{"klexikon": [{"title": "Aal", "id": 0, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Aal", "text": "Der Aal ist ein Fisch, der wie eine Schlange aussieht. Sein Körper sind sehr lang, schlank und beweglich. Er hat eher kleine Flossen, die wie Bänder am Körper anliegen. Die Schuppen sind sehr klein und schleimig. Deshalb sagt man über bestimmte Menschen auch, sie seien aalglatt, wenn man sie nicht festmachen kann.<eop>Es gibt etwa zwanzig Arten von Aalen, die zusammen eine Gattung bilden. Bei uns gibt es nur den Europäischen Aal. Er ist gemeint, wenn jemand bei uns von einem Aal spricht. Diese Aale leben in Flüssen und Seen. Erwachsene Aale können bis zu einem Meter lang werden. Um sich zu vermehren, schwimmen sie die Flüsse hinunter und durch das Meer bis fast nach Amerika. Dort paaren sie sich. Das Weibchen lässt die Eier ins Wasser und stirbt. Auch das Männchen stirbt.<eop>Aus den Eiern entwickeln sich Jungtiere. Wenn sie so groß sind wie ein Finger sind sie fast durchsichtig, dann nennt man sie auch Glas-Aale. Dann schwimmen sie durch das Meer zurück und die Flüsse hinauf. Dazu können die Aale einen Trick: Sie schlängeln sich wie Schlangen durch das feuchte Gras, um von einem Fluss in den anderen zu gelangen.<eop>Aale gelten als sehr schmackhaft und werden deshalb schon seit langer Zeit von uns Menschen gefangen und gegessen. Meist verkauft man sie gebraten oder geräuchert. In Zeiten, wenn die Menschen sonst nur wenig zu essen hatten, waren Aale manchmal sogar wertvoller als Gold und Edelsteine.<eop><eop>"}, {"title": "Aare", "id": 1, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Aare", "text": "Die Aare ist der längste Fluss innerhalb der Schweiz. Sie ist außerdem der wasserreichste Fluss, der in den Rhein strömt. Die Aare ist insgesamt 288 Kilometer lang. <eop>Ihre Quelle hat die Aare in den Aargletschern, die in den Berner Alpen liegen. Im Tal unter der Quelle fließt sie in einer engen Schlucht durch die Felsen. Mehr Platz nimmt das Wasser kurz darauf im Brienzersee sowie im Thunersee ein. <eop>In Bern, der Hauptstadt der Schweiz, macht der Fluss einen Bogen um die Altstadt herum. Die Altstadt stammt noch aus dem Mittelalter. Am Aare-Ufer in Bern liegt ein Bärenpark.<eop>Unterhalb von Bern schlängelte sich die Aare früher wild durch das Seeland. Sie hat viele Überschwemmungen verursacht. Die Aare wurde dann in den Hagneckkanal gelegt und in den Bielersee geleitet. Dort lagert sie all den Sand und die Steine ab, die sie mitbringt. In Biel verlässt das Wasser den See durch einen weiteren Kanal und fließt zurück in das alte Bett. Seither gibt es in diesem Gebiet fast keine Überschwemmungen mehr, und sie sind weniger schlimm als früher.<eop>Im ebenen Gebiet vom Bielersee bis Solothurn kann man mit dem Motorschiff auf der Aare reisen. Wer möchte, kann die Aare auch mit dem Schlauchboot befahren. Man darf auch in ihr baden. Die Aare wurde auch mehrmals mit einem Stauwehr verbaut, damit sie elektrischen Strom herstellen kann.<eop>Der Kanton Aargau ist nach der Aare benannt. Dort geht sie schließlich in den Rhein über. An dieser Stelle liegt auch die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland. <eop><eop> "}, {"title": "Abendmahl", "id": 2, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Abendmahl", "text": "Ein Abendmahl ist eigentlich einfach ein Abendessen. Meist denkt man dabei aber an die Bibel: Es geht um das letzte Abendessen, das Jesus zusammen mit seinen Anhängern einnahm, bevor er verhaftet wurde. Für die Kirchen ist die Erinnerung an dieses Abendessen sehr wichtig. Die Katholische Kirche feiert es als Eucharistie, die Reformierte Kirche hat dafür besondere Abendmahlsgottesdienste. Bei der Reformation stellten sich die Menschen wichtige Fragen zum Abendmahl.<eop>Unser ganz normales Abendessen hat verschiedene Namen. In Deutschland sagt man meist Abendmahlzeit oder Abendbrot, in der Schweiz ist es das Nachtessen. In Österreich nennt man es Nachtmahl oder Vesper. In manchen Familien ist dies die wichtigste Mahlzeit des Tages, weil dann die ganze Familie zusammen ist.<eop>Wie war das Abendmahl mit Jesus? Über dieses Ereignis berichten vor allem die Evangelien im Neuen Testament. Es begann am Pessach-Fest, einem der wichtigsten Feste im Judentum. Da feiern die Menschen den Auszug aus Ägypten, den das Volk unter ihrem Führer Mose erlebte. Da Jesus und seine Anhänger Juden waren, feierten sie dieses Fest in einem besonderen Raum.<eop>An diesem Abend geschah etwas Neues: Jesus nahm nach dem Essen zuerst Brot und sprach ein Gebet. Dann verteilte er das Brot seinen Anhängern und sagte: „Das ist mein Leib.“ Tut das zu meinem Andenken. Dann nahm er den Kelch mit dem Wein und sagte: „Das ist mein Blut. Damit schließe ich ein neues Bündnis mit Euch. Tut das zum Andenken an mich. Ihr verkündigt damit meinen Tod“.<eop>Nach dem Essen wurde Jesus gefangen genommen. Am folgenden Tag töteten ihn die Römer am Kreuz. So gingen sie mit vielen Menschen um, die sie als Staatsfeinde ansahen. <eop>Für die Anhänger von Jesus war das Abendmahl sehr wichtig. Sie feierten es regelmäßig. Manchmal wusste man davon. Wenn es zu gefährlich war, trafen sich die Christen zum Abendmahl im Geheimen.<eop>Beim Abendmahl schmeckt man auf der Zunge Brot und Wein, nicht Fleisch und Blut. Die Frage ist, was die Menschen dabei glauben. Im Lauf der Zeit gingen dazu die Meinungen auseinander.<eop>Wie ist das Abendmahl in der Katholischen und in der Orthodoxen Kirche? In der Katholischen und in der Orthodoxen Kirche nennt man das Abendmahl die „Eucharistie“. Das bedeutet soviel wie „Danke-sagen“ auf Griechisch. Man braucht auch den Ausdruck „Kommunion“, das bedeutet „Gemeinschaft“. Im Gottesdienst ist genau festgelegt, wie die Kommunion ablaufen soll. Die Kommunion ist eines der sieben Sakramente. Das sind besonders wichtige Handlungen, die nur ein Priester vornehmen darf.<eop>Am wichtigsten ist dabei, wenn der Priester die Sätze von Jesus wiederholt, die er beim Abendmahl gesprochen hat. Dabei verwandelt sich gemäß dem Glauben das Brot in den Körper und der Wein in das Blut von Jesus. Diesen Teil nennt man „Wandlung“, abgekürzt vom Verb „verwandeln“. Oft wird in diesem Moment eine Glocke geläutet.<eop>Die Katholiken glauben daran, dass sich in diesem Moment der Tod von Jesus am Kreuz wiederholt. Deshalb bereitet der Priester das Abendmahl auf dem Altar. Das ist ein Opfertisch, wie er schon in der Geschichte von Abraham vorkommt.<eop>Früher legte der Priester jedem Menschen ein Stückchen Brot direkt auf die Zunge. Man dachte, so etwas Heiliges darf ein Mensch nicht in die Hände nehmen. Heute ist das nicht mehr so. Meist wird dazu besonderes Brot verwendet, kleine runde Stückchen, die extra dafür gebacken wurden.  Für den Wein nahm man früher einen Kelch, das ist ein Becher mit einem Fuß. Damit man sich damit aber keine Krankheiten weitergibt, verwendet man teilweise kleine Gläser oder Becherchen.<eop>Es gibt ein besonderes Fest, an dem die Kinder zum ersten Mal zur Kommunion gehen dürfen. Sie sind dann etwa acht Jahre alt. Vorher müssen sie einen besonderen Unterricht besuchen. Dort lernen sie, was das Abendmahl bedeutet.<eop>Wie ist das Abendmahl in den Reformierten Kirchen? In den Reformierten Kirchen gibt es besondere Abendmahlsgottesdienste. Die Menschen glauben hier nicht daran, dass sich der Wein und das Brot tatsächlich in das Blut und den Leib von Jesus verwandeln. Sie glauben auch nicht, dass sich das Opfer von Jesus am Kreuz dabei wiederholt. Deshalb gibt es keinen Altar, das wäre ja ein eigentlicher Opfertisch. Der Pfarrer bereitet das Abendmahl auf einem ganz normalen Tisch oder auf einem Deckel über dem Taufstein. <eop>In den Reformierten Kirchen wird das Abendmahl eher selten gefeiert, mancherorts nur zweimal im Jahr. Es ist auch nicht völlig klar, ob Kinder schon am Abendmahl teilnehmen dürfen. Einige Gemeinden erlauben dies. In anderen Gemeinden will man, dass die Kinder schon besser verstehen, was das Abendmahl ist. Dort ist das Abendmahl erst ab der Konfirmation erlaubt, also mit etwa 14 Jahren.<eop><eop>"}, {"title": "Abfall", "id": 3, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Abfall", "text": " Zum Abfall zählen wir Dinge, die wir nicht mehr brauchen und die wir loswerden möchten. Dazu gehören kaputte und benutzte Sachen wie zerbrochene Tassen, defektes Spielzeug oder volle Windeln. Zu Abfall sagt man in Deutschland auch Müll, in der Schweiz ist es Kehricht, in Österreich nennt man es auch Mist. Abfälle sind meist feste Stoffe, aber auch Flüssigkeiten oder Gase aus der Industrie gehören zum Abfall.<eop>Vieles kann man aber auch wiederverwenden. Das gilt beispielsweise für Glasflaschen, die man auswaschen und neu befüllen kann. Das nennt man Wiederverwendung. Wird eine Flasche in den Glas-Container geworfen, eingeschmolzen und daraus eine neue Flasche geformt, nennt man das Wiederverwertung oder Recycling, sprich: Risseikling. Man merkt an diesem Ausdruck, dass Abfall oft noch einen Wert hat. Solche Dinge nennt man deshalb Wertstoffe. Was man wirklich nicht mehr brauchen kann, ist Restmüll.<eop>Ein sorgfältiger Umgang mit Abfall hat viel mit Umweltschutz zu tun. Am besten versucht man so einzukaufen, dass möglichst wenig Abfall entsteht. So braucht man auch weniger Erdöl und andere Stoffe, von denen es nicht unendlich viele auf der Welt gibt. <eop>Dann geht es auch um die Gesundheit. Im Abfall wühlen nicht nur Ratten, die Krankheiten übertragen können. Es gibt dort auch Bakterien und Pilze, die unsere Gesundheit schädigen können. Im Mittelalter gab es deshalb schlimme Seuchen, die Millionen von Menschen das Leben kosteten. Heute gibt es solche Krankheiten durch Müll nur noch in sehr armen Ländern.<eop>Wie sollte man mit Wertstoffen umgehen? Bioabfall entsteht in der Küche beim Zubereiten von Gemüse oder Obst. Auch verdorbene Nahrungsmittel gehören dazu und alles, was man im Garten so abschneidet oder das Laub, das im Herbst anfällt. Das alles gehört in die Biotonne. Im Kompostierwerk wird daraus neue Erde, in modernen Anlagen gibt es sogar zusätzlich Gas zum Heizen.<eop>Altglas kann man in Fabriken einschmelzen und neues Glas daraus formen. Aus Alu-Dosen werden neue Dosen, Folien und so weiter. Altpapier kann man wieder zu Papier verarbeiten. Dasselbe gilt für Pappe. PET-Flaschen kann man zu neuem PET-Plastik oder zu Fleece-Pullis weiterverarbeiten. Das alles gehört deshalb in eine besondere Tonnen. Oft nennt man diese Abfall-Tonnen auch Mülleimer oder Container. Defekte elektronische Geräte gehören in eine besondere Sammlung, denn ihre Teile kann man wiederverwerten. <eop>Was macht man mit den übrigen Stoffen? In Deutschland gibt es noch die „Gelbe Tonne“ für Verpackungen. Dazu gehören Shampoo-Flaschen, Milchtüten, Plastiktüten und so weiter. Knapp die Hälfte dieses Materials kann man wiederverwerten, der Rest wird verbrannt. In der Schweiz gibt es solche Sammlungen kaum.<eop>Was übrig bleibt, ist Restmüll. In vielen Ländern darf man das nicht mehr einfach in eine leere Grube oder Müll-Deponie kippen, sondern man muss ihn verbrennen. Die Asche muss zudem fachgerecht gelagert werden, damit keine Giftstoffe daraus in die Umwelt gelangen.<eop>Giftige Sachen gehören nicht in normale Mülltonnen sondern in eine besondere Sammlung, damit man sie bei einer sehr hohen Temperatur verbrennen und damit unschädlich machen kann. Oft gibt man diesen Sachen den Namen „Sondermüll“.<eop><eop>"}, {"title": "Abraham", "id": 4, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Abraham", "text": "Abraham ist ein wichtiger Mann im Judentum, im Christentum und im Islam. Er soll über tausend Jahre vor Jesus gelebt haben. Aus seinem ersten Sohn Ismael sind die Völker des Islam entstanden. Sein zweiter Sohn Isaak gründete das jüdische Volk. Somit ist Abraham auch wichtig für die Christen.<eop>Das Judentum, das Christentum und den Islam nennt man deshalb auch die abrahamitischen Religionen. Alle drei Religionen berichten, dass Abraham Gottes Stimme gehört hat. Sie sind sich auch darin einig, dass Gott Abraham befohlen hat, Abrahams eigenen Sohn zu opfern.<eop>Was hat Abraham erlebt? Seine Geschichte steht ausführlich im ersten Teil der Bibel, dem Alten Testament: Abraham und seine Frau Sarah waren Chef einer Familie von Nomaden. Sie züchteten Schafe und Ziegen und zogen mit ihren Herden, ihrer Familie und mit allen Dienern von einer Wasserstelle zur anderen. In den Dörfern tauschten sie Wolle, Fleisch und Käse gegen Werkzeuge, Waffen und Nahrungsmittel. Die Gegend gehört heute zu den Ländern Iran und Irak.<eop>In einer Nacht soll Gott zu Abraham gesprochen haben: „Zieh von hier weg in ein unbekanntes Land. Ich werde dir den Weg zeigen. Dort mache ich dich zu einem großen Volk.“ Abraham ließ alles zur Reise bereitmachen und nahm seine Sippe mit den Dienern und die Herden mit. Der Weg führte sie in das heutige Land Israel. Als Zeichen für das Bündnis mit Gott sollte Abraham sich selber und später seinen Jungen die Vorhaut am Penis abschneiden. Das nennt man Beschneidung.<eop>Das erste Kind bekam Abraham erst als alter Mann. Der Junge hieß Ismael. Seine Mutter war aber nicht Sarah, sondern die Dienerin Hagar. Seinen zweiten Sohn bekam er zusammen mit seiner Frau Sarah. Sie nannten ihn Isaak. <eop>Dann sagte Gott zu Abraham, er solle seinen Sohn Isaak töten. Das nennt man ein Opfer. Abraham gehorchte Gott. Er ging mit Isaak auf einen Berg und baute einen Altar. Das ist ein Tisch aus Stein. Darauf band er Isaak fest und wollte ihn mit dem Messer töten und nachher verbrennen. Da rief ein Engel vom Himmel, er solle dies nicht tun. Darauf fand Abraham in den Büschen ein männliches Schaf. Das nennt man einen Widder. Er schlachtete dann den Widder und ließ dafür Isaak leben. Darauf versprach der Engel, Gotte werde ein großes Volk aus Abraham machen.<eop> Welche Bedeutung hat die Geschichte von Abraham im Judentum? Abraham ist der Urvater aller Juden. Sein ehelicher Sohn war Isaak. Isaaks Sohn war Jakob. Jakob hatte 12 Söhne. Diese 12 Söhne bildeten die 12 Stämme Israels. Von ihnen stammen alle Juden ab. Also stammen alle Juden von Abraham und Sarah ab.<eop>Gott hatte Abraham befohlen, auch seine Söhne zu beschneiden. Seither tun das alle jüdischen Eltern. Dies geschieht am achten Tag nach der Geburt. Der Mann, der die Beschneidung vornimmt, ist der Mohel. Die Familie feiert den Anlass mit einem Fest. Die Beschneidung bedeutet auch, dass die Menschen wieder mit Gott vereint sind, nachdem Adam und Eva aus dem Paradies ausgesperrt wurden.<eop>In der Geschichte von Isaak sehen die Juden keine Opferung, denn Isaak wurde ja gar nicht geopfert. Es ging darum, das Abraham Gott wirklich vertraute. Gott versprach Abraham ein großes Volk zu werden, trotzdem sollte er den Sohn aus seiner Ehe töten. Dies war ein Widerspruch. Abraham entschied sich nicht für die Logik, sondern für das Vertrauen auf Gott. Dies zeigte seinen tiefen Glauben. Die Juden feiern das Andenken in der zweiten Nacht des Pesachfests an Ostern.<eop>Welche Bedeutung hat die Geschichte von Abraham im Christentum? Jesus wird als direkter Nachkomme von Abraham beschrieben. Wenn man von Jesus zu seinem Vater Josef und weitere 27 Generationen hinaufsteigt, kommt man zu Abraham. Jesus war also ein direkter Nachkomme von Abraham und somit ein wirklicher Jude.<eop>Die Opferung Isaaks durch Abraham ist für die Christen sehr wichtig. Sie sehen darin eine ganz ähnliche Geschichte wie die mit Jesus am Kreuz: Gott Vater opfert seinen Sohn Jesus. Wenn Fachleute die beiden Erzählungen miteinander vergleichen, finden sie sehr viele Ähnlichkeiten.<eop>In jeder katholischen Kirche steht vorne ein Altartisch. Der Altar erinnert einerseits an die Opferung von Isaak. Andererseits erinnert er aber auch an das Opfer von Jesus am Kreuz. Im Abendmahl wird dieses Opfer in der katholischen Kirche immer neu gefeiert.<eop>Welche Bedeutung hat die Geschichte von Abraham im Islam? Im Koran ist die Geschichte von Abraham viel kürzer beschrieben. Es gibt auch gewisse Unterschiede: Abraham heißt im Koran Ibrahim. Der Name des Sohnes, den Abraham opfern sollte, ist nicht bekannt. Im Koran ist es eher Ismael, den Ibrahim opfern sollte.<eop>Die Erinnerung an das Opfer feiern die Moslems am Opferfest. Es ist eines der beiden höchstem islamischem Feste. Es findet nicht immer am selben Datum statt, weil es sich nach dem Mondkalender richtet. Die Moslem töten dann ein Tier und essen es gemeinsam, wie Abraham es mit einen Freunden gemacht hat.<eop>Die Moslems beschneiden ihre Jungen zwischen dem siebten Tag nach der Geburt und dem 14. Lebensjahr. Dazu gehört ein großes Fest. Die Beschneidung verbindet alle männlichen Moslems miteinander als körperliches Zeichen.<eop>"}, {"title": "Absolutismus", "id": 5, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Absolutismus", "text": " Absolutismus nennt man einen bestimmten Zeitabschnitt in der Neuzeit. Die Zeit des Absolutismus war im 17. und 18. Jahrhundert. Absolutismus ist eine bestimmte Art zu herrschen. Aus der Kunst ist diese Zeit auch als Barock bekannt. Man spricht auch von einer Epoche.<eop>In einer absoluten Monarchie macht ein einziger Mensch Gesetze für einen Staat, ohne andere zu fragen. Das Wort „absolut\" kommt aus dem Lateinischen und heißt „lösgelöst\". Der absolute Herrscher handelt also losgelöst von Gesetzen. Er befolgt keine Regeln, sondern macht sie alle selber. <eop>Ludwig der Vierzehnte war ein solcher König in Frankreich. Er glaubte, dass Gott selbst ihm das Königtum verliehen hatte. Das nennt man auch „Gottesgnadentum“. Ludwigs Wille war das Wichtigste im Staat. Er allein war der Gesetzgeber und auch der höchste Richter. Er brauchte niemandem etwas zu begründen und hatte immer recht, denn er war ja von Gott eingesetzt. Viele andere Herrscher in Europa ahmten das nach. Sie herrschten unumschränkt, also absolut. So erhielt auch die ganze Epoche ihren Namen: der Absolutismus.<eop>Manche Monarchen waren sehr fortschrittlich für ihre Zeit und wollten das Leben der Untertanen verbessern. Für sie gibt es den Ausdruck „aufgeklärter Absolutismus“. Allerdings entschieden auch sie letzten Endes allein, was im Land passieren sollte. Manchmal konnten sie das Land vor allem deshalb verändern, weil sie absolut regierten.<eop>In der Französischen Revolution nach dem Jahr 1789 wurde der übernächste König, Ludwig der Sechzehnte, gestürzt. Damit ging die Zeit des Absolutismus langsam zu Ende. Nach diesem Umbruch konnten in immer mehr Ländern Europas die Bürger in der Politik mitbestimmen. Seit dem 20. Jahrhundert sind die meisten Staaten in Europa Republiken. Doch noch heute gibt es absolute Monarchen, die ohne Parlament regieren.<eop><eop>"}, {"title": "Abstrakte Kunst", "id": 6, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Abstrakte Kunst", "text": " Abstrakte Kunst nennt man oft auch gegenstandslose Kunst. Kunstwerke wie etwa Statuen oder Gemälde zeigen etwas, das man sofort erkennt: einen Gegenstand wie ein Haus oder einen Tisch, ein Tier oder einen Menschen, oder eine Landschaft. Abstrakte Kunst zeigt so etwas aber nicht.<eop>Bei der Abstrakten Kunst geht es um Formen und Farben. Wer sich so ein Kunstwerk anschaut, kann etwas fühlen oder über etwas nachdenken: Eine bestimmte Farbe wie Rot erinnert ihn an etwas Kraftvolles oder Gefährliches. Was genau für ihn kraftvoll oder gefährlich ist, kann er sich selbst vorstellen.<eop>Das Wort abstrakt bedeutet so viel wie „wegziehen“ oder „loslösen“. Die Abstrakte Kunst ist also „losgelöst vom Gegenständlichen“. Der Künstler will etwas zeigen, ohne dass er konkrete Dinge, Menschen, Tiere und so weiter malen muss.<eop> Was ist „normale“ Kunst?  Mit Bildern oder Statuen will man oftmals genau zeigen, wie etwas aussieht. Wissenschaftler wollen zum Beispiel wissen, wie eine bestimmte Vogelart aussieht. Heute macht man ein Foto, früher hat man Vögel gezeichnet. Solche Zeichnungen waren nicht unbedingt Kunst: Sie haben nur gezeigt, wie so ein Vogel aussieht.<eop>Kunst geht einen Schritt weiter. Sie zeigt nicht nur das Sichtbare, sondern sie will auch etwas beim Betrachter auslösen und bewirken. Kunst soll auch Gefühle oder Stimmungen auslösen. Eine schöne Landschaft bewirkt eine andere Reaktion beim Betrachter als ein wilder Stierkampf.<eop> Wie kam es zur Abstrakten Kunst? Vielleicht hat es Abstrakte Kunst schon immer gegeben. Schon in der Steinzeit oder im Altertum hatte man auch Bilder mit Schnörkeln, Linien und anderen Formen, die nicht gleich etwas bedeuten. Normalerweise ist das allerdings nur eine Verzierung: Dahinter steht kein Gefühl und kein Gedanke.<eop>In den Jahren um 1850 hat man die Fotografie erfunden. Wer etwas genau darstellen wollte, brauchte keine Zeichnung mehr. Manche Künstler dachten sich darum: Wie kann ich mit der Kunst noch etwas Besonderes machen, etwas, was man mit einen Foto nicht kann?<eop>Für diese Künstler war es nicht mehr so wichtig, einen „Gegenstand“ richtig zu malen. Wichtiger waren Formen und Farben, die etwas betonen. Auch damit kann man Gefühle ausdrücken und den Betrachter anregen, selber etwas zu empfinden. Abstrakte Kunst geht deshalb noch einen Schritt weiter als die „normale“ Kunst.<eop>Manche Kunstwerke sind besonders wegen der Art, wie mit Farben gearbeitet wurde. Eine Farbe erscheint möglicherweise immer wieder an verschiedenen Stellen, und sie steht für einen Gedanken oder ein Gefühl. Das ganze Bild wird zusammengehalten von der Farbe. Oder aber eine Form verbindet etwas im Bild, wie ein Kreis oder eine Linie.<eop>Viele Menschen finden Abstrakte Kunst deshalb nicht interessant. Sie können sich darunter nur wenig vorstellen. Sie möchten lieber etwas aus der Wirklichkeit erkennen können. Manche Leute meinen sogar, dass das gar keine Kunst sei. Sie sehen darin auch kein besonderes Können.<eop> Wer waren die ersten Künstler mit Abstrakter Kunst? Die Künstler haben sich Schritt für Schritt vom Gegenständlichen entfernt. Darum kann man schlecht sagen, welches Kunstwerk das erste abstrakte war. Viele Künstler haben mit „normaler“ Kunst angefangen und dann immer abstraktere Werke geschaffen.<eop>Für manche Wissenschaftler war Hilma af Klint aus Schweden die erste Malerin von Abstrakter Kunst. Viel bekannter ist Wassily Kandinsky aus Russland. Seine Bilder waren zunächst expressionistisch. Daher hat er gelernt, mit kräftigen Farben zu arbeiten. Pablo Picasso gilt als bekannter abstrakter Maler, aber eigentlich sind seine Bilder oft noch ziemlich gegenständlich.<eop>In der Malerei begann die Abstrakte Kunst etwa um das Jahr 1910. Bei den Bildhauern dauerte es noch etwa zehn oder zwanzig Jahre länger. Bekannt ist zum Beispiel Henry Moore. Bei ihm erkennt man oft noch, dass er eigentlich einen Menschen zeigt, manchmal aber auch nicht.<eop><eop>"}, {"title": "Acker", "id": 7, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Acker", "text": "Ein Acker ist ein Feld, das regelmäßig gepflügt wird. Der Bauer sät darauf Feldfrüchte an wie Kartoffeln, Mais, Weizen und viele andere Nahrungsmittel. Je nach Region, Dialekt und was angepflanzt wird kann der Name wechseln. Man spricht beispielsweise von einem Kartoffel- oder Rübenacker, aber auch von einem Weizen- oder Gerstenfeld.<eop>Die Ackerkrume ist die obere Schicht der Erde, die der Bauer pflügt. Sie ist etwa 30 Zentimeter dick, also etwa so dick, wie ein Lineal in der Schule lang ist. Die Ackerscholle oder die Scholle ist ein Stück Erde, das der Pflug umgedreht hat.<eop>In der Natur gibt es keine Äcker. Wenn der Mensch nicht eingreift, wächst meistens Wald. In feuchten Gebieten und auf den Almen gibt es besondere Wiesen. Acker gibt es also nur dort, wo Menschen die Erde bearbeiten. Wiesen und Weiden gehören nicht zu den Ackerflächen, weil sie nicht gepflügt werden. Man belässt die Oberfläche immer gleich.<eop>Ackern kann man nur dort, wo der Boden einigermaßen flach ist, sonst schwemmt ein starker Regen die Erde weg. Ein Stück Land sollte auch nicht jahrelang als Acker gebraucht werden, sonst verliert es zu viele Nährstoffe. Die meisten Bauern wechseln deshalb ab: Mal ist ein Stück Land ein Kartoffelacker, dann ein Getreidefeld, dann eine Wiese und so weiter. Diesen Wechsel nennt man Fruchtfolge oder Felderwirtschaft.<eop>Welche Arten von Ackerböden gibt es? Um die verschiedenen Ackerböden zu vergleichen, achtet man auf die Größe der einzelnen Bodenteile. Am gröbsten ist der Sandboden. Darin hat es zwar viel Luft und das Regenwasser kann gut eindringen. Solche Böden trocknen aber auch schnell aus und können den Dünger nicht gut behalten. <eop>In der Mitte steht der Lehmboden. Er ist viel feiner als der Sandboden. Er kann das Wasser gut zurückhalten. Er erhält ebenfalls genügend Luft, kann aber das Wasser besser zurückhalten. Bei den Bauern ist er am beliebtesten. Er braucht aber Dünger. Dazu eignet sich Mist aus dem Stall oder Kompost aus verrotteten Pflanzenteilen. Auch Kunstdünger wird oft eingesetzt.<eop>Die kleinen Teile des Tonbodens sind noch feiner. Er kann zwar den Dünger am besten speichern. Nach einem Regen wird er aber sehr schnell hart und enthält wenig Luft. Die Bearbeitung braucht deshalb sehr viel Kraft und die Wurzeln haben Schwierigkeiten, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen.<eop>Es gibt noch andere Arten wie zum Beispiel den Moorboden. Das kommt sehr darauf an, wie sich das Land entwickelt hat. Vielleicht liegt es dort, wo ein See langsam ausgetrocknet ist oder es wird immer wieder von einem Fluss überschwemmt.<eop><eop>"}, {"title": "Adam und Eva", "id": 8, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Adam und Eva", "text": " Die Erzählung von Adam und Eva ist die zweite große Geschichte im Alten Testament. Sie folgt auf die Geschichte der Erschaffung der Erde. Adam und Eva lebten zuerst im Paradies. Weil sie dann aber Gott nicht gehorchten, verbannte er sie von dort. Sie hatten Kinder, von denen stammen alle heutigen Menschen ab.<eop>Die Geschichte von Adam und Eva gehört wie die Geschichten von Noah und Abraham zum Glauben der Juden, der Christen und der Moslems. Einige Muslime glauben sogar, dass sich in einem bestimmten Grabmal die Überreste Adams befinden und gehen dorthin zum Gebet.<eop>Zur Geschichte von Adam und Eva gehört das Paradies. Heute noch gebraucht man diesen Ausdruck, um etwas sehr Schönes zu beschreiben. Man sagt manchmal: „Es war paradiesisch“, oder „Es ist wie im Paradies“. Anstatt zu fragen: „Müssen wir jetzt noch einmal ganz von vorne beginnen?“ sagt man manchmal: „Fangen wir jetzt wieder bei Adam und Eva an?“ <eop>Wie entstanden Adam und Eva? So wie es die Bibel ganz am Anfang erzählt, machte Gott zuerst den Himmel und die Erde mit Land und Wasser. Dann erschuf er die Pflanzen und alle Tiere. <eop>Der Mensch war dann der Höhepunkt. Er wird oft „die Krone der Schöpfung“ genannt. Im folgenden Kapitel wird erzählt, wie Gott den Menschen gemacht hat. Dort heißt es, Gott habe den Adam aus Erde oder Lehm geformt. Dann habe er ihm seinen Atem eingehaucht und so sei aus dem Lehm der lebendige Adam geworden. „Adam“ ist ein hebräisches Wort und heißt übersetzt „Mensch“.<eop>Dann stellte Gott fest, dass es für Adam nicht gut sei, allein zu leben. Er versetzte ihn deshalb in einen tiefen Schlaf und nahm ihm eine Rippe heraus. Daraus erschuf er die Eva. Adam freute sich sehr. Die beiden lebten nackt und schämten sich nicht voreinander. Es war auch warm genug.<eop>Viele Juden und Christen glauben heute, dass die Schöpfungsgeschichte sich wirklich so zugetragen hat. Die allermeisten Wissenschaftler halten jedoch die Evolutionstheorie für richtig. Sicher ist, dass der biblische Bericht ausdrücken will, dass Gott die Menschen gewollt hat und sie ihm sehr wichtig sind.<eop>Was erlebten Adam und Eva? Adam und Eva genossen ihr Leben im Paradies. Sie hatten aber auch eine Aufgabe: Sie sollten alle Tiere kennenlernen und ihnen einen Namen geben. Das taten sie. Jeden Abend kam Gott ins Paradies und unterhielt sich mit Adam und Eva.<eop>Es gab da allerdings einen Baum mit besonderen Früchten. Wer von denen aß, erkannte den Unterschied zwischen Gut und Böse. Das wäre für Adam und Eva völlig neu gewesen, denn sie kannten nur das Gute. Gott hatte ihnen zwar verboten, die Früchte zu probieren. Dann kam aber der Teufel. Er sah aus wie eine Schlange. Er verführte Eva dazu, von einer solchen Frucht zu essen. Sie gab die Frucht Adam weiter. Die Bibel erwähnt nicht, was für eine Frucht das war. Künstler stellten sich meist einen Apfel vor.<eop>Nach dem Essen der verbotenen Frucht merkten die beiden sofort, dass sie einen Fehler begangen hatten. Sie schämten sich und machten sich Kleider um die Hüften. Als am Abend Gott kam, versteckten sie sich.<eop>Aber Gott fand sie. Er stellte sie zur Rede und schickte sie aus dem Paradies heraus. An den Eingang stellte er einen Engel als Bewacher. Seither ist das Leben nicht mehr wie im Paradies: Um zu überleben, müssen die Menschen hart arbeiten. Außerdem heißt es in der Bibel, dass Frauen bei der Geburt Schmerzen haben, weil sie Gott nicht gehorchten. Die Schlange dagegen muss zur Strafe stets kriechen.<eop>"}, {"title": "Addition", "id": 9, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Addition", "text": "In der Mathematik gibt es vier Grundrechenarten: Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Man spricht auch vom Zusammenzählen, Abziehen, Malnehmen und Teilen.<eop>Das sind die einfachsten Rechen-Übungen, die man mit Zahlen anstellen kann. Alles andere in der Mathematik baut darauf auf. Deshalb lernt man sie auch schon in den ersten Jahren der Grundschule. <eop> Addition Das Addieren nennt man auch Zusammenzählen. Dabei zählt man eine Zahl zu einer anderen hinzu. Das Rechenzeichen dafür ist das Plus, das als + aufgeschrieben wird. Dieses Zeichen hat sich der Mathematiker Johannes Widmann im Jahr 1489 ausgedacht.<eop>Fügt man zu drei Dingen zwei hinzu, hat man fünf Dinge. Man schreibt 3 + 2 = 5, gesprochen: drei plus zwei ergibt fünf. Das Ergebnis der Addition nennt man Summe. Die beiden Zahlen, die addiert werden, heißen Summanden.<eop> Subtraktion Das Gegenteil der Addition ist die Subtraktion. Dabei zieht man von einer Zahl eine andere ab. Das Rechenzeichen dafür ist das Minus, das als - aufgeschrieben wird. Auch dieses Zeichen stammt von Johannes Widmann.<eop>Nimmt man von 10 Dingen zwei weg, bleiben acht übrig. Man schreibt: 10 - 2 = 8, gesprochen: zehn minus zwei ergibt acht. Die Zahl, von der etwas abgezogen wird, heißt Minuend. Das ist lateinisch und heißt „der zu verringernde“. Die Zahl, die abgezogen wird, heißt Subtrahend, „der abzuziehende“. Das Ergebnis einer Subtraktion nennt man Differenz.<eop>Ein praktisches Beispiel, bei dem man subtrahieren muss: Man möchte ein Brötchen kaufen, das kostet 1 Euro. Man hat 3 Euro im Portemonnaie. Man rechnet also: 3 - 1 = 2. Nachdem man das Brötchen gekauft hat, hat man noch 2 Euro übrig.<eop> Multiplikation Bei der Multiplikation nimmt man zwei Zahlen miteinander „mal“. Als Rechenzeichen schreibt man einen Punkt: · Weil man den aber auf dem Bildschirm oder der Tastatur nicht so gut sieht, nimmt man dort lieber ein Kreuz: ×<eop>Multiplikation ist eine Art, Zahlen, die man immer mit sich selbst addieren würde, kürzer aufzuschreiben. Dazu ein Beispiel: man möchte 3+3+3+3 rechnen. Dies kann man vereinfacht auch als 4 × 3 schreiben, gesprochen: vier mal drei, da man vier mal die Zahl drei addiert. Zahlen, die man miteinander multipliziert, werden Faktoren genannt, das Ergebnis heißt Produkt.<eop> Division Das Gegenteil der Multiplikation ist die Division oder das Teilen. Dabei teilt man eine Zahl durch eine andere. Man hat zum Beispiel sechs Euro, die drei Freunde unter sich aufteilen wollen: Jeder bekommt zwei Euro. Das Rechenzeichen ist der Doppelpunkt : Auf Taschenrechnern und Computern findet man ihn oft mit einem Strich dazwischen ÷ Die zu teilende Zahl heißt Dividend, sie wird durch den Divisor geteilt. Das Ergebnis heißt Quotient. <eop><eop>"}, {"title": "Adel", "id": 10, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Adel", "text": "Der Adel ist eine bestimmte Gruppe von Menschen. Wenn jemand adelig ist, sind normalerweise auch seine Kinder automatisch adelig. Ein Adeliger hat Vorrechte schon von seiner Geburt an, er darf etwas, was andere nicht dürfen. Früher besaß ein Adeliger nicht einfach nur Häuser oder Land, sondern war auch der Landesherr und durfte vieles bestimmen.<eop>Im Mittelalter war man Adeliger, wenn man viel Land besaß und darüber herrschen konnte. Wenn man Hilfe brauchte, um sich zu verteidigen, bekam man sie vom König. Dafür musste man selbst mit Rat und Tat dem König zur Seite stehen. Wenn er zum Krieg rief, musste man ihm Soldaten schicken. Ein adeliger Soldat zu Pferd war ein Ritter.<eop>Adelige haben nur andere Adelige geheiratet: Auf diese Weise blieb der Adel eine Gruppe für sich. Wer jemanden heiratete, der nicht ebenbürtig war, also nicht adelig genug, der konnte seine Rechte verlieren. Es gab viele Regeln, wer Adeliger war und was ein Adeliger durfte.<eop>Man konnte Adeliger werden, wenn man etwas Großes geleistet hat. Manchmal hat ein Kaiser oder König einen tapferen Soldaten, einen reichen Unternehmer oder einen klugen Wissenschaftler geadelt. Meistens waren dann aber nur diese Leute selber adelig, nicht ihre Kinder. Die alten Adeligen haben aber auf diese Leute herabgeschaut. Für sie war das nur ein „neuer Adel“ oder „Geldadel“.<eop> Gibt es heute noch den Adel? In manchen Ländern in Europa gibt es immer noch einen Adel. Diese Länder haben sogar ein adeliges Staatsoberhaupt: in Belgien zum Beispiel ist es ein König, in Liechtenstein ein Fürst. Die übrigen Adeligen in diesen Ländern haben aber normalerweise kaum noch Vorrechte.<eop>In Deutschland und Österreich wurde der Adel abgeschafft, und zwar im Jahr 1919. Seitdem sind diese Länder Republiken. Sie haben keine Kaiser mehr. Die Adeligen haben ihre besonderen Rechte verloren. <eop>Wenn also heute jemand zum Beispiel Alexander Graf Lambsdorff heißt, dann ist er kein Graf. Das Wort Graf ist nur ein Teil seines Namens. <eop>Davon abgesehen gibt es noch Menschen, die sich selbst als Adel ansehen. Von ihnen wird man nur als Adeliger anerkannt, wenn man sich an die alten Regeln hält. Sie heiraten gern andere Adelige und legen großen Wert auf gutes Benehmen.<eop>Manche Adelige adoptieren jemanden, der ihnen Geld dafür bezahlt. Diese Adoptivkinder sind meist gar keine Kinder, sondern längst erwachsen. Sie lassen sich adoptieren, um den gut klingenden Namen zu bekommen. Viele andere Adelige finden das schlimm. Sie erkennen solche Leute nicht als richtigen Adel an.<eop>"}, {"title": "Ader", "id": 11, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ader", "text": "Adern sind Blutgefäße. Das sind kleine Röhrchen im Körper, mal länger, mal dicker. Das Herz pumpt durch die Adern einmal pro Minute das gesamte Blut durch den Körper eines Menschen. Zusammengerechnet wären das bei einem einzigen Menschen, an einem ganzen Tag, etwa 7000 Liter Blut. Nicht nur Menschen, sondern auch die meisten Tiere haben Adern.<eop>Wenn man bei einem Menschen alle dicken und dünnen Adern aneinanderhängen würde, käme man auf eine Länge von insgesamt etwa 100.000 Kilometer. Das reicht zweieinhalb Mal um die Erde herum. Man spricht vom Blutkreislauf, in dem das Blut zu allen Stellen im Körper gebracht wird. Alle Organe wie Auge, Leber, Lunge, Nase oder Gehirn erhalten so Blut, aber auch die Knochen, die Muskeln und die Haut. <eop>Wenn eine Ader verstopft oder gerissen ist, dann kann man krank werden. Vielleicht kommt es zu einem Schlaganfall im Gehirn. Bei einem Herzinfarkt schlägt das Herz nicht mehr. Noch mehr Krankheiten kann es geben, wenn die Durchblutung gestört ist. Darum schaut der Arzt, ob das Blut ungestört durch die Adern fließt. Außerdem sollen die Wände der Adern stabil sein.<eop>Das System der Adern bildet den Blutkreislauf. Der ist bei den Menschen und Vögeln in etwa gleich. Er besteht aus vier Teilen, die man sich wie Baumstämme mit Ästen und immer feineren Zweigen vorstellen kann. Zwei Bäume bilden die Arterien, zwei Bäume bilden die Venen.<eop>Was sind Arterien? Die Adern, die das Blut vom Herzen weg befördern, nennt man Arterien oder Schlagadern. Man spürt in ihnen den Puls des Herzens, beispielsweise am Handgelenk. Die größte und dickste Arterie heißt Aorta. Sie bringt das Blut zu allen Organen des Körpers, auch zum Gehirn. Das ist „der erste Baumstamm“.<eop>Eine weitere dicke Arterie bringt das Blut vom Herz zur Lunge. Sie verästelt sich immer mehr. Die feinsten Äderchen legen sich so an die Lungenbläschen, dass das Blut das Kohlendioxid abgeben kann. Das sind die „Abgase“ des Körpers. Dafür nehmen sie Sauerstoff aus der frischen Luft auf. Das ist „der zweite Baumstamm“.<eop>Was sind Venen? Venen sammeln das Blut wieder ein. In der Lunge vereinigen sich die feinen Äderchen zu immer dickeren Adern. Die letzte und dickste von ihnen bringt das Blut zurück zum Herzen. Das ist „der dritte Baumstamm“.<eop>Andere feine Venen sammeln das Blut in allen Organen des Körpers. Auch sie vereinigen sich zu immer dickeren Adern. Die letzte und dickste von ihnen bringt das Blut zurück zum Herzen. Das ist „der vierte Baumstamm“.<eop>"}, {"title": "Adler", "id": 12, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Adler", "text": " Adler sind große Greifvögel. Es gibt mehrere Arten, wie zum Beispiel Steinadler, Seeadler oder Fischadler. Sie ernähren sich von kleinen und größeren Tieren. Sie greifen ihre Beute mit ihren starken Krallen im Flug, am Boden oder im Wasser. <eop>Adler bauen ihre Nester, die man Horste nennt, meist auf Felsen oder hohen Bäumen. Dort hinein legt das Weibchen ein bis vier Eier. Die Brutzeit beträgt je nach Art 30 bis 45 Tage. Die Küken sind anfangs weiß, ihr dunkles Federkleid wächst erst später. Nach ungefähr 10 bis 11 Wochen können die Jungen fliegen.<eop>Die bekannteste Adlerart in Mitteleuropa ist der Steinadler. Seine Federn sind braun und seine ausgestreckten Flügel sind etwa zwei Meter breit. Er lebt vor allem in den Alpen und rund ums Mittelmeer, aber auch in Nordamerika und Asien. Der Steinadler ist sehr kräftig und kann Säugetiere jagen, die schwerer sind als er selbst. Meist fängt er Hasen und Murmeltiere, aber auch junge Rehe und Hirsche, manchmal auch Reptilien und Vögel. <eop>Im Norden und Osten von Deutschland findet man dagegen den Seeadler: Seine Flügelspanne ist sogar noch etwas größer als beim Steinadler, nämlich bis zu 2,50 Meter. Kopf und Hals sind heller als der übrige Körper. Der Seeadler ernährt sich vor allem von Fischen und Wasservögeln.<eop>Eng mit ihm verwandt ist der Weißkopf-Seeadler, der nur in Nordamerika vorkommt. Sein Gefieder ist fast schwarz, der Kopf dagegen ganz weiß. Er ist das Wappentier, ein Erkennungszeichen, der USA. <eop>Sind Adler gefährdet? Menschen jagten den Steinadler schon Jahrhunderte oder nahmen seine Nester aus. Sie sahen in ihm einen Konkurrenten, weil er die Beutetiere des Menschen fraß, beispielsweise Hasen, aber auch Lämmer. In ganz Deutschland war der Steinadler ausgerottet, außer in den bayrischen Alpen. Er überlebte vor allem in Gebirgen, wo die Menschen seine Nester nicht erreichten. <eop>Seit dem 20. Jahrhundert schützen die Staaten den Steinadler. Seither haben sich die Bestände der Adler in vielen Ländern wieder erholt, so auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. <eop>Auch der Seeadler wurde seit Jahrhunderten bejagt und in Westeuropa fast ausgerottet. In Deutschland überlebte er nur in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg. Später kam eine weitere Gefahr dazu: Das Insekten-Gift DDT sammelte sich in den Fischen an und vergiftete somit auch die Seeadler, so dass ihre Eier unfruchtbar waren oder sogar zerbrachen.<eop>Die Staaten haben auf verschiedene Weise geholfen, dass es wieder mehr Seeadler gibt. Das Insektengift DDT wurde verboten. Im Winter wird der Seeadler zusätzlich gefüttert. Zeitweise wurden Nester der Adler sogar von Freiwilligen bewacht damit die Adler nicht gestört wurden oder Jungvögel von Tierhändlern gestohlen wurden, Seit dem Jahr 2005 gilt er in Deutschland nicht mehr als gefährdet. In Österreich ist der Seeadler vom Aussterben bedroht. Vor allem im Winter fressen sie auch Aas, also tote Tiere. Diese können viel Blei enthalten, an dem sich die Seeadler vergiften. Auch fahrende Eisenbahnzüge oder Stromleitungen sind eine Gefahr. Einige Menschen legen zudem immer noch Giftköder.<eop>In der Schweiz war der Seeadler nie beheimatet. Er kommt dort höchstens als Gast auf der Durchreise vorbei. In Deutschland brüten zudem noch Fischadler und Schreiadler. Weltweit gibt es noch zahlreiche weitere Adlerarten.<eop> Warum sind Adler oft in Wappen?  Ein Wappen ist ein Bild, das für ein Land, eine Stadt oder eine Familie steht. Schon seit dem Altertum sind Menschen fasziniert von den großen Vögeln, die am Himmel gleiten. Forscher vermuten sogar, dass der Name Adler von dem Wort „edel“ kommt. Bei den alten Griechen galt der Adler als Zeichen für den Göttervater Zeus, bei den Römern für Jupiter. <eop>Auch im Mittelalter war der Adler ein Zeichen für königliche Macht und Vornehmheit. Deshalb durften nur Könige und Kaiser den Adler als Wappentier führen. So kam er in die Wappen vieler Länder, zum Beispiel Deutschland, Österreich, Polen oder Russland. Sogar die USA haben ein Adler-Wappen, obwohl sie nie einen König hatten. Der amerikanische Adler ist ein Weißkopfadler, der deutsche ein Steinadler.<eop><eop>"}, {"title": "Adolf Hitler", "id": 13, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Adolf Hitler", "text": "Adolf Hitler war ein Politiker des Nationalsozialismus. Er nannte sich „Führer“ und regierte Deutschland von 1933 bis 1945. Als Diktator konnte er alles selbst bestimmen. Menschen, die gegen ihn waren, hat er ermorden lassen. Außerdem verfolgte er Juden und auch andere Personengruppen. Er ließ sie einsperren und töten. Der Zweite Weltkrieg, den er begonnen hat, war der schlimmste Krieg in der Geschichte der Welt.<eop>Geboren und aufgewachsen ist Hitler in Österreich. Dort gelang es ihm nicht, zu studieren oder eine normale Arbeit zu finden. Nachdem er ein Jahr lang in Deutschland gelebt hatte, brach der Erste Weltkrieg aus. Er wurde Soldat und bald nach dem Ende des Krieges aus der Armee entlassen.<eop>Er ging zu einer kleinen Partei, die gegen die Juden war und angeblich das Beste nur für das eigene Volk wollte. Diese Partei machte er größer und nannte sie „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“. Im Jahr 1923 versuchte er ohne Erfolg, mit Gewalt der Herrscher von Deutschland zu werden. Dafür musste er einige Zeit ins Gefängnis. In dieser Zeit schrieb er sein berühmtes Buch „Mein Kampf“, in dem er seine Weltsicht erklärte. <eop>Ab 1930 wählten immer mehr Deutsche seine Partei. Damals hatte die Wirtschaft auf der ganzen Welt große Probleme und viele Menschen waren ohne Arbeit. Außerdem gelang es Hitler, dass einige wichtige Politiker ihm vertrauten. In kurzer Zeit zerstörte er die deutsche Demokratie.<eop>Das wichtigste Ereignis war dabei ein Brand des Reichstagsgebäudes im Februar 1933. Hitlers Partei warf den Kommunisten vor, den Brand gelegt zu haben. Hitler behauptete, es sei ein Anschlag gewesen. Die Regierung erließ daraufhin ein Gesetz, welches viele Rechte der Bürger einschränkte: Diese durften zum Beispiel nicht mehr frei seine Meinung äußern. Die Polizei durfte Leute ohne ausreichenden Grund verhaften. Hitler ließ politische Gegner einsperren. Er bekam dadurch noch mehr Macht und Kontrolle. Im März 1933 gab es Reichstagswahlen. Seine Partei gewann die Wahlen und Hitler wurde Reichskanzler. <eop>Deutschland begann und verlor den Zweiten Weltkrieg. Kurz vor Kriegsende, als fremde Soldaten die deutsche Hauptstadt Berlin erreicht hatten, tötete Hitler seine Frau und sich selbst. In seinem Testament, dem letzten Willen, schrieb er: Das deutsche Volk sei selbst schuld am verlorenen Krieg. Es habe nicht gut genug gekämpft.<eop>Heute sagen manche Wissenschaftler, dass er eigentlich ein schwacher Diktator war, weil er sich wenig auskannte und keine Übersicht hatte. Er hatte aber ein einfaches Ziel: Seiner Meinung nach gab es gute und schlechte Rassen. Die Deutschen, glaubte er, waren gut und wertvoll und sollten die Welt beherrschen. Die Juden dagegen hielt er für besonders bösartig. Sie sollten an allem Schlechten in der Welt schuld sein. <eop>Noch immer gibt es Leute, die Hitler gut finden. Man nennt sie Neonazis. \"Neo\" kommt aus dem Griechischen und heißt \"neu\" oder \"jung\". Die meisten anderen aber halten ihn für einen besonders üblen Gewaltherrscher. Es ist heute in Deutschland verboten, seine Partei neu zu gründen und Hitlers Ideen zu verbreiten.<eop> "}, {"title": "Advent", "id": 14, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Advent", "text": "Das Wort Advent kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Ankunft. Der volle Name wäre eigentlich „adventus domini“, „Ankunft des Herrn“, also Ankunft Gottes. Den Advent feiern die katholischen und die evangelischen Christen ab dem vierten Sonntag vor Weihnachten. In der orthodoxen Kirche entspricht der Advent der Weihnachts-Fastenzeit. Sie dauert 40 Tage und beginnt somit etwas früher. <eop>Die Daten der Adventssonntage wechseln vor Jahr zu Jahr. Die Regel lautet: Der vierte Adventssonntag ist spätestens der 24. Dezember. Also ist das früheste Datum für den vierten Advent der 18. Dezember. So war es im Jahr 2016. Der erste Advent war dann bereits am 27. November. Im Jahr 2017 war der vierte Advent bereits am 24. Dezember und der erste Advent am 3. Dezember.<eop>Wie waren Adventskalender früher und heute? <eop>Der Adventskalender ist vor allem bei Kindern beliebt. Früher war es meistens ein Bild von Häusern mit Türen und Fenstern mit Nummern von 1 bis 24. Von diesen Türchen und Fensterchen durfte das Kind jeden Tag das entsprechende aufklappen. Dahinter erschien dann ein Blick in das Wohnzimmer, eine Küche, auf einen Engel oder anderes. Das größte Türchen betraf den 24. Dezember und zeigte meistens Maria und Josef mit dem Jesuskind.<eop>Heute findet man meist andere Arten von Adventskalendern: Kleine Taschen, Strümpfe oder andere Behälter sind mit Süßigkeiten gefüllt. Das Kind darf täglich eines davon öffnen und genießen.<eop>Immer mehr Schulen gestalten riesige Adventskalender: Ein ganzes Fenster für einen einzigen Tag! Diese werden entsprechend dem Datum an die Scheiben gehängt. So kann sich das ganze Dorf oder der ganze Stadtteil auf Weihnachten einstimmen.<eop>Welche weiteren Adventsbräuche gibt es noch? <eop>Ein wichtiger Brauch ist der Adventskranz. Er trägt vier Kerzen. An jedem Adventssonntag wird eine Kerze mehr angezündet. Das Licht ist ein Zeichen für Jesus. Je mehr Licht brennt, desto näher kommt er.<eop>Hinter manchen Fenstern sieht man Lichterbögen. Sie leuchten während der ganzen Adventszeit und sind meist elektrisch. Die Idee kommt aus dem Erzgebirge: Dort arbeiteten früher viele Leute im Bergbau. Diese Arbeiter freuten sich ganz besonders über die Lichter. Sie nannten ihre Lichterbögen auch Schwibbogen.<eop>Ursprünglich gab es nur Kerzen als Adventsbeleuchtung. Diese wurden mehr und mehr von Glühbirnen und Leuchtdioden abgelöst. Das ist einfacher und es besteht keine Brandgefahr.<eop>Früher wurde die Adventszeit mehr innerlich gefeiert: Die Menschen gingen vermehrt in die Kirche oder lasen sich zu Hause Adventsgeschichten vor. Dies geht schon seit vielen Jahren immer mehr verloren. Dafür werden die Einkäufe in der Adventszeit immer wichtiger. Es gibt Geschäfte, die verdienen im Advent so viel wie im ganzen übrigen Jahr.<eop><eop>"}, {"title": "Affen", "id": 15, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Affen", "text": "Affen sind Säugetiere und stammen aus der Ordnung der Primaten. Dieses Wort kommt vom lateinischen Wort „primus“ und bedeutet „der erste“. Affen sind die nächsten tierischen Verwandten der Menschen. Eines der Merkmale dieser Ordnung ist ein höher entwickeltes Gehirn. Auch äußerlich sind die Affen den Menschen am ähnlichsten.<eop>Affen sind kluge und gesellige Tiere. Sie ernähren sich meist von Pflanzen, manchmal nehmen sie aber auch Insekten hinzu. Manche Affen können auf zwei Beinen gehen, wie ein Mensch. Andere wiederum laufen immer auf allen Vieren.<eop>Wenn wir heute von Affen sprechen, meinen wir oft einen Begriff aus der Umgangssprache oder aus unserer Alltagssprache. Wir kennen beispielsweise die Gorillas, meist aus dem Zoo. Dann bezeichnen wir alle Tiere, die so ähnlich sind, als Affen. In der Wissenschaft der Biologie ist das aber viel komplizierter. <eop>Wie lassen sich die Primaten einteilen? Die Primaten bilden im Tierreich eine Ordnung. Man kann sie einteilen in zwei Unterordnungen: Die Feuchtnasenprimaten und die Trockennasenprimaten. Zu den Feuchtnasenprimaten gehören beispielsweise die Lemuren aus Madagaskar. Die Trockennasenprimaten kann man aufteilen in die Altweltaffen und die Neuweltaffen. Das hat mit den Entdeckungen zu tun: Die Altweltaffen gibt es in Afrika und Asien, die Neuweltaffen in Amerika, das erst später entdeckt wurde.<eop>Die Altweltaffen nennt man auch Schmalnasenaffen. Zu ihnen gehören die Menschenartigen, also die Menschenaffen und die Gibbons, die Meerkatzen, die Paviane und einige mehr. Der Fachmann erkennt sie am Innern der Nase, an den Nasenlöchern, am Innern der Ohren und an den Backenzähnen.<eop>Die Neuweltaffen sind eher kleiner als die Altweltaffen. Das Seidenäffchen wiegt nur gerade 100 Gramm, so viel wie eine Tafel Schokolade. Einige Neuweltaffen haben einen Schwanz, mit dem sie Äste umfassen können. Zu den Neuweltaffen gehören die Löwenäffchen, die Kapuzineraffen, die Totenkopfaffen, die Klammerschwanzaffen, die Wollaffen und viele andere.<eop>Was sind Menschenaffen? Die Menschenaffen bilden im Tierreich eine Familie der Altweltaffen. In der Wissenschaft nennt man sie die „Hominiden“. Diese kann man in vier Gattungen aufteilen: Die Gorillas, die Schimpansen, die Orang-Utans und die Homo. Der lateinische Name „Homo“ hat aber nichts mit Homosexualität zu tun.<eop>Die Homo sind also eine Gattung. Aus ihnen haben sich die Menschen entwickelt. Von ihnen gibt es verschiedene Arten. Die lateinischen Namen beginnen alle mit „Homo“ und hängen dann noch ein Wort an, damit man sie unterscheiden kann. Einige Beispiele: Der „Homo sapiens“ ist „der wissende Mensch“, das sind alle heutigen Menschen, egal welcher Hautfarbe. Der „Homo neanderthalensis“ ist der Neandertaler, der „Homo heidelbergensis“ ist der Heidelbergmensch und so weiter. Außer dem Homo sapiens sind alle ausgestorben. Die ausgestorbenen Arten nennt man „Urmenschen“.<eop><eop>"}, {"title": "Afrika", "id": 16, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Afrika", "text": "Afrika ist der zweitgrößte Kontinent der Erde. Nach Asien hat er auch die meisten Einwohner, nämlich mehr als eine Milliarde. Afrika liegt südlich von Europa. Im Westen befindet sich der Atlantische Ozean, im Osten der Indische Ozean und im Norden das Mittelmeer. <eop>Wenn man sich Afrika anschaut, erkennt man drei Teile. Der Norden besteht vor allem aus der Wüste Sahara. Hier leben viele Araber und Berber, die meisten Menschen glauben an den Islam. Die Mitte Afrikas gehört zu den Tropen und hat Regenwald. Dort ist es feucht und heiß. Die Menschen hier haben eine dunkle Hautfarbe und glauben an das Christentum oder eine afrikanische Religion. Ganz im Süden gibt es wieder mehr Wüste oder etwas kühlere Gegenden. Hier leben auch viele Menschen, deren Familien aus Europa oder Asien eingewandert sind.<eop> Welche Tiere und Pflanzen gibt es? Welche Pflanzen in einer Gegend wachsen, hängt vom Regen ab, der dort fällt. In der Nähe des Äquators, wo es das ganze Jahr über regnet, gibt es dichte Regenwälder. In diesen Wäldern hat es Tausende verschiedene Arten von Bäumen und anderen Pflanzen. <eop>Zwischen den Regenwäldern und den großen Wüsten im Norden und Süden befinden sich die Savannen. Dies sind offene Graslandschaften, in denen Bäume wie Akazien und Affenbrotbäume wachsen. In den Wüsten wachsen nur wenige Pflanzen. Ein ernstes Problem in der Savanne ist, dass die Pflanzen verschwinden und das Land kahl wird. Da die Bevölkerung zunimmt, werden immer mehr Bäume als Brennstoff und Baumaterial verwendet. Dies führt dazu, dass die Savanne immer mehr zur Wüste wird.<eop>In Afrika gibt es viele verschiedene Tierarten, deren Anzahl im 20. Jahrhundert jedoch stark zurückgegangen ist. Schuld daran ist der Mensch, der die Tiere übermässig jagt und ihren Lebensraum durch Landwirtschaft immer weiter einschränkt. Mehrere Länder haben für den Schutz von Wildtieren Land zur Verfügung gestellt. Diese Wildreservate sind die Heimat von Tieren wie Elefanten, Giraffen, Zebras, Flusspferden, Antilopen, Löwen, Schakale und Hyänen. In den Regenwäldern leben Affen, Fledermäuse, Flughörnchen, Gorillas, Leoparden und Mungos. Zu den einheimischen Tieren Nordafrikas gehören Wildschafe und Wildziegen, der afrikanische Rothirsch, der Wüstenfuchs und die Wüstenspringmaus. Fische, Vögel und Reptilien sind ebenfalls reichlich vorhanden.<eop> Welches sind die äußersten Punkte Afrikas? Der nördlichste Punkt des afrikanischen Festlands ist der Ort Ras al Abiad in Tunesien. Er liegt etwa elf Kilometer westlich der Stadt Bizerte. Die ganze Landschaft heißt auch „Weißes Kap“. Das Land ist hier ziemlich flach.<eop>Der östlichste Punkt des afrikanischen Festlands ist der Felsen des Kap Guardafui. Das ist Portugiesisch und bedeutet „Hüte dich!“. In der Antike nannte man es „Elefantenkap“. Es liegt in Somalia. Das ganze Gebiet heißt auch Horn von Afrika.<eop>Der südlichste Punkt des afrikanischen Festlands ist das Kap Agulhas. Zumindest ist das so, wenn man genau hinschaut. Der Name ist Portugiesisch und bedeutet „Kap der Nadeln“, das kommt vermutlich von den vielen Riffen und Felsen. Meist nennt man als Südspitze Afrikas das Kap der Guten Hoffnung. Das ist ein Felsen, der weiter westlich liegt. Der erste Seefahrer, der dieses Kap umschiffte, war der Portugiese Bartolomeu Dias. Er nannte den Ort „Kap der Stürme“.<eop>Der westlichste Punkt des afrikanischen Festlands ist die Cap-Vert, also das „Grüne Kap“. Es liegt auf einer Halbinsel, zusammen mit der Stadt Dakar im Senegal. Der Boden besteht dort aus Gestein von einem Vulkan. Darüber liegt nur wenig Sand, den der Wind dorthin getragen hat. Es gibt dort deshalb nur wenige Pflanzen.<eop> Was ist früher in Afrika passiert? Man vermutet, dass sich die ersten Menschen vor mehr als einer Million Jahren in Afrika entwickelt haben. Deshalb nennt man den Kontinent auch „die Wiege der Menschheit“. Am Nil, dem längsten Fluss Afrikas, entstand schon vor über 5.000 Jahren das Ägyptische Reich. Es war eine der frühesten Hochkulturen der Welt. Viele andere Reiche waren hingegen eher klein und hatten keine Schrift. Darum weiß man ziemlich wenig über ihre Geschichte.<eop>Die Bewohner Afrikas kamen in ihrer Geschichte oft in Berührung mit anderen Mächten. Etwa um 800 vor Christus gründeten die Phönizier die Stadt Karthago im heutigen Tunesien. In den 100er Jahren vor Christus übernahm das Römische Reich die Kontrolle über einen Teil Nordafrikas. In Westafrika blühten große Handelsstaaten auf, darunter die Reiche von Ghana, Mali und Songhai. In Ost- und Zentralafrika trieben mächtige Stadtstaaten wie Mogadischu und Mombasa Handel mit Arabien.<eop>Am Ende des 15. Jahrhunderts fingen Staaten aus Europa damit an, Teile von Afrika an der Küste zu erobern. Als erste kamen die Portugiesen an. Bald hatten auch die Briten, die Niederländer und die Franzosen Städte und Handelsplätze gegründet. Sie verschleppten bis ins frühe 19. Jahrhundert schwarze Sklaven aus Afrika und verkauften sie in Amerika.<eop>Seit dem 19. Jahrhundert bestand fast ganz Afrika aus europäischen Kolonien. Die Europäer bauten in ihren Kolonien Rohstoffe ab, zum Beispiel Mineralien und schlugen viel Holz. Beides verschifften sie zurück nach Europa. Die afrikanische Bevölkerung wurde von ihrem Land vertrieben und durfte in der Regierung nichts mitbestimmen. Viele Afrikaner widersetzten sich während der Kolonialzeit der europäischen Herrschaft. Solche Aufstände wurden dann aber oft von den Europäern brutal niedergeschlagen, wie beispielsweise 1904 in Deutsch-Südwestafrika. <eop>In den Jahren nach 1900 wurden die Kolonien in Afrika fast alle unabhängige Staaten. Das passierte vor allem um das Jahr 1960. Man nannte es das „Jahr Afrikas“. Doch immer noch haben die reichen Länder in Europa und Nordamerika viel Einfluss auf Afrika. In den letzten Jahren kam China noch dazu. Die reichen Länder können oft die Preise für afrikanische Waren bestimmen und mischen sich immer wieder in die Politik der Staaten ein.<eop>Viele afrikanische Staaten erlebten große Unruhen. Gewalt zwischen den Völkern führte zu vielen Toten. In vielen Fällen brach ein Bürgerkrieg aus, als Einzelne und Gruppen um die Macht kämpften. Die schlechte wirtschaftliche Lage verstärkte die Probleme noch. Im Jahr 2002 gründeten die afrikanischen Länder eine Organisation namens Afrikanische Union. Diese soll versuchen, die Probleme zu lösen.<eop> "}, {"title": "Ägypten", "id": 17, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ägypten", "text": "Ägypten ist ein Land im Nordosten Afrikas. Es grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Osten an Israel und an das Rote Meer, im Süden an den Sudan und im Westen an Libyen. Ägypten ist etwa dreimal so groß wie Deutschland. Ein großer Teil des Landes ist Wüste. Die meisten Ägypter leben darum am Fluss Nil, der aus dem Sudan kommt und in das Mittelmeer fließt. Im fruchtbaren Land am Ende des Nils liegt die ägyptische Hauptstadt Kairo, einer der größten Städte der Welt.<eop>Schon im Altertum gab es ein Ägyptisches Reich, das man wegen seiner Pharaonen und Pyramiden kennt. Später wurde die Gegend griechisch und römisch. Um das Jahr 640 kamen Araber mit dem Islam, die das Land eroberten. Seitdem spricht man in Ägypten Arabisch. Die meisten Menschen sind Muslime. Es gibt aber noch Christen, die Kopten heißen und wenige Juden. Von 1880 bis 1922 war das Land eine Kolonie der Briten. Danach war Ägypten ein Königreich und wurde später eine Republik.<eop>Wie sieht das Land aus?<eop>Außer viel Wüste gibt es Steppe und Savanne. Dort wachsen Gras und Büsche. Diese Arten von Landschaft nehmen den größten Teil der Landfläche ein. Dazwischen gibt es Oasen, in denen vor allem Dattelpalmen wachsen, aber auch andere Früchte und Gemüse.<eop>Es gibt nur wenige grüne Landschaften in Ägypten, das sieht man auch gut auf dem Satellitenbild rechts. Hauptsächlich ist das ein Streifen entlang dem Nil. Schon im Altertum legten dort die Menschen Kanäle zur Bewässerung an. Wo Wasser hingelangt, lässt sich sehr gut Landwirtschaft betreiben. Ebenfalls sehr grün ist das Delta. Dies ist das flache Gebiet in der Nähe der Mündung des Nils. Weil das Land dort sehr flach ist, verzweigt sich der Fluss in viele Arme. Die übrigen Gebiete sind ebenfalls mit Kanälen zur Bewässerung erschlossen.<eop>Die Sinai-Halbinsel liegt im Osten des Landes. Auf seiner Ostseite bildet der Golf von Akaba die Grenze. Auf der Westseite liegt ein Gebiet, das zum Teil sumpfig ist. Dort hindurch soll Mose sein Volk geführt haben, beim Auszug nach Israel. Dort wurde vor etwa 150 Jahren der Sues-Kanal gegraben, damit die Schiffe vom Mittelmeer ins Rote mehr fahren können ohne Afrika zu umrunden. Auf dem Sinai liegt der höchste Berg Ägyptens. Die Spitze des Katharinenbergs liegt 2637 Meter über dem Meeresspiegel.<eop>In Ägypten regnet es sehr selten, auf dem Sinai zum Beispiel nur während etwa zwei Tagen im Jahr. An der Mittelmeerküste gibt es im Winter etwas Regen. Dort ist es auch tagsüber nicht ganz so heiß wie im übrigen Land und während der Nacht nicht ganz so kalt.<eop>Den wilden Pflanzen und Tieren bleibt nicht viel Raum, weil die Menschen jeden feuchten Flecken nutzen. In den trockenen Gebieten leben Wildkatzen, Hyänen, Eidechsen, Skorpione und Springmäuse. Es gibt auch einige Krokodile und Schlangenarten. Im Delta leben Wasservögel wie Reiher, Kraniche und Nilgänse, auch Bartgeier und andere Raubvögel. Im Winter gibt es hier zusätzlich viele Zugvögel.<eop>Wie leben die Menschen? In Ägypten leben etwa zehn Mal so viel wie zur Zeit der Pharaonen und etwas mehr als heute in Deutschland. In Afrika hat heute nur Nigeria noch mehr Einwohner. Sie leben sehr dicht beieinander, denn nur ein sehr kleiner Teil des Landes kann für die Landwirtschaft genutzt werden.<eop>Viele Menschen arbeiten als Bauern. Sie bauen vor allem Baumwolle an. Es gibt aber auch Reis, Mais, Zuckerrohr, Kartoffeln, Hirse, Obst und Gemüse. Weizen wird auch angebaut, aber das reicht nicht aus. Große Mengen müssen jedes Jahr im Ausland eingekauft, also importiert werden. Es gibt auch Milch von Rindern, Schafen und Ziegen. Viele Maschinen gibt es in der Landwirtschaft nicht. Die Menschen erledigen die Arbeit von Hand oder mit ihren Tieren.<eop>Der wichtigste Bodenschatz ist Erdöl und etwas Erdgas. In der Industrie werden vor allem Erdöl und Erdgas sowie Baumwolle und Zuckerrohr verarbeitet. Es gibt auch eine Industrie für Zement, Eisen, Stahl und Aluminium. Es werden auch Fahrzeuge gebaut und Medikamente hergestellt.<eop>Viele Menschen arbeiten im Tourismus. Die Touristen wollen hier am Meer baden oder die Pyramiden und Tempel der Alten Ägypter besichtigen. In den letzten zwanzig Jahren gab es jedoch immer wieder Anschläge durch Terroristen. In den Zeiten danach besuchten dann viel weniger Urlauber das Land. <eop>Im Jahr 2012 gab es eine Revolution, die man den „Arabischen Frühling“ nennt. Die Menschen haben aber damit nicht so viel erreicht, wie sie ursprünglich gewollt hatten. Sie können zwar ihr Parlament und den Staatspräsidenten wählen. Viele Menschen fühlen sich aber zu wenig frei. Im Süden werden die Christen oft unterdrückt. Die Frauen haben weniger Rechte als die Männer. Man darf nicht immer frei seine Meinung äußern und manchmal werden Menschen sogar gefoltert. Homosexuelle Menschen können ins Gefängnis geworfen werden. Politiker und Beamte stecken Geld, das ihnen nicht gehört, in die eigene Tasche. Das nennt man Korruption.<eop><eop>"}, {"title": "Ahorne", "id": 18, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ahorne", "text": "Die Ahorne sind Laubbäume mit Blättern, die ungefähr die Form einer Hand haben. Insgesamt gibt es mindestens 100 Ahorn-Arten. Gemeinsam bilden sie die Gattung der Ahorne. Man findet sie auf der nördlichen Halbkugel der Erde. Sie wachsen nur dort, wo es nicht zu heiß ist, also in ganz Europa, in den USA und in Kanada sowie in Teilen Asiens.<eop>In unseren Städten ist der Spitzahorn einer der häufigsten Bäume. Im Frühling blüht er vor vielen anderen Bäumen und sorgt für ein frisches, helles Grün. Im Herbst verliert er die Blätter als letzter. <eop>Die häufigste Ahorn-Art in Mitteleuropa ist der Bergahorn. Er kann bis zu 500 Jahre alt werden und wächst in den Alpen sogar in 2000 Metern Höhe. Auf ihm und in seinem Holz leben viele Raupen, Käfer, Wildbienen und andere Insekten. Ebenfalls weit verbreitet in Europa ist der Feldahorn.<eop>Ein besonderes Kennzeichen für den Ahorn sind die Samen. An jedem Samen hängt ein Flügel. Der dreht sich beim Herunterfliegen wie die Blätter eines Hubschraubers. So fliegen sie weiter vom Stamm weg und können den Baum weiter herum verbreiten.<eop>Ahornholz wird vor allem für Möbel genutzt. Das Holz eignet sich auch sehr gut dafür, um Musikinstrumente oder Spielzeug zu bauen. Zum Süßen von Speisen kommt Ahornsirup zum Einsatz. Der wird aus dem Saft des Zuckerahorns gewonnen, der in Nordamerika vorkommt, also zum Beispiel in Kanada. Um den Saft zu gewinnen, ritzt man die Rinde an und hängt einen Eimer an den Stamm. Der fängt den Ahornsaft auf. Durch Einkochen wird er zähflüssig und man kann ihn in der Küche ähnlich wie Zucker verwenden. Manche geben ihn auch gerne auf ihre Pancakes. Den Sirup nennt man dann auch Ahornsirup. Er ist meist bernsteinfarben und schmeckt leicht oder kräftig, etwas nach Karamell.<eop><eop>"}, {"title": "Akropolis", "id": 19, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Akropolis", "text": "Die Akropolis ist ein Ort in Athen, der Hauptstadt von Griechenland. Dort stehen einige Gebäude aus dem Altertum. Ein Beispiel ist der Parthenon-Tempel: Mit seinen hohen Säulen ist er von weitem her sichtbar. Die Akropolis ist ein Wahrzeichen der Stadt, aber auch für ganz Griechenland. Weil die alten Griechen so wichtig waren, ist es auch ein Wahrzeichen für die Kultur von Europa.<eop>Eigentlich ist eine Akropolis eine Oberstadt oder ein Burgberg. Damit ist eine Festung auf einem Berg oder Hügel gemeint. Viele Städte im alten Griechenland oder anderswo hatten solche Festungen. Wenn man von Feinden angegriffen wurde, konnte man sich dorthin zurückziehen und verteidigen. Meist aber denkt man bei dem Wort „Akropolis“ an die Akropolis von Athen, weil das die wichtigste griechische Stadt ist.<eop>Schon in der Steinzeit haben Menschen dort gelebt. Bei den alten Griechen, vor etwa 2500 Jahren, wurde aus der Festung ein Ort für Tempel. Mit großartigen Gebäuden wollten die Athener zeigen, wie mächtig sie waren.<eop>Unter dem Herrscher Perikles baute man den Ort völlig um. So sieht die Akropolis heute auch noch aus. Das war aber nicht immer so: Im Laufe der Jahrhunderte kamen viele Gebäude hinzu. Das hatten oft fremde Herrscher so bestimmt. Aber im 19. Jahrhundert wollten die Griechen stolz auf ihre eigene Geschichte schauen und haben vieles wieder entfernt. Für die Archäologie, die Wissenschaft von alten Dingen, ist das schade.<eop>Die Akropolis ist ein Weltkulturerbe der UNESCO und zieht heute viele Urlauber an. Sie liegt auf einem Berg, etwa 150 Meter hoch. Darum kann man sie schon von weitem sehen, obwohl sie mitten in Athen liegt. <eop> "}, {"title": "Alaska", "id": 20, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Alaska", "text": "Alaska ist der größte und nördlichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Es grenzt an Kanada, hat aber keine gemeinsamen Grenzen mit irgendeinem anderen Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Ein Teil des Bundesstaates liegt nördlich des Polarkreises in der Arktis.<eop>Da Alaska so weit nördlich liegt, sind die Winter lang und kalt. Vier Fünftel der Landesfläche sind das ganze Jahr über gefroren, es ist also Permafrostboden. Alaska liegt in der kalt-gemäßigten Klimazone.<eop>Trotzdem bemerkt man schon den Klimawandel. Sogar das berühmte Iditarod-Hundeschlittenrennen leidet darunter. Die Temperaturen waren bei den letzten Rennen so hoch, dass die Schlittenlenker nur nachts fuhren, weil es ihren Hunden zu warm wurde. Außerdem konnten sie nicht mehr über die Flüsse fahren, denn das Eis ist nicht mehr so dick.<eop>Obwohl Alaska fast fünf mal gröẞer als Deutschland ist, leben nur rund 740.000 Menschen dort, etwa so viele wie in Frankfurt am Main. Bei weitem die meisten davon leben in Anchorage, der gröẞten Stadt des Bundesstaats. Ein Teil der Bevölkerung sind Indianer oder Inuit. Groẞe Teile Alaskas sind aber nahezu unbewohnt. Einige Orte sind so abgelegen, dass keine Straẞe zu ihnen führt. Sie sind oft nur mit Wasserflugzeugen oder Schiffen erreichbar.<eop>In Alaska wurde früher nach Gold gesucht, später nach Erdöl. Man hat herausgefunden, dass es an der Küste des Polarmeeres viel Erdöl gibt. Der Rohstoff muss allerdings in langen Rohren bis in den Süden Alaskas geleitet und dann auf Schiffe verladen werden. Das hat auch große Nachteile für die Umwelt. Bei den Gewinnen aus dem Verkauf gibt es eine Besonderheit. Die Hälfte des jährlichen Gewinns wird gleichmäßig unter den Einwohnern Alaskas verteilt. Das ist etwas mehr als 1.000 Dollar pro Kopf. <eop>Heute ist Alaska auch das Ziel vieler Touristen. Es ist vor allem die noch fast grenzenlose Natur, die viele Menschen an diesem abgelegenen Gebiet fasziniert. Man findet dort viele riesige Nadelwälder und Seen. Wegen des rauen Klimas gibt es aber auch groẞe Gebiete, in denen keine Bäume mehr wachsen. Dort ist Tundra. Hinzu kommen zahlreiche hohe und schneebedeckte Berge und Gletscher, sowie einige Vulkane. Auch der höchste Berg Nordamerikas befindet sich in Alaska. Der Denali ist 6190 Meter hoch. Viele Eisbären, Braunbären und andere wilde Tiere ziehen durch die weite Naturlandschaft.<eop> Was ist früher in Alaska passiert? Nomaden aus Sibirien kamen vor etwa 36.000 Jahren als erste Menschen nach Amerika. In der Eiszeit war der Meeresspiegel noch niedriger und so gab es eine Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika. Von diesen Siedlern stammen alle Indianer Amerikas ab. Am Ende der Eiszeit schmolzen die Gletscher und der Meeresspiegel stieg wieder. So wurden vor 10.000 Jahren die beiden Kontinente wieder getrennt.<eop>Im 18. Jahrhundert kamen russische Pelzjäger in diese Gegend. Aus deren Siedlungen entstand später die Kolonie Russisch-Amerika. Doch Alaska war zu weit entfernt und für Russland schwierig zu verwalten. Der Weg von der russischen Hauptstadt dauerte mehr als ein halbes Jahr. Als Russland nach einem verlorenen Krieg wenig Geld hatte, erlaubte der russische Zar den Verkauf Alaskas. Die Vereinigten Staaten kauften das Gebiet im Jahr 1867 für 7,2 Millionen Dollar. Das entspricht einem Preis von nur 4,74 Dollar pro Quadratkilometer. Doch der Ankauf war in den Vereinigten Staaten sehr umstritten. Gegner hielten das Land für nutzlos und den Kauf für Geldverschwendung. Sie bezeichneten das erworbene Land als „Gefriertruhe“ oder als „Eisbärengehege“. <eop>Im Jahr 1925 brach unter Goldsuchern in Alaska eine gefährliche Krankheit aus. Mit Schlittenhunden hat man den Kranken die Medizin gebracht. Die Reise dauerte fünf und einen halben Tag. Normalerweise brauchte man für diese Strecke drei Wochen. Aus diesem Wettlauf gegen die Zeit wurde das Iditarod-Hundeschlittenrennen. Berühmt wurde dieses Rennen durch ein Buch und einen Disney-Spielfilm. Der Film hat den deutschen Titel „Snowdogs – Acht Helden auf vier Pfoten“.<eop>Die Flagge Alaskas gilt als eine der schönsten der Vereinigten Staaten. Sie ist das Ergebnis eines Wettbewerbs unter Schulkindern im Jahr 1927. Die meisten der 700 Entwürfe verwendeten Symbole wie die Mitternachtssonne, das Polarlicht, Bären oder Goldwäscherpfannen. Den ersten Preis erhielt ein 13-jähriger Ureinwohner. Er bekam dafür 1.000 Dollar und eine Uhr. Sein Entwurf zeigt das Sternbild Großer Bär mit dem Polarstern. <eop><eop>"}, {"title": "Albanien", "id": 21, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Albanien", "text": "Albanien ist ein Land im Südosten Europas. Es liegt gegenüber von Italien an der Adria am Mittelmeer und gehört damit zum Balkan. Es gibt sehr viele Berge, aber auch eine flache Küste. <eop>Albanien hat etwas kleiner als die Schweiz und hat nur gut ein Drittel so viele Einwohner. Viele Albaner wohnen in anderen Ländern. Albanien ist heute eine Republik. Das Parlament hat einen großen Einfluss. Die Hauptstadt heißt Tirana. Die Währung ist der Albanische Lek.<eop>Die meisten Menschen im Land sprechen Albanisch. Es gibt aber auch viele Minderheiten in Albanien, die andere Sprachen sprechen. In Albanien gibt es verschiedene Religionen: Muslime, orthodoxe Christen und Menschen ohne Religion. <eop>Was geschah früher in Albanien? In den Jahren ab 1990 ging es den Albanern schlecht. Inzwischen hat sich die Wirtschaft erholt. Viele Betriebe wurden erneuert. Straßen wurden ebenfalls erneuert uns ausgebaut. Der Tourismus nahm zu. Trotzdem ist Albanien heute immer noch eines der ärmsten Länder Europas. Etwa jeder sechste Einwohner hat keine Arbeit. Etwa jeder achte Einwohner gilt als arm. Das Wasser fließt oft nur an einigen Stunden pro Tag.<eop>Im Jahr 2006 stellte das Nachbarland Bulgarien sein Atomkraftwerk ab. Albanien konnte deshalb von dort keinen elektrischen Strom mehr kaufen. Dieser fiel dann immer wieder aus. Inzwischen hat Albanien aber seine Wasserkraftwerke erneuert und die Situation verbessert sich zunehmend. <eop>In der Erde Albaniens lagern viel Erdgas und Erdöl, das aber nicht gefördert wird. Es gibt auch Metalle wie zum Beispiel Kupfer, aber auch Kohle, Lehm und andere Bodenschätze, die zum Teil gefördert und ins Ausland verkauft werden. Das schafft auch Arbeitsplätze.<eop>In Albanien gibt es viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Viele gibt es sogar ausschließlich hier. Die nennt man Endemiten. Zusammen mit den schönen Gegenden zieht das viele Touristen an, vor allem aus Ländern, die in der Nähe liegen. Auch das schafft für viele Albaner Arbeitsplätze und Verdienst.<eop><eop>"}, {"title": "Albert Einstein", "id": 22, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Albert Einstein", "text": " Albert Einstein war ein Physiker, einer der bedeutendsten aller Zeiten. Seine Forschungen und Ideen haben die Wissenschaft sehr stark beeinflusst. Im Jahr 1922 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Seine größte Entdeckung war die Relativitätstheorie. Für viele Menschen ist Albert Einstein ein Vorbild als Forscher. Seine große Bekanntheit nutzte er auch, um sich für Völkerverständigung und Frieden einzusetzen.<eop>Geboren wurde er im Jahr 1879 in Ulm. Aufgewachsen ist er in Cannstatt bei Stuttgart. Seine Eltern waren streng gläubige Juden. Die Familie lebte schon seit Jahrhunderten in Deutschland.<eop>Im Jahr 1880 zog die Familie um nach München. Dort bekam Albert eine Schwester. Sein Vater gründete zusammen mit Alberts Onkel ein eigenes Geschäft. Schon während seiner Schulzeit las Albert Einstein Bücher über Physik. Mit 14 Jahren brach er seine Schule ab und zog wieder zu seinen Eltern, die inzwischen in Mailand in Italien wohnten. So musste er auch nicht in die Armee gehen.<eop>Später zog er um in die Schweiz und studierte dort an der Hochschule. Mit 21 Jahren war er Fachlehrer für Mathematik und Physik. Er erhielt den Schweizer Pass. Dann wurde er Bürger Österreichs. Anschließend lebte er in Berlin und wurde Bürger Preußens und somit auch des Deutschen Reichs.<eop>Vor dem Zweiten Weltkrieg gab er seinen deutschen Pass ab. Als gebürtiger Jude fürchtete er eine Verfolgung durch die nationalsozialistische Regierung. Er hatte immer noch das Schweizer Bürgerrecht und erwarb 1940 auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.<eop>Albert Einstein starb im Jahr 1955 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort hatte er zuletzt in der Nähe von New York gewohnt. Lange nach seinem Tod wählte eine amerikanische Zeitschrift Einstein zum „Mann des 20. Jahrhunderts“. Das chemische Element Einsteinium trägt seinen Namen. Und in Bern, wo er lange gelebt hat, gibt es zwei Museen, die an ihn erinnern.<eop>Einsteins wichtigstes Werk war die Relativitätstheorie. Es machte ihn auf der ganzen Welt berühmt. Die Relativitätstheorie ist sehr schwierig zu verstehen. Sie ist so unglaublich, dass selbst viele große Physiker aus Einsteins Zeit sie zunächst für Unsinn hielten. Heute kennt man aber viele Beweise für die Richtigkeit dieser Theorie.<eop>Angeblich war Einstein ein schlechter Schüler. Tatsächlich hat er in seinem Zeugnis in den Fächern Algebra, Geometrie und Physik jeweils eine Sechs. Lediglich beim Fach Französisch steht eine Drei. Doch wird dabei gerne übersehen, dass Einstein eine Schweizer Schule besuchte und dort ist die Sechs die Bestnote.<eop><eop>"}, {"title": "Algen", "id": 23, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Algen", "text": "Algen sind Pflanzen, die im Wasser wachsen. Sie können so klein sein, dass man sie von bloßem Auge nicht erkennen kann. Das sind Mikroalgen, weil man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Makroalgen können hingegen bis zu sechzig Meter lang werden. <eop>Man kann die Algen auch in Meerwasseralgen und Süßwasseralgen unterteilen. Es gibt aber auch Luftalgen auf Baumstämmen oder Felsen sowie Bodenalgen, die in der Erde leben. Sogar Schneealgen in Gebirgen oder am Nordpol oder am Südpol.<eop>Forscher vermuten, dass es ungefähr 400.000 verschiedene Algenarten gibt. Allerdings sind erst etwa 30.000 davon bekannt, also nicht einmal jede zehnte. Algen sind nur sehr weit entfernt miteinander verwandt. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie einen Zellkern haben und dass sie mit Sonnenlicht ihre Nahrung selber bilden können. Dazu bilden sie Sauerstoff. <eop>Es gibt aber noch eine Besonderheit, nämlich die Blaualgen. Früher meinten die Forscher, es handle sich dabei ebenfalls um Pflanzen. Heute weiß man jedoch, dass es sich um Bakterien handelt. Genau genommen ist es die Klasse der Cyanobakterien. Einige Arten tragen einen Stoff in sich, der ihnen die blaue Farbe gibt. Daher kommt der Name. Diese Bakterien können aber mit der Hilfe von Sonnenlicht Nahrung und Sauerstoff herstellen wie die Pflanzen. Deshalb lag die falsche Zuordnung eben nahe. Und weil es eben immer schon so war, zählt man die Blaualgen auch heute noch oft zu den Algen, obwohl dies eigentlich falsch ist.<eop>Unser Wort Alge stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet Seegras. Wir verwenden es manchmal auch für Tiere, die eigentlich keine Algen sind, wie die Blaualgen: Sie sehen wie Algen aus, sind aber Bakterien.<eop>Was nützen oder schaden Algen? Jedes Jahr wachsen Milliarden Tonnen von Mikro-Algen in den weltweiten Flüssen und Meeren. Sie sind wichtig, denn sie bilden die Hälfte des Sauerstoffs in der Luft. Das können sie zu jeder Jahreszeit, nicht so wie unsere Bäume, die im Winter keine Blätter tragen. Zudem speichern sie sehr viel Kohlendioxid und wirken damit dem Klimawandel entgegen.<eop>Algen, die unter Wasser wachsen, bilden einen Teil des Planktons. Davon leben viele Tiere, zum Beispiel Wale, Haie, Krebse, Muscheln, aber auch Sardinen, Flamingos und viele andere Tiere. Allerdings gibt es auch giftige Algen, die Fische töten oder Menschen verletzen können.<eop>Auch Menschen nutzen Algen. In Asien sind sie schon lange ein beliebtes Nahrungsmittel. Man isst sie roh als Salat oder gekocht als Gemüse. Algen enthalten sehr viele gesunde Stoffe wie Mineralien, Fett oder Kohlenhydrate, die uns Kraft geben.<eop>Aus bestimmten Algen kann man aber auch Fasern für Textilien gewinnen, Farbstoffe für Tinte, Dünger für die Landwirtschaft, Verdickungsmittel für Lebensmittel, Medikamente und viele andere Dinge. Algen können sogar giftige Schwermetalle aus Abwässern filtern. Immer öfter werden Algen deshalb auch von Menschen gezüchtet.<eop>Algen können aber auch dichte Teppiche auf dem Wasser bilden. Das nimmt einem dann die Lust zum Baden und viele Hotels an den Stränden verlieren dadurch ihre Kunden und verdienen nichts mehr. Die Ursachen sind Dünger im Meer und die Erwärmung des Meerwassers durch den Klimawandel. Einige Algenarten vermehren sich plötzlich sehr stark. Andere bilden viel mehr Blüten und verfärben dadurch das Wasser rot.<eop><eop>"}, {"title": "Alkohol", "id": 24, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Alkohol", "text": "Alkohol ist eine Flüssigkeit, die in Bier, Wein oder anderen Getränken enthalten ist. Sie entsteht durch Gärung, eine Art von Zersetzung. In Früchten wie Weintrauben ist Glukose enthalten, die man auch Traubenzucker nennt. Bei der Gärung werden daraus Alkohol und Kohlenstoffdioxid.<eop>In der Chemie nennt man Alkohol eigentlich Ethanol. Normalerweise ist dieser Stoff ohne Farbe und leicht brennbar. Er hat einen typischen Geruch und Geschmack. Wegen dieses Geschmacks verwendet man Alkohol gern beim Kochen. Man kann mit Ethanol allerdings auch saubermachen.<eop>Wenn man Alkohol trinkt, verteilt er sich im ganzen Körper, bis in die Knochen und auch ins Gehirn. Der Mensch kommt in eine andere Stimmung, fühlt sich entspannt oder auch lustig. Darum mögen viele Menschen alkoholische Getränke. Sie finden, dass alkoholische Getränke wie Bier und Wein zu ihrer Kultur gehören. Andere Menschen denken sehr schlecht über Alkohol.<eop> Was ist das Problem mit Alkohol? Allerdings ist Alkohol auch ein Gift und eine Droge. Wer zu viel trinkt, schädigt seine Leber und andere Organe. Man kann zum Beispiel blind werden.<eop>Wer zu viel getrunken hat, wird sorgenlos. Man hat sich nicht mehr unter Kontrolle, vor allem, wenn man wütend ist. Manche Betrunkene fangen Streit an, schlägt andere oder tut andere Dinge, die gefährlich sind oder für die man sich später schämt. Das ist dann auch schlimm für seine Freunde und seine Familie.<eop>Wer angetrunken ist, darf nicht mehr Auto fahren. Wenn jemand durch seltsames Fahren auffällt, kann die Polizei ihn anhalten und überprüfen. Alkohol lässt sich im Atem feststellen. Zur Überprüfung bläst der Autofahrer in ein Gerät. Genauer misst man den Anteil an Alkohol mit einer Blutprobe.<eop>Alkohol macht außerdem süchtig: Wer daran gewöhnt ist, oft Alkohol zu trinken, muss trinken, um sich normal zu fühlen. Das nennt man dann Alkoholsucht oder Alkoholkrankheit. Die Kranken nennt man Trinker, Alkoholiker und heute vor allem Alkoholkranke. Ärzte und andere Fachleute versuchen, ihnen zu helfen. <eop>Eine Selbsthilfegruppe sind zum Beispiel die Anonymen Alkoholiker: Wer Probleme wegen Alkohol hat, kann dort mit anderen sprechen, die solche Probleme auch kennen. Andere Gruppen rufen alle Menschen dazu auf, keinen Alkohol zu trinken. In einer Religion wie dem Islam ist das Alkoholtrinken sogar verboten.<eop>Wie kommt der Alkohol wieder aus dem Körper? Wer Alkohol getrunken hat, muss ihn wieder loswerden. Sonst würde er sich im Körper ansammeln und den Menschen töten. Einen kleinen Teil des Alkohols verliert man über den Schweiß und den Atem. <eop>Das Allermeiste geht aber über das Blut in die Leber. Dort gibt es einen bestimmten Stoff: Er zerlegt den Alkohol in einfachere Bestandteile. Das braucht alles seine Zeit. Es kann viele Stunden dauern, bis der Alkohol abgebaut ist und der Mensch wieder nüchtern. Man kann auch kaum etwas dafür tun, damit es schneller geht. Manche Menschen trinken abends und fahren am nächsten Morgen zur Arbeit. Sie wundern sich, wenn die Polizei feststellt, dass immer noch viel Alkohol im Blut ist.<eop> Wo gibt es Alkohol? Heute darf Alkohol nicht mehr einfach so überall verkauft werden. Der Staat will zum Beispiel, dass Kinder und Jugendliche keinen Alkohol trinken. Wenn ein Verkäufer sich nicht sicher ist, ob der Käufer alt genug ist, lässt er sich den Ausweis zeigen. Wer Alkohol an zu junge Menschen verkauft, kann bestraft werden.<eop>In manchen Staaten dürfen nur sehr wenige Läden überhaupt Alkohol verkaufen. In Schweden gibt es dafür ein Unternehmen, das dem Staat gehört. Wer dort etwas kaufen will, muss mindestens 20 Jahre alt sein. In vielen Ländern, in denen die meisten Einwohner Muslime sind, darf niemand Alkohol verkaufen. Wer trotzdem Alkohol schmuggelt, kann hart bestraft werden.<eop>Auch in den USA und anderen Ländern war Alkohol früher verboten. Nach einiger Zeit hat man das Verbot wieder abgeschafft: Viele Menschen haben trotzdem getrunken. Das war ein gutes Geschäft für Verbrecher, die ihnen heimlich Alkohol verkauft haben.<eop>Alkohol befindet sich nicht nur in alkoholischen Getränken, sondern zum Beispiel auch in manchen Pralinen. Viele Köche nutzen ihn beim Kochen. Bei manchen Gerichten verbrennt der Alkohol und nur der Geschmack bleibt übrig.<eop><eop>"}, {"title": "Allah", "id": 25, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Allah", "text": "Allah ist das arabische Wort für Gott oder für den Ausdruck „der Gott“. Meist meint man mit Allah den Gott im Islam. Im Koran erscheint der Ausdruck „Allah“ 2.699 Mal.<eop>Im Koran hat Allah über hundert weitere Namen. Dies sind jedoch eher Beschreibungen. Er heißt dann der Allbarmherzige, der Allmächtige, der Allessehende und so weiter. <eop>Allah wird im Koran so beschrieben: Er ist der Schöpfer des Universums, er hat also das Universum erschaffen. Er selber wurde nicht erschaffen, er war immer schon da. Außer ihm gibt es keinen Gott. <eop>In der Zeit seit Mohammed gibt es verschiedene Vorstellungen von Allah: Er sitzt auf einem Thron, er hat Hände und ein Gesicht und er erschuf seine Diener. In einer anderen Vorstellung erscheint er nicht als sichtbare Person, sondern man erkennt ihn in seiner Schöpfung.<eop>Außerhalb des Islam ist „Allah“ einfach der Name für Gott. Es gibt arabische Übersetzungen des jüdischen Alten Testaments oder des christlichen Neuen Testaments. Dort heißt Gott ebenfalls „Allah“. <eop>"}, {"title": "Allosaurus", "id": 26, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Allosaurus", "text": " Der Allosaurus war ein Dinosaurier, der als einer der größten Fleischfresser seiner Zeit gilt. Der Name Allosaurus kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „andersartige Echse“. Bis heute ist nicht klar, ob er sich von Aas ernährt hat, also von bereits toten Tieren, oder ob er ein Raubtier war und im Rudel Tiere jagte. Man hat aber Knochen von Allosaurus-Skeletten gefunden, die vermuten lassen, dass er ein Raubtier war. Wahrscheinlich hat der Allosaurus auch kleinere Saurierarten gefressen.<eop>Die Allosaurier lebten 10 Millionen Jahre lang auf der Erde. Diese Zeit ist allerdings etwa 150 Millionen Jahre her. Sie konnten bis zu zwölf Meter lang und mehrere Tonnen schwer werden. Sie gingen auf zwei Beinen und hatten einen großen Schwanz, mit denen sie das Gleichgewicht hielten. <eop>Zu erkennen ist der Allosaurus an den kräftigen Hinterbeinen und Vorderarmen sowie an seinem sehr beweglichen Hals. Seine sehr scharfen Zähne sind wie bei Haien immer wieder nachgewachsen, wenn er sie zum Beispiel bei einem Kampf verloren hat.<eop>Zu Hause waren die Allosaurier auf offenen und trockenen Flächen mit größeren Flüssen. Komplette Allosaurus-Skelette kann man sich in Deutschland im Senckenbergmuseum in Frankfurt am Main oder im Museum für Naturkunde in Berlin anschauen. In Berlin handelt es sich um die Kopie eines Tieres, das man in den USA gefunden hat.<eop>"}, {"title": "Alpen", "id": 27, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Alpen", "text": "Die Alpen sind ein Gebirge in Europa. Sie liegen im Westen Mitteleuropas und trennen den Norden Europas vom Süden. Sie beginnen fast am Mittelmeer in Frankreich und Italien. In einem Bogen erstrecken sie sich bis nach Ungarn hin. In den Alpen liegen die höchsten Berge Europas, wenn man vom Berg Elbrus im Kaukasus absieht, den nicht jeder zu Europa zählt. Der höchste Berg der Alpen ist der Mont Blanc auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien.<eop>Weitere Länder, die zum Teil in den Alpen liegen, sind Deutschland und Slowenien sowie die Schweiz und Österreich. Die letzten beiden nennt man oft „Alpenrepubliken“. Hinzu kommt das kleine Fürstentum Liechtenstein zwischen ihnen.<eop>Die Alpen sind entstanden, weil sich die Kontinente Afrika und Europa seit vielen Millionen Jahren gegeneinander schieben. Dabei werden die Berge immer höher gedrückt. An einigen Stellen kann man in den Bergen Versteinerungen von Muscheln und anderen Meerestieren finden. Das Land dort lag nämlich früher unter dem Meer, bevor es nach oben gedrückt wurde.<eop> Wie sieht es in den Alpen aus? <eop>Je höher der Berg, desto kälter wird es: Auf vielen Bergen der Alpen liegt das ganze Jahr über Schnee und Eis. Wenn Schnee und Eis sehr lange liegen, werden sie immer fester und bilden einen Fluss aus Eis, den man Gletscher nennt. Es kann manchmal viele Jahre dauern, bis das Eis das Ende des Gletschers erreicht und schließlich schmilzt. Aus dem Wasser des Gletschers entstehen Seen, Bäche und Flüsse. Auch der Rhein, die Rhone, der Po in Italien und einige Nebenflüsse der Donau kommen aus den Alpen. Die Gletscher werden kleiner, weil das Klima auf der Erde wärmer wird.<eop>Unterhalb von Schnee und Eis wachsen, je tiefer man kommt, immer mehr Pflanzen. Erst wenige Kräuter, dann kommen Wiesen, Nadelbäume, wie Fichten, Lärchen und Tannen und schließlich auch Laubbäume. Bekannte Blumen sind der Enzian und das Edelweiß. Bekannte Tiere sind die Gämse, der Steinbock, das Alpenmurmeltier, der Wolf, der Braunbär und der Steinadler.<eop> Wovon leben die Menschen in den Alpen? Früher lebten die Menschen hier hauptsächlich von Kühen, Schafen und Ziegen, die sie auf den Wiesen in den Bergen weiden ließen. Diese Wiesen nennt man in der Schweiz „Alpen“, in Deutschland und Österreich „Almen“. Aus der Milch stellte man Butter und Käse her. Ferner fällte man Bäume und verarbeitete das Holz oder ließ es auf den Bächen und Flüssen herab schwimmen, um es dort zu verkaufen.<eop>Als es noch keine Autos oder Eisenbahn gab, benutzte man Pferde und Maultiere, um Waren über die Berge zu bringen, zum Beispiel von Italien nach Deutschland. Eine sehr wichtige Handelsware war Salz, das man in einigen Teilen der Alpen in Bergwerken abbaut. Dieses Salz stammt, wie die versteinerten Muscheln, aus den Meeren, die früher mal hier das Land bedeckten. Salz wird noch heute in den Alpen aus dem Berg geholt.<eop>Die Alpwirtschaft ist heute noch wichtig. Die Bauern können davon allein allerdings nicht mehr leben. Der Staat gibt ihnen zusätzlich Geld, damit sie überhaupt leben können. Dafür pflegen sie die Weiden, denn ohne Tiere würden sie zu Wald oder Buschland werden.<eop>Der Transport durch die Alpen ist heute mindestens so wichtig wie früher. Allerdings findet er mit Autos und Lastwagen oder mit der Eisenbahn statt. Viele Leute finden Arbeit im Straßenbau und im Unterhalt, auf Autobahnraststätten oder bei der Bahn.<eop>Die Landschaft in den Bergen zieht viele Urlauber an: zum Wandern, Bergsteigen oder zum Wintersport. Daher wurde der Tourismus für die Bewohner der Alpen immer wichtiger, um Geld zu verdienen. Nicht nur Bergbahnen, sondern auch Hotels und Ferienwohnungen bringen viele Arbeitsplätze.<eop><eop> "}, {"title": "Alphabet", "id": 28, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Alphabet", "text": "Ein Alphabet oder Alfabet besteht aus Buchstaben. Das sind Zeichen, die zu Lauten gehören. Aus den Buchstaben kann man Wörter zusammensetzen. Das Alphabet ist eine bestimmte Art zu schreiben. Viele Sprachen verwenden eine Alphabetschrift. Schon vor fast 3.500 Jahren hatten die Ugariter in Asien so eine Schrift. Von ihnen haben die Phönizier gelernt. Von deren Alphabet stammen die meisten heutigen Alphabetschriften ab. Die Phönizier schrieben nur Konsonanten. Die Stadt „Berlin“ hätten sie wohl „Brln“ geschrieben. <eop>Es waren die Griechen, die Vokale in das Alphabet einfügten. Damit konnten zum ersten Mal Wörter vollständig geschrieben werden. Das deutsche Wort Alphabet stammt aus dem Griechischen: „alpha“ und „beta“ heißen dort die beiden ersten Buchstaben. Manchmal sagt man auch „ABC“, wegen der ersten drei Buchstaben. Die Schrift, welche zu unserem Alphabet gehört, stammt aus dem Lateinischen. Allerdings sprachen die Römer kein „sch“. Deshalb schreibt man in vielen Sprachen diesen Laut unterschiedlich: Im Englischen schreibt man „sh“ und im Französischen „ch“.<eop>Die deutsche Sprache wird mit dreißig Buchstaben geschrieben. Dazu gehören schon ä, ö und ü, die wir Umlaute nennen, und das ß. Oft wird ein Laut aber mit mehreren Buchstaben geschrieben: Im Wort „Schwein“ stehen die Buchstaben „sch“ für einen einzigen Laut. Das „ei“ ist wie „eu“ und „au“ ein Doppellaut.<eop> Warum gibt es Großbuchstaben und Kleinbuchstaben? AmAnfangschriebmanalleszusammen. Es gab auch keine Unterscheidung zwischen Großbuchstaben und Kleinbuchstaben. DIE RÖMER SCHRIEBEN SO. Bis zur Zeit Karls des Großen hatten sich die Buchstaben aber verändert und sahen alle so aus wie unsere heutigen Kleinbuchstaben. Mit diesen Buchstaben wurden auch die Bücher geschrieben. Allerdings gab es immer noch Denkmäler aus der Römerzeit, auf denen die alten Buchstaben zu sehen waren. Mit der Zeit wurden die beiden Schriften vermischt. Die Großbuchstaben wurden verwendet, um Wörter zu betonen. GOTT wurde groß geschrieben und die Anfänge von Sätzen oder Namen. In Deutschland wurden auch noch die Nomen groß geschrieben. Das ist bis heute so geblieben und sorgt für eine zusätzliche Schwierigkeit in der Rechtschreibung. <eop> Wie schreiben Völker, die nicht mit einem Alphabet schreiben? Eine andere Art ist eine reine Zeichenschrift wie beim Chinesischen: Dort stehen die Zeichen nicht für Laute, sondern ganze für Wörter oder Ideen. Fremde Namen müssen mit Schriftzeichen dargestellt werden. „Berlin“ wird mit zwei Schriftzeichen geschrieben und heißt dann „Bolin“.<eop>Die Japaner schreiben nicht nur mit Schriftzeichen, sondern auch mit zwei Silbenschriften. „Frankfurt“ heißt bei ihnen „Furankufuruto“. Japaner sprechen nicht gerne zwei Konsonanten hintereinander aus.<eop><eop>"}, {"title": "Altertum", "id": 29, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Altertum", "text": "Das Altertum ist ein Abschnitt in der Geschichte der Menschen. Es ist eine von drei großen Epochen, und zwar die älteste und längste. Die anderen Epochen danach sind das Mittelalter und die Neuzeit. In der Neuzeit leben auch wir.<eop>Beim Wort Altertum denkt man vor allem an die Länder, die um das Mittelmeer liegen. Hinzu kommt der Nahe Osten. Für andere Kontinente, wie Südamerika und Asien, passt der Gedanke vom Altertum nicht recht. Die Geschichte dieser Kontinente teilt man manchmal anders ein.<eop> Wann begann das Altertum? In der Zeit vor dem Altertum, der Urgeschichte, lebten die Menschen in kleineren Gruppen. Als die Gruppen größer wurden, mit über 10.000 Menschen, entstanden die Hochkulturen. Es ist kein Zufall, dass diese frühen Hochkulturen an großen Flüssen wie dem Nil angesiedelt waren, denn dort gab es immer genug Wasser für die Landwirtschaft. Die frühesten Hochkulturen waren das Alte Ägypten und Sumer.<eop>Das Altertum begann mit der Erfindung der Schrift. Das war ungefähr 3300 Jahre vor Christus, also vor etwa 5300 Jahren. Zunächst schrieben die Menschen nur auf was sie in ihren Lagerhäusern hatten. Bald schrieben sie aber auch ganze Geschichten und Gesetze auf.<eop>Die erste Schrift war wahrscheinlich die Keilschrift aus Mesopotamien. Andere Völker übernahmen die Keilschrift oder sie entwickelten daraus eine eigene Schrift. Es gab auch Völker, die noch keine Hochkultur mit einer Schrift waren. Aber wir wissen heute etwas mehr von ihnen, weil andere Völker über sie schrieben.<eop> Was war typisch für das Altertum? Weil die Gruppen im Altertum größer waren als in früheren Epochen, brauchte man neue Arten, wie man zusammenlebt. Die ersten Staaten wurden gebildet, an deren Spitze ein mächtiger Herrscher stand. Neue und verschiedene Berufe entstanden. Weil man in großen Gruppen schlechter Streit schlichten konnte, wurden die wichtigsten Regeln schließlich aufgeschrieben. Die Hochkulturen waren also auch die Wiege des Rechts.<eop>In den Hochkulturen machte man wichtige Erfindungen. Unseren heutigen Kalender zum Beispiel haben wir von den alten Ägyptern. In Ägypten und Babylonien gab es bereits gute Astronomen und Mathematiker.<eop>Von den Hochkulturen in Babylonien und Ägypten haben die Griechen und Römer viel gelernt, zum Beispiel über Mathematik und Astronomie. Über die Griechen und Römer kam das Wissen in das übrige Europa, wie zum Beispiel unser heutiger Kalender. Erfunden hat man auch das Rad und damit verbunden die Töpferscheibe.<eop>Einen Teil des Altertums nennt man Antike. Damit meint man die Zeit der Griechen und Römer, etwa von 750 vor Christus bis 500 nach Christus. Die Griechen und Römer sind für das heutige Europa besonders wichtig. Sie haben viel Wissen des Altertums bewahrt und auch selbst Neues erfunden. Mit diesem Wissen machte man in Europa im Mittelalter weiter. Heute noch verwenden die Wissenschaftler viele Wörter aus der griechischen Sprache und aus der lateinischen Sprache der Römer.<eop> Wann hörte das Altertum auf? Das Altertum endete mit dem Römischen Reich. Dieses Ende dauerte aber Jahrhunderte: Das große Reich zerfiel zu mehreren kleinen Reichen. Zwischen Altertum und Mittelalter liegt also eine längere Zeit, von der man nicht ganz sicher ist, wohin sie gehört.<eop>Manche sagen, dass die Völkerwanderung der Anfang vom Ende war. Auch bei ihr ist der Anfang nicht sicher: So kamen die germanischen Westgoten im Jahr 376 nach Christus auf den Balkan und ins Römische Reich. Im Jahr 410 konnten sie Rom erobern. Im Süden eroberten Mohammeds Muslime das römische Nordafrika.<eop>Das Römische Reich wurde nach und nach christlich: Im Jahr 312 erlaubte Kaiser Konstantin der Große diese neue Religion. Sein Nachfolger Theodosius bestimmte im Jahr 380, dass alle Einwohner Christen sein sollten. <eop>Ein weiterer bekannter Kaiser war der Franke Karl der Große. Er wurde im Jahr 800 zum Kaiser gekrönt. Spätestens da, so heißt es, fing das Mittelalter an.<eop> Woher wissen wir etwas über das Altertum? In Europa kannte man schon im Mittelalter die Bibel mit dem Alten Testament. Darin steht vieles über einige Völker des Altertums. Außerdem waren Bücher als der Römerzeit überliefert. Im Laufe des Mittelalters und in der Renaissance gaben die Gelehrten mehr und mehr Wissen über das Altertum weiter: Manches Wissen kam aus den Ländern des Islams, manches aus Byzanz, und manches befand sich unentdeckt in den Bibliotheken der Klöster.<eop>Seit der Renaissance, um das Jahr 1500, lernte man auch mehr und mehr über Dinge, die man im Boden gefunden hat. Das konnte eine alte Vase oder eine Statue aus dem Altertum sein. Um das Jahr 1800 kamen Reisende, Wissenschaftler und Soldaten aus Europa nach Nordafrika und in den Nahen Osten. Dort suchten sie gezielt nach Dingen aus dem Altertum. Etwa in dieser Zeit entstand eine neue Wissenschaft: die Archäologie, die Wissenschaft von den alten Dingen.<eop>Seitdem weiß man dank der Archäologen viel mehr über das Altertum als zuvor. Man hat im Erdboden Überreste auch von Völkern gefunden, die man bislang gar nicht oder kaum kannte. Ein Beispiel ist die Hochkultur der Hethiter, die es in der heutigen Türkei gab. Man kannte nur den Namen aus der Bibel. Das änderte sich erst um das Jahr 1900: Wissenschaftler fanden in Ägypten alte Schriftstücke, in denen die Hethiter genannt wurden. Schließlich fand man viele Überreste der Hethiter in der Türkei.<eop>"}, {"title": "Altes Griechenland", "id": 30, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Altes Griechenland", "text": "Das Alte Griechenland bestand im Altertum. Menschen, die Griechisch sprachen, lebten damals in vielen Ländern um das Mittelmeer. Sie haben uns viele Erkenntnisse und Kunstwerke hinterlassen. Auch nachdem diese Länder vom Römischen Reich erobert worden waren, blieb Griechisch eine wichtige Sprache.<eop>Griechenland hat seinen deutschen Namen von den Römern: Sie dachten an eine bestimmte Landschaft in Griechenland, die „Graecia“ hieß. Die Griechen selbst nannten sich „Hellenen“. Sie hatten nicht einen einzigen Staat, sondern lebten in vielen Städten und Königreichen.<eop>Griechische Denker legten den Grundstein unserer heutigen Wissenschaften in Europa. Die erste große Erzählung Europas stammt von dem griechischen Dichter Homer: Die „Ilias“ über den Krieg um die Stadt Troja. Auch in der Kunst interessiert man sich heute noch dafür, was die Alten Griechen geschaffen haben.<eop> Wer waren die ersten Griechen? Schon ganz früh gab es Hochkulturen in Südeuropa, vor allem die minoische Kultur auf der Insel Kreta und die mykenische Kultur in Griechenland. Diese Leute sprachen bereits ein frühes Griechisch. Es geht dabei um die Zeit vor über 3000 Jahren.<eop>Die mykenische Kultur hat ihren Namen von der Stadt Mykene. Dort lebten in der Steinzeit schon Menschen. Mykene wurde eine reiche Stadt, die auch Siedlungen in der Umgebung hatte. Doch um das Jahr 1200 vor Christus zerstörten andere Völker viel davon. Die Römer kannten Mykene nur noch als Ruinen. <eop> Welche Geschichte hat das Alte Griechenland? Das eigentliche Alte Griechenland begann erst um die Jahre 800 vor Christus. Damals begann die „Archaische Zeit“. Aus dieser Zeit stammten die ersten großen griechischen Schriftsteller, wie zum Beispiel Homer und Herodot. Damals fuhren Griechen mit Schiffen über das Mittelmeer und gründeten Siedlungen. Wegen dieser Kolonien spricht man von der Großen Kolonisation. Seitdem gab es Griechen nicht nur in Griechenland, sondern auch in der heutigen Türkei und an fast allen Küsten und auf den großen Inseln des Mittelmeers.<eop>Die klassische Zeit dauerte etwa von 500 bis 330 vor Christus. Wichtigste Stadt in Griechenland war Athen, eine weitere wichtige Stadt war Sparta. Griechische Städte und andere Gebiete verbündeten sich, um sich gegen die Perser zu verteidigen. In dieser klassischen Zeit blühten die Wirtschaft, aber auch Kunst, Kultur und Wissenschaft.<eop>Nach der klassischen Zeit kam der Hellenismus. Ein König aus dem Norden Griechenlands, Alexander der Große, eroberte weite Teile der damals bekannten Welt: Seine Armee kam bis nach Indien. In vielen dieser Gebiete war seitdem Griechisch eine wichtige Sprache, vor allem für Handel und Wissenschaft.<eop> Wann hörte das Alte Griechenland auf? Ungefähr 200 Jahre vor Christus gelang es dem Römischen Reich, die griechischen Städte und Reiche zu erobern. Trotzdem lernten viele Römer weiterhin Griechisch: Es gab viel Wichtiges in dieser Sprache zu lesen. Wenn man im Ostteil des Römischen Reiches reiste, war es gut Griechisch zu können, so wie man im Westteil vor allem Latein sprach.<eop>Das Römische Reich wurde mehrmals geteilt, endgültig um 400 nach Christus. Der Westteil ging bald unter. Der Ostteil hingegen blieb weiter ein Römisches Reich und nannte sich auch so, obwohl man dort Griechisch sprach. Die Hauptstadt hieß während längerer Zeit Byzanz, darum nennt man diesen Teil das Byzantinische Reich. Dieses Reich war christlich, man zählt es bereits zum Mittelalter und nicht mehr zum Alten Griechenland.<eop>Dieses Reich gab es bis zum Jahr 1453. Damals eroberten die Osmanen die Hauptstadt Byzanz und bald das gesamte Byzantinische Reich.<eop> Woran erinnert man sich aus der damaligen Zeit? Das Gebiet, das wir heute als Griechenland kennen, war lange von den Türken besetzt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich ihre Sprache verändert: Die heutigen Griechen sprechen Neugriechisch. Sie müssen sich große Mühe geben, um das Altgriechisch zu verstehen. Altgriechisch wird aber noch an Schulen in der ganzen Welt gelehrt, wenn auch nicht so oft wie Latein.<eop>Das Alte Griechenland war das Land der Philosophie. Ein Philosoph ist jemand, „der die Weisheit liebt“. Die wichtigsten hießen Sokrates, Plato und Aristoteles. Die griechischen Philosophen wurden auch im Mittelalter und danach viel gelesen. <eop>Sie waren die Vorläufer der heutigen europäischen Wissenschaftler. Politik, Mathematik, Geschichtsschreibung, Physik: Fast alles hat seine Wurzeln im Alten Griechenland. Das gilt auch für die Schrift: Unsere lateinischen Buchstaben kommen ursprünglich aus dem griechischen Alphabet. Archimedes und Euklid waren bedeutende Mathematiker aus dem Alten Griechenland. Ihre Erkenntnisse und Schriften sind bis heute eine Grundlage der Mathematik.<eop>Die alten Griechen blieben aber auch bekannt für Kunst und Kultur, zum Beispiel für ihre Statuen. Schon die Alten Römer bewunderten das sehr. In Europa ist es erst gegen Ende des Mittelalters gelungen, dass Statuen wieder so lebensecht aussahen. <eop>Die Zeit um 1500, als man das Altertum und vor allem das Alte Griechenland wiederentdeckte, nennt man die Renaissance. Auch danach machte man die Griechen immer wieder nach. Im 19. Jahrhundert hat man in Europa und anderswo zum Beispiel Museen, Universitäten oder andere Gebäude gebaut, die sehr griechisch aussehen.<eop> "}, {"title": "Altes Ägypten", "id": 31, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Altes Ägypten", "text": "Das Alte Ägypten entstand vor über 5000 Jahren am Fluss Nil, in der Zeit des Altertums. Die Herrscher des Landes waren die Pharaonen. Ein Pharao war so etwas wie ein König. Das Reich der Alten Ägypter kennt man heutzutage vor allem wegen der Pyramiden und anderer Bauwerke aus übergroßen Steinblöcken. Aus dieser Zeit hat man aber auch Bilder und Schriften gefunden. <eop>Jahrtausendelang war Ägypten ein mächtiges Land am Mittelmeer. Aber ungefähr 300 Jahre vor Christus, vor 2300 Jahren, eroberte Alexander der Große das Ägyptische Reich: Seitdem herrschten Griechen über Ägypten, oder Ägypter, die Griechisch konnten. Und vor etwa 2000 Jahren kam Ägypten zum Römischen Reich. Später eroberten Herrscher das Land, die an den Islam glaubten. <eop>Heutzutage gibt es wieder einen eigenen Staat namens Ägypten. Seine Kultur ist nicht dieselbe wie die des Alten Ägyptens, aber man ist dort immer noch stolz darauf. Menschen in aller Welt interessieren sich für Pharaonen und Pyramiden.<eop>Warum ist der Nil so wichtig? Der Nil ist der längste Fluss Afrikas. Er fließt meist durch Wüste, bevor er ins Mittelmeer mündet. Er kommt jedoch aus einem Gebiet in Afrika, wo es monatelang sehr stark regnet. Wenn der Nil dieses schlammige Hochwasser zum Mittelmeer führte, überschwemmte er das tief liegende Tal und lagerte dort den fruchtbaren Schlamm ab. Sobald das Hochwasser zurückging, konnten die Menschen auf den feuchten und gedüngten Feldern alles anbauen, was sie als Bauern und was die Priester, Soldaten und Schreiber des Pharao brauchten.<eop>Nach der Überschwemmung mussten die Anbauflächen neu vermessen und verteilt werden. Mit Schriftzeichen merkte man sich, was man für schlechte Zeiten aufbewahren musste, wenn der Nil weniger Schlamm mit sich brachte. Schon früh gelang es Anführern mit ihren Kriegern, große Abschnitte des Nils zu beherrschen. Aus Anführern wurden dann Könige, die immer größere Teile Ägyptens regierten. Die Religion machte diesen König zu einem Herrn ähnlich einem Gott, dem man immer gehorchen musste.<eop>Wieso entstand ein großes Reich? Man unterscheidet zwischen Oberägypten und Unterägypten. Oberägypten war wesentlich größer: der lange, dünne Streifen fruchtbaren Landes am Nil. Unterägypten war der kleine Abschnitt am Ende des Nils. Der Fluss teilt sich nämlich in mehrere Arme auf, bevor er ins Mittelmeer fließt. Das nennt man ein Flussdelta. Im Delta des Nils lebten besonders viele Menschen, und so ist das noch heute.<eop>Unterägypten und Oberägypten wurden mehrmals vereint und trennten sich wieder. Danach begann die Zeit des Alten Reiches, von 2700 bis 2200 vor Christus. Die späteren Abschnitte heißen Mittleres Reich und Neues Reich. Dazwischen gab es immer Zeiten von Krieg im Land, als nicht sicher war, wer eigentlich herrschte.<eop>Welches waren die wichtigsten Pharaonen? In der langen Geschichte des Reiches gab es viele Pharaonen. Manche von ihnen herrschten angeblich hunderte von Jahren lang. In Wirklichkeit ist damit wohl gemeint, dass eine Reihe von Vätern und Söhnen an der Macht waren, eine Dynastie. Einige Pharaonen waren besonders wichtig, oder man weiß heutzutage sehr viel über sie.<eop>Cheops war ein Pharao im Alten Reich. Er ließ eine Pyramide bauen, in der er nach seinem Tod bestattet wurde. Die Cheopspyramide ist eines der Sieben Weltwunder. <eop>Echnaton und Nofretete waren ungefähr 1300 vor Christus Pharao und Pharaonin. Lange Zeit glaubte man, Echnaton habe alle ägyptischen Götter abgeschafft, damit jeder nur noch an einen Gott glaubte: Aton, die Sonne. Heute weiß man, dass die anderen Götter weiter verehrt wurden. Aber Aton war für Echnaton ganz besonders wichtig. Die Kunst dieser Zeit sieht auch anders aus als vorher und nachher: So zeigt ein Bild den Pharao mit seiner Familie, wie ganz normal im Alltag.<eop>Tutanchamun war an sich kein sehr wichtiger Pharao. Er wurde schon als Kind Pharao und regierte nicht besonders lange. Aber anscheinend haben Räuber sein Grab nicht gefunden. So war es fast unbeschädigt, als Wissenschaftler es im Jahr 1922 entdeckt haben. Berühmt wurde seine Totenmaske, also die Skulptur über dem Gesicht des toten Pharao.<eop>Ramses der Zweite war ein großer Bauherr. Viele Tempel und große Statuen von ihm entstanden in seiner langen Regierungszeit. Er regierte von 1279 bis 1213 vor Christus – so lange wie kein anderer Pharao. In dieser Zeit hatte er viele Frauen und über 80 Kinder. Viele seiner Söhne wurden in einem riesigen Grab mit über 100 Kammern bestattet. Nach einer großen Schlacht schloss Ramses mit einem seiner Nachbarn den ersten Friedensvertrag der Geschichte. <eop>Er baute auch eine große Stadt im Nildelta, die Ramsesstadt hieß. Hier lebten einige Hebräer als Sklaven und mussten schwere Arbeit verrichten. Moses fand das ungerecht und zog mit ihnen durch die Wüste nach Israel aus. So behauptet das jedenfalls die Bibel.<eop>Schließlich wurde Kleopatra zur letzten Pharaonin. Sie war sehr geschickt darin, Herrscherin zu werden anstelle ihres Bruders. In ihrer Zeit kämpften Römer gegeneinander, nämlich Antonius und Octavian, der später Augustus hieß. Kleopatra und Antonius wurden ein Liebespaar, aber Octavian siegte im Bürgerkrieg der Römer. Ägypten wurde Teil des Römischen Reiches.<eop>Woher weiß man heute etwas über die Alten Ägypter? Lange Zeit wusste man nur wenig von den Alten Ägyptern. Weise Männer aus dem Alten Griechenland berichteten ein wenig davon, wie zum Beispiel Herodot. In Europa, schon in der frühen Neuzeit, interessierte man sich auch für die ägyptische Schrift. <eop>Um das Jahr 1800 kämpfte Frankreich gegen Großbritannien. In diesem Krieg kamen französische Soldaten auch nach Ägypten, zusammen mit Wissenschaftlern. Diese Wissenschaftler schrieben vieles auf, was sie sahen und erlebten. Es dauerte fast zehn Jahre, bis ihr Buch darüber fertig war: „Beschreibung Ägyptens“. Einige Jahre später halfen diese Erkenntnisse dabei, endlich die ägyptische Schrift lesen zu können, die Hieroglyphen. Das war besonders wichtig, um zu wissen, was die Ägypter gesagt und gedacht hatten.<eop>Immer wieder war das Alte Ägypten groß in Mode, wenn etwas Bedeutendes gefunden wurde. Ein Beispiel dafür ist das Grab von Tutanchamun im Jahr 1922. Bald darauf drehte man gruselige Filme über lebende Mumien. Man machte auch Kleidung oder Möbel, die an das Alte Ägypten erinnerten. Heute gibt es in Ägypten und in vielen großen Städten der Welt Museen, die zeigen, wie es im Alten Ägypten aussah.<eop>"}, {"title": "Amazonas", "id": 32, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Amazonas", "text": "Der Amazonas ist ein sehr großer Fluss, der einmal quer durch Südamerika fließt, fast ganz vom Westen bis in den Osten. Er bekommt sein Wasser aus vielen kleinen Flüssen. Sie entspringen meistens in den Bergen der Anden. <eop>Auf seinem Weg wächst der Amazonas sehr stark an. Im Amazonas fließt mehr Wasser als in jedem anderen Fluss der Welt, nämlich etwa 70 Mal so viel wie im Rhein. Die Mündung, wo das Flusswasser ins Meer fließt, liegt in Brasilien. <eop>Das Gebiet des Amazonas und seinen Nebenflüssen nennt man das „Amazonasbecken“. Es ist flach. Sein Klima ist tropisch-heiß. Ein Großteil des tropischen Regenwaldes in Südamerika liegt im Amazonasbecken<eop>Tief im Regenwald wohnen nur wenige Menschen. Der Wald ist nämlich so dicht gewachsen, dass man ihn zuerst roden muss, um etwas zu essen anzubauen. Als die Europäer Kolonien aufbauen wollten, war es für sie sehr schwierig im Gebiet des Amazonas. Es gab Gerüchte über eine Stadt aus Gold, das „El Dorado“ tief im Wald, nach der viele Europäer vergeblich gesucht haben. <eop>Die größte Stadt am Amazonas heißt Manaus. Früher war sie vor allem bekannt, weil man in der Nähe Kautschuk geerntet hat: Der Kautschuksaft fließt aus den Kautschukbäumen, wenn man sie anschneidet. Aus dieser klebrigen Masse macht man Gummi, vor allem für Autoreifen. Aber auch für Gummistiefel, Regenmäntel, manche Kaugummis und vieles andere benötigt man Kautschuk. <eop>Ist die Natur im Amazonasbecken bedroht? Die Menschen roden immer mehr Regenwald. Sie fällen Bäume in großen Gebieten, um das wertvolle Holz zu verkaufen. Zudem wollen sie Land gewinnen. Darauf bauen sie Palmöl an oder Soyabohnen. Von beidem wird der Großteil in die USA und nach Europa verkauft. Viele Tiere verlieren dadurch ihren Lebensraum.<eop>Ein weiteres Problem sind die Goldgräber. Sie brauchen Quecksilber. Dies ist ein giftiges Schwermetall, das im Boden und im Wasser bleibt. Viele seltene Fische sind deshalb vom Aussterben bedroht, so auch eine seltene Delfinart und eine besondere Seekuh.<eop><eop> "}, {"title": "Ameisen", "id": 33, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ameisen", "text": "Ameisen sind Insekten, die in Staaten zusammenleben. Als Allesfresser fressen sie auch andere Insekten und Spinnen. Weltweit gibt es über 10.000 Arten, 200 davon bei uns in Europa. Die bei uns bekannteste Ameisenart ist die Rote Waldameise. Sie ist einen halben bis einen ganzen Zentimeter groß. <eop>Wie alle Insekten haben auch Ameisen sechs Beine, einen harten Panzer und einen dreiteiligen Körper aus Kopf, Brust und Hinterleib. Ameisen können unterschiedliche Farben haben: rötlich-braun, schwarz oder auch gelblich. Die beiden „geknickten“ Fühler am Kopf nennt man auch Antennen. Damit orientieren sie sich, weil sie mit den Antennen tasten, riechen und schmecken können.<eop>Wie ist ein Ameisenstaat aufgebaut? Zu einem Ameisenstaat gehören ein paar hundert Ameisen oder auch mehrere Millionen. Fast alle Ameisen in einem Staat sind Weibchen: Arbeiterinnen und Königinnen. Die Männchen sind nur kurz im Frühling zu sehen. In der Zeit befruchten sie die Weibchen. Danach sterben sie wieder.<eop>Arbeiterinnen kümmern sich um den Nachwuchs, um Nahrung, und sie bauen das Ameisennest. Sie werden höchstens zwei oder drei Jahre alt. Königinnen sind oft größer als die anderen Ameisen und können bis zu 25 Jahre alt werden. Nur sie legen die Eier. Aus diesen Eiern entwickeln sich dann die neuen Ameisen. Wird eine Königin geboren, so nennt man sie Jungkönigin. Sie gründen entweder einen neuen Ameisenstaat oder bleiben in ihren Staat, wenn es dort mehrere Königinnen gibt.<eop>Staaten mit einer Königin werden nur so alt wie die Königin selbst. Das liegt daran, dass nach ihrem Tod keine Eier mehr gelegt werden. Mit mehreren Königinnen können Ameisenstaaten deutlich älter werden: etwa 50 bis 80 Jahre.<eop> "}, {"title": "Amerika", "id": 34, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Amerika", "text": "Amerika ist ein Kontinent. Oft wird er ein Doppelkontinent genannt, weil er aus Nordamerika und Südamerika besteht. Beide Teile sind nur an einer ganz dünnen Stelle in Panama miteinander verbunden. Auf dem Doppelkontinent leben 900 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Europa hat nur 740 Millionen Einwohner, Amerika ist aber viermal so groß.<eop>Im Jahr 1492 segelte Christoph Kolumbus von Europa nach Amerika. Obwohl er nicht der erste war, gilt er als der Entdecker Amerikas. Vorher kamen dort die Wikinger an. Dort lebten aber schon seit vielen tausend Jahren die Indianer. Diese sagt man wiederum seien aus Asien über die Beringstraße, eine schmale Landverbindung zwischen Russland und Alaska, gekommen. <eop>Mehrere Länder Europas hatten später Kolonien in Amerika. In solche Siedlungen sind viele ihrer eigenen Leute hingezogen. So kommt es, dass man in Nordamerika meist Englisch spricht, nämlich in Kanada und in den USA. In Mittelamerika, das ist der Süden von Nordamerika, und in Südamerika sprechen die allermeisten Menschen Spanisch, weil dort früher die Spanier herrschten. Die größte Ausnahme davon ist Brasilien, wo Portugiesisch die Landessprache ist.<eop>Amerika erstreckt sich von der Arktis bis fast an die Antarktis. Der Doppelkontinent kennt sowohl heiße Wüsten, kalte Eiswüsten als auch Regenwald. Viele Tierarten gibt es nur in Amerika. Man nennt den Doppelkontinent auch die „Neue Welt“. Europa, Asien und Afrika bilden zusammen die „Alte Welt“.<eop> "}, {"title": "Amphibien", "id": 35, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Amphibien", "text": "Die Amphibien sind eine Unterart der Wirbeltiere. Das heißt, sie sind Tiere, die eine Wirbelsäule haben. In der deutschen Sprache nennt man sie auch Lurche. Frösche, Molche und Salamander sind die bekanntesten Amphibien. Wissenschaftler vermuten: Vor vielen hundert Millionen Jahren waren die Amphibien die ersten Lebewesen, die begannen, an Land zu leben.<eop>Das Wort Amphibie kommt aus dem Griechischen und bedeutet doppellebig. Das liegt daran, dass die meisten Amphibien als Jungtiere im Wasser leben und wie Fische durch Kiemen atmen. Bei Fröschen nennt man die Jungtiere Kaulquappen. Wenn sie älter werden, bewegen sich Amphibien an Land und leben dann an Land und im Wasser. Dann atmen sie wie Menschen durch Lungen. <eop>Die meisten Amphibien legen Eier wie Vögel oder Fische. Diese Eier, die man auch Laich nennt, legen sie im Wasser ab. Dort schlüpfen dann die Kaulquappen heraus. Eine Ausnahme bilden die Salamander. Sie bringen Larven oder sogar lebende Jungtiere zur Welt.<eop>Amphibien sind wechselwarme Tiere: Ihre Körpertemperatur verändert sich immer, denn sie passt sich der Temperatur an, die ihre Umgebung hat. Das ist wichtig, damit ihnen im Wasser und im Gebirge nicht kalt wird. Außerdem werden Amphibien noch von ihrer dicken Haut warm gehalten. Bei den Säugetieren hingegen ist die Körpertemperatur immer gleich, egal, wie warm oder kalt es um uns herum ist. So ist es also auch bei den Menschen . Darum wird uns im Wasser nach einiger Zeit kalt.<eop>Im Winter halten Amphibien Winterstarre. Das bedeutet, dass sie alle Flüssigkeiten aus ihrem Körper abgeben und dadurch ganz starr werden. Während ihre Haut sonst glitschig und nass ist, wird sie in der Winterstarre trocken und rau.<eop>"}, {"title": "Amsel", "id": 36, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Amsel", "text": "Die Amsel ist ein Singvogel. Man nennt sie auch Schwarzdrossel. In Europa zählt sie zu den bekanntesten Vögeln. In Deutschland ist sie die häufigste Vogelart überhaupt.<eop>Ein ausgewachsenes Amselmännchen erkennt man an seinem tiefschwarzen Gefieder. Schnabel und Augenringe sind leuchtend gelb. Es ist 25 Zentimeter groß. Das kleinere Amselweibchen und auch die Jungvögel hingegen haben größtenteils eine dunkelbraune Farbe.<eop>Vor über hundert Jahren war die Amsel noch ein scheuer Waldvogel. Inzwischen hat sie sich immer mehr an den Menschen gewöhnt. Man findet sie in fast jedem Garten oder Park.  Manche Amseln sind Zugvögel und ziehen im Winter in wärmere Gebiete, andere bleiben das ganze Jahr über an einem Ort. In Mitteleuropa zieht ungefähr ein Viertel aller Amseln in den Süden. In kälteren Gegenden wie zum Beispiel in Finnland ziehen neun von zehn Vögeln nach Südfrankreich oder Nordafrika. <eop>Wie leben Amseln? Im Frühling kann man vor allem am frühen Morgen und abends ihren melodischen Gesang hören. Sie sitzen dazu oft ganz oben in einem Strauch oder Baum, oder auf einem Dach. <eop>Zu dieser Zeit kann man die Amsel auch bei ihrer Nahrungssuche beobachten. Unter abgefallenem Laub und auf Rasenflächen hüpft sie in kleinen Sprüngen vorwärts. Hat sie etwas entdeckt, hält sie mit schräg gehaltenem Kopf still und lauscht nach Bodentieren. Sie ernährt sich von Insekten, Larven, Würmern, Samen und Beeren.<eop>Wie vermehren sich Amseln? Amseln brüten oft dreimal im Jahr. Dazu nisten sie hauptsächlich in Bäumen und Sträuchern oder in Pflanzen, die sich an Hausmauern hinaufranken. Sie legen drei bis fünf Eier, die das Amselweibchen allein ausbrütet. Nur zur Nahrungssuche fliegt es weg. Das Männchen setzt sich in dieser Zeit nicht auf die Eier, sondern es stellt sich auf den Rand des Nestes. Wenn Gefahr droht, verteidigt es die Eier mit lautem Zwitschern.<eop>Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Küken. Sie sind dann noch nackt und blind. Die Amseleltern fliegen oft den ganzen Tag, um ihren Nachwuchs zu füttern. Zwischendrin bleiben die Küken auch mal allein, ohne Eltern.<eop>Zwei Wochen nach der Geburt fliegen die Jungvögel aus dem Nest. Sie können dann aber noch so schlecht fliegen, dass sie gleich auf dem Boden landen. Die Eltern versuchen dann, sie zusammenzuhalten und gegen Fressfeinde wie Katzen und Elstern zu verteidigen. Deshalb verstecken sich die Vogelfamilien in dieser Zeit und sind nur schwer zu entdecken. Dabei werden sie weiter von den Amseleltern gefüttert. Trotz des Schutzes und Versteckens werden die meisten Jungtiere in dieser Zeit gefressen. Wenn sie etwa drei bis fünf Wochen alt sind, können sie selbständig fliegen.<eop><eop>"}, {"title": "Amsterdam", "id": 37, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Amsterdam", "text": "Amsterdam ist die Hauptstadt und auch die größte Stadt der Niederlande. Sie hat etwa 800.000 Einwohner. Der Name Amsterdam kommt von dem kleinen Fluss Amstel, an dem die Stadt liegt. Hier gab es seit dem Mittelalter ein Fischerdorf. Um es vor der Nordsee zu schützen, baute man einen Deich oder Damm, eben den Amstel-Damm. Das Dorf wuchs und erhielt das Recht, sich Stadt zu nennen. Viele Menschen lebten vom Handel. Im 17. Jahrhundert war Amsterdam sogar die reichste Stadt Europas.<eop>In der Stadtmitte gibt es viele Kanäle, die man Grachten nennt. Früher konnte man über die Grachten leicht Waren mit Schiffen in die Lagerhäuser bringen. In Amsterdam liegt das Rijksmuseum, sprich Räjks-Mü-sseüm, das wichtigste Museum der Niederlande mit vielen berühmten Gemälden. <eop>Auch viele andere wichtige Gebäude des Landes gibt es hier, darunter einen Königlichen Palast. Obwohl Amsterdam die Hauptstadt der Niederlande ist, hat die Regierung ihren Sitz in Den Haag. Das ist eine Stadt weiter westlich an der Küste.<eop>Etwa die Hälfte der Amsterdamer sind keine Niederländer. Es gibt wohl keine andere Stadt auf der Welt, deren Einwohner aus so vielen verschiedenen Ländern kommen. Außerdem wird man auf der Straße und in den Läden oft auf Englisch angesprochen, wegen der vielen Urlauber.<eop> "}, {"title": "Andorra", "id": 38, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Andorra", "text": "Andorra ist ein sehr kleiner Staat in Europa. Er hat weniger Einwohner als bei uns eine Großstadt. Er liegt zwischen Frankreich und Spanien im Gebirge der Pyrenäen. Die meisten Menschen dort sprechen Katalanisch, so wie die Katalanen im benachbarten Gebiet Spaniens. Die allermeisten Einwohner sind Katholiken. Die Hauptstadt heißt Andorra la Vella.<eop>Schon seit dem Mittelalter wird Andorra von seinen beiden Nachbarländern regiert. Heute hat es zwei Fürsten gleichzeitig: einen spanischen Bischof, also einen hohen Vertreter der Kirche, und das französische Staatsoberhaupt, den französischen Staatspräsidenten. Das Parlament von Andorra wird aber vom Volk gewählt.<eop>Während es im Sommer warm wird, sind die Winter sehr kalt und bringen viel Schnee mit sich. Das liegt daran, dass Andorra so hoch in den Bergen liegt. Es gibt nur wenig Boden, der sich für die Landwirtschaft eignet. Vor allem bauen die Andorraner Kartoffeln und Tabak an und halten Vieh. Das Land hat aber außer Gestein, das man zum bauen verwenden kann, keine eigenen Rohstoffe. Es muss Erdgas, Erdöl und viel elektrischen Strom im Ausland einkaufen.<eop>Am wichtigsten für die Wirtschaft ist der Wintersport. Damit sind die Dienstleistungen eine große Einnahmequelle für Andorra. Die Touristen kaufen im Land viele Tabakwaren und alkoholische Getränke, weil sie dort billiger sind. Außerdem kaufen sie auch Goldschmuck, Lederwaren, Bekleidung und kosmetische Produkte. Zu all diesen Dienstleistungen kommen noch Banken und viele weitere hinzu.<eop>In Andorra gibt es weder einen Flughafen noch eine Eisenbahn. Man hat ein sehr gutes Bus-System. Viele Leute benutzen aber auch ihr eigenes Auto.<eop><eop>"}, {"title": "Angela Merkel", "id": 39, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Angela Merkel", "text": "Angela Merkel ist seit 2005 Bundeskanzlerin von Deutschland. Sie leitet die Bundesregierung, die in Berlin sitzt. Sie ist einer der mächtigsten Politiker auf der Welt. <eop>Angela Merkel wurde 1954 in Hamburg geboren. Sie wuchs aber in der Deutschen Demokratischen Republik auf, genauer gesagt in Templin im heutigen Brandenburg. Dort arbeitete ihr Vater als Pfarrer in einer Kirche. Nach der Schulzeit studierte Angela Merkel Physik und arbeitete dann als Forscherin in Ost-Berlin.<eop>In der Deutschen Demokratischen Republik hatte damals nur eine Partei das Sagen, die kommunistische. Im Jahr 1989 hatten die Leute endlich genug davon und demonstrierten, um mehr Mitsprache und echte Wahlen zu fordern. In dieser Zeit wurde Angela Merkel Politikerin. <eop>Im Jahr 1990 trat sie in die CDU ein. Das ist die Partei der Christdemokraten in Deutschland. Im gleichen Jahr wurde sie in den Bundestag gewählt. Unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl gehörte Merkel schon einmal der Regierung an: Sie war erst Ministerin für Frauen und Jugend, später Umweltministerin. Im Jahr 2000 wurde sie die Vorsitzende ihrer Partei CDU. Das war sie dann bis Ende 2018. <eop>Nach der Bundestagswahl 2005 wählte der Bundestag sie zum ersten Mal zur Bundeskanzlerin. In den Jahren 2009, 2013 und 2018 wurde sie als Bundeskanzlerin wieder gewählt. Ihre aktuelle Amtszeit geht bis ins Jahr 2021. Sie hat angekündigt, dass sie danach keine Politik in einem hohen Amt mehr machen möchte. 2021 wird also wohl jemand anders deutscher Bundeskanzler.<eop>Manche Deutsche kritisieren Angela Merkel aufgrund ihres Handelns in der Flüchtlingskrise von 2015. Damals löste sie eine große Flüchtlingswelle nach Deutschland aus, in dem sie sagte, jeder Flüchtling sei in Deutschland willkommen. Ihre Kritiker, insbesondere die AfD, behaupten, durch die vielen Flüchtlinge würden Verbrechen und Terrorismus in Deutschland zunehmen. Die meisten Deutschen sehen das aber positiv und finden, Merkel habe damit viel Menschlichkeit bewiesen. Schließlich habe sie dadurch vielen Menschen das Leben gerettet. <eop> "}, {"title": "Antarktis", "id": 40, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Antarktis", "text": "Die Antarktis ist das Gebiet um den Südpol. Das Gebiet besteht aus Land und aus dem Meer rundherum, dem Antarktischen Ozean. Der eigentliche Kontinent, die Landmasse, heißt Antarktika und ist fast eineinhalbmal so groß wie Europa.<eop>Fast der gesamte Kontinent wird von Eis bedeckt. Damit ist er die größte Wüste der Welt. Während die Antarktis das südlichste Gebiet der Erde ist, so ist die Arktis das nördlichste. Der südliche Polarkreis, das Gebiet um den Südpol, befindet sich auf dem antarktischen Kontinent.<eop> Woher weiß man etwas über die Antarktis? Schon im Altertum und im Mittelalter vermuteten einige Wissenschaftler, dass es einen Kontinent ganz im Süden der Erde gebe. Allerdings wussten sie überhaupt nicht, wie es dort aussieht. Sie meinten: Wenn es so viel Landmasse im Norden der Erdkugel gibt, dann muss es auch Landmasse im Süden geben, damit die Welt im Gleichgewicht bleibt.<eop>Erst nachdem die Seefahrer Afrika, Amerika und Australien schon umrundet hatten, trauten sich Europäer, ganz weit in Richtung Süden zu fahren. Im Jahr 1820 sahen sie die Küste der Antarktis. 1911 war die Gruppe von Roald Amundsen die erste, die den Südpol erreichte. Etwa 15 Jahre später fing man damit an, die Antarktis mit dem Flugzeug zu erkunden.<eop>Heutzutage gibt es knapp 100 Stationen, in denen Forscher arbeiten und wohnen. Die Hälfte dieser Stationen wird nur in der weniger kalten Jahreshälfte genutzt. Dieser antarktische Sommer ist immer dann, wenn in Europa und auf der ganzen Nordhalbkugel Winter ist. Wenn wir aber Hochsommer haben, bleibt es in der Antarktis fast den ganzen Tag dunkel.<eop> Wie sieht es in der Antarktis aus? In der Antarktis ist es sehr kalt. Im Inneren des Kontinentes hat man Temperaturen gemessen, die etwa neunzig Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt liegen. Durchschnittlich beträgt dort die Temperatur minus 55 Grad. An der Küste wird es im antarktischen Winter im Durchschnitt etwa minus 18 Grad kalt, im Sommer etwas über 0 Grad. In Deutschland hingegen wird es selbst im Winter fast nie so kalt.<eop>Wegen der Kälte wird fast das gesamte Land und ein großes Stück Wasser von Eis bedeckt. Im Durchschnitt ist das Eis 2000 Meter dick. Nur an der Küste gibt es einige Landstriche, die eisfrei bleiben. Über das Innere des Kontinents fegen häufig schwere Schneestürme.<eop> Gibt es in der Antarktis Tiere? Auf dem Kontinent Antarktika gibt es ziemlich wenig Tiere. Sie finden dort nur wenig Pflanzen, von denen sie leben können. Außer ein paar Algen, Flechten und Moosen kennt man nur wenige Pflanzenarten mit Blüten. Vor allem das Innere des Kontinents ist eine Wüste, in der nur Kleinsttiere überleben können.<eop>An der Küste und den Inseln sieht man hingegen öfter Vögel. Die bekanntesten dürften die Pinguine sein, die schwimmen, aber nicht fliegen können. Sie kommen an Land, um ihre Eier auszubrüten. Hier an der Küste leben außerdem Robben. Zu ihnen gehören der Seeleopard und der See-Elefant. Mehr Leben findet man im Meer: viele Fische, aber auch Wale.<eop> Wie ist der Arktische Ozean? Der Antarktische Ozean ist das Meer rund um das antarktische Festland herum. Dort liegt kaltes Wasser. Die Grenze verläuft dort, wo das kalte Wasser auf das wärmere Wasser des Atlantiks, des Pazifiks und des Indischen Ozeans stößt. Diese Grenze verschiebt sich je nach Jahreszeit und liegt zwischen dem 40. und dem 60. Breitengrad. Der Antarktische Ozean hat verschiedene Namen: Südlicher Ozean, Südpolarmeer oder Südliches Eismeer. <eop>Im Winter frieren große Teile zu. Dieses Eis nennt man „Packeis“. Das Meer ist sehr tief, nämlich 5805 Meter. Im Meer gibt es immer weniger Salz, weil viel Eis abschmilzt und dieses Süßwasser ins Meer gelangt. Außer dem großen Festland gibt es mehrere größere und kleinere Inseln.<eop>Der Antarktische Ozean wirkt dem Klimawandel entgegen. Zum einen speichert er viel Wärme, die die Meeresströmungen zu ihm bringen. Zum anderen speichert er Kohlendioxid: Plankton nimmt an der Wasseroberfläche Kohlendioxid auf. Wenn das Plankton abstirbt, sinkt es auf den Meeresboden. Dort wird es zwar von Bakterien wieder zerlegt, das Kohlendioxid bleibt aber unten.<eop>Die wichtigsten Lebewesen sind kleine Krebse. Alle zusammen nennt man „Krill“. Sie bilden einen Teil des Planktons. Viele Tiere ernähren sich von Krill, zum Beispiel Wale.<eop>Im Arktischen Ozean wurde bereits eine Umweltverschmutzung festgestellt, obwohl dort so gut wie keine Menschen leben: Im Wasser gibt es sehr viele winzige PlastikTeilchen, die man Mikroplastik nennt. Die Meeresströmungen tragen sie von den besiedelten Küsten hierher. Sie bedrohen hier die Tiere und Pflanzen. Die Wissenschaftler dachten bisher, der Arktische Ozean sei von der Umweltverschmutzung verschont geblieben.<eop><eop>"}, {"title": "Antibiotikum", "id": 41, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Antibiotikum", "text": "Ein Antibiotikum ist ein Medikament, das gegen krankmachende Bakterien wirkt. Der Name kommt von den zwei Teilen „anti“, „gegen“ und „bios“, „Leben”, vermutlich, weil Bakterien kleinste Lebewesen sind. Die Mehrzahl von Antibiotikum heißt Antibiotika. Das erste Antibiotikum hieß Penicillin und wurde um 1900 aus Schimmelpilzen gewonnen.<eop>Antibiotika helfen gegen Krankheiten, gegen die ein Arzt vorher nicht helfen konnte. Ein Beispiel ist der Wundstarrkrampf, den man sich leicht holen kann, wenn man eine offene Wunde hat: Bakterien kommen zusammen mit Dreck und Staub hinein. Antibiotika helfen auch bei Lungenentzündungen oder gegen die Pest, an der im Mittelalter viele Millionen Menschen gestorben sind.<eop> Wie sind Antibiotika entdeckt worden? Eigentlich ist Schimmel eher ein Zeichen dafür, dass etwas nicht mehr genießbar ist. Teilweise kann es sogar gefährlich sein, wenn man schimmelige Lebensmittel isst. Allerdings war wohl schon länger bekannt, dass der Schimmelpilz der Gattung Penicillium gegen Wunden hilft. So berichtete man von arabischen Stallknechten, die die Sättel der Pferde in einem dunklen, feuchten Raum aufbewahrten. Damit förderten sie, dass sich Schimmelpilze bildeten. Wenn der Sattel auf dem Rücken des Pferdes scheuerte, sollten Wunden schneller abheilen.<eop>Erst der Schotte Alexander Fleming machte das Penicillin als das erste Antibiotikum bekannt. Er gewann es aus Schimmelpilzen und untersuchte die Wirkung auf Bakterien. Zwar war er nicht der Erste, der das feststellte. Trotzdem bekam er 1944 für seine Entdeckung den Nobelpreis. Inzwischen gibt es viele neue Antibiotika, die vom Penicillin stammen oder von anderen natürlichen Antibiotika.<eop> Hilft ein Antibiotikum auch gegen Schnupfen? Krankheiten kommen meistens von Bakterien und Viren. Bakterien sind kleinste Lebewesen, von denen einige Krankheitserreger sind. Gelangen sie in den Körper, so können sie sich dort vermehren. Probleme hat der Mensch meistens wegen der Gifte, die diese Bakterien abgeben. <eop>Viren sind keine Lebewesen, aber auch sie können sich mit Hilfe des Körpers vermehren, in den sie eindringen. Sie veranlassen die Körperzellen, weitere Viren zu produzieren. Dadurch werden Zellen in unserem Körper zerstört, bis der Körper sich gegen die Eindringlinge wehrt.<eop>Schnupfen wird durch den sogenannten Rhinovirus verursacht. Er gehört zu den kleinsten Virus-Arten, die es gibt. Da aber Viren nicht leben, wirken bei ihnen die Antibiotika nicht. Die laufende Nase ist ein Versuch des Körpers, die Schnupfenviren loszuwerden. Eine Grippe ist keinesfalls eine schwere Erkältung, sondern wird ebenfalls durch Viren verursacht. Es sind aber andere Viren, die man Influenza-Viren nennt.<eop>Es kann allerdings passieren, dass der Körper eines Menschen wegen einer Erkältung mit Schnupfen und Husten oder wegen einer Grippe so geschwächt ist, dass er an einer Lungenentzündung erkrankt. Daran sind dann Bakterien schuld und deshalb erhält man im Falle einer Lungenentzündung immer ein Antibiotikum.<eop> Warum sollte man nicht gleich ein Antibiotikum nehmen, wenn man krank ist? Antibiotika sind wichtige Medikamente. Viele Menschen denken deshalb, dass sie bei allen Krankheiten helfen. Das ist aber nicht der Fall, wie schon beim Schnupfen erklärt wurde. Antibiotika werden aber nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren verwendet. Tiere, die zu Fleisch verarbeitet werden sollen, müssen gesund sein. Deshalb bekommen sie oft Antibiotika, damit sie nicht krank werden. <eop>Diese vielen Antibiotika führen dazu, dass sich einige Bakterien an den für sie giftigen Stoff gewöhnen und es stört sie dann nicht mehr. Man sagt dann, dass die Bakterien \"resistent\" gegen das Antibiotikum sind. Das bedeutet, dass das Antibiotikum nicht mehr gegen diese Bakterien helfen kann. Das kann auch passieren, wenn man vom Arzt ein Antibiotikum bekommen hat und es nicht lange genug nimmt, so dass alle Bakterien im Körper abgetötet wurden. Darum sagen viele Ärzte und Wissenschaftler, dass man Antibiotika nur nehmen soll, wenn sie wirklich notwendig sind. Dann sollen sie aber so lange genommen werden, bis die Krankheit ganz besiegt ist.<eop>"}, {"title": "Antonio Vivaldi", "id": 42, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Antonio Vivaldi", "text": "Antonio Vivaldi war ein berühmter Komponist aus Italien, der im Zeitalter des Barock lebte. Zusammen mit Johann Sebastian Bach wird er oft als der wichtigste Komponist dieser Zeit bezeichnet. Vivaldi wurde im Jahr 1678 in der Hafenstadt Venedig geboren und starb mit 63 Jahren in Wien. Zu Lebzeiten schrieb er viele Kirchenlieder, Stücke für die Violine und mehr als vierzig Opern. <eop>Sein berühmtestes Werk sind die „Vier Jahreszeiten“. Es besteht aus 12 Einzelstücken, von denen immer drei eine Jahreszeit darstellen. Die Einzelstücke erzählen auf musikalische Weise eine zur Jahreszeit passende Geschichte. So ist hat das Stück, das von einem Sommersturm handelt, viele schnelle und hohe Töne. Ein anderes Stück beschreibt, wie Menschen auf einem zugefrorenen See Schlittschuh laufen.<eop> Wie wurde Vivaldi ein berühmter Komponist? Antonio Vivaldi wurde im Jahr 1678 in Venedig als eines von zehn Kindern geboren. Sein Vater war Barbier, also Friseur und später ein stadtbekannter Violinist. Er brachte seinem Sohn Antonio schon früh das Violine-Spielen bei und ließ ihn mehrere Male auftreten. Als Antonio erwachsen war, wurde er jedoch zunächst Priester in der venezianischen Kirche „Santa Maria della Pietà“, auf deutsch „Heilige Maria der Gnade“.<eop>Ab dem Jahr 1703 arbeitete er in einem Waisenhaus, das zur Kirche gehörte, als Musiklehrer und leitete das Orchester. Die Musik, die er komponierte, wurde schon bald über Venedigs Grenzen hinaus bekannt. Seine Konzerte lockten viele Touristen aus ganz Europa in die Stadt. Später spielte Vivaldi auch in anderen Städten und verdiente Geld, indem er gegen Bezahlung Lieder schrieb. Kurz vor seinem Tod im Juli 1741 zog er nach Wien, wo er als Musiker für den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs arbeiten wollte.<eop><eop>"}, {"title": "Anwalt", "id": 43, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Anwalt", "text": "Ein Anwalt oder Rechtsanwalt ist jemand, der sich mit dem Recht und mit Gesetzen gut auskennt. Sein Beruf ist es meistens, Menschen zu helfen, die Ärger vor Gericht haben. Die Menschen, denen er hilft, nennt man Mandanten.<eop>Wer vor einem Gericht verklagt wird, der braucht einen Anwalt zur Verteidigung. Der Anwalt darf vor Gericht sprechen und weiß, was man tun muss, damit man sich nicht unnötig noch mehr in Schwierigkeiten bringt. Manche Leute glauben: Verteidiger helfen Verbrechern dabei, vor Gericht die Unwahrheit zu sagen und nicht bestraft zu werden. Trotzdem haben Anwälte die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Recht geschieht. Wenn ein Anwalt stattdessen den Kläger vertritt, nennt man ihn den Anwalt der Anklage.<eop>Oft hat jemand nichts mit dem Gericht zu tun, er will aber, dass ein Anwalt ihm gute Ratschläge gibt. Wenn ein Unternehmer mit einem anderen Unternehmer einen Vertrag abschließen will, geht es um viel Geld. Darum gibt der Unternehmer einem Anwalt den Auftrag, sich den Vertrag vorher gut anzuschauen. Der Anwalt soll ihn warnen, wenn etwas im Vertrag steht, das schlecht für ihn ist, das ihm Nachteile bringt.<eop>Ein Staatsanwalt ist ein besonderer Anwalt: Er vertritt den Staat. Wenn die Polizei jemanden verdächtigt, dann geht sie mit ihrem Verdacht zum Staatsanwalt. Der Staatsanwalt entscheidet dann, ob es genug Beweise gibt, vor Gericht anzuklagen. Der Staatsanwalt ist dann der Kläger vor Gericht.<eop>"}, {"title": "Apfel", "id": 44, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Apfel", "text": "Ein Apfel ist eine Frucht, die an einem Obstbaum wächst. Wenn wir einen Apfel sehen oder essen, handelt es sich allermeist um einen Kulturapfel. Das ist eine besondere Art. Es gibt nämlich noch viele andere Apfel-Arten, die man nicht essen kann. Der Apfel gilt als Kernobst, da in seinem Inneren kleine Kerne zu finden sind. Äpfel können eine rote, gelbe oder grüne Schale haben. Die Schale ist essbar, und gleich unter ihr befinden sich die meisten Vitamine.<eop>In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es große Apfelkulturen, auch in anderen europäischen Ländern. Bei uns ist der Apfel die beliebteste Frucht. Das kommt vermutlich unter anderem daher, dass man sie gut transportieren kann und vor dem Essen nicht zu schälen braucht. Immer mehr Äpfel werden von Südamerika in großen Schiffen zu uns gebracht und hier verkauft.<eop>Man unterscheidet drei Höhen von Apfelbäumen: Die Hochstammbäume gab es vor allem früher. Sie standen verstreut auf Wiesen, so dass der Bauer das Gras nutzen konnte. Mittelstammbäume stehen eher in Gärten. Das reicht noch aus, um einen Tisch darunter zu stellen oder um zu spielen. Am weitesten verbreitet sind heute niedrige Bäume. Sie wachsen als Spalier an einer Hauswand oder als Spindelbusch in einer Plantage. Die untersten Äste wachsen schon einen halben Meter über den Boden. So kann man alle Äpfel ohne Leiter pflücken.<eop>Äpfel reifen je nach Sorte vom Sommer bis zum Herbst. Meist werden sie in Kühlhäusern eingelagert. Deshalb können wir rund ums Jahr knackig-frische Äpfel kaufen.<eop>Was sagen die Biologen über unsere Äpfel? Für die Biologen sind Äpfel eine Gattung von Pflanzen. Es gibt davon etwa fünfzig verschiedene Arten. Bei uns wachsen verschiedene Wildäpfel, die kleiner sind und hart. Man nannte sie deshalb auch „Holzäpfel“. Aus Asien kommen einige Arten von Zieräpfeln mit kleinen Früchten. Die kann man nicht essen, sie sehen aber schmuck aus. <eop>Die Äpfel, wie wir sie heute kennen, stammen alle von derselben Art ab, nämlich vom Kulturapfel. Davon gibt es heute viele verschiedene Sorten. Die wurden gezüchtet, die entstanden nicht von allein. Wenn man sie dann vermehrt, sind diese Obstbäumen alle gleich. So kauft man sie dann im Fachgeschäft.<eop><eop>"}, {"title": "Apostel", "id": 45, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Apostel", "text": "Ein Apostel ist ein Gesandter, so sagt es der griechische Ausdruck. Gemeint sind damit meist die zwölf Männer in der Bibel, die Jesus ausgeschickt hat, um den Menschen von ihm zu erzählen. Das fünfte Buch des Neuen Testaments ist die Apostelgeschichte. Sie beschreibt, wie sich die Botschaft von Jesus verbreitet hat.<eop>Es gibt in der Bibel zwei Listen der zwölf Apostel, die am Ende leicht unterschiedlich sind. Einige Apostel spielten eine besonders wichtige Rolle. Einer davon ist Simon, dem Jesus den Beinamen Petrus gab. Er starb als Märtyrer in Rom. Die Päpste sehen sich als seine Nachfolger. <eop>Jakobus starb als Märtyrer in Santiago de Compostela. Santiago ist der spanische Name für „Heiliger Jakob“. Wegen Jakobus ist Santiago heute einer der wichtigsten Pilgerorte. Johannes und Matthäus schrieben die beiden Evangelien, die heute noch nach ihnen benannt sind. Judas verriet den Römern, wo Jesus sich aufhielt, damit sie ihn festnehmen konnten. Als Jesus nicht mehr auf der Erde war, wurde ein Ersatz für Judas gewählt. <eop>Der wichtigste Apostel war jedoch Paulus, obwohl er eine der wichtigsten Bedingungen nicht erfüllte: Er hatte Jesus nie gesehen, als dieser auf der Erde war. Paulus erzählte aber, Jesus sei ihm erschienen. Fortan hat Paulus genau das Gegenteil dessen getan, was er vorher tat: Er verfolgte die Christen nicht mehr, sondern er wurde der eifrigste Prediger.<eop>Später wurden in der Bibel noch weitere Apostel genannt. Junia könnte sogar eine Apostelin gewesen sein. Es blieb also nicht nur bei den zwölf. Auch heute gebrauchen wir den Ausdruck manchmal noch. Wenn wir zum Beispiel von einem Gesundheits-Apostel sprechen, meinen wir damit einen Menschen, der die anderen auf ein gesundes Leben aufmerksam macht. Ein Moral-Apostel ist jemand, der anderen sagt, welches Verhalten er für richtig oder falsch hält.<eop><eop>"}, {"title": "App", "id": 46, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/App", "text": "Eine App ist ein Computer-Programm. App ist eine Abkürzung des englischen Wortes „application“. Das heißt übersetzt Anwendung oder Programm. Man spricht es wie Äpp aus.<eop>Ohne Computerprogramme würden viele Dinge nicht funktionieren: Autos blieben stehen, die Waschmaschinen ließen sich nicht anschalten, Handys würden nur noch schwarze Bildschirme zeigen. Ein Computerprogramm befiehlt dem Gerät, was es zu tun hat. <eop> Seit wann gibt es Apps? Computerprogramme gibt es schon lange. Das Wort App kam aber erst im Jahr 2008 in die deutsche Sprache. Damals ließ die Computerfirma Apple für ihr iPhone kleine Computerprogramme entwickeln. Die nannte man Apps. Wenig später haben auch andere Gerätehersteller ihre „App-Stores“ eingeführt – App-Geschäfte. Bei Android-Telefonen lädt man sich die Apps über den „Play Store“ herunter.<eop>Dank der kleinen Telefone und Tablets können Programmierer jetzt einfacher Kunden für ihre App finden. Man braucht dazu vor allem eine Idee: Was will ich für eine App programmieren, die andere Leute nützlich oder lustig finden? Und man muss wissen, wie man programmiert. Es gibt Jugendliche und Kinder, die Apps programmiert haben, die heute sehr beliebt sind. Viele Apps kosten gar nichts oder ein oder zwei Euro. Apple behält ein Drittel der Einnahmen.<eop> Welche Apps sind besonders beliebt? Ein sehr bekanntes Beispiel für eine App ist \"WhatsApp\". Da steckt das Wort App im Namen drin. Die beiden Programmierer sind inzwischen so reich, dass sie sich ein Jahr lang jeden Tag ein teures Auto kaufen könnten und immer noch viel Geld übrig hätten. WhatsApp ist nur eine von vielen Apps, über die man chatten oder Nachrichten an andere verschicken kann, auch Bilder und Filme. <eop>Zu den beliebtesten Apps in Deutschland gehört die der Deutschen Bahn. Sie kostet nichts, und man kann damit zum Beispiel herausfinden, wann der Bus fährt und wie viel Verspätung der Zug hat. Auch die Tagesschau-App nutzen tausende Menschen jeden Tag, um sich Nachrichten anzusehen. Viele Apps sind Spiele: springende Männchen, Bauernhöfe mit Tieren oder Autorennen.<eop>"}, {"title": "Äquator", "id": 47, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Äquator", "text": "Der Äquator ist eine gedachte Linie, die einmal um die Erde herumreicht und sie in eine Nordhalbkugel und eine Südhalbkugel teilt. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt soviel wie „Gleichlinie“. Gemeint ist damit, dass Nordpol und Südpol vom Äquator gleich weit weg sind. In den Ländern am Äquator ist das Klima tropisch, also das ganze Jahr über heiß und feucht. Es gibt hier also keine Jahreszeiten.<eop>Auf einer Weltkarte liegt der Äquator meist genau in der Mitte. Der Umfang des Äquatorkreises beträgt etwas über 40.000 Kilometer. Das ist etwa 50 Mal die Strecke von München nach Berlin. Ganz genau sind es 40.075 Kilometer und 17 Meter. Er ist der längste aller Breitenkreise und hat die geographische Breite 0 Grad. Der Äquator verläuft vor allem im Meer, durchquert aber Südamerika, Afrika und die Inselwelt von Indonesien. Zwei Länder tragen den Äquator sogar in ihrem Namen: Ecuador in Südamerika und Äquatorial-Guinea in Afrika. <eop>Früher gab es den Aberglauben, dass es gefährlich sei, den Äquator zu überfahren. Deshalb mussten Seefahrer damals bei ihrer ersten Überquerung eine „Äquatortaufe“ über sich ergehen lassen. Dabei wurden sie von ihren Kollegen mit Fischöl oder anderen stinkenden Sachen eingeschmiert, anschließend mit Meerwasser gereinigt und von einem verkleideten „Meeresgott“ getauft. Heute macht man das aber nur noch zum Spaß auf Urlauberschiffen. <eop><eop>"}, {"title": "Archäologie", "id": 48, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Archäologie", "text": "Die Archäologie ist eine Wissenschaft. Wörtlich heißt das Wort „die Lehre von dem, was alt ist“. Auch die Geschichtswissenschaft beschäftigt sich mit „dem Alten“, aber mehr mit Geschriebenem. Die Archäologen hingegen arbeiten mit alten Gegenständen, wie Ruinen, Stücken aus Metall, Töpfen und so weiter.<eop>Ein Archäologe oder eine Archäologin hat das Fach Archäologie an der Universität gelernt. Mit Archäologie haben auch Museen zu tun. Als Archäologe sucht man nach Orten, an denen früher Menschen lebten. Man gräbt dort in der Erde und versucht zu erklären, was man gefunden hat.<eop>Viele Archäologen forschen über Völker und Kulturen, die besonders alt sind: aus der Urgeschichte, aus dem Altertum und dem Mittelalter. Aber auch die neuere Geschichte ist für Archäologen interessant, wie eine Fabrik aus dem 19. Jahrhundert oder eine Festung aus dem Zweiten Weltkrieg.<eop> Was machen Archäologen? Wer sich mit alten Dingen beschäftigt, kann das auf ganz unterschiedliche Weise tun. Viele denken bei Archäologen an Leute, die in der Erde graben und alte Gegenstände herausholen: Knochen, Steine oder Glasscherben. Archäologen machen aber noch viel mehr. Zum Beispiel verbringen sie viel Zeit in einem Labor, wo sie die Gegenstände untersuchen. Oder sie erfahren in der Bücherei oder im Internet mehr über ihr Thema.<eop>Angenommen, in Deutschland haben Archäologen ein römisches Lager gefunden. Dort lebten römische Soldaten vor etwa 2000 Jahren. Die Archäologen müssen dann Erde und Staub beseitigen, um an die Funde zu gelangen. Das müssen sie ganz besonders vorsichtig machen, damit nichts kaputt geht. Sie müssen genau aufschreiben, was sie wie wo gefunden haben. Dann behandeln sie die Fundstücke so, dass sie gut erhalten bleiben. Das ist beispielsweise bei Holz besonders wichtig. Das nennt man „konservieren“. Das bedeutet mehr als nur das richtiges Aufbewahren der Fundstücke. <eop>Außerdem wollen die Archäologen genau verstehen, was sie eigentlich gefunden haben. Wenn sie ein langes Stück Metall gefunden haben, wollen sie wissen, wozu es gemacht wurde. Wann wurde es gemacht? Wozu brauchten es die Römer, war es ein Werkzeug oder sollte es nur gut aussehen? Wenn etwas darauf geschrieben steht, dann wollen die Archäologen es natürlich lesen können und verstehen, was damit gemeint war, beispielsweise bei einem Grabstein.<eop>Noch recht neu ist die experimentelle Archäologie. Hier erforschen Wissenschaftler, wie die Menschen bestimmte Dinge hergestellt haben könnten, zum Beispiel einen Speer oder ein Boot, und zwar mit den Mitteln, die sie damals zur Verfügung hatten. Sie versuchen diese Dinge dann nachzubauen. Oder sie überlegen, wie die Menschen damals gelebt haben könnten. Sie machen Experimente und beobachten Menschen, die versuchen selber eine Zeitlang so zu leben, wie die früheren Menschen, zum Beispiel wie die Menschen in der Steinzeit.<eop>Archäologen müssen also vieles unterschiedliche wissen und können. Sie müssen gut messen und rechnen können, aber auch gut mit alten Sprachen umgehen. Andere Wissenschaftler helfen ihnen, unter anderem die Klassischen Philologen. Ein Philologe ist ein Kenner der alten Sprachen Griechisch und Latein. Wenn auf dem römischen Stück Metall etwas geschrieben steht, kann eine Philologin es vielleicht verstehen.<eop> Woher wissen Archäologen, wo sie graben müssen? Graben macht sehr viel Mühe. Daher graben Archäologen oft, weil sie es müssen: Wenn eine neue Straße oder ein Haus gebaut wird, dann muss man schnell nachschauen, ob es etwas Interessantes dort in der Erde gibt. <eop>Archäologen schauen sich eine Landschaft an und stellen sich Fragen: Wenn hier früher Menschen lebten, wo hätten sie ein Dorf gebaut? Eher in einem Tal und nicht auf einem Berg. Sie hätten Wasser von einem See oder Fluss gebraucht. Ein Sumpf wäre eine schlechte Stelle gewesen.<eop>Besonders hilfreich sind Luftbilder, also Fotos der Landschaft, die man aus einem Flugzeug heraus aufgenommen hat. Wenn unter der Erde Ruinen von einem Haus liegen, dann wachsen die Pflanzen darüber schlechter oder weniger hoch. Vom Flugzeug aus sieht man dunkle Linien oder Flecken.<eop>Oft entschließen Archäologen sich aber, überhaupt nicht zu graben: Was jahrhundertelang in der Erde geschlummert hat, kann dort auch weiterhin bleiben. Da ist es besser bewahrt, als wenn man es ausgraben würde. Luft, Licht und Wind würden die Ruinen wahrscheinlich bald beschädigen. Wenn eine Ausgrabung abgeschlossen ist, decken die Archäologen eine Fundstätte meist einfach wieder mit Sand zu, damit sie gut erhalten bleibt.<eop> Wo bleiben die ausgegrabenen Dinge?  Nur wenn freigelegte Mauern noch gut zu erkennen sind, lässt man die Fundstelle schon mal dauernd offen. Dann können Touristen und Schulkinder sie besichtigen. Ihnen wird dann erklärt, wie es früher wohl komplett ausgesehen hat. Dazu muss man aber viel organisieren. Teile müssen befestigt, andere ergänzt werden. Eine Einzäunung, ein Kassenhäuschen, Aufenthaltsräume, Toiletten und Info-Tafeln werden errichtet. Aufseher und Führer wollen bezahlt werden. Meist gehört auch ein kleines Museum, ein Shop und ein Café dazu. Das ganze nennt man einen \"Archäologischen Park\".<eop>Die besten bei der Grabung gefundenen Fundstücke werden oft am gleichen Ort ausgestellt oder in einem großen Museum des Landes gezeigt.<eop> Welche Fehler machen Archäologen? Archäologen haben an der Universität studiert, kennen sich sehr gut aus, und sie reden mit ihren Kollegen. Dennoch können sie, wie alle Menschen, Fehler machen. Manchmal vermuten sie etwas, was sich später falsch herausstellt.<eop>Wer forschen will, braucht oft Geld und Unterstützung. Die Leute, die Geld geben, wollen Ergebnisse sehen. Darum neigen manche Archäologen dazu, ihre Fundstücke als ganz besonders wichtig und einzigartig darzustellen. Manchmal sieht ein Archäologe etwas, weil er es gerne so sehen möchte, weil er will, dass seine eigenen Vermutungen bestätigt werden.<eop>So hat ein reicher Kaufmann, Heinrich Schliemann, sich auf die Suche nach Troja gemacht. Das war eine Stadt, die in einer Geschichte des griechischen Dichters Homer vorkommt. Schliemann glaubte, dass es diese Stadt wirklich gab. Er folgte dem, was Homer beschrieben hatte, und fand dort tatsächlich Ruinen. Heute weiß man: Das, was Schliemann für Troja hielt, war mindestens 1000 Jahre älter. Außerdem hat Schliemann beim Graben viel kaputt gemacht. Heutzutage ist man viel vorsichtiger. Dies ist aber nur eines von ganz vielen Beispielen.<eop> Was ist keine Archäologie? Es gibt viele Menschen, die sich für alte Dinge interessieren. Sie wollen auch mehr wissen, wie man früher gelebt hat. Darum gehen Leute zum Beispiel zu einem Mittelalter-Fest. Dort ziehen sie sich an, wie sie glauben, dass man im Mittelalter ausgesehen hat. Das schauen sich viele Besucher an, und oft lernen sie daraus auch über das Mittelalter. <eop>Manchmal sind solche historischen Veranstaltungen gut gemacht. Was die Archäologie und Geschichtswissenschaft herausgefunden haben, wird dort gut erklärt. Oft aber geht es den Leuten aber nur um Unterhaltung und Spaß. Eine alte Burg hat vielleicht einen Keller, in dem man früher Essen aufbewahrt hat, einen Vorratskeller. Den Besuchern von heute wird aber erzählt, dass in dem Keller Gefangene gefoltert wurden. Warum sagt man das? Weil es sich einfach spannender anhört.<eop>Schließlich gibt es Schatzsucher, die von sich aus nach alten Gegenständen im Boden suchen. Sie laufen mit Metalldetektoren durch die Gegend, das sind Geräte, die anzeigen, wenn Metall im Boden liegt. Manche dieser Schatzsucher sind ehrlich: Wenn sie etwas gefunden haben, dann melden sie das dem Staat. Dafür gibt es vielleicht eine kleine Belohnung. Andere Schatzsucher hingegen graben das Gefundene selbst aus und verkaufen es heimlich. Über solche „Raubgräber“ sind Archäologen sehr wütend.<eop> Was verdanken wir der Archäologie? Schon immer interessierten sich Menschen für Fundstücke. Eine Wissenschaft ist die Archäologie aber erst seit dem 18. Jahrhundert. Die Fundstücke wurden nicht nur gesammelt, sondern erforscht. Seitdem wissen wir über die Vergangenheit viel mehr, als man sonst nur aus alten Büchern erfahren hätte.<eop>Im 19. Jahrhundert grub man zum Beispiel in der Gegend, wo früher Mesopotamien lag. Das ist im heutigen Staat Irak. Archäologen fanden Stücke aus Keramik gefunden, auf denen etwas geschrieben stand, Tontafeln. Schließlich konnte man die Schrift auch lesen. Manche der Geschichten dieser Tontafeln hörten sich sehr bekannt an: Ähnliches steht auch in der Bibel der Christen. So hat man erfahren, dass die Bibel diese Geschichten wohl nicht selbst erfunden hat. <eop>Außerdem weiß man heute durch die Funde von Hochkulturen und Völkern, die uns eben keine Bücher wie die Bibel hinterlassen haben, die aber nicht weniger wichtig waren. Vieles weiß die Archäologie aber immer noch nicht. Es ist zum Beispiel immer noch ein Rätsel, wie die alten Ägypter die Pyramiden gebaut haben.<eop><eop>"}, {"title": "Argentinien", "id": 49, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Argentinien", "text": "Argentinien ist ein großes Land in Südamerika. Es ist nach Brasilien der zweitgrößte Staat dieses Kontinents. Das Land ist fast acht Mal so groß wie Deutschland, hat aber nur etwa halb so viele Einwohner. Von seinem äußersten Norden bis zum äußersten Süden ist es fast so weit wie vom äußersten Norden Europas bis zum äußersten Süden Europas.<eop>Der Name Argentinien leitet sich vom lateinischen Wort „argentum“ ab. Das bedeutet Silber. Doch Silber wurde dort nicht gefunden. Der spanische Name des Flusses Río de la Plata bedeutet Silberfluss. Auch er hat nichts mit Silber zu tun. Durch den Rio de la Plata verläuft die Grenze zwischen Argentinien und Uruguay. Sowohl die argentinische Hauptstadt Buenos Aires als auch die uruguayische Hauptstadt Montevideo liegen an diesem Fluss. <eop>Die Hauptstadt Buenos Aires ist die größte Stadt in Argentinien. Die Stadt selbst hat knapp drei Millionen Einwohner, in der Umgebung leben aber noch viele Millionen mehr. Man spricht bei so etwas von einem „Ballungsraum“. Der Ballungsraum Buenos Aires ist einer der größten in ganz Südamerika. Etwa jeder dritte Argentinier lebt dort. <eop>Argentinien hat nur wenige Bodenschätze wie Metalle oder Kalkstein, den man für die Herstellung von Zement für Mörtel und Beton braucht. Wichtig sind aber das Erdöl und das Erdgas. Seit jeher gab es viel Landwirtschaft. Heute werden diese Produkte auch im Land weiter verarbeitet. Es gibt auch weitere Industriezweige sowie viele Dienstleistungen. <eop>Wie ist das Land? Der größte Teil des Landes ist sehr flach. Es ist der Teil im Westen des Landes gegen den Atlantik hin. Im Osten gehört ein schmaler Streifen Argentiniens zu den Anden. Das ist die längste Gebirgskette der Welt. Sie reicht vom Norden Argentiniens bis zum südlichen Zipfel. Westlich davon liegt Chile. <eop>In den Anden gibt es viele Berge mit einer Höhe von über 6.000 Metern. Dort liegt auch der höchste Berg Amerikas, der Aconcagua mit 6961 Metern Höhe. Er gehört somit zu den Seven Summits. Auch die beiden höchsten Vulkane der Erde liegen dort: Der Ojos del Salado, sprich: Ochos del Salado und der Monte Pissis. <eop>Etwa in der Mitte des Landes an der Küste liegt ein besonderes Gebiet, die Pampa. Sie reicht bis nach Uruguay und Brasilien hinein. Es ist eine große Ebene, die früher einsam und abgelegen war. Nur wenige Menschen wohnten dort. Wir bezeichnen im Deutschen darum auch manchmal eine abgelegene oder einsame Gegend als „Pampa“.<eop>Heute gibt es aber dort große Städte, zum Beispiel die Hauptstadt Buenos Aires. In der Pampa gibt es heute besonders viel Landwirtschaft, vor allem werden hier Rinder gezüchtet.<eop>Weil Argentinien von Norden bis zum Süden fast so lang ist wie Europa vom Norden bis zum Süden, ist hier auch das Klima sehr verschieden. Im Nordosten ist es tropisch heiß und sehr feucht. Dort liegen auch die bekannten Iguazú-Wasserfälle, die zu den größten Wasserfällen der Welt gehören. <eop>Im Nordwesten ist es sehr trocken, es gibt dort sogar eine Wüste und Steppen. An den östlichen Hängen der Anden gibt es feuchte Nebelwälder mit viel Regen. Die Pampa erhält ebenfalls viel Regen. Weiter südlich wird das Land trockener. <eop>Ganz im Süden, in Feuerland, ist es eher mittelwarm oder kühl. Im Westen kann es sehr viel regnen, im Osten sehr wenig. Es gibt dort deshalb sowohl Regenwald als auch Halbwüsten. Weil das Klima im ganzen Land so verschieden ist, gibt es auch sehr viele verschiedene Tiere und Pflanzen.<eop> Was ist früher in Argentinien passiert? Die meisten Argentinier haben Vorfahren aus Europa. Die meisten von ihnen stammen von Italienern ab. Das gilt zum Beispiel auch für Papst Franziskus, dessen Vater von Norditalien aus eingewandert ist. Viele stammen auch von spanischen, einige sogar von deutschen Einwanderern ab. Nur knapp jeder zehnte Argentinier hat Vorfahren, die nicht aus Europa kamen. <eop>Bis zum Jahr 1950 war Argentinien eines der reichsten Länder der Erde. Doch falsche Politik führte dazu, dass viele Menschen verarmten. Noch schlimmer war die Diktatur des Militärs. Etwa 30.000 junge Menschen, die gegen die Regierung waren, verschwanden spurlos und wurden vermutlich alle ermordet. Daraufhin schlossen sich deren Mütter zusammen und demonstrierten vor dem Regierungsgebäude.<eop>Nach Meinung der Argentinier gehören die Falklandinseln zu ihrem Land. Sie nennen sie die Malwinen. Doch Großbritannien beansprucht die Inseln als Teil ihres ehemaligen Weltreichs. 1982 besetzten argentinische Soldaten die Inseln. Es kam zu einem Krieg, den Argentinien verlor. Die Inseln blieben britisch. 2013 gab es eine Abstimmung darüber, ob die Falklandinseln britisch bleiben wollen oder sich Argentinien anschließen sollen. Fast alle Bewohner der Falklandinseln stimmten für einen Verbleib bei Großbritannien.<eop> Wofür ist Argentinien bekannt? In Argentinien wird gern Fußball gespielt. Die argentinische Nationalmannschaft der Männer wurde zwei Mal Weltmeister. Im Jahr 1986 trug etwa Diego Maradona zum Titelgewinn bei. Heute ist Lionel Messi, der beim FC Barcelona spielt, der beste argentinische Fußballer.<eop>Zu den berühmten Argentiniern gehört auch der Revolutionär Che Guevara. „Che!“ ist ein Wörtchen, das Argentinier gern verwenden. Deshalb ist es in Amerika oft der Spitzname für Argentinier. Es bedeutet so viel wie „Hör mal!“ Che Guevara war Minister in Kuba und wurde in Bolivien ermordet.<eop>Die Lebensgeschichte von Eva Perón, der Frau des Präsidenten Juan Perón, wurde zu dem berühmten Musical „Evita“ verarbeitet. Das berühmteste Lied aus diesem Musical ist „Don’t cry for me Argentina.“ Das bedeutet auf Deutsch „Weine nicht um mich, Argentinien!“<eop>Die argentinische Musik ist durch den Tango-Tanz bekannt geworden. Typisch für das argentinische Essen ist das Rindfleisch. Getrunken wird viel Rotwein und Mate-Tee. <eop><eop>"}, {"title": "Arktis", "id": 50, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Arktis", "text": "Arktis nennt man das Gebiet um den Nordpol, den nördlichsten Punkt auf der Erde. Während der Südpol auf dem Kontinent Antarktika liegt, gibt es am Nordpol nur Wasser. Dieser Arktische Ozean ist allerdings das ganze Jahr über zugefroren.<eop>Man kann schlecht sagen, wo genau die Arktis liegt. Viele Wissenschaftler denken dabei an eine bestimmte Grenze: Die Arktis endet dort, wo es selbst im Juli nicht wärmer als zehn Grad Celsius wird. Das ist etwa so kalt wie ein Herbsttag in Deutschland. Diese Grenze umfasst nicht nur den Arktischen Ozean, sondern auch Teile von Nordamerika, Europa und Asien.<eop>In der Arktis wird es sehr kalt, fast überall liegt viel Schnee. Nur in den südlichen Teilen der Arktis wird es im Sommer schnee- und eisfrei. Dort findet man einige Pflanzen. Allgemein leben in der Arktis ziemlich wenige Tiere und auch nicht sehr viele Menschen.<eop>Lange Zeit wusste man in Europa wenig über die Arktis. Mit Schiffen und Schlitten hat man sich im 19. Jahrhundert immer weiter nach Norden getraut. 1909 behauptete eine Gruppe von Nordamerikanern, sie habe den Nordpol erreicht. Genau nachprüfen kann man das nicht. 1937 sind russische Forscher mit dem Flugzeug zum Nordpol geflogen und gelandet. Sie waren die ersten, von denen man sicher weiß, dass sie das Eis des Nordpols betreten haben.<eop>In der Arktis zeigt sich der Klimawandel besonders stark: Viel Eis schmilzt ab. Dadurch steigt der Meeresspiegel auf der ganzen Erde. Viele Eisplatten zerbrechen in Stücke und schwimmen einzeln auf dem Wasser. Die Eisbären können sich dadurch nicht mehr ungehindert bewegen. Das ist gerade auch schwierig für ihre Jungtiere. Aber auch viele andere Lebewesen leiden unter der Erderwärmung.<eop>Was ist der Arktische Ozean? Der Arktische Ozean ist das Meer in der Arktis. Es liegt zum Großteil unter dem Eis. Man nennt es auch Nordpolarmeer, Nördliches Eismeer, Arktische See oder Arktik. Er ist der kleinste Ozean der Erde. Er ist auch nur knapp 1000 Meter tief. Manche Leute zählen ihn zum Atlantik.<eop>Der Arktische Ozean grenzt an Asien, Europa und Nordamerika. Zwischendrin liegen Verbindungen zu anderen Ozeanen, welche die Meerestiere und auch Unterseeboote nutzen. Dort gibt es auch Meeresströmungen. Durch einige Flüsse fließt Süßwasser in den Arktischen Ozean, also Wasser ohne Salz. Einige von ihnen sind sehr schmutzig und bedrohen damit die Lebewesen im Arktischen Ozean.<eop>Weil es dort im Sommer weniger Eis gibt, können an gewissen Stellen Schiffe fahren. Zum Teil fahren ihnen Eisbrecher voraus. Das gibt neue Wege für Schiffe, die es früher nie gegeben hat.<eop> "}, {"title": "Arm", "id": 51, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Arm", "text": " Der Arm ist ein Körperteil. Er beginnt bei den Schultern. Man unterteilt den Arm in Oberarm und Unterarm, das Gelenk dazwischen heißt Ellbogen. Die Hand ist der unterste Teil des Arms. Die Arme und Beine werden zusammen auch Extremitäten genannt.<eop>Der Arm ist oben gelenkig an der Schulter befestigt und kann da in alle Richtungen gedreht werden. Das Ellbogengelenk funktioniert eher wie ein Scharnier an einer Tür. Es kann nur in eine Richtung schwenken. Die Bewegungen nennt man beugen und strecken des Arms. <eop>Ohne die Hand hat der Arm nur drei Knochen. Im Oberarm gibt es nur den Oberarmknochen, die beiden Knochen im Unterarm heißen Elle und Speiche. Man kann sie gut durch die Haut fühlen. Die Elle war früher ein gebräuchliches Längenmaß, vor allem bei Schneidern. Es reichte vom Ellbogen bis zur Fingerspitze. Deshalb sprechen wir auch heute noch von ellenlangen Reden. Die Speiche dreht sich um die Elle, das kann man beim Handgelenk gut spüren. Speichen sind auch die feinen Metallstäbe am Fahrrad, welche die Felge mit der Achse verbinden.<eop>Nicht nur der Mensch hat Arme, sondern auch die Affen. Auch bei technischen Geräten spricht man von Armen: So hat zum Beispiel ein Turmkran einen Arm, an dem die Last hängt. Es gibt Roboterarme und bei Hebeln spricht man von Hebelarmen. Schließlich spricht man auch bei Flüssen von Armen, das sind die Seitenflüsse oder Seitenarme.<eop><eop>"}, {"title": "Arzt", "id": 52, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Arzt", "text": "Arzt oder Ärztin ist ein Beruf. Der Arzt hilft kranken Menschen und versucht, sie gesund zu machen. Es ist ein Beruf, für den man an der Universität lange das Fach Medizin studieren muss. Viele Ärzte können sich „Doktor“ nennen, wenn sie an der Universität auch die zusätzliche Prüfung dazu bestanden haben. Einen Doktor-Titel kann man auch in anderen Fächern bekommen, zum Beispiel in Geschichte, Philosophie, Physik oder Chemie.<eop>Ärzte sind meist auf ein Fachgebiet spezialisiert. Dafür müssen sie nach dem Studium eine zusätzliche Ausbildung machen, die mehrere Jahre dauert. Die Ärzte kennen sich dann mit einem Thema besonders gut aus. Das können zum Beispiel diese Gebiete sein: Verdauung, Krebs, das Gehör, die Augen oder Hautkrankheiten. Es gibt aber noch viele andere Bereiche. <eop>Ärzte können in einem Krankenhaus arbeiten, in dem sie Patienten versorgen, die meistens länger als nur wenige Minuten bleiben. Es gibt auch Ärzte, die eine eigene Praxis haben. Dort bleibt man meist nur kurz und nach der Behandlung geht man sofort wieder nach Hause. In sehr vielen Arztpraxen arbeitet ein Hausarzt. Er hat ein sehr breites aber weniger tiefes Wissen. Zu ihm geht man als kranker Mensch, also als Patient, meist zuerst. Wenn der Hausarzt nicht weiter weiß, kann er den Patienten dann zu einem Facharzt weiterschicken. Es gibt auch viele Kinderärzte, die eine Praxis haben.<eop>Wie arbeitet der Hausarzt? Bei uns gibt es in jedem größeren Dorf einen Hausarzt. Manche Leute müssen ihre verwandten Patienten jedoch von weiter her zu ihm bringen. In vielen Entwicklungsländern haben die Menschen heute noch einen weiten Weg zum Arzt.<eop>Der Hausarzt behandelt den Patienten soweit er es kann. Auch gesunde Menschen können zu ihm gehen, zum Beispiel, wenn man geimpft werden muss oder sich einfach mal abchecken will, ob man irgendwelche Krankheiten hat. <eop>Zuerst fragt der Arzt den Patienten, aus welchem Grund er zu ihm kommt. Dann untersucht er den Patienten, prüft, ob er krank ist und um welche Krankheit es sich handelt. Auch kann er vorsorglich helfen, das heißt, dafür sorgen, dass man gesund bleibt. Schließlich sagt der Arzt, was der Patient tun soll. Falls die Krankheit schwieriger ist, schickt er den Patienten in ein Krankenhaus oder zu einem Spezialisten.<eop>Manchmal braucht der Patient auch ein Medikament. Manche Ärzte geben es gleich selber mit, andere schicken den Patienten in eine Apotheke. Was der Patient braucht, schreibt der Arzt auf einen Zettel. Das nennt man ein Rezept.<eop>Unterstützt wird der Arzt von einer Medizinischen Fachangestellten, die man früher „Arzthelferin“ nannte. In den meisten Fällen ist das eine Frau. Sie übernimmt kleine Arbeiten wie das Anlegen eines Verbandes, das Abnehmen von Blut oder eine Impfung. Sie schreibt auch Berichte für den Arzt und teilt den Patienten ihre Termine zu.<eop><eop>"}, {"title": "Asche", "id": 53, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Asche", "text": "Asche bleibt zurück, wenn etwas verbrannt wird. Sie ist ein fester Stoff, der meist grauschwarz aussieht. Ist die Temperatur des Feuers so hoch, dass die Asche weich und teigig wird, so entsteht beim Abkühlen eine löchrige, aber feste Masse. Diese nennt man auch Schlacke. Schlacke entsteht aber nur, wenn das Feuer zwischen 900 und 1200 Grad Celsius heiß ist. <eop>Das Material, aus dem die Asche entsteht, stammt von Lebewesen wie Pflanzen oder Tieren. Brennstoffe wie Kohle oder Kraftstoff aus Getreide können deswegen auch verbrannt werden, da sie aus Pflanzen hergestellt sind. Heute bevorzugen viele Menschen, dass ihr Körper nach dem Tod in einem Krematorium verbrannt wird. Die Asche wird danach in einer Urne auf dem Friedhof bestattet.<eop>Asche ist nicht nur ein Abfallprodukt, das nicht mehr genutzt wird. Holzasche aus der Verbrennung von naturbelassenem Holz wird in der Landwirtschaft und im Gartenbau als Dünger verwendet, aber auch als natürliche Zahnpasta. Daneben kann sie als Reinigungsmittel und zur Herstellung von Seife verwendet werden. <eop>Asche wird auch zum Streuen von vereisten Gehwegen verwendet. Außerdem mit Asche überprüfen, ob ein Lebensmittel rein ist: Man untersucht dazu dessen Asche. Die „Aschenbahn“ auf dem Sportplatz ist allerdings nicht mit normaler Asche bestreut, sondern mit Asche aus Vulkanen.<eop>Asche ist ein Symbol für Reinigung und Buße. Zum Beispiel badeten die alten Römer an ihrem Neujahrstag in Asche, um gereinigt das neue Jahr zu beginnen. Manche Menschen glauben, dass dieser Brauch etwas mit dem in der Katholischen Kirche gefeierten Aschermittwoch zu tun hat. Ein weiteres Beispiel für die Reinigung durch Asche ist der Phönix, der alle 500 Jahre aus seiner eigenen Asche wiedergeboren wird.<eop> "}, {"title": "Aschenputtel", "id": 54, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Aschenputtel", "text": "„Aschenputtel“ heißt ein Märchen, nach seiner Hauptfigur. Das Aschenputtel ist ein armes Mädchen, das durch Zauberei die Frau eines Prinzen wird. Das Märchen stammt aus einem Buch von Charles Perrault aus Frankreich, aus dem Jahr 1697. Es ist also schon über 300 Jahre alt.<eop>Später haben es Leute, die es gelesen haben, weitererzählt. Schließlich hörten es auch die Brüder Grimm, die es in ihre Sammlung aufgenommen haben. Bei ihnen passieren einige andere Dinge als bei Perrault. Das Märchen wurde oft neu erzählt, man hat auch Spielfilme daraus gemacht, die im Kino und im Fernsehen gezeigt werden.<eop> Was passiert im Märchen von Aschenputtel? Das Märchen mit dem gleichen Namen wurde in verschiedenen Fassungen erzählt, geschrieben und verfilmt. In einer weit verbreiteten Fassung verliert Aschenputtel als kleines Mädchen ihre Mutter, worauf der Vater eine neue Frau heiratet. Sie ist nun die Stiefmutter von Aschenputtel und zieht mit ihren eigenen Töchtern in das Haus des Vaters ein. Die Stiefmutter und die beiden Stiefschwestern behandeln Aschenputtel sehr schlecht und lassen sie die schwere Arbeit machen. Sie muss in der Asche schlafen, woher auch ihr Name stammt.<eop>Von einer Reise bringt ihr Vater Aschenputtel einen Haselstrauch mit, den sie auf dem Grab ihrer Mutter einpflanzt. Einige Jahre später sucht der Prinz des Königreichs eine Gemahlin, und er lädt die Mädchen des Hofes zu einem Ball ein. Die Stiefmutter wittert die Chance für ihre Töchter und sagt zu. Aschenputtel darf nicht mitkommen und geht zum Grab ihrer Mutter, wo eine Taube in dem Haselnuss-Strauch sitzt. Die Taube besorgt ihr ein schönes Kleid und ein Pferd. Sie darf aber nur bis Mitternacht auf dem Ball bleiben, denn dann löst sich der Zauber auf.<eop>Auf dem Ball tanzt Aschenputtel mit dem Prinzen. Sie verlieben sich. Doch kurz vor Mitternacht läuft sie weg. Beim zweiten Ball passiert dasselbe. Beim dritten Ball lässt der Prinz klebriges Pech auf der Treppe auftragen. Als Aschenputtel fortläuft, verliert sie dort ihren Schuh. Der Prinz lässt ihn von allen Mädchen anprobieren und findet schließlich Aschenputtel als seine wahre Braut.<eop>"}, {"title": "Aschermittwoch", "id": 55, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Aschermittwoch", "text": "Mit dem Aschermittwoch fängt in der katholischen Kirche die Fastenzeit an. Fasten bedeutet, dass man auf etwas verzichtet. In der Bibel heißt es, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbracht habe, um zu fasten und zu beten. Die Fastenzeit soll daran erinnern und dauert deshalb auch 40 Tage. <eop>Weil an Sonntagen und Feiertagen nicht gefastet wird, dauert der ganze Zeitraum insgesamt etwas länger. Aschermittwoch ist nicht jedes Jahr am selben Datum. Der genaue Tag hängt davon ab, wann Ostern ist. Aschermittwoch ist genau am 46. Tag vor dem Ostersonntag. Am Aschermittwoch verzichten Katholiken auf Fleisch. Daraus hat sich der Brauch entwickelt, an diesem Tag Fisch zu essen.  Der Aschermittwoch heißt so, weil an diesem Tag den Gläubigen beim Gottesdienst in der Kirche ein Kreuz aus Asche auf der Stirn gezeichnet wird. Es wird dadurch daran erinnert, dass alles vorbei geht und zum Leben auch der Tod gehört. In den Tagen davor, etwa am Rosenmontag, wird Karneval gefeiert. Die fröhliche und ausgelassene Karnevalszeit endet aber mit dem Aschermittwoch.<eop>Ursprünglich war die Fastenzeit nur für Gläubige, mittlerweile fasten aber auch Nichtgläubige. Es geht dann darum, bewusst auf etwas zu verzichten. Was Leute fasten, kann ganz unterschiedlich sein, ist aber etwas, auf das sie nicht gerne verzichten: Manche schauen kein Fernsehen, andere essen keine Süßigkeiten oder kein Fleisch. "}, {"title": "Aserbaidschan", "id": 56, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Aserbaidschan", "text": "Aserbaidschan ist ein Land an der Grenze von Europa zu Asien. Oft wird es nur zu Asien gezählt, manchmal aber auch zu Asien und Europa. Aserbaidschan ist ungefähr so groß wie Österreich und hat etwas mehr Einwohner. Die Hauptstadt Baku liegt ganz im Osten direkt am Kaspischen Meer und ist die größte Stadt. Fast jeder vierte Einwohner des Landes lebt hier.<eop>Aserbaidschan ist eine Republik mit einem Parlament. Das Staatsoberhaupt ist ein Präsident mit besonders viel Macht. Aber die politische Lage ist problematisch: Ein Teil des Landes ist von der Armee des Nachbarlandes Armenien besetzt und ein anderer Teil will ein eigener unabhängiger Staat sein. Dieser Teil nennt sich Bergkarabach. Er ist aber von keinem anderen Staat der Erde anerkannt. Ein weiterer Teil des Landes mit dem Namen Nachitschewan liegt komplett gesondert. Man muss dorthin durch ein anderes Land fahren oder das Flugzeug nehmen. <eop>Früher führte durch Aserbaidschan ein Teil der Seidenstraße. Das war eine besonders lange Handelsstrecke mit einer Länge von fast 6.000 Kilometern. Über diese Strecke transportierten Fernhändler Waren von Asien nach Europa und umgekehrt.<eop>Wie sieht es in Aserbaidschan aus? Aserbaidschan liegt im Gebirge Kaukasus und am größten See der Welt, dem Kaspischen Meer. Obwohl das Land eher klein ist, sind seine Landschaften und das Klima sehr abwechslungsreich. Fast das ganze Land ist von Bergen umgeben. Im Norden gibt es hohe, steile Berge mit Gipfeln, die immer mit Schnee bedeckt sind und viele Gletscher. Man findet außerdem tiefe Schluchten, viele Bergseen mit kristallklarem Wasser und viel unberührten Wald.<eop>Im Süden des Landes im Gebirge Talysch liegen uralte Laubwälder, richtige Urwald-Laubwälder. Zwischen den Gebirgen im Norden und Süden liegt die „Transkaukasische Senke“. Dieses Gebiet liegt teilweise tiefer als der Meeresspiegel. In Aserbaidschan gibt es außerdem Steppen, Halbwüsten, salzige Wüstenseen, Vulkane und viele Schlammvulkane. An der Küste gibt es riesige Sümpfe und breite Sandstrände.<eop>Bei so viel unterschiedlichen Landschaften und durch die großen Höhenunterschiede ist auch das Wetter besonders unterschiedlich. Man kann innerhalb von nur zwei Stunden Autofahrt unterschiedliches Wetter erleben. Das ist bei so einem kleinen Land ungewöhnlich. Je nachdem, wo man ist, kann es eisig sein wie in den Polarregionen, feucht und warm oder auch trocken und sehr heiß.<eop>Aserbaidschan wird oft „Land des Feuers“ genannt. An vielen Stellen kommt durch hohen natürlichen Druck Erdgas aus dem Boden. Wenn sich dies entzündet, sieht man viele kleine Feuer aus der Erde kommen. Das passiert auch häufig an den Berghängen, die man am Kaspischen Meer sehen kann. In der Nähe von Baku gibt es den Berg Yanardag. Dort brennt es schon seit mehr als 1.000 Jahren. Touristen fahren gern hin, um sich dieses Naturschauspiel anzusehen.