Guten Tag liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Heute ist wieder GWTV. Unser Thema ist diesmal
der Landeswohlfahrtverband. Der Landeswohlfahrtverband, auch abgekürzt LWV, bildet seit den 50er
Jahren eine wichtige Institution innerhalb des Landes Hessen. Er ist nämlich die Solidargemeinschaft
aus den kreisfreien Städten und den Landkreisen. Wir haben hierzu zwei Vertreterinnen des Landeswohlfahrt
Wohlfahrtverbandes eingeladen. Zum einen Gabi Faulhaber und zum anderen Dorothee Jünemann.
Gut, sollen wir mal sagen, was der Landeswohlfahrtverband genau ist?
Ja, der Landeswohlverband ist eine Art Parlament, im Prinzip wie in die kreisfreien Städte und die
Landkreise von durch die Parteien die Abgeordneten. Und dann sitzen wir in einer Vollversammlung
zusammen. Wir sind Abgeordnete der Partei der Linken und haben inzwischen mit unseren fünf
Abgeordneten auch eine eigene Fraktion mit allen Rechten und Verpflichtungen. Auch im
Verwaltungsrat haben wir einen Mitarbeiter von uns und damit ist erstmal erklärt, was die Vollversammlung
zusammengesetzt ist. So ungefähr alle Vierteljahre trifft sich diese Vollversammlung und dann werden
eigentlich über ganz hohe Geldmengen, über Aufgaben, aber auch jetzt demnächst über die neuen
Vorsitzenden oder die neue Vorsitzende mit entschieden. Ja, vielleicht kann ich weiter. Das
Wichtigste ist im Moment, warum wir hierher gekommen sind, dass die reichen Wohlhabenstädte
des Rhein-Main-Gebiets im Moment angekündigt haben, sie möchten nichts mehr für den Wohlfahrtsverband
zahlen. Und da muss man jetzt erstmal sagen, was macht der Wohlfahrtsverband? Der Wohlfahrtsverband
klingt seit den 50er Jahren und der ist für die Eingliederung von Behinderten in die Gesellschaft
und die Arbeitswelt zuständig. Und der hat also ganz viele Aufgaben übernommen, auch Schulen hat
der Landeswohlfahrtsverband für Gehörlose, für Blinde, für Kranke, für psychisch Krankekinder.
Siebehinderte Kinder kommen dazu. Die Kriegsbehindertenpflege ist auch immer noch dem zugeordnet und
insgesamt die Blindenfürsorge, also ein ganz umfangreiches Feld. Dann kommen die Vetos-Kliniken
dazu und er ist der größte Träger von Krankenhäusern, die psychisch-kranke Behandlung. Also das ist
ein Riesenverband, der seine Arbeit nicht so arg in der Öffentlichkeit tut, sondern also sehr
effektiv arbeitet und er hat einen Volumen, ein Haushaltsvolumen von 1,5 Milliarden und da gibt
er das meiste davon für die Eingliederung aus. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei den
Städten, die im Moment unter Druck stehen finanziell und die natürlich auf die Idee gekommen sind
zu überlegen, ob sie dem Landeswohlfahrtsverband die Mittel entziehen können. Das liegt ja vor
allen Dingen daran, dass der Warneswohlfahrtsverband praktisch die Mittel aus den Kommunen zieht,
aber je nach ihrem Steuereinkommen. Das heißt, dass natürlich reiche Städte wie im Rhein-Main-Gebiet
mehr zahlen als im nordhessischen Gebiet arme Gemeinden und darum wären diese Begehrlichkeiten
so groß, weil die nun glauben, wir könnten dann viel einsparen bei uns. Das ist aber natürlich für
die Behinderten nicht gut, denn nur durch den Landeswohlfahrtsverband ist wirklich dieser
gleiche Standard überall, dass jedem Menschen mit der gleichen Behinderung die gleiche Hilfe
zuteil wird, wirklich gegeben. Ja gut, also die Landkreise in Nordhessen, wo du zum Beispiel
