Das Dortmund-Unionsgebäude war immer schon ein Wahrzeichen hier für die Stadt.
Das U ist aus keiner Skaline mehr wegzudenken, die es von Dortmund so gibt.
Das ist definitiv ein schöner Platz, ganz klar. Bahnhofsnähe und so mit der Tradition von früher von Graffiti.
Es war einfach diese große Industriestadt, diese Fabrikschlote.
Ich komme aus München, ich bin im Allgäu groß geworden, auf einer ländlichen Gegend.
Dortmund war für mich so eine pure Industrie und eine große Stadt und eine Menge, Menge Platz für Graffiti.
Das war schon sehr beeindruckend damals.
Heute ist natürlich so, die Industrie ist abgewickelt, so wie es aussieht.
Dortmund sucht jetzt seinen Platz und das ist interessant für mich zu sehen, in welche Richtung das geht.
Also auch, dass ein Kreativzentrum ja auch da entsteht, nicht nur in Schulen.
Als ich dann eben so die Anfrage für einen Bauzaun bekam, wo ich jetzt eben nicht wusste, was es da genau geht,
zusammen mit Marc Mehlen, das war für mich schon der Ausschlag, wo ich sage, klar, es geht Dortmund,
es geht jemand, der es in Kunst nicht gut finde, das mache ich auf alle Fälle.
Bei meinen Sachen geht es hauptsächlich so um Mensch und Gesellschaft.
Ich versuche, immer gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und die auf eine spannende Art zu verpacken.
Da geht es bei mir jetzt hier um Orientierungslosigkeit, Reizüberflutung und andererseits auch noch
diesen auf das Projekt jetzt bezogen, wie junge Leute damit umgehen oder in welcher Welt sie aufwachsen.
Das versuche ich eigentlich zu dokumentieren.
Für mich jetzt schon auch eine schöne Geschichte zu sehen, dass es natürlich auch um ein Bildungszentrum geht.
Das heißt also eine Lernstelle für junge Menschen.
Deshalb war es für mich auch klar, dass natürlich damit Graffiti in eine gute Brücke geschlagen werden kann.
So einfach mal darzustellen, was es gibt und die Leute interessiert zu machen, einfach mal ein gutes Bild mal zu machen,
mal hingegen wollen, mal das angucken und dann auch erzählen, was dahinter entsteht als Baustelle.
Also der Bauzaun selber ist natürlich ein langer Schlauch und dadurch, dass es natürlich auch eine Mobilfläche ist,
es ist für mich jetzt auch nicht unbedingt eine Wand, es ist eine Leimwand, was wir machen.
Es wird natürlich transportabel oder es wird weiter ausgestellt, was der Unterschied zu dem ist, was wir sonst machen,
wenn wir eine Fassade anmalen.
Das ist ja eine Immobilie, die diesen Ort prägt.
Und das ist halt bei dem Bauzaun, der dann mobil bleiben wird, nicht unbedingt die Sache, es ist eine zeitliche Ausstellung.
Wenn wir Bilder malen, wissen wir, das ist niemals für die Ewigkeit.
In Graffiti-Bild in der Straße hat vielleicht eine Lebensdauer von zwei Jahren im Durchschnitt,
dann wird es vielleicht überstrichen oder übersprüht von anderen Sprühen oder das Gebäude wird abgerissen.
Veränderung ist uns ja sehr geläufig.
Also das ist halt so eine Sache, wo ich sage, na ja, Gold richtig, weil das kennen wir ja.
Also dass eben was Neues entsteht, also ist natürlich auch eine schöne Sache,
dass wir da auch, wie Marc das erklärt hat, ja als Image genommen werden, als Brücke zur Jugend,
wenn ihr eben sowas gemacht habt, was ja auch sinnvoll ist, wenn man einfach ein Bildungszentrum dahinter hat,
weil das sind ja junge Leute, die da reingehen sollen.
