Ich glaube, vor vier Monaten, vier und ein halben Monaten,
als ich mit dem Training begonnen habe,
habe ich gedacht, jetzt rollt man vor sich hin.
Das wäre es schon schön, wenn noch jemand dabei wäre.
Und da hatte ich schon gedacht, dass da ein Hund eine ganz gute Idee wäre.
Dass es jetzt nicht so funktioniert hat,
ist ja eine andere Geschichte und auch sehr enttäuschend.
...
Mario ist ein europäischer Schlittenhund.
Er ist jetzt sieben Jahre alt.
Er hat mehrere Rennen schon gelaufen.
Er hat schon Erfahrungen, was auch Strecken laufen angeht.
Er konnte gewisse Kommandos, da ich auch der Führungshund war vom Schlitten.
Dass er rechts, links, langsamer, schneller,
das kannte auch schon als Befehl.
Wenn er es zugrufen hat, wusst er, was man von ihm wollt.
Das ist generell auch beim Hauen die Sache,
dass er ein sehr gelehriger Hund hat.
Das war ein paar Tage, in dem man Treppen läuft.
Da hat man auch immer schon gemerkt, dass er die Ambition hat,
es mir rechts zu machen.
Er hat sich ungefähr eineinhalb Monaten angefangen zu hinken,
hinten rechts.
Da war es leider so, dass ich erst gedacht habe,
vielleicht hat er sich noch über anstrengend.
Er war ein Tierarzt gewesen.
Ein Tierarzt meinte, es wäre eine beginnende Arthrose.
Das ist genau das, weswegen ich einen europäischen Schlittenhund genommen habe.
Ich habe darauf gezüchtet, dass genauso eine Gelenksache nicht auftreten soll.
Das ist genau das, was passiert.
Das ist natürlich sehr, sehr ärgerlich.
An sich bin ich natürlich froh, dass es jetzt ein Training passiert ist
und nicht erst vor Ort.
Mario kann überhaupt nichts dafür, ich meine, er hat super gelaufen.
Er ist super am Fahrrad.
Das war alles wirklich top gewesen, konnte auch ohne Leine laufen lassen.
Er will auch gerne, das war auch immer, wenn er mit ihm gelaufen ist,
er war halt immer so weit das Fahrrad draußen,
da hatte man immer so, jetzt geht es los.
Und auch dann, als ich diese Verletzung hatte,
hat er dann wieder gemerkt, dass ich ihn geschont habe,
wurde es wieder besser.
Ich dachte, okay, vielleicht doch nur eine Zerbung gewesen
und habe dann wieder mitgenommen, wieder mal so 15, 20 Kilometer fahren
und ging es gleich wieder los.
Und das ist dann schon traurig, weil man sieht, der Hund will
und er kann sich auch bewegen, so einen normalen Alltag,
es ist überhaupt kein Problem für ihn.
Ich habe ihn jetzt zum Arbeitskollegen gebracht,
weil jetzt halt, also wir haben halt kein Bauernhof,
aber schon im Grün hier in Fächerlade,
weil er auch gleich Felder hat und das ist auch ziemlich gut für ihn.
Weil er ist ja gerne draußen, er bewegt sich gerne draußen
und das kann er auch.
Der Hund ist ja nicht kaputt oder so,
er ist einfach nur für das, was ich vorhab, geht einfach nicht.
Man muss auch richtig, es ist auch wirklich ein Risiko gewesen,
selbst wenn das jetzt geklappt hätte.
Ich habe ja teilweise Versorgungssprünge,
was ich gemeint habe, dass ich mir irgendwo mit einem Nahrung versorge,
Wasser kann ich mit dem Klappich selber filtern oder schmelzen
oder abkochen.
Man muss mit Essen, das ist halt so das Problem.
Und ich habe halt gerade in Alaska, da es recht dünn besiedelt ist,
von der Routenplanung teilweise 600 Kilometer zwischen Zivilisationspunkten.
Also klar, würde irgendwo mal zwischendurch
vielleicht eine kleine Tankstelle sein,
aber das, was ich bisher geplant habe,
muss halt echt mal sein, dass man 500, 600 Kilometer da mal
nicht wirklich ein Supermarkt hat auf der Strecke oder sowas.
Mit einem Fahrrad von der Kilometerleistung, die ich angedacht habe,
wären das halt so 10 Tage, die ich unterwegs bin,
wo man sich schon gut eindecken kann.
Aber in diesen 10 Tagen hätte man, muss man auch noch den Hund versorgen.
Also das wäre dann auch nochmal was oben drauf kommen,
was natürlich, da ich es am Fahrrad habe,
jetzt nicht so dramatisch ist, ich muss jetzt nicht in den Rucksack
das Ganze rum schleppen.
Aber das ist halt auch, was man da hätte,
auch berücksichtigen müssen, was ich auch berücksichtigt habe.
Was jetzt natürlich wiederum, was ich einfach als Vorteil jetzt auslege,
klingt zwar blöd, aber wenn man sagt,
okay, dadurch wird das Ganze vielleicht wieder leichter
und ich kann vielleicht auch schneller unterwegs sein.
Ich habe auch nochmal gequatscht noch ein paar Mal
mit dem Arbeitskollegen und der meinte auch,
super, gerne draußen und fühlt sich halt wohl.
Das ist auch gut für mich zu wissen,
jetzt weiß ich halt, dass es ihm auf jeden Fall gut geht
und dass das einzige, was noch in meiner Macht stand,
was ich machen konnte für ihn
kann ich auch mit einem guten Gewissen,
natürlich mit einem blöden Gefühl,
aber mit einem guten Gewissen,
da auch jetzt weitermachen.
Copyright WDR 2020