herkommst, die würden natürlich so ein Niveau der Behindertenhilfe und Eingliederung nicht halten
können, wenn das Geld nicht so fließt, wie es im Moment ist. Im Moment ist das eine Solidargemeinschaft,
alle zahlen nach ihren Möglichkeiten ein. Das sind prozentual festgelegt nach Steuerstück. Und wenn
die Städte das selber machen würden, die reichen Städte, dann hätten die armen Landkreise große
Schwierigkeiten diesen Standard zu halten. Und das ist auch der Grund, warum wir versuchen,
Öffentlichkeit herzustellen, weil darüber gibt es natürlich eine breite Debatte und wir haben die
Debatte auch angestoßen. Wir waren ja auch schon aktiv, um das bekannt zu machen und das erklärme
auch gleich und wir wollen vor allem auch heute dafür werben, dass der Landeswohlfahrtsverband
als Solidargemeinschaft der Halben bleibt. Jetzt muss ich mal nachgucken. Ja. Das die
kommunen Schwierigkeiten haben ist ja bekannt. Genau. Ja, die Schwierigkeit ist ja noch eine andere
im Prinzip. Es ist ja die UN-Menschenrechtskonvention, auch mit der UN-Behindertenkonvention von der
Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet und wir müssen diese jetzt umsetzen. Dafür hat die
Bundesrepublik das sogenannte Bundesteilhabegesetz auf den Weg gebracht, inzwischen verabschiedet und
es wird schrittweise umgesetzt. Aber durch diese schrittweise Umsetzung kommt es natürlich auch
zu Veränderungen, kommt es zu Neuüberlegungen und das gibt diesen reichen Städten eine Nische,
da reinzustoßen und zu sagen, ach, dann können wir ja gleich total verändern und es kommunalisieren,
denn man könnte ja so sparen. Es könnte dann wohnortnah alles organisiert werden und auf
dieses Wohnortner, auf der einen Seite und auf der Rekommunalisierung, auf der anderen Seite wird
das schön geredet und dabei nicht betont, dass die solidare Mannschaft verloren geht. Ja, das ist
ziemlich wichtig, weil dieses Wort Rekommunalisierung ja einen positiven Klang hat und das hört sich
so nah am Menschen, wollen sie das machen und so, also wirklich und da kommt dazu, dass jetzt das
Bundesteilhabegesetz verabschiedet worden ist, das soll ja ab 2018 umgesetzt werden und fordert
auch, dass nicht zentral alles zusammenläuft, sondern wohnortnah gestaltet wird und das hast du
erklärt. Da wird eingesetzt und da wird das Wort oder der Begriff Rekommunalisierung missbraucht,
weil es würde dann passieren, dass die Sozialämter in den Kreisen und kreisfreien Städten das
übernehmen müssten, natürlich müssten sie ein bisschen aufstocken, sie müssten aber auch ganz
neue Strukturen schaffen, die sie am Moment noch nicht haben. Der Landeswohlfahrtsverband macht
das wie gesagt seit 50er Jahren, die sind unheimlich erfahren in den Sachen und die Kommunen sagen,
wir können das also deshalb besser, weil wir wirklich den Menschen ganz nah und individuell
betreuen können und wir bezweifeln das. Wir sagen, also der LWV hat so viel Erfahrung,
das hat auch schon angefangen, diese kommunalen Strukturen aufzubauen, die beim Bundesteilhabegesetz
gefordert werden und diesen Weg im LWV unterstützen wir, weil wir denken, die Erfahrungen, die darf
nicht verloren gehen und vor allem darf nicht verloren gehen, dass jeder Behinderte in Hessen
die gleiche Ausstattung und die gleichen Möglichkeiten und die gleichen Hilfen vorfindet. Es gibt
noch eine weitere Gefahr darin, wenn wir rekommunalisieren, steht auch ein Stückchen immer