<eop>Was ist früher in Aserbaidschan passiert? Etwa 800 Jahre lang gab es den selbständigen Staat Schirwan. In ihm regierten die Schahs von Schirwan, die fast alle aus der gleichen Familie kamen. Schah ist ein Titel für einen Herrscher, etwa so wie ein König.<eop>Häufig fielen fremde Armeen in das Land ein und versuchten es zu erobern. Überall im Land ließen die Schahs deshalb Festungen bauen. So konnten sie die Unabhängigkeit lange erhalten. Im 12. Jahrhundert zerstörte ein Erdbeben die Hauptstadt Schirwans. Darauf machte der damalige Schah den Ort Baku zur neuen Hauptstadt. 1538 war Schirwan nur noch die Provinz eines großen Nachbarreiches.<eop>Später eroberte das russische Zarenreich das Gebiet. Im Jahr 1917 wurde aber der russische Zar gestürzt. So wurde Aserbaidschan im Jahr 1918 gegründet. Es war aber nur für eine kurze Zeit unabhängig und gehörte dann für viele Jahre zur Sowjetunion. Seit 1991 ist es wieder unabhängig und eine Republik.<eop>Womit verdienen die Menschen in Aserbaidschan ihr Geld?<eop>Erdöl und Erdgas sind für Aserbaidschans Wirtschaft sehr wichtig. Beides wird überwiegend an andere Ländern verkauft, das nennt man Export. Zwei riesige Rohrleitungen ziehen sich durch das Land. Eine ist für den Export von Erdöl und eine für Erdgas. Viele Menschen arbeiten in der Erdölproduktion oder für Unternehmen, die dafür gebraucht werden. Die größte Industriestadt des Landes heißt Sumgait und gehört zu den giftigsten Städten der Welt. Viele Menschen dort sind oft krank. Trotzdem leben sie dort, weil man gut Geld verdienen kann.<eop>Viel weniger Menschen als früher arbeiten heute in der Landwirtschaft. Sie bauen vor allem Gemüse, Getreide, Kartoffeln, Nüsse, Früchte und Beeren, Tee und Baumwolle an. Auf großen Weiden und in den Bergen gibt es Viehherden: Kamele, Schafe und Rinder. Viele Menschen stellen seit Jahrhunderten Teppiche und Stoffe aus Seide mit alten Mustern her.<eop>Jedes Jahr kommen mehr Touristen in das Land. Sie wollen vor allem die schönen Landschaften, die Naturschauspiele und die alten Städte an der Seidenstraße sehen.<eop>Was sollte man noch über die Menschen in Aserbaidschan wissen? Die meisten Menschen in Aserbaidschan sprechen Aserbaidschanisch. Weil das Land aber lange Zeit zur Sowjetunion gehörte, sprechen auch viele als Zweitsprache Russisch. Es gibt auch viele Gruppen in der Bevölkerung, die andere Muttersprachen haben. <eop>Seit einigen Jahren verändert sich das Leben rasch, vor allem in den Großstädten. Viele Menschen sind schon aus den Dörfern in eine Stadt gezogen. Die meisten haben die Hauptstadt Baku gewählt, weil sie auf eine gut bezahlte Arbeit und ein besseres Leben hoffen. Oft erfüllt sich dieser Traum aber nicht. Trotzdem bleiben die Menschen in den Städten. Die Regierung fördert die Bauern jetzt etwas mehr. Denn sie sollen das Land mit Lebensmitteln versorgen.<eop>Die große Familie mit allen Onkeln, Tanten, Cousinen und Cousins zusammen ist in Aserbaidschan sehr wichtig. Außerdem haben Männer in Aserbaidschan mehr zu bestimmen als Frauen. Viele Menschen glauben, Jungen und Männer seien mehr wert.<eop>Mit sechs Jahren müssen alle Kinder für neun Jahre in die Schule gehen. In den großen Städten sind die Schulen oft modern. In den Dörfern sitzen sehr viele Schüler in einer Klasse.<eop>Staat und Religionen sind in Aserbaidschan sehr streng getrennt. Die Religionsgruppen dürfen sich in die Politik nicht einmischen. Sehr viele Bürger Aserbaidschans sind muslimisch, doch nur wenige leben ihren Glauben sehr streng.<eop>Ungefähr eine Million Menschen sind seit vielen Jahren Flüchtlinge und leben sehr arm. Sie haben kein richtiges Zuhause. Das liegt an der schwierigen politischen Situation in den Landesteilen Aserbaidschans.<eop><eop>"}, {"title": "Asien", "id": 57, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Asien", "text": "Asien ist der größte der Kontinente. Hier leben auch die meisten Menschen der Erde: vier Milliarden, das sind fast zwei Drittel aller Menschen. Allein schon die Staaten China und Indien haben beide jeweils mehr als eine Milliarde Einwohner. Das größte Land der Erde, Russland, liegt auch zum allergrößten Teil in Asien. <eop>Im Westen grenzt Asien direkt an Europa. Als Grenze nennen viele Menschen das Gebirge Ural in Russland. Eine richtige Grenze wie einen Ozean gibt es aber nicht, darum nennt man beide Kontinente zusammen auch Eurasien.<eop>Wenn man Asien im Südwesten verlässt, dann reist man von Israel in Asien nach Ägypten in Afrika. Im Südosten von Asien kommt man auf dem Landweg nicht weiter: Dort geht es mit dem Schiff oder dem Flugzeug weiter nach Australien.<eop>In Asien steht der höchste Berg der Erde, der Mount Everest im Himalaya-Gebirge. Er ist 8848 Meter hoch. Der Aral-See war früher einmal der drittgrößte See der Welt, bevor die Menschen zu viel Wasser entnommen haben. Der Baikal-See ist besonders tief: 1642 Meter, so tief sind sonst nur Ozeane. Das Tote Meer wiederum liegt besonders tief unter dem Meeresspiegel, auch wenn das Wasser darin selbst nicht so tief ist.<eop>Das Wort „Asien“ kommt aus der assyrischen Sprache und bedeutet „Sonnenaufgang“. Die Assyrer waren eine Hochkultur im Nahen Osten. Weitere bedeutende Hochkulturen waren die Induskultur im heutigen Indien und das frühe China. Asien hat nicht nur sehr dicht bevölkerte Gegenden, sondern auch Wüsten wie die Wüste Gobi. Durch sie führt ein Teil der Seidenstraße, ein alter Handelsweg zwischen Europa und Asien.<eop> Was ist früher in Asien passiert? Ähnlich wie Afrika und Amerika kennt auch Asien große Unterschiede. Je nach Land gibt es ein anderes Klima, eine andere Landschaft und auch andere Kulturen. Darum ist es schwierig, etwas allgemein über ganz Asien zu sagen.<eop>Die Menschen im Süden von Asien haben Vorfahren aus Afrika. Sie sind entlang der Küste des Indischen Ozeans von Afrika und Arabien aus immer weiter nach Osten gezogen. Oft sind diese Menschen später an den Rand gedrängt worden. In manchen Ländern gelten sie als Ureinwohner.<eop>Aus dem Westen kamen Menschen mit hellerer Haut. Sie sprechen eine ähnliche Sprache wie die Menschen in Europa: Alle diese Sprachen nennt man die indoeuropäischen Sprachen. Dazu gehören unter anderem Persisch und Hindi.<eop>Im Osten von Asien leben Menschen mit einer einfachen Oberlidfalte. Früher sagte man in Europa auch Mandelaugen. Doch auch für Ostasien muss man vor allem feststellen, dass die Menschen und Kulturen sehr unterschiedlich sind. Ihre Sprachen sind meist ganz anders aus die indoeuropäischen Sprachen.<eop>Der Norden von Asien gehört zu Russland. Vor allem in den Jahren nach 1800 wurde diese Gegend erobert. Seitdem leben Russen von Europa bis zum Pazifischen Ozean ganz im Osten. Sie haben zum Beispiel die Stadt Wladiwostok im Jahr 1860 gegründet. Aber im Norden haben auch sogenannte Ureinwohner ihre Heimat. Sie sind mit den Ureinwohnern in Nordamerika verwandt, die man Eskimo oder heute auch oft Inuit nennt.<eop>Auch andere europäische Staaten haben Gebiete in Asien erobert oder zu Kolonien gemacht. Um das Jahr 1900 waren das vor allem Großbritannien, Frankreich und die Niederlande. Ähnlich wie in Afrika endete das aber in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.<eop><eop>"}, {"title": "Astrid Lindgren", "id": 58, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Astrid Lindgren", "text": "Astrid Lindgren ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen für Kinderbücher. Sie wurde 1907 in Schweden geboren und wurde 95 Jahre alt. Die bekanntesten Figuren aus ihren Büchern sind Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Madita, Mio, Kalle Blomquist, Karlsson vom Dach und die Kinder aus Bullerbü. <eop>Ihre Bücher wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt. Insgesamt wurden 145 Millionen Bücher von ihr gedruckt, davon allein 20 Millionen in deutscher Sprache. Viele ihrer Bücher wurden auch verfilmt. Insgesamt gibt es 70 Filme von ihren Büchern. Außerdem hat sich Astrid Lindgren sehr für den Tierschutz und die Menschenrechte eingesetzt und besonders für die Rechte von Kindern.<eop>Wie kam Astrid Lindgren zum Schreiben?<eop>Nach der Schule lernte Astrid Lindgren erst mal keinen Beruf. Das war früher nicht ungewöhnlich. Dann arbeitete sie eine Weile bei einer Zeitung und lernte später den Beruf der Sekretärin.<eop>Mit dem Bücherschreiben hat Astrid Lindgren erst später angefangen. Am Anfang schrieb sie ein paar Kurzgeschichten. Als ihre Tochter Karin im Winter 1941 krank im Bett lag, erfand Astrid Lindgren Geschichten für sie. Das waren die ersten Geschichten von Pippi Langstrumpf.<eop>Erst einige Jahre später hat Astrid Lindgren die Geschichten dann aufgeschrieben. Wenn man ein Buch veröffentlichen will, sendet man es normalerweise an einen Verlag. Der Verlag kümmert sich dann darum, dass das Buch gedruckt und in Buchhandlungen verkauft wird. Astrid Lindgren hat das Buch von Pippi auch an einen Verlag gesendet, aber der wollte das Buch nicht. Später hat es dann bei einem anderen Verlag geklappt.<eop>Von diesem Verlag wurde sie dann auch als Lektorin eingestellt. Ein Lektor hilft Schriftstellern beim Schreiben von Büchern. Er liest das Buch vor dem Druck und gibt Ratschläge, was noch verbessert werden sollte. Sie hat aber nicht nur anderen beim Bücherschreiben geholfen, sondern selber viele weitere Bücher geschrieben.<eop>Welche Preise hat Astrid Lindgren bekommen?<eop>Astrid Lindgren hat viele Preise und Auszeichnungen bekommen. Einer der wichtigsten war der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, den sie 1978 als erste Kinderbuchautorin bekommen hat. Und 1999 wurde sie sogar zur „Schwedin des Jahrhunderts“ gewählt. Außerdem haben ihre Bücher viele Preise bekommen, zum Beispiel „Pippi Langstrumpf“, „Ronja Räubertochter“ und „Die Brüder Löwenherz“.<eop>Es wurden aber auch Preise nach ihr benannt. Der Astrid-Lindgren-Gedächtnis-Preis wird von der schwedischen Regierung für Kinderbücher oder Jugendbücher vergeben. Der Preis beträgt mehr als eine halbe Millionen Euro.<eop>Was gibt es noch über Astrid Lindgren?<eop>In Vimmerby in Schweden gibt es einen Park, in dem vieles aus ihren Büchern nachgebaut wurde. Außerdem spielen Schauspieler kurze Geschichten aus ihren Büchern nach. Viele Menschen besuchen jedes Jahr diesen Park.<eop>Es haben sich auch viele Schulen nach Astrid Lindgren benannt. Sogar zwei schwedische Forschungssatelliten heißen wegen ihr Astrid 1 und Astrid 2. Im Jahr 2007 wäre ihr hundertster Geburtstag gewesen. Deshalb wurde ein „Astrid-Lindgren-Jahr“ veranstaltet. Und seit 2015 ist Astrid Lindgren auf einem schwedischen Geldschein abgebildet.<eop> "}, {"title": "Astronaut", "id": 59, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Astronaut", "text": "Ein Astronaut ist ein Raumfahrer. Der Ausdruck hat griechische Wortwurzeln und bedeutet soviel wie Sternenfahrer. Vor allem die USA nennen ihre Raumfahrer Astronaut. In Russland sagt man Kosmonaut und in China oftmals Taikonaut. Beides heißt Weltraumfahrer.<eop>Die ersten Männer für die Raumfahrt kamen aus der Armee. Sie flogen Kampfflugzeuge und waren es deshalb gewohnt, dass sie in Maschinen saßen, die sich schnell bewegen. Juri Gagarin aus der Sowjetunion war im Jahr 1961 der erste Mensch im Weltraum. Der erste Amerikaner, also der erste mit der Bezeichnung Astronaut, war einen Monat später Alan Shepard. Die erste Frau im Weltraum, zwei Jahre später, hieß Walentina Tereschkowa.<eop>Raumfahrer kommen aber nicht nur aus den USA, Russland und China. Deutsche zum Beispiel sind schon mit den USA oder mit Russland mitgefahren. Der erste Deutsche im Weltall war Sigmund Jähn aus der Deutschen Demokratischen Republik im Jahr 1978.<eop> Was muss man machen, um Astronaut zu werden? Orte, an denen Astronauten ausgebildet werden, gibt es in den USA, in Russland und in Europa. Die Europäische Weltraum-Agentur hat ihr Ausbildungszentrum in Köln. Besonders viele Astronauten werden gar nicht gebraucht. Darum lädt man nur alle paar Jahre zur Ausbildung ein und hat dann etwa ein Dutzend Ausbildungsplätze.<eop>Genommen werden meist Menschen, die eine Naturwissenschaft studiert haben. Schließlich wird im Weltraum vor allem geforscht. Man muss sich also sehr gut zum Beispiel mit Physik auskennen. Hinzu kommen ehemalige Piloten. <eop>Astronauten müssen gesund und fit sein, weil der Flug anstrengend ist. Wichtig ist auch, dass man gut mit anderen Menschen zusammenarbeiten kann. Man muss sehr gut Englisch können und je nachdem auch Russisch. Außerdem ist Verständnis von Technik wichtig. Astronauten dürfen nicht zu groß und nicht zu klein sein und keine Drogen nehmen.<eop>Das Training ist hart und dauert mehrere Jahre. Alles, was man später vielleicht im Weltraum machen muss, wird oft geübt. Dabei ist der Flug durchaus gefährlich, und man wird nicht besonders gut bezahlt. Es kann auch sein, dass man sich angestrengt hat und am Ende doch nicht fliegen darf. Trotzdem bewerben sich weit über tausend Leute, wenn Astronauten neu ausgebildet werden.<eop>Man kann auch in den Weltraum reisen, wenn man sehr viel Geld hat. Ein bekannter Tourist im Weltraum, der bis zur Internationalen Weltraum-Station kam, war ein Unternehmer aus den USA. Im Jahr 2001 fuhr er mit der russischen Sojus TM-3 mit. Dafür hat er 20 Millionen Dollar gezahlt. Vorher gab es schon andere Menschen, die etwa im Space Shuttle mitgeflogen sind.<eop> Ist es gefährlich, Astronaut zu sein? Viele Astronauten waren nicht sehr weit von der Erde entfernt. Die meisten flogen nur knapp über die Grenze zum Weltraum hinaus. Eine Ausnahme waren die Astronauten, die um das Jahr 1970 zum Mond gelangt sind. Drei Amerikaner haben sich, bei einer bestimmten Umrundung des Mondes, über 400.000 Kilometer von der Erde entfernt.<eop>Das ist an sich schon gefährlich, weil die Astronauten zum Beispiel plötzlich krank werden können. Außerdem schützt die Atmosphäre auf der Erde uns Menschen vor Strahlen aus dem Weltraum. Je länger ein Astronaut im Weltraum ist, desto mehr Strahlung sammelt sich in seinem Körper an. Der Russe Waleri Poljakow hält den Rekord: Er war 438 Tage auf der Raumstation Mir.<eop>Wer lang in der Schwerelosigkeit lebt, dessen Muskeln und Knochen werden kleiner. Im Weltraum kann einem schwindelig werden, manche Astronauten können schlecht schlafen, oder sie werden durch falschen Luftdruck schwer krank. <eop>Bislang sind 18 Menschen im Weltraum gestorben. Elf weitere kamen beim Training um. Der schlimmste Unfall passierte im Jahr 1986: Sieben amerikanische Astronauten starben, weil ihr Space Shuttle namens Challenger beim Start explodiert ist. Ebenfalls sieben Astronauten kamen im Jahr 2003 um, als ihr Space Shuttle landen wollte.<eop> "}, {"title": "Astronomie", "id": 60, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Astronomie", "text": "Die Astronomie ist die Wissenschaft von den Sternen und Planeten. Wissenschaftler, die in der Astronomie tätig sind, nennt man Astronomen. Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie der Weltraum entstanden ist. Darum erforschen sie die Planeten unseres Sonnensystems und auch Sterne und Sternensysteme. <eop>Heute verfügt die Astronomie über moderne Hilfsmittel aus der Technik. In Sternwarten beobachten Astronomen die Sterne und Planeten durch Teleskope, das sind riesige Fernrohre. Es wird viel mit Computern und empfindlichen Messgeräten gearbeitet. <eop>Außerdem werden Raumsonden ins Weltall geschickt. Das sind technische Geräte, die ins Weltall fliegen, um Bilder von Sternen und Planeten zu machen oder deren Helligkeit zu messen. Manchmal landen Sonden auch auf Planeten, um die Oberfläche zu erforschen und zu erkunden, ob es dort möglicherweise einmal außerirdisches Leben gegeben hat.<eop>Seit dem 20. Jahrhundert ist es auch möglich, Menschen ins Weltall zu schicken, um dort astronomische Forschungen durchzuführen. 1961 gelang es der Sowjetunion, Juri Gagarin als ihren ersten Kosmonauten in einer Rakete in den Weltraum zu schicken. 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond, er war ein Astronaut aus den USA. Astronaut ist das englische Wort für Raumfahrer, die Russen dagegen sagen Kosmonaut.<eop> Wie ist die Astronomie entstanden? Die Astronomie gibt es schon seit vielen Tausend Jahren. Die ersten Völker, von denen man weiß, dass sie Astronomie betrieben haben, sind frühe Hochkulturen, wie die Babylonier und Ägypter oder die Mayas und Inkas in Südamerika. Später erforschten auch die alten Griechen und Römer die Sterne.<eop>Im Mittelalter dachte man noch, dass die Erde das Zentrum des Weltalls sei. Das war auch schon bei den Römern und Griechen so. Man glaubte, Planeten und Sterne kreisen um die Erde herum. Erst im 15. Jahrhundert stellte Nikolaus Kopernikus etwas anderes fest: Er hatte die Sterne beobachtet und vermutet, dass alle Planeten, auch die Erde, um die Sonne kreisen. <eop>Erklären konnten das aber erst 200 Jahre später der Italiener Galileo Galilei und der Deutsche Johannes Kepler. Kepler erforschte anhand der Aufzeichnungen des dänischen Astronomen Tycho Brahe, der damals sein Lehrer war, die Bewegungen der Planeten. Danach formulierte er seine Erkenntnisse in den drei keplerschen Gesetzen, die auch heute gelten.<eop>"}, {"title": "Asyl", "id": 61, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Asyl", "text": "Asyl bedeutet, dass jemand in einem anderen Land einen sicheren Ort für sich und seine Familie findet. Das Wort Asyl kommt aus der griechischen Sprache und heißt übersetzt so viel wie „sicher“ oder „nicht von Räubern überfallen werden“. Asyl ist ein sicherer Ort. Wenn man sagt, jemand habe Asyl bekommen, so meint man: Der Staat hat ihm erlaubt zu bleiben.<eop>Wer sich um Asyl bewirbt, ist ein Asylbewerber. Aber nicht jeder Flüchtling bekommt Asyl. Der Staat will oft, dass der Flüchtling zurück in sein altes Land geht. Es gibt viel Streit darüber, wer Asyl bekommen soll und wie viele Leute bleiben dürfen. Außerdem fragt man sich, was man mit jemandem machen soll, der nicht freiwillig zurückgeht.<eop>Viele Menschen flüchten nicht nur, weil ihr Leben durch einen Krieg oder durch Verfolgung bedroht ist. Viele flüchten auch vor Hunger oder vor Naturkatastrophen. Andere Menschen suchen auch ein Land, in dem sie Arbeit finden oder mehr Geld verdienen. Diese Menschen nennt man Migranten. Es ist oft schwierig, zwischen Flüchtlingen und übrigen Migranten zu unterscheiden, die ebenfalls Asyl erhalten wollen.<eop> Wie kommen spätere Asylbewerber nach Europa? Ein kleiner Teil der Asylbewerber erreicht Europa mit dem Flugzeug. Andere nehmen den Landweg. Wenn sie einmal im westlichen Teil der Türkei sind, versuchen sie oft versteckt in Fahrzeugen über die Grenze nach Griechenland und von dort weiter in die reicheren Länder der Europäischen Union oder in die Schweiz zu gelangen.<eop>Flüchtlinge aus Afrika versuchen oft die gefährliche Reise über das Mittelmeer und hoffen, eine möglichst nahe gelegene Insel wie Malta oder das italienische Lampedusa zu erreichen. Andere versuchen es von Marokko nach Gibraltar oder nach Spanien, weil dort das Meer schmal ist. Auch die Insel Zypern wird gerne von Osten her angesteuert.<eop>So eine Flucht ist oft schwierig, gefährlich und ohne Helfer fast nicht zu schaffen. Die Zollbeamten, Grenzwächter, die Küstenwache, die Polizei und oft auch die Armee versuchen die Eindringlinge aufzuhalten. Helfer, die sich Fluchtmöglichkeiten ausdenken und die Leute hinbringen, nennt man „Schlepper“. Sie verlangen von den Menschen sehr viel Geld, oft alles, was sie haben. Schlepperboote sind oft so baufällig, dass sie versinken. Allein im Jahr 2018 ertranken 2.300 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Andere Leute ersticken in Lastwagen oder kommen sonst nie an ihr Ziel.<eop> Wann darf man im neuen Land bleiben? In den Staaten Europa gibt es Gesetze, die bestimmen, ob und warum jemand Asyl bekommen kann. Aber nicht alle Flüchtlinge dürfen bleiben. Wenn sie auf ihrer Flucht durch ein anderes Land gekommen sind, das auch sicher für sie ist, müssen sie zuerst dort um Asyl bitten und werden dorthin zurückgeschickt. <eop>Außerdem verlangen die Staaten meistens, dass man aus politischen Gründen verfolgt wurde oder an Leib und Leben bedroht ist: weil man gegen die Regierung in seinem Land ist, wegen der Hautfarbe oder Muttersprache. Viele Menschen können das nicht beweisen. Außerdem sind einige von ihnen vor allem geflohen, weil sie arm sind, weil sie zum Beispiel nicht genug zu essen hatten. Das sind wirtschaftliche Gründe. Dafür bekommt man kein Asyl.<eop> Warum gibt es Streit um das Asyl? Manche Leute finden, Europa sollte nicht so vielen Flüchtlingen Asyl geben. Sie glauben, es gibt hier zu wenig Platz und die Flüchtlinge kosten zu viel Geld. Sie haben auch Angst vor Flüchtlingen, weil sie fremd aussehen und anders sprechen und leben. Oder sie haben Angst, dass die Fremden stehlen oder andere schlimme Sachen machen könnten.<eop>Andere Leute aber finden, dass es in Europa und anderswo noch viel häufiger Asyl geben sollte. So könnten viel mehr Menschen in Sicherheit leben. Schließlich gibt es viel Not auf der Welt.<eop>Es dauert oft sehr lange bis die Behörden entscheiden, ob ein Mensch Asyl bekommt oder nicht. Es soll genau geprüft werden, ob jemand wirklich in seinem Land verfolgt wurde oder ob das vielleicht nicht stimmt. So lange müssen die Leute, die Asyl suchen, in sehr einfachen Unterkünften leben, dürfen nicht arbeiten und bekommen nur wenig Hilfe. Manche Menschen finden diese Wartezeit zu lang und sagen, die Asylsuchenden müssen besser behandelt werden. In einem reichen Land sollte das möglich sein, sagen sie. <eop> Was passiert mit Flüchtlingen, die kein Asyl bekommen? Es kann vorkommen, dass Flüchtlinge in ihr Land zurückgebracht werden, wenn sie kein Asyl bekommen. Das passiert auch, wenn sie das gar nicht wollen. Man nennt dies in Deutschland Abschiebung, in Österreich Ausweisung und in der Schweiz Ausschaffung.<eop>Vielleicht dürfen die Flüchtlinge aber trotzdem eine Weile bleiben, wenn die Rückkehr in ihr Land zu gefährlich wäre, weil dort zum Beispiel gerade Krieg ist. Wer krank ist, kann auch meistens noch bleiben. <eop>Auch um Abschiebungen gibt es Streit. Denn viele Leute finden es grausam, Menschen gegen ihren Willen in ein anderes Land zu bringen. Es gibt auch Flüchtlinge, die weglaufen und sich verstecken, so dass sie nicht abgeschoben werden können. Das nennt man oft „untertauchen“.<eop>"}, {"title": "Athen", "id": 62, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Athen", "text": "Athen ist die Hauptstadt von Griechenland. Ihren Namen hat sie von einer griechischen Göttin, Athene. Das war die Göttin der Weisheit und des Kampfes. Die eigentliche Stadt Athen hat etwa 600.000 Einwohner. Zusammen mit den umliegenden Städten und Dörfern sind es fast 4 Millionen Menschen.<eop>Im alten Griechenland war Athen eine besonders wichtige Stadt. Dort blühte die Bildung auf, es gab viele Wissenschaftler und Lehrer. Philosophen wie Platon und Aristoteles lebten dort. Das alte Athen gilt auch als die erste Demokratie der Welt, wenngleich damals viele Einwohner noch nicht wählen durften.<eop>Im Jahr 529 nach Christus schloss der Kaiser Justinian allerdings die Schulen der Philosophen. Seit 1458 gehörte die Stadt zum Osmanischen Reich. Erst im 19. Jahrhundert wurde Griechenland wieder unabhängig. Im Jahr 1834 wurde Athen Hauptstadt. Damals hatte es gerade mal 4000 Einwohner. Im Jahr 1896 fanden hier die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt.<eop>Heute liegt bei Athen nicht nur der Hafen Piräus, von dem man zu vielen griechischen Inseln gelangt, sondern auch der Flughafen. Die Stadt hat viele Gebäude aus dem Altertum und aus der Zeit danach. Seit etwa 1980 leben auch mehr Ausländer in der Stadt als früher.<eop>Athen ist ein Weltkulturerbe der UNESCO, ebenso die Akropolis, das Wahrzeichen der Stadt. Wegen der vielen Sehenswürdigkeiten kommen jedes Jahr viele Touristen hierher. <eop><eop>"}, {"title": "Atlantischer Ozean", "id": 63, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Atlantischer Ozean", "text": "Der Atlantische Ozean oder Atlantik ist einer der Ozeane oder auch Weltmeere. Der Atlantik ist nach dem Pazifischen Ozean der zweitgrößte Ozean. Er befindet sich zwischen Amerika im Westen und Europa sowie Afrika im Osten. <eop>Seinen Namen hat der Atlantik von Atlas, einer griechischen Sagenfigur. Die alten Griechen glaubten, dass dieser Riese weit im Westen lebt und dort den Himmel auf seinen Schultern trägt. Nach ihm ist auch ein Gebirge in Nordafrika benannt, und auch der Atlas, ein Buch mit Landkarten.<eop>Der Atlantische Ozean ist im Durchschnitt über 3000 Meter tief. Mitten im Atlantik, unter dem Wasser, gibt es ein langes und hohes Gebirge, den Mittelatlantischen Rücken. Darunter verläuft die Grenze zwischen zwei Kontinentalplatten. Zwischen diesen beiden Platten steigt geschmolzenes Gestein aus dem Erdinneren auf, das bei der Berührung mit Wasser erstarrt und so nach und nach das Gebirge aufbaut.<eop>Weil der Atlantische Ozean so groß ist, gibt es Temperaturunterschiede zwischen verschiedenen Bereichen. In den Polargebieten ist das Wasser eher kalt, nahe am Äquator dagegen wärmer. Dadurch bietet der Atlantik viele verschiedene Lebensräume für sehr unterschiedliche Tierarten. <eop>Der Atlantik ist ein wichtiger Handelsweg zwischen Amerika und Europa. Auf keinem anderen Ozean fahren so viele Schiffe. Früher mussten die Handelsschiffe um Südamerika herumfahren, um auf die Westseite von Amerika zu gelangen. Heute gibt es Kanäle wie den Panamakanal, die den Weg abkürzen. Die Handelsschiffe sind sehr groß, da sie viele Container transportieren.<eop><eop>"}, {"title": "Atmosphäre", "id": 64, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Atmosphäre", "text": " Die Atmosphäre ist die Lufthülle der Erde. Sie umgibt den Planeten wie eine dünne Haut. Sie besteht aus Luft, das ist ein Gemisch aus Gasen. Den größten Anteil hat das Gas Stickstoff. An zweiter Stelle steht der Sauerstoff, den alle Tiere und auch wir Menschen zum Atmen brauchen. Pflanzen brauchen unter anderem das Gas Kohlendioxid zum Leben, das sie auch aus der Atmosphäre bekommen. Ohne die Atmosphäre könnte es auf der Erde kein Leben geben. <eop>Die Luft der Atmosphäre wird von der Schwerkraft der Erde angezogen. Dadurch hat die Luft ein Gewicht, mit dem sie auf die Erde drückt. Dieses Gewicht spüren wir als Luftdruck. Er ist nicht an allen Stellen auf der Erde gleich groß, sondern es gibt Gebiete mit höherem und andere mit niedrigerem Luftdruck. Luft strömt immer vom hohen zum niedrigen Druck. Diese Luftströmungen nennen wir Wind. <eop>In der Atmosphäre ist außerdem Wasser enthalten. Es kann Wolken bilden, aus denen manchmal Regen oder Schnee auf die Erde fallen. In der Atmosphäre entsteht also das Wetter. Manche andere Planeten in unserem Sonnensystem haben auch eine Atmosphäre, manche nicht. Die Atmosphäre eines anderen Planeten kann ganz andere Gase enthalten als die Atmosphäre der Erde.<eop>Warum ist die Atmosphäre für die Menschen so wichtig?<eop>Ohne die Atmosphäre wäre es auf der Erde so kalt, dass alles Wasser immer gefroren wäre. Einige Gase der Atmosphäre, wie zum Beispiel Kohlendioxid, sorgen dafür, dass die Erde so warm ist, dass Lebewesen auf ihr existieren können. Dies nennt man den natürlichen Treibhauseffekt. <eop>Wir Menschen erzeugen seit einigen Jahrhunderten auch sehr viel Kohlendioxid und andere wärmende Gase, so dass wir damit den natürlichen Treibhauseffekt verstärken. Die Erde wird dadurch in den letzten Jahrzehnten in kleinen Schritten immer wärmer. Das nennt man Klimawandel oder auch Erderwärmung. In vielen Gebieten der Welt werden dadurch die Lebensbedingungen für Menschen und andere Lebewesen schlechter, so dass Wissenschaftler, Politiker und viele andere Menschen versuchen, die Erderwärmung aufzuhalten. <eop>Die Atmosphäre schützt uns vor gefährlicher Strahlung aus dem Weltall. Sehr hoch oben in der Atmosphäre bildet sich ständig das Gas Ozon. Es hält gefährliche Strahlung von der Sonne auf und lässt sie nicht auf die Erde durch. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass einige Gase dieses Ozon kaputt machen. Solche Gase werden von den Menschen hergestellt. Dadurch entstanden zum Beispiel in der Nähe von Australien und in der Antarktis Gebiete, in denen nur noch wenig Ozon in der Atmosphäre vorhanden war. Das nennt man „Ozonloch“: Es ist kein richtiges Loch in der Atmosphäre, aber dort fehlt es an Ozon. <eop>Daher muss man sich in solchen Gegenden gut vor der Sonne schützen, weil man sonst schneller als woanders Hautkrebs bekommen kann. Inzwischen dürfen diese Gase nicht mehr hergestellt und verwendet werden. Das Ozonloch wird seit Jahren immer kleiner. In einigen Jahrzehnten wird es wieder überall genügend Ozon geben. <eop>Die Gase der Atmosphäre bewirken, dass der Himmel für uns blau aussieht. Gäbe es keine Atmosphäre, würden wir in das schwarze Weltall schauen. Wenn kleine Himmelskörper, die durch das Welt fliegen, auf die Erde fallen, verglühen sie meist in der Atmosphäre und schlagen deshalb nicht auf der Erde ein. Manchmal kann man nachts die Leuchtspur sehen, wenn ein solcher Himmelskörper verglüht. Das nennt man Sternschnuppe. Wie wird die Atmosphäre eingeteilt? Die Atmosphäre wird in verschiedene Abschnitte unterteilt. Die oberste Schicht der Atmosphäre ist die Exosphäre. Sie beginnt auf einer Höhe von 400 Kilometern und endet etwa 1000 Kilometer über dem Boden. Weiter oben beginnt das Weltall. Um eine Vorstellung davon zu haben: Ein Flugzeug fliegt etwa auf einer Höhe von zehn Kilometern. Der obere Rand der Exosphäre ist also 100 Mal so hoch über dem Boden wie ein Flugzeug. Besonders im oberen Teil der Exosphäre ist es so heiß, dass Menschen dort verglühen würden. Das liegt daran, dass die Sonnenwinde dort sehr nahe vorbeiziehen. <eop>Zwischen einer Höhe von 90 und 400 Kilometern liegt die Ionosphäre. In der Ionosphäre ist der Luftdruck sehr niedrig. Die Ionosphäre ist bereits einiges kälter als die Exosphäre. Die Mesosphäre liegt in der Mitte zwischen 50 und 90 Kilometern. Dort ist es besonders kalt, im Schnitt um die Minus 80 Grad Celsius. Darunter liegt die Stratosphäre zwischen 18 und 50 Kilometern. Zur Stratosphäre gehört die Ozonschicht. Zuunterst ist die Troposphäre. In der Troposphäre spielt sich unser Wetter ab.   <eop>"}, {"title": "Atmung", "id": 65, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Atmung", "text": "Bei der Atmung geht es darum, wie Tiere zu Sauerstoff kommen. Sauerstoff gibt es in der Luft und im Wasser. Tiere kommen auf verschiedene Weise an ihren Sauerstoff. Ohne zu atmen stirbt jedes Tier nach kurzer Zeit.<eop>Säugetiere und somit auch Menschen atmen mit Lungen. Eine Lunge saugt Luft ein und stößt sie wieder aus. In den feinen Lungenbläschen gelangt der Sauerstoff ins Blut. Das Blut bringt den Sauerstoff zu den Zellen und nimmt von dort Kohlendioxid mit. Es gelangt in der Lunge vom Blut in die Luft und verlässt den Körper beim Ausatmen. So atmen außer den Säugetieren die Amphibien, die Reptilien, die Vögel und einige Arten von Schnecken.<eop>Fische atmen durch Kiemen. Sie saugen Wasser an und lassen sie durch die Kiemen gleiten. Dort ist die Haut sehr dünn und hat viele Adern. Die nehmen den Sauerstoff auf. Es gibt auch noch andere Tiere, die so atmen. Einige leben im Wasser, andere an Land. <eop>Eine weitere Möglichkeit ist die Atmung durch Tracheen, sprich: Trache-en. Das sind feine Röhrchen, die auf der Außenseite eines Tiers enden. Sie sind dort offen. Die Luft gelangt in die Tracheen und von dort in den ganzen Körper. So atmen Insekten, Tausendfüßer und einige Arten von Spinnentieren.<eop>Es gibt noch einige andere Arten der Atmung. Der Mensch atmet auch ein klein wenig durch die Haut. Es gibt auch Knochenfische, die Luft atmen. Auch verschiedene Pflanzen können atmen.<eop>Was ist künstliche Beatmung? Wenn ein Mensch aufhört zu atmen, sterben nach kurzer Zeit schon die ersten Hirnzellen ab. Das kann dazu führen, dass der Mensch nachher beispielsweise nicht mehr sprechen oder sich nicht mehr richtig bewegen kann. <eop>Die Atmung kann stoppen, wenn ein Mensch einen Stromschlag erwischt oder durch andere Ereignisse. Auch unter Wasser kann er nicht mehr atmen. Bei einer Vollnarkose steht die Atmung ebenfalls still. Man muss den Menschen also künstlich beatmen, damit er am Leben bleibt.<eop>Bei einem Unfall oder wenn ein Mensch unter Wasser geraten ist, bläst man ihm Luft durch die Nase in die Lunge. Wenn das nicht geht, beatmet man durch den Mund. Das muss man in einem Kurs lernen, damit das klappt. Man muss den Kopf des Patienten richtig halten und auf viele andere Dinge achten.<eop>Bei einer Operation mit Vollnarkose steckt der Narkosearzt einen Schlauch durch den Hals des Patienten oder er setzt ihm eine Gummimaske auf Mund und Nase. Damit kann er den Patienten während der Operation beatmen.<eop><eop>"}, {"title": "Atomenergie", "id": 67, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Atomenergie", "text": "Atomenergie gewinnt man, indem man den Kern bestimmter Atome spaltet. Dabei wird sehr viel Energie frei. Die Anlage dazu nennt man Atomkraftwerk oder Kernkraftwerk. Abgekürzt schreibt man AKW oder KKW. Solche Kraftwerke werden seit den 1950er Jahren sehr häufig zur Strom-Produktion genutzt. Im Gegensatz zu Kohlekraftwerken erzeugen sie keine schädlichen Abgase wie Kohlenstoffdioxid.<eop>Kernspaltung funktioniert, weil manche Atome von Natur aus instabil sind und zerfallen können. In einem Atomkraftwerk führt man das mit Absicht herbei: Innerhalb eines sogenannten Reaktors wird ein instabiler Atomkern mit einem kleinen Teilchen, einem Neutron, beschossen. Dieses Neutron ist sehr schnell und spaltet den Kern in zwei Teile. Dabei werden weitere Neutronen ausgeschossen. Am besten geht das mit dem Element Uran.<eop>Dies führt zu einer Kettenreaktion, bei der sehr viel Energie freigesetzt wird. Läuft diese Kettenreaktion kontrolliert, also von Menschen gesteuert ab, ist sie in der Regel ungefährlich. Läuft sie dagegen unkontrolliert ab, so wird extrem viel Energie innerhalb kürzester Zeit frei. Das führt zu einer gewaltigen Explosion, wie bei einer Atombombe. <eop>Die Energie tritt zunächst als Wärmeenergie auf, also als Hitze. Deshalb braucht man eine Menge Wasser um einen Reaktor zu kühlen. Gleichzeitig treibt der heiße Wasserdampf, der durch die Kernspaltung entsteht, eine Turbine an. Diese treibt dann Generatoren an, welche aus der Wärmeenergie Strom erzeugen. <eop>Welches sind die Vor- und Nachteile der Atomenergie?<eop>Die Atomenergie hat Vorteile und Nachteile. Ein Vorteil ist es zum Beispiel, dass durch sie weniger neues Kohlendioxid entsteht als bei Kohle- oder Erdöl-Kraftwerken. Das ist gut, damit das Klima auf der Erde nicht wärmer wird. Allerdings braucht die Aufbereitung des Uran selber viel Energie. Dadurch entsteht auch wieder Kohlendioxid.<eop>Doch es gibt auch Nachteile. Ein Unfall in einem Atomkraftwerk kann zu schweren Folgen führen. In Fukuschima in Japan und in Tschernobyl in der Ukraine ist das schon passiert: Dort sind große Gebiete verstrahlt, das heißt, dass niemand dort leben kann, weil die radioaktive Strahlung zu gefährlich ist. Die Arbeiter, die damals aufräumen mussten, sind häufig bald danach gestorben.<eop>Außerdem entstehen bei der Stromproduktion radioaktive Abfälle. Sie können nirgendwo sicher gelagert werden. Es dauert Millionen Jahre, bis sie nicht mehr gefährlich sind. Bis jetzt liegen sie einfach in einem Zwischenlager.<eop>Atomkraftwerke müssen auch immer wieder erneuert werden. Das kostet viel Geld. Heute fragt man sich überhaupt, ob man noch neue Atomkraftwerke bauen soll. In vielen Fällen lässt sich Strom nämlich bereits billiger produzieren aus Windenergie oder Sonnenenergie.<eop>Weil es so viele Nachteile gibt, wollen viele Menschen, dass man keine Atomenergie nutzt. Sie protestieren auf Demonstrationen dagegen und fordern, dass man mehr erneuerbare Energien wie Wind und Sonne nutzt. In Deutschland beispielsweise wurden schon zahlreiche Atomanlagen abgeschaltet. Der Abbau ist dabei immer teurer als vorhergesehen.<eop> Was ist eine Atombombe? In einer Atombombe läuft die Energiegewinnung nicht langsam ab, sondern in einem einzigen Moment. Was als Unfall in einem Atomkraftwerk passieren kann, eine Explosion, ist bei der Atombombe gewollt. Sie soll besonders viel zerstören. Außerdem werden viele radioaktive Atome frei, wodurch Menschen krank werden. So sind Atombomben noch nach der Explosion sehr gefährlich.<eop>Im Zweiten Weltkrieg warfen die USA zwei Atombomben über zwei japanischen Städten ab und zerstörten diese vollständig. Seither haben viele Länder selber Atombomben gebaut und halten sich diese für einen Krieg bereit. Ein solches Land nennt man „Atommacht“. In Europa sind dies nur Großbritannien und Frankreich. Weltweit gehören noch die USA dazu, ebenso die Sowjetunion, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Bei wenigen anderen Staaten weiß man es nicht so genau.<eop>Die meisten Länder sind heute der Meinung, dass man Atombomben nicht mehr bauen sollte. Es gibt aber immer noch viele Atombomben. Viele Länder behalten sie, weil sie sich verteidigen wollen, wenn andere Länder sie bedrohen. <eop>"}, {"title": "Aufklärung", "id": 68, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Aufklärung", "text": "Die Aufklärung war ein Zeitalter der Neuzeit, in dem die Menschen in Europa anfingen, ihr Denken stark zu verändern. Das war im 18. Jahrhundert, also in der Zeit zwischen den Jahren 1700 und 1800. Damals wurden die USA unabhängig und in Europa forderte die Französische Revolution, dass es Menschenrechte geben sollte.  Man machte nicht mehr Gott allein für alles im Leben verantwortlich. Stattdessen dachte man selber nach, um die vielen Fragen rund um unser Leben und das Universum zu beantworten. Man überlegte sich dabei, welche Antworten am sinnvollsten erscheinen. Das nennt man auch Vernunft. Es führte dazu, dass man in der Wissenschaft große Fortschritte machte. In der Zeit der Aufklärung entstanden die ersten Enzyklopädien.<eop>Eingeleitet wurde dieses Zeitalter von einigen bekannten Philosophen oder Denkern. Das waren in Deutschland vor allem Immanuel Kant und in Frankreich René Descartes. Die Kirche mochte diese Denker nicht. Man hatte Angst, die Menschen würden den Glauben an Gott verlieren und sich von der Kirche abwenden. Das Resultat dieser neuen Denkweise war, dass man Kirche und Staat voneinander trennte. Jeder kann glauben, was er will, es wird ihm nicht mehr vom Staat vorgeschrieben. Dies gilt heute in vielen Ländern, aber nicht in allen.<eop> Welche Bedeutungen hat das Wort Aufklärung noch? Nebst dem Zeitalter der Aufklärung versteht man unter dem Wort noch andere Dinge. Damit kann zum Beispiel die sexuelle Aufklärung gemeint sein. Das heißt man klärt darüber auf, wie Kinder durch die Liebe zwischen zwei Menschen entstehen. Das machen häufig die Eltern und ab einem gewissen Alter wird das auch in der Schule durchgenommen. <eop>Aufklärung kann aber auch im Krieg geschehen. Dort bedeutet dieses Wort, dass man Informationen über die Pläne der feindlichen Soldaten sammelt. Die Spezialeinheit, die das macht nennt sich Aufklärer. Mit der Aufklärung eines Mordfalls befasst sich die Polizei. Auch in anderen Bereichen spricht man von Aufklärung, wenn etwas aus der Dunkelheit ans Tageslicht gebracht werden soll.  "}, {"title": "Auge", "id": 69, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Auge", "text": "Das Auge ist ein Sinnesorgan, mit dem man sehen kann. Die meisten Wirbeltiere haben zwei Augen, also auch wir Menschen. Es gibt auch ein paar Tiere, die mehr Augen als wir haben und Tiere, die weniger Augen haben. <eop>Die einfachsten Augen können nur zwischen Hell und Dunkel unterscheiden. Die weiter entwickelten nehmen auch verschiedene Farben wahr. Die kompliziertesten Augen können zu einem bestimmten Punkt hinsehen und sogar die Sehschärfe einstellen.<eop>Welche Arten von Augen gibt es? Die Biologen unterscheiden zwischen etwa sieben verschiedenen Arten von Augen. Der Regenwurm und einige andere Tiere haben die einfachsten Augen: Es sind einzelne Zellen auf der Haut, die Hell und Dunkel unterscheiden können. Durch die Lage am Körper kann der Regenwurm erkennen, woher die Helligkeit kommt.<eop>Quallen und Seesterne haben Flachaugen mit mehreren Sinneszellen. Schnecken und einige andere Tiere haben sogenannte Becheraugen. Das Licht tritt durch eine Öffnung in einen Hohlraum ein, den Becher. Dort sind die Sinneszellen angeordnet. Von den Becheraugen gibt es auch noch weiter entwickelte Veränderungen, die alle einen besonderen Namen tragen. <eop>Noch weiter entwickelt sind die Facettenaugen der Insekten. Sie bestehen aus vielen einzelnen Augen. Die Augen der Wirbeltiere sehen Farben und haben sogar Muskeln, damit sie in verschiedene Richtungen blicken können.<eop> Wie funktioniert das Sehen mit einem Wirbeltierauge? Das Auge des Menschen ist in der Biologie ein Wirbeltierauge. Es liegt in der Augenhöhle. Dies ist ein fast kugelrundes Loch im Schädel. Die Wände bestehen aus Knochen. Dort drin liegt der Augapfel. Er ist gefüllt mit einem dickflüssigen Material. Der heißt Glaskörper, weil er durchsichtig ist wie Glas.<eop>Das Auge besteht aus vielen kleinen Teilen. Eines der wichigsten Teile ist die durchsichtige Linse. Durch sie kommt das Licht in das Auge. Iris oder auch Regenbogenhaut nennt man den Teil, der von außen bunt aussieht. Der schwarze Kreis wird Pupille genannt. Die Pupille ist die Öffnung vor der Linse. Da nur relativ wenig Licht durch diese Öffnung wieder aus dem Auge herauskommt, sieht sie schwarz aus. Genauso, wie zum Beispiel ein Schlüsselloch schwarz aussieht. Wir aber bei einem Foto ein Blitzlicht verwendet, so kann man durch das viele Licht die rote Netzhaut im Augeninnern erkennen. Auf dem Foto sehen die Pupillen dann rot aus.<eop>Die Netzhaut ist wie eine Leinwand. Sie wandelt das Licht in Nervensignale um. Auf der Netzhaut werden die Bilder, die wir sehen, verkehrt herum gezeigt. Die werden dann an das Gehirn weitergeleitet, wo diese aufgenommen werden. Das alles geht so schnell, dass wir das gar nicht merken. Ein Auge kann Dinge erkennen, Farben unterscheiden und Bewegungen wahrnehmen.<eop>Damit wir unsere Augen in alle Richtungen bewegen können, sind an ihnen Muskeln angewachsen. Manche Menschen können nicht so gut oder gar nicht sehen. Das kann an Krankheiten liegen, die das Auge kaputt machen. Manchmal sind Augen auch schon von Geburt an beschädigt. Wenn ein Mensch gar nichts sehen kann, dann nennt man das Blindheit. Brillen helfen Menschen, die schlecht sehen, beim Sehen.<eop>Die Augenlider und die Wimpern schützen die Augen vor Staub, Schmutz und anderen schädlichen Dingen. Tränen dienen ebenfalls dem Schutz und der Versorgung des Auges. Sie waschen die Augen sozusagen sauber. Die Augenbrauen sind zum Schutz da: vor Schweiß und vor Wasser, das von der Stirn tropft.<eop> Wie funktioniert das Sehen mit einem Facettenauge? Ein Facettenauge besteht aus vielen einzelnen Augen. Sie bilden gemeinsam ein Muster wie bei einer Bienenwabe. Die Oberfläche ist fast wie eine Halbkugel, deshalb blickt jedes Auge ein wenig in eine andere Richtung. Jedes Auge kann nur einen einzelnen Bildpunkt erfassen. Das ist wie bei einem Bildschirm mit vielen einzelnen Pixeln.<eop>Facettenaugen haben die meisten Insekten, aber auch einige Tausendfüßer, Krebse, Spinnentiere und einige andere Tiere. Am meisten Einzelaugen haben die Libellen, nämlich mehrere Male 10.000 auf jeder Seite des Kopfs. <eop>Facettenaugen sehen weniger Details als Wirbeltieraugen. Dafür können sie viel schnellere Bewegungen erkennen. Das ist besonders wichtig bei Insekten, damit man sie nicht fangen oder erschlagen kann. Weil die Facettenaugen wie Halbkugeln sind, können sie nicht nur nach vorne, sondern gleichzeitig auch nach hinten und auf beide Seiten sehen.<eop><eop>"}, {"title": "Augustus", "id": 70, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Augustus", "text": "Augustus war ein römischer Politiker und Heerführer. Er war der erste Kaiser des Römischen Reiches. Sein echter Name war eigentlich Gaius Octavius, später nannte man ihn auch Octavianus. Erst als Kaiser bekam er den Beinamen Augustus, der soviel wie „der Erhabene“ bedeutet. Wissenschaftler nennen ihn meist „Oktavian“, wenn sie über ihn vor seiner Kaiserzeit reden.<eop>Augustus wurde im Jahr 63 vor Christus geboren. Seine Familie gehörte dem römischen Ritterstand an, das waren die zweitwichtigsten Menschen nach dem Senatoren. Der junge Oktavius begann eine Laufbahn als römischer Beamter. Damit stieg er in den Stand der Senatoren auf. Dabei war wichtig, dass der wichtige Politiker Julius Cäsar sein Onkel war. Cäsar setzte ihn als Erben ein.<eop>Im Jahr 44 vor Christus ermordete man Cäsar. Danach brach eine Zeit der Unruhen aus. Niemand wusste, wer jetzt eigentlich das Sagen im Reich hatte. Seit 43 vor Christus arbeitete Oktavian mit Cäsars Freund Marcus Antonius und dem Soldatenführer Lepidus zusammen. Während dieser Zeit haben sie viele ihrer politischen Gegner umgebracht. <eop>Oktavian genügte das aber nicht: Als Erbe Cäsars wollte er Alleinherrscher des Reiches werden. Nachdem er Lepidus beseitigt hatte, erklärte er zuletzt auch Antonius und seine Frau Kleopatra zu Staatsfeinden. In einem Bürgerkrieg eroberte er viele von Antonius kontrollierte Gebiete. In der Seeschlacht von Actium im Jahr 31 vor Christus schlug er das Heer von Antonius vernichtend.<eop>Als Oktavians Truppen ein Jahr später Kleopatras Königreich Ägypten einnahm, begingen Kleopatra und Antonius Suizid. 27 vor Christus ließ sich Oktavian zum Kaiser krönen. Damit war die Zeit der Republik, als die sich das Römische Reich bis dahin verstanden hatte, vorbei. Während seiner Amtszeit machte er der langen Zeit, in der es viele Kriege gegeben hatte, ein Ende. Dieser Frieden wurde als „Pax Augusta“ bekannt: Augusteischer Frieden.<eop>Außerdem gelang es ihm, die Grenze des Römischen Reiches bis an die Donau auszudehnen. Im Jahr 9 nach Christus verloren seine Truppen aber die Schlacht im Teutoburger Wald gegen die Germanen. Augustus starb im Jahr 14 nach Christus. <eop>"}, {"title": "Außerirdische", "id": 71, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Außerirdische", "text": " Außerirdische sind Lebewesen, die nicht von der Erde sind. Einige Menschen behaupten, sie hätten am Himmel seltsame Flugzeuge gesehen, die von Außerirdischen geflogen wurden. Solche „Unidentifizierten Flug-Objekte“ werden auch UFOs genannt. Es gibt Wissenschaftler, die mit Teleskopen und Antennen nach außerirdischen Lebewesen suchen. Sie haben aber bisher keine gefunden. Es kann sein, dass es Außerirdische gar nicht gibt. <eop>Die allermeisten Wissenschaftler glauben, dass das Weltall so groß ist, dass es Leben auch woanders geben kann. Allerdings sind die Entfernungen zwischen den Sternen unvorstellbar groß: Darum ist es unwahrscheinlich, dass wir jemals Außerirdische kennenlernen werden. <eop>Trotzdem finden viele Leute es spannend, über außerirdisches Leben nachzudenken. Darum gibt es viele Bücher und Filme, in denen Außerirdische vorkommen. Diese Bücher und Filme gehören zur Literaturgattung Science-Fiction, in der es oft um die Zukunft, um Wissenschaft und das Reisen zu anderen Planeten geht.<eop> Ist jemand ein Lügner, wenn er Außerirdische gesehen haben will? Vor allem nach 1945 haben viele Leute behauptet, sie hätten Außerirdische oder ihr Raumschiff gesehen. Solche Raumschiffe nennt man oft „UFO“. Das ist eine Abkürzung für „Unidentifiziertes Flug-Objekt“. Genau genommen bedeutet das nur: Man hat etwas gesehen, das man sich nicht richtig erklären konnte. Meistens stellt sich das UFO als ein Flugzeug oder etwas anderes heraus, das von Menschen gemacht wurde.<eop>Wohl die meisten der Leute, die von Außerirdischen und UFOs reden, lügen. Sie wollen sich wichtig und interessant machen. Manche verdienen mit ihren Vorträgen viel Geld. Denn viele Zuhörer möchten gern an Außerirdische glauben, die die Probleme auf der Erde lösen.<eop>Einige Menschen berichten, sie seien von Außerirdischen entführt worden. Vielleicht sind auch sie einfach nur Lügner. Bei einigen vermutet man aber etwas anderes: Sie haben etwas Schlimmes in ihrem richtigen Leben erlebt, zum Beispiel haben böse Menschen ihnen Gewalt angetan. Ihr Gehirn möchte das aber vergessen und glaubt lieber, dass das schlimme Außerirdische gemacht haben.<eop> Seit wann sprechen die Menschen von Außerirdischen? Schon im Altertum gab es Philosophen, die über andere Welten nachdachten. So glaubte Anaximander vor über 2500 Jahren, dass andere Welten mit Lebewesen genauso entstanden sind wie die Erde. Geschichten über Wesen im Himmel kamen damals aber meist nicht von Wissenschaftlern, sondern aus der Welt der Sagen. Diese Wesen ähnelten Göttern und Geistern. Solche Geschichten über Mondgöttinnen und Pferdewagen, mit denen man zur Sonne reist, kennt man auch aus anderen Teilen der Welt, wie Asien oder Afrika.<eop>Im Alten Griechenland setzte sich Aristoteles durch. Seiner Meinung nach war die Erde im Mittelpunkt des Weltalls. Alles, was schwer ist, will zu diesem Mittelpunkt. Wasser, Luft und Feuer sind leichter und deshalb weiter vom Mittelpunkt entfernt. Der Mond ist die Grenze zwischen unserer Erde, die sich ständig ändert, auf der etwas wächst und wieder vergeht, und dem Himmel. Im Himmel, jenseits des Mondes, sind die Sterne und Planeten hingegen vollkommen und unvergänglich.<eop> Durften Christen an Außerirdische glauben? An das Weltbild von Aristoteles glaubte man auch noch im Mittelalter in Europa. Lebewesen passten nicht in einen Himmel, der unvergänglich war. Außerdem waren die Menschen in Europa Christen. Sie glaubten, dass Gott die Welt und den Himmel geschaffen hat. Dann hat Gott den Menschen geschaffen. In der Bibel steht aber nichts davon, dass Gott dasselbe mehrmals getan hätte, auf verschiedenen Planeten.<eop>Trotzdem gab es auch im Mittelalter Philosophen, die an außerirdisches Leben glaubten. Zumindest, so sagten sie: Gott kann alles, dann kann er auch Leben woanders schaffen. Nikolaus von Kues meinte, es könnte Außerirdische auf dem Mond und auf der Sonne geben.<eop>Zu Beginn der Neuzeit, also um 1500 oder 1600, schaffte man das Weltbild von Aristoteles ab. Astronomen wie Nikolaus Kopernikus haben sich nämlich den Himmel genauer angeschaut und herausgefunden, dass die Erde nicht im Mittelpunkt des Weltalls steht. Wenn man das nicht mehr glaubte, konnte man sich auch einfacher vorstellen, dass es woanders Welten wie unsere gibt.<eop>Das neue Weltbild führte dazu, dass wieder mehr Geschichten über Wesen von anderen Welten erzählt wurden. Der Franzose Cyrano de Bergerac, zum Beispiel, schrieb 1648 einen Roman über eine Reise zum Mond. De Bergerac interessierte sich nicht für Wissenschaft, sondern dachte gern sich das verrückte Leben und die Gesellschaft der Mondbewohner aus. Eigentlich wollte er sich damit über sein eigenes Land lustig machen, traute sich aber nicht, von Frankreich zu sprechen.<eop> Was änderte sich im 19. Jahrhundert? In den Jahren nach 1800 machte die Wissenschaft immer größere Fortschritte. Der Brite Charles Darwin erklärte, wie das Leben auf der Erde sich entwickeln konnte, auch ohne einen Gott. Daher konnte man sich noch eher Leben auf anderen Welten vorstellen.<eop>Die Astronomie fand heraus, dass es im Weltall noch viel mehr Sterne gab, als man bislang dachte. Manche Astronomen meinten sogar, auf dem Planeten Mars Linien zu sehen. Diese Linien seien Kanäle, also künstlich geschaffene Flüsse, mit denen die Marsbewohner Wasser von einem Ort an den anderen bringen.<eop>Seit dem Jahr 1870 dachten sich Schriftsteller immer öfter Geschichten aus, in denen Menschen zu anderen Welten reisen und dort Lebewesen treffen. Bei Jules Verne lassen Abenteurer sich mit einer Kanone auf den Mond schießen, bei Herbert George Wells kommen die Marsbewohner zur Erde, um sie zu erobern.<eop> Was entdeckten die Wissenschaftler im 20. Jahrhundert? Etwa seit 1960 lernten die Menschen, Raketen in den Weltraum zu schießen. Einige schickten sie zum Mond und zu den Planeten, die uns am nächsten sind, nämlich Merkur, Venus und Mars. Bald fand man heraus, dass es auf dem Merkur und der Venus viel zu heiß für Lebewesen ist. Sie sind der Sonne zu nah.<eop>Lange Zeit dachte man, am ehesten würde man Leben auf dem Mars finden: vielleicht keine Wesen so wie wir, aber Bakterien. Spätestens die Viking-Sonde von 1976 fand heraus, dass es auch auf dem Mars kein Leben gibt. Auf Planeten, die noch weiter weg von der Sonne sind, erwartet man erst recht kein Leben.<eop>Ein anderer Versuch, etwas von Außerirdischen zu erfahren, ist das „Abhören“ des Himmels. Mit großen Geräten sammeln Wissenschaftler Strahlen aus dem Weltraum. Im Jahr 1967 empfing man bestimmte Wellen aus der Richtung eines Sterns, die regelmäßig waren. Zuerst glaubte man, dass sie künstlich sein könnten – von Außerirdischen gesendet. Es stellte sich heraus: Solche Wellen entstehen auf natürliche Weise.<eop> Wie wahrscheinlich ist es, dass es woanders Leben gibt? Der Astronom Frank Drake hat sich 1961 eine Formel ausgedacht, mit der man ausrechnen kann, wie viele bewohnte Planeten es gibt. Dafür muss man wissen, wie viele geeignete Sterne und Planeten da sind. Dann rät man, auf wie vielen dieser Planeten Leben entstanden ist.<eop>Das Problem: All das weiß man nicht. Allerdings haben Astronomen in den Jahren seit etwa 1990 viele Planeten entdeckt, die um fremde Sterne kreisen. Je mehr man von solchen „Exoplaneten“ findet, desto eher vermutet man, dass es außerirdisches Leben gibt.<eop>Die Abstände von Stern zu Stern sind jedoch sehr, sehr groß. Mit dem schnellsten Raumschiff, das man sich vorstellen kann, würde so eine Reise viele tausend Jahre dauern. Und bis man einen fremden Stern und seine Planeten erreichen würde, kann es sein, dass das Leben dort schon wieder ausgestorben ist. Darum glauben die meisten Wissenschaftler zwar an Außerirdische, aber nicht, dass sie uns besuchen können.<eop>"}, {"title": "Australien", "id": 72, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Australien", "text": "Australien ist ein Staat. Manche Leute betrachten ihn als eigenen Kontinent. Andere zählen ihn zum Kontinent Ozeanien. Australien liegt auf der Südhalbkugel zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean. Australien ist etwa zwanzig Mal so groß wie Deutschland, trotzdem hat Deutschland drei Mal so viele Einwohner wie Australien.<eop>In Australien gibt es fünf Städte mit über einer Million Einwohnern. Am größten ist Sydney mit etwas über fünf Millionen Einwohnern. In der Hauptstadt Canberra hingegen leben nur etwa 370.000 Menschen. Das sind etwas weniger als in Zürich. Canberra liegt im Südosten des Landes, aber nicht an der Küste wie fast alle anderen großen Städte.<eop>Der größte Teil Australiens besteht aus Wüste oder Steppe, dort ist es sehr trocken und warm. Ganz im Norden und Nordosten gibt es einige Regenwälder, wie auch auf der Nachbarinsel Neuguinea, die schon zu Indonesien gehört. Dort ist das Klima tropisch, also heiß und feucht. <eop>Im Südosten Australiens ist es dagegen mäßig warm bis kühl. Dort leben auch die meisten Menschen. Auf dem Kontinent findet man viele Pflanzen und Tiere, die es nur dort gibt, zum Beispiel Koalas, Kängurus, Wombats und das Schnabeltier. <eop>Wie ist das Land? Australien ist etwa zwanzigmal größer als Deutschland. Doch fast die gesamte Mitte des Landes ist Wüste oder zumindest ziemlich trocken. Man hat sogar schon 45 Grad Celsius gemessen. Dort liegt das Wahrzeichen Australiens, der Berg Uluru, den man auf Englisch „Ayers Rock“ nennt. Er steht ganz allein in der Wüste und ist von weitem gut sichtbar. Der Westen dieser trockenen Mitte ist ein Hochland, der Osten lieft tiefer. <eop>Anders ist es im Norden: Dort kommt man in die Tropen oder Subtropen, also sehr feuchte Gebiete. Wirklicher tropischer Regenwald ist eher selten, gerade dort aber gibt es besonders viele Arten von Tieren und Pflanzen.<eop>Auch im Süden und Osten Australiens ist es meist nicht so trocken. Das Klima erinnert an Europa. Im Südosten verläuft der Murray-Fluss, der etwa doppelt so lang ist wie der Rhein ist.<eop>In Australien leben viele Tiere, die es nur dort gibt. Das liegt daran, dass andere Tiere nicht so leicht von Asien aus nach Australien gelangen konnten und umgekehrt. Die Tiere in Australien konnten sich ungestört weiterentwickeln. Bekannte Beispiele sind das Känguru, der Koala und das Schnabeltier, aber auch unsere Wellensittiche stammen aus Australien.<eop> Wie leben die Menschen in Australien? Den größten Teil der Einwohner bilden Nachfahren von Einwanderern aus Europa, vor allem aus Großbritannien. Ursprünglich brachte man viele Strafgefangene dorthin. Die meisten Menschen sprechen deshalb heute englisch. Seit einiger Zeit kommen auch Menschen aus Asien nach Australien.<eop>Es gibt aber auch noch etwa eine halbe Million Aborigines, sprich Äbbo-Ridschinies. Ihre Vorfahren lebten dort schon viele Jahrtausende vor den Menschen aus Europa. Die Aborigenes gelten als Ureinwohner Australiens. Sie besiedelten den Kontinent vor etwa 40.000 bis 60.000 Jahren. Sie kennen sich mit der Natur aus und wissen, wie man dort überlebt.<eop>Fast alle Australier wohnen in einigen sehr großen Städten, vor allem im Süden des Landes. Viele leben von der Landwirtschaft und Viehzucht. Ein Großteil der Produkte wie Getreide, Fleisch oder Wolle wird in andere Länder verkauft, also exportiert. Es gibt aber auch große Bergwerke, in denen zum Beispiel Kohle, Eisenerz, Gold und Diamanten gefördert werden. Außerdem reisen viele Urlauber nach Australien, um sich die Natur anzuschauen.<eop>In Australien isst man die Gerichte, die die Einwanderer aus Europa und Asien mitgebracht haben. Das Essen der ersten Bewohner nennt man Bush Food, sprich: Busch Fuhd. Das sind Beeren und Früchte, aber auch das Fleisch von Kängurus oder Schlangen. Beliebt in Australien ist außerdem Vegemite, sprich Wedschi-Meit: Diese salzige, gewürzte Paste macht man aus Resten von Pflanzen und Hefe, die beim Bierbrauen übrig bleiben.<eop> Wer hat in Australien das Sagen? Australien gehörte bis zum Jahr 1942 als Kolonie zu Großbritannien. Auch heute noch ist die britische Königin das Staatsoberhaupt. In Australien selbst lebt der Generalgouverneur, der die Königin vertritt.<eop>Der Generalgouverneur ernennt den Premierminister. Normalerweise ist das der Chef der größten Gruppe im Parlament. Auf jeden Fall muss der Premierminister Mitglied des Parlaments sein. Der Premierminister bestimmt, wer Minister wird. <eop>Australien besteht aus sechs Bundesstaaten und drei „Territorien“. Wie Bundesländer haben sie eigene Regierungen und Parlamente. Die Hauptstadt von Australien, Canberra, liegt in keinem dieser Bundesstaaten oder Territorien sondern in einem eigenen, kleinen Gebiet.<eop> "}, {"title": "Auto", "id": 73, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Auto", "text": "Ein Auto ist ein Fahrzeug mit einem Motor. Es hat meist vier Räder. Andere Namen sind Automobil oder Kraftwagen. Autos, die Menschen von Ort zu Ort bringen, nennt man Personenkraftwagen , abgekürzt Pkw. Wenn ein Auto vor allem dazu da ist, große Dinge zu bewegen, spricht man von einem Lastwagen oder Laster. <eop>Das Wort Automobil kommt aus dem Griechischen und Lateinischen. „Autos“ heißt „selbst“, das lateinische Wort „mobilis“ heißt „beweglich“. Es ist also etwas, das sich scheinbar „von selbst bewegt“. Es wird zum Beispiel nicht von Pferden gezogen. Im 19. Jahrhundert meinte man damit zuerst eine Straßenbahn.<eop>So wie viele Erfindungen hatte das Auto viele Erfinder. Zunächst versuchte man einen Wagen mit Dampfmaschinen und elektrischen Motoren anzutreiben. Das eigentliche Auto, so wie wir es kennen, hat einen Verbrennungsmotor. Darin wird Benzin oder Diesel zu einer kleinen Explosion gebracht, die den Wagen antreibt. <eop>Es dauerte allerdings noch lange, bis wirklich viele Leute ein Auto hatten. Anfangs war es mehr ein Sport für reiche Leute. Nach und nach konnten sich Menschen ein Auto leisten, die damit für ihren Beruf schwere Dinge bewegen mussten. In den Industrieländern hat man noch in den Jahren nach 1950 vor allem Wagen mit Pferden gesehen.<eop>Heute fahren allein in Deutschland etwa 40 Millionen Personenkraftwagen. Hinzu kommen etwa zehn Millionen Laster. Fast jede Familie hat mindestens ein Auto. Das kann auch ein Problem sein: In vielen großen Städten auf der Welt gibt es so viele Autos, dass der Platz für sie zu wenig ist. Außerdem kommen aus Autos schädliche Gase, das ist schlecht für die Umwelt. <eop>Mittlerweile nutzt man Autos auch in Wettkämpfen: Solche Wettrennen gehören zum Motorsport. Dafür braucht man Fahrzeuge, die genau dafür gebaut worden sind, die besonders schnell, sehr belastbar oder besonders wendig sind.<eop> Wann gab es die erste Autofahrt? Carl Benz fuhr schon 1885 mit seinem neuen Gefährt, das er ständig verbesserte. Die erste lange Autofahrt fand allerdings erst drei Jahre später statt, und zwar ohne ihn. Seine Frau Bertha schnappte sich den Wagen und ihre beiden Söhne und fuhr von Mannheim nach Pforzheim. Nach drei Tagen reisten sie zurück zu Carl Benz, dem Bertha Benz von der Fahrt gar nichts erzählt hatte.<eop>Die Strecke war 106 Kilometer lang. Heute würde man das in etwa einer Stunde schaffen. Die Straßen waren aber noch nicht so gut, und das Auto fuhr nicht sehr schnell. Bertha Benz brauchte fast 13 Stunden. Tankstellen gab es noch nicht – Kraftstoff für den Motor kaufte sie in einer Apotheke auf dem Weg.<eop>Die Leute lachten über die pferdelose Kutsche. Bertha Benz bewies aber, dass das Auto schon zuverlässig genug für lange Fahrten war. Später wurde behauptet, dass die Söhne das Auto gefahren hätten. Man wollte nämlich damals nicht glauben, dass eine Frau so etwas kann.<eop>Wie werden Autos heute angetrieben? Die meisten Autos fahren heute mit einem Benzin- oder Dieselmotor. Benzin und Diesel werden aus Erdöl hergestellt. Man kommt mit einer Tankfüllung viele hundert Kilometer weit, das ist ein großer Vorteil. Allerdings verschmutzen solche Verbrennungsmotoren die Umwelt. Deshalb gibt es bereits in einigen Städten oder zumindest in einzelnen Straßen Fahrverbote.<eop>Heute sieht man noch ein weiteres Problem: Durch die Verbrennung entsteht sehr viel Kohlendioxid. Das riecht man zwar nicht, aber es ist wesentlich für den Klimawandel verantwortlich. Die Ingenieure suchen deshalb fieberhaft nach neuen Antriebstechniken und haben auch bereits welche gefunden:<eop>An vorderster Stelle steht der Elektromotor. Solche Autos geben keine Abgase von sich und sind auch sehr leise. Wie umweltfreundlich sie sind hängt allerdings auch mit der Herstellung der Elektrizität zusammen. Bei der Herstellung der Elektrizität entsteht nämlich auch häufig Kohlendioxid. Ein weiterer Nachteil liegt in den schweren und teuren Batterien, die überdies viele wertvolle Rohstoffe wie Lithium verbrauchen. Zudem kommt man bisher mit einem Elektrofahrzeug nicht so weit wie mit einem Verbrennungsmotor.<eop>Man kombiniert deshalb auch Benzin- und Elektrofahrzeuge. Das nennt man „Hybrid“, sprich: Hübrid. Damit kann man zum Beispiel in der Stadt elektrisch fahren und abends zu Hause die Batterien wieder aufladen. Für weite Strecken fährt man dann mit Benzin oder Diesel weiter. Man hat somit die Vorteile beider Antriebsarten. Als Nachteil sind solche Fahrzeuge im Ankaufspreis teurer. Zudem verbirgt sich in diesen Autos sehr viel Elektronik, die wiederum anfällig für Störungen ist.<eop>Wie sind Autos heute ausgestattet? Autos wurden im Lauf der Zeit immer schneller, betriebssicherer und bequemer. Dazu hat die Entwicklung der Mechanik viel beigetragen, aber auch der Einzug moderner Elektronik trug dazu bei. Man unterteilt die verschiedenen Systeme in die Bereiche Sicherheit, Komfort und Unterhaltung.<eop>Zur Sicherheit gehört beispielsweise das Antiblockiersystem, abgekürzt ABS. Es verhindert, dass die Reifen beim Bremsen ins Rutschen geraten und sorgt dafür, dass man den Wagen weiterhin steuern kann. Es gibt aber auch automatische Bremssysteme, Warnungen, wenn man zu nahe an den Straßenrand gerät und viele andere Dinge.<eop>Zum Komfort gehört die Klimaanlage, die die Temperatur im Wagen automatisch immer gleich hält. Auch die automatische Gangschaltung, die Einschaltung der Lichter bei Dunkelheit, die gleichzeitige Verriegelung aller Schlösser und viele andere Entwicklungen gibt es seit vielen Jahren. Dazu kommen Rückfahrkameras, Navigationsgeräte, die dem Fahrer den Weg anzeigen und sogar Einparkhilfen, die das Einparken von selbst erledigen.<eop>Zur Unterhaltung gehören Musikanlagen und Bildschirme für die Beifahrer. Die meisten dieser Ausrüstungen haben nichts mehr mit Mechanik zu tun, sondern mit Elektronik, wie wir sie auch sonst aus der Unterhaltungsindustrie kennen.<eop> Was muss man machen, um Auto fahren zu dürfen? Im Jahr 1888 erhielt Carl Benz eine „Berechtigung“ mit Autos zu fahren. Das war eine Art Führerschein. Mit der Zeit gab es immer mehr Autofahrer, denen auch Unfälle passierten. Seit 1909 gilt in ganz Deutschland, dass man nur mit Führerschein ein Auto fahren durfte. Die Prüfung war anfangs noch sehr kurz, der neue Autofahrer sollte vor allem etwas zur Technik lernen. <eop>Nach und nach gab es mehr Regeln, an die sich Autofahrer halten müssen. In einer Fahrschule lernt man die Regeln und wie ein Auto funktioniert. Das kann recht lange dauern und kostet auch Geld. Am Ende gibt es eine Prüfung, die man bestehen muss. Der Staat will, dass nur Menschen ein Auto fahren, die auch sicher am Steuer sind.<eop>Wer sich ein Auto kauft, darf damit noch nicht fahren. Er muss dafür Steuern zahlen. Außerdem braucht er eine Versicherung: Wenn er einen Unfall hat und anderen einen Schaden zufügt, dann zahlt die Versicherung. Außerdem muss das Auto von Zeit zu Zeit untersucht werden, ob noch alles in Ordnung ist. Manchmal muss etwas repariert werden. Versicherung, Untersuchungen und Reparaturen kosten ebenfalls.<eop>"}, {"title": "Azteken", "id": 74, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Azteken", "text": "Die Azteken waren eine Hochkultur in Mittelamerika. Sie selbst nannten sich Mexica oder Nahua. Von ihnen hat also der heutige Staat Mexiko seinen Namen. Das Wort Azteke kommt aus dem Nahuatl, der Sprache der Azteken. Es bedeutet „jemand, der aus Aztlán kommt“. Aztlán ist ein Ort irgendwo in Mexiko. <eop>Bevor die Azteken sich im heutigen Zentralmexiko niederließen lebten dort viele verschiedene Völker, welche die Azteken auslöschen wollten. Doch sie waren enorm zäh und wurden schließlich zum mächtigsten Volk in Mittelamerika.  <eop>Ihre Hauptstadt Tenochtitlan gründeten die Azteken etwa um das Jahr 1350, vielleicht aber auch schon früher. Die Stadt lag auf einer Insel in einem See, wo sich ein Adler auf einen Kaktus setzte. Dieses Bild ist heute auf der Flagge Mexikos zu sehen. Die Gegend von Tenochtitlan gehört heute zu Mexiko-Stadt, der Hauptstadt von Mexiko.<eop>Die Azteken waren verglichen mit den Europäern keineswegs Wilde. Sie hatten zum Beispiel einen Kalender, der sehr genau war und bauten in Tenochtitlan prächtige Tempel. Sie waren aber auch bekannt für Menschenopfer: Um ihre Götter zufrieden zu stellen, haben die Azteken Menschen getötet. Das haben auch andere Völker gemacht, die Azteken aber besonders oft.<eop>Um das Jahr 1520 kamen die Spanier nach Mittelamerika. Innerhalb kurzer Zeit haben sie das Reich der Azteken erobert. Das gelang ihnen, weil andere mittelamerikanische Völker ihnen geholfen haben, die unter den Azteken gelitten hatten. Für 300 Jahre hieß das Land nun „Neu-Spanien“. Die spanischen Herrscher haben versucht, alle Erinnerung an die Azteken und ihre Kultur auszulöschen.<eop>"}, {"title": "Baden-Württemberg", "id": 77, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Baden-Württemberg", "text": " Baden-Württemberg ist ein Bundesland im Südwesten von Deutschland. Dort leben etwa 10 Millionen Menschen. Nur Nordrhein-Westfalen und Bayern haben mehr Einwohner. Die Hauptstadt von Baden-Württemberg ist Stuttgart, weitere große Städte sind Freiburg, Karlsruhe oder Mannheim. Das Land grenzt im Westen an Frankreich, im Süden an die Schweiz, im Osten an Bayern sowie im Norden an Hessen und Rheinland-Pfalz. <eop>Wie die anderen „Bindestrich-Länder“ mit zwei zusammengesetzten Namen ist auch Baden-Württemberg vor noch nicht allzu langer Zeit entstanden. Früher gab es hier viele kleinere Länder, darunter das Königreich Württemberg und das Großherzogtum Baden. Erst 1952 entschieden die Menschen in einer Volksabstimmung, dass sie fortan in einem gemeinsamen Bundesland leben wollten.<eop>Landschaftlich ist Baden-Württemberg zweigeteilt: Im Westen verläuft die Rheinebene, hier ist die Landschaft flach, das Wetter mild und auch im Winter wird es meist nicht sehr kalt. Deshalb wachsen hier auch empfindlichere Pflanzen wie Obst oder Wein, den schon die alten Römer hier anbauten. <eop>Der Ostteil besteht dagegen aus mehreren Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald oder der Schwäbischen Alb. Hier ist das Klima rauher, vor allem im Winter, und es ist schwieriger, Landwirtschaft zu betreiben. Deshalb waren die Leute hier in früheren Zeiten sehr arm. Das änderte sich erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, als viele kleine Fabriken und Bergwerke entstanden. <eop>Heute gehört Baden-Württemberg zu den wirtschaftlich stärksten und reichsten Bundesländern Deutschlands. Bekannte Unternehmen wie die Autobauer Daimler und Porsche oder das Software-Unternehmen SAP sind in Baden-Württemberg zuhause. <eop> "}, {"title": "Bahnhof", "id": 78, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bahnhof", "text": "Ein Bahnhof ist ein Ort, an dem Eisenbahn-Züge halten. Dort können Reisende ein- und aussteigen. Kleine Bahnhöfe haben oft nur ein oder zwei Bahnsteige, an denen nur Nahverkehrszüge halten. <eop>Große Bahnhöfe in großen Städten sind oft riesige Hallen mit vielen Gleisen. Dort halten auch Fernverkehrszüge wie der ICE. In sehr großen Städten gibt es auch mehrere Bahnhöfe, den wichtigsten nennt man meist Hauptbahnhof. <eop>Die meisten Bahnhöfe sind für Reisende da, die Passagiere. Dort gibt es oft auch Geschäfte, in denen man einkaufen kann. Außerdem gibt es Güterbahnhöfe, auf denen keine Menschen ein- und aussteigen, sondern Waren verladen werden. Diese Güterbahnhöfe brauchen sehr viel Platz und liegen deshalb heute meist außerhalb der Städte. <eop>Der größte Bahnhof von Deutschland ist der Hauptbahnhof von Leipzig. Im Hamburger Hauptbahnhof kommen aber mehr Menschen an oder reisen von dort ab: jeden Tag über 450.000. Der „Grand Central Terminal“ in New York ist der größte Bahnhof der Welt. Manche Bahnhöfe sind schon sehr alt und ein Wahrzeichen ihrer Stadt.<eop> Was sind die wichtigsten Arten von Bahnhöfen? Die meisten Bahnhöfe sind Durchgangsbahnhöfe: Die Züge fahren von außen in die Stadt, halten im Bahnhof und fahren vorwärts wieder aus dem Bahnhof. Dann durchqueren sie auf einem anderen Gleis den Rest der Stadt.<eop>Ein Durchgangsbahnhof ist sehr praktisch, hat aber einen großen Nachteil: Man muss an beiden Seiten des Bahnhofs Gleise bauen. Daher braucht man viel Bauland in der Stadt, und gerade in einer großen Stadt sind die Grundstücke sehr teuer.<eop>Einfacher kann man einen Kopfbahnhof bauen. Er hat Gleise an nur einer Seite. Die Züge fahren also von dieser Seite in den Kopfbahnhof und auf demselben Gleis wieder hinaus. Die Züge haben eine Lokomotive vorn und eine zweite hinten. Wenn ein Zug in den Kopfbahnhof eingefahren ist, steigt der Lokführer vorn aus und geht am Zug entlang zur Lok am Ende. Die fährt den Zug wieder aus dem Bahnhof heraus.<eop>Kopfbahnhöfe brauchen weniger Platz und können leichter an den Rand Innenstadt gebaut werden. Aber die Züge brauchen mehr Zeit, allein schon, weil die Lokführer die Lok wechseln müssen. Und oft will ein Zug nicht einfach wieder zurück dorthin fahren, woher er kommt, sondern in der selben Richtung weiterfahren. Er muss dann für die Weiterfahrt einen Umweg um die Stadt machen.<eop>Früher gab es in Deutschland 87 Kopfbahnhöfe, heute sind es etwa 20. Oft hat man Kopfbahnhöfe zu Durchgangsbahnhöfen umgebaut. Das versucht man heute mit dem Kopfbahnhof von Stuttgart. Oder man hat Kopfbahnhöfe gleich abgerissen, weil man sowieso einen neuen, größeren Bahnhof brauchte.<eop> "}, {"title": "Bakterien", "id": 79, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bakterien", "text": "Bakterien sind winzige Lebewesen. Sie kommen in großen Mengen fast überall auf der Erde vor. Man sieht sie aber nicht, weil sie so klein sind. Einige leben im Körper des Menschen oder auf seiner Haut. Sie können Krankheiten verursachen oder auch nützlich sein. <eop>Bakterien können in völlig unterschiedlichen Bereichen leben und sich von völlig unterschiedlichen Stoffen ernähren. Bakterien haben keinen Mund: Sie essen, indem sie die Nahrung einfach durch ihre Wand hindurch schleusen. Manche brauchen Sauerstoff, so wie die Menschen auch, andere nicht.<eop>Bakterien sind Lebewesen. Im Unterschied zu den Tieren, Pflanzen und Pilzen haben sie aber in den Zellen keinen Zellkern. Sie bilden somit eine eigene Gruppe. Für den Wissenschaftler sind sie eine eigene Domäne.<eop> Was bedeuten Bakterien für den Menschen? Auch ein gesunder Mensch hat viele Bakterien auf seiner Haut und in seinem Körper. Besonders viele davon leben in unserem Darm und helfen uns dort bei der Verdauung. Manche Bakterien aber lassen uns krank werden, weil sie beispielsweise giftige Stoffe herstellen. Es kommt auch drauf an, wo in unserem Körper die Bakterien leben. Bakterien aus dem Darm gehören eben nur dorthin. An einem anderen Ort werden sie von unserer Abwehr bekämpft. Kommen viele Bakterien beispielsweise in ein Gelenk, dann kann das Gelenk vereitern und sogar steif werden.<eop>Sind viele Bakterien im Blut, dann spricht man von einer Blutvergiftung. Die betroffenen Menschen haben dann Schüttelfost und hohes Fieber. Gelangen aber nur wenige Bakterien beispielsweise beim Zähneputzen ins Blut, dann wird man nicht krank.<eop>Hat der Arzt den Verdacht, dass Bakterien schuld an einer Krankheit sind, dann kann er das testen. Bei Husten etwa nimmt er Schleim. Bei einer Mandelentzündung tupft er mit einem ganz sauberen Wattestäbchen auf die entzündeten Mandeln. Dann gibt er die Probe in eine kleine Schale, in der die winzigen Lebewesen viel Nahrung finden. Dadurch vermehren sie sich sehr schnell. Nun kann der Arzt feststellen, ob es Bakterien sind und welche Art.<eop>Gegen Bakterien helfen Antibiotika am besten. Dieses Medikament wurde erst vor etwa hundert Jahren erfunden. Vorher starben sehr viele Menschen an bakteriellen Infektionen. Antibiotika sind aber auch nicht immer gut. Manchmal beginnen Bakterien, sich an sie anzupassen, und dann muss man immer mehr nehmen, bis das auch nicht mehr gesund ist. Es gibt neben Antibiotika noch andere Medikamente, die gegen bakterielle Infektionen wirken, aber weniger stark.<eop>Wie überträgt man Bakterien? Bakterien können von Mensch zu Mensch übertragen werden wie Viren. Wenn beispielsweise ein Kind mit Scharlach aus einem Glas trinkt, dann bleiben dort Bakterien haften. Trinkt nachher ein gesundes Kind von demselben Glas, dann kann es sich anstecken. Man kann aber auch über die Luft an solche Bakterien kommen. Beim Husten oder Niesen bildet sich ein feiner Nebel aus ganz kleinen Tröpfchen in denen sich die Bakterien befinden. Werden solche Tröpfchen eingeatmet, bleiben die größeren Tröpfchen an der Schleimhaut haften. Die kleineren gelangen in der Lunge. Die Bakterien wurden so von einem Menschen zum andern transportiert. Das nennt man eine Tröpfcheninfektion. <eop>Bakterien können auch von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Ein sehr gefürchtetes Beispiel ist die Pest, die durch Bakterien verursacht wird. Ursprünglich kommt diese Krankheit bei Nagetieren vor, bestimmt bei Ratten. Besondere Flöhe, eben die Rattenflöhe, holen sich die Pest bei Ratten und übertragen sie dann auch auf Menschen. Dann kann die Pest auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.<eop>Auch andere Krankheiten werden durch Bakterien ausgelöst: Die Lungenkrankheiten Tuberkulose und der Keuchhusten sowie die Scharlach sind häufige Beispiele. Andere Bakterien suchen sich den Weg durch die Harnröhre und gelangen so in die Harnblase. Das löst eine sehr schmerzhafte Entzündung aus. Durch Kot im Wasser können beim Trinken Darmbakterien in den Magen eines anderen Menschen gelangen und ihn krank machen. Es ist deshalb wichtig, dass alle Menschen sauberes Trinkwasser haben. Ebenso braucht es Toiletten die das Abwasser in eine Kläranlage führen.<eop>"}, {"title": "Ballon", "id": 80, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ballon", "text": "Ein Ballon ist ein Stück Stoff oder Plastik, das mit Luft, Gas oder einer Flüssigkeit gefüllt wird. Am bekanntesten ist der Luftballon, der etwa so groß ist wie ein Fußball. Mit Gas gefüllt fliegt er davon, mit Luft gefüllt schwebt er langsam wieder auf den Boden zurück.<eop>Am Himmel sieht man manchmal Heißluftballone mit einem Korb unten dran, in dem sich Menschen befinden. Diese Ballone bewegen sich langsam mit dem Wind. Deshalb spricht man auch von einer Ballonfahrt, weil sie sich langsam bewegen, wie ein fahrendes Schiff.<eop>Eine dritte Gruppe bilden die großen Gasballone. Man sieht sie jedoch selten. Meist tragen sie Geräte für Wettervorhersagen oder für irgendwelche Messungen mit sich. Auch eine Art von Gasballon wird bei einem Luftschiff verwendet.<eop>Was für Ballons sind zum Aufblasen da? Die einfachen, kleinen Ballons bestehen aus einer dünnen Haut aus Gummi oder Plastik. Man kann sie selber aufblasen und den Ausgang mit mit einem Knoten verschließen. Solche Ballone kann man in die Luft stupsen, dann schweben sie langsam herunter. <eop>Damit ein solcher Ballon aufwärts fliegt, muss man ihn mit einem besonderen Gas füllen. Man nimmt dazu Helium, weil das nicht brennt. Weil Helium leichter ist als Luft fliegt ein solcher Ballon davon, wenn man ihn nicht festhält.<eop>Solche Ballone kann man aber auch mit Wasser füllen. Dann nennt man sie meist Wasserbomben. Manche Kinder schmeißen diese gerne anderen nach. Die Waserbomben zerplatzen und machen die anderen Kinder nass.<eop>Wozu verwendet man die großen Gasballone? Die größeren Gasballone werden meist als Wetterballone eingesetzt. Sie tragen also eine kleine Wetterstation, Kameras und ähnliche Geräte mit sich. Sie sammeln damit Daten über die Windgeschwindigkeit, den Luftdruck, die Temperatur und viele andere. Diese Daten übermitteln sie meist per Funk auf die Erde, damit man sie sofort nutzen kann, beispielsweise für Wettervorhersagen. Ihre Fotos nutzt man aber auch in der Archäologie und in weiteren Fachgebieten.<eop>Diese Ballone haben die Form einer Kugel mit einem Durchmesser von mindestens einem Meter. Je größer sie sind, desto mehr können sie befördern. Ihre Hülle besteht meist aus einer hauchdünnen Kunststofffolie. Die Physiker müssen dabei alles sorgfältig berechnen, denn weiter oben wird die Luft dünner. Dann kann ein solcher Ballon auch platzen.<eop>Steuern kann man bei einem Gasballon nur die Höhe. Zum Aufsteigen kann er Sand oder Wasser ablassen, das er als Ballast mitführt. Zum Absteigen lässt der Ballon Gas ab. Beides muss man automatisch steuern oder per Funk von der Erde aus.<eop>Ein riesiger Gasballon könnte auch Lasten tragen. Eine deutsche Firma hat im Jahr 2001 einen Ballon gebaut, der zwei riesige Lastwagen tragen sollte. Allerdings ging er beim ersten Flugversuch in einem Sturm verloren. Darauf wurden die Versuche abgebrochen.<eop>In Berlin und in einigen anderen Städten gibt es heute noch einen großen Fesselballon, der mit Helium gefüllt ist. Er trägt unten einen Korb, in dem Passagiere aufsteigen und über die Stadt blicken können. Dieser Ballon bleibt jedoch immer durch ein starkes Seil mit dem Boden verbunden. So kann er auch wieder auf den Boden geholt werden. <eop>Eine weitere Art von Ballon ist der Zeppelin. Dieses Luftschiff besteht aus mehreren Ballonen, die Gas enthalten. Dazu kommen ein Propellerantrieb, Ruder zur Steuerung und eine Kabine für die Passagiere.<eop> Wie können Heißluftballone fliegen? Der Heißluftballon ist ein Luftgefährt mit der Form einer Birne. Erfunden wurde er von den französischen Brüdern Joseph und Jacques Montgolfier. Sie führten ihn am 4. Juni 1783 zum ersten Mal den Leuten vor. <eop>Die meisten Heißluftballons bestehen heute aus Kunststoffen wie Nylon oder Polyester. Der eigentliche Ballon liegt in einem Netz aus Seilen. Daran hängt ein großer Korb für die Passagiere. Über den Passagieren ist ein Gasbrenner angebracht, der die Luft im Ballon erhitzt. Dadurch wird sie leichter als die kältere Luft außen herum, deshalb fliegt der Ballon.<eop>Der Ballon hat keinen Antrieb, wie etwa einen Propeller oder eine Düse, damit er vorwärts kommt. Man kann ihn auch nicht steuern. Stattdessen trägt der Wind den Ballon in die Himmelsrichtung, in die er weht. Der Ballonführer muss deshalb viel über den Wind und das Wetter wissen. <eop>Ein Heißluftballon kann nur aufsteigen, indem er mit dem Gasbrenner mehr aufheizt. Wenn er absteigen will, stellt der Ballonführer den Brenner zurück oder öffnet mit einem Seil eine kleine Klappe oben am Ballon. Dort wir dann die warme Luft abgelassen. Deshalb führt er auch keinen Sand als Ballast mit, den er abwerfen könnte. Durch geschicktes Auf- und Absteigen kann der Ballonführer vielleicht eine andere Windströmung erreichen und so den Kurs etwas beeinflussen. <eop>Der Landeplatz lässt sich nicht im Voraus bestimmen, deshalb dürfen Heißluftballone überall landen. Dabei muss der Pilot aber genau auf elektrische Leitungen, Eisenbahnlinien und Strassen achten. Deshalb braucht jeder Ballonpilot einen besonderen Ballon-Führerschein.<eop><eop>"}, {"title": "Bananen", "id": 81, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bananen", "text": " Bananen sind Früchte. Sie wachsen in heißen Ländern, also in den Tropen und den Subtropen. Es gibt davon etwa 70 verschiedene Arten, aber während langer Zeit wurde nur eine davon in Europa verkauft. Genau genommen heißt sie „Dessertbanane“, weil sie so süß ist. Weil es aber bei uns und bis vor wenigen Jahren die einzige Banane in den Supermärkten war, nennt man sie einfach „Banane“. In den deutschsprachigen Ländern ist sie inzwischen die beliebteste Frucht nach dem Apfel.<eop>Bananen wachsen in großen Büscheln an einer Staude. Die haben keinen richtigen Stamm aus Holz, sondern eher aus eingerollten Blättern. Deshalb werden sie nicht sehr hoch. In der Natur haben sie Blüten. Die Bananen sind eigentlich Beeren, die Samen in sich tragen. Den Bananen in unseren Supermärkten hat man die Samen weggezüchtet.<eop>Wenn Bananen mindestens 14 Zentimeter lang sind, können sie geerntet werden. Das dauert an einer Staude ungefähr drei Monate. Man erntet sie, solange sie noch grün sind. Die Bananen werden dann begutachtet und in Kartons auf Schiffe verladen. Sie lagern dort in einem Kühlraum, um nicht zu schnell zu reifen. <eop>Wenn das Schiff an seinem Ziel ist, warten schon Kühlwagen, um die Bananen zu ihrem Bestimmungsort zu bringen. Jetzt sind sie immer noch etwas grün und kommen in eine Bananenreiferei. Es ist dort wärmer und ein bestimmtes Gas hilft, dass die Bananen schneller reifen. Erst wenn der Reifemeister mit ihrer Farbe zufrieden ist, werden sie in Läden und Supermärkte geliefert.<eop>Wie wachsen Bananen? Bananen sind Beeren. Wenn sie nicht gezüchtet sind, tragen sie Samen wie alle Beeren. Wenn diese auf die Erde fallen, wächst daraus eine neue Bananenstaude. Daran wachsen ganze Büschel von Blüten. Sie wachsen am Ende von Zweigen, die herunterhängen. <eop>Wenn die Blüten befruchtet werden, wachsen daraus die Früchte. Ein Büschel kann aus bis zu zwanzig Teilen bestehen, die nennt man „Hände“. An jeder „Hand“ wachsen mehrere „Finger“, so nennt man sie, weil Bananen ungefähr diese Form haben. Wenn man sie nicht pflückt, fallen sie auf die Erde und verbreiten so ihre Samen.<eop>Die Menschen züchteten Bananen mit immer kleineren Samen, bis diese schließlich ganz verschwanden. Solche Bananen kaufen wir heute im Laden. Sie sind ohne Samen angenehmer zum Essen.<eop>Bananen habe nämlich noch eine zweite Möglichkeit, sich fortzupflanzen: Im Boden bilden sie ein weit verbreitetes Netz von Wurzeln. Daraus wächst manchmal von allein eine Staude aus dem Boden, die Blüten bildet.<eop>Die zweite Eigenschaft ist noch viel erstaunlicher: Aus den Blüten können sich auch ohne Bestäubung Früchte bilden. Es braucht dazu manchmal nur eine zufällige Berührung, zum Beispiel durch ein Tier. Das macht sich der Mensch zunutze. Er züchtet nur solche Sorten und bringt die Früchte davon in die Läden.<eop> Warum ist die Banane krumm? Am Anfang wachsen die kleinen Bananen im Schutz von großen Blättern. Dann sind sie noch gerade. Wenn die Blätter abfallen und auf die Bananen das Sonnenlicht fällt, drehen sie sich erst nach außen und zum Schluss nach oben – immer in Richtung Sonne. <eop>Aber auch daran hat man weitergezüchtet. Viele Bananen sind heute gerader als früher. Sie haben auch eine viel zähere Schale, damit sie den Transport besser überstehen. <eop>Welche Arten von Bananen gibt es? In der Natur gibt es etwa 70 verschiedene Arten. Zusammen bilden sie die Gattung der Bananen. Die Menschen nutzen vor allem drei verschiedene Arten: Die Dessertbanane, die Kochbanane und die Faserbananen. Es gibt auch Zierbananen, die hält man sich nur wegen der schönen Blüten, so wie andere Blumen.<eop>Über die Dessertbanane steht oben schon vieles. Die Menschen haben von ihnen verschiedene Sorten gezüchtet. Die sind im Geschmack etwas verschieden. Vor allem reagieren sie anders auf Krankheiten. Vor allem Pilze können ganze Plantagen zerstören. Dann stellt man jeweils um auf eine andere Sorte, die dem Pilz widerstehen kann.<eop>Die Kochbanane hat verschiedene Namen: Man nennt sie auch Gemüsebanane oder Mehlbanane. Sie ist nämlich mehliger und weniger zuckerhaltig als die Dessertbanane. In den heißen Gebieten von Amerika, Afrika und Asien ist sie eines der wichtigsten Nahrungsmittel, so wie bei uns die Kartoffel. Roh sind Kochbananen ungenießbar. Man muss sie deshalb kochen, braten oder frittieren. <eop>Von der Bananenpflanze kann man auch die Fasern in den Blättern brauchen. Daraus stellte man früher vor allem Seile für Schiffe her, so wie bei uns aus Hanf. Die Seile aus Bananenfasern halten sogar länger. Heute macht man aus diesen Fasern Papiere für verschiedene Anwendungen. Manchmal setzt man sie aber auch als Ersatz für Kunststoffe ein. Ursprünglich kamen diese Pflanzen aus Ostasien. Man nennt sie deshalb auch „Manilahanf“ oder einfach „Bananenhanf“.<eop>Wie verbreiteten sich die Bananen über die Welt? Ursprünglich wuchs die Dessertbanane auf den Inseln Süd-Ost-Asien. Dort wurde sie in Schriften schon 600 Jahre vor Christus erwähnt. Die Einwanderer brachten sie mit auf die Insel Madagaskar, die östlich von Afrika liegt.<eop>Von dort gelangte sie weiter durch europäische Seefahrer auf die Kanarischen Inseln. Kurz nach der Entdeckung von Amerika brachten portugiesische Seefahrer die Bananen in die Karibik und bauten dort Plantagen an.<eop>Erst im Jahr 1876 kam die Dessertbanane in die USA. Nach Europa gelangte sie erst in den Jahren nach 1920. Sie verbreitete sich rasch, war aber sehr teuer. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich das. <eop>In der DDR konnten sich nur Politiker und die reichsten Leute Bananen kaufen. Nach der Öffnung der Grenze stürmten die Bewohner aus dem Osten die Supermärkte im Westen. Die Regale mit den Bananen waren dann als erste leergefegt.<eop>Inzwischen hat sich der Anbau von Bananen stark ausgebreitet. Es gibt viele Plantagen, zum Beispiel im Mittelmeerraum. Die Menschen dort verzehren die Bananen selber und verkaufen viel davon nach Europa.<eop>Welche Probleme gibt es auf der Welt rund um die Bananen? Die meisten Dessertbananen wachsen heute in Indien, gefolgt von China, Indonesien, Brasilien und Ecuador. Ein Großteil der Bananen wird aber direkt in diesen Ländern gegessen. Gemessen an der Ausfuhr ins Ausland steht Ecuador an der Spitze, gefolgt von den Philippinen, Guatemala, Costa Rica und Kolumbien.<eop>Die meisten Bananen wachsen heute in Plantagen, und es gibt dazwischen keine anderen Pflanzen. Dadurch verschwand die reiche Tierwelt und die Schädlinge nahmen überhand. Die bekämpft man oft mit chemischen Mitteln. Das ist schlecht für die Natur. Dazu braucht diese Art von Anbau viel Wasser. Dabei würden die Bananenstauden auch im Wald wachsen, im Schutz von Bäumen. Das wäre für die Natur viel besser.<eop>Mit den Bananen ist es ähnlich wie beim Kaffee und beim Kakao: Die Arbeiter auf den Plantagen verdienen mit ihrer Arbeit nur wenig Geld. Wenn wir für einen Euro Bananen kaufen, bekommt der Bauer dafür nur vier oder fünf Cent. Das führt zum Problem, dass oft Kinder mithelfen müssen und dadurch nicht zur Schule gehen können. <eop>Heute gibt es verschiedene Unternehmen, die sich für einen fairen Handel mit Bananen einsetzen. Sie wollen dafür sorgen, dass die Familien einen gerechten Lohn bekommen, von dem sie auch ohne Kinderarbeit wirklich leben können. Dafür kosten solche Bananen im Laden etwas mehr. In der Schweiz kommt bereits die Hälfte aller Bananen aus fairem Handel.<eop><eop>"}, {"title": "Bären", "id": 82, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bären", "text": "Bären sind Säugetiere. Sie gehören zu den Raubtieren. Man kann sie aufteilen in zwei Familien: Großbären und Kleinbären. Die Großbären nennt man auch „Echte Bären“.<eop>Oft meint man mit Bären die Großbären. Bei uns lebte nur einer davon: Der Braunbär. Ihn meint man oft, wenn man einfach vom Bären spricht. Und nicht zu vergessen ist auch der Bär als Spielzeug, nämlich als Teddybär.<eop>Wie sind Großbären? Echte Bären haben einen großen Kopf, kurze Arme und Beine und einen kräftigen Körper. Die Augen sind klein, die Ohren rund, und an jeder Pfote haben Bären fünf Zehen mit Krallen. Die Fellfarbe ist meistens braun oder schwarz. Bären können ausnahmsweise bis 800 Kilogramm schwer werden. Das ist fast so viel wie ein kleines Auto.   Bären sind Einzelgänger. Dort, wo es einen richtigen Winter gibt, halten sie Winterruhe. In den übrigen Jahreszeiten schlafen sie meist tagsüber in hohlen Baumstämmen oder in Erdgruben. Sie sind vor allem in der Nacht aktiv. Sie fressen so ziemlich alles, was sie finden: Beeren, Früchte und Grünzeug finden sie fast immer. Dazu fressen sie Insekten, Larven, kleine Wirbeltiere und Nagetiere wie etwa Mäuse und viele andere. Auch Fische gehören dazu. Manchmal jagen sie auch Tiere, die so groß sind wie ein Hirsch.<eop>Bären treffen sich nur zur Paarung und trennen sich dann wieder. Die befruchtete Eizelle kann lange im Bauch der Mutter warten, bis sie sich einnistet und zu entwickeln beginnt. Die eigentliche Schwangerschaft dauert dann nur etwas mehr als zwei Monate. <eop>Kleine Bärchen trinken während drei bis neun Monaten Milch von ihrer Mutter, deshalb sind sie Säugetiere. Sie bleiben aber fast zwei Jahre lang bei der Mutter. Erst mit drei bis sechs Jahren werden sie geschlechtsreif, können dann also selber Junge bekommen. In der Natur werden Bären 20 bis 30 Jahre alt, in Zoos bis zu 50 Jahre.<eop> Wo leben Großbären?  Bären leben auf der ganzen Welt, aber mögen keine trockenen Gegenden. Es gibt acht verschiedene Arten von Großbären. Die bekannteste Art ist der Braunbär. Er lebt in Nordamerika, Europa und Asien. Zu den Braunbären gehört auch der Grizzlybär. Er kommt nur in Nordamerika vor. <eop>Den Eisbären gibt es in der Arktis und auf Grönland. Der Amerikanische Schwarzbär lebt in den USA und in Kanada. Man schätzt, dass es von ihm noch knapp eine Million Tiere gibt.<eop>Die anderen Bärenarten leben eher im Süden: Am bekanntesten ist bei uns wohl der Große Panda, den es nur noch in einigen Bergen Chinas gibt. Ebenfalls in Asien leben der Kragenbär, der Lippenbär und der Malaienbär.<eop>In Südamerika lebt einzig der Brillenbär. Er ist bedroht, wie auch andere Bärenarten. Der Mensch nimmt ihm immer mehr Land weg. So verliert er seinen Lebensraum.<eop>Wie sind Kleinbären? Kleinbären messen höchstens 67 Zentimeter. Sie sind also etwa so groß wie ein bis zwei Lineale. Ein einzelnes Tier bringt auch höchstens 12 Kilogramm auf die Waage. Manche von ihnen gleichen eher einem Marder als einem Bären. <eop>Ihr Fell ist braun oder grau. Der Schwanz ist meist geringelt. Manche Kleinbären haben auch im Gesicht verschiedene Farben. Sie haben kleine Ohren, die sind spitz oder rund. Sie haben an jedem Fuß fünf Zehen mit kurzen, gebogenen Krallen.<eop>Kleinbären sind nachts oder in der Dämmerung unterwegs. Eine Ausnahme bilden die Nasenbären. Sie schlafen in Felsspalten oder Baumhöhlen. Viele Arten können gut klettern.<eop>Kleinbären fressen alles, was sie finden, vor allem aber Pflanzen. Nüsse und Früchte mögen sie besonders. Aber auch kleine Wirbeltiere, Eier und Insekten sind manchmal dabei.<eop>Wo leben Kleinbären? Kleinbären gibt es nur in Amerika. Etwas Besonderes ist der Waschbär: Ursprünglich war er von Kanada bis nach Panama zuhause. In verschiedenen Ländern wurde er aber ausgesetzt oder ist aus der Gefangenschaft entwichen. In Deutschland zum Beispiel wurde er zur Plage und wird dort bejagt.<eop>Weiter südlich in Amerika lebt der Wickelbär, auch Honigbär genannt. Die Nasenbären haben eine Nase fast wie ein Schweinchen. Der Kopf der Katzenfrette gleicht dem eines Wüstenfuchses. Die Makibären leben nur in einem eher kleinen Gebiet in Mittelamerika. Insgesamt gibt es sechs Gattungen mit 14 Arten von Kleinbären.<eop><eop>"}, {"title": "Barock", "id": 83, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Barock", "text": "Der Barock oder das Barock ist ein Stil aus der Geschichte der Kunst. Gemeint sind barocke Gebäude, Gemälde, Kleider, Musikstücke oder Werke aus der Literatur. Was zum barocken Stil gehört, kann man am Aussehen wiedererkennen oder wie es sich anhört. <eop>Das Wort Barock selbst kommt aus der portugiesischen Sprache. Wenn eine Perle nicht richtig rund war, nannte man sie schief oder ungleichmäßig. Man nannte zunächst etwas abfällig „barock‟, wenn es nicht so aussah, wie man es gewohnt war.<eop>Dieser Stil dauerte etwa von 1550 bis 1750 oder noch etwas später. Er entstand zunächst in Italien und wurde dann in anderen katholischen Ländern wie Spanien oder Frankreich beliebt. Später kam er auch nach Norden. <eop>Barocke Kunst ist meistens üppig und ausufernd, das Auge hat viel zu sehen. Sie ist bewegt und lebendig. Gemälde sind meist sehr bunt, Gebäude haben oft viele Schnörkel. Der vorherige Stil aus der Renaissance baute mehr auf die Vernunft, auf das Glatte und Gerade. <eop> "}, {"title": "Baron Münchhausen", "id": 84, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Baron Münchhausen", "text": "Der Baron von Münchhausen war ein Mann aus dem Norden Deutschlands. Er war ein Adeliger und lebte in den Jahren von 1720 bis 1797. Er wohnte meist auf einem Bauernhof, der auch als Schloss diente. Als junger Mann ging er nach Russland und kämpfte dort in Kriegen mit.<eop>Sein vollständiger Name war Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. Er liebte es, Geschichten zu erzählen. Die waren so verrückt, dass sie sich gar nicht zugetragen haben konnten. Deshalb wird er auch oft der „Lügenbaron“ genannt. Andere Leute haben die Geschichten aufgeschrieben und daraus Bücher gemacht. Am bekanntesten wurde ein Buch, das im Jahr 1785 zuerst in Großbritannien erschien. Der Schriftsteller Gottfried August Bürger übersetzte es ins Deutsche und fügte noch viele Geschichten dazu.<eop>Man kennt heute über 100 Geschichten, die von Münchhausen stammen sollen oder in denen er vorkommt. Nur von vier weiß man, dass sie wirklich vom echten Münchhausen erzählt worden sind. Der Baron mochte die Bücher überhaupt nicht: Er fand, dass er darin lächerlich gemacht wurde.<eop>Später sind große Filme über Münchhausen gedreht worden. Im Jahr 1943 spielte Hans Albers den Baron in einem deutschen Film. 1988 gab es einen weiteren, sehr teuren Film von Terry Gilliam. Der Film gefiel den Filmkennern, aber die Zuschauer mochten ihn nicht.<eop> Was soll Münchhausen erlebt haben? Der Baron von Münchhausen in den Geschichten ist ein Soldat und Abenteurer. Er kämpft gegen das Osmanische Reich und trifft auch den Sultan in Konstantinopel. Ferner reist er durch die baltischen Länder, die damals zu Russland gehörten. Das sind die sogenannten Landgeschichten. Außerdem gibt es noch die See-Abenteuer. <eop>In den Geschichten berichtet der Baron zum Beispiel, er sei in Russland mit einem Pferdeschlitten gefahren. Dann griff aber ein Wolf das Pferd an. Der Wolf fraß das ganze Pferd auf und befand sich dann im Pferdegeschirr, mit dem das Pferd den Schlitten gezogen hatte. So kam der Baron mit seinem Schlitten am Ziel an, vom Wolf gezogen. <eop>Eine andere Geschichte erzählt davon, dass Münchhausen an seinen langen Haaren zog. So gelang es ihm, sich und sein Pferd aus einem Sumpf zu befreien. Am berühmtesten ist der Ritt auf der Kanonenkugel. Damit spähte Münchhausen vor einer Schlacht die Feinde aus.<eop>"}, {"title": "Bart", "id": 85, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bart", "text": "Einen Bart nennt man es, wenn jemand Haare im Gesicht hat. Es ist normal bei Männern, dass bei ihnen Haare im Gesicht wachsen, zumindest im unteren Teil. Das passiert bei Jungen ab der Pubertät.<eop>Menschen haben auch Haare oben auf dem Kopf. Das Barthaar ist allerdings dicker als das Kopfhaar, und es wird auch nicht so lang. Allerdings kann es genau wie das Kopfhaar grau werden.<eop>Manche Männer rasieren sich jeden Tag, damit sie im Gesicht glatt aussehen. Andere Männer lassen sich gern einen Bart wachsen. Sie finden, dass er gut aussieht. Wer sich einen Bart stehen lässt, muss sich weniger rasieren. Aber auch Bärte werden gepflegt, zum Beispiel, damit sie nicht zu lang werden oder auch nicht überall wachsen.<eop>Für Bärte gibt es Moden, genauso wie für die Frisur beim Kopfhaar. Manchmal ist es Mode, sich einen langen Bart stehen zu lassen. Zu anderen Zeiten ist ein Schnurrbart beliebt: Dabei rasiert man sich, lässt aber Barthaar über dem Mund auf der Oberlippe stehen. <eop>Auch Frauen haben Haare im Gesicht. Es ist aber ganz dünn und fein, so dass man es kaum sieht. Bei einigen Frauen wächst Barthaar allerdings fast wie bei Männern. Die meisten lassen sich die Barthaare dann auszupfen.<eop>"}, {"title": "Basel", "id": 86, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Basel", "text": "Basel ist eine Stadt in der Schweiz. Sie liegt in der nord-westlichen Ecke der Schweiz und grenzt an Deutschland und Frankreich. Sein Flughafen liegt auf französischem Boden. Durch Basel fließt der Rhein.<eop>Früher gab es auch einen Kanton Basel. Heute sind es zwei Halbkantone, Basel-Stadt und Basel-Land. Zum Kanton Basel-Stadt gehören die Stadt Basel und die beiden kleinen Gemeinden Riehen und Bettingen. Zum Kanton Basel-Land gehören 86 meist kleinere Gemeinden. Oft spricht man auch heute noch vom „Kanton Basel“, aber ganz genau genommen stimmt dieser Ausdruck nicht.<eop>Was muss man über die Stadt Basel wissen? Die Stadt Basel hat etwa 170.000 Einwohner, im internationalen Ballungsraum sind es ungefähr eine halbe Millionen. Nach Zürich und Genf ist Basel die drittgrößte Stadt in der Schweiz. Sie teilt sich in Grossbasel auf der linken und Kleinbasel auf der rechten Seite des Rheins. Die Altstadt liegt auf Grossbasler Seite direkt am Rhein. Dort befindet sich das Basler Rathaus. In der Nähe der Altstadt befindet sich der Münsterhügel, auf dem das Basler Münster steht, die größte Kirche Basels.<eop>Die Stadt Basel hat ihren Ursprung im Altertum. Schon um 150 vor Christus siedelte hier der keltische Stamm der Rauriker. Rund um 50 vor Christus begannen hier die Römer unter der Herrschaft von Julius Cäsar zu siedeln. Sie gründeten auf dem Münsterhügel eine befestigte Siedlung, die sie Basilia nannten. So entstand der Stadtname Basel. <eop>Später regierte dort ein Bischof, und Basel gehörte zum Heiligen Römischen Reich. Die Stadt Basel eroberte immer mehr Landgemeinden in der Umgebung und machte sie sich untertan. Im Jahr 1833 erlangten alle diese Gemeinden, die südlich des Rheins lagen, gemeinsam die Unabhängigkeit von der Stadt.<eop>Der Rhein war immer sehr wichtig. Von Basel brachten Schiffe ihre Waren nach Rotterdam, dem wichtigen Hafen an der Nordsee. Vor allem brachten sie Waren von dort zurück: Erdöl, Kaffee, Kakao, Zucker und andere Rohstoffe, die es in der Schweiz nicht gibt. Aus Asien kommen viele Waren wie Kleider und Schuhe, aber auch elektronische Geräte wie Fernseher, Smartphones und so weiter. Auch viele Dinge aus Afrika und Amerika kommen in Basel an und werden vom Hafen in die ganze Schweiz verteilt.<eop>Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Basel eine wichtige Industriestadt. Heute ist es vor allem bekannt als Sitz von wichtigen Chemie- und Pharmakonzernen, die Medikamente herstellen. In Basel finden jedes Jahr große Messen für Kunst und Uhren statt. Bedeutsam sind auch die Basler Fasnacht oder der FC Basel. Er war während langer Zeit der erfolgreichste Fußballverein der Schweiz.<eop>Was muss man über den Kanton Basel wissen? Etwa ab dem Jahr 1400 eroberte die Stadt Basel nach und nach viele umliegenden Gemeinden und machte sie sich zu Untertanen. So begann ein Kanton zu wachsen. In der Politik hatten diese Gemeinden und Menschen jedoch nichts zu sagen. Alles wurde von der Stadt bestimmt. <eop>Im Jahr 1501 schloss sich Basel der Eidgenossenschaft an, aus der die Schweiz entstand. Basel war der elfte Ort in diesem Bündnis.<eop>Zur Zeit der Französischen Revolution erkämpften sich die Gemeinden immer mehr Rechte gegenüber der Stadt. Es gab auch Kämpfe. Im Jahr 1833 kam es zu einer Trennung: Die Basler Landbevölkerung bildete den neuen Kanton Basel-Landschaft. Meist sagt man nur: Basel-Land. Sein Hauptort ist Liestal.<eop>So ist es seither geblieben. Alle Versuche, die beiden Halbkantone wieder zu vereinigen, scheiterten an den Volksabstimmungen. In den Ständerat dürfen die beiden Halbkantone je einen Vertreter schicken.<eop><eop>"}, {"title": "Batterie", "id": 87, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Batterie", "text": "Als Batterie bezeichnet man meist ein Gerät, das elektrischen Strom abgibt. Damit können viele technische Geräte betrieben werden, auch wenn man keine Steckdose hat. Auch Autos, Computer und andere größere Geräte haben eine Batterie. Weil Batterien und Akkus giftige Chemikalien enthalten, müssen sie als Sondermüll entsorgt werden. <eop>Batterien bestehen aus verschiedenen Chemikalien und haben immer einen Pluspol und einen Minuspol. Wenn diese Pole zum Beispiel über eine Lampe verbunden werden, tauschen sie Elektronen aus. Eine normale Batterie ist irgendwann leer, dann muss man sie austauschen. <eop>Manche Batterien lassen sich aber wieder aufladen, man nennt sie auch Akkumulatoren oder kurz: Akkus. In Computern und Smartphones sind meist solche Akkus verbaut, auch die Batterie im Auto ist eigentlich ein Akku.<eop>"}, {"title": "Bauch", "id": 88, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bauch", "text": "Der Bauch liegt bei den Wirbeltieren zwischen der Brust und dem Anfang der Beine. Beim Menschen ist der Bauch vorne, weil er aufrecht auf zwei Beinen geht. Bei den meisten anderen Wirbeltieren liegt der Bauch unten, zur Bodenseite hin. Den Bauchraum nennt man auch Bauchhöhle. Sie ist mit einer besonderen Haut ausgekleidet, dem Bauchfell.<eop>Auf dem Bauch sieht man den Bauchnabel. Weiter unten kann man das Schambein spüren. Dieser Knochen gehört zum Becken. Auf beiden Seiten spürt man den oberen Teil des Beckens, den Beckenkamm. Den Raum innerhalb des Beckens nennt man auch Beckenraum, man zählt ihn aber meistens zum Bauchraum. Die Beuge zwischen dem Bauch und den Beinen nennt man die Leiste.<eop>Außer der Wirbelsäule gibt es oberhalb des Beckens keine Knochen. Der Bauchraum ist also nur durch Muskeln und durch die untersten Rippen geschützt. Zwischen dem Bauchraum und dem Brustraum liegt ebenfalls ein starker Muskel, das Zwerchfell. Das brauchen wir vor allem beim atmen. Beim Husten kann das Zwerchfell vor Anstrengung schmerzen.<eop>Im Bauchraum liegen viele wichtige Organe: Am meisten Platz braucht der Darm. Ebenfalls zur Verdauung gehören der Magen und die Bauchspeicheldrüse. Dazu kommen die Leber und die Gallenblase. Ganz hinten liegen die Milz und die Nieren. Sie filtern Wasser und Reststoffe aus dem Blut und leiten den Urin in die Harnblase weiter. Die liegt ganz unten im Bauchraum. Darüber liegt bei den Frauen die Gebärmutter. <eop>Manchmal erleben wir Bauchschmerzen. Die können viele verschiedene Gründe haben. Oft hat man etwas Schlechtes gegessen, womit der Darm nicht zurande kommt. Das geht meist vorbei, oder man kann zum Beispiel mit Kamillentee nachhelfen. Manchmal ist aber ein bestimmtes Organ oder das Bauchfell entzündet. Wenn also abwarten nicht hilft, muss man dringend einen Arzt aufsuchen.<eop><eop>"}, {"title": "Bauchnabel", "id": 89, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bauchnabel", "text": "Der Bauchnabel ist eine Vertiefung in der Mitte des Bauches. Wenn ein Kind noch im Bauch der Mutter ist, hat es eine Nabelschnur. Dadurch bekommt das Kind Nahrung und Sauerstoff aus dem Körper der Mutter. Wird das Kind geboren, ist die Nabelschnur noch am Kind.<eop>Die meisten Tiere beißen die Nabelschnur bei ihren Jungen ab. Bei den Menschen schnürt der Arzt oder die Hebamme die Nabelschnur mit einem Faden zu und schneidet den Rest ab. Das merkt das Kind nicht. Es ist, wie wenn man einen Fingernagel schneidet. Am Bauch dran bleibt ein Stummel wie ein kleiner Finger. Dieser wird mit Verbandstoff abgedeckt und fällt dann nach einigen Tagen von selber ab. <eop>Ein Bauchnabel sieht nicht immer gleich aus. Je nachdem, wie die Nabelschnur abgebunden wird, kann auch eine kleine Wölbung nach außen übrigbleiben. Bei dicken Menschen bildet der Bauchnabel eine tiefe Höhle. Einige Menschen tragen am Bauchnabel ein Piercing, also ein Stück Metall als Schmuck.<eop>"}, {"title": "Bauernhof", "id": 90, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bauernhof", "text": " Früher gehörten zu einem Bauernhof ein Bauernhaus, ein Stall mit Tieren und eine Scheune für Heu, Stroh und die Maschinen. Im Bauernhaus wohnte der Bauer mit seiner Familie. Die Bauersfrau und die Kinder halfen überall mit, so viel es ihnen ihre Zeit und die Kraft erlaubten. Die Familie arbeitete auf dem eigenen Land, oder sie hatte es gemietet, man sagt auch: gepachtet.<eop>Auf dem Bauernhof wurden Kartoffeln und Getreide für die Menschen angebaut. Aber auch Gras und andere Pflanzen als Viehfutter, um Milch oder Fleisch zu machen. Dazu gab es Eier, Obst, Gemüse, vielleicht auch Wein und weitere Produkte.<eop>Solche Bauernhöfe sind immer seltener geworden: Es wurden mehr Tiere, mehr Land, mehr Maschinen und dafür weniger Arbeitskräfte. Die Familie arbeitet immer seltener mit. Auf vielen Bauernhöfen gibt es nur noch eine kleinere Anzahl von Produkten, dafür gibt es davon größere Mengen.<eop>Wie sah ein Bauernhof früher aus? In unseren Ländern haben früher viele Bauern ihren Bauernhof vom Vater geerbt. Ein wichtiges Arbeitsgebiet war die Milchwirtschaft. Auf den Weiden fraßen die Kühe, Stiere und Kälber Gras und Kräuter. Auf den Wiesen trocknete der Bauer das Gras zu Heu. So konnte er es für den Winter in der Scheune einlagern. Die Milch konnte er verkaufen.<eop>Außerdem wollten die Menschen Fleisch essen. Einige der Kälber und erwachsenen Rinder verkaufte der Bauer an Metzgereien. Damit die Tiere mehr Milch hergaben und mehr Fleisch ansetzten, gaben ihnen die Bauern mehr und mehr Getreide und Mais zu fressen.<eop>Ein drittes wichtiges Arbeitsgebiet war die Pflanzung von Getreide wie Weizen, Hafer, Gerste und Kartoffeln. Das verkaufte der Bauer an Mühlen und Bäckereien oder auf dem Markt und konnte damit viele Menschen ernähren.<eop>Dazu kamen weitere Arbeitszweige: Die Haltung von Hühnern wegen der Eier oder der Anbau von Obst wie Äpfeln oder Birnen. Die Bäuerinnen versuchten im Garten so viel Gemüse anzupflanzen, dass sie noch welches auf dem Markt verkaufen konnten. Eine Bauernfamilie hat sich aber auch weitgehend selbst versorgt.<eop>Früher mussten auch noch Pferde für die Wagen und Pflüge gehalten werden. Hauskatzen brauchte es, damit diese die Mäuse fraßen. Der Hund war der Wächter. Nur wenn alles vorhanden war, lief es rund. Reichten die Arbeitskräfte aus der Familie nicht aus, mussten zusätzlich Knechte und Mägde eingestellt werden.<eop>Sehr wichtig auf dem Hof war der Dünger. Der Mist ist der Kot der Tiere mit den Strohresten. Die Jauche ist der Urin mit dem Kot, der mit Wasser weggespült wurde. Beides brachten die Bauern auf die Felder aus, damit es den Pflanzen als Nahrung diente. Ein Bauernhof war also ein ziemlich geschlossener Kreislauf.<eop>Wie ist ein moderner Landwirtschaftsbetrieb? Auf einem modernen Landwirtschaftsbetrieb müssen die Menschen weniger lang und weniger hart arbeiten. Gleichzeitig verdienen die Bauern mehr als früher und können sich deshalb ein einfacheres und besseres Leben leisten. Möglich wurde dies so:<eop>Die Landwirtschaftsbetriebe sind viel größer geworden: Die Größe hat sich in den letzten 40 Jahren etwa verdoppelt, dafür hat sich die Anzahl der Bauernhöfe etwa halbiert. Aus zwei Bauernhöfen ist also einer geworden.<eop>Der Bauer setzt immer mehr Maschinen ein: Die Melkmaschinen sparen sehr viel Zeit, denn der Bauer kann damit mehrere Kühe gleichzeitig melken. Mit dem Traktor gehen das Mähen von Gras das Pflügen des Ackers schneller als mit Pferden. Diese müssen auch nicht mehr versorgt und eingespannt werden. Das Getreide erntet der moderne Mähdrescher.<eop>Dadurch braucht der Bauer seine Familie seltener zur Mitarbeit. Er versucht auch nicht mehr, möglichst alles selber anzubauen. Die einen machen nur noch Ackerbau und halten keine Tiere mehr. Andere konzentrieren sich auf die Milchwirtschaft oder auf die Fleischproduktion. Die Bäuerin kauft mehr im Supermarkt ein.<eop>Auch der Umgang mit dem Dünger hat sich gewandelt. Die meisten Bauern kaufen zusätzlich Kunstdünger ein. Dadurch können sie viel mehr ernten. Zu viel Dünger gerät jedoch manchmal in die Bäche, Seen oder in das Grundwasser. Dadurch kann das Trinkwasser schlecht werden.<eop>Viele Bauern kaufen aber auch immer mehr Futter ein. Oft kommt dieses mit dem Lastwagen aus dem Ausland. Damit können sie mehr Tiere füttern und mehr Fleisch oder Milch verkaufen. Manchmal haben sie dann aber auch zu wenig Land, um den Mist und die Jauche auszubringen. Sie verkaufen es dann weiter.<eop>Was ist eine Tierfabrik? Es gibt Bauern, die haben noch viel weiter modernisiert: Sie halten nur noch eine Tierart, meist Hühner oder Schweine. Den großen Teil des Futters kaufen sie ein. Immer mehr Hühnerfutter ist Soja aus Südamerika, der per Schiff und Lastwagen angeliefert wird. Den Mist verkaufen sie, oft ins Ausland, weil sie kaum mehr Land haben.<eop>Ihre Tiere halten sie in riesigen Ställen. Sie sind dafür anfälliger auf Krankheiten und brauchen viele Medikamente. Dies führte schon so weit, dass sich die Bakterien von den Medikamenten nicht mehr abtöten lassen. Sie wirken dann auch bei vielen Krankheiten von Menschen nicht mehr.<eop>Wenn Tiere zu eng gehalten werden, beginnen sie sich zu beißen oder aufeinander herumzuhacken. Dagegen wehren sich die Tierschützer. Es gibt zwar Gesetze zum Tierschutz, die verhindern aber auch nicht alles. Sie sind je nach Land verschieden streng.<eop>Was ist ein Bio-Bauernhof? Auf einem Bio-Bauernhof gelten besondere Regeln. Beispielsweise dürfen keine Kunstdünger und chemischen Spritzmittel eingesetzt werden, damit die Nahrung gesünder ist. Welche Regeln gelten, hängt vom Gütesiegel ab. Sie heißen zum Beispiel Bioland, Demeter, Biokreis, Naturland oder Knospe. Hinter jedem Gütesiegel stecken klare Regeln. <eop>Diese Regeln betreffen auch den Platz, den die Tiere haben müssen. Sie dürfen also nicht so eng zusammengepfercht sein. Sie brauchen eine bestimmte Menge Tageslicht und eine bestimmte Zeit im Freien. Die Liegestellen müssen entsprechend mit Stroh oder einem ähnlichen Material ausgelegt sein. Die Jungtiere darf man den Muttertieren nicht zu früh wegnehmen. <eop>Auf einem Bio-Bauernhof braucht es mehr Handarbeit als auf einem anderen modernen Bauernhof. Deshalb sind auch die Produkte teurer. Viele Menschen denken aber, dass sich das lohnt: Die Produkte sind gesünder und die Tere werden besser gehalten.<eop>Wie sind die Bauernhöfe auf der übrigen Welt? Bauernhöfe sehen sehr unterschiedlich aus in den verschiedenen Gegenden der Welt. In ländlichen Gebieten und dort, wo es mehr Hügel und Berge gibt, sind sie eher klein. Es gibt viel Handarbeit und wenig Maschinen. So ist es auch eher in den ärmeren Ländern Afrikas oder Südamerikas, aber auch in Asien.<eop>Moderne Landwirtschaftsbetriebe gibt es eher in Europa, den USA und Kanada. Dort ist das Land flacher. Es gibt größere Betriebe und die Bauern setzen mehr Maschinen ein. Sie spezialisieren sich auch eher auf eine beschränkte Anzahl von Produkten. Sie versorgen sich nicht selbst, sondern kaufen die Nahrungsmittel für ihre Küche ein.<eop>"}, {"title": "Baum", "id": 91, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Baum", "text": " Ein Baum ist ein Holz-Gewächs: eine verholzte, hochwachsende Pflanze, die in fast allen Ländern der Welt anzutreffen ist. Er besteht aus Wurzeln, Baumstamm und Baumkrone mit Laub- oder Nadelblättern. Viele Bäume gemeinsam bilden einen Wald. <eop>Manche Bäume werden mehrere hundert Jahre alt, einige sogar mehr als 1000 Jahre. Bäume können nicht nur sehr alt, sondern auch sehr groß werden: Der größte heute noch lebende Baum ist mit einer Stammlänge von über 115 Metern der Mammutbaum „Hyperion“. Er steht im Redwood-Nationalpark in den USA im Bundesstaat Kalifornien.<eop>Bäume kann man auf verschiedene Arten in Gruppen einteilen. Am grundlegendsten ist die Unterteilung in Nadelbäume wie Kiefer oder Tanne und in Laubbäume wie Ahorn, Birke, Buche, Kastanie oder Linde. Die Laubbäume werfen bei uns jeden Herbst ihre Blätter ab, von den Nadelbäumen tun dies nur wenige, beispielsweise die Lärchen. Man unterscheidet aber auch zwischen tropischen Hölzern und anderen. Die tropischen Hölzer haben keine Jahrringe und sind oft härter.<eop>In der Nähe des Äquators wachsen die Bäume das ganze Jahr über ähnlich, weil es keine Jahreszeiten gibt. In den anderen Ländern wachsen die Bäume im Sommer schneller und im Winter langsamer. Das sieht man, wenn man einen Baum fällt: Der Stamm weist Ringe aus die aussehen wie die Wellen, wenn man einen Stein ins Wasser wirft, immer einer außen am andern. Diese Jahrringe entstehen, weil der Baum im Sommer schnell wächst. Dadurch entsteht im Holz ein breiter, heller Ring. Im Winter entsteht jedoch nur ein schmaler Ring aus härterem, dunklerem Holz.<eop>Wie nutzen die Wissenschaftler die Jahrringe? Die einfachste wissenschaftliche Aufgabe kann schon jedes Kind übernehmen: An einem frisch gefällten Baum oder Baumstrunk zählt man die Jahrringe. Schon weiß man, wie alt der Baum war, als er gefällt wurde. <eop>Oft möchte man aber gerne wissen, wie alt ein Gebäude ist. Das kann man bestimmen anhand der Holzbalken, die man im Gebäude findet. Man muss dazu ein Loch in einen Balken bohren und den Bohrkern herausheben. Der hat die Form eines langen Zapfens. Darauf sieht man die Jahrringe.<eop>In einem guten Sommer setzt jeder Baum einen breiteren Jahrring an, in einem schlechteren Sommer einen schmaleren. Die Wissenschaftler haben diese Abfolge auf Tabellen oder Grafiken festgehalten. Hat man nun einen solchen Bohrkern, kann man ihn mit den bekannten Tabellen und Grafiken vergleichen. So kann man sehr genau herausfinden, in welchem Jahr der Baum gefällt wurde. Meistens wurde ein Balken ein bis zwei Jahre nach dem Fällen des Baums in ein Haus eingebaut. So kann man das Baujahr eines Gebäudes finden. Diese Wissenschaft nennt man „Dendrochronologie“. Das kommt aus der griechischen Sprache. „Dendro“ bedeutet „Holz“. „Chronologie“ sind die „Zeitabläufe“.  <eop><eop>"}, {"title": "Baumwolle", "id": 92, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Baumwolle", "text": "Baumwolle wächst auf der Baumwollpflanze. Diese ist verwandt mit dem Kakaobaum. Die Pflanze braucht viel Wärme und Wasser und wächst deshalb in den Tropen und Subtropen. Am meisten baut man sie an in China, Indien, in den USA und in Pakistan, aber auch in Afrika.<eop>Aus den Samenhaaren gewinnt man die Baumwollfaser. Die Faser kann man dann zu Baumwollfäden verspinnen. Daraus webt man vor allem Textilien für Kleidung, Badetücher, Decken und anderes. Außerdem verstärkt man damit Kunststoffe.<eop>Da die Menschen viel Baumwolle brauchen, baut man sie oft auf riesigen Feldern an, sogenannten Plantagen. Sie sind so groß wie mehrere Fußballfelder. Um die Baumwolle zu pflücken, braucht man viele Arbeiter. In den USA hat man dazu früher Sklaven aus Afrika gezwungen. Das ist heute verboten. In vielen Ländern müssen jedoch die Kinder mithelfen, damit die Familien genug zum Leben haben. Wegen dieser Kinderarbeit können sie dann oft nicht zur Schule gehen. In weiter entwickelten Ländern gibt es heute Maschinen, die die Baumwolle ernten. <eop>Solche Maschinen pressen die Baumwolle auch gleich zu riesigen Ballen. Davon füllt einer allein einen Lastwagen. Auch die weiteren Arbeiten verrichten Maschinen: Sie kämmen, verspinnen und verweben die Fasern zu Textilien. Oft nennt man das auch einfach „Stoff“.<eop> <eop>"}, {"title": "Bayern", "id": 93, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bayern", "text": " Bayern ist das größte Bundesland in Deutschland. Es hat rund 13 Millionen Einwohner. Nur im Bundesland Nordrhein-Westfalen wohnen noch mehr Menschen. Während die meisten anderen Bundesländer sich Land nennen, heißt Bayern „Freistaat“. Es liegt im Süden Deutschlands. Die Hauptstadt von Bayern ist München, die drittgrößte deutsche Stadt.<eop>Im Freistaat gibt es drei alte Landschaften: das eigentliche Bayern, Franken, und Schwaben. Früher lebten die Menschen von der Landwirtschaft. Mittlerweile gibt es dort allerdings auch viel Industrie.<eop> Wie sieht das Land aus? <eop>Bayern reicht von den Alpen im Süden bis über den Main hinaus im Norden. Im Westen liegt das Bundesland Baden-Württemberg, im Norden die Bundesländer Hessen, Thüringen und Sachsen im Osten und Süden die Nachbarländer Tschechien und Österreich. An der Südwestspitze reicht Bayern bis an den Bodensee. An dessen anderem Ufer liegt die Schweiz.<eop>Durch die Mitte Bayerns fließt die Donau, das ist einer der längsten Flüsse Europas. Nördlich der Donau liegen Oberfranken, Unterfranken, Mittelfranken und die Oberpfalz. Größte Stadt hier ist Nürnberg, das bekannt für seinen Christkindlesmarkt und Lebkuchen ist. Weitere wichtige Städte sind Würzburg, Bamberg und Regensburg. Von der Donau nach Süden hin liegen Ober- und Niederbayern, die man zusammen mit der Oberpfalz auch Altbayern nennt. In Oberbayern liegen Städte wie München, Ingolstadt oder Rosenheim am Inn. Im Westen liegt Schwaben mit der Stadt Augsburg.<eop>Bayern ist vor allem bekannt für seine Berge. In den Alpen im Süden liegt auch die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg. Die Berge in Nordbayern sind tausend Meter hoch. Sie gehören zu den deutschen Mittelgebirgen. Im Osten liegt der Bayerische Wald mit seinem Nationalpark. In diesem Schutzgebiet leben Luchse, Wildkatzen und Elche. Vor allem im Süden gibt es mehrere große Seen, auf denen auch Schiffe fahren können. Der bekannteste ist der Chiemsee.<eop> Welche Geschichte hat Bayern? <eop>Schon in der Steinzeit lebten Menschen im Gebiet des heutigen Bayerns. Noch heute findet man viele Spuren aus dieser Zeit. Später lebten in der Region Kelten und Germanen. Die Römer eroberten das Land im Süden bis an die Donau. Seit 778 gehörte es zum Reich der Franken und später zum Ostteil dieses Reiches. Aus diesem Ostteil wurde noch später Deutschland.<eop>Bayern blieb innerhalb Deutschlands lange Zeit ein wichtiges Herzogtum. Ab 1180 regierten Bayern Herrscher aus der Familie der Wittelsbacher. Seit 1806 durfte der bayerische Herrscher sich König nennen. <eop>Der bekannteste bayerische König war Ludwig der Zweite, der Märchenkönig. Er wird so genannt, weil er Schlösser bauen ließ, die aussehen, als wären sie aus einem Märchen. Sein berühmtestes Schloss heißt Neuschwanstein. Weil er so viel Geld für Schlösser ausgab und krank war, haben ihn die Minister schließlich abgesetzt. <eop>Wie auch andere deutsche Länder war Bayern seit 1871 Teil des neuen Deutschen Reiches. Im 1918 traten alle Kaiser und Könige in Deutschland ab, auch der bayerische. Seitdem nennt sich Bayern einen Freistaat. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bayern ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.<eop> Was muss man über die Menschen in Bayern wissen? Ursprünglich sprechen die Einwohner von Bayern je nach Region verschiedene Dialekte. In Altbayern wird Bairisch gesprochen, in Franken Fränkisch und in Schwaben Schwäbisch. Inzwischen sind aber auch viele Menschen aus anderen Teilen Deutschlands nach Bayern gezogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch viele deutsche Flüchtlinge aus Schlesien und dem Sudetenland, die heute zu Polen und Tschechien gehören. Außerdem kamen später Menschen aus der Türkei, Italien und dem ehemaligen Jugoslawien nach Bayern, weil sie Arbeit gesucht haben.<eop>Mehr als die Hälfte der Bayern sind Katholiken, etwa jeder Fünfte ist evangelisch, etwa genauso viele gehören keiner Religion an. Außerdem gibt es Muslime und Juden.<eop>Wie in den anderen Bundesländern wählt das Volk ein Parlament, den Landtag. In Bayern passiert das normalerweise alle fünf Jahre. Der Landtag wählt den Regierungschef, den Ministerpräsidenten. Die Christlich-Soziale Union regiert Bayern fast ununterbrochen seit 1947. Diese Partei gibt es nur in Bayern.<eop> Wofür ist Bayern bekannt? <eop>Wer an Bayern denkt, denkt meistens an die Alpen, Männer in Lederhosen und Frauen in Dirndl und bayerische Spezialitäten, wie Bier, Schweinshaxe, Knödel, Brezeln und Weißwürste. In München findet jedes Jahr das größte Volksfest der Welt, das Oktoberfest, statt. Sehr auffällig sind im Süden Bayerns die Zwiebeltürme der Kirchen. <eop>Das sind alles aber nur Dinge aus der Tradition Altbayerns. Die Franken und Schwaben haben andere Trachten und andere Delikatessen. So ist Franken bekannt zum Beispiel für seinen Wein und seine Bratwürste, Schwaben für Spätzle und Maultaschen.<eop>Außerdem gibt es in Bayern viele bekannte Firmen. Beispiele sind die Autohersteller BMW und Audi, ansonsten Adidas und Puma, Playmobil und Siemens. Viele Menschen verbinden Bayern auch mit dem erfolgreichen Fußballverein FC Bayern München.<eop> Womit verdienen die Menschen in Bayern ihr Geld? Noch nach dem Zweiten Weltkrieg lebten die meisten Menschen in Bayern von der Landwirtschaft: Sie waren Bauern, bestellten Felder oder züchteten Vieh. Noch heute gibt es in Bayern zum Beispiel viele Milchkühe.<eop>Doch in den folgenden Jahren wurde die Industrie stark gefördert. Viele große deutsche Marken kommen aus Bayern. Auch große Banken, Versicherungen haben ihren Sitz in Bayern. Deswegen ist Bayern eines der reichsten Bundesländer in Deutschland. Aus Bayern kommen auch viele Zeitungen und Fernsehsender. In den Bavaria Filmstudios wurden erfolgreiche Filme, wie „Wickie“, die „Unendliche Geschichte“ und der „Schuh des Manitu“ gedreht. Die Studios kann man mit einer Tour besichtigen.<eop>Besonders wichtig ist für Bayern auch der Tourismus. Viele Menschen machen in Bayern Urlaub, zum Beispiel zum Skifahren oder Wandern in den Bergen. Oder sie schauen sich Städte und andere Sehenswürdigkeiten an. Der Flughafen von München ist der zweitgrößte Deutschlands.<eop> "}, {"title": "Beatles", "id": 94, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Beatles", "text": "Die Beatles waren eine Musikgruppe aus der Stadt Liverpool in Großbritannien. Ihr Stil war der Beat, sprich „Biit“. Das ist eine Art Rockmusik, die damals etwas ganz Neues war. Keine andere Band hat jemals so viele Schallplatten und andere Tonträger verkauft wie die Beatles. <eop>Gegründet wurde die Band im Jahr 1959. John Lennon war mit 19 Jahren der Älteste, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best waren ein bis drei Jahre jünger. Nach drei Jahren verließ Pete Best die Gruppe. Statt ihm spielte nun Richard Starkey das Schlagzeug, der sich Ringo Starr nannte. Die übrigen Mitglieder der Band sangen und spielten Gitarre.  In Großbritannien blieb die Gruppe am Anfang unbekannt. Erfolg hatten sie hingegen in Hamburg, wo sie in kleinen Gaststätten auftraten. Auf der ganzen Welt bekannt wurden sie 1963 mit dem Lied „I Want To Hold Your Hand“.<eop>Bis ins Jahr 1970 hatte die Band große Erfolge und machte Musik in der ganzen Welt. Einige bekannte Titel sind „A Hard Day's Night“, „Yesterday“ und „Let It Be“. Sie haben auch Filme herausgebracht, wie den Trickfilm „Yellow Submarine“. <eop>1970 hat die Band sich aufgelöst, weil sich die vier Mitglieder nicht mehr verstanden. Alle vier haben aber danach allein oder mit neuen Bands weiter Musik gemacht – Paul McCartney und Ringo Starr sogar bis heute. John Lennon wurde 1980 von einem verwirrten Mann erschossen, George Harrison starb 2001 an einer schweren Krankheit. Warum waren die Beatles so erfolgreich? <eop>Für den großen Erfolg der Beatles gibt es mehrere Gründe. In den frühen 1960er-Jahren, in denen die Band bekannt wurde, herrschten in ihrer Heimat England, aber auch anderswo in Europa schlechte Zustände. Viele Menschen waren sehr arm und hatten keine Arbeit. In Liverpool, der Heimatstadt der Beatles, hatten viele Menschen am Hafen gearbeitet. Als der Hafen schloss, verlor ein Großteil der Bevölkerung Liverpools seine Arbeit. <eop>Die Beatles selbst kamen zum Teil gar nicht aus diesem armen Teil Liverpools, doch als sie begannen aufzutreten, spielten sie vor allem in Clubs in den armen Vierteln Liverpools. So hatten Jugendliche, die trostlos und arm waren, wieder Grund sich zu freuen. Die Beat-Musik wurde zu einer Art Ausweg aus dem traurigen Leben. <eop>In dieser Zeit war die Musik der Beatles noch sehr einfach und eingängig. Die Texte waren auf das Publikum zugeschnitten: Sie handelten von Liebe und dem Alltag junger Leute. Erst zum Ende der 60er-Jahre hin wurde die Musik vielfältiger. Die Beatles flochten auf einmal Instrumente ein, die für ihre Musik ganz untypisch waren, wie zum Beispiel Geigen. Sie experimentierten sehr viel und arbeiteten auch komplett andere Stile in ihre Musik ein. <eop>Außerdem begann George Harrison, Elemente der indischen Musik mit einzubringen. Darauf kam er, weil er sich der hinduistischen Religion zuwandte. So spielte er zum Beispiel in einigen Liedern das indische Zupfinstrument Sitar. <eop>Auch die Texte wurden zu dieser Zeit hin anspruchsvoller. \"Penny Lane\" zum Beispiel spielt in einer englischen Vorstadt, wo die armen Leute leben. Damit beziehen sich die Beatles wieder auf ihre Anfänge. Auch die Liebeslieder änderten sich: Zuerst wurde meistens sehr fröhlich und mit einfachem Text von den schönen Seiten der Liebe gesungen. In der späteren Zeit aber entstanden deutlich anspruchsvollere Liebeslieder: \"Yesterday\" handelt von einer gescheiterten Beziehung und \"Something\" beschreibt sehr kunstvoll, was der Sänger fühlt, wenn er verliebt ist. <eop>Durch all diese Entwicklungen gelang es den Beatles, viele Menschen, die verschiedene Musik mochten, für ihre Lieder zu begeistern. <eop>"}, {"title": "Beerdigung", "id": 95, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Beerdigung", "text": "Bei einer Beerdigung vergräbt man einen toten Menschen im Erdboden. Der tote Mensch wird dabei in einem Sarg vergraben. Ein Sarg ist ein Kasten aus Holz. Ein toter Mensch wird auch Leiche genannt. <eop>Die Beerdigung ist oft ein Teil der religiösen Trauerfeier. Die Leiche wird von den lebenden Menschen aus der Welt verabschiedet. Dabei beten viele Menschen und legen Blumen an das Grab. Das Grab ist der Ort, an dem die Leiche vergraben wird. Es befindet sich auf einem Friedhof. Der Friedhof ist ein zentraler Platz, an dem verstorbene Menschen vergraben werden. <eop>Manche Leute mögen die Feuerbestattung: Dann wird die Leiche verbrannt. Die Asche kommt in eine Urne, die man aufbewahrt. Die Asche kann man auch ausstreuen. Plätze dafür nennt man Friedwälder. Da die Leiche nach der Verbrennung nicht unbedingt vergraben wird, sagt man dazu eher Beisetzung anstatt Beerdigung. Es ist in Deutschland nicht erlaubt, die Leiche oder die Asche an einem Platz zu lagern, der nicht ein Friedhof oder ein Friedwald ist. In anderen Ländern ist das erlaubt.<eop>"}, {"title": "Beere", "id": 96, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Beere", "text": "Eine Beere ist eine Frucht, die meist viele Samen der Pflanze umschließt. Wenn Beeren reif sind, fallen sie von der Pflanze ab. Sie sind dann immer noch geschlossen und saftig und werden deshalb von den Biologen auch als Schließfrucht bezeichnet. Falls die Frucht auf gute Erde fällt und dort liegenbleibt, sprießen die Samen. Dann kann neue Pflanze zu wachsen beginnen.<eop>Beeren haben aber noch eine weitere Aufgabe in der Fortpflanzung: Tiere oder Menschen essen die Früchte. Die Samen können sie meist nicht verdauen. Sie werden also mit dem Kot wieder ausgeschieden und wachsen dann an einem weit entfernten Ort, der Kot ist als Dünger gleich mit dabei. So kann sich die Pflanze viel besser ausbreiten.<eop>Meistens meinen wir mit Beeren nur kleine, weiche, süße Früchte, also Obstsorten wie zum Beispiel Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren oder Johannisbeeren. Beerenobst ist oft auch kräftig gefärbt. Pflanzenkundler sind strenger mit dem Ausdruck: Für sie sind Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren keine Beeren. Dafür zählen Pflanzenkundler auch Bananen, Orangen, Kiwis oder sogar Melonen zu den Beeren. Selbst Gemüsesorten wie die Tomate, die Paprika, der Kürbis oder die Gurke sind Beeren.<eop><eop>"}, {"title": "Bein", "id": 97, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bein", "text": "Das Bein ist ein Körperteil. Es beginnt an der Hüfte. Man unterteilt das Bein in Oberschenkel und Unterschenkel, das Gelenk dazwischen heißt Knie. Der unterste Teil des Beins ist der Fuß. Die Beine und Arme werden zusammen Extremitäten genannt.<eop>Es gibt auch noch eine andere Bedeutung des Wortes „Bein“: Früher nannte man Knochen so. Es kommt noch in vielen Namen von Knochen vor wie bei Nasenbein, Steißbein oder Schienbein. Bei einem Skelett spricht man auch von den Gebeinen.<eop>Das Bein ist oben gelenkig an der Hüfte befestigt und kann da in viele Richtungen gedreht werden. Das Kniegelenk funktioniert eher wie ein Scharnier an einer Tür. Es kann nur in eine Richtung schwenken. Die Bewegungen nennt man beugen und strecken des Beins. Der Fuß ist auf sehr viele verschiedene Arten beweglich.<eop>Ohne den Fuß hat ein Bein nur vier Knochen. Im Oberschenkel gibt es nur den Oberschenkelknochen, auf dem Knie sitzt die Kniescheibe und die beiden Knochen im Unterschenkel heißen Schienbein und Wadenbein. Das Schienbein kann man gut durch die Haut fühlen. Es sitzt direkt unter der Haut, deshalb tun dort Schläge so weh. Darum schützen sich beispielsweise Fussballer mit Schienbeinschonern.<eop>Die meisten Tiere haben nicht nur zwei Beine wie wir Menschen, sondern zum Teil viel mehr. Bei den Säugetieren sind es vier, sie haben dann zwei Vorderbeine und zwei Hinterbeine. Die Vorderbeine würden dann im Körperbau unseren Armen entsprechen. Insekten haben sechs Beine, Spinnentiere acht und Tausendfüßer zum Teil mehrere hundert.<eop> "}, {"title": "Belgien", "id": 98, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Belgien", "text": "Belgien ist ein Land im Westen Europas. Staatsoberhaupt ist ein König. Gegründet wurde das Königreich Belgien im Jahr 1830. Damals trennte es sich vom Königreich der Niederlande. Bis dahin nannte man die Gegend oft die „südlichen Niederlande“.<eop>Die meisten Einwohner sprechen Niederländisch, viele im Süden aber Französisch. Die beiden Sprachgruppen sind sich nicht immer einig und das sorgt für viel Streit in Belgien. Ganz im Osten des Landes gibt es zudem eine deutschsprachige Gemeinschaft. Sie zählt etwas weniger als 100.000 Einwohner. Das entspricht nur etwa einem von hundert Belgiern.  <eop>Die Hauptstadt Brüssel ist auch die größte Stadt Belgiens. Die Europäische Union hat hier viele Gebäude, deshalb nennt man Brüssel „die Hauptstadt Europas“. Die meisten größeren Städte befinden sich in Flandern, einer sehr flachen Gegend. Zu Flandern gehört der kleine Streifen, den Belgien an der Nordsee hat. Die Einwohner von Flandern nennt man Flamen. In Wallonien hingegen wird es ziemlich hügelig, bis hin zu den Ardennen, dem größten Gebirge von Belgien.<eop>Wie sieht das Land aus? Der Norden Belgiens ist ein Flachland, genauso wie die Niederlande nördlich davon. An der Nordseeküste sieht man Dünen aus Sand, aber auch Polder: Das sind Wiesen und Felder, die tiefer liegen als das Meer. Sie sind nur deshalb Land und kein Meer, weil man schon vor langer Zeit Deiche gebaut hat. Das sind langgestreckte Sandhügel, die das Land vor dem Meer schützen. Größte Stadt im Norden ist Antwerpen, das als Diamantenstadt und für seinen großen Hafen bekannt ist.<eop>In der Mitte Belgiens ist es von Natur aus hügelig, mit Flüssen und Tälern. Im Süden gibt es höhere Berge, der höchste ist allerdings nur 694 Meter hoch. Im Vergleich zu den höchsten Bergen Deutschlands oder Frankreichs ist das wenig.<eop>In Belgien ist es mittelwarm und es regnet in allen Jahreszeiten reichlich. Das Klima wird vom Meer beeinflusst, deshalb ist es auch ziemlich windig. Die wichtigsten Flüsse Belgiens sind die Schelde und die Maas. Die Flüsse gehören zu den schmutzigsten in ganz Europa.<eop>Welche Geschichte hat Belgien?<eop>Schon im Altertum wohnten Menschen auf dem Gebiet, wo heute Belgien liegt. Die ersten Völker, von denen man etwas Genaueres weiß, waren Kelten. Seit der Zeit von Julius Cäsar, um 50 vor Christus, gehörte das Gebiet zum Römischen Reich. <eop>Im Mittelalter war es unter anderem ein Teil des Fränkischen Reiches von Karl dem Großen. In der Grafschaft Flandern entstanden Städte wie Antwerpen, Brügge und Gent, die zu den reichsten in Europa gehörten. Die Gebiete litten sehr unter der Pest im 14. Jahrhundert, wie auch andere Gebiete in Europa. Gegen Ende des Mittelalters herrschte die Familie der Habsburger. 1500 wurde in Gent Karl der Fünfte geboren. Er wurde später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und regierte auch Österreich und Spanien.<eop>Im 16. Jahrhundert stritten sich viele Menschen in Europa über den richtigen Glauben an den christlichen Gott. In dieser Zeit der Religionskriege sagten sich die nördlichen Niederlande von den Habsburgern los. In den Kriegen flohen die meisten Leute aus Antwerpen, das ganze Gebiet im Süden wurde arm. Die Habsburger setzten durch, dass es katholisch blieb. Man spricht seitdem von den katholischen oder südlichen Niederlanden und meint damit ungefähr das heutige Gebiet von Belgien.<eop>1713 kamen die südlichen Niederlande an Österreich, das ebenfalls habsburgisch war. 1792 aber eroberten die Revolutionäre aus Frankreich das Gebiet. Nachdem der französische Kaiser Napoleon von den anderen Ländern Europas besiegt worden war, entstand ein neues Königreich: das Vereinigte Königreich der Niederlande. Die südlichen Niederlande waren aber mit dem niederländischen König unzufrieden, der am liebsten alles allein bestimmen wollte. Sie machten im Jahr 1830 einen Aufstand und gründeten das heutige Königreich Belgien.<eop>Belgien wurde reich durch die Industrie, aber seit 1884 auch durch seine Kolonie in Afrika, den Kongo. Dort fand man wertvolle Dinge wie Diamanten, Kautschuk oder Gold. In den beiden Weltkriegen, im 20. Jahrhundert, wurde Belgien beide Male von Deutschland besetzt. 1945 waren deshalb große Teile stark zerstört. Aber Belgien arbeitete dann doch mit der Bundesrepublik Deutschland und anderen Ländern zusammen: So entstand schließlich die Europäische Union. Als 1959 die Menschen im Kongo ihre Wut auf Belgien zeigten, ließ Belgien den Kongo schnell unabhängig werden.<eop>Was muss man über die Menschen in Belgien wissen? Belgien ist ein eher kleines Land. Wie auch meist in anderen europäischen Ländern ist die Einwohnerzahl in der Industriellen Revolution stark angestiegen. Jetzt werden aber eher wenige Kinder geboren. Allerdings wandern viele Menschen nach Belgien ein, vor allem deswegen steigt die Einwohnerzahl noch. Die meisten Einwanderer kommen aus Marokko und der Türkei. Viele aber auch aus der ehemaligen Kolonie Kongo. <eop>Das Land hat viele Kirchen, die allermeisten gehören zum römisch-katholischen Christentum. Viele Belgier gehen aber schon lange nicht mehr so oft in den Gottesdienst, wie man das noch um 1960 gemacht hat. Das gilt vor allem für die Belgier, die Französisch sprechen. Etwa einer von drei Belgiern sagt von sich, dass er nicht so gläubig ist. Kleine Gruppen sind muslimisch, protestantisch oder jüdisch.<eop>Seit 1830 war Französisch die allerwichtigste Sprache in Belgien. Viele Niederländischsprachige waren damit unzufrieden, aber erst seit 1963 haben die Sprachen Niederländisch, Französisch und Deutsch gleiche Rechte. Von zehn Belgiern haben sechs das Niederländische als Muttersprache. Die übrigen sprechen vor allem Französisch. Im Osten Belgiens leben knapp 80.000 deutschsprachige Belgier. Im Jahr 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, hatte Belgien nämlich ein kleines Stück von Deutschland erhalten.<eop>Wer hat in Belgien das Sagen? Als Belgien 1830 gegründet wurde, holten die Belgier sich einen Deutschen, der „König der Belgier“ wurde. Ludwig der Erste hatte nämlich „königliches Blut“, seine Vorfahren waren mit Königen verwandt. Ein Nachfahre von ihm ist der heutige König Philipp. Der König ist ein Staatsoberhaupt, das hier allerdings wenig zu bestimmen hat. <eop>Die Belgier wählen alle vier Jahre ein Parlament, die Abgeordnetenkammer. Das Parlament entscheidet letztlich, wer in die Regierung kommt. Im Parlament gibt es viele verschiedene Parteien, also Gruppen von Politikern mit denselben Interessen. Die Niederländischsprachigen und Französischsprachigen haben nämlich lieber getrennte Parteien als gemeinsame Parteien für ganz Belgien. Es heißt sogar, dass es nur noch einen einzigen richtigen Belgier gäbe, den König.<eop>Immer wieder streitet man sich über die Sprachgruppen und wer mehr Geld bekommen soll. Belgien ist dafür bekannt, dass es oft sehr lange Zeit braucht, bis man eine neue Regierung gebildet hat. Die drei Regionen von Belgien haben ihre eigenen Parlamente und Regierungen: Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt. Die Regionen entscheiden über etwas, das mit Grund und Boden zu tun hat. Wenn ein Belgier ein Haus kaufen will, dann gelten die Gesetze der Regionen.<eop>Außer den Regionen gibt es aber noch die Gemeinschaften: die Niederländischsprachige, die Französischsprachige und die Deutschsprachige Gemeinschaft. Hierbei geht es nicht darum, wo jemand wohnt, sondern, welche Sprache er spricht. Die Gemeinschaften entscheiden, wenn es zum Beispiel um Schulen und Krankenhäuser geht.<eop>Schließlich wohnen Belgier in Provinzen und Gemeinden. Es gibt zehn Provinzen, sie bestehen aus mehreren Gemeinden. Eine Gemeinde umfasst Städte und Dörfer. Die Belgier klagen oft darüber, dass man oft nicht weiß, an wen man sich mit einem Problem wenden muss: an das Königreich, an die Region, die Gemeinschaft, die Provinz oder die Gemeinde.<eop>Wofür ist Belgien bekannt? Belgien ist vor allem für seine Maler bekannt. Jan van Eyck aus dem 15. Jahrhundert konnte Menschen besonders gut malen, so, wie sie in Wirklichkeit aussahen. Davon haben viele andere Maler in Europa gelernt. Etwa 100 Jahre später gab es eine ganze Reihe von berühmten Malern, die man die „flämischen Meister“ nennt, wie Pieter Bruegel und Peter Paul Rubens.<eop>Sehr viele bekannte Comic-Zeichner waren oder sind Belgier. Neben „Tim und Struppi“ von Hergé und \"Lucky Luke\" von Maurice de Bévère hatten auch die „Schlümpfe“ von Peyo großen Erfolg in vielen Ländern. Fast nur in Belgien bekannt sind „Suske en Wiske“ von Willy Vandersteen. In Brüssel gibt es sogar ein Comic-Museum.<eop>Wenn es um Musik geht, ist der wichtigste Belgier womöglich Adolphe Sax: Er hat ein Musikinstrument erfunden, das Saxophon. Jacques Brel war ein berühmter Sänger und Toots Thielemans kennt man als Mundharmonika-Spieler. Einer der bekanntesten Sportler aus Belgien ist der Radrennfahrer Eddy Merckx. Seit einigen Jahren gibt es auch einige gute Fußballer aus Belgien wie Kevin de Bruyne, Vincent Kompany oder Eden Hazard. Die Nationalmannschaft nennt sich wegen der Trikotfarbe die „Roten Teufel“.  <eop>In Belgien wurden die Pommes frites erfunden, dort isst man sie oft auch mit Muscheln. Außerdem stellt man in Belgien viele Sorten Schokolade und Pralinen sowie Waffeln her. „Waterzooi“ ist ein Eintopf, in den man Fisch oder Hühnchenfleisch und Gemüse gibt. Außerdem ist Belgien bekannt für die vielen Sorten Bier.<eop>Womit verdienen die Menschen in Belgien ihr Geld? Im Mittelalter und danach war das heutige Belgien ein Land der Webstühle. Hier stellte man viele Stoffe her und teure Sachen zum Anziehen. Bekannt wurde Spitze aus Brüssel, Mechelen und Brügge: Das ist ein Stoff mit Mustern, der mit Garn bestickt wurde.<eop>Bis 1991 wurde in Wallonien viel Steinkohle abgebaut. Belgien stellt heute noch Stahl sowie chemische Produkte und Zement her, allerdings weniger als früher. Wichtiger sind aber heute Handel und Dienstleistungen, also wenn man etwas verkauft oder etwas für einen Kunden tut. Außerdem fahren viele Händler durch Belgien, wenn sie ihre Waren verkaufen wollen.<eop><eop>"}, {"title": "Benzin", "id": 99, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Benzin", "text": "Benzin ist der Kraftstoff für Autos und andere Maschinen. Er ist ein Gemisch aus über 150 verschiedenen Teilen und wird in der Raffinerie aus Erdöl hergestellt. Es gibt viele verschiedene Arten von Benzin. Flugbenzin beispielsweise ist noch stärker als Autobenzin.<eop>Benzin muss zum entsprechenden Motor passen. An der Tanksäule ist deshalb die Oktanzahl angeschrieben. Das ist ein Maß für die Qualität des Benzins. Hat es zu wenige Oktan, klopft der Motor und nimmt Schaden. Früher hat man dem Benzin Blei beigemischt, damit der Motor nicht klopft. Das ist heute verboten, weil es die Abgase giftig macht. Außerdem würde Blei im Benzin den Katalysator im Auspuff beschädigen. Der Katalysator ist eine Verdickung im Auspuff, die innen mit einem besonderen Metall beschichtet ist. Die dient als Nachbrenner und macht die meisten giftigen Abgase unschädlich.<eop>Benzin soll nämlich die Umwelt möglichst wenig belasten. Die Fabriken müssen deshalb auch darauf achten, dass das Benzin wenig Schwefel und andere Schadstoffe enthält. Die strömen nämlich auch aus dem Auspuff. Sie schädigen Tiere und Pflanzen. Sie zerfressen auch die Fassaden von Gebäuden. <eop>In einigen Ländern wird heute dem Benzin auch Öl aus Pflanzen beigemischt. So braucht es weniger Erdöl. Das Benzin wird dadurch zwar umweltfreundlicher, dafür braucht es dazu viel Ackerland. Das steht dann nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung.<eop>Nicht mit Benzin zu verwechseln ist Diesel. Man zapft ihn ebenfalls an der Tanksäule. Dieselmotoren funktionieren jedoch anders als Benzinmotoren. Der Zapfhahn für Diesel ist dicker, sodass es nicht in Benzinautos passt. Deswegen muss man mit dem Dieselauto aufpassen nicht versehentlich Benzin zu tanken.<eop> Weshalb heißt der Kraftstoff Benzin? Viele Leute meinen, dass er nach Carl Benz, der am Ende des 19. Jahrhunderts das Auto erfunden hat, benannt ist. Das stimmt so jedoch nicht. Das Wort leitet sich von Benzoe ab. So heißt das Harz eines bestimmten Baumes in Asien. Mit der Säure aus diesem Harz wurde die Flüssigkeit Benzol hergestellt, die im heutigen Benzin immer noch vorkommt. <eop>In anderen Sprachen nennt man das Benzin teilweise anders. Im amerikanischen Englisch sagt man etwa „gasoline“. Darin erkennt man die Begriffe „Gas“ und „Öl“.<eop>"}, {"title": "Bergbau", "id": 100, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bergbau", "text": "Bodenschätze wie Eisen, Kohle, Erdöl oder Salz liegen meist tief unter der Erde. Sie zu finden und heraufzuholen nennt man Bergbau. Das Wort kommt daher, dass man Metalle wie Gold und Silber früher vor allem in Gebirgen gefunden hat. Heute findet Bergbau aber auch im Flachland oder sogar auf dem Meer statt. Ein einzelnes Bergwerk nennt man manchmal auch Mine oder Zeche. <eop>Es gibt zwei Arten von Bergwerken: Liegt der Rohstoff nicht so tief unter der Erde, wird er mit riesigen Baggern in offenen Gruben ausgegraben. Diese Form nennt man Tagebau, weil das Tageslicht in die Grube fallen kann. In Deutschland wird vor allem Braunkohle so gefördert. In anderen Teilen der Welt gibt es aber auch Tagebaue für Gold, Kupfer und andere Metalle. Sie sind manchmal mehrere hundert Meter tief. <eop>Wenn man besonders tief graben muss oder nicht genug Platz für eine offene Grube hat, bohrt man tiefe Schächte in die Erde. Dort hinein fahren die Bergleute mit einer Art Aufzug und graben dann unterirdische Gänge, die man Stollen nennt. Mit Maschinen und Förderbändern bringen sie dann die Bodenschätze herauf. Das nennt man Untertagebau. Auf diese Weise wird unter anderem Steinkohle im Ruhrgebiet oder Salz in Mitteldeutschland gefördert. <eop>Auch das Fördern von Erdöl und Erdgas wird zum Bergbau gezählt. Dabei werden tiefe Löcher in die Erde gebohrt. Daraus kann das Öl oder Gas herausströmen und aufgefangen werden.<eop><eop>"}, {"title": "Berlin", "id": 101, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Berlin", "text": "Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands und zugleich ein Bundesland. Mit etwa dreieinhalb Millionen Einwohnern ist Berlin die größte deutsche Stadt sowie die größte Stadt der Europäischen Union. Sie liegt im Osten Deutschlands und wird von allen Seiten vom Bundesland Brandenburg umgeben. Südlich von Berlin liegt die brandenburgische Hauptstadt Potsdam. <eop>Vor fast 800 Jahren wurde Berlin gegründet. Es wurde die Hauptstadt von Preußen und ab 1871 auch von Deutschland. Die Stadt breitete sich damals schnell aus, weil viele Fabriken gebaut wurden und deshalb auch immer mehr Menschen zum Arbeiten und Leben in die Stadt zogen. Damit die Menschen schneller zur Arbeit kamen, wurden in Berlin damals die ersten S- und U-Bahnen in Deutschland gebaut. <eop>Im Zweiten Weltkrieg wurde viel von Berlin zerstört. Die Sieger teilten Berlin auf: Der Westen wurde von Großbritannien, Frankreich und den USA besetzt, der Osten von der Sowjetunion. Weil immer mehr Menschen aus Ost- nach West-Berlin flohen, wurde 1961 die Berliner Mauer gebaut. So lebten die Einwohner der beiden Stadtteile 28 Jahre lang voneinander getrennt, bis zum Mauerfall im Jahr 1989. Bald danach wurde Berlin wieder Hauptstadt.<eop>Was ist heute das Besondere an Berlin? Heute leben in der Stadt viele Menschen, die in anderen Teilen Deutschlands oder auch in anderen Ländern der Welt geboren wurden. Dadurch ist Berlin eine sehr bunte Stadt mit sehr unterschiedlichen Stadtteilen. Während in manchen Gegenden sehr viele Menschen in engen Straßen mit hohen Häusern zusammenwohnen, sieht es in den Außenbezirken manchmal fast wie auf dem Dorf aus. Und es gibt auch viele Parks, Wälder und Seen, wohin die Berliner im Sommer gerne baden fahren, zum Beispiel den Wannsee im Westen oder den Müggelsee im Osten. Auch zwei Flüsse fließen durch die Stadt, nämlich die Spree im Osten und die Havel im Westen. <eop>Nach Berlin kommen auch viele Menschen zu Besuch. Zum einen ist Berlin sehr groß und hat viele Museen und Sehenswürdigkeiten, wie das Brandenburger Tor, den Reichstag, den Fernsehturm oder den Zoo. Außerdem kann man in Berlin viel über die Geschichte Deutschlands lernen. Viele Fernsehsender, Zeitungen und andere Firmen haben ihren Sitz in Berlin, außerdem gibt es mehrere Universitäten und Hochschulen. <eop>Berlin ist auch eine Stadt des Sports. Es gibt mehrere bekannte Fußball-, Handball-, Basketball- und Eishockeyvereine, dazu jedes Jahr ein großes Radrennen, das eine ganze Woche lang dauert. Zum großen Leichtathletikfest im Sommer kommen viele Menschen aus aller Welt.<eop> "}, {"title": "Berliner Mauer", "id": 102, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Berliner Mauer", "text": "Die Berliner Mauer war eine Grenze in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin geteilt: Der Westen stand unter dem Schutz von Großbritannien, Frankreich und den USA. Der Osten gehörte zur Sowjetunion, genau wie das Gebiet um Berlin herum. Dieses Gebiet wurde 1949 die Deutsche Demokratische Republik, die DDR.<eop>Die kommunistische Regierung der DDR wollte verhindern, dass ihre Einwohner in den Westen von Deutschland reisen oder wegziehen konnten. Nach über 27 Jahren waren die Einwohner so unzufrieden, dass die Regierung der DDR aufgeben musste. Sie erlaubte schließlich im Jahr 1990 demokratische Wahlen.<eop> Warum wurde die Mauer gebaut? Die Deutsche Demokratische Republik unterdrückte die Einwohner. Viele wollten darum fliehen, in den Westen von Berlin oder in den Westen von Deutschland. Überall hatte die DDR schon Mauern und Zäune gebaut, die streng bewacht wurden. Aber sie traute sich nicht, dasselbe zwischen West-Berlin und Ost-Berlin zu machen. Sie wollte keinen Ärger mit den Schutzmächten des Westens.<eop>Schließlich flohen aber besonders viele Deutsche nach West-Berlin, etwa 1000 am Tag. Im Jahr 1961 baute die DDR deshalb eine Mauer, um das zu verhindern. Die Regierung der DDR behauptete, damit würde sie die DDR vor bösen Leuten aus dem Westen beschützen.<eop>Immer noch versuchten Menschen, über die Grenzen zwischen Ost und West zu flüchten. Über 1000 sind dabei umgekommen. Einigen ist es geglückt. Insgesamt aber erreichte die Regierung mit der Berliner Mauer das, wozu sie gebaut wurde.<eop> Wie endete die Mauer? Im Jahr 1989 waren wieder viele Menschen in der Deutschen Demokratischen Republik unzufrieden. Manche reisten in andere kommunistische Länder wie Ungarn und flüchteten von dort aus in die Bundesrepublik Deutschland. Die Regierung der DDR ärgerte sich und verbot schließlich die Reise nach Ungarn. Umso wütender wurden die DDR-Einwohner: Jetzt durften sie nicht einmal in den wenigen kommunistischen Ländern Urlaub machen.<eop>Am 9. November 1989 entschloss sich die Regierung der DDR dazu, dass die Einwohner den Westen eher besuchen durften. Allerdings mussten sie das vorher anmelden und eine Erlaubnis bekomen. Das sollte zumindest viel schneller und einfacher gehen als vorher. Dadurch sollten die Einwohner wieder etwas glücklicher werden.<eop>Die kommunistische Partei der DDR wollte dies der Presse erzählen. Ein hoher Vertreter der Partei, Günther Schabowski, erzählte es vor vielen Leuten von Zeitungen und Fernsehen. Aber eigentlich sollten die Einwohner erst später davon erfahren. Als ein Journalist fragte, ab wann die neue Regel gilt, sagte Schabowski einfach: „ab sofort“. Er wusste es nicht besser.<eop>Als die DDR-Einwohner davon im Fernsehen hörten, gingen viele schnell zur Grenze, auch zur Berliner Mauer. Sie glaubten, dass sie sich sofort mal eben den Westen angucken durften. Die Wachleute an der Grenze wussten nicht, was sie tun sollten. Die Regierung war nicht zu erreichen. So ließ man die Menschen durch. Am Abend waren schon viele auf die Berliner Mauer gestiegen und tanzten vor Freude darauf herum.<eop> Was passierte nach dem Mauerfall? Die Deutsche Demokratische Republik hatte wieder dasselbe Problem wie 28 Jahre zuvor: Viele Deutsche im Osten gingen in den Westen. Im Jahr 1990 gab es freie Wahlen. Die neue Regierung der DDR entschied sich, dass Deutschland wieder zu einem Land vereinigt werden soll.<eop>Heute stehen nur noch an ganz wenigen Stellen Reste der Mauer und der anderen Grenz-Anlagen. Man will damit den Menschen zeigen, wie es früher ausgesehen hat. Einige Stücke der Mauer stehen sogar in ganz anderen Ländern, als Erinnerung an die Geschichte. Es gibt auch Denkmäler für die Menschen, die bei der Flucht umgekommen sind.<eop> "}, {"title": "Bern", "id": 103, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bern", "text": "Bern ist eine Stadt in der Schweiz und wird von vielen auch als Hauptstadt des Landes betrachtet. Sie liegt im Kanton mit demselben Namen. Möglicherweise kommt der Name vom Bären, wie man ihn auch im Wappen der Stadt sieht. Allerdings stammt der Name wahrscheinlich von einem Wort der Kelten für „Kluft‟ oder „Schlitz‟. Gemeint ist wohl der Durchgang, welchen die Aare in die Landschaft gegraben hat. Eine Schlaufe dieses Flusses bildete einen geschützten Ort. Der war schon vor den Römern besiedelt. Dort liegt heute die Stadt Bern. <eop>Bern liegt in der Mitte des Schweizer Mittellandes. Deshalb ist es für die Wirtschaft sehr wichtig. Die Stadt Bern ist aber auch der Sitz des Bundesparlaments und der Schweizerischen Landesregierung. Das ist der Bundesrat. Bern ist deshalb auch das politische Zentrum der Schweiz.<eop>Wofür ist die Stadt bekannt? Die Stadt Bern wurde im Jahr 1191 gegründet und gehört seit 1353 zur Schweiz. Sie hat heute etwa 130.000 Einwohner. Die Altstadt ist von langen Gassen durchzogen. Das unterste Stockwerk der Häuser ist etwas von der Straße entfernt. Darüber stehen die weiteren Stockwerke, durch Bogen abgestützt. Diese Arkaden heißen in Bern Lauben. Sie sind sehr typisch für die Stadt. Weil die Stadt Bern so gut erhalten blieb, ist sie ein Weltkulturerbe der UNESCO.<eop>In die Stadt Bern kommen sehr viele Touristen. Sie kommen nicht nur wegen der schönen Altstadt. In Bern gibt es viele Theater, auch kleine Kellertheater. Dort begannen einige Männer ganz eigene Lieder zu singen. Sie sangen auf Berndeutsch. Die Texte waren lustig, manche aber auch sehr bissig. Diese Sänger nannten sich Berner Troubadour, sprich „Trubaduur\". Andere Musikgruppen sind durch ihren Mundart-Rock bekannt geworden. Es gibt in Bern auch einige Museen, die für die ganze Schweiz wichtig sind. Sehr bekannt sind auch die „Zytglogge‟, einen Turm mit einer alten Uhr sowie der Bärengraben. Dort leben im Moment noch drei Bären. <eop>Die Stadt ist von allen Seiten her gut erreichbar. Die wichtigste Autobahn der Schweiz führt von Genf über Lausanne nach Bern und weiter nach Zürich und Jura ausmacht. Der Kanton Bern trat im Jahr 1353 der Eidgenossenschaft bei.<eop>Im Kanton Bern gibt es einige wichtige Firmen. Außerdem kommen viele Urlauber, um die Berge zu genießen. Die Jungfrauregion im Berner Oberland ist ein UNESCO-Weltnaturerbe in den Bergen. Zu ihr gehören die drei hohen Berge Eiger, Mönch und Jungfrau. Auf ihrer Südseite liegt der Aletschgletscher. Im Kanton Bern liegen viele große Skigebiete. Der Emmentaler Käse mit den großen Löchern stammt aus einer Gegend im Kanton Bern.<eop>Im Kanton Bern gibt es aber auch ein großes flaches Gebiet. Es heißt das Seeland. Seine drei Seen heißen Murtensee, Neuenburgersee und Bielersee. Früher schlängelte sich der Fluss Aare wild durch diese sumpfige Landschaft. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Aare in Kanäle gelegt und in den Bielersee umgeleitet. Dadurch konnte viel Land für die Landwirtschaft gewonnen werden. An den Hängen des Murtensees und des Bielersees herrscht der Weinbau vor.<eop>Ist Bern die Hauptstadt der Schweiz? In der Hauptstadt eines Landes befinden sich die Organe des Staates, also die Regierung und das Parlament. Dies ist in der Stadt Bern der Fall: Die Regierung heißt Bundesrat. Der Nationalrat und der Ständerat bilden die beiden Kammern des Parlaments. Die Regierung und das Parlament haben ihren Sitz im Bundeshaus.<eop>Die Schweizer taten sich lange schwer mit dem Ausdruck „Hauptstadt“. Die heutige Form der Schweiz mit dem Bundesrat und dem Parlament entstand erst im Jahr 1848. Deshalb nannte man Bern vorerst die Bundesstadt. Später nannte man sie die Bundeshauptstadt. So konnte man sie nicht mit den Kantonshauptstädten verwechseln.<eop>Ausländische Politiker kennen die Geschichte nicht so gut. Für sie ist die Stadt mit der Regierung und dem Parlament eben die Hauptstadt. Daher nennt man Bern heute mehr und mehr die Hauptstadt der Schweiz.<eop><eop>"}, {"title": "Bernstein", "id": 104, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bernstein", "text": "Bernstein ist ein gelber Schmuckstein, der häufig in Ländern gefunden wird, die an der Ostsee liegen. Obwohl er so heißt, ist Bernstein kein Stein, sondern Harz, ein Baumsaft. Das Harz ist im Laufe von vielen Millionen Jahren fest geworden. <eop>Deswegen kann ein Bernstein auch brennen. Über das niederdeutsche Wort „börnen“ für „brennen“ wurde daraus das Wort „Bernstein“. Für Wissenschaftler ist Bernstein besonders interessant, wenn es Tiere oder Pflanzen enthält, deren Aussehen über die sehr lange Zeit unverändert erhalten blieb.<eop>Schon aus der Steinzeit vor über 10.000 Jahren ist Bernstein-Schmuck bekannt. Vor 300 Jahren hat der damalige König von Preußen dem russischen Herrscher eine große Menge Bernstein geschenkt. Der Zar von Russland richtete damit in seinem Palast einen rundherum glänzenden Raum ein. Die Kunstwerke dieses „Bernsteinzimmers“, das als neues „achtes Weltwunder“ bekannt war, sind im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen. Mittlerweile hängt dort wieder eine Nachbildung aus Bernstein.<eop>Wenn man etwas am Strand findet und denkt, das ist ein Bernstein, sollte man es trotzdem nicht in die Hosentasche oder Jackentasche stecken. Denn man verwechselt Bernstein leicht mit einem anderen Stoff, weißem Phosphor. Der fängt bei wenig Wärme an zu brennen. Dazu reicht schon die Wärme des menschlichen Körpers aus.<eop><eop>"}, {"title": "Beton", "id": 107, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Beton", "text": " Beton ist ein Stein, den Menschen selbst herstellen und formen. Er besteht aus Sand oder Kies mit einem Bindemittel, das ist so eine Art Leim. Als Bindemittel braucht man Zement, der aus Kalk hergestellt wird. Dieses Gemisch muss man mit Wasser anrühren und nachher aushärten lassen.<eop>Beton hat den Vorteil, dass man ihn in fast jede beliebige Form gießen kann. Damit er keine Luftblasen enthält, wird er noch in der Form mit einer Maschine oder auf einem Tisch gerüttelt, man sagt auch „vibriert“. So entstehen zum Beispiel Bodensteine für Parkplätze oder andere Bausteine.<eop>Besonders stark wird Beton, wenn man in die Schalung ein Gerüst aus Stahl einbaut und erst dann den Beton einfüllt. Nach dem Vibrieren muss man einige Tage warten, das hängt von den chemischen Zusätzen ab, die der Beton enthält. Dann kann man die Schalung entfernen, das nennt man auch „ausschalen“.<eop>Stahlbeton wird in vielen Bereichen eingesetzt. Bei Häusern und Garagen vor allem in Pfeilern, Stützwänden und Decken. Brücken aus Stahlbeton können große Strecken überspannen. Stützmauern und die Auskleidungen von Tunnels sind meist aus Beton. Aus unserem Leben ist er nicht mehr wegzudenken.<eop>Beton gibt es schon seit 10.000 Jahren. Er bestand ursprünglich aus Sand oder Kies und einem Kalkmörtel. Später wurde Mehl von Ziegelsteinen oder Asche von Vulkanen beigemischt. Daraus entstanden Bauwerke wie die Aquädukte der Römer. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Beton schnell weiterentwickelt und immer stärker. 100 Jahre später entstanden der erste Schiffsrumpf und später erste Pflanzenkübel aus Eisenbeton.<eop><eop>"}, {"title": "Bibel", "id": 108, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bibel", "text": "Die Bibel ist ein berühmtes Buch, genauer gesagt eine Sammlung von Schriften aus dem Altertum. Das Wort stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet „Bücher“. Die Bibel besteht aus zwei Teilen: Das Alte Testament beschreibt das Volk der Juden mit ihrem Gott, und das Neue Testament handelt von Jesus Christus und seinen Anhängern. <eop>Die Bibel ist das Heilige Buch des Christentums. Kein anderes Buch wurde in so viele Sprachen übersetzt wie die Bibel. Viele Künstler haben aus der Bibel Ideen für ihre Werke erhalten. Man nennt die Bibel auch das „Buch der Bücher“.<eop>Die Bibel erzählt Geschichten von Ereignissen, die man wichtig fand. Als die Abschnitte der Bibel geschrieben wurden, sahen die Welt und das Leben noch sehr anders aus als heute. Die Menschen des Orients lasen die Geschichten nicht so, wie wir heute die Zeitung lesen und glaubten auch an Wunder. Auch heute ist es noch eine wichtige Frage, ob man die Bibel wie einen aktuellen Bericht lesen soll oder so, wie die orientalischen Menschen von damals die Geschichten verstanden hatten. Schließlich wollten die Menschen damals ihren Glauben bezeugen und nicht so schreiben, wie heutige Wissenschaftler.<eop> Was steht in der Bibel? <eop>Die beiden großen Teile heißen Altes Testament und Neues Testament. Wenn ein Mensch ein Testament schreibt, verteilt er damit meistens sein Vermögen und bestimmt, was womit geschehen soll. Die Bibel beschreibt eine Art Bund oder Vertrag zwischen Gott und den Menschen. Es ist ein Angebot, das die Menschen nutzen können.<eop>Das Alte Testament ist eine Sammlung von Schriften. Diese Schriften nennt man Bücher. Die ersten fünf Bücher der Bibel heißen „die fünf Bücher Mose“. Sie berichten, wie Gott die Welt erschuf und was bis zur Zeit von Moses geschah. Das Buch Judit zum Beispiel berichtet davon, was diese Frau gemacht hat. Diese Bücher beschreiben vor allem die Geschichte der Juden. Andere sind Lehrbücher, darin steht, wie sich der Gläubige zu Gott und zu den anderen Gläubigen verhalten soll. Außerdem gibt es Bücher über einzelne Propheten. Ein Prophet ist ein Mensch, zu dem Gott gesprochen hat und der seine Mitmenschen vor etwas warnen soll. <eop>Das Neue Testament beginnt mit den vier Evangelien. „Evangelium“ kommt aus dem Griechischen und heißt „Frohe Botschaft“. Die Evangelien beschreiben die ersten und die letzten Jahre des Lebens von Jesus. Weil diese Menschen glaubten, er würde sie erlösen, nannten sie ihn Christus. Die Apostelgeschichte erzählt, was einige Apostel nach dem Tod von Jesus erlebten. Ein Apostel ist ein Anhänger, der sich oft und gerne in der Nähe von Jesus aufgehalten hat. Die „Apokalypse“ beschreibt das Ende der Welt, wenn Jesus wieder auf die Erde kommt. Auf Deutsch nennt man sie Offenbarung des Johannes, weil Johannes sie geschrieben hat.<eop>Die anderen Bücher im Neuen Testament sind Briefe. Sie wurden vom Apostel Paulus und von anderen geschrieben. Diese Männer schrieben solche Briefe jeweils einer Gemeinde der Christen in einer anderen Stadt. Darin kann man lesen, wie die Christen leben und woran genau sie glauben sollten.<eop> Wer hat die Bibel geschrieben? Die Bibel haben Menschen geschrieben, viele Teile sind auch nach ihrem Verfasser benannt. Die Meinungen gehen jedoch in folgendem Punkt auseinander: Viele Menschen sind der Ansicht, dass die Autoren aufschrieben, was sie erlebt hatten. Andere Menschen glauben, dass Gott ihnen „eingeflüstert“ hat, was sie schreiben sollten. Das nennt man „Inspiration“. Wer davon ausgeht, dass Gott die Schriften den Schreibern Wort für Wort eingeflüstert oder sogar diktiert hat, glaubt an die wörtliche Inspiration. Man nennt dies auch „Verbal-Inspiration“. Aber wie dem auch sei: Wissenschaftler vermuten heute, dass die ältesten Schriften der Bibel etwa 3000 Jahre alt sind. Vieles wurde lange nur weitererzählt, bevor jemand es aufschrieb.<eop>Beim Neuen Testament ist es nicht viel anders. Jesus starb möglicherweise um das Jahr 30 nach Christus. Die ältesten Schriften über ihn sind wahrscheinlich einige Briefe des Paulus, die etwa 20 Jahre später geschrieben wurden. Bis das erste Evangelium entstand, dauerte es sicher noch einmal 15 bis 35 Jahre.<eop>Bei den Schriften des Neuen Testaments stehen die Namen des Verfassers darüber. Im ersten Jahrhundert nach Christus begann man zum Beispiel zu sagen, das erste Evangelium sei von Markus geschrieben. Das sei der Übersetzer gewesen, der den Apostel Petrus begleitet habe. Oder es hieß, er habe den Apostel Paulus begleitet. In Wirklichkeit weiß niemand, wer dieses Evangelium geschrieben hat. Nur bei einigen Briefen des Paulus meint man heute, er könnte tatsächlich der Verfasser sein.<eop> In welcher Sprache wurde die Bibel geschrieben? Das Alte Testament ist in alter hebräischer Sprache geschrieben. Das war damals die Sprache der Juden. Es gab keinen Unterschied von Großbuchstaben und Kleinbuchstaben und auch keine Leerzeichen. Man hat es nur mit Mitlauten, aber ohne Selbstlaute geschrieben. Der Inhalt war dadurch meist klar. Bei der Aussprache muss man häufiger raten, wie das klingen soll. Als Beispiel: Der Name Gottes ist JHWH. Wir sagen heute Jahwe, aber lange Zeit dachten viele, es müsse Jehova heißen.<eop>Jesus und seine Anhänger sprachen Aramäisch. Dies war ein Dialekt des Hebräischen. Diese Sprache wurde jedoch nicht geschrieben. Paulus schrieb auch in seinem berühmten Brief an die Römer, diese hätten kein Aramäisch verstanden. Das ganze Neue Testament ist im damaligen Griechisch geschrieben. Die Sätze, welche von Jesus überliefert sind, wurden also alle schon einmal übersetzt.<eop>Lange Zeit kannte man in Europa die Bibel nur auf Griechisch oder in einer lateinischen Übersetzung. Das Alte Testament las man in einer griechischen oder lateinischen Übersetzung. Martin Luther übersetzte dann in den Jahren nach 1500 die Bibel aus dem Griechischen und Hebräischen ins Deutsche. Er war nicht der erste, der das machte, aber seine Übersetzung war die wichtigste in Deutschland. In der Schweiz war ihm Huldrych Zwingli schon zehn Jahre zuvorgekommen. Und in England gab es noch ältere Übersetzungen. In vielen Sprachen der Welt war eine übersetzte Bibel das erste Buch, das erschien.<eop> Gibt es Bilder in der Bibel? Aus der Zeit der Bibel selbst gibt es so gut wie keine Bilder mehr. Aber viele Menschen wollten sich besser vorstellen können, was in der Bibel passiert. Viele Geschichten eignen sich sehr gut für Gemälde und andere Kunstwerke. Da sieht man Jesus Christus als guten Hirten mit Schafen, oder Moses mit zwei großen Tafeln, auf denen die Gesetze für die Juden stehen. Die meisten Menschen konnten zudem gar nicht lesen. Ihnen sagte ein Bild deshalb mehr als tausend geschriebene Worte.<eop>Bibeln, die seit dem Mittelalter entstanden sind, zeigen häufig Bilder. Ebenso sieht man in Kirchen Gemälde und Statuen. Manche Christen hatten aber Angst, dass die Gläubigen anfangen könnten, eine Christus-Statue zu verehren, anstatt Christus selbst. Einige gingen so weit, dass sie Bilder zerstört haben. Dies geschah vor allem während der Reformation, und es gibt dafür auch ein Wort: Bildersturm.<eop>Für die Juden und Christen, und auch Muslime, sind vor allem ihre Heiligen Bücher wichtig. Sie glauben, dass in ihnen steht, was Gott ihren Propheten gesagt hat. Daher nennt man diese Religionen auch Buchreligionen oder Schriftreligionen.<eop> Ist die Bibel auch für den Koran wichtig? Für Muslime ist die Bibel kein heiliges Buch, sondern der Koran ist ihr wichtigstes heiliges Buch. Aber viele Muslime achten dennoch die Bibel. Aus der Bibel stammen nämlich Geschichten, die man auch im Islam kennt. Allerdings gehen die Geschichten manchmal etwas anders.<eop>Mose zum Beispiel ist auch im Islam ein Prophet, genau wie Mohammed. Er wird als Musa oft im Koran erwähnt. Auch sonst erzählten die Muslime sich viele Geschichten von Musa. Ein weiterer Prophet ist Isa ibn Maryam, also „Jesus, Sohn der Maria“. Für Muslime ist Jesus aber nicht der Sohn Gottes, und er ist auch nicht am Kreuz gestorben.<eop>Im Koran wird nicht viel über die Menschen und Ereignisse aus der Bibel erklärt. Anscheinend ging Mohammed davon aus: Meine Zuhörer kennen schon viel aus der Bibel. Darum glauben Wissenschaftler heute, dass damals schon viel von den biblischen Geschichten in Arabien verbreitet war.<eop><eop>"}, {"title": "Biber", "id": 109, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Biber", "text": "Biber sind Säugetiere und Nagetiere, die im Süßwasser oder am Ufer leben, also in Flüssen und Seen. Da sie tagsüber schlafen, sieht man sie selten. Ihr Revier erkennt man an den spitzen Baumstümpfen: Da haben Biber mit ihren scharfen Zähnen Bäume gefällt und sich damit einen Damm gebaut.<eop>Biber sind gute Schwimmer. An den Füßen haben sie Schwimmhäute, ihr langer breiter Schwanz dient ihnen als Ruder. Sie kommen voran, indem sie mit den Hinterfüßen paddeln und können 20 Minuten lang unter Wasser bleiben. Auf dem Land sind sie nicht so schnell, deshalb bleiben sie gern in der Nähe des Ufers.<eop>Wie leben Biber? Ein Biberpaar bleibt ein Leben lang zusammen. Sie legen sich in ihrem Revier mehrere Wohnbaue an. Das ist ein rundes Loch in der Erde oder ein Raum in den Ästen. Ein solcher ist eine Biberburg. Der Wohnraum liegt immer über dem Wasserpegel, der Zugang jedoch liegt unter Wasser. Das tun die Biber, um sich und ihre Jungtiere zu schützen.<eop>Die Biber bauen Dämme, so dass ein See entsteht, damit die Zugänge zu ihren Wohnbauten immer unter Wasser bleiben. Dazu fällen sie Bäume mit ihren scharfen Zähnen. Die nutzen sich zwar ab, wachsen aber wieder nach. Die Rinde fressen sie. Außerdem fressen sie Zweige, Blätter und Rinden von Bäumen. Auch ansonsten fressen sie nur Pflanzen, zum Beispiel Kräuter, Gräser oder Pflanzen im Wasser.<eop>Biber sind in der Nacht und in der Dämmerung aktiv, tagsüber schlafen sie. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern suchen auch dann ihre Nahrung. Ein Vorrat an Ästen im Wasser vor dem Eingang dient ihnen als Vorrat für Zeiten, wenn das Wasser gefroren ist. <eop>In der Biberburg lebt das Elternpaar mit seinen Jungtieren aus dem Vorjahr. Die Eltern paaren sich jeweils etwa im Februar, im Mai kommen etwa vier Jungtiere zur Welt. Während ungefähr zwei Monaten säugt sie die Mutter mit ihrer Milch. Mit etwa drei Jahren sind sie selber geschlechtsreif. Die Eltern vertreiben sie dann aus ihrem Revier. Im Mittel wandern sie etwa 25 Kilometer weit, bevor sie eine neue Familie gründen und ein eigenes Revier beanspruchen.<eop>Sind Biber gefährdet? Biber findet man in Europa und Asien, aber auch in Nordamerika. Ihre natürlichen Feinde sind Bären, Luchse und Pumas. Bären und Luchse gibt es bei uns nur wenige, dafür immer mehr wildernde Hunde, die auch Biber jagen.<eop>Die größte Gefahr für die Biber ist aber der Mensch: Lange Zeit jagte er die Biber um sie zu essen oder um ihr Fell zu nutzen. Er wollte sie sogar ausrotten, weil sie mit ihren Dämmen ganze Felder unter Wasser setzten. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Europa nur noch etwa 1.000 Biber.<eop>Im 20. Jahrhundert fing man an, die Jagd zu verbieten und die Biber zu schützen. Seither verbreiten sie sich tatsächlich wieder. Ihre Schwierigkeit ist allerdings, natürliche Bäche zu finden, an denen sie ungestört leben und ihre Dämme errichten können.<eop>"}, {"title": "Bienen", "id": 110, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bienen", "text": "Bienen gehören zu den Insekten und haben sechs Beine, vier Flügel und einen Panzer. Der Panzer besteht aus Chitin. Er ist sozusagen das Skelett der Bienen. Weibliche Bienen haben am Hinterleib einen Stachel.<eop>Bei den meisten Bienenarten lebt jedes Tier für sich allein. Man nennt sie Solitärbienen. Sie kümmern sich nur um ihre eigenen Jungtiere. Die Gruppe der Kuckucksbienen legt ihre Eier in fremde Nester, wie eben der Vogel Kuckuck und überlässt die Aufzucht der Jungtiere den fremden Eltern.<eop>Manche Bienenarten leben in einem Volk zusammen, der auch Staat genannt wird. Sie heißen deshalb staatenbildende Arten. Dazu gehört auch die Honigbiene. Sie wird in vielen Ländern gezüchtet und ist deshalb weit verbreitet. Bienenzüchter heißen in der Fachsprache „Imker“.<eop>Wie leben Honigbienen?<eop>Die Honigbiene ist dunkelbraun und am Körper behaart. Sie wird etwa eineinhalb Zentimeter groß und fliegt bis zu 25 Kilometer pro Stunde schnell. Das ist also ungefähr so schnell, wie ein flotter Radfahrer fährt. <eop>Jedes Volk von Honigbienen baut sein eigenes Nest. Die Bienen nutzen dazu oft eine Baumhöhle. In ihrem Bauch haben sie besondere Drüsen. Das sind kleine Organe, die Wachs hergeben. Damit bauen sie sechseckige Kammern. Man nennt sie auch „Waben“.<eop>Zu einem Bienenvolk gehört eine Königin. Sie kann als einzige Eier legen. Zur Fortpflanzung fliegt die Königin aus und paart sich mit etwa 20 Männchen aus einem anderen Bienenvolk. Die Männchen sterben dann. <eop>Die Königin legt ihre Eier, und zwar bis zu 2.000 Stück am Tag. Aus ihnen entwickeln sich dann in den Waben die Larven. Aus befruchteten Eiern entstehen Arbeiterinnen, und zwar ungefähr 40.000 bis 60.000 Stück. Aus unbefruchteten Eiern entstehen Männchen, die heißen Drohnen. Von ihnen gibt es etwa tausend.<eop>Aus den Eiern werden Larven, dann Bienen. Eine einzige Larve wird besonders gefüttert, daraus wird eine Königin. Wenn das Bienenvolk zu groß wird, fliegt die junge Königin mit einem Teil der Arbeiterinnen aus und bildet einen eigenen Bienenstaat. Die Königin wird drei bis fünf Jahre alt, die Arbeiterinnen weniger als ein Jahr.<eop>So lange es irgendwelche Blüten gibt, schwärmen die Bienen aus. Sie sammeln Pollen, Nektar und Honigtau. Pollen nennt man den Blütenstaub von Pflanzen. Nektar ist ein Saft mit viel Zucker, den die Blüten herstellen. Honigtau ist ebenfalls ein süßer Saft, den machen aber kleine Insekten, vor allem Blattläuse. Da Pollen sehr viel Eiweiß enthält, lagern die Bienen diesen um ihre Jungen, zu füttern. Zusammen mit dem Körpersaft der Biene verwandeln sich Nektar und Honigtau in Honig. Diesen lagern sie als Nahrung für sich selbst im Winter in den Waben ein. Im Winter zittern sie mit ihren Muskeln am ganzen Körper und halten sich so warm. Sie ernähren sich vom gesammelten Honig oder von Zucker, den ihnen der Imker gibt.<eop>Wer interessiert sich auch noch für den Honig? Honig ist süß und sehr nahrhaft. In der Natur haben es vor allem die Bären darauf abgesehen. Sie rauben gerne Bienennester aus. Die Bienen versuchen zwar, sich mit ihren Stacheln gegen die Bären zu wehren, aber das dichte Fell können sie damit nicht durchdringen.<eop>Auch der Mensch isst schon seit der Steinzeit gerne Bienenhonig. Um an wilden Bienenhonig heranzukommen, muss man erst einmal die Bienen mit Rauch verscheuchen. Aber auch dann geht ein Raubzug kaum ohne Stich ab.<eop>Heute züchten manche Menschen Honigbienen. Sie bauen dazu besondere Kästen aus Holz. Im Winter geben sie den Bienen Zucker zu fressen und behalten den Honig für sich selbst. Wer das macht, ist ein Imker.<eop> Warum sind Bienen so wichtig? Dass wir so viele unterschiedliche Arten von Gemüse, Obst und Blumen haben, haben wir der Biene zu verdanken. Die Biene frisst mit ihrem Rüssel gerne Blumennektar. Während sie für ein paar Sekunden auf einer Blüte sitzt, verfangen sich ein paar Blütenpollen in ihrem Haarkleid. Wenn sie dann zu einer andere Blüte fliegt, streift sie dort ein paar Pollenkörnchen ab. Dadurch wird die andere Blume bestäubt. Tut die Biene das nicht, können keine neuen Pflanzen wachsen. <eop>Bienenkenner sagen, dass es den Honigbienen nicht gut geht. Das hat viele Ursachen. Etwa die Varroa-Milbe. Die ist ein Parasit, das heißt, dass sie sich von den Bienen ernährt, ohne ihr zu nutzen. Sie klammert sich in der Biene fest und saugt ihr Blut. Dadurch entsteht eine offene Bisswunde und die Biene kann schnell krank werden. Auch benutzen viele Gärtner oder Bauern Gifte, um ihre Pflanzen gegen Parasiten zu schützen. Diese Pflanzenschutzmittel sind aber auch für Bienen gefährlich.<eop>Wozu dient der Stachel? Bei einigen Arten dient der Stachel zum Ablegen von Eiern, aus denen sich junge Bienen entwickeln. Andere, so auch die Honigbiene, brauchen den Stachel, um sich gegen Feinde zu wehren. Oft fühlen sie sich schon bedroht, wenn sie sich eingeengt fühlen. Dies geschieht beispielsweise, wenn sie uns unter ein Kleidungsstück geraten. Wenn Bienen stechen, spritzen sie ein Gift in den Körper ihres Gegners. Das beißt uns Menschen gewaltig.<eop>Der Stachel vieler Bienen hat Widerhaken. Sie können damit andere Insekten stechen und ihn aus deren Chitinpanzer wieder herausziehen. Fliegen sie von einem gestochenen Menschen weg, bleibt der Stachel in seiner Haut stecken. Dadurch wird die Biene schwer verletzt und stirbt nach dem Stich bald.<eop> "}, {"title": "Big Ben", "id": 111, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Big Ben", "text": " Big Ben heißt ein Wahrzeichen in London, der Hauptstadt von Großbritannien. Viele Leute denken dabei an einen Turm des Gebäudes. Dieser Glockenturm heißt aber eigentlich Elisabeth-Turm, benannt nach Königin Elisabeth der Zweiten. Das Gebäude ist der Ort, an dem sich das britische Parlament trifft.