Willkommen zu NetzPolitikTV. Mein Gast heute ist Johannes Grenzportner von Monochrom. Was macht Monochrom?
Was macht Monochrom? Also wir sind laut Eigendefinitionen eine Kunsttheorie und Bastelneigungsgruppe.
Also wir haben uns so auf Kunsttheorie, Philosophie, Technik spezialisiert und führen da in dem Bereich Projekte durch.
Und ich glaube, die Kernidee ist, uns interessante philosophische oder politische Ideen zu schnappen und die ihnen entsprechende mediale Formen zu bringen.
Und manchmal funktioniert das als Kurzfilm, besser als 20-seitiger Text und manchmal ist es halt ein Musically und manchmal ist es halt ein Computerspiel.
Also wir versuchen halt immer, die entsprechenden Botschaften so weit es halt geht in unserer postmodernen Welt quasi immer von Punkt zu bringen und in ein entsprechendes mediales Format zu pressen.
Wie viele Personen sind beteiligt an Monochrom?
Also wir sind im Kern, also auch die, die die Drecksarbeit machen müssen, 9 Leute.
Und so als Satelliten und Satellitinnen in der Kreise schon einige Leute im Unserum halt, aber das kann ich schwer schätzen halt so, keine Ahnung, so.
Das betrifft sich Leute irgendwie im engeren Kreis und dann wird es halt immer, dann tünzt es halt aus bis zu Ortschen, Wold gehört, keine Ahnung.
Und ihr beschäftigt euch jetzt auch mit sozialen Netzwerken, hohe Dings, habe ich gehört?
Wir haben für den Big Brother World 2007 in Österreich, haben wir ein kleines Musical mit Gameju gemeinsam aus Los Angeles geschrieben, myfacebase.com.
Wir haben uns eigentlich so in so einer Rocky Horror Picture Show Form kondensiert, so in 6 Minuten halt unsere Kritik am Social Networking.
Also einerseits, sowohl an diesen ganzen h-stremmenden Polices, die Verfahren werden dort, also dass man sich zum Beispiel bei manchen Social Networking-Sites quasi nicht abmelden kann.
Also sogar wenn man seine Mitgliedschaft terminiert, ist man immer noch Mitglied auf alle Seiten bis zum Kälte Todesuniversums in diesem Social Networking-System.
Und so Geschichten und außerdem natürlich auch die persönlichen Rangehensweise der Leute, diese einerseits halt über ein gläsernen Menschen, was für ein blöder Begriff eigentlich, er war darüber aufregen.
Und andererseits halt freizügigst alles in diese Social Networking-Sites reinschreiben, was man sich halt nur denken kann halt, von sexueller Präferenz bis weiß Gott was.
Hat sich dann durch die Nutzung der Social Networks für euch in der Gruppe auch das reale Zusammenarbeiten geändert, oder?
Also ich würde sagen, wir sind ja neun Leute und ein paar sind aus Wien, dann gibt es welche aus Graz und wir haben auch in Deutschland den Alkohol aus Bamberg.
Das heißt, wir haben ja immer schon sehr auf elektronische Hilfsmittel vertrauen müssen quasi in der Zusammenarbeit, sei es jetzt E-Mail, Mailing-Listen oder Wikis oder irgend sowas halt.
Also ich muss sagen, in der persönlichen Zusammenarbeit hat Web 2.0 bei uns noch keinen Einzug gefunden, wird es wahrscheinlich auch nicht.
Warum nicht?
Weil die Tools, die da angeboten werden, intern in so einer Gruppenarbeit, wie wir haben, einfach nichts bringen halt.
Es nützt nichts. Wieso soll ich so etwas wie YouTube quasi zur internen Gruppenkommunikation verwenden? Das ist nützt nichts.
Also das bringt nichts an und ich weiß nicht. Gibt es eine Gegenfrage? Gibt es Gruppen, die so funktionieren, also die quasi ihre internen Kommunikation über Web 2.0 Sachen verwalten, weißt du da was?
Na ja, Web 2.0 ist ja ein ziemlich weit gefasster Begriff, da gibt es ja alles Mögliche.
Aber ich denke, dass YouTube ganz besonders viel genutzt wird, um Video-Dateien auszutauschen, damit man sich nicht selber dem Mühe machen muss.
Also es gibt ja diese schöne Aussage von Arthur C. Clarke, der ja längst ja quasi in die nächste Ignationstufe übergegangen ist.
Und der hat ja schon, glaube ich, in den Anfang des 60er-Jahres gesagt, die große Weltrevolution wird dann eintreten, wenn es keine Long-Distance-Communication mehr gibt.
Also wenn die Long-Distance-Gebühren abgeschafft werden. Und de facto sind wir da eigentlich schon.
Also es gibt sowas wie Skype und andere Voice-over-IP-Telefonie-Geschichten, was wir zum Beispiel intern also auch nützen zum Beispiel.
