Du startest jetzt beim Ahrenmelden zum ersten Mal auf der Langdistance, habe ich das vorhin richtig verschraubt?
Ja, genau.
Und? Erwartungsfroh, Erwartungsbefürchtungen?
Also doch eigentlich bin ich schon zuversichtlich, aber ja, ich bin oft ein bisschen kritisch,
so mit mir selbst, deswegen jetzt habe ich gerade wieder so eine Phase, wo ich kurz denke, ach, habe ich alles richtig gemacht.
Und da ich jetzt das erste Jahr das so mache, habe ich keine Vergleichsdaten und höre immer nur was Frank und die anderen machen,
die machen natürlich viel mehr und dann komme ich manchmal so ein bisschen ins Zweifel.
Aber eigentlich denke ich so, ich für mich habe es bestimmt ganz gut jetzt so vorbereitet.
Du hast dir bisher eigentlich eine ganze Reihe ganz guter Erfolg gehabt, also du dürftest ja durch was selbst vertrauen haben,
wenn dich in deine Leistung oder auch in die Konzentration aufs Träne, oder?
Ja, wahrscheinlich weiß ich nicht, aber ich bin immer so.
Wenn man mich zwei Wochen vorher fragt, würde ich mich am liebsten immer abmelden.
Und dann bin ich trotzdem manchmal ganz gut gewesen, also das hat nicht so viel zu bedeuten.
Welche Chancen berechnest du dir jetzt aus? Hast du denn die Proleder im Rennen oder hast du über ein paar Flärken im Rennen?
Ich rechne mir gar nichts aus, also auf Platzierungen gucke ich jetzt überhaupt nicht.
Ich möchte das Rennen so machen, dass ich danach zufrieden bin und dass ich sehe, dass ich meine Leistung abgerufen habe,
dass ich jetzt nicht zehn Stunden Rad fahre oder sechs Stunden laufe oder sowas in die Richtung,
sondern dass das schon so zu mir passt, wie ich trainiert habe.
Und wenn es ein bisschen besser ist, als ich jetzt so vorher vielleicht erwarte, dann würde ich mich natürlich freuen,
aber auf Platzierungen gucke ich überhaupt nicht.
Und Nicole und Yvonne von Flärken, die sind alle ein ganz anderes Niveau, als ich, viel besser.
Du hast gesagt, du bist jetzt Profi geworden, aber du weißt eigentlich nicht so richtig, warum?
Ja, ich war da in der Mitte des Tanz gut letztes Jahr und dann haben so viele irgendwie auf mich eingeredet
und gesagt, dass ich das machen müsste. Und dann hatte ich mit Nicole auch geredet, also Leder.
Und da meinte sie, na ja, warum nicht?
Wenn man wie einer trainiert, dann kann man auch die Lizenz lösen.
Und dann hatten die das ja so geändert, dass wenn man diese WTC-Lizenz hat, dass man dann quasi so eine Flatrate hat für die Rennen
und dann hat sich das auch noch gerechnet vom Startgeld her.
Wenn man drei Rennen macht, hat man das Geld wieder raus, also habe ich es dann gemacht.
Ich bin jetzt in diesem Doping-Control-System drin gewesen, also kann jetzt auch keiner irgendwie was sagen.
Und ja, das war eigentlich so der Hauptgrund.
Was hast du jetzt vor der Zeit als Profi gemacht, also Schule, Beruf, Ausbildung?
Ich habe Sport studiert in Darmstadt, also auf Lehramt mit Deutsch noch zusammen.
Und ja, ich arbeite da auch noch an der Uni immer noch so nebenbei und das habe ich davor auch schon gemacht.
Und jetzt arbeite ich halt ein bisschen weniger und trainiere ein bisschen mehr, hat sich nicht viel geändert.
Was für eine Perspektive gibst du dir als Profi, wie viele Jahre, oder willst du es jetzt einfach ausprobieren?
Anronomisch wäre jetzt richtig schlecht beim Iron Man, würde ich definitiv nächstes Jahr nicht nochmal lösen.
Wenn ich jetzt so mittelmäßig bis gut bin und ich entscheide, dass ich nächstes Jahr wieder Frankfurt mache
und noch zwei andere Mittel ist tanzen, die zur Iron Man-Serie gehören, würde ich es wahrscheinlich wieder machen, weil es sich einfach dann rechnet.
