Am 23. Mai 2017 tötete laut Presseangaben ein Selbstmorddatentäter bei einem Sprengstoffanschlag
in Manchester mindestens 22 Menschen.
Die Explosion eignete sich im Foyerien nach einem Konzert der US-amerikanischen Pop-Sängerin
Ariana Grande.
Die Polizei hätte einen 22-jährigen Briten, libyscher Abstammung als Täter identifiziert
und ermittelt nach weiteren Mittätern.
Der Propagandasprecher der Terrororganisation Islamischer Staat beanspruchte den Anschlag
für sich.
Was jedoch von den Behörden nicht bestätigt wurde.
Einige IS-Bekennisse haben sich in der Vergangenheit als falsch erwiesen.
Nur 10 Tage später, am 3. Juni, rasten drei Attentäter mit einem gemieteten Kleintransporter
in Fußgänger auf der Landenbridge, im Zentrum von London.
Danach griffen die drei Täter ihr Opfer mit Messern an, sieben Passanten kamen ums Leben.
Mindestens 48 weitere Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer.
Die drei Männer trugen Westen mit Behältern, die aussahen, als würden sie Sprengstoff enthalten.
Es waren Ertrappen, wie sich herausstellte.
Den Ermittlungen zufolge hätten acht Beamte, 50 Schüsse auf die drei Angreifer abgegeben.
Acht Minuten, nachdem der erste Notrufeingang waren alle drei tot.
Wiederum beanspruchte der IS den Anschlag für sich.
Die Echtheit des Schreibens sei jedoch unklar.
In diesem Zusammenhang ebenfalls zu erwähnen, ist das Attentat vom 22. März 2017 in London.
Nach Angaben der Polizei raste der Täter mit einem gemieteten Auto in Passanten auf der
Westminsterbrücke vor einige hundert Meter weiter und krachte in den Zaun des Parlamentsgebäudes.
Danach sprang er aus dem Wagen und lief auf das Gelände des Parlaments zu.
Dort stache einen unbewaffneten Polizisten nieder.
Anschließend wurde er von einem anderen Beamten erschossen.
Mindestens fünf Menschen sind in Folge des Anschlags getötet worden.
40 wurden verletzt, teils schwer.
Auch diesen Terroranschlag beanspruchte der Propagandasprecher des IS für sich.
Ob der Attentäter tatsächlich in Verbindung zur Terrormiliz stand, ist jedoch offen.
In etwas mehr als zwei Monaten kam es also zu drei Terroranschlägen in Großbritannien.
Jedes Mal kam die Attentäter dabei ums Leben.
Jedes Mal bekannte sich der IS zum Anschlag.
Doch warum genau Großbritannien?
Warum zu diesem Zeitpunkt und wem nützen diese Anschläge wirklich,
um die altbekannte Frage zu stellen, die aus Kriminalistik, politischer Analyse
und Geschichtswissenschaft nicht mehr wegzudenken ist?
Können die Anschläge wirklich zweifelsfrei auf den IS abgeschoben werden?
Oder könnten geandere Zusammenhänge dahinterstecken?
Um genau solchen Fragen auf die Spur zu kommen,
hat sich der deutsche Finanz- und Politikexperte Ernst Wolf bereiterklärt,
seine Einschätzung für Klagemarkt TV abzugeben.
Es freut mich nun, Ernst Wolf per Skype begrüßen zu dürfen.
Guten Tag Herr Wolf, sagen Sie doch etwas über Ihre Person.
Wie sind Sie dazu gekommen, sich mit diesen größeren Zusammenhängen
der Weltpolitik auseinanderzusetzen?
Ich bin 1950 geboren, das heißt, ich war 1968
als die großen Umwälzungen in Europa stattfinden, 18 Jahre alt und Student.
Also ich bin auf die Art und Weise praktisch ins kalte Wasser geworfen worden,
habe mich damals ganz intensiv mit Politik auseinandergesetzt
und schnell festgestellt, dass die Politik weitgehend von der Wirtschaft bestimmt wird.
Und dieses Wechselspiel zwischen Wirtschaft, das heißt heute Finanzwirtschaft
und Politik hat mich die letzten 45 Jahre meines Lebens begleitet und interessiert.