<eop>Der Turm ist knapp 100 Meter hoch und kann besichtigt werden, aber nur, wenn man Einwohner des Landes ist und sich angemeldet hat. Der Bau dauerte dreizehn Jahre lang und war im Jahr 1859 fertig. Damals fand man den Baustil der Gotik wieder sehr schön, und in dieser Weise wurde auch das Parlamentsgebäude errichtet.<eop>In Wirklichkeit ist Big Ben nicht der Turm, sondern nur eine Glocke darin. Es handelt sich um die dickste der vier. Benannt wurde sie nach jemandem, der den Vornamen Ben oder Benjamin hatte: „Big Ben“ heißt Großer oder Dicker Ben. Man ist nicht sicher, ob der Name von einem damals bekannten Boxer oder von einem Ingenieur stammt.<eop>Die UNESCO hat Big Ben 1987 zum Weltkulturerbe erklärt.<eop><eop>"}, {"title": "Biologie", "id": 112, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Biologie", "text": "Biologie ist die Wissenschaft von den Lebewesen. Das Wort Biologie besteht aus zwei altgriechischen Wörtern: „bios“ bedeutet „Leben“ und „logos“ ist „die Rede über etwas“. Also ist die Biologie das „Reden über das Leben“. Forscher der Biologie beschäftigen sich mit allen möglichen Bereichen unserer lebendigen Umwelt, also mit Tieren, Pflanzen, kleinsten Lebewesen wie Bakterien, aber auch mit uns Menschen. <eop>Es gibt verschiedenste Fachgebiete der Biologie. In der Mikrobiologie wird untersucht, wie die Welt der Bakterien, Pilze, Algen und Viren aussieht. Hier geht es um alle Lebewesen, die wir mit unserem bloßen Auge nicht erkennen können. Die Botanik befasst sich mit Pflanzen. Hier wird zum Beispiel untersucht, wie Pflanzen aufgebaut sind, welche verschiedenen Pflanzen es gibt und wie man sie voneinander unterscheiden kann. In der Zoologie geht es um die Tiere auf unserer Erde. Hier wird beispielsweise erforscht, welche verschiedenen Tierarten es gibt, welche Besonderheiten sie haben, wie, wo und wovon sie leben und so weiter.<eop> Welche Themen gibt es in der Biologie? Zum Leben gehört sehr viel Unterschiedliches. Daher haben die Wissenschaftler das Fach untereinander aufgeteilt. Bei der Humanbiologie geht es um uns Menschen. Hier wird untersucht, wie wir Menschen aufgebaut sind und wie wir uns entwickeln. <eop>In der Molekularbiologie geht es um die kleinsten lebendigen Teilchen unserer Umwelt: die Moleküle. Hierzu gehören zum Beispiel die Bestandteile unserer Gene, unsere sogenannte DNA. Zellbiologie beschäftigt sich mit den Zellen, aus denen alle Lebewesen zusammengesetzt sind. Sie untersucht, wie diese Zellen aufgebaut sind und welche Aufgaben sie in unserem Körper übernehmen. In unseren Zellen kann man zum Beispiel auch unsere Gene finden. Die Genetik untersucht, wie bestimmte Eigenschaften von Generation zu Generation vererbt werden können.<eop>Die Entwicklungsbiologie beschäftigt sich damit, wie Lebewesen sich über die Zeit entwickelt haben und auch heute entwickeln. Hier wird zum Beispiel erforscht, wie ein Lebewesen sich von seiner Entstehung bis zu seinem Tod entwickelt. In der Physiologie werden alle Abläufe betrachtet, die im Körper eines Lebewesens dafür sorgen, dass es weiterhin gesund leben kann. Hierzu gehören Abläufe, die Informationen im Körper weiterleiten, aber auch chemische und physikalische Reaktionen.<eop>Die Verhaltensbiologie erforscht das Verhalten von Tieren und Menschen. Sie beschäftigt sich auch damit, wie bestimmte Verhaltensweisen entstanden sind und welche Gründe das haben kann. Im Fachgebiet der Ökologie geht es um die Gemeinschaft der Lebewesen in einem Lebensraum. Dieses Zusammenleben erfordert, dass sich alle Lebewesen aneinander anpassen und sich gemeinsam weiterentwickeln. Wie das funktioniert, wird in der Ökologie erforscht.<eop>Die Evolutionsbiologie erforscht, von welchen Lebewesen unsere heutige Tierwelt abstammt und wie sich einzelne Tiere entwickelt haben, beispielsweise aus den Dinosauriern. Sie untersucht aber auch, wer unsere Vorfahren waren und wie wir uns aus ihnen entwickeln konnten.<eop>"}, {"title": "Birke", "id": 113, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Birke", "text": "Birken sind Laubbäume. Es gibt in Europa gegen hundert verschiedene Birkenarten, die zusammen eine Gattung bilden. Birken erkennt man gut an ihrer schwarz-weißen Rinde. Das Holz der Birken ist hell und hat eine feine Maserung. Es ist biegsam und lässt sich gut schneiden. Man stellt deshalb daraus gerne Platten her. <eop>Die meisten Menschen finden Birken schön, deshalb werden sie oft in Städten gepflanzt. Immer mehr Menschen haben mit den Birken aber auch Schwierigkeiten: Die vielen Pollen aus den Blüten reizen ihre Augen, die Nase und die Lunge. Diese Menschen haben eine Allergie, genau gesagt einen Heuschnupfen. Einige Menschen leiden sehr stark darunter.<eop>Birken sind wichtig für viele Vogelarten, denn sie geben ihnen Knospen und Samen als Nahrung. Es gibt auch über hundert Arten von Schmetterlings-Raupen, die gerne Birkenblätter fressen. Die Birken sind die dritte Pflanzengattung in der Reihenfolge der beliebtesten Schmetterlingspflanzen.<eop>Die Birke ist das Wahrzeichen Estlands. In Russland, Finnland und Polen gilt der Baum als nationales Symbol, etwa so wie die „deutsche Eiche“.<eop>Wie wachsen Birken? Birken wachsen oft dort, wo es vorher keine Pflanzen gab. Weil sie dann die ersten sind, nennt man sie Pionierpflanzen. Der Boden kann für Birken nass oder trocken sein. Wie wachsen auf Dünen ebenso wie auf Mooren oder in der Heide.<eop>Birken vermehren sich auf eine besondere Art. Es gibt männliche und weibliche Blüten, aber beide wachsen auf demselben Baum. Die männlichen Blütenkätzchen hängen nach unten und haben eine Form wie kleine Würstchen. Die weiblichen Blütenkätzchen stehen aufrecht. Birken brauchen keine Bienen für die Bestäubung, das erledigt hier der Wind. Deshalb braucht es auch so viele Pollen.<eop>In den Blüten bilden sich kleine Nüsse, das sind die Samen. Sie haben eine harte Schale wie zum Beispiel die Haselnüsse. Manche haben auch einen kleinen Flügel, ähnlich wie die Ahorne. Damit können sie etwas weiter vom Stamm weg fliegen und sich besser verbreiten.<eop>Was nutzt der Mensch von den Birken? Schon die Menschen in der Steinzeit nutzten die Birken. Sie kochten aus dem Saft einen Leim. Damit befestigten sie zum Beispiel einen Steinkeil in einem Stiel und erhielten so ein Beil. Noch im Mittelalter strichen manche Jäger Birken mit diesem Leim ein, den man „Pech“ nannte. Viele Vögel blieben dann darauf kleben und wurden dann gegessen. Beim Angriff auf eine Burg schütteten die Verteidiger heißes Pech auf die Angreifer. Von diesen Anwendungen kommt der Ausdruck „Pech gehabt“, den wir heute noch brauchen. <eop>Aus dem Birkenholz stellte man früher gerne Wäscheklammern oder Holzschuhe her. Heute dreht man die Stämme auf einer Achse und schneidet außen herum eine dünne Schicht ab. Die Schichten legt man längs und quer übereinander und gibt Leim dazwischen. So erhält man sehr stabile Schichtholzplatten.<eop>Die Rinde einer Birke kann man einschneiden und einen Eimer unter die Schnittstelle hängen. Den Saft, der dann herausrinnt, kann man brauchen wie auch beim Ahorn oder beim Kautschukbaum. Zusammen mit Zucker kann man daraus ein leckeres Getränk kochen.<eop>Nebst dem Saft kann man auch die Rinde und die Blätter nutzen. Daraus gewinnt man Vitamin C, Shampoos gegen Haarausfall, Mittel zum Gerben von Leder und viele andere Dinge. Viele Birkenblätter kann man essen. Das Holz brennt sogar, wenn es noch frisch und nass ist, weil es so viel Öl enthält.<eop><eop>"}, {"title": "Bischof", "id": 114, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bischof", "text": "Der Bischof hat ein hohes Amt in der Kirche. Der ursprüngliche griechische Ausdruck „Episkopos“ bedeutet Aufseher, Hüter oder Beschützer. Zum Amtsbereich eines Bischofs gehören mehrere örtliche Kirchgemeinden. Alle Bischöfe zusammen nennt man das Episkopat.<eop>Bischöfe gibt es schon seit dem frühen Christentum. Die älteren, einflussreichen Männer in der Gemeinde haben sie gewählt. Ein Bischof musste vor allem entscheiden, wie man sich den Glauben richtig erklärt. Im Lauf der Jahrhunderte dachte man darüber von Land zu Land leicht verschieden. Was ein Bischof genau tut, und was sein Amt ausmacht, hängt heute davon ab, welcher Kirche er angehört. Der wohl berühmteste Bischof war der Bischof von Myra, den wir heute als den Heiligen Nikolaus kennen.<eop>Was tut ein Bischof heute? In der Katholischen Kirche muss ein Mann zuerst Diakon werden, dann Priester. Wenn es einen neuen Bischof braucht, muss der Papst einen Priester dazu ernennen. Ein anderer Bischof weiht dann den Priester zum Bischof. Nur er darf Männer zu Priestern weihen. Er wacht auch über die christliche Lehre in seinem Gebiet, der Diözese. Er hat aber auch Aufgaben in der Verwaltung der Kirche. <eop>Die Kennzeichen eines katholischen Bischofs nennt man Insignien: Die Bischofsmütze heißt Mitra. Der Stab erinnert an den Hirten. Das Brustkreuz ist das Pektorale. An einem Finger trägt er einen besonderen Bischofsring.<eop>Die orthodoxen Bischöfe sind den katholischen recht ähnlich. Der Vorsteher einer Gruppe von Bischöfen ist der Patriarch oder Metropolit. Orthodoxe Priester dürfen verheiratet sein, die Bischöfe jedoch nicht. Deshalb waren die meisten von ihnen vorher Mönche. Ihre Aufgaben sind ähnlich wie in der katholischen Kirche. <eop>Die Kennzeichen des orthodoxen Bischofs sind das Kleid, Sakkos genannt. Dazu kommt ein breites Band um den Hals und über die Brust, das Omophorion. Auf dem Kopf trägt er das Stephanos, eine Art Krone mit einem Kreuz.<eop>Die meisten evangelischen und reformierten Kirchen sowie die Lutheraner haben einen Bischof. Diese Ämter sind jedoch je nach Land unterschiedlich. Nur in diesen Kirchen können Frauen Bischöfinnen werden. Da es in diesen Konfessionen keine Priester gibt, fällt auch die Aufgabe der Priesterweihe weg. Sie tragen keine besonderen Kleider. <eop> "}, {"title": "Blauwal", "id": 115, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blauwal", "text": " Der Blauwal ist das größte Tier der Welt. Er gehört wie alle Wale zu den Säugetieren. Sein Körper kann bis zu 33 Metern lang und 200 Tonnen schwer werden. Alleine das Herz des Blauwals wiegt so viel wie ein kleines Auto, nämlich 600 bis 1000 Kilogramm. Es schlägt pro Minute höchstens sechs Mal und pumpt dabei immer mehrere 1000 Liter Blut durch den Körper. <eop>Wie andere Wale muss auch der Blauwal nach einigen Minuten unter Wasser wieder auftauchen, um Luft zu holen. Dabei atmet er eine riesige Fontäne aus, die Blas genannt wird. Sie steigt bis zu neun Metern hoch.<eop>Blauwale gibt es in allen Meeren. Sie verbringen den Winter in südlicheren Gebieten, weil es dort wärmer ist. Den Sommer verbringen sie eher im Norden. Dort findet der Blauwal sehr viele winzig kleine Krebse und Plankton. Ein anderes Wort dafür ist Krill. Davon frisst er pro Tag ungefähr drei bis vier Tonnen und baut daraus große Fettreserven auf. Diese Fettreserven benötigt er für den Winter. Denn dann frisst der Blauwal gar nichts. <eop>Seine Nahrung zerkleinert der Blauwal nicht mit Zähnen, er hat nämlich keine. Stattdessen befinden sich in seinem Maul sehr viele feine Hornplatten und Fasern, die man Barten nennt. Sie funktionieren wie ein Filter und sorgen dafür, dass alles Fressbare im Maul des Blauwals bleibt.<eop>Wenn Blauwale gerade auf Nahrungssuche sind, schwimmen sie recht langsam. Sie sind dann ungefähr so schnell wie ein Mensch, der spazieren geht. Wenn sie größere Strecken wandern, dann schwimmen sie ungefähr so schnell, wie man mit einem Auto in einer Tempo-30-Zone fahren darf. Männliche Blauwale sind dabei meistens alleine unterwegs. Die Weibchen bilden oft Gruppen mit anderen Weibchen und ihren Kindern.<eop>Blauwale werden mit fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Die Blauwalmutter trägt ihr Baby etwa elf Monate lang in ihrem Bauch. Bei der Geburt ist es etwa sieben Meter lang und wiegt etwa zweieinhalb Tonnen. Das ist etwa so viel wie ein sehr schweres Auto. Die Mutter säugt ihr Kind etwa sieben Monate lang. Es misst dann fast 13 Meter in der Länge.<eop>"}, {"title": "Blindenschrift", "id": 116, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blindenschrift", "text": " Die Blindenschrift ist keine Schrift zum Lesen mit den Augen, sondern zum Ertasten mit den Fingern. Blinde können nichts oder nur sehr schlecht etwas erkennen. Deshalb hat man für sie eine Schrift erfunden, die sie mit den Fingerkuppen „lesen“ können. Dazu müssen die Buchstaben etwas hervorstehen, damit man sie fühlen kann. <eop>Es gibt heute zwei unterschiedliche Arten von Blindenschrift. Zwar ertastet man die Zeichen bei beiden Arten mit den Fingern. Sie verwenden aber unterschiedliche Zeichen und Buchstaben. Es gibt auch eine Blindenschrift für Musiknoten, die genauso funktioniert.<eop> Welche Arten von Blindenschrift gibt es? Zum einen gibt es die Reliefschrift. Hier sind alle Buchstaben, Zeichen und Zahlen, die wir auch kennen, auf das Papier oder die Buchseite aufgebracht. Man muss ein wenig üben, um diese Zeichen zu ertasten. Wer lesen und schreiben kann, ist schon mit ihnen vertraut.<eop>Eine andere und viel öfter benutzte Schriftart nennt man Punktschrift. Hier bestehen die Zahlen und Buchstaben aus maximal sechs Punkten, die je nach Schriftzeichen auf einer kleinen, für die Fingerkuppe ertastbaren Fläche, unterschiedlich angeordnet sind. Wie bei dem „normalen“ ABC ergibt die unterschiedliche Anordnung der Punkte einzelne Buchstaben oder Symbole, die dann eine Art Alphabet ergeben. In der richtigen Reihenfolge dargestellt, bilden sie dann die uns bekannten Wörter und Sätze. <eop>Diese Schriftart nennt man auch Braille-Schrift, sprich: Breil. Sie ist benannt nach ihrem Erfinder, Louis Braille, der sie 1825 entwickelt hat. Heute gibt es bereits eine weitere Version der Braille-Schrift, die „Eurobraille“ heißt und aus bis zu acht Punkten besteht. Damit kann man noch mehr Zeichen darstellen.<eop> Wie schreibt man in Blindenschrift? Es gibt verschiedene Apparate und Drucker, die Schriftzeichen, Buchstaben und Zahlen der Punktschrift wie eine Schreibmaschine auf ein Blatt Papier stanzen können, sodass sie etwas höherstehen und man sie tasten kann. Man nennt sie Punktschriftmaschinen oder Prägemaschinen. Zum Schreiben von Eurobraille-Schrift werden heute elektrische Prägemaschinen verwendet. Auch sehende Menschen können die Blindenschrift erlernen, wenn sie das wollen.<eop> Wo wird die Blindenschrift verwendet? Blindenschrift findet man heute zwar fast überall. Sie wird aber im öffentlichen Leben immer noch viel zu wenig verwendet. Es gibt in vielen Städten Restaurants, die ihre Speisekarten nicht nur in normaler Schrift drucken lassen: Für Blinde gibt es Speisekarten in Braille. Zeitschriften gibt es neben einer Normalfassung auch in Blindenschrift. Manche Bücher werden in Blindenschrift übersetzt und einige Städte haben große Blindenbüchereien eingerichtet. <eop>Auch ein Computer kann mit Hilfe eines kleinen zusätzlichen Leseteils den Text als Brailleschrift ausgeben, den man dann tasten kann. Umgekehrt gibt es Computer-Tastaturen, die auf ihren Tasten die Punktsymbole der Brailleschrift haben. Wer die Brailleschrift beherrscht, kann so wie mit einer normalen Tastatur am Computer schreiben. Am Bildschirm werden die Zeichen wieder in die uns bekannten Schriftzeichen des Alphabets umgewandelt.<eop><eop>"}, {"title": "Blindschleiche", "id": 117, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blindschleiche", "text": "Eine Blindschleiche ist eine Echse. In der Mitte Europas gehört sie zu den häufigsten Reptilien. Viele Menschen verwechseln sie mit einer Schlange: Die Blindschleiche hat keine Beine, und der Körper sieht einer Schlange ähnlich. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass bei der Blindschleiche der Schwanz abbrechen kann, ohne dass sie dabei Schaden nimmt.<eop>Trotz ihres Namens kann die Blindschleiche sehr wohl sehen. Die Tiere werden ungefähr 50 Zentimeter lang. Auf der Körperoberfläche tragen sie Schuppen. Die sind aus einem ähnlichen Material wie unsere Fingernägel oder das Horn von Kühen. Die Farbe ist rötlich-braun und sieht aus wie Kupfer.<eop>Blindschleichen besiedeln ganz Europa außer den südlichsten und den nördlichsten Gebieten. Sie schaffen es bis in Höhen von 2.400 Meter über dem Meeresspiegel. Sie leben in allen trockenen und feuchten Lebensräumen außer im Sumpf und im Wasser. Im Winter verfallen sie in eine Kältestarre, oft mit mehreren Tieren gemeinsam. <eop>Wie leben Blindschleichen? Blindschleichen fressen hauptsächlich Nacktschnecken, Regenwürmer und unbehaarte Raupen, aber auch Heuschrecken, Käfer, Blattläuse, Ameisen und kleine Spinnen. Blindschleichen sind deshalb bei Bauern und Gärtnern gern gesehen.<eop>Blindschleichen haben viele Feinde: Spitzmäuse, Erdkröten und Eidechsen fressen die Jungtiere. Verschiedene Schlangen, aber auch Fuchs, Dachs, Igel, Wildschwein, Ratten, Eulen und verschiedene Greifvögel fressen gerne ausgewachsene Blindschleichen. Auch Katzen, Hunde und Hühner jagen ihnen nach.<eop>Von der Paarung bis zur Geburt dauert es etwa 12 Wochen. Dann bringt das Weibchen etwa zehn Jungtiere zur Welt. Sie sind knapp zehn Zentimeter lang, stecken aber noch in einer Eihülle. Dort schlüpfen sie aber sofort heraus. Sie müssen 3-5 Jahre alt werden, bis sie geschlechtsreif sind. <eop>Die Blindschleichen werden manchmal von Menschen aus Angst vor Schlangen getötet. Dabei ist die Echse in den deutschsprachigen Ländern geschützt: Man darf sie weder belästigen, noch fangen oder töten. Ihr größter Feind ist die moderne Landwirtschaft, weil die Blindschleiche dadurch ihre Lebensgebiete verliert. Auch im Straßenverkehr sterben viele Blindschleichen. Vom Aussterben sind sie jedoch trotzdem nicht bedroht.<eop><eop>"}, {"title": "Blues", "id": 118, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blues", "text": " Blues ist eine Musikrichtung, die um das Jahr 1900 in den USA entstanden ist. Der Blues wurde von den schwarzen Amerikanern erfunden. Bis in die 1860er-Jahre mussten sie als Sklaven auf den Plantagen reicher weißer Amerikaner arbeiten. Der Staat unter Präsident Abraham Lincoln schaffte die Sklaverei zwar ab, doch viele Afroamerikaner waren noch lange danach arm und hatten nicht die gleichen Rechte wie Weiße. <eop>Der Blues ist ursprünglich eine Form der Klage. Das Wort kommt vom englischen Wort \"blue\", was so viel wie \"traurig\" bedeutet. Die Klagegesänge wurden von den Sklaven auf den Plantagen entwickelt, die durch den Gesang ihr Leid klagten. Später machte man eine Musikrichtung daraus. Bekannte Bluesmusiker sind zum Beispiel John Lee Hooker, James Brown oder Robert Johnson.<eop>Der Blues hat sehr viele Einflüsse auf die Musik von heute. Musikrichtungen wie Soul, Jazz oder Funk haben ihren Ursprung im Blues oder im so genannten \"Rhythm-and-Blues\", wie man später sagte. Auch die Rockmusik entstand zu Teilen aus dem Blues. Viele wichtige Rockgruppen wie die Rolling Stones, Led Zeppelin, Pink Floyd oder Cream haben sich zu großen Teilen aus dem Blues beeinflussen lassen. Ihre Musik wird manchmal auch als \"Bluesrock\" bezeichnet.<eop>Woraus besteht ein Blues? Für den klassischen Blues gibt es das so genannte Blues-Schema. Es hat sich über die Jahre entwickelt. Das Bluesschema basiert darauf, dass die Töne einer Tonleiter durch weitere Töne zu Klängen erweitert werden können, die man Akkorde nennt. Diese Akkorde entwickeln in einer bestimmten Reihenfolge verschiedene Harmonien, also Klangfolgen.<eop>Das Bluesschema besteht aus zwölf Takten und drei Akkorden. In der Tonart C-Dur sieht das Bluesschema so aus:<eop>C-C-C-C<eop>F-F-C-C<eop>G-F-C-C<eop>Jeder Buchstabe steht für den Akkord, der innerhalb eines Taktes gespielt wird. <eop>In dieses Bluesschema lassen sich bestimmte Töne spielen. Das sind die Töne der so genannten Blues-Tonleiter. Spielt man nur diese Töne, so entsteht eine traurig klingende Melodie. <eop>Das zwölftaktige Schema besteht aus drei Zeilen. In den ersten zwei Zeilen schildert der Sänger ein Problem oder eine schwierige Situation. Oft gibt es einen Sänger, der vorsingt, und mehrere Nachsänger. In der dritten Zeile ändert sich die Melodie und der Sänger singt eine Antwort oder eine Lösung für sein Problem. <eop>Der Blues wird häufig von einem Klavier und einer Gitarre begleitet. Oft gibt es auch Blasinstrumente oder ein Banjo. Sehr wichtig ist der Bass: Während Klavier und Gitarre die Akkorde des Bluesschemas spielen, spielt er eine für den Blues typische Melodie unter der Begleitung. <eop>Dieses Schema wird vor allem im klassischen Blues und im Rock 'n' Roll verwendet. Je mehr sich der Blues mit anderen Einflüssen vermischt, desto freier wird meistens gespielt.<eop>"}, {"title": "Blume", "id": 119, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blume", "text": "Eine Blume ist der farbige Teil einer Pflanze. Eine Blume ist eigentlich eine Blüte. In der Blüte bilden sich die Samen.<eop>Die meisten Blumen brauchen Insekten, welche die Bestäubung übernehmen. So können sich dann Samen bilden. Die Blumen sind farbig, damit sie die Insekten besser anlocken können.<eop>Auch die Menschen freuen sich über Blumen. Sie haben deshalb Blumen auch gezüchtet, damit sie immer größer und farbiger wurden. Dieses Züchten nennt man Kultivierung. So wurden zum Beispiel aus Wildrosen die Kulturrosen. <eop>Es gibt Blumen, welche mehrere Blüten enthalten. Der Weihnachtsstern besteht aus mehreren Blüten. Die Sonnenblume besteht aus sehr vielen einzelnen Blüten.<eop><eop>"}, {"title": "Blut", "id": 120, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blut", "text": " Blut ist eine Flüssigkeit im Körper von Menschen und vieler Tiere. Ohne diese Flüssigkeit könnte man nicht leben. Das Herz pumpt das Blut über den Blutkreislauf an jede Stelle des Körpers, damit es überall seine Aufgaben erledigen kann. Blut ist leicht an seiner roten Farbe zu erkennen. Wenn es gerade aus den Lungen kommt, ist es hellrot. Wenn es zu den Lungen zurückfließt, ist es dunkelrot, fast blau. Es ist auch ein bisschen dickflüssig. <eop>Erwachsene Menschen haben etwa fünf bis sechs Liter Blut im Körper. Das hängt davon ab, wie schwer sie sind. Verliert ein Mensch sehr viel Blut, zum Beispiel wegen einer Wunde, dann verblutet er und stirbt. Blut kann aber auch durch verletzte Adern in den Körper laufen, beispielsweise in die Bauchhöhle. Das nennt man eine Innere Blutung. Auch daran kann man sterben. Ist solch eine innere Blutung nicht ganz so schlimm, kommt es oft zu einem „blauen Fleck“, auch Bluterguss genannt.<eop> Woraus besteht Blut? Im Blut gibt es eine ganze Reihe von Zellen und winzigen Teilchen, die die unterschiedlichsten Funktionen haben. Ein Bestandteil ist das Plasma, das vor allem aus Wasser besteht. Außerdem gibt es drei Arten von Teilchen: die roten Blutkörperchen, die weißen Blutkörperchen und die Blutplättchen. Sie alle werden im Mark bestimmter Knochen vom Körper selbst gebildet. Selbst Zucker, Salz und Vitamine sind im Blut enthalten. Das Ganze ist eine sehr komplizierte Mischung aus vielen unterschiedlichen Teilen. <eop>Auch wenn das Blut immer gleich aussieht, kann es doch ein paar Unterschiede in seinen Bestandteilen geben. Denn nicht jeder Mensch hat das gleiche Blut wie ein anderer. Diese Unterschiede kann man zwar nicht sehen, aber in einem Labor messen. Man kennt vier verschiedene Blutgruppen: A, B, AB und 0.<eop> Wozu braucht man Blut? Das Blut hat im Körper unterschiedliche Aufgaben. Zum einen soll es etwas transportieren. Mit dem Blutstrom werden zum Beispiel notwendige Vitamine, Hormone und Nährstoffe zu den jeweiligen Körperteilen und Organen gebracht, die ohne das Blut nicht dorthin kämen. Abfallstoffe werden auf diese Weise auch wieder abgeholt und entsorgt. <eop>Die roten Blutkörperchen werden in der Lunge mit Sauerstoff beladen. Den bringen sie in den Körper und geben ihn ab. Die „leeren“ roten Blutkörperchen werden dann mit Kohlendioxid beladen, das ist der verbrauchte Sauerstoff. Den geben sie in der Lunge zurück, dann atmet man ihn aus. <eop>Die weißen Blutkörperchen dienen der Abwehr und Beseitigung von schädlichen Zellen, Bakterien oder Fremdkörpern. Sie sind wie die Soldaten einer Armee. Bei Krankheiten durch eine Infektion vermehren sich die weißen Blutkörperchen. Viele sterben in ihrem Kampf. Oft verlassen sie den Körper durch eine Wunde oder sonst eine offene Stelle. Diese dicke, weiße Flüssigkeit nennt man „Eiter“.<eop>Die Blutplättchen haben die Aufgabe, offene Wunden zu verschließen. Auf der Wunde bildet sich eine Kruste, die man auch „Schorf“ nennt oder „Borke“. Man sagt dann: Das Blut gerinnt. Die Kruste verhindert, dass man verblutet. Selbst die Körpertemperatur des Menschen wird durch das Blut geregelt.<eop>Ein Arzt kann am Blut oft eine Krankheit erkennen. Auch das Blut selbst kann krank werden, beispielsweise durch eine Blutvergiftung oder wenn zu wenig Blut im Körper vorhanden ist. Dann kann es nötig sein, „frisches“ Blut in den Blutkreislauf zu bringen. Diesen Vorgang nennt man Bluttransfusion. Häufig stammt dieses Blut dann von einem anderen Menschen, der vorher eine Blutspende gemacht hat, um anderen zu helfen, die sein Blut benötigen. Das funktioniert aber nur, wenn man Blut von derselben Blutgruppe erhält.<eop>Manche Tierarten ernähren sich teilweise oder hauptsächlich vom Blut anderer Lebewesen. Hierzu zählen zum Beispiel Blutegel, Stechmücken, bestimmte Würmer oder auch Vampirfledermäuse. Aber auch viele Würste enthalten eingedicktes Blut. Das essen wir dann, ohne es zu wissen.<eop>"}, {"title": "Blutkreislauf", "id": 121, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Blutkreislauf", "text": " Der Blutkreislauf ist die Bewegung des Blutes durch den Körper. Es fließt durch ein Netz aus vielen Adern. Im Zentrum steht eine Pumpe, das Herz. Das Ganze nennt man das Herz-Kreislauf-System. Durch den Blutkreislauf gelangen Nährstoffe und frischer Sauerstoff zu den einzelnen Körperteilen. Gleichzeitig werden Abfallstoffe abgeholt, die aus dem Körper heraus sollen. <eop>Der Blutkreislauf der Wirbeltiere, also auch des Menschen, hat die Form einer 8. Das Herz steht in der Mitte. Oben ist der „kleine Kreislauf“. Dort gelangt das Blut in die Lunge und wieder zurück zum Herz. Er wird deshalb auch Lungenkreislauf genannt. Im „großen Kreislauf“ gelangt das Blut in die Muskeln, in die Verdauungsorgane und in das Gehirn. Er wird deshalb auch Körperkreislauf genannt. Lungenkreislauf und Körperkreislauf sind aber nicht zwei getrennte Kreisläufe, sondern das Blut fließt immer nacheinander durch beide.<eop>Das Herz ist die Pumpe dieser Kreisläufe. Das Blut aus der Lunge fließt in die linke Hälfte des Herzens und von dort durch die Schlagadern oder Arterien in den Körper und den Kopf. Durch ein anderes System von Adern, die Venen, fließt das Blut vom Körper zurück in die rechte Hälfte des Herzens und dann in die Lunge. So schließt sich der Kreislauf.<eop>Die Arterien verzweigen sich wie Äste eines Baumes bis zu den kleinsten Zweigen. Die nennt man Kapillaren oder Haargefäße. Über sie werden Stoffe mit den Zellen ausgetauscht, den Bausteinen, aus denen unser Körper besteht. Von den Zellen führen andere Haargefäße weg und treffen sich dann, wie kleine Bäche zu immer breiteren Flüssen, zu Adern, die das Blut zum Herz zurückleiten. Sie nennt man Venen.<eop>Wenn der Blutkreislauf nicht mehr arbeitet, kann der Mensch nur wenige Minuten überleben: Die Körperteile würden verhungern und in Abfallstoffen ersticken. Für den Stillstand des Herzens gibt es viele Gründe: Es kann einfach am Alter liegen. Das Herz kann auch durch eine Krankheit stillgelegt werden, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt. Der Kreislauf kann auch zusammenbrechen, wenn ein Tier zu viel Blut verliert oder am Verdursten ist. <eop>Was geschieht im Lungenkreislauf? Die rechte Hälfte des Herzens bekommt Blut aus dem Körper. Darin ist der Sauerstoff verbraucht. Er hat sich zu Kohlendioxid umgewandelt. Das ist eigentlich ein „Abgas“. Das Blut hat deshalb eine bläuliche Farbe. Die Kohlendioxid-Moleküle sitzen auf den roten Blutkörperchen. In der Lunge geben sie ihr Kohlendioxid ab, wir atmen es aus.<eop>Wir atmen frische Luft ein. Die Sauerstoff-|Atome setzen sich dann auf die leeren roten Blutkörperchen und bewegen sich in die linke Hälfte des Herzens. Das Blut sieht dann ziemlich hellrot aus.<eop>Was geschieht im Körperkreislauf? Das Blut ist mit frischem Sauerstoff angereichert und verlässt das Herz durch die Hauptschlagader, die Aorta. Es bewegt sich weiter durch die Arterien in den Körper. Dort bringt es überall seinen frischen Sauerstoff hin und nimmt dafür das Kohlendioxid mit. <eop>Das Blut fließt auch in die Verdauungsorgane. Im Darm nimmt es Nährstoffe auf und bringt sie zur Leber. Sie zerlegt das Fett in brauchbare Teile. Sie holt auch Abfallstoffe aus dem Blut und sorgt dafür, dass das Blut richtig zusammengesetzt ist. Das ist wie ein Bäcker, der alle Zutaten gewissenhaft abwiegt, bevor er sie zu einem Teig zusammenmischt.<eop>Im Körperkreislauf liegen auch die Nieren. Die filtern überschüssiges Wasser und bestimmte Schadstoffe heraus. Das gibt den Urin. Das Blut aus allen Organen sammelt sich und fließt in die rechte Hälfte des Herzens. Damit ist der Kreislauf geschlossen.<eop>Wie leicht fließt das Blut durch den Körper? Es ist eine große und schwierige Arbeit, das Blut durch den Körper und zurück zum Herzen zu bringen. Dies liegt schon daran, dass die Adern immer feiner werden. Wenn der Mensch steht, muss das Blut von den Füßen bis zum Kopf auch eine beträchtliche Höhe überwinden. <eop>Das Herz zieht sich zusammen und presst so das Blut in die Arterien. Es „drückt“ also das Blut hinaus. Dadurch entsteht in den Arterien ein Druck, der Blutdruck. Wenn sich das Herz gerade zusammenzieht, ist der Blutdruck am höchsten. Der Arzt kann ihn am Arm messen und nennt ihn den „oberen“ oder den „systolischen“ Blutdruck. <eop>Zwischen zwei Herzschlägen entspannen sich die Herzmuskeln, das Herz füllt sich wieder mit Blut. Der Blutdruck ist dann tiefer. Auch diesen Wert misst der Arzt. Es ist der „untere“ oder der „diastolische“ Blutdruck.<eop>Bei der Rückkehr des Blutes durch die Venen kann das Herz nicht mithelfen. Es kann nicht „ansaugen“. Der Antrieb für die Rückkehr kommt durch viele kleine Muskeln im Körper. Damit es nicht rückwärts fließen kann, gibt es viele Ventile, die Venenklappen. Sie stellen sicher, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann, zum Herzen hin. <eop>Der Druck in den Venen ist viel geringer als in den Arterien. Wer vom Blutdruck spricht, meint immer den Druck in den Arterien. Wenn der Blutdruck zu niedrig ist, gelangen zu wenig Nährstoffe und frischer Sauerstoff zu den Organen. Das kann lebensbedrohlich sein. Andererseits ist aber auch ein zu hoher Blutdruck ungesund. Viele Menschen, vor allem ältere, nehmen dagegen regelmäßig Medikamente.<eop><eop>"}, {"title": "Bosnien und Herzegowina", "id": 124, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bosnien und Herzegowina", "text": "Bosnien und Herzegowina heißt ein Staat im Süd-Osten Europas, also im Balkan. Das Land ist etwas größer als die Schweiz und hat etwa halb so viele Einwohner. Der Name zeigt bereits, dass das Land geografisch aus zwei Teilen besteht. Von der Politik her gesehen sind es sogar drei Teile. Das Land ist seit dem Jahr 1992 unabhängig. Außerhalb des Landes leben fast genauso viele Bosnier in aller Welt wie im Land selbst. <eop>Im Westen hat Bosnien-Herzegowina, wie man auch sagt, ein Stückchen Küste am Adriatischen Meer. Die Küste ist so kurz, dass man sie in einer Stunde entlangwandern kann. Es gibt dort auch nur ein einziges Dorf. Vor allem aber besteht das Land aus Gebirge. Im Süden sieht man aber auch flacheres Land mit Landwirtschaft.<eop>Der gemeinsame „Staat Bosnien und Herzegowina“ kümmert sich nur um einige wenige, wichtige Dinge. Dazu gehört zum Beispiel der Handel mit anderen Ländern, die Einwanderung und die Armee. Außerdem regiert der gemeinsame Staat ein kleines Gebiet, das zu keinem Landesteil gehört. Sonst erledigen alles die beiden Landesteile.<eop>Was geschah früher? Schon in der Antike hatten Bosnien und die Herzegowina kaum etwas miteinander zu tun. Bosnien hatte seinen Namen vom Fluss Bosna. Seine Quelle liegt in der Nähe von Sarajevo. Der Name Herzegowina hat mit dem Herrschertitel, Herzog, zu tun. In der Antike beherrschten die Alten Römer beide Länder.<eop>Um das Jahr 600 nach Christus besiedelten Slawen beide Länder. Im 15. Jahrhundert wanderten die Osmanen in Bosnien ein. Diese Menschen nannte man Bosniaken. Sie gehörten dem Islam an. Später beherrschten die Osmanen auch die Herzegowina und viele umliegende Gebiete. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts schüttelten die Bosnier die osmanische Herrschaft ab.<eop>Gleich darauf herrschte Österreich-Ungarn über Bosnien und Herzegowina, dann die Habsburger. Im Jahr 1914 kam es in Sarajevo zu einem Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand. Das führte schließlich zum Ersten Weltkrieg. <eop>Nach dem Ersten Weltkrieg gehörten Bosnien und Herzegowina zum neu gegründeten Staat Jugoslawien. Das blieb so bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Von 1992 bis etwa 1995 gab es einen Bürgerkrieg: Serben, Kroaten und Bosniaken bekämpften einander. Der heutige Staat hat darum zwei Teilstaaten, ähnlich wie die Bundesländer in Deutschland oder die Kantone in der Schweiz: Der eine Teilstaat ist die „Föderation Bosnien und Herzegowina“, der andere ist die „Republika Srpska“, dann gibt es noch den kleinen Brčko-Distrikt.<eop>Wie steht es um die Politik und die Religionen? In der „Föderation Bosnien und Herzegowina“ leben einerseits Kroaten, die sind meist römisch-katholisch. Andererseits gibt es Bosniaken, die sind meist muslimisch. Zusammen sind es etwas mehr als drei Millionen Menschen. <eop>In der „Republika Srpska“ wohnen vor allem Serben. Ihr Glaube ist meist serbisch-orthodox. Dieser Landesteil hat etwas mehr als eine Million Einwohner. Trotzdem ist die Republika Srpska fast genauso groß wie der andere Landesteil. Die Hauptstadt soll eigentlich auch Sarajevo sein, aber die Regierung dieses Landesteils arbeitet in Banja Luka.<eop>Blau eingefärbt ist der Brčko-Distrikt. Im Alltag verwaltet er sich eigentlich selber. Offiziell ist er aber den beiden Teilstaaten unterstellt. Die Verwaltung hat ihren Sitz in der Stadt Brčko am Fluss „Save“.<eop>Wovon leben die Menschen? Bosnien-Herzegowina gehörte zu den ärmeren Ländern Serbiens. Das hat sich seit der Unabhängigkeit nur wenig verbessert. Das Land verkauft vor allem Holz ins Ausland und Minerale, das sind Stoffe aus der Natur wie der Bergkristall oder Quarzsand. Aus dem stellt man Glas her. Erdöl oder Erdgas hat man bisher keines gefunden. Viele Menschen sind Bauern.<eop>Seit der Krieg vorbei ist, kommen immer mehr Touristen ins Land. Die beiden Brücken von Mostar und von Višegrad bezeichnete die UNESCO als Weltkulturerbe. Es gibt auch bedeutende Wasserfälle und Nationalparks. In einem davon liegt einer der beiden letzten Urwälder Europas. An einem anderen Ort liegt das größte Naturreservat für Sumpfvögel in Europa. Der Tourismus bringt immer mehr Menschen Arbeit und Geld.<eop>Es ist schwierig zu sagen, wie viele Menschen keine Arbeitsstelle haben. Einige Ämter nehmen an, dass ein Viertel der Bevölkerung arbeitslos ist, bei den Jugendlichen sogar zwei Drittel. Vermutlich arbeiten viel mehr Menschen, aber das ist nirgends aufgeschrieben.<eop><eop>"}, {"title": "Brandenburg", "id": 125, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brandenburg", "text": "Brandenburg ist ein deutsches Bundesland. Es hat seinen Namen von der Stadt Brandenburg, die dort liegt. Hauptstadt ist allerdings Potsdam, das direkt an Berlin grenzt. Im Land Brandenburg leben etwa zweieinhalb Millionen Einwohner. Es umschließt Berlin, das ein eigenes Bundesland ist.<eop>Seit dem Jahr 1415 wurde Brandenburg von der Fürstenfamilie der Hohenzollern regiert. Diese wurden später Könige von Preußen und noch später deutsche Kaiser. Bis 1945 war Brandenburg eine preußische Provinz, danach ein eigenes Land. Die östlichen Gebiete fielen gleichzeitig an Polen. In der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik wurde Brandenburg aufgelöst, stattdessen gab es dort mehrere Bezirke. Seit 1990 ist Brandenburg wieder ein Land und gehört zur Bundesrepublik Deutschland.<eop>In Brandenburg gibt es nur wenige große Städte, dafür viele Seen, Felder und Wälder. In einigen Gegenden leben seit einigen Jahren sogar wieder Wölfe. Das Land ist eher flach und hat höchstens einige Hügel und kleinere Berge. Die größten Flüsse in Brandenburg sind die Elbe, die Oder, die Havel und die Spree. Havel und Spree fließen auch durch Berlin, und viele wichtige Straßen führen dorthin.<eop>Im Süden des Landes hat man Braunkohle gefunden und über viele Jahre ausgegraben. In manche dieser Baggerlöcher ist später wieder Wasser geflossen, so dass noch mehr Seen entstanden. Ganz im Südosten von Brandenburg, in der Lausitz, wohnen die Sorben: Das sind Deutsche, die Sorbisch sprechen. Diese Sprache ist mit dem Polnischen und Tschechischen verwandt. Sie leben auch in Sachsen.<eop> "}, {"title": "Brandenburger Tor", "id": 126, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brandenburger Tor", "text": "Das Brandenburger Tor ist ein Gebäude in Berlin am Platz des 18. März. Es ist ein bekanntes Wahrzeichen für diese Stadt und für ganz Deutschland. Man sieht es zum Beispiel auf den deutschen Euro-Münzen.<eop>Als Teil der Stadtmauer stand das Tor früher am Rande der Stadt. Im Westen davon liegt der Tiergarten. Im Osten kommt man über eine prächtige Straße, die Unter den Linden heißt, ins alte Stadtzentrum von Berlin. Das Tor ist 26 Meter hoch.<eop> Wie kam es zu dem Tor? Früher hatte Berlin eine Stadtmauer, so wie auch viele andere Städte. An großen Straßen in die Stadt stand ein Tor, durch das die Leute hinein oder hinaus konnten. Das Brandenburger Tor steht an der Straße, die früher nach Brandenburg geführt hat. Die anderen Tore gibt es heute nicht mehr.<eop>Das erste Tor stammt aus dem Jahr 1734. Das heutige Tor war im Jahr 1791 fertig. Der damalige König von Preußen mochte das Alte Griechenland. Darum hat das Tor Säulen, wie man sie aus dem Altertum kennt. Später hat man auf das Tor eine Statue gestellt, die Quadriga. Sie zeigt die Göttin des Friedens in einem Wagen, der von vier Pferden gezogen wird. Als der französische Herrscher Napoleon Preußen einmal in einer Schlacht besiegt hat, entführte er die Quadriga für einige Jahre nach Paris.<eop> Warum ist das Tor ein so bekanntes Symbol geworden? Schon lange Zeit war das Tor ein Wahrzeichen der Stadt. Hier feierte man unter anderem den Sieg über Napoleon. Es war das erste Gebäude im Stil des Klassizismus, der im 19. Jahrhundert sehr beliebt war.<eop>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte das Brandenburger Tor noch eine besondere Bedeutung. Damals wurde Deutschland in Ost und West geteilt. Das Brandenburger Tor stand an der Grenze im geteilten Berlin auf der Ostseite. Zwischen ihm und dem Westen verlief ab 1961 die Berliner Mauer. Beim Brandenburger Tor dachte man damals an die Teilung Deutschlands und heute an die Wiedervereinigung.<eop><eop>"}, {"title": "Brasilien", "id": 127, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brasilien", "text": "Brasilien ist das größte Land in Südamerika und nur wenig kleiner als ganz Europa. Brasilien grenzt an jedes andere Land in Südamerika außer an Chile und Ecuador. In Brasilien leben etwa zweieinhalb Mal so viele Menschen wie in Deutschland. Die meisten haben Portugiesisch als Muttersprache. Das kommt daher, dass das Land früher eine Kolonie von Portugal war. Seit dem 19. Jahrhundert ist das Land jedoch unabhängig. <eop>Die größte Stadt ist São Paulo, gefolgt von Rio de Janeiro. Früher war „Rio“ auch die Hauptstadt. Aber im 20. Jahrhundert hat man Regenwald gerodet um eine neue Hauptstadt zu bauen: Brasília. Heute leben dort mehr als 2,5 Millionen Menschen. <eop>In Bezug auf die Wirtschaft ist Brasilien eines der bedeutendsten Länder der Welt. Deshalb ist es auch ein Mitglied im G-20. Das ist eine Organisation, deren Mitglieder die 20 reichsten Länder der Welt sind. Bezahlt wird in Brasilien mit dem Real, das ist also die Währung.<eop>Staatspräsident seit dem Anfang des Jahres 2019 ist Jair Bolsonaro, sprich: Scha-iir Bolsonaro. Seine Anhänger sind begeistert von ihm, andere Leute gar nicht. Er befürwortet die Todesstrafe und redet abschätzig über Frauen, Ausländer und Homosexuelle. Im ersten Jahr seiner Präsidentschaft wurde doppelt so viel Urwald geschlagen wie im Jahr zuvor. Dabei gibt es auch keinen Schutz für die Urbevölkerung in diesen Gebieten.<eop> Was ist früher in Brasilien passiert?  Brasilien wird seit rund 10.000 Jahren von Menschen bewohnt. Über die Jahrhunderte entwickelten sich viele verschiedene indigene Kulturen. Einer der mächtigsten Stämme waren die Tupi. Diese Ureinwohner lebten in kleinen Holzhäusern nahe der Atlantikküste. Sie pflanzten Mais und Maniok an und aßen viel Fisch. Oft führten sie Krieg mit den benachbarten Volksstämmen. <eop>Die ersten Europäer erreichten Brasilien im April des Jahres 1500. Es waren portugiesische Segelschiffe unter der Führung von Pedro Alvarez Cabral. Er ging nahe der heutigen Stadt Salvador de Bahia an Land und gründete dort die erste Kolonie. Er nannte sie „Insel des Heiligen Kreuzes“, weil er zunächst meinte auf einer Insel gelandet zu sein. Später wurde die Kolonie in Brasilien umbenannt. Der Name kommt vom Brasilholz, das man dort in großen Mengen vorfand. <eop>In der Mitte des 16. Jahrhunderts begannen die Portugiesen mit dem Anbau von Zuckerrohr. Wenig später fand man auch Gold und Edelsteine. Für den Abbau dieser Rohstoffe wurden viele Sklaven aus Afrika nach Brasilien verschleppt. Auch hielt man viele Indianer als Sklaven, die nun immer mehr aus ihrem angestammten Gebiet verdrängt wurden. <eop>Als Napoleon um das Jahr 1800 begann, Europa zu erobern, flohen die Könige von Portugal nach Brasilien. Pedro der Erste, Sohn des Königs von Portugal, führte das Land im Jahr 1822 in die Unabhängigkeit und ernannte sich gleich zum brasilianischen Kaiser auf Lebenszeit. Das Kaiserreich Brasilien überdauerte bis ins Jahr 1889. Dann wollten die Brasilianer keinen Kaiser mehr haben. Es entwickelte sich eine Widerstandsbewegung, die es schaffte den Kaiser zu stürzen. Daraufhin wurde das Land eine Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt. Ab dem Jahr 1965 war Brasilien kurzzeitig eine Diktatur. Seit den Jahren nach 1980 ist es jedoch wieder eine Demokratie.<eop> Wie sieht das Land aus?  Die Landschaft Brasiliens ist sehr vielseitig. Der Äquator durchschneidet Brasilien am nördlichen Rand. Das Land liegt also vorwiegend auf der Südhalbkugel. Deshalb ist der Norden wärmer als der Süden. Trotzdem ist es im ganzen Land sehr heiß und feucht. Die höchsten Berge liegen an der Grenze zu Venezuela und westlich von Rio de Janeiro. Das wohl atemberaubendste Naturspektakel Brasiliens sind die Iguaçu-Wasserfälle. Sie befinden sich in der Nähe von Argentinien im Bundesstaat Paraná. Brasilien hat eine lange Küste mit vielen schönen Sandstränden, die jedes Jahr eine Menge Touristen anlocken.  <eop>Der größte und wichtigste Fluss des Landes ist der Amazonas. Er ist der zweitlängste Fluss der Welt und mündet in den Atlantischen Ozean. In diesem Teil Brasiliens wächst ein tropischer Regenwald: Der Amazonas-Regenwald. Das ist der größte Wald der Welt. In den letzten hundert Jahren ist der Amazonas-Regenwald sehr geschrumpft. Unzählige Bäume wurden gefällt, um Platz für Häuser oder den Anbau von Soja und Weiden für Rinder zu schaffen. <eop>Der Regenwald nimmt sehr viel Kohlendioxid auf. Aber durch die Rodung geschieht genau das Gegenteil. Zusätzlich werden im Wald nur die wertvollen Bäume geerntet wie etwa der Mahagoni. Die übrigen Bäume werden meist abgebrannt. Dadurch entsteht viel zusätzliches Kohlendioxid und der Klimawandel beschleunigt sich noch mehr. Zahlreiche Umweltschutzorganisationen setzen sich jedoch dagegen ein.<eop>Brasilien hat die größte Artenvielfalt der Welt. Das bedeutet: In keinem anderen Land gibt es so viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten wie hier. Einige dieser Pflanzen und Tiere gibt es nur in Brasilien. Sie sind sogenannte Endemiten. Ein Beispiel ist der Hyazinth-Ara. Das ist ein wunderschöner blauer Papagei. Der natürliche Lebensraum dieser Tiere und Pflanzen ist durch die Zerstörung des Regenwaldes stark bedroht.<eop> Wie leben die Menschen in Brasilien? Die meisten Brasilianer wohnen in den Großstädten an der Küste im Osten. Ihre Vorfahren kommen aus allen Teilen der Welt. Besonders viele sind Nachkommen der Sklaven aus Afrika. Es gibt aber auch Brasilianer mit Wurzeln in Japan, Deutschland, Portugal, China, Italien und vielen anderen Ländern. Von den Indianern stammt nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung ab. In den Tiefen des Regenwaldes findet man noch heute einige Indianer, die noch nie Kontakt zu anderen Menschen hatten. Sie leben noch so wie wir vor rund 5.000 Jahren.  <eop>Etwa acht von zehn Brasilianern sind Christen. Ein Großteil von ihnen sind Katholiken. Es gibt aber auch Protestanten und immer mehr Freikirchen. Die meisten Menschen nehmen ihren Glauben sehr ernst. Der Rest der Bevölkerung teilt sich auf viele verschiedene Glaubensrichtungen auf. Einige Brasilianer mit afrikanischen Wurzeln praktizieren die Religion Candomblé. Bei dieser Religion gibt es nicht nur einen, sondern viele Götter. Diese werden mit viel Tanz und Gesang angebetet. <eop>In Brasilien gibt es viele reiche und noch mehr arme Menschen. Das führt zu vielen Problemen im Land. Immer mehr Menschen ziehen auf der Arbeitssuche vom Land in die Großstädte. Dort leben die armen Leute in den sogenannten Favelas. Das sind einfache Behausungen, die oft an Hügel gebaut wurden. Die Kinder der Armen werden manchmal kriminell und schließen sich Banden an. Diese verkaufen Drogen oder machen andere verbotene Dinge. <eop>Nahezu alle Brasilianer sind total verrückt nach Fußball. Die Nationalmannschaft ist eine der besten der Welt. Sie gewann schon fünf WM-Titel. Im Sommer 2014 fand in Brasilien eine Fußball-Weltmeisterschaft statt. Dort scheiterte Brasilien erst im Halbfinale. Der Fußball ist für viele arme Brasilianer ein möglicher Ausweg aus der Misere. Doch nur wenige Talente schaffen wirklich den Sprung zu einem der Topklubs in Europa.<eop>Womit verdienen die Menschen ihr Geld? Etwa jeder zehnte Brasilianer ist arbeitslos. Von zehn Menschen, die arbeiten können, haben etwa sechs eine Stelle in den Dienstleistungen, also bei einer Bank, einer Versicherung, in einem Krankenhaus, in einer Schule, im Tourismus oder in einem ähnlichen Betrieb. Etwa drei von zehn arbeiten in der Industrie, also in einer Fabrik, im Bergbau oder so ähnlich. Einer von zehn arbeitet in der Landwirtschaft.<eop>Brasilien hat viele Bodenschätze. Es gibt sehr viel Erdöl. Die Vorräte an Eisen würden für die ganze Welt während 500 Jahren ausreichen. Dazu gibt es Kohle, Bauxit für Aluminium, Gold, Silber, Zinn und weitere Metalle, Edelsteine, Erdgas und Uran für Atomkraftwerke. Durch den Abbau entsteht aber auch eine große Umweltverschmutzung. In den Fabriken werden Flugzeuge und Autos und viele andere Dinge hergestellt. <eop>Das Ackerland nimmt ständig zu, weil Urwald gerodet wird. Die wichtigsten Produkte sind Zucker aus Zuckerrohr, Soja, Mais, Kaffee, Kakao, tropische Früchte, Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügelfleisch und Orangensaft. Aus dem Zuckerrohr wird zudem sehr viel Alkohol hergestellt. Den mischt man dem Benzin bei. Ein großes Problem in der Landwirtschaft sind die großen Monokulturen. Das sind Felder, auf denen nichts als eine einzige Pflanzenart wächst. Das ist zwar gut für den Einsatz großer Maschinen, aber schlecht für die Artenvielfalt.<eop>Gemessen an der Bevölkerung gibt es wenig Tourismus. Die Urlauber besuchen vor allem den Karneval in Rio, die Hauptstadt Brasilia, das Amazonasbecken, die Iguaçu-Wasserfälle oder die schönen Strände. Nur etwa jeder zweihundertste Real wird mit dem Tourismus verdient.      <eop> "}, {"title": "Bratsche", "id": 128, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bratsche", "text": "Die Bratsche ist ein Streichinstrument. Sie ist etwas größer als die Geige und klingt deshalb etwas tiefer. Man hält sie auf der Schulter wie die Geige und spielt sie auch ganz ähnlich.<eop>In der Fachsprache nennt man die Bratsche auch „Viola“. Der Name Bratsche kommt vom italienischen Ausdruck „viola da braccio“ und bedeutet Arm-Geige, weil man sie oben bei den Armen hält. Es gibt nämlich auch noch die „viola da gamba“, also die Bein-Viola oder Kniegeige. Heute ist das unser Violoncello, das man zwischen den Knien hält.<eop>Die Bratsche hat vier Saiten. Die Töne der oberen drei klingen gleich hoch wie bei der Geige die Töne der unteren drei Saiten. Die Töne der Bratsche sind aber nicht nur tiefer als bei der Geige, sondern sie klingen auch anders. Das kommt daher, dass der Kasten, also der Klangkörper, eigentlich für diese Tonhöhe zu klein ist.<eop>Die Bratsche ist schwieriger zu spielen als die Geige. Man muss den Arm stärker einwärts drehen und die Finger mehr spreizen, weil die Töne weiter auseinander liegen. Man bekommt dadurch viel schneller verkrampfte Muskeln oder sogar Schmerzen. Kinder fangen deshalb immer mit dem Geigenspiel an.<eop><eop>"}, {"title": "Braunbär", "id": 129, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Braunbär", "text": "Der Braunbär ist eine Tierart aus der Familie der Bären. Er ist also ein Raubtier. Der Braunbär lebt nur in den nördlichen Teilen der Nordhalbkugel, wo es für ihn nicht zu heiß ist.<eop>Von ihm gibt es verschiedene Unterarten, die ziemlich verschieden groß und schwer sind. Hier die beiden wichtigsten: Der Europäische Braunbär lebt in Europa und in Asien. Ein Männchen im Norden wiegt etwa 150 bis 250 Kilogramm. Im Süden erreicht es aber nur etwa 70 Kilogramm. Es wird dort also nur knapp so schwer wie ein Mann. Beim Kodiakbär an der Südküste Alaskas und auf der Insel Kodiak erreicht das Männchen bis zu 780 Kilogramm. Die Weibchen sind jeweils ziemlich viel leichter.<eop>Braunbären haben das stärkste Skelett aller Bären. Ihr Schwanz ist sehr kurz. Über den Schultern tragen sie einen Buckel, ein dickes Paket aus Muskeln. Braunbären sehen nicht besonders gut, dafür riechen sie umso besser. Ihren schweren Kopf können sie sehr gut bewegen.<eop>Das Fell ist meist dunkelbraun. Es kann aber auch leicht gelblich oder grau bis hin zu fast schwarz sein. In den Vereinigte Staaten von Amerika USA gibt es den Grizzlybär, sprich: Grislibär. Er ist, wie sein Name sagt, eher grau. Im Winter ist das Fell dichter als im Sommer. <eop>Bei uns gab es in den letzten Jahrhunderten nur den Braunbären. Man sagt deshalb oft einfach „Bär“. Damit meint man aber nicht irgend einen, sondern eben den Braunbären.<eop>Wie leben Braunbären? Braunbären sind nachts oder in der Dämmerung unterwegs. Dann suchen sie ihre Nahrung: Beeren, Gräser, Wurzeln, Blüten, Nüsse und ähnliche Pflanzen gehören dazu, auch Pilze. Dazu fressen sie Vögel und Vogeleier, Insekten, Nagetiere wie Mäuse, Ratten oder Murmeltiere. In den USA jagen sie sogar Elche, Rentiere und Bisons. Von so großen Tieren fallen ihnen allerdings nur alte oder kranke sowie Jungtiere zum Opfer. Braunbären fressen auch Aas, also tote Tiere, die sie finden. Auch Fische gehören auf ihren Speiseplan. Besonders beliebt sind Lachse.<eop>Braunbären sind meist Einzelgänger. Nur zur Paarung sucht sich das Männchen ein Weibchen. Dann macht sich das Männchen bald wieder davon. Braunbären beanspruchen kein eigenes Gebiet für sich. Sie streifen weit herum und gehen sich meist aus dem Weg. Ansammlungen gibt es höchstens dort, wo es viele Fische oder Beeren gibt oder bei Mülltonnen. Was die Menschen übrig lassen, fressen sie nämlich auch sehr gerne.<eop>Braunbären halten Winterruhe. Dies ist kein tiefer Winterschlaf, denn sie wachen leicht auf. Sie atmen aber sehr langsam und auch das Herz schlägt weniger oft. Ihr Körper wird nur ein klein wenig kühler. Sie leben vom Fett, das sie sich im Sommer angefressen haben. Im Frühling sind sie dann auch deutlich leichter: Weibchen verlieren im Winter etwa einen Fünftel ihres Körpergewichts, Männchen doppelt so viel.<eop>Die Winterruhe verbringen Braunbären in einer Höhle oder Felsspalte, die sie in der Natur finden. Öfter graben sie sich aber selbst eine Höhle und polstern sie mit trockenen Pflanzen aus. Sie benutzen dieselbe Höhle viele Jahre lang. Falls sie schon besetzt ist, kämpfen sie nicht darum.<eop>Wie vermehren sich Braunbären? Die Männchen halten sich nicht an ein einzelnes Weibchen. Sie kämpfen untereinander, der stärkste darf sich mit dem Weibchen paaren. Dies geschieht zwischen Mai und Juli. Die befruchtete Eizelle bleibt dann bis zur Winterruhe in der Gebärmutter liegen. Erst dann nistet sie sich ein und beginnt zu wachsen. Die Schwangerschaft dauert dann nur sechs bis acht Wochen.<eop>Anfangs Jahr kommt es zur Geburt. Für die Mutter ist es dann also vorbei mit der Winterruhe. Meist gibt es zwei oder drei Jungtiere. Die sind etwas kleiner als ein Lineal und wiegen um ein halbes Kilogramm. Das ist sehr, sehr wenig. Wenn ein Menschenbaby im Verhältnis zu seiner Mutter ebenso leicht wäre, dann wäre es mindestens zehnmal leichter als es in Wirklichkeit ist.<eop>Die Babys haben so dünne graue Haare, dass sie aussehen wie nackt. Ihre Augen halten sie noch geschlossen. Der Kopf ist fast kugelrund. Die Milch der Mutter ist sehr nahrhaft. Deshalb wachsen die Babys sehr schnell. Nach einem halben Jahr wiegen sie bereits etwa 25 Kilogramm. Dies ist auch notwendig, denn schon kurz zuvor verlassen sie die Höhle zusammen mit ihrer Mutter und den Geschwistern. Dann beginnen die Jungen, selbst Nahrung zu suchen. Milch trinken sie dazu aber etwa zwei Jahre lang. Sie bleiben bis zum dritten oder vierten Frühling bei ihrer Mutter.<eop>Selbst Junge machen können Männchen erst mit vier bis fünf Jahren, bei den Weibchen dauert es noch länger. Ausgewachsen sind sie aber erst mit etwa zehn Jahren. In der Natur werden sie 20 bis 30 Jahre alt, in Gefangenschaft bis zu 50 Jahre.<eop>Wie stehen die Menschen zu den Braunbären? Den Menschen sind die Braunbären nicht egal. Auf vielen Wappen kommen Bären vor. Orte tragen ihren Namen, wie etwa die Stadt Bern in der Schweiz. Am Himmel gibt es die beiden Sternbilder „Großer Bär“ und „Kleiner Bär“. Bei den Kelten gab es Bärengötter. <eop>In unseren Märchen und Fabeln heißt der Bär oft „Meister Petz“. Im Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ erscheint ein Bär, der in Wirklichkeit ein Mensch ist. Im Dschungelbuch erscheint „Balou der Bär“. Bestens bekannt sind auch die Puppenfigur tödlich endeten. Heute darf man bei uns keine Bären mehr in so enger Gefangenschaft halten, denn das gilt als Tierquälerei. In Zoos brauche Bären genügend Auslauf.<eop>In der Natur hatten die Menschen stets ein schwieriges Verhältnis zu den Braunbären. Immer wieder wurden Haustiere von Braunbären gerissen. Manche Bären verloren ihre natürliche Scheu vor den Menschen und kamen ihnen sehr nahe. Die meisten Menschen fürchteten sich vor den großen, starken Tieren und sorgten sich um ihre Haustiere. Es gingen auch Geschichten um von Bären, die Kinder fressen würden. In vielen Gebieten wurden die Braunbären deshalb durch die Menschen ausgerottet. Auch zerstörte der Mensch große Teile des Lebensraums der Braunbären. Am besten ging es den Bären dort, wo es wenige Menschen gab. <eop>Wo gibt noch Braunbären in der Natur? In Nordamerika gab es ursprünglich Braunbären von Kanada bis hinunter nach Mexiko. In Kanada und Alaska gibt es heute noch etwa 55.000 Tiere. Im Norden der USA sind es noch etwas über tausend. Sie leben vor allem in großen Nationalparks.<eop>In China und der Mongolei gibt es noch einige tausend Braunbären. In der Türkei und im Iran gibt es auch noch welche. Man weiß aber nicht, wie viele es sind, und es werden immer weniger. In Marokko und in Algerien, den nördlichsten afrikanischen Ländern, sind sie schon lange ausgerottet.<eop>In Europa gibt es die größten Bestände in den Karpaten, vor allem in Rumänien. Dort dürften es noch etwa 7.000 Tiere sein. In der Slowakei, Bulgarien und in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien sind es vermutlich nochmals gegen 2.000 Tiere.<eop>In Norwegen, Schweden und Finnland gibt es noch gegen 4.000 Tiere. Wenige gibt es auch im Norden Spaniens und in Frankreich.<eop>In Italien gibt es in zwei Nationalparks je etwa vierzig Braunbären. Sie wurden zum Teil dort ausgewildert. Einige von ihnen wanderten nach Österreich und in die Schweiz, denn Bären kennen keine Landesgrenzen. Seither gibt es dort unter den Menschen starke Meinungsverschiedenheiten: Die einen wollen die Bären töten, manche tun es auch heimlich. Die anderen wollen den Bären die Ansiedlung erleichtern, weil sie zur Natur gehören und auch ein Anziehungspunkt für die Touristen sind.<eop>In Deutschland sind aus der jüngeren Zeit nur zwei Bären bekannt: Aus Österreich wanderte der Bär mit der Bezeichnung „JJ1“ ein. In der Zeitung nannte man ihn „Bruno“ oder „Problembär Bruno“. Er konnte nicht lebendig gefangen werden und wurde daraufhin erschossen. Einen zweiten Bären erkannte man an seinem Kot. Auch tappte er in eine Fotofalle. Mehr weiß man von ihm nicht.<eop><eop>"}, {"title": "Breitenkreis", "id": 130, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Breitenkreis", "text": "Die Breitenkreise legen sich wie Ringe um die Erdkugel. Es gibt sie nicht wirklich, sondern der Mensch hat sie sich ausgedacht. Zusammen mit den Längenkreisen kann man damit ausdrücken, wo ein Ort auf der Erdkugel liegt. Der bekannteste Breitenkreis ist der Äquator. Diese Linie ist überall gleich weit vom Nordpol entfernt wie vom Südpol. <eop>Von jedem Ort auf der Erde kann man die Lage auf dem Breitenkreis so berechnen: Man zeichnet eine Linie vom Ort zum Erdmittelpunkt und eine vom Erdmittelpunkt zum Äquator. Der Winkel dazwischen gibt die Breite an. Die Stadt Berlin beispielsweise liegt auf etwa 52° N, sprich 52 Grad nördlicher Breite. Zürich liegt auf etwa 47° N, also um fünf Breitengrade südlicher als Berlin. Rio de Janeiro in Brasilien liegt auf 22° S, sprich 22 Grad südlicher Breite, also auf der Südhalbkugel der Erde.<eop>"}, {"title": "Bremen", "id": 131, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bremen", "text": "Bremen ist eine Stadt im Norden Deutschlands mit rund 560.000 Einwohnern. Sie liegt am Fluss Weser in der Nähe der Nordsee und besteht als Handelsstadt seit etwa 1200 Jahren. Dank des Hafens haben hier wie in Hamburg viele Kaufleute schon im Mittelalter ihren Handel getrieben. Hier gab es früher viele Werften, in denen Schiffe gebaut wurden. Die meisten Werften sind aber heute geschlossen, weil andere Werften vor allem in Asien ihre Schiffe billiger bauen.<eop>Zusammen mit der Stadt Bremerhaven an der Nordsee bildet Bremen auch ein eigenes Bundesland, so wie Hamburg oder Berlin. In Bremen gibt es sehr viele alte Häuser und Gebäude, besonders bekannt sind der Dom, das Rathaus und der Bremer Roland. Das ist eine große Ritterfigur mit Schwert und Schild. <eop>Im Bremer Überseemuseum gibt es viele Gegenstände zu sehen, die Seereisende früher aus anderen Teilen der Welt mitbrachten. Ein Museum nicht nur für Kinder ist auch das „Universum“. Dort kann man vieles selbst ausprobieren. <eop>Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten haben die Brüder Grimm vor etwa 200 Jahren gehört und aufgeschrieben. Am Rathaus steht deshalb auch ein Denkmal für die Bremer Stadtmusikanten. Wer das Märchen nachliest, wird aber feststellen, dass die vier Tiere nie bis Bremen gekommen sind. Sie wollten dort erst Musikanten werden.<eop> "}, {"title": "Briefmarke", "id": 132, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Briefmarke", "text": "Eine Briefmarke ist ein kleines Stück Papier. Wer einen Brief oder ein Paket verschicken will, muss der Post etwas dafür bezahlen. Man kauft deshalb Briefmarken und klebt sie auf den Brief. So weiß die Post, dass man dafür bezahlt hat.<eop>Auf einer Briefmarke steht, wer die Briefmarke herausgegeben hat, zu welcher Post sie gehört. Das kann der Name der Post sein oder einfach nur der Name des Staates. Außerdem steht darauf der Geldwert, den man für die Briefmarke bezahlt hat, zum Beispiel „50 Cent“. Die Rückseite hat eine sogenannte Gummierung: Wenn man die Briefmarke dort feucht macht, wird sie klebrig. Manche Briefmarken kleben auch von selbst, wie ein Aufkleber.<eop>Die erste klebende Briefmarke stammt aus dem Jahr 1840, aus Großbritannien. Schon vorher hatte sich der Gedanke durchgesetzt: Nicht der Empfänger eines Briefes soll für die Arbeit der Post zahlen, sondern derjenige, der den Brief verschicken will. Dank der Briefmarken ging das Bezahlen noch einfacher und schneller.<eop>Wenn die Post einen Brief annimmt, stempelt sie die Briefmarken ab. Dazu gehört das Datum: Man sieht dann auf der gestempelten Briefmarke, wann die Post den Brief in die Hände bekommen hat. Außerdem wird dadurch die Briefmarke „entwertet“, damit keiner dieselbe Briefmarke noch einmal verwendet.<eop> Was macht Briefmarken wertvoll? Eine noch nicht genutzte Briefmarke ist so viel wert, wie darauf steht. Man kann Briefmarken deshalb als eine Art Ersatz für Geld verwenden. Wenn man jemandem eine kleine Summe bezahlen will, legt man ungern Geldmünzen in den Briefumschlag. Mit Briefmarken macht man das eher.<eop>Etwa zwanzig Jahre nach der ersten Briefmarke fingen einige Menschen an, Briefmarken zu sammeln. Man nennt diese Menschen heute Philatelisten. Manche Briefmarken sind sehr selten und begehrt und darum besonders teuer. Für die teuerste hat jemand sieben Millionen Euro gezahlt.<eop>Einige Leute fälschen Briefmarken. Manchmal geht es darum, einfach neue Briefmarken billig herzustellen. Die kann man schließlich auf Briefe kleben. Das Fälschen von Briefmarken ist aber verboten, so wie auch das Nachmachen von Geldscheinen. Einige Fälscher wollen Sammler täuschen und stellen Briefmarken her, die wie alte und seltene Briefmarken aussehen.<eop>An Briefmarken verdient vor allem die Post. Sie gibt jedes Jahr viele verschiedene Briefmarken heraus und weiß, dass viele Sammler von jeder mehrere haben wollen. Für ein großes Land wie Deutschland macht das nicht so viel aus, aber für ganz kleine Länder kann das ein großer Teil der Einnahmen sein.<eop><eop>"}, {"title": "Brille", "id": 133, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brille", "text": "Eine Brille ist ein Gestell aus Plastik oder Metall, in dem sich Gläser befinden. Man trägt die Brille vor den Augen auf der Nase. Sie hat Bügel, die über die Ohren gehen, damit die Brille nicht herunterfallen kann.<eop>Vor jedem Auge ist ein Glas. Häufig ist das „Glas“ tatsächlich aus Glas, mittlerweile aber auch oft aus Plastik. Das macht es leichter. Die Gläser sorgen dafür, dass jemand wieder gut und scharf sehen kann, wenn die eigenen Augen das nicht alleine schaffen. <eop> Seit wann gibt es Brillen? Schon im Mittelalter hatten reiche Menschen durchsichtige Edelsteine. Damit sah Schrift ein wenig größer aus. Diese Steine nannte man Beryllium, daher kommt unser Wort Brille. <eop>Später verwendete man dazu ein Stück Glas, das man sich zurechtgeschliffen hat. Noch später befestigte man zwei Gläser aneinander und hielt sie sich vor die Augen. Wer genau sich das vor über 600 Jahren ausgedacht hat, weiß man nicht.<eop> Wozu gibt es Brillen? Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Mensch schlecht sehen kann. Bei manchen funktionieren die Augen schon von Anfang an nicht gut, bei anderen lässt erst im Laufe des Lebens das gute Sehen nach. Das merkt man dann daran, dass man beim Lesen die Buchstaben nicht mehr gut erkennen kann. Dann brauchen die Menschen für die Nähe eine Brille zum Lesen. <eop>Andere Menschen sehen etwas in der Ferne nur ganz schlecht und brauchen eine Brille zum Autofahren oder Fernsehen. Manchmal sind die Augen auch krank und brauchen deshalb eine Brille. Es gibt außerdem Berufe, in denen man ganz besonders scharf sehen muss, zum Beispiel, wenn man an etwas Kleinem arbeitet.<eop> Wie funktioniert eine Brille? Die Brillengläser sind geschliffene Linsen, ähnlich wie in einem Fernglas oder einer Lupe. Diese Gläser ändern die Richtung des Lichts, das durch sie hindurchgeht, damit es besser im Auge ankommt. Jedes Auge ist anders, deshalb kann man Brillen auch nicht einfach mit jemandem tauschen. <eop>Wenn man nicht mehr so gut sehen kann, geht man zum Augenarzt. Der erkennt, ob eine Brille hilft. Er schreibt auf, was für eine Brille man braucht. Dann geht man zum Augenoptiker, das ist jemand, der Brillen zusammenbaut, verkauft und repariert.<eop> Welche Arten von Brillen gibt es? Brillen gibt es nicht nur für Erwachsene sondern auch für Kinder. Die sind kleiner und manchmal bunter als Erwachsenenbrillen. Brillen sollen zwar beim Sehen helfen, sie sollen aber auch schön aussehen. Darum gibt es sehr viele Brillengestelle in vielen Farben und Formen, von denen manche richtig teuer sind. <eop>Zu den unterschiedlichen Gestellen passen auch verschiedene Gläser. Sie können rund, eckig, oval, groß oder klein sein. Manche werden vom Brillengestell eingerahmt, andere sind nur an einer Stelle mit dem Gestell verbunden. Wenn man durch bestimmte Gläser schaut, sieht alles größer aus, bei anderen Gläsern alles kleiner. Es gibt auch farbige Gläser, die vor der Sonne schützen. Eine Sportbrille hält besonders gut, da kann auch mal ein Ball dagegen fliegen. Schutzbrillen für gefährliche Arbeiten verhindern, dass etwas ins Auge geht. <eop> "}, {"title": "Britisches Weltreich", "id": 134, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Britisches Weltreich", "text": "Das Britische Weltreich war das größte Reich auf der Erde. Man nennt es auch British Empire, sprich: Britisch Empeier, oder einfach nur das Empire. Am mächtigsten war es um das Jahr 1900, danach wurde es noch etwas größer. Großbritannien regierte damals über ein Viertel der Welt.<eop>Auf diese Weise beeinflusste Großbritannien die Länder, die es besetzte. Aus seinen Kolonien gelangten viele Reichtümer und Rohstoffe nach Großbritannien. Es wurde reich und konnte viel Geld für die Wissenschaft und Kultur einsetzen.<eop>Das Britische Weltreich endete aber, vor allem in den Jahren nach 1950. Die Völker wehrten sich gegen die Briten, und das Weltreich wurde für Großbritannien zu teuer. Heute hat Großbritannien nur noch einige kleine Inseln als Kolonien, oder wie man sagt: überseeische Gebiete.<eop> Welche Länder werden dazu gezählt? Auf dem Höhepunkt seiner Macht besaß Großbritannien Kolonien auf allen bewohnten Kontinenten und beanspruchte sogar einen Teil der Antarktis. Deshalb nennt man es auch „Das Reich, in welchem die Sonne niemals untergeht“, weil durch die Zeitverschiebung immer irgendwo gerade Tageslicht war. <eop>Im Nahen Osten gehörten Ägypten und der Süden der Arabischen Halbinsel dazu, später auch das heutige Israel und Jordanien. Im übrigen Asien herrschten die Briten vor allem in Indien, Pakistan, Sri Lanka, Myanmar, den Städten Hongkong und Singapur sowie in Malaysia. Ozeanische Kolonien waren Australien, Neuseeland und Fidschi. In Afrika waren Südafrika und einige angrenzende Länder Teil des Weltreichs sowie Ghana, Nigeria, Sudan, Uganda, Kenia und Tansania.  In Amerika herrschten die Briten lange über das heutige Kanada. Auch der Osten der USA war bis ins Jahr 1776 britisch. Darüber hinaus gibt es unzählige Inseln in der Karibik und im Pazifik, die früher zum Weltreich gehörten. Am bekanntesten ist wohl Jamaika. In Europa gehörte ganz Irland dazu, ansonsten hatte man nur die kleinen Gebiete Malta, Zypern und Gibraltar. Manche Orte wie die Falklandinseln oder Bermuda sind bis heute britisch. <eop> Wie entstand das Weltreich? Am Ende des Mittelalters, um das Jahr 1500, begannen einige europäische Länder, Kolonien zu erobern. England entdeckte für sich Gebiete vor allem in Nordamerika. Es besetzte auch Gebiete an den Küsten von Südamerika, Indien und Afrika. Manchmal nahm England sich alles mit Gewalt, mal kaufte es Stützpunkte, manchmal schloss es Verträge mit den Einheimischen ab.<eop>Nach der Vereinigung von England und Schottland hieß das Land Großbritannien. Um das Jahr 1800 verlor Großbritannien die meisten Kolonien in Nordamerika: Sie machten sich unabhängig und wurden die Vereinigten Staaten von Amerika, die USA.<eop>Großbritannien erwarb weitere Gebiete und erforschte die Welt, zum Beispiel dank einem Entdecker wie James Cook. Um das Jahr 1880 änderte sich die Weise, wie die Europäer mit den Kolonien umgingen. Sie besetzten auch das Innere der Kontinente und beuteten die Kolonien noch stärker aus. Großbritannien, das Land, in dem zuvor Eisenbahnen und Dampfschiffe erfunden worden waren, war darin besonders erfolgreich.<eop> Welche Folgen hatte das Weltreich? Manche Gebiete beherrschten die Briten direkt: Die Beamten dort erhielten ihre Befehle aus der britischen Hauptstadt London. Andere Gebiete hatten noch ihre alten Herrscher, aber die Briten bestimmten trotzdem die wichtigsten Dinge.<eop>Wer im Weltreich etwas werden wollte, musste Englisch lernen. Oftmals galt das britische Recht, auch dort, wo die Menschen eine ganz andere Kultur hatten. Die Briten ließen Eisenbahnen und Telegrafen-Linien bauen. Das brauchten sie, um ihre Macht zu erhalten Es nützte aber auch den besetzten Ländern.<eop>Die Briten beherrschten den Handel und wurden sehr reich. Es hieß, dass andere Reiche wie Russland wohl viel Land beherrschten, Großbritannien aber das Meer. Kein anderes Land hatte so viele Schiffe.<eop> Wie endete es? Die Völker im Britischen Weltreich wollten mehr Freiheit und nicht immer alles machen, was ihnen die Beamten in London vorschrieben. Im Ersten Weltkrieg kämpfte Großbritannien vor allem in Europa. Es brauchte Soldaten und andere Unterstützung aus seinen Kolonien dafür. Nach dem Krieg verlangten die Menschen aus den Kolonien im Gegenzug mehr Freiheit.<eop>Zunächst bekamen die Kolonien mehr eigene Macht, in denen Menschen mit weißer Hautfarbe lebten oder herrschten. Das waren Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika. Um das Jahr 1930 wurden sie mehr oder weniger unabhängig. Ihr Staatsoberhaupt war aber immer noch der König von Großbritannien.<eop>Bei den übrigen Kolonien änderte sich nicht viel. Großbritannien erhielt sogar noch einige Kolonien von Deutschland hinzu. Aber im Zweiten Weltkrieg brauchte Großbritannien wieder Unterstützung. Das erste große Land, das unabhängig wurde, war Britisch-Indien: Im Jahr 1947 wurden daraus Indien und Pakistan. Manchmal versuchte Großbritannien durch Gewalt, die Einheimischen wieder zu unterdrücken. Doch nach und nach musste Großbritannien die Kolonien aufgeben. Das passierte vor allem um das Jahr 1960. <eop>Seit dem Jahr 1931 gibt es das Commonwealth of Nations. Übersetzt bedeutet das etwa „Gemeinwohl der Völker“. Oberhaupt ist Elisabeth die Zweite, die jetzige Königin von Großbritannien. Fast alle ehemaligen Kolonien sind Mitglied im Commonwealth geworden. Sie wollen zusammenarbeiten für Frieden, Freiheit und Wohlstand.<eop> "}, {"title": "Bronze", "id": 135, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bronze", "text": "Bronze ist eine bestimmte Mischung von Kupfer mit einem anderen Metall. Eine solche Mischung zweier Metalle heißt Legierung. Gemeint ist meistens eine Mischung von Kupfer und Zinn. Man nimmt dazu üblicherweise ein Zehntel Zinn. Bronze ist härter als Kupfer und verbiegt sich nicht so schnell. Außerdem muss man sie nicht so stark erhitzen, wenn man sie gießen will. Bronze ist jedoch viel weicher als Eisen. Werkzeuge aus Bronze stumpfen deshalb schneller ab.<eop>Es gab einen Abschnitt in der Urgeschichte, da war Bronze das beste Metall, das die Menschen bearbeiten konnten. Aus diesem Grund stellten sie viele Gegenstände aus Bronze her. Man nennt diesen Abschnitt deshalb die Bronzezeit. Sie dauerte in Europa etwa von 2200 – 800 vor Christus.<eop>Bronze verwendet man heute oft, wenn ein Gegenstand aus Metall nicht rosten soll. Sie nutzt sich auch nicht so schnell ab. Fast alle Glocken für Kirchen werden aus Bronze gegossen. Ebenso ist es mit Standbildern. Dagegen verwendet man Eisen und Stahl für Werkzeuge, die sonst zu zerbrechlich wären. <eop>Es gibt verschiedene Arten von Bronze. Ohne nähere Bezeichnung ist eine Legierung aus neun Teilen Kupfer mit einem Teil Zinn gemeint. Es gibt aber auch noch die Aluminiumbronze, das ist Kupfer mit Aluminium. Oder Bleibronze, Phosphorbronze und einige andere mehr.<eop> Wie entsteht ein Gegenstand aus Bronze? Es gibt drei verschiedene Techniken: Man kann einen Gegenstand zurechthämmern, so ähnlich wie der Schmied es macht. Diese Technik nennt man „treiben“. Sie ist geeignet beispielsweise für Gürtelschnallen. Oder man wendet eine der beiden Gusstechniken an, für Messer, Glocken und ähnliche Gegenstände.<eop>Am einfachsten ist das Treiben eines Bronzeblechs. Man kann so beispielsweise eine Gürtelschnalle oder eine flache Schale formen. Man braucht dazu eine hohle Form aus Holz. Dort hinein legt man das Bronzeblech und hämmert so lange vorsichtig mit einem runden Hammer drauf, bis sich das Bronzeblech der Holzform angeschmiegt hat. Dazu muss man das Bronzeblech nicht einmal erhitzen. Noch besser geht das mit Goldblech oder mit Silberblech. Man hat zahlreiche Grabbeigaben gefunden, die so hergestellt wurden.<eop>Dickere Gegenstände werden gegossen. Dabei gibt es zwei verschiedene Techniken. Die einfachere geht so: Aus einem Block Bienenwachs schnitzt man den fertigen Gegenstand, beispielsweise ein Messer oder einen Kerzenständer. Das packt man dann vorsichtig in Lehm ein. Wenn nun die flüssige Bronze in die Form gegossen wird, schmilzt das Wachs. Die Bronze ist schwerer und füllt die Form von unten her. Das Wachs fließt oben heraus. Nach dem Abkühlen muss die Lehmform zerstört werden, und das Messer oder der Kerzenständer kommt zum Vorschein. In der Schule macht man das manchmal mit Zinn, das muss man weniger heiß machen.<eop>Für Glocken braucht es aufwendigere Gussformen. Sie wurden schon in der Bronzezeit aus weicherem Stein gemeißelt, beispielsweise aus Sandstein oder aus Speckstein. Man kann dann seinen Gegenstand in eine offene Form gießen oder zwei Steine zu einer Form zusammenbinden. Diese Formen gehen nicht verloren. Man kann darin fast beliebig oft denselben Gegenstand abgießen. Diese Technik verwendet man heute noch, nur sind die Gussformen aus Stahl oder hochwertigem Kunststoff, der selber nicht schmilzt.<eop><eop>"}, {"title": "Bronzezeit", "id": 136, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bronzezeit", "text": "Die Bronzezeit hat ihren Namen davon, dass die Menschen ihre Werkzeuge mehr und mehr aus Bronze herstellten anstatt aus Stein. Die Bronzezeit dauerte in Mitteleuropa etwa von 2200 bis 800 Jahre vor Christus. Vorher war die Steinzeit, nachher die Eisenzeit.<eop>Bronze ist kein reines Metall, sondern eine Mischung aus zwei Metallen, nämlich aus Kupfer und Zinn. Man nennt eine solche Mischung eine Legierung. Vorher arbeiteten die Menschen bereits mit reinem Kupfer. Es ist heute schwierig zu sagen, wie sie auf die Bronze kamen. Früher dachte man eher, sie hätten die Mischung selber herausgefunden. Die Wissenschaftler haben aber auch bestimmte Erze entdeckt: Diese enthalten Kupfer und Zinn im richtigen Verhältnis, so das beim Ausschmelzen automatisch Bronze entsteht.<eop>Die ältesten Gegenstände aus Bronze fand man in Ägypten. Sie stammen etwa aus dem Jahr 2700 vor Christus. Die Bronze verbreitete sich dann über Zypern und die heutige Türkei bis nach Mitteleuropa. Sie tauchte also hier erst etwa 500 Jahre später auf. Und auch hier haben sich das Material und das Wissen wohl langsam von einem Dorf zum anderen verbreitet. So ging es später auch mit dem Eisen. Deshalb hängt es vom Land ab wenn man sagen will, von wann bis wann die Bronzezeit dauerte.<eop>Wie lebten die Menschen? Die Menschen lebten wie in der Steinzeit vom Ackerbau und von der Viehzucht. Sie bauten weiterhin verschiedene Getreide an und backten daraus Brot. Neu hinzu kam die Hirse, die wuchs auch auf sandigen Böden. Hirse aß man als Brei. Zum Ernten benutzten die Menschen Sicheln aus Bronze. Dies sind lange, gekrümmte Messer. Damit kamen sie schneller vorwärts als mit Steinklingen und konnten mehr Menschen ernähren. Sie entdeckten die Saubohne und erfanden die Herstellung von Käse aus Kuhmilch. Zu den Haustieren kam das Pferd hinzu.<eop>Die Menschen lebten in Großfamilien mit 8-10 Personen auf einem Bauernhof zusammen. Aber auch Dörfer mit bis zu acht Familien wurden gefunden. Die Häuser waren aus Holz gebaut. Vereinzelt gab es welche auf einem Fundament aus Stein. Aber dort wo die Leute drin wohnten war auch alles aus Holz. Am Alpenrand bauten die Menschen manchmal Häuser auf Pfählen in den Sumpf oder in den See. Man nennt sie Pfahlbauten. Es gab auch Dörfer mit Palisaden. Vermutlich wollten sich die Menschen gegen wilde Tiere oder gegen andere Menschen schützen.<eop>Man weiß heute auch einiges über das religiöse Leben der Menschen in der Bronzezeit. Die gefundenen Goldhüte wurden vermutlich nicht einfach so getragen, sondern sie dienten einem religiösen Kult. Besonders berühmt wurde die Himmelsscheibe von Nebra. Sie zeigt Sonne, Mond und verschiedene Sterne. Man konnte damit den Lauf der Gestirne verfolgen.<eop>Welche Arbeit verrichteten die Menschen? Durch die Entdeckung der Bronze entstanden neue Arbeitsmöglichkeiten: Das Erz musste aus dem Boden gegraben, Kupfer und Zinn mussten herausgeschmolzen werden. Andere Arbeiter stellten daraus vor allem Gebrauchsgegenstände aus Bronze her: Messer, Sicheln, Äxte und vieles anderes mehr. Auch Schmuck und Gegenstände für religiöse Rituale wurden geschaffen. Diese waren teils sehr kunstvoll ausgestaltet.<eop>Um Bronze herzustellen mussten die Menschen aber noch viel mehr lernen: Für die Schmelze des Erzes und für die Schmiedearbeit brauchte es viel Holzkohle, die man vorher aus Buchenholz herstellen musste. Die Menschen bauten mehr und bessere Wagen, um das Erz und die Bronzebarren zu transportieren. Es brauchte aber auch Schiffe für den Seeweg und Handelsleute, welche die Bronze verkauften. Sie brachten dafür andere wertvolle Tauschgüter in ihre Heimat, denn Geld gab es noch nicht.<eop>Einigen Menschen gelang es offenbar, reicher zu werden als andere. Dies erkennt man heute an den gefundenen Gräbern. Die einen Menschen wurden einfach so begraben, andere mit ihren Waffen oder mit teurem Schmuck. Dieser war nicht nur aus Bronze, sondern auch aus Gold oder Silber. Diese beiden Edelmetalle kannte man schon aus der Steinzeit.<eop><eop>"}, {"title": "Brot", "id": 137, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brot", "text": "Brot ist ein Lebensmittel, das gebacken wird. Aus Mehl, Wasser und anderen Zutaten macht man zunächst einen Teig. In der Steinzeit buken die Menschen ihr Brot auf heißen, flachen Steinen. Das geht aber nur mit dünnen Fladenbroten. Tortillas sind heute noch ein Beispiel dafür. Wichtig war deshalb die Erfindung des Backofens, damit es rundherum heiß wird.<eop>Der Geschmack des Brotes hängt vor allem davon ab, aus welchem Getreide das Mehl gemahlen wurde. Aber auch wie man die Löcher in das Brot bringt, verändert den Geschmack: Mit Sauerteig schmeckt ein Brot deutlich anders als ein Hefebrot. Dann kann man natürlich weitere Zutaten verwenden: Milch, Eier, Zucker, Öl, Früchte, Rosinen, Speck und vieles anderes mehr.<eop>In vielen Ländern essen die Menschen eine Menge Brot, beispielsweise zum Frühstück, aber nicht nur. So ist in Bayern die Brotzeit eine Zwischenmahlzeit mit Brot, Fleisch und Käse. <eop> Was bedeutet Brot mehr als Essen? Brot gilt als Grundnahrungsmittel: In vielen Ländern essen die Menschen es täglich. Es ist ein Zeichen dafür geworden, dass es Menschen gut geht. In Russland und auch in anderen Ländern der Erde begrüßt man neue Nachbarn mit Brot und Salz, in Polen schenkt man einem Brautpaar Brot.<eop>Auch in Religionen spielt Brot eine Rolle. Die Juden zum Beispiel feiern Moses Flucht aus Ägpten mit ungesäuertem Brot. Bei solchen Matzes wird der Teig bald gebacken, damit er nicht säuert. Das ungesäuerte Brot schmeckt anders und erinnert an das karge Leben in der Wüste.<eop>Jesus soll gebetet haben: Unser täglich Brot gib uns heute. Außerdem sagte er beim letzten Abendmahl, dass der Wein sein Blut sei und das Brot sein Körper. Im Gottesdienst esssen die Gläubigen ein Stück Brot, genauer eine Oplate, zur Erinnerung an das letzte Abendmahl. Manche Christen glauben sogar, dass Brot und Wein sich tatsächlich in Fleisch und Blut verwandeln.<eop>Wie kommen die Löcher in das Brot? Eine weitere wichtige Erfindung verdankten die Menschen dem Zufall. Wenn Teig eine Zeitlang herumsteht, besiedeln ihn unter anderem Hefepilze. Nach dem Kneten machen die sich an die Arbeit: Sie verarbeiten den Zucker, den sie auch im Mehl finden. Dabei entsteht ein unschädliches Gas, das Kohlendioxid. Dieses Gas macht die Blasen in den Teig. Dies ist bis heute die wichtigste Methode, um Brot luftig und bekömmlich zu machen. Zudem entsteht durch die Hefe eine Säure, die gibt dem Brot seinen typischen Geschmack.<eop>Den Sauerteig haben bereits die Römer erfunden. Es brauchte dazu Weizenkleie und Traubenmost. Darin siedelten sich Milchsäure-Bakterien Hefepilze an. Die verursachten ebenfalls Blasen im Brot. Vom Sauerteig kann man immer einen kleinen Teil in den Brotteig geben und den Rest behalten. Wenn man den Rest weiterhin mit Weizenkleie anreichert, geht er nie aus.<eop>Im Mittelalter ging unter den Leuten viel Wissen um die Brotherstellung verloren. Nur die Fürstenhöfe und die Klöster kümmerten sich weiter darum.<eop>Heute kennt man noch weitere Produkte, die das Brot aufgehen lassen. Man fasst sie unter dem Namen „Backtriebmittel“ zusammen. Dazu gehören Backpulver und viele andere. Einige davon werden biologisch hergestellt, andere chemisch.<eop><eop> "}, {"title": "Brust", "id": 138, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brust", "text": "Die Brust liegt bei den Wirbeltieren zwischen dem Bauch, den Schultern und dem Hals. Beim Menschen ist die Brust vorne, weil er aufrecht auf zwei Beinen geht. Bei den meisten anderen Wirbeltieren liegt die Brust unten, zur Bodenseite hin.<eop>Die Brust wird vom Brustkorb getragen. Zu diesen Knochen gehören die Brustwirbelsäule und die Rippen. Der große, flache Knochen in der Mitte ist das Brustbein. All diese Knochen sind durch Knorpel und Gelenke miteinander verbunden, damit sich die Brust beim Atmen heben und senken kann.<eop>Im Brustkorb befindet sich die Brusthöhle. Dort drin liegen die beiden Lungenflügel mit der Luftröhre und das Herz. Auch die Speiseröhre und viele Adern führen durch die Brusthöhle. Die Grenze zur Bauchhöhle bildet ein starker Muskel, das Zwerchfell.<eop>Über dem Brustkorb liegen viele Muskeln. Der größte von ihnen ist der Große Brustmuskel, den man bei Bodybuildern gut sieht. Darüber liegt eine Schicht aus Fett, zuoberst die Haut.<eop>Den Ausdruck „Brust“ braucht man auch bei der Frau für die beiden Organe, in denen sich die Milch für ein Baby befindet. Man nennt sie auch Busen oder Brüste. Die Frauen haben größere Brustwarzen als die Männer. Dies ist notwendig, damit ein Baby trinken kann. Die Männer haben zwar auch welche, brauchen sie aber nicht.<eop>"}, {"title": "Brücke", "id": 139, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brücke", "text": "Eine Brücke ist ein Bauwerk, das über ein Hindernis gebaut wird. Oft sind solche Hindernisse Flüsse oder tiefe Täler, oft aber auch Straßen oder Eisenbahnstrecken. Über die Brücke kann man dann gehen oder fahren, um schnell auf die andere Seite der Straße oder des Flusses zu gelangen. <eop>Noch vor dem Altertum und den ersten Hochkulturen haben die Menschen schon Brücken gebaut. Eine einfache Brücke ist schon ein Baumstamm, der über einen Bach gelegt wird. Die Römer haben bereits Brücken aus Stein gebaut, die es teilweise heute noch gibt. <eop>Wie wird eine Brücke stark genug? Die Stärke einer Brücke hängt einerseits vom Material ab, aus dem sie gebaut wurde. Andererseits kommt es aber sehr darauf an, wie dieses Material eingesetzt wird. Dafür ist der Ingenieur zuständig: Er zeichnet die Konstruktion und berechnet, wie viel es von welchem Material braucht. <eop>Bogenbrücken bauten schon die Römer. Ein Gewölbe wie in einer Kuppel lässt sich nicht zusammendrücken. Es hat ungefähr die Form einer Halbkugel. Für eine Brücke braucht man nur einen Teil davon. Man baut zuerst eine Art Gerüst mit einer runden Form aus Holz und darauf die Brücke. Am Schluss kann man das Holz entfernen und wiederverwenden, die Brücke hält. Bogenbrücken werden manchmal auch aus Holz, Stahl, Ziegelsteinen oder aus Eisenbeton gebaut. <eop>Fachwerkbrücken brauchen weniger Material als Bogenbrücken und halten trotzdem. Die Stabilität kommt hier aus vielen Dreiecken. Dreiecke lassen sich nicht zusammendrücken. Wenn man sie richtig aneinanderbaut, ergeben sie eine starke Brücke. Ursprünglich baute man Fachwerkbrücken aus Holz, später aus Stahl.<eop>Seilbrücken haben ihre Kraft aus Stahlseilen. Die kann man über eine Schlucht spannen, zum Beispiel im Gebirge. Dazu braucht es einen Boden, meist aus Brettern. Solche Hängebrücken schwanken und wackeln, aber sie sind absolut zuverlässig.<eop>Moderne Seilbrücken haben riesige Masten, an denen die Tragseile befestigt sind. Solche Tragseile können bis zu einem Meter dick sein. Sie sind aus vielen einzelnen Drahtseilen zusammengedreht. An den dicken Drahtseilen, die von einem Mast zum anderen gespannt sind, hängen dünnere Seile senkrecht und tragen die Fahrbahn. Die ist aus Stahlbeton gebaut. Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl die Golden Gate Bridge in San Francisco in den USA.<eop>Eisenbetonbrücken gibt es fast in beliebigen Formen. Ihre hohe Tragfähigkeit entsteht durch die geschickte Kombination von Stahl und Beton. Der Ingenieur muss genau berechnen, an welcher Stelle die Brücke wie viel Stahl enthalten muss und wie dick der Beton sein muss. Von außen sehen solche Brücken oft einfach gerade aus. Wenn man aber die Brücke quer durch aufschneiden würde, käme meist die Form eines U zum Vorschein. Diese Form ist nicht so schwer aber trotzdem sehr tragfänig.<eop><eop>"}, {"title": "Brüder Grimm", "id": 140, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brüder Grimm", "text": "Wenn man von den Brüdern Grimm spricht, meint man Jacob und Wilhelm Grimm. Sie hatten zwar noch mehr Brüder, aber die beiden haben viel zusammen gearbeitet. Sie waren Sprachwissenschaftler. Sie haben also Sprachen erforscht, vor allem die deutsche Sprache. Sie sind heute noch bekannt durch die „Märchen der Brüder Grimm“.<eop>Die Brüder Grimm haben sich die Märchen aber nicht selbst ausgedacht, sondern sie haben die Märchen gesammelt. Sie haben mit vielen Leuten gesprochen und sich die Märchen erzählen lassen. Dann haben sie die Märchen aufgeschrieben und auch etwas überarbeitet. Viele Eltern dachten, dass einige der Märchen zu grausam wären. Daher wurden sie später umgeschrieben, damit auch Kinder sie lesen können.<eop>Auch heute kennen alle Kinder Märchen der Brüder Grimm, aber nicht nur von den Büchern. Viele Märchen wurden verfilmt, manche sogar mehrmals. Viele der Märchen gibt es auch als Hörspiel, einige werden im Theater aufgeführt. Nach einigen Märchen wurde sogar eine Oper geschrieben, zum Beispiel die Oper „Hänsel und Gretel“.<eop>Insgesamt haben die Brüder Grimm mehr als 200 Märchen gesammelt. Zu den bekanntesten gehören „Schneewittchen“, „Aschenputtel“, „Dornröschen“, „Hänsel und Gretel“ sowie „Rumpelstilzchen“. Die Brüder Grimm haben auch Sagen gesammelt. Die bekannteste ist wohl „Der Rattenfänger von Hameln“.<eop>Wie lebten die Brüder Grimm? Jacob Grimm wurde 1785 geboren und sein Bruder Wilhelm ein Jahr später. Sie hatten noch viele jüngere Geschwister. Der Vater starb, als die beiden 11 und 10 Jahre alt waren. <eop>Die Mutter hatte nicht genug Geld für alle Kinder. Deshalb schickte sie die zwei ältesten Brüder zu einer Tante nach Kassel, die sich um ihre Ausbildung kümmerte. Sie studierten Recht. Aber sie begannen auch sich für Bücher und Geschichten zu interessieren. Ihre Mutter starb, als sie 23 und 22 Jahre alt waren. Von da an sorgten sie für ihre jüngeren Geschwister, solange sie in der Schule und Universität waren.<eop>Nach ihrem Studium wollten Jacob und Wilhelm noch mehr über die deutsche Sprache lernen. Daher begannen sie, Märchen zu sammeln. Sie erforschten aber auch, woher die Märchen stammten. Sie untersuchten die Märchen wissenschaftlich. Zunächst arbeiteten sie als Bibliothekare und später wurden sie Professoren. Dadurch konnten sie sich weiterhin mit der deutschen Sprache befassen.<eop>1812, als sie erst Mitte zwanzig waren, veröffentlichten sie bereits den ersten Band der „Kinder- und Hausmärchen“. Sie arbeiteten weiter an den Hausmärchen und an anderen Büchern. Jacob und Wilhelm lebten immer zusammen, selbst noch als Wilhelm heiratete und eine Familie gründete. Die Brüder waren nicht nur im Leben immer zusammen, sie haben auch eine gemeinsame Grabstätte.<eop>Zeitweise lebten und arbeiteten sie auch mit ihren anderen Geschwistern zusammen, die ihnen manchmal auch bei ihrer Arbeit halfen. Ihr Bruder Ludwig Emil zum Beispiel war Maler und malte dann auch Bilder zu den Märchen, die in den Büchern mit abgedruckt wurden. Dadurch wurden die Märchen noch bekannter. 1823 erschienen die Märchen dann auch in englischer Sprache. Heute sind ihre Märchen in der ganzen Welt bekannt.<eop>Wofür sind die Brüder Grimm noch berühmt? Neben den Märchen erforschten die Brüder vor allem die deutsche Sprache, aber auch andere Sprachen. Sie interessierten sich sehr für die Herkunft der deutschen Sprache, wie sie sich im Laufe der Zeit veränderte und die Verwandtschaft zu anderen Sprachen. Sie schrieben viele weitere Bücher über ihre Forschungen.<eop>Später betätigten sie sich auch politisch und Jacob Grimm wurde Abgeordneter in der Frankfurter Paulskirche. Er war also Mitglied im ersten Parlament für ganz Deutschland. Die Brüder halfen sogar mit, die Menschenrechte in Worte zu fassen. Wegen ihrer politischen Arbeit verloren sie ihre Arbeit als Professoren.<eop>Ein Verleger bat sie, an einem Wörterbuch der deutschen Sprache zu arbeiten. Dabei erklärten sie aber nicht nur die Wörter, sondern sie erklärten auch, wo das Wort herkam, und sie fügten Stellen aus Büchern ein, in denen das Wort vorkam. Dieses Wörterbuch konnten sie aber nicht mehr vor ihrem Tod beenden. Dafür war die Aufgabe zu groß. Erst 1961 war das Wörterbuch fertig, also 123 Jahre nach dem Beginn der Arbeit daran. Es hat 33 Bände.<eop>Wie hat man später die Brüder Grimm geehrt? Es gab viele Briefmarken, auf denen die Brüder Grimm abgebildet sind, aber sie waren auch auf Geldscheinen und Geldmünzen zu finden. Es gibt mehrere Preise, mit ihrem Namen. Damit werden vor allem Menschen geehrt, die etwas für die deutsche Sprache getan haben. Die UNESCO hat die Kinder- und Hausmärchen sogar in das Weltdokumentenerbe aufgenommen.<eop>In Hanau, ihrer Geburtsstadt, steht ein Denkmal der Brüder Grimm. Hanau und Steinau an der Straße bezeichnen sich als Brüder-Grimm-Städte, weil die Brüder dort aufgewachsen sind. In Kassel gibt es ein Brüder-Grimm-Museum.<eop> "}, {"title": "Brüssel", "id": 141, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Brüssel", "text": "Brüssel ist die Hauptstadt von Belgien, einem Land im Westen von Europa. Gleichzeitig heißt so aber auch eine Region von Belgien. In der „Region Brüssel-Hauptstadt“ wohnen etwas über eine Million Menschen. Die Stadt Brüssel ist nur der Stadtkern innerhalb der Region. Dort leben etwa 180.000 Menschen. <eop>In Brüssel sind zwei Sprachen anerkannt: Französisch und Niederländisch. Deshalb liest man auf Straßenschildern den Straßennamen in diesen beiden Amtssprachen. Auf Französisch heißt die Stadt „Bruxelles“, auf Niederländisch „Brussel“. Außerdem leben in Brüssel viele Einwanderer, die ihre eigenen Sprachen mitgebracht haben, zum Beispiel aus Marokko oder der Türkei. <eop>Brüssel ist zwar eine eigene Region, aber die belgische Region Flandern hat ihre eigene Regierung und ihr Parlament in Brüssel. Außerdem ist Brüssel der wichtigste Sitz für die Europäische Union. Das Europäische Parlament trifft sich hier, ebenso wie die Europäische Kommission, das ist eine Art Regierung der Europäischen Union.<eop>In Brüssel befinden sich viele wichtige Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Bekannt sind das Atomium, ein riesiges Gebäude, das so aussehen soll wie ein Atom von Eisen. Ganz klein hingegen ist die Statue „Manneken Pis“, die einen pinkelnden Jungen zeigt.<eop><eop>"}, {"title": "Buch", "id": 142, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Buch", "text": "Ein Buch besteht aus unterschiedlich vielen bedruckten Seiten. Die zeigen Texte oder Bilder und sind meistens aus Papier. Normalerweise hat ein Buch auch einen Einband, der die Seiten schützt, damit sie nicht knittern oder schmutzig werden. Am meisten unterscheiden sich die Bücher heute nach ihren Inhalten: Es gibt Geschichten, Wörterbücher, Schulbücher, besondere Bücher für Fachleute und viele andere Arten.<eop>Für ein Buch braucht es einen Autor, der den Text schreibt. Dazu kommen manchmal Bilder, die gemalt oder fotografiert sind. Der Grafiker entwirft den Buchdeckel. In der Druckerei werden aus den einzelnen Seiten viele gemacht. In der Buchbinderei werden die Blätter schließlich zu ganzen Büchern zusammengesetzt und für den Verkauf verpackt. In einem Laden, zum Beispiel einer Buchhandlung, werden die Bücher verkauft. Die Zusammenarbeit zwischen Autor, Grafiker, Fotograf, Druckerei und den Buchladen organisiert ein Verlag.<eop>Früher wurden die Bücher von Hand abgeschrieben. Oft wurde das von Mönchen in einem Kloster gemacht. Das war sehr mühselig und es konnten nur wenige Bücher hergestellt werden. Im Mittelalter, im Jahr 1440, erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck. Auch wenn damals viel weniger Leute lesen konnten: Ab da waren Bücher schneller und günstiger hergestellt und es gab plötzlich viel mehr davon. Heute lernen alle Menschen lesen und Bücher gibt es schon für wenig Geld.<eop> Was gab es vor den ersten Büchern? Zunächst haben die Menschen auf Holz oder in Tontafeln geschrieben und wichtige Texte sogar in Stein gemeißelt, wie wir es noch von den Grabsteinen her kennen. Im Orient schrieb man auch auf Papyrus, das aus einer Pflanze hergestellt wurde. Da diese Pflanze bei uns nicht wächst, verwendete man dünnes Leder, das man „Pergament“ nannte. <eop>Pergament ist die Haut von Tieren wie Kühen oder Schafen, von der man die Haare entfernt hat. Es ist also ein dünnes Leder. Pergament hält sich sehr lange, war aber immer sehr teuer.<eop>Für längere Texte brauchte man mehrere Blätter. Meist klebte man sie zu einem langen Streifen zusammen und rollte sie auf. Das ergab eine Schriftrolle. Die musste man auseinander rollen, um den Inhalt lesen zu können. Die Ägypter haben solche Schriftrollen schon vor 5000 Jahren verwendet. <eop>Das eigentliche Buch wurde im 5. Jahrhundert nach Christus erfunden: Man hat aus Papyrus oder aus Pergament gleich große Teile geschnitten und dann aufeinander gelegt. So etwas nannte man „Codex“.<eop>Im Mittelalter hat man in Europa, ebenso wie in China, das Papier erfunden. Man macht es bis heute aus Holz oder aus Altpapier. Das Papier hat den Papyrus und das Pergament schnell ersetzt, weil es billiger war.<eop> Was für Bücher gibt es? Man kann Bücher auf viele Weisen in Gruppen einteilen. So ist ein gebundenes Buch meist teurer und schwerer als ein Paperback, sprich pehpa-bäck. Das Paperback oder Taschenbuch ist einfach zusammengeklebt. Seit etwa dem Jahr 2000 verkauft man auch elektronische Bücher, die sogenannten „ebooks“, sprich ih-bucks.<eop>Oft teilt man Bücher danach ein, wer sie lesen soll. Bilderbücher haben meist dickere Seiten und viele Bilder mit wenig Text. Sie werden kleinen Kindern vorgelesen. Kinderbücher sollen nicht zu schwierig sein und von etwas handeln, worüber Kinder gerne lesen. Jugendliteratur ist für Leser ab etwa 12 oder 14 Jahren gedacht, wenn man in die Pubertät kommt.<eop>Manche Bücher gelten als einfach, weil sie Geschichten erzählen, die man so oder so ähnlich schon oft gelesen hat. Andere Bücher nennt man „hohe Literatur“. Darin geht es über wichtige Dinge, über Gefühle und die Art, wie man mit anderen Menschen umgeht.<eop>Sachbücher erzählen keine Geschichte, sondern erklären etwas aus einem Wissensgebiet: zum Beispiel über Astronomie, Tiere oder andere Länder. Solche Sachbücher gibt es für Erwachsene, aber auch für Kinder oder Jugendliche. Fachbücher hingegen sind für Wissenschaftler da, die sich schon sehr gut auskennen.<eop> Wie sieht ein Buch von innen aus? In einem Buch steht nicht einfach nur ein Text vom Anfang bis zum Ende. In den meisten Büchern ist der Inhalt aufgeteilt, meistens in Kapiteln. Ein Kapitel hat mehrere oder Dutzende von Seiten und beginnt mit einer großen Überschrift.<eop>Einen Roman oder andere Geschichten liest man von vorne bis hinten. Andere Bücher sind dazu da, dass man schnell etwas nachschlagen kann, zum Beispiel ein Lexikon. Oft findet man vorne im Buch ein Inhaltsverzeichnis. Das ist eine Liste der Kapitel im Buch. Dort stehen auch Seitenzahlen, damit man sofort zu der Seite blättern kann, auf der ein bestimmtes Kapitel anfängt.<eop><eop>"}, {"title": "Buche", "id": 143, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Buche", "text": "Die Buche ist ein Laubbaum. Man findet sie in der Mitte Europas: vom Süden Schwedens bis zum Süden von Italien. Sie wächst am besten auf eher fruchtbaren Böden, die auch leicht sauer oder verkalkt sein dürfen. In Deutschland, in Österreich und in der Schweiz wächst nur eine besondere Art, nämlich die Rotbuche. Sie ist hier der häufigste Laubbaum. Ihren Namen hat sie daher, dass ihr Holz etwas rötlich ist. Aber weil sie hier die einzige Art ist, nennt man sie abgekürzt auch einfach Buche. In anderen Ländern wachsen noch weitere zehn Arten von Buchen, zum Beispiel die Kerb-Buche, die Orient-Buche oder die Taiwan-Buche. Zusammen bilden sie die Gattung der Buchen.<eop>Eine Rotbuche kann bis zu 45 Meter hoch werden. Die Blätter haben die Form eines Hühnereis, und sie wachsen so dicht, dass es unter dem Baum sehr dunkel ist. In Buchenwäldern haben es kleinere Pflanzen deshalb schwer. Die Buchen selber leiden schnell unter Fäulnis. Dies ist ein Problem für den Anbau.<eop>Die Früchte einer Buche nennt man Bucheckern. Für Menschen sind sie etwas giftig, aber viele Tiere fressen sie problemlos, zum Beispiel Vögel, Eichhörnchen oder Mäuse. Damit verbreiten sie den Samen in den Bucheckern.<eop>Buchen werden 200 bis 300 Jahre alt. Man baut sie gern in einem Forst an, denn aus dem Holz macht man nicht nur Möbel, Treppen und Parkettböden, sondern auch Kinderspielzeug, Kochlöffel, Bürsten und vieles anderes mehr.<eop>Buchenholz ist auch zum Verbrennen sehr beliebt. Im offenen Kamin erzeugt es keine Knaller, weil es kaum Harz enthält. Es brennt also sehr ruhig und regelmäßig und gibt viel Wärme ab. Viel Holzkohle wird aus Buche hergestellt. Man braucht sie heute zum Grillen, früher brauchte man sie zum Schmieden, zur Herstellung von Glas oder zur Herstellung von Stahl im Hochofen.<eop><eop>"}, {"title": "Bücherei", "id": 144, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bücherei", "text": "Eine Bibliothek oder Bücherei ist eine Sammlung von sehr vielen Büchern. Das Wort Bibliothek stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet soviel wie „Buch-Behälter“. Heute sind in einer Bibliothek meistens auch andere Medien zu finden.<eop>Es gibt unterschiedlich große Bibliotheken. Manche Stadtbüchereien, die entweder für die Menschen in einer kleineren Stadt oder nur für einen Stadtteil in einer größeren Stadt da sind, haben einige 10.000 Bücher. Sehr große Bibliotheken bieten mehrere Millionen Bücher an. Aber auch Universitäten haben Bibliotheken mit bestimmten Fachbüchern, die vor allem für die Studenten und Lehrenden gedacht sind.<eop>Damit man die Bücher und die anderen Medien nutzen kann, muss man meist einen bestimmten Betrag im Monat oder im Jahr bezahlen. Mit seinem Benutzerausweis darf man dann eine bestimmte Anzahl an Medien ausleihen und mit nach Hause nehmen. Man kann die Zeit, in der man sie nutzen darf, die Ausleihzeit, verlängern. Allerdings hängt das davon ab, ob auch andere Menschen das Buch lesen möchten.<eop>Welche Bereiche gibt es in einer Bibliothek? Eine Bibliothek hat normalerweise einen Freihandbereich und ein Magazin. In den Freihandbereich darf jeder gehen und sich Bücher aus den Regalen holen. Im Magazin stehen die Bücher, die selten gewünscht werden. Mitarbeiter der Bibliothek dürfen dorthin und bestellte Bücher holen. Wenn das gewünschte Buch nicht in der eigenen Bücherei vorhanden ist, kann man es sich aus der Bibliothek einer anderen Stadt bringen lassen. Das nennt man eine Fernleihe.<eop>Wenn man Bücher nicht ausleihen kann oder möchte, kann man sie in der Bibliothek in einem Lesesaal lesen. Dort sitzen die Leser an Tischen, können in den Büchern blättern und den Computer fürs Schreiben benutzen. Um andere nicht zu stören, darf in Lesesälen meist nur leise gesprochen werden.<eop>Manche Bibliotheken haben auch einen eigenen Bereich für Kinder. Dort muss man nicht immer leise sein. Es gibt oft gemütliche Sessel, Kissen oder Matten, wo man es sich zum Lesen bequem machen oder auch mit anderen gemeinsam lesen kann.<eop> Was kann man ausleihen? Bei einer Bibliothek denkt man vor allem an Bücher. Doch in den Lesesälen stehen meist auch Ständer mit Zeitungen und Zeitschriften. Darin findet man neue Informationen, die meist noch nicht in Büchern stehen.<eop>Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Medien erfunden. In den Bibliotheken konnte man daher Schallplatten und Kassetten ausleihen. Heute sind es eher DVDs oder CDs mit Filmen oder Musik. Im Kinderbereich gibt es oft Brettspiele, die man dort spielen oder ausleihen kann. Auch Computerspiele zum Ausleihen sieht man in vielen Bibliotheken. Manche Bibliotheken leihen sogar Kunstwerke aus. So hängt man sich ein Bild aus der Bibliothek für ein paar Wochen an die Wand zuhasue.<eop>Für diese Medien gelten meist andere Regeln als für Bücher: Man darf sie zum Beispiel länger oder eben nicht so lang wie Bücher ausleihen. Vielleicht muss man für die Ausleihe extra etwas bezahlen. Das gilt vor allem für neu angeschaffte Medien wie ein ganz neues Buch, das viele Menschen lesen wollen.<eop><eop>"}, {"title": "Buchstabe", "id": 145, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Buchstabe", "text": "Ein Buchstabe ist ein Zeichen aus einem Alphabet. Buchstaben kann man lesen. Ein Buchstabe entspricht meistens einem Laut, den kann man hören. Der Buchstabe A zum Beispiel für den Laut A, wie am Anfang des Wortes „Affe“. <eop>Buchstabieren heißt, das geschriebene Wort in seine kleinsten Einheiten zu zerlegen. So kann man ein Wort in den Computer tippen. Sehr viele Buchstaben ergeben zusammen ein Buch, daher der Name.<eop>Aber es gibt mehr unterschiedliche Laute als Buchstaben in unserem Alphabet. Deshalb wird ein Buchstabe oft unterschiedlich ausgesprochen. Das hat damit zu tun, wo im Wort der Buchstabe auftaucht. Das „O\" klingt im Wort „Ofen“ nicht gleich wie im Wort „offen“. Das deutsche S wird am Anfang einer Silbe meistens stimmhaft gesprochen, also weich, wie in „sanft“. Sonst ist es scharf, wie in „Eis“. Andere Laute werden aus mehreren Buchstaben gebildet, wie zum Beispiel das „sch“ in „Schule“ oder das „ch“ in „Chinese“.<eop>Die deutsche Schrift hat für Buchstaben ein kleines und eine großes Zeichen. Die Großbuchstaben stehen am Anfang eines Satzes und am Anfang von Nomen oder in Namen wie „Eidgenössische Technische Hochschule\". Die Kleinbuchstaben verwendet man für den übrigen Text. <eop>"}, {"title": "Buddha", "id": 146, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Buddha", "text": "„Buddha“ ist ein Wort aus einer alten indischen Sprache, dem Sanskrit. Übersetzt heißt es etwa „der Erleuchtete“. Zuerst war das ein Ausdruck, den man manchmal für einen bestimmten Mann verwendete: Siddharta Gautama. Später wurde das allgemein der Name für Siddharta Gautama. Seine Anhänger nennt man heute meist Buddhisten.<eop>Außerdem kamen Buddhas Anhänger später auf den Gedanken, dass auch andere Menschen Erleuchtete sein können, denn so weit kann eigentlich jeder kommen. Wer nahe daran ist, ist ein Bodhisattva.<eop>Gautama kam aus der Familie Siddharta und wurde in Nepal geboren, in Asien. Das war vor etwa 2500 Jahren, also zu der Zeit, als in Europa die Alten Griechen die Philosophie erfanden. Gautamas Vater war reich und mächtig. <eop>Obwohl Gautama alles hatte, war er unglücklich. Er sah Alte und Kranke und stellte fest, dass jeder Mensch leidet und auch sterben muss – egal, ob er reich oder arm ist. Darum verließ Gautama seine Heimat und suchte den Sinn des Lebens.<eop>Er lebte oft einsam und aß so wenig, dass er fast verhungerte. Schließlich kam er zu diesen Gedanken: Die Menschen leiden, weil sie begehren, weil sie Dinge haben wollen oder jemand besonderes sein wollen. Wenn die Menschen nichts mehr begehren, hört das Leiden auf. Das gelingt, wenn man Gutes tut und gut nachdenkt.<eop>Gautama hat sich nicht für einen Gott gehalten, und ob es Götter überhaupt gab, konnte er nicht beantworten. Er sah sich als einen Menschen, der die Erleuchtung gefunden hat. Er brachte anderen Menschen seinen Weg zur Erleuchtung bei. Mit 80 Jahren starb er.<eop> "}, {"title": "Buddhismus", "id": 147, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Buddhismus", "text": "Der Buddhismus ist eine Lehre aus Asien. Manche Menschen sehen im Buddhismus eine Art Religion. Für andere ist er eine Philosophie, eine Idee davon, wie man richtig leben soll. Den Namen hat der Buddhismus von „Buddha“: So wurde Siddharta Gautama von seinen Anhängern genannt.<eop>Für Gautama und seine Anhänger ist es wichtig, dass man Gutes im Leben tut und anderen Menschen und Tieren kein Leid zufügt. Wenn die Menschen sich nicht an ihren Besitz klammern, dann fällt es ihnen leichter. Das Ziel ist die Erleuchtung, das Nirvana: Man begehrt nichts mehr und leidet nicht mehr. Das gelingt nur sehr wenigen Menschen.<eop>Buddhisten glauben an die Wiedergeburt. Tiere und Menschen sterben, aber sie haben eine Art Seele. Nach dem Tod wird man wieder geboren, als ein anderer Mensch oder auch als ein anderes Tier. Wer das Nirvana erreicht hat, wird nicht wieder geboren.<eop>Wie man das Nirvana erreicht, und wie man gut leben soll, darüber gibt es verschiedene Ansichten. Daher gibt es nicht nur einen einzigen Buddhismus, sondern verschiedene Richtungen oder Schulen. Am weitesten verbreitet ist Mahayana, das Große Fahrzeug. Diese Richtung möchte möglichst viele Menschen zur Erleuchtung bringen. Ein Bodhisattva ist jemand, der anderen dabei hilft.<eop>Anders als das Christentum oder der Hinduismus kennt der Buddhismus an sich keine Götter. Dazu hatte Gautama keine Meinung: Wenn jemand erleuchtet werden will, muss er selbst etwas dazu tun, ein Gott kann ihm nicht helfen. Aber in den Geschichten der Buddhisten kommen manchmal auch Götter vor.<eop> Wo leben Buddhisten? Auf der Welt gibt es etwa 500 Millionen Menschen, die sich als Buddhisten sehen. Etwa die Hälfte davon leben in China. In einigen Ländern bilden die Buddhisten bei weitem die Mehrheit: vor allem in Thailand und Kambodscha, auch in Burma und Bhutan. In Bhutan und einigen anderen Ländern ist der Buddhismus sogar die Religion des Staates.<eop>Japan ist ein besonderer Fall. Je nach dem, wie man die Leute fragt, gibt es dort mehr oder weniger Buddhisten. Manche Umfragen zeigen, dass ein Drittel Buddhisten sind, andere, dass es zwei Drittel sind. Wenn jemand in Japan begraben wird, dann fast immer nach den Sitten der Buddhisten. Viele Japaner beten zu Göttern und Vorfahren. Das ist im Buddhismus erlaubt.<eop>Buddhisten leben auch auf anderen Kontinenten. Viele von ihnen sind Menschen, die ursprünglich aus Asien gekommen sind. Aber auch sonst haben Menschen den Buddhismus kennen gelernt und übernommen. Oft haben sie den Buddhismus etwas geändert, damit er besser zu ihrer Kultur passt. In Deutschland gibt es etwa 250.000 Buddhisten, in der Schweiz 20.000 und in Österreich 10.000.<eop><eop>"}, {"title": "Bulgarien", "id": 148, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bulgarien", "text": "Bulgarien ist ein Land in Europa. Es liegt im Süd-Osten des Kontinents und grenzt an Rumänien, Serbien, Nordmazedonien, Griechenland und die Türkei. Die Hauptstadt Sofia ist auch die größte Stadt des Landes. Bulgarien ist fast dreimal so groß wie die Schweiz und hat etwas weniger Einwohner. Seinen Namen hat Bulgarien vielleicht von türkischen Stämmen aus dem frühen Mittelalter. Ihre Sprache ist eine slawische Sprache und daher zum Beispiel mit Serbisch verwandt. <eop>Bulgarien liegt südlich des Flusses Donau. Durch das Land geht das Gebirge Balkan. Es gibt außerdem kleinere Gebirge und die Oberthrakische Tiefebene, die sehr fruchtbar ist. Dort wird Landwirtschaft betrieben, auch die meisten Einwohner leben dort. Die Sommer in Bulgarien sind warm bis heiß, besonders am Schwarzen Meer.<eop>Die meisten Einwohner bezeichnet man als Bulgaren. Nur wenige sind Türken, etwa fünf von hundert sind Roma. Die meisten Einwohner bekennen sich zur Orthodoxen Kirche. Die Verfassung garantiert zwar die Religionsfreiheit, es gibt jedoch nur sehr wenige Andersgläubige.<eop>Was ist früher in Bulgarien pasiert? Die ersten Funde der Archäologie stammen aus der Jungsteinzeit. Am bekanntesten daraus ist der Goldschatz aus dem Ort Varna. Später besetzten die Griechen die Umgebung, dann die Römer. Ab dem Jahr 679 gehörte die Umgebung zum „Ersten bulgarischen Reich“. Ab dem Jahr 1393 eroberten die Osmanen die Umgebung. <eop>Seit etwa dem Jahr 1800 versuchten die Bulgaren, selbst über sich zu bestimmen. Dieses Ziel erreichten sie jedoch erst im Jahr 1878. Dreißig Jahre später wurde Bulgarien unabhängig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land jedoch von der Sowjetunion besetzt. Etwa vierzig Jahre lang hatte es eine kommunistische Regierung. Als um das Jahr 1990 der Kommunismus zusammenbrach, wurde Bulgarien unabhängig. Seit dem Jahr 2007 ist Bulgarien Mitglied der Europäischen Union.<eop> Wovon leben die Menschen im Land? Das Land gehört zu den ärmeren in Europa. Etwa jeder vierte bulgarische Arbeiter ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Früher hat Bulgarien mehr Tabak ins Ausland verkauft als jedes andere Land. <eop>Heute verkauft Bulgarien ins Ausland vor allem chemische Produkte, Maschinen, Nahrungsmittel, Stahl und andere Metalle sowie Textilien. Erdöl und Erdgas muss Bulgarien im Ausland einkaufen.<eop>Der Tourismus wird immer wichtiger. Die Leute kommen zum Baden am Schwarzen Meer, zum Jagen im Gebirge, für den Wintersport oder wegen der Kultur des Landes. Die UNESCO hat sieben Orte oder Gebäude als Weltkulturerbe bezeichnet, beispielsweise das Kloster von Rila, die Felsenkirchen von Iwanowo, die Altstadt von Nessebar und andere. Zwei Nationalparks gelten als Naturerbe. <eop>Die Währung Bulgariens ist der Lew. Ein Lew sind 100 Stotinki. Die bulgarische Regierung hat festgelegt, dass der Wechselkurs zum Euro immer gleich bleiben soll.<eop><eop>"}, {"title": "Bundeskanzler", "id": 149, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundeskanzler", "text": "Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin heißt in Deutschland und Österreich der Chef der Bundesregierung. Das ist die Regierung des ganzen Staates, nicht nur eines Bundeslandes. In der Schweiz gibt es auch einen Bundeskanzler. Dort ist er aber kein Mitglied der Regierung, sondern ein Beamter, der die Regierung unterstützt.<eop>Der deutsche Bundeskanzler wählt die Bundesminister aus und bestimmt „die Richtlinien der Politik“. Damit ist der Bundeskanzler der wichtigste Politiker. Er wird vom Bundestag gewählt, dem Parlament. Seit dem Jahr 2005 ist Angela Merkel Bundeskanzlerin.<eop>In Österreich darf der Bundespräsident den Bundeskanzler ernennen. Der Bundeskanzler wird also nicht vom Nationalrat gewählt, dem Parlament. Dennoch ernennt der Bundespräsident normalerweise jemanden, dem der Nationalrat vertraut. Denn der Bundeskanzler muss viel mit dem Nationalrat zusammenarbeiten, um etwas durchzusetzen.<eop> Wie wird man deutscher Bundeskanzler? Wenn ein neuer Bundestag gewählt worden ist, muss der Bundespräsident dem Bundestag einen Kandidaten vorschlagen. Bundeskanzler wird der Kandidat nur, wenn die Mehrheit der Bundestagsmitglieder ihn wählt. Mehrheit bedeutet, dass mehr Mitglieder für den Kandidaten stimmen als gegen ihn.<eop>Es ist auch möglich, dass der Bundestag den Bundeskanzler abwählt. Das geht aber nur, wenn mehr als die Hälfte aller Bundestagsmitglieder das wollen. Außerdem muss der Bundestag gleichzeitig einen neuen Bundeskanzler wählen, damit das Land nicht plötzlich keinen Bundeskanzler mehr hat.<eop>Normalerweise wird man nur Bundeskanzler, wenn man Mitglied in einer politischen Partei ist. Die Partei ist ein Verein mit Mitgliedern, die ähnlich darüber denken, was im Land passieren soll. Wenn eine Partei von jemandem denkt, dass er ein guter Bundeskanzler sein könnte, dann hilft sie ihm, dass die Wähler ihn kennenlernen und mögen. Wenn diese Partei bei einer Bundestagswahl die meisten Stimmen bekommt, ist es wahrscheinlich, dass der Bundestag den Kandidaten dieser Partei zum Bundeskanzler wählt.<eop> Welche Aufgaben hat ein deutscher Bundeskanzler? Die Bundesregierung trifft sich von Zeit zu Zeit und entscheidet vieles von dem, was in Deutschland geschehen soll. Der Bundeskanzler leitet diese Sitzungen. Normalerweise dürfen Bundesminister allein entscheiden, was sie für richtig halten in ihrem Fach. Ist eine Sache sehr wichtig, dann entscheiden die Bundesminister gemeinsam. Aber ein Bundeskanzler kann auch sagen, dass er selbst entscheidet. Allerdings wird ein Bundeskanzler das nur sehr selten tun, wenn er nicht will, dass die Bundesminister schließlich gegen ihn sind.<eop>Ein Bundeskanzler muss vor allem mit vielen Menschen reden: mit Wählern, mit Bundesministern, mit Menschen aus der eigenen Partei, mit Fachleuten und vielen anderen. Auf diese Weise erfährt der Bundeskanzler, was die Leute im Land denken und wollen. Er hält auch Reden und macht auf Probleme aufmerksam, die ihm wichtig sind.<eop>Der Bundeskanzler arbeitet im Bundeskanzleramt. Dort sind auch seine Mitarbeiter, die ihm helfen, einen Überblick zu behalten. Seit 2001 ist das Bundeskanzleramt im selben Gebäude in Berlin.<eop> Wer war bisher schon deutscher Bundeskanzler? Schon seit 1867 heißen die Regierungschefs in Deutschland Bundeskanzler oder Reichskanzler. Das Wort „Kanzler“ kommt von „Kanzlei“, das war im Mittelalter der Ort, wo man wichtige Schriftstücke aufbewahrt hat. Der Kanzler war derjenige, der eine solche Kanzlei geleitet hat.<eop>Seit 1949 gibt es die Bundesrepublik Deutschland. Erster Bundeskanzler war Konrad Adenauer, ein schon sehr alter Mann, der vorher unter anderem Oberbürgermeister von Köln war. Nach ihm dienten Ludwig Erhard und Kurt Georg Kiesinger als Bundeskanzler, jeweils für nur wenige Jahre. Alle diese drei Bundeskanzler waren Mitglied derselben Partei, der Christlich-Demokratischen Union.<eop>1969 wurde Willy Brandt Bundeskanzler, ein Politiker von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Von dieser Partei war zuletzt jemand vierzig Jahre zuvor Reichskanzler gewesen. Helmut Schmidt war ebenfalls wie Brandt Mitglied und genauso vorher Bundesminister gewesen. <eop>Seit 1982 war Helmut Kohl Bundeskanzler - wieder ein Christdemokrat. In seiner Amtszeit wurde Deutschland wiedervereinigt, im Jahr 1990. Niemand war solange Bundeskanzler wie Kohl, erst nach 16 Jahren gab es wieder einen neuen Bundeskanzler, Gerhard Schröder von den Sozialdemokraten. Seit dem Jahr 2005 ist die Christdemokratin Angela Merkel Bundeskanzlerin, die erste Frau in diesem Amt.<eop> Wo arbeiten die Bundeskanzler? In Deutschland gibt es ein Bundeskanzleramt. In dem Gebäude ist das Arbeitszimmer der Bundeskanzlerin. Außerdem arbeiten dort noch viele andere Leute für die Regierung. Diese Leute bereiten zum Beispiel eine Reise der Bundeskanzlerin vor, oder sie schreiben für sie eine Rede. Man findet im Bundeskanzleramt auch einen Saal, in dem sich die Bundesregierung trifft.<eop>Das Bundeskanzleramt von heute steht in Berlin. Es ist ein langes Gebäude aus der Zeit, als Berlin wieder die deutsche Hauptstadt wurde, nach der Wiedervereinigung. Davor arbeiteten die Bundeskanzler in Bonn. Dort war zuerst das Palais Schaumburg das Bundeskanzleramt. Als man es zu klein fand, baute man ein neues Bundeskanzleramt in Bonn.<eop>In Österreich steht ebenfalls ein Bundeskanzleramt. Der österreichische Bundeskanzler arbeitet am Ballhausplatz in Wien. Darum sagt man zum Bundeskanzleramt kurz nur „Ballhausplatz“. Dieses Gebäude ist viel älter als das in Berlin: Man hat es vor über 300 Jahren gebaut.<eop>Im Bundeskanzleramt gibt es ein Zimmer, in dem die Bundeskanzlerin mal übernachten kann. Eigentlich aber hat sie ganz normal eine Wohnung in Berlin. Das war in Bonn noch anders: Dort lebten die Bundeskanzler in einer Wohnung nur für Bundeskanzler. Man nannte sie den Kanzlerbungalow. Auch in Österreich hat der Bundeskanzler woanders eine eigene Wohnung in der Stadt.<eop>"}, {"title": "Bundesland", "id": 150, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundesland", "text": "Ein Bundesland ist ein Teil von Deutschland oder von Österreich. Ein Bundesland ist zwar selbst eine Art Staat, es gehört aber zu einem größeren Staat. Darum kann das Bundesland nicht alles für sich selbst entscheiden: Es gelten die Gesetze des größeren Staates, also Deutschlands oder Österreichs. Ein Bundesland hat aber ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. <eop>Eigentlich heißen die Bundesländer „Länder“. Aber das kann man leicht mit „richtigen“ Ländern verwechseln, wie Italien oder Dänemark. Darum sagen die Menschen meistens „Bundesland“. In der Schweiz gibt es keine Bundesländer, sondern Kantone.<eop> Was ist ein Bundesland in Deutschland? Deutschland besteht aus sechzehn Bundesländern. Bayern ist davon am größten, aber Nordrhein-Westfalen hat die meisten Einwohner. Auch drei Städte sind gleichzeitig Bundesländer: Berlin, Hamburg und Bremen. Die meisten Bundesländer nennen sich „Land“, zum Beispiel „das Land Schleswig-Holstein“. Das Parlament heißt meistens Landtag und die Regierung Landesregierung. Der wichtigste Politiker in einem Bundesland, der Chef der Regierung, heißt Ministerpräsident.<eop>Die Bürger müssen Steuern zahlen, zum Beispiel die Einkommensteuer auf das Geld, was sie verdienen. Die Steuern werden dann für die Allgemeinheit ausgegeben, sie sollen also allen zu Gute kommen. Von den Steuern bekommen die Bundesländer etwas ab und bestimmen selbst, wie sie das Geld ausgeben. Bundesländer dürfen Straßen und Museen bauen und bestimmen über ihre Polizei und die Schulen.<eop>Normalerweise werden Gesetze für ganz Deutschland vom Bundestag gemacht. Manche Gesetze aber, die für die Bundesländer wichtig sind, werden nur gültig, wenn auch der deutsche Bundesrat zustimmt. Im Bundesrat sitzen Vertreter der Bundesländer.<eop> Was ist ein Bundesland in Österreich? In Österreich gibt es neun Bundesländer, eines davon ist die österreichische Hauptstadt Wien. Wien ist am kleinsten, hat aber die meisten Einwohner. Im Bundesland Niederösterreich wohnen etwas weniger Menschen, dieses Bundesland ist aber das größte. An der Spitze eines Bundeslandes steht die Landesregierung mit dem Landeshauptmann oder der Landeshauptfrau.<eop>Manchmal bestimmt das Land Österreich mit Gesetzen etwas, das dann für ganz Österreich gilt. Aber es sind dann die Bundesländer, die die Gesetze ausführen müssen. Einfluss auf neue Gesetze haben sie im österreichischen Bundesrat, denn das ist die Vertretung der Bundesländer.<eop> Wie werden Bundesländer weiter unterteilt? In Deutschland besteht ein Bundesland zunächst aus mehreren Regierungsbezirken. Die meisten Regierungsbezirke sind nach einer großen Stadt dort benannt. Diese ist zugleich die Hauptstadt und meist auch das wirtschaftliche Zentrum des Regierungsbezirkes.<eop>Innerhalb eines Regierungsbezirkes gibt es Landkreise. Manche große Städte gehören keinem Landkreis an. Sie übernehmen die Aufgaben des Landkreises selbst. Dann redet man von einer kreisfreien Stadt. <eop>In Österreich kommen nach dem Bundesland die Bezirke. In Vorarlberg und Niederösterreich nennt man sie Verwaltungsbezirke. Ein Bezirk besteht aus mehreren Gemeinden. Einige Städte gehören zu keinem Bezirk. Dort übernimmt der Bürgermeister die Aufgaben des Bezirkes. Man nennt sie Statutarstädte. Zur Zeit hat es in Österreich 15 Statuarstädte. Das sind neben Großstädten wie Wien oder Innsbruck auch kleinere Orte wie Krems an der Donau oder Rust im Burgenland.<eop>Gibt es in der Schweiz auch Bundesländer? In der Schweiz gibt es etwas, das sehr ähnlich wie die Bundesländer in Deutschland und Österreich, das sind die Kantone. Jeder Kanton ist eine Art Staat. Sie haben sich nach und nach zur Eidgenossenschaft zusammengeschlossen, aus der die heutige Schweiz wurde. Das begann im 13. Jahrhundert und dauerte bis zum Jahr 1815.<eop>Ähnlich wie die Bundesländer hat jeder Kanton eine eigene Verfassung, eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament. Die Kantone sind für viele Aufgaben zuständig, insbesondere für die Polizei, die Schulen und die Krankenhäuser. Für andere Aufgaben ist die gesamte Schweiz zuständig, beispielsweise für die Eisenbahn, die Post, die Sicherung der Landesgrenze und so weiter.<eop>"}, {"title": "Bundesliga", "id": 151, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundesliga", "text": "Bundesliga nennt man in Deutschland und Österreich die Gruppe der besten Mannschaften in einer Sportart. Meistens denkt man dabei an Fußball und vor allem an die Mannschaften der Männer. In den beiden Ländern heißen aber auch die höchsten Wettbewerbe im Basketball, Handball, Eishockey und anderen Sportarten Bundesliga. In einer Liga spielt jede Mannschaft gegen jede andere Mannschaft, die ebenfalls gut genug für die Liga ist.<eop>Das Ziel jeder Saison ist es, den Meister zu ermitteln. Das ist die Mannschaft, die am Saisonende die meisten Punkte erzielt hat. Die Mannschaften, die am Saisonende die wenigsten Punkte haben, steigen in die zweithöchste Spielklasse ab, die im Fußball 2. Bundesliga heißt. Im Gegenzug steigen aus der 2. Bundesliga dann die besten Mannschaften in die Bundesliga auf.<eop>Was sollte man über die deutsche Bundesliga? In der Fußball-Bundesliga spielen die 18 besten Fußballvereine aus Deutschland gegeneinander. Jede Mannschaft spielt zweimal gegen jede andere Mannschaft. Daraus ergibt sich eine Hin- und eine Rückrunde mit jeweils 17 Spieltagen, zusammen also 34. <eop>Für jeden Sieg gibt es drei Punkte, für ein Unentschieden einen Punkt und keinen Punkt, wenn man verliert. Die Mannschaft, die am Ende der Saison die meisten Punkte hat, wird Deutscher Fußballmeister und bekommt die Meisterschale. Die sieht wie ein großer silberner Teller aus, in den die Namen aller bisherigen Meister eingraviert sind. <eop>Die zwei Mannschaften, die am Saisonende die wenigsten Punkte haben, steigen in die zweithöchste Spielklasse ab, die im Fußball zweite Bundesliga heißt. Im Gegenzug steigen aus der zweite Bundesliga dann die zwei besten Mannschaften in die erste Bundesliga auf.<eop>Die Bundesliga wurde im August des Jahres 1963 gegründet. Damals gab es nur 16 Vereine. Der Verein mit den meisten Meistertiteln ist der FC Bayern München. Der Hamburger SV war bis 2018 der einzige Verein, der noch nie aus der 1. Bundesliga abgestiegen ist.<eop>Was sollte man über die österreichische Bundesliga wissen? Die beste Fußball-Liga in Österreich trägt diesen Namen seit dem Jahr 1974. Vorher hieß sie „Erste Klasse“. Sie wird seit dem Jahr 1911 gespielt. Bis 1938 spielten dort nur Mannschaften aus Wien und der Umgebung. Heute spielen zwölf Mannschaften aus allen Teilen Österreichs in der ersten Bundesliga. Die meisten Titel konnte bisher der Sportklub Rapid Wien gewinnen. <eop>Zuerst spielen alle 12 Mannschaften in 22 Spielen gegeneinander. Danach werden die Mannschaften aufgrund ihrer Leistungen in zwei Gruppen aufgeteilt, die bisherigen Punkte werden halbiert. In diesen Gruppen spielt dann nochmal zweimal jeder gegen jeden. In der Meistergruppe spielen die sechs besten Mannschaften dann um die Meisterschaft und die Plätze in der Champions League. In der anderen Gruppe spielen die Mannschaften gegen den Abstieg in die zweite Liga.   "}, {"title": "Bundespräsident", "id": 152, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundespräsident", "text": "Bundespräsident oder Bundespräsidentin heißt in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz das Staatsoberhaupt. Er ist damit der oberste Vertreter des Landes. In Deutschland und Österreich entscheidet er eher wenig. Seine Hauptaufgaben sind: Bundeskanzler und Bundesminister ernennen, Gesetze unterschreiben, Orden verleihen und Reden halten. <eop>Ein Bundespräsident wird gewählt: in Deutschland durch Volksvertreter, in Österreich durch das Volk direkt. Der jetzige Bundespräsident von Deutschland ist Frank-Walter Steinmeier, der von Österreich heißt Alexander Van der Bellen. Diese beiden Bundespräsidenten sind das Staatsoberhaupt ihres Staates. <eop>Bundespräsident ist meistens der Titel des Staatsoberhauptes einer Bundesrepublik. So ein Land besteht aus Bundesländern. Die Präsidenten anderer Länder oder Staaten nennt man Staatspräsident. Der Präsident der USA ist zwar auch Präsident einer Bundesrepublik, wird aber nicht Bundespräsident genannt. Er ist als Präsident zugleich auch Chef der Regierung.<eop>Auch die Schweiz hat einen Bundespräsidenten. Der schweizerische Bundespräsident ist einer von sieben Mitgliedern der Schweizer Regierung, des Bundesrates. Die Mitglieder des Bundesrates wählen sich jedes Jahr einen Vorsitzenden, normalerweise geht das reihum.<eop>"}, {"title": "Bundesrat", "id": 153, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundesrat", "text": "Ein Bundesrat ist ein Organ eines Staates. Es gibt einen Bundesrat in Deutschland, einen in Österreich und einen in der Schweiz. In Deutschland und Österreich vertritt der Bundesrat die Bundesländer. In der Schweiz hingegen ist Bundesrat der Name der Regierung.<eop>In Deutschland bestimmen die Regierungen der Bundesländer, wer im Bundesrat sitzt. Es sind pro Bundesland einige Minister aus der Regierung. Große Bundesländer schicken etwas mehr Mitglieder in den Bundesrat als kleine Bundesländer. Der Bundesrat entscheidet zusammen mit dem Bundestag, dem Parlament, welche Gesetze es geben soll. Normalerweise darf der Bundesrat dann mitbestimmen, wenn ein Gesetz Folgen für die Bundesländer hat.<eop>In Österreich hingegen wählen die Parlamente der Bundesländer, wer in den Bundesrat darf. Die Mitglieder im Bundesrat dürfen allein entscheiden. Aber der Bundesrat selbst hat nicht sehr viel Macht: Er kann ein neues Gesetz nur verzögern, nicht ganz verhindern.<eop>In der Schweiz treten die beiden Kammern des Parlaments zusammen. Dies sind der Nationalrat und der Ständerat. Zusammen bilden sie die Vereinigte Bundesversammlung. Sie wählt den Bundesrat, das ist die Regierung der Schweiz. Der Bundesrat besteht immer aus sieben Mitgliedern. Jeweils für ein Jahr ist einer von ihnen Bundespräsident. Er leitet die Sitzungen des Bundesrates und ist der höchste Vertreter der Schweiz.<eop> "}, {"title": "Bundestag", "id": 154, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundestag", "text": "Der Bundestag ist das Parlament von Deutschland. Die über 600 Mitglieder nennt man auch Abgeordnete oder MdB als Abkürzung für Mitglied des Bundestages. Die Deutschen wählen ihre Abgeordneten normalerweise alle vier Jahre bei der Bundestagswahl. Die Abgeordneten sind Politiker und gehören verschiedenen Parteien an. Die Abgeordneten einer Partei formen gemeinsam eine Fraktion im Bundestag. Dank so einer Gruppe können sie besser zusammenarbeiten. <eop>Die wichtigste Aufgabe des Bundestages ist es, Gesetze zu machen. Oft entscheidet der Bundesrat über Gesetze mit. Der Bundestag entscheidet auch, wieviel Geld der Staat jedes Jahr ausgeben darf. Das nennt man den „Haushalt“. Außerdem wählt der Bundestag den Bundeskanzler. <eop>Deutschland war noch bis zum Jahr 1990 in zwei Staaten geteilt. Damals trafen die Abgeordneten sich in Bonn. Seit dem Jahr ist das deutsche Parlament wieder in Berlin. Sein Gebäude heißt „Reichstag“.<eop>In den deutschen Bundesländern gibt es auch Parlamente. Die meisten heißen „Landtag“. In Österreich und in der Schweiz heißt das Parlament „Nationalrat“.<eop> Was gab es vor dem Bundestag? Im 19. Jahrhundert, also etwa den Jahren nach 1800, lebten die Deutschen noch in vielen Staaten. Der Deutsche Bund war ein Verein für diese Staaten. Dieser Verein hatte nur ein einziges Organ, das die Entscheidungen getroffen hat. Es hieß Bundesversammlung oder Bundestag. Dort trafen sich die Vertreter der einzelnen Staaten. Das erinnert mehr an den Bundesrat von heute.<eop>Im Jahr 1867 entstand der heutige deutsche Staat. Er hieß Norddeutscher Bund, aber der Name des Parlaments war „Reichstag“. Dieser Name kam daher, dass man schon etwa zwanzig Jahre vorher einen deutschen Bundesstaat gegründet hat. Er hieß damals in der Revolutionszeit Deutsches Reich, bestand aber nur kurz. Der Norddeutsche Bund hieß seit dem Jahr 1871 Deutsches Reich, das Parlament behielt seinen alten Namen.<eop>Der Reichstag von damals entschied über Gesetze, wie heute der Bundestag. Er hat allerdings nicht bestimmt, wer in der Regierung sitzen darf. Den Reichstag gab es noch nach dem Jahr 1918, also in der Weimarer Republik. Dort war er sogar noch wichtiger als vorher.<eop><eop> Wo trifft sich der Bundestag? Der Bundestag hatte sein Gebäude zuerst in Bonn, seit 1949. Es hieß Bundeshaus, war aber schon älter: Vorher wurden dort Lehrer ausgebildet. Danach baute man für den Bundestag ein neues Gebäude. Als es fertig war, war Deutschland allerdings schon wiedervereinigt. Der Bundestag hatte beschlossen, dass Berlin die deutsche Hauptstadt sein soll. Darum tagte Bundestag nur noch einige Jahre lang im neuen Gebäude in Bonn.<eop>Im Jahr 1999 zog die Politik von Bonn nach Berlin. Der Bundestag trifft sich seitdem wieder im Reichstag. So nennt man immer noch das Gebäude, in dem sich früher der Reichstag getroffen hatte.<eop>Das Gebäude steht mitten in Berlin. Gebaut worden war es im Jahr 1894, und der Architekt hieß Paul Wallot. Es stand ein wenig am Rande der Altstadt, dort, wo der Tiergarten anfing. Das Brandenburger Tor liegt ganz in der Nähe. <eop>Als Deutschland geteilt war, stand das Reichstagsgebäude direkt an der Berliner Mauer. In den ersten Jahren der Bundesrepublik traf sich im Reichstag die Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt. Danach wurde das Gebäude kaum genutzt. Es gab darin eine Ausstellung über die deutsche Geschichte. <eop>Als dann der Bundestag wieder nach Berlin kam, musste das Gebäude neu hergerichtet werden. Das war sehr aufwendig und hat mehrere Jahre gedauert. In dieser Zeit wurde wieder eine Kuppel mit vielen Fensterflächen gebaut. Außerdem baute man in der Nähe mehrere große Gebäude, in denen die Abgeordneten Büros haben. Dort arbeiten sie und ihre Mitarbeiter.<eop> Wie wird man Mitglied des Bundestages? Bei einer Bundestagswahl wählen diejenigen Deutschen, die wählen dürfen, die Mitglieder des Bundestags. Der Bundestag besteht aus mindestens 598 Menschen. Je nachdem, wie die Wahl ausgeht, sind es einige mehr. Man nennt diese Menschen auch Abgeordnete. Die Abgeordneten werden vom Volk gewählt, darum sagt man auch Volksvertreter.<eop>Gewählt kann man nur werden, wenn man Deutscher oder Deutsche ist, also kein Ausländer. Man muss mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem darf man nicht gleichzeitig Bundespräsident sein, Mitglied des Bundesrats sein oder bestimmte andere Ämter haben. Wer gewählt werden will, ist zunächst Kandidat.<eop>Normalerweise sind die Kandidaten Mitglieder einer Partei. Ansonsten hätten sie kaum eine Chance. Die Parteien machen Werbung für ihre Kandidaten und stellen sie dem Volk vor. Wenn die Kandidaten gewählt sind, sitzen sie im Bundestag in Gruppen zusammen, den Fraktionen. Eine Fraktion besteht aus denjenigen Abgeordneten, die Mitglied in derselben Partei sind.<eop> Was macht der Bundestag? Der Bundestag ist vor allem dazu da, dass es Gesetze gibt. In den Gesetzen wird festgestellt, was die Menschen in Deutschland tun dürfen oder nicht, und was der Staat tun soll. Vorschläge für neue Gesetze können von den Abgeordneten kommen. Häufig schlägt aber die Regierung ein neues Gesetz vor, oder der Bundesrat.<eop>Die Abgeordneten reden meist sehr lange über Gesetzesvorschläge. Wer etwas gegen den Vorschlag hat, soll die Gelegenheit haben, etwas dazu zu sagen. Am Ende wird abgestimmt: Der Vorschlag wird nur Gesetz, wenn mindestens ein Abgeordneter mehr für das Gesetz stimmt als dagegen. Es muss also mehr Ja-Stimmen als Nein-Stimmen geben, Enthaltungen zählen nicht mit. Für manche Gesetze gibt es noch bestimmte Regeln.<eop>Der Bundestag sorgt dafür, dass Deutschland eine Regierung hat. Dazu wählt der Bundestag jemanden zum Bundeskanzler. Der Bundeskanzler stellt die Regierung zusammen. In Deutschland dürfen Bundeskanzler und Bundesminister gleichzeitig Mitglied des Bundestags sein, und viele sind es auch.<eop>Außerdem soll der Bundestag darauf aufpassen, dass die Regierung gut arbeitet. Der Bundestag darf deshalb fordern, dass Mitglieder der Regierung herbeikommen und dem Bundestag Rede und Antwort steht. Ferner wählt der Bundestag auch einige wichtige Beamte, zum Beispiel die obersten Richter.<eop> Wer sorgt dafür, dass der Bundestag funktioniert? Zum Bundestag gehören vor allem die Abgeordneten. Sie wählen einige Abgeordnete für besondere Rollen. So gibt es einen Bundestagspräsidenten und seine Stellvertreter. Als Bundestagspräsident bereitet man die Treffen im Plenum vor, die Bundestagssitzungen. Auch ansonsten ist der Bundestagspräsident der Chef im Haus.<eop>Außer dem Abgeordneten arbeiten noch viele weitere Menschen für den Bundestag. Saaldiener sind eine Art Hausmeister. Sie passen auf, dass die Technik funktioniert und dass nur diejenigen im Plenarsaal sind, die sich dort aufhalten dürfen. Stenografen können sehr schnell schreiben und notieren alles, was die Abgeordneten im Plenum sagen. Der Bundestag hat sogar eine eigene Polizei. <eop>Ein Mitglied des Bundestages bekommt Geld für sich selbst, damit er davon leben kann. Das nennt man die Diäten. Dazu bekommt er aber zusätzlich noch Geld, damit ihm nichts für seine Arbeit fehlt. Davon stellt er Mitarbeiter ein, die ihm helfen. Sie regeln für ihn, was er wann machen will, oder sie besorgen für ihn wichtige Bücher. Manche sind Wissenschaftler, andere Sekretäre. Insgesamt gibt es etwa 4.500 solcher Mitarbeiter.<eop> "}, {"title": "Bundestagswahl", "id": 155, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bundestagswahl", "text": "Die Bundestagswahl ist die wichtigste Wahl in Deutschland. Sie findet alle vier Jahre im Herbst statt. Die deutschen Wähler entscheiden dabei, welche Politiker und Parteien im Parlament, dem Bundestag in Berlin, vertreten sein sollen. Der neu gewählte Bundestag bestimmt dann wiederum den Bundeskanzler.<eop>Die Parteien stellen aber schon im Vorfeld einen Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers vor. Meistens ist dies der Parteipräsident. Man weiß also schon im Voraus, wer Bundeskanzler wird, wenn die eine oder die andere Partei am meisten Stimmen gewinnt. Im Wahlkampf spielen diese Kandidaten auch eine wichtige Rolle. Sie sind so etwas wie die „Zugpferde“ oder die „Aushängeschilder“ für die Parlamentswahl.<eop>Es gibt Unternehmen, die Umfragen machen. Von Zeit zu Zeit fragt so ein Unternehmen einige Bürger, welche Partei sie wahrscheinlich wählen werden. Durch Umfragen weiß man schon vor der Wahl ein wenig, welche Parteien gute Chancen haben.<eop>= Wie funktioniert die Wahl? = Wer mindestens 18 Jahre alt ist und eine deutsche Staatsbürgerschaft hat, darf an der Wahl teilnehmen. Wen man wählt, ist geheim. Gewählt wird entweder per Brief oder im Wahllokal.<eop>Jeder Wähler darf zwei Stimmen abgeben. Mit der ersten Stimme wählt er einen Politiker aus dem Wahlkreis, in dem er wohnt. In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise. Sie sind so aufgeteilt, dass jeder Wahlkreis etwa gleich viele Einwohner hat. Der Politiker, der in einem Wahlkreis am meisten Stimmen erhält, kommt direkt in den Bundestag. Man spricht von einem „Direktmandat“. <eop>Mit der zweiten Stimme wählt der Wähler eine Partei. Für jede Partei wird ausgerechnet, wie viele Prozent der Stimmen sie erhalten hat. Anhand von diesem Prozentsatz wird bestimmt, wie viele Sitze jede Partei im Bundestag bekommt. Manche Parteien haben einige dieser Sitze schon erhalten, nämlich die Direktmandate. Hat sie außerdem noch Recht auf Sitze, dann schaut man auf die Landesliste. Das ist eine Reihenfolge mit Poltikern, welche die Partei zuvor zusammengestellt hat. Daher ist die Zweitstimme viel wichtiger als der Erststimme, denn sie bestimmt, wie viele Sitze eine Partei insgesamt bekommt.<eop>Allerdings bekommt nicht jede Partei, die Stimmen erhält, einen Sitz im Bundestag. Dafür muss sie mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen haben. Man spricht deshalb auch von der „Fünf-Prozent-Hürde“ oder der „Fünf-Prozent-Klausel“. <eop>Damit eine Partei den Bundeskanzler wählen kann, muss sie mehr als die Hälfte der Sitze im Bundestag haben. Weil das sehr selten vorkommt, gehen die Parteien Bündnisse ein, sogenannte Koalitionen, um gemeinsam eine Mehrheit zu haben. Die Parteien einer Koalition handeln einen Koalitionsvertrag aus, in dem sie sich darüber einigen, wie sie Deutschland gemeinsam regieren wollen. Erst danach wählen die Politiker im Bundestag den Bundeskanzler. Der Kanzler kommt normalerweise aus der Koalitionspartei, die am meisten Sitze hat.<eop> Wer steht im Jahr 2021 als Bundeskanzler zur Wahl? Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte nach 16 Jahren aufhören. Sie hat dies schon im Jahr 2018 angekündigt. Ihre Partei, die Christlich Demokratische Union, also die CDU, möchte, dass Armin Laschet der neue Kanzler wird. Laschet kommt aus Aachen. Er ist der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und seit Januar 2021 der Parteivorsitzende der CDU. <eop>Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die SPD, schickt Olaf Scholz ins Rennen um die Kanzlerschaft. Scholz kommt aus Osnabrück in Niedersachsen. Er ist zurzeit der Finanz-Minister in der Regierung von Merkel. Zuvor war er Bürgermeister von Hamburg. Scholz gilt als gemäßigter Sozialdemokrat, der Deutschland nur behutsam verändern will.<eop>Die Partei Bundesrepublik. <eop>Drei weitere Parteien haben ebenfalls einen oder zwei Spitzenkandidaten, die im ganzen Land unterwegs sind und um Wählerstimmen werben: die Alternative für Deutschland, die Freie Demokratische Partei und Die Linke. Insgesamt können 53 Parteien an der Bundestagswahl teilnehmen. Die meisten haben so gut wie keine Chance, in den Bundestag gewählt zu werden.<eop><eop>"}, {"title": "Burg", "id": 156, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Burg", "text": "Eine Burg ist ein befestigter Ort. Mit „befestigt“ ist gemeint, dass man den Ort im Krieg gut verteidigen konnte. Dafür sorgten zum Beispiel hohe Mauern und Gräben davor. Im Laufe der Geschichte gab es viele Arten von Burgen, so dass man nicht leicht sagen kann, was genau eine Burg ist. Man kennt auch unterschiedliche Ausdrücke, wie Kastell oder Wehranlage.<eop>Viele Burgen wurden an höher gelegenen Stellen gebaut, also zum Beispiel auf Hügeln. So hatte man einen besseren Überblick über das Land. Auch war es so schwieriger für Gegner die Burg anzugreifen, weil die Soldaten bergan kämpfen mussten. Manchmal baute man Burgen aber auch auf Inseln in Seen oder Flüssen. Man spricht dann von einer Wasserburg.<eop>In der Burg lebte auch der Burgherr mit seiner Familie und seinen Dienern. Palas nennt man das Wohngebäude des Burgherrn. Besonders bequem war das Leben dort aber nicht, in der Burg war es meist kalt und dunkel. Auch die Hygiene war oft schlecht. Zu einer Burg gehörte meist auch ein Hof mit Tieren und ein Garten. Es gab auch Werkstätten für Handwerker in der Burg. So konnte die Burg sich teilweise selbst versorgen. Das war vor allem bei Belagerungen wichtig.<eop>Schon im Altertum brauchte man Burgen, um eine Gegend oder eine Stadt zu verteidigen. Die meisten Burgen, die man heute in Europa sieht, wurden im Mittelalter gebaut. Etwa in der Zeit nach dem Jahr 1500 besaßen die Armeen Kanonen und Gewehre. Burgen waren aber nicht zur Verteidigung gegen diese Waffen gebaut. Kanonenkugeln konnten ihre Mauern zerstören. So musste man neue befestigte Orte bauen mit mehr und anderen Mauern. Wohnen konnte man in diesen Anlagen aber nicht mehr. Die Herrscher ließen sich deshalb oft Schlösser bauen. Diese waren oft luxuriös und es lebte sich viel angenehmer darin als in einer Burg.<eop>Viele Burgen wurden deshalb nach dem Mittelalter abgebaut, indem man die Steine anderswie verwendete. Oder sie wurden so umgebaut, dass man darin besser wohnen und arbeiten konnte. Aus einigen wurden so richtige Schlösser, mit denen der Besitzer seinen Reichtum zeigen konnte. Um viele Burgen kümmerte sich aber niemand mehr und sie wurden zu Ruinen. Oft nutzten die Menschen der Umgegend sie als Steinbruch. Das heißt sie bauten sich Häuser und andere Gebäude mit den Steinen der Burgruine.<eop>Ab dem 19. Jahrhundert hat man damit begonnen einige alte Burgen neu aufzubauen und zu renovieren. So sehen diese Burgen wieder fast so aus wie früher oder zumindest so, wie man sich das vorgestellt hat. Nun dienen sie aber nicht mehr der Verteidigung. Die Hohkönigsburg im Elsass beim Rhein zum Beispiel sollte eher zeigen, wie stark das Deutsche Reich war. Solche Burgen sind so heute auch wichtige Attraktionen für Touristen.<eop><eop>"}, {"title": "Bürgermeister", "id": 157, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bürgermeister", "text": "Ein Bürgermeister steht an der Spitze einer Stadt oder Gemeinde und ihrer Einwohner. Was ein Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin genau tut und darf, hängt vom Land ab. Normalerweise hat ein Land ein Gesetz, in dem das beschrieben ist. In Deutschland und Österreich bestimmen die Bundesländer die Regeln dazu. In der Schweiz hieß der Bürgermeister früher Gemeindeammann. Heute heißt er Gemeindepräsident oder Stadtpräsident.<eop>In vielen Ländern ist der Bürgermeister der Chef der Verwaltung und hat sein Büro im Rathaus. Die Verwaltung sind die Leute, die für die Stadt arbeiten. Er vertritt die Stadt nach außen, spricht in ihrem Namen. In einigen Ländern ist ein Bürgermeister außerdem der Vorsitzende des Parlaments der Stadt.<eop> Wie wird man Bürgermeister? In einigen Ländern wählen die Einwohner der Stadt ihren Bürgermeister selbst. Dabei entscheiden sie zwischen Kandidaten, also Menschen, die gerne Bürgermeister werden wollen. Das nennt man eine direkte Wahl. In anderen Ländern wählt das Parlament der Stadt den Bürgermeister. In anderen Ländern wieder bestimmt die Regierung des Landes, wer in welcher Stadt Bürgermeister ist: Das ist früher auch in Deutschland und Österreich normal gewesen.<eop>In größeren Städten kriegt ein Bürgermeister Geld, so dass er keinen anderen Beruf braucht: Er arbeitet hauptamtlich als Bürgermeister. In den sehr großen Städten Städten Deutschlands ist der Titel „Oberbürgermeister“. In kleineren Städten und Gemeinden arbeitet er hingegen ehrenamtlich und hat daneben einen anderen Beruf. Außerdem gibt es oft noch stellvertretende Bürgermeister. Sie übernehmen kleinere Aufgaben und sind meist Ehrenamtliche.<eop> "}, {"title": "Bussarde", "id": 158, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Bussarde", "text": "Bussarde gehören zu den Greifvögeln. Sie bilden eine eigene Gattung im Tierreich. In unseren Ländern gibt es nur den Mäusebussard. Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel in Europa. <eop>Die Spannweite der Flügel, also die Länge von der einen ausgebreiteten Flügelspitze zur anderen, kann bis zu 130 Zentimeter lang sein. Die Weibchen sind meist etwas größer als die Männchen. <eop>Die Farben des Federkleides sind verschieden, sie reichen von dunkelbraun bis fast weiß. Im Frühling sieht man häufig zwei, drei oder sogar mehr Bussarde am Himmel kreisen. Das ist der Beginn der Paarungszeit, wenn sich Männchen und Weibchen suchen, um ein Nest zu bauen und Nachwuchs zu bekommen.<eop>Da Bussarde Greifvögel sind, haben sie große Krallen, mit denen sie ihre Beute ergreifen können. Neben den Krallen ist auch der Schnabel wichtig, mit denen sie die Beute zerkleinern können. Auch ihre Augen helfen ihnen bei der Jagd. Bussarde können sehr weit sehen, dadurch können sie auch kleine Beutetiere aus sehr großer Höhe erkennen.<eop>Wie lebt der Mäusebussard? Der Mäusebussard lebt gerne in Gebieten mit kleinen Wäldern, Weiden und Wiesen. Er baut seine Nester in Bäumen und jagt im offenen Flächen. Er jagt vor allem kleine Säugetiere wie Mäuse. Er fängt aber auch auf Eidechsen, Blindschleichen und kleine Schlangen. Dazu mag er auch Amphibien, meist Frösche und Kröten. Manchmal frisst er auch Kleinvögel, Insekten, Larven und Regenwürmer oder Aas, das sind tote Tiere.<eop>Für die Jagd kreist der Mäusebussard über Felder und Wiesen oder er sitzt auf einem Baum oder Zaunpfahl. Wenn er ein mögliche Beute entdeckt, schießt er darauf herunter und packt es. Viele Mäusebussarde kommen jedoch auf Landstraßen und Autobahnen ums Leben. Sie fressen dort überfahrene Tiere. Wenn ein Lastwagen vorbeifährt, schleudert der Fahrtwind den Bussard auf die Straßen. <eop>Mit zwei bis drei Jahren wird ein Mäusebussard geschlechtsreif. Das Weibchen legt meistens zwei bis drei Eier. Die Eier sind etwa so groß wie ein großes Hühnerei. Die Brutzeit beträgt knapp fünf Wochen. Nach sechs bis sieben Wochen werden die Jungen flügge, sie können dann also ausfliegen. Sie bleiben jedoch noch eine Zeitlang in der Nähe des Nestes und werden von den Eltern gefüttert. <eop>Die natürlichen Feinde des Mäusebussards sind der Uhu, der Habicht und der Marder. Sie gefährden vor allem die Eier und die Jungtiere. Der Mensch nimmt ihm vor allem seine natürlichen Lebensräume weg, so dass er nicht mehr jagen und Nester bauen kann. Auch auf Straßen sterben viele Mäusebussarde.<eop>Zu Beginn und in der Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in einigen Gebieten nur noch sehr wenige Mäusebussarde da Jäger sie abschossen. Die Bestände haben sich jedoch in den letzten Jahrzehnten stark erholt. Deshalb sind die Mäusebussarde heute nicht gefährdet.<eop>Wo lebt welche Art von Bussarden? Weltweit gibt es rund 30 verschiedene Arten von Bussarden. Diese Vögel leben auf allen Kontinenten, außer in Australien. Besonders viele Arten haben sich in Südamerika und Mittelamerika entwickelt. <eop>In Europa leben jedoch nur die Arten Mäusebussard, Rauhfußbussard und Adlerbussard. Der Mäusebussard lebt überall in Europa außer in Island. Der Rauhfußbussard lebt nur im Norden von Schweden, Norwegen, Finnland und Russland. Der Adlerbussard lebt nur auf dem Balkan. Einige Rauhfußbussarde kommen jeden Winter nach Deutschland und andere Nachbarländer.<eop><eop><eop>"}, {"title": "Carl Benz", "id": 159, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Carl Benz", "text": "Carl Benz war ein Techniker aus Deutschland. Man nennt ihn den Erfinder des Autos. Im Jahr 1885 baute er das erste Auto, in dessen Motor Treibstoff verbrannt wird. Eine bekannte Automarke des heutigen Unternehmens Daimler aus Stuttgart trägt bis heute den Namen „Mercedes-Benz“.<eop>Geboren wurde Benz im Jahr 1844 in einer Stadt, die heute zu Karlsruhe gehört. Seine Eltern waren zunächst noch nicht verheiratet, deshalb hatte er erst den Nachnamen der Mutter: Sein voller Name lautete Karl Friedrich Michael Vailand. Carl, wie er sich lieber schrieb, studierte schon mit 15 Jahren Maschinenbau.<eop>Im Jahr 1871 gründete Carl Benz ein kleines Unternehmen, das Blech herstellte. Das Geld dafür hatte er von seiner Verlobten Bertha Ringer bekommen. Er heiratete sie ein Jahr später. Benz gründete im Laufe seines Lebens mehrere Unternehmen, die er im Streit wieder verließ. Vor allem aber träumte er davon, einen Wagen zu bauen, der auch ohne Pferde fährt.<eop>Mit Berthas Hilfe überstand Carl schwierige Zeiten. Im Jahr 1885 war es soweit: Sein Motorwagen funktionierte. Er musste immer wieder etwas verbessern und meldete Patente an: In einem Patent erkannte der Staat an, dass jemand wirklich als Erster etwas erfunden hat.<eop>Carl Benz wurde schließlich reich und berühmt. Seine Söhne führten das Geschäft weiter. Im Jahr 1929 starb er, mit 84 Jahren. Seine Frau Bertha lebte noch fünfzehn weitere Jahre.<eop> Wann fuhr das erste Auto? Carl Benz wollte nicht, dass andere Leute von seiner Erfindung erfuhren und sie nachbauten. Darum fuhr er mit dem Motorwagen Nummer 1 zunächst nur auf dem Hof seines Unternehmens. Im Jahr 1888 bekam er vom Staat eine Erlaubnis, dass er mit einem Motorwagen auf den Straßen fahren durfte. Er war vorher bereits durch Mannheim gefahren und wollte keinen Ärger bekommen.<eop>Einige Tage später nahm sich Bertha Benz den Motorwagen Nummer 3, ohne dass Carl davon wusste. Sie fuhr mit ihren beiden Söhnen nach Pforzheim und wieder zurück. Sie musste den Wagen auch mehrmals reparieren. Trotzdem bewies sie, dass der Wagen schon für lange Autofahrten taugte. Die Leute sollten sehen, wie nützlich so ein Gefährt ist und es kaufen wollen.<eop> Woher kommen die Namen Mercedes und Daimler? Außer Carl Benz gab es noch andere Erfinder und Unternehmen, die Autos bauten. Zwei davon waren Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach. Sie gründeten die Daimler-Motoren-Gesellschaft.<eop>Benz und Daimler mochten einander nicht. Das lag daran, dass Benz heimlich Erfindungen von Daimler nutzte, um sein eigenes Auto zu verbessern. Daimler ging deshalb vor Gericht und verlangte, dass Benz dafür bezahlen musste. Das Gericht gab Daimler recht.<eop>In den Jahren nach 1920 hatten viele Unternehmen in Deutschland es schwer. So kam es, dass das Unternehmen von Benz und die Daimler-Motoren-Gesellschaft miteinander verschmolzen. Damals, im Jahr 1926, war Daimler schon fast zwanzig Jahre tot, und Benz war sehr alt. Das neue Unternehmen hieß Daimler-Benz.<eop>Allerdings nutzte man bei der Werbung einen anderen Namen: Mercedes-Benz. So hieß nämlich das bekannteste und teuerste Auto des Unternehmens. Der „Mercedes“ bekam seinen Namen von einem Mitarbeiter, der für Daimler arbeitete: Der Mitarbeiter hatte eine Tochter mit dem spanischen Vornamen Mercédès.<eop> Was erinnert heute an Carl und Bertha Benz? <eop>Der Fußballverein SV Waldhof Mannheim hat ein Stadion, das Carl-Benz-Stadion heißt. Viele Denkmäler zeigen Carl Benz, Bertha Benz oder auch den ersten Motorwagen. In Ladenburg, wo sie zuletzt wohnten, hat jemand ein Dr. Benz-Museum gegründet.<eop>Im Jahr 2008 hat man sich die Bertha Benz Memorial Route ausgedacht. Schilder zeigen den Weg von Bertha Benz, so dass man die Strecke nachfahren kann. In Wiesloch steht eine Apotheke, wo Bertha Kraftstoff gekauft hat. Die Apotheke nennt sich heute stolz die erste Tankstelle der Welt.<eop>Viele Leute glauben, dass das Wort „Benzin“ mit Carl Benz zu tun habe. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit nur Zufall. Benzin gab es schon, bevor Benz etwas erfand. Der Name kommt von einem Harz des Benzoë-Baums.<eop><eop>"}, {"title": "Celsius", "id": 160, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Celsius", "text": " Grad Celsius kennen wir als eine Maßeinheit dafür, wie warm oder kalt es ist. Eigentlich ist Celsius der Nachname eines schwedischen Forschers. Anders Celsius lebte vor 300 Jahren und interessierte sich für Temperaturen, also ob etwas warm oder kalt ist.<eop>Anders Celsius benutzte ein Thermometer. Das Wort stammt aus dem Griechischen und heißt „Wärme-Messgerät“. Das war bei ihm eine lange Röhre aus Glas, mit Quecksilber darin. Quecksilber ist ein flüssiges Metall. Wenn es kalt ist, zieht es sich zu sammen und ist im Thermometer nur ganz unten zu sehen. Bei Wärme dehnt Quecksilber sich aus und steigt in der Röhre des Thermometers nach oben. Oder anders gesagt: Je wärmer es ist, desto länger ist das Quecksilber im Thermometer.<eop>Woher wusste Celsius, wie kalt oder warm es eigentlich war? Er ging davon aus, wann Wasser gefriert und wann es siedet, also kocht. Als es so kalt war, dass Wasser gefror, machte er einen Strich auf dem Thermometer, dort, wo das Quecksilber war. Das nannte er Null Grad. Dann hat er Wasser zum Kochen gebracht und das Thermometer hineingehalten. Er machte wieder einen Strich, dort, wo jetzt das Quecksilber stand. Die Strecke dazwischen hat er in 100 Schritte eingeteilt, die man Grad nennt. Darum sagt man: Bei 100 Grad fängt Wasser an zu kochen.<eop>Anders Celsius starb 1744. Kurz danach hat ein Freund von ihm diese Temperaturmessung nach Celsius benannt. Heute ist Grad Celsius in allen Ländern der Welt verbreitet. Wir messen damit Fieber, die Kälte im Kühlschrank und allerlei anderes. In einigen Ländern verwenden die meisten Leute jedoch eine andere Einteilung: In den USA oder in Großbritannien zum Beispiel misst man die Temperatur in Grad Fahrenheit.<eop>"}, {"title": "Chamäleon", "id": 161, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Chamäleon", "text": "Das Chamäleon ist ein Reptil, ein Kriechtier. Der Name kommt aus dem Griechischen und heißt „Erdlöwe“. Es gibt über 200 verschiedene Arten. Die kleinsten sind kürzer als der Daumen eines Menschen, während die größten bis zu 68 Zentimeter lang werden. Die meisten Chamäleons sind gefährdet. Man muss also gut aufpassen, dass sie nicht aussterben.<eop>Die Chamäleons leben in Afrika, im Süden von Europa, in Arabien und im Süden von Indien. Sie mögen warme Gegenden mit viel Wald, weil sie auf Bäumen und in Büschen leben. Dort finden sie die Insekten, die sie gern fressen. Auch kleine Vögel oder andere Chamäleons verspeisen sie manchmal.<eop>Die Augen von Chamälons sind besonders beweglich und stehen aus dem Kopf heraus. Beide Augen sehen unterschiedliches. Damit haben sie beinahe einen Rundum-Blick. Außerdem sehen Chamäleons sehr scharf, auch etwas, das weit entfernt ist. Ihre lange, klebrige Zunge können sie in Richtung Beute schleudern. Daran bleibt die Beute dann kleben oder genauer gesagt haften.<eop>Das Chamäleon ist vor allem dafür bekannt, dass es seine Farbe wechseln kann. Das macht es, um anderen Chamäleons etwas mitzuteilen. Außerdem wird das Chamäleon dunkel, wenn es kalt ist: So kann es besser die Wärme von Licht aufnehmen. Ist es warm, wird das Tier heller, damit die Sonnenstrahlen abprallen.<eop>Chamäleons vermehren sich durch Eier wie alle Reptilien. Nach der Paarung braucht es etwa vier Wochen, bis die Eier bereit sind. Auf einmal gibt es fünf bis 35 Stück. Sind die Eier gelegt, kann es bis zu zwei Monate dauern, bis die Jungtiere ausschlüpfen. In kalten Gebieten gibt es auch junge Chamäleons, die bereits im Mutterleib aus dem Ei schlüpfen und erst dann zur Welt kommen.<eop> "}, {"title": "Chemie", "id": 162, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Chemie", "text": " Chemie ist eine Naturwissenschaft und auch ein Schulfach. Das Wort stammt aus der altägyptischen Sprache und bedeutet „schwarze Erden“. Bei der Chemie geht es darum, welche Stoffe es gibt und was für Eigenschaften sie haben. Eine weitere Aufgabe von Chemikern ist es, neue Stoffe zu finden, die besondere Eigenschaften haben. <eop>Wichtige Stoffe sind zum Beispiel Eisen, Wasserstoff und Kohlenstoff. Die Chemie untersucht auch Umwandlungen, bei denen neue Stoffe entstehen, die sogenannten chemischen Reaktionen. Eine chemische Reaktion ist zum Beispiel das Brennen einer Kerze, zu erkennen an der Flamme: Aus dem Kerzenwachs entstehen beim Verbrennen Gase wie Kohlendioxid und Wasserdampf. Eine chemische Reaktion gibt es auch beim Backen von Kuchen: Aus dem flüssigen Teig entstehen neue Stoffe und man hat dann den festen Kuchen. Auch eine Explosion ist eine chemische Reaktion.<eop> Was sind Atome? Das Wichtigste für die Chemiker sind die Atome. Es sind die kleinen Teilchen aus denen alles um uns herum aufgebaut ist, auch wir Menschen. Allerdings kann man Atome mit den bloßen Augen und auch mit den besten Mikroskopen nicht wirklich sehen, weil sie so klein sind. Zehn Millionen Atome nebeneinander wären etwa einen Milimeter breit.<eop>Wenn Atome dauerhaft zusammenhalten hat man Moleküle. Die meisten Stoffe bestehen aus Molekülen. Das wohl bekannteste Molekül schreiben die Chemiker als H<sub>2</sub>O auf – es ist das Molekül von Wasser. Die Schreibweise bedeutet, dass das Wassermolekül aus zwei Wasserstoffatomen H und einem Sauerstoffatom O besteht. <eop>Ein Chemiker aber muss die Atome kennen. Er muss wissen, wie sie sich verhalten, wenn sie aufeinander treffen und wie sie zusammenhalten. Es ist aber nicht einfach zu verstehen, was man nicht sieht. Deshalb haben Kinder das Fach Chemie erst in höheren Schulklassen.<eop> Was macht man im Schulfach Chemie? Chemie gibt es als Schulfach in Deutschland meist erst ab der 7. Klasse oder sogar noch später. Das hängt vom Bundesland ab, in dem die Schule steht. Im Schulfach Chemie macht man unter anderem Experimente. Dabei benutzt man besondere Geräte und chemische Stoffe, die der Chemielehrer ausgewählt hat. <eop>Allerdings dürfen Schüler nicht alle Experimente machen, die sie durchführen wollen. Denn das kann sehr gefährlich werden. Der Chemielehrer kennt sich damit aus, denn er hat Chemie an der Universität studiert. Deshalb erklärt er den Schülern genau, was sie machen sollen und worauf sie zur Sicherheit achten müssen.<eop>Chemie spielt auch im Haushalt eine wichtige Rolle. Denn viele Reinigungsmittel sind nicht ganz ungefährlich. Im Chemie-Unterricht lernen die Schüler, wie man mit solchen gefährlichen Stoffen umgeht.<eop> Was machen Chemiker? <eop>Viele Jahre haben Chemiker hieran geforscht: Welche Atome und Moleküle sorgen dafür, dass ein bestimmter Stoff bestimmte Eigenschaften hat? Inzwischen ist vermutlich das Wichtigste bekannt. Dennoch haben Chemiker immer noch wichtige Aufgaben.<eop>Chemiker erfinden neue Stoffe: Sie wissen, wie ein Molekül aussehen muss, damit ein Stoff fest, weich oder gummi-artig ist. Sie wissen auch, warum Stoffe durchsichtig oder undurchsichtig sind. Deshalb können sie genau solche Stoffe gezielt herstellen. Während früher vor allem Erdöl für die Herstellung solcher Kunststoffe verwendet wurde, benutzen die Chemiker heute eher Naturstoffe, die ein Landwirt herstellen kann. <eop>Chemiker untersuchen außerdem die Umwelt auf Stoffe. Dabei gehen sie zum Beispiel diesen Fragen nach: Ist das Wasser sauber? Kann man das da essen oder sind darin Gifte enthalten? Da man Gifte nicht immer sehen, schmecken oder riechen kann, muss das zur Sicherheit überprüft werden. Die Chemiker kennen die Eigenschaften aller Stoffe, also auch der Gifte. So können sie mit Hilfe bestimmter chemischer Reaktionen und Geräten die Gifte nachweisen.<eop>Die Chemiker im Mittelalter, die Alchemisten, versuchten Gold aus billigen Stoffen wie Blei herzustellen. Das ist aber keine chemische Reaktion und auch gar nicht möglich. Dazu müsste man die Atome verändern, das wäre unheimlich teuer.<eop>"}, {"title": "China", "id": 163, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/China", "text": "China ist ein Land im Osten Asiens. In keinem anderen Land der Welt leben mehr Menschen. Der allergrößte Teil Chinas nennt sich „Volksrepublik China“. Ihre Hauptstadt ist Peking. Eine Insel aber vor der Küste Chinas hat eine eigene Regierung und nennt sich Republik China oder auch Taiwan. Ihre Hauptstadt ist Taipeh. China heißt in der Landessprache Zhong-guo. Das heißt auf Deutsch so viel wie „Reich der Mitte“. Diese Bezeichnung hört man auch oft im Deutschen. <eop>Die Chinesen schauen auf eine lange Geschichte und alte Kultur zurück. Dazu gehören zum Beispiel die chinesischen Schriftzeichen. Heutzutage ist die Volksrepublik China ein Land, in dem besonders viel angebaut und hergestellt wird. <eop> Wie sieht das Land aus? China ist das viertgrößte Land der Erde. Weil das Land sehr groß ist, gibt es viele verschiedene Regionen im Land. Im Nordwesten gibt viele Steppen und Wüsten, wie die Taklamakan, die zweitgrößte Sandwüste der Welt. Im Südwesten liegt das Hochland von Tibet, an dessen Süden das Himalayagebirge liegt. Ein Teil vom Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, liegt in China. Auch die Mitte Chinas ist sehr gebirgig. <eop>Im Süden findet man Dschungel und im Westen große Ebenen mit großen Flüssen. Die größten sind der Jangtsekiang oder Langer Fluss, der Huanghe oder Gelber Fluss und der Xi Jiang oder Westfluss. In den Ebenen und an den Flüssen liegen die größten Städte Chinas, wie Peking, Shanghai, Kanton und Hongkong.<eop>Das berühmteste Tier aus China ist der Große Panda, der nur hier lebt. Es gibt nur noch sehr wenige Pandas, aber weil der schwarz-weiße Bär sehr beliebt ist, versucht man ihn zu züchten. Aus Tibet kommt der Yak, ein großes Rind mit einem zottligen Fell. Im Osten halten sich die Menschen Trampeltiere, wie das zweihöckrige Kamel auch genannt wird. Im Norden lebt der Sibirische Tiger, der größte Tiger der Welt.<eop> Welche Geschichte hat China?  China ist eines der ältesten Länder der Welt. Schon vor 12.000 Jahren wurde am Gelben Fluss und am Jangtsekiang Reis angebaut. Vor 5.000 Jahren entstanden die ersten Hochkulturen. Im Jahr 221 vor Christus vereinigte der Herrscher von Qin, sprich „Tschin“, die verschiedenen chinesischen Königreiche und machte sich zum ersten Kaiser des Landes. Von ihm hat es seinen Namen im Deutschen: China. Er führte eine einzige Schrift für sein gesamtes Reich ein, aus der die heutige chinesische Schrift entstand. Als Kaiser Qin starb, wurde er in einem riesigen, unterirdischen Grabmal beerdigt. Bewacht wird er von Tausenden lebensgroßen Soldaten aus Ton, der Terrakottaarmee.<eop>China hatte im Laufe der folgenden Jahrtausende viele verschiedene Kaiser, manchmal zerfiel das Land in kleinere Reiche. Einmal eroberten die Mongolen China und regierten es fast 100 Jahre lang, bevor sie wieder vertrieben wurden. In dieser Zeit gab es schon einen regen Handel mit Europa. Über die Seidenstraße brachten Karawanen Seide, Porzellan, Gewürze und andere wertvolle Güter von einem Ende der Welt zum anderen. Der Italiener Marco Polo berichtete, er sei bis an den Hof des Kaisers Kublai Khans gereist.<eop>Vor 400 Jahren eroberten die Mandschu China und stellten nun den Kaiser. Den Han gefiel das nicht und es kam immer wieder zu Aufständen. Besonders wütend waren sie, weil China unter den Mandschukaisern sehr schwach wurde und von europäischen Ländern in Kriegen mehrmals besiegt wurde. Mehrere Hafenstädte musste China an diese Länder abgeben. 1912 wurde der Kaiser abgesetzt und China wurde eine Republik. Aber unter den Politikern kam es zu Streit und schließlich zum Bürgerkrieg.<eop>Kurz darauf eroberte Japan weite Teile Chinas. Viele Menschen starben, bis die Japaner nach dem verlorenen Krieg wieder abziehen mussten. Auch der Bürgerkrieg forderte viele Opfer. Schließlich flohen die Nationalisten auf die Insel Taiwan, wo sie die Republik China weiterführten. Währenddessen riefen die Kommunisten auf dem Festland die Volksrepublik China aus.  Die Stadt Macau war lange Zeit eine Kolonie von Portugal und Hongkong von Großbritannien. Mittlerweile gehören beide Städte zur Volksrepublik China. Das Land hat sich sehr verändert und ist heutzutage für die Wirtschaft der gesamten Welt von Bedeutung.<eop> Was muss man über die Menschen in China wissen? <eop>Die meisten Menschen in China sprechen Chinesisch. Aber von dieser Sprache gibt es mehrere Dialekte, die sehr unterschiedlich sind. Gemeinsam haben sie die chinesische Schrift, die viele Tausend Schriftzeichen hat. Ohne sie könnten die Menschen aus den verschiedenen Teilen Chinas einander nicht verstehen.<eop>Jene Menschen, die Chinesisch sprechen, nennen sich meistens Han. Jeder zehnte Chinese gehört aber einer von über 50 anderen Volksgruppen an. Es gibt Tibeter, Uiguren, Zhuang, Mongolen, Mandschu und viele andere. Sie haben meist eine andere Sprache, Religion oder Lebensweise als die Han.<eop>Am weitesten sind in China Religionen wie der Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus verbreitet. Chinesen haben kein Problem, mehrere Religionen nebeneinander zu haben. Daneben verehren viele ihre Vorfahren und es gibt auch viele Muslime und Christen.<eop> Wer hat in China das Sagen? China teilt sich in zwei Länder, die beide eine eigene Regierung haben. Die eine regiert auf der Insel Taiwan und nennt sich Republik China. Die andere regiert den großen Rest und nennt sich Volksrepublik China. Wenn man heute von China spricht, meint man normalerweise die Volksrepublik. <eop>In der Volksrepublik China herrscht die Kommunistische Partei Chinas. Es gibt ein Parlament, aber nur eine Partei. Die Entscheidungen werden weitgehend von der Führung der Partei getroffen. Oberster Chef ist der Staatspräsident, der gleichzeitig auch Chef der Kommunistischen Partei ist. Er wird vom Parlament, der Nationalversammlung, gewählt.<eop>In der Republik China auf Taiwan gibt es ein Parlament mit mehreren Parteien, so wie in den meisten europäischen Ländern. Hier wechseln sich die Parteien in der Regierung auch ab und zu mal ab. Auch hier gibt es einen Staatspräsidenten. Er wird ebenfalls vom Volk gewählt.<eop> Wofür ist China bekannt? <eop>China hat eine sehr alte Kultur. Die einzelnen Schriftzeichen können entweder Silben, aber auch ganze Wörter bedeuten. Auch Naturwissenschaften und Mathematik spielen in der chinesischen Geschichte eine große Rolle, lange vor der Wissenschaft in Europa. Der Philosoph Konfuzius beschäftigte sich viel damit, wie die Menschen richtig leben sollen. Kungfu ist eine Art Kampfsport, der in China entstand und früher vor allem von Shaolin-Mönchen geübt wurde. Die deutsche Übersetzung heißt soviel wie „harte Arbeit“. <eop>In China wurden viele Dinge erfunden. Papier, Porzellan, Seide und Schießpulver zum Beispiel. Auch die Nudeln wurden hier erfunden und angeblich von Marco Polo nach Italien gebracht. Lange Zeit brachten Händler von hier Porzellan und Seide in die ganze Welt.<eop> Womit verdienen die Menschen in China ihr Geld? <eop>Seit 1949 regieren in der Volksrepublik China die Kommunisten. Sie wollten ganz genau bestimmen, was wie hergestellt wird. Seit etwa 1980 haben die Chinesen mehr Freiheit in der Wirtschaft: Wer eine Firma gründen will, darf das tun. Dadurch sind manche Chinesen sehr reich geworden, die sich mit dem Staat gut verstehen. Viele andere sind arm geblieben, vor allem auf dem Land.<eop>Heutzutage stellt China sehr viele Produkte her und liefert sie ins Ausland, zum Beispiel Kleidung. Während China lange Zeit Maschinen und Elektronik aus dem Ausland kaufen musste, verkauft es jetzt mehr und mehr davon. Kein anderes Land baut so viel Weizen, Mais, Reis, Kartoffeln und Äpfel an. Weltmeister ist China auch bei wichtigen Metallen wie Zink und Blei und beim Erzeugen von Strom. Viele Länder in Europa kaufen große Mengen Waren aus China, auch Deutschland.<eop><eop>"}, {"title": "Chinesische Mauer", "id": 164, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Chinesische Mauer", "text": "Die Chinesische Mauer liegt in China. Die Chinesen nennen sie die „Zehntausend-Meilen-lange Mauer“. Sie diente dazu, das Land vor den Völkern zu beschützen, die weiter nördlich wohnten. Angefangen mit dem Bau hat man im 7. Jahrhundert vor Christus, also vor über 2600 Jahren. Das meiste, das man heute noch sieht, ist allerdings nur etwa 400 bis 700 Jahre alt.<eop>Die Mauer besteht aus Stein, Ziegeln, Lehm, Holz und anderem. Sie ist über 21.000 Kilometer lang. Das ist länger als die drei längsten Flüsse der Welt zusammen. Allerdings ist der größte Teil verfallen. In gewissen Abständen hat die Mauer Türme, auf denen früher Soldaten Ausschau nach Feinden hielten. Auf der breiten Mauer konnte man schnell zu der Stelle laufen, wo Feinde angriffen. Dschingis Khan und andere Eroberer konnten die Chinesische Mauer trotzdem ohne größere Probleme überwinden.<eop>Heutzutage besuchen viele Urlauber die Chinesische Mauer und zahlen dafür auch Eintritt. Im Jahr 1987 hat die UNESCO erklärt, dass auch diese Mauer ein Weltkulturerbe ist. Trotzdem sind viele Stellen in schlechtem Zustand. Die UNESCO setzt sich für einmalige Bauwerke ein, die geschützt werden sollen.<eop>Manche Leute behaupten, man könne die Mauer vom Weltall aus sehen. Weltraumfahrer haben aber erklärt, dass sie sie nicht sehen konnten, zumindest nicht mit bloßem Auge. Dazu ist sie zu schmal.<eop><eop>"}, {"title": "Christentum", "id": 165, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Christentum", "text": "Das Christentum ist eine Religion. Die Christen glauben, dass Jesus von Nazareth der Sohn Gottes war. „Jesus“ war ein Vorname wie etwa Johannes oder Petrus. Aus dem Dorf Nazareth kam Josef, der Vater von Jesus.<eop>„Christus\" kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der Gesalbte“. Das war ein ganz besonderer Mensch. David beispielsweise wurde zum König gesalbt. „Jesus Christus“ oder „der Christus Jesus\" bedeutet also etwa „der gesalbte Jesus“. Daher kommt der Name „Christentum“. Der Name sagt auch, dass Jesus der Messias ist, der erwartete Retter.<eop>Jesus lebte vor 2000 Jahren im Land der Juden. Er wanderte durch das Land und sprach mit Menschen, auch und besonders mit den Armen. Es heißt, er habe dabei auch Wunder vollbracht. Manchmal beschreibt die Bibel Heilungen oder sogar die Auferstehung eines Toten. Das sind lauter Dinge, die sich die Wissenschaftler nicht erklären können.<eop>Nach zwei oder drei Jahren auf Wanderschaft kam es zu seinem frühen Tod: Damals herrschte das Römische Reich. Die Römer glaubten, dass Jesus die Juden gegen sie aufhetzen würde. Darum haben die Römer Jesus an einem Holzkreuz hingerichtet. Danach aber, sagen die Christen, ist Jesus von den Toten auferstanden.<eop>Die Lehre der Christen besagt, dass Jesus für alle Menschen gestorben sei und ihre Sünden mit sich genommen habe. Gott liebt die Welt und die Menschen und hat sich ihnen als Mensch Jesus gezeigt, glauben die Christen. Die Gemeinschaft der Christen heißt Kirche. Heute leben auf der Welt über zwei Milliarden Christen, keine Religion auf der Welt hat mehr Anhänger. Ihr heiliges Buch ist die Bibel.<eop>In welchem Land entstand der Glaube? Der Mann Jesus kam aus Nazareth. Dieser Ort liegt im heutigen Staat Israel am östlichen Mittelmeer. Auch damals, vor 2000 Jahren, lebten in der Gegend Juden. Das Judentum war bereits eine alte Religion, bei der man an einen einzigen Gott glaubte. Jesus und seine Anhänger waren ebenfalls Juden.<eop>Das Land der Juden war seit mehreren Jahren vom Römischen Reich besetzt. Manche Juden haben sich daran angepasst. Viele andere aber mochten die Römer nicht. Einerseits mussten die Juden den Römern Steuern zahlen. Andererseits mochten sie nicht, dass die Römer andere Götter hatten und Statuen dieser Götter aufstellten.<eop>Damals hatten viele Juden folgende Idee: Gott wird dafür sorgen, dass ein Jude die Römer bekämpft und ein neues Königreich gründet. Dieser Held wurde der Messias genannt. Es gab mehrere Juden, die sich selbst für den Messias hielten. Die Römer haben rücksichtslos jeden getötet, von dem sie glaubten, dass er etwas gegen ihre Herrschaft machen würde. Jesus war nur einer dieser vielen Getöteten.<eop>Was ist nach dem Tod von Jesus passiert? Jesus war ein junger Mann, als er begann, herumzuwandern und mit Menschen zu sprechen. Diese Zeit dauerte etwa zwei oder drei Jahre lang. Schließlich haben die Römer ihn verhaftet und hingerichtet. Er wurde an ein Kreuz aus Holz gebunden und auch festgenagelt. Das war ein besonders grausamer und unehrenhafter Tod.<eop>Nach Jesu Tod gab es für die meisten Juden keinen Grund, zu glauben, dass er der Messias gewesen sei. Er hatte ja kein neues jüdisches Königreich gegründet. <eop>In der Apostelgeschichte und den Evangelien steht, dass einige Frauen den Leichnam von Jesus einsalben wollten. Das war damals so üblich. Der große Stein sei aber vor der Grabhöhle weggerollt gewesen und der Leichnam verschwunden. Ein Engel soll zu ihnen gesagt haben, Jesus sei wieder lebendig geworden. Das feiert man heute als Ostern. Einige seiner Anhänger berichteten später, sie hätten ihn gesehen. Dann sei er in den Himmel gegangen. Das feiert man heute an Auffahrt.<eop>Am Ort, wo Jesus starb oder begraben wurde, steht heute die Grabeskirche. Sie ist eine der wichtigsten christlichen Gedenkstätten. Sie wird jährlich von vielen Tausend Christen besucht, vor allem in der Zeit um Ostern.<eop>Im Lauf der Zeit nahmen immer mehr Menschen die Lehre über Jesus Christus an. Erst waren es andere Juden, schließlich auch Nichtjuden. Die Christen glauben, dass Jesus die Sünden aller Menschen auf sich genommen hat. Viele Geschichten von Jesus erzählen davon, wie er den Armen Trost spendete und von einer neuen, besseren Welt sprach.<eop>Woher weiß man etwas über Jesus? Was genau Jesus von Nazareth getan und gesagt hat, weiß man nicht. Viele seiner Anhänger konnten nicht lesen und schreiben. Man erzählte einander und anderen von Jesus, so gut man sich daran erinnern konnte. So war es damals unter dem einfachen Volk üblich.<eop>Die ältesten Schriften über Jesus, die man heute noch kennt, sind Briefe von Paulus. Als er mit diesen Briefen angefangen hat, war Jesus wahrscheinlich schon über zwanzig Jahre tot. Das meiste, was wir heute über Jesus lesen, steht in den Evangelien. „Evangelium“ ist Griechisch und heißt „Gute Nachricht“. Das erste und damit älteste Evangelium wurde geschrieben, als Jesus dreißig Jahre tot war oder vielleicht noch deutlich später. Es stammt von Markus.<eop>Christen sammelten schließlich solche Schriften wie Briefe und Evangelien. In die Sammlung wurden nur solche Schriften aufgenommen, die viele Christen für wichtig hielten. Man nennt diese Sammlung das Neue Testament. Mit „Testament“ ist ein Vertrag oder Bund gemeint: Das Alte Testament sind demnach die Schriften, in denen der Bund von Gott mit dem Volk Israel beschrieben wird. Durch Christus hat Gott einen neuen Bund geschlossen, der allen Menschen gilt.<eop>Woran glauben die Christen? Jesus von Nazareth ist für die gläubigen Menschen Jesus, der Christus. „Christus“ kommt aus dem Griechischen und heißt „der Gesalbte“. Gesalbt wurde man, wenn man König wurde. Das ist ein Verweis auf die jüdische Idee des Messias. <eop>Was Jesus selbst von sich dachte, wissen wir nicht genau. Er sprach von einem Reich Gottes, das kommen werde. Nach Jesu Tod haben seine Anhänger viel über ihn nachgedacht. Ihre Vorstellung davon, wer Jesus wirklich war und was er wollte, hat sich wohl in dieser Zeit geändert. Erst danach entstanden die Schriften des Neuen Testaments.<eop>Die Christen glauben, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Außerdem sei Jesus „göttlich“: Gott wurde Mensch, indem er als Jesus geboren wurde. Dazu kommt der Heilige Geist: Das ist Gott, wenn er auf der Erde etwas bewirkt. Gott-Vater wohnt im Himmel und wurde nie sichtbar.<eop>Gott-Vater, Gott-Sohn und der Heilige Geist sind aber für die Christen nicht drei verschiedene Dinge. Es gibt nur einen Gott, aber eben in drei verschiedenen Personen. Sie nennen dies die Dreifaltigkeit. Was das genau bedeuteten soll, wie „Drei“ das gleiche wie „Eins“ sein können, das ist sehr kompliziert. Darüber haben die Christen auch lange gestritten. Einige Menschen stellen es sich vor wie Eis, Wasser und Dampf. Das ist eigentlich auch immer dasselbe Material, aber jeweils in einer anderen Form.<eop>Wie kam es zu den verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen? Solange Jesus lebte, richteten sich seine Nachfolger nach dem, was er sagte. Sie schrieben es aber nicht auf, sondern erzählten es sich weiter. Nach seinem Tod waren sich die Menschen nicht immer einig über die Bedeutung seiner Worte und Taten. Einige seiner wichtigsten Nachfolger hatten ihn nicht einmal selber erlebt, so beispielsweise Paulus.<eop>Im Römischen Reich gab es eine Staatsreligion. Die Regierung befahl nämlich, dass die Menschen an die römischen Götter glauben sollten. Die Christen bildeten freie Gemeinschaften wie heute die Vereine. Ihre Mitglieder wurden oft verfolgt und zum Teil sogar getötet, weil sie sich nicht zur Staatsreligion zugehörig erklärten. Im Jahr 312 nach Christus bekehrte sich der römische Kaiser Konstantin der Große selber zum Christentum. Er ließ die Leute selbst wählen, welche Religion sie haben wollten. Im Jahr 380 nach Christus erklärte ein Kaiser: Das Christentum soll die Religion für den ganzen Staat sein.