dahinter, die sogenannte Privatisierung. Das heißt, es werden Einrichtungen wahrscheinlich mehr als
bisher privatisiert und wenn man privatisiert und das ist eigentlich logisch, macht man das,
um daraus Gewinn zu ziehen. Aber eigentlich darf aus der behinderten Politik kein Gewinn gezogen
werden. Der LWV muss natürlich auch rechnen. Mehr Geld als eben da ist, hat man nicht zur
Verfügung, aber es darf nicht nach Profit gestrebt werden und wenn ich beispielsweise Wohnheime oder
solche Einrichtungen zum gemeinschaftlichen Wohnen privatisiere, dann will ich wahrscheinlich als
einzelner Mensch, als der Träger auch daraus gewinn ziehen und das wäre wahrscheinlich für
behinderte Menschen nicht der richtige Weg. Ja, das ist ja auch eine Gefahr, die mit der
Rekommunalisierung zusammenhängt. Da müsste eine Stadtverordnetenversammlung im Ernstzahl
entscheiden, machen wir jetzt ein Wohnheim für behinderte Menschen oder sanieren wir die
Schulgebäude und das Schwimmbad. Also da gibt es ja nicht genug Geld in den Kommunen. Es ist ja
nicht so und der Landeswohlfahrtsverband, der hat seine Mittel ausschließlich für die Betreuung
von Behinderten. Da wird nicht drüber diskutiert, muss es noch für einen fremden Zweck ausgegeben
werden und deswegen haben wir die Befürchtung, dass solche Privatisierungsschritte wie sie ja
also mit den PPP-Projekten und den ganzen Sachen eh schon passieren, dass die dann auch in der
Behindertenhilfe und Eingliederung passieren könnten und dafür möchten wir sensibilisieren,
das lehnen wir ab. Welches Kennzeichnen hat denn jetzt da der Landeswohlfahrtsverband in
eine Kommune sagt, wir möchten gern ein neues Behindertenwohnheim eröffnen? Wie ist dann der
Weg im bisherigen System? Bisher ist so, dass der Landeswohlfahrtsverband der Träger oder
der Schirm her ist. Also die vergeben tatsächlich auch Aufträge an Einrichtungen. Also das macht
der nicht alles selbst, das ist nicht alles im Besitz des Landeswohlfahrtsverband, aber ist immer
der Träger und der Schirm her und guckt, dass die Mittel so eingesetzt werden, dass er ausschließlich
der Behinderteneingliederung zur Hilfe kommen bei einer kommunalen Anbindung, wer das ein Posten
im Gesamthaushalt und wird dann dadurch auch immer wieder unter Druck geraten, weil das ist ein
großer Posten. Also die Eingliederungshilfe ist eine der größten Posten in den Sozialhaushalten
überhaupt und die Begehrlichkeiten sind groß. Und wir sehen ja auch das in Baden-Württemberg, wo
diese Rekommunalisierung im Prinzip schon vor Jahren angefangen hat zu greifen und gegriffen hat,
dass ganz viel Unzufriedenheit darüber herrscht und jetzt auch bereits wieder
gegengesteuert wird. Und ich denke, man sollte einen Fehler nicht noch einmal machen, also woanders,
wenn schon Erfahrungen gesammelt worden sind, dass man sagt, also eigentlich ist es nur schlechter
geworden, die Strukturen sind auch nicht vereinfacht worden und letzten Endes wurden nicht mal Gelder
gespart. Also wir haben jetzt als Fraktion im LWV verschiedene Maßnahmen ergriffen, um das
überhaupt bekannt zu machen, dass die Crux an dieser Geschichte ist. Es wird also vor allem vom
Städtetag ein Sozialabbau geplant, der aber den Menschen schwer zu vermitteln ist, weil der LWV
erkennt schon den LWV. Und wir haben also in allen Kreisen, wo wir Kommunalvertretungen von den