Nun haben wir eine zunehmende Beunrückung der Bevölkerung
durch immer neue Berichte von IS-Anschläge in europäischen Ländern,
quasi direkt vor der eigenen Haustür, so zum Beispiel in Paris,
auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, nun zuletzt auch in London.
Halten die Darstellung der Anschläge durch die etablierten Medien für authentisch.
Gibt es Parallelen bzw. Auffälligkeiten?
Also ich halte die Darstellung durch die Mainstream-Medien nicht für authentisch
und so aus einem ganz einfachen Grunde.
Die Mainstream-Medien befinden sich in der Hand von großen Investoren
und diese großen Investoren haben nicht nur an den Medien ein großes Interesse,
sondern auch an anderen Teilen der Wirtschaft, wie zum Beispiel der Rüstungsindustrie.
Die Investoren investieren also auch in Waffen und in Waffenlieferungen,
Krisengebiete der Welt und da sind wir beim Punkt,
die Terrororganisationen dieser Welt würden nicht bestehen,
wenn es keine Kriege auf der Welt gäbe.
Die Kriege sind das Fundament und der Nährboden für die gesamten Terrororganisationen,
ob das nun die ISIS ist, ob das die Taliban sind oder ob das Al Qaeda ist.
Und die gleichen Leute, die diese Kriege finanzieren, finanzieren wiederum die Medien.
Das heißt, sie berichten natürlich aus ihrer eigenen Warte
und deswegen erhalten wir kein authentisches Bild.
Was die Auffälligkeiten anbetrifft, so muss ich sagen,
also was mir aufgefallen ist bei allen Anschlägen,
also ob die in Südfrankreich, in Nordfrankreich, in Belgien, in Deutschland
oder in England passiert sind,
in allen Fällen hat sich die Polizei nicht einmal bemüht,
einen der Täter Leben zu fassen.
Und das deutet für mich darauf hin, dass hier irgendetwas verschwiegen werden soll.
Auf jeden Anschlag folgte eine unmittelbare Reaktion seitens der Politik.
Bilden diese Reaktionen eine Kette, eine Stoßrichtung.
Dass man sagen könnte, jeder Knall sprengt den Tunnel ein Stück tiefer in den Berg.
Das sind wenig bildlich ausgedrückt.
Die Politik benutzt diese Anschläge
und zwar sie benutzt sie, um den Sicherheitsapparat auszubauen,
um die Polizei aufzurüsten, um das Militär aufzurüsten,
um die Kontrolle der Bürger zu verschärfen.
Also all diese Orwellschen, Horrorvisionen werden zurzeit durchgesetzt.
Aber sie benutzt dabei den Terrorismus nur als Vorwand,
weil die wirkliche Gefahr für unsere Gesellschaft ist nicht der Terrorismus,
das ist nur eine geringe Gefahr, die auch mehr oder weniger selbst erzeugt ist.
Die wirkliche Gefährdung unserer Gesellschaft
erfolgt durch den Finanzsektor, durch Großbanken, durch Edgefonds
und durch Investmentfirmen.
Diese Politik des großen Geldes führt dazu,
dass die soziale Ungleichheit in der Welt tagtäglich weiter wächst.
Also vor drei Jahren besaßen 85 Menschen auf der Welt so viel wie die Hälfte der Menschheit.
Vor zwei Jahren waren es noch 62, im letzten Jahr waren es nur noch acht Menschen.
Diese Explosion der sozialen Ungleichheit ist der Nährboden, auf dem der Terrorismus wächst.
Und diese soziale Ungleichheit wird herbeigeführt durch die Finanzindustrie und niemanden anders.
Christoph Hörstel prägt dir den Begriff Terrormanagement,
wenn es um Terroranschläge in Europa geht.
Inwiefern und auf welches Ziel hin werden Terroranschläge aus ihrer Sicht
von den Regierungen und Geheimdiensten gemanagt bzw. instrumentalisiert?
Also ich habe nicht den Einblick, den einige andere Journalisten haben,
aber ich habe vor einiger Zeit mit Andreas von Bülow, dem ehemaligen Geheimdienstkoordinator,
unter Helmut Schmidt gesprochen.
