Ich würde meine Musik auf jeden Fall als elektronischer Musik begreifen.
Ich finde es sehr büster zu tragen, könnte auch irgendwie Filmmusik sein, hat auf jeden Fall richtige Instrumente in Anführungszeichen, aber in der elektronischen Welt lebend.
Diese Ungenauigkeit von akustischen Instrumenten brechen auch gern auf die elektronischen Musik bei mir auf.
Also da kommen so Ungenauigkeiten, da kommen Fehler beim Spielen, da kommen Nebengeräusche beim Singen zum Beispiel.
Ich nehme eine Gitarre gerne auf während der Ofen offen ist und da ein Geholz knistert.
Dann ist das ein Störgeräusch, aber für mich ist das die Wärme der akustischen Musik, die dann die oft kühl elektronischen Musik kontaktiert.
Wenn ich jetzt drei Töne habe und so fangen dann an irgendwie Melodien zu entstehen, ich spüre um.
Dann stelle ich die Gitarre weg, komme die weiter, nehmen sie irgendwie drei Tage später wie wir die in die Hand, dann kommt sie wieder.
Spiel dann rum, es entwickelt sich immer weiter, dann fange ich an mir irgendwie Strophen zu überlegen.
Die Strophe findet so langsam an, zwei Zeilen lang vielleicht oder vier.
Dann kommt, das müsste dann beim Chorus kommen, vielleicht sowas noch als Kontrast.
So fange ich an so baustellenmäßig die ganzen einzelnen Klangfolgen zu Song zu Dampen zu bauen.
Dann habe ich vielleicht eine Melodie, die zwei Minuten lang ist, drei Minuten lang.
Die leg ich mir dann hier wieder auf ein dieser Geräte, nehmen dann die Drums dazu oder eine Stimme, die ich eingesungen habe.
Legt das alles auf die Mischputten, lasst es laufen 20, 30 Minuten und spürt daran rum.
Hab dann hinterher so einen ticken Block, wo ich dann einfach nur so Sachen brauchen schneide.
Wenn ich überlege, wenn die nächste Strophe hier kommt, kommt die nächste da und hier ist noch ein schöner Part, wo das Eche irgendwie mit total aus dem Ruder gelaufen ist.
Was ich total schön finde, was ich jetzt noch so mit fange.
Fange an dann so die Sachen, die dann passiert sind, die dann in echt passiert sind, die man schwer planen kann,
dann so zu engagieren, dass dann Songs draus werden.
Das mich zum Beispiel unheimlich beeindruckt, wenn irgendjemand, wenn irgendjemand eine Passion für irgendwas hat.
Was mich da so am nächsten an so jemandem ranbringt, der mich dann inspiriert, wiederum meine Sachen zu machen, sind zum Beispiel Interviews.
Wenn ich irgendwelche Interviews lese, mit Filmemachern, mit Leuten, die Bücher schreiben, dann haben die irgendein Thema, auf dem die rum reiten.
Dann ist das irgendwie, dann haben die ihre eigene kleine Welten, die beschreiben sie dem Interviewenden.
Beschreiben sie das wirklich so ein bisschen zuteil und dann sehe ich immer wieder parallel.
Und ich sehe immer wieder so Wege aus Problemen, die ich vielleicht habe.
Oder Ansätze für deren Arbeitsweise, die auch für mich anwendbar sind, die ich aber so noch nicht gesehen habe.
Und ich kann zum Beispiel ein Interview lesen mit einem Filmemacher und kann hier reingehen ins Studio
und kann irgendwie anfangen, irgendwas zu schrauben, was dann niemand miteinander verbinden würde.
Das eine mit dem anderen. Mein Song mit dem Interview oder mit dem Film, den er errat gemacht hat.
Also das ist immer so was mir extrem viel Energie gibt.
Es gibt Menschen, die kämpfen eine ähnliche Kämpfe, die ich versuche irgendwie zu kämpfen.
Und die versuchen ähnliche Sachen zu verbinden, die nicht für andere nicht zusammengehören.
Und die machen das so, die kochen Chili mit Honig zum Beispiel oder irgendwas.
Es ist auch nicht nur so, dass ich jetzt dieses Produkt, dass es das ist, worum es geht.
Es geht nicht um einen fertigen Song oder ein Album oder um eine EP, sondern es ist halt so dieser persönliche Wachstumsprozess.