Linken haben, haben wir andere gestellt zum Erhalt des LWV. Das hat den Vorteilen gehabt, dass alle
Fraktionen in Hessen mit dem Thema LWV befasst worden sind und das immer wohl zugestimmt. Sie
habt dann über die Fraktion dafür gesorgt, in den kreisfreien Städten und Landkreisen,
dass dort Anträge eingebracht werden, dass der Kreistag statt Parlament beschließt, ja
wohl, der LWV soll erhalten bleiben. Genau, das wird ja auch ein Bekenntnis zur Finanzierung des
LWV sein. Und das wurde in vielen Kreisfreien und Landkreisen auch beschlossen, in allen
natürlich. Also der Angriff geht eigentlich von Frankfurt und Wiesbaden und so aus. Da hat eine
Frau von der CDU einen Konzept geschrieben, der Rekommunalisierung. Darüber wurde im LWV
jetzt auch schon diskutiert und die dort, der hat auf Baden-Württemberg hingewiesen, wo das ja
schon gemacht wurde und wo die Erfahrungen sehr schlecht sind. Und deswegen haben wir jetzt auch
einen Antrag gestellt, dass wir eine Anhörung machen, wo wir Leute einladen können aus Baden-Württemberg,
die ihre Erfahrungen mitteilen. Das wird gerade mit viel Frahrer diskutiert. Also wenn ich richtig
verstanden habe, bleibt also im Landtag, Antrag stellt auf eine Anhörung zu diesem Thema und
dann werden unterschiedliche Personen Gruppierungen eingeladen, unter anderem auch aus Baden-Württemberg,
um dort von den Erfahrungen zu berichten, nachdem dort der LWV abgeschafft wurde. Wir haben
in zwei Ebenen statt im Landtag und in der Verbandesfassung. Das ist also auch überhaupt auf zwei
Ebenen. Auf der einen Seite arbeiten wir natürlich auf unserer Parteienebene, der Linken, um da alles
zu mobilisieren. Auf der anderen Seite versuchen wir aber eben auch mit den anderen Parteien,
mit Menschen, die sich einfach für Behinderungen, Menschen mit Behinderungen einsetzen wollen und
für die solidarien Gemeinschaft stehen, auch Anträgen gemeinsam zu arbeiten oder auch deren
Anträge mit zuzustimmen oder sie für unsere Anträge mitzugewinnen, um einfach wirklich diese
wichtige solidarie Gemeinschaft des LWV zu erhalten. Mir fällt dabei noch was so ein. Es ist ja
interessant, dass auch nicht nur gerade jetzt mit dem Bundesteilhabegesetz diese Antrag so kommt,
des LWVs abzuschaffen oder zumindest das Wesentlich seiner Kompetenzen zu beschneiden. Seit dieser
Verbandesversammlung hat die CDU nicht mehr die Hauptmacht im LWV und sofort kommt dieser
Vorstoß eben gerade auch wiederum von der CDU, was natürlich irgendwo auffallend ist, denn eigentlich
sind sie ja genauso Miträger im LWV von diesen Sachen und irgendwie finde ich das nicht gerade sehr
nett, wenn da so unterschiedlich und unterschwellige Sachen gesagt werden, die immer schön klingen
mit Rekommunalisierung und eigentlich alles besser und auf die einzelne Person zugeschnitten,
aber es nicht wirklich für die behinderten Menschen alles besser ist nachher, denn es geht
immer um viel Geld, dabei geht es leider auch sehr häufig um Einsparungen. Ja, da gibt es überhaupt
um Einsparungen. Wir haben auf zwei Ebenen versucht, so eine Anhörung hinzubekommen,
das ist noch nicht entschieden, einmal auf der Landtags-Ebene, einmal auf der Ebene des LWV
Parlaments, das ist ja praktisch ein Parlament auch und im Grunde können sich im Moment verschließen,
diese Anhörungen zu machen. Wir erhoffen uns von den Anhörungen, dass auch das Thema so behandelt
