Dieser Landstrich südlich von San Francisco spielt in meinem, in ihrem, im Alltag von uns allen eine ganz große Rolle.
Denn Google, Facebook und Apple haben hier ihren Firmensitz im Silicon Valley.
Von hier kommt immer das heißeste und neuste in Sachen Technik.
Wir haben uns vor Ort umgeschaut, ein besonderer Einblick, der Ihnen gefallen wird.
Maurice Mission, das Silicon Valley erkunden.
12 Stunden hat er dafür Zeit. Start 7 Uhr morgens.
Unser Reporter macht sich auf den Weg in die Gegend südlich der San Francisco Bay.
Danach, dass hier die Welt neu erfunden wird, sieht es aber nicht aus.
Vorstattmief statt Mythos?
Ich habe das tatsächlich so nicht vorgestellt. Es fehlt voll bling-bling.
Also ich dachte tatsächlich, hier ist mehr High-Tech am Start.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mark Zuckerberg hier von morgens her geht und Brötchen kauft, um danach die Welt zu verändern.
So sieht das gar nicht aus.
Eine weitere Ernüchterung.
Das Silicon Valley ist geografisch gesehen gar kein Tal, sondern ein riesiges Gebiet mit rund 4000 Quadratkilometern.
Über 2 Millionen Menschen leben und arbeiten hier, verteilt auf 30 Orte, die inzwischen zusammengewachsen sind.
Und das Valley breitet sich immer weiter aus.
Silicon bedeutet übrigens nicht etwa Silikon, sondern Silicium, einer der wichtigen Rohstoffe der Halbleiterindustrie.
Angefangen hat alles hier.
Rund um die Stanford University haben Absolventen in den 50er Jahren die ersten Unternehmen gegründet.
Ein Journalist gab der gegen 1971 schließlich ihren Namen. Zurecht.
Heute gibt es hier rund 7000 Software und IT Firmen.
Ein Ort, der unser aller Alltag revolutioniert hat, befindet sich in dieser fast schon spießig anmutenden Vorstadsiedlung.
Hier fand im Jahr 1976 eine Art technischer Urknall statt.
Ich bin jetzt hier an der Garage, in der Steve Jobs Apple gegründet hat.
Das ist die Garage, Adresse 2066.
Und da wohnen bis heute noch tatsächlich Menschen drin. Deshalb darf man da auch nicht nah ran.
Man darf nur Bilder machen von der Straße, man darf auf gar keinen Fall auf den Weg laufen.
Also dieser Gründergeist, den man hier auch spürt, das ist so ein bisschen das.
Es hat halt auch ein bisschen was von wie so ein Pilgerort.
Und es dauert natürlich nicht lange. Da tauchen auch schon die ersten Apple-Jünger auf.
Ich benutze schon immer die ganzen Sachen von Apple. Ich wollte mal sehen, wo alles angefangen hat.
Wir machen heute eine Tour durchs ganze Siliken Welle.
Und die macht Maurice jetzt auch.
Aber wo sind die ganzen hochmodernen Firmenkomplexe?
Das Zentrum erinnert eher an eine Kleinstadt.
High-Tech und Volkenkratzer? Nicht mal ein Hauch von Moderne.
Ich bin jetzt angekommen in Palo Alto. Das ist so ein bisschen das Zentrum der Siliken Welle.
Und ich habe mir eigentlich erwartet, dass es hier gigantische Firmenzentralen gibt.
Von Facebook, von Twitter, von Google. Aber nichts ist.
Das schaut ja alles aus wie so ein kleines Dorf. Es ist sehr gemütlich.
Der Eindruck täuscht. Hinter den Fassaden spielt Zukunftsmusik.
Maurice besucht das Cooper Café. Es gilt als der Treffpunkt für Stardaps und Investoren.
Bezahlt wird hier natürlich mit der Internetwährung Bitcoins.
Ich nehme ein Cooper Frappé und ich bezahle mit Bitcoins.
Hier siehst du den QR-Code. Das ist die Adresse für deinen Geldbeutel.
So bekommen wir die Bitcoins.
Du musst sie nur scannen, dann wird das Geld transferiert.
Drücke ich Senden? Ja, Senden drücken. Das ist alles. Lass mich mal sehen.
Ja, wir haben die Bitcoins erhalten. Alles in Ordnung.
Wer ein Café im Siliken Welle betreibt, der hält seine Kundschaft nicht nur mit Kaffee,
sondern auch mit technischen Spielereien bei Laune.
Was für Leute kommen hierher?
Die unterschiedlichsten. Von Studenten, jungen Gründern bis hin zu Kapitalgebern.
Aber auch berühmte Leute aus dem Siliken Welle.
Steve Jobs mit seiner Frau war zum Beispiel hier.
Ich suche nach Superbrains und Geeks. Kommen die auch hierher?
Ja, klar. Der Gründer von Google kam zum Beispiel mal hierher mit der Googlebrille.
Das war aufregend.
Wir können heute zwar nichts aufregendes erkennen, aber fest steht,
Cafés wie dieses spielen im Siliken Welle eine wichtige Rolle.
Leute kommen zum Arbeiten her und vor allem zum Netzwerken.
Ganz im Geeks-Style hat Maurice jetzt einen Termin
mit dem deutschen Marketing-Profi Frédéric Herrmann.
Der erklärt unserem Reporter, warum Reichtum und Piumiergeist im Welle
nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind.
Das Glas ist ein bisschen enttäuschend, dass man hier nicht die großen,
silbernen Glas-Skystrapers sieht.
Aber ich glaube, das ist genau das beschreibt, was hier im Siliken Welle
auch sehr verbreitet ist.
