Hallo Wessens. Wir haben es kurz nach viertel vor fünf.
Zum Teufel sind wir jetzt schon wach, weil es eigentlich nichts Besseres gibt, Fußwischen zu gehen,
dass die Stimmung am Wasser richtig toll ist. Man sieht viele Dinge, viele Tiere, viele Momente, Augenblicke,
die man sonst vielleicht nicht mitbekommen will, außerdem ist sonst fast kein anderer am Wasser.
Wir sind jetzt hier, es sind Beute da und können jetzt hier diesen kleinen Nebenkluss hier zwischen den Graben
und hier läuft dann unten die alten Müllangen und hier hinten kommt es dann wieder zusammen.
Das ist eigentlich eine ganz gute Stelle.
Wo würdest du jetzt hingehen?
Einfach nur hier mal reinhalten zu zur Gaulein.
Keine Ahnung.
Ja, das weiß ich nicht, aber warum sollte da nichts sein?
Es ist hier nur 10cm plachgefühlt und hier ist es leicht, aber im Hecht ist ja jetzt auch kein Kaffee.
Keine Ahnung.
Sag es nochmal.
Ein Hecht ist kein Kaffee, das ist nicht so fett und fesslich.
Ich bin der Church unter den Lukassen von uns.
Ich bin Fliegenfischer, weil ich es geil finde oder einfach toll, wie man beim Fliegenfischen so auf die Natur achten muss.
Dass man da nochmal sehr viel mehr Verständnis braucht und die Zusammenhänge meiner Meinung nach auch ein bisschen besser lernen.
Man lernt ständig dazu, man lernt nie aus.
Klar, das gilt auch fürs normale Fischen.
Es steht außer Frage.
Man ist ja auch das, was der Reiz des Fischens ausmacht, dass man nie in diese Unterwasserwelt wirklich so was eintauchen kann, dass man sagt, man checkt alles und hat alles voll im Bild.
Das Fliegenfischen ist tatsächlich, das finde ich schon eine Fischerei, die vielleicht sogar mehr als andere Fischereien einen dazu bewegt, auf Reisen zu gehen, neue Orte aufzusuchen.
Das ist tatsächlich auch wirklich bis ins letzte Hinterland, weil da da noch unberührte Fischerei auf wilde Bestände möglich ist.
Diese ganze Gemeinschaft aus Gleichgesinnten und das ist wirklich schon eine der, sage ich mal, alle umfassend größten und besten Erfahrungen, die ich so im Fliegenfischen gemacht habe.
Dann kommt natürlich noch so kleine Momente hinzu, wie, keine Ahnung, man sitzt am Wasser, wartet regungslos und dann passiert es tatsächlich, so wie an der Rehner da, dass dann einfach im Stockfinsteren vor der Nase ein mortsmäßig große Forelle aufsteigt und diese Scheißkette des Pewper frisst.
Das sind einfach diese Momente, die kriegt man vielleicht sonst nicht so wirklich mit.
Wie häufig bist du unterwegs?
Ja, jetzt im Studium nicht mehr so häufig. Damals bin ich dann am Anfang vom Semester dann halt so, ja, dann noch wie das Wochenende mal verbrauchen gewesen.
Und dann, wenn das da fortschreitet, dann nimmt es stetig ab.
Ist das in den Wurf gesehen? Ja.
Aber es wird nicht belohnt.
Er sagt, er macht nur rein und dann fängt er recht.
Fuck, aber wir haben ihn drauf, also gilt als Beweis.
Scheiße.
Macht nix, macht nix.
So kommt's manchmal.
Aber echt, ich hab genau da reingeworfen, dann siehst du ihn so und dann hat er sich eigentlich reingeknallt.
Auf die Wunderfliege.
Pink, pink geht immer.
So geil.
Gratuliere.
Alter, das war geil.
Warum ein Hecht? Ich finde, ein Hecht ist ein ganz cooler Fisch.
Ich mag Hauptfische, weil Hauptfische aggressiv sind und dementsprechend Gaudi sind.
Das macht Spaß, hier mit der Fliege zu befischen.
Fliegenroute? Ja.
Meine erste Fliegenroute, das war irgendein Z, das ich neun war, ob eBay geschossen hatte.
Resümee des Tages, ein Biss gehabt, aber dann im Drill verloren, aber ich bin eigentlich ganz zufrieden.
Im Hechtfischen kann man jetzt auch nicht so viel erwarten.
Schönes Gewässer, toller Lage und ich denke, wir hatten auch ganz Glück mit dem Wetter.
Ich bin sehr zufrieden und müde.
Früher aufstehen macht sich dann doch irgendwie bemerkbar.
Deswegen enden wir jetzt mal den Tag für heute, fahren nach Hause und zwickeln uns erst einmal ein halbes Jahr.