<eop>Jesus soll einmal gesagt haben: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen.“ Der Bischof von Rom verstand sich als dieser direkte Nachfolger von Petrus. Etwa im 5. Jahrhundert bekam der Bischof von Rom mehr Macht und wurde zum Papst. Somit wurde der Bischof von Rom zum Vorsteher der ganzen Kirche.<eop>Im Mittelalter verstanden sich die Kirchen im Westen und im Osten immer weniger. Auf einem Kreuzzug plünderten die westlichen Ritter von Venedig sogar die östliche Stadt Konstantinopel. Die Kirchen trennten sich dann immer mehr voneinander: Die östliche Kirche nannte sich die Orthodoxe Kirche. Dies heißt so viel wie „Kirche der richtigen Verehrung“. Dort liest und spricht man im Gottesdienst oft Griechisch oder Russisch. <eop>Die westlichen Kirchen nannten sich Katholische Kirche. Das Wort „katholisch“ kommt aus der griechischen Sprache und heißt so viel wie „allgemein“. Die römisch-katholische Kirche sieht sich als die echte Kirche, so wie Jesus Christus sie haben wollte. Sie lasen im Gottesdienst oft lateinische Texte vor. Sie beteten und predigten auch in Latein. <eop>In der Reformation am Ende des Mittelalters wandten sich viele Christen in Europa von der römisch-katholischen Kirche ab. Sie fanden manches nicht gut, zum Beispiel nicht, dass es einen Papst gab und dass man Geld bezahlen konnte, um nach dem Tod schneller durch das Fegefeuer und in den Himmel zu kommen. Diese Kirchen nennt man meist die reformierten oder evangelischen Kirchen.<eop>Die verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen nennt man Konfessionen. Das kommt vom lateinischen Wort für Bekenntnis. Auch in anderen Religionen gibt es verschiedene Konfessionen. Wenn mehrere Konfessionen etwas gemeinsames unternehmen, beispielsweise einen gemeinsamen Gottesdienst durchführen, nennt man dies Ökumene. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet „der ganze Erdkreis\". <eop>"}, {"title": "Christoph Kolumbus", "id": 166, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Christoph Kolumbus", "text": "Christoph Kolumbus war ein Abenteurer aus Italien. Man nennt ihn den Entdecker Amerikas, obwohl er nicht der erste Europäer in Amerika war. Viermal fuhr er mit seinen Schiffen von Europa nach Amerika und wieder zurück.<eop>Seine erste Reise fand in den Jahren 1492 und 1493 statt. Bald wurde in ganz Europa bekannt, was er entdeckt hatte. Viele andere reisten ebenfalls nach Westen. Einige Jahrzehnte später, herrschten europäische Länder über einen großen Teil von Amerika. Kaum eine andere Entdeckung hat die Welt so sehr verändert.<eop>Kolumbus wurde ungefähr im Jahr 1451 in Genua geboren, einer Hafenstadt in Italien. In seiner Muttersprache lautet sein Name Cristoforo Colombo. Wie er aussah, weiß man nicht: Die Bilder, die wir heute haben, wurden erst nach seinem Tod im Jahr 1506 gemalt.<eop> War Kolumbus der erste, der nach Westen reiste? Die Wikinger waren Seefahrer, Händler und Räuber aus dem Norden von Europa. Sie siedelten schon im Mittelalter auf rauen Inseln weit draußen im Atlantik, wie Island und Grönland. Lange Zeit vermutete man, dass sie zu dieser Zeit auch schon Nordamerika erreichten. Das las man zumindest aus Büchern von damals. Im 20. Jahrhundert fanden Wissenschaftler tatsächlich ein Wikinger-Dorf in Amerika. Man nennt es heute L'Anse aux Meadows.<eop>Auch danach trauten sich Seefahrer mit ihren Schiffen recht weit nach Westen. Portugiesen entdeckten im Jahr 1427 die Azoren, das ist eine Gruppe von Inseln weit westlich von Afrika.<eop> Was suchte Kolumbus? Schon immer wollten die Menschen in Europa gute und schöne Dinge aus Ostasien haben, wie Gewürze, Seide und Porzellan. Der Weg durch Asien war aber besonders gefährlich. Im Mittelalter konnte man wegen des Islam nicht über Arabien und Persien reisen.<eop>Portugal, ein kleines Königreich im Südwesten von Europa, wollte deshalb Asien auf einem anderen Weg erreichen: Die Portugiesen fuhren mit Schiffen um Afrika herum, immer ein Stückchen weiter. Später, im Jahr 1498, gelang das auch: Vasco da Gama erreichte Indien.<eop>Christoph Kolumbus hatte eine andere Idee. Er war überzeugt, die Erde sei eine Kugel, und wenn man über den Ozean immer nach Westen fuhr, müsste man ebenfalls in Asien ankommen. Aber keiner wollte ihm Geld für die Reise geben. Er bekam zu hören, dass seine Idee im Grunde richtig war, aber die Erde und damit der Ozean viel zu groß seien. Während der Reise würde Kolumbus auf seinem Schiff verhungern und verdursten.<eop>Kolumbus glaubte jedoch, dass die Erde gar nicht so groß war, wie es hieß. Wenn dann auch Asien nicht so breit war wie gedacht, dann wäre der Weg gar nicht so lang. Tatsächlich hatte Kolumbus Unrecht, und wenn es nicht Amerika gegeben hätte, dann wären er und seine Seeleute wohl umgekommen.<eop> Wer gab Kolumbus Geld für die Reise? Kolumbus brauchte Geld, um Schiffe und Seeleute bezahlen zu können. Aber weder der König von Portugal noch der von England wollten ihm Geld geben. Schließlich besuchte er den König und die Königin von Spanien. <eop>Mit ihnen schloss er einen Vertrag. Wenn Kolumbus neues Land entdeckte, dann sollte sie die Königin davon sein. Kolumbus wäre der stellvertretende König, und wenn Spanien etwas mit dem neuen Land verdiente, würde er ein Zehntel von dem Geld bekommen.<eop> Was erlebte Kolumbus auf seiner ersten Reise? Kolumbus und seine Seeleute fuhren am 3. August 1492 von Spanien los. Er selbst fuhr auf dem größten seiner drei Schiffe, der Santa Maria. Die anderen beiden hießen Niña und Pinta. Auf den Kanarischen Inseln machten sie Pause und fuhren am 6. September weiter.<eop>Erst am 12. Oktober sahen sie wieder Land. Dort, auf einer Insel, trafen sie auch auf Menschen, von denen sie freundlich empfangen wurden. Kolumbus freute sich vor allem, dass sie Ohrringe aus Gold trugen. Er überlegte sich auch schon, wie viele Soldaten man bräuchte, um die Insel zu beherrschen.<eop>Kolumbus und seine Leute besuchten noch andere Inseln. Vor einer davon stieß die Santa Maria gegen Land, und das Schiff musste aufgegeben werden. Kolumbus ließ einige seiner Männer zurück, die eine Siedlung gründeten. Andererseits nahm er einige der Einwohner gefangen und fuhr mit ihnen zurück nach Spanien. Am 15. März 1493 kam er dort an, nachdem er vorher noch eine Woche in Portugal war.<eop> Was passierte später in seinem Leben? Kolumbus reiste noch drei Mal nach Amerika und betrat nicht nur Inseln, sondern schließlich auch das Festland. Bis an sein Lebensende glaubte er, dass er in Asien gewesen sei, in Ostindien. Die Bewohner von Amerika nennt man deshalb immer noch Indianer.<eop>Kolumbus fand wenig Gold. Zudem zeigte sich, das er gar nicht geeignet war, um über Länder zu herrschen. Er war grausam zu den Indianern. Diese begannen, sich gegen die Spanier zu wehren. Der König und die Königin waren unzufrieden mit ihm und sorgten dafür, dass er keine Macht mehr hatte. Sie ließen ihn aber noch weitere Gebiete entdecken. Kolumbus starb im Jahr 1506, als er seit wenigen Wochen wieder in Spanien war.<eop><eop>"}, {"title": "Computer", "id": 167, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Computer", "text": "Ein Computer ist eine Maschine. Sie berechnet etwas aus Daten oder bearbeitet Daten. Das machen sie nach den Regeln eines Programms, das Menschen geschrieben haben. <eop>Programme sind dabei eine Reihe von Befehlen, die in einer Art Sprache geschrieben werden. Die Maschine wandelt die Befehle in elektrische Zeichen um, die vom Computer verstanden werden können. Das Wort Computer kommt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich „Rechner“.<eop>Die ersten Computer wurden etwa 1938 gebaut. Sie konnten nur sehr wenig, nämlich Zahlen zusammenzählen. Heute gibt es Computer fast überall, sogar im Auto. Computer sorgen dafür, dass Automaten in der Fabrik arbeiten und die Apps auf dem Smartphone laufen.<eop>Jeder Computer besteht aus mehreren Bauteilen, die auch „Hardware“ genannt werden. Mit Eingabegeräten wie Tastatur oder Maus sorgt man dafür, dass der Computer Daten bekommt. Die Daten kommen in einen Speicher, damit sie nicht verloren gehen, auch nicht, wenn der Computer ausgeschaltet wird. Der Prozessor ist das „Herz“ des Computers, er verarbeitet die Daten. Danach gelangen die Ergebnisse auf ein Ausgabegerät, zum Beispiel einen Bildschirm oder Drucker.<eop>Alle Programme und Daten bilden die „Software“. Durch diese kann ein Computer für sehr verschiedene Zwecke genutzt werden, ohne dass immer neue Bauteile gebraucht werden. Mit Software kann man Texte schreiben, Internetseiten machen oder Filme bearbeiten. Die Fachleute, die Computer entwickeln und programmieren, nennt man Informatiker.<eop> "}, {"title": "Coronavirus", "id": 168, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Coronavirus", "text": "Das Coronavirus ist ein Virus, das erst vor kurzer Zeit entstanden ist. Man entdeckte es im Dezember 2019 zum ersten Mal in der chinesischen Stadt Wuhan. Viele Menschen, die daran erkrankt waren, hatten schwere Lungenentzündungen. Viele von ihnen arbeiteten auf demselben Markt. Man nimmt an, dass das Virus ursprünglich von einem Säugetier oder von Geflügel herkommt, also von Hühnern und ähnlichen Vögeln. Die Wissenschafter nennen das Virus SARS-CoV-2.<eop>Ein ähnliches Virus hat im Jahr 2012 die SARS-Pandemie ausgelöst. Die Krankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, heißt COVID-19. Das bedeutet nichts anderes als „Coronavirus-Krankheit“. Die Zahl 19 kommt vom Jahr 2019. Sie verbreitete sich so schnell über die ganze Welt, dass die Weltgesundheitsorganisation die Krankheit zur Pandemie erklärte.<eop>Die Krankheit erkennt man an Husten und Fieber. Auch geht der Geschmackssinn zurück oder verschwindet gänzlich. Das Virus kann zu Lungenentzündungen und zum Tod führen. Inzwischen weiß man, dass es auch andere Organe schädigt. Schwere Erkrankungen treten vor allem bei älteren Menschen auf oder bei solchen, die bereits geschwächte Atemwege haben. Aber auch Menschen mit Diabetes und einigen anderen Krankheiten sind besonders gefährdet.<eop>Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene werden oft nicht besonders krank. Viele Erkrankte spüren nur eine leichte Erkältung oder sogar gar nichts. Sie können das Virus aber trotzdem weitergeben, vor allem durch Husten und Niesen. Die Viren leben in den winzigen Tröpfchen, die dabei aus dem Mund oder aus der Nase kommen. So können sich andere Menschen anstecken. Das Virus kann auch vom Mund auf die Hand, von dort auf die Hand eines anderen Menschen und von dort in dessen Mund, Nase oder Augen gelangen. <eop>Inzwischen weiß man, dass auch Aerosole gefährlich sein können. Das sind winzige Teilchen, die in der Luft schweben, in diesem Fall eben winzige Tröpfchen mit Viren. Sie verbreiten sich vor allem in Räumen, die schlecht durchlüftet sind und in denen sich viele Menschen aufhalten. Wenn die dann auch noch viel sprechen oder gar in einem Chor singen, ist die Gefahr einer Ansteckung besonders groß.<eop>Warum ist COVID-19 schlimmer als die normale Grippe? Man steckt sich sehr leicht an bei dieser Krankheit, auch wenn andere Krankheiten wie die Masern noch viel ansteckender sind. Wenn die Krankheit schlimm wird, muss man den Patienten ins Krankenhaus bringen. Viele muss man dann mit einer Maschine beatmen. Eine solche Maschine gibt es nur auf einer Intensiv-Pflegestation.<eop>Leider hat man nicht so viele Plätze auf solchen Stationen. Bei dieser Krankheit sind die Betten schnell belegt. Die Menschen können dann nicht mehr versorgt werden und müssen sterben. Schlimm daran ist auch, dass dann andere Patienten auch kein solches Bett mehr zur Verfügung haben. Das braucht es aber auch bei bestimmten Krebs-Arten, die auch Kinder betreffen können. Auch bei Unfällen, die jungen Menschen passieren, stünde dann keine solche Pflege mehr zur Verfügung.<eop>Ein weiteres Problem liegt beim Personal, also bei den Ärzten und Krankenpflegern. Die können auch nicht rund um die Uhr arbeiten und stehen dann auch anderen Patienten nicht mehr zur Verfügung.  Krankenhäuser, Ärzte und Pfleger zusammen nennt man das Gesundheitssystem. Gibt es zu viele Kranke, dann bricht das System zusammen. Das bedeutet: Man kann nicht mehr allen Patienten helfen. Diejenigen Patienten, denen man nicht hilft, sterben im schlimmsten Fall. So einen Zusammenbruch wollen die Politiker unbedingt verhindern.<eop>Was kann man gegen das Virus tun? Vor allem müssen die Menschen untereinander Abstand halten. Das nennt man „Social Distancing“. Der Abstand, also die Distanz zwischen zwei Menschen, sollte ein-einhalb Meter betragen. So kann man sich nicht anhusten oder anniesen. Falls dies nicht möglich ist, sollte man eine Mund-Nasen-Maske tragen.<eop>Ebenso gilt, dass man sich die Hand nicht reichen sollte. Da können Viren direkt übertragen werden. In der Familie hält man sich natürlich nicht daran, das wäre kaum möglich. <eop>Ganz einfach und wichtig ist auch das regelmäßige Hände-Waschen. Wenn man sich während mindestens zwanzig Sekunden gut mit Seife die Hände wäscht, reicht das aus. Desinfektionsmittel sind gut, aber es braucht sie nicht unbedingt. Im Krankenhaus sind sie aber tatsächlich wichtig. <eop>Angesteckte Menschen sollte man von anderen fernhalten. Sie müssen also in ihrer Wohnung bleiben, notfalls auch als ganze Familie. Das nennt man Quarantäne, Isolation oder Isolierung. Die kann der Staat verordnen. Beim Coronavirus dauert die Quarantäne etwa eine bis zwei Wochen. Das hängt davon ab, wie die Wissenschafter in diesem Land darüber denken.<eop>Eine Impfung gegen das Coronavirus wurde in vielen Ländern im Dezember 2020 zugelassen. Sehr viele Wissenschaftler haben hart daran gearbeitet, so dass die Impfstoffe im Jahr 2021 gespritzt werden können. Durch die Impfung bekommt man die Krankheit viel weniger leicht. Und wenn, dann verläuft sie viel weniger schlimm. Gute Medikamente gibt es noch nicht. Einige sind in der Erprobung. Bisher verwendet man die üblichen Medikamente, zum Beispiel gegen Fieber. Die machen die Krankheit immerhin etwas erträglicher.<eop>Wie verläuft die Pandemie? Ungehindert würde sich die Seuche schnell ausbreiten, so dass es plötzlich viele Kranke gleichzeitig gäbe. Darum bemüht man sich, dass dies viel langsamer passiert. Dann werden nur nach und nach Leute krank. Das kann das Gesundheitssystem besser verkraften. Dort, wo sich viele Menschen an die notwendigen Maßnahmen hielten, steckten sich nach und nach weniger Menschen an. Es gab auch eher genügend Krankenhausplätze.<eop>Die Regierungen vieler Länder unterstützten den Kampf gegen das Virus: In vielen Ländern mussten Restaurants und sogar Schulen geschlossen bleiben. Nur noch Läden mit Lebensmitteln oder Apotheken durften öffnen. Alles, was der Freizeit diente, war geschlossen, so zum Beispiel auch die Bibliotheken. An manchen Orten durften die Menschen einige Wochen lang die Wohnung nur noch zum Arbeiten und Einkaufen verlassen. Das nennt man Shutdown, sprich: Schattaun und bedeutet „Stilllegung“ oder „Abschaltung“. Man sagt auch Lockdown. Das bedeutet „Abriegelung“ oder „Ausgangssperre“. <eop>Zudem wurden wegen der Pandemie auf der ganzen Welt Veranstaltungen abgesagt, zum Beispiel das Oktoberfest 2020. Die Fußball-Europameisterschaft die Olympischen Spiele wurden auf das Jahr 2021 verlegt. Fußballspiele wie jene der Bundesliga durften nur in leeren Stadien stattfinden. Besonders betroffen waren die Kultur oder der Tourismus. In diesen Wirtschaftszweigen wurde viel weniger Geld verdient und viele Menschen verloren ihren Job.<eop>Schon früh wurden Tests entwickelt, mit denen man das Virus im Körper eines Menschen nachweisen kann. Mitte 2021 rechnete man weltweit mit etwa 180 Millionen Ansteckungen und gegen vier Millionen Toten. Dazu muss man aber noch all die Menschen zählen, die zwar erkrankt waren, aber nicht getestet wurden. Das nennt man die Dunkelziffer, weil man diese Zahl nicht kennt. Aber die wirklichen Zahlen dürften viel höher liegen. Etliche Staaten wollen nämlich diese Zahlen niedrig halten, weil ihre Staats-Chefs denken, sie würden sonst schlecht dastehen.<eop>In Europa sank die Anzahl erkrankter Menschen durch die Maßnahmen deutlich. Nur noch eher wenige steckten sich im Sommer 2020 neu an. Im September begann sich das Blatt allerdings wieder zu wenden: Sehr viel mehr Menschen steckten sich wieder an. Man erkannte darin den Beginn einer „zweiten Welle“. Allerdings schützten sich die Alten besser, so dass es nicht mehr zu so vielen schweren Fällen kam. Trotzdem mussten viele Regierungen wieder härtere Maßnahmen ergreifen. Israel führte als erstes Land einen zweiten Lockdown durch. <eop>Die Pandemie verlief in den verschiedenen Ländern unterschiedlich. Dann geschah etwas, was es bei Viren oft gibt: Sie veränderten sich. Es entstanden also Mutationen. Die waren ansteckender als das ursprüngliche Virus. Man benannte sie anfänglich nach dem Land, in man die Mutationen zuerst entdeckte. Später nahm man dafür die Buchstaben aus dem Griechischen Alphabet. In der Reihenfolge kam zuerst Alpha, die britische Variante. Darauf folgte Beta, die Variante aus Südafrika. Dann tauchte Gamma in Brasilien auf und schließlich Delta in Indien. Weitere Mutationen kamen hinzu.<eop>Am Anfang des Jahres 2021 begannen die Impfungen. Es stand jedoch zu wenig Impfstoff zur Verfügung, denn dieser musste ja erst mal hergestellt werden. Die Länder begannen deshalb ihre Impfungen bei den ältesten Menschen. Dadurch gab es weniger schwere Krankheits-Verläufe und weniger Todesfälle. Zudem konnte man so das Gesundheitssystem entlasten. Am meisten impften Israel, die USA und Großbritannien. Dort gingen die Ansteckungszahlen am stärksten zurück. Delta ist so ansteckend, dass es seit dem Sommer 2021 selbst in Großbritannien und später auch in anderen Ländern wieder mehr Ansteckungen gibt, obwohl dort schon sehr viele Menschen geimpft sind.<eop>"}, {"title": "Dachse", "id": 169, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dachse", "text": " Dachse sind Raubtiere. Es gibt von ihnen vier Arten. Eine davon lebt in Europa. Der Dachs ernährt sich von Pflanzen und von kleinen Tieren. Er war das Wildtier des Jahres 2010 in Deutschland und in Österreich. Damit wollte man besonders auf dieses zurückgezogene Tier aufmerksam machen.<eop>Der Körper des Dachses ist mit den kurzen Beinen für Höhlen gut geeignet. Er wird etwas weniger als einen Meter lang. Dazu kommt ein kurzer Schwanz. Ein Dachs wiegt etwa 10 Kilogramm, das entspricht knapp einem mittleren Hund. Den Dachs erkennt man am besten an den schwarz-weißen Streifen auf dem Kopf. Er hat eine lange Schnauze, die ein wenig an ein Schwein erinnert. <eop>Wie leben Dachse? Der Dachs lebt in Wäldern, die nicht allzu dicht sind. Er liebt aber auch Gegenden mit Sträuchern. Seinen Bau gräbt er an einen Abhang. Dachsbaue können riesig werden und mehrere Stockwerke aufweisen. Mehrere Ein- und Ausgänge dienen der Zufuhr frischer Luft und als Fluchtwege. Den Wohnraum der Höhle polstert der Dachs aus mit trockenem Laub, Moos und Farnkraut.<eop>Dachse ernähren sich am liebsten von Regenwürmern, die sie aus dem Boden graben. Aber auch Käfer und Insekten oder kleine Säugetiere gehören auf ihren Speiseplan, beispielsweise Mäuse, Maulwürfe oder junge Wildkaninchen. Sogar junge Igel können sie fressen: Sie rollen sie auf den Rücken und beißen ihnen den Bauch auf. <eop>Dachse sind aber keine reinen Fleischfresser. Sie fressen Getreide, viele Arten von Samen und Wurzeln oder Eicheln. Auch Beeren aus einem Garten oder Obst von Bauern mögen sie gerne.<eop>Dachse leben in Sippen zusammen. Sie pflegen sich gegenseitig das Fell mit der Schnauze oder mit den Vorderpfoten. Dort, wo sie bei sich selber nicht hinkommen, pflegen sie sich das Fell gegenseitig. Vor allem junge Dachse spielen auch gerne miteinander oder balgen sich, ohne sich dabei gegenseitig zu verletzen.<eop>Wie vermehren sich Dachse? Dachse paaren sich meist im Frühling. Die befruchtete Eizelle entwickelt sich aber erst im Dezember weiter. Man spricht deshalb von einer Keimruhe. Die eigentliche Schwangerschaft dauert etwa 45 Tage, also sechs bis sieben Wochen. Die Jungen kommen dann im Januar zur Welt. <eop>Meist gibt es Zwillinge oder Drillinge. Jedes Tier ist etwa 100 Gramm schwer, also so schwer wie eine Tafel Schokolade. Die Jungen tragen wenige Haare und sind blind. Etwa zwölf Wochen lang trinken sie Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Sie werden von der Mutter gesäugt. Deshalb gehören die Dachse zu den Säugetieren.<eop>Sehen können junge Dachse erst nach etwa vier bis fünf Wochen. Kurz darauf bewegen sie sich durch die Gänge des Baus. Ins Freie gehen sie im Alter von etwa zehn Wochen. <eop>Junge Dachse bleiben in der Gruppe, bis sie etwa zwei Jahre alt sind. Dann werden sie geschlechtsreif. Sie verlassen ihre Gruppe, paaren sich und haben Junge. Sie können 15 Jahre alt werden.<eop>Welche Feinde haben Dachse? Früher hatte der Dachs vor allem drei Tiere zum Feind, die ihn gerne fraßen: den Wolf, den Luchs und den Braunbär. Aber von denen gibt es heute nicht mehr viele. Zudem jagten ihn Menschen, denn sie aßen gerne sein Fleisch. Aus seinem Fett stellten sie Salben gegen allerlei Krankheiten her. <eop>Schlimmer für die Dachse war jedoch der Kampf der Menschen gegen tollwütige Füchse. Dabei leitete man giftiges Gas in die Fuchsbauten. Dieses Gas gelangte jedoch auch zu den Dachsen und tötete viele von ihnen. Etliche Dachse sterben heute auch im Autoverkehr. Vom Aussterben ist der Dachs jedoch nicht bedroht.<eop><eop>"}, {"title": "Dampfmaschine", "id": 170, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dampfmaschine", "text": "Eine Dampfmaschine erhitzt Wasser, so dass daraus Dampf wird. Aus dem Dampf macht sie Bewegung. Mit der Bewegung wird eine andere Maschine angetrieben, zum Beispiel in einer Lokomotive. <eop>Schon im Altertum haben Menschen versucht, eine solche Maschine zu bauen. Doch erst in den Jahren zwischen 1700 und 1800 gelang es, dass so eine Maschine auch wirklich eingesetzt werden konnte. Dampfmaschinen wurden sehr wichtig im Jahrhundert danach, als die Industrie wuchs. Auch die ersten Eisenbahnen wurden durch die Dampfmaschine möglich.<eop> Wie funktioniert eine Dampfmaschine?<eop>Mit Kohle, Holz oder Öl macht man ein Feuer. Das bringt Wasser in einem geschlossenen Kessel zum Kochen. Beim Kochen verdampft ein Teil des Wassers. Weil der Wasserdampf viel mehr Platz braucht als flüssiges Wasser, entsteht ein hoher Druck. <eop>Der Dampf wird in einen Zylinder geleitet und drückt dort einen Kolben hinein. Wenn der Kolben am Ende angekommen ist, schließt sich ein Ventil und ein zweites öffnet sich. Damit kommt der Wasserdampf und der Druck aus dem Zylinder heraus. Gleichzeitig wird Dampf auf der anderen Seite des Kolbens in den Zylinder gedrückt, um den Kolben zurückzuschieben. <eop>Der Kolben bewegt sich so hin und her. Ein Pleuel, das ist eine Schubstange, überträgt diese Bewegung auf ein Rad. Dadurch wird es eine Drehbewegung. Das ist ähnlich wie die Beine beim Velofahren.<eop><div style=\"width:491px\"><div style=\"text-align:center\">Gestänge einer Dampfmaschine in Bewegung.<br />Bei 7 ist der Zylinder mit dem Kolben und dem Pleuel.<br /><small>(Film abspielen)</small> </div> </div><eop>"}, {"title": "Dänemark", "id": 171, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dänemark", "text": "Dänemark ist ein Staat im Norden Europas. Es ist ein kleines Königreich, etwa so groß wie die Schweiz und mit etwas weniger Einwohnern. Ein Teil Dänemarks gehört zum Festland und liegt gleich nördlich von Schleswig-Holstein, dem nördlichsten Bundesland Deutschlands. Der andere Teil von Dänemark liegt auf Inseln. Die größte Insel heißt Seeland. Vier von zehn Dänen leben auf Seeland, und dort befindet sich auch die Hauptstadt Kopenhagen. Andere große Städte sind Aarhus und Odense. <eop>Im Westen Dänemarks liegt die Nordsee, im Osten die Ostsee. Bei Skagen treffen die beiden Meere aufeinander. Nur gegen Deutschland hin hat Dänemark eine Grenze, die sich über das Land zieht. Eine Brücke verbindet Kopenhagen mit der schwedischen Stadt Malmö. Sie dient den Autos und der Eisenbahn und ist 16 Kilometer lang.<eop>Die Färöer-Inseln und Grönland liegen weit entfernt im nördlichen Atlantik. Sie gehören zwar zum Königreich Dänemark, dürfen aber bei sich selbst die Dinge bestimmen. Sie haben beide eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament.<eop>Seit dem Jahr 1848 ist Dänemark eine Konstitutionelle Monarchie. Das bedeutet: Offizielles Staatsoberhaupt ist zurzeit Königin Margarethe die Zweite. Die Politik Dänemarks wird aber hauptsächlich vom Parlament gemacht, an dessen Spitze der dänische Ministerpräsident steht. <eop>Wie sieht das Land aus? Weil rund um Dänemark Meer liegt, wird es im Sommer üblicherweise nicht sehr heiß und im Winter nicht sehr kalt. Es fällt auch nicht so viel Regen, wie man wegen des Meers erwarten könnte. Das liegt daran, dass die Wolken nicht an einem Gebirge aufsteigen und sich dann entleeren können.<eop>Das Land ist sehr flach. Der höchste Hügel liegt auf 170 Meter über dem Meeresspiegel. Es gibt nur noch wenig Wald, weil die Menschen viel davon gerodet haben, um Ackerland zu gewinnen. Viele Felder liegen auf Meereshöhe, so dass man immer Wasser vom Regen und aus den Flüssen wegpumpen muss. Dadurch wurden auch viele Sümpfe und andere feuchte Gebiete geschädigt. Um einen Teil der Natur zu retten, gibt es heute sechs Nationalparks.<eop>Das größte in der Natur lebende Tier ist der Rothirsch. Seit dem Jahr 2015 gibt es auch wieder Wölfe, die aus Deutschland eingewandert sind. Ein Jahr später wurde auch eine Gruppe von Elchen ausgewildert. Bären gibt es keine, aber natürlich viele kleinere Waldtiere, wie sie bei uns auch leben. An den Küsten leben Seehunde.<eop>Was ist früher in Dänemark passiert? Das Königreich Dänemark gibt es etwa seit dem 10. Jahrhundert. In Westeuropa gehört es damit zu den ältesten Staaten, die es noch gibt. Im Mittelalter kämpften Dänen darum, wer in den Gebieten an der Nordsee und Ostsee das Sagen hat. Insbesondere mit der Hanse gab es immer wieder Kriege. <eop>Um sich gegen die Hanse zu behaupten, wurde 1397 die Kalmarer Union gegründet. Das war kein Staat, sondern eine Personalunion zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden. Das heißt der dänische König war auch König der beiden anderen Länder. Doch bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kalmarer Union wieder aufgelöst. <eop>Norwegen blieb dennoch bis 1814 ein Teil von Dänemark. Bis zum Jahr 1864 gehörten auch Schleswig und Holstein noch zu Dänemark: Damals sprachen in Dänemark fast so viele Menschen Deutsch wie Dänisch. Eine Zeit lang besass Dänemark sogar kleine Kolonien in Indien, Afrika, der Arktis und der Karibik. Aus diesem Kolonialreich sind noch heute Grönland und die Faröer übrig geblieben. <eop>Wovon leben die Menschen? Am meisten Geld verdienen die Dänen mit Dienstleistungen wie Banken, Versicherungen und ähnlichen Betrieben. Andere Menschen bauen Maschinen und andere Güter für den Verkauf ins Ausland. Die meisten dieser Betriebe liegen in oder nahe der Hauptstadt Kopenhagen.<eop>Die Bauern setzen auf ihrem Land viele Maschinen ein. Weil die Böden aber wenig Nährstoffe enthalten, müssen sie sehr viel Dünger ausbringen. Auf über der Hälfte der Felder wächst Getreide. Auf dem Rest wird Tierfutter und Tabak angepflanzt. Es gibt außerordentlich viele Schweine, aber auch viele Rinder und Pferde.<eop>Früher hatte das Land die meiste Energie aus Erdöl, das im Ausland eingekauft wurde. Inzwischen hat Dänemark eigene Öl- und Gasfelder erschlossen. Die geben jedoch immer weniger her. Kernkraftwerke lehnte man ab. Heute setzt Dänemark stark auf Erneuerbare Energie, vor allem auf Windkraft. Von dort kommt schon fast die Hälfte der Elektrizität. Das ist Weltrekord.<eop><eop>"}, {"title": "Darm", "id": 172, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Darm", "text": "Der Darm ist ein Organ in unserem Bauch. Es gehört zum Verdauungsapparat. Der Darm sieht ähnlich aus wie ein Schlauch, der aus verschiedenen Abschnitten zusammengesetzt und in Schleifen gelegt ist. Die Abschnitte heißen Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm. Zusammen sind sie acht bis neun Meter lang.<eop>Der Dünndarm ist bei Erwachsenen etwa fünf Meter lang und zweieinhalb Zentimeter dick. Im Dünndarm wird der Speisebrei, der aus dem Magen kommt, erst richtig verdaut. Hier werden auch die wertvollen Nährstoffe durch die Darmwand hindurch in das Blut abgegeben. Es bleibt nur noch ein wässriger Brei mit Stoffen übrig, die nicht verdaut werden können. Den ersten Teil des Dünndarms, gleich nach dem Magen, nennt man auch Zwölffingerdarm. Er hat seinen Namen bekommen, weil er etwa so lang ist, wie wenn zwei Erwachsene zwölf Finger nebeneinander legen.<eop>Nach dem Dünndarm landet der Brei als Abfall im Dickdarm. Der Dickdarm ist doppelt so dick wie der Dünndarm, aber nur etwa anderthalb Meter lang. Der Dickdarm führt im Bauch zuerst auf der rechten Seite nach oben, dann quer auf die linke Seite und dann wieder abwärts in einen gebogenen Abschnitt. Wenn er voll ist, kann man ihn manchmal durch die Bauchwand hindurch fühlen. <eop>Im Dickdarm wird den Abfällen vor allem Wasser entzogen. Der Brei wird also eingedickt, daher hat der Dickdarm seinen Namen. Das Wasser wird ins Blut zurück gegeben. Der Brei wird dadurch zu festem Kot. Im warmen, feuchten Dickdarm leben Milliarden von Bakterien. Die meisten davon sind nicht schädlich. Einige stellen sogar nützliche Vitamine her. Wenn die Bakterien mit ihrer Arbeit fertig sind, hat der Kot seine braune Farbe und seinen typischen Geruch. An den Dickdarm schließt sich der Mastdarm an. Einige nennen ihn auch Enddarm. Wenn man auf der Toilette ist, wird der Kot aus dem Enddarm durch den Anus oder After herausgedrückt.<eop><eop>"}, {"title": "Dattel", "id": 173, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dattel", "text": "Die Dattel ist die Frucht der Dattelpalme. Sie sind ein wenig länglich, wie ein Fingerglied. Sie können drei bis sieben Zentimeter lang werden und haben einen harten Kern in sich. Daher kommt auch ihr Name: Das griechische Wort „Daktylus“ bedeutet Finger.<eop>Man kann Datteln einfach so essen. Die Araber füllen sie gern mit Mandeln, Zitronenschale, Marzipan oder anderen Dingen. Getrocknete Datteln sind gut haltbar. Man macht aus Datteln auch Sirup und süßt damit Lebensmittel, statt mit Zucker oder Honig. Datteln sind sehr süß, weil sie zu vier Fünfteln aus Zucker bestehen.<eop>Datteln baut man vor allem in Nordafrika und Arabien an. Die meisten Datteln auf der Welt kommen aus Ägypten. Datteln brauchen viel Wärme, ertragen aber auch kalte Nächte. Vor allem im Sommer brauchen sie viel Wasser. Dazu braucht es aber nicht unbedingt Regen. In den Oasen genügt das Grundwasser, weil die Dattelpalmen sehr tiefe Wurzeln haben.<eop>Es gibt männliche und weibliche Dattelpalmen. Auf 100 weibliche Palmen braucht es nur zwei bis drei männliche. Ein Arbeiter klettert dann dem Stamm einer männlichen Pflanze entlang hoch und holt ein Pollenbüschel. Damit erklimmt er dann viele weibliche Pflanzen und befruchtet ihre Blüten, indem er die Pollenwedel ausschüttelt. Dadurch bringt eine Plantage viel mehr Ertrag.<eop>Dattelpalmen werden bis zu 20 Meter hoch. Aus den Teilen der Dattelpalme kann man viele Dinge herstellen: Boote aus den Blättern, Bauholz aus dem Stamm und so weiter. In der Biologie sind die Dattelpalmen eine Gattung von Pflanzen. Davon gibt es 14 Arten. Aber nur eine von ihnen liefert so gute Datteln, nämlich die „Echte Dattelpalme“. Von ihr haben die Menschen verschiedene Sorten gezüchtet.<eop><eop> "}, {"title": "Deich", "id": 174, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Deich", "text": "Ein Deich ist ein von Menschen gebauter Damm am Wasser. Es gibt Seedeiche und Flussdeiche. Er soll zum einen verhindern, dass das Wasser vom Meer, von Seen oder Flüssen in das dahinter liegende Land fließen kann. Er schützt auf diese Weise Häuser und Felder vor Hochwasser. Zum anderen werden Deiche am Meer gebaut, damit neues Land entsteht, auf dem dann Menschen wohnen oder Vieh weiden kann. Besonders an der Küste in Norddeutschland und den Niederlanden sind Deiche sehr wichtig.<eop>Deiche werden immer so gebaut, dass sie entlang des Ufers oder der Küste verlaufen. So sorgen sie an einem möglichst langen Abschnitt dafür, dass kein Wasser ins Hinterland strömt. Manche Deiche sind recht klein: Auf dem oberen Teil, der Deichkrone, kann man höchstens spazieren gehen. Andere Deiche sind so groß, dass vierspurige Straßen darauf gebaut werden.<eop>Ein Deich hat zwei Seiten. Die Seite zum Wasser hin muss ganz sachte ansteigen. Die andere, die dem Land zugewandt ist, wird viel steiler gebaut. Das macht den Deich stabiler. Auch starke Sturmfluten können ihm dann meistens nichts anhaben. Auf vielen Deichen kann man Gras wachsen lassen, dann können Schafe darauf fressen. Dabei trampeln sie auch noch die Erde fest. Große Deiche sind zudem geteert und mit dicken Steinen befestigt.<eop>Deiche sind sehr wichtig und oft kompliziert gebaut. Darum muss man sie gut pflegen und von Zeit zu Zeit prüfen, ob noch alles in Ordnung ist. Das machen Vereine. Die Chefs dieser Vereine werden in vielen Gegenden Deichgraf genannt, manchmal auch Deichvogt, Deichgeschworener, Deichrichter oder Deichhauptmann.<eop> "}, {"title": "Delfine", "id": 175, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Delfine", "text": "Delfine gehören zu den Walen und sind Säugetiere. Sie werden zwischen eineinhalb und vier Meter lang. Der Schwertwal als größter Delfin kann sogar acht Meter lang werden. Insgesamt gibt es 40 Delfinarten. Bei Menschen am beliebtesten und bekanntesten dürfte der „Große Tümmler“ sein. Delfine leben in Gruppen, die „Schulen“ genannt werden. <eop>Viele Menschen glauben, dass Delfine Fische sind. Drei Merkmale zeigen jedoch besonders gut, dass Delfine Säugetiere sind, wie alle Wale: Sie müssen auftauchen, um zu atmen. Sie haben keine Schuppen, sondern eine glatte Haut. Die Jungtiere trinken Milch bei der Mutter.<eop>Wie leben Delfine? Delfine leben in allen Meeren der Erde. Es gibt aber auch Fluss-Delfine. Delfine können sehr schnell schwimmen. Sie erreichen Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometern pro Stunde. Dies ist etwas mehr, als in unseren Städten mit einem Fahrzeug erlaubt ist. Delfine schwimmen auch jeden Tag sehr weit. Es ist deshalb unnatürlich, sie in einem künstlichen Becken zu halten. <eop>Delfine ernähren sich von Fischen und manchmal auch von Krebsen. Sie sind schnelle Raubtiere. Sie haben ein bestimmtes Organ im Kopf: die „Melone“. Von dort wird ein Echo ausgesendet, das wieder zurückkommt, wenn es zum Beispiel auf eine Beute stößt. So wissen Delfine immer, wann sich etwas in ihrer Nähe befindet.<eop>Delfine leben in Gruppen wie die übrigen Wale. Diese Gruppen nennt man auch Schulen. Untereinander verständigen sie sich auch mit dem Echo. <eop>Beim Delfin schläft immer nur die eine Hälfte des Gehirns. Die andere Hälfte sorgt für die Atmung. Auch ein Auge bleibt offen und beobachtet die Umgebung.<eop>Delfinmütter tragen nur ein Jungtier im Bauch, während etwa einem Jahr. Wie alle Wale spritzt die Mutter ihrem Baby die Milch in den Mund, weil es keine Lippen zum Saugen hat. Nach wenigen Monaten sucht das Jungtier seine Nahrung selber. Es bleibt bis zu sechs Jahre lang bei seiner Mutter.<eop>Was ist eine Gefahr für Delphine? Die größte Gefahr für Delfine sind Fischernetze. In den Netzen können sie sich verfangen und ertrinken. Meist wollen die Fischer zwar gar keine Delfine fangen, sondern Thunfische. Wenn Delfine in solche Netze geraten, ersticken sie, weil sie nicht auftauchen können. In manchen Ländern wie Japan isst man allerdings auch Delfin-Fleisch.<eop>Andere Delfine sterben, weil Menschen sie fangen. Sie überleben das Fangen nicht, sterben dabei, wie sie vom Wasser weggebracht werden, oder sie sterben als Gefangene der Menschen. Unter anderem gibt es Soldaten, die Delfine dressieren, um im Wasser zu kämpfen oder Minen zu finden. Die meisten Delfine fängt man für Shows im Zoo.<eop>Eine natürliche Gefahr ist die Wassertiefe oder Schlamm auf dem Meeresgrund. Dann können Delfine ihr eigenes Echo manchmal nicht wahrnehmen. Deshalb kann es passieren, dass sie stranden. <eop>Zu ihren Feinden gehören große Haie und Schwertwale. Der Schwertwal frisst also auch andere Delfine. Vor allem können Delfine sich eine Krankheit oder einen Befall durch Pilze einfangen.<eop>"}, {"title": "Demokratie", "id": 176, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Demokratie", "text": " Die Demokratie ist eine Art, wie ein Staat organisiert und regiert wird. Das Wort kommt aus dem Griechischen und heißt „Herrschaft des Volkes“. Die Leute wählen das Parlament, das die Gesetze macht und die Regierung, welche die Gesetze anwendet und bestimmt, was im Land geschieht.<eop>Demokratie ist also eine Regierungsform. Es kann sie in verschiedenen Staatsformen geben. Meist gibt es sie in der Staatsform der Republik. Es gibt aber auch Staaten mit einem König, das sind Monarchien. Wenn aber der König nicht alles selber bestimmt, sondern ein vom Volk gewähltes Parlament und eine Regierung zulässt, dann ist die Regierungsform trotzdem demokratisch. Demokratische Republiken sind beispielsweise Deutschland, Österreich und die Schweiz. Demokratische Monarchien sind Belgien, England, Schweden und andere.<eop>In einer Demokratie beschützt der Staat die Rechte der Menschen, so dass sie sich wirklich frei entscheiden können, auch wenn sie verschiedene Meinungen haben. Zudem gelten für alle Menschen die Menschenrechte. Auch Kinder haben schon Rechte. <eop> Welche Grundregeln herrschen in einer heutigen Demokratie? In einer Demokratie gibt es keine Alleinherrschaft, also keine Alleinherrscher, wie es Könige einst waren. In einer Demokratie gibt es nur Herrschaft auf Zeit. Die Bevölkerung oder das Parlament kann den Regierungschef bestimmen und auch wieder abwählen.<eop>Ein wichtiger Grundsatz ist die Gewaltenteilung. Gesetze werden vom Parlament gemacht, das ist die Versammlung der Volksvertreter. Die Regierung führt die Gesetze aus. Richter kontrollieren die Einhaltung der Regeln und Gesetze. Diese drei „Gewalten“ im Staat kontrollieren sich gegenseitig, um aufzupassen, dass keine von ihnen zu mächtig wird.<eop> Wie werden die führenden Leute bestimmt? In einer Demokratie sind Wahlen besonders wichtig. Dadurch können die Menschen entscheiden, welche Politiker sie als Volksvertreter haben wollen. Wenn viele Wähler ihre Stimme für jemanden abgeben, kommt dieser Politiker in das Parlament. Auch in Gemeinden, Landkreisen, Kantonen oder Landesteilen werden die Volksvertretungen gewählt. Es gibt also in den größeren Gemeinden ein Parlament. Es heißt Gemeinderat, Gemeindeparlament oder Stadtrat und wird durch die Bevölkerung der Gemeinde gewählt. In kleinen Gemeinden übernimmt die Gemeindeversammlung diese Aufgaben.<eop>Bei manchen Wahlen wird über ein einzelnes Amt abgestimmt, wie das Staatsoberhaupt. Wenn über eine bestimmte Sachfrage entschieden wird, nennt man das einen Volksentscheid. Das gibt es manchmal in Österreich. In der Schweiz kommt das regelmäßig vor. Deutschland kennt Volksentscheide nur in den Bundesländern.<eop> Wie groß ist die Freiheit in einer Demokratie? Für eine Demokratie reicht es nicht allein, dass es Wahlen gibt. Die Wahlen müssen auch wirklich frei und geheim sein. Die Regierung darf zum Beispiel nicht einfach selber bestimmen, wer überhaupt gewählt werden darf. Wichtig ist auch, dass die Gesetze und die Polizei die Menschen schützen. Gerechte Gerichte mit unabhängigen Richtern schützen die Menschen ebenfalls.<eop>Ein Parlament hat verschiedene Aufgaben: Es macht die Gesetze, die für alle gelten und Freiheiten einschränken können. So muss es im Straßenverkehr ein Gesetz geben, nach dem sich alle Verkehrsteilnehmer richten. Sonst wäre der Straßenverkehr viel gefährlicher. Das Parlament entscheidet aber auch darüber, wie viel Geld in Zukunft ausgegeben werden darf. Diese Aufstellung nennt man Budget, sprich: Büdsche.<eop> Was ist in einer Demokratie nicht erlaubt? In einer Demokratie ist es nicht erlaubt, die Rechte der Menschen zu verletzen. Diese Rechte nennt man Grundrechte. Nur ein Gericht darf jemanden für eine Tat bestrafen und ins Gefängnis sperren. Alle Gesetze sind den Grundrechten der Menschen untergeordnet und dürfen diese nicht verletzen. <eop>Was genau eine Demokratie ist, dazu haben die Menschen viele verschiedene Meinungen. Die Demokratie funktioniert auch in jedem Land ein wenig anders. Auch verändern sie sich im Laufe der Zeit. Aber vor allem ist die Demokratie nicht mit einer Diktatur vereinbar: Dort entscheidet nur eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe, was in einem Staat gemacht wird.<eop> Gilt eine Demokratie auch für Kinder? In der Demokratie ist das Wählen sehr wichtig. Das darf man allerdings erst, wenn man 18 Jahre alt ist. Bei einigen Wahlen darf man schon mit 16 Jahren mitmachen. Kinder dürfen zwar nicht das Parlament wählen, dafür haben sie aber besondere Rechte. Dazu gehört auch das Recht, beschützt aufzuwachsen und zur Schule zu gehen.<eop>Die Demokratie ist eine Idee davon, wie Menschen miteinander umgehen sollen. Das können auch Kinder erleben, zum Beispiel in der Schule. Dort werden Klassensprecher und Schülervertreter gewählt. Sie vertreten andere Schüler, dürfen mitreden und manchmal über bestimmte Dinge mitentscheiden. In einigen Städten und Gemeinden gibt es sogar eigene Kinder- und Jugendparlamente.<eop>"}, {"title": "Denkmal", "id": 177, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Denkmal", "text": "Ein Denkmal ist etwas, das an etwas erinnern soll oder für einen Gedanken steht. Ein älteres Wort ist „Monument“. Man sagt heute noch monumental, wenn etwas besonders groß und beeindruckend ist. Ein Mahnmal erinnert an etwas sehr Schlechtes, das nicht wieder passieren soll.<eop>Die meisten Menschen denken bei einem Denkmal an eine Statue oder ein Bauwerk. So etwas wurde absichtlich aufgestellt, wo viele Leute es sehen können, zum Beispiel an einer Straße oder auf einem Platz. Eine Statue zum Beispiel zeigt oft einen berühmten Menschen, der nicht vergessen werden soll. Solche Denkmäler für das Gedenken müssen nicht unbedingt alt sein, denn es kann sein, dass sie erst vor kurzem aufgestellt oder gebaut wurden. <eop>Wenn man Wissenschaftler oder Leute vom Staat fragt, geben sie meist eine etwas andere Antwort, was ein Denkmal ist. Für sie ist ein Denkmal normalerweise etwas von früher. Es ist besonders und soll darum erhalten bleiben, so dass die Menschen auch noch später nach vielen Jahren etwas davon haben. Solche Denkmäler dürfen darum nicht entfernt oder zerstört werden.<eop>Für die alten Denkmäler, die bewahrt werden, gibt es viele verschiedene Ausdrücke. Bauten, wie etwa ein Haus, nennt man meist Baudenkmal. Das Wort Kulturdenkmal soll bedeuten, dass das Denkmal für eine bestimmte Kultur steht, also die Art und Weise, wie Menschen früher etwas gemacht haben. Man spricht auch von einem historischen Erbe, das, was die Geschichte uns hinterlassen hat.<eop> Woran sollen Denkmäler erinnern? Sehr oft baut man einem Menschen ein Denkmal. Eine Statue zeigt den Menschen so, dass man ihn mehr oder weniger gut erkennen kann. Manchmal geht es in die Richtung Abstrakte Kunst. Auch ein Haus oder ein Zimmer darin kann einem Menschen gewidmet sein. Dann belässt man es so, wie es ausgesehen hat, als er darin gewohnt oder gearbeitet hat.<eop>Andere Denkmäler sind für mehrere Menschen da. Diese Gruppe ist vielleicht sehr groß, und man sieht auch keine bekannten Menschen. So zeigt ein Kriegerdenkmal oft Figuren von Soldaten. Das Denkmal erinnert zum Beispiel an alle Soldaten, die in einem bestimmten Krieg gestorben sind.<eop>Ein Denkmal kann etwas darstellen, das man an sich nicht wirklich sehen kann. Das ist zum Beispiel ein Ereignis oder ein Gedanke. Ein Nationaldenkmal etwa oft steht für den Gedanken, dass das Land sich einig ist und die Menschen zusammengehören.<eop> Was genau ist so besonders, dass es ein Kulturdenkmal wird? Warum genau etwas von früher bewahrt werden soll, darüber wird manchmal gestritten. Es kann sein, dass Fachleute zum Beispiel ein altes Haus besonders finden, weil es auf eine bestimmte Art gebaut wurde, oder weil es daran bestimmte Dinge gibt, die andere Häuser nicht haben. Andere Leute sehen in dem Haus vielleicht nichts Großartiges, weil sie sich nicht so gut auskennen. <eop>Für die Fachleute ist es auch nicht ganz so wichtig, ob das Haus „schön“ ist. Allerdings kann etwas denkmalwürdig sein, weil es Kunst ist. Außerdem haben die Menschen schon früher oft Häuser abgerissen, weil sie die Häuser hässlich oder uninteressant fanden. Was sie schön fanden, zum Beispiel ein Schloss oder einen Park, das haben sie renoviert, also erneuert, statt abgerissen.<eop> Wer bestimmt, was ein Kulturdenkmal ist? Für Kulturdenkmäler gibt es viele Regeln. Diese Regeln stammen vom Staat. Daher können die Regeln unterschiedlich sein, je nach dem, in welchem Staat das Kulturdenkmal steht. In Deutschland zum Beispiel stellen die Bundesländer die Regeln auf, in Österreich hingegen gelten die Regeln im ganzen Land.<eop>Die Regeln besagen unter anderem, wer über Denkmäler entscheidet. Je nach Land ist das zum Beispiel die Stadt, in dem ein mögliches Kulturdenkmal steht. Irgendjemand kann vorschlagen, dass zum Beispiel ein altes Haus Kulturdenkmal werden soll. Für die Stadt arbeiten Leute, die darüber schließlich entscheiden. Dann schreibt man das neue Kulturdenkmal auf die Liste der Kulturdenkmäler. Oft gibt es dazu noch einige Informationen, so nennt man auch den Grund dafür, dass das Haus jetzt unter Denkmalschutz steht.<eop>Wer in so einem Haus wohnt, muss ab dann einige Regeln beachten. Man darf an dem Haus vieles nicht mehr verändern – es soll ja auch in Zukunft noch genauso aussehen wie früher. Reparaturen am Haus können deshalb teurer sein, als sie es normalerweise wären. Allerdings kann der Eigentümer des Hauses beim Staat anfragen, ob er Geld bekommt, damit er sich so etwas eher leisten kann.<eop>"}, {"title": "Deutsche Demokratische Republik", "id": 178, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Deutsche Demokratische Republik", "text": "Die Deutsche Demokratische Republik war ein Staat in Europa. Oft hat man den Namen als DDR abgekürzt. Andere Ausdrücke waren unter anderem Ostdeutschland oder die Ostzone. Seit dem Jahr 1990 gibt es den Staat nicht mehr: Er ist ein Teil der Bundesrepublik Deutschland geworden. Diesen Teil meint man, wenn man von den „Neuen Bundesländern“ spricht. Seit der Wiedervereinigung gibt es wieder einen gemeinsamen Staat für alle Deutschen.<eop>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland von den großen fremden Ländern besetzt, die den Krieg gewonnen hatten. Im Westen von Deutschland wurde 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die Sowjetunion hatte den Osten besetzt. Dort ließ sie im gleichen Jahr die Deutsche Demokratische Republik gründen. Ihre Hauptstadt war der Osten der geteilten Stadt Berlin.<eop>Wie die Sowjetunion war die DDR ein kommunistischer Staat: Dort hatte nur die kommunistische Partei etwas zu sagen. Sie bestimmte zum Beispiel, wer ins Parlament und in die Regierung kam. Wer etwas dagegen hatte, wurde von der Stasi überwacht. Die Stasi war ein großes Ministerium im Staat und eine Art Geheimdienst. Danach konnte man mit Gefängnis bestraft werden. Außerdem wollte der kommunistische Staat bestimmen, was in der Wirtschaft gemacht wurde. Nur der Staat sollte große Firmen besitzen. Auf diese Weise gehörten die Firmen und Fabriken angeblich dem Volk. <eop>Viele Deutsche sind aus der DDR geflohen. Um die Leute von einer Flucht abzuhalten, ließ die DDR-Regierung die Berliner Mauer und weitere Mauern an der Grenze zu Westdeutschland bauen. Sie wurden bis zum „Mauerfall“ im November 1989 streng bewacht, es gab viele Tote. Noch vor der Wiedervereinigung wurden die Grenzanlagen wieder abgebaut.  <eop> "}, {"title": "Deutscher Bund", "id": 179, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Deutscher Bund", "text": "Der Deutsche Bund war ein Verein von Staaten, ein Staatenbund. Gegründet wurde er im Jahr 1815. Damals fand der Wiener Kongress statt. Dort sprach man darüber, wie es in Europa weitergehen sollte: Der französische Kaiser Napoleon hatte halb Europa erobert und war nun besiegt.<eop>In Deutschland gab es nicht einen Staat, sondern viele. Österreich und Preußen waren die größten. Vorher arbeiteten sie zusammen im Heiligen Römischen Reich. Man konnte sich in Wien nicht einigen, das alte Reich neu zu erschaffen. Zum Beispiel wollte Preußen nicht, dass der Kaiser von Österreich wieder deutscher Kaiser wurde.<eop>Darum bildeten die deutschen Staaten den Deutschen Bund. Er hatte nur zwei Aufgaben: Wenn ein anderes Land einen deutschen Staat angreift, sollen die anderen deutschen Staaten dem angegriffenen Staat helfen. Außerdem konnte es passieren, dass in einem Staat das Volk die Regierung nicht mehr will und einen Aufstand macht. Dann sollten ebenfalls die anderen Staaten der Regierung helfen. Der Deutsche Bund war also für die Sicherheit nach außen und nach innen da.<eop>Viele Deutsche wollten aber keinen Staatenbund mehr: Sie glaubten nicht, dass der Deutsche Bund sie wirklich gut verteidigen könnte. Der Deutsche Bund half den Staaten dabei, Leute zu verfolgen, wenn sie mehr Freiheit wollten. <eop>Der Deutsche Bund zerbrach schließlich daran, dass Österreich und Preußen Streit bekamen. Daher kam es im Jahr 1866 zum sogenannten Deutschen Krieg. Preußen besiegte Österreich und andere Staaten. Österreich musste danach anerkennen, dass es den Deutschen Bund nicht mehr gab.<eop> Wer gehörte zum Deutschen Bund? Als der Deutsche Bund anfing, hatte er fast 40 Mitglieder. Ein Mitglied war an sich jeder Staat, der vorher zum Heiligen Deutschen Reich gehört hatte. Österreich und Preußen waren sehr große, mächtige Staaten, ähnlich wie Frankreich, Russland und Großbritannien.<eop>Dann gab es noch einige mittelgroße Staaten. Das gilt vor allem für diejenigen, die einen König hatten: Bayern, Hannover, Sachsen und Württemberg. Man zählt oft noch Baden dazu und vielleicht noch Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel. Diese mittelgroßen Staaten fanden es meistens wichtig, dass sie mehr oder weniger unabhängig bleiben. Sie wollten nicht, dass Österreich oder Preußen Chef von Deutschland wurde.<eop>Die übrigen deutschen Staaten waren meist sehr klein. Zum Beispiel in Hamburg oder Braunschweig lebten nur etwa 200.000 Einwohner, also so viele wie heute in einer großen Stadt. Die kleinen Staaten hatten Angst, dass die größeren Staaten etwas entscheiden, ohne sie zu fragen.<eop>Einige Staaten hatten einen König, der kein Deutscher war: Der König der Niederlande war gleichzeitig Großherzog von Luxemburg. Weil Luxemburg ein Mitglied im Deutschen Bund war, durfte der König der Niederlande mitentscheiden im Deutschen Bund. Genauso war der König von Dänemark der Herzog von Holstein und Lauenburg. Einige Zeit lang war der König von Großbritannien auch König von Hannover.<eop> Was machte der Deutsche Bund? Der Deutsche Bund hatte ein Organ, das die Entscheidungen getroffen hat: den Bundestag. Die Regierungen der Staaten schickten Vertreter in den Bundestag, die dort abstimmten. Der Bundestag damals war also nicht dasselbe wie der Bundestag heute.<eop>Es gab Regeln für die Armeen der deutschen Staaten: Die Staaten mussten dafür sorgen, dass sie mindestens eine bestimmte Anzahl von Soldaten hatten. Diese Soldaten waren zusammen das Bundesheer. Wenn der Deutsche Bund feststellte, dass es Krieg gab, mussten die Staaten ihre Soldaten dem Deutschen Bund überlassen. Einen solchen Krieg gab es ein einziges Mal: Ab dem Jahr 1848 kämpfte Deutschland gegen Dänemark, drei Jahre lang.<eop>Allerdings schickte der Deutsche Bund Soldaten auch in deutsche Staaten. Zum Beispiel waren die Menschen in Hessen-Kassel wütend über ihren Fürsten, weil der sich nicht an die Verfassung hielt. Der Deutsche Bund ließ bayerische Soldaten den Staat besetzen, um dem Fürsten zu helfen.<eop>Der Deutsche Bund kümmerte sich um die Bundesfestungen. Das waren große Anlagen bei einigen Städten, mit Mauern und Gräben, so dass die Stadt sich gut verteidigen konnte. Wenn Frankreich den Deutschen Bund überfallen hätte, wären die Bundesfestungen sehr wichtig gewesen. Solche Bundesfestungen gab es in Luxemburg, Mainz, Rastatt und Ulm.<eop> Warum waren viele Deutsche gegen den Deutschen Bund? In der Zeit des Deutschen Bundes veränderte sich viel in Europa. Die Menschen wollten, dass sich ein Staat gut um die Menschen kümmerte und vernünftige Regeln aufstellte. Zum Beispiel gab es in Deutschland viele verschiedene Maße und Gewichte. Das war sehr verwirrend: Man wollte lieber, dass es einen einzigen großen deutschen Staat gab, der bestimmte, welches Maß und welches Gewicht galt.<eop>Der Deutsche Bund erließ Gesetze, an die sich die Staaten halten mussten. Meistens ging es darum, dass die Deutschen weniger Rechte haben sollten. Die Menschen durften nicht einfach Vereine gründen oder ihre Meinung sagen. Selbst wenn ein Staat weniger streng sein wollte, musste er es sein, der Gesetze des Deutschen Bundes wegen.<eop>Trotzdem haben sich Menschen gegen den Deutschen Bund gewehrt. Sehr weit sind sie damit im Jahr 1848 gekommen: In Deutschland kam es zu einer Revolution, wie auch in anderen Ländern. Man nannte sie die Märzrevolution. Die Deutschen wählten das erste gemeinsame deutsche Parlament, die Deutsche Nationalversammlung in Frankfurt am Main. Ihre Mitglieder trafen sich in der Paulskirche in Frankfurt. Die Nationalversammlung wählte eine deutsche Regierung und stellte auch eine Verfassung für ganz Deutschland vor. Man sprach nicht mehr vom Deutschen Bund, sondern vom Deutschen Reich.<eop>Die Nationalversammlung wählte den preußischen König zum deutschen Kaiser. Der König aber, Friedrich Wilhelm der Vierte, wollte das gar nicht. Er verachtete die Nationalversammlung und die Demokratie. Mit Soldaten bekämpfte er die Revolution und die Nationalversammlung. Schließlich machte der Deutsche Bund weiter wie bisher. Aber viele Deutsche wollten immer noch einen deutschen Staat und mehr Freiheit.<eop> Warum stritten sich Österreich und Preußen? Österreich war viel größer als Preußen und hatte auch mehr Einwohner. Darum hielt Österreich sich für wichtiger. Österreich wurde immer als Erstes genannt. Im Bundestag, dem Organ des Deutschen Bundes, galt der Vertreter Österreichs als der Vorsitzende.<eop>Jedoch: Österreich bestand aus mehreren Ländern, von denen einige gar nicht zum Deutschen Bund gehörten. Ein Beispiel war Ungarn. Preußen wollte deshalb nicht anerkennen, dass Österreich etwas Besseres sein sollte. Wenn man nur die Einwohner zählte, die im Deutschen Bund lebten, waren Österreich und Preußen etwa gleich stark.<eop>Viele Deutsche wollten einen gemeinsamen deutschen Staat, einen Nationalstaat. Preußen fand die Idee nicht völlig schlecht. Es wollte aber Chef im Nationalstaat sein. Das gelang nur, wenn Österreich nicht dazu gehören würde.<eop>Österreich aber wollte keinen Nationalstaat. In Österreich lebten viele verschiedene Völker, zum Beispiel Tschechen und Italiener. Daher wehrte es sich, wenn Preußen versuchte, es aus Deutschland herauszudrängen. Die mittelgroßen Staaten waren oft auf der Seite Österreichs. Sie wollten nicht, dass Preußen ihr Chef wurde.<eop>Österreich wollte aber auch keine Veränderungen im Deutschen Bund: kein gemeinsames Recht, keine neuen Aufgaben, keine bessere Verteidigung. Damit waren die mittelgroßen und kleinen Staaten nicht zufrieden. Auf diese Weise änderte sich der Deutsche Bund nicht.<eop>Österreich und Preußen machten aber auch vieles gemeinsam. Im Jahr 1864 gab es wieder Krieg gegen Dänemark. Dabei eroberten Österreich und Preußen das heutige Schleswig-Holstein. Sie konnten sich aber nicht einigen, was aus diesem Land werden sollte. Preußen wollte es sich einverleiben. Darüber kam es im Jahr 1866 wieder zum Krieg: Österreich und die anderen mittelgroßen Staaten kämpften gegen Preußen.<eop> Was kam an die Stelle des Deutschen Bundes? Preußen gewann den Krieg gegen die Staaten des Deutschen Bundes. Es wollte einen Nationalstaat errichten. Das gelang aber nur im Norden von Deutschland. Dort lagen Preußen und die Staaten, die Preußen im Krieg geholfen haben. Außerdem zwang Preußen einige andere Staaten wie Sachsen dazu, mitzumachen.<eop>Die Staaten in Norddeutschland ließen ein norddeutsches Parlament wählen: den Norddeutschen Reichstag. Alle Männer in Norddeutschland durften wählen, wenn sie mindestens 25 Jahre alt waren. Die Staaten und der Norddeutsche Reichstag einigten sich auf eine Verfassung. Der neue Staat hatte auch eine Regierung: Bundeskanzler wurde Otto von Bismarck, der auch schon Chef der preußischen Regierung war.<eop>Der Nationalstaat bekam den Namen: „Norddeutscher Bund“. Das ist derselbe deutsche Staat, den es heute auch gibt. Er hat aber mehrmals eine neue Verfassung und einen neuen Namen bekommen. Im Jahr 1871 traten die deutschen Staaten aus Süddeutschland bei. Der Staat hieß seitdem „Deutsches Reich“. Seit dem Jahr 1949 ist der Name „Bundesrepublik Deutschland“.<eop><eop>"}, {"title": "Deutsches Kaiserreich", "id": 180, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Deutsches Kaiserreich", "text": "Deutsches Kaiserreich nennt man Deutschland im Zeitraum, als es einen Kaiser hatte. Das war in den Jahren 1871 bis 1918, also bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Der eigentliche Name des deutschen Staates war allerdings nur „Deutsches Reich“. <eop>Deutschland bestand damals aus mehreren Bundesländern. Davon war Preußen das weitaus größte: Zwei Drittel aller Deutschen lebten in Preußen. Der preußische König war auch immer automatisch der Deutsche Kaiser. Andere Teile Deutschlands waren Bayern, Sachsen und über zwanzig weitere Bundesländer, die damals „Bundesstaaten“ hießen.<eop>Der Kaiser bestimmte den Chef der Regierung, den Reichskanzler. Bis ins Jahr 1890 war dies Otto von Bismarck. Für Gesetze war allerdings ein Parlament zuständig, der Reichstag, und außerdem der Bundesrat. Der Bundesrat war ein Organ, das die Bundesländer vertrat.<eop>In der Zeit des Kaiserreiches nahm die Industrialisierung erst richtig Fahrt auf. Viele Menschen zogen vom Land in die Stadt, um dort zu arbeiten. Es entstanden große Fabriken. Viele neue Dinge wurden erfunden, wie das Kino und das Auto. Die Gesellschaft veränderte sich. <eop>Wie kam es zum Kaiserreich? Deutschland bestand lange Zeit aus einzelnen Staaten. Sie arbeiteten im Deutschen Bund zusammen. Die Staaten Österreich und Preußen stritten sich, wer die Führung haben sollte. Im Jahr 1866 gab es darüber sogar einen Krieg, den Deutschen Krieg. <eop>Preußen gewann den Krieg und gründete einen Bundesstaat, den Norddeutschen Bund. Alle Staaten nördlich des Flusses Rhein waren seine Bundesländer. Später kam es wieder zu einem Krieg, diesmal gegen Frankreich. Die deutschen Länder im Süden schlossen sich dem Norddeutschen Bund an. Er erhielt einen neuen Namen, Deutsches Reich. Der preußische König durfte sich seitdem auch Deutscher Kaiser nennen.<eop>Wie groß war das Kaiserreich? Zum Kaiserreich gehörten viele Gebiete, die heute nicht mehr deutsch sind. Deutschland verlor nämlich seitdem viele Gebiete im Osten, die sogenannten Ostgebiete. Die liegen heute fast alle in Polen.<eop>Elsaß-Lothringen lag vorher im Osten Frankreichs. Aber im Krieg gegen Frankreich, in den Jahren 1870 und 1871, hat Deutschland es erobert und sich einverleibt. Dort lebten Menschen, die Deutsch sprachen, aber nicht unbedingt zu Deutschland gehören wollten. In den über vierzig Jahren, in denen Elsaß-Lothringen ein Teil Deutschlands war, war es nicht gelungen, sie für Deutschland zu begeistern.<eop>Außerdem hatte Deutschland damals Kolonien, vor allem in Afrika. Später erhielt Deutschland noch einige Gebiete in Asien, beispielsweise Tsingtao in China. In dieser Zeit wurden Aufstände der Menschen, die dort lebten, brutal niedergeschlagen. Die Menschen in den Kolonien hatten kaum Rechte. Es dauerte lange, bis Deutschland an diesen Gebieten Geld verdiente. Es war also nicht nur ungerecht, dass Deutschland über diese Gebiete herrschte, sondern auch teuer.<eop>Wie endete das Kaiserreich? Im Jahr 1914 kam es zum Ersten Weltkrieg. Noch heute streiten sich Wissenschaftler, wer wie viel Schuld daran hatte. Man ist sich aber einig, dass deutsche Politiker viel falsch gemacht hatten. Sie hatten sich auf den Krieg eingelassen, weil sie fürchteten: Wenn es in ein paar Jahren sowieso zu einem Krieg kommt, dann haben die anderen Länder mehr Waffen angesammelt als wir.<eop>Vier Jahre später mussten die deutschen Politiker erkennen, dass sie den Krieg nicht gewinnen konnten. Auch manche Soldaten wollten nicht weiterkämpfen. Sie wollten nicht sinnlos ihr Leben aufs Spiel setzen. So kam es zu Aufständen gegen die Führung. Viele Leute waren unzufrieden, weil sie im Krieg immer weniger zu essen hatten.<eop>Am 9. November des Jahres 1918 hatte der Reichskanzler Angst, dass es zu einer Revolution wie in Russland käme. Darum behauptete er, der Kaiser wolle nicht mehr Kaiser sein. Seine Macht übergab der Reichskanzler an dem Chef der sozialdemokratischen Partei, an Friedrich Ebert. Ebert sorgte dafür, dass es Wahlen für ein neues Parlament gab.<eop>Einige Monate später gab es eine neue Verfassung für Deutschland: die Weimarer Verfassung. Darin stand, dass Deutschland eine Republik ist. Das Staatsoberhaupt war kein Kaiser mehr, sondern ein Reichspräsident. Auch wenn sich vieles änderte: Diese Weimarer Republik war ansonsten derselbe Staat wie das Kaiserreich. Das bedeutete auch, dass sie die Schulden des Krieges bezahlen sollte.<eop><eop>"}, {"title": "Deutschland", "id": 181, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Deutschland", "text": "Deutschland ist ein Land in der Mitte von Europa. Im Süden ist es eher gebirgig und reicht bis zu den Alpen. Im Norden ist die Landschaft flach und endet meist an der Nordsee und der Ostsee. Durch den Westen fließt der Rhein, in der Nähe dieses Flusses leben die meisten Einwohner. Die Hauptstadt Berlin hingegen, auch die größte Stadt Deutschlands, liegt im Nordosten.<eop>Deutschland nennt sich Bundesrepublik. Das kommt daher, dass es früher verschiedene deutsche Staaten gab. Im 19. Jahrhundert haben sie sich vereint, zum Deutschen Reich. Heute sind diese Staaten Bundesländer. Sie sind also eine Art Länder im Land.<eop>Wie sieht das Land aus? Im Norden von Deutschland liegt die Norddeutsche Tiefebene. Diese Tiefland reicht bis in die Niederlande und nach Polen. Dort ist es sehr flach. Einige Stellen liegen sogar tiefer als der Meeresspiegel. Im Norden hat Deutschland eine Küste an der Nordsee und eine an der Ostsee.<eop>Die Mitte Deutschlands ist flach oder hat eher mittelgroße Gebirge. Sie sind zwischen 500 und 1500 Metern hoch. Einige von ihnen sind durch Vulkane entstanden, zum Beispiel der Vogelsberg in Hessen.<eop>Der Süden von Deutschland liegt meistens recht hoch über dem Meeresspiegel. Einige Gebirge sind mittelhoch, wie der Schwarzwald. Ganz im Süden jedoch beginnen die Alpen, ein Hochgebirge. Der höchste Berg Deutschlands ist die Zugspitze an der Grenze zu Österreich, sie ist 2962 Meter hoch.<eop>Die großen Flüsse Deutschlands beginnen meist im Süden und fließen nach Norden. Dort münden sie in die Nordsee, wie die Weser. Die Oder, an der Grenze zu Polen, fließt in die Ostsee. Der wichtigste und bekannteste Fluss Deutschlands ist aber der Rhein. In seiner Nähe leben weit mehr als die Hälfte aller Einwohner Deutschlands. Er kommt aus der Schweiz und verlässt Deutschland in Richtung Niederlande. Die Donau fließt von Westen nach Osten und mündet in das Schwarze Meer.<eop>Welche Geschichte hat Deutschland? Eine frühe Form des Menschen heißt „homo heidelbergensis“. Solche Menschen lebten schon vor über einer halben Million Jahren in dem Gebiet, das heute Deutschland ist. Man hat auch Reste von späteren Menschenarten wie dem Neandertaler gefunden. Auch später lebten ständig Menschen dort, allerdings waren es insgesamt eher wenige.<eop>Die ersten Menschen in Deutschland, von denen man heute etwas mehr weiß, waren die Germanen. Aus ihren Sprachen ist später die deutsche Sprache entstanden. Im Süden des heutigen Deutschland lebten hingegen eher Kelten. Die Römer eroberten den Süden und den Westen des Landes. Den übrigen Germanen gelang es, sich zu wehren. Die bekannteste Schlacht, die die Römer verloren, war die Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus.<eop>Letztlich war die römische Kultur aber für alle Germanen wichtig, selbst im Mittelalter. Damals war das Römische Reich schon untergegangen, und die Germanen hatten eigene Reiche. Das größte wurde das Frankenreich. Später wurde aus dem Westen dieses Reiches Frankreich, der Osten gehörte zu Deutschland.<eop>In Frankreich gelang es dem König, ein mächtiger Herrscher zu werden. In Deutschland hingegen gab es immer andere Herrscher, die außer dem Kaiser mitbestimmten. Das Reich der Deutschen, das Heilige Römische Reich, endete 1806. Damals sorgte Napoleon Bonaparte dafür, dass der Herrscher von Österreich nicht mehr deutscher Kaiser war.<eop>Ein gemeinsames Land, einen modernen Staat hatten die Deutschen seit 1871. Das Deutsche Reich hatte erst Kaiser und war seit 1919 eine Republik. In den Jahren von 1933 bis 1945 herrschte der Nationalsozialismus, der den Zweiten Weltkrieg auslöste. Am Ende dieses Krieges waren viele deutsche Städte nahezu komplett zerstört. <eop>Danach war Deutschland geteilt: Im Westen entstand die Bundesrepublik Deutschland, ein freier, demokratischer Staat. Im Osten gründeten die Kommunisten mit Hilfe der Sowjetunion die Deutsche Demokratische Republik. Doch die Deutschen wollten wieder in einem gemeinsamen Staat leben. Nach 40 Jahren, als die Sowjetunion gerade schwach war, musste die Deutsche Demokratische Republik freie Wahlen zulassen. Im Jahr 1990 hörte dieser Staat auf zu bestehen: Der Osten schloss sich der Bundesrepublik im Westen an.<eop>Was muss man über die Menschen in Deutschland wissen? Kein Land in Europa hat mehr Einwohner als Deutschland, mit Ausnahme von Russland. Die meisten von ihnen sind Deutsche und sprechen Deutsch. Etwa jeder Fünfte ist im Ausland geboren oder hat einen Vater oder eine Mutter aus dem Ausland. Die meisten von ihnen sind Deutsche aus Osteuropa oder kommen aus der Türkei.<eop>Die Sorben und Dänen sind deutsche Bürger, aber ihre Muttersprache ist nicht Deutsch, obwohl ihre Vorfahren schon lange in Deutschland leben. Sorbisch wird in Teilen von Sachsen und Brandenburg gesprochen. Es ist eine slawische Sprache, die mit Tschechisch und Polnisch verwandt ist. Dänisch wird auch in Dänemark gesprochen, einem Nachbarland. Dafür sprechen einige dänische Bürger Deutsch. Man konnte die Grenze nicht so genau ziehen, weil die Menschen durcheinander gewohnt haben.<eop>Seit dem frühen Mittelalter waren die Menschen in Deutschland Christen. In der frühen Neuzeit aber lösten sich viele von der katholischen Kirche. Sie wurden Protestanten. Die meisten von ihnen waren Anhänger von Martin Luther, dem Reformator. Lange Zeit bildeten die Protestanten die Mehrheit. Die Katholiken waren eine Minderheit, die im Süden und Südwesten lebte. Doch heutzutage haben viele Leute die Kirche verlassen. Rund ein Drittel der Deutschen ist katholisch, ein Drittel protestantisch und die übrigen gehören keiner Kirche an. Außerdem ist jeder zwanzigste Einwohner von Deutschland Muslim.<eop>Wer hat in Deutschland das Sagen? Bis 1918 konnte in Deutschland der Adel noch viel bestimmen. Ein solcher Adeliger war auch der Kaiser. Er setzte den Reichskanzler ein, den Chef der Regierung. Allerdings gab es schon den Reichstag, das Parlament. Seit 1918 bestimmt das Parlament, wer in der Regierung sitzt.<eop>Das heutige Parlament ist der Bundestag. Die Deutschen wählen alle vier Jahre, wer dem Bundestag angehören soll. Der Bundestag beschließt Gesetze und hohe Ausgaben und wählt den Bundeskanzler. Der Bundeskanzler ist Chef der Regierung und bestimmt auch, wer Minister ist. Normalerweise gehört der Bundeskanzler einer Partei an. Außerdem hat er oft nur zusammen mit einer anderen Partei genug Stimmen im Bundestag, damit er zum Bundeskanzler gewählt wird. So eine Zusammenarbeit von Parteien nennt man eine Koalition.<eop>In Deutschland gibt es Bundesländer. Das sind Teile Deutschlands, wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen. Sie dürfen in ihrem Landesteil recht viel bestimmen, zum Beispiel über Schulen. Darum sind zum Beispiel die Schulferien von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die Bundesländer haben Parlamente und Regierungen. Die Regierungen der Bundesländer arbeiten im Bundesrat zusammen. Über manche Gesetze entscheidet nicht nur der Bundestag, sondern auch der Bundesrat.<eop>Staatsoberhaupt von Deutschland ist der Bundespräsident. Normalerweise hat er kaum etwas zu bestimmen. Sollte einmal das Parlament nicht richtig funktionieren, kann der Bundespräsident unter Umständen einschreiten. Das ist so aber noch nie passiert.<eop>Wofür ist Deutschland bekannt? Weil Deutschland ein recht großes Land ist, kommen aus ihm viele bekannte Leute. Das sind Maler wie Albrecht Dürer, Musiker wie Johann Sebastian Bach oder Wissenschaftler wie Albert Einstein. Die berühmtesten deutschen Dichter sind wohl Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe.<eop>Viele Menschen denken bei Deutschland an Wurst, Bier und Lederhosen. Die Lederhose hat man früher in ganz Deutschland und in anderen Ländern getragen. Heute gilt sie mehr als Zeichen für Bayern, und selbst dort tragen nur noch wenige Menschen eine Lederhose oder ein Dirndl. Viele Menschen denken bei Deutschland allerdings auch an den Nationalsozialismus.<eop>Deutschland ist bekannt für seine Wertarbeit. Geräte und Maschinen laufen zuverlässig und lange. Daran denkt man gerade bei Autos: Einige der teuersten Automarken kommen von dort. Früher wurden viele Autos nicht nur in Deutschland erfunden, sondern auch dort hergestellt. Heute ist das nicht mehr immer so. Aber es gibt immer noch Markennamen, die auf den Ursprung hinweisen: BMW beispielsweise bedeutet Bayrische Motorenwerke.<eop>Deutschland hat viele Universitäten. Von ihnen kennt man vor allem die in Heidelberg, unter anderem, weil sie noch aus dem Mittelalter stammt. Viele Erfindungen stammen aus Deutschland, wie das Fahrrad und das Auto. Das bekannteste Bauwerk und Wahrzeichen Deutschlands ist das Brandenburger Tor in Berlin. Die deutsche Nationalhymne hat Joseph Haydn komponiert und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben hat sie geschrieben.<eop>Womit verdienen die Menschen in Deutschland ihr Geld? Deutschland hat eine besonders starke Wirtschaft. Kein anderes Land in Europa stellt so viele Waren her oder bietet Dienstleistungen an. In der Welt sind nur noch drei andere Länder wirtschaftlich bedeutender. Deutschland gehört auch zu den reichen Ländern der Welt.<eop>Früher lebten die meisten Deutschen von der Landwirtschaft. Seit dem 19. Jahrhundert entstand aber mehr und mehr Industrie. Noch heute wird viel in Deutschland hergestellt, wie Autos, Maschinen und vieles, das mit Chemie und Elektronik zu tun hat. Dafür hat das Land wenige Bodenschätze. Der wichtigste war Kohle, davon ist das meiste aber schon abgebaut. Zudem gerät die Kohle mehr und mehr in Verruf, weil sie beim Verbrennen die Umwelt schädigt.<eop><eop>"}, {"title": "Diamant", "id": 182, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Diamant", "text": "Ein Diamant ist ein Edelstein. Er besteht, genau wie Kohle, aus Kohlenstoff. Allerdings sind Diamanten weit teurer als Kohle, weil sie nur sehr selten vorkommen. <eop>Man findet Diamanten in der Erde. Dort treten sie häufig vermischt mit anderen Stoffen auf. Je nachdem, mit welchem Stoff sie vermischt sind, haben sie eine andere Farbe. Darum gibt es grüne, rosa, blaue oder gelbe Diamanten. Ein Diamant aus reinem Kohlenstoff ist aber durchsichtig. Weil sie so wertvoll sind und glitzern, werden Diamanten gern als Schmuck verwendet.<eop>Diamanten sind meistens Oktaeder, sie haben also acht Seiten. Man hat aber auch schon zwölfseitige, vierseitige oder würfelförmige, also sechsseitige gefunden. Wenn man Diamanten in einem Bergwerk unter der Erde abbaut, sind sie meistens noch sehr rau, unförmig und undurchsichtig. Diese Fundstücke nennt man Rohdiamanten. Richtig wertvoll sind Diamanten erst, wenn sie geschliffen sind. Das wird von so genannten Diamantenschleifern gemacht, deren Beruf es ist, Rohdiamanten zu schleifen. In geschliffener Form sind Diamanten glatt und durchsichtig. <eop>Diamanten sind außerdem das härteste Material der Welt, das man kennt. Darum kann man mit einem Diamanten sehr harte Sachen zerschneiden oder zerschlagen. Zum Beispiel kann man eine Glasflasche der Länge nach aufschneiden. Auch die Bohrer, mit denen man nach Erdöl bohrt, haben oft eine Spitze aus Diamanten.<eop>Das Gewicht von Diamanten misst man wie bei Gold in Karat. Ein Karat sind 0,2 Gramm, also zwei Zehntel Gramm. Der größte Diamant, den man je gefunden hat, ist der Cullinan-Diamant. Er wog ungeschliffen über 3000 Karat, also über 600 Gramm.<eop>"}, {"title": "Dinosaurier", "id": 183, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dinosaurier", "text": "Dinosaurier waren Tiere, die vor langer Zeit ausgestorben sind. Sie sind vor 265 Millionen Jahren entstanden. Vor 65 Millionen Jahren sind sie innerhalb von kurzer Zeit verschwunden, genau wie viele andere Tierarten. Die frühesten Menschen gab es erst viel später, Menschen haben also nie lebende Dinosaurier gesehen.<eop>Als man anfing über Dinosaurier zu forschen, haben viele Wissenschaftler die Dinosaurier für frühe Arten der Reptilien gehalten, ähnlich wie Krokodile. Heute sieht man sie auch als Vorläufer der Vögel an. Sie legten Eier. Früher dachte man das ihr Körper so warm oder kalt war, wie es um sie herum war. Also so wie bei Reptilien. Heute glaubt man aber das die Dinosaurier immer die gleiche Körpertemperatur hatten, so wie wir Menschen oder Vögel. Das sie also warmblütig waren.<eop>Dinosaurier sahen sehr unterschiedlich aus: Manche liefen auf vier und andere auf zwei Beinen. Die meisten waren wohl viel größer als Menschen, manche aber auch deutlich kleiner. Normalerweise lebten sie auf dem Land und nur wenige im Wasser.<eop>Von den Dinosauriern sind heute vor allem noch Knochen übrig geblieben. Schon im Altertum hat man solche Knochen in der Erde gefunden. Man glaubte dann zum Beispiel, dass die Knochen zu Drachen gehörten. Erst im 19. Jahrhundert hat man den Begriff Dinosaurier erfunden. Er kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet „schreckliche Eidechse“. Heute weiß man von über 1000 Dinosaurier-Arten, sehr bekannte sind der Tyrannosaurus, der Allosaurus und der Brachiosaurus.<eop> Warum gibt es keine Dinosaurier mehr? Vor etwa 65 Millionen Jahren gab es auf einmal keine Dinosaurier mehr. Jedenfalls hat man keine Knochen gefunden, die jünger sind. Bis heute weiß man nicht genau, warum das so ist.<eop>Die Wissenschafter sagen, dass es ein Massenaussterben gab. Das gab es in der Geschichte der Erde mehrmals. Beim Aussterben vor 65 Millionen Jahren hat es die Hälfte aller Tiergattungen erwischt. Damals ist wahrscheinlich ein Meteorit auf der Erde eingeschlagen, also ein großer Felsbrocken aus dem Weltall. Andere Wissenschaftler glauben, dass ein Vulkan ausgebrochen ist.<eop>Ob Meteorit oder Vulkan: Es wurde viel Staub aufgewirbelt. Dadurch kamen die Sonnenstrahlen nicht mehr so stark auf der Erde an. Es wurde dunkel und kalt. Man hat diese Staubschicht im Erdboden gefunden. <eop>Die Dinosaurier stammen von den Archosauriern ab. Das gilt auch für die Vögel und die Krokodile. Sie haben das Massenaussterben überlebt. So gesehen gibt es also immer noch Saurier.<eop><eop>"}, {"title": "Dirigent", "id": 184, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dirigent", "text": "Ein Dirigent oder eine Dirigentin leitet eine Gruppe von Musikern. Meist ist das ein großes Orchester. Früher sagte man auch Kapellmeister. Chöre haben Chorleiter. Bei kleinen Gruppen kümmert sich der Dirigent um fast alles, wie um die Reisen zu den Orten, an denen man auftritt. Bei großen Gruppen ist der Dirigent aber vor allem für die Musik da.<eop>Bei einer Aufführung, wenn man vor Zuschauern spielt, sieht man den Dirigenten dirigieren. Beim Dirigieren zeigt er den Musikern, wann sie anfangen sollen zu spielen. An seinen Handbewegungen sehen sie auch, wie schnell sie spielen sollen. Manche Dirigenten benutzen dabei nur ihre Hände, andere einen dünnen Stock, den Taktstock.<eop>Dirigenten machen aber noch viel mehr. Sie bereiten die Musikstücke vor und überlegen sich, wie sie genau gespielt werden sollen. Sie proben auch viel mit den Musikern, damit das Orchester gut zusammenspielt.<eop>Wer Dirigent werden will, muss selbst ein Musikinstrument spielen können und sich außerdem gut mit Musik auskennen. Das Dirigieren kann man an Musikhochschulen studieren, also an Universitäten für Musik. Das ist wichtig, wenn man Dirigent als Beruf ausüben will. Wer nur in der Freizeit dirigiert, kann dazu einen Dirigenten-Kurs machen.<eop>"}, {"title": "Division", "id": 185, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Division", "text": "In der Mathematik gibt es vier Grundrechenarten: Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Man spricht auch vom Zusammenzählen, Abziehen, Malnehmen und Teilen.<eop>Das sind die einfachsten Rechen-Übungen, die man mit Zahlen anstellen kann. Alles andere in der Mathematik baut darauf auf. Deshalb lernt man sie auch schon in den ersten Jahren der Grundschule. <eop> Addition Das Addieren nennt man auch Zusammenzählen. Dabei zählt man eine Zahl zu einer anderen hinzu. Das Rechenzeichen dafür ist das Plus, das als + aufgeschrieben wird. Dieses Zeichen hat sich der Mathematiker Johannes Widmann im Jahr 1489 ausgedacht.<eop>Fügt man zu drei Dingen zwei hinzu, hat man fünf Dinge. Man schreibt 3 + 2 = 5, gesprochen: drei plus zwei ergibt fünf. Das Ergebnis der Addition nennt man Summe. Die beiden Zahlen, die addiert werden, heißen Summanden.<eop> Subtraktion Das Gegenteil der Addition ist die Subtraktion. Dabei zieht man von einer Zahl eine andere ab. Das Rechenzeichen dafür ist das Minus, das als - aufgeschrieben wird. Auch dieses Zeichen stammt von Johannes Widmann.<eop>Nimmt man von 10 Dingen zwei weg, bleiben acht übrig. Man schreibt: 10 - 2 = 8, gesprochen: zehn minus zwei ergibt acht. Die Zahl, von der etwas abgezogen wird, heißt Minuend. Das ist lateinisch und heißt „der zu verringernde“. Die Zahl, die abgezogen wird, heißt Subtrahend, „der abzuziehende“. Das Ergebnis einer Subtraktion nennt man Differenz.<eop>Ein praktisches Beispiel, bei dem man subtrahieren muss: Man möchte ein Brötchen kaufen, das kostet 1 Euro. Man hat 3 Euro im Portemonnaie. Man rechnet also: 3 - 1 = 2. Nachdem man das Brötchen gekauft hat, hat man noch 2 Euro übrig.<eop> Multiplikation Bei der Multiplikation nimmt man zwei Zahlen miteinander „mal“. Als Rechenzeichen schreibt man einen Punkt: · Weil man den aber auf dem Bildschirm oder der Tastatur nicht so gut sieht, nimmt man dort lieber ein Kreuz: ×<eop>Multiplikation ist eine Art, Zahlen, die man immer mit sich selbst addieren würde, kürzer aufzuschreiben. Dazu ein Beispiel: man möchte 3+3+3+3 rechnen. Dies kann man vereinfacht auch als 4 × 3 schreiben, gesprochen: vier mal drei, da man vier mal die Zahl drei addiert. Zahlen, die man miteinander multipliziert, werden Faktoren genannt, das Ergebnis heißt Produkt.<eop> Division Das Gegenteil der Multiplikation ist die Division oder das Teilen. Dabei teilt man eine Zahl durch eine andere. Man hat zum Beispiel sechs Euro, die drei Freunde unter sich aufteilen wollen: Jeder bekommt zwei Euro. Das Rechenzeichen ist der Doppelpunkt : Auf Taschenrechnern und Computern findet man ihn oft mit einem Strich dazwischen ÷ Die zu teilende Zahl heißt Dividend, sie wird durch den Divisor geteilt. Das Ergebnis heißt Quotient. <eop><eop>"}, {"title": "Dornröschen", "id": 188, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dornröschen", "text": "Die Geschichte von Dornröschen ist eines der bekanntesten Märchen. Es gehört zu den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Die Geschichte stammt aber von Charles Perrault aus Frankreich.<eop>Das Märchen der Brüder Grimm gibt es in vielen Formen. Der Zeichentrickfilm von Disney über Dornröschen ist sehr bekannt, auch gibt es mehrere Spielfilme. Im Theater, in großen, aber auch in kleinen Vorstellungen für Kinder, ist Dornröschen schon aufgeführt worden. Hinzu kommen Musicals und Opern. Das Kinderlied „Dornröschen war ein schönes Kind“ von Margarethe Löffler gibt es bereits länger als 120 Jahre.<eop> Was passiert in diesem Märchen? In Dornröschen geht es um ein Königspaar, das sich ein Kind wünscht. Das dauert schon sehr lange. Eines Tages nimmt die Königin ein Bad. Dort spricht ein Frosch zu ihr, der sagt, dass sie nun bald ein Kind bekommen wird. Der Frosch behält Recht und die Königin bekommt ein gesundes, wunderschönes Mädchen.<eop>Zur Taufe der Königstochter werden zwölf weise Frauen eingeladen, nur eine, die 13. nicht, da der König für die 13. kein Geschirr mehr hat. Diese 13. Frau verflucht die Königstochter. Sie soll sich an ihrem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und dann sterben. Eine der anderen weisen Frauen, die ihren Wunsch für die Königstochter noch nicht geäußert hat, versucht den Fluch abzuschwächen, indem sie ihr einen 100jährigen Schlaf, an Stelle des Todes wünscht. Nach der Taufe des Kindes lässt der König sofort alle Spindeln aus dem Königreich entfernen. <eop>Als die Königstochter 15 Jahre alt wird, sind ihre Eltern auf Reisen im Königreich und sie erkundet das Turmzimmer im Schloss. Dort trifft sie auf eine Frau, die gerade mit einer Spindel spinnt. Beim Spinnen stellt man mit der Hand und mithilfe eines Spinnrades beispielsweise aus Schafwolle Garn her. Die Spindel braucht man dabei, um Fäden zu drehen und aufzuwickeln. Als die Königstochter auch versucht zu spinnen, sticht sie sich in den Finger und fällt in einen tiefen Schlaf. Auch alle anderen im Schloss schlafen ein. Nach und nach erwächst eine Dornenhecke um das Schloss, die niemand überwinden kann. <eop>Immer wieder versuchen junge Königssöhne durch die Dornenhecke zur schlafenden Königstochter zu gelangen, aber keinem gelingt es. Die Jahre vergehen, da macht sich ein weiterer Königssohn auf, die schlafende Königstochter zu retten. Da die 100 Jahre vergangen sind, tut sich dem Königssohn die Dornenhecke, die mittlerweile auch Rosen trägt, auf und der Königssohn kann ohne Mühe hindurchgehen. Als der Königssohn bei der Königstochter im Turm ankommt, küsst er sie und sie erwacht aus ihrem Schlaf. Auch der Rest des Hofs erwacht aus seinem Schlaf und der Königssohn heiratet die Königstochter.<eop> "}, {"title": "Drache", "id": 189, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Drache", "text": "Ein Drache ist ein Fabelwesen, also ein Tier, das nur in Märchen und Legenden vorkommt. Das Wort Drache kommt vom altgriechischen Wort „drakon“. Es bedeutet „Schlange“. <eop>Drachen sind meistens groß und sehen aus wie eine Mischung aus Vögeln, Schlangen und Raubtieren. Oft haben sie Schuppen, Klauen und Flügel, mit denen sie fliegen können. Manche Drachen speien Feuer aus ihrem Maul, manche haben mehrere Köpfe und manche können sogar sprechen. Früher haben viele Leute geglaubt, dass es Drachen wirklich gibt und deshalb Angst vor ihnen gehabt. <eop> Wo kommen Drachen vor? Drachen kommen in vielen alten und neuen Märchen, Geschichten und Sagen vor, die in vielen Ländern erzählt werden. Es gibt Geschichten und Märchen, in denen böse Drachen Menschen fangen oder sogar auffressen. In anderen Geschichten sammeln Drachen riesige Schätze und bewachen sie. <eop>Aus dem alten Griechenland stammen Erzählungen, dass man einem Drachen eine Prinzessin opfern muss, damit er die anderen Leute in Ruhe lässt. Manchmal müssen Helden oder Heilige in Geschichten gegen einen Drachen kämpfen und ihn töten. Eine bekannte Geschichte dazu ist die von Siegfried, dem Drachentöter.<eop> Sind Drachen immer gefährlich? Drachen sehen meist groß, stark und gefährlich aus. So werden sie auch in Geschichten beschrieben. Katholische Christen kennen den Heiligen Georg, der eine Königstochter rettet, weil er einen Drachen tötet. <eop>Städte, Länder und alte Familien haben ein Wappen, ein Bild, das für sie steht. In manchen Wappen sieht man einen Drachen. Damit soll gezeigt werden: „Wir sind so stark wie Drachen, nimm dich in Acht vor uns!“<eop>In manchen Geschichten für Kinder gibt es aber auch freundliche Drachen. Sie bedrohen niemanden, sondern helfen den Menschen. Weil sie aber etwas Besonderes können, wie fliegen oder Feuer speien, müssen sie sich manchmal erst noch Vertrauen verdienen.<eop>Zwei sehr bekannte hat der Schriftsteller Michael Ende erfunden: Fuchur, den Glücksdrachen aus „Die unendliche Geschichte“, und Nepomuk, den Halbdrachen aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Außerdem gibt es Ohnezahn aus „Drachen zähmen leicht gemacht“, Grisu, der Feuerwehrmann werden will, Tabaluga von Rolf Zuckowski und Peter Maffay sowie den kleinen Drachen Kokosnuss. <eop>"}, {"title": "Dreieck", "id": 190, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dreieck", "text": "Das Dreieck ist eine geometrische, ebene Figur. Das bedeutet, dass sie ganz flach ist und sozusagen auf dem Papier liegt. Jedes Dreieck hat drei Seiten, 3 Ecken und 3 Winkel. Das Bild nebenan zeigt, wie alles richtig angeschrieben wird.<eop>In der Schule behandelt man das Dreieck im Fach Geometrie. In der Grundschule lernen die Schüler, ein Dreieck aus verschiedenen Angaben genau zu zeichnen. Es braucht dazu beispielsweise die drei Seitenlängen oder zwei Seitenlängen und eine Winkelgröße. Später kommen kompliziertere Konstruktionen und sogar Berechnungen dazu. Solche kannte man schon im Altertum und nutzte sie für allerlei Konstruktionen. <eop>Im Alltag sind Dreiecke sehr wichtig. Ein Dreieck ist immer stabil, man kann es nicht verformen, ohne die Seiten zu verbiegen. Wer ein Dreieck aus drei Streichhölzern legt, erhält immer dieselbe Form. Legt man vier Streichhölzer zu einem Viereck zusammen, so gibt es unendlich viele verschiedene Möglichkeiten. <eop>Diesen Umstand macht sich die Technik zunutze: An Fahrrädern, an Brücken oder in einem Dachgebälk finden sich oft Dreiecke, denn diese sind absolut stabil. Ein Fahrrad oder eine Brücke klappen nicht in sich zusammen, wenn sie auf Dreiecken aufgebaut sind. Ein Dachgebälk aus Dreiecken ist sehr tragfähig und verbiegt sich nicht.<eop>Dreiecke sind auch Symbole in der Religion: Im Christentum stellen sie die Dreieinigkeit dar. Diese besteht aus Gott als Vater, als Sohn Jesus und als Heiliger Geist. Der jüdische Davidstern besteht aus zwei Dreiecken: Eines symbolisiert Gott, das andere die Menschen.<eop><eop>"}, {"title": "Dreifaltigkeit", "id": 191, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dreifaltigkeit", "text": "Die Dreifaltigkeit umfasst den christlichen Gott als Gott-Vater, Gott-Sohn und Heiliger Geist. Gott kann also gemäß dem christlichen Glauben in drei verschiedenen Formen erscheinen. Man kann sich das vorstellen wie Wasser: Das zeigt sich als flüssiges Wasser, als Eis oder als Dampf. Das Material ist aber immer dasselbe. Die Dreifaltigkeit nennt man auch „Trinität“.<eop>Im Alten Testament ist vieles über Gott geschrieben. Damit ist immer Gott-Vater gemeint. Erst um das Jahr Null unserer Zeitrechnung kam Jesus zur Welt. Von ihm glaubten viele Menschen, er sei der Sohn Gottes. Vom Heiligen Geist ist schon die Rede, als Maria, die Mutter von Jesus, schwanger wurde. Bei der Taufe und nach dem Tod von Jesus erscheint der Heilige Geist als Taube.<eop>Dass es im christlichen Glauben Gott in drei Formen gibt, hören wir heute noch bei der Taufe. Der Pfarrer tauft das Kind „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Schon für viele Christen ist es schwierig, diese Dreifaltigkeit zu verstehen. Anhänger anderer Religion werfen manchmal dem Christentum vor, dass es dort mehrere Götter gebe.<eop>In den Zehn Geboten steht zwar, dass man sich kein Bildnis von Gott machen soll. Trotzdem gibt es unzählige Bilder von Gott-Vater. Meist wird er als alter Mann mit einem Bart dargestellt.<eop>Was sagt die Bibel über Gott-Vater? Gott erscheint im ersten Satz des Alten Testaments. Dort steht: „Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde“. Gemeint ist damit Gott-Vater. Er hat verschiedene Namen. Einer davon ist „Jahwe“. Auf Hebräisch schreibt man bloß JHW. Die Vokale muss man sich denken. Man kann also „Jahwe“ sagen oder „Jehova“. Eine bestimmte Gruppe von Christen nennt sich Zeugen Jehovas, weil sie diese Variante bevorzugen. An anderen Stellen trägt Gott den Namen „Elohim“, „Adonai“ und einige andere.<eop>Außer Adam und Eva im Paradies hat niemand Gott gesehen. Es heißt, man würde dabei tot umfallen, weil er so heilig ist. Später haben Mose, Abraham und viele Propheten Gottes Stimme gehört. Sie haben ihn aber nie selbst gesehen. <eop>Gott werden viele Taten nachgesagt: Er soll die Israeliten aus Ägypten heraus und in das heutige Gebiet von Israel hineingeführt haben. Er soll die Soldaten in vielen Kriegen gestärkt und ihnen den Sieg geschenkt haben. Es gibt noch viele weitere Erzählungen. Schließlich soll er seinen Sohn Jesus auf die Welt geschickt haben, damit die Menschen wieder zu ihm zurückfinden. Am Ende der Welt soll er Gericht über die Menschen halten und sie entweder in den Himmel oder in die Hölle schicken.<eop>Was sagt die Bibel über Gott-Sohn? Der „Sohn Gottes“ wird im Neuen Testament oft erwähnt. Die Christen glauben, dass er so etwas wie der „sichtbare Teil von Gott“ ist, der auf die Welt kam. Sein Name war Jesus. Das Neue Testament beschreibt, wie er lebte, starb und wieder lebendig wurde. Dies ist die Sicht des Glaubens.<eop>Auch außerhalb der Bibel wird Jesus erwähnt. Es handelt sich dabei um einen Mann wie viele in der damaligen Zeit. Was er erlebte, war nichts Außergewöhnliches, auch nicht sein Tod durch die Kreuzigung. Das machten die Römer mit vielen Menschen, die sie als Aufrührer verurteilten. Diese Seite von Jesus nennt man den „historischen Jesus“. Sie hat nichts mit der Dreifaltigkeit zu tun.<eop>Was sagt die Bibel über Gott als Heiliger Geist? Den Heiligen Geist nennt man auch „Geist Gottes“. Er wird auch schon im Alten Testament erwähnt. Meistens kommt er aber im Neuen Testament vor:<eop>Der Heilige Geist sorgte dafür, dass Maria schwanger wurde. Bei der Taufe kam der Heilige Geist als Taube auf Jesus herab. Vor seinem Tod versprach Jesus seinen Anhängern, er werde als Heiliger Geist bei ihnen bleiben. Jesus befahl ihnen auch, die Menschen „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen. An Pfingsten kam der Heilige Geist in Form von Zungen aus Feuer auf die Anhänger von Jesus herab.<eop>Der Heilige Geist ist also die „Form“ von Gott, die immer bei den Menschen sein soll. Jesus hingegen war nur während einer bestimmten Zeit bei ihnen. Gott-Vater war nur im Paradies bei Adam und Eva, nachher hat ihn kein Mensch mehr gesehen.<eop><eop>"}, {"title": "Dreißigjähriger Krieg", "id": 192, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dreißigjähriger Krieg", "text": "Der Dreißigjährige Krieg war ein Krieg in Europa von 1618 bis 1648. Er fand vor allem in Deutschland statt, das damals aus vielen großen und kleinen Ländern bestand. Zum einen wollten einige deutsche Länder größer und mächtiger werden. Zum anderen stritt man sich, weil man seinen eigenen Glauben fördern wollte: So kämpften oft Katholiken gegen Protestanten. <eop>Außerdem gab es Länder von außerhalb Deutschland. Auch sie wollten Gebiete erobern oder reicher werden. Darum schickten sie Soldaten nach Deutschland. Diese Länder waren vor allem Frankreich, Dänemark und Schweden.<eop>Durch den Krieg wurden viele Gebiete in Deutschland zerstört und ausgeraubt. Leute verhungerten oder starben an Krankheiten. Ungefähr jeder dritte Deutsche kam durch den Krieg ums Leben. In manchen Gebieten dauerte es über 100 Jahre, bis dort wieder so viele Menschen lebten wie vor dem Krieg.<eop>Wie kam es zum Krieg? Das Gebiet, das heute Deutschland und Österreich ist, lag damals im Heiligen Römischen Reich. Das Reich hatte zwar einen Kaiser, aber auch viele Fürsten hatten große Macht. Ein Fürst war zum Beispiel der Herzog von Bayern oder der Kurfürst von der Pfalz. Der Kaiser war ein besonderer Fürst. Seine Macht kam vor allem daher, dass er selbst viele Länder regierte. Die Kaiser kamen damals aus der Familie der Habsburger, die große Teile von Europa regierten.<eop>Ein wichtiges Gebiet des Kaisers war das Königreich Böhmen. Es lag etwa im heutigen Tschechien. Die meisten Menschen in Böhmen waren Protestanten, ihre Vorfahren hatten also die katholische Kirche verlassen. Der Kaiser hingegen war katholisch und wollte die Protestanten dazu bringen, katholisch zu werden.<eop>Im Jahr 1618 kam es zu einem Streit in Prag, der Hauptstadt von Böhmen. Protestanten warfen dabei die Vertreter des Kaisers aus einem Fenster der Prager Burg. Zwar überlebten die Vertreter den Sturz, doch der Kaiser verstand, dass die Protestanten in Böhmen ihm nicht gehorchen wollten. In den folgenden Jahren eroberten die Krieger des Kaisers Böhmen und noch weitere Gebiete. Die Protestanten hatten nämlich ein Bündnis, um sich gegenseitig zu helfen. So eroberte der Kaiser die Pfalz, woher der Führer der Protestanten kam. Er zwang die Pfälzer, katholisch zu werden.<eop>Warum dauerte der Krieg so lange? Die Protestanten in Deutschland waren in großer Not. Aber es gab fremde Mächte, die ihnen helfen wollten. Dänemark und Schweden zum Beispiel hatten protestantische Könige. Sie wollten nicht, dass die katholischen Habsburger allein das Sagen haben in Deutschland. Genauso dachte der König von Frankreich, obwohl er selbst Katholik war. <eop>Zunächst griff der dänische König an, im Jahr 1625. Dazu bekam er Geld aus den Niederlanden und England, die ebenfalls protestantisch waren, und aus Frankreich. Doch seine Truppen wurden geschlagen, und er musste 1629 aufgeben. Damit endete zunächst der dänische Teil des Krieges. Die Truppen des Kaisers und der katholischen Fürsten beherrschten nun auch den Norden von Deutschland.<eop>Doch 1630 kam der schwedische König nach Deutschland. Er wollte die Protestanten retten, aber auch Gebiete für Schweden erobern. Auch er erhielt Geld aus Frankreich. Dank Schweden wurde die protestantische Seite wieder stärker. Der Kaiser gab nun das Ziel auf, noch mehr Teile von Deutschland wieder katholisch zu machen. So konnte er 1635 mit den meisten protestantischen Fürsten Frieden schließen. Zusammen wollten sie die fremden Krieger aus Deutschland vertreiben.<eop>Frankreich und Schweden fanden aber immer noch, dass der Kaiser zu viel Macht hatte. Das führte zum letzten, längsten und grausamsten Teil des Krieges. Frankreich, Schweden und ihre Verbündeten in Deutschland waren sehr erfolgreich und siegten in vielen Schlachten.<eop> Worunter litten die Menschen im Dreißigjährigen Krieg? Heutzutage in Europa ist ein Soldat ein Angestellter eines Staates. Er bekommt seinen Sold, sein Gehalt, und muss sich an viele Regeln halten. Vor 400 Jahren hingegen waren viele Krieger Söldner. Sie kämpften nicht für ihr Land, sondern für den, der sie am besten bezahlte. Für ihre Anführer war es schwierig, an das Geld dafür zu kommen. Darum ließen sie die Söldner plündern. Das bedeutet: Sie durften die geschlagenen Gegner ausrauben.<eop>Viele Menschen wurden gezwungen, die Söldner in ihren Häusern wohnen zu lassen. Sie wurden ausgeraubt und mussten Steuern zahlen. Wenn zum Beispiel Söldner vermuteten, dass jemand sein Geld versteckt hielt, wurde er gefoltert, damit er den Ort verriet. Manche Söldner blieben noch in Deutschland, als der Krieg schon lange vorbei war.         <eop>Der Dreißigjährige Krieg gilt als besonders grausam und schrecklich. Er war der erste große Krieg, in dem Schusswaffen verwendet wurden. In Deutschland hatten vor Kriegsbeginn etwa 16 Millionen Menschen gelebt. Nach dem Kriegsende waren es nur noch 10 Millionen. Deutschland war zu großen Teilen komplett zerstört. Einige Städte waren sogar vollständig zerstört. Den Überlebenden ging es sehr schlecht. Viele Frauen hatten ihre Männer verloren, viele Kinder hatten keinen Vater mehr. Außerdem breiteten sich durch dem Krieg Krankheiten wie die Pest aus, an denen nochmals viele Menschen starben.<eop>Wie endete der Krieg? Schon seit 1641 kamen Vertreter der Länder zusammen, um über einen Frieden zu verhandeln. Das dauerte lange, weil keine Seite den großen Sieg erringen konnte. Schließlich vereinbarte man den Frieden, den man den Westfälischen Frieden nennt. <eop>In der Stadt Münster schlossen Frankreich und der Kaiser Frieden. In Osnabrück, das damals ebenfalls in Westfalen lag, waren es Schweden und der Kaiser sowie das Reich. Danach legten die Länder noch weitere Regeln fest. Sie waren nicht nur für Deutschland, sondern auch für weitere Länder wichtig.<eop>Im Westfälischen Frieden ging es vor allem darum, dass nicht mehr gekämpft wurde. Katholische und protestantische Fürsten hatten dieselben Rechte. Außerdem durften die Fürsten nun Bündnisse mit fremden Ländern schließen. Das schwächte das Reich und die Macht des Kaisers.<eop>Große Teile von Norddeutschland wurden schwedisch. Ein Teil von Pommern blieb das 150 Jahre lang. Frankreich wurde der Herr über wichtige Städte im Elsass. Manche deutsche Fürsten erhielten neue Gebiete. Bayern zum Beispiel durfte die Pfalz behalten, die es erobert hatte.<eop>Zwischen Spanien und den Niederlanden gab es seit langer Zeit Krieg. Nun versprach Spanien, die Niederlande in Ruhe zu lassen. Außerdem gehörten die Niederlanden nicht mehr dem Heiligen Römischen Reich an. Auch die Schweiz wurde mehr oder weniger unabhängig vom Reich.<eop> Wie ist der Krieg in Erinnerung geblieben? Noch während des Krieges dachten Dichter über das Leid nach und schrieben darüber. Ein bekanntes Beispiel dafür ist das Gedicht „Tränen des Vaterlands“ von Andreas Gryphius. Nach dem Krieg schrieb Hans von Grimmelshausen den ersten großen Roman in deutscher Sprache. Im „Abenteuerlichen Simplicissimus“ beschrieb er das Leben eines Jungen, der den Krieg erlebt.<eop>Später stellte Friedrich Schiller den Krieg dar. Zuerst schrieb er ein Buch über die Geschichte des Krieges. Danach schrieb er das Theaterstück „Wallenstein“. Albrecht von Wallenstein war ein wichtiger Feldherr des Kaisers. Die drei Teile des Theaterstücks zeigen den Erfolg von Wallenstein und wie beliebt er bei seinen Söldnern war. Wallenstein versuchte aber, den Befehlen des Kaisers nicht zu folgen und wurde schließlich ermordet.<eop>In Deutschland und Österreich gibt es noch Gebäude und Denkmäler, die an den Krieg erinnern. Viel erfährt man im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Die kleine Stadt Wittstock an der Dosse in Brandenburg hat sogar ein Museum des Dreißigjährigen Krieges. <eop>"}, {"title": "Dresden", "id": 193, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Dresden", "text": "Dresden ist eine Stadt im Osten von Deutschland. Seit 1990 ist es die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen. Auch vorher war Dresden eine große und wichtige Stadt. Dort wohnen etwa eine halbe Million Einwohner.<eop>Gegründet wurde Dresden im Mittelalter, um das Jahr 1200. Die Herrscher aus der Familie der Wettiner machten die Stadt zu ihrem Wohnort. Bis 1918 war sie die Hauptstadt des Königreichs Sachsen. Dresden galt als eine der schönsten Städte Deutschlands, man nannte es Elbflorenz. Denn die Elbe ist der Fluss, an dem Dresden liegt, und Florenz ist eine schöne und bedeutende Stadt in der Toskana.<eop>Im Zweiten Weltkrieg wurde viel von Dresden zerstört, aber danach hat man viele schöne Gebäude wieder aufgebaut. Die Frauenkirche gibt es seit dem Jahr 2005 wieder, Menschen aus ganz Deutschland und anderen Ländern haben dafür gespendet. Die Kirche ist damit ein Zeichen für die Einheit Deutschlands, aber auch für Versöhnung. Geholfen haben nämlich auch Briten – britische Flugzeuge hatten die Kirche im Krieg zerstört.<eop> "}, {"title": "Drohne", "id": 194, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Drohne", "text": "Eine Drohne ist eine männliche Biene, Hummel oder Wespe. Oft meint man damit aber auch ein unbemanntes Fluggerät. Man sagt auch Flugdrohne. Anders als bei einem Flugzeug fliegen also keine Menschen mit. Das Wort Drohne selbst gab es schon vor 1100 Jahren in der deutschen Sprache und ist mit „dröhnen“ verwandt.<eop>Es gibt sehr unterschiedliche Drohnen: Manche sind klein, andere sind groß. Manche werden von einem Menschen ferngesteuert, andere bewegen sich automatisch nach einem Programm.<eop>Vor allem unterscheidet man Drohnen nach dem Zweck. Die militärischen Drohnen werden von Soldaten verwendet. Damit können sie ein Gebiet beobachten oder gar kämpfen. Die zivilen Drohnen hingegen haben nichts mit Krieg zu tun. Jeder kann sie kaufen, aber für das Fliegenlassen gibt es zum Teil strenge Regeln.<eop> Was für verschiedene Drohnen gibt es? Einige Drohnen sehen mehr oder weniger wie Flugzeuge oder Hubschrauber aus. Sie haben vor allem kein Cockpit für Piloten. Eine amerikanische Reaper ist elf Meter lang und kann beim Start fast 4800 Kilo wiegen. Damit ist sie deutlich kleiner und leichter als viele Militärflugzeuge. Sie fliegt 482 Stundenkilometer schnell. <eop>Für die verschiedenen Größen und Zwecke gibt es viele Ausdrücke. Mikro-Fluggeräte zum Beispiel sind weniger als zehn Zentimeter groß. Man nutzt sie, um etwas zu messen, etwa, wie sauber die Luft ist, oder macht Fotos oder Videos.<eop>Viele kleine Drohnen für zuhause sind Multicopter. Das hat mit dem Wort „multi“ für viel zu tun. Sie haben mehrere Rotoren oder Propeller, die nach unten gerichtet sind. Bei vier Rotoren sagt man Quadcopter oder Quadrocopter, bei sechs Hexacopter und bei acht Octocopter.<eop> Was machen militärische Drohnen? Schon im Jahr 1849 hat jemand eine Art Drohne gebaut. Damals kämpfte Österreich gegen Rebellen in Venedig. Mit Ballons wurden Bomben über die Stadt Venedig geflogen. Mit Drähten wurde ein Gerät so geschaltet, dass die Bomben abgeworfen wurden. Das funktionierte nicht besonders gut, da der Wind einige Ballons zurück zu den Österreichern wehte. <eop>In den beiden Weltkriegen hat man schon einige Drohnen eingesetzt. Vor allem aber kennt man Drohnen aus der Zeit nach dem Jahr 2001: Nach dem Anschlag vom 11. September führten die USA und andere Staaten Krieg in Afghanistan und Irak. Oft ging es nicht mehr gegen fremde Armeen, sondern gegen Gruppen von Rebellen. Aufklärungsdrohnen beobachten eine Gegend. Kampfdrohnen schießen mit Raketen auf andere Fluggeräte oder auf etwas am Boden.<eop>Wenn Rebellen eine Drohne vom Boden aus abschießen, stirbt wenigstens kein Mensch in der Drohne. Außerdem kostet eine Drohne nicht so viel wie ein Flugzeug. Die Drohnen sind leichter und brauchen weniger Treibstoff, da niemand mitfliegt.<eop>Die Piloten steuern vom Boden aus: Man kann sie so auch leicht auswechseln, wenn der Flug lange dauern soll. Außerdem braucht ein Drohnen-Pilot keine so lange Ausbildung wie ein normaler Pilot.<eop>Amerikanische, britische, russische und andere Drohnen haben schon viele Menschen getötet. Manche Leute sagen: Gerade weil in der Drohne kein Soldat sitzt, haben die Armeeführer keine großen Bedenken. Sie setzen die Drohne umso leichtfertiger ein. <eop>Übrigens nutzen manche Staaten Drohnen im eigenen Land. Damit kann die Polizei zum Beispiel Einbrecher besser entdecken. Manche Staaten beobachten Demonstranten.<eop> Wie nutzt man zivile Drohnen? Um das Jahr 2010 wurden die zivilen Drohnen billiger und beliebter. Vor allem denkt man an Leute, die eine Drohne für den Beruf oder als Hobby kaufen. Manche kleinen Drohnen sind eher Spielzeuge.<eop>Die zivilen Drohnen sind meist viel kleiner als militärische Drohnen. Sie können nicht so weit fliegen und vor allem nicht so viel tragen. Trotzdem gibt es schon Drohnen, die kleine Pakete transportieren, zum Beispiel mit Medikamenten. Man spricht dann von einer Paketdrohne oder Logistikdrohne.<eop>Meistens nutzt man eine Drohne, um Fotos oder Videos zu machen. Für manche Drohnen-Flieger ist das ein Beruf: So kann man mit einer Drohne leicht von oben schauen, ob ein Dach repariert werden muss. Größere Quadrokopter werden schon eingesetzt, um den Verkehr zu überwachen.<eop> Welche Regeln gelten für Drohnen? Weil sehr viele Leute Drohnen gekauft haben, die sich nicht so gut auskennen, gab es immer wieder Unfälle. Darum haben die Staaten Regeln aufgestellt, wie und wo man eine Drohne fliegen lassen darf. <eop>Für militärische Drohnen gelten dieselben Regeln wie für Flugzeuge. Bei den übrigen Drohnen kommt es vor allem darauf an, wie groß sie sind. Je nach Land kann es auch um die Energie des Motors gehen. In manchen Ländern muss man auch gelernt haben, richtig mit der Drohne umzugehen. Dann erst erhält man eine Erlaubnis des Staates, wie beim Führerschein.<eop>Zunächst ist wichtig, wo die Drohne fliegen soll. Das ist meist kein Problem, wenn man über den öffentlichen Raum fliegt. Das ist ein Gelände, das dem Staat oder der Stadt gehört. Anders ist das bei privatem Grund, das einen anderen Eigentümer hat: Dort darf die Drohne nur fliegen, wenn der Eigentümer das erlaubt hat. Da geht es um die Privatsphäre: Der Eigentümer und andere sollen nicht von oben ausgespäht werden.<eop>Man darf auch keine Drohne dort los lassen, wo es gefährlich sein kann. Das gilt für Flughäfen genauso wie für Eisenbahnlinien, aber auch für Orte mit Industrie oder Wohnungen. Drohnen müssen außerdem immer einem Flugzeug oder Hubschrauber ausweichen. Man darf sie auch nur so weit fliegen lassen, dass man sie noch sehen kann.<eop><eop>"}, {"title": "Düsseldorf", "id": 195, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Düsseldorf", "text": "Düsseldorf ist eine Stadt in Deutschland. Sie ist die Hauptstadt des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. In Düsseldorf leben fast 600.000 Menschen. Sie ist somit eine der größten Städte Deutschlands. Der Name kommt von dem Dorf, das am Bach Düssel gelegen hat. Die Düssel mündet hier in den Rhein. Die Lage am Rhein, wo viele Schiffe entlang fahren, war so gut, dass aus dem Dorf eine große Stadt wurde.<eop>Die Stadt hat nicht nur einen Hafen, sondern auch einen wichtigen internationalen Flughafen. Der Bahnhof ist mitten in der Stadt. Dort fahren alle wichtigen Fernzüge wie der ICE ab, außerdem Regionalbahnen, S-Bahnen unterirdisch die U-Bahn-Linien.<eop>Das Wappen zeigt einen roten Löwen, der vor sich einen Anker festhält. Der Löwe war das Wappentier der Bergischen Herzöge, die hier vor langer Zeit das Land regiert haben. Der Anker steht für die Schifffahrt auf dem Rhein, die für die Stadt so wichtig ist. In Düsseldorf wurde bis vor 100 Jahren das Radschlagen von Kindern auf der Straße ausgeübt. Diese ungewöhnliche Sportart hat sich als Sinnbild bis heute erhalten. Das Zeichen radschlagender Kinder findet man noch überall rund um die Altstadt.<eop> Was gibt es in Düsseldorf? Düsseldorf ist bekannt für den Firmensitz vieler wichtiger Unternehmen. Viele Artikel, die man täglich benutzt, werden hier entwickelt oder hergestellt, zum Beispiel Zahnpasta und Autos. Nahe des Flughafens im Norden der Stadt ist das Messezentrum, wo Besucher aus aller Welt Neues über ihre Produkte erfahren können, die sie entwickeln oder herstellen. Auch viele Touristen kommen nach Düsseldorf, um sich beispielsweise die Altstadt anzusehen. <eop>In der Nähe des Bahnhofs gibt es ein Stadtviertel, in dem sich viele Japaner angesiedelt haben. Sie finden hier eine Umgebung, wo sie sich wohl fühlen. Viele von ihnen arbeiten für japanische Firmen in Düsseldorf.<eop>Düsseldorf besitzt neben seiner weltbekannten Kunsthochschule auch eine große Universität sowie eine wichtige Musikhochschule. Hier gibt es viele Studenten, die aus den verschiedensten Ländern kommen, um ein Instrument zu lernen. Auch für die Japaner gibt es eine eigene Schule.<eop>"}, {"title": "E-Mail", "id": 196, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/E-Mail", "text": " Eine E-Mail ist ein elektronischer Brief. Wer eine E-Mail schicken oder erhalten möchte, braucht einen Internetzugang und einen Computer oder ein Handy. Man kann das mit einem Computerprogramm machen, aber auch über eine Internetseite. <eop>Das Programm oder die Website hilft dabei, die Nachricht zu schreiben. Es merkt sich nämlich die Adressen, an die man schon einmal etwas geschickt hat. Außerdem werden die eigenen und die erhaltenen E-Mails gespeichert.<eop>E-Mails wurden um das Jahr 1990 immer beliebter, weil sie im Vergleich zu einem Brief den Empfänger viel schneller erreichen. Als Erfinder gilt der amerikanische Forscher Ray Tomlinson. Für die Regierung der USA entwickelte er etwas, das schon so ähnlich wie das heutige Internet aussah. E-Mails waren eigentlich dazu gedacht, Informationen zwischen Computern und nicht zwischen Menschen auszutauschen. Die Anwender nutzten sie aber genau dafür. Tomlinson führte auch das Zeichen „@“ ein, weil es bisher nicht verwendet wurde.<eop>Außer E-Mails gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, sich etwas über das Internet zu schreiben. Beliebt ist zum Beispiel der Chat, den es über unterschiedliche Programme oder Apps gibt. Auch Facebook und andere Websites bieten Chat an. Trotzdem werden immer noch viele E-Mails verschickt: Auf der ganzen Welt sind es jede Sekunde über drei Millionen. Die meisten davon sind privat.<eop>Wie ist eine E-Mail-Adresse aufgebaut? Eine E-Mail-Adresse kann z.B. so aussehen: ''name'''@'''example.com''. Eine E-Mail-Adresse hat zwei Teile: Der erste Teil gehört zum einzelnen Benutzer. Der zweite Teil gehört zum Server, das ist der Ort, an dem die E-Mail ankommt und abgeholt wird. Dazwischen steht das @-Zeichen. Viele nennen es das „Ätt-Zeichen\", vom englischen Wort „at“, das „bei“ bedeutet. Ein alter deutscher Name dafür ist „Klammeraffe“.<eop>Wer eine E-Mail verschicken will, gibt die E-Mail-Adresse in das Feld ein, das dafür gedacht ist. Nach dem Abschicken sendet der Computer die E-Mail an das Postfach desjenigen, dem die Adresse gehört. Dieses Postfach liegt auf dem Server, einem großen Computer. Von dort holt der Empfänger seine E-Mail ab. Der Absender und der Empfänger der E-Mail merken wenig von dem, was die Computer automatisch machen.<eop>Was sind Viren, Trojaner und Spam? In einer E-Mail steht nicht nur Text. Manchen E-Mails ist auch eine Datei oder ein Programm mitgegeben. Manche dieser Dateien oder Programme sind gefährlich. Wenn man die E-Mail öffnet, um sie zu lesen, kommt die Datei oder das Programm gleich auf den eigenen Computer. Es startet von alleine und macht schädliche Dinge.<eop>Einen Virus nennt man normalerweise ein Programm, das den eigenen Computer kaputtmacht. Oft spioniert es den Computer aus. Wer den Virus geschickt hat, kann dann erfahren, welche wichtigen Daten man hat. Das kann zum Beispiel der Zugang zur Bank sein. Auf diese Weise kann man Geld verlieren. Ein Trojaner sieht aus wie ein nützliches Programm, macht aber etwas Schädliches.<eop>Spam, sprich spämm, ist Werbung. Solche E-Mails versprechen einem große Geldgewinne oder die Möglichkeit, etwas günstig kaufen zu können. Wer auf Spam antwortet, zeigt damit, dass er die E-Mail gelesen hat. Wahrscheinlich bekommt man dann noch mehr Spam. Viele E-Mail-Programme sortieren verdächtige E-Mails deshalb automatisch aus. Die verdächtigen E-Mails werden in einen Ordner dafür geschoben.<eop> "}, {"title": "Edelstein", "id": 199, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Edelstein", "text": "Ein Edelstein ist ein Mineral, das Menschen schön finden. Er soll durchsichtig, hart und selten sein. Ist er weniger hart oder selten, nennt man ihn manchmal Halbedelstein, obwohl er eigentlich nicht schlechter sein muss. Edelsteine braucht man meist als Schmucksteine.<eop>Edelsteine sind Minerale. Sie haben also den Aufbau eines Kristalls. Sie bestehen zum Beispiel aus Kohlenstoff, wie der Diamant. Man findet sie in der Erde, wie auch Gold oder Kohle. Wenn es sich zu lohnen scheint, baut man auch Bergwerke, um an die Edelsteine heranzukommen.<eop>Man kann mit Hitze oder radioaktiven Strahlen dafür sorgen, dass ein Stein die Farbe ändert. Im Mittelalter hielt man nur farbige Steine für schön, also nicht die Diamanten. Handwerker haben sie zum Ritzen in harte Dinge verwendet, weil sie so hart sind. Noch heute werden Diamanten als Werkzeug eingesetzt.<eop><eop>"}, {"title": "Ehe", "id": 200, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ehe", "text": "Die Ehe ist eine enge Verbindung zwischen zwei Menschen. Die Ehe beginnt mit einem Versprechen, das sich die beiden Menschen bei einer Trauung oder Hochzeit abgeben. Eine Ehe ist nie für eine kurze Zeit gedacht und kann auch nicht einfach so wieder aufgelöst werden. Wer seinen Ehepartner verliert, weil er stirbt, ist eine Witwe oder ein Witwer.<eop>Die Regeln für eine Ehe können sich die beiden Partner nur zum Teil selber aussuchen. Meist bestimmt der Staat einen Teil mit. Auch die Religionen stellen gewisse Regeln auf. Es gibt auch Regeln innerhalb der Familie und innerhalb der Gesellschaft, in der das Paar lebt.<eop>In der europäischen Kultur galt für die Ehe seit hunderten von Jahren: Ein Mann verbindet sich mit einer Frau, und zwar möglichst für das ganze Leben. Erst seit wenigen Jahren können sich in einzelnen Ländern auch zwei Männer oder zwei Frauen zu einer Ehe verbinden. Es gibt auch Verbindungen, die ähnlich sind wie eine Ehe. Sie heißen meist „eingetragene Partnerschaft“ oder so ähnlich.<eop>Eine Ehe zwischen einem Mann und einer Frau nennt man Monogamie. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Ein-Ehe“. Das ist eine Ehe, in der man nur einen Partner hat. Im Judentum war das Vorbild dafür die Geschichte von Adam und Eva. Das nahmen sich aber nicht alle Juden zu Herzen. Vor allem die Könige hatten oft mehrere Frauen.<eop>Außerhalb des Judentums gab es die Ein-Ehe im Altertum eher selten. Das lag vermutlich daran, dass viele Menschen früh starben. Es gab deshalb oft Ehen mit mehreren Partnern, die Polygamie. Das bedeutet „Viel-Ehe“. Erst die Römer unterstützten die monogame Ehe.<eop>Was sagt die Kirche zur Ehe? Am Anfang des Mittelalters machte die Katholische Kirche keine Regeln zur Ehe. Weil die meisten Menschen einem Grafen oder sonst einer Herrschaft gehörten, brauchten sie zum Heiraten eine Erlaubnis. Die bekamen sie aber oft nicht, weil sie kein Geld hatten, eine Familie mit Kindern zu unterhalten. Sie mussten deshalb ledig bleiben.<eop>Erst im 11. Jahrhundert begann die Katholische Kirche, Regeln für die Ehe aufzustellen. Eine solche Regel war, dass eine Ehe nur gültig war, wenn ein Priester sie besiegelt hatte. Eine andere Regel besagte, dass man eine Ehe nie mehr auflösen durfte, außer durch den Tod eines Ehegatten. Eines der Zehn Gebote war gegen das Ehebrechen gerichtet. Die Kirche wollte die Sexualität auf die Fortpflanzung in der Ehe beschränken. Priester durften gar nicht heiraten und mussten auf den Sex verzichten.<eop>In der Evangelischen Kirche, der Reformierten Kirche und in der Orthodoxen Kirche galten einige dieser Regeln nicht mehr. Dort kann man eine Ehe auch wieder auflösen, also sich scheiden lassen. Dies sollte man nicht leichtfertig tun, sondern nur, wenn es nicht mehr anders geht. Auch dürfen reformierte Pfarrer und orthodoxe Priester heiraten.<eop>Was sagt der Staat zur Ehe? Die meisten Staaten erlassen Gesetze, die regeln, was und wie eine Ehe ist. Diese Gesetze sind je nach Staat verschieden. Sie gelten natürlich nur für Paare, die sich vor dem Staat, also auf dem Standesamt, trauen ließen. Das geht auch noch gar nicht seit so langer Zeit. In der Schweiz beispielsweise haben bis vor etwa zweihundert Jahren die Kirchen aufgeschrieben, wer verheiratet war. Erst dann hat der Staat diese Aufgabe übernommen.<eop>Die Staaten regeln zum Beispiel, ab welchem Alter man heiraten darf. Welchen Nachnamen die Ehepartner tragen, schreibt der Staat heute nicht mehr vor, aber er lässt eine bestimmte Auswahl zwischen dem ursprünglichen Namen des Mannes, der Frau oder einer Kombination von beiden. Auch wer für die Kinder verantwortlich ist, wer wie viel bezahlen muss und welchen Nachnamen sie tragen, regelt der Staat. Erst seit wenigen Jahrzehnten lässt der Staat zu, dass zwei Erwachsene auch ohne Ehe zusammenleben, Kinder kriegen und so eine Familie gründen. Das Zusammenleben ohne Ehe nennt man Konkubinat.<eop>Der Staat regelt auch, wie viel Steuern ein Ehepaar bezahlen muss. Das ist das Geld, das der Staat für seine Aufgaben braucht. In manchen Ländern bezahlen zwei Menschen mehr Steuern, wenn sie verheiratet sind als wenn sie ohne Ehe zusammenleben. Zudem regelt der Staat, welche Rente eine Witwe bekommt, wenn ihr Mann verstorben ist, oder umgekehrt.<eop>Auch bei einer Scheidung redet der Staat mit. Falls sich die beiden Partner um ihren Besitz und das Geld streiten, kommt die Sache vor einen Scheidungsrichter. Auch wer nach der Scheidung die Verantwortung für die Kinder trägt und wer wie viel für sie bezahlen muss, regelt im Streitfall ein Richter.<eop>Wie sind die Ehen in anderen Kulturen? Auch im Islam gibt es vor allem die Ein-Ehe. Falls ein Mann wohlhabend genug ist, kann er mehrere Frauen heiraten und für jede einen Haushalt gründen. Eine Frau kann jedoch nicht mit mehreren Männern verheiratet sein. Sie braucht einen männlichen Vormund, um den Vertrag zu schließen. Das ist ein Vater oder ein Bruder. <eop>Wenn eine Frau möchte, dass der Ehevertrag aufgelöst wird, kann sie vor Gericht klagen. Bei einem Mann genügt dafür bereits das dreimalige Aussprechen einer Scheidungsformel. Dies sind jedoch alte Regeln aus dem Koran, die in den westlichen und vielen muslimischen Ländern nicht gültig sind. <eop>Im Hinduismus war es früher üblich, schon kleine Mädchen zu verheiraten und sie mit Gaben für den Haushalt, der Mitgift, auszustatten. Oft bestimmten sogar die Eltern, wen ihr Sohn oder ihre Tochter später heiraten werden. Witwen wurden nach dem Tod des Ehemanns getötet. Die heutigen Gesetze in Indien lassen es zu, dass Witwen wieder heiraten dürfen. Auch Kinderehen sind verboten, kommen aber in armen Landgegenden immer noch vor.<eop>"}, {"title": "Ei", "id": 201, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ei", "text": "Eier entstehen im Bauch vieler Tiermütter. In einem Ei befindet sich eine kleine Eizelle. Aus dieser entsteht ein Jungtier, wenn ein Männchen sie befruchtet hat. Eier gibt es bei den Vögeln und bei den meisten Reptilien, also früher auch bei den Sauriern. Auch die Fische legen Eier, zudem die Gliederfüßer, also die Insekten, Tausendfüßer, Krebse und Spinnentiere sowie noch einige andere Tierarten.<eop>Ein Ei besteht aus einer winzigen Keimzelle. Das ist nur eine einzelne Zelle, die man von bloßem Auge nicht sehen kann. Darum herum liegt die Nahrung, die das Jungtier bis zum Ausschlüpfen braucht. Außen liegt eine Haut. Solche Eier sind weich wie Gummi, etwa die Eier von Schildkröten. Bei den Vogeleiern liegt um die Haut herum noch eine harte Schale aus Kalk.<eop>Bei einem aufgeschlagenen Hühnerei kann man die einzelnen Teile gut erkennen: Innen liegt der gelbe Teil, der Eidotter. Man nennt ihn manchmal auch „Eigelb“. Der Eidotter ist in eine dünne, durchsichtige Haut eingepackt, ganz ähnlich wie ein Bonbon. Diese Haut ist außen zusammengedreht und an der Eischale festgemacht. So schüttelt der Dotter nicht zu stark herum. Der Dotter schwimmt im Eiklar. Das nennt man manchmal auch „Eiweiß“. Das ist aber unklar, denn Eiweiß ist ein Stoff, der zum Beispiel auch im Fleisch vorkommt.<eop>Auf der Haut des Dotters kann man gut die weißliche Keimscheibe erkennen. Vielleicht muss man dazu den Dotter vorsichtig etwas drehen. Aus der Keimscheibe entwickelt sich das Küken. Dotter und Eiklar sind seine Nahrung bis zum Ausschlüpfen.<eop>Die Tiermütter legen ihre Eier, wenn sie reif sind. Manche Tiere brüten die Eier im Nest aus, wie man das von den meisten Vögeln her kennt. Meistens brütet die Mutter die Eier aus, manchmal auch abwechselnd mit dem Vater. Andere Tiere legen die Eier irgendwo ab und lassen sie dann im Stich. Die Schildkröten zum Beispiel vergraben ihre Eier im Sand. Die Sonne sorgt dann für die notwendige Wärme. <eop>Die Säugetiere haben keine Eier. Bei ihnen gibt es nur eine Eizelle oder Keimzelle. Das ist eine einzige Zelle, winzig klein und von bloßem Auge unsichtbar. Bei den Frauen reift etwa einmal im Monat eine Eizelle heran. Wenn sie etwa zu diesem Zeitpunkt Geschlechtsverkehr mit einem Mann hatte, kann sich ein Baby entwickeln. Das Baby ernährt sich aus der Nahrung im Blut seiner Mutter.<eop> Welche Eier essen die Menschen? <eop>Die allermeisten Eier, die wir essen, stammen von Hühnern. Andere Vogeleier sind zum Beispiel von Enten. Oft leben diese Vögel auf riesigen Bauernhöfen, wo sie wenig Platz haben und nicht nach draußen kommen. Männliche Küken werden sofort getötet, weil sie keine Eier legen werden. Veganer finden das schlecht und essen darum keine Eier.<eop>Manche Menschen mögen Fischeier. Die bekanntesten nennt man Kaviar und stammen vom Stör. Um diese Eier aufzulesen, muss man den Stör aufschneiden. Darum ist Kaviar sehr teuer.<eop>Die Leute essen Eier zum Beispiel gekocht als Frühstücksei. In der Pfanne macht man Rührei oder Spiegelei. Allerdings essen wir auch oft Ei, ohne das zu sehen: In großen Fabriken werden Eidotter und Eiklar für Lebensmittel verarbeitet.<eop><eop>"}, {"title": "Eichen", "id": 202, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eichen", "text": "Eichen sind Laubbäume, selten auch Sträucher. Nur noch einen anderen Laubbaum gibt es bei uns häufiger, nämlich die Rotbuche. Von den Eichen gibt es über 400 Arten. Von diesen Arten sind bei uns die Stieleiche und die Traubeneiche am häufigsten. <eop>Eichen haben längliche Blätter, die in der Festigkeit ein wenig an Leder erinnern. Am Rand der Blätter sieht man eine Art Zacken oder Zähne, die außen rund sind. Bei den meisten Arten fallen die Blätter im Herbst ab.<eop>Die Früchte der Eichen sind die Eicheln. Für Menschen und viele Tiere sind sie giftig, aber zum Beispiel die Schweine können Eicheln fressen. Darum hat man früher die Schweine im Herbst in den Wald getrieben, zur Eichelmast. Die Schweine für den besten Schinken aus Spanien werden heute noch ausschließlich mit Eicheln gefüttert. Das gibt dem Schinken seinen besonderen Geschmack.<eop>Menschen haben Eichen vor allem angepflanzt, weil das Holz viel aushält, aber auch gut zu bearbeiten ist. Man hat es zum Beispiel zum Bau von Schiffen verwendet, aber auch für Fässer, Sitzmöbel, Treppen oder Eisenbahnschwellen. Heute braucht man Eichenholz für teure Parkettböden. Eichenstämme werden aber auch in dünne Schichten zerschnitten. Man nennt sie Furnier. Diese Schichten klebt man heute auf Möbelplatten. So sieht das ganze Möbel sehr edel aus. Edel ist jedoch nur die Aussenschicht.<eop>Eichen sind kräftig und leben lang. Darum hielten viele Menschen sie für heilig, sowohl die alten Religionen als auch das Christentum. In Deutschland gilt die Eiche als der typische Baum des Landes, der Nationalbaum.<eop> "}, {"title": "Eichhörnchen", "id": 203, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eichhörnchen", "text": " Eichhörnchen sind Nagetiere. Sie bilden eine Gattung mit 29 verschiedenen Arten und gehören zu den Nagetieren. Sie sind nahe verwandt mit den Streifenhörnchen. Sie leben auf Bäumen im Wald, aber auch in menschlichen Siedlungen. Sie sind sehr auffällig, besonders wegen ihres langen buschigen Schwanzes. Der Schwanz ist fast so lang wie der Körper, zusammen werden sie bis zu 50 Zentimeter. Trotzdem sieht man Eichhörnchen eher selten, weil sie sehr flink und scheu sind und sich vor Menschen meistens verstecken. <eop>Erwachsene Eichhörnchen wiegen 200 bis 400 Gramm. Weil sie so leicht sind, können Eichhörnchen sehr schnell zwischen den Ästen herumspringen und auch auf dünnen Zweigen stehen. So können sie auf Bäumen leicht vor Uhus und anderen Greifvögeln fliehen, die gern Eichhörnchen fressen. Mit ihren langen, gebogenen Krallen können sich die Nagetiere gut an Ästen und Zweigen festhalten.<eop>Fast in ganz Europa gibt es die rotbraunen, europäischen Eichhörnchen. Sie besiedeln auch einen breiten Landstreifen von Osteuropa bis Asien. In den USA und in Kanada lebt das Grauhörnchen. Menschen brachten es mit nach England und Italien und ließen es dort frei. In den Pärken verdrängt das Grauhörnchen das europäische Eichhörnchen, weil es größer und stärker ist. In England und großen Teilen von Italien sind die rotbraunen Eichhörnchen deshalb schon fast ausgestorben. Im Wald setzt der Baummarder den Grauhörnchen zu. Dort überleben die rotbraunen Eichhörnchen, weil sie flinker sind.<eop>Wie leben Eichhörnchen? Eichhörnchen sind meist Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammen sind, also um Junge zu machen. Sie bauen sich auf den Bäumen Nester. Das sind runde Kugeln aus Ästen, die in Astgabeln liegen. Innen werden sie mit Moos ausgepolstert. Diese Nester nennt man Kobel. Jedes Eichhörnchen hat gleichzeitig mehrere Kobel: Für den Nachtschlaf, für die Tagesruhe am Schatten oder für die Jungtiere.<eop>Eichhörnchen fressen fast alles, was sie finden: Beeren, Nüsse, Samen, Knospen, Rinde, Blüten, Pilze und Obst. Aber auch Würmer, Vogeleier oder deren Jungtiere, Insekten, Larven und Schnecken stehen auf ihrem Speiseplan. Beim Fressen halten sie ihre Nahrung in den Vorderpfoten, was sehr an Menschen erinnert.<eop>Im Herbst legen Eichhörnchen Vorräte für den Winter an. Meist vergraben sie Nüsse, Eicheln oder Bucheckern in der Erde. Viele Samen finden sie aber nicht mehr. Diese keimen dann und bilden neue Pflanzen. So tragen die Eichhörnchen dazu bei, dass sich die Pflanzen nicht nur in der Nähe vermehren, sondern auch weiter weg.<eop>Eichhörnchen haben viele Feinde: Marder, Wildkatzen und verschiedene Greifvögel. In Parks und Gärten ist die Hauskatze ihr größter Feind. Es gibt aber auch viele Parasiten, welche die Eichhörnchen krank machen oder sogar töten können. <eop>Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Das heißt, sie schlafen nicht den ganzen Winter über, sondern verlassen den Kobel von Zeit zu Zeit, um sich Nahrung zu holen. An einigen Orten haben sich die Eichhörnchen aber auch so sehr an die Menschen gewöhnt, dass sie ihnen die Nüsse aus der Hand fressen.<eop>Wie vermehren sich Eichhörnchen? Die erste Zeit für die Fortpflanzung ist der Januar, die zweite etwa der April. Das Weibchen trägt dann meist etwa sechs Jungtiere in ihrem Bauch. Nach gut fünf Wochen kommt es zur Geburt. Das Männchen ist dann schon wieder weg und hat sich vielleicht ein neues Weibchen gesucht. Um die Jungtiere kümmert es sich nicht. <eop>Die Jungtiere sind bei der Geburt etwa sechs bis neun Zentimeter lang. Eichhörnchen sind Säugetiere. Die Mutter gibt den Jungen also ihre Milch zu trinken. Sie haben noch kein Fell und können weder sehen noch hören. Erst nach etwa einem Monat öffnen sie die Augen, nach etwa sechs Wochen verlassen sie das erste Mal den Kobel. Nach acht bis zehn Wochen suchen sie sich alleine Futter. <eop>Im nächsten Jahr könnten sie bereits selber Junge machen. Man sagt, sie sind dann geschlechtsreif. Oft lassen sie sich aber auch ein Jahr mehr Zeit. Frei lebend werden Eichhörnchen meistens nicht älter als drei Jahre. <eop><eop> "}, {"title": "Eidechsen", "id": 204, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eidechsen", "text": "Eidechsen gehören zu den Reptilien, den Kriechtieren. Sie haben einen länglichen Körper, der an eine Schlange erinnert. Allerdings besitzen sie vier Beine, mit denen sie schnell laufen können. Ihre Haut hat Schuppen. Von Zeit zu Zeit häuten sie sich, dabei streifen sie sich die Haut ab. Darunter ist schon eine neue Hautschicht.<eop>Diese Tiere gibt es in Europa, Afrika und Asien. Sie mögen vor allem warme Gegenden und liegen gern auf Steinen, die von der Sonne erwärmt werden. Wie alle Reptilien kühlen sie sonst ab, weil sie die Temperatur ihrer Umgebung übernehmen.<eop>Es gibt von ihnen fünf Arten: Die Mauereidechse, die Zauneidechse, die Waldeidechse und die Kroatische Gebirgseidechse. Die Smaragdeidechse ist dicker als die anderen und schillert in verschiedenen Farben. Daher hat sie ihren Namen.<eop>In unseren Ländern sind die Eidechsen die häufigsten Echsen in der Natur. Am ehesten sind sie gefährdet, weil ihnen der Mensch die Lebensräume wegnimmt: Die Trockenmauern in den Rebbergen beispielsweise wurden früher ohne Mörtel gebaut. Das gab viel Lebensraum, gerade für die Mauereidechse. <eop>Eidechsen fressen kleine wirbellose Tiere wie Insekten, Spinnen und Regenwürmer. Manche Arten wie die Mauereidechse verspeisen auch ihre eigenen Artgenossen. Selbst müssen sich Eidechsen vor allem vor Schlangen und Greifvögeln in Acht nehmen. Aber wenn ein Feind die Eidechse am Schwanz packt, kann sie den Schwanz abwerfen. Ein neuer Stummel wächst später nach.<eop>Nicht alle Eidechsen vermehren sich gleich. Die meisten legen drei bis zwanzig Eier auf einmal. Einzig die Mauereidechse kann bis zu dreimal jährlich Eier legen. Die Waldeidechse jedoch behält ihre Eier im Bauch, bis die Jungtiere geschlüpft sind. Erst dann kommen sie zur Welt.<eop>"}, {"title": "Eiffelturm", "id": 205, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eiffelturm", "text": "Der Eiffelturm ist ein hoher Turm in der Mitte von Paris, der Hauptstadt von Frankreich. Er ist 300 Meter hoch, mit Antenne 324 Meter. Ausgedacht hat sich den Turm Gustave Eiffel, daher kommt der Name. Er wollte damit zeigen, wie hoch man mit Eisen bauen kann. Fertig wurde er zur Weltausstellung in Paris im Jahr 1889, einer großen Veranstaltung, die die neuesten Erfindungen zeigen sollte. Dafür musste man schon zwei Jahre vorher mit dem Aufbauen anfangen.<eop>Eigentlich sollte der Turm nach der Weltausstellung abgebaut werden. Schon vorher klagten manche Künstler, der Turm aus nacktem Eisen sei viel zu hässlich für Paris. Aber die meisten Leute mochten den Turm. Also blieb er stehen und war gut 40 Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt. Erst dann wurden in den USA Hochhäuser gebaut, die noch höher waren, darunter das Empire State Building in New York.<eop>Jedes Jahr wollen sieben Millionen Besucher hinauf auf den Eiffelturm. Dazu gibt es neun Aufzüge. Ziemlich weit oben warten zwei Restaurants auf die Gäste. Der Turm ist heutzutage sicher das bekannteste Bauwerk in Paris. In einigen anderen Ländern hat man sogar kleinere Eiffeltürme nachgebaut.<eop> "}, {"title": "Einhorn", "id": 206, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Einhorn", "text": "Das Einhorn ist ein Fabelwesen. Meistens soll es ein Pferd mit einem langen, spitzen Horn auf der Stirn sein. Manchmal hat man es auch als ein anderes Tier beschrieben, etwa als Rind.<eop>Ein Tier wie das Einhorn erscheint in den Geschichten der alten Inder, der alten Griechen und Römer. Man hat auch ein Tier aus der Bibel für ein Einhorn gehalten. Manchmal hat man Bilder von Rindern falsch verstanden: Wenn ein Rind mit seinen beiden Hörnern von der Seite gezeigt wird, kann es so aussehen, als hätte es nur ein Horn.<eop>So, wie wir das Einhorn heute kennen, stammt es aus dem Mittelalter. Das Tier ist wild, aber auch ein Zeichen für Reinheit. Nur eine Jungfrau kann es einfangen. Das Horn soll Kranke heilen.<eop>Einhörner hat man nicht gefunden. Aber es tauchten Hörner von Einhörnern auf: lange Hörner, die von außen wie gedreht aussehen, wie bei einer Spirale. Ein Fürst zum Beispiel hat sich ein Trinkhorn daraus machen lassen. Er glaubte, dass das Einhorn-Horn jedes Gift unschädlich machen würde.<eop>Später fand man heraus, dass solche Hörner in Wirklichkeit vom Narwal stammen. Der Narwal lebt im Nordmeer um die Arktis. Auf der Stirn hat er einen langen Stoßzahn.<eop><eop>"}, {"title": "Eis", "id": 207, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eis", "text": "Eis ist gefrorenes Wasser. Normalerweise gefriert Wasser erst, wenn die Temperaturen auf Null Grad Celsius sinken. Viele Menschen denken bei Eis aber auch an eine gefrorene Süßspeise, die man in der warmen Jahreszeit als Erfrischung genießt. Dieses Speiseeis besteht manchmal aus gefrorenem Saft, oft aber aus Sahne oder Milch.<eop>Gefrorenes Wasser braucht mehr Platz als flüssiges: Im Vergleich zu flüssigem Wasser dehnt sich Eis fast um ein Zehntel aus. Aus diesem Grund können volle Glasflaschen platzen, wenn man sie in den Gefrierschrank stellt. Dass sich gefrorenes Wasser ausdehnt, ist etwas Besonderes, denn andere Flüssigkeiten nehmen weniger Platz ein, wenn sie gefrieren.<eop>Eis schwimmt, weil es leichter ist als Wasser. Darum bildet sich Eis höchstens auf der Oberfläche eines Sees oder Meeres. Eisberge fallen nicht auf den Grund, sondern schwimmen. Salzwasser friert erst, wenn es noch etwas kälter ist als Null Grad. In der Natur kommt Eis in verschiedenen Formen vor: als Schneeflocke, Hagelkorn oder auch als Gletscher in den Bergen.<eop><eop>"}, {"title": "Eisbär", "id": 208, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eisbär", "text": " Der Eisbär oder Polarbär ist eine Art der Säugetiere. Der Eisbär ist das größte aller Raubtiere, die auf dem Land leben. Es gibt sie nur in der Arktis. Dort kommen sie normalerweise bis auf etwa 200 Kilometer an den Nordpol heran. <eop>Eisbären gibt es seit vielen hunderttausend Jahren, sie stammen von den Braunbären ab. Ein ausgewachsener männlicher Eisbär wird über zweieinhalb Meter lang. Wie alle Bären haben auch Eisbären nur einen kurzen Stummelschwanz. Wenn ein Eisbär sich aufrichtet, ist er viel höher als erwachsene Menschen. Eisbären können bis zu 500 Kilogramm schwer werden. Im Sommer, wo die Eisbären wenig Nahrung finden, sind sie wesentlich leichter als im Winter.<eop>Die meisten Eisbären werden nicht älter als 20 Jahre. Außer Menschen mit ihren Waffen können dem Eisbär keine anderen Tiere gefährlich werden. Trotzdem gibt es immer weniger Eisbären. Derzeit leben nur noch etwa 25.000 Tiere. Dies aus dem folgendem Grund: Durch den Klimawandel wird es auf der Welt immer wärmer. Dadurch schmilzt das Eis in der Arktis immer mehr ab. Für die Eisbären wird es deshalb immer schwieriger, herumzuwandern und ihre Nahrung zu suchen. <eop> Wie leben Eisbären? In ihrem Lebensraum finden Eisbären nicht leicht Nahrung. Auf der Suche nach Beute können Eisbären sehr weite Strecken laufen. 50 Kilometer oder weiter ohne Pause zu schwimmen ist für sie auch kein Problem. Ihr Fell ist dicht und lässt das Wasser nicht eindringen. Das Fell und eine sehr dicke Fettschicht sorgen dafür, dass ein Eisbär im eiskalten Wasser nicht friert.<eop>Die Hauptspeise der Eisbären sind Seehunde und andere Robben. Ein Seehund braucht Luft zum Atmen und lebt deshalb in der Nähe von Löchern oder Spalten in der Eisschicht. Dort lauert der Eisbär auf ihn. Außerdem reißen Eisbären ab und zu kleinere Wale, Fische und auch Vögel und Säugetiere, wie zum Beispiel den Schneehasen oder Rentiere. Als Allesfresser mögen sie auch Beeren und Gräser. <eop>Eisbären sind Einzelgänger. Sie leben also allein, außer wenn sie Junge machen wollen. Dazu paaren sie sich zwischen März und Juni. Dann geht das Männchen wieder weg. Das Weibchen gräbt sich einige Zeit vor der Geburt eine Geburtshöhle. Dort bringt es dann im Winter zwischen November und Januar seine Jungen zur Welt. Meistens sind es zwei, ganz selten drei oder vier. Die Jungen sind bei der Geburt etwa so groß wie ein Kaninchen und weniger als ein Kilogramm schwer. <eop>Bis März oder April bleiben die Jungen mit ihrer Mutter in der Geburtshöhle. Erst danach verlassen sie diese Höhle gemeinsam. Noch bis zu zwei Jahre lang bleiben die Eisbärenjungen dann bei ihrer Mutter und trinken Milch. Sie ziehen mit der Mutter über das Eis und lernen selbst zu jagen. Das Leben ist so hart, dass nur etwa die Hälfte der Babys fünf Jahre alt wird. Von diesem Alter an können sie selber Junge haben.<eop><eop>"}, {"title": "Eisen", "id": 209, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eisen", "text": "Eisen ist das häufigste Metall, das wir brauchen. Man kann es zu Stahl weiter verarbeiten. Daraus bestehen unsere Maschinen, Motoren, Schienen sowie viele Brücken und andere Dinge. Auch unsere Autos, Eisenbahnen, Schiffe, Fahrräder, Werkzeuge und vieles mehr besteht zum großen Teil aus Eisen oder eben aus Stahl. <eop>Wenn Eisen nicht geschützt ist und nass wird, rostet es leicht und wird rotbraun. Deshalb findet man in der Natur nie reines Eisen. Es kommt als Erz vor, das heißt, mit anderen Stoffen vermischt. Um das Eisen dort heraus zu holen, muss man das Erz sehr stark erhitzen. Dann fließt das Eisen heraus, während die übrigen Stoffe zurück bleiben. Das macht man in einem Hochofen. <eop>Solches Roheisen kann man in verschiedene Formen gießen, so lange es genügend heiß und flüssig ist. Weil es aber immer noch verschiedene andere Stoffe enthält, kann es leicht brechen. Es lässt sich aber gut für Gehäuse von Motoren und ähnliche Dinge verwenden. Um es stabiler zu machen, musste man es früher schmieden. Heute erledigt diese schwere Arbeit ein Stahlwerk.<eop>Der Mensch kann seit etwa 4000 Jahren Eisen gewinnen und bearbeiten. Das beste Metall vorher war die Bronze. Mit der Entdeckung und Bearbeitung des Eisens wurde vieles möglich: Pflüge brachen den Erdboden tiefer um, so dass es in der Landwirtschaft höhere Erträge gab. Mit Pfeilspitzen aus Eisen waren Tiere einfacher zu erlegen. Beides war wichtig gegen den Hunger. Mit eisernen Waffen ließen sich auch andere Menschen besser besiegen. Die Entdeckung des Eisens war so wichtig, dass eine neue Epoche anbrach, die Eisenzeit.<eop><eop>"}, {"title": "Eisenbahn", "id": 210, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eisenbahn", "text": "Die Eisenbahn ist ein Mittel, um schnell von Ort zu Ort zu kommen, also von einem Bahnhof zu einem anderen. Der Name Eisenbahn kommt von den Schienen, auf denen sie fährt und die vor allem aus Eisen bestehen. Mit Bahn meinte man den Weg, der gebahnt wurde.<eop>Oft denkt man beim Wort Eisenbahn an das Fahrzeug selbst, also einen Zug. Der heißt so, weil seine Waggons von einer Lokomotive oder einem Triebwagen gezogen werden. Es kann mit Eisenbahn oder Bahn aber auch alles drum herum gemeint sein, also Schienen, Bahnhöfe, Stellwerke und Leute, die für die Bahn arbeiten. Häufig heißen die Unternehmen, die Züge betreiben, auch einfach Bahn. <eop>Schon bei den alten Römern hat man Spuren gegraben, damit Wagen besser in die richtige Richtung fuhren. Später gab es Schienen aus Holz und im 18. Jahrhundert schließlich aus Eisen. Die Wagen wurden aber noch von Menschen oder Pferden geschoben oder gezogen. <eop>In den Jahren nach 1800 hat man angefangen, die Wagen mit Dampfkraft zu bewegen. Wie zuvor hat man solche Wagen auf Schienen für den Bergbau benutzt. Eine richtige Eisenbahn für alle gab es zum ersten Mal 1825 in Großbritannien. Zehn Jahre später fuhr die erste Eisenbahn in Deutschland. Bald gab es immer mehr Strecken. Wer vor 1850 von Köln nach Berlin wollte, musste fast eine Woche mit Pferd oder Kutsche reisen. Einige Jahre später konnte man den gleichen Weg mit der Eisenbahn an einem Tag schaffen. Mit dem ICE dauert es heute nur noch etwas mehr als vier Stunden.<eop> Wer hat die Eisenbahn bauen lassen? Zuerst haben private Firmen die Strecken gebaut, später die Staaten auf ihrem eigenen Staatsgebiet. Es war unpraktisch, wenn es in einem Land mehrere Eisenbahn-Firmen gab und nicht überall dieselbe Fahrkarte gültig war. Außerdem war die Eisenbahn nicht nur wichtig, um Waren und Reisende zu transportieren. Man konnte mit ihr auch Soldaten in den Krieg und an Orte bringen, wo es Aufstände gab.<eop>Im 20. Jahrhundert endete fast überall die Zeit der Dampflokomotiven. Die Eisenbahnen wechselten auf Dieselmotoren oder elektrischen Strom für den Antrieb. Gleichzeitig hatten immer mehr Menschen ein Auto, so dass sie weniger mit der Bahn gefahren sind. Auf Fernstrecken hat sich das Flugzeug durchgesetzt. Darum hat die Eisenbahn weniger Geld verdient und konnte sich weniger Strecken und Wagen leisten. Trotzdem ist die Eisenbahn immer noch eines der wichtigsten Verkehrsmittel. <eop>"}, {"title": "Eisenzeit", "id": 211, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eisenzeit", "text": " Die Eisenzeit hat ihren Namen davon, dass die Menschen ihre Werkzeuge mehr und mehr aus Eisen herstellten anstatt aus Bronze. Eisen ist besser für Werkzeuge geeignet, weil es stabiler ist und sich weniger verbiegt. Auf die Bronzezeit folgte also die Eisenzeit. Sie begann in Mitteleuropa etwa um 800 vor Christus. Im Süden dauerte sie bis zur Römerzeit. Im Norden, wo die Römer nicht hinkamen, dauerte sie bis zum Beginn des Mittelalters.<eop>Die ältesten Gegenstände aus Eisen fand man im heutigen Land Irak. Sie sind etwa 5000 Jahre alt. Der älteste europäische Fund gelang in der italienischen Stadt Bologna. Er ist knapp 3000 Jahre alt. Nur wenig jünger ist der älteste Fund aus Deutschland: Die Spitze einer Lanze, aus Bronze, wurde am Schaft mit einem eisernen Niet befestigt. Das ist so etwas Ähnliches wie ein Nagel. Wie bei der Bronze hat es wohl lange gedauert, bis immer mehr Menschen gelernt haben, Eisen herzustellen und zu verarbeiten. Deshalb hängt es von der Gegend ab, wenn man sagen will, wann die Eisenzeit begann.<eop>Wie lebten die Menschen? Die Menschen ernährten sich seit der Steinzeit vom Ackerbau und von der Viehzucht. Die Holzpflüge verstärkten sie mit Eisenplatten oder bauten ganze Teile davon aus Eisen. Sie konnten dadurch eine dickere Erdschicht auflockern. Obwohl auch diese Pflüge die Erde bloß aufrissen, gab es höhere Erträge. Die Erde auch noch wenden, so wie es heute geschieht, konnten die Pflüge erst seit Beginn der Römerzeit.<eop>Die meisten Menschen wohnten immer noch in Großfamilien auf Bauernhöfen. Es entwickelten sich aber auch Siedlungen mit einer Befestigung und einer kleinen Stadt. Hier sammelten sich die Handwerker, welche immer wichtiger wurden. <eop>Der Unterschied zwischen armen und reichen Menschen vergrößerte sich. Dies bezeugen die Funde von Gräbern: Im Schwarzwald beispielsweise wurde ein riesiges Hügelgrab gefunden. Es ist so lang wie ein Fußballfeld, aber rund wie ein Kreis und in der Mitte vier Mal so hoch wie ein Fußballtor. Gefunden wurden darin außer Knochen auch wertvolle, verzierte Dolche aus Bronze und Eisen. <eop>Es gab auch zahlreiche Wanderbewegungen. Die Forscher wissen aber nicht genau, ob dabei ganze Völker unterwegs waren. Vielleicht waren es auch nur Scharen von Kriegern, die auf Beute aus waren. Vielleicht waren auch einzelne Gruppen unterwegs, deren Land durch andere Menschen oder durch Naturkatastrophen zerstört wurde.<eop>Was arbeiteten die Menschen? Ein Großteil der Menschen arbeitete weiterhin in der Landwirtschaft und versuchte, sich so weit als möglich selbst zu versorgen. Es kam aber auch immer mehr zu einzelnen Berufen. Man nennt dies Arbeitsteilung, wenn nicht mehr jeder alles macht, sondern einige zu Fachleuten werden.<eop>Immer mehr Eisen wurde aus Erz gewonnen. So entstanden immer mehr Arbeitsmöglichkeiten im Bergbau und in der Verarbeitung. Das rohe Eisen wurde erst durch die Arbeit des Schmieds brauchbar. Er erhitzte und hämmerte das Eisen, bis es immer stabiler wurde. Danach formte er daraus den gewünschten Gegenstand. Erst dann war es der Bronze überlegen: Eisen war härter und trotzdem biegsamer. <eop>Messer und Äxte können schärfer geschliffen werden und stumpfen viel weniger ab. Hämmer und Nägel verbiegen sich nicht. Pflüge ertragen auch mal einen Stein in der Erde. Mit einem Eisenschwert schlägt man ein Bronzeschwert entzwei.<eop>Aus Bronze, Gold und Silber wurden weiterhin Schmuck und Gegenstände für religiöse Rituale hergestellt. Auch andere Berufe der Bronzezeit weiteten sich aus: die Köhlerei, der Wagenbau, der Schiffsbau, die Töpferei und vieles anderes mehr. Neue Webstühle wurden erfunden und sorgten für weitere Arbeitsplätze. Der Handel weitete sich aus.<eop><eop>"}, {"title": "Eiszeit", "id": 212, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eiszeit", "text": "Eine Eiszeit ist eine lange Zeit, in der es auf der ganzen Erde viel kälter ist als sonst. Manche Wissenschaftler sprechen von einem Eiszeitalter, wenn mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist. Dann liegt dort ständig Eis. Andere Wissenschaftler finden, es müssen beide Pole der Erde vergletschert sein. Weil heute Arktis und Antarktis unter Eis liegen, leben wir in einem Eiszeitalter.<eop>Der Planet Erde ist etwa viereinhalb Milliarden Jahre alt. Eine Milliarde besteht aus 1000 Millionen. In dieser langen Erdgeschichte hat es mindestens fünf Eiszeitalter gegeben. In so einem Eiszeitalter ist es meist kalt. Es gibt aber auch einige Zeiten, in denen es deutlich wärmer ist. Die kalte Zeit im Eiszeitalter nennt man Glazial, die warme Zeit Interglazial. Die Warmzeit liegt also zwischen den Glazialen.<eop>Wir leben heute in einem Erdzeitalter, das man Quartär nennt. Dieses Quartär hat schon vor zweieinhalb Millionen Jahren angefangen. Das Quartär ist ein Eiszeitalter. Allerdings hat es Kaltzeiten und Warmzeiten. Seit etwa 11.700 Jahren befindet die Erde sich im Holozän. Das ist eine Warmzeit. Wir leben also in einer Warmzeit in einem Eiszeitalter.<eop> Wie sieht die Erde in einer Eiszeit aus? Wenn man heute von der „Eiszeit“ spricht, denkt man wohl an die Zeit vor unserer Warmzeit: die „letzte Kaltzeit”. Schon damals war zum Beispiel der Nordpol von Eis bedeckt, wie heute. Das Eis ging aber noch viel weiter nach Süden. Halb Deutschland lag damals unter Eis.<eop>Das viele Eis bestand aus Wasser, das aus den Meeren kam. Daher blieb für die Meere weniger Wasser übrig: Der Meeresspiegel lag tiefer als heute. Das waren in Europa etwa 110 Meter.<eop>Wenn das Meer niedriger ist, dann bleiben manche Gebiete über Land, die heute unter Wasser liegen. Ein Beispiel ist die Nordsee: Große Teile dieses Meeres waren in der Eiszeit einfach Land. Menschen in der Steinzeit lebten dort. Die britischen Inseln waren gar keine Inseln, sondern Teil des Festlands.<eop>In Europa und Nordamerika war es zwar kälter. Menschen mussten sich warm anziehen oder blieben eher im Süden. Aber damals lebten dort viele große Säugetiere, wie die Mammute und große Rinder. Die konnte man jagen. Im Holozän, unserer Warmzeit, sind sehr viele große Säugetiere ausgestorben. Die Forscher heute sind sich nicht sicher, ob das durch die Natur so kam oder ob der Mensch daran schuld war.<eop><eop> Wie kommt es zu einer Eiszeit? Die Pole und hoch liegende Gebiete wie die Alpen liegen nur dann unter Eis, wenn es dort viel geschneit hat. Es muss eine lange Zeit mehr Schnee hinzugekommen als geschmolzen sein. Auch im Sommer darf es deshalb nicht zu warm sein.<eop>Wie es zur Kälte gekommen ist, wissen die Forscher nicht genau. Sie glauben an eine ganze Reihe von Gründen. Wahrscheinlich waren mehrere Gründe gemeinsam daran Schuld, dass eine Eiszeit entstand.<eop>Eine Eiskappe bildet sich nur auf Land. Die Kontinente, die großen Landmassen unserer Erde, bewegen sich aber. Für eine Eiszeit muss deshalb am Pol Land liegen. Das allein reicht aber noch nicht für eine Eiszeit.<eop>Wichtig für die Temperatur auf der Erde ist die Atmosphäre. Diese Lufthülle um den Planeten besteht aus verschiedenen Gasen. Wenn viel Kohlendioxid in der Luft ist, wird es wärmer. Damals könnte das Kohlendioxid aus Vulkanen gekommen sein. Auch heute wird es wärmer, was man Klimawandel. Die meisten Wissenschaftler meinen, dass die Menschen mit ihrer Industrie für das Kohlendioxid sorgen.<eop> Woher wissen die Menschen etwas über Eiszeiten? Wer verstehen will, dass es Eiszeiten gab, muss wissen, wie warm oder kalt das Klima früher war. In der letzten Kaltzeit lebten zwar schon Menschen. Sie haben uns aber nicht aufgeschrieben, ob es wärmer oder kälter war. Die Veränderung hat auch viel länger gedauert, als ein einzelner Mensch lebt.<eop>In den Jahren um 1830 haben Wissenschaftler über Findlinge nachgedacht. Diese großen Steine liegen einfach in der Gegend, zum Beispiel in Norddeutschland. Man konnte sich lange Zeit nicht erklären, wie sie dorthin gekommen sind. Es gibt kein Gebirge in der Nähe, von dem sie abgebröckelt sein könnten.<eop>Damals fand man langsam die Erklärung: Früher ist es auf unserem Planeten einige Zeit lang sehr kalt gewesen. Es sind Gletscher entstanden, dicke Ströme aus Eis, wie wir sie heute aus dem Hochgebirge kennen. Die Gletscher sind in der Eiszeit langsam gewachsen und haben die Steine mit sich hergeschoben.<eop>Mittlerweise wissen Forscher noch viel mehr. Sie haben in der Erde gegraben und Schichten aus Erde und Gestein gesehen. Die unterschiedlichen Schichten kommen von den Erdzeitaltern. Man hat auch im ewigen Eis gebohrt und darin Unterschiede festgestellt.<eop><eop>"}, {"title": "Eiter", "id": 213, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eiter", "text": "Eiter ist eine Flüssigkeit. Sie entsteht manchmal bei einer Entzündung im Körper von Wirbeltieren, also auch im Menschen. Der Eiter ist gelblich oder weiß, manchmal dickflüssig, manchmal dünner.<eop>Wenn Bakterien die Haut oder das Zahnfleisch angreifen, entzündet sich die Stelle. Die Bakterien kommen zum Beispiel durch eine Wunde in die Haut. Je nachdem, wo die Stelle ist und wie sie aussieht, gibt es dafür verschiedene Namen. Ein Furunkel zum Beispiel entsteht an entzündeten Haarwurzeln. Ein Abszess ist eine Stelle, an der sich viel Eiter angesammelt hat. Der Körper hat eine Kapsel darum gebildet, um sich zu schützen. Pusteln sind Blasen, die mit Eiter gefüllt sind.<eop>Der Körper bekämpft die Bakterien, und dabei bildet er Eiter. Im Eiter sind Bakterien sowie die Reste von bestimmten Abwehrzellen des Körpers, die Leukozyten. Gut ist es, wenn der Körper den Eiter selber beseitigen kann. Dann wird die Stelle wieder normal. Wenn man dafür sorgt, dass eine Wunde gut gereinigt wird und auch sauber bleibt, entsteht auch weniger Eiter.<eop>Allerdings können Eiterstellen auch wachsen, weil die Entzündung weitergeht. Stellen mit sehr viel Eiter tun weh. Besonders gefährlich ist es, wenn Bakterien aus einer Wunde ins Blut gelangen. So eine Blutvergiftung kann zum Tod führen. Manchmal gibt die Ärztin dem Patienten in so einem Fall Antibiotika.<eop> Wie beseitigt man eine Eiterstelle? Kleine Eiterstellen kann man mit einer Salbe bekämpfen. Sie hilft dem Körper, sich selbst zu heilen. Ansonsten muss man zur Ärztin gehen. Sie weiß, wie man vorgeht, ohne dass Bakterien weiter in den Körper gelangen. Besonders Eiterstellen am Kopf sind sehr gefährlich, weil Bakterien schnell das Gehirn erreichen können. Es kann zu einer Hirnhautentzündung kommen.<eop>Schon früher wussten die Ärzte: Eiter soll abfließen. Dazu öffnet die Ärztin die Stelle mit einem scharfen Messer. Sie sorgt zum Beispiel mit einem Schlauch dafür, dass der Eiter gut abfließt. Spülen hilft dabei, den Eiter ganz zu beseitigen. Dabei wird auf Hygiene geachtet, also auf eine besondere Form der Sauberkeit. Darum darf man nicht selbst Abszesse oder andere Eiterstellen einritzen.<eop>"}, {"title": "Elbe", "id": 214, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Elbe", "text": "Die Elbe ist ein großer Fluss in Mitteleuropa. Ihre Quelle liegt im Riesengebirge an der Grenze zwischen Tschechien und Polen. Dort heißt sie „Labe“. Sie fließt dann einmal von Südosten nach Nordwesten durch Deutschland und mündet nach rund 1000 Kilometern bei Cuxhaven in die Nordsee. Auf ihrem Weg kommt sie an vielen Städten vorbei wie Dresden, Magdeburg oder Hamburg. Ihre wichtigsten Nebenflüsse sind die Moldau, die Saale und die Havel.<eop>Wissenschaftler unterscheiden im Verlauf des Flusses drei Abschnitte: Ober-, Mittel- und Unterelbe. Die Oberelbe beginnt bei der Quelle und endet etwa bei der Stadt Meißen in Sachsen. Bis hier fließt die Elbe überwiegend durch Gebirge und muss dabei zum Teil enge Täler passieren, gleich bei der Quelle gibt es sogar einen 40 Meter tiefen Wasserfall. Die Mittelelbe geht von Meißen bis kurz vor Hamburg und fließt hier als breiter Strom gemächlich durch flaches Land. <eop>Der letzte Abschnitt von Hamburg bis zur Nordsee heißt Unterelbe und ist eigentlich schon eine langgestreckte Meeresbucht. Hier gibt es Ebbe und Flut, und die Elbe ist hier besonders tief und breit. An der Mündung bei Cuxhaven ist die Elbe 15 Kilometer breit. <eop>Schon seit dem Mittelalter ist die Elbe ein wichtiger Wasserweg für Schiffe. Auf ihr wurden früher Tuche und Stoffe aus Schlesien, Holz und Kohle, Silber und Erze aus Böhmen und Sachsen transportiert. In den letzten Jahrzehnten ging die Bedeutung der Schifffahrt zurück, weil viele Güter heute mit der Eisenbahn oder auf der Straße bewegt werden. Nur auf der Unterelbe fahren noch viele Ozeanriesen aus aller Welt bis zum Hamburger Hafen. Vom Abwasser vieler Städte und Fabriken war das Wasser der Elbe früher sehr schmutzig. Heute leben wieder viele Fische und Wasservögel im und am Fluss, und es gibt mehrere Vogel- und Naturschutzgebiete entlang der Elbe. <eop>Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in zwei Staaten geteilt war, verlief die Grenze teilweise an der Elbe. Viele Menschen starben damals bei dem Versuch, aus der Deutschen Demokratischen Republik über den Fluss in den Westen zu flüchten. Sie ertranken oder wurden erschossen. <eop>"}, {"title": "Elch", "id": 215, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Elch", "text": "Der Elch ist ein Säugetier. Er gehört zur Familie der Hirsche. Man kann ihn nicht als Haustier zähmen oder in einer Herde halten. Der Elch lebt im hohen Norden von Europa und Asien. Dieselbe Art lebt auch in Kanada und in Alaska. Der Elch dringt aber nicht überall gleich weit in den Norden vor wie das Ren.<eop>Von der Größe und dem Gewicht her gesehen gleicht der Elch einem Pferd. Es gibt aber ziemliche Unterschiede je nach Unter-Art und dem Gebiet, in dem die Elche leben. Das Fell besteht aus langen Haaren. Es ist rotbraun bis schwarzbraun, an den Beinen auch grau bis fast weiß. Im Frühling verlieren die Elche ihr dichtes Winterfell.<eop>Der Brustkorb ist sehr groß. An den Schultern tragen Elche besonders starke Muskeln. Auch die Wirbelsäule ist am Hals stärker, damit die Männchen ihr schweres Geweih tragen können. Es kann bis zu zwei Meter breit werden, so viel misst ein normales Bett in der Länge. Weibchen tragen kein Geweih.<eop>Wie leben Elche? Elche sind Einzelgänger, normalerweise ist also jedes Tier für sich allein unterwegs. Sie fressen am liebsten nahrhafte Pflanzen, zum Beispiel die Spitzen der jungen Triebe an den Bäumen und Blätter. Elche sind die einzigen Hirsche, die auch Wasserpflanzen fressen. Elche bleiben am selben Ort, bis sie alles abgefressen haben, dann ziehen sie weiter.<eop>Wenn sie sich paaren wollen, treffen sich zuerst die Männchen. Sie machen leichte Kämpfe um festzustellen, wer stärker ist als der andere. Erst später, wenn ein Platzhirsch seine Weibchen um sich geschart hat, kommt es zu heftigen Kämpfen. Dann nämlich, wenn ein fremdes Männchen dem Platzhirsch seinen ganzen Harem streitig macht. <eop>Die Tragzeit einer Elchkuh beträgt etwa acht Monate. Meist trägt sie ein einzelnes Jungtier. Zwillinge kommen ab und zu vor. Bis zur Geburt des Babys wird die Elchmutter von ihrem letzten Jungen begleitet, dann verscheucht sie es. Schon wenige Minuten nach der Geburt steht das Baby auf und folgt seiner Mutter. Am Anfang trinkt es täglich etwa eineinhalb Liter Milch bei seiner Mutter, später sind es täglich drei Liter. Mit etwa eineinhalb Jahren ist ein Jungtier geschlechtsreif, es kann dann also selber Junge machen. In Freiheit wird ein Elch etwa 15 Jahre alt. <eop>Am Anfang können die jungen Elche einem Feind noch nicht davon rennen. Die Mutter verteidigt es deshalb mit kräftigen Huftritten. Natürliche Feinde der Elche sind Wölfe, Luchse, Bären und der Vielfraß, ein besonderer Marder. In Alaska geht auch der Puma auf die Jagd nach Elchen, in Sibirien ist es der Sibirische Tiger. Elche tragen manchmal Parasiten wie Zecken oder Milben. Das kann sie sogar töten. Der Elch ist aber trotzdem nicht gefährdet.<eop>Wie lebt der Mensch mit dem Elch? Menschen jagen Elche schon seit der Steinzeit. Das Fleisch ist bekömmlich. Aus dem Fell kann man Kleider oder Zelte nähen. Aus dem Geweih und den Knochen lassen sich Werkzeuge herstellen. In Deutschland wurden dadurch die Elche im Mittelalter ausgerottet. Heute gibt es Elche in Polen, davon wandern auch ab und zu einige Tiere nach Deutschland.<eop>In Alaska, Finnland und Schweden werden jedes Jahr mehrere tausend Elche durch Autos zu Tode gefahren. Bekannt ist deshalb der „Elchtest“: Ein Auto muss auf einer Teststrecke plötzlich einen Haken schlagen, als ob ein Elch dort stehen würde. Dann sehen die Fachleute, ob das Auto schleudert oder sogar umkippt.<eop><eop>"}, {"title": "Elefanten", "id": 216, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Elefanten", "text": "Elefanten sind Säugetiere. Es sind die größten, die auf dem Land leben. Das Männchen heißt Bulle, das Weibchen heißt Kuh oder Elefantenkuh, das Jungtier heißt Kalb.<eop>Die Kühe und Kälber leben in Herden. Sie ziehen umher und suchen Gras und Blätter zum Fressen sowie Wasser zum Trinken. Die Männchen leben allein oder in kleinen Gruppen und gehen nur zu den Weibchen, um Junge zu machen.<eop>Auf der Welt gibt es immer weniger Elefanten. Die Menschen nehmen ihnen das Land weg oder sie erschießen die Elefanten und sägen ihnen die Stoßzähne ab. Die verkaufen sie dann als wertvolles Elfenbein.<eop>Wie sehen Elefanten aus? Ein Bulle, ein großes Männchen, wird doppelt so hoch wie ein ausgewachsener Mann und wiegt so viel wie sieben kleine Autos, nämlich sechs Tonnen. Bis zur Schulter gemessen sind Elefanten vier Meter hoch. Ihr Körper kann fünfeinhalb bis siebeneinhalb Meter lang werden. <eop>Der Rüssel der Elefanten ist eine verlängerte Nase mit Nasenlöchern. Der Rüssel besteht nur aus Muskeln und ist ohne Knochen. Deshalb ist er sehr beweglich. Mit dem Rüssel kann der Elefant aber nicht nur atmen und riechen. Er kann damit auch Dinge fassen und sich beispielsweise Gras in den Mund stopfen. Er kann damit auch Wasser ansaugen und sich zum Trinken in den Mund spritzen.<eop>Nicht alle Elefanten haben genau das gleiche Skelett. Die Wirbelsäule kann vom Hals bis zur Schwanzspitze 326 bis 351 einzelne Wirbel haben. Das Herz schlägt nur etwa dreißig Mal pro Minute. Das ist etwa halb so schnell wie bei einem Menschen. <eop>Elefanten haben größere Ohren, dickere Beine, einen längeren Rüssel und längere Stoßzähne als jedes andere Tier auf der Welt. Ihre Haut ist etwa so dick wie der Finger eines erwachsenen Menschen, so dass man die Elefanten auch „Dickhäuter“ nennt. Trotzdem ist die Haut sehr empfindlich. Die Stoßzähne waren bei den frühen Vorfahren der Elefanten noch Schneidezähne. Sie wachsen ständig nach. <eop>Wie leben Elefanten? Elefanten leben in Herden. Dazu gehören aber nur Kühe und Jungtiere, keine erwachsenen Bullen. So eine Herde wird von einer erfahrenen Elefanten-Kuh angeführt. Die Kuh beschützt die Gruppe, indem sie zeigt, dass sie notfalls auch angreifen würde: Sie breitet ihre Ohren weit aus und erhebt den Rüssel hoch. <eop>Die ausgewachsenen Bullen leben meistens allein oder in Gruppen, die sich immer wieder auflösen und neu zusammensetzen. Nur zur Paarung nähern sie sich den Herden der Kühe.<eop>Elefanten ernähren sich rein vegetarisch. Am liebsten fressen sie Gras und Blätter, sonst aber auch Äste und andere Pflanzen. Sie brauchen täglich etwa 200 Kilogramm davon. Dazu trinken sie über 100 Liter Wasser.<eop>Elefanten schlafen weniger lang als Menschen. Sie brauchen die ganze Zeit, um zu fressen. Dazu müssen sie auch sehr weit laufen. Sie sind zwar langsam, aber sehr ausdauernd. Deshalb ist es schwierig, Elefanten in einem Zoo zu halten, weil es dort für sie schnell man sehr eng ist.<eop>Bei großer Hitze und um ihre Haut zu pflegen nehmen sie auch gerne mal ein Bad oder sie spritzen sich mit dem Rüssel Wasser über den Rücken. Bei Hitze fächeln sie mit ihren Ohren und können sich so etwas Kühlung verschaffen.<eop>Wie vermehren sich Elefanten? Elefanten können zu jeder Jahreszeit Junge kriegen. Die Kuh muss jedoch genug zu fressen haben, damit sie dazu bereit ist. Nach der Paarung mit einem Bullen ist die Kuh fast zwei Jahre lang schwanger. Bei den Tieren heißt das „trächtig“, weil die Mutter ein Jungtier in ihrem Bauch trägt. Zwillinge gibt es selten.<eop>Bei der Geburt ist ein Elefantenbaby etwa 100 Kilogramm schwer, etwa so viel wie ein schwerer Mann. Es kann sofort aufstehen. Vier Jahre lang isst und trinkt es nichts als die Milch seiner Mutter. Die trinkt es direkt mit dem Maul. Anders als bei den meisten Säugetieren trägt die Elefantenkuh die Brüste zwischen den Vorderbeinen.<eop>Bis ein junger Elefant ausgewachsen ist, braucht es etwa 20 Jahre. Etwa ab 40 Jahren kann eine Elefantenkuh keine Babys mehr bekommen. Sie lebt aber trotzdem noch etwa 20 Jahre weiter. Das ist bei Tieren sehr selten. Insgesamt werden Elefanten ungefähr 60 Jahre alt.<eop>Wie unterscheiden sich Elefanten? Heute leben noch zwei Hauptgruppen von Elefanten: In Afrika leben der Afrikanische Elefant und sein naher Verwandter, der Waldelefant. In Asien lebt der Asiatische Elefant. <eop>Der Afrikanische Elefant ist schwerer als der Asiatische Elefant. Seine Haut ist runzliger. Bulle und Kuh haben Stoßzähne. Bei den Asiatischen Elefanten tragen viele Bullen Stoßzähne. Die Kühe tragen keine oder nur winzige Stoßzähne. Die Afrikanischen Elefanten haben zudem größere Ohren.<eop>Indische Elefanten können dressiert werden, damit sie schwere Lasten tragen. Meistens tun sie die Arbeit, die bei uns ein Traktor im Wald macht, zum Beispiel Baumstämme schleppen. Afrikanische Elefanten hingegen sind schwieriger zu zähmen. <eop>Früher gab es mehr Elefantenarten auf der Welt. Es gab zum Beispiel Mammute in Europa und Mastodons in Amerika. Sie hatten ein Fell, und der Körper sah etwas anders aus. Während der Eiszeit gab es auf den Inseln des Mittelmeers sogar Zwergelefanten. Diese sind heute alle ausgestorben.<eop>Sind die Elefanten gefährdet? Elefanten haben fast keine natürlichen Feinde. Nur selten gelingt es Löwen oder Tigern, ein Jungtier zu jagen und zu fressen. Trotzdem gibt es heute viel weniger Elefanten als früher.<eop>Vor 30 Jahren lebten in Afrika noch viele Millionen Elefanten, vor allem in der Savanne. Heute sind es noch etwa eine halbe Million. Jäger töten Elefanten oft nur, weil sie die Stoßzähne haben wollen. Dabei ist das fast überall verboten. Viele Leute mögen dieses Elfenbein als Schmuckstück, denn es ist sehr gleichmäßig und lässt sich gut schnitzen. <eop>Auch in Asien lebten früher mehr Elefanten. Der ganze Süden von Asien kannte Elefanten, heute sind es nur noch einige Gegenden in Indien und einigen anderen Ländern wie Indonesien. In der Wildnis sind es heute noch etwa 50.000. Hinzu kommen aber die asiatischen Elefanten in Gefangenschaft, zum Beispiel in Zoos.<eop>Weil die Elefanten so lange brauchen, bis ein Jungtier erwachsen ist, können sie sich nur sehr langsam vermehren. Der Mensch nimmt ihnen auch immer mehr Land weg, das macht das Leben für die Elefanten noch schwieriger.<eop><eop>"}, {"title": "Elektrizität", "id": 217, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Elektrizität", "text": " Die Elektrizität ist eine Kraft in der Natur. Am besten ist sie in einem Blitz am Himmel sichtbar. Heute stellen die Menschen viel künstliche Elektrizität her. Damit machen sie zum Beispiel Licht oder sie bringen ein Radio oder eine Maschine zum Laufen. In der Umgangssprache spricht man oft von Strom, gemeint ist damit elektrischer Strom oder eben die Elektrizität.<eop>Elektrizität ist sehr vielseitig: Strom erhitzt das Bügeleisen oder die Herdplatte, macht Licht, bringt die Bilder auf den Fernseher oder treibt Rolltreppen an. Es gibt noch viele andere Anwendungen. Elektrizität ist heute auch so beliebt, weil sie Motoren geräuschlos antreibt und weil dabei keine Abgase entstehen. Ohne elektrischen Strom würde die heutige Welt nicht funktionieren. <eop>Elektrizität ist aber auch gefährlich. Wasser und Metall leiten den Strom besonders gut. Daher muss im Badezimmer und an Orten mit viel Metall besonders vorsichtig mit Strom umgegangen werden. Am Strom kann man sich nicht nur verbrennen, sondern das Herz kann aus seinem Rhythmus kommen. Davon kann man sterben.<eop> Wie lernten die Menschen die Elektrizität kennen? Die Elektrizität aus der Natur kannten schon die alten Griechen. Das Wort „elektron“ stammt aus ihrer Sprache: Es bedeutet Bernstein. Wenn man einen Bernstein mit einem Tuch aus Wolle reibt, zieht er manche Gegenstände an. Heute würde man sagen: Er wurde elektrostatisch aufgeladen. Dies geschieht auch, wenn wir uns an bestimmten Materialien reiben. Dann stellen sich beispielsweise einem Kind die Haare auf.<eop>Auch in den Blitzen zeigt sich die Elektrizität. Das weiß man seit dem amerikanischen Forscher Benjamin Franklin, der im 18. Jahrhundert lebte. Allerdings konnte man mit Elektrizität nichts anfangen. Es gab Geräte, mit denen man ein wenig davon herstellen konnte. Ein Mensch erhielt davon ein komisches Gefühl oder gar einen Schlag. Manche Leute glaubten, dass man damit Menschen gesund machen könnte.<eop>Erst in den Jahren nach 1850 wusste man genug über Elektrizität, dass man es für Licht und Maschinen verwenden konnte. Die Menschen fanden auch heraus, wie sie Strom selber produzieren konnten. Schließlich hat man damit sogar Informationen übertragen, zuerst am Morsegerät und am Telefon, dann beim Radio, heute per Computer oder Handy.<eop> Was ist elektrischer Strom? Weil man die Elektrizität nicht sieht, ist sie schwierig zu erklären. Heute weiß man, dass es sich um winzig kleine Teile handelt, kleiner noch als Atome. Sie haben eine bestimmte elektrische Ladung. Diese Ladung gibt es in zwei Arten: positiv oder negativ. Sie sorgt dafür, dass die Teilchen sich gegenseitig abstoßen, wenn sie beide positiv oder beide negativ geladen sind. Sie können sich auch anziehen, wenn eins positiv und eins negativ geladen ist.<eop>Außerdem werden durch die geladenen Teilchen elektrische Felder erzeugt. Das ist so ähnlich wie bei einem Magnetfeld. Durch die elektrischen Felder wirken Kräfte auf geladene Teilchen. In Elektrokabeln aus Kupfer können sich solche Teilchen, die Elektronen, frei bewegen. Wenn die Elektronen sich dann in eine Richtung durch das Kabel bewegen, dann fließt ein Strom. Sie strömen durch das Kabel so wie Wasser durch ein Flussbett strömt. Das hatte schon der französische Naturwissenschaftler André-Marie Ampère hatte herausgefunden.<eop>Wenn man elektrischen Strom messen will, gibt es da mehrere Möglichkeiten. Die Menge der Elektronen, die in einer bestimmten Zeit durch ein Kabel fließt misst man in der Maßeinheit Ampère, sprich: Ampähr. Diese Stromstärke entspricht im Vergleich der Menge des fließenden Wassers. Die Stärke des „Antriebs“ des Stromes nennt man Spannung. Sie entspricht beim Fluss dem Gefälle, also wie steil der Abschnitt ist. Man misst sie in der Maßeinheit Volt. Dieser Ausdruck geht auf den italienischen Wissenschaftler Alessandro Volta zurück. Eine normale Batterie hat höchstens 9 Volt, eine Autobatterie 12 oder 24 Volt. Unsere Steckdosen haben 230 Volt. Das ist so viel, dass das Anfassen lebensgefährlich ist.<eop>Die Leistung eines Geräts hängt von Stromstärke und von der Spannung ab. Man misst sie in der Maßeinheit Watt. Dies ist heute auf allen Geräten angeschrieben: Je mehr Watt, desto kräftiger ist der Haartrockner, oder desto lauter ist der Lautsprecher oder ein anderes Gerät.<eop> Wie stellen die Menschen elektrischen Strom her? Elektrischer Strom entsteht meistens in einem Generator. Solche gibt es zum Beispiel an Fahrrädern, um Licht zu machen. Dort nennt man sie Dynamo. Im Innern befindet sich ein Magnet. Dieser wird in eine Drehung versetzt und versetzt dadurch die Elektronen in einer Kupferspule in Bewegung. Es wird also mechanische Energie in elektrische Energie umgewandelt. Ein Elektromotor funktioniert genau umgekehrt. Generatoren gibt es in sehr verschiedenen Größen, in Kraftwerken sind sie meist größer als ein Mensch.<eop>Es gibt verschiedene Methoden, einen Generator anzutreiben: In einem Atomkraftwerk oder in einem Kohlekraftwerk entsteht Wasserdampf, der eine Turbine antreibt. Auch mit Gas kann man eine Turbine antreiben, das funktioniert wie ein Triebwerk bei einem Flugzeug. Es gibt auch Wasserturbinen in Flüssen oder mit Stauseen. Am modernsten sind die Windturbinen. Alle sind mit einem Generator verbunden, der Strom herstellt.<eop>Eine ganz andere Methode nutzen die Solarkraftwerke. In ihren Panels entsteht Strom direkt aus der Sonnenenergie. Diese Form der Energiegewinnung belastet die Umwelt am wenigsten, zusammen mit den Wasserkraftwerken.<eop>Alle Kraftwerke produzieren eine sehr hohe Spannung. Damit man den Strom verwenden kann, muss man die hohe Spannung umwandeln, also verringern. Dazu braucht es einen Transformator, einen „Umwandler“. Riesige Transformatorenstationen verringern die Spannung zuerst auf 230 Volt und danach erst wird der elektrische Strom in die Häuser geleitet. Viele Geräte haben zusätzlich einen Transformator eingebaut oder am Stecker, wie beispielsweise Telefone, Staubsauger oder Toaster. <eop>"}, {"title": "Elfenbein", "id": 218, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Elfenbein", "text": " Elfenbein ist ein weißes Material. Fast immer kommt es von den Stoßzähnen von Elefanten. Dies sind besondere Zähne, die aus dem Oberkiefer wachsen. Sie bestehen aus demselben Material wie die übrigen Zähne. Das ist am ehesten mit Knochenmaterial vergleichbar. Für die Elefanten sind die Stoßzähne eine Waffe, mit der sie sich verteidigen. Andere Tiere, von denen Elfenbein kommt, sind der Narwal, das Nilpferd und das Walross. Das Horn der Nashörner hat jedoch nichts mit Zähnen zu tun. Es besteht aus einem Material, das ähnlich ist wie die Haut.<eop>Schon in der Steinzeit haben Menschen das Elfenbein verwendet. Es stammte von Mammuten, die sie wegen ihres Fleisches jagten. Aus dem Elfenbein haben sie Schmuck und nützliche Dinge wie Speerspitzen geschnitzt. Auch später haben sie dazu gern Elfenbein verwendet, denn es ist schön und lässt sich leicht bearbeiten, weil es nicht so hart ist.<eop>Vor allem um das Jahr 1900 wurden sehr viele Elefanten getötet, um an ihr Elfenbein zu kommen. Damals herrschten Europäer über Afrika und beuteten den Kontinent aus. Aus dem Elfenbein machten sie unter anderem Billardkugeln und Klaviertasten. Erst in den Jahren nach 1960 fing man an, sich Sorgen über die sinkende Anzahl der Elefanten zu machen. Die Jagd wurde als Wilderei verboten. Man darf normalerweise auch kein Elfenbein verkaufen.<eop><eop>"}, {"title": "Elisabeth von Österreich-Ungarn", "id": 219, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Elisabeth von Österreich-Ungarn", "text": "Elisabeth war die Ehefrau des Kaisers Franz Joseph des Ersten von Österreich-Ungarn. Sie trug die Titel „Kaiserin von Österreich“ und „Königin von Ungarn“. Man kennt sie vor allem unter ihrem Spitznamen Sisi, eine Kurzform von Elisabeth. Wegen berühmter Filme über ihr Leben wird der Name oft „Sissi“ ausgesprochen, das ist aber nicht richtig.<eop>Sisi wurde am Heiligabend des Jahres 1837 in München geboren. Sie stammte aus einer adeligen Familie. Ihr Vater war ein Herzog in Bayern. Mit nur 16 Jahren ging sie nach Wien, um den jungen Kaiser Franz Joseph zu heiraten. Eigentlich sollte Franz mit der Herzogin Sidonie von Sachsen verheiratet werden. Er verliebte sich dann jedoch in Sisi.<eop>Die junge Sisi galt damals als eine der schönsten Frauen Europas. Sie legte viel Wert auf ihr Aussehen und machte oft Sport. Als sie älter wurde, ließ sie sich nicht mehr öffentlich fotografieren oder Bilder von sich malen. <eop>Franz und Sisi hatten vier Kinder. Eines davon, Sophie Frederike, starb, als es noch ein Baby war. Ihr einziger Sohn Rudolf wurde als Thronfolger bestimmt. Doch im Alter von nur 17 Jahren tötete er sich selbst. Diese Schicksalsschläge trafen Sisi schwer. Nach dem Tod ihres Sohnes trug sie nur noch schwarz. <eop>Die Beziehung zu Franz war wahrscheinlich nicht so kitschig, wie es in manchen Filmen gezeigt wird. Ihr Mann hatte nur selten Zeit für sie. Angeblich soll sie sogar eine Affäre mit einem ungarischen Grafen gehabt haben. <eop>Sisi fühlte sich von den strengen Regeln am kaiserlichen Hof eingeengt. Das Schloss Schönbrunn nannte sie einen „goldenen Käfig“. Darum reiste sie viel durch Europa. Sie ließ sich sogar auf der Insel Korfu in Griechenland ein luxuriöses Ferienhaus bauen. Bei einer Reise nach Genf im Jahr 1898 wurde sie ermordet. Ihr Mörder war ein italienischer Arbeiter, der etwas gegen reiche Leute hatte.<eop> "}, {"title": "Energie", "id": 220, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Energie", "text": " Energie ist so etwas wie eine Kraft, die etwas bewirken kann. Genau das bedeutet der griechische Ausdruck. In einer Batterie steckt Energie, mit der wir ein Gerät betreiben können. Die Sonne liefert Energie, die unsere Haut erwärmt.<eop>Energie kann sich von einer Art in die andere verwandeln. Aus der elektrischen Energie in einer Batterie wird Schallenergie, die aus dem Lautsprecher tönt. Ein Mensch verwandelt in seinem Bauch die chemische Energie aus der Nahrung in Bewegungsenergie.<eop>Welche Arten der Energie gibt es in der Physik? Wasser in einem Stausee im Gebirge enthält viel Energie durch seine Lage. Es könnte nämlich herunterfließen und ein Wasserrad antreiben. Die Wissenschaftler nennen das „potenzielle“ Energie. Dies bedeutet so viel wie „mögliche“ Energie.<eop>Wenn das Wasser fließt, enthält es auch wieder viel Energie. Die Wissenschaftler nennen das „kinetische“ Energie. Dies ist die Energie der Bewegung. Das Wasser kann ein Wasserrad oder eine Turbine antreiben. Kinetische Energie enthält auch ein fahrendes Auto oder ein Zug. Bei einem Unfall wird sie sehr gut sichtbar.<eop>Die Turbine wiederum kann einen Generator antreiben und elektrischen Strom machen. Dies ist dann die elektrische Energie. Diese kann auch wieder vieles bewirken. Man kann damit Licht machen, einen Motor antreiben und vieles anderes mehr. <eop>Die Sonne liefert Lichtenergie. Die Lichtstrahlen erwärmen alle Dinge, die dunklen Dinge stärker als die hellen. In den Pflanzen bewirkt die Sonne das Wachstum. Dies geschieht in den grünen Pflanzenteilen.  Holz, Kohle oder Erdöl enthalten ebenfalls viel Energie. Man nennt sie chemische Energie. Wenn man diese Stoffe verbrennt, entsteht sehr viel Wärme. Dies ist wiederum eine Form von Energie. Auch das Innere der Erde ist sehr heiß. Dies ist ebenfalls eine Wärmeenergie. Man nennt sie Erdwärme.<eop>Die Atomenergie ist eine besondere Art der chemischen Energie. In einem Atomkraftwerk entsteht Wärmeenergie aus einem Schwermetall, dem Uran. Auch eine Atombombe funktioniert so: Dort verwandelt sich die Energie sehr plötzlich und erzeugt nicht nur Hitze, sondern auch Druck.<eop>Wenn man auf einem Feuer Wasser heiß macht, beginnt es zu dampfen. Wir kennen das aus dem Dampfkochtopf aus dem Herd. Der Dampf strömt dann mit Druck aus dem Ventil und macht ein Pfeifen oder ein Zischen. Druck ist also auch eine Form von Energie.<eop>Wie nutzt der Mensch die verschiedenen Energien? Der Mensch kann keine Energie herstellen, aber auch keine verbrauchen. Energie gibt es im Kosmos, und zwar insgesamt immer gleich viel. Man kann jedoch Energie von einer Art in eine andere umwandeln. Dies geschieht in einem Kraftwerk, aber auch in einer Maschine, einer Lampe, einem Lautsprecher und so weiter.<eop>Der Mensch braucht Wärme, um im Winter angenehm leben zu können. Er verbrennt deshalb Erdgas, Erdöl, Kohle oder Holz. Dies nennen wir eine Heizung. Aber auch Ziegel, Backsteine und Glas wird mit viel Wärme hergestellt. Auch zum Backen und zum Kochen braucht es viel Wärmeenergie.<eop>Wir brauchen auch viel Energie für Bewegungen: Benzin bringt ein Auto zum Fahren. Benzin kommt aus Erdöl. Fast gleich ist es beim Flugzeug. Der Mixer hingegen macht die Bewegung aus elektrischer Energie. Die Windmühle nutzt die Kraft des Windes, um die Mahlsteine anzutreiben.<eop>Elektrischer Strom ist eine sehr praktische Art der Energie: In der Lampe wird sie zu Licht, im Lautsprecher zu Schall, im Mixer zu Bewegung. Roboter in der Industrie brauchen Strom, um Teile von Autos zusammenzusetzen. Auch die Herstellung von Aluminium benötigt sehr viel Strom.