Das ist unser Understatement.
Du hast ja jede Menge multimillionäre und Billionäre,
die in den Clipshops und der Shorts und kurzer Hose und T-Shirt
rumlaufen und gar nicht das unbedingt zu zeigen müssen.
Es geht mehr um die Idee und die Idee zu verwirklichen
und das vorwärtszudreifen.
Frédéric will uns die Firma zeigen, für die er im Siliken Welle arbeitet.
Ein typisches Start-up, also ein kleines junges Unternehmen
mit wenigen Mitarbeitern.
LUMO entwickelt wearables, tragbare Sensoren.
Die neuste Erfindung, ein Sensor, der uns im Alltag daran erinnert,
aufrechtzusitzen.
Begebt dich nochmal in guter Position.
Ich bin doch die ganze Zeit in einer guten Position.
Genau, nochmal in kurzer Kalibrierung.
Genau.
Und jetzt können wir das testen,
indem du jetzt bist in guter Position.
Und jetzt geh mal in nicht so gute Position.
Die E-Mails müssen beantwortet werden.
Und da ist die Vibration.
Und dann setzt du dich wieder gerade hin.
Da kommt die Vibration.
Okay, das merke ich schon ganz gut, ehrlich gesagt.
Ich persönlich finde das ziemlich gut.
Für mich wäre das tatsächlich was,
weil ich im Büro sehr oft zusammen sacke und am Abend feststelle,
der Rücken tut weh.
Und das war Hindertis total.
Genau, das ist eigentlich wieder eine Mutter, die dich daran erinnert,
mal wieder gerade zu sitzen und gute Haltung zu entwickeln.
Warte mal, Frédéric.
Das heißt, ich nehme in Zukunft meine Mutter mit ins Büro,
ich bin ein Start-up im Welle aus, wie wissen wir jetzt.
Aber bekommen wir auch die Großen vor die Kamera.
Maurice fährt einfach mal hin.
Erster Anlaufpunkt, die Apple-Zentrale.
Ein nüchterner Firmenkomplex ohne großes Logo.
Eine Drehgenehmigung haben wir hier leider nicht bekommen.
Ich warte auch. Also fahren wir weiter.
Und jetzt soll hier Facebook kommen.
Das sieht gerade überhaupt nicht aus nach Facebook.
Die Gegend erinnert tatsächlich eher an einen Schrottplatz.
Doch der weißblaue Daumen zeigt an,
dass sich der Weltkonzern ganz in der Nähe befinden muss.
Wieder finden wir ein unscheinbares Gebäude ohne großes Logo vor.
Und jede Menge Touristen im Schnappschuss waren.
Nicht nur ich verbringe meine halbe Lebenszeit vor Facebook,
sondern auch diese ganzen Menschen, die hier rumlaufen.
Es ist ein unglaublicher Touristenmagnet.
Nächster Anlaufpunkt, der Google Campus.
Okay, sieht schon etwas imposanter aus.
Doch so richtig will sich auch hier niemand über unseren Besuch freuen.
Ohne Drehgenehmigung hat der Spaß hier schnell.
Also folgt Maurice der Einladung unseres Insiders
Frederik nach San Francisco.
Der aktuelle Hotspot des Welles befindet sich nämlich skurrilerweise hier.
Immer mehr Start-ups finden den Weg in die Stadt
und lassen sich im hippen District South of Market wieder.
So auch so hier und Philipp.
Vor dreieinhalb Jahren sind sie hierhergekommen,
um ein Netzwerk aufzubauen und ihre App zu launischen.
Das einzigartige hier ist das Ökosystem drum herum.
Es gibt viel mehr Leute, die hier schon mal was richtig großes aufgebaut haben.
Und von deren Erfahrung kann man natürlich ungemein profitieren.
Ich vergleiche das immer gerne mit Fußballspielen.
Also wenn du in Kalifornien bist und bist Fußballspieler,
das Beste, was du machen kannst, ist eigentlich nach Europa gehen.
Da gibt es Leute, die leben das den ganzen Tag.
Da gibt es ein ganzes Ökosystem, ist einfach besser für dich.
Und als Softwareunternehmer ist es besser, nach Silicon Valley zu kommen.
Mit ihrer App können User-Daten, Dokumente und Fotos auf dem Smartphone und Tablet sichern.
Mittlerweile benutzen über 2 Millionen Menschen Keep Safe.
Eine echte Erfolgs-Story also.
Seid ihr Superbrains? Seid ihr Geeks?
Ich würde mich schon als Geek einstufen, ja.
Also ich glaube, die Definition von einem Geek ist einfach jemand, der sich sehr dafür begeistern kann,
eine bestimmte Sache zu tun und sich da richtig tief reinsteigern kann.
Und wir bauen halt gerne Sachen und wir sind halt gut im Software bauen.
Und darum können wir uns vielleicht noch das Software-Geek sehen.
Sogar den Geeks hat Maurice also noch gefunden.
Nach 12 Stunden und über 100 Malen wird es Zeit für ein Resümee.
Wie sieht es aus mit dem Mythos?
In Flüschen ist es dunkel und ich bin in San Francisco.
Heute Morgen bin ich angekommen im Silicon Valley, um einen Hoch-Technologie-Park zu sehen,
voller Industriefirmen. Das ist ja de facto nicht.
Er ist auch überhaupt gar nicht glamourös, sondern ist tatsächlich eine Ansammlung von Firmen
in einer Vorstaatssiedlung, die täglich daran arbeiten, die Welt zu verändern.
Ob sie sich auch verbessern, das muss jeder selbst entscheiden.