Wenn die mich überhaupt nochmal nehmen, also man muss ja auch der Zeiten hinschicken und dann sagen die, ja okay, du kriegst die Lizenz oder nein.
Und wenn die mich dann nehmen würden, dann würde ich es nochmal machen.
Startest du dann auch beim 70-treuen Wissbahn?
Muss ich mal gucken, wie ich mich nach Frankfurt fühle, aber vielleicht ja.
Ist es relativ nah dran und man hat die schwere Bergstrecke?
Also ich bin angemeldet und wenn jetzt nichts dazwischen kommt und ich nicht total tot bin nach Frankfurt, dann würde ich da nochmal starten.
Aber ansonsten einen Iron Man, also eine Langdistance pro Jahr und das würde fürs nächste Jahr dann auch dein Ziel sein?
Oder willst du im nächsten Jahr vielleicht sogar zwei machen?
Nee, dann würde ich auch erst mal wieder nur eine machen, doch vielleicht eine, die ein bisschen später ist.
Da muss man dann genauer gucken, wenn die Saison langsam rum...
Und die Hawaii-Qualifikation?
Dieses Jahr, die denke ich werde ich nicht schaffen.
Es sind so viele gute, das haben zwar auch schon ein paar eine.
Es war auch so eine Überlegung, als ich die Lizenz gelöst habe, was ist mir wichtiger?
Will ich eine Hawaii-Quali oder will ich lieber eventuell mal bei einem 70.3 irgendwie in die Preisgeld-Dränge kommen?
Weil wenn ich nach Hawaii gewollt hätte, dringend, dann wäre es schlauer gewesen, in der Altersklasse zu starten.
Aber das war mir nicht so wichtig. Ich finde, im ersten Jahr muss man nicht gleich nach Hawaii.
Okay, Frank Fütter hat vorhin gesagt, ich fasse es kurz zusammen, dass das Leben als Altersklassentriert lädt und mit Beruf manchmal vielleicht sogar besser ist,
als als Profi ganz einfach, weil man viel mehr Zwangsgenerationen hat durch den Beruf.
Und er hat deswegen auch glauben wurde, dass vielleicht manchmal seine Ergebnisse bevor er Profi war, deswegen besser war.
Was hältst du von der These?
Ich glaube, da hat er Recht. Es gibt schon oft Situationen, wo ich arbeiten muss
und mich dann in dem Moment ärgere, dass ich jetzt nicht das und das noch trainieren kann.
Aber wenn ich das alles immer trainieren würde, was ich denke, was ich könnte und sollte, dann würde ich wahrscheinlich viel zu viel machen.
Also da hat er schon recht, glaube ich. Also es ist bestimmt ganz schön schwierig, das richtige Maß zu finden.
Wobei ich denke, wenn einer schon länger Profi ist, dann kann er natürlich auch mehr trainieren.
Zum Beispiel bei mir, wenn man jetzt von einem aufs nächste Jahr dann ums Fünffache steigert, bringt das ja gar nicht so viel.
Deswegen ist es bei mir zum Beispiel auch noch ganz gut, dass ich Zwangspause habe, denke ich.
Das würde jetzt natürlich allen Hobby-Treat-Lebend immer davon träumen, wie ein Profi trainieren zu können.
Also ihre ganze Zeit dafür und den ganzen Tag. Was hast du denn seit früher sehr im Beruf gehabt?
Also das ist natürlich schon toll, dass man sich eher einteilen kann, auch wann man trainiert.
Also ich kann dann sagen, heute ist Wetter schlecht, da fahre ich morgen lieber Rad.
Oder abends ist es mir ein Schwimmbad so voll, gehe ich vormittags schwimmen.
Solche Sachen sind natürlich Luxus. Da kann man, finde ich, dann auch besser trainieren,
als wenn man dann so gewisse Termine wahrnehmen muss, weil es anders nicht reinpassen würde.
Aber wenn man halt den ganzen Tag nur an Triathlon denkt und sich ums Training kümmert, kann man auch verrückt werden.
Das ist schon ganz gut, wenn man auch noch was anderes hat.