<eop>Gibt es immer genug von jeder Art der Energie? Die Sonne scheint jeden Tag. Auf Millionen von Jahren hinaus gibt es also genug Sonnenenergie. Man nennt das deshalb auch eine „erneuerbare Energie“. Die Wasserkraft nennt man deshalb auch eine erneuerbare Energie: Die Sonne lässt Meerwasser verdunsten. Dieses sammelt sich in den Wolken und regnet wieder herab.<eop>Die Erdwärme gehört ebenfalls zu den erneuerbaren Energien. Sie erneuert sich zwar nicht wirklich, aber es gibt sehr, sehr viel davon. Wenn der Mensch etwas davon nutzt, ist es so wenig, dass man es gar nicht messen kann.<eop>Auch Holz zählt zu den erneuerbaren Energien da es nachwachsen kann. Man nennt es auch einen „nachwachsenden Rohstoff“. Man sollte aus einem Wald immer nur so viel Holz herausholen, wie wieder nachwächst. Man nennt dies eine „nachhaltige Bewirtschaftung“.<eop>Von Kohle, Erdöl und Erdgas gibt es nur eine begrenzte Menge. Sie sind vor vielen Millionen Jahren entstanden, zur Zeit der Dinosaurier und auch schon davor. Tote Pflanzen wurden vom Meer überschwemmt und mit Erde zugedeckt. In langer, langer Zeit wurden daraus Kohle, Erdöl und Erdgas, die sogenannten fossilen Brennstoffe. Sollten die Menschen einmal alles davon aus der Erde geholt haben, ist es weg.<eop>In Europa und Nordamerika haben die Menschen schon viel davon abgebaut. Heute gewinnt man viel Erdöl zum Beispiel in Saudi-Arabien und im Iran. Diese Länder haben viel Geld wegen des Erdöls und können das Geld für ihre Zwecke einsetzen.<eop>Die Wissenschaftler stellen zwar verschiedene Berechnungen an, aber klar ist so viel: Wenn wir weiter so viel Öl und Gas verbrauchen wie jetzt, reicht es nicht mehr für ein ganzes Jahrhundert. Dann sind die Vorräte für alle Zeiten aufgebraucht. Man nennt sie auch die „nicht-erneuerbaren Energie-Quellen“.<eop>Welche Probleme gibt es mit manchen Energie-Quellen? In den Jahren nach 1800 kam es zur Industriellen Revolution. Die Menschen haben große Fabriken gebaut und können seitdem viel mehr Dinge herstellen. Statt Holz oder Holzkohle verbrennen sie in der Industrie meistens Kohle, Erdöl oder Erdgas.<eop>Das diese Energie-Quellen ausgehen, ist jedoch nicht das einzige Problem: In Kohle, Öl und Gas steckt sehr viel Kohlenstoff. Bei der Verbrennung entsteht daraus Kohlendioxid, man nennt es auch CO<sub>2</sub>, sprich: Ce-o-zwei. Davon gibt es immer mehr in der Luft. Deshalb steigen die Temperaturen auf der ganzen Welt an. Man nennt das die „globale Klimaerwärmung“. Deutschland hat deshalb bereits viele Kohlekraftwerke stillgelegt.<eop>Auch Atomenergie ist nicht „erneuerbar“. Dafür braucht man Uran oder andere Stoffe, die man aus der Erde gewinnt. In den Atomkraftwerken entstehen atomare Abfälle. Diese geben starke Strahlungen ab. Man sieht diese Strahlungen zwar nicht, aber sie machen alle Lebewesen krank oder töten sie sogar. Die atomaren Abfälle werden an bestimmten Orten auf der Welt gelagert, auch in Deutschland und der Schweiz. Die Wissenschaftler suchen immer noch nach einer sicheren Lagerstätte. Da aber Uran über 700 Millionen Jahre noch gefährliche Strahlung abgibt, kann man diese Sicherheit für eine so lange Zeit nicht garantieren.<eop>Zudem ist die Atomenergie sehr gefährlich. Im Jahr 1986 explodierte ein Atomkraftwerk in der sowjetischen Stadt Tschernobyl, die heute in der Ukraine liegt. Im Jahr 2011 zerstörte ein Tsunami das Kernkraftwerk im japanischen Fukushima, sprich: Fukuschima. Beide Gegenden darf man heute wegen der Strahlung nicht mehr betreten. <eop><eop>"}, {"title": "Engel", "id": 221, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Engel", "text": " Ein Engel ist ein gutes Wesen, an das viele Menschen glauben. Engel sind oft ein Botschafter von Gott. Das griechische Wort für Engel heißt „angelos“. Man betont dabei das a. <eop>Engel leben dem Glauben nach vor allem in der Nähe von Gott. Sie haben oft die Aufgabe, den Menschen eine Botschaft von Gott zu überbringen. Engel kommen in der Bibel vor, also bei den Juden und den Christen, sowie im Koran, also bei den Muslimen. Auch sonst in der Antike sowie in vielen Schriften des Mittelalters ist von Engeln die Rede. <eop>Ein besonderer Engel ist der Satan. Im Alten Testament steht geschrieben, er habe sich von Gott abgewendet. Seither ist er der Vertreter des Bösen oder sogar das Böse selbst.<eop>Wo erfährt man etwas über Engel? Im Alten Testament sind Erzengel beschrieben. Das sind besonders hohe Engel. Die drei bekanntesten sind Michael, Raffael und Gabriel. Eine wichtige Engelsgeschichte betrifft Abraham: Als er seinen Sohn auf dem Altar opfern wollte, kam ein Engel aus dem Himmel und hielt ihn zurück.<eop>Im Christentum haben die Engel in der katholischen und der orthodoxen Kirche die höchste Bedeutung. Der Heilige Thomas von Aquin hat im 13. Jahrhundert die Lehre von den Engeln weiter ausgebaut. Bei ihm sind die höchsten Engel die Cherubim. Dann folgen die Seraphim, dann sieben weitere Gruppen. Die Reformation hat diese Lehre dann allerdings wieder zurückgenommen. <eop>Im Koran hat der Engel Gabriel einen etwas anderen Namen. Er heißt Dschibril. Er ist der oberste Engel. Er wurde zu verschiedenen Propheten geschickt. Er ging auch zu Mohammed, um ihm den Koran zu erzählen.<eop>Michael heißt im Koran Mikail. Er ist verantwortlich für Regen, Wind und Kälte. Er versorgt aber auch die Menschen mit dem, was sie brauchen. Der Engel Azrail holt die Seelen der Menschen ab, wenn sie sterben. Israfil beginnt den Tag des Gerichts.<eop>Erscheinen Engel den Menschen? Im Neuen Testament gibt es zahlreiche Geschichten von Engeln. Einige stehen gleich am Anfang: Ein Engel kam zu Maria und sagte ihr, dass sie schwanger werden und einen Jungen gebären würde. Den solle sie Jesus nennen. Wenig später kam ein Engel zu Josef und erklärte ihm die Sache. Außerdem sollte er nach Ägypten fliehen, weil es in Israel zu gefährlich für ihn wurde.<eop>Nach dem Tod von Jesus entdeckten die Frauen, dass sein Grab leer war. Da kam ein Engel und erklärte ihnen, Jesus sei wieder lebendig geworden. Im Buch der Offenbarung ist der Himmel in der zukünftigen Welt beschrieben. Dort gibt es sehr viele Stellen, an denen Engel erwähnt werden.<eop>Es gab zu allen Zeiten Menschen, die von sich sagten, ein Engel sei ihnen erschienen. Meistens vollbringen diese Engel Wunder oder überbringen diesen Menschen eine Botschaft. Überprüfen lässt sich nicht, ob tatsächlich ein Engel im Spiel war oder ob das der Mensch nur geglaubt hat.<eop>Im Advent vor Weihnachten sieht man viele Engel auf Bildern oder als Puppen. Einige sind aber auch verkleidete Frauen. Sie sind immer jung, hübsch und meistens blond. Sie treten auf, um Kinder zu erfreuen oder um in Kaufhäusern die Geschäfte anzukurbeln.<eop> "}, {"title": "England", "id": 222, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/England", "text": "Von Norden nach Süden teilt sich England grob in drei Gebiete auf: der Süden, die Midlands und der Norden. Im Süden befindet sich die britische Hauptstadt London mit ihrem Umland. Südlich liegt der Ärmelkanal mit großen Hafenstädten. Ganz im Südwesten befindet sich Cornwall, das eine beliebte Urlaubsregion ist. Früher sprach man in Cornwall eine eigene Sprache, das Kornische. Doch im 18. Jahrhundert wurde sie dort von Englisch verdrängt. Die Dialekte der Süd-Engländer gelten dem Standard-Englisch am nächsten. Früher lebten die Sachsen in Südengland, während die Angeln und später die Dänen etwas nördlicher siedelten. Das erkennt man noch an Namen von Grafschaften wie Sussex, was „Südsachsen“ bedeutet.   <eop>Die Midlands beginnen etwa 150 Kilometer nördlich von London. Ähnlich wie bei uns das Ruhrgebiet, waren die Midlands früher ein wichtiger Ort für den Bergbau. Der Westen der Midlands wird wegen der Farbe der Kohle, die dort abgebaut wurde, von den Engländern Black Country genannt. Die zweitgrößte Stadt Großbritanniens, Birmingham, befindet sich in den Midlands. Andere große Städte dort sind Leicester, Nottingham und Wolverhampton.<eop>Der Norden Englands ist hügeliger als der Rest des Landes und das Klima ist noch deutlich kälter und regnerischer. Früher gab es dort viel Industrie. In Manchester wurden Stoffe zu Kleidung verarbeitet. Sunderland war bekannt für den Bau großer Schiffe. Am Hafen von Liverpool wurden Waren in die ganze Welt verkauft. Eine bekannte Region in Nordengland ist Yorkshire, wo die Hunderasse Yorkshire-Terrier herkommt. Die Dialekte des Nordens gelten als rau und sind selbst für andere Engländer nicht ganz leicht zu verstehen. Sie haben viel vom Irischen, einer keltischen Sprache aus Irland. Viele Städte in Nordengland gehören heute zu den ärmsten in ganz Großbritannien. Das liegt vor allem daran, dass dort im 20. Jahrhundert viel Industrie verschwand.         <eop>"}, {"title": "Entdecker", "id": 223, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Entdecker", "text": "Ein Entdecker ist jemand, der etwas findet, das es schon gab, das aber noch nicht bekannt war. Man denkt vor allem an jemanden, der etwas auf der Erde entdeckt hat: ein Land oder einen See oder ein Gebirge. Außerdem kann ein Entdecker erkannt haben, wie etwas in der Natur funktioniert.<eop>Entdecker gab es schon im Altertum und wohl auch davor. Ihre Namen sind oft nicht bekannt. Manche Entdecker halten ihre Entdeckung geheim, weil sie nicht wollen, dass andere Leute davon einen Vorteil haben. <eop>Das Zeitalter der Entdeckungen nennt man die Zeit etwa von 1400 bis 1800 nach Christus. Zu berühmten Entdeckern von damals zählen Christoph Kolumbus, James Cook, Vasco da Gama, Ferdinand Magellan und Galileo Galilei. In dieser Zeit erkannten die Europäer, dass man Afrika tatsächlich mit dem Schiff umrunden kann. Vor allem entdeckten sie den riesigen Doppelkontinent Amerika und später Australien. Die Küsten waren bekannt. Aber erst in der Zeit bis 1900 oder 1930 lernte man das Innere zum Beispiel von Afrika kennen. Seitdem machen es Flugzeuge leichter, die Erde zu erkunden. Schließlich wurden Satelliten erfunden, mit deren Hilfe man die Erde noch besser beobachten kann.<eop>Wenn man heutzutage etwas entdeckt, dann liegt es oft unter der Erde oder im Meer, zum Beispiel eine Höhle oder in der Tiefsee Fische. Neue Tiere und Pflanzen werden erst erkannt, wenn ein Forscher sie sich näher angeschaut hat. Große Tiere allerdings entdeckt man nur noch sehr selten. Besonders viel gibt es im Weltall zu entdecken, weil es so groß ist.<eop>"}, {"title": "Enten", "id": 224, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Enten", "text": "Enten sind Vögel. Sie sind verwandt mit den Gänsen und Schwänen. Genau wie diese leben sie normalerweise am Wasser, zum Beispiel an einem See. Auffällig an den Enten ist ihr breiter Schnabel. Eine männliche Ente nennt man Erpel, manchmal auch Enterich. Das Weibchen ist einfach eine Ente.<eop>Die Schwimmenten suchen ihr Fressen im Wasser, was man Gründeln nennt. Sie suchen den Bodenschlamm ab nach Wasserinsekten, Krebsen oder Pflanzenresten. Sie saugen das Wasser mit offenem Schnabel ein und stoßen es mit offenem Schnabel wieder aus. Am Schnabelrand wirken Lamellen wie ein Filter. Lamellen sind schmale, dünne Plättchen die in einer Reihe stehen.<eop>Die Tauchenten hingegen tauchen wirklich unter. Dort bleiben sie eine halbe bis zu einer ganzen Minute lang. Sie schaffen es bis auf Tiefen von einem bis drei Meter. Sie fressen ebenfalls Krebse und Pflanzenresten, dazu auch Weichtiere wie Schnecken oder kleine Tintenfische.<eop>Wie vermehren sich Enten? Zur Fortpflanzungszeit leben Enten in Paaren. Die Paare leben aber nicht in Kolonien, sondern einzeln. Den Nestbau besorgt meist das Weibchen. Es verwendet dazu Ästchen und ähnliches Material. Zum Schluss reißt es sich Daunenfedern aus dem Bauch und polstert damit das Nest aus. Dadurch entsteht ein nackter Fleck auf seiner Haut, den man „Brutfleck“ nennt.<eop>Die Erpel brüten nicht mit. Sie haben oft viele Farben im Federkleid, Weibchen sind meist grau oder braun, damit Feinde sie beim Brüten nicht so leicht entdecken. Vieles hängt davon ab, von welcher Entenart man spricht. Eine Stockente beispielsweise macht nur ein Gelege im Jahr. Sie trägt jeweils etwa 7-16 Eier in ihrem Bauch. Enteneier sind etwas größer als Hühnereier. Der Dotter ist größer, dafür hat es weniger Eiklar.<eop>Die Ente setzt sich so auf die Eier, dass diese genau unter dem Brutfleck liegen. Weil sie dann direkt die Haut berühren, haben sie wärmer. Nach knapp vier Wochen beginnen die Küken zu schlüpfen.<eop>Enten können ihr Nest nach wenigen Stunden verlassen. Deshalb nennt man sie „Nestflüchter“. Nach etwa zwei Monaten können sie fliegen. Sie bleiben aber noch weitere zwei Monate lang bei ihren Geschwistern und der Mutter. Eine solche Gruppe nennt man „Schoof“. <eop>Entenküken haben sehr viele Feinde, dazu gehören der Dachs, der Fuchs, der Igel, der Marder, die Ratte, der Hund und die Katze. Die Angreifer aus der Luft sind der Habicht, die Krähe, die Möwe, verschiedene Adler, der Wanderfalke, und der Uhu. Aus dem Wasser greifen Fischotter, Hechte und einige andere Fische die Entenküken an. Deshalb bleiben von den vielen Jungtieren meist nur wenige übrig.<eop>Wozu halten sich Menschen Enten? Viele Menschen mögen Enten, weil sie sie niedlich finden und gerne in einem Park sehen. Deshalb gibt es heute bei uns viele Entenarten, die ursprünglich aus anderen Ländern stammen. Ein Beispiel ist die Mandarinenente, die eigentlich in Ostasien zu Hause ist.<eop>Genau wie andere Vögel hält man sich aber auch Enten, um ihr Fleisch oder ihre Eier zu essen. Dazu haben die Menschen Stockenten genommen und aus ihnen Haustiere gezüchtet. Das geschah vor etwa 3.000 Jahren.<eop>Vor allem züchtet man Enten der Federn wegen. Entendaunen nimmt man gern, um damit Kissen zu füllen. Früher hat man mit Entenfedern auch geschrieben oder sie für Pfeile verwendet, damit sie schön geradeaus fliegen.<eop> "}, {"title": "Epoche", "id": 225, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Epoche", "text": "Eine Epoche ist ein Zeitabschnitt der Geschichte. Eine Epoche ist ein längerer Zeitraum. So eine Epoche ist zum Beispiel die Gotik oder der Barock. Beides dauerte wenige hundert Jahre lang. Es gibt aber auch eine gröbere Einteilung in nur drei Abschnitte: Altertum, Mittelalter und Neuzeit. Man nennt sie „Großepochen“ oder „Zeitalter der Menschheitsgeschichte“.<eop>Das Wort Epoche kommt aus der griechischen Sprache und bedeutete ursprünglich Zeitpunkt. Man kann auch von einem Zeitpunkt bis zum anderen denken, dann ist es ein Zeitabschnitt. Ein ähnlicher Ausdruck ist die „Ära“. Eine Ära muss nicht besonders lange dauern. Wenn ein Politiker längere Zeit an der Macht ist, spricht man von seiner Ära, beispielsweise die „Ära Kohl“. Das ist der Zeitraum, in dem Helmut Kohl deutscher Bundeskanzler war.<eop>Welches sind die drei Großepochen oder Zeitalter der Weltgeschichte? Als Weltgeschichte bezeichnet man das, was der ganzen Menschheit passiert ist. Sie besteht aus drei Großepochen oder Zeitaltern: Die erste war das Altertum. Sie fing an, als die Menschen die Schrift erfanden. Dieses Zeitalter endete etwa im Jahr 500 nach Christus, als das Römische Reich zerfiel.<eop>Die zweite Großepoche war das Mittelalter. In der Schweiz und in Süd-Deutschland begann es mit dem Rückzug der Römer. Neue Reiche entstanden, zum Beispiel das Reich der Franken. In der Schweiz bildete sich die Eidgenossenschaft. Das Mittelalter dauerte in den deutschsprachigen Ländern etwa vom Jahr 500 nach Christus bis 1500 nach Christus.<eop>Die dritte Großepoche ist die Neuzeit. Sie begann mit der Entdeckung Amerikas, mit dem Buchdruck und mit der Reformation. Wir leben heute noch in der Großepoche oder im Zeitalter der Neuzeit. <eop>Es ist immer schwierig zu sagen, wann eine Großepoche anfing oder zu Ende ging. Das geschah nie an einem bestimmten Tag oder in einem bestimmten Jahr. Der Buchdruck oder Luthers Gedanken zum Beispiel brauchten viel Zeit, bis sie die hintersten Dörfer erreicht hatten. Außerdem sind sich die Wissenschaftler nicht immer einig, welches Ereignis wirklich wichtig für eine Epoche oder Großepoche war. <eop>Zudem kommt es auch darauf an, auf welchem Gebiet der Erde man von einer Epoche spricht. Die Schrift beispielsweise gab es im Orient viel früher als bei uns. Auch die Heilkunde war dort viel weiter entwickelt. Die Alten Ägypter bauten Pyramiden, während die Menschen woanders noch in Holzhütten wohnten.<eop>Welche weiteren Epochen gibt es? Damit sich die Menschen besser orientieren können, haben sie in jeder Großepoche zusätzlich kürzere Epochen bezeichnet, zum Beispiel in der Kunst: Im Mittelalter zum Beispiel gibt es die Romanik und die Gotik. In der Neuzeit unterscheidet man sogar zehn verschiedene Epochen der Kunst. Am bekanntesten sind die Renaissance, der Barock, das Rokoko und die Romantik. <eop>Auch in der Musik gibt es verschiedene Epochen, oder in der Literatur. Zur Literatur gehören Bücher, Geschichten, Theaterstücke und so weiter. Es gibt auch verschiedene Epochen in der Astronomie, das ist die Wissenschaft von den Sternen.<eop>Ein besonderer Fall ist die Erdgeschichte. Dazu gehört auch die Zeit, als es noch keine Lebewesen gab. Eine Epoche der Erdgeschichte kann mehrere Millionen Jahre dauern. Die Fachleute erkennen anhand des Gesteins und von Fossilien, zu welcher Epoche der Erdgeschichte ein Stein oder ein ganzes Gebirge gehört. Erdgeschichtlich spricht man von drei großen Epochen: dem Erdaltertum, dem Erdmittelalter und der Erdneuzeit, in der wir leben. <eop>"}, {"title": "Erdbeben", "id": 226, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erdbeben", "text": "Ein Erdbeben ist ein Zittern des Erdbodens. Auf der Erde liegen riesige Erdplatten, auf denen Kontinente oder Teile von Kontinenten Platz haben. Diese Platten bewegen sich. Dadurch entstehen Energie und Spannungen. Wenn die Spannungen zu groß werden, lösen sich die Platten, und die Erde bebt.<eop>Außerdem bebt die Erde, wenn ein Vulkan ausbricht. Auch wenn ein Meteorit, ein Brocken Gestein aus dem Weltall, auf die Erde fällt, bebt es. Manche Erdbeben werden auch von Menschen verursacht: Zum Beispiel bei einer großen Explosion. Auch durch tiefe Bohrungen auf der Suche nach heißem Gestein oder Wasser sind schon Erdbeben entstanden. <eop>Wie schwer ein Erdbeben ist, wird mit der Richter-Skala gemessen. Charles Richter aus den USA hat sie sich mit ausgedacht. Die Skala zeigt an, wie viel Energie freikommt. Ein Beben von der Stärke 3 und schlimmer kann man meist schon spüren. Ab Stärke 7 kommt es meist zu schlimmen Schäden: Häuser stürzen ein und können Menschen unter sich begraben .<eop>"}, {"title": "Erdbeere", "id": 227, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erdbeere", "text": "Erdbeeren sind verschiedene Pflanzen, die wir wegen ihrer Beeren mögen. In der Biologie bilden die Erdbeeren eine Gattung mit vielen verschiedenen Arten. Am besten kennen wir die große Gartenerdbeere und die kleine Walderdbeere. Es gibt aber noch viele andere. Von der Gartenerdbeere wurden viele verschiedene Sorten gezüchtet.<eop>Menschen essen Erdbeeren schon seit der Bronzezeit. Das waren aber wilde Erdbeeren. Erst seit dem Mittelalter baut man sie in Gärten an. Die Menschen brauchten sie nicht nur als Nahrung, sondern sie fanden sie auch schön und glaubten, mit ihnen Krankheiten heilen zu können. <eop>Heute hat man hunderte von Sorten gezüchtet. In Europa sind die Früchte eher weich, in Nordamerika manchmal fast so hart wie ein Apfel. Vor allem sind sie viel größer als in der Natur. <eop>Die Landwirte haben sich Tricks ausgedacht, damit Erdbeeren später oder früher als normal wachsen. Darum kann man fast das ganze Jahr lang Erdbeeren kaufen. Viele kommen dann aber jeweils aus einem anderen, südlichen Land.<eop>Was sind Erdbeeren für die Biologen? Genau genommen sind die Erdbeeren keine Früchte, sondern „Scheinfrüchte“. Sie sehen aus wie Obst, aber für die Wissenschaftler ist sie keine echten Früchte. Eine Frucht käme nämlich aus einem Fruchtknoten, das ist ein bestimmter Teil einer Blüte. <eop>Bei der Erdbeere kommt das Rote, Fleischige aus dem Blütenboden. Die kleinen gelben Dinger auf der Erdbeere sind eigentlich Nüsschen. Sie kommen aus dem Fruchtknoten. Darum ist die Erdbeere eine Sammelnussfrucht. <eop>Die Erdbeeren gehören zur Familie der Rosen. Die Pflanzen bilden kein Holz, sondern nur Kraut. Deshalb wachsen sie am Boden und nicht in die Höhe. Sie vermehren sich durch Ableger. Sie bilden also Triebe aus, die ein Stückweit von der Mutterpflanze weg reichen und dort Wurzeln schlagen. Die kann man auch ausgraben und an einen anderen Ort hin versetzen.<eop> <eop>"}, {"title": "Erdboden", "id": 228, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erdboden", "text": "Der Erdboden ist ein Teil des Planeten Erde. Es ist meist die oberste Schicht. Unterhalb des Erdbodens befindet sich Gestein. Auf dem Erdboden wachsen oft Pflanzen.<eop>Häufig meint man mit Erdboden oder Erde den Humus. Das ist eine bestimmte Art von Erde, die dunkel, krümelig und feucht ist. Humus lebt zwar nicht, besteht aber aus Stoffen von Pflanzen und Tieren. Wenn ein Baum abstirbt, oder ein Tier Kot ausscheidet, dann kann das alles Teil des Humus werden. Auf Humus wachsen Pflanzen sehr gut, darum kann man ihn auch im Laden kaufen.<eop>Humus ist aber nur ein Teil des Erdbodens. Im Boden sind auch Luft und Wasser enthalten, außerdem Mineralien. Ferner leben Tiere, Pflanzen und Pilze im Erdboden. <eop>"}, {"title": "Erde", "id": 229, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erde", "text": "Die Erde ist der Planet, auf dem wir leben. Wie die anderen Planeten umkreist die Erde die Sonne, dafür benötigt sie ein Jahr. Einmal am Tag dreht sich die Erde um die eigene Achse, dadurch entsteht für uns Tag und Nacht, weil je nachdem unterschiedliche Teile der Erde von der Sonne beleuchtet werden. <eop>Die Erde hat die Form einer Kugel, die an den Polen ein wenig abgeflacht ist. Die Kugelform sieht man gut, wenn man an der Küste ist. Mit einem Fernglas kann man beobachten, dass ein Schiff hinter dem Horizont „versinkt“, je weiter es sich von der Küste entfernt. Die Masten sieht man am längsten.<eop>Die Erde hat einen Durchmesser von etwa 12.700 Kilometer. Das ist die Entfernung, wenn man ein Loch durch die Erde vom Nordpol zum Südpol graben würde. Würde man ein Maßband um den „Bauch“ der Erde legen, also den Äquator, dann käme man auf 40.000 Kilometer. Das nennt man den Erdumfang.<eop>Damit man Orte auf der Erde genau angeben kann, hat man ein Netz aus gedachten Linien festgelegt: die Längengrade und Breitengrade. Die Nordhalbkugel liegt über dem Äquator und die Südhalbkugel darunter. Die Jahreszeiten sind entgegengesetzt: Wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist, dann ist auf der Südhalbkugel Winter. In der Nähe des Äquators merkt man das allerdings nicht.<eop>Um die Erde kreist der Mond. Er ist wie ein natürlicher Satellit. Im Vergleich zum Planeten Erde selbst ist er ziemlich groß. Das ist für Monde eher unüblich. Zwischen der Erde und der Sonne liegen etwa 150 Millionen Kilometer. Bei ihrem Umlauf um die Sonne fliegt die Erde in nur einer Sekunde fast 30 Kilometer weit.<eop>Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wäre die Erde etwa eine Kirsche und der Mond nur eine kleine Erbse. Die „Erd-Kirsche“ würde etwa mit 135 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen, der „Erbsen-Mond“ wäre nur 35 Zentimeter von der „Erd-Kirsche“ entfernt.<eop>Zu den Staaten der Erde gibt es eine Übersicht der 197 Länder mit allen Klexikon-Artikeln und Flaggen dazu.<eop>Wie ist die Erde im Innern aufgebaut? Den innersten Teil der Erde nennt man Erdkern. Der Kern ist extrem heiß und enthält viel Eisen und Nickel, das ist ebenfalls ein Metall. Das Material wird hier sehr stark zusammengepresst, weil der Druck durch alles, was darüber liegt, sehr hoch ist.<eop>Danach kommt ein großer Bereich, den man als Erdmantel bezeichnet. Hier hat das Material ganz andere Eigenschaften, es ist auch sehr heiß und eher flüssig. Dazu gehört auch das Magma. Das ist flüssiges Gestein, das bei Vulkanausbrüchen an die Erdoberfläche kommt. <eop>Je näher man am Erdkern ist, desto fester wird der Mantel wieder. Das hat einen logischen Grund: Vom Erdkern her wird das Gestein erhitzt und verflüssigt sich so. Dadurch wird es leichter. Das kalte feste Gestein sinkt nach unten, während das flüssige Gestein nach oben kommt. Oben kühlt es ab und wird wieder fest. Dann will das Gestein wieder nach unten. Das ganze ist also ein Kreislauf. Das dauert aber sehr lange. Bis ein Gesteinsbrocken vom Erdkern zur Erdkruste gelangt, vergehen mehr als 100 Millionen Jahre.  <eop>Die Erde hat auch ein eigenes Magnetfeld. Es entsteht durch komplizierte Vorgänge zwischen dem festen Erdkern und dem flüssigen Erdmantel. Das Magnetfeld ist sehr schwach, aber es reicht weit in den Weltraum hinaus. Wegen diesem Magnetfeld können wir uns auf der Erdoberfläche mit einem Kompass orientieren. Außerdem schützt es uns vor einem großen Teil der gefährlichen Strahlung aus dem Weltall, weil es diese ablenkt.<eop>Wie sieht es auf der Erdoberfläche aus? Die äußere feste Schicht nennt man Erdkruste. Auf der leben wir. Die Erdkruste ist je nach Ort ungefähr zwischen fünf und 70 Kilometer dick. Am dicksten ist sie dort, wo es hohe Berge hat, am dünnsten ist sie am Meeresboden. Im Vergleich zur gesamten Erde ist das etwa so dünn, wie die Schale eines Apfels im Vergleich zum ganzen Apfel.<eop>Die Erdkruste besteht aus großen Platten, die auf dem flüssigen Erdmantel „schwimmen“, ganz ähnlich wie große Eis-Schollen auf einem zugefrorenen See. An den Rändern, wo die Platten gegeneinander stoßen oder übereinander rutschen entstehen Berge und Vulkane. Es kommt hier auch besonders oft zu Erdbeben. Die Wissenschaft, die sich mit den Erdplatten und deren Bewegung befasst nennt man Plattentektonik. <eop>Auf den Platten der Erdkruste liegen die fünf Erdteile oder Kontinente und viele Inseln. Sie liegen so hoch, dass sie aus den Meeren herausragen. Die Oberfläche der Erde ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Dadurch war es möglich, dass Leben entstanden ist. Bislang kennt man keinen anderen Ort im Weltall mit Lebewesen.<eop>Oberhalb der Erdoberfläche ist die Atmosphäre. Das ist eine Schicht aus Gasen. Sie besteht zu etwa einem Fünftel aus Sauerstoff, den wir zum Atmen brauchen.<eop>Wie ist die Erde entstanden?<eop>Die Erde ist über vier Milliarden Jahre alt. Am Anfang war unser Sonnensystem nur eine große Wolke aus Gas und Staub und auch größeren Brocken. Durch die Schwerkraft der Teilchenbildeten bildeten sich immer größere Klumpen. In vielen Millionen Jahren bildete sich so die Erde. Sie sah noch ganz anders aus als heute. Sie war keine Kugel sondern ein unförmiger Klumpen und es gab kein Wasser, keine Atmosphäre und noch keinen Mond.<eop>Der „Urplanet“, der später zu unserer Erde wurde, stieß mit einem der anderen Himmelskörper zusammen. Dieser war etwa halb so groß wie die junge Erde und wird heute „Theia“ genannt. Theia zerbrach bei diesem Aufprall völlig, die Oberfläche der jungen Erde wurde geschmolzen und teilweise in den Weltraum hinausgeschleudert. Teile von Theia verschmolzen dann mit der Erde. Deshalb sieht man heute auch keinen Krater von dieser Katastrophe.<eop>Bruchstücke von Theia sammelten sich in einer Umlaufbahn um die Erde. Sie wurden später zu unserem Mond. Im Vergleich zum Planeten Erde selbst ist der Mond deshalb ziemlich groß. Auch sind Mond und Erde ziemlich nah zusammen.<eop>Nach und nach kühlte die heiße Erdoberfläche ab, eine Erdkruste konnte entstehen. Die Atmosphäre bildete sich und Ozeane aus Süßwasser entstanden. Damit waren die Voraussetzungen für die Entstehung von Leben auf der Erde gegeben.<eop><eop>"}, {"title": "Erdgas", "id": 230, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erdgas", "text": "Erdgas ist ein Gemisch von Gasen. Es entstand wie Erdöl und Kohle aus Resten von Pflanzen und Tieren. Sie sind vor vielen Millionen Jahren abgestorben und unter die Erde gesunken. Durch die Hitze und den Druck verwandelten sie sich in Öl, Gas oder Kohle. Man findet Erdgas bis zu 3000 Meter tief unter der Erdoberfläche. <eop>Zum größten Teil besteht Erdgas aus Methan. Das ist eine bestimmte Verbindung von Kohlenstoff und Wasserstoff. Methan brennt sehr leicht und ist darum gefährlich. Es darf nicht in die Nähe von offenem Feuer gelangen.<eop>Woher kommt Erdgas? Erdgas kommt in löchrigem Gestein vor. Drum herum ist Deckgestein, wodurch das Erdgas nicht entweichen kann: Man spricht von einer Erdgasfalle in der Natur. Diese Fallen befinden sich auch in der Nähe von Erdöl oder Kohle. Man kann dann beides abbauen.<eop>Erdgas wird mit Bohrtürmen und Pumpen herausgeholt. Manchmal zischt es von selbst an die Erdoberfläche. Danach pumpt man es durch riesige Rohrleitungen über Land. So eine Rohrleitung nennt man oft auf Englisch „Pipeline“, sprich: Peip-lein. Die Rohrleitungen bringen zum Beispiel Erdgas aus Russland nach Europa, auch nach Deutschland und in die Schweiz und nach Österreich. <eop>Seltener bringen Tankschiffe Gas über das Meer. Das Gas wird dazu zusammengepresst, bis es flüssig wird. Auch in den Gasflaschen beim Camping steht das Gas unter hohem Druck.<eop>Wozu verwendet man Erdgas? Ein Viertel der Energie, die Menschen auf der Welt verbrauchen, wird aus Erdgas gewonnen. Das meiste Gas wird verbrannt: Man heizt damit seine Wohnung oder kocht damit auf dem Herd. Erdgas treibt auch Turbinen in Kraftwerken an, die elektrischen Strom erzeugen. Mit der Wärme kann man zusätzlich ein Gebäude heizen. Das nennt man eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage.<eop>Verbrannt wird nur das Methan im Erdgas. Manches Erdgas enthält aber auch einen gewissen Anteil an Helium. Das ist für die Menschen die wichtigste Art, an dieses Edelgas zu kommen. Damit füllt man beispielsweise Luftballons. <eop>Seit einigen Jahren kann man aus Erdgas auch Treibstoffe für Autos machen. Sie produzieren weniger Abgase als Benzin oder Diesel und sind weniger schädlich für die Umwelt.<eop>"}, {"title": "Erdkunde", "id": 231, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erdkunde", "text": "Die Erdkunde ist eine Wissenschaft, man nennt sie auch Geografie. Sie ist eine von mehreren Geowissenschaften. „Geo“ kommt vom griechischen Wort für Erde. Schon immer haben sich Menschen für die Erde interessiert, aber erst um 1800 wurde daraus eine Wissenschaft und ein Fach an der Universität. <eop>In der Geografie beschreibt man Landschaften auf der Erde: Kontinente und Meere, Gebirge und Flüsse, Städte und Länder. Es geht auch darum, was fließendes Wasser bewirkt und wie Wetter und Klima die Erdoberfläche verändern. Wer sich mit Erdkunde beschäftigt, ist ein Geograf.<eop> Welche Arten von Erdkunde gibt es? In der Erdkunde gibt es vor allem zwei Richtungen. Die „Physische Geografie“ interessiert sich für die Erdoberfläche, den Zusammenhang zwischen Wetter und Klima und deren Wirkung auf die Pflanzen- und Tierwelt. Sie ist eine Naturwissenschaft, in der genau beobachtet, gemessen und gerechnet wird. Auch die Geologie ist eine Geowissenschaft. Sie beschäftigt sich mit den Gesteinen und hilft der Geografie, zu verstehen, wie die Erde in vielen Millionen Jahren entstanden ist.<eop>In der „Humangeografie“ oder auch „Sozialgeografie“ geht es um andere Fragen: Sie beschäftigt sich mit Menschen in ihrer Umwelt oder ihrem Lebensraum. Diese Geografen wollen wissen, wo Menschen leben, wie viele sie sind, wie sie leben und wie sie dadurch die Landschaften verändern. Das hilft dabei, das Leben für Menschen zu verbessern und die Natur zu schützen.<eop>"}, {"title": "Erdöl", "id": 232, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erdöl", "text": " Erdöl entsteht wie Erdgas und Kohle aus Pflanzen- und Tierresten. Diese sind vor vielen Millionen Jahren abgestorben und unter die Erde gesunken. Durch die Hitze und den Druck verwandelten sie sich in Öl, Gas oder Kohle. Die Lagerstätten liegen bis zu 3000 Meter tief unter der Erdoberfläche. Erdöl wird mit Bohrtürmen und Pumpen herausgeholt. Erdöl ist eine klebrige, zähe Flüssigkeit. Die Farbe ist meist braun, manchmal auch gelb oder grün. <eop>Erdöl treibt die Motoren von großen Schiffen an. Außerdem macht man daraus Heizöl für die Häuser, aber auch Diesel und Benzin, mit dem Autos fahren oder Flugzeuge fliegen. Zudem ist Erdöl ein wichtiger Rohstoff, aus dem man viele Dinge herstellen kann: Gummi, Plastik, Kunstfasern, Waschmittel, Medikamente, Farben und so weiter. Weil Erdöl so wichtig ist für die moderne Wirtschaft, wurden schon viele Kriege darum geführt. <eop>Da Erdöl manchmal auch von allein an die Erdoberfläche tritt, kannten die Menschen es schon im Altertum. Sie fertigten damit beispielsweise Brandkugeln und schossen sie im Krieg gegen ihre Feinde oder auf ihre Städte. In großen Mengen fördern und verarbeiten kann man es aber erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, also seit gut 100 Jahren. Bevor man es verwenden kann, muss man es in großen Raffinerien verarbeiten. Dort wird es in verschieden schwere Bestandteile zerlegt und von störenden Stoffen gereinigt. <eop>Danach bringt man es dorthin, wo es gebraucht wird. Das macht man mit großen Tankschiffen über das Meer oder in riesigen Rohrleitungen über Land. So eine Rohrleitung nennt man oft auf Englisch „Pipeline“, sprich: Peip-lein. Die Rohrleitungen bringen zum Beispiel viel Erdöl und Erdgas aus Russland nach Europa, auch nach Deutschland. <eop>Erdgas wird auch meist dort gefunden, wo es Erdöl gibt. Es entsteht dann, wenn auch Erdöl entsteht. Es wird meist zum Heizen verwendet oder um Strom zu erzeugen. <eop>"}, {"title": "Erfinder", "id": 233, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erfinder", "text": "Ein Erfinder ist jemand, der etwas Neues erfindet. Das ist oft ein Gerät, mit dem man etwas schneller oder einfacher machen kann als vorher. Manchmal ist ein Erfinder auch jemand, dem eine neue Idee oder Arbeitsweise einfällt. Erfinder sehen ein Problem und versuchen es zu lösen.<eop>Viele Erfindungen sind nicht wirklich durch einen einzigen Erfinder ausgedacht worden. Es gab zum Beispiel immer wieder jemanden, der ein Unterseeboot bauen wollte. Meistens hat das Boot nicht sehr gut funktioniert. Erst im Lauf der Zeit wurden die Unterseeboote so gut, dass sie wirklich brauchbar waren.<eop>Früher arbeitete ein Erfinder meist allein oder mit wenigen Helfern. Das war vielleicht ein Handwerker. Oder aber er hatte irgendeinen Beruf und arbeitete in der Freizeit an etwas, das ihn interessierte. Heutzutage hingegen werden die meisten Erfindungen in großen Gruppen gemacht: Daran arbeiten viele Menschen in einem Unternehmen oder in einer Universität.<eop>Eine wichtige Erfindung war zum Beispiel das Dynamit, das ist ein Sprengstoff. Vorher hatte man Nitroglyzerin. Das war ebenso stark, ging aber manchmal in die Luft, ohne dass man es wollte. Beim Dynamit nennt man meist Alfred Nobel als Erfinder. Wie stark ihm aber der Zufall und seine Mitarbeiter geholfen haben, ist heute unklar. Sicher ist, dass Nobel das Dynamit im Jahr 1867 durch ein Patent schützen ließ.<eop>Die Dampfmaschine erfand ein Franzose im Jahr 1690. Die Erfindung des Autos gelang Carl Benz im Jahr 1886. Im Jahr 1942 gelang Hedy Lamarr aus Österreich die Erfindung einer besonderen Funksteuerung für Torpedos. Sie wurde so berühmt, dass man jedes Jahr in verschiedenen Ländern ihren Geburtstag als „Tag der Erfinder“ feiert. Zu diesen Ländern gehört nicht nur Österreich, sondern auch Deutschland und die Schweiz.<eop>"}, {"title": "Erich Kästner", "id": 234, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erich Kästner", "text": "Erich Kästner war ein Schriftsteller. Er wurde im Jahr 1899 in Dresden geboren und wurde bekannt für seine Kinderbücher. Auch Filme wurden nach seinen Geschichten gemacht.<eop>Nach der Schule wollte er Lehrer werden. Als er 18 Jahre alt wurde, musste er jedoch Soldat werden und im Ersten Weltkrieg kämpfen. Kästner lehnte den Krieg aber eigentlich ab.<eop>Nach dem Krieg machte er das Abitur und studierte, unter anderem die deutsche Sprache. Er zog nach Berlin und schrieb Kinderbücher wie „Emil und die Detektive“. Doch 1933 kamen die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht. Sie verbrannten Bücher von Autoren, die sie nicht mochten. Auch Bücher von Kästner waren darunter.<eop>Anders als andere Schriftsteller blieb Kästner aber in Deutschland. Seine Bücher erschienen nun in der Schweiz. Unter einem anderen Namen schrieb er auch für das Theater und den Film. Zum Beispiel ist das Drehbuch für den großen Münchhausen-Film von 1942 von ihm.<eop>Später erschienen noch mehrere Filme, für die man Geschichten von Kästner genommen hat. Kästner schrieb für Kinder, aber auch für Erwachsene, und erhielt viele Preise. Außerdem interessierte er sich für die Politik, weil er gegen alle Kriege war. Im Jahr 1974 starb er in München.<eop>"}, {"title": "Ernährung", "id": 235, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ernährung", "text": "Ernährung bedeutet, dass Menschen essen oder trinken. Genauer gesagt geht es darum, dass sie Nährstoffe aufnehmen. Das sind Stoffe, die man zum Leben braucht. Der Körper holt sich daraus Energie, er wächst und erneuert sich. Nahrung oder Nahrungsmittel nennt man hingegen das, was jemand isst oder trinkt. <eop>Nicht nur Menschen ernähren sich, sondern auch Tiere und Pflanzen. Bei den Tieren unterscheidet man drei Gruppen: Pflanzenfresser wie zum Beispiel die Rinder, Fleischfresser wie die Löwen und Allesfresser wie zum Beispiel wir Menschen. Alles was lebt, braucht Nahrung: Auch Bakterien müssen etwas fressen. Pflanzen holen sich ihre Nährstoffe mit den Wurzeln.<eop>Die Ernährung ist ein wichtiger Teil der Wirtschaft: Viele Menschen verdienen ihr Geld, indem sie Nahrungsmittel herstellen. Diesen Zweig nennt man die Landwirtschaft. Andere verkaufen Nahrung. Dazu gehören der Handel, die Läden, Straßenverkäufer und viele andere. <eop>Essen und Trinken gehört auch zur Kultur: Was man isst, und wie man isst, kann von Mensch zu Mensch, von Land zu Land oder von Volk zu Volk unterschiedlich sein. Frankreich ist für seinen Weichkäse bekannt, Italien für die Spagetti und so weiter.<eop>Ärzte müssen viel über Ernährung wissen. Bestimmte Arten der Ernährung können zu Krankheiten führen. Manche Leute können bestimmte Dinge nicht essen, weil ihr Körper sie nicht verträgt. Das kann an einer Allergie liegen. Bestimmte Nahrungsmittel sind für Menschen giftig, gewisse Tiere können sie aber durchaus essen. Manche Menschen schränken sich auch freiwillig ein: Vegetarier essen weder Fleisch noch Fisch, Veganer essen auch keine Eier. Sie trinken auch keine Milch und essen nichts, was daraus hergestellt wurde, wie zum Beispiel Käse oder Jogurt.<eop>Viele arme Menschen können sich zu wenig Nahrung leisten. Wer zu wenig isst oder essen kann, ist unterernährt. Dies betrifft etwa jeden neunten Menschen auf der Welt. Unterernährung ist vor allem schlimm für Kinder, weil sie nicht richtig wachsen. Wer unterernährt ist, leidet Hunger. Viele andere Menschen kriegen zwar den Bauch voll, aber oft zum Beispiel nur mit Reis. Das ist sehr einseitig und diesen Menschen fehlen dann viele Vitamine. Diese einseitige Ernährung nennt man auch Mangelernährung.<eop>Was gehört zu einer gesunden Ernährung?<eop>An erster Stelle steht sauberes Trinkwasser. Ohne zu trinken hält es ein Mensch nur etwa drei Tage lang aus. Ob man reines Wasser trinkt oder zum Beispiel Tee, ist dabei mehr oder weniger unwichtig. Man sollte nur daran denken, dass viele Getränke sehr viel Zucker enthalten.<eop>Damit wir genügend Energie haben und damit gut arbeiten und denken können, brauchen wir Kohlenhydrate. Die gibt es als Stärke vor allem im Getreide und somit im Brot und in den meisten weiteren Backwaren. Auch Mais und Reis enthalten viel Stärke, ebenso die Kartoffeln. Auch Zucker gehört zu den Kohlenhydraten. Wir verdauen ihn aber sehr schnell. Deshalb hält er nicht lange vor.<eop>In Obst und Gemüse gibt es viele Vitamine. Das sind winzige Teilchen die mithelfen, unsere Nahrung für den Körper nutzbar zu machen. Wir brauchen sie beim Aufbau der Zellen. Besonders betroffen sind dabei die Blutkörperchen, die Knochen und die Zähne. Sie helfen uns aber auch, uns gegen Krankheiten zu wehren und bei vielen anderen Aufgaben.<eop>Damit unser Körper überhaupt wachsen konnte und damit er fit bleibt, brauchen wir Eiweiß. Wissenschaftler nennen es Protein, sprich: Pro-te-iin. Viel davon gibt es in Fleisch, Fisch, Eiern sowie in der Milch und allem, was daraus gemacht ist. Zu diesen Milchprodukten gehören Käse, Jogurt oder Quark. Viel Protein gibt es auch in Bohnen, zum Beispiel in Soja und vielen anderen.<eop>Fett oder Öl brauchen wir vor allem für die Wände unserer Zellen. Es ist somit auch für unser Gehirn und unsere Nerven wichtig. Fett gibt in Fleisch, Butter und Rahm, aber auch in Nüssen und vielen anderen pflanzlichen Nahrungsmitteln. Es liefert auch viel Energie. Weil es langsam verdaut wird, hält es lange vor. Viele Vitamine kann der Körper nur aufnehmen, wenn Fett mit dabei ist.<eop>"}, {"title": "Erste Hilfe", "id": 236, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erste Hilfe", "text": "Erste Hilfe nennt man es, wenn man einem Verletzten hilft. Meist ist kein Arzt dabei, wenn ein Unfall passiert. Wer es sieht, muss dem Verletzten die Erste Hilfe leisten, damit die Verletzung nicht noch schlimmer wird oder der Verletzte gar stirbt. <eop>Zuerst muss man dafür sorgen, dass der Verletzte nicht mehr in Gefahr ist. Wenn er zum Beispiel auf einer Straße liegt, achtet man darauf, dass er nicht überfahren wird. Dann ruft man den Rettungsdienst, etwa mit dem Notruf: in Europa wählt man dazu die Nummer 112. <eop>Bis der Rettungsdienst kommt, leistet man die eigentliche Erste Hilfe. Man sorgt zum Beispiel dafür, dass der Verletzte auf eine bestimmte Weise liegt. Bei dieser stabilen Seitenlage kann Blut aus dem Mund herausfließen. Sonst erstickt der Verletzte womöglich daran. Wenn er nicht mehr atmet, braucht er eine künstliche Beatmung: Dabei bläst man Luft in seinen Mund.<eop>Wie man Erste Hilfe leistet, muss man lernen. Unterricht in Erster Hilfe kann man in einem Kurs bekommen. Das Rote Kreuz zum Beispiel bietet solche Kurse an. Manche Leute müssen sogar daran teilgenommen haben, Erzieher und Sportlehrer zum Beispiel. In Deutschland darf man nur Auto fahren, wenn man einen Erste-Hilfe-Kurs gehabt hat.<eop>Wer einen Verletzten sieht, muss ihm helfen. Wer sich trotzdem nicht um ihn kümmert, kann dafür bestraft werden. Viele Leute haben Angst zu helfen. Sie ekeln sich oder fürchten, dass sie etwas falsch machen. Meist ist es aber besser, überhaupt zu helfen als gar nicht. Zumindest ist es wichtig, Hilfe zu holen und andere Menschen anzusprechen, dass sie mithelfen.<eop>"}, {"title": "Erster Weltkrieg", "id": 237, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Erster Weltkrieg", "text": "Der Erste Weltkrieg fand in den Jahren 1914 bis 1918 statt. Über 17 Millionen Menschen starben. Der Krieg heißt „Weltkrieg“, weil er in mehreren Teilen der Welt stattfand. Vor allem aber waren Länder in Europa betroffen.<eop>Auf der einen Seite standen Deutschland, Österreich und weitere Staaten. Ihre Gegner waren unter anderem Russland, Frankreich und Großbritannien. Deutschland, Österreich und seine befreundeten Staaten verloren den Ersten Weltkrieg. Deutschland hatte danach keine Kaiser mehr und wurde demokratisch, einige deutsche Gebiete kamen zu anderen Staaten wie Russland und Polen. Österreich-Ungarn zerfiel in einzelne Staaten und hatte keinen Kaiser mehr. Russland hatte keinen Zar mehr und wurde kommunistisch. Es entstanden 20 Staaten neu, darunter Finnland, Jugoslawien, Polen, Tschechoslowakei.<eop>Viele Menschen litten noch lange nach dem Krieg unter den Folgen des Krieges. Sie erholten sich nicht von ihren schweren Verletzungen. Viele Häuser, Straßen, Brücken und die Eisenbahn waren zerstört. Zudem überzog die Spanische Grippe die Westliche Welt. Sie kostete mindestens dreimal so viele Menschenleben wie der Krieg selbst, 50 Millionen Menschen. Das galt für beide, Besiegte und Sieger. <eop>Die Verlierer mussten überdies den Gewinnern sehr viel Geld als Entschädigung für die Zerstörung bezahlen. Einige deutschsprachige Gebiete gehörten nach dem Krieg zu Ländern mit anderer Sprache. Beides nutzten Politiker in deutschsprachigen Ländern um gewählt zu werden und es führte zum zweiten Weltkrieg. <eop>Heute gibt es immer noch Menschen, die an die Toten von damals denken. Für dieses Gedenken haben manche Staaten sogar eigene Feiertage. Es ist üblich, dass dazu Gäste aus anderen Staaten eingeladen werden, sogar solche, die damals Feinde waren.<eop> Wie kam es zum Krieg? Schon seit Jahren hatten viele Staaten in Europa ihre Armeen vergrößert. Sie hatten Angst, dass ein anderer Staat sie überfallen könnte, oder dass er sie zumindest bedroht. Manche Staaten hatten miteinander Bündnisse abgesprochen und sich gegenseitige Hilfe zugesagt.<eop>Am 28. Juni 1914 wurde in Sarajevo ein österreichischer Prinz erschossen. Sarajevo gehörte zu Österreich-Ungarn. Die Menschen dort waren sehr wütend. Der Prinzenmörder kam aus Serbien, und es sah so aus, als wenn die Regierung in Serbien ihm geholfen hätte. Österreich-Ungarn wollte seine eigenen Polizisten nach Serbien schicken, um die Sache zu untersuchen. Serbien sagte, es wolle sich selbst darum kümmern. <eop>Österreich-Ungarn erkärte daraufhin Serbien den Krieg. Da Russland einen Vertrag mit Serbien hatte half es ihm. Deutschland hatte einen Vertrag mit Österreich und half Österreich gegen Russland. Frankreich hatte ein Vertrag mit Russland und deshalb erklärte Deutschland auch gleich Frankreich den Krieg. Deutschland schickte dann seine Soldaten über neutrale Länder wie Belgien und Niederlande nach Frankreich. Die hatten einen Vertrag mit Grossbritannien, das ihnen dann gegen Deutschland half. Plötzlich waren alle grossen Staaten der Welt betroffen.<eop> Wie verlief der Krieg? Deutschland und Österreich-Ungarn, später auch das Osmanische Reich, standen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite standen Russland, Frankreich und Großbritannien, später auch die USA und einige andere Staaten.<eop>Der Erste Weltkrieg fand vor allem auf dem Land und auf dem Meer statt, aber noch nicht in der Luft. Auf dem Meer kämpften Kriegsschiffe gegeneinander, auch die ersten Unterwasserboote, genannt U-Boote. Zum ersten Mal gab es Funkverkehr: Die Schiffskapitäne konnten mit den Offizieren an Land Informationen austauschen.<eop>An Land hoben die Soldaten Schützengräben aus, um sich gegen die Kugeln der feindlichen Maschinengewehre zu schützen. Um den Gegner dort trotzdem zu vernichten, wurden Giftgas und Panzer eingesetzt. Flugzeuge gab es schon, aber sie waren klein, flogen langsam und niedrig. Man konnte sie also leicht vom Boden aus abschießen. Sie waren vor allem dazu wichtig, um zu erkunden, wie es beim Feind aussah.<eop>Zunächst konnte Russland Teile von Deutschland und Österreich-Ungarn erobern. Währenddessen wollte Deutschland schnell Frankreich besiegen, um dann stärker gegen Russland zu kämpfen. Das klappte aber nicht, weil Großbritannien Frankreich unterstützte. Hier im Westen konnten die Armeen oft nur ganz wenig Land erobern. Man spricht von einem Stellungskrieg oder Grabenkrieg. Erst mit Unterstützung der USA gelang es Frankreich und seinen Verbündeten im Sommer 1918 wieder viel von seinem Gebiet zurückzuerobern.<eop>Im Osten hingegen hatte Deutschland mehr Erfolg. Seit 1916 rückten seine Armeen immer weiter in Russland ein. Anfangs 1918 schlossen Deutschland, Österreich-Ungarn und Russland sogar einen Frieden. Russland musste viel Land und Besitz den Deutschen lassen. Dort wurden einige neue Staaten gegründet, wie Finnland und die Ukraine.<eop>Die Führung der deutschen Armee musste einsehen, dass sie den Krieg im Westen nicht gewinnen konnte. Sie empfahl im September 1918 der deutschen Regierung, Frankreich und seine Verbündeten den Frieden anzubieten. Am 11. November 1918 schlossen sie einen Waffenstillstand: Es wurde nicht mehr gekämpft.<eop> Welche Folgen hatte der Krieg? Von den über siebzig Millionen Soldaten starb jeder siebte. Außerdem starben fast sieben Millionen Menschen, die gar nicht Soldaten waren, also Zivilisten. Viele erholten sich nie von ihren Verletzungen. Frauen hatten ihren Ehemann verloren, oder Kinder ihren Vater. Sie waren meistens arm und brauchten Hilfe vom Staat. Dabei hatten viele Staaten selber fast nichts mehr.<eop>Vor allem in Deutschland, aber auch in anderen Staaten, war ein Großteil der Infrastruktur zerstört. Damit meint man Brücken, Straßen, Häuser, Eisenbahnlinien und solche Dinge. Kurz nach dem Krieg raffte die Spanische Grippe dreimal so viele Menschen dahin wie der Krieg selbst.<eop>In den Jahren von 1919 bis 1922 unterzeichneten die Staaten Friedensverträge. Sie entstanden in der Nähe von Paris. Man nennt sie deshalb die Pariser Vorortverträge. Deutschland, Österreich und Ungarn galten als die Verlierer, vor allem hier lehnten die Menschen die Verträge ab. <eop>Aus großen ehemals deutschen Gebieten wurde der neue Staat Polen gegründet. Dadurch verlor Deutschland auch viele Rohstoffe wie Eisenerz und Kohle. Menschen wurden von Ost nach West umgesiedelt und umgekehrt. Um die Reparationszahlungen an die Siegermächte zu leisten, druckte Deutschland Geld. Das verlor aber dadurch an Wert, es gab eine furchtbare Inflation. Für Deutschland begann die Zeit der Weimarer Republik.<eop>Österreich-Ungarn wurde zu Österreich verkleinert. Dafür wurden die Tschechoslowakei, Ungarn und Jugoslawien gebildet. Das Osmanische Reich wurde auf die heutige Türkei verkleinert. Es verlor vor allem Gebiete im Süden und im Osten.<eop>In Russland übernahmen im Jahr 1917 die Kommunisten die Macht. Sie versprachen, dass der Krieg und der Hunger aufhören. Es kam zu einem Bürgerkrieg in Russland selbst, zwischen den Kommunisten und ihren Gegnern. Ähnlich war auch in anderen Ländern die Kriegszeit nicht wirklich vorbei.<eop>Auch die Sieger waren oft unzufrieden mit dem Kriegsende: Viele Italiener zum Beispiel glaubten, dass sie nicht genug neues Land bekommen hatten. Manche Menschen in der Welt waren plötzlich gegen alle Kriege, andere hingegen waren gerade für neue Kriege, um sich zu rächen. Wiederum andere wollten zumindest, dass ihr eigenes Land eine starke Armee hatte, um in Zukunft besser geschützt zu sein. Die Unzufriedenheit in Deutschland ermöglichte den Nationalsozialismus und war einer der Gründe für den Zweiten Weltkrieg.<eop> Wie denken die Menschen heute über den Krieg? Es gibt in vielen Staaten und Orten Denkmäler, die an den Ersten Weltkrieg erinnern. Auf so einem Denkmal steht zum Beispiel geschrieben, wer aus dem Ort im Krieg gestorben ist. In Deutschland zum Beispiel gibt es den Volkstrauertag. An einem bestimmten Sonntag im November wird der Toten gedacht. In anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und Belgien ist der Erinnerungstag am 11. November.<eop>Die Geschichtswissenschaftler wissen sehr viel über den Krieg, aber einige Fragen können sie immer noch nicht ganz beantworten. Lange Zeit meinte man, dass wohl Deutschland am meisten Schuld daran hatte, dass der Krieg ausbrach. Jetzt schaut man auch genauer hin, was andere Staaten falsch gemacht hatten. Es hieß auch: Die Menschen sind 1914 gerne in den Krieg gezogen. Jetzt weiß man, dass das für viele nicht stimmte. Die meisten Leute waren eher aufgeregt anstatt begeistert.<eop>Die Geschichtswissenschaftler sind sich auf jeden Fall einig, dass der Krieg Europa und die Welt sehr stark verändert hat. Es heißt sogar, dass der Erste Weltkrieg die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen sei. Gemeint ist: Dieser Krieg führte noch zu anderen Unglücken in den Jahren danach, zu Gewaltherrschaft, Mord und weiteren Kriegen. <eop><eop>"}, {"title": "Esel", "id": 238, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Esel", "text": "Die Esel gehört zur Familie der Pferde und somit zu den Säugetieren. In der Natur gibt es verschiedene Arten. Die häufigste Art ist der Hausesel. Er wurde aus dem afrikanischen Esel gezüchtet. <eop>Hausesel sind grau oder braun bis schwarz. Sie haben sehr große, lange Ohren und eine helle Schnauze. Sie werden 90 bis 160 Zentimeter hoch. Diese Höhe wird am Rücken gemessen. Der Hals und der Kopf ragen noch darüber hinaus. Esel haben Hufe, mit denen sie gut auf trockenen und steinigen Böden gehen können.<eop>Esel sind sehr genügsame Tiere. Sie halten es recht lange aus, ohne Wasser zu trinken. Mit der Nahrung sind sie weit weniger wählerisch als Kühe: Sie fressen auch trockene und zähe Pflanzen, manchmal sogar mit Dornen. Ihre Zunge hält das aus.<eop>Menschen nutzen Esel als Arbeitstiere schon seit 5000 Jahren. Sie sind sehr kräftig und können gut schwere Dinge tragen. Wenn ein Pferd vor etwas Angst hat, läuft es weg. Ein Esel hingegen bleibt regungslos auf einer Stelle stehen. Daher nennen manche ihn stur. <eop>Ein Esel-Männchen nennt man Eselhengst. Das Weibchen ist die Eselstute. Bei ihr dauert eine Schwangerschaft ziemlich genau ein Jahr. Das ist deutlich länger als bei uns Menschen. Meistens bringt sie nur ein einziges Eselfohlen zur Welt. Zwillinge sind selten. Nach der Geburt trinkt das Fohlen Milch bei seiner Mutter. Auch viele Menschen mögen Eselmilch.<eop><eop>"}, {"title": "Eskimo", "id": 239, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eskimo", "text": "Eskimos sind Menschen, die schon seit sehr langer Zeit in den nördlichsten Gebieten der Erde wohnen, also in der Arktis. Es gibt zwei Hauptgruppen von Eskimos: Die Inuit leben im Norden Kanadas und auf der Insel Grönland, die Yupik leben im Norden Sibiriens und in Alaska. Dann gibt es noch kleinere Gruppen wie die Inupiat. Insgesamt gibt es heute ungefähr 160.000 Eskimos. So viele Menschen leben etwa auch in der Stadt Basel.<eop>Die Sprachen aller Eskimos sind nahe verwandt. Der Ausdruck „Eskimo“ bedeutet eigentlich einfach „Mensch“. Für einige Indianerstämme aus einem südlicheren Gebiet bedeutet der Ausdruck „Schneeschuhflechter“. Für andere Indianer bedeutet er „Menschen, die eine andere Sprache sprechen“. Früher dachte man auch, Eskimo bedeute „Rohfleischesser“, und man dürfe heute nicht mehr so sagen, weil er diese Menschen abwerte. Die Erklärung mit dem „Rohfleischesser“ hat sich jedoch als falsch herausgestellt.<eop>Eskimos lebten vor allem von der Jagd auf Rentiere, Fische und Säugetiere aus dem Meer wie Wale, Robben, Walrosse und einige andere. Besonders wichtig und gefährlich war die Jagd auf Eisbären. Sie wurden wegen ihres Fells und des Specks gejagt. Die Jagdwaffen der Eskimos waren vor allem Harpunen, das sind Speere mit Widerhaken. Sie jagten von ihren Kajaks aus, das sind Paddelboote aus einem Holzgerüst, das mit Robbenfell überzogen war. <eop>Auf dem Land sammelten die Eskimos Beeren, Wurzeln oder andere Teile von Pflanzen, die man essen kann. Sie waren also Jäger und Sammler. Sie zogen zwar von Ort zu Ort, blieben dort aber während längerer Zeit und wohnten oft in runden Iglus, also in Schneehäusern.<eop>Heute leben viele Eskimos in festen Häusern. Sie nutzen moderne Waffen wie Gewehre oder automatische Harpunen. Zu den Jagdgebieten fahren sie mit Motorschlitten. Sie verkaufen Fleisch oder Felle und kaufen sich daraus andere Dinge, auch Handys oder Fernseher. Sie glauben auch nicht mehr an die alten Götter, sondern sind oft Christen. <eop><eop>"}, {"title": "Eulen", "id": 240, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Eulen", "text": "Eulen sind eine Gattung von Vögeln, die man auf der ganzen Welt findet, außer in der Antarktis. Es gibt mehr als 200 Arten. Ihre nächsten Verwandten sind die Greifvögel. Die Eule galt schon bei den alten Griechen als Sinnbild für die Weisheit.<eop>Am besten erkennt man die Eulen an ihrem runden Kopf und am Körper. Der wirkt eher breit und massig, das kommt aber nur vom Federkleid. Die Federn ihrer Flügel sind ganz weich und an den Rändern wie in einem Kamm angeordnet. So entsteht kein sausendes Geräusch, wenn sie in der Dunkelheit ihre Beute überraschen. Die größte Eulenart ist der Uhu, er kann über 70 Zentimeter groß werden.<eop>Eulen sind nur schwierig zu entdecken da sie am Tage nicht fliegen sondern versteckt in Bäumen, Gebäuden und Felsen hocken. Sie sind auch gut getarnt, denn ihre Federn haben eine braune Farbe. Einige sind etwas heller, andere dunkler. Dadurch fallen sie in ihren Baumhöhlen und auf den Ästen kaum auf.  Wie leben Eulen? Eulen können gut jagen und die meisten Eulenarten ernähren sich am liebsten von Mäusen. Aber auch andere kleine Säugetiere und Vögel jagen sie häufig. Einige Eulen fressen auch Fische, Schlangen, Schnecken, Frösche. Auch Käfer und viele andere Insekten gehören auf ihren Speiseplan. Meist verschlingen Eulen ihr ganzes Beutetier. Nach der Verdauung stoßen sie die Knochen und das Fell wieder aus. Diese Knäuel nennt man Gewölle. Daran erkennt der Fachmann, was die Eule gefressen hat.<eop>Eulen schlafen tagsüber, und in der Abenddämmerung beginnen sie ihre Beute zu suchen. Eulen können sehr gut hören und haben große, starr nach vorne gerichtete Augen. Mit denen können sie auch im Dunkeln bestens sehen. Ihren Kopf können sie ohne Probleme ganz nach hinten drehen.<eop>Wie vermehren sich Eulen? Im Frühling lockt das Männchen durch seine Rufe ein Weibchen an, um sich mit ihm zu paaren. Eulen bauen keine eigenen Nester, sondern legen ihre Eier je nach Art in Fels- oder Baumhöhlen, verlassene Vogelnester, auf den Boden und in Gebäude. <eop>Eine Eule legt mehrere Eier, immer im Abstand von wenigen Tagen. Die Anzahl hängt von der Art und vom Nahrungsangebot ab. Die Schleiereule kann sogar zweimal im Jahr brüten wenn es genug Mäuse als futter gibt. Die Brutzeit beträgt etwa einen Monat. Während dieser Zeit besorgt das Männchen das Futter für sein Weibchen. <eop>Die Eulenjungen sind verschieden alt, je nachdem, wann ihr Ei gelegt wurde. Sie sind deshalb auch verschieden groß. Oft überleben nur die ältesten. Immerhin braucht eine Waldkauzfamilie mit drei Jungen jede Nacht etwa 25 Mäuse. Nicht immer gelingt es ihnen, diese zu erjagen.<eop>Ältere Jungtiere verlassen das Nest und klettern auf Ästen herum, bevor sie fliegen lernen. Sobald sie das auch können, bringen ihnen die Eltern die Jagd bei. Im Herbst verlassen die Jungtiere die Eltern und suchen sich gegen das Ende des Winters eine eigene Partnerschaft.<eop>Wer gefährdet die Eulen? Große Eulen haben keine natürlichen Fressfeinde. Kleinere Eulen werden gejagt von anderen Eulen, aber auch von Adlern, und Habichten, aber auch von Katzen. Marder fressen nicht nur gerne kleine Eulen, sondern vor allem auch Eier und Jungtiere aus den Nestern. <eop>In unseren Ländern stehen alle einheimischen Eulen unter Naturschutz. Menschen dürfen sie also nicht jagen oder ihnen etwas antun. Dennoch sterben viele Eulen durch Zusammenstöße mit Autos und Eisenbahnen oder an Stromleitungen durch Strom. Daher leben diese Vögel in der Wildnis nur etwa fünf Jahre, während sie in einem Zoo bis zu 20 Jahre alt werden können. Am meisten sind sie jedoch bedroht, weil ihre natürlichen Lebensräume immer mehr verschwinden.<eop><eop>"}, {"title": "Euro", "id": 241, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Euro", "text": "Der Euro ist eine Währung, also eine Art von Geld, die in der Europäischen Union benutzt wird. 19 EU-Länder haben den Euro als Währung. Sie bilden die sogenannte Euro-Zone. <eop>Der Euro ist keine Währung eines bestimmten Landes, sondern wurde von der EU erfunden, damit man bei Reisen in andere Länder nicht immer Geld umtauschen muss. Vorher hatte nämlich jedes Land seine eigene Währung. In Deutschland gab es die Deutsche Mark, in Österreich zahlte man mit dem Schilling. <eop>Der Euro wurde 1999 eingeführt. Zuerst rechneten die Länder aber nur in Handelsgeschäften mit dem Euro. Als richtiges Geld gibt es den Euro erst seit 2002. 1999 hatten elf Länder den Euro, darunter Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien und Österreich. Später führten mehr und mehr Länder in der EU den Euro ein, 19 bis heute. Länder wie Dänemark oder Schweden haben ihn aber bis heute nicht, obwohl sie in der EU sind. In sechs kleinen Ländern, die nicht zur EU gehören, bezahlt man dagegen mit Euro, so etwa in Andorra und im Vatikan. <eop>Es gibt Euro-Münzen und Euro-Scheine. Ein Euro sind 100 Cent. Es gibt Münzen zu 1, 2 und 5 Cent. Sie sind klein und kupferfarben. Münzen zu 10, 20 und 50 Cent sind etwas größer und golden. 1 und 2 Euro-Münzen sind zweifarbig, nämlich golden und silbern. Euroscheine gbt es zu 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro. <eop>Auf der Vorderseite der Münzen sieht man immer eine Landkarte von Europa und eine Zahl, wie viel die Münze wert ist. Die Rückseite ist von Land zu Land verschieden. Die Scheine stellen Gebäude verschiedener Baustile aus der Geschichte vor. Der 50-Euro-Schein zum Beispiel zeigt Gebäude aus der Renaissance. Diese Baustile waren in vielen Ländern verbreitet und sollen zeigen, was Europa gemeinsam hat.<eop>"}, {"title": "Europa", "id": 242, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Europa", "text": "Europa ist ein Kontinent, also einer der Erdteile. Er besteht aus über 40 Staaten. Im Norden und im Westen Europas liegt der Atlantische Ozean, im Süden das Mittelmeer. Im Osten hingegen ist Europa mit Asien verbunden. Die Grenze zwischen Europa und Asien ist ein langes, hohes Gebirge, der Ural. <eop>Der Kontinent Europa hat besonders viel Küste. Es gibt nämlich viele Inseln, Halbinseln und Binnenmeere. Ein Binnenmeer wie das Mittelmeer oder die Ostsee ist ein Teil des Ozeans, der von viel Land umgeben ist. <eop>Vor rund 3.500 Jahren entstand auf der Insel Kreta die erste europäische Hochkultur. Also Menschen, die kulturelle Dinge schufen und in Städten lebten. Anders als in China gab es in Europa nur selten ein einziges großes Reich wie etwa das Römische Reich. Das liegt vielleicht an diesen Inseln und Halbinseln, wo man sich besser gegen feindliche Nachbarn verteidigen konnte.  <eop>Seit der Neuzeit, also seit etwa 1500, hatten mehrere europäische Staaten Kolonien in anderen Erdteilen. Eine Kolonie ist ein Stück Land, das von einem anderen Staat erobert oder gekauft wurde. Auf diese Weise gehörte früher fast die gesamte Welt zu europäischen Staaten, und darum wird zum Beispiel in Südamerika meist Spanisch und in Australien Englisch gesprochen. In der Zeit von 1920 bis 1960 haben die meisten Staaten ihre Kolonien allerdings verloren.<eop> Wie einig ist sich der Kontinent? In Europa werden viele verschiedene Sprachen gesprochen. Zählt man Russland zu Europa, dann ist Russisch die Sprache, die von den meisten Europäern als Muttersprache gesprochen wird. Auf den zweiten Platz kommt Deutsch. Denkt man an alle Menschen, die eine Sprache sprechen, ist Englisch am weitesten verbreitet. Die meisten Sprachen in Europa haben in sich viel vom Lateinischen.<eop>Außerdem gibt es zahlreiche Staaten. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Allerdings haben die meisten Staaten beschlossen, dass sie eng zusammenarbeiten wollen. Darum sind viele Staaten Mitglieder in der Europäischen Union. Die beschließt Gesetze, die in ganz Europa gelten sollen. Man nennt das die Einigung Europas.<eop>Oft unterscheidet man zwischen West- und Osteuropa. Westeuropäische Länder sind zum Beispiel Deutschland, Frankreich oder Großbritannien. Als Osteuropa gelten Länder wie Polen, Bulgarien oder die Ukraine. Man spricht dort oft eine slawische Sprache. In vielen dieser Länder herrschte bis um das Jahr 1990 der Kommunismus. Heute sind die meisten dieser Länder im Vergleich zu Westeuropa eher arm. <eop>"}, {"title": "Europäische Union", "id": 243, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Europäische Union", "text": "Die Europäische Union ist ein Zusammenschluss von europäischen Staaten. Im Grunde darf jeder Staat in Europa Mitglied werden. Im Moment hat die Europäische Union 27 Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland und Österreich. Die Abkürzung für die Europäische Union heißt EU.<eop>In der EU arbeiten die Mitgliedstaaten zusammen, um den Frieden zu sichern. Die Einwohner sollen gut leben, in Wohlstand, und Rechte haben. Dafür werden in der EU gemeinsame Regeln geschaffen. Viele Mitgliedsstaaten haben auch schon eine gemeinsame Währung, den Euro.<eop>Genau wie ein Staat hat auch die EU ein Parlament und eine Art Regierung: das Europäische Parlament und die Europäische Kommission. Daneben haben aber auch die Mitgliedsstaaten noch sehr viel mitzubestimmen. Organe der EU gibt es in mehreren Städten, die wichtigsten und meisten Organe sind in der Stadt Brüssel in Belgien.<eop> Seit wann gibt es die Europäische Union? Schon seit 1952 arbeiten europäische Staaten zusammen. Zuerst waren das vor allem Wirtschaftsgemeinschaften, die für mehr Handel und Wohlstand sorgen sollten. Zum Beispiel konnten Waren wie Maschinen oder Lebensmittel leichter in ein anderes Land der Gemeinschaft verkauft werden. 1957 unterschrieb man die Römischen Verträge, mit denen unter anderem die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet wurde.<eop>Im Jahr 1992 kamen noch neue Aufgaben hinzu: Man will gemeinsam für mehr Gerechtigkeit sorgen und Europa besser verteidigen. Seitdem gibt es den Namen Europäische Union oder kurz EU.<eop> Welche Staaten sind Mitglied? Seit dem Jahr 1957 waren die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien und Luxemburg dabei. Längere Zeit wollte Frankreich nicht, dass Großbritannien dazugehört. Schließlich wurden 1973 auch Großbritannien, Irland und Dänemark Mitglied. Bis 1989 kamen Spanien, Griechenland und Portugal hinzu.<eop>Nach 1989 wurden die Länder in Osteuropa frei, und auch andere haben sich entschieden, Mitglied zu werden. Das waren 1995 Österreich, Schweden und Finnland. Danach schlossen sich an: Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern.<eop>In Großbritannien gab es im Jahr 2016 eine Volksabstimmung: Eine knappe Mehrheit der Wähler wollte, dass das Land aus der EU austritt. Dieser „Brexit“ passierte im Jahr 2020. Es war das erste Mal, dass ein Mitgliedsland die EU verlassen hat.<eop> Was bedeutet es, wenn ein Land Mitglied ist? Wenn ein Land Mitglied der Europäischen Union ist, dann hat das Land Rechte. Die Regierung dieses Landes darf mitbestimmen, was in der EU passiert. Außerdem wählen die Staatsbürger so eines Landes das Europäische Parlament mit.<eop>Die Staatsbürger eines Landes, das Mitglied ist, sind auch EU-Bürger. Sie haben Rechte in der gesamten EU. Zum Beispiel dürfen sie sich aussuchen, in welchem Land der EU sie wohnen und arbeiten wollen. Eine Schwedin kann zum Beispiel nach Belgien reisen und sich dort eine Wohnung suchen.<eop>Das Recht, sich den Wohnort auszusuchen, ist eine der europäischen Freiheiten. Ein Mitgliedsland gehört zum sogenannten Gemeinsamen Markt. Wer Waren oder Dienstleistungen hat, darf sie in allen Mitgliedsländern verkaufen.<eop> "}, {"title": "Evolution", "id": 244, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Evolution", "text": "Das Wort Evolution bedeutet Entwicklung. Es geht darum, wie sich die Lebewesen entwickelt haben. Aus einfachen Lebewesen sind viele weitere entstanden. Die Lehre von der Evolution erklärt, warum es unterschiedliche Pflanzen und Tiere auf der Welt gibt.<eop>Die Menschen wussten lange Zeit nicht, wie die Welt und die Lebewesen entstanden sind. Sie glaubten, dass ein Gott dafür verantwortlich war. So steht es zum Beispiel in der Bibel: Gott erschuf die Pflanzen und Tiere und schließlich auch den Menschen.<eop>Vor allem im 19. Jahrhundert gab es neue Ideen, wie es zu den vielen unterschiedlichen Lebewesen kam. Um das Jahr 1900 setzte sich die Idee der Evolution durch. Die allermeisten Wissenschaftler halten sie für die beste mögliche Erklärung. Ausgedacht hat sie sich vor allem Charles Darwin aus Großbritannien.<eop> Wie funktioniert Evolution? Wenn zum Beispiel Tiere Kinder haben, dann hat das Kind ähnliche Eigenschaften wie die Eltern. Eine Giraffe sieht so aus wie eine Giraffe, weil die Eltern auch schon so ausgesehen haben. Warum aber haben die Giraffen einen so langen Hals?<eop>Die Giraffen sind entstanden aus ähnlichen Tieren, die noch einen kürzeren Hals hatten. Man hat die Knochen solcher Tiere gefunden. Für Giraffen ist es aber gut, einen langen Hals zu haben: Damit kommen sie an die Blätter von hohen Bäumen, um sie zu fressen. <eop>Eine Zeit lang glaubten manche Forscher, dass Giraffen einen längeren Hals bekommen haben, weil sie ihn immer nach oben gereckt haben. Ihr Körper habe sich das „gemerkt“. Daher hätten die kleinen Giraffenbabys ebenfalls lange Hälse bekommen.<eop>Charles Darwin erkannte aber: Wenn ein Kind entsteht, dann passiert es manchmal, dass etwas dabei „schiefgeht“: Das Kind wird ein bisschen anders als die Eltern. Wie anders, das ist reiner Zufall. Manchmal ist die Änderung schlecht, manchmal nützlich, oft macht sie nichts aus.<eop>Einige Giraffen hatten also von Geburt an etwas längere Hälse als andere Giraffen, aus Zufall. Die Giraffen mit den langen Hälsen hatten einen Vorteil: Sie konnten besser an die hohen Blätter heran. Die anderen Giraffen, mit kürzerem Hals, hatten Pech und sind vielleicht eher verhungert. Die Giraffen mit langem Hals hingegen lebten lange genug und bekamen selber Kinder. Weil schon ihre Eltern recht lange Hälse hatten, waren auch diese Kinder langhalsiger.<eop> Warum waren manche Leute gegen die Lehre der Evolution? Darwin hat 1859 das Buch „Über die Entstehung der Arten“ veröffentlicht. Einigen Leuten waren seine Ideen egal, weil sie einfach andere Ideen über die Entstehung hatten. Andere aber waren gegen Darwin, weil die Evolution auch für den Menschen galt: Die Menschen sind aus einfacheren Lebewesen entstanden. Das hielten sie für eine ganz widerliche Idee: Sie wollten nicht vom Affen abstammen. Darum glaubten sie lieber an die Bibel. Einige Menschen denken noch immer so.<eop>Manche Leute haben Darwin falsch verstanden: Sie glaubten, dass laut Darwin immer der Stärkere gewinnt. Einige Leute dachten sogar, dass das auch für Menschen gilt. Menschen hätten sogar das Recht, andere Menschen zu töten, wenn ihnen das gelingt. So würde sich zeigen, wer stärker ist und es verdient hat, zu überleben. Starke Völker sollten deshalb schwache Völker unterdrücken oder gar ausrotten. <eop>Tatsächlich meinte Darwin aber: Es überleben diejenigen, die besser an ihre Umwelt angepasst sind. Ob sie dadurch „besser“ oder „wertvoller“ sind, hat mit der Evolution nichts zu tun. Auf der Welt gibt es zum Beispiel viel mehr Fliegen als Menschen. Fliegen können eben gut in unterschiedlichen Gegenden überleben und sich gut vermehren.<eop>"}, {"title": "Experiment", "id": 245, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Experiment", "text": "Ein Experiment ist ein Versuch. Dabei wollen Wissenschaftler etwas herausfinden. Es geht um eine Idee oder Vermutung, die im Experiment ausprobiert wird. Das Experiment bestätigt dann die Vermutung oder nicht.<eop>Wer zum Beispiel wissen will, ob Eis auf Wasser schwimmt oder nicht, der macht ein Experiment. Die Vermutung ist: Eis schwimmt nicht, weil auch andere Dinge im Wasser versinken. Wenn das Eis aber im Experiment schwimmt, wurde die Vermutung nicht bestätigt. Das Experiment ist trotzdem geglückt, weil man etwas herausgefunden hat.<eop>In der Wissenschaft ist es heute schwierig, noch etwas Neues herauszufinden. Für ein Experiment braucht man oft viel Zeit und Geld. Zum Beispiel muss in einem Labor ein Experiment mühsam aufgebaut werden. "}, {"title": "Fabel", "id": 246, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fabel", "text": "Eine Fabel ist eine kurze Erzählung. In so einer Geschichte sind die Figuren Tiere, die sich wie Menschen verhalten. Manche Tiere nennt man auch Fabelwesen. Am Ende der Geschichte steht die „Moral“: Man erfährt, was die Figuren falsch gemacht haben und was eigentlich richtig wäre.<eop>Die ältesten Fabeln, von denen man heute noch weiß, haben wohl die Sumerer erfunden: vor 4500 Jahren. Die älteste Fabel, die es noch vollständig gibt, stammt von dem Dichter Äsop aus dem alten Griechenland. Deutsche Fabeln gab es schon im Mittelalter, besonders beliebt wurde diese Art der Erzählung aber erst im 18. Jahrhundert. Der Leser soll nicht einfach lesen, was richtig oder falsch war. Besser ist es, wenn er das selber durch Nachdenken erreicht.<eop>"}, {"title": "Fabrik", "id": 247, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fabrik", "text": " In einer Fabrik wird etwas hergestellt oder angefertigt. Das können Möbel sein, Autos oder auch Medikamente und viele andere Dinge. Die nennt man Fabrikat oder Produkt, weil sie produziert, hergestellt wurden. <eop>Handwerks-Betriebe stellen zwar auch etwas her, aber oft nur in kleinen Mengen und mit viel Handarbeit. Ein Tischler kann zum Beispiel einen Stuhl von Anfang bis Ende alleine fertigen. In einer Fabrik werden Dinge in großer Zahl hergestellt, und jeder Arbeiter hat dabei eine bestimmte Aufgabe, die er immer wieder macht. In einer Autofabrik baut zum Beispiel einer den Motor ein, der nächste die Räder, der übernächste die Scheiben und immer so weiter. Das nennt man Arbeitsteilung, und dadurch lassen sich Dinge schneller und billiger herstellen. Vieles wird heute auch von Maschinen und Robotern erledigt. Trotzdem arbeiten in einer Fabrik manchmal hunderte oder gar tausende von Leuten.<eop>Die ersten Fabriken entstanden vor bald 200 Jahren, bei uns etwa ab dem Jahr 1850. Man nennt diese Zeit auch Industrialisierung oder industrielle Revolution. Damals wurden viele neue Techniken entwickelt wie zum Beispiel die Dampfmaschine, mit der man wieder andere Maschinen antreiben konnte. Auch viele andere Dinge wie das Telefon oder die Schreibmaschine wurden in dieser Zeit erfunden. <eop>"}, {"title": "Fahrrad", "id": 248, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fahrrad", "text": "Das Fahrrad ist ein Fahrzeug, das nur durch menschliche Muskelkraft angetrieben wird. Es besteht meistens aus zwei Rädern, einem Sattel zum Sitzen und einem Lenker. Zusammengehalten wird dies alles durch einen Rahmen aus Rohren. <eop>Es gibt viele Arten von Fahrrädern: Rennrad, Mountain-Bike, sprich: Maunten-Beik, Dreirad, Liegefahrrad, das elektrische e-Bike, sprich: I-beik, Lastenfahrrad, Klapprad, Kunstfahrrad und viele andere. Je nachdem, wofür das Fahrrad eingesetzt wird, sind diese besonderen Fahrräder entwickelt worden.<eop> Wie funktioniert ein Fahrrad? Würde man sich im Stand auf einen Fahrradsattel setzen, würde man umfallen. Wenn man jedoch fährt, ist es möglich, mit dem Körper im Gleichgewicht zu bleiben. Für die Fahrt muss der Mensch, der auf dem Fahrradsattel sitzt, in zwei Pedale treten. Diese bewegen eine Kette, die dann das Hinterrad in Umdrehung versetzt. Das Vorderrad ist mit einem Lenker verbunden, damit man beim Fahren die Richtung verändern kann. Beim Kurvenfahren hilft auch das Körpergewicht.<eop>Um anzuhalten, gibt es Bremsen, die mit der rechten und der linken Hand am Lenker betätigt werden müssen. So können das Vorder- und das Hinterrad unabhängig voneinander gebremst werden. Manche Fahrräder haben auch eine Rücktrittbremse. Diese bremst das Hinterrad, wenn man die Pedale nicht vorwärts, sondern rückwärts tritt. Am Lenker befindet sich zusätzlich eine Klingel, um bei Gefahr auf sich aufmerksam zu machen. Schutzbleche über den Rädern verhindern, dass von den Rädern zu viel Dreck und Regenwasser hochspritzt.<eop> Ist Fahrradfahren gefährlich? Wenn man mit einem Auto fahren will, braucht man einen Führerschein. Für das Fahrrad braucht man das nicht, aber es muss verkehrssicher sein. Alle Teile am Fahrrad müssen funktionieren, vor allem die Bremsen, das Licht und die Reflektoren. Außerdem muss der Fahrradfahrer sicher fahren können. Das heißt zum Beispiel, dass der Sattel die richtige Höhe haben muss, sodass der Fahrradfahrer seinen Fuß jeder Zeit auf dem Boden abstellen kann. Mit einem Fahrradhelm schützt man seinen Kopf bei Unfällen. <eop>Wenn es dunkel ist, hat man besser nur helle Kleidung an. Reflektorstreifen werfen das Licht von Autoscheinwerfern zurück. Das ist ebenfalls gut, um gesehen zu werden. Reflektoren müssen an den Reifen, den Pedalen sowie nach vorne und nach hinten installiert sein.<eop>Manche Straßen haben am Rand einen Radfahrstreifen. Dann muss man mit dem Fahrrad dort fahren und nicht auf der Straße. Kinder bis 8 Jahre dürfen nur auf dem Bürgersteig fahren. Kinder ab 10 Jahren sollen auf der Straße fahren. Kinder zwischen 8 und 10 können sich das aussuchen.<eop> Wann wurde das Fahrrad erfunden? Vor etwa 200 Jahren hat man zuerst versucht, ein „Laufrad“ zu bauen. Erfinder der ersten Laufmaschine im Jahr 1817 war Karl Drais aus Karlsruhe. Seine Draisine, ein Vorläufer des Fahrrads aus Holz, hatte noch keine Pedale. Man musste sich immer wieder mit den Füßen vom Boden abstoßen. Die damaligen Laufräder waren sehr schwerfällig. Sie konnten bis zu 40 Kilogramm wiegen. <eop>Fünfzig Jahre später wurde in Frankreich das „Velocipede“ erfunden. Es hatte Pedalen am Vorderrad und war ebenfalls noch ganz aus Holz. Aber wenig später wurden solche Fahrräder aus Metall hergestellt. Diese Räder waren sehr beliebt und wurden von vielen Werkstätten nachgemacht. Es gab vereinzelt bereits Radrennen.<eop>Eine wichtige Erfindung war 1868 die Fahrradspeiche. Bis dahin waren die Speichen aus Holz gefertigt. Die neuen, dünnen Stahldrähte hatten viel weniger Gewicht als Holz oder Metall. Sie können zudem nicht brechen, was bei den Holzkonstruktionen häufig passierte. Noch heute werden sie fast genauso gebaut und benutzt.<eop>Die Fahrradkette wurde 1884 in England erfunden. Damit war das Lenken viel einfacher geworden, weil die Füße bei jeder Lenkbewegung nicht mehr mitbewegt wurden. Die Kette war die Voraussetzung für den Leerlauf. Mit dem Leerlauf war es nicht mehr nötig, bei der Fahrt immer die Füße zu bewegen, bis das Fahrrad wieder stillstand. Auch konnte durch die Kette die Kettenschaltung erfunden werden. Die Kettenschaltung bewegt die Kette am Hinterrad auf ein kleineres oder größeres Zahnrad. So kann man schneller fahren oder kommt einfacher einen Hügel hinauf.<eop>"}, {"title": "Falken", "id": 249, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Falken", "text": "Falken gehören zu den Raubvögeln wie die Greifvögel und Eulen. Die nächsten Verwandten der Falken sind Adler, Geier, Bussarde und einige andere. Insgesamt gibt es etwa vierzig Arten von Falken. Sie leben fast überall auf der Welt. In Europa brüten nur noch acht Arten. In Deutschland und der Schweiz brüten Wanderfalken, Baumfalken und Turmfalken. In Österreich brütet zusätzlich der Sakerfalke. Die höchste Geschwindigkeit erreicht der Wanderfalke im Sturzflug: 350 km/h. Das ist dreimal so schnell wie der Gepard auf der Erde.<eop>Falken erkennt man von außen gut am Schnabel: Der Oberteil ist wie ein Haken nach unten gebogen. Damit können sie ihre Beutetiere besonders gut töten. Unter den Federn verbirgt sich eine andere besondere Eigenheit: Falken haben 15 Halswirbel, also mehr als die anderen Vögel. Damit können sie den Kopf besonders gut drehen, um ihre Beute zu erspähen. Zudem können Falken mit ihren scharfen Augen sehr gut sehen. <eop>Menschen waren schon immer von Falken begeistert. Bei den alten Ägyptern zum Beispiel war der Falke ein Zeichen für den Pharao, den König. Ein Falkner ist noch heute jemand, der einen Falken so abrichtet, dass er ihm gehorcht und für ihn jagt. Die Falknerei war früher ein Sport der reichen Adeligen.<eop>Wie leben Falken? Falken können sehr gut fliegen, sie müssen dabei aber immer mit den Flügeln schlagen. Sie können nicht in der Luft gleiten wie zum Beispiel die Adler. Aus der Luft stürzen sie sich auf kleine Säugetiere, Reptilien, Amphibien und größere Insekten, aber auch auf andere Vögel. Sie halten entweder von einem Sitzplatz oder im Flug nach Beute Ausschau.<eop>Falken bauen keine Nester. Sie legen ihre Eier in ein leeres Nest einer anderen Vogelart. Einige Falkenarten begnügen sich aber auch mit einer Mulde in einer Felswand oder in einem Gebäude. Die meisten Falkenweibchen legen etwa drei bis vier Eier, die sie während etwa fünf Wochen ausbrüten. Dies hängt jedoch auch von der Art der Falken ab.<eop>Ob Falken Zugvögel sind oder ob sie immer am selben Ort leben, lässt sich so nicht sagen. Allein der Turmfalke kann immer allein am selben Ort leben oder im Winter in den Süden ziehen. Das hängt wesentlich davon ab, wie viel Ernährung Nahrung sie finden.<eop>Je nach Art sind Falken gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Ausgewachsene Falken haben zwar kaum Feinde. Uhus machen ihnen aber manchmal den Nistplatz streitig und tötet sie auch. Ihr größter Feind ist jedoch der Mensch: Kletterer bedrohen die Nistplätze, Gifte in der Landwirtschaft sammeln sich in den Beutetieren an. Die Falken fressen diese Gifte mit. Dadurch werden ihre Eierschalen dünner und zerbrechen, oder die Jungtiere entwickeln sich nicht richtig. Auch plündern Tierhändler Nester und verkaufen die Jungvögel.<eop><eop>"}, {"title": "Familie", "id": 250, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Familie", "text": "Verwandte gehören zur gleichen Familie. Es gibt nahe Verwandte wie Geschwister, Eltern oder eigene Kinder. Man nennt dies bei uns auch Kleinfamilie. Zur Großfamilie zählt man auch weiter entfernte Verwandte wie Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen und die Großeltern.<eop>Wo die Grenze zwischen Kleinfamilie und Großfamilie liegt, kommt sehr darauf an, welche Beziehungen die Verwandten pflegen. Das ist auch vom Land und von der Kultur abhängig, in der man lebt. Großeltern kann man also zur näheren Familie zählen oder nicht.<eop>Man unterscheidet auch zwischen Blutsverwandtschaft und übriger Verwandtschaft. Blutsverwandt sind Eltern mit ihren Kindern oder die Geschwister unter sich, weil ihre Körper zahlreiche gleiche Eigenschaften haben. Früher sagte man: „Sie haben dasselbe Blut“. Eltern haben eine besondere Beziehung zu ihren Kindern, auch besondere Rechte und Pflichten. Deshalb haben sie im Klexikon einen eigenen Artikel.<eop>Eine Ehefrau und ihr Ehemann dürfen vor ihrer Heirat nicht blutsverwandt sein, weil sich sonst Missbildungen bei den Kindern ergeben können. Auch durch die Heirat werden sie nicht blutsverwandt, auch nicht, wenn sie gemeinsame Kinder haben. Die Eltern haben immer noch „verschiedenes Blut“.<eop>Ein weiterer Unterschied ist dieser: Der Mann, der ein Kind gezeugt hat, ist der leibliche, der biologische Vater. Dies gilt auch, wenn ihn das Kind gar nicht kennt. Er könnte gestorben sein, verschwunden oder was auch immer. Vielleicht lebt die Mutter dann aber in einer neuen Beziehung. Wenn sich dieser Mann gut um das Kind kümmert, dann ist er eine Art „Ersatzvater“. Man nennt dies auch „der soziale Vater“. Wenn er das Kind adoptiert, gilt es vor dem Gesetz wie sein eigenes.<eop>Was sind Großeltern und Enkelkinder? Großeltern sind die Eltern der Eltern. Die leiblichen Großeltern sind jeweils zwei Großväter und zwei Großmütter. Oft werden diese \"Oma\" und \"Opa\" genannt. Umgekehrt sind Enkel dann die Kinder der Kinder.<eop>Im Bild rechts sind Wilma und Paul sowie Clara und Helmut (ganz oben) die gemeinsamen Großeltern der drei Kinder Conny, Ben und Jenny (ganz unten). Die drei Kinder sind also die Enkelkinder dieser Großeltern. Aber nur Clara und Helmut sind auch die Großeltern von Justus und Hendrik (die anderen Großeltern der beiden, also die Eltern von Klaus, sind nicht im Bild).  Im Normalfall sind Großeltern, Eltern und deren Kinder direkt miteinander verwandt, außer es wurde jemand adoptiert.<eop>In vielen Kulturen auf dieser Welt leben die Großeltern zusammen mit dem Rest der Familie. Sie helfen im Haushalt, wenn sie es noch können und kümmern sich um ihre Enkel, damit deren Eltern arbeiten gehen und Geld verdienen können. In unseren Ländern ist das nicht mehr üblich. Sie leben meistens für sich und ziehen ins Altersheim, wenn sie keinen eigenen Haushalt mehr führen können.<eop>Wann spricht man von Onkeln und Tanten oder von Neffen und Nichten? Ein Onkel ist entweder ein Bruder des Vaters oder ein Bruder der Mutter. Es kann aber auch der Ehemann von der Schwester des Vaters sein oder der Mann von der Schwester der Mutter. Bei den Tanten ist es ganz ähnlich: Eine Tante ist entweder die Schwester des Vaters oder die Schwester der Mutter. Es kann aber auch die Ehefrau vom Bruder des Vaters sein oder vom Bruder der Mutter. Es gibt also ebenfalls vier Möglichkeiten. Bei uns heißen die alle gleich. Es gibt aber andere Kulturen und Sprachen mit mehr verschiedenen Begriffen. Für jede Art von Onkel oder Tante gibt es ein anderes Wort, also insgesamt je vier.<eop>Nehmen wir Conny, Ben und Jenny aus dem Bild oben als Beispiel: Hier hat ihr Vater Peter eine Schwester, nämlich Karin. Karin ist also die Tante der drei, ihr Mann Klaus ist der Onkel. Aber auch die Mutter der drei hat eine Schwester, nämlich Anne. Anne ist auch eine Tante der drei. Steffi und Peter sind Tante und Onkel von Justus und Hendrik.<eop>Umgekehrt haben Steffi und Peter zwei Neffen, nämlich Justus und Hendrik. Die Mädchen Conny und Jenny sind die Nichten von Karin und Klaus, Ben ist ihr Neffe. Das gleiche gilt auch für Anne: Conny und Jenny sind ihre Nichten, Ben ist ihr Neffe.<eop>Wie sind Cousins und Cousinen miteinander verwandt? Cousin und Cousine werden auch Vetter und Base genannt. Geschwister haben dieselben Eltern, Cousins und Cousinen haben dieselben Großeltern. Sie sind die Kinder von den Geschwistern eines Elternteils, also von Onkeln und Tanten. Unsere Eltern sagen über unsere Cousins und Cousinen: „Sie sind unsere Neffen und Nichten.“ Für unsere Großeltern sind sie genauso Enkelkinder wie wir selbst.<eop>Im Bild oben ist das so: Conny, Ben und Jenny (unten links) sind Geschwister. Ihre Vater hat eine Schwester, die ist die Tante von den dreien. Tante Karin hat zwei Kinder: Justus und Hendrik. Conny, Ben und Jenny haben also zwei Cousins. Umgekehrt haben Justus und Hendrik einen Cousin (Ben) und zwei Cousinen (Conny und Jenny). Die gemeinsamen Großeltern der fünf Kinder sind Opa Helmut und Oma Clara.<eop>Cousins und Cousinen sind nicht so nahe miteinander verwandt wie Geschwister. Aus diesem Grund sind Beziehungen und Heiraten zwischen Cousin oder Cousine in den meisten Ländern gesetzlich erlaubt. Unter Geschwistern ist das verboten.<eop>Gehören Schwager und Schwägerinnen auch zur Verwandtschaft? Schwager und Schwägerinnen sind nicht miteinander blutsverwandt. Die Verbindung besteht nur über Geschwister und eine Ehe, man sagt sie sind \"verschwägert\".<eop>Das lässt sich am besten an einem Beispiel aus dem Bild erklären: Peter und Steffi sind verheiratet. Peters Schwester heißt Karin. Steffi und Karin sind dann Schwägerinnen. Jede kann von der anderen sagen: „Sie ist meine Schwägerin.“ Aber Steffi ist auch die Schwägerin von Karins Mann Klaus. Peter kann sagen: „Klaus ist mein Schwager.“ und auch Klaus sagt: „Peter ist mein Schwager.“ Anne, Steffis Schwester ist auch Peters Schwägerin und Peter ist ihr Schwager.<eop>Anne und Karin hingegen sind noch weiter weg verschwägert. Sie sind deshalb nicht mehr richtige Schwägerinnen. In manchen Gebieten Deutschlands nennt man sie Schwippschwägerinnen. Klaus ist demnach der Schwippschwager von Anne.<eop>Was sind Vorfahren? Vorfahren sind Menschen, die vor einem gelebt haben, also die Eltern, die Großeltern, die Urgroßeltern und so weiter. So eine „Ebene“ nennt man eine Generation. Zum Rechnen ist das einfach: Eltern hat man zwei, Großeltern vier, Urgroßeltern acht und so weiter, also immer doppelt so viele. Damit sind natürlich die leiblichen, also die biologischen Eltern gemeint.<eop>Eine solche Aufstellung nennt man Stammbaum oder Vorfahren-Stammbaum, weil es aussieht wie ein Baum: Das Kind ist der Stamm, dann kommen erst die dicken, dann die dünneren Äste, je nach Generation. Dies ist vom Kind aus gesehen ein aufsteigender Stammbaum. Die Fachleute nennen das „Aszendenten-Stammbaum“. <eop>Es gibt ganz einfache und sehr bildhafte, ausgestaltete Stammbäume. Wer sie erforscht, ist ein Familienforscher. Man nennt sie auch Ahnenforscher, weil Vorfahren oft Ahnen genannt werden. Die Familienforschung betreiben viele Menschen einfach aus Interesse. Sie wollen wissen, woher sie kommen und wer vor ihnen war.<eop>Oft spricht man von den Vorfahren eines Volkes. Da weiß man natürlich nicht von jedem einzelnen, um wen es sich handelt. Es sind eben all die Menschen, welche zur gegenwärtigen Bevölkerung beigetragen haben. Da können auch eingewanderte Menschen dabei sein. So kommt es auch zur Vermischung von Hautfarben.<eop>Was sind Nachkommen? Nachkommen sind Kinder, Enkel, Urenkel und so weitere. Solche Stammbäume sind schwierig aufzuzeichnen, weil sie sehr verschieden sind. Eine Frau kann gar keine Kinder haben, eins, zwei, drei oder noch mehr. Zudem hat sie vielleicht nicht alle Kinder vom selben Mann. Vielleicht hatte auch der Mann schon Kinder aus einer Beziehung mit einer anderen Frau.<eop>Es ist also nicht dasselbe, ob ein Kind seine Vorfahren aufzeichnet oder ob es vom Großvater aus gesehen dessen Nachkommen aufzeichnet. In einzelnen Familien wird das heute nicht mehr oft gemacht. Jedoch gibt es solche Stammbäume von Königen. Dort ist es eben wichtig zu wissen, wer Nachfolger werden darf, also der neue König.<eop>Nachkommen-Stammbäume nennt man absteigende Stammbäume. Die Fachleute nennen das „Deszendenten-Stammbaum“. Manche Großeltern machen das als Stolz oder Freude über ihre Nachkommen. Viele Großeltern haben ihre Enkel aber auch im Kopf und könnten den Stammbaum auswendig zeichnen. Nachkommen-Stammbäume sind aber auch sehr wichtig, wenn ein Mensch stirbt und man nicht weiß, wer sein Vermögen erben soll.<eop><eop>"}, {"title": "Farbe", "id": 251, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Farbe", "text": "Farbe ist eine Eigenschaft des Lichts. Menschen sehen etwas und nehmen dabei Farben wahr. Was genau ein Mensch sieht, hängt vor allem vom Gegenstand ab, den er ansieht. In zweiter Linie ist die Lichtquelle wichtig, drittens aber auch die eigenen Augen. Die eigenen Augen sind nämlich nicht so genau wie die Apparate von Physikern, wenn es um Farbe geht. Tiere sehen nochmal anders.<eop>Zunächst einmal geht es bei der Farbe um die Wellenlänge des Lichts. Eine Lichtquelle ist zum Beispiel die Sonne. Das Sonnenlicht nennen wir auch Tageslicht. Wir empfinden es meist als normal und farblos. Dann fällt das Licht auf einen Gegenstand, zum Beispiel auf ein Kleid. Das Licht wird abgestrahlt und hat sich durch die Oberfläche geändert. Dann fällt das Licht ins Auge.<eop>Die Farbe, die wir wahrnehmen, hängt also vor allem von der Oberfläche ab, die wir ansehen. Aber auch die Art der Lichtquelle ist wichtig. Bei Tageslicht auf der Straße sieht ein Kleid etwas anders aus als im Haus, wo Lampen leuchten. Und schließlich nehmen unterschiedliche Menschen Farben ein wenig anders wahr. <eop>In der Natur erscheinen die Farben in der Reihenfolge ultraviolett, violett, blau, grün, gelb, orange, rot, infrarot. Ultraviolett und Infrarot gibt es zwar schon, aber unsere Augen können es nicht wahrnehmen. <eop>In der deutschen Sprache brauchen wir das Wort Farbe nicht nur für die Eigenschaft des Lichts. Wir nennen so auch den Stoff, der färbt. Wenn ein Maler „Farbe“ auf sein Gemälde aufträgt, müsste man genauer eigentlich von „Farbstoff“ sprechen. Die französische Sprache beispielsweise hat dafür zwei verschiedene Wörter. Die Maler haben das Farbband auch zu einem Farbkreis zusammengesetzt. Für unsere Augen und zum Malen ist das sinnvoll. Es kommt aber so in der Natur nicht vor.<eop> "}, {"title": "Fasten", "id": 252, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fasten", "text": "Fasten bedeutet, dass man während einer bestimmten Zeit nichts isst. Man kann auch nur auf einen Teil des Essens verzichten. Oft ist dies Fleisch oder bestimmte Genussmittel wie Süßigkeiten oder Alkohol. <eop>Zwei Gründe stehen beim Fasten im Vordergrund: Die Gesundheit oder die Religion. Wegen ihrer Gesundheit trinken viele Leute gerade im Januar keinen Alkohol. Sie denken, dass sie schon über Weihnachten und Neujahr zu viel davon getrunken haben. Andere haben während diesen Tagen an Gewicht zugelegt. Indem sie sich einschränken, wollen sie wieder abnehmen.<eop>Auch mit Gesundheit hat die Entschlackung des Körpers zu tun. In unserem Körper lagern sich nämlich Reststoffe ab, die bei der Verarbeitung der Nahrung übrigbleiben. Das ist der Stoffwechsel. Während des Fastens kann der Körper solche Reststoffe besser hinausbefördern.<eop>Eine modernere Art ist das Teilfasten. Man nennt es auch Intervall-Fasten. Ein Intervall ist eine bestimmte Zeitspanne. Man geht davon aus, dass der Körper nicht dauernd Nahrung bekommen soll. Man soll der Verdauung zwischendrin eine genügend lange Pause gönnen. Damit dies etwas nützt, sollte die Pause vermutlich etwa 14 bis 16 Stunden dauern.<eop>Was ist religiöses Fasten? In vielen Religionen ist der Verzicht wichtig. Während dieser Zeit beschäftigt sich der Mensch nicht mit seinen Genüssen und konzentriert sich dafür mehr auf Gott und sein eigenes inneres Wesen. Fasten hat in den meisten Religionen eine lange Tradition und ist auch wichtig.<eop>Im Judentum verlangt die Tora einen Fasttag vor dem Versöhnungsfest Jom Kippur. Auch der König David fastete, als einer seiner Söhne sehr krank war und ihm der Tod drohte. Heute gibt es im Judentum über das Jahr verteilt sieben Fastentage.<eop>Im Christentum denkt man vor allem an die Fastenzeit vor Ostern. Sie dauert vierzig Tage und soll die Menschen auf das Fest vorbereiten. Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch. Sie erinnert auch daran, dass Jesus vierzig Tage in der Wüste verbracht und während der ganzen Zeit gefastet hat. In der Fastenzeit geht es aber nicht darum, gar nichts zu essen. Meistens geht es um den Verzicht auf Fleisch. Alles andere, vor allem Fisch, ist jedoch erlaubt.<eop>Im Islam gehört das Fasten zu einer der Fünf Säulen des Glaubens. Im Monat Ramadan darf man nichts essen und nichts trinken, solange es draußen hell ist. Ausgenommen davon sind Kinder und schwangere Frauen. Besonders hart ist der Ramadan, wenn er auf den Sommer fällt und die Tage lang und heiß sind.<eop>Auch im Alten Ägypten war das Fasten bekannt. Im Buddhismus spielt es heute vor allem bei den Mönchen eine wichtige Rolle. Im Hinduismus ist das Fasten auch im Zusammenhang mit dem Yoga wichtig.<eop>"}, {"title": "Faultiere", "id": 253, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Faultiere", "text": "Faultiere sind Säugetiere, die im Regenwald von Südamerika leben. Ihre Arme sind länger als die Hinterbeine. Sie haben einen stummelartigen Schwanz und ein struppiges Fell. Es gibt Zweifinger- und Dreifinger-Faultiere, die man an der Anzahl der sichtbaren Finger unterscheidet. Daran sind lange, gebogene Krallen. <eop>Man findet Faultiere in Bäumen, wo sie vor allem Blätter fressen. Sie halten sich dort mit ihren großen Krallen fest und hängen damit so gut, dass sie selbst im Schlaf nicht herunterfallen. Ihr Fell lässt den Regen ablaufen. Im Fell wachsen manchmal sogar Algen, weil das Tier sich so wenig bewegt. Davon kann das Faultier einen grünlichen Schimmer bekommen. <eop>Faultiere gelten als besonders träge. Sie schlafen 19 Stunden von den 24 Stunden, die ein Tag hat. Wenn sie sich bewegen, dann sehr langsam: in der Minute nicht mehr als zwei Meter. Das liegt daran, dass ihre Nahrung sehr wenig Energie enthält. Allerdings benötigen die Organe und die Bewegungen des Faultiers ebenfalls sehr wenig Energie.<eop>Über die Fortpflanzung der Faultiere weiß man wenig. Die Weibchen werden mit etwa drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Dreifinger-Faultiere sind etwa ein halbes Jahr lang schwanger, Zweifinger-Faultiere tragen ihre Babys nur etwa ein halbes Jahr lang in ihrem Bauch. <eop>Das Jungtier wiegt weniger als ein halbes Kilogramm. Zwillinge gibt es keine. Während der Geburt hängt die Mutter in den Ästen. Das Jungtier klammert sich im Fell am Bauch seiner Mutter fest und trinkt dort ihre Milch während etwa zwei Monaten. Nach einigen Wochen beginnt es selber Blätter zu fressen. <eop>Wie alt Faultiere werden, weiß man nicht genau. In Gefangenschaft können es 30 Jahre sein oder mehr. In der Natur werden sie jedoch oft von Raubkatzen, Greifvögeln oder Schlangen gefressen. <eop><eop>"}, {"title": "Feder", "id": 254, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Feder", "text": "Vögel haben Federn anstelle von Haaren. Eine Feder besteht aus Keratin, demselben Stoff, aus dem auch Hautschuppen und Fingernägel sind. Alle Federn zusammen bilden das Gefieder. Das ist so etwas wie das Kleid der Vögel. Auch Dinosaurier hatten Federn. Wie und warum sich Federn entwickelt haben, weiß man nicht genau. Bekannt ist aber, das es zuerst daunenähnliche Federn gab. So haben sich Dinosaurier, die ja keine Haare hatten, warm gehalten. Deshalb vermutet man das am Anfang vor allem junge, kleine Dinosaurier Federn hatten. Erst mit der Zeit entwickelten sich Federn mit denen die Tiere fliegen konnten. <eop>Bei Federn denkt man vor allem an die Konturfedern. Sie haben einen langen und festen Kiel, der hohl ist. Dieser Schaft ist bei Daunenfedern nur kurz. Konturfedern sind wichtig zum Fliegen, Daunen halten den Vogel warm. Federn können sehr unterschiedlich aussehen. Die Mauser ist eine Zeit, in der Vögel ihre Federn verlieren, damit neue nachwachsen können. <eop>In Federn sind oft Farbstoffe, die heißen Pigmente. Sie geben einer Feder oder dem Teil einer Feder eine Grundfarbe. Aber Vogelfedern können viel bunter sein als zum Beispiel unsere Haare. Das kommt daher das die Federn ganz kleine Strukturen in den Federn haben. Die brechen das Licht und erzeugen so bunte und schillernde Oberflächen. Auch können Vögel mehr und andere Pigmente herstellen als wir. Dank der Farben können sich Vögel besser in der Landschaft verbergen. Oder aber die Farben sind sehr auffällig, damit Vögel derselben Art einander gut sehen oder Eindruck aufeinander machen. Das machen vor allem männliche Tiere um den Weibchen zu gefallen. <eop>Menschen nehmen gerne Federn von Vögeln, um sich warm zu halten, zum Beispiel als Füllung in einer Decke. Auch Kissen füllt man gerne mit Federn, weil das Kissen so sehr weich und kuschelig wird. Daunenjacken halten uns im Winter besonders warm. <eop>Mit Federn kann man auch dafür sorgen, dass ein Pfeil besser fliegt. Früher wurden Federn zum Schreiben benutzt: Früher war es der Federkiel aus einer Gänsefeder. Heute ist daraus der Füller aus Metall geworden.<eop>Außerdem schmücken manche Menschen sich mit Vogelfedern. Beispielsweise trugen Indianer in der Mitte Nordamerikas im Krieg oft eine Federhaube auf dem Kopf. Besonders begehrt waren Hauben mit Adlerfedern. Auch wenn diese Indianer heute keine Krieger mehr sind, tragen sie den Federschmuck teilweise noch auf Festen.<eop><eop>"}, {"title": "Fee", "id": 255, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fee", "text": "Eine Fee ist ein Wesen aus Sagen. Feen sind gut oder böse und können zaubern. Vor allem die guten, aber nicht nur sie, sind jung und schön. <eop>Es ist unbekannt, woher der Glaube an die Feen stammt. Manche Menschen dachten früher, dass Feen weibliche Göttinnen sind. Als dann das Christentum kam, wurden daraus weniger wichtige, weniger mächtige Wesen, die Feen. Ähnlich wie die Dämonen wurden sie oft zu bösen Wesen.<eop>Für Feen gibt es unterschiedliche Namen, wie die \"weiße Frau\". Sie beschützen einen Baum oder einen Fluss oder auch Menschen. In deutschen Märchen kommen Feen eher selten vor, zum Beispiel in „Dornröschen“. Eine der bekanntesten Feen ist Morgan le Fay, aus Geschichten aus dem Mittelalter. Nach ihr hat man die Fata Morgana benannt, eine Luftspiegelung. Diese sorgt dafür, dass bei Trockenheit ein Weg naß aussieht, oder dass man Dinge in der Ferne sieht, die es nicht gibt.<eop> "}, {"title": "Fernsehen", "id": 256, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fernsehen", "text": "Mit dem Fernsehen kann man bewegte Bilder sehen. Ein Fernseh-Sender stellt Fernsehsendungen her und sendet sie. Wer ein Fernsehgerät hat, kann die Fernsehsendungen sehen. So ein Gerät nennt man auch Fernseher.<eop>Erfunden wurde das Fernsehen um das Jahr 1930. Schon einige Jahre danach gab es in Großbritannien und Deutschland Fernsehsendungen. Damals hat man das Fernsehen aber nur ausprobiert. Kaum jemand hatte zuhause ein Fernseh-Gerät, nur Radio. Richtig angefangen hat es mit dem Fernsehen erst nach 1945, zuerst in den USA. In Deutschland gab es Fernsehen wieder seit 1952. Es wurde sofort sehr beliebt.<eop>Eine Fernsehsendung besteht aus vielen einzelnen Bildern, wie beim Film. Wenn die vielen Bilder nacheinander gezeigt werden, sieht es so aus, als wenn sich etwas bewegt. So ein Bild wird beim Fernsehen zunächst einmal in einzelne Informationen aufgeteilt: Es besteht aus vielen kleinen Punkten. Jeder Punkt hat eine bestimmte Farbe. Diese Informationen müssen dann noch gesendet werden.<eop>Früher hat man das Fernsehprogramm über die Luft übertragen. Die Informationen wurden in Radiowellen verwandelt. Das sind unsichtbare Strahlen, die durch die Luft wandern. Mit einer Antenne kann man solche Wellen auffangen. Das Fernseh-Gerät macht aus den Informationen wieder Bilder. Allerdings geht das heute auch über Kabel, deshalb spricht man von Kabelfernsehen. Auch Satelliten übertragen Fernsehen. Die Informationen, und damit die Fernsehsendungen, kann man ebenso über das Internet übertragen.<eop>"}, {"title": "Fett", "id": 257, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fett", "text": " Fett ist ein bestimmter Stoff. Es gibt viele verschiedene Fette. Manche kann man essen, so dass man sie zum Kochen verwendet. Andere Fette nutzt man in der Industrie: Mit Schmierfett läuft eine Maschine besser.<eop>Fette bestehen aus drei verschiedenen Elementen: Sauerstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff. Manche Fette sind fest. Wenn sie bei Raumtemperatur fließen, nennt man sie Öl. Fett ist nicht in Wasser löslich. Wenn man es in Wasser gießt, und das Fett leichter als Wasser ist, dann bildet sich ein dünner Film auf der Wasseroberfläche. Manche Fette sind durchsichtig, andere dunkel. <eop>Menschen müssen auch Fett essen, um zu überleben. Der Körper braucht es unter anderem, um neue Zellen zu bauen. Die Zellmembran, das ist die äußerste Schicht der Zelle, besteht nämlich aus Fetten. Ohne Zellmembran würde das Zytoplasma in der Zelle auslaufen, was tödlich wäre. Fett enthält außerdem viel Energie. Wenn man diese Energie nicht braucht, beispielsweise durch Sport, legt der Körper das Fett als Reserve an. Dadurch werden wir dick. <eop>Alle Tiere, die einen Winterschlaf machen, fressen sich im Sommer einen Vorrat an Fett an. Davon leben sie im Winter und brauchen die Energie, um sich beim Aufwachen wieder aufzuwärmen und in Bewegung zu kommen. Früher haben sich die Menschen auch voltgefressen, damit sie im Winter warm haben. Fett isoliert nämlich Wärme. <eop>Welche Arten von Fett gibt es?<eop>Man kann Öl aus Pflanzen gewinnen. Dazu werden Samen ausgepresst, zum Beispiel von Raps, Sonnenblumen und vielen anderen. Bei den Oliven presst man die ganzen Früchte. Wir verwenden pflanzliche Öle vor allem für Salate, oder sie werden zu Margarine eingedickt. Auch Soja und Kokosnüsse kann man auspressen und daraus Fett oder Öl gewinnen. Pflanzliches Fett ist bekömmlich und kann gut verdaut werden. Deshalb wird es in unseren Küchen immer häufiger verwendet. Man nennt es vegan, also rein pflanzlich.<eop>Vegetarisches Fett kommt nur indirekt von Tieren, nämlich aus deren Milch. Milch ist vor allem Wasser mit Eiweiß, Milchzucker, Fett und ein paar Stoffen, damit das Fett sich in Wasser löst. Wenn man das Fett von der Milch abschöpft, gewinnt man Rahm. Den kann man zu reiner Butter schlagen. In unseren Supermärkten ist Butter allerdings oft mit Pflanzenöl vermischt. Auch Käse enthält je nach Sorte viel Milchfett.<eop> Tierisches Fett stammt oft von Schweinen, aber auch von anderen Tieren. Man kauft es entweder, indem es noch am Fleisch dran hängt. Auch die Würste enthalten sehr viel tierisches Fett. Man kann Stücke von tierischem Fett auch auskochen, das sieht etwas aus wie Margarine.<eop>Fett von Meerestieren nennt man Tran: Früher hat man den Tran von Walen verwendet und hat sie deshalb fast ausgerottet. Fische enthalten nicht alle gleich viel Fett. Der Aal und die Makrele liegen da an der Spitze: Ihr Körper besteht fast zu einem Viertel aus Fett. Das ist allerdings viel gesünder als das Fett von Säugetieren, denn es enthält verschiedene wertvolle Stoffe.<eop>Schließlich gibt es auch noch das Fett aus Erdöl. Es wird als Öl verwendet, zum Heizen, für Kraftfahrzeuge oder für andere Motoren. Dickes Öl braucht man als Schmierfett für Maschinen. Man kann es nicht nur aus dem Boden holen, sondern auch künstlich herstellen.<eop>Wie viel Fett braucht der Mensch? Der Körper von uns Menschen besteht etwa zu einem Viertel aus Fett. Bei jungen Menschen ist es weniger, bei älteren Menschen etwas mehr. Auch haben Frauen einen höheren Anteil von Fett im Körper als Männer. Wir tragen eine Fettschicht unter der ganzen Haut. Die isoliert gegen Kälte und Hitze und sorgt dafür, dass die Haut über den Muskeln oder über den Knochen etwas hin und her rutschen kann. Auch in vielen Organen und sogar in den Muskeln gibt es Fett. Das hat nichts mit Fettleibigkeit zu tun.<eop>Wenn ein Erwachsener 70 Kilogramm schwer ist, sollte er täglich etwa 70 Gramm Fett oder Öl essen. Bei einem Kind von 30 Kilogramm sind es demnach etwa 30 Gramm Fett oder Öl. Das ist etwa ein Drittel der Energie, die wir täglich brauchen. Dabei ist Pflanzenfett gesünder als tierisches Fett.<eop>Es gibt Vitamine, die unser Körper nur zusammen mit Fett aufnehmen kann. Die befinden sich zum Beispiel in den Karotten. Man sollte dazu also beispielsweise ein Butterbrot essen oder einen Salat mit einer öligen Sauce anrühren. Fett spielt also bei unserer Ernährung eine wichtige Rolle.<eop> Kategorie:Essen und Trinken Kategorie:Wissenschaft und Technik "}, {"title": "Feuer", "id": 258, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Feuer", "text": "Bei einem Feuer verbrennt etwas. Das, was verbrennt, verbindet sich mit Sauerstoff, einem Gas aus der Luft. Dabei sieht man eine Flamme.<eop>Zum Beispiel kann Holz verbrennen, wenn es heiß genug ist. Übrig bleibt dann Asche. In die Luft entsteigt ein Gas, das Kohlendioxid. Andere Gase und schlecht verbrannte Teile sehen wir als Rauch. Durch das Feuer wird es warm, und man sieht das Feuer als Licht.<eop>Feuer ist für die Menschen sehr nützlich. Man wärmt sich, wenn es draußen kalt ist. Man hat Licht in der Nacht. Außerdem kann man mit dem Feuer Essen warm machen. <eop>Schon in der Steinzeit haben Menschen Feuer verwendet, vor über zwei Millionen Jahren. Erst konnte man nur Feuer übernehmen, das in der Natur entstand. So hat manchmal ein Blitz einen Baum zum Brennen gebracht. Später lernten die Menschen der Steinzeit, selber Feuer zu machen. <eop>Feuer ist aber auch gefährlich. Manchmal brennt etwas durch einen Unfall, das gar nicht brennen soll – ein Haus zum Beispiel. Viele Menschen sterben bei einem Feuer nicht durch das Feuer selbst, sondern durch den Rauch. Bei einem Brand ruft man die Feuerwehr, die das Feuer löscht oder wenigstens dafür sorgt, dass nicht noch mehr abbrennt.<eop>"}, {"title": "Feuerwehr", "id": 259, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Feuerwehr", "text": "Die Feuerwehr ist eine Organisation von Menschen. Ihre Mitglieder verpflichten sich, bei Bränden, Unfällen und Naturkatastrophen Menschenleben zu retten. Wie die Polizei gehört sie zum öffentlichen Dienst, das heißt, sie wird von Staat oder Gemeinde bezahlt. Jeder darf ihre Dienste in Anspruch nehmen. Es gibt aber auch freiwillige Feuerwehren. Ihre Mitglieder haben einen anderen Beruf und arbeiten bei Bedarf als Feuerwehrleute. Sie werden meistens nicht dafür bezahlt.<eop>Innerhalb der Europäischen Union sowie in der Schweiz erreicht man die Feuerwehr und den Rettungsdienst über das Telefon. Die Notrufnummer ist immer 112. Beim Notruf muss man sagen, wo man ist, was passiert ist und wie viele Menschen in Gefahr sind.<eop>Die Feuerwehrleute werden dann in der Feuerwache alarmiert und rücken mit einem Löschzug oder einem Rettungswagen an, je nachdem, was für eine Art Notfall gerade da ist. In der Stadt brauchen Feuerwehr und Rettungswagen nur etwa zehn Minuten zum Unfallort. Auf dem Land ist es ein bisschen mehr, weil die Entfernungen größer sind.<eop> Wie ist die Feuerwehr entstanden? Bereits frühe Hochkulturen wie die alten Ägypter haben sich überlegt, wie man Brände löscht. Die erste richtige Feuerwehr gab es im Römischen Reich. Damals waren in der Großstadt Rom viele Häuser aus einfachen Dingen dicht aneinander gebaut worden. Jeder kleine Funke konnte ein großes Feuer auslösen. Darum wurde im Jahr 21 vor Christus eine Feuerwehr aus 600 Sklaven eingerichtet. Man nannte sie damals \"Servi publici\", das heißt soviel wie \"Diener der Öffentlichkeit\". Auch damals war die Feuerwehr also schon ein öffentlicher Betrieb.<eop>Im Mittelalter wurde die Brandgefahr noch höher. Die meisten Häuser waren aus leicht brennbarem Holz und Stroh gebaut. Häufig zerstörten Brände ganze Städte. Damals waren Zusammenschlüsse von Handwerkern, so genannte Zünfte, für Brandbekämpfung zuständig. Öffentliche Feuerwehren wie im alten Rom gab es oft nicht. Das war erst in der Neuzeit wieder verbreitet. Trotzdem wurden auch damals noch Städte von großen Bränden zerstört, wie zum Beispiel 1666 London oder 1842 Hamburg.<eop> Was sind die Aufgaben der Feuerwehr? <eop>Weil man der Entstehung von Bränden nun besser vorbeugen kann und es immer weniger davon gibt, hat die Feuerwehr auch immer mehr andere Dinge zu tun. Sie soll Leben retten, Feuer löschen, wertvolle Dinge bergen und vor Bränden schützen. <eop>Heute löscht die Feuerwehr nicht nur Brände, sie pumpt zum Beispiel auch bei Unwettern vollgelaufene Keller leer, oder hilft Katzen von Bäumen, wenn sie nicht allein herunter kommen. Auch der Rettungsdienst gehört zur Feuerwehr. Er ist dazu da, Menschen, die einen Unfall hatten oder deren Leben anderweitig bedroht ist, schnell helfen zu können. Der Rettungsdienst bringt den Verletzten oder Kranken dann mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus. Außerdem betreut der Rettungsdienst Familie oder Freunde von Unfallopfern. Er beruhigt sie zum Beispiel, wenn sie am Ort des Unfalls waren.<eop> Wie kann man Mitglied der Feuerwehr werden? <eop>Um bei der Feuerwehr arbeiten zu können, muss man eine Feuerwehrausbildung machen. Sie kann ganz unterschiedlich sein, je nachdem, ob man bei einer Freiwilligen Feuerwehr oder einer Berufsfeuerwehr arbeiten will. Feuerwehrausbildungen macht man in einer Feuerwehrschule oder in der Feuerwache vor Ort. Das hängt davon ab, in welchem Bundesland man sich befindet. Wenn es wenig Auszubildende gibt, ist keine Feuerwehrschule notwendig.<eop>Gegenwärtig melden sich weniger Leute freiwillig bei der Feuerwehr, als sie gebrauchen kann. Darum gibt es in Deutschland eine Jugendfeuerwehr. Sie soll junge Menschen ab zehn Jahren dafür begeistern, bei der Feuerwehr zu arbeiten. Sie lernen früh, wie man schnell zum Einsatz kommt, Brände löscht und Menschenleben rettet.<eop>"}, {"title": "Fichten", "id": 260, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fichten", "text": " Fichten sind Nadelbäume. In Mitteleuropa wächst nur die Gemeine Fichte. Sie hat eine rötliche Rinde, deshalb nennt man sie auch Rot-Tannen, was aber falsch ist. Auf der ganzen Welt gibt es etwa 40 verschiedene Arten, die zusammen eine Gattung bilden.<eop>Fichten machen den Großteil der Nadelbäume in unseren Wäldern aus. Sie können bis 600 Jahre alt werden. In unseren Wäldern schlägt man sie jedoch meist, wenn sie 80-100 Jahre alt sind, denn so gibt der Wald am meisten Holz her.<eop>Fichten werden etwa 40 Meter hoch. Ihr Durchmesser misst bis zu eineinhalb Metern. Die Rinde ist rötlich-braun gefärbt und hat feine Schuppen. Die Nadeln fallen nach etwa vier bis sieben Jahren ab. <eop>Wie vermehren sich die Fichten?<eop>Knospen mit Blüten gibt es nur etwa alle drei bis vier Jahre, im Gebirge alle sieben Jahre. Eine Knospe ist entweder männlich oder weiblich. Der Wind trägt die Pollen von einer Knospe zur nächsten. <eop>Dann entwickeln sich die Knospen zu Zapfen, die anfänglich gerade nach oben stehen. Im Laufe eines Jahres werden sie 10-15 Zentimeter lang und braun. Dabei beginnen sie nach unten zu hängen. Die Samen haben einen Flügel, damit der Wind sie weit weg tragen kann. So kann sich die Fichte besser vermehren. <eop>Wem nützen die Fichten? Am Ende fällt der ganze Zapfen ab. Die Samen enthalten sehr viel Fett. Vögel, Eichhörnchen, Mäuse und viele andere Waldtiere fressen sie gerne. Wird ein Samen verschont, und fällt er auf einen günstigen Boden, dann sprießt daraus eine neue Fichte. Daran oder an den jungen Trieben tun sich dann oft Rehe, Hirsche und weitere Tiere gütlich. <eop>Viele Schmetterlinge ernähren sich vom Nektar der Fichten. Unter der Rinde bohren zahlreiche Käferarten ihre Gänge. Sie ernähren sich vom Holz und legen ihre Eier in den Gängen ab. Manchmal nehmen die Käfer überhand, beispielsweise der Borkenkäfer. Dann können die Bäume absterben. Die Gefahr dafür ist in reinen Fichtenwäldern höher als in Mischwäldern.<eop>Der Mensch nutzt die Fichten intensiv. Meist schlagen die Waldarbeiter den jungen Fichten die Äste ab, damit das Stammholz innen astfrei wächst. So lässt es sich teurer verkaufen. <eop>Die Stämme verarbeitet man zu Balken, Brettern und Leisten, aber auch Möbel und Türen sind oft aus Fichtenholz gebaut. Alte Fichten, die auch langsam gewachsen sind, eignen sich zum Bau von Musikinstrumenten wie etwa Geigen. Viele Fichtenstämme braucht man für die Herstellung von Papier. Auch die Äste kann man nutzen: Sie eignen sich sogar besser als Brennholz als die Stämme.<eop> "}, {"title": "Fieber", "id": 261, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fieber", "text": "Man spricht von Fieber, wenn der Körper eines Menschen wärmer ist als normal. Das ist oft ein Zeichen, dass man krank ist, weil man sich Viren oder Bakterien eingefangen hat. Je wärmer der Körper ist, desto höher ist die Temperatur. Wie hoch das Fieber ist, misst man mit einem Thermometer.<eop>Die Temperatur unseres Körpers erhöht sich dabei nicht so sehr an Armen und Beinen, sondern mehr an Bauch, Brust und Kopf. Deshalb misst man das Fieber auch dort: meist im Mund, im Po oder auch im Ohr oder unter den Achseln. Der Regler für die Temperatur unseres Körpers sitzt im Gehirn. Wenn das Fieber steigt, empfindet man oft ein Frieren, wenn es sinkt, schwitzt man.<eop>Bei uns Menschen liegt die normale Körpertemperatur in aller Regel nicht über 37 Grad Celsius. Liegt sie über 38 Grad, dann sprechen Ärzte von Fieber. Liegt sie zwischen 37 einhalb und 38 Grad, sagt er: \"erhöhte Temperatur\". Bei Tieren kann das anders sein.<eop>Wenn ein Mensch Fieber hat, behandelt der Arzt die Krankheit, die die Ursache des Fiebers ist. Wenn das jedoch nicht genügt und das Fieber sehr hoch bleibt, dann gibt er dem kranken Menschen ein Medikament, das das Fieber senkt. Fieber über 40 Grad ist gefährlich.<eop>"}, {"title": "Finger", "id": 262, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Finger", "text": " Ein Finger ist ein Teil des Körpers, genauer gesagt der Hand. Menschen und Affen haben Hände mit Fingern. Die Finger sind nützlich, weil man mit ihnen greifen kann. An den Fingerspitzen sind viele Nerven, so dass man gut etwas ertasten kann. In den Fingernägeln oben auf der Fingerspitze befinden sich keine Nerven. Die Nägel machen das Greifen einfacher.<eop>Ein Finger besteht aus mehreren Gliedern. Das kommt von den Fingerknochen. Jeder Finger hat drei Glieder, nur der Daumen hat zwei. Der Daumen ist auch ein besonderer Finger, weil er beweglicher ist. Die übrigen Finger heißen Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger.<eop>Der Daumen steht auch andere als die anderen vier Finger. Mit dem Daumen und jedem anderen Finger können wir einen Kreis bilden. Mit zwei anderen Fingern geht das nicht. Deshalb können wir mit dem Daumen und einem weiteren Finger etwas greifen. Der Verlust eines Daumens ist deshalb schlimmer als der Verlust eines anderen Fingers. Dies kann zum Beispiel durch einen Unfall geschehen.<eop>Menschliche Finger haben an der Unterseite ein ganz bestimmtes Muster. Sie können einen Abdruck hinterlassen. Soweit wir wissen, haben alle Menschen unterschiedliche Fingerabdrücke. Das ist für die Polizei wichtig, weil Verbrecher manchmal ihren Fingerabdruck am Tatort hinterlassen.<eop>Das deutsche Wort „Finger“ ist wahrscheinlich verwandt mit dem Wort für „fünf“. Tatsächlich hat man fünf Finger an jeder Hand. Im Lateinischen heißt der Finger „digitus“. Weil man mit den Fingern zählen konnte, kommt daher das Wort „digital“. In England war der Digit eine Maßeinheit für Längen. Mit Fingern drücken wir auch etwas aus: Ein Daumen nach oben zeigt, dass man etwas gut findet.<eop><eop>"}, {"title": "Finken", "id": 263, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Finken", "text": " Finken sind eine Familie der Singvögel. Sie kommen auf der ganzen Welt vor, außer in der Antarktis, in Australien und Neuseeland sowie auf einigen kleineren Inseln. Insgesamt gibt es etwa 200 verschiedene Arten von Finken. In den deutschsprachigen Ländern gehören sie zu den häufigsten Vögeln mit etwa 10 bis 15 verschiedenen Arten. Der Buchfink kommt hier am häufigsten vor.<eop>Finken sind mittelgroße Vögel. Vom Kopf bis zum Ansatz der Schwanzfedern messen sie 9 bis 26 Zentimeter. Sie wiegen je zwischen sechs Gramm und hundert Gramm. Finken haben einen starken Schnabel, weil sie viele Körner fressen. Mit dem Schnabel können sie sogar einen Kirschkern knacken.<eop>Wie leben Finken?<eop>Finken leben gerne in Nadelwäldern oder in Laubwäldern, dort vor allem auf Buchen. Einige Arten haben lieber Parks und Gärten. Andere Arten leben in Savannen, in der Tundra oder sogar in Sumpfgebieten. Sie fressen am liebsten Samen, Früchte oder Knospen, die im Frühling austreiben. Mit Insekten, Spinnen und Regenwürmern füttern sie vor allem ihre Jungtiere.<eop>Nur wenige Finken im Norden sind Zugvögel. Dazu gehört insbesondere der Bergfink, der bei uns überwintert. Die meisten Finken bleiben immer am selben Ort. Das Nest bauen vor allem die Weibchen und legen drei bis fünf Eier hinein. Für die Brut brauchen sie etwa zwei Wochen. Beide Eltern füttern die Jungtiere. Nach zwei bis vier Wochen verlassen die Jungtiere das Nest. Die meisten Finken brüten zweimal im Jahr, in den Tropen auch öfter.<eop>Finken haben viele Feinde. Marder, Eichhörnchen und Hauskatzen fressen gerne Eier oder Jungvögel. Aber auch Greifvögel wie der Sperber oder der Turmfalke schlagen oft zu. Bei uns sind die Finken aber nicht gefährdet. Es gibt zwar ausgestorbene Arten, aber jede von ihnen hat nur eine einzige kleine Insel besiedelt. Wenn dort eine bestimmte Krankheit auftrat, wurde manchmal die ganze Art ausgerottet.<eop>Welches sind bei uns die wichtigsten Finkenarten? An der Spitze steht der Buchfink. In der Schweiz ist er sogar der häufigste Vogel überhaupt. Er sucht sich seine Nahrung vor allem auf dem Boden. Auch beim Futterbrett sammelt er vor allem vom Boden auf, was andere Vögel herunterfallen ließen. Das Weibchen baut das Nest allein, polstert es besonders sorgfältig aus und legt dann vier bis sechs Eier hinein. <eop>Nur das Weibchen brütet, etwa zwei Wochen lang. Bei der Fütterung hilft dann auch das Männchen mit. Viele Weibchen ziehen im Winter in den Süden. Deshalb gibt es hier im Winter vorwiegend Männchen.<eop>Die Bergfinken brüten in Nordeuropa und in Sibirien und verbringen den Winter bei uns. Sie leben nur in der Nähe von Buchen, weil sie sich von den Bucheckern ernähren. Bucheckern nennt man die Nüsschen, also die Samen der Buchen. Bergfinken kommen in großen Schwärmen bei uns an, so dass der Himmel fast schwarz ist. <eop>Ebenfalls recht häufig sehen wir den Grünfink. Er ernährt sich gerne von Getreidekörnern auf den Feldern. Weil die Menschen oft Vögel füttern, lebt der Grünfink auch in Städten und Dörfern. Er hat einen besonders starken Schnabel und kann deshalb vieles fressen, was andere Finken nicht knacken können. Seine Nester baut der Grünfink in Hecken und Gebüsche. Das Weibchen legt fünf bis sechs Eier und brütet sie zwei Wochen lang selber aus. Bei der Fütterung der Jungtiere hilft dann auch das Männchen mit.<eop><eop>"}, {"title": "Finnland", "id": 264, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Finnland", "text": "Finnland liegt weit im Norden von Europa. Direkte Nachbarn des Landes an der Ostsee sind Norwegen, Schweden und Russland. Die Hauptstadt Helsinki liegt im Südwesten des Landes und ist die größte Stadt des Landes. Im Süden des Landes befinden sich auch die meisten anderen größeren Städte, wie Turku, Tampere oder Espoo. <eop>Finnland ist fast so groß wie Deutschland ist, hat aber nur etwa so viele Einwohner wie das Bundesland Hessen. Vor allem der Norden ist dünn besiedelt. Die meisten Menschen leben im Süden in oder um die größeren Städte herum.<eop>Die Finnen sprechen Finnisch, Schwedisch oder, ganz im Norden in Lappland, Samisch. Die schwedischsprachigen Finnen leben im Süden und im Westen an der Küste. <eop> Wie sieht das Land aus? Da Finnland ziemlich weit im Norden liegt, ist das Klima dort eher kalt. Allerdings ist das Land so groß, dass das Klima nicht im ganzen Land gleich ist. Ganz im Norden in Lappland dauert der Winter deshalb bis zu 200 Tage lang, während er im Süden etwa 100 Tage lang dauert. Im Winter liegen die Temperaturen meist unter 0 Grad Celsius und die vielen Seen frieren zu. Regelmäßig friert auch das Meer um das Land herum zu. Im Sommer sind die Temperaturen im ganzen Land wesentlich angenehmer und können auch mal mehr als 25 Grad Celsius erreichen.<eop>Ein großer Teil Finnlands ist von Wald bedeckt, in keinem anderen Land Europas gibt es so viel Wald. Wegen des kühlen Klimas wachsen vor allem Nadelbäume. Auf den Bergen im Norden des Landes wachsen gar keine Bäume.<eop>Finnland gilt auch als das Land der tausend Seen, dabei gibt es in Wahrheit fast 200.000 Seen in Finnland. Der größte dieser Seen ist der Saimaa-See im Süden, er ist der viertgrößte See Europas. Vor der Küste Finnlands gibt es tausende von Inseln, die sogenannten Schären.<eop>Der nördliche Teil Finnlands liegt über dem Polarkreis. Das bedeutet, dass die Sonne dort im Winter während bis zu 50 Tagen überhaupt nicht aufgeht. Im Sommer geht die Sonne hingegen tagelang gar nicht unter und scheint selbst um Mitternacht. Die Finnen feieren dann, wie die anderen Nationen Nordeuropas, das sogenannte Mittsommer-Fest.<eop> Was ist früher in Finnland passiert? Bis zum Jahr 1809 war Finnland ein Teil von Schweden. Danach gehörte das Land fast 100 Jahre zu Russland. 1917 wurde Finnland schließlich unabhängig. Im Chaos des Zweiten Weltkriegs griff die Sowjetunion Finnland an. Aus diesem Grund schlossen die Finnen sich den Deutschen an, als diese die Sowjetunion angriffen und hofften auf Hilfe. Nach einigen Jahren des Krieges schlossen die Finnen Frieden mit der Sowjetunion, verloren aber einige Gebiete an die Sowjetunion. Im Gegensatz zu Litauen, Estland und Lettland, blieb Finnland aber frei.<eop>Für Finnland war es immer schwierig, mit dem großen Nachbarn Sowjetunion zu leben. Die sowjetische Regierung mischte sich manchmal in die Politik des Landes. ein. 1995 wurde Finnland ein Mitglied der Europäischen Union.<eop> Wofür ist Finnland bekannt? Die Finnen gehen gerne in die Sauna. Da es hier häufig kalt ist, können sie sich dort aufwärmen. Denn eine Sauna ist ein Raum, den man sehr heiß machen kann. Dort sitzt man und schwitzt gemeinsam mit Freunden. <eop>Bekannt ist das Land auch für einige Tiere, die es nur in wenigen anderen Ländern gibt, wie den Elch. In Lappland im Norden des Landes, laufen auch sehr viele Rentiere herum. Das Volk der Samen lebt von diesen Rentieren, die im Sommer frei in der Wildnis Lapplands herumlaufen. Auch Braunbären findet man in Finnland.<eop>Viele glauben auch, dass der Weihnachtsmann in Finnland lebt. In Rovaniemi, einer Stadt im Norden Finnlands, kann man das Dorf des Weihnachtsmannes besuchen. Er antwortet auch auf Briefe.<eop> Womit verdienen die Menschen in Finnland ihr Geld? Bis zum Zweiten Weltkrieg, war Finnland ein eher armes Land. Die Menschen lebten vor allem von der Landwirtschaft. Durch das raue Klima und die kurzen Sommer dort konnte man allerdings nicht so gut davon leben.<eop>Heute gehört Finnland zu den reicheren Ländern der Europäischen Union. Mit der Industrie verdienen die Menschen in Finnland viel Geld. Dank der vielen Wälder, wird dort seit jeher sehr viel Holz verarbeitet. Auch die Metall-Industrie ist bedeutend. In Finnland werden auch viele Elektronikprodukte, also zum Beispiel Smartphones, entwickelt. Bekannt wurde zum Beispiel die finnische Firma Nokia, die jahrelang weltweit die meisten Handys verkaufte.<eop>Auch viele Touristen kommen nach Finnland. Sie kommen vor allem wegen der unberührten Natur oder besichtigen die Hauptstadt Helsinki und die Umgegend. Im Sommer verbringen viele Finnen und ausländische Besucher die langen Tage in einem Mökki. Das ist ein Ferienhaus mitten in der Natur, oft an einem See oder am Meer. Im Winter treiben viele Wintersport.<eop> "}, {"title": "Fische", "id": 265, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fische", "text": "Fische sind Tiere, die nur im Wasser leben. Sie atmen mit Kiemen und haben meist eine schuppige Haut. Sie kommen auf der ganzen Erde vor, und zwar in Flüssen, Seen und im Meer. Fische gehören zu den Wirbeltieren, weil sie eine Wirbelsäule haben, wie Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien.<eop>Es gibt viele verschiedene Arten, die sehr unterschiedlich aussehen können. Man unterscheidet sie vor allem danach, ob ihr Skelett aus Knorpeln besteht oder aus Knochen, die man auch Gräten nennt. Haie und Rochen gehören zu den Knorpelfischen, die meisten anderen Arten sind Knochenfische. Manche Arten leben nur im Salzwasser der Meere, andere nur im Süßwasser der Flüsse und Seen. Wieder andere wandern im Laufe ihres Lebens zwischen Meer und Flüssen hin und her, zum Beispiel Aale und Lachse. <eop>Die meisten Fische ernähren sich von Algen und anderen Wasserpflanzen. Manche Fische fressen auch andere Fische und kleinere Wassertiere, dann nennt man sie Raubfische. Fische dienen auch anderen Tieren als Nahrung, zum Beispiel Vögeln und Säugetieren. Auch der Mensch fängt seit Urzeiten Fisch, um ihn zu essen. Heute ist die Fischerei ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Zu den beliebtesten Speisefischen zählen etwa Heringe, Makrelen, Kabeljau oder Seelachs. Manche Arten werden allerdings auch zu viel gefischt, so dass sie vom Aussterben bedroht sind und geschützt werden müssen.<eop>Der Ausdruck „Fisch“ ist in unserem Alltag wichtig. In der Biologie gibt es aber keine einheitliche Gruppe mit diesem Namen. Es gibt zwar die Klasse der Knorpelfische, da gehört zum Beispiel der Hai dazu. Aber es gibt auch noch Knochenfische wie den Aal, den Karpfen und viele andere. Die bilden keine Klasse, sondern eine Reihe. Für Knorpelfische und Knochenfische zusammen gibt es keinen Gruppennamen. Sie bilden einen Unterstamm der Wirbeltiere. Dies genauer zu erklären, wäre sehr kompliziert. <eop>Wie leben Fische? Fische haben keine besondere Temperatur. Ihr Körper ist immer so warm wie das Wasser um sie herum. Für eine besondere Körpertemperatur würde zu im Wasser zu viel Energie brauchen.<eop>Fische „schweben“ im Wasser und bewegen sich meist nur langsam fort. Ihre Muskeln werden deshalb nur wenig durchblutet, deshalb sind sie weiß. Nur zwischendrin gibt es stark durchblutete Muskelstränge. Sie sind rot. Diese Muskelteile brauchen die Fische für eine kurze Anstrengung, etwa bei einem Angriff oder auf der Flucht.<eop>Die meisten Fische vermehren sich durch Eier. Diese nennt man Rogen, so lange sie noch im Besamung durch das Männchen findet außerhalb beider Körper im Wasser statt. Das Ausstoßen der Eier nennt man „laichen“, die Eier sind dann der Laich. Einige Fische lassen ihren Laich einfach liegen, andere kleben die Eier an Steine oder Pflanzen und schwimmen davon. Wieder andere kümmern sich sehr um ihren Nachwuchs.<eop>Es gibt auch wenige Fische, die lebendige Jungtiere zur Welt bringen. Dazu gehören neben den Haien und Rochen auch einige Arten, die wir besonders aus dem Aquarium kennen. Diese Fische brauchen einen sichtigen Geschlechtsverkehr, damit die Eier im Bauch der Mutter befruchtet werden können.<eop>Welche besonderen Organe haben Fische? <br/>T: Wirbelsäule  Die Verdauung ist bei den Fischen fast gleich wie bei den Säugetieren. Es gibt auch dieselben Organe. Ebenso gibt es zwei Nieren, die den Urin aus dem Blut ausscheiden. Den Körperausgang bei den Fischen nennt man „Kloake“. Auch die Eier legt das Weibchen durch diesen Ausgang. Es gibt nur wenige Arten mit einem besonderen Ausgang für die lebenden Jungtiere, zum Beispiel bei besonderen Karpfen.<eop>Fische atmen durch Kiemen. Damit saugen sie Wasser ein und filtern den Sauerstoff heraus. Das Wasser mit dem Kohlendioxid geben sie an ihre Umgebung zurück.<eop>Fische haben ein Herz und einen Blutkreislauf. Beides ist jedoch einfach er aus bei den Säugetieren und Vögeln: Das Herz pumpt das Blut zuerst durch die Kiemen. Von dort fließt es direkt weiter in die Muskeln und die übrigen Organe und zurück zum Herzen. Es gibt also nur einen Kreislauf, keinen doppelten wie bei den Säugetieren. Auch das Herz selbst ist einfacher aufgebaut.<eop>Die meisten Fische können sehen und schmecken wie die Säugetiere. Nur riechen können sie nicht, da sie nicht mit Luft in Berührung kommen. <eop>Besonders bei den Fischen ist die Schwimmblase. Es gibt sie nur bei den Knochenfischen. Die Schwimmblase kann sich stärker füllen oder leeren. Dadurch wirkt der Fisch im Wasser leichter oder schwerer. Er kann dann also ohne Kraft „schweben“. Er kann auch waagrecht im Wasser liegen und verhindern, dass er ungewollt nach vorne oder nach hinten kippt.<eop>Ebenfalls besonders sind die Seitenlinienorgane. Es sind besondere Sinnesorgane. Sie ziehen sich über den Kopf und bis hin zum Schwanz. Damit kann der Fisch die Strömung des Wassers ertasten. Er spürt aber auch, wenn ein anderer Fisch in die Nähe kommt.<eop><eop>"}, {"title": "Flagge", "id": 266, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Flagge", "text": "Eine Flagge ist ein Stück Stoff mit Zeichen darauf. Die Zeichen können einfach nur Farben nebeneinander sein oder auch aus Zeichnungen. Oft meint man mit Flagge nicht nur eine Flagge zum Anfassen, eine Fahne, sondern auch eine Abbildung davon.<eop>Flaggen stehen normalerweise für etwas: für ein Land, eine Stadt, einen Verein, eine Partei und so weiter. Die Nationalflagge von Frankreich zum Beispiel besteht aus drei Farben nebeneinander: blau, weiß und rot. Fast alle Flaggen sind rechteckig, aber einige haben eigene Formen, wie die von Nepal: Diese Flagge besteht aus zwei Dreiecken übereinander.<eop>Wenn man irgendwo eine Flagge sieht, soll das oft so etwas sagen wie: „Hier sind wir“. Darum schwenken viele Menschen ihre Flagge, wenn sie bei einem internationalen Wettbewerb die Mannschaft ihres Landes sehen. Das kann Fußball sein oder der Eurovision-Gesangswettbewerb. Außerdem „zeigt man Flagge“, wenn ein Gebäude oder ein Schiff zu einem bestimmten Staat gehört.<eop> Welche Flagge hat Deutschland? Deutschland als eigenen, einigen Staat gibt erst seit etwa dem Jahr 1870. Damals, im Deutschen Kaiserreich, hatte Deutschland die Farben Schwarz, Weiß und Rot. Angeblich kam das so: Deutschland bestand aus mehreren Staaten. Der größte davon war Preußen mit den Farben Schwarz und Weiß. Hansestädte wie zum Beispiel Hamburg hatten die Farben Weiß und Rot. <eop>Die Farben Schwarz-Weiß-Rot wurden später aber von rechten Extremisten verwendet. Diese Farben kamen auch in der Flagge der Nationalsozialisten vor. Darum denken heute viele Menschen schlecht darüber.<eop>Vorher gab es den Deutschen Bund. In der Märzrevolution des Jahres 1848 nahm man die Farben Schwarz, Rot und Gold als deutsche Nationalfarben an. Viele Jahre später gab es wieder eine Revolution: In der Weimarer Republik wurden diese Farben die neuen Nationalfarben, wie auch im heutigen Deutschland. Das Gold ist eigentlich Gelb, aber man sagt Gold. <eop>"}, {"title": "Fledermäuse", "id": 267, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fledermäuse", "text": "Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Sie haben nämlich Flügel, aber ohne Federn. Der Name Fledermaus kommt von einer alten deutschen Form des Wortes „flattern“. Eng mit den Fledermäusen verwandt sind die Flughunde. Diese sind jedoch keine richtigen Fledermäuse. Zusammen bilden sie die Ordnung der Fledertiere.  Die meisten Arten von Fledermäusen fressen Insekten. Größere Fledermäuse fressen auch Obst, Vögel, Fische oder kleine Fledermausarten. Die Vampirfledermäuse trinken das Blut von Tieren. <eop>In Europa sind alle Fledermausarten gefährdet. Sie sind deshalb streng geschützt. Sie haben nur ein Jungtier im Jahr und können sie sich deshalb sehr schlecht fortpflanzen. Zudem gibt es immer weniger geeignete Dachböden als Nachtquartier. Viele Fledermäuse sterben auch in Windkraftanlagen, die an ungeeigneten Orten stehen. <eop>Ihre natürlichen Feinde sind Katzen und einige andere Raubtiere, dazu verschiedene Greifvögel. Ihr größtes Problem ist, dass wegen der modernen Landwirtschaft immer weniger Insekten bei uns leben. Auch werden alte Bäume mit Baumhöhlen umgesägt. Auch Löcher und Spalten an Gebäuden werden zugemacht. Naturschützer hängen deshalb Fledermauskästen auf und sichern Höhlen und Stollen.<eop>Wie leben Fledermäuse? Fledermäuse sind nachts wach und schlafen am Tag. Dabei hängen sie kopfüber in Bäumen, Höhlen oder auf Dachböden. In kalten Gegenden halten sie auch Winterschlaf, und zwar in Höhlen und Stollen von Bergwerken.<eop>Fledermäuse jagen nachts. Dazu hilft ihnen ein bestimmtes Organ im Kopf. Damit können sie Schallwellen hören. Sie schreien, der Schrei prallt gegen eine Wand oder ein fliegendes Insekt und dann empfangen sie das Echo, also die Schallwellen, die zurückgeworfen werden. So finden sie auch im Dunkeln ihren Weg und können ihre Beute fangen. Natürlich können Fledermäuse auch mit ihren Augen sehen, aber in der Dunkelheit eben nicht so gut.<eop>Nach der Paarung trägt das Muttertier ihr Junges während 6-10 Wochen im Bauch. Das hängt davon ab, wie viel Futter sie findet. Im Frühling bringt das Muttertier ein einziges Junges zur Welt.<eop>Die Mutter gibt ihrem Jungen bis etwa im August ihre Milch zu trinken. Dann sind die Jungen selbständig, und die Mutter lässt sie allein. Die Jungen finden das Winterquartier mit den anderen selber. <eop>"}, {"title": "Fliegen", "id": 268, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fliegen", "text": "Fliegen sind Insekten. Davon gibt es viele Arten, über hunderttausend. Besonders an den Fliegen ist, dass sie nicht vier, sondern zwei Flügel haben. Die bekannteste Fliegenart ist die Stubenfliege. Einige Fliegenarten werden nur einen Millimeter lang, andere mehrere Zentimeter.<eop>Fliegen legen viele kleine Eier. Aus einem Ei entsteht eine Larve. Daraus wird dann eine neue Fliege. Dann werden die Fliegen nur noch einige Tage oder höchstens Wochen alt. Sie fressen kleine Teilchen von Tieren oder Pflanzen, zum Beispiel eine Hautschuppe, die auf den Boden gefallen ist. Fliegen werden aber selber auch gefressen, vor allem von Vögeln.<eop>Schlecht für den Menschen ist, dass Fliegen Krankheiten übertragen. Nachdem eine Fliege auf Mist oder Abfällen gesessen hat, fliegt sie manchmal auch auf unser Essen. Einige Fliegen stechen Menschen oder Tiere wie zum Beispiel Kühe. Schließlich gibt es Fliegen, die Pflanzen aus der Landwirtschaft fressen. Darum mögen viele Menschen Fliegen nicht. Früher sagte man sogar, die Fliegen seien die Begleiter des Teufels.<eop><eop>"}, {"title": "Flugzeug", "id": 269, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Flugzeug", "text": " Ein Flugzeug ist ein Verkehrsmittel, das sich in der Luft bewegt. An den Seiten hat es starre Flügel, die ihm Auftrieb geben wenn sie schnell von Luft umströmt werden. Deshalb brauchen Flugzeuge eine lange Startbahn, damit die notwendige Geschwindigkeit erreicht werden kann und ausreichend Auftrieb entsteht. Verkehrsflugzeuge werden von zwei Piloten gesteuert, in vielen Privatflugzeugen reicht ein Pilot. Sie sitzen dabei vorne im Flugzeug in einem Raum, den man Cockpit nennt.<eop>Einer oder mehrere Motoren treiben das Flugzeug an, damit es vorwärts kommt. Die Motoren bewegen entweder einen Propeller oder eine Turbine. Man spricht auch von den Triebwerken des Flugzeugs. Dabei können Flugzeuge mit Turbinen generell etwas schneller fliegen als solche mit Propeller.<eop>Segelflugzeuge wiederum kommen ohne Motor aus. Normalerweise werden sie mit Seilwinden oder von Motorflugzeugen in die Höhe gezogen. Von dort aus können sie dann in der Luft gleiten. Ein geschickter Segelflieger nutzt die Thermik aus, um an Höhe zu gewinnen. Thermik ist ein Aufwind: Es sind Luftpakete, die sich zum Beispiel durch Sonneneinstrahlung erwärmen und, weil sie leicht sind, nach oben steigen. Diese tragen das Segelflugzeug dann ebenfalls nach oben. Durch die Thermik entstehen bestimmte Wolken, die sogenannten Cumuluswolken oder Schäfchenwolken. Daran orientiert sich der Pilot. An günstigen Tagen kann der Pilot so von Wolke zu Wolke fliegen und sich durch die Thermik unter der Wolke immer wieder nach oben tragen lassen. Wehenden Wind braucht der Segelflieger dagegen nicht. Dieser kann das Fliegen sogar sehr gefährlich machen. Es gibt sogar unbemannte Flugzeuge. Sie sind ferngesteuert und man nennt sie Drohnen.<eop>Dank der Luftfahrt können Menschen heute in recht kurzer Zeit weit reisen. Von Europa nach Amerika fliegt man in etwa acht Stunden – das würde mit einem schnellen Schiff mindestens drei Tage dauern. Reichten zunächst kleine Flugfelder oder Flugplätze aus, gibt es heute riesige Flughäfen. Große Flugzeuge können bis zu 600 Reisende mitnehmen. Daneben werden aber auch viele Waren mit Frachtflugzeugen transportiert.<eop>Flugzeuge mit einem Motor, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit etwa 100 Jahren. 1903 gelang den Brüdern Wright in den USA der erste längere motorisierte Flug. Vorher hatten viele andere Menschen versucht, Flügel mit ihrer Muskelkraft zu bewegen. Dafür sind Menschen aber zu schwach. Mit Gleitflügeln konnte man nur kurze Strecken zurücklegen. Die Brüder Wright haben nicht nur einen Motor eingebaut, sondern sich auch um eine gute Steuerung gekümmert.<eop> "}, {"title": "Fluss", "id": 270, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fluss", "text": "Ein Fluss ist ein Gewässer, das fließt. Ein kleiner Fluss heißt Bach, ein besonders großer ist ein Strom. Der Fluss beginnt an einer Quelle, wo Wasser aus dem Boden kommt. Er endet bei der Mündung, wo der Fluss ins Meer fließt. Weil Flüsse bei der Mündung ins Meer meist sehr flach und träge fließen, lagern sie dort ihren Sand ab und bilden eine dreieckige Landform. Die nennt man Delta. Dort teilt sich der Fluss meist noch in mehrere Arme auf.<eop>Viele Flüsse fließen allerdings nicht direkt ins Meer, sondern in einen anderen Fluss. Sie sind also nur Nebenflüsse des Flusses, der der längste von ihnen ist. Diese Flüsse zusammen bilden ein Flusssystem. Es sorgt dafür, dass das Wasser aus einem großen Gebiet dort nicht bleibt, sondern abfließt.<eop>Flüsse sind also ein wichtiger Teil des Wasserkreislaufs: Die Sonne erhitzt das Wasser des Meeres. Es verdunstet zu Wolken, die auch über das Land ziehen. Dort regnet es. Das Regenwasser wird zu Grundwasser unter der Erde, und an einigen Orten bilden sich Quellen. Das Wasser aus den Quellen fließt dann über die Flüsse wieder ins Meer.<eop>Die längsten Flüsse auf der Welt sind der Nil in Afrika und der Amazonas in Südamerika. Der Rhein ist der längste Fluss, der zumindest teilweise sowohl durch die Schweiz als auch durch Deutschland fließt. Durch Deutschland und Österreich fließ die Donau, die insgesamt noch viel länger ist. Durch die Schweiz und Frankreich fließt die Rhone. Noch länger als Rhein, Rhone und Donau ist die Wolga in Russland.<eop> Was bedeuten Flüsse für Menschen? Für die Menschen waren Flüsse schon immer sehr wichtig: Fast alle Städte hat man an Flüssen gegründet, weil diese die wichtigsten Verkehrswege waren. Straßen hätten erst gebaut werden müssen. Zudem hatte man immer genügend Wasser zum Trinken. Außerdem fingen die Menschen Fische und andere Tiere aus dem Wasser.<eop>Wenn immer möglich transportierten die Menschen ihre Waren auf den Flüssen. Das war weit einfacher, als sie auf Karren von einem Ort zum anderen zu bringen. Flussaufwärts wurden die Boote gestakt, indem man sie mit langen Stangen auf dem Flussgrund vorwärts stieß. Manchmal zogen Männer oder Tiere die Boote an Seilen vom Flussufer aus. Das nennt man „treideln“.<eop>Heute befördern Autos und die Eisenbahn die meisten Menschen und Waren. Große Ladungen werden jedoch billiger auf den Flüssen verschoben. Auf dem Rhein beispielsweise werden von Rotterdam bis Basel Erdöl, Getreide und viele andere Waren befördert, oft in Containern. Viele Flüsse wurden sogar durch Kanäle miteinander verbunden, beispielsweise der Rhein über den Main mit der Donau oder der Rhein mit der Rhone.<eop>Bevor Menschen große Brücken bauen konnten, brauchten sie eine Furt, um den Fluss zu überqueren. Das ist eine flache Stelle. Darum tragen manche Städte, die an so einer Stelle entstanden, das Wort bis heute in ihrem Namen, wie zum Beispiel Frankfurt oder Erfurt. <eop> "}, {"title": "Flusspferd", "id": 271, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Flusspferd", "text": "Flusspferde bilden eine Familie von Säugetieren. Außer den Elefanten sind sie die schwersten Tiere, die auf dem Land leben. Man nennt sie auch Nilpferde oder Hippopotamus. Sie leben in Afrika, meist südlich der Wüste Sahara, aber auch dem ganzen Nil entlang bis zur Mündung ins Mittelmeer. <eop>Der Kopf des Flusspferdes ist groß und wuchtig mit einer Schnauze, die vorne sehr breit ist. Es kann bis zu fünf Meter lang werden und wiegt bis zu 4500 Kilogramm, etwa so viel wie vier kleine Autos. Zwergflusspferde werden bis zu eineinhalb Meter lang und können bis zu 1000 Kilogramm wiegen. <eop>Wie leben Flusspferde? Flusspferde liegen tagsüber meist im Wasser oder verbringen ihre Zeit in der Nähe des Wassers. Sie tauchen gern, und oft ragen nur noch Augen, Nasenlöcher und Ohren aus dem Wasser. Obwohl sie bestens an das Leben im Wasser angepasst sind, können sie nicht schwimmen. Sie laufen am Grund des Wassers entlang oder lassen sich treiben. Sie halten es bis zu drei Minuten unter Wasser aus, ohne Luft holen zu müssen. <eop>Flusspferde sind Pflanzenfresser. Nachts gehen sie an Land, um zu fressen. Dafür und für die Nahrungssuche brauchen sie bis zu sechs Stunden. Das Gras rupfen sie mit den Lippen ab. Flusspferde haben sehr große Eckzähne, die aber benutzen sie nur bei Kämpfen. Wenn sie sich bedroht fühlen, sind Flusspferde besonders gefährliche Tiere.<eop>Flusspferde paaren sich im Wasser. Die Mutter trägt meist nur ein einziges Jungtier in ihrem Bauch, während etwa acht Monaten. Das ist etwas kürzer als bei den Menschen. Die Geburt geschieht im Wasser. Ein Jungtier ist dann zwischen 25 und 55 Kilogramm schwer. Es kann sofort im Wasser laufen. Auch die Milch der Mutter trinkt es im Wasser. Schon in der ersten Nacht kann es der Mutter auf eine Wiese folgen.<eop>Etwa ein halbes Jahr lang braucht das Jungtier die Milch der Mutter. Ab dann frisst es ausschließlich Pflanzen. Erst mit etwa zehn Jahren wird ein Flusspferd geschlechtsreif. Es kann sich dann also selber fortpflanzen. In der Freiheit werden Flusspferde 30 – 40 Jahre alt.<eop>Sind die Flusspferde vom Aussterben bedroht? Erwachsene Flusspferde haben fast keine Feinde. Nur Jungtiere werden manchmal gefressen, von Krokodilen, Löwen oder Leoparden. Die Weibchen verteidigen sie gemeinsam. <eop>Die Menschen haben schon immer Flusspferde gejagt. Sie aßen ihr Fleisch und verarbeiteten ihre Haut zu Leder. Die Zähne sind aus Elfenbein wie bei den Elefanten und sind deshalb bei den Menschen beliebt. <eop>Viele Menschen betrachten die Flusspferde aber auch als Schädlinge, weil sie ihre Felder und Plantagen zertrampeln. Schlimmer ist jedoch, dass die Flusspferde immer weniger Orte finden, an denen sie leben können. Sie sind deshalb in bestimmten Gebieten ausgestorben. Die übrigen sind gefährdet. <eop>"}, {"title": "Flöhe", "id": 272, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Flöhe", "text": "Flöhe gehören zu den Insekten. In Mitteleuropa gibt es etwa 70 verschiedene Arten. Flöhe werden nur zwei bis vier Millimeter groß. Sie haben keine Flügel, dafür können sie hervorragend springen: bis zu einem Meter weit. Flöhe haben einen Panzer aus einem ähnlichen Material wie Muscheln. Man kann sie deshalb schlecht zerdrücken. Flöhe sind eng mit den Läusen verwandt.<eop>Flöhe leben vom Blut von Tieren oder Menschen. Dazu beißen und stechen sie mit ihren harten Mundwerkzeugen durch die Haut. Solche Tiere nennt man Parasiten. Den gebissenen Menschen oder das gebissene Tier nennt man Wirt. Beim Wirt entsteht durch den Biss ein starker Juckreiz. Da kratzt man gerne dran. Das nützt aber nichts und macht den Juckreiz eher schlimmer.<eop>Es gibt zwei Gruppen von Flöhen: Pelzflöhe und Nestflöhe. Die Pelzflöhe leben im Pelz ihres Wirts, beispielsweise auf Ratten, Katzen oder Hunden. Nestflöhe hingegen wohnen gerne in unseren Teppichen, Polstermöbeln oder Betten. Von dort bespringen sie die Menschen nur, um deren Blut zu saugen. Dann ziehen sie sich wieder in ihr Versteck zurück.<eop>Flöhe sind nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich: Sie können durch ihren Speichel Krankheiten übertragen. Die schlimmste davon ist die Pest, die kam im Mittelalter immer wieder. Bei uns ist der Pestfloh jedoch so gut wie ausgerottet. Gegen die anderen Flöhe gibt es heute beim Arzt oder in der Apotheke gute Mittel. Am besten ist es jedoch, genau auf die Sauberkeit zu achten.<eop>Es gibt sogar Flohzirkusse, die natürlich viel kleiner sind als ein normaler Zirkus. Die Artisten sind meist ausgerechnet Menschenflöhe. Solche Flöhe sind größer als andere und daher besser zu sehen, vor allem die Weibchen.<eop><eop>"}, {"title": "Flöte", "id": 273, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Flöte", "text": "Eine Flöte ist ein Musikinstrument. Man bläst hinein und erhält einen Ton. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „immer wieder blasen“.<eop>Flöten gehören zu den Holzblasinstrumenten. Das erkennt man daran, dass Flöten Löcher haben, aus denen die Luft entweichen kann. Die meisten Flöten bestehen tatsächlich aus Holz, zum Beispiel die Blockflöten. Die Querflöten bestanden früher ebenfalls aus Holz, heute sind sie aus Metall. Deshalb und wegen der Löcher gehören sie ebenfalls zu den Holzblasinstrumenten.<eop>Wie entsteht der Ton in einer Flöte? Bei den Flöten trifft der Luftstrom auf eine Kante, die man auch Schneide nennt. Dabei gerät abwechselnd etwas mehr Luft in die Flöte hinein oder sie streicht außen an der Flöte vorbei. Das wechselt sich so schnell ab, dass die Luft in der Flöte ins Zittern gerät. Das nennt man eine Vibration. Diese Vibration hören wir mit unseren Ohren. <eop>Es gibt zwei Arten von Flöten. Bei der einen Art hat das Instrument einen Luftkanal. Durch diesen wird der Luftstrom auf die Schneide gelenkt. Da kann man fast hineinblasen, wie man will, es entsteht immer ein Ton. Das beste Beispiel dafür ist die Blockflöte. Sie eignet sich deshalb gut für Kinder.<eop>Bei der zweiten Art gibt es keinen Luftkanal. Das bekannteste Beispiel dafür ist unsere Querflöte. Dort bläst man halb in ein Loch hinein und halb darüber hinweg. Man muss dazu den Luftstrahl mit den Lippen formen. Das ist viel schwieriger als bei der Blockflöte. Wenn man nicht richtig trifft, klingt es nicht, sondern es rauscht nur. <eop>Die meisten Flöten haben die Form einer Röhre. Darin sind Löcher angebracht. Wer alle Löcher zudrückt, erhält einen tiefen Ton. Wenn man von unten her ein Loch nach dem anderen öffnet, werden die Töne immer höher. Bei der Querflöte gibt es Klappen über den Löchern, die man öffnen und schließen kann. Die Panflöte besteht aus vielen einzelnen Flöten, bei denen hat jede ihre eigene Tonhöhe. <eop>Bei den Pfeifen der Fußball-Schiedsrichter und bei den Orgelpfeifen entsteht der Ton auf dieselbe Art. Deshalb gehören sie ebenfalls zu den Flöten. Weil sie keine Löcher haben und weil jede nur einen einzigen Ton spielen kann, nennt man sie eben Pfeifen.<eop>Gibt es Flöten schon lange? Die ersten Flöten bauten die Menschen aus Knochen von Tieren, vor allem von Vögeln. Die mussten sie nicht aufbohren, denn sie waren innen schon hohl. Auch Flöten aus dem Elfenbein von Mammuts hat man gefunden. Die ältesten fand man auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg. Sie stammen aus der Steinzeit. Vermutlich gab es damals schon Flöten aus Holz. In der Zwischenzeit wären die aber schon lange verfault. Die älteste gefundene Holzflöte ist etwa 3.000 Jahre alt, also aus der Bronzezeit.<eop>Reste von Flöten fand man in fast allen Ländern und Kulturen. Sie kommen auch auf Reliefs oder in alten Texten vor. Auch ganz am Anfang der Bibel wird von Menschen berichtet, die Flöte spielten.<eop>Die Flöte hat sich ständig verändert und verbessert. Schon seit dem Mittelalter gab es sehr viele verschiedene Flöten. Seit längerer Zeit gibt es Flöten auch aus Kunststoff.<eop><eop>"}, {"title": "Flügel", "id": 274, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Flügel", "text": "Ein Flügel ist eine Gliedmaße bei Vögeln und anderen Tieren. Dank den Flügeln können diese Tiere fliegen. Vögel haben dort Flügel, wo Menschen Arme und Hände haben. Das Wort Flügel verwendet man noch für manches andere, das irgendwie an einen Vogelflügel erinnert.<eop>Im Laufe der Evolution haben sich die Knochen der Arme und Hände dieser Tiere so entwickelt, wie wir sie heute kennen. Ein Flügel ist daher länglich und kann an den Körper angelegt werden, wenn der Vogel nicht fliegt. Flügel sind mit Federn bedeckt, genauso wie der Rest des Körpers. Am Körper sind die Federn zum Wärmen da, an den Flügeln auch zum Fliegen. Außerdem gibt es an den Flügeln die langen Schwungfedern, die Schwingen.<eop>Auch Insekten wie Schmetterlinge, Bienen, Wespen, Fliegen und viele andere haben Flügel. Sie bestehen aus sehr unterschiedlichen Materialien und funktionieren auch unterschiedlich. Manche Insekten wie die Libellen haben zwei Paar Flügel. Der Marienkäfer zum Beispiel hat auch noch Deckflügel. Die beschützen die eigentlichen Flügel.<eop>Die Menschen haben lange beobachtet, wie Vögel fliegen und woraus die Flügel bestehen. Sie glaubten: Wenn wir fliegen wollen, müssen wir die Vogelflügel genau nachmachen. Später lernte man: Die Flügel eines Flugzeugs oder eines Gleiters können auch anders aussehen. Wichtig ist eine Wölbung, die für den Auftrieb sorgt. Zudem muss das Flugzeug eine ausreichende Geschwindigkeit erreichen.<eop>Flügel sagt man noch zu vielen anderen Dingen. Eine große Tür oder besser gesagt ein Tor besteht aus Flügeln, mit denen man das Tor schließt. Die Nase des Menschen hat eine linke und eine rechte Seite, die Nasenflügel. Ähnlich ist es mit den Flügeln eines großen Gebäudes. Eine bestimmte Form von Klavier heißt ebenfalls Flügel. An den Autos gibt es über jedem Rad ein Blech, damit das Regenwasser weniger herumspritzt. Früher verhinderten diese Bleche das Herumspritzen von Pferde- oder Rinderkot, der auf den Straßen lag. Man nennt diese Bleche deshalb heute noch Kotflügel.<eop> "}, {"title": "Forelle", "id": 275, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Forelle", "text": "Die Forelle ist ein Fisch, der nahe verwandt ist mit dem Lachs. Die Forelle lebt in den verschiedensten Gewässern der Erde. In Europa gibt es in der Natur nur die Atlantische Forelle. Man unterteilt sie in drei Unterarten: Meerforellen, Seeforellen und Bachforellen.<eop>Die Meerforelle kann über einen Meter lang sein und bis zu 20 Kilogramm wiegen. Ihr Rücken ist graugrün, die Seiten sind grausilbern und der Bauch ist weiß. Zur Eiablage wandern sie die Flüsse hinauf und kehren anschließend ins Meer zurück. In vielen Flüssen sind sie jedoch ausgestorben, weil sie an vielen Flusskraftwerken nicht vorbeikommen.<eop>Die Bachforellen und Seeforellen bleiben immer im Süßwasser. Die Färbung der Bachforelle ist unterschiedlich. Sie passt sich dem Untergrund des Gewässers an. Zu erkennen ist sie an ihren schwarzen, braunen und auch roten Punkten, die hell umkreist sein können. Die Seeforelle ist silbern gefärbt und hat hauptsächlich schwarze Flecken, die auch manchmal braun oder rot sein können. <eop>Andere Fische kleben ihre Eier an Pflanzen im Wasser an. Die Forellen hingegen graben mit ihrem Unterkörper und Schwanz Mulden im Untergrund des Gewässers. Darin legen die Weibchen um die 1000 bis 1500 Eier ab und die männlichen Forellen befruchten diese dort. <eop>Die Forelle ernährt sich von kleinen Tieren die im Wasser vorkommen. Das sind beispielsweise Insekten, kleine Fische, Krebse, Kaulquappen und Schnecken. Die Forelle jagt meistens nachts und spürt ihre Beutetiere durch deren Bewegungen im Wasser auf. Alle Forellenarten werden gerne von Anglern gefangen.<eop>Eine Sonderheit bei uns ist die Regenbogenforelle. Man nennt sie auch „Lachsforelle“. Sie lebte ursprünglich in Nordamerika. Ab dem 19. Jahrhundert wurde sie in England gezüchtet. Anschließend wurde sie auch nach Deutschland gebracht und dort auch ausgewildert. Heute jagt man sie wieder und versucht sie in den Flüssen und Seen auszurotten. Die Regenbogenforellen sind nämlich größer und stärker als die einheimischen Forellen und bedrohen diese.<eop><eop>"}, {"title": "Fortpflanzung", "id": 276, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fortpflanzung", "text": " Fortpflanzung heißt, dass aus Pflanzen oder Tieren neue entstehen. Dies ist notwendig, damit die Art weiterlebt: Die alten Pflanzen und Tiere werden einmal sterben. <eop>Es gibt drei verschiedene Arten von Fortpflanzung: Die ungeschlechtliche Fortpflanzung, beispielsweise bei Bakterien. Als zweite die eingeschlechtliche Fortpflanzung, wie beim Wasserfloh. Als dritte gibt es die zweigeschlechtliche Fortpflanzung bei Blütenpflanzen, vielen Tieren und bei den Menschen. Man nennt sie auch die sexuelle Fortpflanzung.<eop>Wie geht die ungeschlechtliche Fortpflanzung?<eop>Eine ungeschlechtliche Fortpflanzung gibt es bei Tieren oder Pflanzen, die aus einer einzigen Zelle bestehen. Sie haben und brauchen keine bestimmten Geschlechtsteile. Diese eine Zelle teilt sich, und schon hat die Vermehrung oder eben die Fortpflanzung stattgefunden. Der Nachteil dabei ist, dass sich das Lebewesen nicht gut weiterentwickeln kann, sondern fast immer gleichbleibt. Auf diese Weise können sich Bakterien, einfache Algen und beispielsweise der Fußpilz fortpflanzen. <eop>Es gibt aber noch eine zweite Art der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, die nutzt beispielsweise die Erdbeere: Sie macht einen Seitentrieb und bildet daran Wurzeln, das ergibt eine neue Pflanze. Oder die Kartoffel: Die Knolle bildet Wurzeln aus, daran wachsen neue Kartoffeln.<eop>Wie geht die eingeschlechtliche Fortpflanzung? Bei der eingeschlechtlichen Fortpflanzung kann sich eine Eizelle weiterentwickeln, ohne dass sie vorher befruchtet wurde. Man nennt diese Art „Parthenogenese“. Das kommt aus dem Griechischen: „Parthenos“ bedeutet „Jungfrau“, das ist eine Frau, die noch nie Sex hatte. Genesis bedeutet „Entstehung“. So wird in der Bibel auch die Entstehung von Jesus beschrieben: Nur aus Maria, ohne Zutun von Josef, sondern nur durch den Heiligen Geist.<eop>Eingeschlechtliche Fortpflanzung ist einfach. Der Elternteil muss sich nicht einmal einen Partner des anderen Geschlechts suchen. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass die Nachkommen fast gleich wie ihr Elternteil sind und sich kaum weiterentwickeln können. So fortpflanzen können sich manche Pflanzen wie etwa die Zitruspflanzen, aber auch Blattläuse, Wasserflöhe und einige Fische oder Eidechsen.<eop>Wie geht die zweigeschlechtliche Fortpflanzung? Bei der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung braucht es einen männlichen und einen weiblichen Elternteil. Der männliche Elternteil befruchtet die Eizelle des weiblichen Elternteils. <eop>Da gibt es bei den Pflanzen wiederum zwei Möglichkeiten: Beide Elternteile sitzen in derselben Blüte, beispielsweise bei den Äpfeln, Birnen, Pflaumen und ähnlichen Pflanzen. Bei den Kiwis oder Datteln beispielsweise ist es anders: Auf der einen Pflanze sitzen die männlichen Blüten, auf der anderen die weiblichen. Während also ein Apfelbaum ausreicht, um Äpfel zum Wachsen zu bringen, braucht es bei den Kiwis zwei Pflanzen.<eop>Bei den höher entwickelten Tieren und den Menschen gibt es Männchen und Weibchen. Die müssen sich zu einem Paar zusammenfinden und miteinander Sex haben, wenn beim Weibchen Eizellen bereit sind. Dann vereinigt sich je eine Samenzelle des Männchens mit einer Eizelle des Weibchens. Das nennt man Befruchtung. <eop>Falls gerade zwei Eizellen bereit sind, entwickeln sich Zwillinge, bei dreien gibt es Drillinge usw. Anschließend braucht es das Männchen bis zur Geburt nicht mehr. Bei manchen Tieren hilft das Männchen bei der Pflege und Aufzucht der Jungen. Bei manchen ist jedoch alles der Mutter überlassen.<eop>Bei dieser Art der Fortpflanzung vermischen sich die Eigenschaften beider Elternteile zufällig. Manchmal steuern Menschen die Fortpflanzung gezielt mit. Man nennt dies Züchtung. Der Mensch sucht sich dann aus, welches Weibchen sich mit welchem Männchen fortpflanzt. Tiere werden oft nach Geschlechtern getrennt gehalten. So kann der Mensch gezielt ein Männchen zu einem Weibchen führen, beispielsweise bei Rindern, Pferden, Hunden und vielen anderen Tierarten.<eop>Auch bei Pflanzen ist dies möglich. So kann man beispielsweise zwei Apfelsorten kombinieren. Der Mensch überträgt also die Pollen selber und gezielt von einer Blüte auf die andere. Man nennt dies nicht nur Züchtung, sondern auch Kreuzung. Dies ist derselbe Ausdruck, den man auch bei Straßen braucht, wenn sie sich eben kreuzen. <eop>"}, {"title": "Fotografie", "id": 277, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fotografie", "text": "Das Wort Fotografie stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet „Schreiben mit Licht“. In der Fotografie macht man Bilder, indem man Licht mit einem Gerät einfängt. Das Gerät nennt man Kamera oder Fotoapparat, die Bilder heißen Fotos. Wer ein Foto macht, fotografiert. Fotograf ist auch ein Beruf. Die meisten Fotos entstehen heute mit den winzigen Kameras, die im Smartphone eingebaut sind.<eop>Beim Fotografieren passieren zwei Dinge: Das Licht wird eingefangen, und es wird gespeichert. Beim Einfangen funktioniert eine Kamera ähnlich wie unser Auge: Das Licht trifft auf die Augenlinse, die Linse macht die Lichtstrahlen enger, und der das Lichtbündel fällt dann hinten in unserem Auge auf die Netzhaut. <eop>Bei der Kamera fällt das gebündelte Licht durch ein Objektiv auf einen Film oder auf eine lichtempfindliche Scheibe, den Sensor. Der speichert das Licht und macht dann daraus ein Foto. Ein Objektiv besteht aus einer oder - meistens - mehreren Linsen.<eop> Wie wurden Fotos anfangs gemacht? Die Fotografie wurde um 1840 erfunden. Damals hat man auf Papier oder eine Glasplatte einen flüssigen Stoff geschmiert, der lichtempfindlich war. Wenn Licht auf eine Stelle gefallen ist, dann wurde die Stelle dunkler. Am Anfang dauerte es noch mehrere Stunden, um ein Foto zu machen. Langsam wurde das Fotomaterial aber immer besser, dennoch mussten die Menschen minutenlang stillstehen, damit ein Foto etwas wurde. Um etwa 1900 gab es Kameras, die so klein waren, dass man sie mitnehmen konnte, und Fotomaterial, das so empfindlich war, dass man Schnappschüsse machen konnte. Das sind Fotos ohne große Vorbereitung, einfach so auf der Straße.<eop>Zunächst schmierte man den lichtempfindlichen Stoff auf eine Glasscheibe. Die Glasscheibe steckte man in einen Kasten, die Kamera. „Camera“ ist Italienisch und heißt „Raum“. Dann öffnete der Fotograf kurz ein Loch auf der anderen Seite der Kamera, und Licht fiel auf die Glasplatte. So machte man gute, große Fotos, aber die Glasplatte war auch groß, schwer und zerbrechlich. Am Anfang konnte man ein Foto noch nicht vervielfältigen: Das eine Bild, das der Fotograf im „Kasten“ hatte, war das einzige.<eop> Wie funktioniert eine Kamera mit Film? In den Jahren nach 1900 erfand man den Film. Das war zunächst lichtempfindlicher Karton, später ein Plastikstreifen. „Film“ war eigentlich das dünne, lichtempfindliche Material auf der Oberfläche. Der Film, also der Plastikstreifen, war aufgerollt und steckte in einem kleinen Kästchen, einer Kassette. Diese legte man in die Kamera. Wenn man ein Foto geschossen hatte, drehte man an der Kamera einen Hebel. Damit zog man so am Film, dass man an eine neue Stelle kam. Dann machte man ein neues Foto, wobei diese neue Stelle belichtet wurde. Je länger ein Film war, desto mehr Fotos passten darauf, zum Beispiel 36.<eop>Mit der Filmkassette ging man dann zu einem Fotostudio. Das Fotostudio „entwickelte“ den Film zu einem Negativ: Es tauchte ihn in eine Flüssigkeit, die dafür sorgte, dass er sich nicht mehr durch neues Licht veränderte. Der Kunde bekam nicht nur das Negativ, sondern auch Abzüge davon. So nennt man die eigentlichen Fotos. Wenn er später noch weitere Abzüge haben wollte, von Fotos, die ihm gut gefallen haben, dann ging er mit dem Negativ wieder zum Fotostudio.<eop>Es gab aber auch immer Leute, die ihre Filme selber entwickelten. Dazu hatten sie in ihrer Wohnung ein Zimmer, in dem es ganz dunkel war, die Dunkelkammer. Es gab darin nur ein schwaches, besonderes Licht: Normales Licht hätte nämlich den noch lichtempfindlichen Film verändert, sobald man ihn aus der Kamera oder Filmkassette holte. Eine Dunkelkammer richteten sich Leute ein, die sehr viel fotografierten. Das Selberentwickeln war billiger als das Fotostudio. Außerdem konnten sie so selbst etwas verändern: das Foto heller oder dunkler machen, einen Ausschnitt wählen und so weiter.<eop>Im Laufe der Zeit wurden die Kameras immer besser. So kam zum Beispiel der Autofokus hinzu. Fokussieren heißt Scharfstellen, eine Kamera mit Autofokus kann also selbst auf Knopfdruck dafür sorgen, dass ein Bild scharf wird. Seit etwa 1930 gab es Farbfilm zu kaufen. Doch selbst noch um 1970 waren die meisten Fotos nur Schwarz-Weiß, weil ein Farbfilm mehr kostete.<eop> Was kann eine Digitalkamera? In den Jahren nach 1990 baute man die ersten digitalen Kameras. Bei so einer Kamera fällt das Licht nicht mehr auf Film, sondern auf einen Sensor. Das ist ein Gerät, das Licht in Computer-Signale verwandelt. Das Foto ist dann digital: Es besteht aus Daten, mit denen ein Computer umgehen kann. Eine Foto-Datei kann man verarbeiten und verbreiten so wie auch andere Computer-Dateien.<eop>Der große Vorteil von Digitalkameras ist, dass man nicht mehr Film kaufen und entwickeln muss. Dadurch kostet einen das einzelne Foto so gut wie nichts. Allerdings waren die ersten Digitalkameras noch sehr teuer und die Fotos nicht sehr gut. Wenn man sie vergrößerte, sah man schnell die Pünktchen, aus denen sie bestehen. Erst um etwa 2004 wurden digitale Fotos besser als Filmfotos. Seitdem kauft sich fast niemand mehr eine Kamera mit Film.<eop>Digitale Fotos kann man viel einfacher verändern als die Foto früher. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm im Computer macht man Fotos heller oder dunkler, verändert Farben, schneidet etwas aus oder fügt Bilder zusammen. Manche Leute glauben deshalb nicht mehr, was sie auf einem Foto sehen, weil es ja verändert sein könnte. Allerdings war es schon früher möglich, etwas auf einem Negativ zu verfälschen. Aber natürlich ist es jetzt leichter als früher, ein Foto zu fälschen und damit etwas zu zeigen, das es gar nicht gibt.<eop> Wofür braucht man Fotos? Wenn man ein Bild von etwas oder von jemandem haben wollte, musste es gemalt oder gezeichnet werden. Das änderte sich mit der Fotografie. Nach einiger Zeit lernte man, Fotos zu vervielfältigen, sogar in einer Zeitung. Bis dahin wussten die Leute meist gar nicht, wie ihr König oder eine beliebte Schriftstellerin aussahen. Aber die Leute ließen auch gern Fotos von sich und ihren Verwandten machen. Zuvor wussten die meisten Leute gar nicht, wie ihre Großeltern als Kinder ausgesehen haben, denn Gemälde malen lassen war viel teurer. Auch allerlei Wissenschaftler und Entdecker haben Fotos für ihre Arbeit gemacht. Der Fotograf William Henry Jackson reiste um 1870 durch das Yellowstone-Gebiet in Nordamerika. Seine Fotos haben die Menschen von der Natur dort begeistert. Das hat dazu beigetragen, dass das Yellowstone-Gebiet zum Nationalpark erklärt wurde. In einem Nationalpark sind Pflanzen und Tiere geschützt, man darf dort nicht einfach jagen.<eop>Es gab und gibt Journalisten und Politiker, die zeigen wollen, wie schlecht die Armen leben. Reporter haben Fotos aus Kriegen gemacht. So konnten die Zeitungsleser sehen, wie es da wirklich aussieht.<eop>Seit etwa 1930 kannte man Zeitschriften mit extra vielen Fotos, die sogenannten Illustrierten. Vor allem, seitdem es digitale Kameras gibt, entstehen jeden Tag viele, viele Fotos. Man spricht sogar von einer Bilderflut. <eop>"}, {"title": "Frankfurt am Main", "id": 278, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frankfurt am Main", "text": "Frankfurt am Main ist die fünftgrößte Stadt in Deutschland. Dort leben rund 700.000 Menschen. Die Stadt liegt ungefähr in der Mitte von Deutschland und heißt so, weil sie an dem Fluss Main liegt. Es gibt noch ein Frankfurt an der Oder. <eop>Frankfurt am Main gehört heute zum Bundesland Hessen. Im Mittelalter war es eine „Freie Reichsstadt“, in der kein Landesfürst zu bestimmen hatte, sondern nur die Bürger und der von ihnen gewählte Rat. Außerdem war Frankfurt lange Zeit so etwas wie die heimliche Hauptstadt Deutschlands: Bis 1806 trafen sich hier die Kurfürsten, um den deutschen König und Kaiser zu wählen. In den Jahren 1848 und 1849 tagte in der Paulskirche die Nationalversammlung, das erste Parlament für ganz Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte Frankfurt deutsche Hauptstadt werden, verlor aber gegen Bonn. <eop>Heute ist Frankfurt vor allem als Stadt der Banken bekannt. Die wichtigste von ihnen ist die Europäische Zentralbank: Sie gibt die Euro-Geldscheine und Münzen aus und passt darauf auf, dass nie zuviel oder zuwenig Geld im Umlauf ist und dass die Preise nicht zu stark ansteigen. Die Banken und andere Firmen haben im Stadtzentrum viele Hochhäuser gebaut. Etwa 15 davon sind mindestens 150 Meter hoch und werden Wolkenkratzer genannt. Außerdem gibt es viele bedeutende Museen in Frankfurt, einen Zoo und den größten Flughafen in Deutschland.<eop>"}, {"title": "Frankreich", "id": 279, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frankreich", "text": "Frankreich ist ein Land im Westen von Europa. Es liegt am Atlantischen Ozean und am Mittelmeer und grenzt auch an Deutschland und die Schweiz. Kein Land in Europa ist so groß wie Frankreich, wenn man von Russland und der Ukraine in Osteuropa absieht. Auf der Landkarte sieht es ein wenig aus, als hätte es sechs Ecken, darum nennt man Frankreich auch das Hexagon, das Sechseck.<eop>Die Hauptstadt Paris ist weltweit wegen ihrer Kultur bekannt und wegen des Eiffelturms. In Paris und Umgebung wohnt etwa jeder fünfte Franzose, und alle wichtigen Autobahnen und Eisenbahnen führen nach Paris. Andere große Städte sind Lyon, Marseille und Toulouse. <eop>In Frankreich spricht man vor allem Französisch, aber einige Minderheiten haben ihre eigene Sprache, wie Deutsch, Arabisch, Italienisch oder Bretonisch, eine keltische Sprache. <eop>Frankreich war lange Zeit eines der mächtigsten Länder der Welt. Nebst Spanien und Großbritannien gehörte es zu den größten Kolonialmächten der Geschichte. Die französische Sprache ist darum heute in der ganzen Welt verbreitet. Auch gehören manche Gebiete außerhalb Europas noch heute zu Frankreich. Man nennt sie „Übersee-Frankreich“.   Wie sieht das Land aus?  Frankreich ist etwa eineinhalb mal so groß wie Deutschland. Im Westen und Nordwesten wird es vom Atlantik begrenzt. Im Süden liegt das Mittelmeer. Im Norden trennt der Ärmelkanal Frankreich von Großbritannien. Darunter führt ein Tunnel für Autos und die Eisenbahn. <eop>Mit dem Rhein, der Rhone und der Maas fließen gleich mehrere große, bekannte Flüsse durch Frankreich. Der größte Fluss, der nur durch Frankreich fließt ist die Loire, sprich: Lu-ahr, die nahe der Stadt Nantes in den Atlantik mündet. Vor der Küste Frankreichs liegen viele Inseln. Die größte davon ist Korsika im Mittelmeer.<eop>Die Landschaft und das Klima Frankreichs sind sehr vielseitig. Im Norden ist es eher kühl und windig, besonders an der Küste, wo man viele steile Klippen findet. Die Landschaft dort ist flach bis hügelig. In der Mitte des Landes liegt das Zentralmassiv, ein Mittelgebirge das etwa einen Sechstel der Landesfläche einnimmt. Dort sind die Berge schon bis zu 1.900 Meter hoch. Richtig steil wird es dann aber vor allem in den Alpen im Südosten und in den Pyrenäen im Südwesten. Zwischen Alpen und Mittelmeer liegt die Provence, eine beliebte Urlaubsregion. Dort herrscht wie auch sonst in Südfrankreich ein warmes und sonniges Mittelmeerklima.<eop> Was ist früher in Frankreich passiert? Wo heute Frankreich liegt, lebten früher Kelten. Die Römer nannten die Gegend Gallien und eroberten sie nach und nach. Am Ende der Römerzeit kamen germanische Völker in den Norden. Eines dieser Völker gründete das Fränkische Reich.<eop>Dieses Reich wurde später im Mittelalter geteilt. Aus dem Westen wurde Frankreich, aus dem Osten Deutschland. Frankreich hatte es einige Zeit noch schwer: Große Teile des Landes waren von England besetzt. <eop>In der Neuzeit, also in den Jahren nach 1500, wurde Frankreich allerdings einer der mächtigsten Staaten in Europa. Ähnlich wie Großbritannien eroberte oder kaufte es auch Kolonien auf anderen Kontinenten. Spätestens in der Zeit von König Ludwig dem Vierzehnten war Frankreich bereits ein Vorbild für viele andere Länder.<eop>Im Jahr 1789 waren viele Franzosen mit dem König unzufrieden: Die Französische Revolution brach aus. In den kommenden hundertfünfzig Jahren war Frankreich mal Republik, mal Kaiserreich, mal Königreich. Einer der Kaiser war Napoleon Bonaparte. Mehrmals gab es Streit oder gar Krieg mit deutschen Staaten. Im Zweiten Weltkrieg zum Beispiel besetzte Deutschland ganz Frankreich.<eop>In den Jahren nach 1945 musste Frankreich erleben, dass sich die Welt stark verändert hatte. Es verlor fast alle seine Kolonien. Viele Menschen von dort, vor allem aus Algerien, wandern nach Frankreich ein. Frankreich war keine große Weltmacht mehr, sondern nur eines von mehreren Ländern in Europa. Zusammen mit Deutschland und anderen Staaten gründete es die Europäische Union.<eop> Was muss man über die Menschen in Frankreich wissen? Frankreich hat unter allen europäischen Staaten am drittmeisten Einwohner. Etwa jeder Zehnte kommt aus einem Land im Norden von Afrika. Außerdem haben einige Einwohner Vorfahren aus dem übrigen Afrika und aus Asien. In Frankreich werden mehr Kinder geboren als fast überall sonst in Europa. Im Durchschnitt bringt jede Frau zwei Kinder zur Welt.<eop>Nach der Verfassung gibt es nur eine Amtssprache in Frankreich: Französisch. Viele Menschen haben aber eine andere Muttersprache, vor allem Arabisch. Es gibt auch Minderheiten, die schon seit Jahrhunderten oder länger in Frankreich wohnen. So spricht man im Westen in manchen Gegenden eine keltische Sprache, im Osten auch Deutsch.<eop>Etwa die Hälfte der Franzosen ist katholisch. Etwa jeder Zehnte ist Muslime. Viele sonstige sagen, dass sie keine Religion oder Kirche haben. Der Staat in Frankreich nennt sich laizistisch: Das bedeutet, dass Staat und Kirche getrennt sind. Der Staat mischt sich nicht in die Religion der Menschen ein, und das soll auch umgekehrt gelten.<eop> Wer hat in Frankreich das Sagen? Seit 1870 ist Frankreich eine Republik. Inzwischen gab es wieder zwei Verfassungen. Darum nennt sich das heutige Frankreich die „Fünfte Republik“. In dieser Form hat das Staatsoberhaupt eine wichtige Rolle, der Präsident. Er wird von den Franzosen direkt gewählt und darf bestimmen, wer in der Regierung sitzt. Seit dem Jahr 2017 ist es Emmanuel Macron.<eop>Die Franzosenwählen auch ein Parlament, die Nationalversammlung. Sie besteht aus zwei Teilen. Die Regierung kann nur sinnvoll arbeiten, wenn das Parlament sie unterstützt. Manchmal gehört der Staatspräsident zu der einen Partei, aber andere Parteien haben im Parlament die Mehrheit. Dann muss der Staatspräsident eine Regierung einsetzen, die vom Parlament gut gefunden wird.<eop>In Frankreich gibt es keine Bundesländer. Stattdessen ist das Land in Regionen aufgeteilt. Sie haben nicht so viel zu bestimmen. Wichtiger sind die 101 Departmente. Sie stammen noch aus der Zeit der Französischen Revolution. Damals hat man Frankreich in etwa gleich große Teile aufgeteilt. So ein Department ist etwa so groß wie eine große deutsche Stadt oder ein Landkreis. Der Chef eines Departments wird von der Regierung ernannt. So hat die Regierung, die zentral in der Hauptstadt sitzt, viel Macht. Darum nennt man Frankreich zentralistisch.<eop>Wofür ist Frankreich bekannt? Seit hunderten von Jahren schauten die Menschen in Europa nach Frankreich. Die französische Kultur galt als besonders fein und vorbildhaft: die Kleidung, die Musik, das Essen, der Wein, die Literatur und vieles mehr. <eop>Der französische Staat hat bestimmt, dass im Radio, im Fernsehen und im Film viel Französisch gesprochen werden muss. Der Staat versucht auch, die französische Sprache und Kultur im Ausland zu verbreiten. Das „Institut Français“ zum Beispiel bringt Menschen in anderen Ländern Französisch bei. <eop>Berühmt ist zum Beispiel die Küche Frankreichs. Allerdings kochen die Menschen in den Teilen des Landes unterschiedlich. Im Süden ähnelt das Essen den anderen Ländern am Mittelmeer: Man kocht viel mit Olivenöl. Die Leber von gemästeten Gänsen ist an vielen Orten eine Spezialität. Im Nordosten ist es eher wie in Deutschland, wo man Würste und Sauerkraut mag. Frankreich ist das Land des Käses: Es soll über 1000 Käsesorten geben, in Deutschland nur etwa 150.<eop>In Frankreich sieht man noch viele alte Schlösser und Burgen, und auch noch vieles, das aus der Zeit der Römer stammt. Aber es gibt auch jüngere Gebäude, die viele Touristen anziehen: der Eiffelturm oder das Centre Pompidou, ein Kulturzentrum in Paris.<eop> Wie verdienen die Franzosen ihr Geld? Frankreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Viele Unternehmen sind auch im Ausland bekannt. Anders als in anderen Ländern gehören viele große Unternehmen dem Staat: Ein Beispiel ist das Flugunternehmen Air France.<eop>Die meisten Leute verdienen ihr Geld mit Dienstleistungen. Sie arbeiten also auf einer Bank, bei einer Versicherung, im Krankenhaus, als Friseur und in vielen ähnlichen Berufen. Die Industrie ist stark, aber das Land stellt auch in der Landwirtschaft viel her. Außer Frankreich verkaufen nur noch zwei andere Länder auf der Welt so viel ins Ausland: Weizen, Geflügel, Käse, Fleisch und so weiter. <eop>In kein anderes Land reisen so viele Touristen, nicht einmal in die USA oder nach China. Jedes Jahr sind es über 80 Millionen. Hinzu kommen noch viele andere, die auf der Reise in den Süden durch Frankreich fahren. Die meisten Menschen, die sich Frankreich ansehen, sind Deutsche, Briten, Belgier und Italiener.<eop><eop>"}, {"title": "Französische Revolution", "id": 280, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Französische Revolution", "text": "Die Französische Revolution war ein Ereignis in Frankreich. Es begann im Jahr 1789 damit, dass viele Franzosen fanden, dass der König zu viel Macht hatte. Im Laufe der Jahre gab es mehrere neue Herrscher oder Gruppen, die regierten. Schließlich wurde Napoleon der Alleinherrscher. <eop>Das Frankreich der Revolution eroberte viele Länder in Europa. Es gelang den anderen Ländern jedoch, Frankreich schließlich zu besiegen. Im Jahr 1815 waren die Revolution und die Zeit Napoleons endgültig zu Ende. Viele Menschen in Europa waren arm geworden oder gestorben.