Und der hat das ganze Salopp so formuliert, er hat gesagt,
wir haben es hier mit betreutem Bomben zu tun.
Es ist tatsächlich so, dass die Geheimdienste offensichtlich beide Augen verschließen,
dass auch die Polizei oft beide Augen verschließt,
wenn es um die Vorbereitung dieser Attentate geht.
Es ist einen wirklich vermuten, dass diese Attentate von oben hier instrumentalisiert werden.
Und der Hintergrund dafür ist das Weltfinanzsystem.
Also das gesamte Finanzgefüge der Welt ist 1998 einmal kurz vor dem Zusammenbruch gewesen,
ist 2008 erneut vor dem Zusammenbruch gewesen
und wir befinden uns zurzeit auf dem Weg in den nächsten ganz großen Crash.
Und beim ersten Crash haben einige Wall Street-Banken das System retten können.
Beim zweiten Crash sind die Staaten eingesprungen und haben die das Finanzgefüge gerettet.
Und beim nächsten Crash heißt die große Frage, wer rettet das Finanzgefüge dann?
Das heißt, wir stehen vor ganz großen Umwälzungen in der Welt
und diese Umwälzungen werden damit einhergehen,
dass den Leuten die demokratischen Rechte immer weiter abgebaut werden
und dass gleichzeitig auch das Einkommen der arbeitenden Menschen immer weiter beschnitten wird.
Das heißt, wir stehen vor ganz großen sozialen Umwälzungen
und um sich auf diese Umwälzungen vorzubereiten, also die Polizei aufzurüsten,
das Militär aufzurüsten, demokratische Rechte abzubauen und so weiter,
wird der Terrorismus als Vorwand benutzt.
Zuletzt noch die Frage, was kann dagegen unternommen werden?
Was dagegen unternommen werden kann, ganz einfach.
Man muss von den Politikern verlangen, die Kriege in der Welt zu beenden,
die Waffenglieferungen in Kriegsgebiete zu beenden
und man muss von ihnen verlangen, dass sie endlich dafür sorgen,
dass die 0,01% nicht ständig reicher und der gesamte Rest der Menschen ständig armer wird.
Das ist der Nährboden, auf dem der Terrorismus gedeihen kann.
Wenn die Welt kriegsfrei wird und wenn die Welt sozial etwas gerechter wird
und nicht mehr so ungerecht wird, wie sie jetzt ist,
dann fällt der Nährboden für den Terrorismus weg,
dann werden Organisationen wie ISIS, Al Qaeda oder Al Nuss, die alle heißen
oder die Taliban von ganz alleine verschwinden.
Was würden Sie zu einem großen Teil der westlichen Bevölkerung sagen,
die sich von den Terroranschlägen instrumentalisieren lässt,
damit Sie dieses Spiel nicht mehr mitmacht?
Ich würde denen sagen, dass es falsch ist, Flüchtlinge und Migranten
dafür verantwortlich zu machen für diese ganzen schrecklichen Verbrechen,
die da passieren.
Ich würde sagen, man muss unbedingt das große Ganze betrachten.
Man darf nicht auf den einzelnen Terroranschlag gucken.
Man muss das Ganze in ein Gesamtbild einordnen.
Man muss den Verfall unserer Gesellschaften betrachten.
Die Zerstörung der Gesellschaften erfolgt durch das Finanzsystem,
durch die Finanzindustrie.
Die soziale Ungleichheit wird durch die Finanzindustrie
von Tag zu Tag stärker gefördert.
Und diese Finanzindustrie fördert auch die Kriege.
Die verdienen ja über die Rüstungsindustrie
die maurirische Summen an diesen Kriegen.
Und wenn diesen das nicht beendet wird,
dann wird der Terror auch nicht gestoppt werden.
Ich würde den Leuten sagen, dass sie sich auf keinen Fall
in die Irre führen lassen sollten von irgendwelchen Charlatan,
die behaupten, dass die Migranten oder die Flüchtlinge
Schuld sind an diesen ganzen Terroranschlägen.
Flüchtlinge sind selbst Opfer dieser Politik,
der großen Konzerne und keine Täter.
Herr Wolf, vielen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung
und für das, was Sie sich hier Zeit genommen haben.
Vielen Dank.
Ich hoffe, bis bald.