wird, dass die Erfahrungen, die die Wohlfallsverbände, die Einrichtungen, die Träger machen, auch im
Baden-Württemberg, dass die da zusammenfließen und das dann nicht einfach gesagt werden kann,
das ist ein besseres Modell, wir machen das kritiklos und da brauchen wir nur die Hälfte
vom Geld, das ist ja der entscheidende Punkt und es sieht im Moment so aus, als würden wir das
hinkriegen und da müssen wir halt noch gucken, dass ein bisschen mehr Öffentlichkeit entsteht, weil ich
glaube ja, es sind viele Leute dennoch betroffen, auch wenn das nicht in der Öffentlichkeit so
präsent ist, weil viele haben Behinderte, Verbande oder haben es selber eine Beeinträchtigung oder
sind im Laufe ihres Arbeitslehmens mal so krank geworden, dass sie eine Wiedereingliederungsmaßnahme
brauchen und ich denke, wenn das ein bisschen kanter würde, da wäre der Druck auch höher,
dass der LWV so erhalten bleibt, dass seine Solidargemeinschaft bleibt und die Qualität
weiterhin stimmt. Das schwierige ist eben, dass der LWV so wenig bekannt ist und dass man es
wirklich fast geschafft hätte, ihn ganz toll zu beschneiden, ohne dass die Öffentlichkeit es
irgendwo mitbekommen hätte, denn eigentlich, wenn wir jetzt das nicht in Gang gesetzt hätten mit
den ganzen Anträgen, glaube ich, wäre das ganz schnell gegangen und das ist, finde ich, gefährlich.
Wer könnte denn den LWV abschaffen oder die Mittel dann ihm beschneiden? Er selbst oder ist es dann
doch parlamentarischer? Nein, der Städtetag, der hessische Städtetag und der hessische Landkreistag
und dem Städtetag hat das Präsidium bereits einen Beschluss gefasst, also die müssen ja auch dem
Städtetag dann vorschlagen, wir haben den Beschluss gefasst, für den LWV maßgeblich zu
kürzen oder abzuschaffen, diese Abstimmung ist noch nicht gewesen, aber das Präsidium hat
es schon beschlossen und das ist in dem Präsidium sind halt maßgeblich diese wirklich wohlhabenderen
Städte hier in der Marseille-Main-Region drin, während der Landkreistag einen großen Streit hatte,
es ist klar, weil das sind die ganzen nordhessischen, der Kreise, ich herkomme, wenn der auch gerade ist,
also so Landkreise halt drin und die brauchen den LWV einfach ganz dringend, es ist auch nicht so,
es geht nicht um die totale Abschaffung, aber es geht um seinen Hauptpunkt, nämlich die Einliederungshilfe,
ihm sozusagen wegzunehmen und damit wäre das dann nur noch ein Restgebilde mit so ein paar
Schulen unter sich, ja und der Klinik und dann natürlich dann den wirklichen Kliniken, die
also ja auch wieder eine eigene Struktur haben, aber die Solidargemeinschaft wäre damit einfach weg,
weil damit im Prinzip das sind die meisten Gelder und es ist einfach die Frage, wie viel Geld kann
denn der einzelne Mensch mit einer entsprechenden Behinderung dann für sich beanspruchen, um mein
wegen einer Assistenz zu bekommen, um zum Arbeitsplatz zu kommen oder ob in der Werkstatt für
behinderte Menschen arbeiten zu können und wenn dann in Nordhessen diese Mittel wesentlich geringer
ausfallen würden, würde das zwangsläufig zum Schließen von einigen Einrichtungen führen,
was dazu führen würde, dass dann Menschen vielleicht nur noch Halbtags da wären oder
vielleicht gar nicht mehr. Also wir hoffen halt, dass wir die Diskussion in diesem Landkreistag
und Städtetag und auch im Landtag, der letztendlich der Auftrag über ist, so befeuern können, dass
