Ich lerne sehen. Ich weiß nicht, woran es liegt. Es geht alles tiefer in mich ein und bleibt nicht an der Stelle stehen, wo es sonst immer zu Ende war.
Ich habe ein Inneres, von dem ich nicht wusste. Alles geht jetzt dorthin. Ich weiß nicht, was dort geschieht.
Bei der Zeichnung ist es ganz was anderes. Da muss man sich vorher richtig konzentrieren und gucken. Schauen.
Ich verstehe, dass wenn Dürer seine Kopfgissen zeichnet, dann hat er mal gemacht, so in zwei Reihen, drei Kopfgissen jeweils, so unterschiedlich geknittert und geknickt.
Da weiß ich nicht, was den bewegt hat, das zu tun.
Ich habe auch eine Sendung in der Glotze gesehen. Da ging es um ein Zeichner im Dars. Ich habe nie im Leben geraucht, aus Angst abhängig zu werden. Aber der Bleistift ist viel schlimmer als jesische Zigarette.
Ich weiß nicht, wer den versteht, aber ich habe das verstanden, was der meint. Das ist so ein Besessensein von dem, was man tut.
Das ist, glaube ich, auch eine Voraussetzung dafür, dass das, was man tut, auch eine gute Sache ist.
Ich habe eine Staffel gemacht, wo ich alle paar Tage hingegangen bin, an einer Stelle, wo eine tote Elster lag und habe die dann immer in diesen Verfallzerscheinungen gezeichnet, bis der Kopfgal war.
Es geht nicht darum, die Vergänglichkeit da zu stellen, um zu zeigen, so guckt hier, wie wir alle sterben oder so.
Ich zeichne lieber einen Völtenwurf, der spannend ist, als ein glattes, rundes Gebilde, so etwas Prelles. Das ist keine zeichnerische Herausforderung.
Und am nächsten Morgen gucke ich doch raus, tatsächlich, das stimmt da alles.
Wir sind wieder durch die Stadt gegangen und da hatte ich sofort dieses Gefühl, hier muss ich unbedingt wieder hin zum Arbeiten.