Ich versuche irgendwas, ich habe ein Problem, ich arbeite daran und komme an meine Grenzen
und guck, wie ich damit umgehe oder wie gehen irgendwie die Menschen um mich herum, damit um.
Was irgendwie auf jeden Fall auch noch so mit zu Inspirationen gehört, sind Architektur auf jeden Fall.
Wenn ich irgendwie so durch die Straßen renne und da irgendwie so Häuser sehe, die im Regen so und so wirken,
die mit einem Licht irgendwie wirken, die dann ja mit einer stark befandenen Straße davor,
was dann vielleicht so fast für Rauschen sein könnte und dieses Haus dann irgendwie so ein Haus in den Dünen darstellen könnte,
ist das für mich so wie dieser Twist von den beiden Sachen.
Es ist dann auch wieder so ein, krass, eigentlich ist es ja gerade Großstadt,
aber es könnte gleichzeitig, wenn man so ein bisschen den Blick von der Straße weg tut und das hinten so ein bisschen ausbilden wird,
kann dieses Haus ganz woanders stehen und dann könnte ich nach Hause gehen und hier die Geräte anschmeißen
und irgendwie über eine Liebesbeziehung, auch wenn wir ein Song schreiben oder so,
weil das so, ah, die Liebesbeziehung, wobei es gerade nicht da ist, die Augen zu machen,
ist dieser Song, der gerade über Mortenpuschla geht, kann auch eine ziemlich kräftige Liebesbeziehung sein oder was.
So kommt dann irgendwie Inspiration aus einem Nichts, wo man so irgendwie am wenigsten erwartet.
Total spannend.
Und was mich natürlich auf jeden Fall inspiriert sind, diese ganzen Geräte hier, da gibt es irgendwie immer auch immer wieder Fehler und Probleme
und zum Beispiel so ein Kassettendeck, wenn ich irgendwas auf Kassette aufnehme,
dann nehme ich liebend gerne die alten Kassetten, die schon irgendwie durchgeleitet sind, wo noch andere Musik drauf ist
und dann knirscht das so und dann gibt es da diese irgendwelche Frequenzspielereien,
die ich irgendwie schon ziemlich lange probiert habe in der Software umzusetzen,
dass dann irgendwie so ein Notch füllt, irgendwas macht, ah, warum klingt diese Kassette jetzt gerade so verspannt?
Und dann versuche ich da irgendwelche Sachen mit dieser Technik irgendwie anders hinzubringen,
als eigentlich gelandet wäre, wenn ich es durchkonstruiert hätte.
Das Hauptsäge erst mal nur gekauft, weil es total schön aussieht.
Ich hab es angeschlossen, es hat überall gekratzt und nicht verfunktioniert.
Dann habe ich's geöffnet.
Ich hab mir irgendwie die Schaltpläne besorgt und hab dann,
und habe dann z.B. auf etwas ganz spannendes, das hat nämlich ein Bandecho integriert in
das Mischpult. Also das heißt, wenn ich hier ein Echo habe, dann wird das da auf das Band
aufgespielt und das Echo entsteht dadurch, dass es danach wieder abgegriffen wird. Und um das
für mich auch gebrauchbar zu machen, muss ich hier die Vorvorstärke überbrücken und die
einzelnen Tonkämpfe vom Bandecho auf einzelne auslegen. Ich habe dann so das zu meiner neuen
Kommandozentrale für Analogermusik quasi außergrund. Das komplette Gerät ist mono, es gibt
kein Stereo, alles noch ein Kanal. Um die Funktion von dem Gerät zu erweitern, ohne dieses Design
irgendwie kaputt zu machen, ich wollte jetzt hier keine Löcher wohnen und dann noch so ein paar
Schaltere dran stecken. Das würde alles super gehen, aber ich fand es total fändig, es ist total
traurig, so jetzt hier dieses schöne Ding kaputt zu machen. Ich habe mir dann angefangen, so einen
Mund durchzubauen, wo ich das über einen VVA Kabel direkt da reinzugehen, um jetzt die
Einzelausgänge von dem Mischpult im Modular-Base-System zu haben, welches ich dann wiederum mit LFOs
einzeln ansteuern kann, was ich irgendwie mit einer Hallspirale auf einzelne Kanäle in Hallen
noch legen kann.