<eop>Die Revolutionäre wollten aus Frankreich ein moderneres Land machen, um den Menschen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu bringen. Der Staat und die Gesellschaft sollten vernünftige Gesetze haben und für den Fortschritt arbeiten. Noch heute sehen viele Menschen in der Revolution etwas Gutes. <eop> Wie kam es zur Revolution? Der König von Frankreich war damals Ludwig der Sechzehnte, ein Nachfahre des berühmten \"Sonnenkönigs\" Ludwig dem Vierzehnten. Ein französischer König herrschte absolutistisch, das heißt, dass er allein über die Regierung und die Gesetze bestimmte. Er sperrte seine Gegner ein und arbeitete mit Adel und Kirche zusammen.<eop>Im Sommer 1789 waren viele Menschen sehr unzufrieden mit dem König. Er hatte Fehler gemacht und viele Kriege geführt. Dadurch hatte Frankreich viele Schulden. Außerdem war das Wetter schlecht gewesen, so dass nicht viel geerntet werden konnte und es weniger zu essen gab. Die Leute waren arm und wollten besser regiert werden. Sie wehrten sich deshalb gegen ihre Herrscher, das nennt man eine Revolution. Sie wollten, dass sich eine Menge Dinge im Land ändern.<eop>Der König bekam Angst vor den Leuten und rief ein Parlament ein. Schließlich sagte das Parlament, dass es im Namen des Volkes spricht, und es übernahm die Macht. Der König wurde schließlich eingesperrt und später hingerichtet, ebenso wie viele andere Menschen. Dadurch wurde Frankreich von einer Monarchie zu einer Republik, einem Staat mit einem Parlament und einer Regierung ohne König.<eop> Was geschah im Laufe der Revolution? Im Parlament bestimmten schließlich diejenigen Politiker, die das Land besonders stark verändern wollten. Die Katholische Kirche sollte nicht mehr wichtig sein, sondern ein „Höchstes Wesen“ oder die Vernunft. Es sollte neue Maße und sogar einen neuen Kalender geben. Manche Revolutionäre fanden sogar: Nicht mehr die Eltern sollen Kinder erziehen, sondern der Staat. Auf diese Weise würden die Menschen wirklich gleich werden.<eop>Die strengsten der Revolutionäre waren die Jakobiner mit ihrem Anführer Maximilien de Robespierre. Sie ließen ihre Gegner hinrichten. Im Sommer aber wurde Robespierre selbst hingerichtet, da die anderen Revolutionäre Angst vor ihm bekamen. Eine neue Regierung von fünf Leuten, das Direktorium, übernahm die Macht.<eop>Nach einigen Jahren machte Napoleon Bonaparte sich zum französischen Herrscher und formte eine neue Monarchie. Der „Kaiser der Franzosen“ eroberte viele Länder und beutete sie aus. In Russland allerdings erlitt er mit seiner Armee eine schlimme Niederlage. Es dauerte noch bis zum Jahr 1815, bis Napoleon völlig besiegt war.<eop> Wie dachte man später über die Revolution? Über die Revolution gab es viele verschiedene Meinungen. Manche Leute dachten an den Wahlspruch der Revolution: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Es waren durchaus gute Gesetze und die Menschenrechte erlassen worden. Diese Leute fanden die Revolution gut, trotz der Fehler und Grausamkeiten. Vor allem die Sozialisten und dann die Kommunisten wollten eine neue Revolution.<eop>Andere Menschen hingegen erinnerten sich an die Gewalt und die Kriege. Diese Menschen waren der Meinung, dass die Revolutionäre das Volk zwingen wollten, sich zu ändern. Außerdem ging es Napoleon nur darum, immer mächtiger zu werden und andere Länder zu unterdrücken. Noch Jahrzehnte nach der Revolution gab es die Angst, dass es zu einer neuen gewaltsamen Revolution kommen könnte.<eop>Manche dieser Leute waren allerdings nur darauf aus, dass sich nichts in der Welt ändern soll. Man nannte sie schließlich die Konservativen. Sie stellten die alte Macht der Könige und anderen Fürsten wieder her, das nannte man die Restauration. Könige und Fürsten missbrauchten die Angst vor der Revolution, um selbst Herrscher zu bleiben und keine Macht an das Volk abgeben zu müssen. <eop>Andere Leute wiederum, die Liberalen, waren gegen die gewaltsame Revolution und gegen die Konservativen. Sie wollten ihre Länder nach und nach verändern, also mit Reformen. Dazu sollte das Volk oder wenigstens ein Teil des Volkes frei ein Parlament wählen dürfen, das die Gesetze macht. <eop>In Frankreich jedenfalls finden es die meisten Menschen immer noch wichtig und richtig, dass es die Revolution gegeben hat. Es ist das wichtigste Ereignis ihrer Geschichte. Der 14. Juli ist der Nationalfeiertag: An diesem Tag kommen viele Franzosen zusammen. In Paris sehen viele der Armee ihres Landes bei einer großen Parade zu. Aus der Zeit der Revolution stammen wichtige Symbole Frankreichs: die Nationalhymne und die nationalen Farben Blau, Weiß und Rot.<eop> "}, {"title": "Frau", "id": 281, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frau", "text": "Frauen sind ein Geschlecht, wie auch die Männer ein Geschlecht sind. Als Frauen bezeichnet man meist diejenigen Menschen, die ein Kind in sich tragen können. Ihr Körper ist also mit verschiedenen Organen wie zwei Eierstöcken und einer Gebärmutter ausgestattet, in welcher ein Kind aufwachsen kann.<eop>Lange Zeit durften Frauen in der Gesellschaft viel weniger als Männer. Gerade in den reichen Ländern in Europa und Nordamerika ist das heute viel weniger so. Dennoch gibt es noch Unterschiede: Im Durchschnitt verdienen Frauen zum Beispiel weniger Geld als Männer.<eop>Immer noch erwarten viele Menschen, dass Frauen vor allem freundlich sein und gut aussehen sollen. Eine Frau, die Erfolg haben will, muss sich oft den Männern anpassen. Es gibt aber auch Männer und Frauen, die sich dagegen wehren und helfen, die Gesellschaft zu verändern.<eop>Was ist typisch für den Körper der Frau? Der wichtigste Unterschied beim Körper liegt in den Geschlechtsorganen. Diese kann man bei der Frau nicht sehen. Sie befinden teilweise im Bauch. Die äußeren Teile werden durch die Schamhaare verdeckt. Eine Frau kann schwanger werden. Dafür braucht es den Geschlechtsverkehr mit einem Mann oder eine künstliche Befruchtung. <eop>Eine Frau, die noch nie Geschlechtsverkehr hatte, nennt man auch eine Jungfrau. Dies hat aber nichts zu tun mit der Jungfrau als Sternzeichen. Mit etwa 45-50 Jahren verliert der Körper die Fähigkeit, schwanger zu werden. Man nennt diese Veränderung die Menopause.<eop>Die weiteren Unterschiede zwischen Frau und Mann nennt man sekundäre Geschlechtsmerkmale. Sekundär bedeutet: Zweitrangig. Dies sind bei der Frau in erster Linie die Brüste. Sie wachsen während der Pubertät. In den Brüsten bildet sich nach einer Schwangerschaft Milch für das Baby. Außerdem haben Frauen ein etwas breiteres Becken als Männer, um ausreichend Platz für die Geburt eines Babys zu haben.<eop>Frauen haben weniger Körperbehaarung als Männer. Nur auf dem Kopf, um die Geschlechtsorgane und unter den Armen ist die Körperbehaarung bei Frau und Mann gleich.<eop>Die Muskeln der Frauen sind meist etwas weicher als bei den Männern. Sie erreichen damit nicht dieselben Leistungen im Sport. Deshalb gibt es immer Kategorien nach den Geschlechtern. Auch Schwerarbeit verrichten eher die Männer. Das muss aber nicht immer so sein: Es gibt auch Frauen, deren Körper stärker ist als der von Männern.<eop>Was durfte eine Frau früher nicht, und was darf sie heute? Viele wichtige Dinge im Leben hatten die Männer während Jahrhunderten sich selbst vorbehalten und die Frauen unterdrückt: In der Ehe mussten die Frauen das tun, was der Mann von ihnen verlangte. Ihr Vermögen mussten sie beim Heiraten dem Mann abgeben. Die meisten Berufe und die Universitäten standen sowieso nur den Männern offen. In der Staatsführung ließen die Männer keine Frauen zu. Den Frauen hatten gar keine Wahl: Sie konnten sich um um ihre Kinder kümmern oder höchstens noch ins Kloster gehen.<eop>Das ist heute nicht mehr so. Die Frauen haben sehr lange darum gekämpft, die gleichen Rechte wie die Männer zu erhalten. Man nennt diesen Kampf „Emanzipation“, sprich Emanzipazion. In Deutschland und Österreich dürfen zum Beispiel Frauen erst seit dem Jahr 1918 wählen. In der Schweiz dauerte das bis 1971. Heute dürfen die Frauen auch in die Armee.<eop>Trotzdem sind Frauen noch in vielen Bereichen benachteiligt: Sie bekommen teilweise immer noch weniger Lohn, auch wenn sie dieselbe Arbeit verrichten wie ein Mann. Auch traut man ihnen weniger als Männern zu, in einer Betriebsleitung oder als Managerin gut zu arbeiten. In diesen Bereichen arbeiten deshalb heute immer noch deutlich mehr Männer als Frauen.<eop> "}, {"title": "Freiheitsstatue", "id": 282, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Freiheitsstatue", "text": "Die Freiheitsstatue ist ein riesiges Standbild in den USA. Sie steht auf der Insel „Liberty Island“, der Freiheitsinsel, vor dem Hafen der Stadt New York. Der eigentliche Name der Statue lautet: „Die Freiheit, die die Welt erleuchtet“.<eop>Erdacht hat sich die Statue der Franzose Fréderich-Auguste Bartholdi. Sie sollte ein Zeichen der Freundschaft zwischen Frankreich und den USA sein. Nachdem man über zehn Jahre daran gearbeitet hat, konnte die Statue 1886 aufgestellt werden. Geholfen hat unter anderem Gustave Eiffel, der sich mit Stahl auskannte: Später hat er den Eiffelturm bauen lassen.<eop>Die Statue zeigt eine Frau, die das Sinnbild der Freiheit sein soll. Ähnlich sieht man in anderen Standbildern, wie eine Idee oder ein Land durch eine Frau dargestellt wird. In der rechten Hand trägt die Frau eine Fackel, deren Licht für den Fortschritt steht, dafür, dass die Welt immer besser wird. In der linken Hand hält sie eine Tafel, auf der steht, wann die USA unabhängig geworden sind: am 4. Juli 1776.<eop>Die Statue selbst ist etwas über 46 Meter hoch. Dazu kommt der untere Teil, der Sockel, auf dem sie steht. Das macht sie insgesamt fast 93 Meter hoch. Mit einer Fähre kann man vom Festland aus nach Liberty Island fahren. Besucher dürfen bis in die Krone des Kopfes steigen, aber nicht mehr als 240 Leute pro Tag. Die UNESCO hat die Statue 1984 zum Weltkulturerbe erklärt.<eop> "}, {"title": "Friedrich Schiller", "id": 283, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Friedrich Schiller", "text": "Friedrich Schiller war ein deutscher Schriftsteller. Bekannt ist er vor allem für seine Theaterstücke und Gedichte. Zusammen mit Goethe gilt er als der bedeutendste Dichter in der deutschen Sprache.<eop>Geboren wurde er im Jahr 1759, in Marbach am Neckar. Dieser Ort liegt heute in Baden-Württemberg. Dort befinden sich Museen, die alte und neue Literatur sammeln und zeigen.<eop>Schiller lernte an der Universität zuerst Recht und später Medizin. Danach arbeitete er als Arzt bei der Armee, er war aber unzufrieden, weil er schlecht bezahlt wurde.<eop>Als er 22 Jahre alt war, erschien sein erstes Theaterstück: „Die Räuber“. Vor allem junge Leute waren davon begeistert. Zwar ging es im Stück um Streit in einer Familie, aber man verstand, dass eigentlich das Land gemeint war, in dem vieles nicht in Ordnung war. <eop>Weil Schiller aus der Armee geflohen war, lebte er in anderen deutschen Ländern. In einem davon wurde er schließlich Professor für Geschichte. Die letzten sechs Jahre seines Lebens wohnte er in Weimar, das heute in Thüringen liegt. Der Fürst von Weimar machte Schiller zum Adligen. Seitdem lautete der Name Friedrich von Schiller. <eop>In Weimar schrieb Schiller weitere bekannte Theaterstücke, darunter solche über die Heldenfiguren Jeanne d'Arc und Wilhelm Tell. Im Jahr 1805 starb Schiller nach einer schweren Krankheit, einer Lungenentzündung.<eop>"}, {"title": "Frucht", "id": 284, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frucht", "text": "Eine Frucht ist ein Teil einer Pflanze. Die Frucht entsteht aus der Blüte. In der Frucht befinden sich die Samen der Pflanze. Aus solchen Samen kann später eine neue Pflanze entstehen. Allerdings tragen nicht alle Pflanzen Früchte. Die Moose oder die Farne vermehren sich mit Sporen. Ob eine Pflanze Früchte trägt oder nicht, ist ein wichtiger Punkt bei der Einteilung in die verschiedenen Pflanzenarten.<eop>Früchte bringen der Pflanze einen Vorteil: Wenn Tiere oder Menschen sie essen, können sie die meisten Samen nicht verdauen. Sie gehen also durch den Bauch und geraten mit dem Kot an einen Ort, der weit weg von der Pflanze liegen kann. So verbreiten sich die Pflanzen schneller.<eop>Essbare Früchte nennen wir im allgemeinen Obst, doch auch einiges Gemüse wird so genannt. Manche Früchte sind von einer Hülse umgeben, wie zum Beispiel Erbsen oder Bohnen. Andere Früchte sind saftig und haben fleischige Teile wie der Pfirsich. Kleine Früchte, die meist sehr farbig und saftig sind, nennen wir meist Beeren.<eop>Die größten Früchte der Welt bilden die Riesen-Kürbisse. In der Schweiz wurde im Jahr 2014 sogar ein Kürbis mit über einer Tonne Gewicht geerntet. <eop><eop>"}, {"title": "Frühling", "id": 285, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frühling", "text": "Der Frühling oder das Frühjahr ist eine Jahreszeit. Nach dem Winter, der kalten Jahreszeit, wird es im Frühling wieder wärmer. Auf den Frühling folgt dann der Sommer.<eop>Im Frühling wachsen und blühen die Pflanzen wieder. Die Landschaft wird wieder grün. Viele Tiere bekommen ihre Jungen. Die Bauern mähen die Wiesen und machen Heu. <eop> Von wann bis wann dauert der Frühling? Für die Wetterforscher beginnt der Frühling auf der Nordhalbkugel am 1. März und dauert bis zum 31. Mai. Frühlingsmonate sind also der März, der April und der Mai. <eop>Für die Astronomen jedoch beginnt der Frühling zur Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn die Tage und Nächte also gleich lang sind. Das ist immer am 21. oder 22. März. In diese Zeit fällt das Osterfest. Der Frühling endet bei der Sommersonnenwende, wenn die Tage am längsten sind. Das ist am 20. oder 21. Juni, und damit beginnt dann der Sommer.<eop>Welche Frühlingsfeste gibt es? Die Menschen fanden den Frühling schon immer sehr wichtig: Man musste sich nicht mehr warm anziehen oder sich ins warme Haus verkriechen. Den Anfang des Frühlings feierte man deshalb groß. Besonders bekannt sind bei uns das Münchner Frühlingsfest, das Nürnberger Frühlingsfest oder das Frühlingsfest Hannover. In Zürich heißt das Frühlingsfest Sechseläuten. Auch anderswo auf der Welt gibt es viele Frühlingsfeste. Man sagt auch, im Frühling würden sich mehr Menschen verlieben als in anderen Jahreszeiten.<eop>Bei den Christen fällt Ostern in den Frühling, etwas später auch Pfingsten. Ostern hat jedoch nichts mit der Sonne und der Natur zu tun. Das Fest findet immer dann statt, wenn die Juden Pessach feiern. Gemäß dem alten jüdischen Kalender ist das immer im April.<eop>"}, {"title": "Fränkisches Reich", "id": 286, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fränkisches Reich", "text": "Das Fränkische Reich war ein Staat im frühen Mittelalter. Es war zunächst eines von mehreren Herrschaftsgebieten nach dem Untergang des Römischen Reiches. Allerdings wuchs das Reich der Franken zum größten Reich in Westeuropa an. Der bedeutendste Herrscher war Karl der Große, der sich im Jahr 800 nach Christus zum Kaiser krönen ließ.<eop>Schon in der Zeit des Römischen Reiches kamen Franken und andere Germanen ins Reich. Sie durften dort siedeln und verteidigten dafür die Grenze. Man weiß heute nicht genau, wie aus verschiedenen Gruppen das Volk der Franken wurde. Das Wort heißt so viel wie „mutig“, man kennt es heute noch aus der Redewendung „frank und frei“.<eop>Ein besonders wichtiger Anführer der Franken wurde Chlodwig. Er eroberte mehrere Nachbarreiche von Römern und von anderen Germanen. Er ließ sich taufen und bekannte sich damit zum Christentum. Das hatte große Folgen für die Zukunft Europas. <eop> Wer herrschte später über das Frankenreich? Chlodwig starb im Jahr 511 nach Christus. Seine Familie oder Dynastie, die Merowinger, herrschten noch über 200 Jahre lang. Doch in dieser Zeit wurden die Hausmeier immer mächtiger: Das waren die wichtigsten Verwalter im Frankenreich. Die Familie der Karolinger übernahm dieses Amt.<eop>Den ersten König stellten die Karolinger aber erst später: Im Jahr 751 wurde der letzte König der Merowinger abgesetzt. Man schor seine Haare und schickte ihn in ein Kloster. Der Karolinger Pippin der Jüngere wurde neuer Frankenkönig.<eop>Den Namen hat die Familie von Karl Martell, der noch Hausmeier war. Er eroberte neue Gebiete für das Reich, vor allem Gebiete, die heute im Süden Deutschlands liegen. Man feierte diesen Karl später in Europa vor allem, weil er in der Schlacht von Poitiers muslimische Araber besiegte.<eop>Der bekanntere Karolinger wurde jedoch jemand anders: Karl der Große war Sohn von Pippin. Er eroberte weitere Gebiete und machte sich im Jahr 800 zum neuen römischen Kaiser. Dadurch wollte er das weströmische Reich erneuern.<eop> Wie endete das Reich? Im Jahr 840 starb Ludwig der Fromme, der Sohn von Karl. Schon in seiner Zeit regierten eigentlich seine drei Söhne. Jeder von ihnen herrschte über einen Teil des Reiches. Drei Jahre nach dem Tod schlossen die drei den Vertrag von Verdun. Darin teilten sie das reich endgültig unter sich auf, obwohl Ludwig eigentlich wollte, dass sein Sohn Lothar neuer Kaiser des gesamten Reiches wurde.<eop>Durch den Vertrag von Verdun wurde Lothar, der Älteste, schließlich Kaiser und regierte ein eigenes Reich. Dieses Lotharingien lag zwischen dem Westteil und dem Ostteil. Karl der Kahle erhielt den Westteil, aus dem später Frankreich wurde.<eop>Ludwig der Deutsche wurde Herrscher des Ostfrankenreichs. Seine Nachfahren wurden später abgelöst, weil sie ihr Reich nicht gut gegen die Wikinger verteidigten. Die Herzöge der ostfränkischen Stämme wählten im Jahr 911 Konrad den Ersten. Der war Franke, aber kein Karolinger. Die Franken waren nur noch ein Stamm neben anderen. Der nächste König, Heinrich der Erste, war Sachse, kein Franke.<eop>Später meinte man in Deutschland, dass damit eine neue Zeit begonnen habe. Heinrich oder sein Sohn Otto der Erste sei der erste eigentliche deutsche Herrscher gewesen. Otto sei der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewesen, gekrönt im Jahr 962. Tatsächlich dauerte der Übergang wohl noch viel länger.<eop> "}, {"title": "Frösche", "id": 287, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frösche", "text": "Frösche sind Amphibien, also Wirbeltiere. Frösche, Kröten und Unken bilden die drei Familien der Froschlurche. Sie leben als Jungtiere im Wasser und heißen dann Kaulquappen. Kaulquappen haben Kiemen und sehen noch ganz anders aus als ausgewachsene Frösche, sie erinnern eher an kleine Fische. Später wachsen ihnen Beine und ihr Schwanz bildet sich zurück. Wenn sie dann zu Fröschen herangereift sind, atmen sie über Lungen.<eop>Am liebsten leben Frösche in der Nähe von Seen und Flüssen. Ihre Haut ist feucht durch Schleimdrüsen. Die meisten Frösche sind grün oder braun. In den Tropen gibt es auch farbige Frösche: rote, gelbe und blaue. Aus vielen kann man ein Pfeilgift gewinnen.<eop>Der größte Frosch ist der Goliathfrosch: Kopf und Rumpf zusammen werden über 30 Zentimeter lang. Das ist etwa so lang wie ein Maßstab in der Schule. Die meisten Frösche passen aber gut in eine Hand.<eop>Im Frühling hört man die Frosch-Männchen quaken. Sie wollen damit ein Weibchen anlocken, damit sie sich paaren und Junge machen können. So ein Froschkonzert kann ganz schön laut werden.<eop>In unseren Ländern leben vor allem Grasfrösche. Sie leben gern in Gebüschen, im Moor oder im Garten. Sie fressen Insekten, Spinnen, Würmer und ähnliche kleine Tiere. Manchmal überstehen sie den Winter in Löchern in der Erde, sie können aber auch am Grund eines Sees überleben. In Europa wurden viele Tümpel und Teiche zugeschüttet. Auch gibt es immer weniger Insekten wegen der intensiven Landwirtschaft. Deshalb gibt es immer weniger Frösche. In einigen Ländern werden zudem Froschschenkel gegessen, auch in Europa.<eop>Wie unterscheiden sich Frösche von Kröten? Ein wesentlicher Unterschied liegt im Körperbau. Frösche sind schlanker und leichter als Kröten. Ihre Hinterbeine sind länger und vor allem viel kräftiger. Sie können deshalb sehr gut und weit springen. Kröten können das nicht.<eop>Der zweite Unterschied liegt in der Eiablage: Das Froschweibchen legt ihre Eier meistens in Klumpen ab, die Kröte hingegen in Schnüren. Daran kann man in unseren Teichen gut unterscheiden, um welchen Laich es sich handelt. <eop>Man darf aber nicht vergessen, dass es nicht immer möglich ist, Frösche genau gegen Kröten abzugrenzen. Sie sind zu nahe miteinander verwandt. In unseren Ländern helfen die Namen: Beim Laubfrosch oder der Erdkröte sagt schon der Name, zu welcher Familie sie gehören.<eop><eop>"}, {"title": "Frühjahrsblüher", "id": 288, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Frühjahrsblüher", "text": "Frühjahrsblüher wachsen vor allem in Laubwäldern. Man nennt sie auch Frühblüher oder Fruhjahrswaldpflanzen. Am bekanntesten von ihnen ist das Buschwindröschen, sprich: Busch-wind-rös-chen.<eop>Frühjahrsblüher brauchen Licht wie alle Pflanzen. Sie müssen also früh wachsen, bevor das Blätterdach der Bäume ihnen das Licht wegnimmt. Auch die Wärme der Sonnenstrahlen würde ihnen später fehlen. Die Blüten der Frühjahrsblüher müssen deshalb schon vorher wachsen und durch Insekten bestäubt werden, damit sich die Samen entwickeln können. Die sichtbaren Pflanzenteile sterben dann schon ab, wenn sich der Wald erst richtig entwickelt.<eop>Damit die Frühjahrsblüher so früh loslegen können, brauchen sie starke Energiespeicher. Dazu haben sie besondere Wurzeln. Das sind Zwiebeln, Knollen wie bei der Kartoffel oder Rhizome. Rhizome sind besondere Wurzeln, die nicht in die Tiefe wachsen, sondern waagerecht.<eop>Bei den Menschen sind Frühjahrsblüher beliebt, weil sie nach dem Winter die ersten Farben in die Wohnung bringen. Es gibt inzwischen viele verschiedene Zuchtformen. Allerdings halten sie im Haus nicht sehr lange, weil sie nicht an die Wärme gewohnt sind.<eop>Welche Frühjahrsblüher kennt man am besten? Ein typischer Frühjahrsblüher ist das Buschwindröschen mit seinen weißen Blüten. Es kann im Wald einen durchgehenden Teppich bilden. Die gelben Schlüsselblumen wachsen vor allem am Waldrand. Primeln findet man ebenfalls in der Natur. Es gibt sie aber auch in verschiedenen Farben im Gartencenter. Sie alle überwintern mit Rhizomen. <eop>Aus Gärten und Parks kennen wir vor allem die Tulpen und die Gelbe Narzisse. Die ist auch unter dem Namen „Osterglocke“ bekannt, weil sie um Ostern blüht. Ihre Zwiebeln kann man im Boden lassen oder nach der Blüte herausnehmen und im Herbst frisch einpflanzen. Auch die Schneeglöckchen überwintern mit Zwiebeln.<eop>Dahlien, sprich: Daali-en, sind in der Natur meist rosa. Der Mensch hat von ihr viele verschiedene Sorten gezüchtet. Sie sind sehr farbenfroh und es gibt sie in verschiedenen Größen und Formen. Dahlien sind eigentlich keine typischen Frühjahrsblüher. Sie sind jedoch ein gutes Beispiel für Pflanzen, die dank ihrer Knollen überwintern. Wie bei den Kartoffeln muss man die Knollen jedoch im Herbst ausgraben und im Keller lagern, damit sie nicht erfrieren.<eop><eop>"}, {"title": "Fuß", "id": 289, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fuß", "text": "Der Fuß ist ein Teil des Körpers. Der Mensch und viele Tiere stehen auf den Füßen. Sie brauchen die Füße zum Gehen und Laufen. Bei den Tieren haben die Füße viele verschiedene Namen: Katzen und Hunde haben Pfoten, Pferde und Nashörner haben Hufe. Bei den Kühen und Schweinen sprechen die Landwirte eher von Klauen, obwohl es eigentlich auch Hufe sind. Der Unterschied zu den Pferden liegt in der Anzahl der Zehen.<eop>Die Füße des Menschen sind nach vorn gerichtet und können am Knöchel bewegt werden. Ein Fuß selbst ist auch sehr beweglich: Er besteht aus 19 Muskeln und 26 Knochen. Damit gehören etwa ein Viertel aller Knochen des Menschen zu den Füßen.<eop>Der Fuß besteht an der Unterseite aus der Ferse, der Sohle und dem Ballen, an der Oberseite aus dem Spann. Am vorderen Ende des Fußes befinden sich fünf Zehen.<eop>Wir Menschen sind die einzigen Säugetiere, die nur auf ihren beiden Füßen laufen. Daher haben wir die Hände frei, um zum Beispiel etwas zu tragen. Mit Socken und Schuhen schützen wir unsere Füße gegen Kälte oder gegen schlechten Untergrund.<eop> Was hat der Fuß mit Maßeinheiten zu tun? Man kann kurze Entfernungen ungefähr messen, indem man einen Fuß direkt vor den anderen setzt und dabei mitzählt, wie oft das geht. Daher kommt es, dass früher ein Fuß in vielen Ländern als Längenmaß verwendet wurde. Es zählt mit zu den ältesten Maßeinheiten für Längen. Allerdings war früher ein Fuß nicht im ganzen Land gleich lang, sondern er konnte je nach Landesgegend verschieden lang sein.<eop>Heute ist ein Fuß als Maßeinheit in den USA und in Großbritannien immer noch üblich. Ein Fuß ist eine Länge von genau 30,48 Zentimeter. Ein Fuß besteht aus zwölf kürzeren Maßeinheiten, die man Zoll nennt. Auf Englisch heißt es „inch“. Drei Fuß sind in diesem System ein Yard, das ist etwas weniger als ein Meter.<eop><eop>"}, {"title": "Fußball", "id": 290, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Fußball", "text": " Fußball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften mit einem Ball spielen. Es ist eine der beliebtesten Sportarten der Welt. Ursprünglich kommt das Fußballspiel aus England. Im Laufe der Zeit hat Fußball seine heutigen Regeln bekommen. <eop>Für diesen Sport gibt es Fußballvereine, deren Mannschaften gegeneinander spielen. Alle vier Jahre richtet der Welt-Verband FIFA eine Fußball-Weltmeisterschaft aus. Da tritt jeweils eine Mannschaft pro Land an. Fußball wird in einigen Ländern mehr von Männern gespielt, in anderen eher von Frauen.<eop>Wie geht das Spiel? Die eine Mannschaft versucht, mehr Tore zu schießen als die andere Mannschaft. Jede Mannschaft hat elf Spieler, einer davon ist der Torwart. Ein Spiel dauert normalerweise 90 Minuten lang, das sind zwei Halbzeiten mit jeweils 45 Minuten. Hinzu kommt die Nachspielzeit, wenn es im Spiel Unterbrechungen durch Verletzungen gab. <eop>Wenn es nach der normalen Spielzeit unentschieden steht, das Spiel aber unbedingt einen Sieger haben muss, gibt es eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten. Gibt es immer noch keinen Sieger, kann es noch ein Elfmeterschießen geben. Dann versuchen die Spieler beider Mannschaften abwechselnd aus einer Entfernung von Elf Metern das Tor zu treffen. Wer nach sechs Versuchen mehr Tore erzielt hat, gewinnt. <eop>Neben den Spielern hat der Schiedsrichter eine wichtige Rolle. Er entscheidet darüber, ob ein Tor gezählt wird oder nicht. Außerdem pfeift er das Spiel mit seiner Pfeife an und ab, und er kann es auch unterbrechen, wenn jemand unfair spielt. Dann bekommt die andere Mannschaft den Ball. <eop>Gespielt werden darf der Ball mit dem ganzen Körper, nur nicht mit den Armen und Händen. Trotzdem wird Fußball vor allem mit dem Fuß gespielt. Fußball ist der beliebteste Mannschaftssport der Welt, vielleicht sogar die beliebteste Sportart überhaupt. Wie spielen Kinder Fußball?<eop>Auch viele Kinder spielen gerne Fußball, manche im Verein. Bei ihnen dauern die Halbzeiten nicht so lang. Zudem sind sind bei den Jüngeren der Platz und die Tore kleiner. Die G-Jugend nennt man auch U7-Jugend, das sind Kinder unter sieben Jahren. Dann geht es weiter bis zur A-Jugend, das sind die Unter-19-Jährigen.<eop>Bis zur U13 sind die Tore kleiner. Die kleinen Tore sind fünf Meter breit und 2 Meter hoch. Die großen Tore sind 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch. Ab der U15 spielt man auf normalen Spielfeldern, davor sind die Plätze kleiner. In der U7 ist ein Feld gerade mal 35 Meter lang und 32 Meter breit.<eop>Woher kommt das Spiel mit dem Fußball? Erfunden wurde Fußball wahrscheinlich von den Chinesen. Schon vor 3000 Jahren gab es dort so etwas Ähnliches wie einen Fußball. Der war auch aus Lederstücken zusammengesetzt. Aber er war nicht mit Luft gefüllt, sondern mit Haaren und Federn. Benutzt wurde er für das Training von Soldaten.<eop>Im Mittelalter gab es in England eine frühe Form des Fußballspiels, bei der die Bewohner zweier Dörfer gegeneinander antraten. Ziel des Spieles war es, den Ball mit dem Fuß in das Stadttor des anderen Dorfes zu spielen. Das Spielfeld war die Landschaft zwischen den Dörfern. Auch in der Stadt Florenz in Italien gab es im Mittelalter so etwas wie Fußball.   <eop>Die Sportart Fußball, wie wir sie heute kennen, enstand in England im neunzehnten Jahrhundert. Im Jahr 1848 wurden an der Universität von Cambridge die ersten Fußballregeln geschrieben. Damals hatten die Mannschaften noch 15 bis 20 Spieler. Eckball und Freistoß kannte man da noch nicht. Nach und nach wurden die Regeln immer wieder geändert. Seit 1870 bestehen die Mannschaften aus genau elf Spielern. Erst 1970, also 100 Jahre später, wurde die „Gelbe Karte“ eingeführt.<eop> "}, {"title": "Füchse", "id": 291, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Füchse", "text": "Die Füchse sind eine Gruppe von Säugetieren. Der Biologe sagt dem eine Gattung. Zu ihren Verwandten gehören unsere Haushunde und die Wölfe. Füchse sind Raubtiere. Das heißt sie jagen andere Tiere um sich zu ernähren. <eop>Am weitesten verbreitet ist der Rotfuchs. Er lebt auf der Nord-Halbkugel der Erde, aber nur dort, wo es nicht zu heiß und nicht allzu kalt ist. Dies ist die gemäßigte Klimazone.<eop>Der Polarfuchs lebt auf der ganzen Welt im hohen Norden, wo keine Bäume mehr wachsen. Das ist die Tundra. Den Wüstenfuchs nennt man auch Fennek. Er ist der kleinste aller Füchse. Er lebt in der Wüste Sahara. Sobald die Gebiete feuchter werden, fühlt er sich dort nicht mehr zuhause.<eop>Es gibt noch viele andere Arten: Der Andenfuchs lebt in den Anden, wie sein Name sagt. Man nennt ihn auch Andenschakal. Den Falklandfuchs gab es nur auf den Falklandinseln, die östlich von Südamerika liegen, fast an der Südspitze des Kontinents. Der Falklandfuchs ist ausgestorben. Eine Besonderheit ist der Graufuchs. Er heißt zwar so, ist aber biologisch gesehen kein richtiger Fuchs.<eop><eop>"}, {"title": "Galaxie", "id": 292, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Galaxie", "text": "Eine Galaxie ist ein Haufen von Sternen im Weltall. Die Sterne sind recht dicht beieinander, obwohl die Entfernungen zwischen ihnen immer noch sehr groß sind. Sterne sind schwer, ihre Schwerkraft sorgt dafür, dass sie beieinander bleiben. In der Galaxie gibt es aber nicht nur Sterne, sondern auch Gas und Staub. <eop>Unsere Erde gehört zu einem Stern, der Sonne. Unser Sonnensystem ist Teil einer Galaxie. Unsere eigene Galaxie nennen wir Milchstraße. Man sieht sie nachts am Himmel als ein helles Band. Wenn eine andere Galaxie am Himmel zu sehen ist, erscheint sie wie ein heller Fleck. Sie sieht also wie ein einzelner Stern aus, oder wie eine Wolke oder Nebel.<eop>Schon im Altertum haben einige Philosophen vermutet, dass die Milchstraße aus vielen Sternen bestehen könnte. Mehr wusste man erst im 20. Jahrhundert dank der Astronomie. Eine größere Galaxie, die unserer Milchstraße am nächsten ist, heißt Andromeda-Galaxie. Sie besteht aus etwa einer Billion Sternen, das ist eine eins mit zwölf Nullen. Sie ist etwa zweieinhalb Millionen Lichtjahre von uns entfernt. So lange braucht ihr Licht, um uns zu erreichen. Zwischen unserer Erde und unserer Sonne liegen hingegen nur acht Lichtminuten.<eop>"}, {"title": "Garten", "id": 293, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Garten", "text": "Ein Garten ist ein Ort im Freien, der von seiner Umgebung abgegrenzt ist. An diesem Ort werden Pflanzen angebaut, manchmal auch Tiere gehalten. Viele Gärten sollen einen Ertrag bringen: Obst, Gemüse, Gewürze, Blumen und andere Dinge. Andere Gärten sollen den Menschen aber auch einfach Freude bereiten, indem sie schön aussehen.<eop>Das Wort Garten kommt von Gerte: Das sind dünne Äste oder Zweige, mit denen man früher Gärten umzäunt hat. Mit einem Zaun oder Mauern oder Hecken zeigt man, wo ein Garten ist. Und man will einen Garten auch schützen, vor Tieren, Dieben oder anderen Eindringlingen. Gärtner haben diesen Beruf erlernt und werden von den Besitzern angestellt, um ihre Gärten und Parks zu pflegen.<eop>Es ist schwierig, den Unterschied zwischen einem Garten und einem Park genau zu erkennen. Beim Garten geht es eher um die Ernte, beim Park eher um die Schönheit. Zudem gehören Gärten meistens einer Person, sind also umzäunt und privat. Parks sind eher öffentlich und gehören zum Beispiel einer Stadt. Sie können einen Zaun mit Toren haben, manchmal sind sie aber nur nachts geschlossen und tagsüber sind sie geöffnet. In vielen Schlossgärten wurden früher nur der Schlossherr und seine Freunde eingelassen, heute sind daraus aber öffentliche Parks geworden. Trotzdem tragen sie oft noch den Namen „Schlossgarten“.<eop>Welche Arten von Gärten gibt es? Es gibt viele Arten von Gärten. Sehr bekannt sind die Gärten der französischen Schlösser wie Versailles bei Paris. Solche Gärten sind genau geplant und haben meist gerade Wege sowie ordentliche Blumenbeete, mit Brunnen und Statuen. Ein typisch englischer Landschaftsgarten ist zwar auch geplant, sieht aber viel natürlicher aus. Die Wege sind oft krumm, über kleine Seen oder Flüsse führen alte oder alt aussehende Brücken. Heute versteht man diese Gärten eher als Parks.<eop>Früher hatte jeder Bauernhof seinen eigenen Garten. Meistens war die Bäuerin dafür zuständig. Sie pflanzte Gemüse, Gewürze für die Küche an und Blumen zum Schmuck. Solche Gärten nennt man „Bauerngarten“. Der Zaun ist hier besonders wichtig, damit Kühe und andere Haustiere den Garten nicht zertrampeln und das Gemüse abfressen können.<eop>Ähnlich ist der Hausgarten. Um ein Einfamilienhaus herum kann man einen Gemüse-, Blumen- oder Gewürzgarten anlegen. Wer einfach Rasen ansät, hat somit auch einen Garten. Immer mehr Menschen wollen mit ihrem Hausgarten aber möglichst wenig Arbeit haben und belegen die Erde deshalb einfach mit Steinen. Das nennt man „Schottergarten“. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass die Luft sehr heiß und trocken wird. Bauerngärten und Hausgärten zählt man zu den Kleingärten.<eop>Wer in einer Wohnung wohnt, hat vielleicht die Gelegenheit, sich etwas außerhalb ein Stück Land als Garten zu mieten. Das zählt ebenfalls zu den Kleingärten, und oft nennt man sie „Familiengärten“ oder „Schrebergärten“. Oft liegen mehrere solcher Gärten nebeneinander und sind gemeinsam eingezäunt. Auf vielen solcher Kleingärten steht ein kleines Holzhaus für die Gartengeräte und um sich auch einmal einen Kaffee zu kochen. In der Mitte des Gartenareals steht oft eine große Hütte. Dort gibt es Toiletten und oft auch die Möglichkeit, Getränke oder Dünger für den Garten einzukaufen. Vor allem nach dem Krieg sollten diese Gärten den Familien helfen, einen Teil ihrer Nahrung selber zu beschaffen.<eop>Besonders sind auch die Botanischen Gärten. Sie gehören meist einer Stadt oder einer Universität. Dort hat man besondere Pflanzen eingesetzt und besonders angeordnet. Es können Pflanzen aus einem besonderen Land sein oder Pflanzen aus einem bestimmten Bereich, zum Beispiel Kakteen oder sonst eine Besonderheit. Oft liegt ein solcher Garten in einem großen Glashaus, damit man die richtige Wärme und Feuchtigkeit der Luft erreicht. In einem Botanischen Garten sollen die Besucher nicht nur staunen, sondern vor allem etwas lernen können. Deshalb sind die Pflanzen auch gut beschriftet und genau erklärt.<eop><eop>"}, {"title": "Gas", "id": 294, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gas", "text": "Gas nennt man einen der drei Zustände, in dem sich Materie befinden kann. Materie kann zum Beispiel Wasser oder Gold oder Sauerstoff sein. Materie ist gasförmig, fest oder flüssig. Ihr Zustand kann sich auch ändern, so kann Flüssigkeit zu Gas werden.<eop>Wasser zum Beispiel ist flüssig, zumindest, wenn es im Zimmer normal warm ist. Wenn man aber einen Topf mit Wasser auf eine heiße Herdplatte stellt, fängt das Wasser an zu kochen. Bei 100 Grad Celsius verwandelt sich das Wasser in Wasserdampf. Aus einer Flüssigkeit wird also ein Gas. Das Wasser ist verdampft. Wenn der Wasserdampf wieder kühler wird, kondensiert er, er wird also wieder zu flüssigem Wasser. Das sehen wir zum Beispiel, wenn wir unseren Atem an eine Glasscheibe hauchen.<eop>Wenn man eine bestimmte Menge Materie nimmt, dann bleibt sie in unterschiedlichen Zuständen immer gleich schwer. Als Gas braucht sie aber viel mehr Platz, sie nimmt also mehr Raum ein. Wenn man einen dichten Beutel Wasser erhitzt, platzt der Beutel schließlich.<eop>Luft ist ein Gemisch von Gasen, vor allem von Stickstoff und Sauerstoff. Wenn Erdöl aus der Erde gewonnen wird, findet man dabei oft Erdgas. Das ist auch ein wertvoller Rohstoff, aus dem man Energie gewinnt. Helium und einige andere Gase nennt man Edelgase. So ein Edelgas verbindet sich nicht mit anderen Gasen zu neuen Gasen.<eop>"}, {"title": "Gebet", "id": 295, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gebet", "text": "In einem Gebet spricht ein Mensch zu Gott. Er kann ein Gebet nur denken, leise oder laut sprechen oder auch singen. Er kann allein für sich beten, in einer Gruppe oder sogar in einer ganzen Kirche voller Menschen. Er kann dabei stehen, sitzen oder knien. Manchmal betet auch einer vor, zum Beispiel ein Pfarrer oder ein Imam und die Menschen beten still mit.<eop>Gebete gibt es fast in allen Religionen. Der betende Mensch glaubt dabei, dass Gott ihm ähnlich wie eine Person zuhört. Manche Menschen glauben auch, dass Gott ihnen nicht nur zuhört, sondern auch im Innern zu ihnen spricht. Viele Menschen erhoffen sich so Antworten auf ihre Fragen. Aus der Bibel sind Geschichten bekannt, in denen ein Mensch die Stimme Gottes hörte und das dann anderen Menschen weitererzählte. Ein solcher Mensch ist ein Prophet.<eop>In den meisten Religionen gibt es auch Gebete, die aufgeschrieben sind. Das bekannteste Gebet im Christentum ist das „Vaterunser“. Jesus selbst soll es den Menschen vorgesagt haben, die bei ihm waren. Im Judentum ist es das „Sch’ma Israel“, auf Deutsch lautet es: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einzig.“ Bei den Muslimen ist das Gebet eine der Fünf Säulen des Islam.<eop>Gebete können verschiedene Inhalte haben. Ursprünglich hatte das Wort „Gebet“ nicht mit „beten“ zu tun, sondern mit „bitten“. Wenn ein Mensch für andere betet, ist das eine Fürbitte. Es gibt auch Gebete für Kranke oder Tischgebete, die man vor dem Essen spricht. Ein bekanntes altes Kindergebet lautet: „Ich bin klein, mein Herz ist rein, soll niemand darin wohnen als Gott allein“. Viele Gebete wollen Gott loben und verherrlichen. Im Alten Testament sind dies beispielsweise die Psalmen.<eop>Werden Gebete auch oft wiederholt? Manchmal vollen Menschen dasselbe Gebet oder ähnliche Gebete oft hintereinander sprechen, um sich in Gedanken richtig darin zu vertiefen. Manche Menschen können damit auch ihre Sorgen vergessen und sich entspannen. Als Hilfe gibt es in vielen Religionen Gebetsketten. Das sind Schnüre, auf denen Perlen aufgereiht sind wie bei einer Halskette, die man als Schmuck trägt. Der Abstand zwischen den Perlen oder die Größe der Perlen zeigt an, welches Gebet gerade dran ist.<eop>Im der Katholischen Kirche ist der Rosenkranz am bekanntesten. Es gibt auch eine Abwandlung davon in der Protestantischen Kirche. In der Orthodoxen Kirche gibt es den Komboskini mit hundert Knoten. Dabei wird jedes Mal dasselbe Gebet gesprochen, bei dem vor allem der Name Jesus Christus angerufen wird.<eop>Im Buddhismus und im Hinduismus gibt es die Mala. Diese Gebetskette enthält meistens 108 kleinen und einer großen Perle. Dazu nimmt man meistens Nüsse oder man schnitzt die Perlen aus Palmholz. Bei jeder Perle spricht man ein Mantra, das ist eine besondere Silbe, ein besonderes Wort oder ein kurzer Spruch.<eop>Die Misbaha ist die islamische Gebetskette. Sie hat meistens 33 oder 99 Perlen aus Holz oder Kunststoff. Es gibt aber auch Ketten mit elf oder tausend Perlen. Man kann dazu die 99 Namen sprechen, die Allah im Koran trägt. Man kann ihn aber auch 33 Mal für seine Taten preisen, ihm 33 Mal danken und 33 Mal sagen, wie allwissend und mächtig er ist.<eop><eop>"}, {"title": "Gebirge", "id": 296, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gebirge", "text": "Ein Gebirge ist eine Landschaft mit mehreren Bergen, Tälern und Hochflächen. Oft kann man den Unterschied zwischen dem Gebirge und dem ebenen, flachen Land drumherum gut erkennen. Manchmal sind um das Gebirge herum aber auch kleinere Hügel, dann sieht man den Unterschied nicht so gut.<eop>Es gibt verschiedene Formen von Gebirgen. Ein Kammgebirge zum Beispiel heißt so, weil mehrere Bergspitzen wie bei einem Kamm in einer Reihe stehen. Bei einem Tafelgebirge gibt es manchmal gar keine richtigen Gipfel, sondern nur eine hoch liegende Ebene, wie bei einem großen Tisch. <eop>Auch die Höhe ist wichtig. Von ungefähr 500 bis 1500 Metern spricht man von einem Mittelgebirge. Solche Gebirge findet man zum Beispiel in der Mitte und im Süden von Deutschland. Ein Mittelgebirge ist auch der Jura in Frankreich und in der Schweiz. Das Hochgebirge fängt erst bei 1500 Metern an. Ein solches gibt es auch in Europa, nämlich die Alpen. Sie erstrecken sich über Italien, Frankreich, die Schweiz und Österreich bis nach Ungarn.<eop>Wissenschaftler unterscheiden Gebirge aber vor allem danach, wie sie entstanden sind. Manche Berge sind zum Beispiel erloschene Vulkane, wie der Vogelsberg in Hessen oder ein Teil der Eifel. Bei Bruchschollen-Gebirgen wurden Stücke der Erdkruste durch gewaltige Kräfte im Erdinnern angehoben, während die Umgebung sich absenkte. Viele deutsche Mittelgebirge sind so entstanden. Wieder andere Gebirge entstanden als riesige Falten des Erdbodens, weil Kontinente über lange Zeit mit großer Kraft aneinanderstoßen. Die meisten Hochgebirge der Welt sind solche Faltengebirge, so der Himalaya in Asien, die Anden in Südamerika oder auch die Alpen in Europa. <eop> "}, {"title": "Geburt", "id": 297, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geburt", "text": "Eine Schwangerschaft dauert bei Menschen etwa neun Monate. Das, was am Ende geschieht, nennt man die Geburt. Bei einer Geburt verlässt das Kind den Bauch der Mutter. Der Tag der Geburt wird in den Jahren danach als Geburtstag gefeiert.<eop>Das Baby wächst in der Gebärmutter heran. Dies ist ein Organ im Bauch von Frauen. In der Gebärmutter befindet sich die Fruchtblase. In dieser liegt das Baby geschützt im Bauch der Mutter. Die Fruchtblase ist mit einer Flüssigkeit gefüllt: Das ist das Fruchtwasser. Im Bauch der Mutter befindet sich auch die Plazenta. Man nennt sie auch „Mutterkuchen“. Die Plazenta versorgt das Baby durch die Nabelschnur mit Nahrung und Sauerstoff. Nach neun Monaten Schwangerschaft kann das Baby nun auch außerhalb der Gebärmutter leben, denn es hat sich soweit entwickelt, dass es selbst Luft atmen, trinken und schlucken kann. Außerdem wird es wird für das Baby dort jetzt zu eng.<eop>Für die Mutter und auch das Baby ist eine Geburt sehr anstrengend. Viele Mütter gehen deshalb in ein Krankenhaus. Bei der Geburt helfen Ärzte und Hebammen. Das sind Menschen, die besonders für diese Hilfe ausgebildet sind. Manche Mütter gehen auch in ein besonderes Haus, das Geburtshaus. Dort arbeiten keine Ärzte, sondern nur Hebammen. Manche Frauen entscheiden sich auch für eine Hausgeburt. Das heißt: Das Baby soll in der Wohnung der Frau zur Welt kommen. Eine Hebamme kommt dann nach Hause und bleibt, bis das Kind geboren ist und sicher ist, dass es Mutter und Baby gut geht.<eop>Für die meisten Frauen und Männer ist die Geburt eines Kindes ein ganz besonderer Moment, auf den sie sich sehr freuen. Deswegen kann auch der Vater bei der Geburt dabei sein, wenn er möchte. Er kann der Frau helfen, sie unterstützen und beobachten, wie sein Kind geboren wird. <eop>Um sich auf die Geburt vorzubereiten, besuchen viele Frauen alleine oder mit ihrem Partner einen Kurs zur Vorbereitung. Der Kurs wird von Hebammen geleitet. Dort lernen die Frauen und Männer, was bei einer Geburt passiert, wie man sich bei einer Geburt bewegen kann, wie der Vater die Mutter unterstützen kann und was man gegen die Schmerzen tun kann.<eop>Wie geht eine natürliche Geburt?<eop>Wenn die Gebärmutter anfängt, sich in regelmäßigen Abständen zusammenzuziehen, beginnt die Geburt. Das Zusammenziehen der Gebärmutter nennt man „Wehen“, weil sie bei der Mutter starke Schmerzen verursachen. Manche Frauen müssen während der Wehen auch schreien. Die Wehen kommen im Abstand von mehreren Minuten. Dann werden die Abstände immer kürzer. Wenn die Schmerzen für die Frau zu stark werden, kann sie aber auch Medikamente dagegen bekommen.<eop>Kurz vor oder während der Geburt bekommt die Fruchtblase einen Riss oder sie platzt. Dann rinnt das Fruchtwasser durch die Scheide heraus. Durch die Wehen öffnet sich dann der Muttermund. Das ist der Ausgang der Gebärmutter. Der Muttermund wird so weit, bis das Baby gerade knapp hindurch passt. Dann drücken die Wehen das Kind aus der Gebärmutter heraus und durch die Scheide. Die Scheide wird durch das Baby so weit gedehnt wie nötig, damit das Baby zur Welt kommen kann. Dies kann schnell gehen oder viele Stunden andauern, das ist von Geburt zu Geburt ganz unterschiedlich. <eop>Wenn das Baby geboren ist, hängt es noch an der Nabelschnur. Deswegen muss die Nabelschnur durchgeschnitten werden. Manchmal darf das auch der Vater oder die Mutter mit einer speziellen Schere selbst machen. Das ist ein bedeutender Moment, denn das Baby wird dann zum ersten Mal von der Mutter getrennt. Der Schnitt tut weder der Mutter noch dem Baby weh. <eop>In den meisten Fällen hat sich das Baby vor der Geburt so gedreht, dass der Kopf nach unten liegt, zur Scheide hin. Der Kopf kommt dann also zuerst heraus. Darauf folgen die Schultern. Sind die einmal durch, geht der Rest sehr schnell.<eop>Manche Babys sitzen mit dem Po und den Füßen nach unten im Mutterleib. Bei der Geburt kommt dann der Po zuerst heraus. Man nennt dies eine „Steißlage“, weil das Steißbein des Kindes zuerst herauskommt. Das ist die Verlängerung der Wirbelsäule, bei den Tieren der Schwanz. Anschließend kommen der Bauch und die Beine miteinander heraus, zuletzt der Kopf. Eine solche Geburt ist für die Mutter viel schwieriger, weil das Kind so insgesamt dicker ist. Meist machen die Ärzte heute einen Kaiserschnitt, wenn sie auf dem Ultraschallbild eine Steißlage erkennen.<eop>Etwa 15 Minuten nach der Geburt des Babys drückt die Gebärmutter auch noch die Plazenta heraus. Die Plazenta und die Nabelschnur braucht es nicht mehr. Tiere fressen sie auf, damit der Geburtsort sauber bleibt. Im Krankenhaus wird die Plazenta meist zur Verbrennung weggegeben.<eop>Wie geht eine Geburt durch Kaiserschnitt? Es gibt Situationen, in denen eine Frau ihr Baby nicht durch eine natürliche Geburt zur Welt bringen kann. Bei manchen Frauen ist das Becken zu eng für die Größe des Kindes oder man stellt fest, dass das Herz des Babys nicht mehr gut arbeiten kann. Es gibt auch zahlreiche andere Gründe.<eop>In diesen Fällen braucht es eine Operation. Die Frau wird dabei so betäubt, dass nur die untere Hälfte des Körpers gefühllos wird. Sie kann also noch hören, sehen, sprechen und selber atmen. Sie ist wach, spürt jedoch keinen Schmerz.<eop>Die Ärzte öffnen den Bauch unterhalb des Bauchnabels quer durch. Nach der Haut und den Bauchmuskeln schneiden sie auch die Gebärmutter auf und heben das Kind heraus. Dies dauert nur ganz wenige Minuten, damit das Kind möglichst wenig belastet wird. Ein Arzt durchtrennt die Nabelschnur und legt das Kind der Mutter auf die Brust. <eop>Anschließend holen die Ärzte die Plazenta heraus und beginnen, alle Schichten wieder zuzunähen. Später erwacht der Bauch wieder aus der Narkose, und die Mutter wird im Bett in ihr Krankenhauszimmer gebracht.<eop>"}, {"title": "Geburtstag", "id": 298, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geburtstag", "text": "Der Geburtstag ist der Tag, an dem ein Mensch geboren worden ist. Wer zum Beispiel an einem 1. Januar geboren wurde, feiert seinen Geburtstag immer am 1. Januar. Der „erste Geburtstag“ ist ein Jahr nach der Geburt. Man wird also an seinem „nullten Geburtstag“ geboren.<eop>In vielen Ländern und Kulturen feiert man seinen Geburtstag. An diesem Tag will man etwas Besonderes erleben, oder man ist mit Freunden und Familie zusammen und es gibt ein besonderes Essen. Vor allem wird ein runder Geburtstag gefeiert, zum Beispiel der 10., der 20. der 30. und so weiter. Wer den 75. Geburtstag feiert, ist ein Dreiviertel Jahrhundert alt geworden.<eop>Im Altertum hat man vor allem den Geburtstag des Herrschers gefeiert, wie zum Beispiel den Geburtstag des Pharao. Bei den Griechen und Römern ging es darum, die Götter zu ehren, die zum Schutz des Herrschers da waren. Es hat sehr lange gedauert, bis man auch die Geburtstage von „normalen“ Leuten gefeiert hat.<eop> Feiern alle Leute ihren Geburtstag? Manche Leute feiern niemals ihren Geburtstag, weil ihnen das nicht gefällt. Außerdem gibt es Kulturen, in denen das Geburtstagsfeiern nicht üblich ist. Ein Beispiel ist der Islam. Einige Muslime feiern den Geburtstag des Propheten Mohammed, andere Muslime finden das Feiern von Geburtstagen überhaupt schlecht.<eop>Im Christentum waren lange Zeit andere Tage wichtiger, wie der Tag der Taufe. Denn oft hat man nicht aufgeschrieben, wann ein Kind geboren wurde, sondern wann es durch die Taufe Mitglied der Kirche wurde. Darum wussten viele Leute ihren Geburtstag gar nicht. Gerade Katholiken fanden den Namenstag am wichtigsten: Das ist der Tag, an dem eine besondere Person wie ein Heiliger oder eine Heilige mit diesem Namen geehrt wird.<eop> Feiert man Geburtstag nur mit Freunden und Familie? Manche berühmte Menschen werden von vielen Leuten geehrt. Es kann daher sein, dass auch sie sich freuen und irgendwie mitfeiern. Je nach Land ist der Geburtstag des Königs oder des Diktators ein Feiertag. Vielleicht feiert der Staat offiziell einen runden Geburtstag eines berühmten Menschen. <eop>Doch nicht nur ein Mensch kann einen „Geburtstag“ haben. Ein Verein oder ein Unternehmen wird zwar nicht geboren, aber gegründet. Man spricht meist nicht von einem Geburtstag, sondern vom Jubiläum. Auch ein Jubiläum wird manchmal groß gefeiert. Manche Staatsfeiertage finden am Jahrestag statt, an dem der Staat gegründet worden ist.<eop> "}, {"title": "Gedicht", "id": 299, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gedicht", "text": "Ein Gedicht ist eine bestimmte Art von Text, der Gefühle und Gedanken ausdrückt. Man schreibt es meist in kurzen Zeilen, den Versen. Mehrere Verse bilden eine Strophe. Viele Gedichte haben mehrere Strophen. <eop>Man nennt Gedichte auch poetisch. Das kommt vom lateinischen Wort für Dichter, „poeta‟. Ein anderes Wort ist Lyrik. Denn im alten Griechenland sang man Gedichte zur Lyra oder Leier, das ist ein Musikinstrument mit Saiten. <eop>Viele Menschen mögen Gedichte, weil sie viel Aussage in eher wenig Wörtern bieten. Man kann sie auswendig lernen, singen und vielleicht auf unterschiedliche Weise verstehen. Dichter gehen besonders gekonnt mit Sprache um.<eop>Welche Arten von Gedichten gibt es? Gedichte können sich auf verschiedene Arten reimen. Ein Beispiel von Wilhelm Busch, bei dem sich die Zeilen eins und zwei sowie drei und vier reimen:<eop>:Der Franz, ein Schüler hochgelehrt, :Macht sich gar bald beliebt und wert. ::So hat er einstens in der Nacht ::Beifolgendes Gedicht gemacht.<eop>Anschließend fährt Busch so weiter, dass sich die erste mit der dritten Zeile reimt und die zweite mit der vierten: :Als ich von ungefähr ::Durch den Wald spazierte, :Kam ein bunter Vogel, der ::Pfiff und quinquillierte.<eop>Eine andere und besonders lustige Art von Gedicht ist der Limerick. Hier reimt sich die erste, mit der zweiten und der fünften Zeile. Sie haben ihren eigenen Rhythmus. Zudem reimen sich die dritte und die vierte Zeile. Diese beiden sind auch kürzer. Ein Beispiel:<eop>:Ein Kettenraucher aus Nizza, :der im Tank seines Wagens nach Sprit sah, ::der flog mit ’nem Krach ::durchs Garagendach :einem staunenden Gast in die Pizza.<eop>"}, {"title": "Gegenwart", "id": 300, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gegenwart", "text": "Als Gegenwart bezeichnet man den Moment, der gerade ist. Die Gegenwart dauert nur einen Augenblick, dann gehört sie schon zur Vergangenheit. Während sich der Springer darauf konzentriert, gleich vom Brett zu springen, liegt der Absprung immer noch in der Zukunft.<eop>In der deutschen Sprache gibt es nur eine Form der Gegenwart. Man nennt sie auch Präsens: Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „gegenwärtig“ oder „anwesend“. Sätze in der Gegenwart sind „Der Fahrer startet den Motor.“, „Das Buch liegt auf dem Tisch.“ und viele andere. <eop>Dabei gibt es inhaltliche Unterschiede: „Der Fahrer startet den Motor.“ dauert nur kurze Zeit. Hingegen kann etwas auch schon seit längerem bis in die Gegenwart andauern, wie im Beispiel „Das Buch liegt auf dem Tisch.“ Andere Sprachen nutzen dafür verschiedene Formen. Im Englischen beispielsweise gibt es zwei verschiedene Arten um auszudrücken, ob eine Handlung in der Gegenwart nur kurz währt oder schon länger andauert.<eop>Präsens wird in der deutschen Sprache auch für allgemeingültige Aussagen verwendet. Die Sätze: „Die Katze fängt gerne Mäuse“ oder „Fische schwimmen im Wasser“ stehen sprachlich gesehen im Präsens. Hier ist aber nicht gemeint, dass es in der Gegenwart passiert, sondern, dass das immer so ist.<eop>"}, {"title": "Gehirn", "id": 301, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gehirn", "text": "Das Gehirn ist ein wichtiges Organ aller Wirbeltiere und damit auch des Menschen. Es sammelt alle Informationen, die der Körper von außen und aus seinem Inneren erhält. Es verarbeitet sie und sendet Befehle, um die einzelnen Organe zu steuern. <eop>Das Gehirn ist auch der „Sitz“ des Bewusstseins, des Denkens und des Gedächtnisses. Nahezu alles, was wir denken, fühlen und machen, geht vom Gehirn aus. Das Gehirn eines Menschen wiegt ungefähr 1300 Gramm und ist gut geschützt im Schädel untergebracht. <eop> Woraus besteht das Gehirn? Das Gehirn besteht aus zwei Arten von Zellen. Die Nervenzellen sind die eigentlichen „Arbeitstiere“ im Gehirn. Darüber hinaus gibt es Glia-Zellen, die die Arbeit der Nervenzellen unterstützen. Das menschliche Gehirn hat ungefähr 100 Milliarden solcher Nervenzellen, das ist eine Eins mit elf Nullen. <eop>Diese Nervenzellen sind über feine Ausläufer mit anderen Nervenzellen verbunden und bilden so ein riesiges Netz. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Nervenzellen nennt man Synapsen. Vom Gehirn und zum Gehirn führen zwölf Hirn-Nerven und das Rückenmark.<eop> Was tun die Teile des Gehirns? Der größte Teil des Gehirns ist das Großhirn. Es besteht unter anderem aus zwei Großhirnhälften. Die äußere Schicht der Hirnhälften – die Hirnrinde – enthält die meisten Nervenzellen. Bei der Hirnrinde gibt es verschiedene Lappen. Der Stirnlappen zum Beispiel liegt vorn und steuert den Körper, wenn er sich bewegt. Der Schläfenlappen ist vor allem für die Sprache und das Gedächtnis wichtig. Die Inselrinde liegt mehr in der Tiefe des Großhirns. Sie spielt vor allem beim Gleichgewicht und Hören eine Rolle.<eop>Das Mittelhirn ist eine wichtige Befehlszentrale für Hören, Sehen und Bewegungen. Von hier aus werden beispielsweise die Bewegungen der Augen gesteuert. Zum Hinterhirn gehört das Kleinhirn, in dem vor allem Bewegungen und Gleichgewicht abgestimmt werden. Das Nachhirn stellt die Verbindung zum Rückenmark her. Außerdem werden von hier wichtige Körperfunktionen wie die Atmung, das Herz und der Blutkreislauf gesteuert.<eop>"}, {"title": "Geige", "id": 302, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geige", "text": "Die Geige ist das kleinste unserer Streichinstrumente. Der Geiger klemmt die untere Seite des Kastens zwischen Kinn, Schulter und Brust fest. Die linke Hand hält die Geige am Griffbrett fest und drückt mit den Fingern auf die Saiten. Mit der rechten Hand streicht er mit dem Bogen über die Saiten, damit diese erklingen.<eop>Unsere heutigen Geigen gibt es etwa seit dem 16. Jahrhundert. Sie sind in viele Orchestern die wichtigsten Instrumente, weil sie die höchsten Töne erzeugen und somit die Melodie spielen. Oft nennt man sie auch „Violine“, sprich: Wioline.<eop>Manche Kinder beginnen schon mit drei Jahren mit dem Geigenspiel, andere ab dem Schulalter. Dafür gibt es besondere Kindergeigen, die etwas kleiner sind. Von der Bezeichnung der Größen darf man sich allerdings nicht täuschen lassen: Eine halbe Geige ist nicht halb so groß, sondern nur um etwa ein Achtel kleiner als die übliche Geige. Die billigsten Geigen gibt es heute ab etwa fünfzig Euro.<eop>Wie wird eine Geige gespielt? Das Geigenspiel ist schwierig zu erlernen. Schon bei der Körperhaltung muss man sehr genau sein. Damit man die Geige einfacher zwischen Kinn, Schulter und Brust festklemmen kann, gibt es auf dem Kasten einen Kinnhalter, meist aus schwarzem Holz. Der Bogen muss genau im Gleichgewicht liegen, damit die Geige klingt und nicht nur kratzt.<eop>Wenn kein Finger auf die Saiten drückt, entsteht je ein Ton aus der Tonleiter. Die übrigen Töne erreicht der Geiger, indem er die Saite an der richtigen Stelle mit dem Finger niederdrückt. Da es keine Bünde gibt wie bei der Gitarre muss man genau die richtige Stelle treffen. Das ist sehr schwierig. Manchmal spielt ein Geiger auch zweistimmig, dann streicht er zwei Saiten gleichzeitig an, die nebeneinander liegen.<eop>Die Klangfarbe kann der Geiger verändern: Durch mehr oder weniger Druck mit dem Bogen und indem er den Bogen schneller oder langsamer über die Saiten zieht. Er kann auch mit der linken Hand ganz schnell hin und her rollen. Dann scheint der Ton zu zittern, das nennt man „Vibrato“. Selten zupft der Geiger die Saiten auch mit den Fingern an.<eop><eop>"}, {"title": "Geld", "id": 303, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geld", "text": "Unter Geld versteht man vor allem Bargeld: Münzen und Geldscheine. Zum Geld gehört aber auch das Geld auf einem Konto bei der Bank. Mit Geld können wir viele Dinge kaufen, die wir zum Leben brauchen. Wenn wir in den Supermarkt gehen, tauschen wir unser Geld gegen Waren wie Brot ein, wir bezahlen mit Geld. Deshalb nennt man das Geld auch Zahlungsmittel.<eop>Als die Menschen noch kein Geld kannten, haben sie Dinge getauscht. Später kam man auf die Idee, eine bestimmten Menge kostbares Metall zu nehmen und daraus eine Münze herzustellen. Das war handlicher als andere Tauschwaren.<eop>Lange Zeit waren nur Münzen das richtige Geld. Sie bestanden aus einem seltenen und wertvollen Metall, wie Silber oder Gold. Wer eine Silbermünze besaß, der konnte sicher sein: Die Münze ist mindestens so viel wert, wie Silber gerade wert ist. Vor etwa 1000 Jahren gab es in China das erste Papiergeld. Es sollte eigentlich nur eingesetzt werden, wenn die Münzen knapp wurden.<eop>Heute sind die Banknoten, also die Geldscheine aus Papier, meistens viel mehr wert als die Geldmünzen. Euro-Münzen gibt es mit einem Wert von einem Cent bis zwei Euro, Banknoten von 5 Euro bis 500 Euro.<eop>Geldscheine drucken oder Münzen prägen darf nur der Staat. Das eigene Geld eines Staates ist eine Währung. Aber einfach beliebig viel Geldscheine drucken darf der Staat auch nicht, sonst verliert das Geld seinen Wert. Wenn irgend ein Mensch Geld nachdruckt, nennt man das Falschgeld. Dafür wird man streng bestraft.<eop> Wie kann man ohne Bargeld bezahlen? Um ohne Bargeld bezahlen zu können, braucht man ein Konto bei einer Bank. Dann kann man darauf Geld einzahlen. Das heißt, man bringt Bargeld zur Bank und gibt es dort ab. Die Bank behält das Geld und vermerkt das in ihrem Computer. Man sagt: „Das Geld wird deinem Konto gutgeschrieben.“ Um ein Konto zu haben muss man alt genug sein.<eop>Wenn man dann etwas in einem Geschäft kaufen möchte, kann man mit seiner Bankkarte bezahlen. Ein elektronisches Gerät verbindet sich dann mit dem Bankcomputer. Dort kann dann der gespeicherte Betrag auf dem Konto geändert werden. Das Geld wird dann dem Konto des Geschäftes gutgeschrieben.<eop>So wechselt das Geld nur über die Buchung im Computer ihren Besitzer. Das passiert so oder so ähnlich ständig auf der ganzen Welt. Man kann mit seiner Bankkarte auch an einem Geldautomaten wieder Bargeld bekommen. Es wird dann wieder vom Kontostand auf dem Bankcomputer abgezogen.<eop><eop> "}, {"title": "Gemeinde", "id": 304, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gemeinde", "text": "Eine Gemeinde ist ein Ort, an dem Menschen leben. Sie haben eine eigene Regierung, das ist meist ein Stadtrat oder ein Gemeinderat. Eine Gemeinde kann eine Stadt sein, ein Dorf oder mehrere Dörfer, die sich zu einer Gemeinde zusammengeschlossen haben. In Deutschland nennt man sie oft „Kommunen“. Das Wort kommt aus dem Französischen und bedeutet „gemeinsam“. Eine solche Gemeinde nennt man auch Politische Gemeinde oder Einwohnergemeinde. Dörfer, die zu einer größeren Gemeinde gehören werden auch als Ortsteile bezeichnet.<eop>Jede Gemeinde in Deutschland gehört zu einem Landkreis, der zu einem Bundesland gehört. In der Schweiz gehört jede Gemeinde zu einem Kanton. In anderen Ländern ist es meist ähnlich, nur die Begriffe lauten anders.<eop>Jede Gemeinde darf selber regeln, was auf der Ebene darüber nicht schon geregelt wurde, also im Landkreis, im Kanton oder so. Deshalb hat jede Gemeinde ihr eigenes Gesetz, das den übergeordneten Gesetzen nicht widersprechen darf. Damit dieses Gesetz eingehalten wird, haben viele Gemeinden eine eigene Polizei, vor allem die großen. Für kleine Gemeinden ist oft die Polizei des Kantons oder des Landkreises zuständig. <eop>Die Gemeinden haben typische Aufgaben. Am wichtigsten ist es, dass sie genau wissen, wer in der Gemeinde wohnt. Wer dorthin zieht, muss sich auf der Gemeinde anmelden und gehört dann zu den Einwohnern. Er ist dann aber nicht Bürger. Wer wegzieht, muss sich abmelden. Auf der Gemeinde kann ein Paar eine Ehe schließen. Eltern müssen melden, wenn sie ein Kind bekommen haben. Verwandte melden, wenn ein Mensch gestorben ist. Meist sind die Gemeinden auch für die Bereitstellung des Trinkwassers verantwortlich, aber auch für die Behandlung des Abwassers, für die Beseitigung des Mülls und für viele andere Dinge. Große Gemeinden haben oft zusätzlich eine eigene Versorgung mit Elektrizität. <eop>Manche Gemeinden sind mit der Zeit mit einer Stadt zusammengewachsen. Sie wurden dann mit der Stadt zusammengeschlossen, das nennt man „Eingemeindung“. Aus dem früheren Dorf wurde dann ein Stadtviertel oder Quartier. Oft erkennt man noch das Zentrum an einer Kirche oder an einem Marktplatz.<eop>Es gibt auch Gemeinden, die sich unter sich zusammengeschlossen haben, weil sie eher klein sind. Es kostet weniger Geld, weil man weniger Büros und weniger Angestellte braucht. Oft ist es heute für kleine Gemeinden auch schwierig, Leute für den Gemeinderat und für andere Verantwortungen zu finden. Solche Zusammenschlüsse nennt man auch „Gemeindefusion“.<eop>Welche Arten von Gemeinden gibt es noch? Es gibt auch Bürgergemeinden. Dazu gehören nicht alle Einwohner, sondern nur die Bürger. Dabei muss man nicht nur das Bürgerrecht des Landes haben, sondern eben der Gemeinde. Die Bürgergemeinden sind heute nicht mehr so wichtig wie früher. Meist besitzen sie gemeinsam ein Stück Wald oder ähnliche Dinge, über die sie bestimmen können.<eop>Zu einer Kirchengemeinde oder Kirchgemeinde gehören Christen, die gemeinsam einen oder mehrere Pfarrer und manchmal auch Kirchen haben. Sie treffen sich nicht nur zu Gottesdiensten, sondern auch zu Kirchgemeindeversammlungen. Dort wählen sie beispielsweise einen neuen Pfarrer oder bestimmen über ein neues Gebäude oder über eine Renovation.<eop>"}, {"title": "Gemüse", "id": 305, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gemüse", "text": "Gemüse nennt man Teile von Pflanzen, die man essen kann. Meist sind es Blätter, Wurzeln, Knollen oder Stängel. Gemüse enthält wenig Eiweiß, Stärke, Zucker und Fett. Es sättigt deshalb nur während kurzer Zeit, man isst es aber vor allem wegen der Vitamine und Minerale, die uns gesund erhalten. Das Wort „Gemüse“ kommt vom Wort „Mus“, das man früher aus verschiedenen Pflanzen kochte.<eop>Nicht alle Pflanzenteile sind essbar. Manche schmecken sauer, bitter oder sind sogar giftig. Welche Teile einer Pflanze man isst, ist bei jedem Gemüse anders. Einige Beispiele: Kohl, Spinat und Salat sind die Blätter einer Pflanze. Spargel, Staudensellerie und Bohnenkeimlinge sind junge Triebe und Blattstiele einer Pflanze. Die Karotte, Rote Bete und Weiße Rübe sind die Wurzeln. <eop>Gemüse kann man frisch auf Wochenmärkten oder im Supermarkt kaufen. Es gibt auch sehr viel tiefgekühltes Gemüse. Darin bleiben die gesunden Nährstoffe des Gemüses länger erhalten, als wenn sie zu lange im Kühlschrank liegen. Typische Wintergemüse lagerte man früher im Keller. Dazu gehören vor allem Kohl, Lauch, Sellerie und Karotten. <eop>Gemüse ist kein Begriff aus der Biologie, sondern eher aus der Landwirtschaft, vom Markt oder aus der Küche. Einzelne Pflanzen werden deshalb in einigen Gegenden als Gemüse bezeichnet, in anderen jedoch nicht. Die verschiedenen Gemüse sind auch nicht untereinander verwandt.<eop>Getreide und Kartoffeln enthalten zu viel Stärke, um als Gemüse zu gelten. Man zählt sie deshalb zu den Grundnahrungsmitteln, weil sie satt machen. Tomaten, Paprika, Kürbisse, Gurken und einige andere gehören eigentlich zum Obst, weil sie aus befruchteten Blüten entstehen und Samen in sich tragen. Da sie aber wenig Stärke und Zucker enthalten, zählt man sie oft eben doch zum Gemüse.<eop>Etwas Besonders sind die Artischocken, der Blumenkohl und der Brokkoli. Sie bestehen aus den Stängeln der werdenden Blüten. Man bezeichnet sie deshalb oft als Blütengemüse.<eop><eop>"}, {"title": "Genf", "id": 306, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Genf", "text": "Genf ist eine Stadt in der Schweiz. Außerdem gibt es einen Kanton mit dem gleichen Namen. Im Kanton Genf wohnen etwa eine halbe Million Einwohner. In der Stadt Genf sind es etwa 200.000 Einwohner. Damit ist sie die zweitgrößte Schweizer Stadt nach Zürich. Die übrigen Leute wohnen in den 44 Gemeinden um die Stadt herum. Die Hälfte der Einwohner sind keine Schweizer Bürger, sondern kommen vor allem aus Portugal, Frankreich und Italien. Die meisten Einwohner sprechen Französisch. In dieser Sprache heißt es „Genève“, sprich: Sch'nääf. <eop>Die Stadt liegt ganz im Süd-Westen der Schweiz, an der Grenze zu Frankreich. Sie war einst eine kleine Republik mit einer eigenen Reformierten Kirche. Die Republik war mit den Städten Bern und Zürich verbündet. In der Zeit der Französischen Revolution war sie von Frankreich besetzt und schloss sich im Jahr 1815 der Eidgenossenschaft an. Damals war es die größte Stadt des Landes. <eop>In Genf haben viele internationale Organisationen ihre wichtigsten Büros: Die Vereinten Nationen, das Internationale Rote Kreuz, die Weltgesundheitsorganisation und die Welthandelsorganisation sind nur einige davon. Deshalb gibt es auch die Genfer Konventionen. Das sind wichtige Verträge zwischen Staaten, die für den Schutz von Menschen während Kriegen sorgen sollen. In keiner anderen Stadt der Welt gibt es so viele Internationale Organisationen, außer noch in New York.<eop>Es gibt aber auch viele wichtige Unternehmen und Banken. In kaum einer anderen Stadt in Europa ist das Leben so teuer. Die Stadt lockt aber nicht nur Leute an, die dort arbeiten. Auch viele Touristen besuchen gerne die Stadt. Bei Genf fließt der Fluss Rhone aus dem Genfersee. Das ist der größte See, der zur Schweiz und Frankreich gehört. Auch Fahrten mit alten Dampfschiffen auf dem See sind sehr beliebt.<eop>Am Stadtrand von Genf liegt der zweitgrößte Flughafen der Schweiz. Auch er bringt viele Menschen in die Stadt. Von hier gibt es auch eine Strecke des französischen Hochgeschwindigkeitszugs nach Paris.<eop><eop>"}, {"title": "Gepard", "id": 307, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gepard", "text": "Der Gepard gehört zur Familie der Kleinkatzen. Geparde gibt es heute fast nur noch in Afrika, südlich der Sahara. Ein einzelnes Tier ist ein Gepard, mehrere sind Geparde oder Geparden.<eop>Von der Schnauze bis zum Po misst der Gepard etwa 150 Zentimeter. Der Schwanz ist nochmals etwa halb so lang. Sein Fell ist an sich gelb, aber darauf befinden sich viele schwarze Punkte. Die Beine sind sehr dünn und lang. Der Körper sieht einem schnellen Windhund ähnlich. Der Gepard ist die schnellste Katze und ist ein ausgezeichneter Jäger. <eop>Wie leben Geparde? Geparde leben in der Savanne, der Steppe und auch der Halbwüste: Dort gibt es hohes Gras, in dem sie sich verstecken können, aber wenig Büsche und Bäume, die den Lauf die Geparde stören könnten. Deshalb leben sie nicht im Wald.<eop>Normalerweise fressen Geparde kleinere Huftiere, vor allem Gazellen. Zebras und Gnus sind schon zu groß für sie. Der Gepard schleicht sich etwa 50 bis 100 Meter an die Beute heran. Dann läuft er dem Tier hinterher und greift es an. Bis zu 93 Stundenkilometer wird er schnell, etwa so schnell, wie ein Auto auf der Landstraße. Aber das hält er meist weniger als eine Minute lang durch.<eop>Gepardenmännchen leben und jagen eher alleine oder mit ihren Brüdern zusammen. Es können aber auch größere Gruppen sein. Die Weibchen sind allein, außer wenn sie Junge haben. Männchen und Weibchen treffen sich nur zur Paarung. Sie Mutter trägt die Jungtiere etwa drei Monate lang im Bauch. Meistens sind es eins bis fünf. Die Mutter bereitet einen Bau vor, eine kleine Grube in der Erde. Die liegt immer hinter Büschen versteckt. Dort bringt sie die Jungen zur Welt.<eop>Ein Jungtier ist etwa 150 bis 300 Gramm schwer, also höchstens so schwer wie drei Tafeln Schokolade. Die Jungen bleiben während etwa acht Wochen im Bau und trinken Milch von der Mutter. Sie müssen gut versteckt bleiben, denn die Mutter kann sie nicht gegen Löwen, Leoparden oder Hyänen verteidigen. Die meisten Jungen werden auch von solchen Raubtieren gefressen. Die Überlebenden werden mit etwa drei Jahren geschlechtsreif. Sie können dann also selber Junge machen. Geparde können 15 Jahre alt werden.<eop>Sind Geparde gefährdet? Geparde gab es früher von Afrika bis in den südlichen Teil Asiens. In Asien gibt es sie aber nur noch in Nationalpark im Norden des heutigen Iran. Es sind höchstens hundert Tiere. Obwohl man sie sehr stark schützt, sind sie vom Aussterben bedroht.<eop>In Afrika leben noch etwa 7.500 Geparde. Über die Hälfte von ihnen leben im Süden, nämlich in den Ländern Botswana, Namibia und Südafrika. Die meisten leben in Schutzgebieten. Das gibt Schwierigkeiten mit den Viehzüchtern, weil die Geparde eben auch gerne junges vieh fressen.<eop>Viele Wissenschaftler und Tierschützer helfen mit, dass sich die Geparde wieder vermehren. Dies ist jedoch schwierig. Im Jahr 2015 zum Beispiel kamen zwar etwas über 200 Geparde zur Welt. Jedes dritte Jungtier starb jedoch, bevor es ein halbes Jahr alt war. Die afrikanischen Geparde sind heute gefährdet, einzelne Unterarten sind sogar stark gefährdet. <eop> "}, {"title": "Germanen", "id": 308, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Germanen", "text": "Die Germanen waren Völker, die im Altertum in Nordeuropa und Mitteleuropa lebten. Ein Teil der Gebiete, die sie bewohnten, wurde von den Römern erobert. Im frühen Mittelalter wanderten viele Germanen in das untergegangene Römische Reich ein und gründeten dort eigene Reiche.<eop>Heute noch werden Sprachen gesprochen, die man „germanisch“ nennt. Diese germanischen Sprachen hört man vor allem im Norden von Europa und Nordamerika. Zu ihnen gehört unsere deutsche Sprache, aber zum Beispiel auch Englisch und Schwedisch.<eop> Woher kamen die Germanen? Über die frühen Germanen ist nur wenig bekannt. Wenn Archäologen im Boden die Reste von Menschen finden, sind sie oft nicht sicher, zu welchen Gruppen sie gehört haben. Wenn Menschen früher ähnlich gelebt haben, wenn sie ähnliche Töpfe und Häuser hatten, waren sie nicht unbedingt ein gemeinsames Volk. <eop>Wissenschaftler vermuten heute, dass die ältesten germanischen Sprachen vor über 3000 Jahren entstanden sind. Die Sprecher lebten wahrscheinlich an der Ostsee, genauer gesagt im Süden von Schweden, in Dänemark und im Norden von Deutschland.<eop> Warum heißt es „Germanen“? <eop>Der Ausdruck „Germanen“ kommt wahrscheinlich von den Kelten. Sie lebten westlich von den Germanen und hatten vieles mit ihnen gemeinsam, sprachen aber eine andere Sprache. Die Germanen selbst nannten sich nicht so, sie hatten eigene Namen für ihre Stämme, zum Beispiel Sachsen oder Goten. <eop>Über die Germanen lesen kann man erstmals in den Schriften der alten Griechen und Römer. Der Römer Tacitus schrieb im ersten Jahrhundert nach Christus ein Buch mit dem Titel „Germania“. Darin beschrieb er, was er über die Germanen gehört hatte. <eop> Wie lebten die Germanen? Germanen wohnten meist mit der ganzen Familie und ihren Tieren in großen langen Häusern. Ihre Dörfer waren von einfachen Zäunen umgeben. Anders als bei anderen Völkern war es bei den Germanen üblich, dass ein Mann nur eine Frau hatte und nicht mehrere. Die Toten hat man meist verbrannt und die Asche in Urnen aufbewahrt, das sind Töpfe aus Ton.<eop>Die meisten Germanen waren Bauern. Sie kannten schon das Rad und den Pflug, aber kein Geld. Sie ernteten unter anderem Gerste und Erbsen, sammelten wilde Früchte und Beeren und hielten Rinder, Schafe und andere Tiere. Es gab Handwerker wie Schmiede. Männer verarbeiteten Leder, während Frauen Garn sponnen und Stoffe webten. Wenn die Germanen mit den Römern handelten, verkauften sie Bernstein, Pelze und blondes Frauenhaar. Die Römerinnen mochten Perücken aus solchem Haar.<eop>Als die Stämme der Germanen noch klein waren, entschieden alle freien Männer gemeinsam in der Dorfversammlung, dem Thing. Frauen, Knechte, Gefangene und Sklaven durften nicht mitbestimmen. Im Laufe der Zeit wurden die Gemeinschaften immer größer. Aber erst im Mittelalter gab es bei den Germanen auch Könige, die über ein größeres Land bestimmten.<eop> Hatten die Germanen eine eigene Schrift? Die Schrift einiger Germanen nennt man Runen. Ihr Alphabet bestand aus Buchstaben, die jeweils für einen Laut standen. So ähnlich funktionieren auch die Schriften von Griechen und Römern. <eop>Wann oder wo die Runenschrift entstanden ist, weiß man nicht. Die meisten Wissenschaftler vermuten heute, dass die Lateinschrift das Vorbild für die Runen war. Aber die Runen hatten eine andere Reihenfolge als im lateinischen Alphabet, wie wir es heute kennen. Auch sehen viele Buchstaben anders aus.<eop>Das älteste bekannte Runen-Alphabet mit 24 Buchstaben nennt man „futhark“, nach den ersten sechs Buchstaben. Th ist ein eigener Buchstabe und wird wie heute im Englischen ausgesprochen. Die meisten Schriften aus Runen, die wir heute kennen, kommen erst aus dem Mittelalter. Sie wurden meistens in Nordeuropa gefunden.<eop> Was wurde aus den Germanen? Die ersten Germanen, von denen die Namen bekannt sind, waren Anführer, die gegen die Römer kämpften. Der erste berühmte Germane war Arminius, der im Teutoburger Wald in einer Schlacht drei römische Legionen vernichtete. Danach zogen sich die Römer westlich des Rheins und südlich der Donau zurück. Zwischen Rhein und Donau bauten die Römer später einen langen, großen Zaun, den Limes. Aber es gab auch römische Lager auf der anderen Seite der Grenze, und man hat viel Handel mit den Germanen getrieben.<eop>Um 400 nach Christus zogen viele germanische Stämme ins Römische Reich. Einige wurden von den Römern als Arbeiter und Soldaten ins Land geholt. Andere kamen, weil bei ihnen zuhause die Ernten schlecht waren. Und wieder andere mussten aus ihrer Heimat fliehen, weil sie dort von anderen Völkern vertrieben wurden. Man nennt diese Zeit die Völkerwanderung. <eop>Germanen haben dabei aber nicht nur römische Städte überfallen, sondern lernten auch viel von den Römern und übernahmen von ihnen das Christentum. Als die Macht der Römer immer schwächer wurde, gründeten die Germanen eigene Reiche. Ein besonders großes Reich war das Frankenreich von Karl dem Großen. Im Jahr 843 wurde das Reich geteilt – aus dem westlichen Teil wurde später Frankreich, aus dem östlichen Deutschland, aus dem südlichen Teil Italien.<eop> Was sind germanische Sprachen? Die Römer haben leider nur wenige Wörter aus germanischen Sprachen aufgeschrieben. Eines ist „gleso“, das mit unserem Wort Glas zu tun hat. Die erste germanische Sprache, von der wir längere Texte kennen, ist das Gotische. Im 4. Jahrhundert nach Christus hat ein Gote die Bibel in seine Sprache übersetzt. <eop>Heute ist „germanisch“ vor allem ein Begriff aus der Sprachwissenschaft. Die germanischen Sprachen gehören wie Latein und Griechisch zur großen indoeuropäischen Sprachfamilie. Man unterscheidet nord-, west- und ostgermanische Sprachen. Das Gotische ist ein Beispiel für die ostgermanischen Sprachen, die heute ausgestorben sind.<eop>Nordgermanische Sprachen werden in Nordeuropa gesprochen. Die meisten Sprecher haben das Schwedische, das Dänische und das Norwegische. Diese drei Sprachen sind ziemlich ähnlich. Deshalb können Schweden, Dänen und Norweger einander recht gut verstehen.<eop>Zu den westgermanischen Sprachen gehört unsere deutsche Sprache. Nahe verwandt sind das Niederländische, das Jiddische und einige andere kleinere Sprachen. Englisch ist eine der großen Weltsprachen, auch wenn heute nur noch ein kleiner Teil des Wortschatzes germanischen Ursprungs ist. <eop>"}, {"title": "Geschichte", "id": 309, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geschichte", "text": "Zur Geschichte gehört alles, was früher passiert ist. Das Wort ist verwandt mit „geschehen“, wie in „es ist etwas geschehen“. Diese Geschichte ist aber etwas anderes als eine Geschichte, die jemand erzählt, um die anderen zu unterhalten. Denn ein Bericht über Geschichte soll möglichst genau wiedergeben, was früher geschehen ist. Völlig genau oder vollständig kann der Bericht aber nicht sein, schon allein, weil wir vieles über die Vergangenheit gar nicht mehr wissen.<eop>Die Geschichte beschreibt, wie die Menschen früher gelebt haben. Auch Tiere und Pflanzen und die Erde haben eine Geschichte, sie haben sich im Lauf der Geschichte verändert. Aber dann sprechen wir von „Naturgeschichte“ oder „Erdgeschichte“. Unsere Geschichte meint also nur die Geschichte von Menschen. Der früheste Abschnitt heißt Vorgeschichte, sie wird auch Urgeschichte oder Frühgeschichte genannt. Die eigentliche Geschichte beginnt aber erst mit der Erfindung der Schrift. Man teilt diese Geschichte in drei große Abschnitte ein: Altertum, Mittelalter und Neuzeit. Wir leben in der Neuzeit.<eop>Da Geschichte von \"Geschehen\" kommt, kann damit auch etwas anderes gemeint sein, was geschehen ist. Wenn jemand eine Geschichte erzählt, muss diese nicht für viele Leute wichtig sein. Sie kann auch von erfundenen Dingen erzählen. Hier ist das Erzählen wichtiger als das tatsächliche Geschehen, darum sagt man dazu auch Erzählung.<eop> Wie kann man etwas Neues über die Geschichte herausfinden? Wer Geschichte schreibt, ist ein Geschichtsschreiber. Besonders gut können das zum Beispiel Historiker, weil die das Fach Geschichte an der Universität studiert haben. Historiker sind Wissenschaftler, die sich zuerst einmal fragen, worüber genau sie Geschichte schreiben wollen. <eop>Wenn ein Historiker die Geschichte der Stadt Berlin in den Jahren von 1970 bis 1990 schreiben will, sucht er Quellen, also alles, was uns Wissen über die Geschichte vermitteln kann. Er sucht dann Schriftstücke in einem Archiv, redet mit Menschen, die sich noch an damals erinnern können, liest alte Zeitungen und so weiter. Je mehr Quellen man hat, desto besser. Über das, was der Historiker über früher gelernt hat, schreibt er dann einen Bericht oder gleich ein ganzes Buch.<eop>"}, {"title": "Geschlechtsorgan", "id": 310, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geschlechtsorgan", "text": "Jungen und Männer haben einen Penis. Dieser befindet sich unterhalb des Beckens. Etwa die Hälfte des Penis ist im Bauch drin, die andere Hälfte ragt heraus. Zum großen Teil besteht der Penis aus Schwellkörpern. Das ist ein Gewebe mit vielen Adern. Wenn der Mann erregt ist, staut sich dort drin das Blut. So kann der Penis länger, dicker und steif werden. Der vordere Schwellkörper ist die Eichel.<eop>Im Penis liegt die Harnröhre. Das ist eine Art Schlauch, durch den der Urin austritt. Auch die Samenzellen fließen dort hindurch und kommen an der kleinen Öffnung ganz vorne heraus. Um den ganzen Penis liegt Haut.<eop>Unter dem Penis hängt ein kleines Säckchen aus Haut, der Hodensack. Darin liegen die Hoden, zwei eierförmige Gebilde. Sie sind sehr empfindlich auf Druck oder auf Schläge. <eop>Die Hoden produzieren die Samenzellen, die für die Entstehung eines Kindes wichtig sind. Die Samenzellen kommen durch den Samenleiter erst in den Penis, werden dort mit einem milchigen Saft vermischt und kommen dann genau wie der Urin aus dem Penis heraus. Wenn das passiert, hat der Mann einen Samenerguss. Wenn diese Samenzellen in einer Frau auf eine Eizelle treffen, kann die Frau schwanger werden.<eop>Jungen haben dieselben Geschlechtsorgane wie Männer, nur gibt es bei ihnen noch keine Samenzellen. Diese gibt es erst ab der Pubertät.<eop>Welche Geschlechtsorgane haben Frauen? Mädchen und Frauen haben eine Scheide oder auch Vagina, die ihre inneren und äußeren Geschlechtsorgane verbindet. Vulva nennt man das außen sichtbare Geschlechtsorgan insgesamt. Die Vagina wird von den Schamlippen verdeckt, damit kein Schmutz hineinkommt. Man nennt sie auch Scheidenlippen.<eop>Am oberen Ende der kleinen Schamlippen befindet sich ein kleines Hügelchen unter einer Vorhaut. Das ist die Spitze der Klitoris. Im Körper gehören dazu zwei Schenkel, die sich zur Vagina hin strecken. Die Klitoris reagiert sehr empfindlich auf Berührungen und wird deshalb auf Deutsch auch „Kitzler“ genannt.<eop>Oberhalb der Scheide, im Körper, liegt die Gebärmutter, auch Uterus genannt. Sie gehört zu den inneren Geschlechtsorganen. An den Wänden der Gebärmutter ist eine Schleimhaut, die von Blut durchflossen wird. An der Gebärmutter kommen die zwei Eileiter an, einer auf jeder Seite. Die Aufgabe der Eileiter ist, die Eizelle von den Eierstöcken zur Gebärmutter zu bringen. Im Eierstock reift jeden Monat eine Eizelle. <eop>Bei einem Mädchen sind die Eierstöcke noch nicht aktiv. Sie machen also noch keine reifen Eizellen. Dies beginnt in der Pubertät, wenn ein Mädchen zur Frau wird. Das dauert an, bis die Frau etwa 45-55 Jahre alt ist. Dann hört es wieder auf. Man nennt diese Veränderung die Menopause.<eop>Wenn nun Mann und Frau miteinander Sex haben, dann gleitet der Mann mit seinem steifen Penis in die Scheide der Frau. Man nennt das meist: miteinander schlafen. Dabei sind sie doch beide hellwach. Man sagt deshalb auch Sex haben. Die Samenzellen gelangen durch den Penis in die Scheide und durch die Gebärmutter in die Eileiter. Wenn dort eine Eizelle reif ist, dann verbinden sich Eizelle und Samenzelle. Das ist die Befruchtung, der Beginn der Schwangerschaft. Bis zur Geburt eines Kindes dauert es noch ungefähr neun Monate.<eop><eop> "}, {"title": "Gesetz", "id": 311, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gesetz", "text": "Ein Gesetz ist eine allgemeine Regel dafür, wie etwas ist oder etwas sein soll. Gesetze sorgen dafür, dass die Menschen in Frieden miteinander leben können. Dazu gehört zum Beispiel, dass man seine Meinung frei sagen darf. Wenn man ein Gesetz nicht einhält, wird man bestraft. Wie man bestraft wird, steht ebenfalls in einem Gesetz. <eop>Die Gesetze macht das Parlament eines Landes. Jedes Land hat eigene Gesetze, darum kann zum Beispiel in Russland etwas verboten sein, das in Finnland erlaubt ist. Manche Gesetze gelten nur in bestimmten Teilen eines Landes. In Deutschland und Österreich gibt es Bundesländer mit eigenen Parlamenten und Gesetzen. So können die Feiertage unterschiedlich sein oder die Zeiten, wann Läden geöffnet haben dürfen.<eop>Ein besonderes Gesetz ist eine Verfassung. Darin steht, wie der Staat funktioniert und wie Gesetze überhaupt gemacht werden. Einige Länder haben keine Verfassung, zumindest nicht als ein langes Gesetz. Trotzdem gibt es dort bestimmte wichtige Gesetze, die eine ähnliche Bedeutung haben.<eop> Was sind Naturgesetze? Wissenschaftler beobachten die Natur und suchen nach Erklärungen. Wenn sie sehen, dass etwas immer wieder passiert, stellen sie ein Gesetz auf. Darin beschreiben sie den Zusammenhang, den sie erkannt haben. Ein solches Naturgesetz ist zum Beispiel das zur Lichtgeschwindigkeit. Es besagt, dass es nichts Schnelleres als das Licht geben kann. Licht hat immer die gleiche Geschwindigkeit, zumindest im luftleeren Raum, also in einem Vakuum.<eop>Ein Naturgesetz fasst nur zusammen, was Menschen beobachtet haben. Dabei können sie sich geirrt haben. Wenn man etwas beobachten würde, das noch schneller ist als Licht, dann müsste man das Gesetz zur Lichtgeschwindigkeit ändern. Ein Naturgesetz ist also keine Vorschrift, wie Menschen sich verhalten sollen.<eop>"}, {"title": "Gestein", "id": 312, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gestein", "text": "Gesteine werden oft auch Steine genannt. Den Ausdruck „Gestein“ braucht man in der Geologie. Diese Wissenschaft beschäftigt sich damit, wie die Erde aufgebaut ist und wie sie sich entwickelt hat. Wer von „Gestein“ spricht, meint eher die Art des Materials. Ein Stein ist eher ein einzelnes Stück. Man spricht auch von Gesteinsbrocken oder Fels, wenn es sich um noch größere Stücke handelt. <eop>Verschiedene Gesteine unterscheidet man anhand ihres Materials, der Farbe, der Härte und anderer Eigenschaften. Anhand der Entstehung kann man unter den Gesteinen Verwandtschaftsbeziehungen erkennen. Es gibt auch Edelsteine. Die sind besonders wertvoll, weil es nur wenige von ihnen gibt oder weil sie sehr hart sind. Halbedelsteine gibt es öfter, deshalb kosten sie weniger. Einzelne Minerale wie zum Beispiel den Quarz zählt man jedoch nicht zum Gestein.<eop>Steine unterscheidet man anhand ihrer Größe und ihrer Form. Sandkörner sind sehr fein oder eher fein und immer höchstens zwei Millimeter groß. Was zwischen zwei Millimetern und etwa sechs Zentimetern liegt, ist Kies. Die einzelnen Teile bezeichnet man dann auch als Kieselsteine. Sie können eckig sein oder rund, wenn das Wasser sie so zurechtgeschliffen hat. Geröll enthält noch größere Brocken.<eop>Die gesamte Erde, also unser Planet, besteht aus Gesteinen. Die meisten Gesteine bestehen aus verschiedenen Bestandteilen, den Mineralen. Es gibt aber auch Ausnahmen: Kalk zum Beispiel besteht ausschließlich aus gleichen Teilen. Dazu kommen höchstens ein paar Verunreinigungen.<eop> Wie entstehen Gesteine? Am besten kann man die Entstehung eines Gesteins bei einem Vulkan beobachten: Heißes Magma tritt aus, das nennt man Lava. Die kühlt ab und erstarrt zu Gestein. Dann kommt es drauf an, woraus die Lava genau bestand und wie schnell sie auskühlte. Unter Umständen wird das Gestein dann hart wie Glas. Meist ist es aber gerade so hart, dass es sich gut zum Bau von Gebäuden eignet.<eop>Viel öfter erstarrt Magma aber langsam im Erdinnern. Die verschiedenen Minerale legen sich dann regelmäßig nebeneinander. So entsteht zum Beispiel Granit, aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer. Granit ist sehr hart und dauerhaft, man braucht ihn deshalb gerne für Bordsteine, die man auch Randsteine, Kantsteine oder Kantensteine nennt. Die kennt man gut von den Straßenrändern.<eop>In der Natur bleibt aber buchstäblich kein Stein auf dem anderen, zumindest, wenn man sehr viel Zeit einräumt. Felsen verwittern nämlich, das heißt, sie werden durch Wind, Wasser oder Eis abgetragen. Bäche und Flüsse nehmen den Sand und das Geröll mit und lagern es in einem See oder Meer ab. Diese Ablagerung nennt man „Sediment“. Wenn die Schicht dick und schwer genug ist, kann sie sich zu einem neuen Gestein verfestigen, einem Sedimentgestein. So entsteht zum Beispiel Sandstein. Er ist weniger hart und dauerhaft, wird aber trotzdem gerne für Gebäude verwendet, zum Beispiel für Kirchen. Oft werden solche Treppenstufen mit den Jahrhunderten stark ausgetreten. <eop>Dann gibt es noch die Meteoriten, die aus dem All kommen. Das ist wieder eine besondere Art von Gestein, das oft andere Minerale und Metalle enthält, die es auf der Erde kaum gibt.<eop><eop> "}, {"title": "Gesundheit", "id": 313, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gesundheit", "text": "Gesundheit bedeutet, dass man keine Krankheit hat. Außerdem ist jemand nur gesund, wenn es ihm allgemein gut geht, sowohl was den Körper als auch was den Geist und die Seele angeht. Was Gesundheit genau bedeutet, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. <eop>Die Weltgesundheitsorganisation hat genau festgelegt, was sie unter Gesundheit versteht: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ Es kommt also darauf an, wie gesund man sich selber fühlt. Dazu gehört auch, dass man sich den Menschen gegenüber wohlfühlt, die einem oft begegnen. Wer zum Beispiel in der Schule gemobbt wird, fühlt sich dadurch auch nicht im umfassenden Sinn gesund.<eop>Von der Medizin her gesehen sind viele Menschen krank, weil sie zum Beispiel Krebs haben. So lange einer aber diesen Krebs nicht bemerkt, kann er sich für gesund halten, sofern er die wichtigsten Aufgaben im Leben erledigen kann.<eop>Gut für die Gesundheit sind das richtige Essen und Bewegung. Wenn man immer nur schlechte Dinge isst oder sich wenig bewegt, kann man leichter krank werden. Zur Gesundheit gehört auch, dass man gute Kontakte zu anderen Menschen hat. Zu viele Stunden am Computer oder am Smartphone sind schlecht für die Gesundheit. Man kann aber auch gesund sein und gleichzeitig behindert: Wer blind ist oder im Rollstuhl sitzt, ist dadurch nicht krank. <eop>Die vielen Menschen, Einrichtungen und Gebäude, die für die Gesundheit da sind, nennt man Gesundheitswesen. Dabei denkt man zuerst an Ärzte und Krankenhäuser. Hinzu kommt die Pflege: Pflegende wie zum Beispiel Altenpfleger helfen Kranken, Alten und Behinderten, die sich selbst nicht helfen können. Auch bestimmte Versicherungen gehören zum Gesundheitswesen, besonders die Krankenkassen.<eop>"}, {"title": "Getreide", "id": 314, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Getreide", "text": "Getreide nennt man bestimmte Pflanzen. Am weitesten verbreitet sind heute Reis, Weizen und Mais. Ebenfalls zum Getreide gehören aber auch Roggen, Gerste, Hafer, Hirse. Der Dinkel ist eine Unterart des Weizens.<eop>Alle Getreidesorten sind Süßgräser und haben lange Halme mit langen Blättern. Ansonsten sehen sie jedoch teilweise so unterschiedlich aus, dass man nicht glaubt, dass sie untereinander verwandt sind. Sie kommen ursprünglich auch aus verschiedenen Erdteilen.<eop>Getreide ist für die Menschen interessant wegen der Körner, das sind die Samen. Schon die Getreidekörner aus der Natur kann man essen. Die Menschen haben aber schon in der Steinzeit damit begonnen, Körner über den Winter aufzubewahren und sie im Frühling wieder auszusäen. Zudem haben sie immer die größten oder die gesundesten Körner für die Aussaat verwendet. Das nennt man Zucht oder Züchtung.<eop>Die Getreidekörner werden nach der Ernte von den Halmen befreit und dann gemahlen. Aus dem Mehl kann man zum Beispiel Brot backen, aber anderes herstellen: Nudeln, Frühstücksflocken Speiseöl, Getränke mit Alkohol und anderes. Bestimmte Getreidesorten verwendet man, um damit Tiere zu füttern. Man kann deren Milch nutzen oder ihr Fleisch essen.<eop>Woraus besteht eine Getreidepflanze? Aus den Wurzeln wächst ein einzelner Halm. Seitlich trägt er lange, schmale Blätter. Der Weizen und seine nahen Verwandten tragen oben eine Ähre mit den Körnern. So ist es auch beim Reis. Bei Mais und Hirse spricht man von Kolben. Es gibt mehrere Kolben an den Seiten des Halmes, sie sind größer und fester als die Ähren.<eop>Außer beim Mais und bei der Hirse tragen die meisten Körner am oberen Ende eine Fortsetzung wie ein Haar, nur viel dicker und stabiler. Das nennt man eine Granne. Grannen können wenige Millimeter kurz oder mehrere Zentimeter lang sein. Die Getreidesorte kann man an den Grannen nicht erkennen. Durch die Züchtung gibt es beispielsweise Weizen mit sehr langen oder sehr kurzen Grannen.<eop>Ein Getreidekorn besteht aus einem Mehlkörper mit viel Stärke und etwas Zucker. Darum herum liegt eine Schicht mit viel Eiweiß und auf der Außenseite die Samenschale. Am einen Ende des Korns sitzt der Keimling. Der enthält viel Fett.<eop>Wie wachsen und vermehren sich Getreidepflanzen? Wenn ein Getreidekorn in günstiger Erde liegt, nimmt sie von dieser Feuchtigkeit auf, also Wasser. Sobald Feuchtigkeit und Wärme stimmen, beginnt sich der Keimling zu entwickeln. Er bildet Wurzeln und erste Blätter aus. Aus dem Mehlkörper holt sich der Keimling die Nahrung, bis das die Wurzeln übernehmen können.<eop>Der Halm streckt sich und es bilden sich winzige Blüten, die wir von Auge meist kaum wahrnehmen. Die Bestäubung übernehmen nicht Insekten, sondern der Wind. Dann entwickeln sich die neuen Samenkörner. Sie sind vorerst noch grün, weich und enthalten viel Flüssigkeit. <eop>Während der Reifezeit verlieren die Körner viel Wasser und werden gelblich-braun. Falls sie die Menschen nicht ernten oder die Tiere nicht abfressen, fallen sie auf den Boden und treten in eine Art von „Schein-Tod“ ein. Man nennt das eine Vegetationsruhe. Tot sind die Körner nämlich nicht, denn der Keimling kann wieder eine neue Pflanze aus sich heraus entwickeln.<eop> Was bedeutet Getreide für die Menschheit? Schon in der Steinzeit haben Menschen Getreidekörner gesammelt. Die Gräser waren allerdings noch wild. Vor etwa zehntausend Jahren haben Einwohner im Nahen Osten Getreide auch selbst angebaut. In Europa und in Amerika verlief die Entwicklung ähnlich.<eop>Das ist für die Geschichte der Menschheit sehr wichtig: Die Menschen, die Getreide oder anderes anbauen, müssen dortbleiben, wo ihr Getreide steht. Sie müssen planen, wann, wie und wo sie säen, und sie müssen zur richtigen Zeit ernten. Dank Getreide konnte man außerdem mehr Menschen ernähren als ohne. Dies ermöglichte die Entwicklung von großen Städten und den ersten Hochkulturen.<eop>Getreide hat einen entscheidenden Vorteil: Man kann jedes Jahr etwas Überschuss beiseitelegen und damit eine Hungerzeit überbrücken. Das geht mit Gemüse, Früchten und Kartoffeln nicht. Getreide kann man im Trockenen jahrzehntelang lagern. Es bleibt essbar oder wächst in der Erde wieder. Erst durch das Mahlen verliert das Getreide seine lange Haltbarkeit: Der fetthaltige Keimling wird zerrieben, deshalb wird Mehl nach einiger Zeit „ranzig“. <eop>In Europa war die Hirse bis zum Mittelalter das wichtigste Nahrungsmittel. Dann brachten die Entdecker den Mais und die Kartoffeln aus Amerika mit. Kartoffeln können auf derselben Fläche mehr Menschen ernähren als Getreide, deshalb ging damals der Kartoffelanbau zurück.<eop> Welche Getreidesorten sind am wichtigsten? Mais ist dasjenige Getreide, das heute auf der Welt am meisten angebaut wird. In der Mitte des 20. Jahrhunderts, vor etwa siebzig Jahren, war das noch nicht so. Vor allem in Amerika baut man viel Mais an, der an Tiere verfüttert wird.<eop>Außer Mais stellt man auf der Welt viel Reis und Weizen her. Reis wird vor allem in Asien und Südamerika gegessen. Weizen bauen eher die Menschen in Nordamerika, in Europa und im Nahen Osten an: Diese Gegenden der Welt haben eher ein gemäßigtes Klima. Andere wichtige Getreidesorten in Europa sind Roggen und Gerste. Aus Roggen macht man dunkles Brot, und Gerste braucht man vor allem zum Bierbrauen.<eop>Das meiste Getreide stellt man in China, den USA und Indien her. In China sind es jedes Jahr etwa 500 Millionen Tonnen. Eine Tonne sind tausend Kilogramm. In Deutschland ist es nicht einmal ein Zehntel davon. Österreich baut etwa eineinhalb Millionen Tonnen Getreide an und die Schweiz eine halbe Million.<eop><eop>"}, {"title": "Gewalt", "id": 315, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gewalt", "text": "Gewalt bedeutet, Kraft auf eine Sache oder einen Menschen auszuüben. Die Sache kann davon kaputt gehen. Der Mensch wird verletzt oder stirbt sogar. Man spricht von Gewalt nur, wenn die Kraft bewusst ausgeübt wurde, sonst wäre es ein Unfall.<eop>Bei den alten Germanen bedeutete das Verb „waltan“ soviel wie stark sein oder etwas beherrschen. Daraus wurde später unser deutsches Wort Gewalt. Man findet es wieder in Ausdrücken wie Verwaltung oder Staatsgewalt.<eop> Was für Arten von Gewalt gibt es? Die meisten Menschen denken an körperliche Gewalt: Man schlägt jemanden, oder man schießt mit der Pistole oder verletzt seinen Körper auf andere Weise. Die Gerichte nennen das unter anderem Körperverletzung, Misshandlung, Totschlag oder Mord. Es wird streng bestraft. Auch das Drohen mit Gewalt ist verboten.<eop>Allerdings gibt es noch die seelische oder psychische Gewalt. Das ist beispielsweise das Mobbing. Dabei verletzt jemand die Gefühle eines anderen Menschen: Man macht ihm Angst, verhöhnt oder entmutigt ihn. Wenn man für ein Kind sorgen soll, sich aber nicht genug darum kümmert, ist das eine Vernachlässigung.<eop>Man benennt Gewalt auch danach, wo sie passiert oder gegen wen sie stattfindet. Häusliche Gewalt sagt man, wenn jemand in der eigenen Wohnung angegriffen wird, von jemandem, der ebenfalls dort lebt. Oft geht es darum, dass eine Frau von ihrem Ehemann geschlagen wird. Man spricht dann von Gewalt gegen Frauen. Es gibt aber auch Gewalt gegen Männer. Da viele Männer sich schämen, wenn sie von einer Frau geschlagen wurden, weiß man noch ziemlich wenig darüber.<eop>Sexuelle Gewalt bedeutet: Jemand wird gezwungen, etwas zu tun, das sexuell ist. Zum Beispiel wird jemand vergewaltigt, also zum Sex gezwungen. Auch Berührungen können sexuelle Gewalt sein. Auch hier gibt es viele Opfer, die sich schämen und nicht trauen, den Täter oder die Täterin anzuzeigen.<eop> Welche Gewalt hat der Staat? Auch beim Staat spricht man von Gewalt. Das kommt von der anderen Bedeutung dieses Wortes, nämlich Macht ausüben oder herrschen. Der Staat darf und soll Gewalt ausüben, wenn es nötig ist. Polizisten zum Beispiel müssen manchmal jemanden mit Gewalt festhalten. Damit verhindern sie etwa, dass er anderen Menschen etwas antut. Soldaten dürfen Gewalt ausüben, um das Land zu verteidigen. Man sagt, dass die Gewalt des Staates legitim sei. Das heißt, sie ist gerechtfertigt.<eop>Die Gewalt des Staates ist aber nicht immer richtig, denn Polizisten können sich auch irren oder absichtlich ihre Gewalt missbrauchen. Man denke zum Beispiel an die Fälle von Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA. Außerdem gibt es Staaten, die keine Demokratie und kein Rechtsstaat sind. Die Regierung kann sich nur an der Macht halten, indem sie die Menschen mit Gewalt unterdrückt. Ein altes deutsches Wort für eine Diktatur ist daher Gewaltherrschaft.<eop> Darf man Gewalt zeigen? Im Fernsehen oder woanders sieht man sehr oft Gewalt: Ein Ritter schlägt mit dem Schwert auf einen anderen Ritter ein, eine Bankräuberin schießt auf eine Polizistin, ein Vater schreit sein Kind an. Viele Menschen finden, dass im Fernsehen zu viel Gewalt oder zu schlimme Gewalt gezeigt wird.<eop>Darum darf man Gewalt im Fernsehen erst spät am Abend zeigen, wenn Kinder normalerweise schon im Bett sind. Manche Gewalt darf man überhaupt nicht zeigen. Das ist Gewalt, die besonders schlimm und unmenschlich ist und die Menschenwürde verletzt.<eop>Vor allem darf eine Fernsehsendung, ein Film, ein Buch, ein Comic, ein Hörspiel, ein Computerspiel und so weiter nicht so tun, als wenn die Gewalt nicht so schlimm sei. Der Held in der Geschichte behandelt dabei einen anderen Menschen sehr grausam, aber angeblich ist das gut so, weil der andere Mensch ein Bösewicht ist. Das wäre eine Gewaltverherrlichung oder Gewaltverharmlosung.<eop>Viele Menschen befürchten auch, das Gewalt in den Medien Gewalt zu Gewalt im echten Leben führen kann. Besonders bei Kindern und Jugendlichen hat man davor Angst, da diese sich noch in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit befinden. Im schlimmsten Fall stumpfen diese ab oder entwickeln eine geringere Empathie als andere Menschen. <eop>Bis heute kann man nicht mit Sicherheit sagen, welchen Einfluss Gewaltdarstellungen auf das Denken und die Gefühle eines Menschen haben. Die Ergebnisse der Forschungen dazu fallen teilweise sehr unterschiedlich aus. <eop>Man geht jedoch davon aus, dass mediale Gewalt zumindest nicht allein zu echter Gewalt führt. Oft spielen da noch andere Dinge ein Rolle. Zum Beispiel ist eine Person von Natur aus besonders aggressiv, wächst in einem gewalttätigen Umfeld auf oder hat psychische Probleme. In solchen Fällen kann die Gewaltbereitschaft durch solche Medien tatsächlich gesteigert werden. <eop>"}, {"title": "Geweih", "id": 316, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Geweih", "text": "Ein Geweih wächst auf dem Kopf vieler Hirsche. Geweihe bestehen aus Knochen und haben Verzweigungen. Jedes Jahr stoßen sie ihr Geweih ab, sie verlieren es also. Beim Ren tragen auch die Weibchen ein Geweih. Beim Rothirsch, dem Damhirsch und dem Elch tragen nur die Männchen ein Geweih.<eop>Mit dem Geweih wollen die Hirschmännchen einander imponieren, also zeigen, wer der mächtigere ist. Sie kämpfen auch mit dem Geweih gegeneinander, meist ohne sich zu verletzen. Das schwächere Männchen muss dann verschwinden. Das stärkere Männchen darf bleiben und sich mit den Weibchen fortpflanzen. Deshalb spricht man auch im übertragenen Sinn vom „Platzhirsch“: Das ist jemand, der keinen anderen neben sich duldet.<eop>Junge Hirsche tragen noch kein Geweih, sie sind auch noch nicht reif um Junge zu machen. Die erwachsenen Hirsche verlieren ihr Geweih nach der Paarung. Seine Blutversorgung wird nämlich eingestellt. Es stirbt dann ab und wächst neu nach. Das kann sofort oder erst in einigen Wochen einsetzen. Auf jeden Fall muss es schnell gehen, denn in weniger als einem Jahr brauchen die Hirsch-Männchen das Geweih wieder für den Kampf um die besten Weibchen.<eop>Man sollte das Geweih nicht verwechseln mit dem Horn. Hörner haben innen nur einen Zapfen aus Knochen und bestehen außen aus dem Material „Horn“, also aus abgestorbener Haut. Zudem haben Hörner keine Verzweigungen. Sie sind eher gerade oder etwas runder. Hörner bleiben ein Leben lang, wie bei Kühen, Ziegen, Schafen und vielen anderen Tieren. <eop><eop>"}, {"title": "Gewissen", "id": 317, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gewissen", "text": "Beim Gewissen geht es darum, richtig und falsch zu unterscheiden. Dabei geht es vor allem um das eigene Verhalten und darum, ob es richtig ist. Wer ein schlechtes Gewissen hat, weiß, dass er etwas gemacht hat, das er eigentlich für falsch hält.<eop>Im Deutschen verwenden wir das Wort vor allem seit Martin Luther. Luther lebte um das Jahr 1500 und ist ein Gründer der Evangelischen Kirche. Für ihn war es wichtig, dass man dem eigenen Gewissen folgt und nicht einfach dem, was die Kirche sagt.<eop>In der Demokratie sollen die Menschen Gewissensfreiheit haben. Das bedeutet: Sie dürfen glauben und meinen, was sie für richtig halten. In manchen Fällen kann das sogar bedeuten, dass sie etwas nicht tun müssen. In der deutschen Verfassung steht zum Beispiel: Wenn der Staat es will, müssen junge Männer Kriegsdienst leisten, das Land mit der Waffe verteidigen. Das gilt aber nicht, wenn der junge Mann wegen seines Gewissens keinen Kriegsdienst leisten kann. Vielleicht sagt sein Gewissen ihm, dass es immer falsch ist, zu töten.<eop>Ganz kleine Kinder haben noch kein Gewissen. Sie müssen noch lernen, was Gut und Böse bedeutet und was am Bösen schlimm ist. Allerdings gibt es Leute, die es nie lernen. Sie kennen den Unterschied von Gut und Böse nicht oder es macht ihnen nichts aus, Schlechtes zu tun. Es kann sein, dass das an ihrem Gehirn liegt, dass sie also krank sind.<eop>"}, {"title": "Gewitter", "id": 318, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gewitter", "text": "Ein Gewitter ist etwas, das am Himmel passiert. Wenn die Luft elektrisch aufgeladen ist, kommt es zu einer plötzlichen Entladung: Ein Blitz sucht sich den Weg zum Erdboden. Dabei entsteht ein lauter Knall, der Donner.<eop>Im Sommer oder in heißen Gegenden, wie den Tropen, wird der Boden sehr warm. Dadurch verdunstet Feuchtigkeit und steigt nach oben. Oben aber wird die Luft wieder kühler, oder die warme Luft trifft auf kalte Luft. Wenn solche Lüfte aneinander reiben, dann entsteht Elektrizität. Eigentlich ist das wie immer im Wasserkreislauf, nur viel schneller und stärker.<eop>Die Elektrizität entlädt sich in einem Blitz. Er kann über einen Kilometer lang sein und geht in die Erde. Bei der Entladung wird die Luft so heiß, dass sie sich wie bei einer Explosion plötzlich ausdehnt. Die Luft bewegt sich schnell, und Schallwellen entstehen. Das hört man als lauten Donner. Da Licht schneller als Schall ist, sieht man erst den Blitz. Der Donner kommt erst später bei einem an.<eop>Dazu gibt es eine einfache Faustregel: Wenn zwischen Blitz und Donner drei Sekunden liegen, dann entstand der Blitz einen Kilometer weit entfernt. Bei einer Sekunde Zeitabstand beträgt der Abstand zwischen dem Blitz und dem Hörer also nur etwas über 300 Meter.<eop>Was soll man bei einem Gewitter tun? Viele Leute haben bei Gewitter Angst, oder sie fühlen sich zumindest etwas unsicher. Vor allem durch den Donner erschreckt man sich leicht. Wirklich gefährlich ist aber der Blitz. Jedes Jahr sterben auf der Welt Hunderte von Menschen dadurch. Wer vom Blitz getroffen wird, wird schwer verbrannt.<eop>Am besten geschützt ist man in einem Haus. Besonders hohe Häuser oder solche, die allein stehen, haben nämlich einen Blitzableiter auf dem Dach. Der führt den Blitz in die Erde, so dass den Bewohnern nichts geschieht. Ebenfalls gut geschützt ist man im Auto. Es wirkt wie ein Käfig aus Metall.<eop>Im Freien sollte man sich auf die Erde kauern, so dass nur die Füße den Boden berühren. Der elektrische Strom schlägt dann eher irgendwo in den Boden oder in einen Baum. Zudem sollte man sich nach Möglichkeit so drehen, dass man sieht, woher die meisten Blitze kommen. Wenn der Strom nämlich an der Erdoberfläche entlang fließt, sucht er sich so weniger den Weg durch einen Menschen.<eop><eop>"}, {"title": "Giraffen", "id": 321, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Giraffen", "text": "Giraffen sind Säugetiere. Kein anderes Landtier ist größer, was die Körpergröße vom Kopf bis zu den Füßen angeht. Sie sind vor allem wegen des außergewöhnlich langen Halses bekannt. Im Hals hat die Giraffe sieben Halswirbel, wie die meisten anderen Säugetiere. Die der Giraffe sind aber außergewöhnlich lang. Eine weitere Besonderheit der Giraffen sind ihre beiden Hörner, die mit Fell überzogen sind. Manche Arten haben Höcker zwischen den Augen.  Giraffen leben in Afrika in Savannen, Steppen und Buschlandschaften. Es gibt neun Unterarten, die man an ihrem Fell erkennen kann. Jede Unterart lebt in einem bestimmten Gebiet. <eop>Die Männchen nennt man auch Bullen, sie werden bis zu sechs Meter hoch und wiegen bis zu 1900 Kilogramm. Die weiblichen Giraffen nennt man Kühe. Sie können viereinhalb Meter hoch werden und wiegen bis zu 1180 Kilogramm. Ihre Schultern liegen zwischen zwei und dreieinhalb Metern Höhe. <eop>Wie leben Giraffen? Giraffen sind Pflanzenfresser. Jeden Tag brauchen sie etwa 30 Kilogramm an Nahrung, bis zu 20 Stunden am Tag verbringen sie mit Fressen und auf Nahrungssuche. Hierbei bringt der lange Hals der Giraffe einen großen Vorteil gegenüber anderen Pflanzenfressern: Sie können damit Stellen an Bäumen abweiden, an welche sonst kein anderes Tier herankommen kann. Zum Abrupfen der Blätter benutzen sie ihre blaue Zunge. Sie ist bis zu 50 Zentimeter lang.<eop>Giraffen kommen wochenlang ohne Wasser aus, weil sie mit den Blättern genügend Flüssigkeit aufnehmen. Wenn sie dann doch einmal Wasser trinken, müssen sie die Vorderbeine weit spreizen, damit sie das Wasser mit dem Kopf erreichen.<eop>Giraffenweibchen leben in Gruppen, die aber nicht immer zusammenbleiben. Eine solche Giraffenherde hat manchmal sogar 32 Tiere. Die jungen Giraffenbullen bilden eigene Gruppen. Als erwachsene Tiere sind sie Einzelgänger. kämpfen miteinander, wenn sie sich treffen. Dann stehen sie nebeneinander und schlagen ihren Kopf gegen den langen Hals des anderen. <eop>Wie vermehren sich Giraffen? Giraffenmütter tragen fast immer nur ein Baby aufs Mal im Bauch. Die Schwangerschaft dauert länger als beim Menschen: Ein Giraffen-Kalb bleibt 15 Monate im Bauch der Mutter. Giraffenweibchen bekommen ihre Jungen im Stehen. Es macht dem Jungtier nichts aus, von so hoch oben auf den Boden zu fallen. <eop>Bei der Geburt wiegt ein Jungtier bereits 50 Kilogramm. Schon nach einer Stunde kann es aufstehen und ist 1,80 Meter groß, so groß wie ein erwachsener Mann. So erreicht es die Zitzen der Mutter, damit es dort Milch saugen kann. Schon nach kurzer Zeit kann es laufen. Das ist sehr wichtig, damit es der Mutter folgen und vor Raubtieren davonlaufen kann. <eop>Während etwa eineinhalb Jahren bleibt das Jungtier bei seiner Mutter. Mit etwa vier Jahren wird es geschlechtsreif, mit sechs Jahren ist es ausgewachsen. Eine Giraffe wird in freier Wildbahn etwa 25 Jahre alt. In Gefangenschaft können es auch 35 Jahre sein.<eop>Sind Giraffen gefährdet? Giraffen werden selten von Raubtieren angegriffen, weil sie so groß sind. Notfalls treten sie ihre Feinde mit den Vorderhufen. Für die Jungtiere ist das schwieriger, wenn sie von Löwen, Leoparden, Hyänen und Wildhunden angegriffen werden. Die Mutter beschützt sie zwar, trotzdem wird nur ein Viertel bis eine Hälfte der Jungtiere erwachsen.<eop>Der größte Feind der Giraffen ist der Mensch. Schon die Römer und Griechen jagten Giraffen. Das taten auch die Einheimischen. Die langen Sehnen der Giraffen waren für Bogensehnen und als Saiten für Musikinstrumente beliebt. Diese Jagd führte jedoch nicht zu einer ernsthaften Bedrohung. Überhaupt sind Giraffen für Menschen durchaus gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen.<eop>Aber der Mensch nimmt den Giraffen immer mehr seiner Lebensräume weg. Heute sind sie nördlich der Sahara ausgerottet. Und die übrigen Giraffenarten sind gefährdet. In Westafrika sind sie sogar vom Aussterben bedroht. Am meisten Giraffen gibt es noch im Serengeti-Nationalpark in Tansania an der Ostküste Afrikas. Um an die Giraffen zu denken, findet jeden 21. Juni der Welt-Giraffen-Tag statt.<eop> "}, {"title": "Gitarre", "id": 322, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gitarre", "text": "Die Gitarre ist ein Musikinstrument. Gitarren bestehen erstens aus einem hohlen Körper aus Holz, dem sogenannten Korpus, zweitens dem Hals mit dem Griffbrett und drittens dem Kopf mit den Wirbeln. Vom Kopf bis zum Steg auf dem Korpus sind die Saiten gespannt. Wenn man an einer Saite zupft, so beginnt sie zu schwingen und erzeugt dabei einen Ton. Dieser Ton gelangt über den Steg in den hohlen Korpus, der den Ton verstärkt. <eop>Die meisten Gitarren haben sechs Saiten. Die sind verschieden dick. Die dickste klingt am tiefsten. Je dünner die Saiten und je stärker sie gespannt sind, desto höher klingen sie. Es gibt aber noch eine dritte Art, um die Tonhöhe zu verändern:<eop>Auf dem Hals befindet sich das Griffbrett. Darauf liegen Bundstäbe. Das sind leichte Erhöhungen. Dazwischen liegen die so genannten Bünde. Wenn man in einem bestimmten Bund mit dem Finger auf eine Saite drückt, so verändert man die Tonhöhe: Je näher am Korpus man die Saite in den Bund drückt, desto kürzer wird die Saite und desto höher klingt der Ton. Das ist gleich wie bei den Streichinstrumenten, nur dass es dort keine Bundstäbe gibt. <eop>Am oberen Ende des Griffbretts liegt der Kopf mit den Stimmwirbeln. Mit diesen spannt man die Saiten, so dass sie den richtigen Ton abgeben. Das nennt man das Stimmen der Saiten. Das Holz und die Saiten verziehen sich nämlich mit der Wärme oder der Feuchtigkeit der Luft.<eop> Was für Gitarren gibt es?  Die klassische Art Gitarre nennt man Konzertgitarre. Diese haben den klassischen hohlen Holzkorpus in Form einer Acht. Die Saiten einer Konzertgitarre bestehen aus Nylon, sprich: Najlon. Das ist eine bestimmten Art von Kunststoff. Dieses Nylon ist weicher als Saiten aus Metall und lässt sich leicht mit den Fingern zupfen. Konzertgitarren sind der älteste und am weitesten verbreitete Typ Gitarre.<eop>Eine andere Art heißt Westerngitarre. Eine Westerngitarre hat auch einen hohlen Holzkorpus. Allerdings ist das Griffbrett ein wenig schmaler als bei Konzertgitarren. Außerdem haben Westerngitarren Saiten aus Stahl. Sie sind härter als Nylonsaiten und klingen auch lauter und härter. Man zupft sie wegen ihrer Härte oft mit einem kleinen, spitz zulaufenden Plättchen, die man Plektron nennt. Zudem braucht es mehr Kraft, um sie mit den Fingern in die Bünde zu drücken.<eop>Die dritte Art sind die Elektrogitarren, auch E-Gitarren genannt. Der Korpus von E-Gitarren ist nicht hohl, sondern massiv. Außerdem kann er auch aus einem anderen Material bestehen und hat eine andere Form. Zupft man die Stahlseiten, so werden die Schwingungen von einem Tonabnehmer aufgenommen, der sie in Elektrizität umwandelt. Die elektrischen Signale werden dann in einem Verstärker verstärkt und erklingen aus einem großen Lautsprecher. <eop>Diese elektrischen Töne kann man verzerren und leiser und lauter einstellen. Mit E-Gitarren lassen sich darum viele verschieden klingende Töne erzeugen. In den Musikrichtungen Rock, Punk und Heavy Metal werden sie deswegen gern benutzt.<eop> Wie wurde die Gitarre erfunden? Musikinstrumente mit Saiten, die man zupft, gibt es schon seit vielen tausend Jahren. Frühe Hochkulturen wie die alten Babylonier und Ägypter hatten schon ähnliche Instrumente mit Holzkorpus und Saiten. Die alten Griechen kannten ein Zupfinstrument, das sie Kithara nannten. Der Name Gitarre kommt von diesem griechischen Wort, obwohl die Kithara keinen Korpus hatte und somit keine direkte Vorform der Gitarre ist. <eop>Um das Jahr 700 wanderten in Spanien die Mauren ein, ein Volk aus Arabien. Sie brachten ein Zupfinstrument mit Namen Oud mit. Eine Oud hat einen Korpus aus Holz, der hinten rund ist und der Laute ähnelt, die man im Mittelalter in Europa schon kannte. Die Spanier machten daraus ein Instrument namens Vihuela, das einen flachen Korpus hatte. Aus der Vihuela entwickelte sich letztendlich die Gitarre.<eop>Gitarren wurden im Mittelalter und der Neuzeit meistens für Kirchenmusik oder klassische Musik genutzt. Erst im 19. Jahrhundert begannen Menschen in den USA, damit Blues oder Countrymusik zu spielen. In dieser Zeit entstand die Westerngitarre. Sie heißt so, weil Cowboys und Siedler, die durch den amerikanischen Westen zogen, damit an ihren Lagerfeuern Musik gemacht haben. Mit dem Aufkommen der Rock'n'Roll- und Beat-Musik in den Jahren zwischen 1950 und 1970 wurde die elektrische Gitarre erfunden und entwickelte sich bald zum wichtigsten Instrument in der Rockmusik.<eop><eop> "}, {"title": "Glas", "id": 323, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Glas", "text": "Glas ist ein durchsichtiger, fester Stoff. Er ist hart und kann leicht zerbrechen: wie leicht, das hängt von der Sorte Glas ab. Man kann Glas leicht abwaschen und Dinge lange Zeit in Glas-Gefäßen aufbewahren. Außerdem ist das meiste Glas durchsichtig, deshalb verwendet man es für Fenster.<eop>Wenn man Glas flüssig bekommen will, muss man es erhitzen: auf über 500 Grad Celsius. Das hängt von der Glassorte ab. Heute kann man Glas so herstellen, dass es kaum mehr zerspringt. Ein Turnhallenfenster beispielsweise ist mit einem Fußball nicht kaputt zu kriegen. Wenn man auf Glas eine bestimmte Schicht aufträgt, entsteht daraus ein Spiegel.<eop> Woher kommt Glas? In der Natur entsteht Glas, wenn Sand oder Gestein sehr heiß wird. Das passiert manchmal mit Lava aus einem Vulkan. Dieses vulkanische Glas heißt Obsidian und ist schwarz. Das meiste Glas auf der Welt haben aber Menschen hergestellt. Dazu braucht man Quarz oder Stoffe, die man vor allem aus Sand gewinnt. <eop>Schon im Alten Ägypten konnte der Töpfer seine Gefäße so brennen, dass sie eine sehr glatte Oberfläche bekamen, die Glasur. Die besteht eigentlich aus einer dünnen Schicht aus durchsichtigem oder farbigem Glas.<eop>In der Zeit der Römer, etwa 100 Jahre vor Christus, lernte man dann das Blasen von Glas. Der Glasbläser angelt mit einem Rohr etwas heiße Glas-Masse aus dem Schmelztiegel und bläst hinein. So entstehen runde Gefäße, zum Beispiel Vasen und Gläser. Heute machen das aber nur noch Kunsthandwerker.<eop>Die meisten Gläser werden heute in einer Fabrik hergestellt. Riesige flüssige Glastropfen in der richtigen Größe werden in einer Form aufgeblasen. Als Formen dienen die verschiedensten Flaschen oder Gläser, je nachdem, was man herstellen will. Die rot glühenden Gläser gelangen automatisch auf ein Förderband und werden langsam abgekühlt. Dann werden sie automatisch verpackt und an den Kunden geliefert. Dies sind meist Hersteller von Getränken, Senf, Marmeladen und so weiter. <eop>Ein großer Anteil der neuen Gläser entsteht heute nicht aus neuem Quarzsand, sondern aus altem Glas. Das braucht weniger Energie und schont die natürlichen Vorkommen an Quarzsand. Man sollte deshalb gebrauchte Gläser nicht in den Abfall werfen, sondern in der Glassammlung entsorgen.<eop> Wofür verwendet man Glas? Glas kennt man unter anderem von Fensterscheiben. Dank des Glases kommt so viel Licht ins Haus. Allerdings konnte man lange Zeit keine großen Scheiben herstellen. Der Glasbläser stellte viele Kugeln her und presste sie zu flachen, kreisrunden Scheibchen. Die fügte er mit dünnen Streifen aus Blei zu einer Scheibe zusammen. Das kannten schon die Römer. In Deutschland und in der Schweiz nannte man sie Butzenscheiben.<eop>Erst in den Jahren nach 1688 lernte man, wie man große Scheiben Glas herstellt. Dazu muss das heiße Glas in einer Fabrik plattgewalzt werden. In den Jahren nach 1830 konnte man das in großen Fabriken noch viel besser machen. Es dauerte dann noch sehr lange, bis man auch gebogene Scheiben herstellen konnte. Das ist zum Beispiel sinnvoll bei Autos, für die große Windschutzscheibe vorne. <eop>Moderne Glasscheiben zersplittern nicht mehr so schnell wie früher. Das ist sinnvoll für Fenster von Turnhallen oder für Autoscheiben. Solches Glas kann man herstellen, indem man dem Sand vor dem Schmelzen bestimmte Chemikalien beimischt.<eop>Außer als Geschirr nutzt man Glas gern, um Esswaren oder Getränke darin aufzubewahren. Aus dem Glas dringt nichts an den Inhalt, und man kann es gut abwaschen und wieder verwenden. Allerdings ist Glas auch recht schwer. Darum finden manche Leute, dass man Getränke besser in Plastikflaschen kaufen sollte.<eop><eop>"}, {"title": "Glaube", "id": 324, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Glaube", "text": "Glaube ist eine starke innere Überzeugung. Er betrifft die Frage, wer oder wie Gott ist. Ein gläubiger Mensch ist davon überzeugt, dass es Gott gibt. Er vertraut auch in vielen Dingen auf diesen Gott, vor allem, was das Leben nach dem Tod anbetrifft.<eop>Judentum, Christentum und Islam sind Glaubensreligionen. Sie haben je ein klares Glaubensbekenntnis. Dies ist eine Zusammenfassung, also der Kern dessen, woran die Menschen glauben. Viele Gelehrte sind sich indes nicht einig über die Frage, ob bei diesen Menschen Glaube und Religion dasselbe ist. Es gibt feine Unterschiede und sehr viele verschiedene Meinungen.<eop>Im Hinduismus und im Buddhismus gibt es keine Glaubensbekenntnisse. Diese beiden Religionen beschreiben einen Weg zur Erleuchtung und kennen keinen Erlösergott. Auch Atheisten haben keinen Glauben. Die griechische Silbe „a“ ist eine Verneinung, „theos“ bedeutet „Gott“. Für diese Menschen gibt es also gar keinen Gott.<eop>Das Wort „glauben“ kann auch so etwas bedeuten wie „vermuten“. Wer sagt: „Ich glaube, dass es heute Abend regnet“, äußert damit keine religiöse Überzeugung, sondern eine Vermutung. Das ist dann jedoch kein Glaube im eigentlichen Sinn.<eop>Welche Glaubensbekenntnisse gibt es? Das wichtigste Glaubensbekenntnis im Judentum lautet: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Und Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all Deiner Kraft.“ Die Juden bezeichnen Abraham als außerordentliches Beispiel solchen Glaubens.<eop>Die Christen lesen zahlreiche Glaubensbekenntnisse im Neuen Testament. Menschen sagten etwa zu Jesus: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Paulus schrieb: „Christus ist für unsere Sünden gestorben. Er ist begraben und wieder aufgeweckt worden. Er zeigte sich seinen Jüngern.“ In diesen Glaubensbekenntnissen waren sich die Christen während langer Zeit weitgehend einig.<eop>Im Lauf der Jahrhunderte drifteten die Ansichten jedoch auseinander. Die Menschen stellten es sich unterschiedlich vor, wie man in den Himmel kommt. Seit der Reformation haben Reformierte, Katholiken und Orthodoxe ausführliche Glaubensbekenntnisse. Diese sind weitgehend inhaltlich gleich, unterscheiden sich aber auch in wesentlichen Gedanken.<eop>Das Glaubensbekenntnis des Islam lautet: „Ich bezeuge: Es gibt keinen Gott außer Allah und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und sein Gesandter ist.\" Dieses Glaubensbekenntnis ist die erste Säule im Islam. Es gibt insgesamt fünf solcher Pfeiler oder Säulen. Darauf steht der gesamte Islam.<eop>"}, {"title": "Gletscher", "id": 325, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gletscher", "text": " Ein Gletscher ist eine große Masse von Eis, die sich aus Schnee gebildet hat. In Mitteleuropa gibt es Gletscher heute nur noch in den Alpen. Während der letzten Eiszeit, die vor etwa zwölftausend Jahren zu Ende ging, haben Gletscher aber teilweise halb Europa bis hinein ins Flachland bedeckt. <eop>Gletscher bilden sich aus Schnee, der im Sommer liegen bleibt. Die unteren Schichten werden vom darüber liegenden Schnee zusammengedrückt. So verdichten sie sich zu Eis. Diesen Teil des Gletschers nennt man „Entstehungsgebiet“.<eop>Durch ihr eigenes Gewicht bewegen sich die Gletscher langsam talabwärts, meist einige Meter pro Jahr. Im unteren Teil schmilzt der Gletscher eher ab, als dass er nachwächst. Diesen Teil nennt man „Zehrgebiet“, weil der Gletscher „verzehrt“ wird. In der Umgangssprache spricht man auch von der Gletscherzunge, weil Gletscher in den Alpen meist die Form einer Zunge haben. Manche Gletscher teilen sich auf und bilden mehrere Zungen. Ganz unten liegt das Gletschertor. Dort fließt ein Bach von Schmelzwasser heraus. <eop> Die weitaus meisten und größten Gletscher gibt es in der Arktis und in der Antarktis. Insgesamt sind fast drei Viertel des Trinkwassers der gesamten Erde in Gletschern gespeichert. Es gibt Gebiete der Landwirtschaft, die fast ausschließlich durch Gletscherwasser bewässert werden.<eop>Allerdings ziehen sich die meisten Gletscher mittlerweile zurück. Wenn die Temperaturen steigen, schmilzt im Sommer mehr Eis weg als durch die Kälte im Winter gebildet wird. Das schmelzende Eis in den Alpen oder an den Polen ist ein sichtbares Zeichen dafür, für den Klimawandel.<eop>Welche Spuren hinterließen die Gletscher?<eop>Durch ihre Abfließen von der Höhe in die Tiefe haben die Gletscher die Landschaft so deutlich umgeformt, dass man dort bis heute ihre Spuren findet: Gletscher hobeln den Fels weg und hinterließen so die meisten heutigen Täler. Auch die meisten Seen am Alpenrand sind so entstanden. <eop>Einen Teil des Gerölls schieben die Gletscher vor sich her, das nennt man Endmoräne. Sie bleibt liegen, wenn sich der Gletscher zurückzieht. Das Geröll, welches der Gletscher neben sich liegen lässt, nennt man Seitenmoräne. Der Fachmann erkennt diese lang gestreckten Hügel heute noch in der Landschaft.<eop>Große Felsblöcke, sogenannte Findlinge, wurden von den Gletschern hunderte Kilometer weit mitgetragen. Und Feuersteine, die vor den Eiszeiten nur an der Küste Deutschlands vorkamen, findet man heute auch weit im Landesinneren, etwa am Nordrand des Harzes oder des Erzgebirges.<eop>Welche bedeutenden Gletscher gibt es bei uns heute noch ? Wegen ihrer beeindruckenden Erscheinung haben Gletscher eine große Bedeutung für den Tourismus. Wenn sie über Straßen und Seilbahnen erreichbar sind, eignen sie sich gut für den Wintersport als schneesicheres Skigebiet. <eop>Der größte und bedeutendste Gletscher im Schweizer Kanton Wallis ist der Aletschgletscher. Er ist über 22 Kilometer lang und auf seiner Oberfläche würden 11.500 Fußballfelder Platz finden. Er besteht oben aus drei Gletschern, die zusammengeflossen sind. Deshalb trägt er auf seiner Oberfläche zwei Mittelmoränen, also zwei Streifen aus Geröll. Der Aletschgletscher gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe.<eop>Der größte Gletscher Österreichs ist die Pasterze mit einer Länge von etwas über acht Kilometern. Seit dem Jahr 1856 hat er um mehr als die Hälfte seiner Oberfläche verloren. Jährlich verliert er etwa 50 Meter an Länge. Sein Schmelzwasser wird in einem Stausee aufgefangen, der Margaritze. Weiter unten im Tal wird daraus elektrische Energie gewonnen.<eop>In Deutschland gibt es nur noch fünf Gletscher. Der größte ist der Nördliche Schneeferner. Er würde nur für 45 Fußballfelder Platz bieten. Seine fünf Skilifte waren früher vor allem im Sommer sehr beliebt. Nun ist es auch dafür zu warm. Der Gletscher wird im Sommer teilweise mit Planen abgedeckt, damit er weniger abschmilzt.<eop>"}, {"title": "Globus", "id": 326, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Globus", "text": "Der Globus ist eine Kugel, die normalerweise die Erde darstellt. Auf dem Globus sind Länder, Kontinente und die Ozeane aufgezeichnet. Er wurde 150 vor Christus von Krates von Mallos im Alten Griechenland erfunden. Die Mehrzahl von Globus ist Globusse oder Globen.<eop>Früher wurde der Globus in Handarbeit aus Bronze oder Pappe hergestellt. Die Herstellung war aufwendig und teuer, weshalb nur wenige Menschen sich Globen leisten konnten. Das änderte sich erst mit der Erfindung neuer Maschinen zu Beginn der Neuzeit. Mit Druckmaschinen konnten die Karten gedruckt statt gemalt werden. Außerdem gab es nun Maschinen, die hohle Halbkugeln aus Karton pressen konnten. Damit konnten Globen viel günstiger produziert werden. Heutzutage sind die meisten Globen aus Kunststoff. <eop>Oft benutzt man sie für die Schule im Fach Erdkunde. Der Globus zeigt viel deutlicher als eine Landkarte, dass die Erde rund ist und die Oberfläche der Erde eigentlich krumm. Manche Menschen haben einen Globus auch zuhause. Einige Globen sind dazu da, ein Zimmer schöner zu machen. Es gibt auch Globen vom Mond oder von den Planeten.<eop> "}, {"title": "Glocke", "id": 327, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Glocke", "text": "Eine Glocke ist ein Gefäß. Sie hat die Form eines Bechers. Man hängt sie verkehrt herum auf. Wenn man drauf schlägt, erklingt ein Ton. Die meisten Glocken sind aus einem Metall gegossen, oft aus Bronze. Es gibt auch Glocken, die aus Eisen gegossen oder geschmiedet sind. Auch aus Lehm lassen sich Glocken formen, zum Beispiel auf einer Töpferscheibe. Es gibt sogar Glocken, die sind aus Holz gedrechselt.<eop>Glocken kann man von außen anschlagen, meist mit einem Hammer. Viele Glocken nebeneinander ergeben ein Glockenspiel. Darauf kann ein Mensch eine Melodie spielen. Oft erledigt das ein Automat.<eop>Die meisten Glocken haben innen einen Klöppel. Das ist ein schweres Ding wie ein langer Stiel mit einer Verdickung am unteren Ende, das in der Glocke hängt. Die meisten Klöppel sind aus Eisen. Die meisten Glocken haben außen eine einfache Vorrichtung mit einem Seil, an dem man ziehen kann. Dann schwingt die Glocke hin uns her. Der Klöppel schlägt dann von innen an die Glocke und erklingt. So ist es in den meisten Kirchtürmen.<eop>Wozu braucht man Glocken? Im Christentum sind Glocken am besten von den Kirchtürmen bekannt. Sie schlagen die Stunde, meist auch die halbe und die Viertelstunde. Sie rufen aber auch zum Gottesdienst, indem sie eine Zeitlang durchgehend läuten. So können sie auch zu einer Beerdigung rufen. Auch das Ende eines Krieges oder andere wichtige Ereignisse zeigt man oft mit Glockengeläut an. Im Mittelalter weckte der Wächter die Menschen mit der Feuerglocke, wenn in einer Stadt ein Brand ausgebrochen war. <eop>Kleine Kapellen haben meist nur eine Glocke, dazu eine kleine. Die klingt hell. Große Kirchen haben mehrere Glocken, die höher und tiefer klingen. Sie müssen genau aufeinander abgestimmt sein, damit ein Wohlklang entsteht wie eine Musik. Diese Kunst muss ein Glockengießer beherrschen. Viele Glocken sind außerdem außen reich verziert.<eop>Auch im Buddhismus und im Hinduismus haben Glocken eine wichtige religiöse Bedeutung. Im Islam sind sie weniger beliebt. Es gibt auch Traditionen, die wenig oder gar nichts mit Religion zu tun haben, die aber trotzdem Glocken verwenden. Es gibt sie vor allem in den Alpen. Im Engadin im schweizerischen Kanton Graubünden zum Beispiel machen die Kinder immer am 1. März einen Umzug, bei dem sich jeder eine möglichst große Glocke um Brust und Arme bindet. Dabei handelt es sich um Kuhglocken.<eop>Viele Bauern hängen ihren Kühen, Ziegen oder Schafen Glocken um. Je kleiner das Tier, desto kleiner auch die Glocke. Dies hat einen ganz praktischen Grund: Wenn sich die Tiere verlaufen, oft sogar im Nebel, dann hört man sie schon von weitem und kann sie zurückholen. Glocken entwickelten sich aber auch zum Stolz der Bauern. Besonders beim Aufzug auf die Alm im Frühling oder beim Alpabzug im Herbst legt man heute noch den Kühen die größten Glocken um und schmückt sie auch sonst mit Blumen und Girlanden.<eop><eop>"}, {"title": "Glühwürmchen", "id": 328, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Glühwürmchen", "text": "Glühwürmchen sind Insekten. Sie leuchten im Hinterleib und gehören zur Gruppe der Käfer. Man nennt sie deshalb auch Leuchtkäfer. Die meisten von ihnen können fliegen. Glühwürmchen gibt es auf der ganzen Welt, außer in der Arktis. In Europa kann man die Glühwürmchen vor allem im Sommer sehen, weil das die Jahreszeit ist, in der sie hauptsächlich unterwegs sind. <eop>Es gibt Glühwürmchen, die die ganze Zeit leuchten und andere, die ihr Licht blinken lassen. Das Licht der Glühwürmchen sieht man nur bei Nacht: Es nicht hell genug, um es tagsüber zu sehen.<eop>Die Glühwürmchen erzeugen das Licht nicht selbst. In ihrem Hinterleib befindet sich eine Kammer mit Bakterien. Diese leuchten unter bestimmten Bedingungen. Die Glühwürmchen sind also das Zuhause der Bakterien. Sie können das Leuchten der Bakterien gezielt einschalten und wieder ausschalten.<eop>Die Glühwürmchen nutzen das Licht, um sich miteinander zu verständigen. Weibchen suchen mit Hilfe des Leuchtens nach einem Männchen, um sich zu paaren. Die Fortpflanzung geht dann wie bei allen Käfern: Das Weibchen legt seine Eier in Gruppen ab. Daraus schlüpfen die Larven. Die verwandeln sich später in die Glühwürmchen.<eop><eop>"}, {"title": "Gold", "id": 329, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gold", "text": "Gold ist ein wertvolles Edelmetall. Es ist sehr schwer: Ein Litermaß davon wiegt fast 20 Kilogramm. Man kann es glänzend polieren und alle Menschen finden, dass es sehr schön aussieht. Es rostet nicht und lässt sich in keiner Säure auflösen. Zudem leitet es elektrischen Strom sehr gut. Gold kommt in der Natur eher selten vor und man kann es nicht künstlich herstellen. <eop>Gold braucht man auf der ganzen Welt als Symbol für Wert und Beständigkeit: Am deutlichsten wird das bei den Goldmünzen. Eine Krone aus Gold bedeutet nicht nur Reichtum, sondern auch eine Herrschaft. Eheringe sind meist aus Gold und sollen zeigen, wie wertvoll die Beziehung ist und dass sie möglichst lange dauern soll. Eine Goldmedaille gibt es nur für die Bestleistung.<eop>Woher kommt Gold? Gold findet man an gewissen Orten im Sand. Diese Stückchen heißen Nuggets, sprich Naggetts. Der Goldwäscher oder eine Maschine siebt sie aus dem Sand heraus. Schwieriger wird es, wenn das Gold im Gestein eingeschlossen ist. Um es herauszulösen braucht es viel Hitze, Chemikalien und andere giftige Stoffe wie zum Beispiel Quecksilber. Das funktioniert schon, hinterlässt aber sehr giftige Abfälle. Mit diesen muss man sehr sorgfältig umgehen. Leider halten sich nicht alle Menschen daran. Das führt zu einer hohen Umweltverschmutzung.<eop>Oft war die Suche nach Gold der Grund, um andere Länder aufzusuchen, zu überfallen oder gar zu erobern: Zum Beispiel hatten Christoph Kolumbus und die anderen Entdecker es auf das Gold der Völker jenseits des Meeres abgesehen. Sie eroberten und plünderten diese Länder. Ganze Schiffsladungen voll Gold kamen so nach Europa. Viel Gold liegt in versunkenen Schiffen auf dem Meeresgrund.<eop> Welchen Wert hat Gold? Gold ist sehr teuer, weil es so tolle Eigenschaften hat. Der Preis hängt aber auch davon ab, ob gerade viele oder wenige Menschen, Banken oder Fabriken Gold kaufen wollen. Gold kann also schnell an Wert gewinnen oder verlieren. Am teuersten war Gold bis jetzt im Jahr 2020. Da kostete ein Kilogramm zeitweise über 55.000 Euro. Sechs Jahre zuvor kostete Gold nur etwa halb so viel. In den USA wird das Gold in Unzen gewogen. Eine Unze entspricht ungefähr 30 Gramm. Umgerechnet ist Gold aber auf der ganzen Welt etwa gleich teuer. <eop>Der Preis von Gold hängt aber auch von seiner Reinheit ab. Ein Schmuckstück aus reinem Gold wäre zu weich und würde sich leicht verbiegen. Deshalb werden dem Gold andere Metalle beigemischt. Den Goldanteil drückt man in Karat aus: Reines Gold hat 24 Karat. Ein Goldring mit acht Karat zum Beispiel enthält ein Drittel Gold und zwei Drittel andere Metalle wie Silber und Kupfer. Bei teurem Schmuck liegt der Goldanteil bei weit über der Hälfte. <eop>Wichtig ist aber auch, wie Gold verarbeitet ist. Am billigsten ist es als Barren, denn solche kann man einfach gießen. Die Arbeit eines Goldschmieds kommt hinzu und ist meistens teurer als das Gold selber. Deshalb bekommt man auch eher wenig Geld für alte Schmuckstücke, die man einem Juwelier verkauft. Eine Goldmedaille hat einen besonderen Wert, weil sie eine Bestleistung ausdrückt.<eop>Wozu wird Gold verwendet? Gold wurde seit Urzeiten für Schmuck verwendet. Dies sieht nicht nur schön aus, sondern man kann damit auch zeigen, wie reich man ist. Gold als Schmuck hängen sich vor allem Frauen an die Ohren, um den Hals, um das Armgelenk oder um das Fußgelenk oder um den Bauch. Goldene Fingerringe sind auch bei den Männern beliebt. Im 20. Jahrhundert zeigten viele Männer ihren Reichtum mit einer goldenen Taschenuhr, die sie an eine schwere Goldkette hängten.<eop>Bereits vor 2500 Jahren gab es bei den Römern die ersten Goldmünzen als Geldstücke. Grosse Beträge wurden fortan immer in Goldmünzen bezahlt. Die meisten Länder prägten ihre eigenen Goldmünzen. Später gab es Geldscheine. Die Länder hielten dann den entsprechenden Wert in Goldbarren in ihren Banktresoren. So konnten die Menschen notfalls die Geldscheine wieder gegen Gold eintauschen. In den Kriegen war das aber meist nicht mehr so. Und auch heute im friedlichen Europa lagern die Banken lange nicht so viel Gold, wie sie Geldscheine gedruckt haben.<eop>Viele Menschen halten heute eine gewisse Menge an kleineren oder größeren Goldbarren in einem Tresor oder in einem Bankschließfach. Es gilt als sichere Geldanlage oder als Notgroschen für Krisenzeiten. Viel Gold ist überall auf der Welt als Schmuck vorhanden. Oft gehört er privaten Menschen, aber auch Königen, Kirchen, dem Papst, Museen und so weiter. Aber auch in jedem Computer und in jedem Handy steckt heute eine winzige Menge Gold, weil Gold den elektrischen Strom so gut leitet. Und weil es so viele solcher Geräte gibt, steckt dort insgesamt auch ganz schön viel Gold drin. <eop>Um einen Gegenstand zu vergolden, kann man auch die Oberfläche mit Blattgold belegen. Das Blattgold wird dadurch hergestellt, dass immer wieder vorsichtig auf das weiche Gold draufgeklopft wird. Blattgold ist so dünn, dass man etwa 10.000 Blättchen aufeinanderlegen muss, damit man eine Dicke von einem Millimeter hat. Ein Gramm Gold ergibt bei der üblichen Dicke von Blattgold eine Fläche von etwa einem Schülertisch. Nur bei Gold ist das möglich, denn kein anderes Metall lässt sich so gut verformen. Mit diesem Blattgold können dann ganze Kirchendächer oder auch Statuen vergoldet werden, die aus purem Gold zu schwer und viel zu teuer wären. "}, {"title": "Google", "id": 330, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Google", "text": "Google, gesprochen: Guugl, ist eine Internet-Suchmaschine und ein großes Unternehmen in den USA. Google hat das Ziel, möglichst viele Informationen zu sammeln und nutzbar zu machen. Neun von zehn Menschen in Deutschland benutzen Google, wenn sie im Internet etwas suchen. <eop>Der Name Google kommt von dem englischen Wort „googol“. Das meint eine Zahl mit einer Eins und 100 Nullen. Die Gründer von Google wollten damit sagen, dass ihre Suchmaschine besonders viele Informationen finden kann. Seit dem Jahr 2004 steht das Wort „googeln“ im Duden, weil viele Menschen das Wort für das Suchen im Internet benutzen.<eop>Neben der Suchmaschine bietet Google viele andere Internet-Anwendungen an. Auf der Videoplattform YouTube kann man zum Beispiel Videos ansehen und selbst hochladen. Google Maps bietet Karten von Ländern oder Städten, mit denen man auch einen Weg finden kann, wenn man unterwegs ist. Mit Google Play kann man sich Apps auf ein Smartphone oder ein Tablet herunterladen. Die Rechenzentren von Google stehen unter anderem in den USA, in Finnland und Belgien. Das sind große Gebäude, in denen die Computer stehen, die die Anwendungen von Google zur Verfügung stellen.<eop>Google verdient viel Geld mit Werbung. Durch das Verknüpfen vieler Informationen kann Google die Werbung meist sehr gezielt den Personen anzeigen, die sie interessieren könnte. Manche Leute kritisieren, dass Google auch viele persönliche Daten sammelt, ohne zu fragen.<eop>"}, {"title": "Gorillas", "id": 331, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gorillas", "text": "Gorillas sind die größten und stärksten Menschenaffen. Sie gehören somit zu den Säugetieren und sind die nächsten Verwandten der Menschen. In der Natur leben sie nur in der Mitte von Afrika, ungefähr im selben Gebiet wie die Schimpansen. <eop>Wenn sich Gorilla-Männchen aufrichten, sind sie etwa so groß wie ein erwachsener Mensch, nämlich 175 Zentimeter. Sie sind auch oft viel schwerer als Menschen. Männliche Tiere werden bis zu 200 Kilogramm schwer. Weibliche Gorillas sind nur etwa halb so schwer.<eop>Gorillas sind gefährdet. Der Mensch rodet immer mehr Urwald und pflanzt dort Plantagen an. Dort, wo Bürgerkrieg herrscht, kann man Gorillas auch schlecht schützen. Menschen jagen Gorillas auch zunehmend, um ihr Fleisch zu essen. Forscher, Wilderer und Touristen stecken immer mehr Gorillas mit Krankheiten an, beispielsweise mit Ebola. Das kann den Gorillas das Leben kosten.<eop>Wie leben Gorillas?<eop>Gorillas fressen vor allem Blätter. Daraus holen sie die meiste Nahrung und ihre Flüssigkeit: Sie trinken ansonsten wenig. Bei den Flachlandgorillas kommen auch noch Früchte hinzu. Ab und zu verspeisen Gorillas auch schon mal Insekten oder andere kleine Tiere.<eop>Gorillas können gut in Bäumen herumklettern. Auf dem Boden gehen sie auf den Füßen und den Händen. Sie stützen sich jedoch nicht auf der ganzen Hand ab, sondern nur auf dem zweiten und dem dritten Finger. Das wäre bei uns der Zeigefinger und der Mittelfinger.<eop>Gorillas sind am Tag wach und schlafen in der Nacht, ganz ähnlich wie wir Menschen. Am Vormittag fressen sie. Über Mittag ruhen sie etwa vier Stunden lang. Am Nachmittag fressen sie wieder und bereiten sich dann einen Schlafplatz vor. Das ist ein Nest aus Ästen und Blättern. Das Nest bauen sie auf einem Baum oder auf dem Boden. Dafür benötigen sie nur wenige Minuten. Meist schläft ein Gorilla nur eine Nacht im selben Nest.<eop>Gorillas sind gesellige Tiere. Sie leben in Gruppen zusammen. Je nach Gorilla-Art besteht eine Gruppe aus nur wenigen Tieren. Es können aber auch bis zu 40 Gorillas sein. In jeder Gruppe ist ein Männchen der Chef. Es ist meistens das älteste und trägt schon graue Haare. Man nennt es deshalb „Silberrücken“ oder „Silberrücken-Männchen“. Zur Gruppe gehören noch weitere Männchen, die nennt man „Schwarzrücken“. Dazu gehören die Weibchen und die Jungtiere. <eop>Jede Gorillagruppe hat ihr eigenes Revier. Die sind in der Größe sehr verschieden. Sie reichen von etwa 400 bis zu über 3.000 Fussballfeldern. Die Gruppen weichen sich aus, so kommt es nicht zu Streitigkeiten. Innerhalb der Gruppe prügeln sich Gorilla-Männchen, wenn es darum geht, wer der Chef der Gruppe sein darf. Wenn ein neues Männchen Herr über eine Gruppe wird, dann tötet es die kleinen Gorillas, die einen anderen Vater haben. Der Chef der Gruppe will, dass nur er und seine eigenen Kinder sich vermehren.<eop>Wie vermehren sich Gorillas? Nur der Silberrücken darf mit den Weibchen Junge machen. Die Weibchen sind etwa einmal im Monat dazu bereit. Die Schwangerschaft dauert knapp neun Monate. So lange trägt eine Mutter also ihr Jungtier im Bauch. Meist bringt sie nur ein einziges Jungtier aufs Mal zur Welt. Es gibt sehr selten Zwillinge.<eop>Ein Gorilla-Baby ist etwa zwei Kilogramm schwer. Das entspricht einem eher leichten Menschenbaby. Es trinkt dann Milch an den Brüsten seiner Mutter. Mit etwa drei Monaten kann es krabbeln, danach reitet es mehrere Jahre lang auf dem Rücken seiner Mutter. Fast die Hälfte der Gorilla-Babys stirbt jedoch im ersten Lebensjahr. Mit etwa drei oder vier Jahren bekommt das Jungtier keine Milch mehr. Die Mutter kann dann wieder schwanger werden.<eop>Bis ein Weibchen schwanger werden kann, muss es etwa sechs bis acht Jahre alt werden. Männchen können erst mit etwa zehn Jahren Junge machen. In der Natur dauert es aber meist noch länger. Etwa um diese Zeit verlassen die Männchen und die Weibchen ihre Gruppe und suchen sich eine andere Gruppe. Das ist wichtig, sonst würden die Gruppen mit der Zeit krank werden. Gorillas werden etwa 40 Jahre alt, in Zoos sogar noch älter.<eop>Welche Arten von Gorillas gibt es? Es gibt mehrere Arten von Gorillas. Man teilt sie zunächst ein in Westliche Gorillas und Östliche Gorillas. Die Westlichen sind eher kleiner und schlanker und haben ein grau-braunes Fell. Sie leben etwa dort, wo der Golf von Guinea liegt, ein Teil des Atlantischen Ozeans.<eop>Die Östlichen leben im Osten der Demokratischen Republik Kongo und noch etwas östlicher. Das ist viel weiter von der Küste entfernt. Diese Gorillas sind etwas größer und haben ein dunkleres Fell. Sie sind seltener als ihre westlichen Verwandten.<eop>Sowohl im Osten als auch im Westen gibt es Flachlandgorillas. Sie mögen Wälder und klettern auch gern. Nur im Westen leben die Berggorillas: Sie mögen die hügelige Landschaft. Sie bleiben eher am Boden.<eop> Sind Gorillas gefährlich? <eop>Gorillas sind zwar groß und sehr stark, aber auch scheu. Wenn sie Menschen im Urwald begegnen, können sie Angst bekommen. Wenn der Mensch nicht Abstand hält, versuchen die Gorillas sich zu verteidigen. Erst schreien sie und greifen zum Schein an. Wenn der Mensch davon nicht zurückschreckt, beißen und schlagen Gorillas. <eop>Gegen einen Gorilla hat ein Mensch ohne Waffen keine Chance. Meist überlebt der Mensch, wenn auch mit gebrochenen Knochen. Das alles passiert aber sehr selten. Manche Menschen sind für Gorillas viel gefährlicher, weil sie Gorillas jagen oder ihnen den Urwald absägen. Sie leben heute fast nur noch in Schutzgebieten wo sie bewacht werden.<eop><eop>"}, {"title": "Gott", "id": 332, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gott", "text": "Ein Gott ist ein höheres Wesen, das über der Natur steht. Es hat Kräfte und Eigenschaften, die man sich nicht auf natürliche Weise erklären kann. Viele Menschen glauben an solche Wesen, aber sie haben oft ganz verschiedene Meinungen darüber, was ein Gott ist. Es ist auch nicht immer deutlich, was ein Gott, was ein Geist und was ein Dämon ist.<eop>Für manche Religionen gibt es nur einen einzigen Gott. Dieser Gott kann alles und weiß alles, und er hat die Welt erschaffen. An einen solchen Gott glaubt man im Judentum, im Christentum und im Islam. Den Ein-Gott-Glauben nennt man Monotheismus.<eop>Andere Menschen glauben daran, dass es mehrere Götter und Göttinnen gibt. Häufig sind diese Götter und Göttinnen Geschwister oder Eltern und Kinder voneinander. Sie haben unterschiedliche Aufgaben. Bei den alten Römern zum Beispiel war Jupiter der Göttervater, der Gott des Himmels, der für Blitz und Donner gesorgt hat. Venus war die Göttin der Liebe und Merkur war der Götterbote, der Nachrichten von den Göttern zu den Menschen gebracht hat. <eop>Den Viel-Gott-Glauben nennt man Polytheismus. Polytheisten waren auch die Germanen und die alten Griechen, und auch heute in Indien glauben die Hindus an viele Götter. Manche Wissenschaftler sagen aber: Auch wenn eine Religion viele Götter hat, kann es sein, dass es letztlich immer derselbe Gott ist, aber in anderen Rollen.<eop><eop>"}, {"title": "Grab", "id": 333, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Grab", "text": "Ein Grab ist eine Stelle, an der ein toter Mensch abgelegt worden ist. Der Körper des Menschen wird entweder so bewahrt, dass er möglichst lang erhalten bleibt. Oder man lässt ihn im Erdboden verwesen. Manche Körper werden verbrannt: Im Grab befindet sich dann die Asche davon.<eop>Wie genau das Grab aussieht, und was aus dem Körper geworden ist, das hängt von der Kultur ab. In manchen Kulturen und Ländern kommt der Körper normalerweise in den Boden. In anderen ist es üblich, ihn zu verbrennen. Außerdem spielt oft auch ein Wunsch der Familie eine Rolle. Manche Menschen bestimmen, wenn sie noch leben, was später mit ihrem Körper geschehen soll.<eop>In manchen Gräbern befinden sich mehrere Körper. Bei einem Familiengrab sollen die Mitglieder der Familie möglichst nahe beieinander liegen. Massengräber werden meist angelegt, wenn etwas Schlimmes für viele Menschen passiert ist. Zum Beispiel ist es nach einem Krieg nicht immer möglich, dass jeder Soldat sein eigenes Grab bekommt.<eop> Gibt es Gräber für immer? Viele Menschen denken bei einem Grab an etwas, das für immer bestehen bleibt. Sie wollen, dass Familie und Freunde das Grab besuchen können. Das Grab erinnert sie an jemanden, der für sie wichtig war.<eop>In Wirklichkeit passiert es allerdings oft, dass Gräber vernichtet werden. Das kann durch ein Unglück oder eine Naturkatastrophe geschehen: Gräber oder ganze Friedhöfe werden vom Meer überschwemmt oder durch Erdbeben zerstört.<eop>Meist liegt es aber an anderen Menschen, die Gräber zerstören. Früher hat man in Gräber auch Dinge gelegt, die dem Verstorbenen gehört haben: eine Waffe, ein Schmuckstück oder andere wertvolle Dinge. Man hat geglaubt, dass der Verstorbene in ein Reich der Toten käme. Dort würde er diese Dinge gut gebrauchen. Daher hatten Räuber einen Grund, nach Gräbern zu suchen und sie auszuplündern.<eop>Doch auch Wissenschaftler aus der Archäologie suchen nach Gräbern. Aus der Art und Weise, wie jemand bestattet wurde, erfährt man viel über Geschichte: Wie haben die Menschen früher gelebt, was für Dinge haben sie hergestellt? Dank der Gräber weiß man auch besser, wie sich die Menschen früher das Reich der Toten vorgestellt haben. Ein bekanntes Beispiel ist das Grab des Tutenchamun, eines ägyptischen Pharao.<eop>Allerdings ist es heute ganz normal, dass Gräber beseitigt werden. Für ein Grab auf einem Friedhof muss jemand bezahlen. Wenn es niemanden mehr gibt, der bezahlt, wird nach einigen Jahren das Grab entfernt. Dort kann dann ein anderer Toter bestattet werden.<eop> "}, {"title": "Greifvögel", "id": 334, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Greifvögel", "text": "Greifvögel ernähren sich von lebenden und toten Tieren. Sie kreisen in der Luft und erspähen ihre Beute. Dann schießen sie herunter und greifen sie mit den Füßen, daher kommt ihr Name. Oft wird das Beutetier schon durch den Aufprall getötet. <eop>Zu den Greifvögeln gehören die Adler, Geier, Bussarde, Falken und einige andere. Die verschiedenen Greifvögel jagen eine Vielzahl an Beutetieren: Kleinere Säugetiere wie Mäuse, Murmeltiere, aber auch Vögel, Reptilien, Amphibien und sogar größere Insekten gehören auf ihren Speiseplan. Viele Arten von Greifvögeln fressen auch Aas, also Kadaver von Tieren. Sogar die Adler fressen häufig Aas. <eop>Die Geierarten leben sogar nur von Aas. Ihr eigener Feind ist vor allem der Mensch. Er verändert die Landschaft, so dass Brutplätze fehlen und die Beutetierarten zurück gehen. Früher wurden Greifvögel als Raubvögel bezeichnet und abgeschossen. Jäger bekamen sogar Geld für den Abschuss von Greifvögeln. Viele Geschichten trugen dazu bei, zum Beispiel sollen Greifvögel Lämmer erlegt haben.<eop>Den „Vogel Greif“ gibt es auch als Märchenfigur. In der Sammlung der Brüder Grimm kommt sein Märchen vor. Er wird oft als Wappentier abgebildet: Ein Löwenkörper mit den Füßen, den Flügeln, dem Hals und dem Kopf eines Greifvogels. <eop><eop>"}, {"title": "Grenze", "id": 335, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Grenze", "text": "Eine Grenze ist die Stelle, wo etwas aufhört und etwas anderes anfängt. Normalerweise denkt man an die Grenze zwischen zwei Gebieten. Das kann zum Beispiel die Grenze zwischen zwei Ländern sein, wie Deutschland und Österreich.<eop>Wer von Deutschland nach Österreich reist, überschreitet eine internationale Grenze. Man ist nicht mehr im deutschen Staatsgebiet, wo die deutschen Gesetze gelten, sondern im österreichischen Staatsgebiet. Deutschland und Österreich gehören aber beide zur Europäischen Union. Vieles gilt in beiden Ländern. Die Menschen dürfen zwischen beiden Ländern einfach reisen.<eop>An vielen anderen Grenzen aber passt der Staat gut auf, wer oder was über die Grenze gelangt. Vielleicht flüchtet ein Verbrecher vor der Polizei. Im Ausland kann die Polizei ihn nicht mehr verfolgen, es sei denn, sie bittet die Polizei im anderen Land um Hilfe. <eop>Viele Staaten wollen außerdem nicht, dass Waren ohne Kontrolle hineinkommen. Waren werden nämlich in manchen Ländern billiger hergestellt als in anderen. Fleisch ist in Deutschland billiger als in der Schweiz. Wer viel Fleisch in die Schweiz bringt, muss dafür eine Gebühr bezahlen, den Zoll.<eop> Woran erkennt man die Grenze? Es gibt Grenzen, die gut bewacht werden. Man kann sie gar nicht übersehen. Die USA etwa haben große Zäune und Mauern an der Grenze zu Mexiko aufgebaut, damit nicht so viele Mexikaner in die USA kommen können. Besonders gut bewacht war zum Beispiel die Grenze der Sowjetunion. Niemand sollte aus der Sowjetunion fliehen können.<eop>Häufig führt eine Straße vom einem Land in das andere. An der Grenze steht dann eine Zollschranke, ein langer Stock quer über die Straße. In einem Häuschen befindet sich ein Beamter des Staates. Wer über die Grenze will, zeigt seinen Reisepass. Der Beamte fragt vielleicht, ob der Reisende etwas Wertvolles dabei hat. Dafür muss man Zoll bezahlen. Es kann aber auch sein, dass man ein Visum braucht. Das ist ein Papier, mit dem man zum Beispiel drei Monate durch das andere Land reisen darf. Dann muss man wieder heraus.<eop>Von der „grünen Grenze“ spricht man, wenn die Grenze einfach durch die Natur läuft. Sie ist eine Linie auf der Landkarte. In der Wirklichkeit kann man so eine Grenze gar nicht erkennen, wenn sie über eine Weide oder einen Wald läuft.<eop>Allerdings bildet oft ein Fluss oder ein Gebirge die Grenze. Das liegt daran, dass man auf diese Weise leicht angeben kann, wo das eigene Land aufhört: am Fluss. Der Rhein ist auf einer langen Strecke die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich.<eop>Auch auf dem Meer verlaufen Grenzen, denn die Staaten dürfen auch Meeresgebiete nahe der Küste besitzen. Viele benachbarte Staaten streiten sich allerdings darüber, wo die unsichtbaren Grenzen auf dem Meer genau verlaufen.<eop>"}, {"title": "Griechenland", "id": 336, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Griechenland", "text": " Griechenland ist ein Land im Südosten Europas. Griechenland liegt auf dem südlichen Zipfel der Halbinsel, die man den Balkan nennt. Zu Griechenland gehören aber auch viele große und kleinere Inseln im Mittelmeer. Die größte ist Kreta. Manche der griechischen Inseln liegen direkt vor der Küste der Türkei. Griechenland hat etwas mehr Einwohner als die Schweiz, ist aber drei Mal so groß.<eop>Viele Menschen machen in Griechenland Urlaub. Im Sommer ist es trocken und heiß, im Winter feucht und mild. Allerdings sind einige Berge so hoch, dass man im Winter auch Skifahren kann. Griechenland verkauft außerdem Wein, Oliven, Tabak und Fisch ins Ausland. Es fahren auch mehrere tausend Schiffe unter griechischer Flagge, um Waren von Land zu Land zu bringen.<eop>Etwa seit dem Jahr 2008 geht es Griechenland deutlich schlechter. Das Land hatte viele Schulden im Ausland und konnte die Zinsen nicht mehr bezahlen. Griechenland musste sparen. Dadurch verschwanden auch viele Arbeitsplätze, bis zwei von drei Griechen ohne Arbeit waren. Wer noch verdiente, musste versuchen, damit eine große Familie zu ernähren. Vor allem die alten Leute traf es hart. Viele Junge versuchten, in einem anderen Land der Europäischen Union Arbeit zu finden.<eop> Was ist früher in Griechenland passiert? Die Griechen nennen sich selbst „Hellenen“. Sie waren im Altertum eines der ersten Völker, die eine Schrift hatten. Viele Erfindungen und Entdeckungen stammen von den „Alten Griechen“. Weil Alexander der Große viele Gebiete erobert hatte, sprachen viele Menschen auch außerhalb von Griechenland Griechisch.<eop>Das Alte Griechenland bestand aber aus mehreren Staaten. So konnte das Römische Reich sie nach und nach erobern. Als das Römische Reich im Westen Europas schon untergegangen war, lebte es im Osten noch weiter: als Byzantinisches Reich. Am Ende des Mittelalters wurde es aber vom Osmanischen Reich erobert. Einen eigenen Staat haben die Griechen wieder seit dem Jahr 1827. Im Zweiten Weltkrieg wurde es kurz von Italien erobert. Seit dem Jahr 1981 gehört Griechenland zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, aus der die Europäische Union wurde, die EU.<eop>Wie sieht das Land aus? Griechenland ist knapp doppelt so groß wie Österreich. Es besteht aus etwas über 3.000 Inseln, aber nur 87 davon sind bewohnt. Dadurch hat das Land sehr viel Küste. Das Land selber ist sehr gebirgig. Der höchste Berg liegt im Gebirge des Olymps. Seine Spitze liegt auf fast 3.000 Meter über dem Meeresspiegel. Dafür gibt es wenige Ebenen, die für die Landwirtschaft geeignet sind.<eop>Die meisten Flüsse trocknen im Sommer aus. Im Winter sind sie jedoch reißende Ströme, denn es regnet häufig. Im Frühling sind die meisten Inseln grün. Im Spätsommer werden die Weiden braun, weil kein Regen mehr gefallen ist. Nur im Norden ist das Klima ausgeglichener.<eop>An den Küsten wird es im Winter nicht sehr kalt, weil das Meer die Luft erwärmt. Auf den Bergen im Landesinnern kann jedoch auch Schnee fallen. Es gibt einige Gebiete, in denen man Skilaufen kann.<eop>Griechenland liegt in den Subtropen. Es gibt viele Lorbeerwaldgebiete, in denen vorwiegend Bäume mit harten Blättern wachsen wie eben beim Lorbeer. Viel Wald wurde allerdings gerodet, damit die Menschen das Holz nutzen konnten. Sobald die Menschen dann ihre Felder nicht mehr bearbeiteten, schwemmte der Regen die Erde weg, so dass oft nur kahle Felsen übrigblieben. <eop>Trotz allem gibt es in Griechenland sehr viele verschiedene Pflanzen. Viele davon nutzt man als Heilpflanzen. Etwa jede fünfte Pflanze wächst nur hier und in keinem anderen Land. Sie sind also Endemiten. Es gibt auch sehr viele verschiedene Arten von Tieren.<eop>Wie leben die Griechen? Alle Kinder gehen zur Schule. Wirklich fast jeder Erwachsene im Land kann lesen und schreiben. Verglichen mit den anderen europäischen Ländern sind die Griechen jedoch im Hintertreffen. Es gibt genügend Ärzte und Krankenhäuser. Viele Menschen leben in Städten. <eop>Die meisten Griechen verdienen ihr Geld mit Dienstleistungen. Sie arbeiten also im Handel, auf einer Bank oder in einem anderen Büro, beispielsweise für die Schifffahrt. Eine wichtige Rolle spielt der Tourismus: Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants beschäftigen viele Menschen, dazu braucht es Taxifahrer, Fremdenführer und Menschen in vielen anderen Berufen.<eop>Am zweitwichtigsten ist die Industrie. Die Betriebe sind eher klein bis mittelgroß. Viele Menschen arbeiten auf dem Bau. Sie stellen aber auch Nahrungsmittel her, Textilien, Chemikalien, Glas, Maschinen und viele andere Dinge. Die meisten Produkte verkauft man nach Deutschland, Italien, Großbritannien und in die Türkei.<eop>Am drittwichtigsten ist die Landwirtschaft. Am meisten ins Ausland verkauft werden Wein, Oliven und Tabak für Zigaretten. Auch viel Weizen wird angebaut. Von den Tieren sind es vor allem Schafe und Ziegen, denn die fressen auch härteres Futter als unsere Rinder. Es gibt auch viel Obst und Gemüse. Der Fang und die Zucht von Fischen schafft ebenfalls viele Arbeitsplätze. <eop>Es gibt aber noch Gebiete auf dem Land, wo die Menschen leben wie früher, mit einigen Ziegen und Olivenbäumen, mit denen sie sich vor allem selbst ernähren. Frauen schälen Früchte von Hand, kochen sie zu Sirup und verkaufen ihn an Fabriken, oder sie erledigen ähnliche Arbeiten, für die es keine Ausbildung braucht.<eop> "}, {"title": "Griechische Götter", "id": 337, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Griechische Götter", "text": "Die Alten Griechen glaubten an mehrere Götter. Ein Gott hatte mehrere Aufgaben. Wer etwas brauchte, betete zu diesem Gott oder besuchte einen Tempel.<eop>Der wichtigste Gott hieß Zeus. Neben ihm gab es Brüder, wie zum Beispiel Poseidon, den Gott des Meeres. Außerdem hatte Zeus mehrere Kinder, wie Aphrodite, die Göttin der Liebe. Manche Götter hatten mit Menschen Kinder, das waren dann Halbgötter. Man glaubte, dass die zwölf wichtigsten Götter auf dem höchsten Berg Griechenlands, dem Olymp, wohnen würden.<eop>Bei den Griechen kommen die Götter auch in Sagen und anderen Geschichten vor. In Homers Erzählungen über Troja etwa helfen Götter den Helden. Für viele Griechen waren die Götter sehr wichtig, andere haben kaum daran geglaubt. Philosophen wie Sokrates sprachen nicht so sehr über einzelne Götter, sondern vom „Göttlichen“. Das erinnert schon ein wenig an den einzigen Gott in anderen Religionen.<eop>Im Altertum hatten die Völker ihre eigenen Götter. Man sah aber, dass Götter von anderen Völkern den eigenen ähnlich waren. Unter den römischen Göttern hatte Zeus den Namen Jupiter, Aphrodite hieß Venus. <eop>Später waren die Menschen in Europa Christen. Aber selbst dann gab es Künstler, die griechische Götter gemalt oder in Statuen gezeigt haben. Die alten Geschichten eigneten sich immer noch gut für prächtige Gemälde.<eop><eop>"}, {"title": "Grönland", "id": 338, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Grönland", "text": "Grönland ist die größte Insel der Erde. Sie ist über zwei Millionen Quadratkilometer groß, das ist etwa halb so groß wie die Europäische Union.  Grönland liegt weit im Norden, östlich von Nordamerika. Es gehört zur Arktis und liegt überwiegend nördlich des Polarkreises. Darum ist es dort sehr kalt, und der größte Teil der Insel ist von Schnee und Eis bedeckt. Man nennt das die kalt-gemäßigte Zone. Der Boden bleibt das ganze Jahr über gefroren, es ist also Permafrostboden. Nur im Sommer wird es manchmal bis zu Null Grad Celsius „warm“. Dennoch gibt es außer Insekten auch Säugetiere auf Grönland, wie Eisbären, Rentiere und Moschusochsen. Im Wasser vor der Küste leben nicht nur viele verschiedene Fische, sondern auch Wale und Robben.<eop>Die Hauptstadt heißt Nuuk und liegt im Süden der Insel. Dort leben etwa 15.000 Menschen, ganz Grönland hat etwa 55.000 Einwohner. Die meisten Einwohner Grönlands gehören zu den Inuit, einer Gruppe von Eskimos. Ihre Vorfahren stammen wohl aus Asien. Die übrigen Einwohner kommen aus Dänemark und anderen Ländern Europas. Zwei Drittel der Einwohner gehören zur lutherischen Kirche.<eop>Der Name Grönland, also „grünes Land“, stammt von den Wikingern, welche um das Jahr 1000 auf die Insel kamen. Davor hatten sie schon das benachbarte Island besiedelt. Die norwegischen Siedler hielten sich im Süden auf in einer Gegend, in der zu dieser Zeit ein eher angenehmes Klima herrschte. Nachdem es um das Jahr 1400 kälter wurde, sind die Nachfahren der Wikinger irgendwann ausgestorben.<eop>Um das Jahr 1700 schickte Dänemark, das damals auch über Norwegen und Island herrschte, Walfänger nach Grönland. In der Kolonialzeit wurden auch Handelsniederlassungen gegründet, in denen Dänen und Inuit zusammenlebten. Diese grönländischen Orte trugen einst alle einen dänischen Namen. Später wurden sie auf Grönländisch umbenannt. <eop>Denn seit dem Jahr 1979 dürfen die Einwohner der Insel über sich selbst bestimmen. Allerdings ist Grönland immer noch ein Teil des Königreichs Dänemark. Man bezahlt auch mit der dänischen Währung, die Krone heißt. Zur Europäischen Union aber gehört Grönland nicht. Die USA haben einen Platz mit dem Flughafen Thule, wo etwa 250 Soldaten leben. Von dort aus wollten die Amerikaner besonders im Kalten Krieg das Gebiet um den Nordpol kontrollieren.<eop><eop>"}, {"title": "Großbritannien", "id": 339, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Großbritannien", "text": " Großbritannien ist ein Land im Nordwesten Europas. Genauer gesagt heißt der Staat „Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland“. Der Staat besteht aus den Teilen England, Schottland, Wales und Nordirland. England, Schottland und Wales liegen auf der eigentlichen Insel „Großbritannien“, das ist die größte der Britischen Inseln. Nordirland ist ein kleiner Teil der gegenüber liegenden Insel Irland. Das Land hat etwa ein Viertel weniger Einwohner als Deutschland und ist auch etwa ein Drittel kleiner.<eop>Zu Großbritannien gehören noch einige Inseln in der Nähe. Großbritannien besitzt außerdem einige Kolonien auf der ganzen Welt. Diese Inseln nennt man heute „überseeische Gebiete“. Diese Gebiete stammen noch aus der Zeit, als es ein Britisches Weltreich gab.<eop>Etwa um das Jahr 1900 war das Britische Weltreich das größte und mächtigste Land auf der Welt. Um das Jahr 1960 hatte man die meisten Kolonien wieder verloren. Aber immer noch lernen viele Menschen auf der Welt die englische Sprache . Auch sonst haben viele Leute etwas von der Kultur aus Großbritannien übernommen.<eop>Wie sieht das Land aus? Großbritannien bekommt sein Wetter vom Atlantischen Ozean. Darum weht dort der Wind sehr stark, es gibt viel Regen und Nebel. Dafür wird es in Großbritannien nicht besonders kalt. Temperaturen unter 0 Grad Celsius sind selten, dafür ist es in den Wintermonaten meist feucht und neblig. Im März kann es schon angenehm warm wie im Frühling werden. <eop>Schottland im Norden hat Gebirge, genauso wie Wales. England hingegen kennt nur Hügelketten. Der höchste Berg des Vereinigten Königreichs liegt in Schottland: Der Ben Navis ist 1345 Meter hoch. <eop>Großbritannien ist ein stark urbanisiertes Land, besonders im Landesteil England. Das heißt, es hat dort viele große Städte und nur wenig unberührte Natur. Nur noch etwa ein Zehntel der Landesfläche ist Wald. Das liegt unter anderem daran, das Großbritannien schon früh industrialisiert wurde. <eop>Weil Großbritannien aus mehreren Inseln besteht hat es eine lange Küste. Im Osten des Landes befindet sich die Nordsee, im Westen der Atlantik und die Irische See. Eine berühmte Urlaubsregion am Meer ist Cornwall im Süden. Im Westen vor der Küste von Schottland liegen die Hebriden, eine Inselgruppe. Nördlich von Schottland sind die Shetland-Inseln und die Insel Orkney. Beide Gebiete gehörten früher lange Zeit zu Dänemark. <eop>Was ist früher dort passiert? Ihren Namen haben die Britischen Inseln von einem keltischen Volk im Altertum, den Briten. Sie besiedelten Britannien, bevor es im Jahr 43 vor Christus von den Römern erobert wurde. Am Ende des Altertums kamen die Angelsachsen aus dem heutigen Norddeutschland auf die Inseln und übernahmen die Macht. England mit seiner Hauptstadt London wurde das wichtigste Königreich auf der Insel Großbritannien. Es eroberte auch den Rest der Britischen Inseln, das heutige Irland und Nordirland.<eop>Das alte England wurde aber auch teilweise von anderen Reichen erobert. Ein wichtiger Zeuge davon ist der Teppich von Bayeux, sprich Bah-Jöh. Er stammt aus dem Mittelalter und zeigt, wie der normannische Herzog Wilhelm im Jahr 1066 England erobert hat. Das war das letzte Mal, dass Feinde das Land besetzt haben. <eop>Mit Elisabeth der Ersten starb im Jahr 1603 die letzte englische Königin aus der Herrscherfamilie Tudor. Weil sie keine Kinder hatte, wurde Jakob Stuart, der Sohn von Elisabeths Cousine Maria Stuart König von England. Er war bereits König von Schottland, darum wurden England und Schottland eine Personalunion. So nennt man es, wenn zwei Staaten vom selben Herrscher regiert werden. Aus dieser Personalunion wurde im Jahr 1707 schließlich das Vereinigte Königreich. <eop>Später eroberte das Königreich viele Kolonien auf der ganzen Welt. Dazu gehörten Indien, Australien, Kanada und viele weitere Länder. Um das Jahr 1920 wurde ein Viertel der Erde von London aus beherrscht. Das ist jetzt etwa 100 Jahre her. Damals aber begannen die Kolonien schon, unabhängig zu werden. Etwa um 1960 hatten die Briten ihr Weltreich verloren. Seitdem interessieren sie sich wieder mehr für den Rest von Europa.<eop>Was muss man über die Menschen im Land wissen? In Großbritannien gibt es die vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland. In England leben mehr als vier Fünftel aller Briten. In allen Landesteilen spricht man Englisch. Jedoch haben die anderen Landesteile noch von früher alte, keltische Sprachen, die von manchen Menschen gesprochen werden.<eop>Außerdem leben in Großbritannien viele Einwanderer oder die Nachfahren von Einwanderern. Meist kommen sie aus den früheren Kolonien aus Asien, Afrika und der Karibik. Die meisten Einwanderer sind aus Indien, Polen oder Pakistan und leben in England.<eop>Im frühen Mittelalter wurde Großbritannien christlich. Am Ende des Mittelalters gab es es die Reformation: In England und Schottland wurden neue Kirchen gegründet. Die größte wurde die Anglikanische Kirche. Sie war so ähnlich wie die katholische Kirche, nur, dass sie keinen Papst hat. Heute noch sind fast die Hälfte der Briten Anglikaner. Viele weitere Briten sind katholisch. Außerdem ist etwa jeder zwanzigste Einwohner Muslim.<eop>Für viele Menschen ist die Queen sehr wichtig, die Königin. Herausragend war zum Beispiel die Queen Victoria. Sie kam im Jahr 1840 zur Welt.Sie starb im Jahr 1901, als das Britische Weltreich fast schon am größten war. Victoria hatte Vorfahren aus Deutschland und war auch Kaiserin von Indien. Heute ist es Elisabeth die Zweite, die seit über sechzig Jahren Königin ist.<eop>Wer hat in Großbritannien das Sagen? Die englische Königin ist sicherlich die bekannteste Königin der Welt. Der englische Name lautet Queen, sprich Kwien. Allerdings können die Könige des Landes schon lange nicht mehr viel bestimmen. Seit dem Jahr 1689 herrscht der König „zusammen“ mit dem Parlament.<eop>Das bedeutet in der Wirklichkeit, dass das Parlament am wichtigsten ist. Das Parlament macht die Gesetze. Es besteht aus zwei Kammern, also zwei Teilen: das Unterhaus und das Oberhaus. Ein Sitz im Oberhaus war früher nur den Adligen und Bischöfen vorbehalten. Wichtiger ist aber das Unterhaus.<eop>Die Regierung heißt hier Kabinett. Wer Chef der Regierung werden will, muss der Chef einer der beiden großen Parteien sein. Meistens gewinnt eine der beiden Parteien bei den Wahlen so klar, dass sie viele Mitglieder im Unterhaus bekommt. Die Königin ernennt dann den Chef dieser Partei zum Regierungschef. Man nennt ihn Premierminister. Der Premierminister sucht sich dann seine Minister aus. Jeder von ihnen leitet eine der zwanzig Abteilungen, genannt Ministerium. Die gesamte Regierung trägt den Namen Kabinett.<eop>Großbritannien war seit dem Jahr 1973 Mitglied der Europäischen Gemeinschaften, die später zur Europäischen Union wurden. Doch im Jahr 2016 gab es eine Volksabstimmung: Die Regierung ließ das Volk von Großbritannien entscheiden, ob das Land in der Union bleiben soll. Etwas mehr als die Hälfte der Menschen war für den Austritt, den Brexit. Dieses Wort setzt sich zusammen aus den Wörtern „Britannien“ und „Exit“, das bedeutet „Austritt“. Seitdem spricht man in Großbritannien und im übrigen Europa darüber, wie es danach weitergehen soll.<eop>Wofür ist Großbritannien bekannt? In der Zeit des Britischen Weltreiches verbreitete sich die englische Sprache. Englisch ist heute eine der wichtigsten, wenn nicht sogar die wichtigste Sprache der Welt. Dadurch lernt man oft auch die Kultur Großbritanniens kennen.<eop>Ob Tee am Nachmittag, das Ungeheuer von Loch Ness, die Bulldogge, Stonehenge oder gebratener Schinken zum Frühstück: Großbritannien kennt man für viele große und kleine Dinge. William Shakespeare ist der berühmteste Schriftsteller Englands und vielleicht der Welt, und die Beatles sind die erfolgreichsten Musiker des Landes.<eop>Großbritannien brachte die Eisenbahn in seine Kolonien. Deshalb gibt es heute in Ländern wie Indien weit verzweigte Eisenbahnnetze. Die meisten Eisenbahnen der Welt fahren heute links, weil das in England so war. Dies gilt auch auf den Schienen auf dem europäischen Festland, nicht jedoch auf den Straßen.<eop>Auch einige Sportarten haben ihren Ursprung in Großbritannien. Fußball wurde in vielen Ländern der Welt bekannt. Die Nationalmannschaft vom Landesteil England wurde bisher einmal Weltmeister. Andere Sportarten spielt man höchstens in Ländern, die zum Britischen Weltreich gehört haben. Beispiele dafür sind Rugby und Cricket. <eop>Womit verdienen die Menschen ihr Geld? Großbritannien war das erste Land der Industrialisierung. Heute wird aber kaum noch Kohle abgebaut, und man stellt im Land immer weniger Waren her. Darum sind viele Menschen arbeitslos oder verdienen wenig, besonders im Norden von England.<eop>Besonders wichtig sind heute die Dienstleistungen, und da vor allem der sogenannte Finanzsektor. Gemeint sind Banken und andere Unternehmen, die mit Geld handeln. In London befindet sich die wichtige Londoner Börse, wo mit Aktien gehandelt wird. Es kommen auch ziemlich viele Touristen ins Land, fast 30 Millionen jedes Jahr.<eop>Großbritannien handelt vor allem mit den USA und China, aber auch besonders viel mit den Ländern der Europäischen Union wie Deutschland und Frankreich. Fachleute haben ausgerechnet: Nachdem Großbritannien mit dem Brexit aus der Union ausgetreten ist, kann es viele Waren viel schlechter verkaufen. Wahrscheinlich gehen viele Arbeitsplätze verloren, und das Land wird ärmer.<eop> "}, {"title": "Grundschule", "id": 340, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Grundschule", "text": "Die Grundschule ist eine Schule für jüngere Kinder. In dieser Schule soll man vor allem Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Am Ende der Grundschule soll man die Uhr lesen können und wissen wie man sich im Straßenverkehr verhält. Gleichzeitig lernen sie auch, wie sie sich am besten konzentrieren und lernen können.<eop>Im Sachkundeunterricht lernen Schüler einer Grundschule vieles über die Natur, zum Beispiel über verschiedene Tierarten oder Pflanzen. Die Schüler lernen auch ihren Körper kennen und wie man gesund bleibt oder was krank macht. Sie machen auch einfache Experimente und lernen, wie etwas in der Umwelt funktioniert. Außerdem lernt man zu singen oder mit einfachen Instrumenten Musik zu machen. Im Sportunterricht lernen die Schüler, wie man sich gut bewegen kann. Die Schüler lernen auch, mit verschiedenen Materialien zu basteln oder zu malen. An vielen Grundschulen lernen die Schüler auch schon eine Fremdsprache, meistens Englisch. <eop>In der Grundschule werden aber andere Dinge erlernt, die ebenfalls wichtig sind. Zum Beispiel sollen die Schüler lernen, wie sie in Gruppen zusammenarbeiten können, wie man mit Gefühlen umgeht, wie Konflikte mit Worten gelöst werden können oder wie man mit anderen Meinungen umgeht. Diese Art des Lernens heißt \"soziales Lernen\".<eop>Die Grundschule ist die erste Schule, die ein Kind besucht. Den erste Tag dort nennt sich Einschulung. Meist wird dieser Tag besonders gefeiert und die Kinder bekommen eine Schultüte und kleine Geschenke. Die meisten Kinder wechseln von einem Kindergarten in die Grundschule. Die Kinder sind dann meistens sechs Jahre alt.<eop>Wie lange die Grundschulzeit ist oder wie alt die Kinder dann sind, ist von Land zu Land verschieden. In Deutschland hängt es vom Bundesland ab. In fast allen Bundesländern geht die Grundschule von der 1. bis zur 4. Klasse. Dann ist man etwa sechs bis zehn Jahre alt. Nur in Berlin und Brandenburg ist es anders: Dort dauert die Grundschule bis zur 6. Klasse. Nach der Grundschule wechseln die Schüler auf eine weiterführende Schule. Das kann zum Beispiel ein Gymnasium sein.<eop>In Österreich ist die Grundschule ein Teil der Volksschule. In der Schweiz spricht man von der Primarstufe. Sie dauert sechs Jahre lang: Die Kinder kommen mit sieben Jahren und bleiben, bis sie etwa 13 Jahre alt sind.<eop>"}, {"title": "Gräser", "id": 341, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gräser", "text": "Gräser sind bestimmte Pflanzen. Sie haben lange, schmale Blätter. Die Blüten sind so klein, dass man genau hinsehen muss, um sie zu entdecken. Wenn Gräser eine ganze Fläche bedecken, nennt man das eine Wiese oder man sagt zum Beispiel: „Der Bauer mäht das Gras.“<eop>In der Biologie gibt es die Familie der Süßgräser und die Familie der Sauergras-Gewächse. Die Süßgräser sind sehr wichtig, weil aus ihnen durch Zucht alle Getreide entstanden sind, also Weizen, Roggen, Mais, Reis und viele andere. Ohne sie könnte sich die Welt heute nicht ernähren. Aber auch die natürlichen Arten als Wiesen oder Weiden, Steppen und Savannen sind wichtig, weil dort viele Tiere weiden. Ihre Stängel nennt man Halme. Sie sind meist hohl und haben Knoten. <eop>Sauergras-Gewächse gibt es nur in der unberührten Natur. Man kennt sie auch als Riedgräser. Ihre Stängel sind etwas dicker und leicht dreieckig. Sie enthalten ein Mark wie unsere Knochen. Dafür gibt es bei diesen Stängeln keine Knoten. In Mitteleuropa gibt es verschiedene Arten von Sauergräsern. Sie wachsen meist auf feuchtem Grund, zum Beispiel in Mooren, Feuchtwiesen und Sümpfen. Es gibt sie aber auch auf Dünen, wo es trocken ist.<eop>Die Blüten der Gräser bilden viele Pollen. Das sind die kleinen Teilchen der männlichen Blüten. Im Frühling trägt der Wind Millionen solcher Pollen fort, und wir kriegen sie auch in die Nase. Vielen Menschen macht das nichts aus. Andere haben jedoch eine Allergie dagegen: Sie müssen niesen, die Nase läuft ständig oder sie verstopft sich. Auch in den Augen gibt es Beschwerden: Sie werden rot und beginnen zu tränen. <eop><eop>"}, {"title": "Gänse", "id": 342, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gänse", "text": "Gänse sind große Vögel. Die häufigste Art weltweit ist die Kanadagans. Die zweithäufigste Art ist die Graugans. Aus dieser haben die Menschen die Hausgans gezüchtet. Auch Schwäne und Enten sind mit den Gänsen verwandt. Das Männchen heißt Ganter, das Weibchen heißt Gans und das Jungtier ist ein Gössel.<eop>Gänse haben einen langen Hals und leben in der Natur meist auf dem Land, schwimmen aber auch gern auf dem Wasser. In der Natur sind Gänse oft grau, braun oder schwarz. Wenn man ihr die Federn ausreisst, wird die Haut voller kleiner Höcker sichtbar. Das nennt man Gänsehaut. Diesen Ausdruck braucht man auch, wenn bei einem Menschen eine solche Haut entsteht und sich die Haare aufstellen. <eop>Die Hausgans wurde von Menschen gezüchtet. Sie eignet sich deshalb besser für die Haltung auf einem Bauernhof oder in einem besonderen Gänsebetrieb. Ihre Federn sind weiß. Menschen mögen Gänse wegen des Fleisches, aber auch wegen der Federn. Beliebt ist die Gänsestopfleber: Dazu werden Gänse so mit Fressen vollgestopft, dass sie eine riesige, fette Leber bekommen. Das ist aber eine Quälerei und deshalb in vielen Ländern verboten.<eop>Wie lebt die Graugans? Graugänse leben im Sommer in vielen Gebieten Europas und Nordasiens. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern. Sie mögen aber auch verschiedene Getreidekörner: Mais, Weizen und andere. Manchmal suchen sie sich ihre Nahrung auch unter Wasser, also Algen und andere Wasserpflanzen.