Ich träume von Inseln der Menschlichkeit, in dem mehr der Härte und Gleichgültigkeit.
Ich träume von Menschen, die etwas einsetzen, um anderen ein würdiges Leben zu ermöglichen.
Ich träume von angstfreien Räumen und mutmachenden Gedanken.
Ich träume von Häusern, Wohnungen und Zimmern, in denen mit Zeit und Liebe Menschen gefördert
werden, die sonst in unserer Welt wenig zählen.
Die Organisation Shanti Sevagriha wurde 1992 durch eine Initiative von
Marianne Groß-Peach gegründet.
Sie richtet sich an Menschen, die zum Großteil von der Gesellschaft ausgeschlossen werden,
wodurch es ihnen schwerfällt, sich in den Alltag zu integrieren.
Ursprünglich wurde die Organisation für Menschen mit lebreicher Erkrankung errichtet.
Hinzugekommen sind geistig und körperlich behinderte Kinder und Erwachsene, außerdem
Obdachlose, Weisen, Bürgerkriegsopfer sowie alte Menschen.
Die Organisation bietet ihnen Unterkunft, Verpflegung, Zugang zu sauberem Wasser und
das Gefühl Gebrauch zu werden.
Shanti hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen einzubinden.
Sie können hier verschiedene Tätigkeiten erlernen und ausüben.
Die Beschäftigten können so selbst zum Erhalteorganisationen beitragen.
Unter dem Motto Hilfe zur Selbsthilfe werden insgesamt etwa 1000 Menschen betreut und
in verschiedene Programme eingebunden.
Viele der geförderten Menschen finden dabei eine Beschäftigung in den Kunsthandwerkstätten.
Je nach Begabung und Neigung können sie in der Schneiderei, Silberschmiede, Papierverarbeitung
oder Holzwerkstatt arbeiten.
Die produzierten Gegenstände werden dabei meist aus recycelten Materialien hergestellt.
Neben den Kranken- und Bedürftigen stehen vor allem Kinder im Mittelpunkt der Arbeit
von Shanti.
Im angebundenen Kindergarten werden die Kinder der Patienten und Beschäftigten von 10 bis
17 Uhr betreut.
Dabei sollen die Kinder Kind sein und nicht wie es in anderen Kinderhorten üblich ist,
schon im frühen Alter zu Lese- und Schreibübungen aufgefordert werden.
Getreu dem Waldorfpädagogischen Vorbild sollen die Kleine die Möglichkeit haben, spielerisch
zu lernen und ihre Kreativität sowie Neugier im Spiel umsetzen und dabei frei entfalten
können.
Wenn die Kinder mit 6 bis 7 Jahren die Schulreife erreichen, können sie die kostenfreie Shanti-Schule
besuchen.
Auch in der Waldorf-inspirierten Schule wird das spielerische Lernen großgeschrieben.
Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der kreativen Entfaltung der Schüler.
So sind künstlerische Aktivitäten wie etwa Malen, Tanzen und Singen in den Schulalltag
eingebunden.
Alle Klassen der Schule sind integrativ angelegt.
Behinderte und nicht behinderte Kinder lernen hier gemeinsam Seite an Seite, so auch die
aufgeweckte und fleißige Shanti.
Die leidet an Trisomie 21 und besucht inzwischen die fünfte Klasse.
Angesichts der hohen Analphabetenquote Nepalst ist Bildung ein zentrales Thema für Shanti-Severkriha.
Für den Schulunterricht sind dabei ausschließlich einheimische Lehrkräfte beschäftigt.
Die Arbeit von Volontären wird bei Shanti zwar sehr geschätzt, doch ist es der Organisation
wichtig, in Anbetracht der hohen Arbeitslosigkeit in Nepal, Arbeitsplätze und somit Perspektiven
für die einheimische Bevölkerung zu schaffen.
Die Arbeit von Volontären wird dennoch als große Bereicherung angesehen.
In der Einrichtung leben mehrere Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen.
Auch hier bietet das Engagement der Volontäre eine wichtige Unterstützung.
Die Volontäre bringen neben ihren kreativen Ideen und Talenten dabei vor allem eins mit.
Und das ist Zeit.
Sie nehmen sich Zeit, hören den Kindern und Jugendlichen zu, singen und spielen mit ihnen.
Im Gegenzug erfahren die Volontäre, welche besonderen Fähigkeiten die Kinder besitzen
und bekommen ein leuchtendes Beispiel vorgelebt, wie man sein Leben trotz größter Einschränkungen
in Würde und mit Spaß meistern kann.
Bei Shanti werden die bedürftigen Menschen nicht diskriminiert oder ausgeschlossen,
sondern erleben sich als Teil der Gemeinschaft.
Sie fühlen sich wie alle anderen als ein Mitglied der großen Shanti-Familie.
Sie erfahren Liebe, Zuwendung und Menschlichkeit und haben so die Möglichkeit ein würdiges Leben zu leben.
In einer Insel der Menschlichkeit.