das schwierig wird. Man musste zusagen, also Deutschland hat, du hast es schon gesagt,
die UN-Behindertenkonvention und erzeichnet alle Sprechen im Moment von Inklusion und wir denken
da so auch so die Öffentlichkeit und die Anhörung dazu führen wird, dass schon ein bisschen peinlich
wird, wenn man gerade mit dem Labelingklusion einen der größten Solidarverbände überhaupt
abschaffen würde und das würden wir gerne erreichen. Wir haben dazu auch einen Flurplatt gemacht,
ich kann das ja mal gerade zeigen, Solidarität macht stark, wo wir unsere Positionen aufgezeigt
haben. Da haben wir auch geschrieben, dass wir nicht mit allem beim LWV einverstanden sind. Das
muss man wissen, weil die CDU und die Grünen hatten da die Regierung und die haben natürlich auch so
betriebswirtschaftlich dominante Entscheidungen getroffen, die nicht immer so im Sinne der
Behinderten waren, aber alle Wohlfahrtsverbände und Träger, auch die, die Kritik haben, so wie wir,
die sagen, also abschaffen kann man den LWV nicht, man kann darüber diskutieren, wie die
Politik sein soll, wie wird das Geld ausgegeben, aber abschaffen kann man nicht. Es gibt auch
bestimmte Einrichtungen, die davon betroffen werden, wie äußert die sich in dieser Auseinandersetzung,
die zurzeit besteht, die dann Träger von solchen Häusern sind, von solchen Einrichtungen sind.
Wir haben gern Kontakt mit den Betriebsreden, die sind natürlich auch für den Erhalt des LWV,
dann kriegen die ja immer vorgeworfen, dass sie das aus Eigenlutz machen, aber ich finde das
jetzt halt schlimmer, wenn man seinen Arbeitsplatz kämpft. Das ist einerseits der Arbeitsplatz,
aber natürlich auch die Werkstätten für behinderte Menschen sind davon betroffen und die wissen
ganz genau, ja man spricht zwar von Inklusion und man sagt, ja eigentlich brauchen wir die ja nicht
mehr, es kann ja jeder in die freie Wirtschaft, nur wer schon mal in solch eine Werkstatt reingeguckt
hat und wir beide sind Förderschullehrer und haben Menschen in solche Werkstätten gebracht sozusagen,
dass nicht jeder Mensch wirklich in einer freien Wirtschaft arbeiten kann und auch nicht jeder da
glücklich sind ist und wir brauchen auch diese Einrichtungen und zwar wirklich auch als vorgehaltener
Einrichtung. Ich kann nicht sagen, ja aber in Zukunft werden bestimmt viel, viel mehr integriert und
inkludiert in der freien Wirtschaft, wir lassen da mal die Werkstatt nur noch zur Hälfte da. Dann
habe ich nicht mehr die freie Auswahl als Mensch. Oder muss man natürlich auch sagen,
die Bedingungen der freien Wirtschaft sind nicht behindertenfreundlich, das ist ja bekannt. Also
wenn man es, wenn man keinen Behinderten einstellen muss und kann dafür eine Ausgleichsabgabe
bezahlen und die ist nicht besonders hoch, dann wird sich niemand Gedanken machen. Dann gibt es auch die
die Leute nicht ausreichend, die sagen wir mal, sie behinderten in die Wirtschaft einglädern,
weil da gehört eine Beratung dazu für die Arbeitsplätze. Auch das gibt es nicht und es gibt
auch nicht genug. Also es werden noch teurer als mit dem LWV solche Sachen zu machen. Die machen
das ja zum Teil auch in die freie Wirtschaft einglädern und ich denke, das machen sie auch gut
und deswegen denken wir, wir leben in einer gewinnenorientierten Gesellschaft, da fallen die
Behinderenden leicht hinten runter, das ist uns ziemlich klar und wir möchten auch nicht so