<eop>Ein Graugans-Weibchen und ein Männchen bleiben ein Leben lang zusammen. Ihre Nester bauen sie in nahe vom Wasser. Viele Nester befinden sich auf Inseln. Die Polsterung besteht nur aus einer dünnen Schicht von Federn. Graugänse paaren sich im März oder April, dann legt das Weibchen meist vier bis sechs Eier. Nur das Weibchen brütet, etwa während vier Wochen. Die Jungtiere können das Nest sofort verlassen und werden von den Eltern während etwa zwei Monaten betreut. <eop>Im Herbst ziehen die Graugänse aus Nordeuropa und Nordasien in den Süden. Sie überwintern am westlichen Mittelmeer: in Spanien, Tunesien und in Algerien. Auf dem Vogelzug schwimmen sie nicht einfach in einem Schwarm, sondern sie bilden eine Formation, die wie der Buchstabe V aussieht. Die Graugänse aus Deutschland und ganz Mitteleuropa ziehen nicht in den Süden.<eop><eop>"}, {"title": "Gänseblümchen", "id": 343, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Gänseblümchen", "text": "Gänseblümchen sind sehr bekannte Blumen auf unseren Wiesen. Sie sind klein und eher unscheinbar. In der Mitte sind sie gelb und außen weiß. Sie haben viele verschiedene Namen: Himmelsblume, Tausendschön und Maiblume sind nur einige davon. In der Schweiz nennt man sie „Margritli“, obwohl sie gar keine Margeriten sind. Sie haben zwar eine ähnliche Form und Farbe, sind aber viel kleiner.<eop>Gänseblümchen wachsen etwa so hoch wie die Hand eines Kindes. Die Blätter liegen direkt auf dem Boden und bilden selbst schon fast die Form einer Blume. Man nennt dies eine Rosette. Blätter, Stiele und Wurzeln überleben den Winter und schlagen im Frühling wieder aus. Die Pflanze ist also winterhart.<eop>Für den Biologen sind die Gänseblümchen eine eigene Pflanzenart. Die Blumen bezeichnet er nicht als Blüten, sondern als Scheinblüten. Der Biologe erkennt nämlich viele kleine Blüten, die zusammen das ergeben, was wir als einzige Blume erkennen. <eop>Zur Bestäubung braucht es Insekten wie Bienen, Hummeln, Fliegen und andere. Dann wächst eine besondere Art von Samen. Diese fallen nicht nur herunter. Der Regen kann sie ziemlich weit weg schleudern, ebenso der Wind. Auch Regenwürmer, Schafe und Rinder helfen bei der Verbreitung mit. Sie fressen die winzigen Samen und können sie nicht verdauen. Sie scheiden sie dann mit ihrem Kot wieder aus. Das kann irgendwo sein. <eop><eop>"}, {"title": "Haar", "id": 344, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Haar", "text": "Haar wächst bei Säugetieren aus der Haut. Man gebraucht das Wort sowohl für das einzelne Haar als auch für Haar allgemein. Das Haar, dass der Mensch auf dem Kopf hat, heißt Haupthaar. Bei Tieren nennt man das Haar Fell.<eop>Haar besteht aus einem bestimmten Eiweiß, das man Keratin nennt. Daraus macht der Körper auch Fingernägel. Keratin besteht aus Fasern und wird dadurch besonders fest. <eop>Im Haar sitzen Pigmente, das sind sehr kleine Stoffe. Dadurch hat das Haar eine Farbe. Wenn Menschen älter werden und graues Haar bekommen, dann liegt das daran, dass der Körper nicht mehr so viele Pigmente herstellt.<eop>Haare beschützen den Menschen oder das Tier gegen Kälte. Außerdem schützt das Haar gegen die Strahlen der Sonne. Viele Tiere haben Fett oder Wachs im Fell, dadurch weist das Fell Wasser ab. Die Farben des Fells können dem Tier helfen, sich zu verstecken. Viele Menschen nutzen das Haupthaar als Schmuck: Sie gestalten ihre Frisur so, wie sie gerade wollen.<eop> "}, {"title": "Hafen", "id": 345, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hafen", "text": "Ein Hafen ist ein geschützter Platz, an dem Schiffe anlegen. Seehäfen liegen am Meer oder haben Zugang zum Meer. Binnenhäfen liegen an Flüssen oder Kanälen. Manche Häfen gibt es von Natur aus, zum Beispiel an Meeresbuchten oder Mündungen von Flüssen. Andere müssen künstlich angelegt werden, indem man das Hafenbecken mit Molen, eine Art von Mauern, gegen das offene Meer schützt. <eop>Damit die Schiffe besser am Ufer anlegen können, wird dieses mit sogenannten Kais oder Piers befestigt. Von dort aus werden die Güter meist mit Kränen in die Schiffe ein- und auch wieder ausgeladen. Die meisten Waren werden heute in Containern transportiert. Das sind riesige Kästen, die immer gleich groß sind, so dass man sie gut stapeln kann. Oft werden sie vom Schiff direkt zur Weiterfahrt auf Eisenbahnwaggons oder Lastwagen verladen. Andere Güter, die nicht in Containern verpackt werden können, werden in großen Lagerhallen, Kühlhäusern oder Silos gelagert, bevor sie weitertransportiert werden. <eop>Große Häfen haben eigene Werften, in denen Schiffe repariert werden, oder Fabriken, in denen die angelieferten Waren weiterverarbeitet werden. Manche Häfen, sogenannte Freihäfen, sind sogar durch besondere Grenzen vom Hinterland abgetrennt. Wer über diese Grenze will, muss für seine Waren Zoll bezahlen.<eop>Neben den großen Handelshäfen gibt es auch kleinere Häfen. Man hat sie für unterschiedliche Zwecke gebaut: Fischereihäfen, Fährhäfen, Yachthäfen oder Passagierhäfen, also um Menschen von Ort zu Ort zu bringen.<eop> "}, {"title": "Haie", "id": 346, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Haie", "text": "Haie sind Fische, die in allen Weltmeeren zu Hause sind. Ein paar Arten leben auch in Flüssen. Sie gehören zu den Raubfischen: Die meisten fressen Fische und andere Meerestiere. <eop>Wenn Haie an der Oberfläche des Wassers schwimmen, erkennt man sie an ihrer dreieckigen Rückenflosse, die aus dem Wasser ragt. Schon vor 400 Millionen Jahren sind Haie durchs Meer geschwommen, deshalb gehören sie zu den ältesten Tierarten der Welt. <eop>Der Zwerghai ist mit 25 Zentimetern Länge der kleinste Hai, der Walhai mit 14 Metern der längste. Der Walhai ist auch der schwerste Hai: Mit bis zu zwölf Tonnen wiegt er so viel wie zehn kleine Autos. Insgesamt gibt es ungefähr 500 Arten von Haien.<eop>Haie haben ein besonderes Gebiss: Hinter der ersten Reihe von Zähnen wachsen weitere Reihen nach. Wenn dann im Kampf mit anderen Tieren Zähne ausfallen, rücken die nächsten Zähne nach. Auf diese Weise „verbraucht“ ein Hai in seinem Leben bis zu 30.000 Zähne.<eop>Die Haut der Haie besteht nicht aus normalen Schuppen, sondern aus demselben Material wie das Gebiss. „Hautzähnchen“ nennt man diese Schuppen. Vom Kopf zur Schwanzflosse fühlt sich diese Haut ganz glatt an, andersherum dagegen rau. <eop>Wie leben Haie? Haie sind noch schlecht erforscht, man weiß also nur wenig über sie. Eine Besonderheit ist jedoch bekannt: Haie müssen ständig in Bewegung bleiben, damit sie nicht auf den Meeresboden absinken. Das liegt daran, dass sie im Gegensatz zu anderen Fischen keine Schwimmblase haben, die mit Luft gefüllt ist.<eop>Die meisten Hai-Arten ernähren sich von Fischen und anderen größeren Meerestieren. Aber gerade einige der größten Hai-Arten ernähren sich von Plankton, das sind kleine Tierchen oder Pflanzen die sich vom Wasser treiben lassen. Auf der ganzen Welt werden jedes Jahr etwa fünf Menschen durch Haie getötet.<eop>Haie haben Feinde: Kleinere Haie werden von Rochen und von größeren Haien gefressen. In Küstennähe stehen die Haie auch auf dem Speiseplan von Seevögeln und Robben. Schwertwale jagen auch größere Haie. Der größte Feind der Haie ist jedoch der Mensch mit seinen Fangnetzen. Vor allem im Asien gilt das Fleisch von Haien als Delikatesse.<eop>Wie kriegen Haie ihre Jungen? Die Fortpflanzung der Haie braucht sehr viel Zeit: Manche Haie müssen 30 Jahre alt werden, bis sie sich zum ersten Mal paaren können. Einige Arten legen Eier auf den Meeresgrund. Die Mutter kümmert sich nicht um sie, auch nicht um die Jungtiere. Viele werden bereits als Eier oder als Jungtiere gefressen.<eop>Andere Haie tragen alle zwei Jahre einige lebende Jungtiere im Bauch. Dort entwickeln sie sich von einem halben bis zu fast zwei Jahren lang. In dieser Zeit fressen sie sich zum Teil gegenseitig auf. Nur die stärksten kommen zur Welt. Sie sind dann etwa einen halben Meter lang.<eop>Viele Hai-Arten sind vom Aussterben bedroht. Dies liegt nicht nur an den Menschen und an den natürlichen Feinden. Es liegt auch daran, dass Haie sehr alt werden müssen, bis sie sich überhaupt vermehren können.<eop><eop>"}, {"title": "Halloween", "id": 347, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Halloween", "text": "Halloween ist ein sehr altes Fest und wird jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert. Das ist der Abend vor dem 1. November, also vor Allerheiligen. Der Name „Halloween“ kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für „All Hallows‘ Evening“. Übersetzt bedeutet das: „der Abend vor Allerheiligen“.<eop>Eigentlich kommt Halloween aus Irland, also aus Europa. Dort feierten die Einwohner Irlands, die Kelten, schon vor vielen hundert Jahren dieses Fest. Sie glaubten, dass am Abend des 31. Oktobers die Toten auf die Erde zurückkehrten, um den Lebenden Streiche zu spielen. Deswegen sind die meisten Halloweenkostüme gruselig. Die Kelten hofften, dass die Toten dann an ihnen vorbeigehen und sie nicht als Lebende erkennen.<eop> Wie feiert man Halloween? Bisher war das Gruselfest vor allem in den USA sehr beliebt. Inzwischen feiern auch viele Menschen in Deutschland Halloween. Besonders Kindern macht es Spaß, sich als Hexen und Geister zu verkleiden und andere zu erschrecken. Sie gehen dann abends von Haustüre zu Haustüre und klingeln. Wenn jemand aufmacht, rufen sie „Süßes, sonst gibt’s Saures!“. Meistens bekommen die Kinder dann Süßigkeiten. Wenn sie nichts bekommen, spielen sie demjenigen einen kleinen Streich.<eop>Besonders beliebt ist auch die Kürbislaterne, die oft schon an den Tagen vor Halloween hergestellt wird. Dazu höhlt man einen Kürbis aus und schnitzt ein Gesicht hinein. Dann legt man eine Kerze in den Kürbis und kann ihn in den Garten oder auf einen Balkon stellen. Damit man das ausgehöhlte Fruchtfleisch nicht wegwerfen muss, kann man daraus eine Kürbissuppe kochen.<eop><eop>"}, {"title": "Hamburg", "id": 348, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hamburg", "text": "Hamburg ist die zweitgrößte Stadt in Deutschland. Sie liegt in Norddeutschland am Fluss Elbe und ist bekannt für ihren großen Hafen. In Hamburg leben fast zwei Millionen Menschen. In Deutschland ist nur Berlin noch größer.<eop>Hamburg ist über 1000 Jahre alt. Im Mittelalter war die Stadt Mitglied in der Hanse, einem mächtigen Verein von Kaufleuten und Städten. Weil der Hafen immer schon wichtig war, wurde Hamburg mehrmals von anderen Ländern angegriffen und erobert, zum Beispiel von Dänemark oder Frankreich. Heute gehört Hamburg zu Deutschland und ist ein eigenes Bundesland. Regiert wird es vom Ersten Bürgermeister und dem Senat, so heißt hier die Regierung.<eop>Der Hamburger Hafen ist der größte in Deutschland und einer der größten der Welt. Außerdem gibt es hier Werften, wo neue Schiffe gebaut werden sowie ein großes Flugzeugwerk und viele Fabriken. Dort verarbeitet man Rohstoffe wie Erdöl, Kupfer, Gummi oder Kaffee. <eop>In Hamburg sind aber auch viele Zeitungen, Fernseh- und Radiosender zuhause. Außerdem gibt es mehrere Universitäten und viele Museen und Sehenswürdigkeiten. Zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt gehören der \"Michel\", also die Sankt-Michaelis-Kirche in der Innenstadt, und die Elbphilharmonie, in der vor allem Konzerte stattfinden.<eop>Was ist besonders an Hamburg? Hamburg ist eine Stadt mit sehr viel Wasser und sehr viel Grün. Außer der Elbe fließen drei weitere Flüsse durch Hamburg: Alster, Bille und Este. Die Alster teilt Hamburg ziemlich genau in der Mitte, von Norden nach Süden. In der Mitte der Stadt ist sie zu einem See aufgestaut. Durch zwei Brücken sind Außen- und Binnenalster getrennt. Die Binnenalster liegt innerhalb der alten Stadtmauer, die Außenalster außerhalb. Viele Hamburger gehen gern an der Alster spazieren, joggen oder Fahrrad fahren. Mit etwa 2500 Brücken hat Hamburg mehr Brücken als Amsterdam oder Venedig, Hamburg ist aber auch eine deutlich größere Stadt.<eop>Hamburg ist für eine Großstadt eher dünn besiedelt. Es gibt viele Parks. Bekannt sind der Stadtpark im Norden der Stadt, der Jenischpark im Westen sowie die Wallanlagen und „Planten un Blomen“ in der Innenstadt. Der Friedhof Ohlsdorf ist der größte Parkfriedhof der Welt. In den vergangenen 150 Jahren sind dort 1,4 Millionen Menschen beerdigt worden, darunter auch viele bekannte Einwohner der Stadt wie der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt.<eop>Viel von Hamburgs Stadtgebiet ist Hafengebiet, wo auch niemand wohnt. Altenwerder zum Beispiel war früher ein Dorf. Heute ist es ein Stadtteil von Hamburg und liegt im Hafengebiet. Nur noch drei Menschen leben in Altenwerder. <eop>Ein weiterer Grund, warum in Hamburg eher wenig Menschen auf viel Fläche leben, sind die Vier- und Marschlande. Sie liegen im Südosten der Stadt, weiter oben an der Elbe. Dort lebt man sehr dörflich. Ebenfalls eher dörflich sind die Walddörfer im Norden der Stadt und die Elbvororte im Westen. Hier leben eher die reichen Bürger Hamburgs. <eop>Hamburg wurde zweimal stark zerstört. Das erste Mal war beim großen Stadtbrand im Jahr 1842, das zweite Mal im Jahr 1943. Damals tobte der Zweite Weltkrieg, und Hamburg wurde aus der Luft angegriffen. Deshalb gibt es nicht viele alte Gebäude in Hamburg. Das älteste Gebäude Hamburgs ist der Leuchtturm auf Neuwerk, der weit weg von der eigentlichen Stadt liegt. Er stammt aus dem 14. Jahrhundert.<eop>Häuser aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gibt es vor allem viele im Westen der Stadt. Die Stadtteile Eimsbüttel, Hoheluft und Eppendorf sind sehr beliebt zum Wohnen und auch sehr dicht bebaut. Die meisten Häuser Hamburgs wurden aber in den 1950er-Jahren gebaut. Häuser aus roten Ziegeln sind in Hamburg besonders oft zu sehen. Ein besonders modernes Wohnviertel ist die Hafencity mit der Elbphilharmonie.<eop><eop>"}, {"title": "Hamster", "id": 349, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hamster", "text": "Der Hamster ist ein Nagetier und nahe verwandt mit der Maus. Er ist auch etwa gleich groß. Bei uns vor allem als Haustier bekannt, allen voran der Goldhamster. In der Natur gibt es bei uns nur den Feldhamster. <eop>Hamster haben ein dichtes, weiches Fell. Es ist braun bis grau. Einmalig sind bei den Hamstern die riesigen Backentaschen. Sie reichen vom Mund bis zu den Schultern. Darin schleppen sie ihre Nahrung für den Winter in ihren Bau.<eop>Der kleinste Hamster ist der Kurzschwanz-Zwerghamster. Er wird bloß 5 Zentimeter lang. Dazu kommt noch ein kurzes Stummelschwänzchen. Er wird nur knapp 25 Gramm schwer. Es braucht also vier solcher Hamster um eine Tafel Schokolade aufzuwiegen.<eop>Der größte Hamster ist unser Feldhamster. Er kann etwa 30 Zentimeter lang werden, so lang also wie ein Lineal in der Schule. Er wird auch über ein halbes Kilogramm schwer.<eop>Wie leben Hamster? Hamster wohnen in Höhlen. Mit den Vorderpfoten können sie gut graben, aber auch klettern, Nahrung festhalten und ihr Fell pflegen. An den Hinterpfoten haben die Hamster große Ballen. Die helfen ihnen zusätzlich beim Klettern. <eop>Hamster fressen meistens Pflanzen, am liebsten Samen. Das kann auch Getreide vom Feld sein oder Gemüse aus einem Garten. Deshalb ist der Hamster bei Bauern und Gärtnern nicht beliebt. Manchmal fressen Hamster auch Insekten oder andere kleine Tiere. Hamster werden aber auch selber gefressen, am meisten von Füchsen oder Greifvögeln.<eop>Hamster schlafen meist am Tag. In der Dämmerung und in der Nacht sind sie wach. Sie sehen auch nicht sehr gut. Sie spüren aber vieles mit ihren Tasthaaren, wie die Katze. Die größeren Hamsterarten machen einen richtigen Winterschlaf. Die kleineren schlafen nur zwischendurch mal während einer kürzeren Zeit. <eop>Hamster leben allein, außer wenn sie Kinder machen wollen. Eine Schwangerschaft dauert weniger als drei Wochen. Es gibt immer mehrere Junge. Sie kommen ohne Fell zur Welt und trinken Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Sie werden von der Mutter gesäugt. Deshalb gehören die Mäuse zu den Säugetieren. Nach etwa drei Wochen sind sie aber bereits selbstständig und ziehen von Zuhause aus. <eop><eop>"}, {"title": "Hand", "id": 350, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hand", "text": " Menschen und Affen haben Hände. Sie befinden sich am Ende der Arme. Mit Händen kann man gut etwas greifen. Man kann die Hand auch zu einer Faust ballen.<eop>Die Hand des Menschen hat 27 Knochen. Ein Finger besteht aus drei Knochen, nur der Daumen hat einen weniger. Der Daumen ist für den Menschen sehr nützlich, um eine Sache richtig fest greifen zu können, den er liegt abgespreizt von den anderen Fingern. So kann man mit dem Daumen und jedem anderen Finger einen Kreis bilden. Die anderen Finger heißen der Reihe nach Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger. Vor allem in den Fingerspitzen gibt es sehr viele Nervenenden, so dass man gut fühlen kann. <eop>Außer den Affen haben die Säugetiere nicht Arme, sondern Vorderbeine. Sie haben auch keine Hände, sondern Füße. Je nachdem, auf wie vielen Zehen sie gehen, spricht man zum Beispiel von Hufen oder von Pfoten. Die Vögel haben keine Arme, sondern Flügel. Die Fische haben Flossen. Aber das ist etwas ganz anderes.<eop><eop>"}, {"title": "Handball", "id": 351, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Handball", "text": "Handball ist eine Sportart, die im Jahr 1917 erfunden wurde. Man nannte sie damals „Torball“. Bei einem Handballspiel spielen zwei Mannschaften mit je sieben Spielerinnen oder Spielern im Feld. Sechs davon sind Feldspieler, einer ist Torwart. Die Auswechselspieler sitzen auf der Bank außerhalb des Spielfeldes und warten, bis sie mit einem Spieler wechseln können. <eop>Ziel ist es, während des Spiels möglichst viele Bälle in das gegnerische Tor zu werfen. Das Spiel dauert 60 Minuten, es besteht aus zwei Halbzeiten mit jeweils 30 Minuten. Wenn Kinder spielen, ist die Spielzeit kürzer.  Das Spielfeld ist 40 Meter lang und 20 Meter breit. Es hat die Form eines Rechtecks. Eine Mittellinie teilt es in zwei Hälften. Die Tore befinden sich in der Mitte der schmaleren Seiten. Davor liegen die jeweiligen Torräume. Das Spielfeld selbst ist jener Raum, der sich innerhalb der Spielfläche befindet, die Torräume gehören nicht dazu. <eop>Die Tore sind zwei Meter hoch und drei Meter breit. Der Torraum ist ein Halbkreis mit dem Durchmesser von 12 Metern. Die Feldspieler dürfen den Torraum nicht betreten. Wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, kann er wie beim Fußball eine gelbe Karte bekommen. Manchmal wird jemand für zwei Minuten vom Platz gestellt, oder erhält die rote Karte, so dass er nicht weiter mitspielen darf. Häufig gibt es auch für die andere Mannschaft einen 7-Meter-Wurf, ähnlich wie der Elfmeter beim Fußball.<eop>"}, {"title": "Handel", "id": 352, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Handel", "text": "Beim Handel tauschen die Menschen Waren untereinander aus. Früher haben sie eine Ware direkt gegen eine andere getauscht, das war der Tauschhandel. Heutzutage bezahlt man eine Ware meist mit Geld.<eop>Wenn man vom „dem Handel“ spricht, meint man damit den gesamten Handeln in einem Land oder der Welt. Der Handel ist ein Teil der Wirtschaft. Wenn etwas hergestellt worden ist, dann braucht man den Handel, damit der Hersteller seine Ware an die Leute bringt und Geld damit verdient. Außerdem wollen die Kunden Waren kaufen können.<eop>Man sagt auch, dass ein Land Handel betreibt. Händler ist dann aber meistens nicht das Land selbst, der Staat, sondern die vielen Unternehmen im Land. China, die USA und Deutschland sind diejenigen Länder, die am meisten Handel mit anderen Ländern betreiben.<eop> Was für Arten von Handel gibt es? Ein Teil des Handels ist der Einzelhandel. Damit meint man die Geschäfte und Läden, die etwas an normale Kunden verkaufen. Solche Kunden kaufen Waren für sich selbst und für ihren Haushalt. Ein Kunde kauft sich zum Beispiel von Zeit zu Zeit einen neuen Kühlschrank.<eop>Einzelhandel ist der Gegensatz zum Großhandel: Großhändler handeln mit einer Ware, von der sie viel verkaufen. Beispielsweise handelt ein Unternehmen mit Kühlschränken. Die Einzelhändler kaufen einige Kühlschränke beim Großhandelsunternehmen und verkaufen sie dann an ihre Kunden weiter.<eop><eop>"}, {"title": "Handwerk", "id": 353, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Handwerk", "text": "Das Handwerk ist ein Teil der Wirtschaft. Damit meint man bestimmte Berufe. Man übt sie in einem eher kleinen Betrieb aus, der oft dem Handwerker selbst gehört. Handwerker stellen meist etwas her oder helfen bei etwas, weil ein Kunde es kurz vorher bestellt hat. Große Fabriken hingegen stellen große Mengen von etwas her, weil sie hoffen, dass viele Kunden die Waren kaufen wollen.<eop>Bekannte Handwerksberufe sind zum Beispiel Schmied, Schneider, Tischler oder Bäcker. Solche Berufe sind oft schon sehr alt. Was genau ein Handwerk ist und was ein sonstiger Beruf, ist aber nicht immer ganz klar. Viele Leute haben ein Handwerk gelernt, arbeiten aber in einer großen Fabrik.<eop>Früher haben Handwerker sich in Zünften zusammengeschlossen. Eine Zunft gab es dann für einen bestimmten Beruf, wie Bäcker. Die Zunft bestimmte, wie viele Bäcker es in der Stadt geben durfte, damit jeder Bäcker noch genug Kunden hatte. In den Jahren nach 1800 haben viele Staaten allerdings beschlossen, dass es Gewerbefreiheit geben soll. Demnach darf jeder einen Beruf lernen und ausüben, den er will. <eop>Trotzdem gibt es auch heute noch Grenzen. Handwerkskammern legen fest, welche Regeln es für bestimmte Berufe geben soll, die Handwerksberufe. So soll dafür gesorgt werden, dass die Handwerker ihren Beruf gut lernen. Manchmal gibt es Streit darüber, welcher Beruf ein Handwerk sein soll und welcher nicht. Zurzeit sind es etwa vierzig.<eop> "}, {"title": "Hannover", "id": 354, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hannover", "text": "Hannover ist die Hauptstadt des Bundeslandes Niedersachsen. Sie hat über 500.000 Einwohner. Damit gehört sie zu den 15 größten Städten in Deutschland. <eop>Hannover wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Ab dem 17. Jahrhundert war Hannover die Hauptstadt des Kurfürstentums Hannover. Später, im Jahr 1714 ging Hannover eine Personalunion mit Großbritannien ein. Das heißt, der britische König war zugleich Kurfürst von Hannover. Ab 1814 wurde Hannover ein Königreich. Im Jahr 1866 verleibte Preußen sich das Königreich Hannover ein. Die Stadt Hannover war erst die Hauptstadt einer preußischen Provinz. Seit 1946 ist es Hauptstadt des Landes Niedersachsen. <eop>Die Sprache von Hannover gilt als das beste Hochdeutsch. In der Stadt werden auch kaum Dialekte gesprochen. Im 17. Jahrhundert sagte man noch, dass in Norddeutschland das reinste Hochdeutsch gesprochen wird. Später konzentrierte man sich auf Hannover, weil es als Hauptstadt eines Königreichs besonders wichtig war. <eop>Hannover ist eine wichtige Messe-Stadt. Dort gibt es das größte Messe-Gelände der Erde. Im Jahr 2000 fand dort eine Weltaustellung statt. Außerdem kommen in Hannover viele Linien der Eisenbahn zusammen. Wichtig ist die Stadt, durch den Mittellandkanal, auch für Schiffe. Hannover hat auch einen Flughafen und eine Universität. Das Neue Rathaus von Hannover ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt. Es ist 97 Meter hoch und 130 Meter breit. Der Bau dauerte zwölf Jahre. Zur Einweihung im Jahr 1913 kam auch Kaiser Wilhelm der Zweite. Der Bau hatte zehn Millionen Mark gekostet. Die Stadt Hannover war aber stolz darauf, dass sie alles in bar bezahlen konnte.<eop><eop>"}, {"title": "Hanse", "id": 355, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hanse", "text": "Die Hanse war ein Bündnis von Kaufleuten im Mittelalter. Später kamen auch Städte hinzu. Die etwa 200 Städte konnten gemeinsam mehr erreichen, um die Kaufleute zu schützen. Heute gibt es noch Städte, die früher in der Hanse waren und sich stolz Hansestadt nennen.<eop>Kaufleute reisten von Ort zu Ort, um Waren billig einzukaufen und teuer zu verkaufen. Die Reisen waren im Mittelalter aber sehr gefährlich, weil es noch keine richtige Polizei gab. Darum schlossen sich Kaufleute in Vereinen oder Bündnissen zusammen. <eop>Heute weiß man nicht mehr genau, wie die Hanse entstanden ist. Das Wort bedeutet so viel wie Schar oder Gefolgschaft. Um das Jahr 1150 kam es wohl zu einer Hanse von Kaufleuten, vor allem im Norden von Deutschland.<eop>Hundert bis 200 Jahre später aber wurden auch Städte Mitglied in der Hanse. Auch sie wollten einander schützen, außerdem hatten in vielen Städten sowieso die reichen Kaufleute das Sagen. Es gab auch Hansetage, das waren große Treffen der Kaufleute und Städte. Die Hanse war aber kein richtiger Verein oder Staat. Die Städte blieben frei, das zu tun, was sie selber für richtig hielten.<eop>Am Ende des Mittelalters wurde die Hanse immer unwichtiger. Zum einen lag das daran, dass die Europäer Amerika entdeckten. Der Handel im Norden von Deutschland, mit der Ostsee, war darum nicht mehr ganz so bedeutend. Vor allem aber wurden die Fürsten damals mächtiger. Es war dann ein Herzog oder Bischof, der in einem Gebiet bestimmen konnte.<eop> Was hat die Hanse gemacht? Kaufleute haben ihre Waren am liebsten gleich dort verkauft, wo sie gebraucht wurden. Darum gründeten sie sogenannte Kontore. Ein Kontor ist ein Haus oder Ort, an dem Kaufleute sich aufhalten konnten und andere Kaufleute kennenlernten. <eop>Das erste Kontor haben Deutsche in Flandern errichtet, in der reichen Handelsstadt Brügge. Auch in London, später sogar in Norwegen und Russland gründete man Kontore. Für die damalige Zeit lagen solche Städte weit entfernt. Es war sehr hilfreich für einen Kaufmann, wenn er im Kontor übernachten konnte und dort sicher vor Räubern war.<eop>Außerdem sorgte die Hanse dafür, dass die Wege sicherer wurden. Wer mit dem Schiff über die Ostsee oder Nordsee reiste, musste immer Angst vor Piraten haben. Kaufleute und Städte der Hanse haben Geld gegeben, um Piraten zu bekämpfen. Schiffe von Hansestädten haben sogar Kriege geführt, zum Beispiel gegen den König von Dänemark.<eop> Was ist eine Hansestadt? Wenn eine Stadt der Hanse beitreten wollte, musste sie zwar etwas bezahlen. Dieses Geld nannte man ebenfalls „Hanse“. Doch gab es keine Liste, welche Stadt genau zur Hanse gehörte. Kein Vertrag legte fest, was die Hanse war oder was sie tat. Darum ist es heute nicht genau bekannt, welche Städte tatsächlich Hansestädte waren.<eop>Die wichtigsten Städte lagen in Norddeutschland, an der Küste oder an großen Flüssen. Vor allem denkt man heute an Lübeck an der Ostsee, aber auch an Hamburg, Bremen und Rostock. Köln war Hansestadt, aber auch aus anderen Gründen bedeutend. Einige Städte liegen heute gar nicht mehr in Deutschland, wie Danzig in Polen oder Kaliningrad in Russland.<eop> Gibt es heute noch Hansestädte? Bis zum Jahr 1990 haben sich in Deutschland nur drei Städte Hansestadt genannt: Hamburg, Bremen und Lübeck. Seitdem wurden daraus über zwanzig. Die „Freie und Hansestadt Hamburg“ und die „Freie Hansestadt Bremen“ sind sogar Bundesländer. Mittlerweile gibt es die „Neue Hanse“. Das ist eine Partnerschaft von Städten, die gern mehr zusammenarbeiten wollen.<eop>Heutzutage nennt eine Stadt sich Hansestadt, weil sie stolz auf ihre Geschichte ist. Außerdem hört es sich gut an: Man hofft, dass auf diese Weise mehr Touristen von der Stadt erfahren. Ansonsten hat es keine Bedeutung, sie haben nicht mehr Rechte als andere Städte auch. Gerade große Städte wie Köln, Duisburg oder auch Arnheim in den Niederlanden verzichten oft auf den Titel Hansestadt.<eop>Übrigens kann auch ein einzelner Mensch „Hanseat“ sein. So jemand fühlt sich sehr mit seiner Hansestadt verbunden. Ein Hanseat hält sich auch für einen Mann von Welt, der sich für andere Länder interessiert – wie die reichen Kaufleute der Hanse.<eop><eop>"}, {"title": "Harry Potter", "id": 356, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Harry Potter", "text": "Harry Potter ist eine Buchreihe mit sieben Bänden und eine Filmreihe mit acht Teilen. Der Titelheld Harry Potter ist Schüler eines Internats für junge Zauberer, Hogwarts. Er kämpft gegen den bösen Zauberer Lord Voldemort. In jedem der sieben Bücher vergeht ein Schuljahr. Die Geschichte spielt in Großbritannien.<eop>Die Buchreihe gehört zu den erfolgreichsten der Welt und ist in über 70 Sprachen übersetzt worden. Insgesamt wurden etwa 500 Millionen Bücher verkauft, 30 Millionen davon in deutscher Sprache. Nur die Geschichten von „Perry Rhodan“ wurden öfter verkauft. Mit den Harry-Potter-Kinofilmen wurde eine Zeit lang sogar mehr Geld verdient als mit jeder anderen Filmreihe.<eop>Joanne Kathleen Rowling hat sich Harry Potter ausgedacht und alle Bücher geschrieben. Den ersten Teil brachte sie 1997 heraus. Davon wurden erst nur 500 Stück gedruckt. Doch die Nachfrage war deutlich größer als erwartet, so dass noch weitere gedruckt wurden. In den Jahren 1998 und 1999 folgten dann der zweite und der dritte Teil. Doch erst 2000 kam der ganz große Erfolg mit dem vierten Band. Die folgenden drei Teile wurden dann ebenfalls riesige Erfolge.<eop> Was passiert in den Büchern? Der fast elfjährige Harry Potter wächst bei seiner Tante, seinem Onkel und deren Sohn Dudley auf. Noch weiß er nicht, dass er ein Zauberer ist und ab seinem elften Geburtstag die Zauberschule Hogwarts besuchen darf. Tatsächlich haben alle Zauberer bereits etwas über ihn gehört: Als Harry ein kleines Kind war, wollte Lord Voldemort, ein besonders böser Zauberer, ihn umbringen. Aus einem unbekannten Grund überlebte Harry den „unverzeihlichen Todesfluch“, den Voldemort ausgesprochen hatte. Das bedeutete das Ende der Schreckensherrschaft Lord Voldemorts.<eop>Als Harry nach Hogwarts kommt, wird er dem Schulhaus „Gryffindor“ zugeteilt, genau wie seine neuen Freunde Hermine Granger und Ronald Weasley. Gemeinsam mit ihnen erlebt er viele weitere Abenteuer, denn Lord Voldemort hat es immer noch auf ihn abgesehen.<eop> Unterscheiden sich die Harry-Potter-Filme von den Büchern? Im September 2000 begann man, Filme zu den Büchern zu drehen. Als 2001 der erste Film „Harry Potter und der Stein der Weisen“ herauskam, wurde er ein riesiger Erfolg. Obwohl es nur sieben Bücher gibt, wurden daraus acht Filme: Aus dem letzten Band hat man zwei Filme gemacht. Der letzte Film kam 2011 in die Kinos.<eop>Es gab jedoch auch Kritik: Viele Stellen, die in den Büchern vorkommen, waren in den Filmen nicht zu sehen. Das lag daran, dass die Filme sonst zu lang geworden wären. Deshalb entschieden sich die Filmemacher, nur Harrys Geschichte zu erzählen und alles andere wegzulassen. Manche Filme sind übrigens ziemlich gruselig. Die meisten darf man erst sehen, wenn man mindestens 12 Jahre alt ist.<eop>"}, {"title": "Hasen", "id": 357, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hasen", "text": "Hasen sind Säugetiere. Wie die Kaninchen gehören auch die Hasen zur Familie der „Hasenartigen“. Wissenschaftlich gesehen sind Hasen und Kaninchen schlecht auseinander zu halten. Bei uns ist es jedoch einfach: In Europa lebt nur der Feldhase, in den Alpen und in Skandinavien auch der Schneehase. Die übrigen sind Wildkaninchen.<eop>Außer in Europa lebten auch schon immer Hasen in Nordamerika, Asien und Afrika. Heute leben sie auch in Südamerika und Australien, weil der Mensch sie dahin mitgenommen hat. Der Schneehase kann von den nördlichen Gebieten bis in die Nähe der Arktis leben.<eop>Feldhasen erkennt man sehr gut an ihren langen Ohren. Auf dem Rücken ist ihr Fell gelblich-braun, auf dem Bauch weiß. Ihr kurzer Schwanz ist schwarz und weiß. Mit ihren langen Hinterbeinen sind sie sehr schnell und können hoch springen. Außerdem können sie sehr gut riechen und sehen. Sie leben in ziemlich offenen Landschaften, also in lichten Wäldern, Wiesen und Feldern. Auf großen offenen Flächen sind Hecken, Sträucher und kleine Bäume wichtig, damit sie sich wohl fühlen.<eop>Wie leben Feldhasen? Feldhasen leben allein. Sie sind meist in der Dämmerung und nachts unterwegs. Sie fressen Gras, Blätter, Wurzeln und Getreide, also Körner aller Art. Im Winter fressen sie auch die Rinde von Bäumen. <eop>Feldhasen bauen keine Höhlen. Sie suchen sich Erdmulden, die man „Sassen“ nennt. Das kommt vom Verb sitzen – er saß. Idealerweise sind diese Sassen von Grünzeug bedeckt, sodass sie ein gutes Versteck bilden. Ihre Feinde sind Füchse, Wölfe, Wildkatzen, Luchse und Raubvögel wie Eulen, Habichte, Bussarde, Adler und Falken. Auch Jäger schießen sehr gerne mal einen Hasen.<eop>Bei einem Angriff ducken sich Feldhasen erst mal in ihre Sasse und hoffen, nicht entdeckt zu werden. Dabei hilft ihnen auch ihre bräunliche Tarnfarbe. Wenn das nicht hilft, fliehen sie. Dabei können sie bis zu 70 Stundenkilometer schnell werden, so schnell wie ein besonders gutes Rennpferd. Die Feinde erbeuten deshalb vor allem Jungtiere.<eop>Wie vermehren sich Hasen? Feldhasen paaren sich bei uns von Januar bis Oktober. Eine Schwangerschaft dauert nur etwa sechs Wochen. Meist trägt die Mutter eins bis fünf oder sogar sechs Jungtiere. Nach etwa sechs Wochen kommt es zur Geburt. Besonders ist bei den Feldhasen, dass sie während einer Schwangerschaft erneut schwanger werden können. Die werdende Mutter trägt dann also Jungtiere mit unterschiedlichem Alter in sich. Ein Weibchen kriegt pro Jahr bis zu drei Mal Junge. Man sagt dazu, dass es bis zu drei Mal wirft.<eop>Die Neugeborenen haben bereits ein Fell. Sie können sehen und wiegen etwa 100 bis 150 Gramm. Das ist so viel oder etwas mehr als eine Tafel Schokolade. Sie können sofort fortlaufen, deshalb nennt man sie „Nestflüchter“. Sie verbringen den Tag meist allein, sie bleiben aber in der Nähe. Die Mutter besucht sie nämlich zweimal täglich und gibt ihnen ihre Milch zu trinken. Sie werden also gesäugt. <eop>Der Feldhase vermehrt sich zwar sehr stark, trotzdem ist sein Bestand bei uns gefährdet. Dies kommt unter anderem von der Landwirtschaft, die dem Hasen die Lebensräume streitig macht. Der Hase braucht Sträucher und ungepflegte Flächen. In einem riesigen Weizenfeld kann er nicht leben und sich vermehren. Auch das Gift, das viele Bauern einsetzen, macht die Hasen krank. Straßen sind eine weitere große Gefahr für die Hasen: viele Tiere werden von Autos überfahren. Hasen können bis zu 12 Jahre alt werden, etwa die Hälfte der Hasen wird jedoch nicht älter als ein Jahr.<eop> "}, {"title": "Hauptstadt", "id": 358, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hauptstadt", "text": "Eine Hauptstadt ist oft die wichtigste Stadt eines Staates. Gemeint ist: In dieser Stadt befinden sich die Organe des Staates. Das sind das Parlament, also die Vertretung des Volkes, außerdem die Regierung und andere Organe wie das wichtigste Gericht. Auch Landesteile wie die Bundesländer in Deutschland und Österreich oder die Kantone in der Schweiz haben Hauptstädte. <eop>Hauptstadt ist eine Stadt also vor allem wegen der Politik. Oft sieht man dort auch viele wichtige Universitäten und Unternehmen. Radio und Fernsehen werden dort gemacht. Man nennt die Stadt ein \"Zentrum\" für Kultur und Wirtschaft. Manchmal hat der Staat ausdrücklich gesagt, dass eine bestimmte Stadt die Hauptstadt sei. Es kann aber auch sein, dass die Einwohner von sich aus das so empfinden.<eop> Hat ein Land immer nur eine Hauptstadt? Wien ist die Hauptstadt von Österreich. Sie ist ein gutes Beispiel für eine Stadt, die wirklich die wichtigste Stadt im Staat ist. In Wien leben etwa ein Siebtel aller Österreicher. Sie ist viel größer als alle anderen Städte in Österreich. Das Parlament und alle anderen Organe des Bundesstaates sind dort. Wer was auf sich hält, lebt wahrscheinlich in der Hauptstadt.<eop>In anderen Ländern sieht das anders aus. In den Niederlanden zum Beispiel ist die Hauptstadt Amsterdam. Dort hat auch der König seinen wichtigsten Palast, das Paleis op den Dam. Die Regierung und das Parlament arbeiten allerdings in Den Haag. In Südafrika gibt es drei Hauptstädte: Die Regierung arbeitet in Pretoria, in Kapstadt ist das Parlament, und in Bloemfontein steht das oberste Gericht.<eop>In Deutschland ist Berlin die Hauptstadt. Das steht sogar im Grundgesetz, dem wichtigsten Gesetz Deutschlands. Berlin ist die größte deutsche Stadt, und dort befinden sich das Parlament und viele Gebäude der Regierung. Allerdings stehen Gebäude der Regierung auch in anderen Städten, vor allem in Bonn. Zwei der wichtigsten Gerichte sind in Karlsruhe.<eop> Bleibt eine Stadt für immer Hauptstadt? Manchmal bekommt ein Land eine neue Hauptstadt. Wenn die alte schon sehr groß ist, hat man oft keinen Platz für das „Regierungsviertel“. Dort sind die wichtigsten Gebäude des Staates. In einer ganz neu gebauten Stadt plant man so ein Viertel von vorneherein ein. Außerdem empfindet man so eine neue Stadt mehr als die Hauptstadt des ganzen Landes. <eop>Ein Beispiel dafür kennt man aus den USA. Zunächst war die Hauptstadt Philadelphia, eine der älteren Städte des Landes. Einige Jahre später wollte man aber eine neue Hauptstadt. Das wurde Washington, benannt nach dem ersten Präsidenten George Washington. Sie lag damals an der Grenze zwischen den nördlichen und den südlichen Teilen der USA.<eop>Gerade in Asien, Afrika und Südamerika gibt es viele Länder, die eine neue Hauptstadt bekommen haben. In Afrika liegt zum Beispiel das Land Nigeria. Die alte Hauptstadt an der Küste heißt Lagos. Sie gibt es schon seit dem Mittelalter und hat über 10 Millionen Einwohner. Seit dem Jahr 1991 ist aber Abuja Hauptstadt, das in der Mitte des Landes liegt. Dort wohnen mittlerweile aber auch schon anderthalb Millionen Menschen.<eop> "}, {"title": "Haus", "id": 359, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Haus", "text": "Ein Haus ist ein Gebäude, in dem man wohnen oder arbeiten kann. Manche Häuser sind sehr einfach, andere bestehen aus vielen unterschiedlichen Stoffen. Normalerweise ist ein Haus für lange Zeit gebaut. Es dient dazu, dass die Menschen gegen das Wetter und andere Menschen oder gegen Tiere geschützt sind.<eop>Es gibt Häuser mit mehreren Räumen oder sogar mehreren Wohnungen darin. Zu einer Wohnung gehören Räume zum Wohnen, aber oft auch eine Küche, eine Toilette und ein Badezimmer.<eop>Häuser sind oft frei stehend, so dass zwischen ihnen und anderen Häusern zumindest eine Lücke besteht. Reihenhäuser stehen hingegen direkt nebeneinander oder sind eigentlich ein einziges großes Gebäude. Die Wohnungen haben eigene Eingänge, oder man kommt über einen Flur dorthin. Zum Haus kann ein Garten gehören. In vielen Ländern, vor allem den ärmeren, ist es normal, dass auch Tiere dazugehören, von denen man lebt. <eop>Es gibt verschiedene Arten von Häusern. Besonders hohe Häuser heißen Hochhäuser. Andere befinden sich im Fels oder auf dem Wasser. Solche nennt man dann Hausboot. <eop> "}, {"title": "Hauskatze", "id": 360, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hauskatze", "text": "Unsere Hauskatzen nennt man meist nur Katzen. Es gibt sie in allerlei Farben und mit kurzem oder langem Haar. Sie stammen von der Afrikanischen Wildkatze ab und gehören zur Familie der Katzen und somit zu den Säugetieren. Sie sind also eng verwandt mit dem Löwen, dem Tiger und vielen anderen Arten.<eop>Menschen halten sich schon seit 10.000 Jahren Hauskatzen. Der Grund war am Anfang wohl der, dass Katzen Mäuse fangen. Mäuse fressen nicht nur Getreide, sondern fast alle Nahrungsmittel, die sie in einem Haus finden. Die Menschen freuen sich deshalb über eine Katze, die dafür sorgt, dass es weniger Mäuse gibt.<eop>Viele Menschen halten sich aber auch gern eine Katze als Tier zum Streicheln. Im Alten Ägypten verehrte man Katzen sogar als Götter. Es wurden Mumien von Katzen gefunden. Manche Katzen wurden also genauso für ein Leben nach dem Tod vorbereitet wie Pharaonen und andere wichtige Menschen.<eop>Was können Katzen besonders gut? Katzen sind Jäger und können sich sehr schnell bewegen. Manche Katzen schaffen bis zu 50 Stundenkilometer. Das ist so schnell wie ein Auto, das innerorts fährt. Katzen sehen nicht breit wie die Pferde, sondern nur was sich gerade vor ihnen befindet. Im Dunkeln sieht eine Katze sechsmal besser als ein Mensch. Noch erstaunlicher ist jedoch ihr Gehör. Kaum ein anderes Säugetier hat ein so gutes. Ihre Ohren kann die Katze drehen und so an einen bestimmten Ort hinhören. <eop>Katzen können etwas schlechter riechen als Hunde. Dafür haben sie einen hervorragenden Tastsinn. Die langen Haare um den Mund heißen „Tasthaare“ oder „Schnurrhaare“. Sie haben am unteren Ende sehr empfindliche Nerven. Die nehmen wahr, ob ein Durchgang zu schmal ist oder gerade ausreicht.<eop>Katzen haben einen besonders guten Sinn für das Gleichgewicht. Damit können sie gut über Äste balancieren. Zudem sind sie absolut schwindelfrei. Wenn sie doch einmal irgendwo herunterfallen, können sie sich sehr schnell in Bauchlage drehen und landen auf den Pfoten. Katzen haben kein Schlüsselbein. Dadurch werden ihre Schultern beweglicher und sie können sich auch bei einem Aufprall aus großer Höhe nicht verletzen.<eop>Wie verhalten sich Katzen? Katzen sind Raubtiere. Sie jagen meist allein, denn ihre Beutetiere sind klein: Säugetiere wie Mäuse, Vögel und manchmal auch Insekten, Fischen, Amphibien und Reptilien. Zum Klettern und Jagen verwenden sie ihre Krallen, die normalerweise in den Pfoten versteckt sind. <eop>Früher dachte man, Katzen würden meist allein leben. Das sieht man heute anders. Dort, wo es mehrere Katzen gibt, leben sie friedlich in Gruppen zusammen. Diese bestehen aus verwandten Weibchen mit ihren kleinen und größeren Jungtieren. Nur zu viele Männchen erträgt es in einer Gruppe nicht.<eop>Wie bekommen Hauskatzen ihre Jungen? Einige Rassen sind schon nach einem halben Jahr bereit, sich fortzupflanzen, bei anderen dauert das bis zu zwei Jahren. Die Männchen nennt man Kater. Sie können riechen, ob ein Weibchen dazu bereit ist. Meist kämpfen dann mehrere Kater um ein Weibchen. Zum Schluss bestimmt jedoch das Weibchen, welcher Kater sich mit ihr paaren darf.<eop>Ein Katzenweibchen trägt ihre Jungtiere während neun Wochen im Bauch. In der letzten Woche sucht es sich einen Ort für die Geburt. Dies ist oft das Zimmer ihres Lieblingsmenschen. Beim ersten Mal bringt eine Katze meist zwei bis drei Jungtiere zur Welt, später bis zu zehn. Von so vielen sterben dann aber meist einige.<eop>Die Mutter ernährt ihre Jungtiere während etwa einem Monat mit ihrer Milch und hält sie warm. Nach etwa einer Woche öffnen sie die Augen. Richtig gut sehen können sie aber erst nach etwa zehn Wochen. Dann erkunden sie die nähere Umgebung, später die weitere. Die Mutter bringt den Jungen auch das Jagen bei: Sie bringt lebende Beutetiere zum Nest, damit die Jungen nach ihnen jagen können. Junge Kätzchen sollten während etwa drei Monaten bei ihrer Mutter und ihren Geschwistern bleiben können, damit sie sich gesund entwickeln.<eop><eop>"}, {"title": "Haussperling", "id": 361, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Haussperling", "text": "Der Haussperling ist ein Singvogel. Man nennt ihn auch Spatz oder Hausspatz. Er ist bei uns der zweithäufigste Vogel nach dem Buchfink. Der Haussperling ist eine eigene Tierart. Zur Familie der Sperlinge gehören auch der Feldsperling, der Rötelsperling, der Schneesperling und viele andere.<eop>Haussperlinge sind eher kleine Vögel. Vom Schnabel bis zum Anfang der Schwanzfedern messen sie etwa 15 Zentimeter. Dies entspricht der Hälfte eines Lineals in der Schule. Die Männchen haben kräftigere Farben. Der Kopf und der Rücken sind braun mit schwarzen Streifen. Auch unterhalb des Schnabels sind sie schwarz, der Bauch ist grau. Bei den Weibchen sind die Farben ähnlich aber eher näher bei grau.<eop>Ursprünglich lebten Haussperlinge fast in ganz Europa. Nur in Italien, da gibt es sie nur ganz im Norden. Zudem kommen sie in weiten Teilen Asiens und in Nordafrika vor. Schon vor über hundert Jahren haben sie aber auch die übrigen Kontinente erobert. Nur am Nordpol und am Südpol gibt es sie nicht. <eop>Wie leben Haussperlinge? Haussperlinge leben gerne in der Nähe von Menschen. Sie ernähren sich nämlich vor allem von Samen. Die gibt es eben bei den Menschen, denn sie bauen Getreide an. Am liebsten fressen sie Weizen, Hafer oder Gerste. Die Wiesen geben viele Samen her. Vor allem im Frühling und Sommer fressen sie auch gerne Insekten. In der Stadt fressen sie fast alles, was sie gerade so finden. Man trifft sie deshalb häufig in der Nähe von Imbissständen. In Gartenrestaurants naschen sie auch gerne direkt von den Tischen oder picken zumindest die Brotsamen vom Boden auf.<eop>Haussperlinge beginnen den Tag kurz vor Sonnenaufgang mit ihrem Gesang. Zur Pflege ihrer Federn baden sie gerne im Staub oder im Wasser. Sie leben nicht gerne alleine. Ihr Futter suchen sie immer in Gruppen von mehreren Tieren. So können sie einander warnen, wenn sich Feinde nähern. Das sind vor allem Hauskatzen und Steinmarder. Aus der Luft werden sie von Turmfalken, Schleiereulen und Sperbern gejagt. Sperber sind starke Greifvögel. <eop>Etwa Ende April finden sie sich zu Paaren zusammen, um sich fortzupflanzen. Ein Paar bleibt während des ganzen Lebens zusammen. Ihr Nest bauen die Paare in der Nähe von anderen Paaren. Am liebsten nutzen sie dazu eine Nische oder eine kleine Höhle. Das kann auch mal ein Platz unter den Dachpfannen sein. Sie nutzen aber auch leere Schwalbennester oder Spechthöhlen oder Nistkästen. Als Nistmaterial nehmen sie alles, was die Natur hergibt, also vor allem Stroh und Gras. Papier, Lumpen oder Wolle kommen hinzu. <eop>Das Weibchen legt vier bis sechs Eier. Danach wird etwa zwei Wochen lang gebrütet. Männchen und Weibchen wechseln einander mit Brüten und Nahrungsuchen ab. Sie schützen die Jungen mit ihren Flügeln vor Regen und Kälte. Am Anfang verfüttern sie zerkleinerte Insekten. Später kommen Samen hinzu. Nach etwa zwei Wochen werden die Jungen flügge, sie fliegen also aus. Sollten beide Eltern vorher sterben, ziehen meistens die Nachbarspatzen die Jungen auf. Überlebende Elternpaare haben zwei- bis sogar viermal Junge in einem Jahr.<eop>Trotzdem gibt es immer weniger Haussperlinge. In modernen Häusern finden sie nämlich keine geeigneten Brutplätze mehr. Die Bauern ernten ihr Getreide mit immer besseren Maschinen, so dass kaum etwas zurück bleibt. Die Pflanzenschutzmittel sind für viele Spatzen giftig. In den Städten und Gärten gibt es immer mehr fremde Pflanzen. Die Spatzen kennen diese nicht. Sie nisten deshalb nicht darin und ernähren sich auch nicht von deren Samen.<eop><eop>"}, {"title": "Haut", "id": 363, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Haut", "text": "Die Haut ist ein Organ des Körpers, sowohl bei Tieren als auch bei Menschen. Sie bedeckt die Außenseite des Körpers. Als Hülle schützt sie uns vor Verletzungen und vor Bakterien. Sie wiegt mehr als jedes andere Organ. Bei einem erwachsenen Menschen ist sie fast zwei Quadratmeter groß.<eop>Unsere Haut hat eine dünne Oberhaut, die auch Hornschicht oder Epidermis genannt wird. Sie besteht aus abgestorbenen Zellen. Darunter ist die Lederhaut, die Dermis. In der Dermis sind Nerven und Blutgefäße. Außerdem befinden sich dort die Wurzeln der Haare sowie die Drüsen für Schweiß und Talg. Der Talg sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet.<eop>In der Haut sind kleine Farbstoffe, die Pigmente. Menschen mit dunkler Hautfarbe haben sehr viele Pigmente. Wenn die Sonne auf die Haut scheint, stellt sie mehr Pigmente her. Dadurch wird die Haut dunkler und besser gegen die Sonne geschützt. Hellhäutige Menschen hingegen bekommen leicht einen Sonnenbrand. Einzelne Menschen und Tiere haben gar keine Pigmente. Das nennt man Albinismus.<eop><eop>"}, {"title": "Hecht", "id": 364, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hecht", "text": "Der Hecht ist der größte und kräftigste Fisch im Süsswasser von Europa. Er ist ein Raubfisch mit lang gestrecktem Körper und einer Rückenflosse, die weit hinten sitzt. Der Hecht wird bis zu 1,50 Meter lang. Er hat einen langen Kopf und ein abgeflachtes Maul voller scharfer Zähne. Er kann bis zu 25 Kilogramm schwer werden. Der Bauch ist weißlich oder gelblich.  Der Hecht kommt in fast jedem Süßwasser vor, außer in kleinen Bächen. Er vermeidet starke Strömungen und sucht sich einen Ort, wo er bleiben und sich gut verstecken und auf Beute lauern kann.  Hechte stehen oft gut versteckt in Ufernähe und warten auf kleinere Fische wie Rotaugen, Rotfedern oder Barsche. Gute Fangplätze liegen im Schilf, in Seerosenfelder, unter Bootsstegen, in versunkenen Wurzeln oder unter überhängenden Bäumen. Hechte stoßen blitzschnell aus dem Hinterhalt zu.<eop>Wie vermehren sich Hechte? Hechtweibchen nennt man Rogner, die Männchen nennt man auch Milchner. Ab November belagern die Männchen die Reviere der Weibchen Die Männchen werden immer wilder und können sich gegenseitig stark verletzen. <eop>Die Eier nennt man Laich. Je schwerer das Weibchen, desto mehr Eier kann es tragen, nämlich über 40.000 je Kilogramm des eigenen Körpergewichts. Erst wenn das Weibchen seinen Laich aus dem Körper ausstößt, gibt das Männchen seine Samenzellen dazu. <eop>Nach etwa zwei bis vier Wochen schlüpfen die Larven aus. Sie ernähren sich am Anfang vom Dottersack. Das ist wie das Eigelb eines Hühnereis. Allerdings werden in dieser Zeit die allermeisten von anderen Fischen gefressen.<eop>Sobald die jungen Hechte etwa zwei Zentimeter lang sind, jagen sie kleinere Fischchen. Männchen werden mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif, Weibchen mit vier Jahren.<eop><eop>"}, {"title": "Heilige Drei Könige", "id": 365, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Heilige Drei Könige", "text": "Die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland sind Figuren aus der Bibel. Sie stammen aus der Weihnachtsgeschichte. Viele Christen feiern die Heiligen Drei Könige und spielen sie in Gottesdiensten oder auf Paraden nach.<eop>Die Drei Könige folgten dem Stern von Bethlehem. Sie wollten Jesus Christus als ihren neugeborenen Erlöser ehren. Die katholische Kirche feiert das Dreikönigsfest am 6. Januar. An diesem Tag, und nicht am 25. Dezember, wurde früher Weihnachten gefeiert. Heute ist es ein Fest am Ende der Weihnachtszeit. Die Bibel selbst sagt nichts Genaueres zu den Zeiten. Sie beschreibt bloss, dass die Drei Könige nach den Hirten und anderen einfachen Leuten zum neugeboren Jesus kamen.<eop>Was es genau mit den drei Besuchern aus dem Morgenland im Osten auf sich hat, ist nicht bekannt. Man vermutet, dass sie eigentlich nicht Könige, sondern weise Sterndeuter oder Magier gewesen sein müssten. Sie hießen wohl auch nicht Caspar, Melchior und Balthasar, wie sie heute überall genannt werden. Ihre Geschenke, die in der Geschichte vorkommen, waren damals jedoch tatsächlich sehr begehrt: Gold als glänzendes Metall sowie Weihrauch und Myrrhe, zwei Düfte aus dem Gebiet, aus dem die weisen Besucher stammen sollen.<eop>In früheren Zeiten hat man jedoch fest geglaubt, die Heiligen Drei Könige seien echt. Im Mittelalter sind Knochen, die man für ihre Knochen hielt, nach Köln gekommen. Der deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa holte so die Heiligen Drei Könige in sein Reich. Sie wurden von vielen Menschen als Reliquien verehrt und in der Stadt hat man begonnen, dafür den großen Kölner Dom zu bauen.<eop> Wie feiert man das Fest? Rund um diese Geschichte gibt es heute viel Brauchtum, das daneben irgendwie auch mit Schenken, Glückwünschen zum Neujahr oder sogar mit der Vertreibung des Winters zu tun hat. Am bekanntesten sind die Sternsinger, die als Heilige Drei Könige verkleidet mit einem Stern von Haus zu Haus ziehen. An den Türen und mit Kreide schreiben sie einen kurzen Segenswunsch für das neue Jahr über den Hauseingang. Dafür erhalten sie von den Hausbewohnern Geld für arme Kinder.<eop>In einigen Ländern, etwa in Frankreich oder der Schweiz, werden Dreikönigskuchen gegessen. In ihnen steckt eine Bohne oder eine Königsfigur. Wer sie findet, darf am 6. Januar eine Krone tragen und König oder Königin spielen. Die Nächte zwischen Weihnächten und dem Jahresbeginn sind besonders kalt und dunkel. Darum vertreibt man in den Alpen mit lautem Glockenschellen und anderem Krach die bösen Wintergeister.<eop>Im katholischen Süden Europas findet die Bescherung nicht an Weihnachten statt, sondern erst am 6. Januar. Die Kinder in Spanien warten, dass ihnen die „Reyes Magos“, zu Deutsch Heilige Könige, Geschenke mitbringen. In Italien ist es die Hexe Befana.<eop>"}, {"title": "Heiliges Römisches Reich", "id": 366, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Heiliges Römisches Reich", "text": "Das Heilige Römische Reich war ein Herrschaftsgebiet in der Mitte Europas. Es folgte auf das Fränkische Reich und war ein Vorläufer des heutigen Deutschlands. Auch die Schweiz und Österreich gehörten im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit dazu. Weil es im Reich viele mächtige Fürsten gab, war das Reich eher schwach. <eop>Im Jahr 800 wurde Karl der Große zum Kaiser gekrönt. Er sah sich als Nachfolger der römischen Kaiser. Unter seinen Nachfahren wurde sein Fränkisches Reich aufgeteilt. Der Ostteil wurde später zu Deutschland. Viele Geschichtswissenschaftler meinen, dass das Heilige Römische Reich im Jahr 962 begann: Damals ließ Otto der Große sich zum Kaiser krönen.<eop>In England und in Frankreich gelang es den Königen, die mächtigsten Herrscher im Land zu werden. Im Heiligen Römischen Reich aber gab es nicht nur den Kaiser, sondern weitere mächtige und reiche Herrscher. Sie regierten ihre eigenen Länder innerhalb des Reiches. Sie wollten deshalb nicht, dass der Kaiser zu mächtig wurde und ihnen Vorschriften machen konnte. Vor allem seit dem Dreißigjährigen Krieg waren der Kaiser und das Reich besonders schwach.<eop>Die Geschichtswissenschaftler sind sich nicht einig, ob es mehr Vor- oder Nachteile hatte, dass das Reich wenig Macht hatte. Einerseits war es gut für die Wissenschaft, die Kunst und den Glauben: Wenn etwas in einem deutschen Land verboten war, konnte man in ein anderes Land gehen. Andererseits konnte das Reich schlecht verteidigt werden, und für den Handel ist es schlecht, wenn es ständig irgendwo eine Grenze gibt.<eop> Woher hatte das Reich seinen Namen? Im Jahr 395 wurde das Römische Reich geteilt. Der Osten wurde als Byzantinisches Reich bekannt. Der Westen hatte noch etwa achtzig Jahre einen Kaiser und dann nicht mehr. Karl der Große fand, dass er das Römische Reich im Westen Europas erneuert hatte. Auch die Nachfolger von Karl sahen das als guten Weg, sich Kaiser nennen zu können.<eop>Dieses neue Römische Reich wurde später heilig genannt, denn der Kaiser wollte damit sagen: Kaiser war er, weil es Gott so gefiel. Dazu musste er also nicht den Papst um Erlaubnis bitten. <eop>Das Heilige Römische Reich wurde seit dem Ende des Mittelalters manchmal so genannt: „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“. Wahrscheinlich sollte das bedeuten, dass das Reich vor allem in Deutschland lag. Oft fehlte aber das „Deutscher Nation“. Manchmal sprach man auch vom „römisch-deutschen Reich“ oder „deutschen Reich“.<eop>Im 19. Jahrhundert wurde wieder ein neues Deutsches Reich gegründet. Man wählte den Namen, damit der neue deutsche Staat eine Art Vergangenheit hatte. Das Heilige Römische Reich nennt man seitdem auch Altes Reich.<eop> Wie wurde das Reich regiert? Im Reich gab es außer dem Kaiser noch die Stände. Das waren Fürsten, unwichtigere Herrscher und bestimmte Städte, die Reichsstädte. Sieben der Fürsten waren Kurfürsten: Sie durften den Kaiser küren, das heißt wählen. Am Ende des Mittelalters wurde es normal, dass immer der Herrscher von Österreich gewählt wurde. Später gab es mehr und andere Kurfürsten.<eop>Die Fürsten trafen sich von Zeit zu Zeit mit dem Kaiser. Seit 1495 gab es den Reichstag: Das war ein Treffen des Kaisers mit den Ständen. Viele wichtige Entscheidungen konnten nur getroffen werden, wenn der Reichstag zustimmte. Auf diese Weise sammelte man zum Beispiel Geld, um das Reich gegen das Osmanische Reich verteidigen zu können. Später trafen sich dort aber nur Vertreter von Kaiser und Ständen.<eop> Wie endete das Reich? Das Heilige Römische Reich endete im Jahr 1806. Damals hatte der französische Kaiser Napoleon Bonaparte schon große Teile von Deutschland erobert. Andere deutsche Staaten ließen das Reich im Stich und halfen stattdessen Napoleon.<eop>Der letzte römisch-deutsche Kaiser war Franz der Zweite. Wie viele seiner Vorgänger war auch er ein Habsburger. Napoleon konnte ihn zwingen, die Kaiserkrone abzulegen. Franz der Zweite blieb aber Kaiser, und zwar Kaiser von Österreich. <eop>Im Jahr 1815 wurde Napoleon endgültig besiegt. Das Reich wurde aber nicht neu gegründet. Stattdessen kam es zum Deutschen Bund, der auf dem Wiener Kongress gegründet wurde. Das war ein Staatenbund, der dafür sorgen sollte, dass Deutschland sich besser verteidigen kann. Insofern war der Deutsche Bund dem Reich etwas ähnlich.<eop>Im Jahr 1867 wurde ein neuer Staat gegründet: der Norddeutsche Bund. Vier Jahre später hat man dieses Land umbenannt, in Deutsches Reich. Damit wollte man so tun, als ob das alte Reich wieder neu erstanden sei. Es gab auch wieder einen Kaiser und einen Reichstag.<eop> "}, {"title": "Helgoland", "id": 367, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Helgoland", "text": "Helgoland ist eine deutsche Insel in der Nordsee. Diesen Teil der Nordsee, nahe bei Deutschland, nennt man Deutsche Bucht. Die Insel ist weiter vom Festland entfernt als alle anderen deutschen Inseln, nämlich 40 Kilometer.<eop>Viele Menschen nennen Helgoland die einzige Hochseeinsel Deutschlands. Allerdings liegt sie auf dem sogenannten Festlandsockel. Das ist ein Teil des Ozeans, der nicht so tief ist. Das Wasser wird nicht viel tiefer als 200 Meter. Außerdem ist Helgoland so nahe bei Deutschland, dass überall zwischen ihr und dem Festland deutsches Recht gilt.<eop>Östlich von Helgoland liegt noch eine andere, kleinere Insel. Man nennt sie Düne, und tatsächlich besteht sie vor allem aus Sand, wie bei einer Düne. Früher einmal war sie ein Teil von Helgoland.<eop> Wie groß ist die Insel? Die Insel Helgoland ist nicht einmal zwei Quadratkilometer groß. Ein Spaziergang rund um sie herum dauert deshalb nur etwa ein bis zwei Stunden. In der Nähe befindet sich eine noch kleinere Insel mit dem Namen Düne. Vor langer Zeit konnte man von Helgoland zu Fuß nach Düne gehen, denn die beiden Teile hingen zusammen. Ein großer Sturm hat im Jahr 1721 die Verbindung so flach geblasen, dass sie im Meer versank.<eop>Am Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 mussten die 3.000 Einwohner die Insel verlassen. 1947 zündeten britische Soldaten Tausende von Bomben, um die Bunker zu zerstören. Mit einer kleineren Explosion wurden zuvor die Vögel verscheucht. Die Sprengung war halb so stark wie die erste Atombombe. Die Erschütterungen waren noch auf dem Festland zu spüren. <eop>Die Insel überstand aber die Sprengung. Allerdings wurde die Südspitze weggesprengt. Auch Teile der Steilküste stürzten ein und es gab viele Krater. Erst 1952 durften die Helgoländer wieder auf ihre Insel. <eop> Was ist früher auf der Insel passiert? Die Insel war früher Teil des Festlandes: Erst vor etwa 800 bis 12.000 Jahren wurde sie zur Insel, weil nach der Eiszeit das Wasser anstieg. Anscheinend lebten in der Steinzeit schon Menschen auf der Insel. Manche Forscher vermuten, dass mit Feuerstein von Helgoland gehandelt wurde. Solchen hat man in Dänemark gefunden.<eop>In Büchern aus dem Altertum und dem Mittelalter wird manchmal eine Insel in der Nordsee beschrieben. Es ist aber nicht sicher, ob das irgend etwas mit Helgoland zu tun hat. Am Anfang der Neuzeit gab es Berichte von Piraten und Soldaten auf der Insel. Die Soldaten gehörten zum Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf.<eop>Ab dem Jahr 1714 waren dänische Soldaten auf der Insel. Die Briten eroberten Helgoland im Jahr 1807. Als die Insel britisch war, fanden in der Nähe zwei Seeschlachten statt: Deutsche Schiffe begegneten dort dänischen Schiffen in den beiden Kriegen um Schleswig. Wirklich bedeutend waren die Schlachten aber nicht. In der britischen Zeit besuchten bereits Touristen die Insel.<eop>Im Jahr 1890 kam Helgoland zu Deutschland. Damals schloss Deutschland mit den Briten einen Vertrag, den viele Leute den „Helgoland-Sansibar-Vertrag” nannten. Angeblich tauschte Deutschland die reiche Insel Sansibar in Afrika gegen den wertlosen Felsen in der Nordsee. Tatsächlich gehörte Sansibar niemals zu den deutschen Kolonien. Man hatte im selben Vertrag nur einige Absprachen über Afrika getroffen, damit sich beide Länder dort nicht in die Quere kommen. <eop>Die Helgoländer wurden nicht gefragt, wozu sie gehören wollten. Deutschland wollte die Insel haben, um die deutsche Küste besser zu verteidigen. Es baute sofort Anlagen für die Marine auf. Das passierte auch im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg.<eop> Wer lebt heute auf der Insel? Auf Helgoland wohnen etwa 1200 Einwohner. Viel mehr Menschen kommen als Touristen dorthin, nämlich 300.000 pro Jahr. Der Tourismus ist für die Einwohner sehr wichtig, um Geld zu verdienen.<eop>Die meisten Besucher fahren mit der Fähre vom Festland nach Helgoland, bleiben ein paar Stunden und nehmen dann das Boot zurück. Ungefähr 60.000 übernachten auf Düne, manche mit dem Zelt. Auf Helgoland kann man Alkohol, Parfum und Zigaretten billig einkaufen, wenn man nicht zu viel davon kauft. Das liegt daran, dass Helgoland kein Teil der Europäischen Zollunion ist.<eop>Auf Helgoland wird es auch im Winter nicht so kalt wie auf dem Festland. Das ist bei vielen Inseln so, besonders wenn sie weit im Meer liegen. Zwar bläst ein kalter Wind, aber es liegt nur ganz selten Schnee. Die Luft ist sehr sauber. Autos dürfen auf Helgoland nicht fahren. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Die Polizei hat zum Beispiel ein Auto – ein einziges.<eop> Was für Tiere leben auf der Insel? An Helgoland ist besonders, dass hier sehr viele Arten von Vögeln leben. Sie können hier gut ihre Eier ausbrüten. Der Basstölpel ist ein Beispiel. Außerdem ruhen sich Zugvögel hier aus, wenn sie im Frühling und Herbst über die Nordsee fliegen. Man hat etwa 240 verschiedene Arten von Vögeln gezählt. Das ist sehr viel für so eine kleine Insel.<eop>An den Klippen ist es salzig, was bestimmte Pflanzen mögen. Auf dem Oberland befindet sich Gras, wo Schafe weiden. Für Bäume ist es dort zu windig. Im Gewässer um die Inseln Düne und Helgoland befinden sich viele Algenarten. Das Wasser um beide Inseln gehört zu Naturschutzgebieten.<eop>Den Strand der Insel Düne mögen nicht nur Urlauber, sondern auch Robben und Seehunde. Touristen sollen nicht näher als bis auf 30 Meter an sie heran, auch wenn die Tiere an Menschen gewöhnt sind. Die Kegelrobben sind nämlich ie größten Raubtiere, die in Deutschland frei vorkommen. So eine Robbe wird bis zu 300 Kilogramm schwer und zweieinhalb Meter lang. Sie jagen zwar keine Menschen, aber wenn sie sich bedroht fühlen, wehren sie sich mit ihre spitzen Zähnen.<eop> "}, {"title": "Herbst", "id": 368, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Herbst", "text": "Der Herbst ist eine Jahreszeit. In Süddeutschland nennt man ihn auch Spätjahr, das Gegenteil zum Frühjahr oder Frühling. Der Herbst folgt auf den heißen Sommer. Nach dem Herbst kommt der kältere Winter. <eop>In der Natur ist der Herbst die Zeit, wenn die Blätter an den Bäumen sich verfärben. Das Wasser in den Bäumen zieht sich zurück in die Äste, den Stamm und die Wurzeln. Die Blätter werden auch steif und fallen von den meisten Bäumen ab.<eop>Für viele Produkte der Landwirtschaft ist der Herbst die Zeit der Ernte. Auf den Feldern ist der Mais reif und die späten Kartoffeln. Auch die Weintrauben und viele späte Apfelsorten sind im Herbst reif. Es gibt auch Gemüsesorten, die erst im Herbst reif sind, beispielsweise die Kürbisse. Vom Ernten kommt auch der deutsche Name dieser Jahreszeit: „Herbst“ ist verwandt mit einem lateinischen Wort für „pflücken“ und vom griechischen Wort für „Frucht“. Das englische Wort „harvest“, für Ernte, hört sich ganz ähnlich an.<eop>In vielen christlichen Ländern feiert man im Herbst daher das Erntedankfest. Dabei dankt man Gott dafür, dass man genügend Ernte und daher genügend zu essen hat. Dieser Brauch kommt noch aus der Zeit, als viele Menschen Bauern waren. Der Reformationstag und Allerheiligen sind in manchen Ländern und Gegenden Feiertage im Herbst. Ein weiteres Fest in dieser Jahreszeit ist Halloween.  Von wann bis wann dauert der Herbst? Für die Wetterforscher beginnt der Herbst auf der Nordhalbkugel am 1. September und dauert bis zum 30. November. Herbstmonate sind also der September, der Oktober und der November. <eop>Für die Astronomen jedoch beginnt der Herbst zur Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn die Tage und Nächte also gleich lang sind. Das ist immer am 21. oder 22. September. Der Herbst endet bei der Wintersonnenwende, wenn die Tage am kürzesten sind. Das ist am 20. oder 21. Dezember, und damit beginnt dann der Winter.<eop><eop>"}, {"title": "Herz", "id": 369, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Herz", "text": "Das Herz ist ein Organ von Menschen und vielen Tierarten. Es besteht zum Großteil aus Muskeln und ist innen hohl. Es gibt vier verschiedene Kammern. Zwei Kammern pumpen Blut durch den Körper, zwei Kammern saugen das Blut wieder an. So entsteht ein Blutkreislauf, der alle Körperteile mit den notwendigen Stoffen versorgt. <eop>Wenn sich die Herzmuskeln zusammenziehen und wieder entspannen, sagt man dazu: „Das Herz schlägt“. Diesen Herzschlag kann man hören, wenn man zum Beispiel sein Ohr auf die Brust eines anderen legt. Man kann es aber auch an bestimmten Adern spüren, beispielsweise am Handgelenk. Dort fühlt der Arzt den Puls, also den Takt des Herzschlags.<eop>Bei den meisten Menschen liegt das Herz unter der linken Brust und ist ungefähr so groß wie eine Faust. Wenn es krank oder kaputt ist, kann man es oft durch ein künstliches Herz ersetzen oder durch das Herz eines anderen Menschen, der gestorben ist. Ganz ohne Herz würde man jedoch sofort sterben.<eop>Sehr viele Tiere haben Herzen. Bei Säugetieren wie Hunden, Elefanten und Delfinen oder auch bei Vögeln ähneln die Herzen dem des Menschen, sie sind nur kleiner oder größer. Das Herz eines Blauwals wiegt so viel wie ein kleines Auto und schlägt nur zwei bis sechs Mal in der Minute. Ein Elefantenherz wiegt so viel wie ein Kind in der Grundschule. Auch Fische und Insekten haben Herzen. Bei einem Käfer ist das Herz länglich wie ein Schlauch und befindet sich im Hinterteil.<eop> Was bewirkt der Herzschlag? Könnte man in ein Herz hineinsehen, würde man vier Räume mit Türen entdecken, voll mit Blut. Die Räume heißen Herzkammern, die Türen sind die Herzklappen. Diese Klappen öffnen und schließen sich regelmäßig im Takt. Sie hindern das Blut daran, in die falsche Richtung zu fließen.<eop>Die Aufgabe des Herzens ist es, das Blut in alle Teile des Körpers zu pumpen. Nur so können alle Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Im Kleinen Kreislauf lädt das Blut den verbrauchten Sauerstoff in der Lunge ab und nimmt den frischen Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft mit. Im großen Kreislauf bringt das Blut den Sauerstoff in den Körper. Es belädt sich aber auch mit Nahrung und bringt sie an den richtigen Ort. Abfallstoffe bringt es ebenfalls an die richtige Stelle. Dies ist im Artikel Blutkreislauf genau beschrieben. <eop>Bei einem Erwachsenen schlägt das Herz ungefähr 70 Mal in jeder Minute, bei einem Baby doppelt so schnell. Kein anderes Organ in unserem Körper bewegt sich so stark und ohne Unterbrechung. Der Puls kann schneller werden wenn man krank ist, zum Beispiel Fieber hat oder einen zu hohen Blutdruck. Aber auch wenn man Sport treibt, sich erschrickt oder aufgeregt ist, schlägt das Herz schneller.<eop>Wenn ein Herz aufhört zu schlagen, passiert folgendes: Das Blut wird nicht mehr durch den Körper gepumpt, es bleibt in den Adern stehen, innerhalb einer Minute stirbt man. Da das Gehirn am meisten Sauerstoff benötigt, wird es als erstes absterben.<eop> Kommt die Liebe vom Herzen? Es gibt viele Redewendungen, in denen das Herz vorkommt, zum Beispiel nennen manche Erwachsene ihr Kind „Herzchen“ und sagen sich gegenseitig „Ich liebe dich von Herzen“. Man lacht auch „herzlich“ und sagt, das Leben ist voller „Herz und Schmerz“. Es gibt Schnuller in Herzform und Schokoladenherzen auf der Kirmes. <eop>Das Herz ist seit über 5000 Jahren ein Symbol für die Liebe. Damals hat man Feigen- und Efeublätter, die die Form eines Herzens hatten, auf Vasen und andere Gegenstände gezeichnet. Zu dieser Zeit waren Efeublätter aber ein Zeichen für ewige Liebe. Man hat dies dann einfach auf das Herz übertragen.<eop> "}, {"title": "Hessen", "id": 370, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hessen", "text": "Hessen ist ein Bundesland in der Mitte Deutschlands. Das Land gibt es in seiner heutigen Form erst seit 1945. Vorher war die Gegend die meiste Zeit über in mehrere kleinere Fürstentümer aufgeteilt. Seine Hauptstadt ist Wiesbaden, größte Stadt ist aber Frankfurt am Main. In Hessen leben etwa sechs Millionen Menschen. <eop>Die Landschaft besteht vor allem aus kleineren Mittelgebirgen, wie dem Vogelsberg, dem Taunus, dem Spessart oder der Rhön. Nach Süden wird das Gelände flacher, vor allem in der Gegend an den Flüssen Rhein und Main. Hier wohnen auch die meisten Einwohner Hessens. <eop>Dort wo der Main in den Rhein mündet, spricht man auch vom Rhein-Main-Gebiet. Es gilt als eine der reichsten Gegenden in Deutschland. Viele wichtige Firmen haben hier ihren Sitz, zum Beispiel die Autofabrik Opel oder das Chemie-Unternehmen Aventis. Auch Frankfurt am Main mit seinen vielen Banken gehört zum Rhein-Main-Gebiet. <eop>Der Norden von Hessen ist dagegen eher ländlich. Kassel war früher eine Stadt mit Residenz, dort lebte ein Kurfürst mit seinen Dienern. Heute findet dort eine berühmte Ausstellung für moderne Kunst statt, die „documenta“. Es gibt sie alle fünf Jahre, sie ist auf der ganzen Welt bekannt.<eop>"}, {"title": "Heuschrecken", "id": 371, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Heuschrecken", "text": "Heuschrecken sind eine Ordnung von Insekten. Zu ihnen gehören über 25.000 verschiedene Arten. Eine Gruppe davon sind die Grillen. Das deutsche Wort kommt aus dem frühen Mittelalter: Mit „schrecken“ ist ein plötzliches Aufspringen gemeint. <eop>Die verschiedenen Heuschrecken haben alle kräftige Hinterbeine zum Springen. Die Vorderflügel sind kurz, die hinteren viel länger. Wenn sie mit den Flügeln oder Beinen aneinander reiben, entsteht ihr lautes Zirpen. Mit diesen Geräuschen locken die Männchen die Weibchen an, um sich mit ihnen zu paaren.<eop>Wie alle Insekten legen die Heuschrecken Eier, und zwar auf Blätter oder in den Boden. Daraus schlüpfen Larven. Die häuten sich immer wieder und werden so zu Heuschrecken.<eop>Mit ihren Beißwerkzeugen fressen die meisten Heuschrecken so alles Mögliche. Grashüpfer mögen vor allem Gräser. Andere Arten bevorzugen kleine Insekten. <eop>Manche Heuschrecken fressen die Ernte in der Landwirtschaft weg. Riesige Schwärme sorgen dafür, dass große Felder in kurzer Zeit kahl gefressen werden. Darum bekämpfen die Menschen Heuschrecken. Das hat dazu geführt, dass in Europa jede vierte Heuschrecken-Art vom Aussterben bedroht ist<eop><eop>"}, {"title": "Hexe", "id": 372, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hexe", "text": "Als Hexe stellt man sich eine Frau vor, die besondere Kräfte hat. Diese Kräfte können gut oder böse sein. In einigen Ländern glaubt man noch heute an Hexen. Die Wissenschaft ist sich aber einig, dass es Zauberei und damit auch Hexen nicht gibt. Männliche Hexen nennt man Zauberer oder Hexer.<eop>Schon seit ältesten Zeiten glaubte man an Zauberei. Vor allem in den Jahrhunderten vor und nach dem Jahr 1500 wurden viele Hexen angeklagt. Sie mussten dann beweisen, keine Hexe zu sein. Viele wurden gefoltert, also so lange gequält, bis sie ihr „Verbrechen“ zugaben. <eop>Oft wurden die Beschuldigten danach getötet. Eine bekannte Art, Hexen zu töten, war das Verbrennen auf einem Holzhaufen. Dadurch sollte die Seele der Hexe gereinigt werden. Im Jahr 1775 wurde in Deutschland zum letzten Mal eine Hexe angeklagt. <eop> Warum wurden Hexen verfolgt? Vieles weiß man heute immer noch nicht alles über die Verfolgung der Hexen. Es ist unbekannt, wie viele Frauen verfolgt und getötet wurden. Außerdem rätselt man immer noch über die Gründe.<eop>So wurde behauptet: Männer haben mit der Hexenverfolgung Frauen unterdrückt, damit die Frauen keine Rechte hatten. Allerdings sind auch Männer der Zauberrei beschuldigt worden. Andere behaupteten: An der Verfolgung war vor allem die katholische Kirche schuld. Aber Hexen wurden auch und gerade in Ländern verfolgt, in denen man evangelisch war. Zudem ist der Glaube an Hexerei viel älter als das Christentum.<eop>Mal hat man junge, schöne Frauen verdächtigt, mal alte Frauen. Manchmal wurde eine Frau wohl verfolgt, weil jemand Streit mit ihr hatte. Oder aber ein großes Unglück war passiert, wie ein schweres Unwetter. Dann wollte man eine Schuldige haben. Eine Frau mit roten Haaren wurde verfolgt, weil sie anders aussah.<eop> Was für Hexen gibt es sonst noch? In Europa und anderen reichen Kontinenten glauben die meisten Menschen längst nicht mehr an Hexerei. Zum Beispiel in der Schweiz wurde im Jahr 1782 das letzte Mal eine Hexe verbrannt. Das fanden schon damals viele Menschen in Europa empörend. Anders ist es in Afrika: Dort glauben noch viele an Zauberei, mit der Hexen heilen können, aber auch schaden.<eop>Hexen kommen in vielen Märchen und Geschichten vor. So lockt beispielsweise im Märchen „Hänsel und Gretel” von den Brüdern Grimm eine menschenfressende Hexe zwei Kinder in ihr Knusperhäuschen. Hänsel und Gretel gelingt es aber, die Hexe zu überlisten und zu töten. Hexen gibt es auch in der Fantasy von heute, wie zum Beispiel bei „Harry Potter“.<eop>Manchmal wird auch heute noch eine böse Frau als Hexe bezeichnet. Damit meint man aber nicht, dass sie zaubern kann, es ist einfach nur eine Beleidigung. Es gibt aber auch einige wenige Frauen, die sich selbst Hexen nennen. Sie verehren die Natur und haben daraus so etwas wie eine Religion gemacht.<eop> "}, {"title": "Hieroglyphen", "id": 373, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hieroglyphen", "text": "Hieroglyphen sind Schriftzeichen, die aus Bildern bestehen. Ein solches Bild kann für einen Laut, eine Silbe oder ein ganzes Wort stehen. Das altgriechische Wort „hieros“ bedeutet „heilig“, „glyphe“ ist etwas, das eingegraben wurde. Es sind also heilige Zeichen, meist in Stein geritzt oder gemeißelt. Die alten Ägypter selbst nannten ihre Schrift die „Schrift der Gottesworte“. <eop>Die alten Ägypter schrieben schon vor über 5000 Jahren mit Hieroglyphen. Ursprünglich war es eine reine Bilderschrift mit etwa 700 Zeichen. Später kamen auch Symbole für Mitlaute hinzu. Die Selbstlaute musste man sich also selber dazu denken. Falls zwei Folgen von Mitlauten auf verschiedene Art gelesen werden konnten, gab es auch noch Hilfszeichen. Das ist, wie wenn man auf Deutsch „Wrt“ schreiben würde. Das kann „Wort“, „Wert“ oder „Wirt“ bedeuten. <eop>Die Entzifferung gelang im Jahr 1822, das bedeutet, dass man seitdem weiß, was die Zeichen bedeuten. Napoleons Soldaten hatten den Stein von Rosetta gefunden. Darauf steht derselbe Text oben in Hieroglyphen und unten in Altgriechisch, was damals bekannt war. Damit konnten die Hieroglyphen entziffert werden.<eop> Was für ähnliche Schriften gab es? Die Glyphen der Maya sind die einzige bekannte Schrift in Amerika aus der Zeit vor Ankunft des Entdeckers Christoph Kolumbus. Diese Schrift bestand aus einer Mischung von Silbenzeichen und Bildzeichen. Im 16. Jahrhundert schrieb ein spanischer Entdecker das Maya-Alphabet mit lateinischen Schriftzeichen auf, die wir auch heute verwenden. Aber diese Aufzeichnungen gingen wieder verloren. Viele Forscher haben sich später mit der Maya-Schrift beschäftigt. Im Jahr 1983 waren die allermeisten Zeichen entziffert.<eop>Die luwischen Hieroglyphen stammen aus Anatolien in der Türkei, sie sind auch bereits entziffert. Entziffert wurde auch die Schrift der Mikmak-Indianer aus Nordamerika. Es gibt auch Hieroglyphen von der Insel Kreta, die man noch nicht versteht. Genauso ist es bei der urartäischen Keilschrift. Davon hat man einfach noch zu wenige Beispiele gefunden.<eop><eop>"}, {"title": "Himalaya", "id": 374, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Himalaya", "text": "Der Himalaya ist das höchste Gebirge der Welt. Es liegt in Asien zwischen Indien und China. Hier gibt es mehrere Berge, die mehr als 8000 Meter hoch sind, darunter auch der höchste Berg der Erde: Der Mount Everest ist 8848 Meter hoch. <eop>Wie die meisten Hochgebirge ist auch der Himalaya ein Faltengebirge. Er entstand, weil der indische Subkontinent schon seit langer Zeit mit ungeheurer Kraft gegen Asien drückt. Dabei wird die Erdkruste wie ein Tischtuch in Falten gelegt und nach oben gedrückt. Manchmal kommt es dabei auch zu schweren Erdbeben, wie vor einigen Jahren in Nepal. <eop>Wegen der großen Höhe ist es im Himalaya sehr kalt, der Boden ist meist felsig und zu großen Teilen das ganze Jahr von Eis und Schnee bedeckt. Die Berge wirken außerdem wie eine natürliche Barriere gegen den feuchten Monsunwind vom Indischen Ozean. Deshalb regnet es im Süden des Himalaya sehr viel, und es kommt dort oft zu Überschwemmungen. Auf der anderen Seite, im Hochland von Tibet ist es dagegen sehr trocken. <eop>Für die Einheimischen waren die Berge des Himalaya lange Zeit heilig und wurden so gut wie nie betreten. Seit dem 19. Jahrhundert kommen aber immer mehr Forscher und Abenteurer aus Europa und Nordamerika hierher, um die Gipfel zu erklettern. Das ist sehr gefährlich, und schon viele sind dabei ums Leben gekommen.  <eop> "}, {"title": "Himmel", "id": 375, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Himmel", "text": "Das Wort „Himmel“ hat mehrere Bedeutungen. Zum einen meint es die Luft, die Atmosphäre oder das Weltall mit der Sonne, dem Mond und den Sternen, die wir über uns sehen. Der Himmel ist also von uns aus gesehen „oben dran“.<eop>In den Religionen meint man mit „Himmel“ den Ort, wo Gott wohnt. Viele Menschen glauben, dass sie nach dem Tod in den Himmel kommen. Je nach Art des Glaubens braucht es dazu gute Taten, die Hilfe von Jesus oder anderes.<eop>Auch das Dach im Innern eines Autos nennt man „Himmel“. Es gibt auch das Himmelbett. Es hat an jeder Ecke einen Pfosten, darüber befindet sich ein Dach. Es diente ursprünglich dazu, dass kein Staub vom oberen Stockwerk auf die Schlafenden fiel. Viele Kanzeln in der Kirche tragen ein kleines Dach, das man ebenfalls „Himmel“ nennt. Es soll den Schall weiterleiten zu den Menschen, die zuhören. Es gibt noch viele weitere solche Arten von „Himmeln“.<eop>Das Gegenstück zum Himmel ist die Hölle. Die gibt es nur in manchen Religionen. Die Hölle stellt man sich unten vor, tief in der Erde. Dort soll der Teufel wohnen. Menschen, die schlecht gelebt haben oder nicht an Gott glauben, sollen in die Hölle kommen.<eop>Was ist mit dem Himmel über unseren Köpfen gemeint? Es ist schwierig, genau zu sagen, was dieser Himmel ist. Es ist alles, was wir über unseren Köpfen sehen: Die Gestirne, aber auch die Wolken. Wir sagen zum Beispiel: „Die Wolken ziehen über den Himmel“. Zum Himmel gehört aber auch das, was wir nicht sehen: Die Leere zwischen den Planeten, die Ausdehnung des Weltalls und alle Himmelskörper, die soweit weg sind, dass wir sie nicht sehen.<eop>Früher wussten die Menschen nicht, wie die Sterne am Himmel „festgemacht“ sind. Im Mittelalter dachten die meisten Menschen, da oben sei eine unsichtbare Kugel, an der die Himmelskörper festgemacht seien. Dem Menschen auf dem Bild gelang es offensichtlich, den Kopf durch diese Kugel zu stecken und die Geheimnisse zu entdecken, die sich dahinter verbergen. <eop>Heute wissen die Wissenschaftler sehr viel über unsere Atmosphäre, das Weltall und die Himmelskörper. So wissen wir auch, dass die Vorstellung der Menschen aus dem Mittelalter davon falsch ist. Trotzdem sprechen wir im Alltag oft noch so über den Himmel wie früher.<eop>Wie wird der Himmel in den Religionen beschrieben? Im Judentum ist der Himmel der Ort, wo Gott wohnt. Dort sind auch die Engel. Dieser Ort ist für die Menschen unerreichbar. Die Menschen kommen auch nach dem Tod und der Auferstehung nicht in den Himmel zu Gott, sondern in ein Paradies, wo sie es guthaben.<eop>Im Christentum ist ebenfalls unbestritten, dass im Himmel Gott und die Engel wohnen. Auch klar ist: Wer an die Erlösung durch Jesus glaubt, kommt nach dem Tod in ein Paradies. Ob dieses Paradies der Ort ist, wo Gott wohnt, ist nicht eindeutig festgelegt. Trotzdem spricht die Kirche oft davon, wie „man in den Himmel kommt“.<eop>Im Islam ist der Himmel ein Garten mit Bächen und Seen von Wasser, Milch und Honig. Es gibt Teppiche und kostbare Sessel sowie Frauen und Jungen, die besonderes Essen servieren. Ein Vorhang trennt den Himmel von der Hölle. Im Himmel sind die Menschen, die Allah ausgewählt hat. Der Prophet Mohammed starb nicht, sondern er wurde direkt aus dem Leben in das Paradies versetzt.<eop><eop>"}, {"title": "Himmelsrichtung", "id": 376, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Himmelsrichtung", "text": "Norden, Süden, Osten und Westen sind Himmelsrichtungen. Man nennt sie so, weil sie mit dem „Lauf“ der Sonne am Himmel zu tun haben. Schon unsere Vorfahren im Altertum erkannten, dass die Sonne morgens immer im Osten aufgeht, mittags im Süden steht und abends im Westen untergeht. <eop>Das liegt daran, dass die Erde eine Kugel ist und sich einmal am Tag um sich selbst dreht. Wir Menschen drehen uns mit der Erde mit. Darum sieht es für uns so aus, als ob die Sonne um uns herum wandert. Auf der Südhalbkugel sieht man die Sonne am Mittag nicht im Süden, sondern im Norden. Das liegt daran, dass die Sonne dann mehr oder weniger über dem Äquator steht, je nach Jahreszeit etwas verschoben. Ob die Sonne am Mittag im Norden oder im Süden steht, hängt also auch davon ab, wo sich der Mensch befindet, der die Sonne beobachtet.<eop>Im Uhrzeigersinn sind die Himmelsrichtungen Nord, Ost, Süd und West. Es gibt dazu viele Merksprüche, die immer mit den Wortanfängen N O S W zu tun haben. Die bekanntesten sind: „Nie ohne Seife waschen“ oder „Nie ohne Stiefel wandern“.<eop> Wozu braucht man Himmelsrichtungen? Mit der Himmelsrichtung kann man eine Richtung auf der Erde anzeigen. Wenn man sich in der Stadt einen Weg merken will, orientiert man sich an Straßennamen oder auffälligen Gebäuden wie zum Beispiel Kirchen. In der freien Natur oder auf dem offenen Meer geht das aber nicht. Deshalb braucht man hier die Himmelsrichtungen. <eop>Wenn man zum Beispiel von Berlin nach Köln fahren will, muss man immer nach Westen, also Richtung Sonnenuntergang. Wer von Hamburg nach München will, muss nach Süden, also dahin, wo die Sonne am Mittag steht. Man kann eine Richtung auch noch genauer angeben: Wenn man zum Beispiel in eine Richtung geht, die genau zwischen Norden und Osten liegt, nennt man das Nordosten. <eop> Wie kann man die Himmelsrichtung feststellen? Wenn die Sonne scheint, braucht man nur eine Uhr, und zwar eine mit Zeigern. Man kann sie so drehen, dass der kleine (Stunden-)Zeiger auf die Sonne zeigt. Dann liegt Süden immer genau zwischen der Sonne und der 12. <eop>Ein Beispiel: Morgens um 9 Uhr steht die Sonne etwa im Südosten. Wenn man die Uhr nun so dreht, dass der Stundenzeiger zusammen mit der 9 zur Sonne zeigt, zeigt die 12 nach Südwesten, und Süden liegt genau dazwischen, also zwischen 10 und 11. Bei Sommerzeit muss man statt der 12 die 1 nehmen, weil die Mittagszeit dann um eine Stunde verschoben ist. Wenn man nun nach Süden schaut, dann ist links Osten, rechts Westen und im Rücken Norden. <eop>Noch leichter und auch bei bedecktem Himmel oder nachts geht es mit einem Kompass. Der hat einen kleinen magnetischen Zeiger, der immer nach Norden zeigt. Das liegt daran, dass die Erde viel Eisen enthält und deshalb selbst wie ein riesiger Magnet wirkt. Außerdem zeigen die meisten Kompasse nicht nur die Haupthimmelsrichtungen, sondern haben auch einen beweglichen Kranz mit Gradzahlen, mit denen man die Richtung noch viel genauer bestimmen kann. <eop>Hilfreich ist außerdem eine Landkarte. Unsere heutigen Karten sind in der Regel „genordet“, das heißt Norden ist immer oben. Daher muss man sie mittels Kompass oder Sonnenstand so ausrichten, dass der Norden auf der Karte auch wirklich nach Norden zeigt.<eop>Was gibt es noch zwischen Norden, Osten, Süden und Westen? Manchmal braucht man die Richtung auch noch genauer, zum Beispiel beim Wetterbericht oder beim Segeln. Es gibt deshalb noch Bezeichnungen für das, was zwischen den vier Haupthimmelsrichtungen liegt. Am besten erkennt man das an einem Beispiel. Es gilt aber sinngemäß auf der ganzen Windrose:<eop>Genau in der Mitte zwischen Nord und Ost liegt Nordost, abgekürzt NO. Zwischen Ost und Süd liegt folglich Südost, abgekürzt SO. Zwischen Süd und West liegt Südwest, abgekürzt SW. Zwischen West und Nord liegt Nordwest, abgekürzt NW. Das ist auf den meisten Windrosen eingezeichnet. Die Wortteile Nord und Süd gehen immer voran.<eop>Es geht aber noch genauer: Zwischen Nord und Nordost liegt Nordnordost, abgekürzt NNO. Zwischen Nordost und Ost liegt Ostnordost, abgekürzt ONO. So kann man sich rund um die Windrose arbeiten.<eop> Wofür werden Himmelsrichtungen auch noch benutzt? Himmelsrichtungen hört man oft beim Wetterbericht: Weht der Wind zum Beispiel aus Westen, bringt er feuchte Luft vom Atlantik oder deshalb oft Regen. Weht er aus Süden, wird es warm, aus Norden eher kühl. <eop>Im Alltag verwendet man die Himmelsrichtungen aber nicht nur für eine Richtung, sondern auch für eine Gegend. Der Norden von Deutschland heißt deshalb Norddeutschland. Bei den Himmelsrichtungen denkt man außerdem meist an etwas Bestimmtes: Beim Norden an Kälte, denn wenn man von Europa nach Norden reist, kommt man in die kalte Arktis. Süden steht im Gegenteil für Wärme, der Osten für das Licht, nämlich für den Sonnenaufgang, und der Westen für die Dunkelheit. <eop>Mit „westlich“ und dem Westen meint man aber auch Europa und Nordamerika. Diese westliche Welt nannte man früher das Abendland, weil die Sonne im Westen untergeht. Bei „östlich“ denkt man vor allem an Russland, Asien oder den Nahen Osten. Die letztere Gegend, mit Arabien bis zum Iran, nennt man auch den Orient oder das Morgenland. China und Japan liegen hingegen im Fernen Osten.<eop>"}, {"title": "Hinduismus", "id": 377, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hinduismus", "text": "Der Hinduismus ist eine Religion aus Asien. Genauer gesagt sind es eigentlich mehrere Religionen der Hindus. Das Wort „Hindu“ kommt aus dem Persischen und bedeutet so viel wie „Fluss“. So nannten sich die Menschen aus den Tälern von Indus und Ganges. Dies sind zwei große Flüsse in Indien. <eop>Der Hinduismus hat etwa 900 Millionen Anhänger. Er ist somit die drittgrößte Weltreligion nach dem Christentum und dem Islam. Die meisten Hindus leben in Indien und Pakistan. <eop> Woran glauben die Hindus? Im Hinduismus geht es um das absolut Göttliche, um das Sein an sich und um die Frage, woher es kommt. Dieses absolut Göttliche nennen Hindus „Brahman“. Brahman selbst ist unvorstellbar, ähnlich wie der christliche Gott. Brahman kann aber auf viele verschiedene Weisen erscheinen. Eine solche Erscheinung nennt man Manifestation.<eop>Von diesen Manifestationen gibt es sehr, sehr viele. Sie sind das, was wir als hinduistische „Götter“ kennen. Heute sind vor allem drei Manifestationen am wichtigsten. Brahma ist der Schöpfer: Er hat die Welt erschaffen. Vishnu ist der Erhalter. Er sorgt dafür, dass die Ordnung von Himmel und Erde erhalten bleibt. Shiva ist der Zerstörer: Er zerstört das Schlechte, ist aber auch dafür da, dass etwas neu anfängt und die Dinge weitergehen.<eop> Wie ist der Hinduismus entstanden? Die Religionen, die man hinduistisch nennt, stammen vermutlich von den Völkern der Dravidas und Harappa. Sie lebten im 3. Jahrtausend vor Christus im Tal des Flusses Indus. Um das Jahr 1.500 vor Christus wanderten Stämme aus Zentralasien dort ein, die sich Arier nannten. Sie unterdrückten die Dravidas.<eop>In der Folge vermischten sich die Religionen der Dravidas und der Arier, so entstand der Hinduismus. Zu jener Zeit wurden auch die bis heute wichtigsten Schriften des Hinduismus verfasst: die Veden. Darum wird die Epoche von 1.500 bis 800 vor Christus auch als „Vedische Zeit“ bezeichnet. <eop>Um das Jahr 800 vor Christus gewannen die Brahmanen die Vormacht. Diese hinduistischen Gelehrten verbreiteten erste philosophische Schriften im damaligen Indien. Die darauf anschließende Zeit ist die „klassische Zeit“, die von 500 vor Christus bis 800 nach Christus andauerte. In der klassischen Zeit wurden viele Tempel und Götterbilder erschaffen. Die Götter Brahma, Vishnu und Shiva wurden wichtiger, bis sie schließlich zu den hinduistischen Hauptgöttern wurden.<eop> Was heißt Wiedergeburt? <eop>Eine weitere wichtige Lehre des Hinduismus ist das Samsara, der Kreislauf des Lebens. Die Lehre besagt, dass die menschliche Seele aus dem Göttlichen, dem Unendlichen kommt. Irgendwann tritt die Seele in den Kreislauf ein und wird zur ersten menschlichen Existenz. Der Mensch versucht in seinem Leben sich an Dharma, das Gesetz, zu halten und nach Kama, den emotionalen, und Artha, den materiellen Dingen zu streben. Außerdem soll er durch gute Taten und ein bescheidenes Leben versuchen sein Karma zu verbessern. Das Karma ist eine Art Konto: Wenn ein Mensch in seinem Leben Gutes getan hat, wird ihm das ebenso angerechnet wie das Schlechte. <eop>Nach dem Tod wird die Seele in einem neuen menschlichen Körper wiedergeboren, und der Kreislauf beginnt von vorn. Das ständige Verbessern des Karmas hat ein Ziel, nämlich Moksha, die Erlösung. Moksha bedeutet die Befreiung der Seele aus dem Kreislauf des Samsara und den Wiedereintritt ins Göttliche, Unendliche. War das Karma einer Existenz gut, so kommt die Seele dieser Erlösung näher und erhält in der nächsten Existenz eine höhere Stelle in der hinduistischen Ordnung, dem Kastenwesen.<eop> Was sind Kasten? Die Lehre vom Kreislauf bestimmt deshalb auch die gesellschaftliche Ordnung im Hinduismus, das sogenannte Kastenwesen. Fast alle Hindus sind Teil dieser Ordnung, die man nicht verlassen kann. Sie bestimmt, als was man arbeiten darf. Heiraten darf man auch nur jemanden, der zur selben Kaste gehört. <eop>Die oberste Kaste sind die Brahmanen, dem zum Beispiel Priester und Gelehrte angehören. Die zweite Kaste sind die Kshatriyas, mit Soldaten und höheren Beamten. Die dritte Kaste sind die Vaishyas, mit Händlern und Kaufleuten. Die vierte Kaste sind schließlich die Shudras, die Dienenden, dazu gehören Bäcker, Weber oder auch Tagelöhner. <eop>Nicht im Kastenwesen sind die sogenannten Harijans, die Unberührbaren, die noch unter den Shudras stehen. Sie machen alle Arbeiten, die als schmutzig gelten, wie zum Beispiel Straßenkehrer, Bestatter oder Lederarbeiter. Das Kastenwesen ist heute in Indien zwar offiziell abgeschafft, hat aber häufig noch große Bedeutung im Alltag vieler Hindus.<eop>"}, {"title": "Hip Hop", "id": 378, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hip Hop", "text": "Hip Hop ist eine Musikrichtung. Sie entstand um das Jahr 1980 in den USA. Die ersten Hip-Hop-Künstler waren junge Amerikaner, deren Vorfahren aus Afrika stammen. Meist lebten diese in den Armenvierteln von Großstädten wie New York oder Chicago. In ihren Liedern ging es meist um Verbrechen, Kritik an der Gesellschaft, das Leben in ärmlichen Verhältnissen oder den Traum von Ruhm und Erfolg.<eop>Hip-Hop-Musik enthält viel Rap. Beim Rap handelt es sich um Sprechgesang, der sich reimt. In der Regel wird er von einer Hintergrundmelodie begleitet, die dem Rapper den Rhythmus vorgibt. Diese Hintergundmelodie wird auch als Beat bezeichnet. Die Texte sind meistens in Umgangssprache geschrieben und enthalten oft Schimpfwörter, aber auch Wortspielereien. Manche Rapper besitzen die Fähigkeit zu rappen, ohne dass sie sich den Text dazu vorher ausgedacht haben. Das nennt man Freestyle.<eop>Der Name Hip Hop stammt vom Song „Rappers Delight“ aus dem Jahr 1979. Da werden die Worte hip und hop gleich zu Beginn des Liedes gesungen. Hip heißt auf Deutsch Hüfte, Hop hingegen lässt sich nicht so wirklich übersetzen. <eop>Lange Zeit galt der Hip Hop als eine Musik der „Schwarzen“. Etwa erst in den Jahren nach 1990 begannen vermehrt Menschen aus anderen Kulturen damit, Hip Hop zu machen. Eine der ersten „weißen“ Hip-Hop-Künstler in den USA war Eminem. Etwas früher als Eminem gab es den Österreicher Falco. Unter anderem rappte er in seinem Lied „Der Kommissar“ von 1982. Falco wird oft als der allererste weiße Rapper bezeichnet.    Der Hip Hop ist nicht nur eine Musikrichtung sondern auch eine Art Kultur. Dazu gehören nicht nur die entsprechende Musik, sondern auch bestimmte Kleidungsstile, eine besondere Jugendsprache, Grafitti oder Tanzarten wie der Breakdance. Auch wenn die Hip-Hop-Kultur ursprünglich aus Amerika kommt, ist sie heute in der ganzen Welt sehr beliebt. Besonders für Jugendliche in ärmeren Gegenden sind die Hip-Hop-Künstler große Vorbilder: Leute, die es mithilfe der Musik aus der Armut geschafft haben. <eop>"}, {"title": "Hirsche", "id": 379, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hirsche", "text": "Hirsche bilden eine große Familie innerhalb der Säugetiere. Die Bedeutung des lateinischen Namens „Cervidae“ ist „Geweihträger“. Alle ausgewachsenen Hirsch-Männchen tragen also ein Geweih. Eine Ausnahme bildet das Rentier, da tragen auch die Weibchen ein Geweih. Alle Hirsche ernähren sich von Pflanzen, vorwiegend von Gras, Blättern, Moos und den jungen Trieben von Nadelbäumen.<eop>Es gibt über 50 Arten von Hirschen auf der Welt. Der Rothirsch, der Damhirsch, das Reh, das Rentier und der Elch gehören zu dieser Familie und kommen auch in Europa vor. Hirsche gibt es auch in Asien sowie in Nordamerika und in Südamerika. Sogar in Afrika gibt es eine einzige Hirsch-Art, das ist der Berberhirsch. Wer im deutschen Sprachraum den Hirsch erwähnt, meint meist den Rothirsch, aber eigentlich ist das nicht ganz richtig.<eop>Der größte und schwerste Hirsch ist der Elch. Der kleinste ist der Südpudu. Er lebt in den Bergen Südamerikas und ist etwa so groß wie ein kleiner oder mittlerer Hund. <eop> Wie geht das mit dem Geweih? Das Geweih ist so etwas wie das Markenzeichen der Hirsche. Geweihe bestehen aus Knochen und haben Verzweigungen. Man sollte sie nicht verwechseln mit Hörnern. Denn Hörner haben innen nur einen Zapfen aus Knochen und bestehen außen aus Horn, also aus abgestorbener Haut. Zudem haben Hörner keine Verzweigungen. Sie sind höchstens eher gerade oder etwas runder. Hörner bleiben ein Leben lang, wie bei Kühen, Ziegen, Schafen und vielen anderen Tieren. <eop>Junge Hirsche tragen noch kein Geweih, sie sind auch noch nicht reif um Junge zu machen. Die erwachsenen Hirsche verlieren ihr Geweih nach der Paarung. Seine Blutversorgung wird nämlich eingestellt. Es stirbt dann ab und wächst neu nach. Das kann sofort oder erst in einigen Wochen einsetzen. Auf jeden Fall muss es schnell gehen, denn in weniger als einem Jahr brauchen die Hirsch-Männchen das Geweih wieder für den Kampf um die besten Weibchen.<eop><eop>"}, {"title": "Hobby", "id": 380, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hobby", "text": "Ein Hobby ist etwas, was man in seiner freien Zeit besonders gerne macht. Man macht es freiwillig und regelmäßig. Anders als bei einem Beruf verdient man bei einem Hobby kein Geld. Man macht es zum Spaß oder zur Entspannung. Das Wort dafür kommt vom englischen Wort „hobby horse“. Das bedeutet übersetzt Steckenpferd. Das ist ein Holzstab mit einem Pferdekopf aus Stoff daran. Kinder spielen damit Pferdereiten. Auch im Deutschen sagen manche Leute deshalb auch Steckenpferd anstatt Hobby.  Manche Menschen betreiben ihr Hobby so intensiv, dass sie darin besonders gut werden und viel dabei lernen. Besonders schön ist es, wenn ein Mensch sein Hobby zum Beruf machen kann.<eop>Beispiele für Hobbys sind: am Computer spielen, lesen, einen Sport wie etwa Fußball, Tennis oder Skifahren betreiben oder ein Musikinstrument spielen. Viel Leute zeichnen, basteln, tanzen, kochen oder backen gerne und oft. Reisen oder zur Wikipedia beitragen kann ebenso ein Hobby sein wie Briefmarken oder Aufkleber sammeln.<eop>"}, {"title": "Hochkultur", "id": 381, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hochkultur", "text": "Mit Hochkultur meint man eine ausgeklügelte Organisation eines Volkes. Es geht also nicht nur um die Menschen an sich sondern um die Art und Weise, wie sie ihr Zusammenleben ordnen und gestalten. Zu einer Hochkultur gehören eine gemeinsame Schrift, Religion, Kultur, eine Armee und viele verschiedene Berufe. <eop>Hochkulturen gab es zum Beispiel im Alten Orient. Die bekanntesten Beispiele dafür sind das Alte Ägypten und Babylonien. Auch in Gebieten, die heute in Indien und China liegen, gab es welche. Sie alle entstanden und vergingen vor Christi Geburt. Auch in Amerika gab es Hochkulturen bevor die europäischen Eroberer kamen, zum Beispiel die Azteken, Maya und Inka. Diese Hochkulturen gab es zum Teil erst nach Christi Geburt. <eop>Das Römische Reich und das Alte Griechenland zählt man nicht zu den Hochkulturen. Man kann nicht genau sagen, woran das liegt. Zudem haben nicht alle Wissenschaftler die gleiche Meinung darüber, welches eine Hochkultur ist und welches nicht.<eop>Es ist schwierig zu sagen, weshalb die Hochkulturen wieder verschwanden. Das kann mit der Eroberung durch ein anderes Volk zu tun haben. Manche Hochkulturen sind aber auch in sich selbst zusammengebrochen. Die Ursachen sind vielfältig und bei jeder Hochkultur anders.<eop>Wie entstanden Hochkulturen? Der erste Schritt zur Entstehung einer Hochkultur war immer die Landwirtschaft. Darunter versteht man, dass Menschen auf einem Stück Land Pflanzen und Tiere für Nahrung und andere Zwecke nutzen. Dazu brauchte es fruchtbares Ackerland und genügend Wasser. Kam dieses von einem Fluss, begünstigte dies auch noch den Handel mit anderen Völkern und den Fischfang.<eop>Durch Erfindungen entwickelten sich viele verschiedene Berufe. Es ernährte sich also nicht mehr jede Familie selbst, nähte die Kleider und schnitzte ihre Werkzeuge aus Holz. Sie teilten sich die Arbeit untereinander auf. Das nennt man „Arbeitsteilung“. Es gab Bauern, Töpfer, Baumeister, Hersteller von Bronze und viele andere. Dann tauschten oder kauften sie untereinander, was sie brauchten. So entstand Handel.<eop>Mit gutem Land, genügend Wasser, einer guten Arbeitsteilung und einer geschickten Organisation entstanden mehr Nahrung und andere Güter als man grade brauchte. Damit konnten Vorräte für schlechte Zeiten angelegt werden. Auch mussten sich lange nicht mehr alle Menschen darum kümmern und sorgen, was wirklich notwendig war. So konnte ein Teil als Künstler, Priester oder Soldat arbeiten. <eop>Es gab auch Politiker und Beamte, die sich um die Organisation des Staates kümmerten. Um das zu regeln, brauchte man Schriftzeichen und Zahlen, um sich eine Information notieren zu können. Das war wichtig, wenn man sich etwas für lange Zeit merken und auch Botschaften verschicken wollte. Je mehr Menschen in einer Hochkultur zusammen lebten, desto mehr wurde gemeinsam geregelt. <eop><eop>"}, {"title": "Holocaust", "id": 382, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Holocaust", "text": "Der Holocaust war ein Mord an vielen Menschen in der Zeit, als die Nationalsozialisten in Deutschland regierten. Die Nationalsozialisten wollten alle Juden töten. Vor allem in den Jahren von 1941 bis 1945 wurden etwa sechs Millionen Juden ermordet.<eop>Der Chef der Nationalsozialisten war Adolf Hitler. Er hielt Juden für gefährliche Menschen. Darum ließ er die Juden in Deutschland zunächst so schlecht behandeln, dass viele flüchteten. Im Zweiten Weltkrieg besetzte Deutschland viele Länder in Europa, und die Nationalsozialisten gingen zum Morden über.<eop>Das Wort Holocaust kommt aus der englischen Sprache. Man spricht es eigentlich wie hollo-kohst aus. Auf Deutsch sagt man aber meistens hohlo-kaust. Andere Ausdrücke für das Verbrechen sind „der Mord an den europäischen Juden“ oder „der nationalsozialistische Massenmord an den Juden“.<eop> Wie kam es zum Holocaust? Im Jahr 1933 wurde Adolf Hitler der Chef der deutschen Regierung. Seiner Meinung nach war das Judentum keine Religion, sondern eine Rasse. Jude war für ihn auch jemand, der sich selbst gar nicht als Jude sah: Manche Juden haben sich taufen lassen und wurden zu Christen. Für Hitler war ein Jude aber auch jemand, der jüdische Eltern oder Großeltern hatte.<eop>Zunächst verloren die Juden viele Rechte. Sie durften nicht mehr als Beamte für den Staat arbeiten. Wenn ein Jude Arzt oder Anwalt war, durfte er nur noch für andere Juden arbeiten. An Läden oder Bänken in Parks standen oft Schilder, dass Juden unerwünscht waren. Juden durften außerdem nicht mehr das Parlament wählen. Das Parlament hatte zwar sowieso keine Macht mehr, aber es sollte damit gezeigt werden, dass Juden nicht zum deutschen Volk gehören.<eop>Zwei Drittel der deutschen Juden haben die Zeit überlebt, meistens, weil sie in andere Länder geflohen sind. Dabei mussten sie oft ihren Besitz in Deutschland zurücklassen. Das fanden die Nationalsozialisten gut: Auch wenn durchaus Juden ermordet wurden, ging es vor allem darum, sie zu vertreiben.<eop>Nachdem der Krieg begonnen hatte, war die Flucht allerdings viel schwieriger. Deutschland hatte viele Länder erobert, in welche die Juden geflohen waren oder in denen schon viele Juden lebten. In Polen war fast jeder zehnte Einwohner jüdisch. Die Juden wurden nun gezwungen, in bestimmten Stadtvierteln zu leben, den Ghettos.<eop> Wie wurden die Juden ermordet? Soweit man es heute weiß, beschlossen die Nationalsozialisten den Mord im Sommer des Jahres 1941. Der Massenmord schien ihnen die einzige Lösung zu sein, um weniger Juden in Europa zu haben. Die Juden wurden in Lager im Osten von Europa verschleppt. Angeblich sollten sie dort arbeiten. Wer nicht freiwillig ging, wurde verfolgt und gejagt.<eop>Bei der Verschleppung, bei der Jagd und beim Morden machten viele Menschen mit. Man geht davon aus, dass es mindestens 250.000 waren. Es waren deutsche Polizisten und Soldaten, aber auch andere Helfer. Einige waren keine Deutsche, sondern kamen aus den besetzten Ländern. Außerdem wurden Juden gezwungen, mitzumachen, damit sie selbst nicht sofort getötet wurden.<eop>Die Juden wurden auf unterschiedliche Weise getötet. Am Anfang hat man sie erschossen. Das ging den Nationalsozialisten aber nicht schnell genug. Sie ließen deshalb die Juden mit Gas töten und dann die Leichen verbrennen. Viele Juden kamen außerdem ums Leben, weil man sie schlecht behandelte: Sie wurden geschlagen, mussten lange Wege marschieren, bis zur Erschöpfung arbeiten und so weiter. Wenn sie krank wurden, durften sie nicht zum Arzt.<eop> Was passierte nach dem Holocaust? Das nationalsozialistische Deutschland verlor den Zweiten Weltkrieg im Jahr 1945. Einige Juden überlebten den Krieg, weil ihr Lager von ausländischen Soldaten befreit wurde. Andere durften am Leben bleiben, weil ihr Ehemann oder ihre Ehefrau nichtjüdisch war. Viele der Überlebenden wollten nicht in Europa bleiben, sondern sind nach Amerika oder Israel ausgewandert.<eop>Von den Tätern hat man einige sofort gefasst. Andere lebten lange Zeit ohne große Probleme. Sie wurden erst in den Jahren nach 1960 angeklagt, oder gar nicht. Vor Gericht haben die meisten Täter sich so verteidigt: Sie hätten nur das getan, was man ihn befohlen hat. Außerdem war es schwierig, ihnen nach so vielen Jahren noch etwas nachzuweisen. Viele Opfer und Zeugen waren schon tot.<eop>Viele Menschen in Deutschland und Europa haben nicht viel über den Mord an den Juden nachgedacht. Nach dem Krieg hatten sie ihre eigenen Sorgen. Sie dachten an ihr eigenes Leid im Krieg oder wollten alles Schlimme vergessen. Vielleicht hatten manche ein schlechtes Gewissen, weil sie Hitler gewählt hatten oder Juden verraten hatten.<eop>Daher dauerte es lange, bis man wieder mehr über diese Verbrechen sprach. Junge Leute, die erst nach dem Krieg geboren waren, wollten mehr wissen. Es wurden wieder Verdächtige vor Gericht gestellt. <eop>Damals, in den Jahren um 1960 und 1970, kam auch das Wort „Holocaust“ auf. Es stammt ursprünglich aus der Bibel, ist Altgriechisch und bedeutet „Brandopfer“. Vielleicht ist der Ausdruck nicht besonders treffend, aber er hat sich eingebürgert.<eop> Wie gedenkt man heute? Auch viele Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg interessieren sich die meisten Leute für den Holocaust. In der Schule spricht man viel darüber, und es gibt Museen und Mahnmale dazu. Eines der bekanntesten Mahnmale ist wohl das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ in Berlin. <eop>Es gibt auch einen Gedenktag, den 27. Januar: Am 27. Januar 1945 eroberten sowjetische Soldaten das Lager Auschwitz. Dieser Gedenktag galt zunächst nur in Deutschland. Im Jahr 2005 bestimmten die Vereinten Nationen ihn als Tag für die ganze Welt. Genauer gesagt ist es ein Tag zur Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus, zum Beispiel auch an die Roma und Sinti.<eop>Viele Menschen finden, dass der Holocaust das schlimmste Verbrechen in der deutschen Geschichte oder in der Geschichte der ganzen Menschheit war. Das Gedenken an den Holocaust soll uns ermahnen, dass man Menschen nicht verfolgen soll, auch wenn man sie für anders oder fremd hält.<eop>Allerdings gibt es neue Nationalsozialisten, die Neonazis. Einige von ihnen behaupten, dass es keinen Holocaust gegeben habe. Angeblich seien fast alle Juden damals freiwillig aus Europa nach Amerika oder später nach Israel gegangen. Wenn Leute so etwas behaupten, nennt man das „Holocaustleugnung“. Das ist in vielen Ländern auf der Welt verboten: Man darf die Verbrechen der Nationalsozialismus nicht kleinreden oder leugnen. Sonst kann man bestraft werden. In Deutschland kommt man dafür bis zu fünf Jahre ins Gefängnis.<eop> "}, {"title": "Holz", "id": 383, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Holz", "text": "Bäume bestehen vor allem aus Holz. Es ist ein wichtiger Rohstoff, denn aus Holz kann man Häuser, Möbel und Kunstwerke bauen. Auch Papier wird heute aus Holz hergestellt. Außerdem wird Holz zum Beispiel in einem Kamin oder einem Ofen verbrannt, um eine Wohnung zu heizen.<eop>Bei jeder Baumart ist das Holz anders. Eichenholz und Buchenholz sind sehr hart. Daraus werden häufig teure Möbel gebaut. Für billigere Möbel verwendet man eher Tannen- oder Fichtenholz. Ahornholz eignet sich sehr gut für den Bau von Musikinstrumenten oder Spielzeug. Das Holz der Linde hingegen ist weich, darum nimmt man es gern für die Bildhauerei.<eop>Wenn man einen Baumstamm aufsägt, entdeckt man auf dem Holz ein besonderes Muster. Es entsteht aus den Jahrringen. Im Sommer wachsen die Bäume schneller, das gibt eine dickere, helle Schicht. Im Winter wachsen die Baumstämme langsamer, das gibt eine dünnere, dunkle Schicht. Diese Muster auf einem Brett oder auf einem Balken nennt man „Maserung“ oder „Holzbild“. <eop>Viele alte Berufe haben mit Holz zu tun. Holzfäller fällen Bäume, Schreiner und Zimmerleute verarbeiten das Holz weiter. Köhler machen aus Holz Holzkohle. Allerdings werden viele dieser Arbeiten heute von Maschinen und in Fabriken erledigt.<eop><eop>"}, {"title": "Honig", "id": 384, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Honig", "text": "Honig ist ein Produkt von Bienen. Sie stellen ihn aus Nektar oder Honigtau her, der aus den Blüten von Pflanzen stammt. Sie lagern ihn in Bienenwaben aus Wachs. Dann verschließen sie die Waben mit einem Wachsdeckel. Den Honig brauchen sie im Winter, um nicht zu verhungern. <eop>Honig wird oft geraubt: Bären machen sich über die Bienenstöcke her. Durch ihr dickes Fell nützen die Stacheln der Bienen nichts. Die Bienen müssen dann wegfliegen und einen neuen Bienenstock errichten.<eop>Auch Menschen nutzen Honig schon seit vielen Tausend Jahren. Schon in der Steinzeit gab es „Honigjäger“. Die Menschen merkten schnell, dass man die Bienen mit Rauch vertreiben und dann mehr oder weniger in Ruhe den Stock plündern kann.<eop>Im Altertum, von den alten Römern bis nach dem Mittelalter war Honig das wichtigste Süßungsmittel, da es noch keinen Zucker gab. Die Römer benutzten ihn vor allem häufig zum Backen. Wer es sich im Mittelalter leisten konnte, süßte damit den eher sauren Wein.<eop>Auch heute wird noch viel Honig gegessen: Über eine Million Tonnen, also über eine Milliarde Kilogramm wird im Jahr hergestellt. Wir essen ihn vor allem als Brotaufstrich. <eop>Was macht der Imker? Den Bienenzüchter nennt man Imker. Er sorgt dafür, dass es den Bienen gut geht, damit er viel Honig ernten kann. Damit sie schneller vorwärtskommen, gibt er ihnen vorgefertigte Wachsplatten in Holzkästen. Auf diesen Platten bauen die Bienen die Waben auf. So brauchen sie weniger Zeit für den Wabenbau und konzentrieren sich auf das Sammeln von Nektar und auf die Pflege der Jungtiere. Das Wachs für den Bau der Waben stellen sie selber her: Sie haben dazu besondere Drüsen an ihrem Bauch. Diese Organe können Wachs herstellen.<eop>Als Lohn holt sich der Imker die fertigen Waben aus dem Bienenstock. Er entfernt die Wachsschicht oben und gibt die Waben in eine Schleudermaschine. Die Waben werden solange geschleudert, bis der ganze Honig rausgeflossen ist. Nun wird er noch in Gläsern abgefüllt.<eop>Das zweite Produkt ist das Wachs. Daraus haben die Menschen schon im Mittelalter ihre Kerzen gezogen oder gegossen. Wachskerzen duften nicht nur gut, sondern sie rußen auch nicht.  Damit die Bienen im Winter nicht verhungern, muss ihnen der Imker einen Ersatz geben. Weil Honig viel Zucker enthält, bietet sich dickes Zuckerwasser an. Den Zucker kann der Imker billig einkaufen, den Honig teuer verkaufen.<eop> "}, {"title": "Horizont", "id": 385, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Horizont", "text": "Der Horizont ist die Grenze, die man zwischen der Erde und dem Himmel sieht. Diese Grenzlinie hängt natürlich von der Landschaft ab. Die Horizontlinie sieht deshalb überall ganz anders aus: In einer Hügellandschaft ist sie geschwungen, im Hochgebirge recht zackig. Am Meer verläuft der Horizont bei ruhigem Wetter ganz gerade und flach.<eop>Die Richtung, welche der Horizont am ruhigen Meer hat, nennt man waagerecht. Ein Fremdwort für waagerecht ist deshalb horizontal. Die Richtung, die senkrecht auf dieser Horizontalen steht, nennt man auch vertikal. Diese beiden Richtungen sind zum Beispiel bei unseren Gebäuden sehr wichtig. Ein Gerät, mit dem man die horizontale Richtung einer Mauer genau prüfen kann, ist die Wasserwaage. Wenn die kleine Luftblase in der Anzeige der Wasserwaage genau in der Mitte steht, dann ist sie waagerecht.<eop>Der Horizont einer Stadt wird oft auch als Skyline bezeichnet, sprich: Skailein. Das ist Englisch und bedeutet Himmelslinie. Die Skyline einer Stadt kann je nach den Gebäuden sehr auffällig sein. Nur anhand der Skyline können viele Menschen erkennen, dass es sich um Paris handelt. Sie erkennen den Eiffelturm. Das gleiche gilt auch für besondere Berge.<eop><eop>"}, {"title": "Horn", "id": 386, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Horn", "text": "Hörner sind spitze Waffen, die bestimmte Tiere am Kopf tragen. Das Nashorn hat daher sogar seinen Namen. Auch viele andere Tierarten tragen Hörner. Hörner bestehen im Innern aus einem Zapfen aus Knochen. Darüber liegt das eigentliche Horn, das meistens innen hohl ist. Außen drauf liegt eine Schicht aus Haut.<eop>Ein Horn besteht ebenfalls aus Haut, die Zellen sind jedoch abgestorben. Deshalb spüren die Tiere nichts. Aus demselben Material bestehen Haare und Federn, Fingernägel, Krallen und Hufe, Schnäbel und auch die Schuppen der Reptilien. Die Stoßzähne der Elefanten hingegen sind keine Hörner sondern Zähne, die aus dem Oberkiefer wachsen. Sie bestehen aus einem anderen Material.<eop>Hörner sind meist gekrümmt. Auf der Außenseite sind sie glatt, gerippt oder sehen aus wie eine Schraube. Hörner haben jedoch keine Verzweigungen. Verzweigungen gibt es nur bei einem Geweih, das die Hirsche tragen. Geweihe bestehen jedoch nicht aus Horn, sondern aus Knochen.<eop>Die Tiere mit Hörnern unterscheidet man in zwei Tierfamilie: Die Nashörner bilden eine eigene Tierfamilie. Alle anderen Tiere mit Hörner nennt man Hornträger oder Rinderartige. Sie bilden ebenfalls eine eigene Tierfamilie. Zu ihnen gehören verschiedene Gattungen: Rinder, Schafe, Ziegen, Antilopen, Gazellen, Büffel und einige andere. Ob dabei alle Tiere Hörner tragen oder nur die Männchen, hängt von der einzelnen Tierart ab.<eop>Was versteht man sonst noch unter einem Horn? Es gibt auch den Ausdruck „Hornhaut“. Damit meint man zwei verschiedene Dinge an unserem Körper: Einerseits ist es eine dickere Schicht von Haut, wie wir sie zum Beispiel an den Fußsohlen tragen. Das ist abgestorbene Haut, die wir zum Schutz haben. Hornhaut haben wir auch auf den Innenflächen unserer Hände, ebenfalls zum Schutz. Auch auf den Augen haben wir eine Hornhaut. Sie ist durchsichtig und liegt über der Iris und der Pupille.<eop>Einem Horn kann man die Spitze abschneiden und dann hineinblasen wie in eine Trompete. So entstehen verschiedene Töne. So entstand wohl das Musikinstrument mit dem Namen „Horn“. Heute gibt es davon viele verschiedene Arten. Sie bestehen jedoch nicht mehr aus dem Material Horn, sondern aus Metall. Dieses Horn ist rund und hat mehrere Ventile, mit denen man die Tonhöhe verändern kann. Das Alphorn besteht aus Holz und hat keine Löcher oder Klappen. In der Form gleicht es dem Horn eines Tieres immerhin noch ziemlich, auch wenn es viel größer ist.<eop><eop>"}, {"title": "Hunde", "id": 387, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hunde", "text": "Hunde sind Säugetiere. Für Wissenschaftler sind die Hunde eine Tierfamilie zu der auch die Füchse gehören. Die meisten Menschen denken bei einem Hund an das, was die Wissenschaftler Haushund nennen. Das Männchen heißt Rüde, das Weibchen heißt Hündin, und das Jungtier heißt Welpe.<eop>Die Haushunde begannen mit dem Wolf: Schon vor vielen tausend Jahren haben Menschen Wölfe an sich gewöhnt. Es gibt Funde, die beweisen, dass Menschen bereits vor 30.000 Jahren mit Hunden zusammengelebt haben. Hunde haben sich verändert, oft hat der Mensch ganz bewusst Hunde gezüchtet, damit sie so wurden, wie er sie haben wollte. Heute gibt es etwa 800 Hunderassen.<eop>Früher waren Hunde sehr nützlich bei der Jagd, sie wärmten die Menschen und sie kämpften gegen Feinde mit. Heute haben manche Hunde ganz besondere Aufgaben, zum Beispiel helfen sie Blinden, den Weg zu finden. Außerdem können Sie etwas bewachen und auch Schafe hüten. Die allermeisten Hunde sind heute aber nur da, damit Menschen Freude an ihnen haben. Auf der Welt soll es über 500 Millionen Hunde geben.<eop>Hunde sehen zwar nicht besonders gut, sie haben Mühe, Farben gut zu unterscheiden. Aber dafür haben sie sehr gute Ohren. Sie hören Töne, die so hoch sind, dass Menschen sie gar nicht wahrnehmen können. Vor allem können Hunde hervorragend riechen, eine Million mal besser als der Mensch. Dies hängt nicht nur mit der langen Nase zusammen, denn viele Hunderassen haben eine kurze Nase. Der starke Geruchssinn kommt daher, dass die Hunde einen viel größeren Teil des Gehirns dazu brauchen, Gerüche zu erkennen, als wir Menschen. <eop>Wozu hält sich der Mensch Hunde? Die meisten Hunde halten sich die Menschen als Freund oder wie ein zusätzliches Mitglied der Familie. Das geht mit Hunden besonders gut, denn sie sind Rudeltiere wie die Wölfe. Sie bleiben dem Rudel treu, vor allem dem Rudelführer. Sie wollen nämlich nicht aus dem Rudel ausgeschlossen werden, weil sie allein nicht jagen können und so verhungern würden. Aus demselben Grund bewachen sie auch ihre Familie oder deren Haus und verteidigen beides.<eop>Bei den Herdenhunden ist es sehr ähnlich. Ein guter Herdenhund kommt bereits inmitten der Herde zur Welt. Er meint dann, alle Schafe seien seine Geschwister oder andere nahe Verwandte innerhalb des Rudels. Deshalb verteidigt er die Schafe oder die anderen Tiere in der Herde. Dies ist heute wichtiger als Früher, da es in der Natur wieder mehr Bären und Wölfe gibt als früher.<eop>Polizeihunde gehorchen ihrem Meister bedingungslos. Sie haben ein langes Training hinter sich, damit sie auch kleine Gegenstände finden wie zum Beispiel einen Schlüssel. Dazu müssen sie lernen, ein Gebiet in einem bestimmten System zu suchen. Auch wie sie einen Verbrecher stellen können, ohne ihn zu arg zu verletzen, müssen sie lange lernen.<eop>Auch Drogenhunde sind eine Art von Polizeihunden. Ihr Spezialgebiet ist das Erschnüffeln von Drogen. Dies machen sie bei Kontrollgängen in bestimmten Gebieten, besonders an Landesgrenzen und an Flughäfen. Für sie ist das wie ein Spiel. Jedes Mal, wenn sie eine Droge erschnüffelt haben, bekommen sie einen kleinen Leckerbissen als Belohnung.<eop>Auch der Lawinenhund ist ein besonderer Spürhund. Er schnüffelt nach Menschen, die unter einer Schneelawine liegen oder unter einer Geröll-Lawine. Die besteht aus Gestein, das plötzlich abgerutscht ist. Auch bei eingestürzten Häusern kommen Lawinenhunde zum Einsatz, beispielsweise nach einem Erdbeben.<eop>Der Blindenhund hilft einem blinden Menschen, den Weg zu finden. Sein richtiger Name ist Blindenführhund, weil er Blinde führt. Blindenführhunde müssen sehr lange ausgebildet werden. Sie dürfen nicht erschrecken, wenn beispielsweise Feuerwerk knallt. Sie müssen erkennen, ob eine Ampel auf grün steht, dann gehen sie vorwärts. Wenn sie auf rot steht, setzen sie sich hin. Noch viele andere Dinge kommen hinzu. Blindenführhunde tragen ein besonderes Zeichen, damit die sehenden Menschen sie erkennen. Zudem tragen sie auf dem Rücken einen festen Haltegriff, damit sich der blinde Mensch daran führen lassen kann.<eop>Eine besondere Aufgabe haben die Schlittenhunde. Man kennt sie aus dem Hohen Norden. Meist gehören sie zur Rasse der Huskies, sprich: Haskis. Sie laufen gerne und sehr ausdauernd. Zudem haben sie ein dickes Fell, damit sie gut im Schnee übernachten können, ohne zu erfrieren. Schlittenhunde muss man gut an ihre Aufgabe gewöhnen. Aus der Natur sind sie sich nicht gewohnt, etwas mit einem Riemen zu ziehen und immer eng beieinander zu bleiben.<eop>Wie vermehren sich Hunde? Hunde müssen ungefähr ein Jahr alt sein, damit sie Junge bekommen können. Das nennt man Fortpflanzung. Bei kleineren Hunderassen beginnt dies etwas früher, bei größeren später. Geschehen kann es zu jeder Jahreszeit.<eop>Nur wenn im Bauch einer Hündin Eizellen reif sind, ist sie bereit zum Geschlechtsverkehr. Man sagt: Sie lässt sich decken. Gesunde Rüden sind immer dazu bereit. Mit der Befruchtung beginnt die Schwangerschaft. Sie dauert bei allen Hunderassen etwa neun Wochen, also etwa zwei Monate.<eop>Die Anzahl der Jungtiere hängt jedoch sehr stark von der Rasse ab. Es sind drei bis zwölf pro Wurf, so nennt man die Geburt. Man sagt: Die Hündin hat Junge geworfen. Die Welpen trinken Milch bei ihrer Mutter, denn Hunde sind Säugetiere.<eop>Welpen müssen bei ihrer Mutter und den Geschwistern bleiben. Sie müssen lernen, mit diesen zusammenzuleben und sich richtig zu verhalten. Man kann sie auch schon zusätzlich an besonderen Lärm gewöhnen wie zum Beispiel eine Polizeisirene. Das kommt drauf an, was später einmal aus dem Hund werden soll.<eop>Immer wieder werden Hunde zu früh von der Mutter und den Geschwistern weggenommen und verkauft. Solche Hunde kann man nie mehr richtig erziehen und ihnen beibringen, sich anderen Hunden oder Menschen gegenüber richtig zu verhalten.<eop>Große Hunderassen werden meist etwas weniger als zehn Jahre alt. Kleinere Hunderassen schaffen es oft bis über 15 Jahre. Der Rekord soll sogar bei einem Hund mit 29 Jahren liegen. Weshalb kleinere Hunde älter werden als größere, haben die Wissenschaftler noch nicht herausgefunden.<eop> "}, {"title": "Husky", "id": 388, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Husky", "text": "Ein Husky, sprich: Haski, ist ein gezüchteter Hund. Ursprünglich kommt er aus dem Hohen Norden. Es gibt zwei Zuchtlinien: Den Sibirischen Husky und den Alaskischen Husky.<eop>Huskys laufen sehr gerne und haben viel Ausdauer. Man setzte sie deshalb schon vor langer Zeit gerne als Schlittenhunde ein. Heute sind sie auch berühmt wegen der Hunderennen.<eop>Es gibt auch Familien, die sich einen Husky halten, denn Huskys sind sehr zutraulich. Auch die Kinder können gut mit einem Husky spielen. Allerdings sollte man mit einem Husky während mindestens drei Stunden täglich ins Freie gehen und ihn dort möglichst ohne Leine laufen lassen. Das ist heute an vielen Orten sehr schwierig.<eop>Wie ist der Sibirische Husky? Der Sibirische Husky stammt aus Sibirien, dem asiatischen Teil Russlands. Die Nomaden, die dort mit ihren Zelten herumzogen, spannten Huskys vor ihre Schlitten. Auch die Eskimos hielten sich Huskys. Sie sind nämlich sehr stark: Sie können bis zu neun Mal so viel ziehen, wie sie selber wiegen, also etwa zweihundert Kilogramm.<eop>An den Schultern ist der Sibirische Husky etwa 60 Zentimeter hoch. Das Männchen wiegt etwa 25 Kilogramm, das Weibchen etwa zwanzig. Das Fell hat zwei Schichten: Außen sieht man nur das Deckhaar, das gegen Wasser schützt. Darunter verbirgt sich aber eine dichte Schicht von Unterwolle, die sehr warm hält. <eop>Mit diesem Fell übersteht er selbst einen Schneesturm im Freien. Er rollt sich ein und steckt die Nase unter den Schwanz. Wenn er so die Luft durch das Fell einatmet, ist sie nicht mehr so eiskalt. Sie können sich sehr gut orientieren. Einen bekannten Weg finden sie immer wieder, auch wenn seither frischer Schnee gefallen ist.<eop>Die Welpen, das sind die Jungtiere, ziehen die Eskimos bei sich auf wie die eigenen Kinder. So verstehen sie sich von Anfang an gut mit den Menschen und gehorchen sogar den Menschenkindern.<eop>Wie ist der Alaskische Husky? Der Alaskische Husky wurde in Alaska für den Sport mit Schlittenhunden gezüchtet. Alaska ist ein Teil der USA und liegt im Hohen Norden westlich von Kanada. Sie nahmen einheimische Hunde, die man auch Indianerhunde nannte und vermischten sie mit Sibirischen Huskys, Jagdhunden und Windhunden. Die Hunde sollten sich immer besser für Rennen eignen.<eop>Alaska-Huskys können sehr verschieden sein: Die Pelzjäger brauchen schwere Tiere mit bis zu fünfzig Kilogramm Körpergewicht, für Rennen sind sie manchmal nicht einmal zwanzig Kilogramm schwer.<eop>Auch wenn die Größe sehr verschieden ist, haben sie doch viele Gemeinsamkeiten: Sie laufen sehr gerne und sehr lange. Sie haben starke Pfoten, die das gut aushalten. Ihr Fell hält auch im Schnee noch sehr warm. Vor allem verstehen sie sich gut mit anderen Hunden und mit den Menschen.<eop>Gut trainierte Alaska-Huskys können sehr viel leisten: In vier Stunden laufen sie ohne Pause bis zu hundert Kilometer weit. Das wäre auf dem Fahrrad schon eine ziemliche Leistung. An einem langen Rennen laufen sie während zehn Tagen je 240 Kilometer. Das entspricht täglich zwei Stunden auf der Autobahn.<eop>Aus dem Alaskischen Husky wurde auch der Europäische Schlittenhund gezüchtet. Er ist in Familien ebenfalls beliebt. Er hat aber kurze Haare und sieht nicht mehr aus wie ein Husky.<eop><eop>"}, {"title": "Hygiene", "id": 389, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hygiene", "text": "Bei der Hygiene geht es um Sauberkeit. Das Wort wird wie Hüh-Gjehne ausgesprochen und kommt aus dem Griechischen: Hygieia war die Göttin der Gesundheit.<eop>Im 19. Jahrhundert fand man heraus, wie viele Krankheiten entstehen: Man steckt sich an durch Bakterien und Viren. Seitdem weiß man, wie wichtig Sauberkeit ist.<eop>Viele Bakterien und Viren überträgt man über die Hände: Beim Händedruck oder indem man sie beispielsweise an einer Haltestange in einem Verkehrsmittel hinterlässt. Man tötet sie ab, indem man sich die Hände wäscht oder mit einem Desinfektionsmittel einreibt. Auch durch Anhusten kann man Krankheitserreger übertragen.<eop>Dank Hygiene werden Menschen heute viel älter als vorher. Menschen baden häufiger und putzen sich die Zähne. Dank der Toilette wird der Kot weggespült, in dem viele Krankheitserreger sind. Die Häuser sind sauberer als früher, und der Müll wird weggeräumt. <eop> Wie sieht Hygiene im Krankenhaus aus? Besonders wichtig ist die Hygiene im Krankenhaus. Sonst gäbe es dort so viele Krankheitserreger, dass man erst recht krank wird. Es gibt eigens Fachleute, die Hygienefachkräfte, die andere beraten, wie man sich hygienisch verhält.<eop>Die normale Hygiene reicht nicht aus für Nadeln von Spritzen oder für Instrumente, mit denen der Arzt operiert. Die müssen noch viel sauberer sein, nämlich keimfrei. Man muss also die Bakterien und Viren richtig abtöten. Das macht man mit heißem Wasser oder Dampf. Das nennt man sterilisieren. Die Instrumente sind dann also steril. Auch mit bestimmten Putzmitteln erreicht man fast eine Sterilität, beispielsweise, wenn man ein Instrument in ganz starken Alkohol einlegt. <eop>"}, {"title": "Höhle", "id": 390, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Höhle", "text": "Es gibt einige Tierarten, die nur in Höhlen leben und dort ihr ganzes Leben bleiben. Schon vor über dreihundert Jahren hat man den Grottenolm entdeckt. Olme sind eigentlich Amphibien und leben sowohl im Wasser als auch am Land, wie zum Beispiel der Frosch. Grottenolme hingegen befinden sich immer unter Wasser in einer Höhle. In solchen unterirdischen Seen gibt es manchmal auch Fische. Außerdem leben manche Insekten in Höhlen.<eop>Andere Tiere schlafen in einer natürlichen Höhle. Manche Arten von Fledermäusen zum Beispiel schlafen tagsüber in Höhlen. Sie müssen aber die Höhle verlassen, um Futter zu suchen. Manche halten in einer Höhle Winterschlaf.<eop>Wieder andere Tiere graben sich selbst Höhlen. Man spricht dann aber eher von einem Bau, weil die Tiere sich die Höhle eben selbst bauen. Dazu gehören Kaninchen, Murmeltiere, Mäuse und viele andere. Sie brauchen den Bau nicht nur zum Schlafen, sondern auch als Schutz vor Feinden. In der Höhle bringen sie auch ihre Jungtiere zur Welt und ziehen sie dort auf. Die Mutter verlässt später die Höhle zusammen mit den Jungen für eine immer längere Zeit und bringt ihnen das Leben über der Erde bei.<eop> Haben früher Menschen in Höhlen gelebt? Schon im Altertum dachte man, dass einfache Menschen ohne Kultur in Höhlen wohnen. Im 19. Jahrhundert lernten Wissenschaftler mehr und mehr über die ersten Menschen. Knochen wurden oft in oder bei Höhlen gefunden. Daher kam es zum Ausdruck „Höhlenmensch“. Man stellte sie sich als wild und dumm vor.<eop>Heute weiß man, dass die Neandertaler und andere Urmenschen nicht immer in Höhlen gewohnt haben und schon eine ganze Menge konnten. Sie zogen normalerweise als Jäger und Sammler umher und wohnten zum Beispiel in Zelten. <eop>Allerdings haben Urmenschen durchaus Höhlen besucht. Das weiß man nicht nur durch Knochen und andere Funde, sondern auch durch Höhlenmalereien. Sie befinden sich manchmal tief in einer Höhle. Die Maler der Steinzeit müssen es sehr mühsam gehabt haben, dorthin zu kommen und beim Schein einer Fackel zu malen. Warum sie das gemacht haben, weiß man nicht. <eop>"}, {"title": "Höhlenmalerei", "id": 391, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Höhlenmalerei", "text": "Eine Höhlenmalerei ist ein Gemälde an der Wand einer Höhle. Gemeint sind Malereien und Zeichnungen aus der Steinzeit. Die ältesten Höhlenmalereien, von denen man heute weiß, sind 40.000 Jahre alt.<eop>Manche Menschen in der Steinzeit haben gern dort gelebt, wo es Höhlen gab. Dort fanden sie Schutz vor schlechtem Wetter. Früher sprach man sogar vom „Höhlenmenschen“. Das muss aber nicht heißen, dass alle Urmenschen ständig in Höhlen gelebt hätten.<eop>Einige Höhlenmalereien sind tief in der Erde oder genauer: in einem Berg. Sie sind schwierig zu erreichen. Dort hat man wohl nicht gewohnt. Eher wohl haben sich Jäger dort getroffen, um sich auf die Jagd einzustimmen, also um sich Mut zu machen.<eop>Das vermutet man, weil die meisten Malereien Tiere zeigen. Diese Tiere lebten damals und waren normalerweise die Beute der Steinzeit-Menschen. Vielleicht hatte das etwas mit Magie zu tun: Sie beschworen die Geister, damit sie ihnen bei der Jagd halfen.<eop>Sie malten mit Farbstoffen, die sie in der Natur gefunden hatten. Rot zum Beispiel kam von Stoffen, die mit Eisen zu tun haben. Gelb ist die Farbe einer bestimmten Tonerde. Mit Kalk und Wasser, manchmal auch mit Blut, sorgten die Maler dafür, dass die Farbstoffe an der Wand kleben blieben.<eop>Heute besuchen viele Touristen solche Höhlen. An mehreren Orten musste man das jedoch verbieten, weil die Besucher Farben abkratzten oder andere Schäden anrichteten. Zudem können die Höhlenmalereien bleich werden durch zu viel Licht oder durch die Blitzlichter der Fotoapparate oder Handys.<eop><eop>"}, {"title": "Hölle", "id": 392, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hölle", "text": "Die Hölle ist das Gegenstück zum Himmel. Sie ist eine Vorstellung, die es in verschiedenen Religionen gibt. Die Hölle liegt irgendwo weit unten. Es ist dort dunkel und schrecklich. Ob es die Hölle tatsächlich gibt, kann kein Mensch mit Sicherheit sagen. <eop>Im Christentum wohnen in der Hölle der Teufel und die Dämonen. Das sind dunkle Wesen, eine Art böse Geister. Wer im Leben schlechte Taten gemacht hat und nicht an Gott glaubt, kommt auf ewig in die Hölle. Dort soll ein Feuer ständig die Menschen verbrennen, aber sterben können sie trotzdem nicht.<eop>Auch im Alten Ägypten und im Alten Griechenland gab es die Vorstellung von der Hölle. Den Ort muss man sich ebenso furchtbar vorstellen wie die Hölle im Christentum, nur wurden die Menschen auf andere Art und Weise gequält.<eop>Auch im Hinduismus und im Buddhismus gibt es eine Hölle. Auch dort werden die schlechten Menschen gequält. Die Zeit dort unten läuft allerdings auch einmal ab, dann wird der Mensch wiedergeboren, er kommt also als Baby auf die Welt zurück. Lebt er besser, dann kommt er beim nächsten Tod nicht mehr in die Hölle.<eop>In der Hölle des Islam brennt ein riesiges Feuer. Die Seelen der Menschen müssen über eine schmale Brücke gehen. Wer nicht durch Allahs Gnade erlöst wird, fällt in das Feuer hinunter und muss dort auf ewig schmoren.<eop>Im Mittelalter waren die Menschen in Europa davon überzeugt, dass es die Hölle gebe. Heute ist das nicht mehr so. Eine Befragung zeigte, dass nur etwa jeder Dritte an eine Hölle glaubt. Das ist aber von einem Land zum anderen sehr verschieden: In den Niederlanden glaubt etwa jeder zehnte an eine Hölle, in Deutschland etwa jeder siebte. In Rumänien und Polen glaubt etwa jeder zweite an eine Hölle, in der Türkei sind etwa neun von zehn Menschen von einer Hölle überzeugt.<eop>Manchmal benutzt man aber auch das Wort Hölle ohne, dass es etwas mit Religion zu tun hat. Dann will man damit meistens etwas ganz besonders Schreckliches beschreiben. Man vergleicht es also mit unserer Vorstellung von der Hölle. Zum Beispiel wenn man sagt, der Krieg war für alle die Hölle. Oder jemand hat höllische Schmerzen. <eop><eop>"}, {"title": "Hühner", "id": 393, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Hühner", "text": "Hühner sind Vögel, die viele und große Eier legen. Wir kennen Hühner vom Bauernhof oder vom Laden. Dort kaufen wir Hühner zum Essen. In Deutschland sprechen wir eher von Hähnchen, in Österreich vom Hendl. In der Schweiz brauchen wir den französischen Namen Poulet, sprich: Pule. Wir finden in den Regalen auch Schachteln mit Hühereiern.<eop>Von Hühnern sprechen wir im Alltag. In der Biologie gibt es die Ordnung der Hühnervögel. Dazu gehören folgende Arten: das Rebhuhn, die Wachtel, das Truthuhn, das Auerhuhn, der Fasan, der Pfau und das Haushuhn. Wenn wir vom Huhn sprechen, meinen wir eigentlich immer das Haushuhn.<eop>In der Landwirtschaft zählt man das Haushuhn zum Geflügel. Das Männchen heißt Hahn oder Gockel. Das Weibchen ist die Henne. Wenn es gerade Jungtiere hat, nennt man es Glucke. Die Jungtiere heißen Küken.<eop>Zwerghühner wiegen etwa ein halbes Kilogramm, andere Hühner erreichen über fünf Kilogramm. Die Hähne sind immer etwas schwerer als die Hennen. Hühner tragen Federn wie alle Vogelarten. Sie können jedoch nur schlecht fliegen und bleiben meist auf dem Boden.<eop>Woher kommt das Haushuhn? Das Haushuhn ist das häufigste Haustier der Menschen. Auf der Welt gibt es durchschnittlich drei Hühner für jeden Menschen. Unsere Hühner sind aus dem Bankivahuhn gezüchtet. <eop>Das Bankivahuhn ist ein Wildhuhn aus Südostasien. Züchten bedeutet, dass die Menschen immer die besten Hühner gebraucht haben, um Junge zu machen. Entweder sind das die Hühner, welche die meisten und die größten Eier legen. Oder dann die Hühner, welche am schnellsten dick werden. Man kann aber auch die gesündesten Hühner weiterzüchten. So entstanden die verschiedenen Rassen.<eop>Wie leben Haushühner? Wenn Hühner frei auf einem Bauernhof leben, fressen sie Gras, Körner, Würmer, Schnecken, Insekten und sogar Mäuse. Hühner verschlucken auch einige Steine. Wenn sich die Muskeln um den Magen im Rhythmus zusammenziehen, zermahlen die Steine die Nahrung.<eop>Frei laufend leben sie in Gruppen. So eine Gruppe hat immer nur einen Hahn und viele Hennen. Unter den Hennen herrscht eine strenge Rangordnung. Man nennt sie Hackordnung, weil die Tiere auch mal mit den Schnäbeln aufeinander einhacken. Das Huhn mit dem höchsten Rang darf auf der obersten Stange schlafen und das beste Futter aufpicken. Deshalb muss man Hühnerfutter breit streuen, damit es weniger Kämpfe gibt.<eop>Die einzelne Hühnergruppe auf dem Bauernhof trifft man jedoch immer seltener an. Die meisten Hühner kommen aus riesigen Betrieben. Am besten leben die Hühner mit Freilandhaltung. Sie haben also täglichen Auslauf im Freien. In der Mitte liegen die Hühner in Bodenhaltung. Sie leben auf dem Boden einer Halle. Am unnatürlichsten ist die Käfighaltung. Die Hühner sitzen dort nur auf Stangen oder sogar auf dem Käfigboden.<eop>Was für verschiedene Haushühner gibt es? Zuchthühner werden wegen ihrer Nachkommen gehalten. Henne und Hahn werden deshalb sorgfältig ausgesucht und kombiniert. Das Haushuhn ist ein Zuchthuhn, es gibt aber viele verschiedene Rassen. Dies hängt davon ab, ob Fleisch oder Eier produziert werden sollen. Zuchthühner leben nicht anders als Legehennen oder Masthühner. Durch die einseitige Zucht gibt es aber auch viele kranke und schwache Tiere, die man nicht weiterverwendet. <eop>Die Legehennen wurden darauf gezüchtet, möglichst viele Eier zu legen. Im Jahr 1950 schaffte es eine gute Legehenne auf etwa 120 Eier im Jahr. Im Jahr 2015 waren es etwa 300 Eier. Dies entspricht sechs Eiern pro Woche. 20 Wochen nach dem Schlüpfen beginnen sie, Eier zu legen. Nach etwa 60 Wochen werden sie getötet, weil die Eier weniger und schlechter werden. Das rechnet sich für den Hühnerhalter nicht mehr.<eop>Die Masthühner sollen möglichst schnell dick werden, um sie nach dem Schlachten in der Küche zuzubereiten. Für die Hühnerfleischgerichte verwendet man Hähne und Hennen. In Deutschland nennt man sie Hähnchen, in Österreich Hendl und in der Schweiz Poulet, sprich: Pule. Dieses Wort ist eigentlich französisch. Masthühner werden bereits nach 4 bis 6 Wochen geschlachtet. Sie sind dann ein und ein halbes oder zwei und ein halbes Kilogramm schwer.<eop>Wie vermehren sich Haushühner? Die Hennen zeigen es den Hähnen an, wenn sie zur Paarung bereit sind. Die Henne duckt sich und klappt die Schwanzfedern nach oben. Der Hahn besteigt die Henne von hinten. Der Hahn drückt dann seine Körperöffnung auf diejenige der Henne. Dann tropft seine Samenflüssigkeit heraus. Die Samenzellen finden den Weg zu den Eizellen selber. Die Samenzellen können dort bis zu 12 Tage lang leben und Eizellen befruchten. <eop>Aus der befruchteten Eizelle bildet sich die Keimscheibe. Daraus entwickelt sich das Küken. Als Nahrung kriegt es das Eigelb mit auf den Weg. Man nenn es auch Dotter. Dieser ist in einer Art Haut eingepackt, wie ein Bonbon in seinem Papier. <eop>Auf dieser durchsichtigen Haut sitzt die Keimscheibe. Außen herum liegt das Eiklar oder Eiweiß. Ganz außen folgt dann die harte Schale. Wer ein ungekochtes Ei aufschlägt, kann die Keimscheibe auf der durchsichtigen Haut um den Dotter erkennen.<eop>Von der Befruchtung, bis dass die Henne ihr Ei legt, dauert es nur 24 Stunden. Dann macht sich die nächste Eizelle bereit. Sie wird aus dem Vorrat an Samenzellen befruchtet. Wenn die Henne ohne der Hahn lebt oder wenn der Vorrat an Samenzellen aufgebraucht ist, entwickeln sich trotzdem noch Eier. Die kann man essen, es entstehen daraus aber keine Küken.<eop>Das gelegte Ei muss die Henne 21 Tage lang bebrüten. Dies kann auch in einem Brutkasten mit künstlicher Wärme geschehen. In dieser Zeit entwickelt sich die Keimscheibe zu einem fertigen Küken. Auf seinem Schnabel ist eine kleine Spitze gewachsen, der Höcker. Damit schlägt das Küken gegen die Eischale und macht rundherum eine Kerbe. Dann drückt es die beiden Hälften mit den Flügeln auseinander. <eop>Hühner sind Nestflüchter. Sie stellen sich schnell auf ihre Beine und gehen mit ihrer Mutter auf Futtersuche. Sie müssen also nicht von den Eltern gefüttert werden wie viele andere Vögel. Die Henne beschützt ihre Küken und führt sie ans Wasser und an gute Futterstellen. Der Hahn kümmert sich nicht um seine Nachkommen.<eop><eop>"}, {"title": "Igel", "id": 394, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Igel", "text": "Der Igel ist ein kleines Säugetier. Es gibt 25 Arten, die in Europa, Asien und Afrika leben. Manche dieser Arten haben Stacheln, andere nicht. Das deutsche Wort ist schon sehr alt: Schon im 9. Jahrhundert gab es das Wort „igil“, das so viel wie „Schlangenfresser“ heißt.<eop>Am Bauch und im Gesicht hat der Igel einfaches Fell. Die Stacheln auf dem Rücken sind eigentlich hohle Haare. Durch die Evolution sind sie so hart und spitz geworden, dass Igel sich damit schützen können. Bei Gefahr rollt der Igel sich zusammen. Dann sieht er aus wie eine Kugel, die überall Stacheln hat. <eop>Die bekanntesten Igel in Westeuropa sind die Braunbrustigel. Sie leben gern auf Feldern mit Hecken und Gebüschen oder am Rand von Wäldern. Einige trauen sich aber auch in die Städte. Sie fressen gern junge Mäuse und Küken, vor allem aber Insekten.<eop>Wie leben Igel? Igel schlafen am Tag in einer Höhle, die sie in die weiche Erde gegraben haben. In der Dämmerung und in der Nacht suchen sie sich ihre Nahrung: Käfer und Käferlarven, Raupen, Regenwürmer, Tausendfüßer, Heuschrecken, Ameisen und viele andere kleine Tiere. Sehr gerne fressen sie auch Schnecken mit und ohne Gehäuse. Deshalb sind Igel in einem Garten sehr nützlich.<eop>Igel leben meist allein. Im Sommer treffen sie sich zur Paarung. Die Mutter trägt die Jungen fünf Wochen lang in ihrem Bauch. Sie bringt meist etwa vier Jungtiere zur Welt. Sie sind taub und blind und haben ganz weiche Stacheln. Sechs Wochen lang trinken die Jungen Milch bei ihrer Mutter. Zwei bis drei Monate nach der Geburt verlassen sie die Mutter und die Geschwister.<eop>Junge Igel müssen sehr viel fressen, denn Igel machen einen Winterschlaf. Sie sparen damit Energie, denn bei Kälte finden sie nichts zu fressen. Wenn ihr Nest an der Sonne liegt, können sie aber auch aufwachen. Wenn das Nest zerstört wird, müssen sie sich ein neues suchen. Igel können also auch im Winter wach sein. <eop>Soll man Igel füttern? Den größten Gefallen erweist man Igeln mit einem naturnahen Garten. Dort finden sie genügend Futter und Orte, an denen sie sich tagsüber verstecken können. Igel sind gefräßig wie viele Menschen und fressen auch manchmal zu viel, wenn man sie füttert. Das bekommt ihnen nicht. Manche legen sich dann auch nicht zum Winterschlaf hin.<eop>Füttern sollte man Igel deshalb nur in Ausnahmefällen. Ein solcher tritt ein, wenn Igel zu früh aus dem Winterschlaf erwachen und der Boden noch gefroren ist. Dann muss man sich auf einer Igelstation eine Anleitung besorgen, wie die Futterstelle gebaut werden muss. Sonst fressen Katzen und Füchse mit und alle stecken sich gegenseitig mit Krankheiten an.<eop>Wenn ein junger Igel im Herbst noch nicht ein gutes halbes Kilogramm wiegt, kann man ihn ebenfalls füttern. Dazu muss man ihn aber immer wiegen. Damit man dann auch immer den richtigen Igel füttert, markiert man ihn am besten an einigen Stacheln mit Nagellack. Dann muss man allerdings jeden Abend raus. Lange suchen muss man ihn nicht: Sobald ein Igel zwei oder drei Mal am selben Ort und zur selben Zeit gefüttert wird, erscheint er dort pünktlich wie eine Uhr. Wenn er sein richtiges Gewicht erreicht hat, hört man mit dem Füttern wieder auf.<eop>Igel vertragen nur Katzenfutter. Viel anderes Futter mögen sie zwar auch, aber es macht sie krank. Deshalb darf man es ihnen nicht geben. Nasses Katzenfutter ist besser als trockenes. <eop><eop>"}, {"title": "Imperialismus", "id": 395, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Imperialismus", "text": "Beim Imperialismus geht es darum, dass ein Land groß und mächtig sein will. Das Land will über möglichst viele Gebiete herrschen, eine starke Armee sowie viel Einfluss in der Politik haben. Das lateinische Wort für ein Großreich ist Imperium. Daher kommt der Begriff Imperialismus. Imperium wird wiederum vom Verb „imperare“ abgeleitet, was „herrschen“ oder „befehlen“ bedeutet. <eop>Der Imperialismus hängt oft mit dem Nationalismus zusammen. Nationalisten finden, dass ihr Land besser ist als andere. Darum wollen sie auch, dass ihr Land groß und stark wird. Was mit anderen Völkern dabei passiert, ist ihnen egal.  <eop>In der Geschichte gab es immer wieder große Reiche wie das Alte Ägypten, das Römische Reich oder das Byzantinische Reich. Das Wort Imperialismus benutzte man aber erst im 19. Jahrhundert. <eop>Damals besaßen europäische Länder Kolonien auf der ganzen Welt, besonders Frankreich und Großbritannien. Aber auch außerhalb Europas gab es Länder wie Russland, die USA oder das Osmanische Reich, die über riesige Gebiete herrschten. Oft ging es ihnen dabei um wertvolle Rohstoffe wie Gold oder Gewürze, die es in anderen Ländern zu holen gab. Man nennt diese Zeit das „Zeitalter des Imperialismus“. <eop>Durch die Industrialisierung wurde Europa stark modernisiert. Die Europäer fühlten sich gegenüber anderen Völkern, die weniger modern waren oder eine andere Hautfarbe hatten, überlegen. Deshalb teilten sie die Welt unter sich auf, als würde sie ihnen gehören. Die Europäer begründeten ihre Überlegenheit mit der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Gemäß dieser überleben nur die stärksten Lebewesen, die sich am besten an ihre Umgebung anpassen können. Mit der Wertigkeit gewisser Völker hat das allerdings nichts zu tun, alle Völker sind nämlich gleich viel wert. Einige Wissenschaftler von damals sahen dies jedoch anders.  <eop>Die anderen Völker hatten oft keine Möglichkeit, sich gegen die Europäer zu wehren, weil sie viel schlechtere Waffen hatten. Die Kolonialmächte zwangen die einheimischen Völker so zu werden wie sie. So verbreiteten sich beispielsweise das Christentum sowie die europäischen Sprachen und die Kleidung in der Welt. Die Europäer sahen darin eine gute Sache. Schließlich brachten sie den Einheimischen ihrer Meinung nach Fortschritt und lehrten sie, an den „richtigen“ Gott zu glauben und sich „richtig“ zu verhalten. <eop>Der Imperialismus führte auch zwischen den europäischen Ländern zu viel Streit und Krieg. Denn jedes dieser Länder wollte selbst das größte Imperium haben. Wertvolle Kolonien, besonders diejenigen mit vielen Rohstoffen, waren hart umkämpft. Die Staatsoberhäupter der mächtigen Länder setzten sich auch manchmal zusammen, um darüber zu diskutieren, wer welches Land bekommt. Bekannt ist die Berliner Kongo-Konferenz von 1884. Dort wurden große Teile von Afrika aufgeteilt. Dazu eingeladen hatte der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Kolonien unabhängig. Damit endete auch das Zeitalter des Imperialismus.<eop>Noch heute streben einige Länder danach, möglichst viel Macht zu haben. Inzwischen geht es den Staaten jedoch eher um wirtschaftlichen und politischen Einfluss, als um die Ausdehnung des Staatsgebietes. Allerdings haben viele Staaten auch beschlossen, enger zusammenzuarbeiten, etwa durch die Gründung von Organisationen wie der EU und der UNO. <eop>"}, {"title": "Impfung", "id": 396, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Impfung", "text": "Eine Impfung sorgt dafür, dass man eine bestimmte Krankheit nicht bekommt. Bei einer Impfung wird ein sogenannter Impfstoff verwendet und meist in den Körper gespritzt. Geimpft werden kann man zum Beispiel gegen Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Windpocken, Keuchhusten und Kinderlähmung.<eop>Es gibt zwei Arten von Impfungen. Bei der aktiven Impfung besteht der Impfstoff aus schwachen oder toten Bakterien oder Viren oder aus Teilen dieser Krankheitsauslöser. Der Körper bildet darauf Abwehrstoffe, die vor der jeweiligen Krankheit schützen. Bei der passiven Impfung bekommt der Körper direkt diese Abwehrstoffe.<eop>Impfungen gegen bestimmte Krankheiten verhindern, dass die Krankheit bleibende Schäden auslöst. Dazu gehören bei Mumps Schwerhörigkeit oder bei Windpocken Narben im Gesicht. Nach einer Impfung hat man manchmal kurz Fieber oder Hautausschlag. Ganz selten wird man schwer krank. Impfungen gegen oft tödliche Krankheiten haben das Leben unzähliger Menschen gerettet. Aber gegen ein paar häufige und schwere Krankheiten wie Malaria oder AIDS gibt es noch keine erfolgreichen Impfungen.<eop> Wie läuft eine Impfung ab? Bei einer Impfung gegen Mumps beispielsweise werden Viren gespritzt, die so schwach sind, dass sie die Krankheit nicht mehr auslösen können. Der Körper erkennt aber auch diese „halbtoten“ Viren noch als Gefahr und versetzt seine Abwehr in Alarm. Dabei bildet er Abwehrstoffe, die er auch gegen „richtige“ Mumpsviren einsetzen könnte. Der Körper erlebt dann die Krankheit, aber nur ganz schwach. Er ist also nach einer Impfung gegen Mumps genauso geschützt dagegen, als hätte er die Krankheit wirklich gehabt. Das nennt man eine aktive Impfung, weil der Körper dabei selbst „etwas tun muss“, nämlich Abwehrstoffe bilden. <eop>Die passive Impfung hat besonders Bedeutung bei schweren Krankheiten wie Tollwut oder Tetanus. Dabei enthält der Impfstoff Abwehrstoffe, die ein anderer Körper bereits gebildet hat. Diese Abwehrstoffe geben dem Patienten kurze Zeit einen Schutz gegen die Krankheit. Das nennt man eine „passive“ Impfung, weil der Körper dabei selbst „nichts tun muss“.<eop>"}, {"title": "Indianer", "id": 397, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Indianer", "text": "Indianer nennt man die Menschen in Amerika, die dort schon vor der Ankunft von Christoph Kolumbus gelebt haben, sowie deren Nachkommen. Indianer leben sehr unterschiedlich und sprechen verschiedene Sprachen. Es handelt sich also nicht um ein Volk, sondern um viele Völker. <eop>Manche dieser Völker hatten schon vor Jahrhunderten Hochkulturen, einige besaßen viel Gold. Es gab viele Handwerksberufe, und auch der Ackerbau und die Wasserwirtschaft waren bereits um 4000 vor Christus bekannt. Nur 1000 Jahre später, also um 3000 vor Christus, lebten manche Indianer schon in Städten.<eop>Als nach Kolumbus mehr und mehr Europäer nach Amerika gekommen sind, haben die Indianer viel Schlimmes erlebt. Ihr Land wurde ihnen weggenommen und viele starben an Krankheiten aus Europa oder in Kämpfen gegen die Europäer. Heute leben aber immer noch Indianer in den Ländern von Nordamerika und Südamerika. Manche leben ähnlich wie die anderen Amerikaner, andere leben eher so wie ihre Vorfahren.<eop> Warum heißen die Indianer so? Als Kolumbus im Jahr 1492 von Europa nach Amerika kam, glaubte er, in Indien angekommen zu sein. Darum nannte er die Menschen in Amerika Indianer. Die Einwohner von Indien heißen heutzutage dagegen Inder.<eop>Bei dem Wort Indianer denkt man vor allem an die Stämme in Nordamerika. Diejenigen in Südamerika nennt man „Indios“ oder „Indigenos“, das heißt Eingeborene. Im Norden Nordamerikas und in Grönland leben die Eskimos oder besser gesagt „Inuit“. In Kanada sagt man „First Nations“, also „erste Völker“, und in den USA „Amerikanische Indianer“ oder „Amerikanische Ureinwohner“. Früher wurden Indianer auch „Rothäute“ genannt.<eop>Heute ist „Indianer“ ein Ausdruck für alle Menschen in Amerika, deren Vorfahren schon vor Kolumbus dort gelebt haben. Es ist aber kein Name, den sie sich selbst gegeben haben. Auch die vielen anderen Bezeichnungen, wie „Eskimo“ oder „Indio“, haben ihnen die fremden Einwanderer gegeben. Deshalb hören manche Menschen das Wort „Indianer“ nicht gern.<eop> Was haben die Indianer früher erlebt? Die Indianer kommen ursprünglich aus Asien. Ihre Vorfahren sind vor etwa 15.000 Jahren nach Amerika gezogen, und zwar über die Bering-Straße. Das ist ein kleines Stückchen Meer zwischen Asien und Alaska in Nordamerika. <eop>Die Indianer gehören zu verschiedenen Gruppen, die Stämme heißen, zum Beispiel die Apachen, die Sioux, die Comanchen und Cheyenne oder die Navajo. Sie sprechen deshalb auch unterschiedliche Sprachen. Sie lebten und leben auch unterschiedlich: manche in großen Städten, andere in einfachen Zelten oder Hütten auf dem Land.<eop>Nach Kolumbus sind viele Menschen aus Europa nach Amerika gekommen. Von den Indianern wurden sie die „Weißen“ genannt. Um selbst mehr Land zu bekommen, haben die Einwanderer oft Krieg gegen die Indianer geführt und sie aus ihrer Heimat vertrieben. Die Indianer mussten dann auf schlechtem, unfruchtbarem Land leben. Außerdem haben die Einwanderer Krankheiten mitgebracht und verbreitet, an denen viele Indianer gestorben sind. Wie viele Indianer es damals gab, und wie viele umgekommen sind, weiß man nicht. Man vermutet, dass heute weniger Indianer leben als früher.<eop>Die Menschen aus Europa haben viele Indianer zu Sklaven gemacht oder von ihren Familien getrennt und in weit entfernte Teilen des Landes umgesiedelt. In manchen Gegenden wurde ihnen außerdem verboten, in ihrer eigenen Sprache zu sprechen. Auf diese Weise sollten sie schneller lernen, so wie die Weißen zu leben.<eop>Manche Indianer sind auch heute noch sehr berühmt, vor allem solche, die gegen die Weißen gekämpft haben. Zu ihnen gehören „Sitting Bull“ oder „Geronimo“. Das waren die Anführer ihrer Stämme, und man nannte sie deshalb Häuptlinge. Die Indianerin Sacajawea half Lewis und Clark bei deren Expedition an den Pazifik.<eop> Wie leben die Indianer heute? Heute leben in Kanada und den USA weniger als vier Millionen Indianer. In Südamerika sind es etwa 70 Millionen, wovon gut die Hälfte allein in Mexiko lebt. Für viele Stämme gibt es Reservate, insgesamt mehrere tausend. Dorthin mussten sie früher umziehen, weil ihnen ihr altes, größeres und besseres Land weggenommen wurde. In einigen Reservaten haben die Indianer eigene Rechte und Gesetze.<eop>Viele sind arm, manche versuchen, vor Gericht ihre alten Rechte wiederzuerlangen. Ein Problem ist auch der Alkohol, der von den Weißen nach Amerika gebracht wurde. Der Körper von Indianern kann mit Alkohol schlecht umgehen. Wenn ein Indianer stirbt, dann hat in einem von zehn Fällen der Alkohol eine Rolle gespielt.<eop>Manche Indianer wollen so leben wie diejenigen Amerikaner, deren Vorfahren aus Europa gekommen sind. Andere versuchen so zu leben wie ihre eigenen Vorfahren. Viele mischen die Kulturen für sich: Sie haben ein modernes Leben wie andere auch, aber feiern die Feste ihrer eigenen Kultur.<eop> "}, {"title": "Indien", "id": 398, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Indien", "text": " Indien ist ein Land im Süden Asiens. Dort leben über eine Milliarde Menschen, also tausend Millionen. Nur China hat noch mehr Einwohner. Das Land ist fast zehnmal so groß wie Deutschland und wird oft ein „Subkontinent“ genannt, also ein Teil eines Kontinents oder ein „Unterkontinent“. Die indische Hauptstadt heißt Neu Delhi. Sie hat zusammen mit ihrem Umland über 16 Millionen Einwohner. Noch größer ist jedoch Mumbai mit über 18 Millionen Einwohnern.<eop>In Indien leben viele unterschiedliche Völker mit ihren Sprachen und Kulturen. Es ist ein Land der vielen Götter und Religionen. Nachdem Indien fast 200 Jahre lang eine Kolonie von Großbritannien gewesen ist, wurde es im Jahr 1947 unabhängig. Es gilt als die größte Demokratie der Welt.<eop>Wie sieht das Land aus? Vor vielen Millionen Jahren war das heutige Indien eine große Insel und ist schließlich gegen den asiatischen Kontinent gestoßen. Dadurch entstand das höchste Gebirge der Welt, der Himalaya. Es zieht sich über den ganzen Norden von Indien. Im indischen Teil des Himalayas befinden sich einige der höchsten Berge der Welt.<eop>Aus dem Himalaya strömen wichtige Flüsse des Landes, wie auch der Ganges. Er ist für die Landwirtschaft besonders wichtig, überschwemmt aber immer wieder auch viel Land. <eop>In Indien findet man viele unterschiedliche Pflanzen und Tiere, weil das Land so viele unterschiedliche Landschaften mit eigenem Klima hat: Im Himalaya ist es kalt wie in der Arktis, es gibt tropischen Regenwald, aber auch Wüste. Die großen bekannten Tiere Indiens sind der Asiatische Elefant, der Tiger und das Nashorn.<eop>Welche Geschichte hat Indien? Schon in der Steinzeit haben Menschen in Indien gelebt. Die längste Zeit gab es in Indien unterschiedliche Staaten, aber ab und zu auch ein großes Reich: Vor 2300 Jahren das Reich der Maurya, und im Mittelalter das Reich der Moguln. Die Moguln waren Muslime und herrschten in Nordindien. In dieser Zeit sind einige arabische Wörter in die indischen Sprachen gekommen, und viele Inder sind Muslime geworden. Am Ende des Mittelalters kam der Portugiese Vasco da Gama nach Indien.<eop>Im Jahr 1772 erreichten britische Soldaten Indien: Großbritannien eroberte immer mehr von Indien. In einigen Teilen regierten die Briten selbst, in anderen regierten indische Fürsten, die mit den Briten zusammenarbeiteten. Wenn es zu einem Aufstand kam, wie 1857, schlugen die Briten ihn brutal nieder. Für Großbritannien war Indien wichtig, weil es viele Rohstoffe daher bekam. Beispiele sind Gewürze und Tee und Kaffee, die in Europa so beliebt sind.<eop>Im Jahr 1947 wurde Indien schließlich frei. Eine wichtige Rolle dabei spielte Mahatma Gandhi, der gewaltlose Proteste gegen das Weltreich organisierte. Allerdings kam es sofort zu Kämpfen zwischen Muslimen und anderen Indern. Daher trennten sich zwei Länder von Indien, in denen vor allem Muslime lebten: Pakistan und Ostpakistan, das später Bangladesh wurde. Bei der Teilung Indiens sind viele Menschen getötet worden oder mussten umziehen. Bis heute gibt es Gewalt, wenn ein Teil von Indien nicht mehr zu Indien gehören will.<eop>Was muss man über die Menschen dort wissen? In Indien wohnen sehr viele Menschen auf eher wenig Land. Ein Viertel von ihnen wohnt in Städten. Einige davon sind Riesenstädte wie Mumbai, die größte Stadt Indiens. Dort leben über 18 Millionen Menschen, doppelt so viele wie in ganz Österreich. Manche Inder sind unheimlich reich, ein Viertel aber ist besonders arm. <eop>Etwas Besonderes an Indien sind die Kasten. Eine Kaste ist eine große Gruppe von Menschen, ein Teil der Gesellschaft. Wer zu einer „wertvollen“ Kaste gehört, ist hoch angesehen. Wenn man aber aus einer Familie kommt, die zu einer niedrigen Kaste gehört, ist man arm, verachtet und gilt kaum als richtiger Mensch. Man heiratet nur jemandem, der zur eigenen Kaste gehört, außerdem bestimmt die Kaste, was für einen Beruf man haben darf. Der Staat versucht, die Kasten abzuschaffen, aber das gelingt nur langsam.<eop>Vier Fünftel der Inder sind Hinduisten. Sie glauben an bestimmte Götter und nicht zuletzt an die Götter, die in ihrer Gegend oder in ihrem Dorf wichtig sind. Auf Platz 2 der Religionen kommt der Islam: Weil Indien so viele Einwohner hat, leben nur in Indonesien und Pakistan mehr Muslime als in Indien. Im Vergleich dazu sind nur wenige Inder Buddhisten, obwohl Buddha in Indien geboren wurde. <eop>In Indien spricht man mehr als 100 Sprachen. Die meisten sprechen aber Hindi. Diese Sprache ist eine entfernte Verwandte des Deutschen. Andere Sprachen, vor allem im Süden, sind wiederum ganz anders. Die indische Regierung verwendet zwei Sprachen: Hindi und Englisch. Englisch ist die Sprache der Besatzer von früher, aber es hat den Vorteil, dass es keine indische Sprache ist. Diejenigen Inder, die kein Hindi sprechen, wollen das so. In den 28 Bundesstaaten wird entschieden, welche Sprachen Amtssprachen des Bundesstaates sind.<eop>Wer hat in Indien das Sagen? Wenn ein armes Land unabhängig geworden ist, hat dort meist ein Gewaltherrscher die Macht übernommen. Nicht so in Indien: Es gilt als die größte Demokratie der Welt. 655 Millionen Inder dürfen wählen. Es gibt unzählige Parteien, einige kennt man im ganzen Land, die meisten aber sind nur für einen einzigen Bundestaat oder eine Gegend da. <eop>Die Inder wählen alle fünf Jahre einen Teil ihres Parlaments, das Unterhaus. Der andere Teil, das Oberhaus, ist eine Art Bundesrat: Dort findet man die Vertreter der Bundesstaaten. Zusammen entscheiden beide Teile über die Gesetze von Indien. Das Parlament wählt auch die Regierung und den Staatspräsidenten, das Staatsoberhaupt. <eop>Die 28 Bundesstaaten sind so etwas Ähnliches wie die Bundesländer in Deutschland und Österreich. Ein Bundesstaat darf vieles selbst für sich bestimmen. Er hat ein Parlament und eine Regierung, aber keinen Präsidenten, sondern einen Gouverneur. Den ernennt der indische Staatspräsident.<eop>Weil es so viele kleine Parteien gibt, ist es gar nicht so einfach, Indien zu regieren. Außerdem: In Indien ist es sehr wichtig, aus welcher Familie ein Politiker kommt. Der erste Regierungschef Indiens war Jawaharl Nehru. Auf ihn folgte seine Tochter, Indira Gandhi. Später wurde ihr Sohn Rajiv Regierungschef. <eop>Wofür ist das Land bekannt? In Indien werden viel mehr Filme gemacht als in Hollywood. Weil sie vor allem aus Bombay kommen, das heute Mumbai heißt, spricht man von „Bollywood“. In Bollywood-Filmen geht es oft um Liebe, Gesang und Tanz. Die Zuschauer hingegen müssen stillsitzen können, denn so ein Film dauert schon mal drei Stunden. Jedes Jahr werden mehr als 1000 Filme solcher Filme in 16 Sprachen gemacht.<eop>Ganz im Norden von Indien liegt ein Gebiet namens Kaschmir. Seit vielen Jahren streiten sich Indien und Pakistan darum, wem es gehören soll. Indien regiert nun den Südosten, Pakistan den Nordwesten des Gebietes. Aus Kaschmir kommt die Kaschmir-Ziege, deren Wolle man zu einem besonders feinen Tuch verarbeiten kann.<eop>Womit verdienen die Menschen ihr Geld? Mehr als die Hälfte der Inder sind Bauern. Was sie anbauen, wie Jute und Zucker, wird oft von indischen Fabriken verarbeitet. Auf riesigen Anlagen, die man Plantagen nennt, baut man Kaffee, Tee und Baumwolle an. Davon wird das meiste ins Ausland verkauft. Andere Bauernhöfe sind sehr klein, die Bauern können gerade so von ihrer Arbeit überleben. In den Flüssen und vor allem auf dem Meer wird viel Fisch gefangen.<eop>Indien ist das Land, aus dem viele Gewürze kommen. Viele Inder selbst haben dafür aber kein Geld. Die meisten essen auch wenig oder kein Fleisch: Einerseits, weil es teuer für sie ist, andererseits, weil ihr Glaube ihnen das verbietet. Ein Hindu darf keine Kühe essen. Trotzdem sieht man in Indien sehr viele Rinder und Wasserbüffel: Sie liefern Milch und arbeiten als Zugtiere. So wie man Europa vor allem Getreide anbaut und isst, mag man in Indien Reis. <eop>In Indien gibt es außerdem wertvolle Rohstoffe im Boden, wie Erdöl, Kohle, aber auch Metalle. Man stellt nun viele Maschinen her und macht Stahl. Viele Kleidungsstücke, die wir in Europa tragen, werden in indischen Fabriken gewoben. Auch Software für Computer kommt mehr und mehr aus Indien.<eop><eop>"}, {"title": "Indischer Ozean", "id": 399, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Indischer Ozean", "text": "Der Indische Ozean ist das kleinste der drei Weltmeere. Er liegt zwischen Afrika im Westen, Asien im Norden und Australien im Osten. Nach Süden geht er in das Südpolarmeer über, das heute meist als Antarktischer Ozean bezeichnet wird. <eop>Benannt ist der Indische Ozean nach dem Land Indien. Es ragt wie ein Keil vom asiatischen Kontinent her in den Ozean hinein. Die größte Insel im Indischen Ozean ist Madagaskar vor der Küste Afrikas. Im Nordosten, zwischen Asien und Australien, liegen die Inseln von Indonesien. Sie trennen den Indischen vom Pazifischen Ozean. Dort gibt es besonders viele Vulkane und häufige Erdbeben. Ein besonders schweres Beben zu Weihnachten 2004 löste eine gewaltige Flutwelle aus. Dabei starben mehr als 200.000 Menschen. <eop>Schon vor dem Altertum reisten Menschen an den Küsten des Indischen Ozeans. Menschen aus Asien besiedelten Madagaskar. Seefahrer des Alten Ägyptens kamen bis in den Süden Afrikas, und auch Araber segelten nach Süden. Darum sind viele Menschen an der Ostküste Afrikas Muslime.<eop>Heute fahren viele Schiffe über den Indischen Ozean und verbinden damit Europa und Afrika mit Asien. Wichtig dazu ist der Sues-Kanal, den man vor 150 Jahren gebaut hat. Dadurch können Schiffe vom Mittelmeer ins Rote Meer fahren, das bereits zum Indischen Ozean gehört. Viele Inseln dieses Ozeans ziehen Touristen an, wie die Seychellen und Réunion. Allerdings ist der Ozean auch gefährlich: Vor allem an der Küste von Somalia überfallen Piraten Schiffe und verlangen Lösegeld.<eop><eop>"}, {"title": "Industrie", "id": 400, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Industrie", "text": " Die Industrie gehört zur Wirtschaft. Das Wort kommt vom lateinischen Wort „industria“, das Betriebsamkeit oder Fleiß bedeutet. Gemeint ist damit, dass Dinge hergestellt oder weiterverarbeitet werden. In der Industrie macht man das aber nicht in kleinen Werkstätten von Handwerkern, sondern in großen Fabriken. Maschinen erledigen vieles mechanisch oder gar mit Automaten.<eop>Um das Jahr 1800 begann in Europa langsam die Industrialisierung oder Industrielle Revolution. Davor wurden Dinge hauptsächlich von Handwerkern und nicht in Fabriken hergestellt. In Deutschland ging es damit erst nach 1850 richtig los. In den Fabriken konnte man vieles schneller und billiger herstellen als vorher. Statt Holz verbrannte man Kohle, die viel heißer brannte. Mit dieser Energie konnte man nun aus Eisen Stahl machen. <eop>Die Industrie machte vieles möglich und das Leben der meisten Menschen leichter. Viele zogen von Dörfern in die Stadt, wo sie Arbeit in den Fabriken fanden. Diese Arbeiter hatten es oft auch schwer, denn die Fabriken waren dreckig und staubig und sie mussten schwer arbeiten. Allerdings lebten sie immer noch besser als in der Landwirtschaft, wo es weniger Arbeit gab. Einige Denker und Arbeiter haben die sozialdemokratische Arbeiterbewegung gegründet, die allen Arbeitern helfen sollte. Manche wollten die ganze Gesellschaft verändern und träumten vom Kommunismus.<eop>In Europa, Nordamerika und Japan entstand viel Industrie. Man spricht deshalb von den Industrieländern. Heute gibt es viele Fabriken und Anlagen nicht mehr: Stattdessen wird viel in ärmeren Ländern hergestellt. Dort bekommen die Arbeiter weniger Geld. Aber in den Industrieländern wird immer noch hergestellt. Dank der neuesten Maschinen braucht man dafür weniger Menschen in den Fabriken.<eop>"}, {"title": "Industrielle Revolution", "id": 401, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Industrielle Revolution", "text": "Die Industrielle Revolution ist eine Epoche, ein Zeitabschnitt in der Geschichte der Menschheit. In dieser Zeit wurden viele Erfindungen gemacht. Das veränderte die Wirtschaft: Viele Bergwerke und Fabriken wurden aufgebaut. Menschliche Handarbeit wurde durch Maschinen ersetzt. Dies war eine große Veränderung, deshalb nennt man sie eine Revolution.<eop>Zuerst begann die Industrielle Revolution in England. Das war um das Jahr 1750. Statt Wasserkraft, Windkraft und Pferdekraft nutzte man nun auch Dampfmaschinen. Damit trieb man in den Fabriken die Maschinen an. Solche Maschinen waren zum Beispiel Webstühle, mit denen man Stoffe herstellte, Textilien. So konnte man viel mehr herstellen als vorher und brauchte dazu weniger Menschen.<eop>Allerdings dauerte es Jahrzehnte, bis sich die Industrielle Revolution richtig durchgesetzt hatte. Außerhalb von England kam sie zunächst nach Belgien. Auch in Deutschland gab es schon recht früh die neuartigen Fabriken und Maschinen. Wirklich weit verbreitet war die Industrie in Deutschland allerdings erst seit etwa 1850.<eop> Was waren die großen Veränderungen? Besonders wichtig war die Dampfmaschine. Als Erfinder nennt man heute oft James Watt aus Schottland. Allerdings wusste man schon im Altertum, dass man mit Dampf eine kräftige Bewegung erzeugen kann. In der Zeit von Watt gab es auch andere Erfinder, die Dampfmaschinen bauten. Watts Dampfmaschinen arbeiteten aber viel wirkungsvoller als die anderen.<eop>Es änderte sich nicht nur viel in den Fabriken, sondern auch in der Landwirtschaft. Man baute bessere Pflüge und vor allem: Es wurden moderne Düngemittel erfunden. Dank der Düngung wachsen Pflanzen viel besser. Im Jahr 1913 erntete man in Deutschland fast doppelt so viel wie vierzig Jahre zuvor.<eop>Auch die Medizin wurde besser, und man lernte, dass man durch winzig kleine Lebewesen krank wird, die Bakterien. Die Leute lernten, wie wichtig es ist sich zu waschen. Die Menschen lebten länger und es starben nicht mehr so viele kleine Kinder. Dadurch hatten die Länder in Europa mit der Zeit viel mehr Einwohner aus vorher.<eop>Wichtig für das Leben der Menschen waren auch die Eisenbahn und die Telegrafie. Dank der Eisenbahn konnte man leichter Waren dorthin bringen, wo Käufer wohnten. Auch mussten Arbeiter nicht mehr ganz nahe bei der Fabrik wohnen, in der sie arbeiteten. Wer um das Jahr 1830 von Berlin nach Köln reisen wollte, brauchte dafür über eine Woche mit der Pferdekutsche. Um das Jahr 1860 ging das mit der Eisenbahn an einem einzigen Tag.<eop>Durch die Telegrafie erfuhren die Menschen viel schneller als vorher, was in der Welt passierte. Wenn ein Beamter in London wissen wollte, was in der britischen Kolonie Indien los war, so ging das um das Jahr 1880 in wenigen Minuten. 40 Jahre zuvor hatte man noch zwei Monate gebraucht, um die Nachrichten von London nach Indien und zurück zu bringen.<eop> Lebten die Menschen dank der Industriellen Revolution besser? Viele Menschen fanden in einer Fabrik Arbeit und konnten damit Geld verdienen. Das war wichtig: Wenn nämlich ein Bauer sein Land auf seine vielen Kinder aufteilte, reichte es für keinen richtig. Deshalb lebten die ärmsten Leute dort, wo es keine Industrie gab. Darum zogen viele Menschen vom Land in die Städte. <eop>Die Arbeit in den Fabriken war jedoch oft schwer und schmutzig. Das war schlecht für die Gesundheit, vor allem für die Kinder. Zum Beispiel hat man in Preußen erst im Jahr 1839 die Kinderarbeit teilweise verboten: Um in einer Fabrik oder im Bergwerk zu arbeiten, musste man ab dann mindestens 9 Jahre alt sein. Dabei muss man bedenken, dass es damals ganz normal war, wenn kleine Kinder auf dem Bauernhof hart arbeiteten.<eop>Kommunisten wie Karl Marx glaubten, dass die Armut damals durch die Industrielle Revolution käme. Die Arbeiter in den Fabriken bekamen nur wenig Lohn und konnten nicht mehr fordern, weil sie keine Ausbildung hatten. Die Arbeiter nannte man Proletarier, weil sie nichts besaßen außer vielen Kindern. Das lateinische Wort „proles“ heißt „Kinder“. Es ist jedoch nicht so, dass alle Arbeiter keine Ausbildung gehabt hätten: Viele waren Handwerker. Sie bildeten Gewerkschaften und streikten auch, wenn sie zu schlecht behandelt wurden.<eop>Mit der Zeit verdienten die Menschen besser und kamen zu etwas Wohlstand. Das war auch gut für den Staat. Mit den Steuern konnte er zum Beispiel Schulen und Krankenhäuser bauen. Hungersnöte gab es in Deutschland nach dem Jahr 1850 kaum noch, außer durch Kriege.<eop> Wann endete die Industrielle Revolution? Erfindungen werden noch immer gemacht und immer mehr Länder bauen eine Industrie auf. So gesehen geht die Revolution also weiter. Die eigentliche Industrielle Revolution endete jedoch etwa um das Jahr 1900.<eop>Damals begann eine zweite Industrielle Revolution, sagen manche Forscher. Hinzu kamen Erfindungen wie das Fließband. Dadurch musste ein Arbeiter noch weniger als vorher wissen, wie man etwas herstellt: Er hat nur noch einen kleinen Teil der Arbeit erledigt aber das immer wieder hintereinander. Außerdem spielte ab dieser Zeit die Elektrizität eine immer größere Rolle. Einige Forscher sprechen auch von weiteren Industriellen Revolutionen.<eop><eop>"}, {"title": "Inka", "id": 402, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Inka", "text": "Die Inka waren eine Hochkultur, ein altes Volk, in Südamerika. Mit „Inka“ meint man heute entweder das Volk der Inka, oder nur ihre Herrscher. Zunächst lebten sie um ihre Hauptstadt Cusco, die heute in Peru liegt. Ab dem Jahr 1438 bis zur Ankunft der Spanier eroberte das Reich der Inka viele Gebiete in der Umgebung, vor allem im Gebirge der Anden.<eop>Das Inka-Reich war damals das größte der Welt, was die Fläche angeht. Man schätzt, dass dort zwischen sieben und zwölf Millionen Menschen lebten. Es gab viele große Städte und ein gut ausgebautes Netz von Straßen quer durch das Reich. Die eroberten Völker mussten als Sklaven für die Herrscher des Inka-Reichs arbeiten und ihre Sprache übernehmen. <eop>Im Jahr 1528 sahen der Eroberer Francisco Pizarro aus Spanien und seine Leute das Inka-Reich. Pizarro wollte reich werden und überfiel vier Jahre später das Reich. Es dauerte aber noch vierzig Jahre, bis die Spanier den letzten Herrscher der Inkas enthaupteten.<eop> Wie lebten die Inka? Die Inka beteten die Sonne als höchsten Gott an. Als weiteren wichtigen Gott sahen die Inka wie andere Gruppen in Südamerika die „Pachamama“ an. Das war die Mutter Erde. Diese wird auch heute noch am vielen Orten in den Anden verehrt.<eop>Kartoffeln, Mais und Koka waren im Alltag der Inka wichtige Pflanzen und galten als heilig. Ihre Sprache, das Quechua oder Kichwa, sprich: Kehtschwa, wird noch heute von zehn Millionen Menschen gesprochen und ist in den heutigen Ländern Bolivien, Peru und Ecuador eine der Landessprachen.<eop><eop>"}, {"title": "Insekten", "id": 403, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Insekten", "text": "Insekten sind kleine Tiere. Sie gehören zu den Gliederfüßern. Sie sind also nahe verwandt mit den Tausendfüßern, den Krebsen und den Spinnentieren. Man vermutet, dass es etwa eine Million verschiedene Arten von Insekten gibt. Sie leben auf der ganzen Welt, nur nicht im Meer.<eop>Aus Sicht der Menschen sind viele Insekten schädlich. Sie fressen zum Beispiel Pflanzen, die in der Landwirtschaft angebaut werden. Oder sie übertragen Krankheiten wie zum Beispiel die Malaria. Andere Insekten aber fressen die schädlichen Insekten. Marienkäfer ernähren sich zum Beispiel von Blattläusen. Honigbienen sind Insekten, die sich Menschen sogar halten, um Honig von ihnen zu bekommen. Sie sind auch wichtig für die Bestäubung von Obstbäumen.<eop>Wie ist der Körper der Insekten aufgebaut? Der Körper eines Insekts hat drei Teile, die man auch Körperglieder nennt. Der mittlere ist die Brust, daran befinden sich drei Paare Beine. Insekten haben also sechs Beine, anders als die Spinnen mit ihren acht Beinen. Am Brustteil sind auch die Flügel der Insekten. Die anderen beiden Teile des Insektenkörpers sind der Kopf und der Hinterleib.<eop>Insekten haben Blut. Es füllt einen großen Sack, in dem die inneren Organe schwimmen. Im Rücken hat dieser „Blut-Sack“ eine Fortsetzung mit einem einfachen Herz, das sich rhythmisch zusammenzieht und entspannt. Die wichtigste Ader ist die Aorta, sie führt zum Kopf in das Gehirn. Auch die Beine, die Flügel und der Hinterleib werden so mit Blut versorgt.<eop>Insekten haben keine Lunge. Von der Oberfläche des Körpers führen winzige Kanäle ins Innere, die nennt man Tracheen. Sie verästeln sich wie die Zweige eines Baums. Dadurch gelangt der Sauerstoff in den Körper. Ein- und ausatmen können Insekten nicht aktiv. Die Luft bewegt sich nur durch Wind oder durch den Flügelschlag anderer Insekten.<eop>Zur Verdauung haben die Insekten einen Vorderdarm, einen Mitteldarm und einen Enddarm. Der Vorderdarm besteht aus dem Mund und der Speiseröhre. Im Mitteldarm wird die Nahrung verdaut und die brauchbaren Teile werden vom Körper aufgenommen. Im Enddarm wird die übrige Nahrung bereitgemacht und als Kot ausgeschieden.<eop>Insekten vermehren sich ganz ähnlich wie Vögel. Sie haben auch ganz ähnliche Geschlechtsorgane wie Vögel oder Säugetiere. Sie paaren sich, dann legt das Weibchen seine Eier. Aus einem Ei wird eine Larve. Daraus wird dann das erwachsene Tier. Bei den Schmetterlingen nennt man die Larve auch Raupe. Sie verwandelt sich erst noch in eine „Puppe“, aus der dann das erwachsene Tier schlüpft.<eop><eop>"}, {"title": "Insel", "id": 404, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Insel", "text": "Eine Insel ist ein Stück Land, das von Wasser umgeben ist. Manche Inseln liegen im Meer, andere in einem Fluss oder einem See. Auf der Erde gibt es unzählige Inseln, viele davon sind ganz klein. Grönland ist die größte Insel der Welt, fünfmal so groß wie Deutschland.<eop>Riesige Landmassen wie Australien sehen aus dem Weltall wie Inseln aus. Man nennt sie aber Kontinente und nicht Inseln, weil sie so groß sind. Neben den natürlichen Inseln gibt es noch die künstlichen Inseln, die von Menschen errichtet worden sind.<eop> Was genau ist nun eine Insel? Eine Insel muss fest mit dem Boden verbunden sein. Etwas, das schwimmt, ist keine Insel, sondern zum Beispiel ein Gestrüpp. Die Insel muss auch ständig über dem Wasser sein. Ein Stück Land, das bei hohen Wellen und bei Flut untertaucht und für eine Weile verschwindet, ist keine Insel.<eop>Manchmal ragt ein Stück Land ins Wasser hinein. Das nennt man eine Landzunge. Wenn Landzungen am Ende viel breiter sind als ihre Verbindung zum Festland, dann spricht man von einer Halbinsel. Die Halbinsel ist also fast überall von Wasser umgeben, nur eben an einer Stelle nicht.<eop>Zur deutschen Insel Sylt führt ein künstlicher Damm, ein langer schmaler Landstreifen. Darauf hat man sogar Schienen gebaut, damit Züge zur Insel fahren können. Ist Sylt immer noch eine Insel? Ja, denn den Damm haben Menschen gebaut, er kommt nicht von der Natur.<eop> Wohnen auf allen Inseln Menschen? Die meisten Inseln sind sehr klein, so dass nicht einmal ein einziges Haus darauf passen würde. Andere Inseln liegen in einer ganz heißen oder kalten Gegend der Erde, wo keiner wohnen will.<eop>Auf keiner Insel leben mehr Menschen als auf Java, nämlich 133 Millionen. Java gehört zu Indonesien. Das ganze Land Indonesien besteht nur aus Inseln oder Teilen von Inseln.<eop>Eine Insel kann auch mitten in einer Stadt liegen, durch die ein Fluss fließt. Ein Fluss teilt sich manchmal in mehrere Arme. Auch wenn das Land dazwischen nicht unbedingt wie eine Insel aussieht, ist es trotzdem eine. Die Donauinsel in Wien ist von Menschen angelegt worden und hat sogar eine eigene U-Bahn-Station.<eop>Es gibt außerdem große Inseln, die von Menschen angelegt wurden, aber wo eigentlich keiner wohnt. Der Flughafen Chubu in Japan liegt auf so einer Insel. In der Nähe gab es kein freies Land mehr, darum musste man eine neue Insel im Meer erschaffen.<eop> Welches sind die bekanntesten Inseln in Mitteleuropa? Deutschland hat an der Nordsee-Küste eine ganze Reihe von Inseln nebeneinander. In Niedersachsen sind das die ostfriesischen Inseln und in Schleswig-Holstein die nordfriesischen Inseln. Eine Besonderheit ist Helgoland, das am weitesten von der Meeresküste entfernt ist. In der Ostsee liegt die größte Insel Deutschlands: Rügen. Man kann leicht über eine Brücke dorthin fahren.<eop>Im Inneren von Deutschland, also weit weg von der Küste, befinden sich auch Inseln. Nicht die größte, aber eine der bekanntesten ist die Mäuseturminsel im Fluss Rhein. Auf dieser unbewohnten Insel steht ein alter Turm aus dem Mittelalter.<eop>Österreich und die Schweiz haben keine Küste, aber Seen. Bekannt in Österreich ist der Attersee mit dem Schloss Litzlberg, das dort auf einer kleinen Insel steht. Die größte Insel der Schweiz findet man im Zürichsee: die Ufenau.<eop> "}, {"title": "Internet", "id": 405, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Internet", "text": "Das Internet ist ein großes Netz von Computern auf der ganzen Welt. Das Wort kommt aus dem Englischen: „net“ bedeutet „Netz“. Der Wortteil „Inter“ bedeutet „zwischen“. Würde man versuchen, alle Verbindungen von Computer zu Computer aufzumalen, könnte man kaum etwas erkennen. Etwa vier und eine halbe Milliarde Menschen auf der Welt nutzen das Internet.