Keine Ahnung, ob jetzt Skype eine 2.0-Anwendung ist, aber wir verwenden intern natürlich Skype und solche Geschichten,
weil es einfach einfacher ist, zum Beispiel auch mit Deutschland zu kommunizieren, ohne da das Telefonnetz, das reguläre Verwenden zu müssen.
Aber jetzt quasi von Arthur C. Clarke auszugehen, also die Weltrevolution sehe ich deswegen nicht gekommen, nur weil man eigentlich gratis Ferngespräche führen kann.
Und das ist halt das, was bei Monochrom schon sehr wichtig ist. Wir sind gerne Aber-Sager. Das mache ich sehr gerne.
Also ich fühle mich auf diesem Kongress hier ein bisschen falsch, fast ein bisschen fehl am Platz, weil ich viel lieber Aber sage als super.
Also das Schöne ist ja, dass hier alle Leute, die hier was sich vortragen und tun, sind alles sehr hemmsärmlich.
Und leider wieder ein bisschen die Theorie vergessen und es gibt so, also ich würde jetzt nicht sagen, dass es eine antiakademische Stimmung gibt
oder so, aber man merkt was ich bei den Leuten, die eingeladen sind, dass da jetzt keine großen Soziologinnen und Soziologen dabei sind
und so, die bei viele der Fragen dann eine definitive Antwort hätten hier gestellt wird.
Und die wahrscheinlich mit zwei PowerPointfolien mehr erzählen würden als vier von diesen Vorträgen hier.
Also du bist nicht auf der Seite, der Web 2.0 ist, wird die Welt verändern?
Also wir haben jetzt gerade in Wien ein Theaterstück herausgebracht, das sagt man nicht, also inszeniert, also es geschrieben und inszeniert,
es waren mal die Medien und da geht es quasi genau um diese prekäre Beschäftigungssituation.
Also die Grundgeschichte ist, dass eine Künstlerin, Amina Staniescu, vielleicht ein bisschen so etwas,
wie eine junge Weibliche schlingen sie, wie es vielleicht ein bisschen. Und sie hat sich natürlich auch wieder mal selbst im Google gesucht
und das ist in zwei Wochen nicht mehr geworden und dann kommt natürlich der Anruf von einer Akkentur
und die suchen jemanden, der den neuen Schulfilm 2.0 macht, weil das österreichische Wissenschaftsministerium sagt,
wir brauchen die Renaissance des Schulfilms. Und sie wird halt gefragt, ob sie das machen möchte,
die sagt natürlich ja, weil sie natürlich auch Kohle dafür kriegt und hat dann das ganze Stück beschäftigt sich eigentlich damit,
unter welchen Arbeitsbedingungen sie da mit pädagogischem Rat und irgendwelchen vorgesetzten sie da halt quasi ihre künstlerische Vision des Schulfilms
halt irgendwie zurechtziehen und will es aber nicht schafft und sich eigentlich gemeinsam mit ihrem Wunschkomponisten den nicht existenten Filmen
gemeinsam anschaut und den Film kommentiert und über die Arbeitsweise spricht. Also es hat ab so drei Ebernen dieser Stück.
Und damals versucht einerseits die reale prekäre oder semi prekäre Medienarbeiterinnen Situation darzustellen
und die Probleme, die es da halt gibt und gleichzeitig halt diese Mediengeschichte und Medienphilosophie und Theorie Ebene einzuziehen,
halt quasi auch die Geschichte der letzten 5.000 Jahre Medien sind betrachtet.
Und das klingt jetzt alles, klingt extrem komplex. Ist das Publikum begeistert in Österreich?
Also wir hatten folgendes Problem, nämlich, dass gerade zwei Tage vor unserer Premiere erstmals in Österreich ein Oscar gewonnen hat
und deswegen kam, glaube ich, genau ein Journalist daher, aber vollkommen egal.
Also sagen wir werden das sowieso unter Creative Commons ins Netz stellen und die Leute können sich so runterladen dort.
Ah, ihr habt das alles auf Video aufgezeichnet in Shadows ins Netz, dann sagt doch mal eure Webseite zum runterladen.
Ja, also unsere Webseite ist www.monochrom.at und dort findet man schon irgendwie.
Und wenn nicht, dann halt Google verwenden, die letzte Supermacht der Welt.
Und auch die Links zu den großen Soziologen?
Also die findet man jetzt nicht unbedingt auf Monochrom, aber da gibt es halt Wikipedia und so Zeug.
Also sage ich noch mal Foucault, ich meine, es ist so blöd irgendwie das so, weil das kennt ja eh eigentlich Levi Strauss, ja klar.
Levi Strauss für Blogger und Bloggerinnen, das wäre es eigentlich mal.
Schönen Dank.
