi Rautmann Kontakt zu uns auf.
Wir haben uns hier diese Werkstatt angeboten und ich durfte mit ihnen dann auch einen Vertrag abschließen und wir haben eben diese Werkstatt übernommen und betreiben die nun weiter.
Wenn man ein Instrument baut, hat man im Prinzip eine kleine Auswahl in Hölzer, man verwendet für die Decke Fichte, für den Boden, für die Seitenteile und für den Hals.
Der Hals wird Ahn verwendet, das Griffbrett, die Wirbel, der Seitenhalter und der Kinhalter bestehen aus Ebenholz und diese Hölzer verwendet man dann im Prinzip auch bei entsprechenden Reparaturarbeiten.
Es ist so, dass im Jahr 1844 der erste Geigenbauer der Familie Rautmann angezeigt hat, dass er Geigen anbietet und hat also in dem Jahre die Geigenbauwerkstatt hier eröffnet und das ist im Prinzip auch der Startpunkt für Geigenbau in Braunschweig.
Wenn man ein neues Instrument baut, muss man in reiner Arbeitszeit ca. 180 bis 200 Arbeitsstunden rechnen.
Es ist also so, dass die Ansichten zu alten und neuen Instrumenten teilweise sehr unterschiedlich sind, dass man auch schon Versuche gemacht hat und hinter dem Vorhang Geigen eben auch gegenübergestellt hat.
Sicher ist es so, dass eine Geige, die 300 bis 400 Jahre alt ist, auch eine entsprechende Geschichte hat, von guten Musikern gespielt worden ist, aber dass man nun wirklich einen direkten Vergleich und Unterschiede hört, möchte ich nicht behaupten.
Für mich ist einfach das Schöne in diesem Beruf, dass man aus einem im Prinzip toten Werkstoff wieder etwas Lewendiges macht.
Man hat den Baum, der dann irgendwann abgestorben ist, den man gefällt hat und wenn das Instrument fertig ist, bringt man es zum Klingen und entsteht etwas Neues und das eben auch für eine lange Zeit.