Wunschvorstellungen, in dem Vordergrund haben ja jeder, wird nach seinen Möglichkeiten vor Ort ganz
individuell betreut, weil das also nicht realisierbar ist. Also auf diese Art, das ist eine Wunschvorstellung,
das was der LWV realisiert, das ist sicher verbesserungswürdig und wenn man die Verbände
und Träger fragt, dann haben die auch Kritik, aber zunächst mal ist es ein System, was erst mal eine
Grundlage schafft für die Eingliederung. Ja und diese Eingliederung in die Arbeit ist die eine
Schiene und die andere Schiene sind eben die vielen Wohnheime im betreuten Wohnen oder auch eben
wirklich in Wohnheim, die vom Landeswohlfahrtsverband eben getragen werden und auch diese Einrichtungen
sind ganz genauso wichtig, denn wir wollen nicht dahin zurück, dass die Familie sozusagen für alles
zuständig ist. Ja, das halten Sie gerne. Also wir würden gerne an die Zuschauer einen Appell
richten, wir würden gerne sagen, sprechen Sie mit Ihrer Umgebung, wenn Sie zum Beispiel auch
Menschen kennen, die ihre Verwandten betreuen oder so, die in einer Einrichtung sind, dass die davon
erfahren, dass der LWV da bedroht ist, da muss es eine breite Diskussion geben und wir hoffen uns,
dass mehr Öffentlichkeit hergestellt wird und dass wir da, sieht im Moment ganz gut aus, dass
wir da erfolgreich den LWV verteidigen und dann können wir uns über Verbesserungen und LWV
streiten. Ja, also das wären so Schritte, die jetzt Zuschauer der Sendung von sich aus tun
können, im Umfeld, wenn sie betroffen sind davon oder wenn sie im Umfeld Personen haben, die in
Einrichtung leben oder arbeiten, dass die auf die Einrichtung zugehen, sich erkundigen, welche
Umgestaltungspläne gibt es da auch an Einschränkungen und sich dann an wen wenden sollen? Wir haben
ja inzwischen eine Homepage und ja klar sind wir auch dann offen, was aufzunehmen, wenn es an
Kritik ist, aber natürlich freuen wir uns auch, wenn wir einfach Hinweise bekommen, was unternommen
wird, um den LWV zu erhalten. Also wir denken, im Moment ist noch nicht so die Zeit, dass wir
eine Petition starten oder sowas, das könnte durchaus noch kommen, weil wir uns erhoffen,
dass diese Kritik, die wir jetzt geäußert haben, hat schon auch Wirkung gezeigt. Wir hoffen,
dass durch diese Anhörungen nochmal Umdenken stattfindet und der Landkreistag sich da auch
gegen diese Schritte positioniert, dass diese Angriffe abgewert werden. Das gab ja schon öfter
Angriffe, aber man muss natürlich vor allem aufzeigen, darüber diskutieren, offen, dass der
LWV eine Einrichtung ist, die man unbedingt braucht, sonst wird es ganz schwierig. Also es gibt ja
genug Länder, wo die Familien ihre Behinderten zu Hause haben und die keinerlei Perspektive haben
und keine Eingliederung und wir sind ein reiches Land, da wollen wir nicht hin. Also es gibt
im Moment keine Petition oder keine Sache, die man unterstützen kann, aber zur gegebenen Zeit
könntest du es durchaus geben, weil ich weiß nicht, wie hart der Kampf noch wird. Also Kreise und
Städte davon ja, also Mitentscheider sind Städtetag, Kreistage, auch die Möglichkeit, sich vor
Ort immer an die entsprechenden Parteien zu wenden und dort auch eine Position zu beziehen. Also einerseits,
wenn die Linke vor Ort sind, dann Europalementarier anzusprechen, aber andere von denen,
man weiß, die würden dafür stimmen, dass man ihn einschränkt, den LWV oder sogar auch abbaut.
Also im Moment ist die SPD eher so auf unserer Linie, aber die CDU und die Grünen, die vorher ja sozusagen
die LWV-Regierung gebildet hatten, die sind nicht eindeutig für den LWV, selbst die im LWV
vertreten sie nicht. Und das ist natürlich kritisch und wenn man da auf die Abgeordneten vor Ort
zugeht und sagt, sagen wir, was macht denn da im LWV? Warum wollt ihr den kaputt machen? Das ist
bestimmt hilfreich. Also das denke ich schon. Wir sind ja Bildungsgewerkschaft GW, welche
initiativen Schritte würdet ihr von uns gerne sehen, erwarten, um für den LWV auch mit euch zu
streiten? Zum einen ist natürlich GW auch für die Kollegen ja zuständig, die in den Schulen des
LWVs tätig sind und die möchten natürlich auf jeden Fall auch erhalten bleiben, denn die Schulen,
die wir da haben für Höhe- und Seegeschädigte, sind sehr, sehr gute Schulen und auch da ist es so,
dass nicht jedes dieser Kinder im inklusiven Unterricht wirklich besser beschult wäre,
sondern leider ja auch immer wieder viele Rückläufer kommen, konnte man auch in dem letzten
Bericht aus dem Landeswohlfahrtsverband wieder lesen. Das heißt, die Quereinsteiger, die eben
in der Inklusion aufgrund oft wirklich der Umstände, nicht ihres eigenen Verhalten, sondern der
Umstände, das einfach nicht genug Mittel dafür da sind, gescheitert sind und dann wieder zurück in
diese Schulen kommen, dass diese Kollegen sind in jedem Fall anzusprechen und auch damit die sich
auch mitorganisieren sozusagen zum Erhalt, aber natürlich wissen sie auch, ihre Schüler gehen ja
alle mal weiterhin über den LWV in die Eingliederungshilfe und sie sind ganz bestimmt bestrebt, dass da
jedem Schüler, egal aus welchem Wohnort er kommt und das sind alles auch Internatsschulen,
die gleichen Möglichkeiten gegeben werden und nicht, dass man sagen muss, also wenn sie
ihrem Jungen was Gutes tun wollen, dann ziehen sie mal oben. Ja, ich denke also, natürlich gibt es in
der GEW ja auch die Diskussion, kann man alle Schüler inklusiv bescholen, die kennen wir,
die haben wir selbst geführt, ich bin auch GEW mitglied natürlich, aber es gibt ja nicht
genug Alternative und die Landesregierung fährt Inklusion als Sparprogramm, die
kapitalistisch organisierten Betriebe sind nicht gewillt, nicht so leistungsfähige Menschen zu
beschäftigen und man muss ja mindestens mal die Kosten seines Arbeitsplatzes erwirtschaften,
das machen Behinderte nicht immer und das muss man ja zur Kenntnis nehmen, dass es also Alternativen
braucht und trotzdem, die so organisiert sind, dass sie den Anschluss an die Gesellschaft ermöglichen
und da kann die GEW sich einschalten, das ist klar. Ja, ich finde an sehr nettes Schlusswort dieser
Sendung, wo aufgezeigt wird, welche Schritte einzelne Unternehmen können wirklich in ihrem
Wirkungskreis, familiär, schulisch, betrieblich oder auch verbandsmäßig innerhalb der GEW.
Ich bedanke mich bei euch beiden für das informative Auflösreisegespräch und hoffe,
dass die Initiativen zum Erhalt das LWV auch weiter voranschreiten und wenn was ansteht,
kommen die gerne wieder auf uns zu und wir schauen, wo wir euch behilflich sein können.
Dankeschön. Vielen Dank.