<eop>Das Internet ist um das Jahr 1970 entstanden. Damals gab es nur wenige Computer auf der Welt. Die meisten gehörten Universitäten in den USA und standen weit von einander entfernt. Computer waren sehr teuer, sie sollten nicht unbenutzt bleiben. Darum hat man sie über das Telefonnetz verbunden: Wenn ein Computer gerade wenig zu tun hatte, nahm er einem anderen Computer Arbeit ab.<eop>Später hatten immer mehr Menschen auf der Welt einen Computer. Ab 1990 konnte man sich auch als normaler Mensch einen Zugang zum Internet kaufen und „online gehen“. Damals entstand das „Word Wide Web“, das ist Englisch für „weltweites Gewebe“. Dieses WWW ist das bekannteste der Netze, die das Internet ausmachen. Dort findet man sogenannte Websites, einzelne „Orte“ im Netz. Die E-Mail läuft über ein weiteres Netz. Das Internet ist also eigentlich ein Netz von Netzen.<eop>Ab 2005 gab es dann Smartphones, Mobiltelefone, mit denen man gut im Internet unterwegs sein kann, und Apps wurden gemacht mit ganz vielen Funktionen. Man konnte sich auch gut austauschen mit anderen, wie z.B. mit Signal, WhatsApp, TikTok. Dadurch brauchte man eigentlich dann kein Telefon mehr und auch keine Telefonnummer. Oft wird die Telefonnummer verlangt damit man weiss wer sich da grad tatsächlich anmeldet.<eop><eop>"}, {"title": "Irland", "id": 406, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Irland", "text": "Irland ist ein Land im Nordwesten Europas und ein Mitglied der Europäischen Union. Die Republik Irland liegt auf der Insel, die den gleichen Namen trägt. Allerdings gehört der nördöstliche Zipfel, „Nordirland“, zu Großbritannien. Die Grenze zu Nordirland ist die einzige Grenze zu einem anderen Land. <eop>Irland ist fast doppelt so groß wie die Schweiz, hat aber nur etwas mehr als halb so viele Einwohner. Besonders im 19. Jahrhundert sank die Bevölkerungszahl, weil viele Iren auswanderten. Schätzungen zufolge gibt es heute auf der ganzen Welt etwa 60 bis 70 Millionen Menschen mit irischen Vorfahren.<eop>Dublin im Osten, an der Küste gegenüber Großbritannien, ist die größte Stadt und die Hauptstadt. Die meisten Iren sind Katholiken, in Nordirland hingegen sind viele Menschen protestantisch.<eop>Die ganze Insel gehörte etwa seit dem Jahr 1700 zu Großbritannien. Erst nach dem Ersten Weltkrieg konnten die Iren wieder über sich selbst bestimmen, also erst nach mehr als 200 Jahren. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Die allermeisten Iren sprechen heute kein Irisch mehr, das ist eine keltische Sprache, sondern Englisch.<eop>Was passierte früher in Irland? Das keltische Volk der Iren bewohnte die Insel bereits im Altertum. Als die Römer Britannien eroberten, wurde das benachbarte Irland verschont. Vielleicht blieb gerade deshalb die keltische Kultur in Irland viel länger bestehen als in England. <eop>Im Mittelalter wurde Irland katholisch. Es war damals noch kein geeintes Land, sondern bestand aus vielen Königreichen. Oftmals wurden die Iren von Wikingern aus Skandinavien angegriffen, die auf der Insel eigene Siedlungen gründeten. Eine der Siedlungen war Dublin. In der Neuzeit wurden die irischen Königreiche nach und nach von England erobert. <eop>In den Jahren nach 1840 gab es eine schlimme Hungersnot in Irland. Trotzdem brachten die Briten Getreide von Irland nach England. Mehr als eine Million Iren starben damals, noch mehr wanderten aus. Darum leben heute in Amerika und anderswo viele Menschen, deren Vorfahren aus Irland stammen.<eop>Um das Jahr 1920 gab es immer mehr Iren, die nicht mehr zu Großbritannien gehören wollten. Sie formten eine Widerstandsgruppe, die \"Irish Republican Army\", die zwei Jahre lang einen Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien führte. Danach wurde Irland eine Republik, doch der Norden blieb bei Großbritannien. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es deshalb viel Streit zwischen dem Norden und dem Süden Irlands.<eop>Wofür kennt man Irland? Man nennt Irland die grüne Insel, wegen der vielen Wiesen und Weiden. Dort grasen acht Millionen Schafe, doppelt so viele, wie es Iren gibt. Im Westen und Süden gibt es mehr Gebirge. Grün ist auch das vierblättrige Kleeblatt, ein Sinnbild für die Iren.<eop>Irland ist die Heimat vieler bekannter Dichter und Musiker. Der Limerick, ein lustiges Gedicht, stammt aus dem Süden Irlands. Die irische Musik ist bekannt für wilde Geigenmusik. Gesungen werden die alten Lieder in Englisch oder Irisch.   Das bekannteste Volksfest Irlands ist der St. Patrick's Day am 17. März. Da feiert man den heiligen Patrick, der den Iren einst das Christentum predigte. An diesem Tag tragen alle grüne Kleider, es wird viel Alkohol getrunken und man singt irische Lieder. Irische Einwanderer brachten das Volksfest in die USA. Von dort aus wurde es in der ganzen Welt bekannt. <eop>Die irische Küche kennt viele deftige Mahlzeiten. Viele Gerichte enthalten Lamm- oder Schweinefleisch. Das Irish Stew ist zum Beispiel ein Eintopf, der sich aus Lammfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Petersilie zusammensetzt. Zu den Speisen trinkt man gerne ein starkes, dunkles Bier. Auch Whiskey ist in Irland ein beliebter Alkohol. <eop><eop> "}, {"title": "Islam", "id": 407, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Islam", "text": "Der Islam ist eine Religion. Das Wort kommt aus der arabischen Sprache und bedeutet „Hingabe“ oder „Unterwerfung“. Gemeint ist, dass man alles tun soll, was Gott einem sagt. Gott heißt auf Arabisch „Allah“, die Anhänger des Islam heißen Muslime oder Moslems. Früher sagte man auch „Mohammedaner“, weil ein Mann namens Mohammed die Religion gegründet hat.<eop>Mohammed hat im 7. Jahrhundert nach Christus in Arabien gelebt, in den Städten Mekka und Medina. Das sind heute heilige Städte für die Muslime, die in Saudi-Arabien liegen. Die meisten Muslime leben auf der arabischen Halbinsel, in Nordafrika und im Süden von Asien. Nach Europa sind viele Muslime erst im 20. Jahrhundert eingewandert. <eop>Weltweit gibt es über 1.700 Millionen Muslime. Damit ist der Islam nach dem Christentum die zweitgrößte Religion. Es gibt aber auch unterschiedliche Richtungen im Islam: Die größten Gruppen sind die Sunniten und die Schiiten.<eop>Wie ist der Islam entstanden? Mohammed hat gesagt, dass er im Traum mit dem Engel Gabriel gesprochen habe. Der Engel habe ihm das Wort Gottes überbracht. Was Mohammed gehört hat, erzählte er weiter. Später soll alles im Koran aufgeschrieben worden sein. Das ist das heilige Buch der Muslime. Darin steht, was Muslime tun müssen oder nicht tun dürfen. Es gibt fünf Hauptpflichten, welche man üblicherweise als „Säulen des Islam“ bezeichnet.<eop>Manche Wissenschaftler sagen: Mohammed hat wohl das Judentum und das Christentum gekannt. So ist Jesus auch im Islam wichtig. Für Muslime ist er aber nicht der Sohn Gottes, sondern ein Prophet. Das ist jemand, der das Wort Gottes überbringt. Die Muslime sehen in Mohammed den letzten der Propheten. Wie der Islam genau entstanden ist, weiß man aber nicht: Der Koran wurde wohl erst geschrieben, als Mohammed schon lange tot war.<eop>Woran sollen Muslime sich halten? Die erste Säule ist das Glaubensbekenntnis. Es lautet: „Es gibt keinen Gott außer Gott“ und „Mohammed ist sein Gesandter“, man kann auch sagen: „Sein Prophet“. Vor allem der erste Satz ist schwierig zu verstehen. Das arabische Wort für Gott ist „Allah“. Wenn man den arabischen Satz in unserem lateinischen Alphabet aufschreibt, sieht er so aus: „Lā ilāha illā ʾllāh“.<eop>Die zweite Säule ist das Gebet. Es soll fünf Mal täglich zu festgelegten Zeiten gesprochen werden. Die Betenden sollen sich dabei in Richtung der Stadt Mekka wenden, zum größten Heiligtum des Islam, der Kaaba. <eop>Die dritte Säule ist die Barmherzigkeit. Muslime sollen einen Teil ihres Reichtums armen Leuten abgeben. Dieser Auftrag ist sehr wichtig, denn er wird im Koran 32 Mal erwähnt.<eop>Die vierte Säule ist das Fasten während des Ramadan, einem bestimmten Monat im Jahr. Der Raman verschiebt sich gegenüber unserer Zeitrechnung jedes Jahr ein wenig. Man fastet von Morgendämmerung und Sonnenuntergang. Nur Kinder, kranke Personen und schwangere Frauen müssen nicht fasten.<eop>Die fünfte Säule ist die Pilgerfahrt nach Mekka, die jeder Moslem einmal im Leben unternehmen soll. In Mekka kam Mohammed zur Welt. Dort steht heute die Kaaba, das wichtigste Heiligtum des Islam. Über zwei Millionen Menschen treten jedes Jahr eine solche Pilgerfahrt an.<eop>Es gibt noch weitere Bräuche, welche jedoch nicht zu den fünf Säulen gehören. Zum Beispiel sollen Muslime kein Schweinefleisch essen, woran sich auch die Juden halten. Manche Musliminnen bedecken in der Öffentlichkeit ihre Haare mit einem Schleier, andere sogar ihr ganzes Gesicht. Manche bedecken sogar ihren ganzen Körper mit einer Burka. Im Koran steht nur, dass Frauen sich anständig kleiden sollen. Männer tragen öfter einen Bart als bei anderen Religionen.<eop>Kämpfen Muslime für ihren Glauben? Im Islam spricht man vom „Dschihad“. Manchmal schreibt man auch „Djihad“ oder „Jihad“. Im Sinne der Religion ist das eine Anstrengung, ein Kampf oder ein Einsatz. Manche Muslime übersetzen das Wort Dschihad mit „Heiliger Krieg“. Damit ist aber nicht unbedingt ein Krieg mit Waffen gemeint.<eop>Für manche Muslime ist der Dschihad in den fünf Säulen des Islam enthalten. Andere sehen in ihm eine sechste Säule. Den Dschihad kann man als etwas verstehen, was nur im Menschen drin stattfindet. Es ist ein Kampf gegen Dinge, die man nicht tun sollte. Man kann sich zum Beispiel gegen den Wunsch wehren, etwas stehlen zu wollen oder sich in eine verheiratete Frau zu verlieben. Manchmal bezeichnet man dies als den „Dschihad des Herzens“. <eop>Der „Dschihad der Taten“ will etwas Gutes tun. Dazu gehört zum Beispiel die Hilfe an bedürftige Menschen. Viele Muslime verstehen darunter überhaupt alles, was die fünf Säulen des Islam verlangen.<eop>Es gibt auch den „Dschihad der Sprache“. Damit ist gemeint, dass man immer die Wahrheit sagt und sich damit auch gegen einen ungerechten Herrscher wehrt. Zudem soll der Muslim durch seine Rede versuchen, andere Menschen vom Islam zu überzeugen.<eop>Schließlich gibt es auch den „Dschihad des Schwertes“. Damit ist ein richtiger Krieg mit Waffen gemeint. Ein Teil der Muslime versteht darunter, dass man nur sein eigenes Land verteidigen darf. Andere aber wollen fremde Länder für den Islam und sich erobern. Es gibt auch Muslime, die Terror erlauben. Sie denken, das gehöre ebenfalls zum Dschihad.<eop><eop>"}, {"title": "Island", "id": 408, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Island", "text": "Die Insel Island ist ein Land im äußersten Nordwesten Europas, in der Nähe von Grönland. Island hat für seine Größe ziemlich wenige Einwohner. Im etwas kleineren Österreich leben zum Beispiel 25-mal so viele Menschen wie in Island. <eop>Zwischen den Inseln Island und Grönland ist die Grenze zwischen Europa und Nordamerika. Island hat viele Vulkane und heiße Quellen, aus denen manchmal Wasser herausschießt, die Geysire.<eop>Auf Island ist es ziemlich kühl. Der Golfstrom, eine wichtige Strömung im Meer, sorgt aber dafür, dass es auf Island noch wärmer ist als in Gegenden, die ähnlich weit nördlich liegen. Doch auch im Sommer wird es höchstens 12 bis 15 Grad Celsius warm. <eop> Welche Geschichte hat Island? Entdeckt wurde Island im 9. Jahrhundert. Manche Forscher vermuten auch, dass man Island schon deutlich länger kannte. Vorher lebten dort aber jedenfalls keine Menschen dauerhaft. Mehrere Seefahrer, vor allem Wikinger, waren dort einmal vorbeigefahren, aber kaum einer blieb. <eop>Erst ab dem Jahr 870 siedelten sich Menschen in Island an. Die Siedler stammten hauptsächlich aus Norwegen. Einige von ihnen hatten sich zuvor aber schon in Schottland und Irland angesiedelt und kamen von dort. Sie brachten Sklaven und Frauen von dort mit, die Kelten waren. Deswegen sind die Vorfahren der heutigen Isländer nicht nur Norweger, sondern auch zu einem kleinen Teil Schotten und Iren.<eop>Bis ins 13. Jahrhundert regierte Island sich selbst. Das Sagen hatten mächtige Bauern, die Goden. Ein freier Isländer durfte wählen, welchem Goden er sich unterordnete. Deswegen hatten die Goden etwas davon, wenn sie gut zu den Leuten waren. Einmal im Jahr trafen sich die Goden und ihre Gefolgsleute zu einer Versammlung, die man Althing nannte. So heißt heute noch das isländische Parlament.<eop>Auf dem Althing wurde Recht gesprochen. Das Sagen hatten auch hier die Goden. Einer von ihnen war für ein Jahr Gesetzessprecher. Der musste die Gesetze auswendig aufsagen können. Wenn zwei Isländer Streit miteinander hatten, wurden ihre Interessen von ihrem Goden auf dem Althing vertreten, wo dann auch das Urteil gesprochen wurde.<eop>Im Jahr 1265 unterwarf sich Island dem norwegischen König, nachdem es viel Streit gegeben hatte und das alte System nicht mehr funktionierte. Dass eine so kleine Gesellschaft so lange unabhängig ist, war im Mittelalter sehr ungewöhnlich. Später wurde die Insel ein Teil von Dänemark. Erst im Jahr 1944 wurde daraus ein eigener Staat, die Republik Island.<eop> Was muss man über die Einwohner wissen? Auf der Insel leben fast nur Menschen, die dort geboren sind und Bürger Islands sind. Zu den wenigen Ausländern gehören vor allem Polen und Dänen. Drei Viertel der Isländer sind Mitglied in der evangelisch-lutherischen Kirche, die vom Staat geschützt wird.<eop>Die Sprache der Isländer ist eine germanische Sprache und damit auch mit dem Deutschen verwandt. Von den größeren Sprachen ist sie dem Norwegischen am ähnlichsten. Allerdings ist es auch für Deutsche und Norweger nicht so einfach, Isländisch zu lernen. In der Sprache gibt es nicht so viele Fremdwörter, die man in vielen Ländern versteht, wie „Telefon“ oder „Auto“. Die Isländer haben stattdessen eigene Wörter dafür. Das Wort „sími“ bedeutet eigentlich Faden, doch heute ist es das Wort für Telefon. Das Wort für Auto ist „bíll“. Es kommt über das Dänische vom lateinischen „automobilis“. Das bedeutet „selbstbewegend“.<eop>Die Isländer haben keine Nachnamen. Stattdessen steht hinter dem Vornamen der so genannte Vatersname, manchmal auch der Muttersname. Ein Junge bekommt dabei zusätzlich den Vornamen des Vaters und die Ergänzung „son“, das „Sohn“ bedeutet, ein Mädchen den Zusatz „dottir“ für „Tochter“. Angenommen Baldur und Kata sind Kinder von Ragnar und Anna. Dann heißt der Sohn Baldur Ragnarsson und die Tochter Kata Ragnarsdottir. Sie könnten auch Baldur Annasson und Kata Annasdottir heißen.<eop> Wofür ist Island bekannt? Die Isländer sind erst spät im Mittelalter Christen geworden. Daher kennt man heute noch Geschichten aus der alten Zeit der Germanen. Das Buch, in dem diese Geschichten und Lieder stehen, heißt Edda. <eop>Aus dem Mittelalter gibt es sehr viele bekannte isländische Geschichten. Sie heißen Sagas. Davon gibt es viele verschiedene Arten. Die Isländer lesen sie auch heute noch gern. Das können sie ohne Probleme, weil sich ihre Sprache seitdem kaum verändert hat. Es gibt aber auch Schriftsteller von heute, die oft gelesen werden, auch im Ausland. Man sagt, dass die Isländer besonders viel lesen. <eop>Die Isländer essen viel Fisch. Es gab früher nicht so viele verschiedene Tiere auf den Weiden. Außerdem konnte man kaum Getreide anbauen, darum ass man selten Brot. Heute hingegen essen Isländer mehr oder weniger dasselbe wie die Menschen in Europa. Bekannt aus Island ist der Skyr: Das ist eine Art Frischkäse, der sich lange hält.<eop>Im Jahr 2010 brach der Vulkan Eyjafjallajökull aus. Dadurch kam so viel Asche in die Atmosphäre, dass der Flugverkehr über Europa für mehrere Tage unterbrochen wurde. Fachleute befürchteten, dass die Piloten nicht mehr durch die Scheiben ihrer Flugzeuge sehen könnten. Außerdem hielten sie es für möglich, dass die Düsentriebwerke beschädigt werden könnten. Tausende von Reisenden konnten nicht mehr nach Hause fliegen.<eop> Wovon leben die Isländer? Island ist ein rauhes Land, in dem es oft kalt ist. Kaum eine Gegend dort eignet sich für die Landwirtschaft. Aber rund um Island kann man gut fischen. Mehr als ein Drittel von dem, was Island in andere Länder verkauft, ist Fisch oder wird aus Fisch hergestellt.<eop>Fast alle Energie in Island stammt aus erneuerbaren Energien. Besonders mit den heißen Quellen kann man billig Strom erzeugen. Darum gibt es einige Fabriken, die viel Strom verbrauchen, zum Beispiel, weil sie Aluminium herstellen. Man bringt den Rohstoff für Aluminium von weit her, denn Strom ist in Island recht billig.<eop>In Island sind viele Waren teuer: Das meiste muss man aus anderen Ländern herbeibringen. Das gilt auch zum Beispiel für viele Maschinen und die Leute, die Maschinen reparieren können. Seit einiger Zeit kommen immer mehr Touristen nach Island, der Natur wegen. Für den Flughafen von Reykjavik ist das ein Problem, weil er für so viele Besucher eigentlich zu klein ist.<eop> "}, {"title": "Israel", "id": 409, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Israel", "text": "Israel ist ein Land im Westen Asiens, am Mittelmeer. Es ist etwa doppelt so groß wie die Schweiz und hat etwa gleich viele Einwohner. Drei Viertel der Einwohner sind Juden. Es ist der einzige Staat, in dem Juden die Mehrheit sind. Die Sprachen des Staates sind Hebräisch und Arabisch, zwei miteinander verwandte Sprachen.<eop>Schon im Altertum lebten Juden in dieser Gegend. Doch die Römer haben sie vertrieben. Weil Juden in Europa verfolgt wurden, vor allem durch den Nationalsozialismus, sind viele zurückgekommen. Damals wurde das Gebiet von Großbritannien regiert und hieß Palästina. Die Juden gründeten 1948 den Staat Israel. Darauf folgte ein Krieg mit den arabischen Nachbarländern, und viele Araber wurden vertrieben oder mussten flüchten.<eop>Im Jahr 1967 gab es wieder einen Krieg. Israel eroberte dabei Gebiete, die man heute die „besetzten Gebiete“ nennt oder die „Palästinensergebiete“. Damit sind nun Araber gemeint. Zwischen Juden und Araber gibt es viel Streit und auch Gewalt. Zusammenfassend redet man oft vom Nahostkonflikt. <eop>In Israel ist es sehr heiß, vor allem in der Wüste. Trotzdem wird in Israel fast so viel angebaut, dass es davon leben kann. Der Tourismus ist wichtig, die Urlauber sehen sich die Geschichte im Land an oder besuchen das Gebirge im Osten am Toten Meer und seine Oasen. Außerdem stellt man viele teure Dinge her: geschliffene Diamanten, Computerprogramme, Medikamente, chemische Dinge.<eop><eop>"}, {"title": "Italien", "id": 410, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Italien", "text": "Italien ist ein Land im Süden Europas. Der größte Teil von Italien ist eine lange Halbinsel im Mittelmeer, die auf der Landkarte wie ein Stiefel aussieht. Lange Zeit herrschten dort mehrere Könige und Fürsten. Seit dem Jahr 1861 ist Italien ein einiger Staat und hatte anfangs einen italienischen König. Später beherrschte der Diktator Benito Mussolini das Land. Seit dem Jahr 1946 ist Italien eine Republik und hat einen Präsidenten als Staatsoberhaupt.<eop>In Italien wird vor allem Italienisch gesprochen. Diese Sprache ist mit Französisch, Spanisch und anderen Sprachen verwandt. Ganz im Norden, in Südtirol, gibt es auch deutschsprachige Italiener. In der nördlichen Hälfte sind die Menschen etwas reicher, während der Süden von Italien als ziemlich arm bekannt ist.<eop>Die Hauptstadt von Italien ist Rom. Das ist auch die größte Stadt. In Rom entstand im Altertum das Römische Reich, das über halb Europa herrschte. Im Mittelalter und in der Neuzeit lebten viele berühmte Künstler und Erfinder wie Leonardo da Vinci und Michelangelo. Aus Italien stammen außerdem viele Speisen, die man heute in der ganzen Welt mag. Dazu gehören Spaghetti und Pizza.<eop>Wie sieht das Land aus? Der größte Teil Italiens liegt auf einer langen Halbinsel. Sie ist fast 1200 Kilometer lang. Zum Vergleich: Von Flensburg im Norden Deutschlands bis Garmisch im Süden sind es nur 800 Kilometer. Die Halbinsel nennt man die Appenin-Halbinsel, nach dem Gebirge darauf. <eop>Der höchste Berg des Appenins ist fast 3000 Meter hoch. Noch höher aber ist der Mont Blanc in den Alpen mit 4800 Metern. In den Alpen ist es sehr kalt, während Italien sonst ein sehr warmes bis subtropisches Klima hat. Vor allem im Sommer ist es heiß und feucht.<eop>In Italien gibt es viele Erdbeben. Dort stoßen die Platten aufeinander, auf denen die Kontinente Europa und Afrika liegen. Ein schlimmes Erdbeben fand 2009 statt, in Mittelitalien. Über 300 Menschen starben dabei. Auch aktive Vulkane gibt es in Italien. Der bekannteste dürfte der Vesuv bei Neapel sein.<eop>Zu Italien gehören über 450 Inseln. Deswegen, und weil es eine Halbinsel ist, hat Italien besonders viel Küste: 7.600 Kilomeer. Die größten Inseln sind Sizilien und Sardinien. Die größeren Seen liegen in den Alpen, wie der Gardasee und der Lago Maggiore.<eop>Welche Geschichte hat Italien? Vor über 200.000 Jahren lebten bereits Neandertaler im heutigen Italien. Später im Altertum lebten dort viele Völker, von denen man heute noch einiges weiß, wie die Etrusker und die Kelten. Im Süden siedelten auch Griechen. Angeblich im Jahr 753 vor Christus wurde die Stadt Rom gegründet. Daraus wurde im Laufe der Jahrhunderte das riesige Römische Reich.<eop>Etwa um das Jahr 400 nach Christus brach das Reich auseinander. Von Norden her kamen Völker der Germanen, die auch Italien eroberten. Im Mittelalter war vor allem der Norden Italiens ein Teil des Heiligen Römischen Reiches. Im Süden beherrschten Muslime, aber auch Wikinger Gebiete wie die Insel Sizilien.<eop>Auch in der Neuzeit war Italien kein Land, sondern bestand aus vielen Reichen und Städten. Die Mitte Italiens mit der Stadt Rom gehörte beispielsweise zum Kirchenstaat, dem Herrschaftsgebiet des Papstes. Andere größere Reiche waren das Großherzogtum Toskana und das Königreich Neapel, das damals über fast ganz Süditalien herrschte. In dieser Zeit blühte die Kultur der Renaissance auf, besonders in den Städten Florenz und Venedig. Die Künstler aus Italien hatten viel Einfluss auf den Rest Europas.<eop>1861 wurde Italien schließlich ein einziges Königreich. Zu dieser Zeit eroberte das Königreich Sardinien-Piemont manche Gebiete, andere schlossen sich ihm freiwillig an. Anfangs war die italienische Hauptstadt darum Turin, das im Piemont liegt. Erst später wurde es Rom. Italien nahm am Ersten Weltkrieg teil, weil ihm versprochen wurde, dafür neue Gebiete zu erhalten. Das kostete 600.000 Italienern das Leben. <eop>Im Jahr 1922 wurde das Königreich eine Diktatur: Benito Mussolini, der Führer der Faschistischen Partei, wurde Chef der Regierung. Mussolini führte viele Kriege in den italienischen Kolonien in Afrika. Seit 1940 kämpfte Italien mit dem nationalsozialistischen Deutschland im Zweiten Weltkrieg.<eop>Nach dem Krieg stimmte das Volk ab, dass es keinen König mehr haben wollte. Seit 1946 ist Italien deshalb eine Republik. Es gehörte zu den ersten Ländern in Westeuropa, die mehr mit anderen zusammenarbeiten wollten: Seit 1957 ist Italien Teil der Gemeinschaft, die heute die Europäische Union ist.<eop>Wer sind die Einwohner Italiens? Italien liegt gemessen an der Einwohnerzahl auf dem vierten Platz hinter Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Die meisten von ihnen sprechen Italienisch. Das ist eine romanische Sprache, die vom Latein abstammt. Im Norden Italiens gibt es ein Gebiet namens Südtirol, wo viele Einwohner Deutsch sprechen.<eop>Lange Zeit wanderten viele Italiener aus, vor allem in die USA und nach Argentinien. Eine halbe Million lebte ab 1955 in Deutschland als Gastarbeiter, viele kamen auch in die Schweiz. Heute kommen Einwanderer nach Italien, wie zum Beispiel eine Million Menschen aus Rumänien und eine halbe Million aus Albanien. Außerdem leben in Italien auch viele Einwanderer, die nicht beim Staat eingetragen sind. Darum weiß man nicht so viel über sie.<eop>Die allermeisten Italiener sind Katholiken. Der Papst hat seinen Sitz in Rom, genauer in der Vatikanstadt. Bis zum Jahr 1984 war das die offizielle Religion des Staates. Allerdings sagt mehr als jeder zehnte Italiener, dass er gar keine Religion hat.<eop>Wer hat in Italien das Sagen? Die heutige Verfassung ist von 1948. Demnach wählen die Italiener alle fünf Jahre ein Parlament. Es besteht aus zwei Teilen, die beide die gleichen Rechte haben. Das Parlament wählt die Regierung und auch den Präsidenten, das Staatsoberhaupt.<eop>In Italien gab es lange Zeit viele kleine Parteien. Das machte es oft schwierig, im Parlament zusammenzuarbeiten. Eine Regierung war meist nur wenige Monate im Amt. Allerdings war die Partei der Christdemokraten stark und so gut wie immer in der Regierung.<eop>Seit 1992 hat sich einiges geändert. Damals wurde bekannt, dass viele Politiker korrupt waren. Sie nahmen also Geld von reichen Leuten an, um ihnen Gefallen zu tun. Daher hat man zum Beispiel dafür gesorgt, dass es für eine Partei schwieriger wurde, ins Parlament zu gelangen. Jedoch halten noch immer die Regierungen nicht lange durch.<eop>Wofür ist Italien bekannt? Wohl kaum ein Land in Europa ist so bekannt für Kunst und Kultur, nicht nur aus der Zeit der Renaissance. Dante Alighieri war im Mittelalter einer der ersten großen Denker, die in einer Volkssprache schrieben statt auf Latein. Auch durch die katholische Religion hatte Italien viel Einfluss auf den Rest der Welt.<eop>Nirgendwo sonst auf der Welt steht so viel Weltkulturerbe der UNESCO: über 50 Gebäude dürfen sich so nennen. Dazu gehört die Kathedrale von Florenz ebenso wie der Botanische Garten von Padua oder der Domplatz von Pisa mit seinem Schiefen Turm. Das Kolosseum ist ein riesiges Theater aus der Römerzeit und steht mitten in Rom.<eop>Vor allem die Oper wurde in Italien geboren. Viele wichtige Komponisten lebten in der Zeit um 1850, wie Gioachino Rossini und Giuseppe Verdi. Enrico Caruso gilt als der bekannteste Sänger der Weltgeschichte.<eop>Einige der berühmten Entdecker aus der Zeit um 1500 waren Italiener: Christoph Kolumbus, John Cabot oder Giovanni Caboto, oder auch Amerigo Vespucci. Von Vespucci hat der Kontinent Amerika seinen Namen. Galileo Galilei und Giordano Bruno waren berühmte Astronomen. Einem italienischen Techniker, Guglielmo Marconi, verdankt man das Radio, dem Physiker Allesandro Volta die elektrische Batterie.<eop>Womit verdienen die Italiener ihr Geld? Italien ist ein großes, reiches Land. Die Wirtschaft ist die achtgrößte auf der Welt. Allerdings hat das Land ziemlich viele Schulden. Außerdem ist der Norden Italiens viel reicher und moderner als der Süden: Im Nordwesten des Landes verdient man im Durchschnitt etwa 31.000 Euro im Jahr. Im Süden und auf den Inseln sind es nur 17.000 Euro.<eop>Kein anderes Land baut so viel Wein an wie Italien. Es ist auch eines der wichtigsten Länder für Olivenöl, Trauben, Orangen und andere Früchte und Gemüsesorten wie Artischokken und Tomaten. Von der Industrie sind die technischen Geräte aus der Gegend von Mailand, Turin und Genua bekannt.<eop>In Italien wird viel in mittelgroßen und kleinen Unternehmen hergestellt. Besonders viele Waren verkauft Italien in andere Länder der Europäischen Union, wie Deutschland und Frankreich. Am meisten verdient Italien an Erdöl, das weiterverarbeitet wurde, zum Beispiel zu Benzin. Danach kommen Medikamente und danach Autos und Teile für Autos.<eop><eop>"}, {"title": "Jahr", "id": 411, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jahr", "text": "<eop>In unserer Zeitrechnung ist ein Jahr der Zeitraum, in dem die Erde einmal um die Sonne wandert. Denn das dauert etwa 365 Tage. Das sind etwas mehr als 52 Wochen und die wiederum verteilen sich auf 12 Monate. Den Jahreswechsel am 31. Dezember nennen wir Silvester. Der 1. Januar wird Neujahr genannt und ist ein Feiertag. <eop>Alle vier Jahre gibt es ein Schaltjahr. Dann hat das Jahr einen Tag mehr, also 366 Tage. In einem Schaltjahr gibt es zusätzlich den 29. Februar. Wir zählen die Jahre seit der Geburt von Jesus. Jesus könnte im Jahr 1 geboren sein, ein Jahr 0 hat es nie gegeben. Alles, was vorher passiert ist, bezeichnen wir als „vor Christus“, die Jahre danach „nach Christus”.<eop>Den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember nennen wir Kalenderjahr. Man muss ein Jahr nicht immer vom 1. Januar bis zum 31. Dezember rechnen. Es gibt zum Beispiel auch das Schuljahr oder das Lebensjahr. Jeder Mensch hat ein Mal im Jahr Geburtstag und beginnt damit sein neues Lebensjahr.<eop>Während eines Jahres gibt es vier Jahreszeiten, nämlich Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Ein bekanntes Lied über das Jahr und seine Jahresuhr hat Rolf Zuckowski geschrieben. Damit können kleinere Kinder die Monate von Januar bis Dezember lernen.<eop>"}, {"title": "Jahreszeiten", "id": 412, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jahreszeiten", "text": "<br/>im Winter, im Frühling <br/>im Sommer und im Herbst Die Jahreszeiten sind Teile eines Jahres. In vielen Ländern unterscheidet man vier Jahreszeiten: Zum Frühling gehören März, April und Mai, zum Sommer gehören Juni, Juli und August, zum Herbst gehören September, Oktober und November, zum Winter gehören Dezember, Januar und Februar. Manche Völker teilen es anders ein und haben mehr Jahreszeiten.<eop>Die Erde hat eine Achse, so nennt man die gedachte Linie durch Nordpol und Südpol, um die sie sich dreht. Außerdem umkreist die Erde die Sonne, und zwar einmal pro Jahr. Die Erdachse steht schief auf dieser Umlaufbahn. Das sieht man auch bei jedem Globus. Diese Schiefstellung der Erdachse ist der Grund für die Jahreszeiten.<eop>Die Bahn der Erde um die Sonne ist kein vollkommener Kreis, darum ist die Erde nicht immer gleich fern von der Sonne. Viele Leute glauben, dass das für die Jahreszeiten wichtig sei: Es wäre Winter, weil wir weiter von der Sonne entfernt seien. In Wirklichkeit machen diese Unterschiede aber fast nichts aus. Es kommt drauf an, wo die Sonne über der Erde steht.<eop>Wo steht die Sonne über der Erde? Im Lauf des Jahres gibt es drei besondere Orte, an denen die Sonne am Mittag stehen kann. Einer ist der nördlichste Ort. Ihn nennt man den nördlichen Wendekreis. Es ist ein Breitenkreis, der sich rund um die Erde zieht. Die Sonne nähert sich ihm von Süden her, jeden Mittag ein bisschen mehr. Am 20., 21. oder 22. Juni erreicht sie ihn und erscheint später wieder immer näher über dem Äquator. Der Tag, an dem diese Wende stattfindet, nennt man die Sommersonnenwende.<eop>Der nächste Ort ist der Äquator. Darüber steht die Sonne am 21. oder 22. September. Tag und Nacht sind dann bei uns gleich lang. Deshalb spricht man an diesem Datum von der Tag-und-Nacht-Gleiche.<eop>Dann wandert sie Sonne mittags weiter an den dritten Ort. Er liegt am weitesten im Süden über dem südlichen Wendekreis. Das ist ebenfalls ein Breitenkreis. Sie Sonne erreicht ihn am 20. oder 21. Dezember. Dann sind bei uns die Tage am kürzesten und werden dann wieder länger. Deshalb nennt man den Tag, an dem diese Wende stattfindet, die Wintersonnenwende.<eop>Der vierte Ort ist auch der zweite, nämlich wieder der Äquator. Dort kommt der Höchststand der Sonne also zum zweiten Mal vor, nämlich am 21. oder 22. März. Tag und Nacht sind dann bei uns wieder gleich lang. Es kommt dann nochmals zur Tag-und-Nacht-Gleiche.<eop>Wie kommt es vom Sonnenstand zu den Jahreszeiten? Je steiler das Sonnenlicht von oben auf die Erde fällt, desto mehr wärmt es sie auf. Fällt das Licht nur flach auf die Erde, so kann es diese nicht so stark aufwärmen. Auf dem oberen Bild erkennt man gut, dass die Sonnenstrahlen auf der Nordhalbkugel steiler auftreffen als auf der Südhalbkugel. Es ist also Sommer im Norden und Winter im Süden. Beim unteren Bild ist die Erde halb um die Sonne gewandert, die Sonnenstrahlen kommen deshalb aus der anderen Richtung. Jetzt ist es genau umgekehrt: im Norden ist nun Winter und im Süden ist Sommer.<eop>Die Jahreszeiten und das Wetter sind also auf der Nordhalbkugel genau umgekehrt als auf der Südhalbkugel. Man spricht deshalb auch vom Nordsommer, dann ist Südwinter. Wenn bei uns Nordwinter ist, herrscht auf der Südhalbkugel der Südsommer.<eop>Warum ist es beim höchsten Sonnenstand nicht am wärmsten? Die Sonne braucht eben Zeit. Sie muss nicht nur die Luft erwärmen, sondern auch das Wasser in Meeren und Seen sowie den Erdboden, die Häuser und was es sonst noch gibt. Es ist wie bei uns in der Wohnung: Wenn wir die Heizung aufdrehen, dauert es eine gewisse Zeit, bis das wirkt.<eop>Um den 20. Juni haben wir den höchsten Sonnenstand. Die Tage sind am längsten und die Gefahr für einen Sonnenbrand ist am größten. Bis es aber am wärmsten ist, dauert es seine Zeit. Das ist dann meist im Juli der Fall.<eop>Dafür ist es beim tiefsten Sonnenstand vor Weihnachten noch nicht am kältesten. Das kommt erst danach, meist im Januar. Die Seen und Teile des Meers brauchen dann aber noch mehr Zeit, um abzukühlen und frieren oft erst im Februar zu.<eop>Wie ist es auf der Südhalbkugel? Kurz gesagt ist auf der Südhalbkugel alles genau umgekehrt wie auf der Nordhalbkugel. Sommer und Winter sind vertauscht, ebenso Frühling und Herbst. Wer die Kälte nicht mag, könnte also jeden Herbst auf die Südhalbkugel umziehen und im Frühling wieder zurück. Es gibt tatsächlich Leute, die dies tun.<eop>Allerdings darf man nicht denken, bei uns sei alles normal und auf der Südhalbkugel verkehrt. Genau das Umgekehrte kann sagen, wer auf der Südhalbkugel wohnt. Beide Ansichten haben denselben Wert, es ist nur eine Frage des Standpunkts.<eop><eop>"}, {"title": "Jahrhundert", "id": 413, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jahrhundert", "text": "Ein Jahrhundert besteht aus genau 100 Jahren. Weil das eine so lange Zeit und eine „runde“ Zahl ist, kann man damit leicht die Geschichte einteilen. Unsere Zeitrechnung beginnt mit der Geburt von Jesus Christus im Jahr 1, auch wenn Jesus tatsächlich wohl früher geboren wurde. Das erste Jahrhundert dauerte dann vom Jahr 1 bis ins Jahr 100. Wir selbst leben jetzt im 21. Jahrhundert.<eop>Als man mit unserer Zeitrechnung begonnen hat, kannte man noch keine Null als Zahl. Darum ist das erste Jahr das Jahr 1. Das 21. Jahrhundert begann deshalb am 1. Januar 2001, auch wenn das viele Menschen auf der Welt bereits in der Nacht zum 1. Januar 2000 gefeiert haben. <eop>Wenn man vom „soundsovielten“ Jahrhundert spricht, muss man aufpassen: Das Jahr 1950 liegt nicht im 19. Jahrhundert, trotz der 19 am Anfang, sondern im 20. Jahrhundert. Man kann sich das so vorstellen: Ein Kind, das erst einige Tage alt ist, befindet sich schon im 1. Lebensjahr. Dies endet erst mit dem 1. Geburtstag, so wie das 21. Jahrhundert mit dem Jahr 2100 endet.<eop>Oft denkt man bei einem Jahrhundert an bestimmte Erfindungen und Entdeckungen aus dieser Zeit. Das 19. Jahrhundert nennt man zum Beispiel das Jahrhundert der Eisenbahnen und das 20. Jahrhundert das Jahrhundert, in dem sich das Auto durchgesetzt hat.<eop>Ein Jahrtausend umfasst 10 Jahrhunderte. Man sagt dem Jahrtausend auch Millenium. Das kommt aus dem Lateinischen. Das 1. Jahrtausend dauerte vom Jahr 1 bis zum Jahr 1000 nach Christus. Wir leben also heute bereits im 3. Jahrtausend. Jahrtausende gibt es auch in der Zeit vor Christus. Diesen Zeitbegriff braucht man oft, wenn man von Abschnitten in der Geschichte spricht, die bereits weit zurückliegen.<eop>Man spricht auch von Jahrhunderten vor Christus. Das erste dauerte vom Jahr 100 vor Christus bis zum Jahr 1 vor Christus.<eop>"}, {"title": "Japan", "id": 414, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Japan", "text": "Japan ist ein Land im Osten Asiens. Es liegt auf vier großen und vielen kleineren Inseln. Das Inselreich hat einen Kaiser, auf Japanisch „Tenno“. Der japanische Name für das Land, Nippon, bedeutet „Land der aufgehenden Sonne“. Japan ist etwa so groß wie Deutschland und hat etwa um die Hälfte mehr Einwohner.<eop>Das Land ist zum größten Teil gebirgig, so hat man wenig Land, um etwas darauf zu bauen oder anzubauen. Darum leben die Japaner oft in kleinen Wohnungen in riesigen Städten, und sie essen viel Fisch. Im Norden ist es ziemlich kalt, vor allem im Winter, im Süden ist es im ganzen Jahr warm. <eop>Japan leidet oft unter Erdbeben. Besonders schlimm sind die Beben im Ozean. Dadurch kann eine riesige Welle entstehen, die viel zerstört, wenn sie auf die Küste trifft. Das japanische Wort dafür, Tsunami, heißt „hohe Welle im Hafen“. Im Jahr 2011 hat so ein Tsunami sogar ein Atomkraftwerk zerstört.<eop>Wie sieht das Land aus? Ganz Japan ist wie ein riesiges Gebirge, von dem die Spitzen aus dem Meer ragen: Diese Spitzen sind 6.852 Inseln. Die größten davon sind Hokkaido im Norden, Honshū, Shikoku und Kyūshū. <eop>Der höchste Berg ist der Vulkan Fuji mit 3776 Metern über dem Meeresspiegel. Er ist zwar seit Jahrhunderten nicht mehr ausgebrochen, aber in der Gegend um den Fuji gibt es viele Erdbeben. Heute ist der Fuji eines der beliebtesten Reiseziele in Japan. Wegen seiner Form betrachten ihn Japaner als schönsten Berg der Erde. Der Fuji ist ziemlich leicht zu ersteigen. Er darf aber nur im Sommer bestiegen werden. Dann machen sich pro Tag rund 3000 Menschen auf den Weg. <eop>Das meiste Land von Japan ist gebirgig. Dort befinden sich auch viele Wälder. Für die Japaner ist das ein Problem: Drei Viertel des Landes eignen sich kaum, um dort zu wohnen oder etwas anzubauen. Es gibt auch wenig Bodenschätze.<eop>Wer hat in Japan das Sagen? Der japanische Herrscher hat den Titel Tennō. Das bedeutet übersetzt „Himmlischer Herrscher“. Dieser Titel wird im Deutschen oft mit „Kaiser“ übersetzt. Er ist heute der einzige Kaiser, der auf der Erde noch im Amt ist. Ein anderer Titel ist „Mikado“. Das ist das gleiche Wort wie für das Geschicklichkeitsspiel Mikado. Der Tennō hat in der japanischen Politik nichts zu sagen und mischt sich nicht ein. Er gilt außerdem als der oberste Priester der Shintō-Religion.<eop>Die japanische Politik bestimmt der Premierminister. Seit Dezember 2012 ist Shinzō Abe der Premierminister. Abe stammt aus einer Politikerfamilie. Es kommt in Japan oft vor, dass Söhne und Töchter wichtiger Politiker auch Politiker werden. Abes Vater war Außenminister. Abe gehört der Liberaldemokratischen Partei an, die seit dem Zweiten Weltkrieg fast immer an der Macht war, obwohl sie in viele Skandale verwickelt war.<eop>Was ist früher in Japan passiert? Die ersten Menschen besiedelten das heutige Japan vor etwa 12.000 Jahren. Sie kamen vermutlich aus Zentralasien oder Sibirien und lebten als Jäger und Sammler. Das waren jedoch viele verschiedene Völker. Ein japanisches Kaiserreich gab es erstmals um das Jahr 300 nach Christus. Damals wurden die alten Völker von Menschen aus Korea verdrängt, welche die Vorfahren der heutigen Japaner sind. In dieser Zeit entstand auch die Shintō-Religion. Durch den Handel mit China kam vieles aus der dortigen Kultur nach Japan. So auch der Buddhismus und die chinesische Schrift, die bis vor etwa 500 Jahren die wichtigste Schrift in Japan blieb. <eop>In der Shinto-Religion glaubt man, dass ein Ort nach dem Tod eines Menschen von bösen Geistern verunreinigt ist. Darum wechselte jedesmal, wenn ein Tennō starb die Hauptstadt des Kaiserreichs. Die erste dauerhafte Hauptstadt war Nara um das Jahr 700. Etwa hundert Jahre später wurde Nara jedoch bereits von Kyoto als Hauptstadt abgelöst. Wie bereits Nara wurde Kyoto im Schachbrettmuster gebaut. Das heißt, die Straßen formten lauter Quadrate. Das hatten man sich von den Chinesen abgeguckt, die ihre Hauptstadt Xi'an ebenso gestalteten. <eop>Das japanische Kaiserreich des Mittelalter<nowiki/>s und der frühen Neuzeit muss man sich nicht als einen zusammenhängenden Staat vorstellen. Ähnlich wie das Heiliges Römisches Reich in Europa bestand es eigentlich aus vielen Kleinstaaten. Der Tennō war zwar offiziell Herrscher von ganz Japan. Die wahre Macht lag jedoch bei den Shōgun, die jeweils über einen der Kleinstaaten herrschten. Die Shōgun waren Armeeführer, die aus wohlhabenden Familien stammten.  <eop>Im 19. Jahrhundert wurde Japan unter dem Tennō Meiji zu einem modernen Land mit Industrie und Eisenbahnen. Meiji nahm sich dabei westliche Länder wie Deutschland, die USA oder Großbritannien zum Vorbild. Die Shōgun verloren ihre Macht in Japan. Meiji wurde zum Alleinherrscher. Ebenso ließ er Tokio als neue Hauptstadt errichten. <eop>Später begann Japan damit, Kolonien in Fernost-Asien und im Pazifik zu erobern. Dabei kam es zum Streit mit den USA und den europäischen Kolonialmächten. Im Jahr 1941 bombardierten die Japaner den Hafen Pearl Harbour, der zu den USA gehörte. So traten Japan und die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, der in Europa bereits seit 1939 tobte. Japan verbündete sich mit Hitler und Mussolini. Der Zweite Weltkrieg endete in Asien, als die Amerikaner 1945 zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abwarfen.<eop><eop>"}, {"title": "Jazz", "id": 415, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jazz", "text": "Der Jazz ist eine Musikrichtung. Das Wort kommt aus dem Englischen und wird wie „Dschähs“ ausgesprochen. Früher sagten viele Deutsche auch „Jats“. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Jazz, darum ist es schwierig zu sagen, was genau der Jazz ist. Man kann Jazz auch mit ganz verschiedenen Instrumenten spielen.<eop>Man sagt, dass der Jazz die Musik des Augenblicks ist. Die Musiker weichen oft von den Noten ab und spielen so, wie sie es im Moment fühlen. Ein solches Spiel nennt man auch Improvisation.<eop>Die Musik entstand um das Jahr 1915. Sie ist eine Mischung aus afrikanischer Musik und europäischer Musik und wurde von Schwarzen in den USA erfunden. Die aus Afrika stammenden schwarzen Sklaven hatten starke Rhythmen mitgebracht. Mit der Tonleiter der europäischen Musik ergab das zunächt den Blues, den man bei der harten Arbeit sang.<eop>Daraus und aus anderen Musikrichtungen wurde später der Jazz. Etwa in den Jahren nach 1930 spielten ihn auch Bands, die aus Weißen bestanden. Erst seitdem mochten auch Weiße die Musik, bei der sie vorher an die schwarzen Armen dachten. Eine Richtung aus dieser Zeit war der Swing, zu dem man besser tanzen konnte.<eop>Manche Jazz-Musiker wollten harmonischer spielen, andere gerade freier. Wieder andere mochten einen wilden Stil wie den Bebop, andere spielten sanftere Töne, wie im Cooljazz. So entstanden viele unterschiedliche Arten von Jazz. Sie vermischten sich auch mit anderen Musikrichtungen, etwa dem Rock'n'Roll.<eop>"}, {"title": "Jerusalem", "id": 416, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jerusalem", "text": "Jerusalem ist eine Stadt in Israel. Für Israel ist es die Hauptstadt. Viele Einwohner von Palästina aber meinen, dass die Stadt gar nicht zu Israel gehört, oder nur ein Teil davon.<eop>Schon vor 5000 Jahren haben Menschen dort gelebt, wo jetzt Jerusalem steht. Später war es ein Sitz für jüdische Könige. Im Mittelalter regierten Muslime und manchmal Christen die Stadt. Bis 1918 lag Jerusalem im Osmanischen Reich.<eop>Heute leben in der Stadt zu fast zwei Dritteln Juden und zu einem Drittel Muslime. Die übrigen sind meistens Christen. Die Altstadt ist in Viertel aufgeteilt, die von altersher zu bestimmten Gläubigen gehören, wie das Jüdische Viertel. Insgesamt hat Jerusalem etwa 800.000 Einwohner.<eop>Jerusalem liegt auf einem Hügel. Das Klima ist wie auch sonst am Mittelmeer, von dem die Stadt nicht sehr weit entfernt liegt. Im Sommer ist es trocken und heiß, im Winter mild und kühl. Alle paar Jahre fällt sogar viel Schnee.<eop> Warum nennt man Jerusalem eine heilige Stadt? In der Bibel ist Jerusalem ein wichtiger Ort der Juden. Bereits König Salomo hatte dort einen Tempel bauen lassen. Lange nach dessen Zerstörung ließ König Herodes einen neuen, großen Tempel errichten. Davon steht heute noch eine Mauer. Sie heißt Klagemauer. Viele Juden beten dort. Auch darum ist Jerusalem eine heilige Stadt für die Juden.<eop>Jesus Christus war in den letzten Tagen seines Lebens in Jerusalem. So wurde Jerusalem auch heilig für die Christen. Im Mittelalter, in den Kreuzzügen, haben europäische Christen Jerusalem etwa 100 Jahre lang besetzt. Von manchen Kirchen wird gesagt, dass sie dort stehen, wo etwas Wichtiges im Leben von Jesus passiert ist.<eop>Mohammed, der Gründer des Islam, ist angeblich am Ende seines Lebens nach Jerusalem gegangen. Dort stieg er in den Himmel auf. An diesem Ort steht heute der Felsendom. Einige Jahre nach Mohammeds Tod haben Muslime die Stadt erobert und etwa um 690 den Dom gebaut.<eop>Darum ist Jerusalem für Juden, Christen und Muslime eine heilige Stadt. Manche wollen die Stadt am liebsten für sich haben. Jerusalem zieht jedes Jahr über zwei Millionen Touristen an. Die allermeisten wollen sich die Altstadt anschauen, selbst wenn sie Religion nicht so wichtig finden: Die Altstadt ist ein Weltkulturerbe der UNESCO.<eop> Ist Jerusalem die Hauptstadt von Israel? Seit dem Jahr 1948 gibt es den Staat Israel, den Staat der Juden. Die Vereinten Nationen wollten aus Jerusalem eine internationale Stadt machen. Israel aber nannte Jerusalem seine Hauptstadt und beherrschte den Westen der Stadt. Jordanien besetzte den Ostteil. Juden durften den Osten und damit auch die Klagemauer nicht besuchen. Israel hingegen erlaubte Muslimen aus anderen Ländern, ihre Heiligtümer im Westen zu besuchen.<eop>Im Jahr 1967 kam es zu einem Krieg zwischen Israel und seinen Nachbarländern. Dabei eroberte Israel den Osten von Jerusalem. Seit 1980 gibt es in Israel ein Gesetz, das ganz Jerusalem zur Hauptstadt macht. Allerdings erkennen viele andere Staaten das nicht an. Ihre Botschaften, also ihre Vertretungen, liegen deshalb nicht in Jerusalem, sondern in Tel Aviv.<eop>Die Einwohner von Palästina sind Muslime und Araber. Sie finden, dass Jerusalem die Hauptstadt von Palästina sein soll. Daher ist Jerusalem ein Grund dafür, dass es zwischen Israel und Palästina keinen wirklichen Frieden gibt.<eop>"}, {"title": "Jesus", "id": 417, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jesus", "text": " Jesus war ein Mann, der vor etwa 2000 Jahren lebte, also in der Römerzeit. Er wanderte durch das Gebiet, das heute zu Israel gehört. Dabei sprach er mit den Menschen über Gott. Später haben seine Anhänger das Christentum begründet.<eop>Es gibt Dinge über Jesus, die man aus der Geschichte weiß. Die Geschichtswissenschaftler sprechen deshalb vom „Historischen Jesus“ oder von „Jesus von Nazaret“. Es gibt aber auch viele Dinge, die sich geschichtlich nicht beweisen lassen. Sie gehören zum Glauben und in die Wissenschaft der Theologie. Dort nennt man ihn „Jesus Christus“. Christus bedeutet „der Gesalbte“. Damals hat man zum Beispiel einen Menschen zum König gesalbt. Jesus Christus meint also mehr als einen „normalen Menschen“.<eop>Woher weiß man etwas über Jesus? Am meisten weiß man aus der Bibel. Ihr zweiter Teil, das Neue Testament, beginnt mit vier Erzählungen über das Leben von Jesus. Die Erzähler Matthäus und Lukas beginnen bei seiner Geburt. Die Erzähler Markus und Johannes beginnen bei der Taufe von Jesus durch Johannes den Täufer. <eop>Durch geschicktes Vergleichen dieser vier Erzählungen können die Theologen herausfinden, was wirklich geschah und was die Menschen zusätzlich glaubten. Dazu gibt es aber auch Schreiber, die selber nichts mit Jesus zu tun hatten. Sie berichten vor allem, dass Jesus auch „Christus“ genannt wurde und darüber, dass er gekreuzigt wurde.<eop>Was weiß man in der Geschichte über Jesus? Der historische Jesus kam zwischen den Jahren sieben und vier vor Christus zur Welt. Unsere Zeitrechnung stimmt also nicht genau. Sein Geburtsort war wahrscheinlich Nazareth im Landesteil Galiläa. Seine Mutter hieß Maria. Er wurde wie alle Juden erzogen und lernte Aramäisch sprechen wie alle.<eop>Sicher ist in seinem Leben erst wieder, dass ihn Johannes der Täufer im Fluss Jordan taufte. Jesus war damals etwa dreißig Jahre alt. Anschließend zog er während etwa drei Jahren durch das Land und predigte. Er sprach vor allem über Gott und über sein Reich. Er lud die Menschen ein, Gott in seinem Sinn zu sehen und nicht so, wie im Alten Testament.<eop>Eine Gruppe von Menschen ging mit ihm. Man nennt sie „Jünger“ oder „Nachfolger“. Mit dabei waren auch Frauen. Das war für die damalige Zeit ungewöhnlich. Zu dieser Gruppe gesellten sich auch Menschen, die nur während einer gewissen Zeit oder an einem bestimmten Ort bei ihm blieben.<eop>Mit etwa 33 Jahren wurde Jesus durch Pontius Pilatus zum Tod am Kreuz verurteilt. Pilatus war der römische Beamte, der für solche Dinge zuständig war. Die Römer kreuzigten viele Menschen. Es war eine grausame Methode, weil es lange dauern konnte. Gekreuzigt wurden vor allem entlaufene Sklaven oder Leute, die einen Aufstand machen wollten. Damit wollte man die Menschen warnen und abschrecken. Nach seinem Tod wurde Jesus beerdigt.<eop>Was glaubte ein Teil der Menschen über Jesus? Jesus soll von Geburt an ein besonderer Mensch gewesen sein. Lukas berichtet, dass Maria die Mutter ist. Ein Engel kam zu ihr uns sagte, dass die schwanger werden würde, aber nicht von ihrem Verlobten Josef, sondern vom Heiligen Geist. Aber auch Josef war ein besonderer Mann: Matthäus berichtet, dass er ein direkter Nachkomme des Königs David sei. Viele Leute sahen in ihm deshalb den Messias, den kommenden Retter. Dass das kleine Jesus-Baby nicht wie alle anderen Babys dieser Zeit von den Römern getötet wurde, ist bereits das zweite Wunder.<eop>Schon mit zwölf Jahren predigte er im Tempel wie ein Erwachsener. Bei seiner Taufe kam vom Himmel der Heilige Geist in Form einer Taube auf ihn herab. Dazu sagte eine Stimme aus dem Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn“. Den Menschen war klar, dass hier Gott-Vater sprach. <eop>Die Bibel berichtet auch über Wunder, die Jesus selber getan hat: Er hat kranke Menschen geheilt und sogar Tote zum Leben auferweckt. Seine Jünger konnten mit wenigen Broten und Fischen einige tausend Menschen satt bekommen. An einer Hochzeit verwandelte er Wasser in Wein, weil der ausgegangen war.<eop>Am erstaunlichsten ist wohl, was nach seinem Tod geschah. Er wurde zwar vom Kreuz abgenommen und in ein Grab gelegt wie die meisten Menschen. Aber am dritten Tag wurde er wieder lebendig. Das nennt man „Auferstehung“. Er rollte sogar den großen Stein vor der Grabhöhle weg. Später zeigt er sich mehreren Menschen. Sein Jünger Thomas steckte sogar einen Finger durch das Loch, das Jesus von der Kreuzigung in seiner Hand trug. Nach einigen Wochen sprach er wieder mit seinen Jüngern. Dann wurde er in den Himmel hinaufgehoben. Markus berichtet, dass er fortan dort neben seinem Vater saß. Nach diesem Ereignis wurde Jesus auf der Erde nicht mehr gesehen.<eop>Übrig blieb der Glaube, dass Jesus am Kreuz alle Verfehlungen der Menschen abgebüßt hatte. Wer also an ihn glaubte, konnte nach dem Tod zu ihm in den Himmel kommen. Die Menschen freuten sich also auf ihre eigene Auferstehung. Gemäß dem Erzähler Johannes hat Jesus gesagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben“.<eop>Wie sah die Familie von Jesus aus? Die Mutter von Jesus hieß Maria. Das war damals ein häufiger Name. Ihre Eltern waren vielleicht Anna und Joachim, aber das ist nicht sicher. Jesus war ihr erstes Kind. Auch der Koran berichtet, dass Jesus nicht durch Sex mit Josef entstand, sondern dass sie Jungfrau war.<eop>Josef war nach dem Gesetz der Vater von Jesus. Von Beruf war er Zimmermann oder er arbeitete sonst auf Baustellen. Er kümmerte sich um Maria und Jesus. Mehr schreibt die Bibel nicht über ihn.<eop>Es gibt auch innerhalb der Kirche verschiedene Ansichten darüber, ob Jesus Geschwister hatte. Der Erzähler Markus zählt vier Brüder von Jesus auf und mehrere Schwestern. Im griechischen Text kann man das Wort „Geschwister“ aber auch als Cousins und Cousinen verstehen. Einige Gelehrte meinen auch, es seien Kinder, die Josef schon vorher mit einer anderen Frau hatte.<eop>Die katholische und die orthodoxe Kirche glaubt, dass Maria bis zum Ende ihres Lebens Jungfrau blieb. Sie hätte also keinen Sex und keine weiteren Kinder gehabt. Die Reformation machte damit Schluss und anerkannte, dass Jesus Geschwister hatte.<eop> Wie kam es zum Christentum? In der Bibel wird erzählt, wie traurig die Freunde von Jesus über seinen Tod waren. Dann aber sprach sich herum, dass Jesus drei Tage nach seinem Tod wieder lebendig geworden sei und dass einige mit ihm gesprochen hätten. Diese Nachricht verbreitete sich sehr schnell weiter. Immer mehr Menschen glaubten daran, dass Jesus von Gott wieder zum Leben erweckt wurde. <eop>Jesus selbst war Jude. Auch die, die daran glaubten, dass er der Messias ist und vom Tod aufgeweckt wurde, waren zunächst jüdischen Glaubens. Besonders der Apostel Paulus setzte sich aber dafür ein, dass auch die zur Gemeinschaft der Jesusanhänger gehören dürfen, die vorher keine Juden waren. So entstand mit der Zeit eine neue Religion, das Christentum. Das Wort „Christus“ stammt aus dem Griechischen und heißt: der Gesalbte. Es ist also die Übersetzung des Wortes Messias. Gesalbt mit einem heiligen Öl wurde man, wenn man König wurde. Weil die Christen Jesus für einen Erlöser und den Nachkommen des Königs David halten, nennen sie ihn Jesus Christus.<eop> "}, {"title": "Joe Biden", "id": 418, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Joe Biden", "text": "Joe Biden, sprich: Dscho Beiden, ist ein Politiker aus den Vereinigten Staaten von Amerika und der aktuelle Präsident seines Landes. Er ist der älteste Präsident in der Geschichte der USA. Zuvor war er in den Jahren von 2009 bis 2016 Vizepräsident von Barack Obama. <eop>Sein ganzer Name lautet Joseph Robinette Biden. Er kam im Jahr 1942 im Bundesstaat Pennsylvania zur Welt. Sein Vater war Autohändler. Biden hat zwei Brüder und eine Schwester. An der Universität von Delaware studierte er Geschichte und Politik. Mit 33 Jahren erlangte er darin einen Doktortitel. <eop>Biden heiratete mit 24 Jahren Neilia Hunter, eine Frau, in die er seit der High School verliebt war. Mit ihr hatte er drei Kinder. Im Jahr 1971 starben seine Ehefrau Neilia und seine Tochter bei einem schweren Autounfall. Seine beiden Söhne überlebten schwer verletzt. Mit 35 Jahren heiratete Joe Biden nochmals und hatte mit seiner Frau zusammen eine Tochter. Er hat fünf Enkel. Sein Sohn Beau Biden, der ebenfalls Politiker war, starb 2015 an einem Hirntumor. <eop>Was hat er in der Politik bislang gemacht?<eop>Joe Biden trat der Demokratischen Partei bei. Mit 28 Jahren wurde er in sein erstes politisches Amt gewählt. Bald darauf wurde er einer der jüngsten Senatoren. Ein Senator ist Mitglied des Parlamentes. Er wurde immer wieder gewählt, bis ihn Barack Obama im Jahr 2009 zum Vizepräsidenten ernannte. In diesem Amt blieb er acht Jahre lang, gleich lang wie Obama. Seine Partei stellte danach Hillary Clinton als Kandidatin auf, die im Wahlkampf gegen Trump verlor. <eop>Für die Wahlen am 3. November 2020 hat ihn seine Partei als Kandidaten aufgestellt, um Donald Trump zu besiegen. Wegen der Corona-Pandemie reiste Biden kaum im Land herum. Er führte seinen Wahlkampf vor allem von zuhause aus. Dort wurden seine Video-Botschaften aufgenommen und im Fernsehen und in den Sozialen Medien verbreitet.<eop>Als Vizepräsidentin hat Biden die Senatorin Kamala Harris ausgewählt. Sie ist eine Frau mit dunkler Hautfarbe, denn ihre Eltern stammen aus Jamaika und Indien. Damit zeigt Biden, dass er anders über die Black Lives Matter-Proteste denkt als Trump.<eop>Was will er erreichen? Joe Biden gilt als Liberaler. Für ihn soll der Mensch frei und selbst dafür verantwortlich sein, was er aus seinem Leben macht. Der Staat soll möglichst wenig in die Wirtschaft eingreifen. Trotzdem setzt er sich für einen besseren Sozialstaat ein. Der Staat bestimmt, dass man einen Mindestlohn bekommen muss, wenn man irgendwo arbeitet. Biden will diesen Lohn erhöhen. Außerdem sollen Menschen es leichter haben, ihren Arzt zu bezahlen. <eop>Die Reichen hingegen sollen wieder mehr Steuern zahlen: Trump hat viele Steuern für Reiche abgeschafft. Biden will etwas gegen den den Klimawandel tun und sich für die Rechte der Schwarzen und Farbigen einsetzen. Dies ist eine Antwort auf den Tod von George Floyd und die Bewegung Black Lives Matter.<eop> "}, {"title": "Johann Sebastian Bach", "id": 419, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Johann Sebastian Bach", "text": "Johann Sebastian Bach war Musiker und Komponist. Auch heute noch ist er einer der wichtigsten Komponisten in der Geschichte der Musik. Seine Stücke für das Klavier, die Orgel, die Flöte, Gesang und das Orchester werden oft gespielt. Er wurde im Jahr 1685 in Eisenach in Thüringen geboren und steht für den Stil des Barock.<eop>Bach kam aus einer musikalischen Familie und lernte die Musik vom Vater und einem älteren Bruder. Das Komponieren, also Schreiben von Musikstücken, brachte er sich selbst bei. Mit 17 Jahren arbeitete er schon als Orgel-Spieler. <eop>Als er fast 40 war, wurde er Thomaskantor. Das heißt, er leitete den Chor der Thomaskirche in Leipzig in Sachsen. Die Kirche und ihre Thomasschule gibt es auch heute noch. Hier arbeitete Bach bis zu seinem Lebensende.<eop>Im Gegensatz zu seinen Söhnen Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emmanuel war Johann Sebastian Bach eher etwas für Musik-Kenner. Nach seinem Tod im Jahre 1750 wurde er bald vergessen. Auch in der Thomaskirche hat man seine Werke kaum noch gespielt. Es dauerte fast 100 Jahre, bis man Bachs Werke wiederentdeckte und schätzen lernte.<eop> Was für Musik machte Bach? Johann Sebastian Bach interessierte sich für allerlei Arten von Musik und hatte Respekt für andere Musiker. Mit Instrumenten kannte er sich gut aus. Er wusste auch von den Ideen, die hinter der Musik stecken. <eop>Besonders gut konnte Bach Orgel spielen. Wenn man ihm eine Melodie vorgesungen hat, konnte er sie sofort mit bis zu acht Stimmen auf der Orgel nachspielen. Ein berühmtes Stück Bachs ist „Das Wohltemperierte Klavier“, das zeigen soll, was man alles aus den Tasten herausholen kann. Noch berühmter sind die großen Werke für Orchester und Chöre: Das „Weihnachtsoratorium“ wird zu Weihnachten gespielt und erzählt von der Geburt von Jesus Christus.<eop>"}, {"title": "Johann Wolfgang von Goethe", "id": 420, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Johann Wolfgang von Goethe", "text": "Johann Wolfgang von Goethe war ein deutscher Schriftsteller. Er schrieb Gedichte, Romane und Theaterstücke. Zusammen mit Friedrich Schiller gilt er als der wichtigste Autor, der auf Deutsch geschrieben hat. <eop>Geboren wurde er 1749 in Frankfurt am Main. Er studierte Recht und fing früh an zu schreiben. Sein bekanntestes Werk ist vielleicht das Theaterstück „Faust“ über einen Mann, der sich auf den Teufel einlässt. Viele Schüler lernen es heute am Ende ihrer Schulzeit kennen.<eop>Goethe interessierte sich auch für die Natur und schrieb darüber. Außerdem arbeitete er in der Regierung eines kleinen deutschen Staates, der Sachsen-Weimar-Eisenach hieß. Auch andere Dichter lebten damals in der Stadt Weimar und machten sie berühmt.<eop>Johann Wolfgang von Goethe starb im Jahr 1832. Er wurde also 82 Jahre alt, das war ein sehr hohes Alter für die damalige Zeit. Manchmal nennt man die Jahre, in denen er gelebt und geschrieben hat, sogar die Goethezeit. Aus Sicht der Literatur war es die Zeit des „Sturm und Drang“ und der Klassik. Manches von Goethe passt auch gut zur Romantik.<eop> "}, {"title": "Johannes Gutenberg", "id": 421, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Johannes Gutenberg", "text": "Gutenberg hatte in Straßburg eine Druckerpresse gekauft und ging damit wieder nach Mainz. Unter so eine Presse konnte man ein Blatt Papier legen und etwas darauf pressen, das mit Farbe eingeschmiert war. Gedruckt hat man damals mit großen Platten aus Holz. Darin wurde jeweils eine ganze Seite eingeschnitzt. Das war sehr aufwendig und man konnte nicht viele Bücher damit drucken.<eop>Gutenberg stellte deshalb kleine Stücke aus Blei und anderen Metallen her. Jedes Stück zeigte genau einen Buchstaben. Darum nennt man so ein Metallstück eine „Letter“. Das kommt aus dem Lateinischen und heißt Buchstabe. <eop>Aus diesen Lettern konnte Gutenberg ganze Wörter, Zeilen und Buchseiten zusammenstellen. Damit konnte man direkt drucken oder eine Druckplatte davon abgießen. Später konnte er die einzelnen Lettern wieder für eine andere Seite verwenden. <eop><eop>"}, {"title": "Judentum", "id": 422, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Judentum", "text": "Das Judentum ist eine Religion. Die Juden glauben an einen einzigen Gott wie die Christen und Muslime. Für die Juden heißt dieser Gott Jahwe. Jude sein bedeutet auch, dass man eine bestimmte Kultur, Gebräuche und Ideen wichtig findet und sich an besondere Gesetze hält. <eop>Die Juden leben in vielem gleich wie Andersgläubige, aber in gewissen Dingen unterscheiden sie sich deutlich: Ihr wichtigster Wochentag ist der Samstag, der Sabbat. Dann gehen die Juden in die Synagoge, das ist ihr Gotteshaus. Sie haben zahlreiche Feste, die sich über das Jahr verteilen, wie Chanukka, Pessach oder das Laubhüttenfest.<eop>Streng gläubige jüdische Männer und Jungen tragen immer eine Kopfbedeckung: Das kleine, runde Käppchen ist die Kippa. Juden von höherem Rang tragen auffällige Hüte, teilweise mit viel Fell. Frauen und Mädchen tragen keine Hosen, sondern ausschließlich Röcke.<eop>Wie kam es zum Judentum? Die Geschichte des Judentums steht ausführlich im Alten Testament. Dies ist der erste Teil der Bibel. Nur ist dies kein Geschichtsbuch, sondern ein Glaubensbuch: Es beginnt mit der Schöpfungsgeschichte und Adam und Eva im Paradies. Später kommt Noah mit der Sintflut, dann Abraham. Es heißt, Abraham sei von heutigen Irak oder Iran in das heutige Land Israel ausgewandert. Das habe ihm Gott so befohlen.<eop>Abrahams erster Sohn war Ismael. Seine Mutter war aber nicht Abrahams Ehefrau, sondern seine Magd Hagar. Von Ismael stammen die Moslems ab. Abrahams zweiter Sohn war Isaak. Isaaks Mutter war Abrahams richtige Frau Sarah. Von Isaak stammen die Juden ab. Gott hatte Abraham befohlen, sich selber und seine Jungen zu beschneiden. Das heißt, er schnitt sich selber und seinen Jungen die Vorhaut am Penis ab. So machen es gläubige Juden und Muslime heute noch.<eop>Isaaks Sohn war Jakob. Jakob hatte 12 Söhne. Diese 12 Söhne bildeten die 12 Stämme Israels. Einer davon hieß Juda. Daher kommt der Name „Juden“. Später mussten die Juden nach Ägypten fliehen und gerieten dort in die Sklaverei. Mose führte sie wieder zurück in das heutige Land Israel. <eop>Dies alles erzählt das Alte Testament. Wie viel davon richtig geschehen ist, kann man kaum sagen. Aber darum ging es den Juden auch gar nicht. Es ging darum, ob und wie sie an Gott glauben sollen. Aber auch darum, wie sie leben sollen, damit Gott Freude an ihnen hat.<eop>Sicher ist, dass das Land, in dem das jüdische Volk lebte, etwa 600 Jahre vor Christus erobert wurde. Ihr Tempel wurde zerstört. Die Menschen wurden nach Babylon verschleppt, konnten aber etwa 80 Jahre später wieder zurückkehren und bauten den Tempel wieder auf.<eop>Später eroberten die Griechen Israel. Der König Antiochos der Vierte wollte die Juden durch ein Gesetzt zwingen ihren Glauben aufzugeben. Das führte jedoch zu einem Aufstand. Ihr Anführer war Judas Makkabäus, auch „Makkabi“ genannt. Den Makkabäern gelang es, Jerusalem und den Tempel zurückzuerobern. Daran erinnert heute das Fest Chanukka. <eop>Zurzeit von Jesus waren die Römer die Herren in Israel. Etwa im Jahr 70 nach Christus zerstörten sie den Tempel wieder und verjagten die Juden. Seither hatten sie kein eigenes Land mehr und lebten verstreut über die ganze Welt. Immer, wenn es den Juden besonders schlecht ging, erwarteten sie noch sehnlicher den Messias, ihren Retter. Das tun viele heute noch.<eop>Wo und wie leben die Juden heute? Die Juden lebten, wenn immer möglich, in kleineren oder größeren Gruppen zusammen. Sie hatten keinen Tempel mehr, aber ihre Gebetshäuser, die Synagogen. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „zusammen-kommen“. <eop>Um das Jahr 1900 wollten die Juden dort einen neuen Staat gründen, wo sie vor fast 2000 Jahren gelebt hatten. Sie hatten nämlich Angst, dass man sie woanders nicht in Frieden leben lassen würde. <eop>Tatsächlich ging es den Juden vor und während dem Zweiten Weltkrieg miserabel: Der Nationalsozialismus hat sechs Millionen Juden in Europa ermordet. Das nennt man den Holocaust. Die Nationalsozialisten glaubten, dass die Juden eine bösartige Rasse seien. So einen Hass auf die Juden nennt man Antisemitismus.<eop>Im Jahr 1948 wurde der Staat Israel gegründet. Das ist das einzige Land der Welt, in dem die Juden in der Mehrheit sind. Viele Juden sind dorthin gezogen. Trotzdem leben immer noch viele Juden in der ganzen Welt, vor allem in Europa und Nordamerika. Sie gehören zu den Ländern, in denen sie wohnen, und sprechen die dortige Sprache. Manche Juden nennen sich Zionisten: Zion ist ein anderes Wort für Israel.<eop>Welche besonderen Gesetze befolgen die Juden? Es gibt zwei besondere Sammlungen von Gesetzen, die für die Juden besonders wichtig sind: Die Tora und der Talmud. Dazu gibt es weitere Sammlungen von Gesetzen, aber die sind weniger wichtig.<eop>Anstelle von Tora schreibt man auch Thora. In beiden Fällen betont man das A am Ende des Wortes. Die Tora kennen wir als die „Fünf Bücher Mose“. Das sind die fünf Bücher im Alten Testament. Bei den Juden stehen sie am Anfang des Tanach, das ist die hebräische Bibel. Die Tora beschreibt die Anfänge des Judentums, enthält aber auch viele Gesetze oder Anweisungen für das Verhalten der Juden.<eop>Die wichtigsten Gesetze stehen in den Zehn Geboten. Da geht es darum, nur einen einzigen Gott zu haben, den Sabbat einzuhalten, seine Eltern zu ehren und weder zu stehlen noch zu töten. Auch die Beschneidung der Jungen gehört dazu. Außerdem geht es um die richtige Ernährung und Kleidung, um die Feste und viele andere Dinge. Insgesamt sind es über 600 Gebote oder Verbote.<eop>Der Talmud ist kein Teil des Tanach, sondern ein Zusatz. Er regelt viele Dinge noch feiner, überschneidet sich zum Teil aber auch mit der Tora. In den Anweisungen geht es zum Beispiel darum, was die Bauern den Priestern oder armen Menschen abgeben sollen. Auch die Feste, Tieropfer und viele andere Dinge sind hier sehr genau beschrieben.<eop>Nicht alle Juden befolgen alle Anweisungen gleich genau. Es ist für viele schon schwierig, überhaupt den Überblick zu bekommen. Viele Juden befolgen deshalb nur die wichtigsten Gesetze, vor allem den Sabbat und die Beschneidung der Jungen. Die Juden, die möglichst genau alle Anweisungen befolgen, nennt man orthodoxe Juden. „Orthodox“ heißt so viel wie „richtige Verehrung“. Das ist ähnlich wie bei der Orthodoxen Kirche.<eop><eop>"}, {"title": "Judo", "id": 423, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Judo", "text": "Judo ist eine Sportart, bei der man kämpft. Diese Kampfsportart kommt aus Japan. Sie wurde etwa 1882 erfunden: Ein Japaner hat mehrere alte Kampfstile zu einem neuen vereint. Einen Judo-Kämpfer nennt man Judoka. Judo bedeutet so viel wie „der sanfte Weg“, weil der Kämpfer nachgeben können muss.<eop>Mit Judo verbessert man seinen Körper, aber auch den Geist: Man soll besser denken und fühlen können. Der Judo-Kämpfer soll lernen, zu helfen und seinen Körper und seinen Geist gut zu verwenden. <eop>Bei einem Judo-Wettkampf geht es trotzdem darum, zu gewinnen: Man wirft oder drückt seinen Gegner auf den Boden. Anders als beim Karate wird nicht geschlagen. Das Wichtigste sind stattdessen gekonnte Griffe und die Art, wie man die Füße bewegt.<eop>"}, {"title": "Jugendlicher", "id": 424, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jugendlicher", "text": "Als ein Jugendlicher wird ein Mensch im Alter zwischen einem Kind und einem Erwachsenen bezeichnet. Häufig werden Jugendliche auch Teenager genannt. Dieser Ausdruck kommt aus dem Englischen: Die Zahlen von 13-19 enden alle mit „-teen“, also „thirteen“ für 13, „fourteen“ für 14 und so weiter. Bei uns ist jemand Jugendlicher, wenn er zwischen 13 und 18 Jahre alt ist, danach gilt er als Erwachsener. <eop>In die Zeit als Jugendliche fällt unter anderem die Pubertät. In der Pubertät verändern sich das Verhalten und der Körper der Jugendlichen besonders stark: Sie wachsen schnell, viele bekommen Pickel. Die sexuelle Reife entwickelt sich. Die Jungen bekommen einen Bart und den Stimmbruch, Mädchen bekommen Brüste und die Menstruation.<eop>Jugendliche sind oft unsicher. Sie zweifeln daran, ob das richtig ist, was sie machen. Dabei gucken sie sich ab, was ihre Helden aus dem Fernsehen oder dem Internet machen. Sie wollen aber auch unabhängig sein, vor allem von ihren Eltern. Deshalb kommt es häufig zu Streit mit ihnen und mit den Lehrern. Denn Jugendliche wollen auf dem Weg zum Erwachsenwerden ihre Grenzen neu austesten. <eop>Wichtig finden Jugendliche es auch, einen coolen Eindruck zu machen. Oft bilden sie Gruppen mit Gleichaltrigen und wollen sich innerhalb der Gruppe behaupten. Viele eifern aber auch einfach dem Gruppenchef nach: Sie benehmen sich wie er, tragen dieselben Klamotten und so weiter.<eop>In der Mitte des Jugendalters beschäftigen sie sich besonders damit, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Viele sind dafür allerdings noch fast zu jung und überfordert. So brauchen sie dann doch eben wieder die Hilfe von Erwachsenen. Der Jugendliche soll jedoch aus sich selbst heraus entscheiden, welchen Beruf er erlernen will. Die Gruppe sollte diese Entscheidung möglichst wenig beeinflussen. <eop> "}, {"title": "Jugoslawien", "id": 425, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jugoslawien", "text": "Jugoslawien war ein Staat im Süden von Europa. Es gab ihn viele Jahre lang im 20. Jahrhundert. Zuerst hatte es Könige, ab 1945 regierten die Kommunisten. Jugoslawien umfasste die heutigen Staaten Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kosovo und Nordmazedonien. Die Hauptstadt war Belgrad, was im heutigen Serbien liegt. <eop>Jugoslawien war keine Demokratie. Zwischen den Völkern gab es immer wieder Streit. In den Jahren ab 1991 kam es sogar zu Kriegen. Am Schluss bestand Jugoslawien nur noch aus Serbien und Montenegro. Als Montenegro im Jahr 2006 unabhängig wurde, gab es auch kein Jugoslawien mehr.<eop>Wie kam es zu dem Staat? Schon im 19. Jahrhundert gab es die Idee, einen gemeinsamen Staat für mehrere Völker zu gründen: die slawischen Völker im Süden von Europa. Dahinter stand vor allem das Königreich Serbien, das größer werden wollte. Allerdings wohnten viele Südslawen in Österreich-Ungarn, einem mächtigen, großen Staat. <eop>Im Jahr 1918 endete der Erste Weltkrieg. Österreich-Ungarn hatte verloren und wurde aufgeteilt. Der neue südslawische Staat hieß zuerst „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ und später „Jugoslawien“. Das bedeutet: Land der Südslawen.<eop>Wie kamen die Völker miteinander aus? Viele Menschen fanden die Idee an sich gut, dass es Jugoslawien gab. Die Völker der Südslawen lebten nämlich oft durcheinander. Man hätte nur schwer sagen können, wo zum Beispiel eine Landesgrenze zwischen Serben und Kroaten sein sollte. Außerdem sprachen die Völker meist ähnliche Sprachen. Das gilt vor allem für Serbisch, Kroatisch und Bosnisch. Der Staat meinte, dass es eine Sprache namens Serbokroatisch gibt. <eop>Wer Bürger von Jugoslawien war, konnte sagen, welchem Volk er angehörte. Das stand dann auch im Reisepass. Fast jeder fünfte hat dabei angegeben, dass er „Jugoslawe“ sei. Das machten vor allem Menschen, deren Eltern nicht demselben Volk angehörten.<eop>Mehr als jeder dritte Einwohner war Serbe. Die Serben hatten von Anfang an das Sagen. Das gefiel den anderen Völkern nicht, vor allem nicht den Kroaten. In Jugoslawien lebten die Völker außerdem sehr unterschiedlich. Die Slowenen zum Beispiel gehörten zu den Einwohnern, denen es am besten ging. Bosnien hingegen war sehr arm: Viele Menschen dort konnten nicht einmal lesen und schreiben.<eop>Was ist im Zweiten Weltkrieg mit Jugoslawien passiert? In Deutschland und Italien gab es Diktaturen: Die Regierung dort unterdrückte die Menschen. In Deutschland regierten die Nationalsozialisten, die ganz Europa erobern wollten. Deutschland und sein Partner Italien schlossen mit einigen Ländern Verträge ab. Mit diesen Ländern sollte es zunächst einmal Frieden geben.<eop>Auch die Regierung von Jugoslawien unterschrieb so einen Vertrag, im Jahr 1941. Kurz darauf aber kam eine neue Regierung an die Macht, durch Gewalt. Sie war ganz dagegen, mit Deutschland einen Vertrag zu schließen, weil man den Nationalsozialisten nicht vetrauen konnte. Als die neue Regierung sagte, dass sie sich nicht an den Vertrag halten werde, griffen Deutschland und Italien das Land an.<eop>Danach wurde Jugoslawien aufgeteilt. Manche Gebiete kamen an Deutschland, andere wurden ein neuer Staat. In anderen Gebieten regierten deutsche oder italienische Soldaten. In dieser Zeit wurden viele Menschen ermordet, vor allem Juden, Roma und Serben. Einige Südslawen machten dabei mit, andere kämpften gegen Deutschland und Italien.<eop>Am Ende gewannen die jugoslawischen Kommunisten. 1945 wurde Jugoslawien wieder ein einziges Land. Es gab immer noch viel Misstrauen zwischen den Völkern, auch wegen der Verbrechen im Krieg. Die Kommunisten erlaubten aber nicht, dass man sich offen darüber stritt.<eop>Warum gibt es kein Jugoslawien mehr? Auch in anderen Ländern Europas regierten Kommunisten. Den Menschen in Jugoslawien ging es noch recht gut. Sie durften in andere Länder reisen und dort auch arbeiten. Seit 1960 kamen viele nach Deutschland. Manche von ihnen sind in Deutschland geblieben, die meisten gingen nach einiger Zeit wieder zurück.<eop>Im Jahr 1980 starb Josip Tito, der starke Chef des Staates. Bald darauf kam wieder mehr Streit auf. 1991 erklärten Slowenien, Kroatien, Bosnien und Mazedonien, dass sie lieber unabhängig sein wollten. Das wollte Serbien aber nicht. <eop>So kam es zu einer Reihe von Kriegen, die bis 1999 andauerten. Vor allem in Bosnien und Herzegowina wurden viele Menschen umgebracht, auch in Teilen von Kroatien. In Slowenien wiederum gab es so gut wie keinen Krieg. Zuletzt blieben nur noch Serbien und Montenegro als „Jugoslawien“ zusammen. Im Jahr 2006 erklärte sich auch Montenegro unabhängig. <eop>In diesem Krieg wurden nicht nur Soldaten getötet, sondern auch viele unbewaffnete Männer und sogar Frauen und Kinder. Zahlreiche Armeeführer und Staatsführer kamen deshalb vor Gericht. Das Gericht war international, nämlich das UNO-Kriegsverbrechertribunal in der Stadt Den Haag in den Niederlanden. Das Gericht tagte immer wieder, während insgesamt 24 Jahren. Die letzte Verurteilung erfolgte im September des Jahres 2017.<eop><eop>"}, {"title": "Julius Cäsar", "id": 426, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Julius Cäsar", "text": "Julius Cäsar, auf Latein Gaius Iulius Caesar, war ein Politiker und Soldatenführer im Römischen Reich. Er lebte in den Jahren 100 vor Christus bis 44 vor Christus. Cäsar eroberte Gallien, also in etwa das heutige Frankreich, und viele andere Gebiete. Er versuchte, in Rom alles alleine entscheiden zu können. Darum haben ihn römische Politiker ermordet.<eop>Der Name „Cäsar“ war damals ein Beiname – was er genau bedeutete, weiß man nicht. Jedenfalls entstand daraus später unser Ausdruck „Kaiser“. Cäsar wuchs in Zeiten auf, als es in Rom schon viel Streit um die Macht gab. Es wurde oft Krieg im Reich geführt, und wenn ein Politiker das Reich verteidigte, brauchte er viele Soldaten. Damit wurde dieser Politiker selbst sehr mächtig.<eop>Übrigens hat Cäsar den Julianischen Kalender eingeführt. Dieser Kalender teilte das Jahr in zwölf Monate oder 365 Tage ein. Irgendwann hat der Kalender aber nicht mehr gestimmt. Darum hat ein Papst am Ende des 16. Jahrhunderts den Gregorianischen Kalender einführen lassen, der seither gilt. Der Name des Monats Juli erinnert noch heute an Cäsars Namen.<eop> Was hat Cäsar als Politiker gemacht? Cäsar schloss sich mit zwei anderen Politikern zusammen, die älter und viel reicher waren. Sie sorgten dafür, dass Cäsar eine mächtige Stellung bekam und im südlichen Gallien für Ordnung sorgen durfte. Das war damals nur ein kleiner Teil Galliens, der zu Rom gehörte. Zehn Jahre später hatte Cäsar den Rest erobert, angeblich nur zur Verteidigung. Cäsar plünderte aber das Land und machte viele Gallier zu Sklaven.<eop>Den anderen Politikern in Rom wurde Cäsar zu reich und stark. Sie beschlossen, dass Cäsar ohne seine Soldaten zurück nach Rom kommen sollte. Cäsar hatte aber Angst, dass man ihn dann vor Gericht stellen würde. Darum marschierte er mit seinen Soldaten in Rom ein.<eop>Seine Gegner flüchteten, und fünf Jahre lang gab es Bürgerkrieg zwischen ihnen und Cäsar. Währenddessen wurde er in Rom immer mächtiger. Es gab Gerüchte, dass er König werden wollte, was er aber empört von sich wies. Bevor Cäsar zu einem Feldzug gegen ein weiteres Land aufbrechen konnte, haben ihn einige Politiker erstochen. Sein Neffe Oktavian übernahm dann später Cäsars Macht und wurde als Kaiser Augustus bekannt. <eop> "}, {"title": "Junge", "id": 427, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Junge", "text": "Junge nennt man ein männliches Kind oder einen männlichen Jugendlichen. Andere Ausdrücke sind Bursche, Bub oder Knabe. <eop>Jungen bekommen oft Kleidung in blauer Farbe. Es hieß früher, dass Jungen vor allem harte Sportarten mögen und auch Technik. Man fragt sich nun, ob das von Natur aus so ist oder ob sie sich das von den Erwachsenen abschauen.<eop>Wissenschaftler haben sich die Frage gestellt, ob Jungen für mehr Probleme in der Gesellschaft sorgen als Mädchen. Jungen haben schlechtere Noten in der Schule und machen öfter schlimme Sachen, für die sie bestraft werden müssen. Jedenfalls gilt das für den Durchschnitt. Manche Wissenschaftler meinen, dass es nicht nur daran liegt, ob jemand Junge oder Mädchen ist: Man soll auch danach schauen, wie reich die Eltern sind oder in welchem Land sie geboren sind.<eop> Wann wird ein Junge zum Mann? Es gibt keinen genauen Punkt, an dem der Junge körperlich zum Mann wird. Der Stimmbruch, die Körperbehaarung und das beschleunigte Wachstum des Penis erstrecken sich über Monate oder gar Jahre. Sie finden auch nicht gleichzeitig statt. <eop>Eigentlich macht die Geschlechtsreife den Jungen zum Mann, aber auch hier kann man keinen Zeitpunkt feststellen. Am Anfang hat ein Junge nur wenige Spermien, dann immer mehr. Zu wenige reichen nicht aus, um ein Kind entstehen zu lassen. Und niemand weiß genau, wie viele es eigentlich braucht. <eop>Wenn ein Junge als Mann anerkannt werden will, hängt das auch immer von den anderen Menschen ab. Viele Jungen wissen gar nicht, ab wann sie eigentlich schon Männer sind. Viele macht das unsicher. In einigen Ländern gibt es ein Fest oder Ritual, bei dem der Junge in die Männergesellschaft aufgenommen wird. Dann gilt er für alle als Mann. In Westeuropa gibt es solche Feste heute kaum noch.<eop>"}, {"title": "Jupiter", "id": 428, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jupiter", "text": "Der Jupiter ist der größte der acht Planeten unseres Sonnensystems. Ausgehend von der Sonne ist er der fünfte Planet. Benannt hat man ihn nach Jupiter, dem Göttervater der Römer. <eop>Der Jupiter ist völlig anders aufgebaut als die Erde. Er hat wahrscheinlich einen kleinen Kern aus felsigem Material. Darüber befindet sich flüssiger Wasserstoff und Helium. Und dann kommt eine dichte Gashülle. Deshalb wird er auch als ein Gasplanet bezeichnet. Kräftige Stürme mit Winden, die schneller als unsere schnellsten Flugzeuge wehen, wüten in der Atmosphäre um den gesamten Planeten herum. Dabei kommt es zu starken, riesig großen Wirbeln. <eop>So ganz klar ist jedoch noch nicht, woraus der Jupiter besteht und was auf ihm passiert. Der Jupiter hat wegen seiner Größe eine wichtige Funktion für die Erde. Wie ein kräftiger Magnet zieht seine Schwerkraft große Gesteinsbrocken, die im Weltraum herumfliegen, an und verhindert so, dass sie mit der Erde zusammenstoßen.<eop> Wie groß und schnell ist der Planet? Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wäre der Jupiter ein großer Apfel, die Erde etwa eine Kirsche. Der „Jupiter-Apfel“ würde etwa mit 700 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen, die Erde mit etwa einem Fünftel von diesem Abstand.<eop>Während die Erde in einem Erdjahr einmal um die Sonne kreist, benötigt der Jupiter dafür fast zwölf Erdjahre. Das wäre dann ein „Jupiterjahr“. Dafür dreht er sich besonders schnell um seine eigene Achse, also um sich selbst. Die Erde benötigt dafür 24 Stunden, der Jupiter schafft es in knapp zehn Stunden.<eop> Was können wir von der Erde aus auf dem Jupiter sehen? Wenn man den Jupiter durch ein Teleskop sieht, beeindruckt der Planet mit seinen vier größten Monden um ihn herum und mit seinem „Großen Roten Fleck“. Dabei handelt es sich um einen Wirbel in der Atmosphäre des Jupiters, der doppelt so groß ist wie die Erde. Dieser Wirbel wurde schon vor über 300 Jahren gesehen und wütet also schon mindestens so lange auf dem Jupiter.<eop>Die vier größten Monde wurden vor über 400 Jahren von dem Astronomen Galileo Galilei entdeckt. Daher heißen sie die galileischen Monde. Heutzutage hat man schon über 60 Monde des Jupiters entdeckt.<eop> "}, {"title": "Jäger", "id": 429, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Jäger", "text": "Ein Jäger geht in die Wildnis, um dort Tiere zu töten oder einzufangen. Das macht er meistens, um Fleisch zu bekommen, das er verkauft oder selber isst. Heute gilt die Jagd als Sport oder als Hobby. Es braucht sie aber auch, damit sich einzelne Wildtiere nicht zu stark ausbreiten und dem Wald oder den Feldern Schaden zufügen. Was ein Jäger tut, nennt man „Jagd“.<eop>In jedem Land gibt es heute Gesetze über die Jagd. Die regeln, wer jagen darf und wo. Sie regeln aber auch, welche Tiere erlegt werden dürfen und wie viele von ihnen. Wer gegen diese Gesetze verstößt, ist ein Wilderer. Was er betreibt, ist Wilderei.<eop>Wozu dient die Jagd? In der Steinzeit lebten die Menschen zum großen Teil von der Jagd. So kamen sie nicht nur an Nahrung, sondern auch an Felle für Kleidung, Sehnen und Därme für Bogen, Knochen, Hörner und Geweihe für ihre Werkzeuge oder für Schmuck und andere Dinge.<eop>Seit sich die Menschen mehr von ihren Äckern ernähren und selber Tiere züchten, wurde die Jagd weniger wichtig. Im Mittelalter entwickelte sich die Jagd zur Freizeitbeschäftigung des Adels oder anderer reicher Leute. Wenn hungrige Menschen, die nicht adlig waren, aus Not ein Tier im Wald erlegten und dabei erwischt wurden, wurden sie hart bestraft.<eop>Heute betreiben viele Jäger die Jagd als Hobby. Sie essen das Fleisch oder verkaufen es an Restaurants. Viele Jäger hängen sich den Kopf eines erlegten Tiers oder den Schädel mit dem Geweih an die Wand. Dann kann jeder, der sein Zuhause besucht, darüber staunen, was für ein großes Tier der Jäger erlegt hat.<eop>Heute hat die Jagd aber noch eine ganz andere, wichtige Bedeutung: Viele Wildtiere haben keine natürlichen Feinde mehr. Bären, Wölfe und Luchse wurden ausgerottet, heute gibt es nur wieder wenige von ihnen. Dadurch konnten sich Gämsen, Steinböcke, Rothirsche, Rehe und Wildschweine ungehindert vermehren.<eop>Während die Rothirsche und die Rehe junge Triebe und die Rinde von Bäumen abfressen, wühlen die Wildschweine ganze Äcker um. Ohne die Jäger gäbe es immer noch mehr von diesen Wildtieren und somit immer noch mehr Schäden. Die menschlichen Jäger haben also die Arbeit der natürlichen Jäger übernommen, damit die Natur einigermaßen im Gleichgewicht bleibt.<eop><eop>"}, {"title": "Kaffee", "id": 430, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kaffee", "text": "Kaffee ist ein Getränk, das meistens heiß getrunken wird. Es ist schwarzbraun und enthält normalerweise Koffein, sprich: Koffe-iin. Das ist ein Stoff, der dafür sorgt, dass man wach bleibt.<eop>Alle Kaffee-Pflanzen brauchen sehr gleichmäßiges Wetter das ganze Jahr über. Aus diesem Grund wird Kaffee besonders in manchen Gebieten von Südamerika und Afrika angebaut. Dort gibt es keinen besonders heißen Sommer und keinen kalten Winter. Der meiste Kaffee wird in Brasilien angebaut. Darauf folgen Vietnam und Kolumbien.<eop>Kaffee wird aus Kaffeemehl hergestellt. Das wird aus gerösteten Kaffeebohnen gemahlen. Kaffeebohnen sind die Samen der Früchte von verschiedenen Kaffeepflanzen.<eop>Aus dem gemahlenen Kaffee kann man dann mit einer Kaffee- oder Espressomaschine verschiedene Heißgetränke machen. Zum Beispiel kann man mit geschäumter Milch einen Cappuccino zubereiten. In Europa trinken die Finnen den meisten Kaffee: vier bis fünf Tassen am Tag. <eop>Woher kommt Kaffee? Kaffeepflanzen wuchsen ursprünglich nur im tropischen Teil Afrikas und auf der Insel Madagaskar. Getrunken wurde Kaffee vermutlich zuerst in Äthiopien. Dies erwähnt ein Text aus dem 9. Jahrhundert. Vermutlich brachten Sklavenhändler den Kaffee nach Arabien. Das Handelszentrum für Kaffee lag in der Stadt Mocha, die man auch „Mokka“ nennt.<eop>Anfangs verbreitete sich der Kaffeegenuss nur langsam. In gewissen Ländern war er sogar verboten. Im 17. Jahrhundert brachten Händler den Kaffee nach Europa. Die ersten Kaffeehäuser entstanden in Venedig und in London, dann auch in Marseille. Das erste Wiener Kaffeehaus eröffnete im Jahr 1685. Wien ist heute noch für seine Kaffeehäuser bekannt.<eop>Nur wenig später brachten die Niederländer Kaffeepflanzen in ihre Kolonien, zum Beispiel nach Sri Lanka oder nach Java. Bald darauf gelangten Kaffeepflanzen auch nach Mittelamerika und in weitere tropische Länder.<eop>Wie wachsen Kaffeebohnen? Kaffeepflanzen sind eine Gattung mit etwas über 120 verschiedenen Arten. Die bekanntesten sind Arabica und Robusta. Arabica-Kaffee nennt man auch Hochlandkaffee, weil die Arabica-Pflanze in Gegenden hoch über dem Meeresspiegel wächst. Die Robusta-Pflanze hingegen mag eher tieferliegende Gegenden. <eop>Kaffeeplfanzen wachsen als Sträucher oder kleine Bäume. Sie ertragen nicht zu viel Sonnenschein, nicht zu viel Hitze und gar keine Kälte. Dazu brauchen sie recht viel Regen, mehr als bei uns fällt.<eop>Die Blüten sind weiß und duften stark. Sie sind zugleich männlich und weiblich, wie bei unseren Äpfeln und den meisten Früchten. Die Früchte heißen „Kaffeekirsche“ oder „Kaffeebeere“. Es sind süße Steinfrüchte. In jeder Frucht liegen zwei Samen, das sind die Kaffeebohnen. <eop>Die Ernte findet einmal im Jahr statt, auf der Nordhalbkugel zwischen Juli und Dezember. Meist pflücken die Bauern die Kaffeefrüchte von Hand, und zwar immer nur die reifen Früchte. Das gibt später den besseren Kaffee. <eop> Wie wird aus den Bohnen Kaffee? Es gibt verschiedene Methoden, um die Kaffeebohnen aus den Kaffeefrüchten herauszukriegen. Dahinter steckt viel Handarbeit. Immer wieder müssen schlechte Bohnen aussortiert werden. Oft werden sie dann als solcher Rohkaffee ins Ausland verkauft.<eop>Die Kerne oder Bohnen werden dann geröstet. Sie werden also auf einem Rost oder in einer Pfanne erhitzt, so dass sie nicht verbrennen. Es gibt verschiedene Röstgrade, das heißt, dass die Bohnen unterschiedlich lang geröstet werden. Sie kriegen dann ein helleres oder ein dunkleres Braun und schmecken unterschiedlich.<eop>Die gerösteten Bohnen werden dann zu einem feinen Pulver vermahlen. Man nennt es „Kaffeemehl“ oder „gemahlener Kaffee“. Um daraus einen trinkbaren Kaffee zu bekommen, muss man Wasser dazugießen. In manchen Ländern wartet man einfach, bis sich das Kaffeemehl auf dem Gefäßboden abgesetzt hat. Früher leerte man bei uns das Kaffeemehl in eine Tüte aus Filterpapier und goss das Wasser darüber. Heute benutzt man verschiedene Maschinen, um Trinkkaffe zu bekommen.<eop>Welche Probleme gibt es auf der Welt rund um den Kaffee? Am besten wachsen Kaffeepflanzen zwischen Bäumen, die ihnen Schatten geben. Auf solchen Feldern leben auch sehr viele verschiedene Tiere. Um mehr Platz für Kaffeepflanzen zu erhalten, wurden diese Bäume vielerorts gerodet. Dadurch verschwand die reiche Tierwelt und die Schädlinge nahmen überhand. Die bekämpft man oft mit chemischen Mitteln. Das ist schlecht für die Natur. In Ländern mit Kaffeeanbau ging deshalb auch viel Wald verloren. Das Grundwasser wurde schlechter. Wind und Regen trugen den fruchtbaren Erdboden ab, so dass immer weniger Felder zur Verfügung standen.<eop>In vielen Ländern sind es Familien, die Kaffee produzieren. Die Familien können aber oft vom Geld, das sie damit verdienen, gar nicht richtig leben. Wenn wir für einen Euro Kaffee kaufen, bekommt der Bauer dafür nur fünf Cent. Das führt zum Problem, dass oft Kinder mithelfen müssen und dadurch nicht zur Schule gehen können. <eop>Heute gibt es verschiedene Unternehmen, die sich für einen fairen Handel mit Kaffeebohnen einsetzen. Sie wollen dafür sorgen, dass die Familien einen gerechten Lohn bekommen, von dem sie auch ohne Kinderarbeit wirklich leben können. Dafür kosten solche Kaffee-Produkte im Laden etwas mehr.<eop>Ein weiteres Problem liegt in den Handelswegen. Große Unternehmen behalten zum Beispiel den Kaffee zurück und hoffen so darauf, dass der Preis ansteigt. Er kann tatsächlich zwischen 800 und fast 3000 Dollar pro Tonne liegen. Davon profitieren aber wiederum nicht die Kakaobauern, sondern die Menschen und Unternehmen, die damit handeln.<eop><eop>"}, {"title": "Kaiser", "id": 431, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kaiser", "text": "Kaiser ist der Titel für eine Art König, der noch über den Königen steht. Das Wort kommt vom lateinischen „Caesar“. Das war zunächst der Name des Alleinherrschers Julius Cäsar im Alten Rom. Später war es ein Titel seiner Nachfolger, darunter Augustus.<eop>Das Römische Reich wurde mehrmals geteilt, zum Beispiel im Jahr 395 in einen Westen und einen Osten. Nicht einmal 100 Jahre später gab es den letzten römischen Kaiser im Westen. Im Osten Europas blieb das Römische Reich bestehen: Wir nennen es heute das Byzantinische Reich.<eop>Im Westen entstand das Reich der Franken. Sein König Karl der Große ließ sich im Jahr 800 zum römischen Kaiser krönen. Später, um das Jahr 960, wurde der sächsische Herzog Otto erster Kaiser im Heiligen Römischen Reich. Sein letzter Nachfolger musste erst im Jahr 1806 seine Kaiserkrone ablegen. Aber er wurde sogleich Kaiser von Österreich. In Russland gab es außerdem den Zar. Auch dieses Wort kommt von „Caesar“.<eop>Doch auch in Deutschland kam es wieder zu einem Kaiser: Der König von Preußen, Wilhelm, erhielt den Titel Kaiser im Jahr 1871. Dieses Kaiserreich dauerte bis 1918. Der Deutsche Kaiser durfte zwar den Reichskanzler einsetzen, den Regierungschef. Ansonsten hatte er aber nicht so viel zu bestimmen, wie er es selbst gern gehabt hätte. Der letzte Zar wurde im Jahr 1917 abgesetzt, der Deutsche Kaiser und sein Kollege in Österreich ein Jahr später.<eop>Außerhalb von Europa gab oder gibt es noch weitere Herrscher, deren Titel man mit „Kaiser“ übersetzt hat. Das waren der Kaiser von China, der Schah von Persien und der Kaiser von Äthiopien. Heute gibt es nur noch einen Kaiser, den von Japan.<eop> Warum hat Deutschland keinen Kaiser mehr? Im Jahr 1918 waren viele Menschen in Deutschland unzufrieden. Der Erste Weltkrieg dauerte schon vier Jahre, und es sah so aus, dass Deutschland verlieren würde. Über Kaiser Wilhelm den Zweiten haben sich schon vorher viele Menschen geärgert. Wilhelm erschien oft überheblich und herrisch, so, wie man sich den Kaiser eigentlich gar nicht wünschte. Gerade im Ausland hatte er Deutschland einen schlechten Ruf gebracht.<eop>Politiker im Reichstag, dem Parlament, wollten seine Abdankung. Das heißt, der Kaiser sollte auf sein Amt verzichten. Die Politiker wollten vieles in Deutschland besser machen, denn sonst könnte es vielleicht zu einer Revolution wie in Russland kommen. Die russische Revolution brachte viel Gewalt und Unterdrückung mit sich. Wilhelm aber lehnte eine Abdankung ab. Reichskanzler Max von Baden, der Chef der deutschen Regierung, forderte ihn immer wieder dazu auf.<eop>Am 9. November 1918 reichte es Max von Baden: Er befürchtete, dass das Volk in Berlin mit Gewalt die Regierung stürzen könnte. Da gab er bekannt, dass der Kaiser abgedankt habe. Das stimmte gar nicht. Aber man glaubte ihm. Deutschland wurde eine Republik. Auch die übrigen Fürsten in Deutschland verloren ihren Thron. Wilhelm lebte noch über 20 Jahre als ehemaliger Kaiser im Ausland, in den Niederlanden. Er war gegen die Weimarer Republik und hoffte auf die Nationalsozialisten. Doch auch diese holten ihn nicht als Staatsoberhaupt zurück.<eop> Warum hat Österreich keinen Kaiser mehr? Österreich war lange Zeit das wichtigste Land im Heiligen Römischen Reich. Der römisch-deutsche Kaiser war 400 Jahre lang fast immer ein Österreicher aus dem Haus Habsburg. Im Jahr 1804 begann aber der Herrscher von Österreich, sich auch als Kaiser von Österreich selbst zu sehen. Der damals wichtigste Herrscher in Europa, Napoleon Bonaparte aus Frankreich, erlaubte es ihm. Zwei Jahre später endete das Heilige Römische Reich, das schon länger sehr geschwächt war. Kaiser Franz der Zweite war seitdem nur noch Kaiser von Österreich.<eop>Im Ersten Weltkrieg starb Kaiser Franz Joseph der Erste, der lange Zeit Herrscher von Österreich-Ungarn gewesen war. Karl der Erste war dann noch zwei Jahre lang Kaiser, bis 1918. Damals ging der Krieg zuende. Viele Menschen waren mit Karl unzufrieden. Österreich wurde eine Republik, genau wie Deutschland.<eop>Karl der Erste wollte den Titel Kaiser behalten und starb im Jahr 1922. Sein Sohn Otto Habsburg lehnte es ebenfalls ab, auf den Titel zu verzichten. Darum verbot ihm die Regierung von Österreich, das Land zu betreten. Erst im Jahr 1961 dankte Otto Habsburg ab. Der letzte Kronprinz wurde sehr alt. Er starb im Jahr 2011. Nach seinem Tod wurde er in Wien neben den früheren Habsburger-Kaisern bestattet.<eop><eop>"}, {"title": "Kakao", "id": 432, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kakao", "text": "Kakao gibt es in den Samen der Kakaobäume. Wir brauchen Kakao als dunkelbraunes Pulver in vielen Gebäcken. Am besten kennen wir Kakao jedoch aus der Schokolade, denn dort drin hat sie einen großen Anteil. <eop>Es gibt auch die Trinkschokolade. Die hat verschiedene Namen: Trinkschokolade, Heiße Schokolade, Schokomilch und Kakaogetränk sind die häufigsten. Man braucht dazu meistens Milch, manchmal auch Wasser. Hinzu gibt man dann Kakaopulver und meistens auch Zucker, da das Getränk sonst ziemlich bitter schmeckt. In den fertigen Trinkschokolade-Mischungen, die die meisten kaufen, ist der Zucker schon enthalten. <eop>Woher kommt Kakao? Kakao kommt von Kakaobäumen. Die wuchsen ursprünglich in Südamerika und in Mittelamerika. In der Natur wachsen Kakaobäume als Büsche im Regenwald. Sie werden dort höchstens 15 Meter hoch. Sie brauchen viel Wärme, deshalb wachsen sie nur in den Tropen, also in der Nähe des Äquators. Zudem brauchen sie viel Wasser.<eop>In der Biologie bilden Kakaobäume eine Gattung mit vielen Arten. Aus vielen von ihnen gewinnt man heute Kakao, am meisten aber aus einer einzigen Art, die „Kakaobaum“ heißt. Damit man das nicht verwechselt, ist der wissenschaftliche Name dafür „Theobroma cacao“.<eop>Die Früchte des Kakaobaums nutzten schon die Azteken für einen besonderen Trunk. Die Entdecker Amerikas brachten später die Kakaopflanzen nach Afrika und bauten sie dort an. Später gelangten sie auch nach Asien. Am meisten Kakao produziert heute die Elfenbeinküste, nämlich ein Drittel des gesamten Kakaos, der auf der Welt produziert wird. Darauf folgen Ghana, Indonesien, Kamerun und Nigeria.<eop>Wie wachsen Kakaobohnen?<eop>Kakaobäume brauchen Schatten. Im Urwald haben sie den. In den Plantagen mischt man die Kakaobäume mit anderen Bäumen, zum Beispiel mit Kokospalmen, Bananenstauden, Kautschukbäumen, Avocados oder Mangos. Zudem lässt man die Kakaobäume in den Plantagen nicht höher als etwa vier Meter wachsen.<eop>Kakaobäume haben sehr viele Blüten. Die werden nicht wie die meisten Blüten bei uns durch Bienen bestäubt, sondern durch kleine Mücken. Je mehr von diesen vorhanden sind, desto mehr Kakaobohnen kann man ernten.<eop>Kakaobäume blühen während des ganzen Jahres, denn in den Tropen gibt es keine Jahreszeiten. Ein Kakaobaum muss etwa fünf Jahre alt werden, bis er zum ersten Mal blüht. Am meisten Blüten gibt es ab etwa zwölf Jahren.<eop>Eine reife Frucht ist bis zu dreißig Zentimeter lang, also wie die meisten Lineale, die wir in der Schule verwenden. Eine Frucht ist etwa ein halbes Kilogramm schwer. Sie enthält Fruchtfleisch und bis zu 50 Samen. Die nennt man „Kakaobohnen“.<eop>Wie verarbeitet man Kakaobohnen? Arbeiter schlagen die Früchte mit ihren Macheten von den Bäumen, das sind große Messer. Damit schlagen sie auch die Früchte auf. Das Fruchtfleisch beginnt dann sofort zu gären, der Zucker darin verwandelt sich also in Alkohol. Dadurch können die Samen nicht keimen, also keine Wurzeln bilden. Sie verlieren auch einen Teil der Stoffe, die bitter schmecken.<eop>Die Bohnen trocknen dann meist an der Sonne. Sie sind dann nur noch etwa halb so schwer. Meist werden sie dann in Säcke verpackt und verschickt. Sie werden nämlich meist in Nordamerika und Europa verarbeitet.<eop>Zuerst werden die Bohnen geröstet wie Kaffeebohnen oder Kastanien. Sie werden also auf einem Gitter erhitzt, aber nicht wirklich verbrannt. Erst dann wird die Schale entfernt und die Kerne werden zerbrochen. Diese Stücke nennt man „Kakao-Nibs“.<eop>Die Nibs werden dann in einer besonderen Mühle fein gemahlen, das ergibt die Kakaomasse. Die kann man zu Schokolade weiterverarbeiten. Man kann sie aber auch auspressen und enthält so Kakaobutter. Die trockene Masse, die zurückbleibt, kann man wiederum vermahlen. So entsteht Kakaopulver.<eop>Welche Probleme gibt es auf der Welt rund um den Kakao? In Amerika wird Kakao in großen Plantagen angebaut. Das ist schwierig für die Natur, weil auf riesigen Flächen immer dasselbe wächst, und weil oft natürliches Land dafür geopfert wird. <eop>In Afrika sind es meist Familien, die Kakao produzieren. Die Familien können aber oft vom Geld, das sie damit verdienen, gar nicht richtig leben. Einen großen Teil des Geldes stecken sich die Regierung und die Rebellen in die Tasche, um damit ihren Bürgerkrieg zu bezahlen. Zudem gibt es das Problem, dass oft Kinder mithelfen müssen und dadurch nicht zur Schule gehen können. Es kommt sogar zu Sklaverei und Kinderhandel. <eop>Heute gibt es verschiedene Unternehmen, die sich für einen fairen Handel mit Kakaobohnen einsetzen. Sie wollen dafür sorgen, dass die Familien einen gerechten Lohn bekommen, von dem sie auch ohne Kinderarbeit wirklich leben können. Dafür kosten solche Kakao-Produkte im Laden etwas mehr.<eop>Ein weiteres Problem liegt in den Handelswegen. Große Unternehmen behalten zum Beispiel den Kakao zurück und hoffen so darauf, dass der Preis ansteigt. Er kann tatsächlich zwischen 800 und fast 3000 Dollar pro Tonne liegen. Davon profitieren aber wiederum nicht die Kakaobauern, sondern die Menschen und Unternehmen, die damit handeln.<eop><eop>"}, {"title": "Kalender", "id": 433, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kalender", "text": "Mit einem Kalender wird das Jahr in Tage, Wochen und Monate eingeteilt. Ein Jahr entspricht ungefähr der Länge eines Sonnenjahres, also einer Runde der Erde um die Sonne. Fast überall auf der Welt gilt der Gregorianische Kalender, auch in Kulturen, die zusätzlich einen eigenen Kalender verwenden. <eop>Den Gregorianischen Kalender gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Er ist so ähnlich wie der Julianische Kalender, den Julius Cäsar vor gut 2000 Jahren im Jahr 45 vor Christus eingeführt hat. Die Römer haben schon damals das Jahr in 12 Monate eingeteilt. Mit dem Julianischen Kalender hatte das Jahr nun aber 365 Tage statt bisher 355. Die Monate waren jetzt auch so lang wie wir es heute kennen: elf Monate mit 30 oder 31 Tagen und der Februar mit 28 Tagen und alle vier Jahre im Schaltjahr mit 29 Tagen. Ein Schaltjahr wie 2016 hat deshalb auch 366 Tage.<eop>Nach Julius Cäsar ist seitdem der Monat Juli benannt, nach dem römischen Kaiser Augustus der Monat August. September heißt eigentlich so viel wie „siebter“, Oktober „achter“, November „neunter“ und Dezember „zehnter“ Monat. Die Bedeutung dieser „Zählmonate“ stimmt aber nicht mehr. Schon im Jahr 153 vor Christus haben die Römer den Jahresanfang vom 1. März auf den 1. Januar vorgezogen. Die übrigen Monate von Januar bis Juni haben ihre Namen vor allem von Göttern: der Januar zum Beispiel von Janus, dem römischen Gott für den Anfang und der März vom römischen Kriegsgott Mars.<eop>Kalender gibt es gedruckt oder elektronisch. Darin kann man Termine und Notizen festhalten. Gedruckte Kalender gibt es in der Größe von kleinen Notizbüchern bis hin zu Wandkalendern. Sie gelten meist nur für ein Jahr.<eop>"}, {"title": "Kalter Krieg", "id": 434, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kalter Krieg", "text": "Der Kalte Krieg war eine Zeit im 20. Jahrhundert. In dieser Zeit gab es zwei große Gruppen von Staaten auf der Welt. Man sprach von zwei Blöcken. Diese beiden Blöcke befanden sich nicht eigentlich im Krieg gegeneinander. Aber sie hatten viele Waffen und bedrohten einander gegenseitig. Darum nennt man die Zeit nicht einen „heißen“ Krieg, in dem tatsächlich gekämpft wird, sondern einen „kalten“ Krieg.<eop>Den einen der beiden Blöcke nannte man den Ostblock. Der mächtigste Staat war die Sowjetunion, mit dem Kerngebiet Russland, als es von den Kommunisten regiert wurde. Die Kommunisten versprachen eine Welt, in der es allen Menschen gut geht, weil der Staat die Macht über die Wirtschaft hat, alles Schlechte bekämpft und die Güter gleichmäßig unter den Menschen verteilt.<eop>Die andere der beiden Gruppen nannte man die Westmächte, seltener auch den Westblock. Hier waren die Vereinigten Staaten von Amerika, die USA, am mächtigsten. Im Westen sagte man, dass der einzelne Mensch wichtig ist. Der Mensch soll frei sein und tun können, was er will, solange er die Rechte von anderen Menschen beachtet.<eop>Der Ostblock und die Westmächte bereiteten sich nicht nur auf einen möglichen Krieg vor. Sie wollten allgemein zeigen, wer mehr konnte oder besser war. Darum fanden sie es wichtig, im Sport viel zu gewinnen oder in der Wissenschaft viel zu erreichen. Zwischen Ost und West gab es also auf vielen Gebieten einen „Wettlauf“, zum Beispiel auch ins Weltall und auf den Mond.<eop>Der Kalte Krieg begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Krieg selbst hatten die Sowjetunion und die USA noch zusammen gegen Deutschland und andere Staaten gekämpft. Sie siegten im Jahr 1945. Danach aber stritten sich diese beiden Supermächte um die Macht auf der Welt. <eop>Man kann schlecht sagen, wann genau der Kalte Krieg endete. Mehrmals behauptete man in dieser Zeit, der Kalte Krieg sei vorbei, weil die Supermächte mehr zusammenarbeiteten. Wirklich zu Ende war der Kalte Krieg aber wohl erst um das Jahr 1991: Damals zerfiel die Sowjetunion, nachdem man dort mehr Demokratie eingeführt hatte.<eop> Welche Staaten gehörten zum Ostblock? Die Sowjetunion gab es schon seit der Zeit um 1920. Sie wollte andere Länder erobern oder zum Kommunismus drängen, was aber nicht gelang. Im Zweiten Weltkrieg aber besetzte sie viele Länder im Osten Europas. Einige dieser Länder hatten das nationalsozialistische Deutschland unterstützt. Die Sowjetunion sorgte mit Zwang und Versprechen dafür, dass diese Länder kommunistische Regierungen bekamen.<eop>Zusammen mit diesen Staaten gehörte die Sowjetunion zwei Bündnissen an. Das eine war ein Militärbündnis, der Warschauer Pakt. Er diente dazu, sich auf einen möglichen Krieg vorzubereiten. Das andere war ein Bündnis für die Wirtschaft: der „Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe“. Die Länder sollten nicht mehr alles herstellen, was sie wollten, sondern die Aufgaben unter sich aufteilen. Letztlich bestimmte aber immer die Sowjetunion, welches Land was herstellen durfte.<eop>Die kommunistischen Länder in Europa waren die Deutsche Demokratische Republik, Polen, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und die Tschechoslowakei. Das war damals ein Staat, der dann in Tschechien und die Slowakei zerfiel. Einige Jahre gehörten auch Jugoslawien und Albanien dazu. Diese beiden Länder machten sich aber unabhängig von der Sowjetunion.<eop>Außerdem arbeiteten einige Länder auf anderen Kontinenten mit der Sowjetunion zusammen. Bekannte Beispiele sind Kuba in Mittelamerika sowie Nordkorea und Vietnam in Asien. Ein besonders großer Staat war China, das ebenfalls von Kommunisten regiert wurde. Spätestens in den Jahren nach 1960 zerstritten sich jedoch China und die Sowjetunion. An der Grenze zwischen China und der Sowjetunion gab es sogar kleine Kämpfe.<eop> Welche Staaten gehörten zu den Westmächten? Vier große Staaten hatten gegen Deutschland gesiegt. Außer der Sowjetunion waren dies die USA, Großbritannien und Frankreich. Diese drei Westmächte gründeten zusammen mit anderen Staaten ein Militärbündnis: die NATO, das ist der Nordatlantik-Pakt. Die Staaten in Westeuropa arbeiteten in der Wirtschaft in europäischen Gemeinschaften zusammen. Daraus wurde schließlich die Europäische Union, die EU.<eop>Ein besonderer Fall im Kalten Krieg war Deutschland. Die drei Westmächte hielten den Westen und Süden Deutschlands besetzt. Dort errichtete man den alten deutschen Staat wieder, mit einer neuen Verfassung: Das ist das Grundgesetz. Der westdeutsche Staat nannte sich Bundesrepublik Deutschland und gehörte später auch zur NATO und zu den europäischen Gemeinschaften. <eop>Die Westmächte sahen sich als Familie von demokratischen Staaten. Allerdings unterstützten sie auch Staaten, die gar keine Demokratie hatten, wie zum Beispiel das damalige Spanien oder den Iran in der Zeit des Schahs. Für die Westmächte war es wichtiger, dass Spanien und der Iran gegen die Sowjetunion waren.<eop> Welche Staaten gab es sonst noch auf der Welt? Nicht alle Staaten der Welt wurden Mitglied im Warschauer Pakt, dem Ostblock, oder im Nordatlantik-Pakt, dem Westblock. Viele übrige Staaten nannten sich „blockfrei“. Es handelte sich meist um ehemalige Kolonien in Afrika und Asien sowie um Jugoslawien. Diese Länder waren sehr unterschiedlich, wollten aber betonen, dass sie unabhängig waren. Sie verlangten unter anderem, dass es weniger Waffen auf der Welt geben sollte. <eop>In Europa gab es mehrere Staaten, die sich ausdrücklich neutral nannten. Dieses Wort bedeutet, dass man keiner von beiden Seiten angehört. Österreich war neutral, weil es dies im Jahre 1955 der Sowjetunion und den Westmächten versprechen musste. Nur so wurde es wieder unabhängig. Heimlich aber half Österreich dem Westen und versteckte Waffen bei sich für den Fall, dass der Ostblock angreifen würde.<eop>Neutral war vorher schon die Schweiz. Sie wurde weder im Ersten Weltkrieg noch im Zweiten Weltkrieg besetzt und war im Kalten Krieg kein Mitglied bei den Vereinten Nationen. Aber bei der Wirtschaft hat sie schon immer mit den anderen Staaten der Westlichen Welt zusammengearbeitet.<eop> Was für eine Art von Krieg war der Kalte Krieg? In Nordamerika, Europa und Asien mussten die meisten Menschen in dieser Zeit nicht kämpfen. Aber die jungen Männer mussten meist in der Armee eine Ausbildung machen und eine Zeitlang dienen. Auf diese Weise konnte man sie rasch zu den Waffen rufen, wenn es zum Krieg kommen würde. Außerdem kauften die Staaten viele teure Waffen oder stellten sie selbst her. Dieses Geld konnte man nicht für andere Dinge ausgegeben, zum Beispiel für bessere Schulen.<eop>Manchmal wurde im Kalten Krieg tatsächlich gekämpft. Ein bekanntes Beispiel ist der Vietnamkrieg. Vietnam war seit dem Zweiten Weltkrieg geteilt: Die Sowjetunion unterstützte den Nordstaat, die Westmächte den Südstaat. Der Nordstaat wollte den Südstaat erobern, was nach langen Kämpfen gelang. Solche Kriege der damaligen Zeit nennt man „Stellvertreterkriege“: Die Sowjetunion und der Westen haben nicht direkt gegeneinander gekämpft, sondern vor allem über die Einheimischen als „Stellvertreter“.<eop>Besonders gefährlich wurde es für die Welt im Jahr 1962. Damals entdeckten die USA, dass die Sowjetunion neue Raketen mit Atombomben hatte. Diese neuen Raketen standen auf der Insel Kuba. Die USA fanden das zu nahe an ihrem eigenen Land und forderten, dass die Raketen wieder von Kuba verschwanden. Ein heißer Krieg mit Atomwaffen drohte. Die Sowjetunion gab schließlich nach: Die USA versprachen nämlich heimlich, dass sie dafür ihre Raketen in der Türkei abbauen.<eop> "}, {"title": "Kamele", "id": 435, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kamele", "text": "Kamele sind eine Familie von Säugetieren. Anders als Kühe oder Rehe laufen sie auf ihren Schwielen, also nicht auf der Spitze des Fußes, sondern auf der Hacke. Kamele gibt es in mehreren Arten: Lama, Guanako, Vikunja, Alpaka, Wildes Kamel, Dromedar und das eigentliche Kamel, das den richtigen Namen „Trampeltier“ trägt.<eop>Die Tiere aller Arten sind eher groß, fressen nur Pflanzen und haben lange Hälse. Die Zähne erinnern an die von Hasen. Wenn die Tiere sich ausruhen, liegen sie so, dass die Beine unter dem Körper bleiben.<eop>Das Guanako ist ein Wildtier aus Südamerika. Davon ist das Lama die Haustier-Form: Es wird deutlich schwerer und die Menschen haben es so gezüchtet, weil sie die Wolle mögen. Ähnlich ist es mit dem Vikunja oder Vicuña. Die Haustier-Formen davon heißen Alpaka oder Alpaca.<eop>Das Wilde Kamel lebt in der Mitte von Asien und hat zwei Höcker. Es gibt davon eine Haustier-Form, das Dromedar. Es hat einen Höcker und wird im Süden von Asien und in Arabien gehalten.<eop>Meist denkt man beim Wort „Kamel“ an das Trampeltier, das man auch „baktrisches Kamel“ nennt. Es wird bis zu 1000 Kilogramm schwer und hat zwei Höcker. Mit seinem dichten Fell wirkt es noch stämmiger. Genau wie das Dromedar schätzt man es als Tier zum Reiten oder zum Tragen von Lasten.<eop>Wieso müssen Kamele nur selten trinken? Kamele können mit besonders wenig Wasser leben. Dies hat verschiedene Gründe: Sie haben keine bestimmte Körper-Temperatur wie alle anderen Säugetiere. Ihr Körper kann bis zu acht Grad Celsius wärmer werden, ohne dass es ihnen schadet. Dadurch müssen sie weniger schwitzen und sparen Wasser.<eop>Kamele haben besonders starke Nieren. Die holen sehr viele Abfallstoffe aus dem Blut, aber nur wenig Wasser. Ihr Urin ist also viel weniger wässrig. Sie pinkeln dadurch auch weniger. Auch ihr Kot ist trockener als bei anderen Säugetieren.<eop>Auch die Nasen können etwas Besonderes: Sie können Feuchtigkeit, also Wasser, aus der Atemluft zurückholen und sie somit im Körper behalten. Was man bei uns Menschen im Winter beim Ausatmen als Dampfwolke sieht, gäbe es also bei den Kamelen viel weniger, auch bei tiefen Temperaturen.<eop>Die roten Blutkörperchen haben eine besondere Form. Kamele können deshalb sehr viel Wasser auf einmal trinken, ohne dass sich ihr Blut dadurch zu sehr verdünnt. Zudem trinken Kamele sehr viel in sehr kurzer Zeit.<eop>Kamele können in ihrem Körper gut Wasser speichern. Dies geschieht aber nicht in den Höckern, wie man oft meint. Dort speichern sie nämlich Fett. Ein Kamel mit leeren, schlaffen Höckern hat daher nicht Durst, sondern es braucht dringend genügend zu essen. So kann es seine Vorräte wieder aufbauen.<eop>Wie vermehren sich Kamele?<eop>In der Natur leben Kamele meist in kleinen Gruppen. Diese bestehen aus einem Männchen und mehreren Weibchen. Man nennt sie deshalb „Haremsgruppen“. Zu einer Haremsgruppe gehören auch die Jungtiere. Wenn junge Männchen erwachsen werden, werden sie aus der Haremsgruppe vertrieben. Sie bilden eigene Gruppen und versuchen dann, einen Haremsführer zu verdrängen und das Harem selber zu übernehmen.<eop>Das Männchen paart sich mit jeder Haremsdame und versucht, mit ihr Kinder zu machen. Eine Schwangerschaft dauert ein Jahr und vielleicht noch zwei Monate länger. Meist bringt das Weibchen nur ein einziges Jungtier zur Welt. Wie bei den Pferden nennt man die Jungtiere „Fohlen“. Ein Fohlen trinkt etwa ein Jahr lang die Milch seiner Mutter. Ein Jungtier muss zwei bis drei Jahre alt werden, bis es selber geschlechtsreif ist. Das heisst, es kann dann selber für Nachwuchs sorgen. Je nach Art werden Kamele etwa 25 bis 50 Jahre alt.<eop> "}, {"title": "Kanada", "id": 436, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kanada", "text": "Kanada ist ein Land in Nordamerika und das zweitgrößte Land der Welt. Außer Russland hat kein anderer Staat der Erde so viel Land. Allerdings wird das meiste von Schnee und Eis bedeckt. Kanada ist fast dreißig Mal so groß wie Deutschland, trotzdem wohnen dort nicht einmal halb so viele Menschen. Das Land ist also sehr dünn besiedelt.<eop>Das Land war lange Zeit eine Kolonie von Großbritannien. Man spricht vor allem Englisch und Französisch. Außerdem haben die Indianer ihre eigenen Sprachen, ebenso wie die vielen Menschen, die nach Kanada eingewandert sind. Die Hauptstadt von Kanada heißt Ottawa. Die Stadt ist zweisprachig: Französisch und Englisch. Ottawa ist aber nicht die größte Stadt. Das ist nämlich Toronto.<eop>In Kanada ist es deutlich kälter als in Europa. Viele Gegenden liegen hoch im Norden oder gehören sogar zur Arktis. Im Süden des Landes, entlang der Grenze zu den USA, ist es milder. Zu den vielen wilden Tieren in Kanada gehören Rentiere und Bären.<eop> Wie ist Kanada entstanden? Schon vor 12.000 Jahren kamen Menschen aus Asien in das Gebiet, das heute Kanada heißt. Diese Indianer nennt man „First Nations“, also die Ersten Völker. 1492 kam Christoph Kolumbus nach Amerika, aber er kam nicht bis Kanada. So hoch in den Norden gelangten die ersten Europäer erst etwa 100 Jahre später.<eop>Sowohl Frankreich als auch Großbritannien bauten in Nordamerika Kolonien auf, deshalb wohnten dort viele Franzosen und Briten. Nach mehreren Kriegen gewannen die Briten gegen die Franzosen. Langsam trauten die Europäer sich immer weiter nach Westen, bis sie an die Küste des Pazifischen Ozeans kamen. Seit 1931 darf Kanada sich selbst Gesetze geben und ist mittlerweile ein unabhängiger Staat. Allerdings ist die englische Königin immer noch das Staatsoberhaupt von Kanada.<eop> Wie leben die Menschen in Kanada? In Kanada gibt es heute zwei Amtssprachen, Englisch und Französisch. Das heißt, wenn man Hilfe vom Staat braucht, kann man sich in einer dieser beiden Sprachen an ihn wenden. Außerdem sprechen viele Leute noch die Sprache aus dem Land, in dem sie geboren sind: Deutsch, Italienisch, Polnisch, Chinesisch und so weiter. <eop>Von 100 Kanadiern gehören weniger als fünf zu den „First Nations“. Diese nennen sich Indianer, Inuit oder noch anders. Es sind viele verschiedene Völker, die auch unterschiedliche Sprachen sprechen. Lange Zeit wurden sie von den weißen Kanadiern schlecht behandelt, erst seit 1960 dürfen sie das Parlament mitwählen.<eop>So gut wie alle Kanadier wohnen in den großen Städten, vor allem im Osten des Landes. Außerhalb dieser Städte ist Kanada fast unbewohnt. Man kann dort stundenlang im Auto fahren, ohne dass man andere Menschen sieht.<eop>Einige Kanadier haben eine besondere Art von Wohnung: den Iglu. Das ist ein Haus aus Schnee, in dem es erstaunlich warm wird, wenn sich Menschen darin aufhalten. Allerdings wohnt kaum jemand ständig in einem Iglu. Aber wenn man wandert und plötzlich das Wetter schlecht wird, dann ist es gut, wenn man ein Iglu bauen kann.<eop> Wer hat in Kanada das Sagen? Kanada ist ein Bundesstaat. Es gibt also Teilstaaten, die hier Provinzen heißen. Außer den zehn Provinzen kennt man noch Territorien, die aber weniger Rechte haben. Eine Provinz soll die Dinge bei sich selbst regeln, solange nicht die Bundesregierung dafür zuständig ist.<eop>Das Land hat eine Königin als Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth die Zweite von Großbritannien. Sie selbst wohnt aber nicht in Kanada. Ihre Aufgaben als Staatsoberhaupt übernimmt normalerweise der Generalgouverneur. Der wird zwar von den Kanadiern selbst bestimmt, aber sie gibt am Ende ihre Zustimmung. Auch viele andere Länder, die früher eine britische Kolonie waren, machen es so.<eop>Das Parlament von Kanada besteht aus einem Unterhaus und dem Senat. Die Kanadier wählen die Abgeordneten des Unterhauses. Die Mitglieder des Senats hingegen werden ernannt. Das macht der Generalgouverneur. Aber eigentlich bestimmt der Regierungschef, wer die Senatoren sind. Sie sollen die verschiedenen Teile des Landes vertreten, die Provinzen. Das Parlament beschließt Gesetze, die für ganz Kanada gelten.<eop>Wenn eine Partei im Unterhaus die meisten Stimmen hat, dann bestimmt sie meist auch, wer der Premierminister wird. So heißt der Regierungschef von Kanada. Er ernennt dann die anderen Mitglieder der Regierung und auch noch viele andere Leute, außer den Senatoren auch die Richter.<eop> "}, {"title": "Kaninchen", "id": 437, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kaninchen", "text": "Ein Kaninchen ist ein Säugetier. Kaninchen leben auf allen Kontinenten, bis auf die Antarktis. In Europa lebt nur das Wildkaninchen. Von ihm stammt das Hauskaninchen ab, das man auch Zuchtkaninchen nennt. <eop>Schon seit dem Altertum ist es ein beliebtes Haustier. Woher der Name kommt, ist ungewiss, aber die Römer nannten das Tier „cuniculum“. Über die französische Sprache, „kanin“, kam es zum deutschen Wort „Kaninchen“ oder „Karnickel“. In der Schweiz nennt man sie „Chüngel“.<eop>Über die ganze Welt gesehen, ist sich die Wissenschaft nicht einig, was genau ein Kaninchen und was ein Hase ist. Beide gehören zur Familie der Hasenartigen. Oft werden die Ausdrücke auch durcheinander verwendet. Da in Europa nur Feldhasen, Schneehasen und Wildkaninchen leben, ist hier die Unterscheidung einfach. Kaninchen können sich nicht mit Hasen paaren, weil ihre Gene zu verschieden sind.<eop>Wie leben Wildkaninchen? Wildkaninchen leben in Gruppen. Sie graben Tunnel in die Erde, bis zu drei Meter tief. Dort können sie sich vor ihren vielen Feinden verstecken: manche Füchse, Marder, Wiesel, Wölfe und Luchse, aber auch Raubvögel wie Eulen, und andere Tiere. Wenn ein Kaninchen einen Feind wittert, klopft es mit den Hinterbeinen auf den Boden. Auf dieses Warnzeichen hin retten sich alle Kaninchen in einen Tunnel.<eop>Kaninchen fressen Gras, Kräuter, Blätter, Gemüse und Früchte. Deshalb sind sie bei den Gärtnern nicht beliebt. Man hat auch schon beobachtet, dass sie Reste von anderen Tieren fressen. Außerdem fressen Kaninchen ihren eigenen Kot. Sie können die Nahrung nicht so gut verdauen, dass einmaliges Fressen ausreichen würde.<eop>Wie vermehren sich Wildkaninchen? Kaninchen paaren sich bei uns meist in der ersten Jahreshälfte. Eine Schwangerschaft dauert nur vier bis fünf Wochen. Für die Geburt gräbt sich das Weibchen einen eigenen Bau. Dort bringt es meist etwa fünf bis sechs Junge zur Welt. <eop>Die Neugeborenen sind nackt, blind und wiegen etwa 40-50 Gramm. Sie können ihre Höhle nicht verlassen, deshalb nennt man sie „Nesthocker“. Mit etwa zehn Tagen öffnen sie die Augen. Mit drei Wochen verlassen sie erstmals ihre Geburtshöhle. Auch dann trinken sie noch etwa eine Woche lang Milch von ihrer Mutter. Sie sind ab dem zweiten Lebensjahr geschlechtsreif, sie können dann also selber Junge haben.<eop>Ein Weibchen kann jährlich fünf bis sieben Mal schwanger sein. Es kann also in einem Jahr über 20 bis sogar über 40 Jungtiere zur Welt bringen. Wegen ihrer vielen Feinde und einiger Krankheiten bleiben die Kaninchen jedoch immer etwa gleich viel. Man nennt das ein natürliches Gleichgewicht.<eop> Was machen Menschen mit Kaninchen? Manche Leute jagen Kaninchen. Sie schießen gern auf Tiere oder ärgern sich über Kaninchen. Die Tiere fressen nämlich Gemüse und Früchte aus der Landwirtschaft oder graben im Garten und auf den Feldern. Dadurch können die Bauern und Gärtner weniger ernten. Zudem ist es gefährlich, wenn man mit dem Fuß in einen Kaninchenbau tritt.<eop>Einige Leute züchten Kaninchen, um sie zu essen. Andere freuen sich, wenn ein Kaninchen genauso aussieht, wie sie es als schön empfinden. In Vereinen vergleichen sie die Kaninchen und veranstalten Ausstellungen oder Wettbewerbe. Allein in Deutschland gibt es etwa 150.000 Kaninchenzüchter.<eop>Wiederum andere Menschen halten sich Kaninchen als Streicheltiere. Wichtig ist, dass mindestens zwei Kaninchen im Käfig sind, weil sie sich sonst einsam fühlen. Weil Kaninchen gern knabbern, können elektrische Kabel für sie gefährlich werden. Das älteste Kaninchen in Gefangenschaft ist 18 Jahre alt geworden. Die meisten werden aber nicht viel älter als die in der Natur, etwa sieben bis elf Jahre.<eop><eop>"}, {"title": "Kanton", "id": 438, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kanton", "text": "Die 26 Kantone der Schweiz sind so etwas ähnliches wie die Bundesländer in Deutschland und Österreich. Allerdings sind viele Kantone deutlich älter und bestehen schon seit dem Mittelalter. Die Kantone sind sehr unterschiedlich groß: Während im Kanton Zürich fast eineinhalb Millionen Menschen leben, sind es in Appenzell-Innerrhoden nur etwas mehr als 15.000. <eop>Trotzdem hat jeder Kanton eine eigene Verfassung, ein Parlament, eine Regierung und ein Gericht. Die Kantone sind für viele Aufgaben selber zuständig, insbesondere für die Polizei, die Schulen und für die Krankenhäuser. Für andere Aufgaben ist die gesamte Schweiz zuständig, beispielsweise für die Eisenbahn, die Post, die Sicherung der Landesgrenze usw. Jeder Kanton kann zwei Ständeräte abordnen und so an der Gesetzgebung des Bundes teilnehmen. Dies geschieht unabhängig von der Größe und Einwohnerzahl der Kantone. <eop>In der Schweiz gibt es mehrere Sprachen, die der Staat verwendet, die Amtssprachen. Viele Kantone haben nur eine Amtssprache. In diesen Kantonen sprechen die allermeisten Einwohner eine bestimmte Sprache, wie zum Beispiel Deutsch. Auch Französisch ist in vielen Kantonen allein die Amtssprache. Im Kanton Tessin, ganz im Süden der Schweiz, ist Italienisch die Amtssprache. <eop>Manche Kantone haben aber mehrere Amtssprachen. Der Kanton Wallis beispielsweise ist zweisprachig, auf Französisch heißt er Valais, sprich: Walä. Ein Einwohner des Wallis kann sich also aussuchen, ob er im Rathaus auf Deutsch oder Französisch mit den Beamten reden will. Der Kanton Graubünden ist der einzige mit drei Amtssprachen: Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch. Das letztere ist eine kleine romanische Sprache, die es nur in der Schweiz gibt. Sie ist vom Aussterben bedroht.<eop>Nebst der Schweiz gibt noch in anderen Ländern Kantone. Luxemburg ist in zwölf Kantone unterteilt. Die meisten leben in den Kantonen Luxemburg und Esch an der Alzette. In Frankreich ist ein Kanton das nächstgrößere nach einer Gemeinde, aber noch kleiner als eine Region. Auch einige Staaten in Südamerika verwenden diese Begriff für Teile ihrer Länder. "}, {"title": "Kapitalismus", "id": 439, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kapitalismus", "text": "Kapitalismus ist ein Wort mit verschiedenen Bedeutungen. Vor allem geht es darum, wie in einem Land die Wirtschaft und die Gesellschaft funktionieren. Man sagt, der Kapitalismus ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Eine andere mögliche Ordnung wäre der Kommunismus.<eop>Das Wort kommt von „Kapital“. Damit ist Geld gemeint, aber auch Maschinen, Anlagen, Fabrikhallen, Fahrzeuge und so weiter. Das Kapital besitzen im Kapitalismus die Unternehmer, also einzelne Privatpersonen oder Gesellschaften.<eop>Im Kapitalismus werden die Produktion und der Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der Kunde kann also nur kaufen, was der Markt herstellt. Umgekehrt wird der Markt das herstellen, was die Kunden auch kaufen wollen. Der Staat greift wenig in das Wirtschaftsgeschehen ein. Die Unternehmer können weitgehend frei arbeiten und auch Angestellte einstellen.<eop>Im Kapitalismus investieren die Unternehmer ihr Kapital immer weiter und können es dadurch vermehren. Die Unternehmer werden dann Kapitalisten genannt. Oft denkt man aber gleich an ein ganzes Land, in dem die Wirtschaft so funktioniert. Das Land wäre dann ein kapitalistisches Land.<eop> Wie entstand der Kapitalismus? In der Zeit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, als die ersten Fabriken entstanden, arbeiteten die Menschen oft unter sehr schlechten Bedingungen: Die Arbeitszeiten waren lang, die Löhne niedrig und es gab kaum Versicherungen für Unfälle oder Krankheitszeiten. So wurden die Unternehmer immer reicher, während die Arbeiter arm blieben. Das war der Beginn des Kapitalismus.<eop>Karl Marx war der schärfste Gegner des kapitalistischen Systems. Er kritisierte, dass die Arbeiter nichts hatten und von den Unternehmern abhängig waren. Die Unternehmer waren nur auf sich selbst bedacht.<eop>Es kam deshalb immer häufiger zu Protesten durch die Arbeiter. So kam es in den westlichen Ländern zu Reformen, also zu Änderungen des kapitalistischen Systems. Gewerkschaften vertraten die Interessen der Arbeiter. Der Staat regelte durch Gesetze und politische Maßnahmen die Wirtschaft. Er versuchte dafür zu sorgen, dass die Menschen weniger ausgebeutet werden konnten und dass es gerechter zuging.<eop>Heute spricht man deshalb eher von Marktwirtschaft. In Deutschland sagt man gern „Soziale Marktwirtschaft“. Gemeint ist, dass der Staat Regeln setzen soll, um die schwachen Menschen am Markt zu beschützen. Der Staat soll auch sonst armen Menschen helfen und ihnen eine Chance geben.<eop> Ist Kapitalismus etwas Gutes oder etwas Schlechtes? Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob der Kapitalismus etwas Gutes oder etwas Schlechtes ist. Manche Leute finden das Wort Kapitalismus gut. Sie nennen ihr eigenes Land gern kapitalistisch. Das ist oft so in den USA und in Großbritannien.<eop>In anderen Ländern vermeidet man das Wort lieber, zumindest nennt man sich selbst nicht gern „Kapitalist“. Man meint, dass die Kapitalisten die Menschen ausbeuten, die für sie arbeiten. Dadurch würden wenige Menschen sehr reich und alle anderen Menschen sehr arm werden. Die Kommunisten sagen daher, dass der Kapitalismus schlecht ist und überwunden werden soll.<eop>Tatsächlich hat der Kapitalismus aber gute wie schlechte Seiten. In sehr vielen Ländern gibt es deshalb heute kapitalistische Strukturen, weil sie viele Vorteile haben. Die Nachteile versucht man mit Gesetzen abzuschwächen.<eop>"}, {"title": "Karl der Große", "id": 440, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Karl der Große", "text": "Karl der Große war König des Fränkischen Reiches. Damals, im frühen Mittelalter, eroberte er viele Gebiete, so dass sein Reich fast ganz Westeuropa umfasste. Für manche war er einfach ein mächtiger Herrscher, andere halten ihn für einen „Vater Europas“.<eop>Karl stammte aus einer Familie, die man die Karolinger nennt. Schon sein Großvater Karl Martell hatte den eigentlichen König der Franken verdrängt, der aus einer anderen Familie stammte. Karl förderte die Kunst und die Wissenschaft und sorgte dafür, dass es im Reich bessere Schulen gab.<eop>Allerdings hat Karl auch viele Kriege geführt. Der längste war der gegen die Sachsen, die dort lebten, wo heute Niedersachsen liegt. Die Sachsen mussten nach der Eroberung Christen werden. Damals hat jemand aufgeschrieben, dass Karl sogar viertausendfünfhundert Sachsen enthauptet habe. Heute hält man das aber für falsch, denn man hat keine sonstigen Beweise dafür gefunden.<eop>Damals gab es keine Hauptstadt. Stattdessen reiste Karl mit seinen Mitarbeitern von Ort zu Ort, um zu regieren und Recht zu sprechen. Am liebsten hielt er sich aber in Aachen auf, wo er auch den Dom bauen ließ. Im Jahr 800 reiste er nach Rom. Dort hat ihn der Papst zum Kaiser gekrönt. Damit wollte er sagen, dass Karl, eigentlich ein Germane, der neue Kaiser des westlichen Römischen Reiches war.<eop> War Karl der Vater Europas? Karl starb im Jahr 814. Knapp dreißig Jahre später teilte man sein Reich auf. Aus dem Osten wurde schließlich das Heilige Römische Reich. Das war eine Art Vorläufer von Deutschland. Aber auch Menschen in Frankreich meinen, dass Karl der Große ihr Land gegründet habe. Manche Deutsche und Franzosen haben sich im 19. Jahrhundert und danach gestritten, wem Karl eigentlich „gehört“.<eop>Nach dem Zweiten Weltkrieg wollten einige Länder in Westeuropa mehr zusammenarbeiten. So schlossen sie ein Bündnis, aus dem später die Europäische Union wurde. Diese Länder lagen ungefähr dort, wo Karl einst sein Reich hatte. So entstand die Idee, in Karl den gemeinsamen Vater Europas zu sehen. So hatten manche ihn schon genannt, als er noch lebte. Damals hatte man aber nur damit sagen wollen, dass sein Reich sehr groß war. <eop><eop>"}, {"title": "Karneval", "id": 441, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Karneval", "text": "Karneval nennt man das Fest und die Bräuche, mit denen viele Menschen die Tage vor der Fastenzeit feiern. Die Fastenzeit liegt zwischen Aschermittwoch und Ostern. Der Karneval hat keinen festen Termin, sondern richtet sich nach Ostern und somit nach dem ersten Vollmond im Frühling. Manchmal können die Karnevals-Feiern schon Ende Januar beginnen, manchmal auch erst Anfang März. Denn der zeitliche Abstand zu Ostern ist immer gleich.<eop>Die bekanntesten deutschen Karnevalsstädte sind Köln, Mainz und Düsseldorf. In Mitteldeutschland und Süddeutschland und Österreich nennt man dieses Fest auch Fasching und in der Schweiz Fasnacht. In vielen Ländern Europas wird Karneval gefeiert, doch auch auf anderen Kontinenten gibt es Karnevalsbräuche, zum Beispiel in der Karibik und in Südamerika. Sehr bekannt ist der Karneval von Rio de Janeiro, einer großen Stadt in Brasilien.<eop>In deutschsprachigen Ländern beginnt der Karneval bereits am elften November um elf Uhr elf des Jahres davor. In dieser Zeit bis zum Fest im Frühling halten zum Beispiel die Karnevalsvereine ihre Sitzungen und üben Musikstücke ein. Man nennt das manchmal auch die fünfte Jahreszeit.<eop>Das Karnevalsfest dauert jedes Jahr fünf oder sechs Tage. Es beginnt an einem Donnerstag, der Weiberfastnacht genannt wird. Man feiert an allen weiteren Tagen, wovon der Rosenmontag der Höhepunkt ist. Der Karneval endet am Aschermittwoch.<eop> Warum feiert man Karneval? Direkt nach dem Karneval beginnt die sechswöchige Fastenzeit, immer bis Ostern. Das Christentum sieht diese Zeit als Vorbereitung auf das Osterfest. Weil in der Fastenzeit so viele Verzichte bevorstehen, wird der Karneval vorher genutzt, um noch einmal richtig zu feiern.<eop>Die Leute fühlen sich bei diesem Fest oft sehnsüchtig und auch etwas nachdenklich. Viele Lieder handeln von der Zeit und wie sie vergeht, aber auch davon, dass wir alle irgendwann sterben müssen. Daher soll man in der Zeit, die noch bleibt, fröhlich sein.<eop>Wie wird Karneval gefeiert? Die Besonderheit vom Karneval ist, dass die Leute sich verkleiden und in vielen verschiedenen, bunten Kostümen durch die Stadt laufen. Beliebte Verkleidungen sind Pirat, Cowboy, Indianer, verschiedene Tiere, Engel und so weiter. <eop>Ganz bekannt für den Karneval sind die Straßenumzüge, auch Karnevalszüge genannt. Sie bestehen oft aus verschiedenen Gruppen oder großen, bunten Wagen der Karnevalsvereine. Leute, die sich den Zug angucken, rufen in Köln “Kamelle!”, damit man ihnen verschiedenste Süßigkeiten, Blumensträuße oder andere kleine Sachen zuwirft.<eop>Es gibt schon immer Narrenrufe zu Karneval, die bekanntesten sind “Helau”, unter anderem in Düsseldorf und Mainz, und “Alaaf” in Köln. Dort wird auch jedes Jahr das “Kölner Dreigestirn” in den Vereinen gwählt. Das besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau, meistens sind aber alle drei Männer.<eop>Wenn der Karneval in der Nacht zum Aschermittwoch um Punkt Mitternacht endet, gibt es in Köln noch den Brauch, eine große Strohpuppe, die “Nubbel” genannt wird, zu verbrennen. Die Leute denken, dass sie damit ihre Sünden loswerden, die sie während Karneval begangen haben.<eop>"}, {"title": "Kartoffel", "id": 442, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kartoffel", "text": "Die Kartoffel ist eine Pflanze, die entfernt mit Tomate, Paprika und Tabak verwandt ist. Man nennt die Kartoffel in einigen Gegenden auch Erdapfel. Das Wort Kartoffel geht auf einen lateinischen Ausdruck zurück, der Erdknolle bedeutet.<eop>Die eigentliche Pflanze ist grün und leicht giftig. Auch die Früchte kann man nicht essen. Was man isst, das sind Knollen, die im Erdboden wachsen. Die Knolle besteht vor allem aus Wasser und Stärke. Stärke gehört zu den Kohlenhydraten wie Zucker oder viele Teile des Getreides.<eop>Die Kartoffel stammt aus den Anden, einem Gebirge in Südamerika. Schon die Inka haben sie angebaut. Später haben spanische Entdecker die Pflanze kennengelernt. Um das Jahr 1570 scheint sie zum ersten Mal nach Spanien gekommen zu sein. Mit der Zeit baute man sie auch in anderen Ländern Europas und der Welt an. Es gibt viele Geschichten, wer genau die Kartoffeln nach Europa gebracht hat. Tatsächlich weiß man es nicht.<eop>Viele Menschen hatten dank der Kartoffel genug zu essen. Als aber die Kartoffelpflanzen krank wurden, zum Beispiel um das Jahr 1850 in Irland, verhungerten viele. Heute bebauen die Menschen auf der Welt große Landflächen mit Kartoffeln, vor allem in Europa und Asien. In diese Flächen würde Österreich zweimal hineinpassen. Ein Deutscher isst im Jahr durchschnittlich etwa 50 Kilogramm Kartoffeln, also etwa jede Woche ein Kilogramm.<eop>Kartoffeln kann man höchstens über einen Winter aufbewahren. Später werden sie faul. Man kann mit ihnen also keine Vorräte anlegen wie mit Getreide. Kartoffeln werden erst gekocht, bevor man sie isst. Oft werden aber gar nicht die gekochten Kartoffeln gegessen. Die Industrie verarbeitet Kartoffeln zu Pommes frites, Chips oder anderen Produkten.<eop><eop>"}, {"title": "Kastanien", "id": 443, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kastanien", "text": "Kastanien sind Laubbäume. Es gibt davon zwei Gruppen, die biologisch kaum miteinander verwandt sind: Die Edelkastanien und die Rosskastanien. Die Edelkastanien nennen wir auch Esskastanien, weil sie für den Menschen bekömmlich sind. <eop>Die Rosskastanien dienen verschiedenen Tieren als Nahrung, zum Beispiel den Pferden. Ein Pferd nennt man in verschiedenen Sprachgebieten auch heute noch „Ross“, zum Beispiel in der Schweiz. Daher kommt der Name „Rosskastanie“.<eop>Wie wachsen Edelkastanien? Die Edelkastanie war schon in der Antike rund um das Mittelmeer verbreitet. Sie braucht viel Wärme, deshalb kann sie nördlich der Alpen nur an Orten mit einem besonders günstigen Klima wachsen. Sie braucht recht viel Wasser, erträgt aber keinen Regen während der Blütezeit.<eop>Die meisten Edelkastanien werden etwa 25 Meter hoch. Je nach Standort werden sie 200 bis 1000 Jahre alt. Mit etwa 25 Jahren beginnt sie zu blühen. Jeder Baum trägt männliche und weibliche Blüten. Sie sind länglich und gelb, wie beispielsweise bei der Hasel. <eop>Die Früchte gehören zu den Nüssen. Sie stecken in einer braunen Schale. Außen herum liegt eine weitere, stachelige „Schale“, die man richtigerweise „Fruchtbecher“ nennt. Die Stacheln sind anfangs grün, später braun und der Fruchtbecher öffnet sich.<eop>Die Nüsse sind sehr gesund. Sie enthalten auch recht viel Zucker, deshalb verderben sie schnell. Früher ernährten sich viele Menschen zum Hauptteil von Edelkastanien. Sie räucherten die frischen Nüsse, um sie so haltbar zu machen. Heute macht das die Industrie mit moderneren Methoden. <eop>Von den Edelkastanien züchteten die Menschen mehrere hundert verschiedene Sorten. Sie haben auch verschiedene Namen: Maroni oder Marroni nennt man oft einfach die besten Früchte. Am besten erkennt man sie am Stand, wenn sie frisch und heiß verkauft werden. Sie werden aber auch zu Püree verarbeitet und in der Küche oder in der Backstube verwendet. Auch verschiedene Süßspeisen enthalten Edelkastanien, beispielsweise die Vermicelles oder der Coupe Nesselrode.<eop>Von der Edelkastanie braucht man aber auch das Holz für Möbel, Fenster- oder Türrahmen, für Deckenbalken, Gartenzäune, Fässer, Schiffe und viele andere Dinge. Vor allem draußen ist es wichtig, dass das Holz nicht schnell verfault. Früher hat man daraus zudem viel Holzkohle hergestellt, wie wir sie heute auf dem Grill brauchen.<eop>Die Edelkastanie ist eine Pflanzenart. Sie gehört zur Gattung der Kastanien, zur Familie der Buchengewächse, zur Ordnung der Buchenartigen und zur Klasse der Bedecktsamer.<eop>Wie wachsen Rosskastanien? Rosskastanien wachsen in der Natur in Europa, Asien und Nordamerika. Eine besondere Art ist die „Gewöhnliche Rosskastanie“ aus dem Balkan, also aus Griechenland, Albanien und Nordmazedonien. Sie wird oft bei uns in Parks und in Alleen entlang von Straßen gepflanzt. <eop>Die Gewöhnliche Rosskastanie wird etwa dreißig Meter hoch und 300 Jahre alt. Man erkennt sie leicht an ihren länglichen Blättern, die meist zu fünft an einem Stiel wachsen, wie die Finger einer Hand. <eop>Im April und Mai bilden Kastanien kleine Blüten, die in Rispen aufrecht zusammenstehen. Manche Leute sagen dazu auch „Kerzen“. Die Blüten sind meist weiß, können aber auch ziemlich rot werden. Im Sommer wachsen aus den Blüten die Früchte, kleine grüne Kugeln mit Stacheln. <eop>Im September werden die Früchte reif und fallen zu Boden. Dabei zerplatzen die Stachelkugeln und geben die eigentlichen Früchte frei: drei bis fünf Zentimeter große braune Nüsse mit einem hellen Fleck. Sie werden Kastanien genannt. Kinder spielen und basteln gern damit. Essen kann man sie aber nicht, sie eignen sich nur als Tierfutter. Daher kommt auch der Name Ross-Kastanie: „Ross“ ist nämlich ein altes Wort für Pferd. <eop>Das wichtigste an den Rosskastanien ist der Schatten, den sie spenden, vor allem in Parks und Biergärten. Um die zahlreichen Blüten sind vor allem die Bienen froh. Auch den Rothirschen und den Rehen dienen die Früchte im Winter als willkommenes Futter. Aus dem Holz kann man Furniere für Möbel herstellen, das sind dünne Schichten, die auf Platten geklebt werden. <eop>Die Gewöhnliche Rosskastanie ist eine Pflanzenart. Sie gehört zur Gattung der Rosskastanien, zur Familie der Seifenbaumgewächse, zur Ordnung der Seifenbaumartigen und zur Klasse der Bedecktsamer.<eop><eop>"}, {"title": "Katastrophe", "id": 444, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Katastrophe", "text": "Von einer Katastrophe redet man, wenn etwas Schlimmes passiert. Man spricht auch von einem Desaster, einer Verheerung oder einem schweren Unglück. Eine Katastrophe hat oft verheerende Folgen für eine Vielzahl von Menschen. Ihr Leben ist danach meist für immer verändert. Oft schreiten die Armee, Hilfswerke oder der Katastrophenschutz ein, um den Opfern der Katastrophe zu helfen. <eop>Das Wort Katastrophe kommt aus dem Altgriechischen. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Wendung, bis nach ganz unten“. Es wendet sich also etwas zum Schlechten. Bei antiken Theaterstücken ist die Katastrophe eine unvorhergesehene Wendung, die zum schlechten Ende einer Geschichte führt.<eop>Für eine Katastrophe kann es sehr verschiedene Gründe geben. Mal sind Menschen schuld, mal nicht. An einem Erdbeben zum Beispiel ist der Mensch eindeutig nicht schuld. Es wird ganz allein von der Natur ausgelöst. Einen Krieg hingegen haben die Menschen selbst verursacht. An vielen Katastrophen sind jedoch sowohl der Mensch als auch die Natur beteiligt, beispielsweise bei einer Seuche. Davon spricht man, wenn sich eine Krankheit sehr schnell unter den Menschen verbreitet. <eop>In der Umgangssprache sprechen viele Leute auch von einer Katastrophe, wenn es gar nicht so schlimm ist und nur einen selbst betrifft. Ein Fleck auf einem neuen Kleid zum Beispiel ist keine Katastrophe im Vergleich zu einem Flugzeugabsturz. Wer das Wort Katastrophe für Missgeschicke im Alltag benutzt, übertreibt absichtlich.  Welche Arten von Katastrophen gibt es? Für viele Arten von Katastrophen tragen die Menschen keine Verantwortung. Dazu gehören zum Beispiel Erdbeben mit oder ohne Tsunamis oder Vulkanausbrüche. Auch für den Meteorit, der vor vielen Millionen Jahren auf der Erde einschlug und die Dinosaurier aussterben ließ, tragen die Menschen keine Verantwortung.<eop>Eindeutig in der Verantwortung der Menschen liegen Kriege, Zugunglücke, Flugzeugabstürze, Terroranschläge oder große Unfälle in Atomkraftwerken, wie im ukrainischen Tschernobyl oder im japanischen Fukushima. Auch Korruption kann für die armen Menschen eine Katastrophe bedeuten, weil gewisse Politiker und andere einflussreiche Männer viel Geld in die eigene Tasche stecken. Beispiele dieser oder ähnlicher Art gibt es sehr viele. <eop>Für viele Katastrophen sind aber der Mensch und die Natur gemeinsam verantwortlich, zum Beispiel für Seuchen. Das sind schlimme, ansteckende Krankheiten. Wenn eine bestimmte Seuche sich stark ausbreitet, spricht man von einer Seuche. Solche gab es immer wieder in der Geschichte. Im Mittelalter gab es beispielsweise einen großen Ausbruch der Pest. Damals starb innerhalb von wenigen Jahren etwa ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung. Im Industriezeitalter gab es große Seuchen der Cholera. Das ist eine Erkrankung des Darms, die unter anderem durch Bakterien im Trinkwasser übertragen werden kann. Dabei ist die Natur verantwortlich für die Bakterien oder Viren, die entstanden sind. Die Menschen sind aber dafür verantwortlich, dass sie so dicht zusammenleben und zu wenig auf Sauberkeit, also auf Hygiene, achten.<eop>Viele Katastrophen kommen zwar durch die Natur, aber der Mensch verstärkt sie. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Klimawandel, der durch das Verhalten der Menschen verursacht wird. Durch ihn gibt es öfter extremes Wetter, wie Sturmfluten, Tornados und heftige Regenfälle. Bei solchen Katastrophen gibt es oft eine Vielzahl von Toten und Verletzten. Ganze Gegenden werden verwüstet. Dadurch verlieren viele Menschen ihr Zuhause. Eine häufige Naturkatastrophe in Deutschland sind die Hochwasser. Besonders davon betroffen sind Städte nahe der großen Flüsse wie Elbe, Rhein und Mosel. In den Alpen gibt es mehr Erdrutsche, weil der Permafrostboden auftaut. <eop>Auch Hungersnöte gab es schon immer. Man sagt, dass weltweit etwa 800 Millionen Menschen an Hunger leiden. Zum Vergleich: Ganz Europa hat etwa 750 Millionen Einwohner. Besonders betroffen sind Gegenden wie die Sahelzone oder das Horn von Afrika, wo das Klima schon früher sehr trocken war. Dass die Menschen dort immer weniger zu essen haben, hängt nach Ansicht der meisten Wissenschaftler mit dem Klimawandel zusammen. Viele Menschen sterben oder ergreifen die Flucht. Man spricht dann von Hungerkatastrophen. Durch den Klimawandel steigen aber auch die Meeresspiegel, so dass viele Menschen ihren Lebensraum verlieren.<eop>Weltweit sterben täglich viele Tier- und Pflanzenarten aus. Gründe dafür sind der Kahlschlag vieler Urwälder, damit die Menschen ihre Plantagen vergrößern können. Gerade bei uns trägt die intensive Landwirtschaft viel zum Artensterben bei. Wissenschaftler bezeichnen dies als Katastrophe für die Natur, da diese Arten unwiederbringlich verloren sind.<eop> "}, {"title": "Katholische Kirche", "id": 445, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Katholische Kirche", "text": "Die römisch-katholische Kirche ist eine Gemeinschaft von Gläubigen. Die meisten Christen auf der Welt sind römisch-katholisch. Es gibt mehr als eine Milliarde Katholiken, also mehr als tausend Millionen. Das sind so viele Menschen wie in China leben.<eop>Katholiken leben in vielen Ländern der Erde. Ganz besonders viele sind es zum Beispiel in Italien, Frankreich, Polen, Mexiko und auf den Philippinen. Ein Drittel der Deutschen und Schweizer ist katholisch, außerdem die meisten Österreicher. Die Katholiken haben deshalb viele unterschiedliche Meinungen. Ihr Oberhaupt ist der Papst. Er ist auch Herrscher des Vatikans in Rom. Für ihn ist es nicht immer leicht, alle gleich gut zu vertreten.<eop>Was ist im katholischen Glauben wichtig? In den katholischen Kirchen sieht man viele Gemälde und Statuen. Sie zeigen Jesus oder Heilige, also Menschen, die besonders christlich gelebt haben. Ganz wichtig ist dabei Maria, die Mutter von Jesus. Ebenfalls wichtig ist der Kreuzweg. Dies ist eine Art Bildergeschichte, meistens mit 14 Bildern oder Skulpturen. Sie zeigen den Todesweg von Jesus von seiner Verurteilung bis zur Szene, da er ins Grab gelegt wird. Es gibt auch Kreuzwege außerhalb der Kirchen, die über die Felder oder durch den Wald führen.<eop>In eine Katholische Kirche gehören ein Kreuz und ein Altar. Das ist ein Tisch, auf den der Priester das Abendmahl nachvollzieht. Eigentlich heißt es Eucharistie. Der Altar seine Wurzeln in der Geschichte von Abraham und in der Leidensgeschichte von Jesus. Die Katholiken feiern die Eucharistie nicht nur als Erinnerung. Sie glauben, dass sich Brot und Wein wirklich in den Leib und das Blut von Jesus verwandeln, auch wenn es im Mund nicht so schmeckt. Die Katholiken gehen sehr sorgfältig mit den Resten der Eucharistie um. Sie bewahren sie in einer Art Tresor auf. Er heißt Tabernakel und ist oft sehr reich geschmückt. <eop>In die Katholische Kirche gehört auch ein Taufbecken. Die Katholiken taufen Babys, nicht Erwachsene. Es sei denn, ein Erwachsener ist aus einer anderen Religion übergetreten.<eop>Ebenfalls dazu gehört das Ewige Licht. Es soll immer brennen und damit anzeigen, dass Gott immer bei den Menschen ist. Es ist meist ein Öllicht und steht immer in einem roten Glas. Ein Weihwasserbecken steht am Kircheneingang. Es enthält Wasser, das der Priester gesegnet hat. Die Gläubigen bekreuzigen sich damit. Weihrauch gibt es nur in besonderen Gottesdiensten.<eop>Wie kommen Katholiken in den Himmel? Einerseits vertrauen die Katholiken darauf, dass sie Jesus durch seinen Tod am Kreuz erlöst hat und dass sie deshalb nach dem Tod in den Himmel kommen. So steht es in der Bibel. Im frühen Mittelalter entwickelte sich jedoch die Idee vom Fegefeuer: Nach dem Tod musste jeder Mensch seine Sünden im Fegefeuer abbüßen. Das ging so weit, dass genau festgelegt wurde, wie viele Tage, Wochen oder Jahre ein Mensch für eine Sünden im Feuer schmoren müsste. Durch Geldspenden konnte man sich davon loskaufen. Man nennt dies Ablass oder Ablasshandel.<eop>Der Ablasshandel erzürnte die Reformatoren. Dies war einer der wichtigsten Gründe für die zweite Kirchenspaltung. Die Katholische Kirche blieb bei ihrer Lehre vom Fegefeuer. Offiziell gilt sie heute noch. Sie wird aber kaum mehr erwähnt.<eop>Um in den Himmel zu kommen, gibt es sieben Sakramente. Das sind Heilswege oder Heilszeichen. Es sind die Taufe, die Beichte, die Firmung, die Eheschließung, die Krankensalbung, die Weihe der Priester und Bischöfe sowie die Eucharistie, also das Abendmahl. Das ist ziemlich genau so wie in der Orthodoxen Kirche.<eop>Wie ist das mit Maria? Maria ist die wichtigste Heilige. In der Bibel steht, dass ein Engel zu ihr kam um ihr zu sagen, dass sie ein besonderes Kind zur Welt bringen würde. Sie sollte es Jesus nennen. Josef wusste nichts von dieser Schwangerschaft und wurde zuerst wütend.<eop>Vieles ist nicht klar: War Josef der leibliche Vater? Oder war Gott selbst der Vater, also der Heilige Geist? Hatte Jesus Geschwister? Einige sagen, dass Josef der Vater war. Andere verneinen das. Wieder andere behaupten sogar, Maria sei bis ans Lebensende Jungfrau geblieben. Dabei zählt doch des Neue Testament seine Geschwister auf. Es gab viele Kriege wegen diesen Fragen. Beantwortet sind sie heute noch nicht.<eop>Ein weiterer Streitpunkt ist, wie Maria gestorben ist. Die Bibel sagt dazu nichts. Im 6. Jahrhundert kam die Idee auf, dass Maria direkt in den Himmel hinaufgefahren sei, also ohne zu sterben. Im Jahr 1950 legte der Papst diesen Gedanken als Glaubenswahrheit fest. Die Katholiken feiern diesen Tag immer am 15. August. <eop>Die Katholiken beten zu Maria, aber sie beten sie nicht an, wie alle Heiligen. Das wichtigste Maria-Gebet beginnt mit: „Gegrüßt seist du, Maria, voller Gnade…“. Das hatte der Engel zu ihr gesagt. Am Schluss heißt es im Gebet: „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und wenn wir sterben.“ Die Katholiken glauben, dass Maria ein gutes Wort bei Gott für die Menschen einlegen kann.<eop>Ist die katholische Kirche die allgemeine Kirche? Das Wort katholisch kommt aus der griechischen Sprache und heißt so viel wie „allgemein“. Die römisch-katholische Kirche sieht sich als die echte Kirche, so wie Jesus Christus sie haben wollte. In der Bibel sagte Jesus zu Petrus: „Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche bauen will.“ Die Bischöfe von Rom verstanden sich als Nachfolger von Petrus. Somit seien sie die Stellvertreter von Jesus, also von Gott, auf der Erde. Folglich sieht sich immer der Papst als das Oberhaupt der richtigen Kirche.<eop>Es gab zwei große Abspaltungen: Im Mittelalter spaltete sich die Orthodoxe Kirche im Osten ab. Dort verwendet man im Gottesdienst Griechisch. Am Ende des Mittelalters haben sich viele Christen in Europa von der römisch-katholischen Kirche abgewandt. Sie fanden manches nicht gut, zum Beispiel den Ablass und die Herrschaft des Papstes. Diese Kirchen nennt man meist die reformierten oder evangelischen Kirchen.<eop>Wie ist die Katholische Kirche organisiert? Der Papst ist der Bischof des Vatikans in Rom. Gleichzeitig ist er der Vorsteher aller katholischen Bischöfe auf der ganzen Welt. Ein Bischof ist das Oberhaupt seiner Diözese. So nennt man sein Gebiet mit allen Kirchen, die sich darin befinden. Alle Priester sind also ihrem Bischof unterstellt. Wenn ein Priester das Oberhaupt einer Kirchgemeinde ist, dann nennt man ihn Pfarrer.<eop>Nur Männer können Priester werden. Sie dürfen nicht heiraten, das nennt man Zölibat. Die Priester heißen „Presbyter“, das ist Griechisch und bedeutet „Ältester“. Aus dem Wort Presbyter ist der Name Priester entstanden. Eine Stufe tiefer stehen die Diakone. Dies können auch Frauen sein. Männer und Frauen dürfen als Diakone heiraten.<eop>Die Katholische Kirche ist nicht in allen Ländern gleich stark mit dem Staat verbunden. In Frankreich beispielsweise gilt seit dem Jahr 1905 die vollständige Trennung. Die Kirchen müssen sich also organisieren wie irgendein Verein. Der Staat zieht keine Kirchensteuern ein. Die Schulen bieten keinen Religionsunterricht an, und es dürfen dort auch keine religiösen Symbole wie Kreuze hangen.<eop>In der Schweiz und in Deutschland ist die Verbindung zwischen Kirche und Staat enger. Der Staat zieht beispielsweise die Kirchensteuer ein. Er unterstützt auch die Ausbildung der Pfarrer an den Universitäten. Katholische Schulen und Kindergärten erhalten unter Umständen Geld vom Staat.<eop>"}, {"title": "Katzen", "id": 446, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Katzen", "text": "<br /> 2. Zeile von links: Löwe und Luchs <br /> 3. Zeile von links: Puma und Schneeleopard <br /> 4. Zeile von links: Sibirischer Tiger und Hauskatze  Katzen sind eine Familie der Raubtiere und gehören somit zu den Säugetieren. Es gibt sie auf allen Kontinenten außer in Ozeanien und in der Antarktis. Sie fressen fast nur Fleisch. Es gibt von ihnen viele verschiedene Arten, die sehr unterschiedlich aussehen. In der Natur leben bei uns nur Wildkatzen und Luchse.<eop>Wenn man bei uns von einer Katze spricht, meint man oft die Hauskatze. Tatsächlich sind alle Katzen unserer Hauskatze ähnlich. Die Hauskatze wurde jedoch besonders gezüchtet und ist mehr oder weniger zahm.<eop>Was ist typisch für Katzen? Alle Katzen sehen ähnlich aus und verhalten sich auch ähnlich. Ihr Körper ist geschmeidig, das Fell ist weich mit kurzen Haaren. Der Kopf ist eher klein im Verhältnis zum Körper. Die Augen sind aber im Vergleich zum Kopf eher groß. Die Pupillen bilden einen schmalen Schlitz, der sich in der Dunkelheit weit öffnet. Deshalb können Katzen auch bei wenig Licht noch gut sehen. Die Tasthaare an der Schnauze helfen ihnen dabei zusätzlich.<eop>Katzen hören sehr gut. Ihre Ohren stehen aufrecht und laufen spitz zu. Sie können ihre Ohren drehen und so in eine bestimmte Richtung hören. Katzen haben einen guten Geschmackssinn, sie schmecken also sehr gut mit der Zunge, sie riechen aber nicht so gut mit der Nase. <eop>Katzen haben sehr kräftige Zähne. Vor allem mit den Eckzähnen können sie ihre Beute gut packen und töten. Auch mit den Krallen halten sie ein Beutetier fest. Katzen haben an den Vorderpfoten je fünf Zehen mit Krallen, an den Hinterpfoten je vier. <eop>Katzen haben eine Besonderheit am Skelett. Sie haben nämlich keine Schlüsselbeine. Das sind die beiden Knochen, die von der Schulter zur Mitte führen und sich oben an der Brust fast treffen. Menschen brechen sich das Schlüsselbein manchmal bei einem Sturz. Bei den Katzen kann das nicht geschehen. Ihre Schultern sind ohne Schlüsselbein viel beweglicher. Sie schaffen deshalb die Landung problemlos auch bei einem weiten Sprung.<eop>Die meisten Katzen können schnurren. Man hört es als tiefes Brummen. Katzen schnurren meist, wenn sie sich besonders wohl fühlen. Schon ganz kleine Katzenbabys tun das. Das Schnurren entsteht im Hals. Wie das genau geht, haben die Wissenschafter aber noch nicht herausgefunden.<eop>Die meisten Katzen sind Einzelgänger. Männchen treffen ein Weibchen nur, um sich zu paaren und um Junge zu machen. Nur die Löwen leben in Rudeln. Auch die Hauskatzen kann man gut in Gruppen von Weibchen halten.<eop>Wie lassen sich Katzen einteilen? Es gibt drei Unterfamilien der Katzen: die ausgestorbenen Säbelzahnkatzen, die Großkatzen und die Kleinkatzen. Sie Säbelzahnkatzen sind schon während der Steinzeit ausgestorben.<eop>Zu den Großkatzen gehören der Tiger, der Jaguar, der Löwe, der Leopard und der Schneeleopard. Manchmal rechnet man auch den Nebelparder noch hinzu. Er gleicht dem Leoparden und lebt im Süd-Osten Asiens. Der Fachmann erkennt die Großkatzen nicht nur an der Körpergröße, denn das stimmt nicht immer ganz. Ein wesentlicher Unterschied ist der Knochen unter der Zunge, den man „Zungenbein“ nennt. Auch in den Genen sind die Großkatzen anders.<eop>Zu den Kleinkatzen gehören der Gepard, die Pumas, die Luchse und einige andere. Auch die „Echten Katzen“ gehören dazu. Sie eine eigene Gattung. Zu ihnen gehört auch die Wildkatze, von der unsere Hauskatze abstammt.<eop>Welche Katze hält welchen Rekord? Die Rekorde halten immer die Männchen. Am größten werden die Tiger. Sie werden von der Schnauze bis zum Po etwa 200 Zentimeter lang und insgesamt bis zu 240 Kilogramm schwer. Sie werden dicht gefolgt von den Löwen. Der Vergleich ist allerdings schwierig. Es kommt drauf an, ob man vergleicht, wie die meisten Tiere etwa sind. Das wäre ein Mittelwert. Man kann auch das jeweils größte Tier jeder Art, das man je gefunden hat, mit den anderen vergleichen. Dann kann der Vergleich etwas anders ausfallen. Das ist etwa, wie wenn man die Schulkinder von zwei Klassen miteinander vergleicht.<eop>Am schnellsten ist der Gepard. Er schafft es auf etwa 100 km/h. Das ist schneller, als man in vielen Ländern auf einer Landstraße fahren darf. Allerdings hält der Gepard diese Geschwindigkeit nur während einer sehr kurzen Zeitdauer durch, nämlich kurz bevor er ein Beutetier erwischt.<eop>Welches die stärkste Katze ist, lässt sich nicht sagen. Tiger, Löwen und Pumas leben je auf einem anderen Kontinent. Sie begegnen sich also in der Natur gar nicht. Der Löwe und der Leopard zum Beispiel leben zwar zum Teil in denselben Ländern. Sie lassen es aber nie auf einen Kampf ankommen, sondern gehen sich aus dem Weg.<eop> "}, {"title": "Kaugummi", "id": 447, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kaugummi", "text": "Kaugummi ist eine weiche Masse, die wir mehrere Stunden kauen können, ohne dass sie zerfällt. Die meisten Kaugummis sind süß, es gibt aber auch die Geschmacksrichtungen Sauer oder Scharf. Das hängt von den Aromastoffen ab, die im Kaugummi enthalten sind. Sie sorgen für den lang anhaltenden Geschmack.<eop>Als Grundstoff werden heute vor allem Kunststoffe benutzt. Früher waren es Baumharze wie zum Beispiel Fichtenharz. Bis heute werden auch Kaugummis aus Kautschuk hergestellt, der wiederum aus dem Milchsaft des Kautschukbaums gewonnen wird und vor allem in Autoreifen enthalten ist. Wenn Kaugummi keinen Süßstoff enthält, also keine künstlichen Süßmittel, dann besteht er oft mindestens zur Hälfte aus Zucker. Weitere Zutaten sind zum Beispiel Mittel, die ein Kaugummi feucht halten, sauer machen oder ihm eine Farbe geben.<eop>Wenn man kaut, erhält das Gehirn mehr Blut und Sauerstoff. Zusätzlich wird das Gehirn angeregt und „wach gehalten“, weil sich im Mund ein dichtes Netz von Nerven befindet, die mit dem Gehirn verbunden sind. Kaugummi kann aber auch entspannen. Wenn man häufig oder lange Kaugummi kaut, kann es durch die verschluckte Luft zu Blähungen im Bauch kommen, außerdem kann der Zucker die Zähne schädigen. Ein verschlucktes Kaugummi ist in den allermeisten Fällen ungefährlich. Es verklebt nicht etwa den Magen, sondern wird wieder ausgeschieden.<eop>Schon in der Steinzeit haben Menschen bestimmte Baumharze gekaut. Die erste Kaugummi-Fabrik gab es vor gut 150 Jahren. Am Anfang wurden Kugeln verkauft, die gar keinen Geschmack hatten. Später wurden Kaugummis auch in Streifen und mit Aromastoffen und Zucker angeboten.<eop>"}, {"title": "Keramik", "id": 448, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Keramik", "text": "Als Keramik bezeichnen wir Gegenstände, die aus Ton, also aus Lehm, hergestellt und im Feuer gebrannt wurden. Der Großteil unseres Geschirrs ist aus Keramik, also Teller, Tassen, Schüsseln, aber auch einige Kerzenständer und so weiter. Andere Gegenstände aus Keramik sind Dachziegel und Backsteine, aber auch Fliesen, die man in der Schweiz „Plättli“ nennt. Auch Waschbecken und WC-Schüsseln bestehen aus gebranntem Ton, sind also keramisch. <eop>Schon Kinder können Dinge aus Ton herstellen, beispielsweise Kugeln für eine Halskette oder kleine Tierchen. Runde Gegenstände wie Teller, Becher oder Krüge drehte früher der Töpfer auf einer Töpferscheibe. Henkel musste er dann anschließend noch ansetzen. Nach dem Trocknen werden die Gegenstände in einem heißen Ofen gebrannt. Nach dem Abkühlen kann man sie brauchen oder mit einer Glasur bestreichen und nochmals brennen. Dann wird die Oberfläche wie Glas.<eop>Keramik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es gibt sie nicht nur im Haus, sondern auch in der Industrie. Die älteste solche Erfindung sind Isolatoren. Das sind weiße Keramikteile zwischen einer Leitung mit elektrischem Strom und beispielsweise einem Mast oder einer Hausmauer. Aber auch in vielen Maschinen werden mehr und mehr Teile aus Keramik anstelle von Teilen aus Metall verbaut.<eop>Archäologen schätzen es besonders, wenn sie bei einer Ausgrabung auf Keramik stoßen, auch wenn es nur einzelne Scherben sind. In jeder Kultur und in jeder Zeit stellten die Menschen nämlich ihre besondere Art von Geschirr her und verzierten es auf ihre eigene Weise. So können die Archäologen recht genau einordnen, wie alt eine Fundstätte ist.<eop>Welche Arten von Keramik gibt es? Meistens unterscheidet man die Keramik nach der Art des Tons, aus der sie hergestellt ist und anhand der Temperatur, bei der sie gebrannt wird: Steingut brennt man am wenigsten heiß. Die Gegenstände behalten deshalb Poren. Das sind winzig kleine Löcher, die etwas Wasser durchlassen, beispielsweise bei Blumentöpfen.<eop>Steinzeug wird heißer gebrannt, bei 1.200 bis 1.300 Grad Celsius. Der Ton wird dabei ganz dicht und lässt auch ohne Glasur kein Wasser mehr hindurch. Porzellan ist die edelste und teuerste Keramik. Man muss den Gegenstand mehrmals brennen, zuletzt bei fast 1.500 Grad. Porzellan wurde in China erfunden. <eop>Man unterscheidet auch zwischen glasierter und unglasierter Keramik. Aus ungebrannter Keramik sind meist nur Blumentöpfe. Mit einer Glasur überzogen sind unser Geschirr, die Fliesen, die Waschbecken und die WC-Schüsseln. <eop><eop>"}, {"title": "Keuchhusten", "id": 449, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Keuchhusten", "text": "Der Keuchhusten ist eine Krankheit mit starkem Husten, die durch Bakterien verursacht wird. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt etwa eine Woche, manchmal sogar einen Monat. Wer Keuchhusten hat, bekommt zuerst leichtes Fieber, Schnupfen und hat „trockenen“ Reizhusten, also ohne „Hustenschleim“. Nach ein bis zwei Wochen bekommt man Hustenanfälle mit herausgestreckter Zunge. Das passiert immer sehr plötzlich. Die Anfälle enden damit, dass man einatmet und dabei quietscht. Beim Husten kann glasiger Schleim kommen, aber auch Erbrechen. <eop>Nach zwei bis sechs Wochen hat man zwar weniger Hustenanfälle, dafür aber stärkere. Diese Zeit dauert ungefähr 3 bis 6 Wochen. Ohne Behandlung mit einem Medikament, das gegen die Bakterien wirkt, kann es sogar auch 6 bis 10 Wochen dauern. Manchmal verläuft die Krankheit aber auch anders.<eop> Was kann man gegen Keuchhusten machen? Da Keuchhusten von Bakterien verursacht wird, behandelt man ihn mit einem Antibiotikum. Das tötet Bakterien ab oder verhindert, dass sie sich vermehren. Dadurch heilt der Keuchhusten ab. <eop>Wenn man Keuchhusten hat, kann man sich ein Medikament in die Atemwege sprühen, also in den Mund und die Luftröhre. Die Atemwege, die in die Lunge führen, werden dann weiter. Der Kranke kann besser atmen und muss nicht mehr so stark husten.<eop> Wie kann man verhindern, dass man Keuchhusten bekommt? Gegen Keuchhusten gibt es eine Impfung, die vor der Krankheit schützt. Dazu spritzt der Arzt Bakterienstückchen und unschädlich gemachte Gifte von dem krankmachenden Bakterium. Der Körper bildet daraufhin Abwehrstoffe, ohne dass eine Krankheit auftritt.<eop>Wenn bei jemandem Anzeichen für einen Keuchhusten auftreten, sollte er zum Arzt gehen. Andere Menschen sollte er auf Abstand halten, um sie nicht anzustecken. Keuchhusten ist besonders für Babys gefährlich: Es könnte zum Atemstillstand kommen, so dass das Baby stirbt. Wer Keuchhusten hat, darf eine bestimmte Zeit lang nicht in öffentliche Gebäude gehen, auch nicht zur Schule oder in die Kita.<eop>"}, {"title": "Kiel", "id": 451, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kiel", "text": "Kiel ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein. Die Stadt liegt an der Kieler Förde, das ist ein Teil der Ostsee, der weit ins Land hineinreicht. In Kiel leben etwa 240.000 Menschen. Damit gehört Kiel zu den 30 größten Städten Deutschlands.<eop>Kiel wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Damals lag ein wenig nördlich von der Kieler Förde schon die Grenze zu Dänemark. Darum wurde die Stadt als nördlichste Hafenstadt im Heiligen Römischen Reich gegründet. Sie gehörte zum Fürstentum Holstein, dem südlichen Teil des heutigen Schleswig-Holstein. <eop>Kiel wurde bald Mitglied der Hanse, einem Handelsbund, der über die gesamte Ostsee reichte. Der Handel lief aber nicht so gut wie in nahe gelegenen Hansestädten wie Lübeck oder Hamburg. So schied Kiel im 16. Jahrhundert wieder aus der Hanse aus. In der Neuzeit gehörte Kiel dann auch einige Zeit zu Dänemark. Seit dem Jahr 1900 ist Kiel eine Großstadt mit über 100.000 Einwohnern.<eop>Heute ist Kiel die nördlichste Großstadt Deutschlands. Der Kieler Hafen ist ein wichtiger Stützpunkt der deutschen Marine. Das ist der Teil der Armee, der auf dem Meer für Sicherheit sorgt. Außerdem ist Kiel durch den Nord-Ostsee-Kanal, der hier in die Ostsee mündet, auch für Handelsschiffe wichtig.<eop>Kiel hat außerdem eine Universität und mehrere Hochschulen und einen erfolgreichen Handballverein. Einmal im Jahr findet hier die Kieler Woche statt: Dieser internationale Wettbewerb für Segler zieht auch viele Besucher an.<eop> "}, {"title": "Kind", "id": 452, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kind", "text": "Ein Kind ist ein junger Mensch. Gemeint sind Jungen und Mädchen von der Geburt bis zur Pubertät. Die Pubertät beginnt etwa mit 13 oder 14 Jahren, manchmal auch früher. Dann wird der Körper des Menschen erwachsen und man ist ein Jugendlicher.<eop>Nach deutschen und weltweiten Gesetzen stehen Kinder unter einem besonderen Schutz, weil sie noch so jung sind. Darin ist festgelegt, dass das Wohlergehen jedes Kindes gesichert sein soll. Außerdem haben sich viele Länder der Welt auf Kinderrechte geeinigt. Vieles dürfen Kinder trotzdem nicht selbst entscheiden. Wenn ein Kind zum Beispiel etwas einkauft, dann darf es das nur, weil die Eltern es erlauben. <eop>Mit ungefähr drei Jahren gehen Kinder in den Kindergarten. Danach besteht in Deutschland und anderen Ländern für sie Schulpflicht, sie müssen also zur Schule gehen. Etwa mit sechs Jahren beginnt die Grundschule. <eop>"}, {"title": "Kinderarzt", "id": 453, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kinderarzt", "text": "Ein Kinderarzt ist ein Arzt, der sich besonders gut mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auskennt. Er erkennt deren Krankheiten und kann diese behandeln. Korrekt heißt er Kinder- und Jugendarzt, weil er für alle Menschen vom frischgeborenem Säugling an bis zum Jugendlichen bis 18 Jahren zuständig ist. <eop>Die Fachleute sagen zu dieser besonderen Heilkunde auch Pädiatrie. Wer Kinderarzt werden will, muss zunächst Medizin an einer Universität studieren. Danach muss er mehrere Jahre eine besondere Ausbildung machen, in der er sich mit Kindern und Jugendlichen und deren Besonderheiten beschäftigt. Erst dann ist der Arzt ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin.<eop>Zu den Aufgaben des Kinderarztes gehört die Überprüfung, ob Kinder und Jugendliche gesund entwickelt sind oder nicht. Vor allem verändern sich Kinder viel stärker als Erwachsene: Der Körper entwickelt sich im Kindesalter noch sehr stark. <eop>Darum untersucht man den Körper in einem bestimmten zeitlichen Abstand. Der Arzt beurteilt zum Beispiel, wie gut die Kinder sprechen oder sich bewegen. Er misst die Größe und das Gewicht und kontrolliert die Organe. Ein Kinderarzt erkennt Krankheiten und behandelt die Kinder und Jugendlichen. Kinder bekommen nicht immer dieselben Krankheiten wie Erwachsene. Sie sollen frühzeitig gegen viele Kinderkrankheiten geimpft werden. <eop>Kinderärzte müssen auch gut mit den Eltern zusammenarbeiten. Von den Eltern bekommen sie Informationen zur Geburt, zur Entwicklung des Kindes oder was vor einer Krankheit passiert ist. Zu den Kindern müssen sie freundlich und ruhig sein, damit diese keine Angst vor der Behandlung haben.<eop>Wenn der Kinderarzt nicht mehr weiterweiß, kann er seine Patienten auch an einen anderen Facharzt weiterschicken, zum Beispiel zu einem Augenarzt, der sich dann ganz besonders gut mit den Augen auskennt. <eop>Wie bei anderen Ärzten gibt es Kinderärzte, die in Krankenhäusern arbeiten, und solche, die ihre Patienten alleine in einer Praxis behandeln. In einigen Städten gibt es auch Kinderkrankenhäuser, die nur Kinder als Patienten haben.<eop> "}, {"title": "Kindergarten", "id": 454, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kindergarten", "text": "Ein Kindergarten ist ein Ort, an dem kleine Kinder in Gruppen spielen und lernen. Erwachsene kümmern sich um sie und passen auf sie auf. Hauptsächlich lernen die Kinder das Zusammenleben mit anderen. Sie üben auch ihre Konzentration und Geschicklichkeit des ganzen Körpers, vor allem im Turnen. Besonders wichtig ist das Erlernen der feinen Bewegungen mit den Händen.<eop>Viele Eltern haben tagsüber wenig Zeit für ihre Kinder, zum Beispiel, weil sie arbeiten gehen müssen. Deshalb fängt der Tag im Kindergarten schon morgens an. Einige Kindergärten betreuen die Kinder dann bis zum Mittag, andere bis zum späten Nachmittag.<eop>Um im Kindergarten zu arbeiten braucht man eine besondere Ausbildung. Vor allem ausgebildete Erzieher arbeiten in einem Kindergarten. Es gibt dort aber auch Leute mit anderen pädagogischen Ausbildungen oder mit einem besonderem Studium.<eop>Woher kommt die Idee des Kindergartens? Kleine Kinder lebten früher den ganzen Tag bei der Mutter im Haus. Oft mussten sie früh im Haushalt mithelfen oder bei der Arbeit, die die Familie hatte. Wenn die Kinder schon etwas älter waren, mussten sie schon arbeiten wie Erwachsene. Reiche Leute aber bezahlten ein Kindermädchen, das sich um deren Kinder kümmerte.<eop>Vor allem in den Jahren nach 1800 wurden mehr und mehr Schulen gebaut. Doch für kleine Kinder gab es nur selten einen Ort, an dem sie tagsüber bleiben konnten, wenn die Eltern keine Zeit hatten. Oft ging es nur darum, dass jemand auf die Kinder aufpasste.<eop>Friedrich Fröbel in Thüringen war nicht der erste, der darüber nachdachte. Aber im Jahr 1840 dachte er sich das Wort Kindergarten aus. In seiner Einrichtung für kleine Kinder sollten die Kinder wie Pflanzen im Garten umsorgt werden. Dank Fröbels Ideen gab es in Deutschland und anderswo immer mehr „Kindergärten“.<eop>Wie sind die Kindergärten bei uns heute? Die Kindergärten haben nicht nur die Aufgabe, die Kinder zu beschäftigen, sondern sie sollen sie auch auf die Schule vorbereiten. Viele Eltern sind überzeugt, dass ihre Kinder mit dem Kindergarten einen besseren Start ins Schullleben erhalten und schicken sie deshalb hin. Manche sind aber auch darauf angewiesen, weil beide Elternteile arbeiten müssen.<eop>In manchen Ländern gibt es eine Vorschule, in anderen Ländern endet der Kindergarten, wenn man in die Schule kommt. Dann ist man meist sechs oder sieben Jahre alt.<eop>Das ist auch in Deutschland so: Kinder in Kindergärten sind meistens zwischen drei und sechs Jahren alt. Dann wechseln Kinder in die Schule. Inzwischen gibt es auch viele Einrichtungen, die Kinder betreuen, die noch keine drei Jahre alt sind. Diese Einrichtungen heißen Kinderkrippen. Heute nennt man Kinderkrippen und Kindergärten zusammen oft Kindertagesstätten. Die Abkürzung dafür ist „Kita“.<eop>In Deutschland ist in einem Gesetz geregelt, dass für alle Kinder ein Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter bereitgestellt wird, sobald die Kinder ein Jahr alt sind. Die Eltern können ihren Tag einfacher planen, wenn die Kinder in einer Kita sind. Allerdings müssen die Kinder nicht dorthin gehen. Die Eltern können auch entscheiden, die Kinder bis zum Schulanfang zu Hause zu behalten.<eop>In der Schweiz sind die Kantone für die Schule verantwortlich, deshalb sind auch die Kindergärten sehr verschieden. Meist besteht ein Angebot von zwei Jahren. Ein Jahr müssen die Kinder fast überall besuchen, das zweite ist oft freiwillig. Klar ist, dass sie dann alle sechs bis sieben Jahre alt sind, bis die Schule beginnt. In einigen Kantonen schmilzt der Kindergarten mit der ersten Klasse auch schon zur Grundstufe zusammen.<eop>In Österreich ist der Kindergarten für fünf- bis sechsjährige Kinder verpflichtend. Jedes Kind das fünf Jahre alt ist muss an mindestens vier Tagen in der Woche in den Kindergarten gehen. Jüngere Kinder haben kein Recht auf einen Kindergartenplatz.<eop><eop>"}, {"title": "Kinderkrankheit", "id": 455, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kinderkrankheit", "text": "Eine Kinderkrankheit ist eine Krankheit, die man meistens als Kind bekommt. Man kann sich sehr leicht damit anstecken. Wenn so eine Krankheit einmal aufgetaucht ist, bekommen sie viele Menschen gleichzeitig. <eop>Wer die Kinderkrankheit einmal hatte, kann sie in der Regel kein zweites Mal bekommen und ist immun dagegen. Deshalb sind Kinderkrankheiten bei Erwachsenen auch so selten. Eine Kinderkrankheit geht meistens ohne große Problem vorbei, manchmal aber ist sie sehr gefährlich.<eop>Manchmal spricht man bei neuen Maschinen oder Produkten auch von Kinderkrankheiten. Man meint damit vorübergehende Probleme, die am Anfang auftauchen. <eop> Welche Kinderkrankheiten gibt es? Nicht jede Krankheit, die bei Kindern auftritt, ist eine Kinderkrankheit. Typische Kinderkrankheiten sind Mumps, Masern, Windpocken, Röteln, Kinderlähmung und Drei-Tage-Fieber. Auch Scharlach und Keuchhusten gehören dazu. Sie werden meistens durch Viren oder Bakterien ausgelöst. <eop>Obwohl das Wort „Kinderkrankheit“ harmlos klingt, kann es sich dabei um eine schwere Infektion handeln. Das führt manchmal zu anderen, noch viel schlimmeren Krankheiten. Besonders für Erwachsene sind Kinderkrankheiten oft gefährlich.<eop> Was kann man gegen Kinderkrankheiten machen?  Wenn man sich bereits angesteckt hat, muss man ins Bett und von einem Arzt, in der Regel einem Kinderarzt, behandelt werden. Meistens bekommt man dann etwas gegen das Fieber, die Schmerzen oder den Durst. In schweren Fällen muss man ins Krankenhaus, besonders dann, wenn es durch die Kinderkrankheiten noch zu anderen Erkrankungen gekommen ist.<eop>Damit man sich erst gar nicht ansteckt, kann man sich beim Arzt gegen viele Kinderkrankheiten impfen lassen. Dann kann man sie nicht mehr bekommen, man ist „immun“. Bei manchen ist aber auch eine Wiederholung der Impfung nach 10 bis 15 Jahren notwendig. Weil heute fast alle Kinder schon frühzeitig geimpft werden, sind die Kinderkrankheiten bei uns ziemlich selten geworden. Allerdings gibt es sie noch häufig in ärmeren Ländern und dort, wo noch nicht geimpft wurde.<eop>"}, {"title": "Kinderrechte", "id": 457, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kinderrechte", "text": "Jedes Kind hat Rechte. Kinderrechte sind vor allem zum Schutz der Kinder. Sie sollen vor Gewalt geschützt werden. Außerdem sollen Kinder auf eine geeignete Weise mitbestimmen können. Der 20. November ist der Tag der Kinderrechte, oder auch Weltkindertag. In Deutschland gibt es auch den 1. Juni als Tag des Kindes und den 20. September als Kindertag. <eop>Seit 1989 gibt es eine Vereinbarung über Kinderrechte, die von den meisten Ländern angenommen wurde. Sie heißt Kinderrechtskonvention und kommt von den Vereinten Nationen. Dadurch sollen Kinder diese Rechte haben, bis sie 18 Jahre alt sind. In den Ländern sollen die Gesetze die Kinderrechte beachten. <eop>Alle Kinder haben die gleichen Rechte, egal wie alt sie sind, woher sie kommen oder ob sie Mädchen oder Junge sind. Jedes Kind hat das Recht, Hilfe zu holen. Das nennt man auch das Recht auf Schutz und Fürsorge. Schutz bedeutet, dass niemand über den Körper eines anderen Menschen bestimmen kann. So darf auch niemand ein Kind anfassen, wenn das Kind es nicht möchte. <eop>Kinder haben das Recht mitzureden, wenn es um eine Entscheidung geht, die sie betrifft. Jedes Kind hat das Recht, angehört zu werden und seine Meinung zu vertreten. Wenn zehn Kinder beisammen sind, kann es sein, dass es bei einer Entscheidung sechs gegen vier steht. Da gilt dann das Mehrheitsrecht. Es gibt zum Beispiel Kinderkrippen, wo die Kinder mitentscheiden können, ob ein neuer Betreuer eingestellt wird oder nicht.<eop>"}, {"title": "Kirche", "id": 458, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kirche", "text": "Eine Kirche ist ein Haus, in dem Christen sich treffen und Gottesdienst feiern. Kirchen haben meist einen Turm mit einem Kreuz auf der Spitze, manchmal auch einen Hahn. In dem Turm sind meist Glocken aufgehängt, die geläutet werden, um die Christen zum Gottesdienst zu rufen. <eop>Das griechische Wort Kirche bedeutet: Das gehört Gott. Man nennt Kirchen deshalb auch Gotteshäuser. Wenn man auch die Gotteshäuser aus anderen Religionen einschließen will, nennt man sie „Sakralbauten“. <eop>Als Kirche bezeichnet man aber auch die Gemeinschaft aller Christen. Die Christen denken unterschiedlich darüber, wie man als Christ leben soll. Daher gibt es nicht nur eine Kirche, sondern mehrere. Man nennt sie zum Beispiel katholische, evangelische oder orthodoxe Kirchen. Mit Kirche meint man auch die Organisation für die Christen, die dazu gehören.<eop> Warum gibt es Kirchen? Die ersten Christen haben in einfachen Häusern gebetet. So versammeln sich die Freikirchen heute noch: Bei jemandem zuhause, in einem gemieteten oder in einem eigenen Saal. Sie denken dabei an den Satz von Jesus: „Wenn einige sich versammeln und dabei an mich denken, dann bin ich bei ihnen.“<eop>Als das Christentum schon groß und stark war, also etwa 400 Jahre nach Christus, gab es auch große Tempel: Es waren große, lange Hallen, wie man sie zuerst für Könige gebaut hat. Das griechische Wort für König ist Basileos, und deshalb heißen einige wichtige Kirchen heute noch Basilika.<eop> Woran erkennt man Kirchen? Im Mittelalter gab es einige Baustile, die man auch an Kirchen erkennt: Romanik, Gotik und später die Renaissance. Das gilt zumindest für Pfeiler, Mauern, Dächer und andere feste Bauteile. In dieser Zeit kam es zu den Türmen, dank denen man Kirchen schon von weitem sieht. Oben im Turm hängen Glocken, so dass man sie gut hört. Allerdings war das wohl nicht der einzige Grund für den Aufwand, einen Turm zu bauen. Oft wollte eine Stadt den höheren Kirchturm haben als eine andere. Später im Mittelalter fing man an, große Uhren an den Türmen zu befestigen.<eop>Eine Kirche wird normalerweise so gebaut, dass sie nach Osten zeigt. Wenn die Menschen aus der Gemeinde morgens im Gottesdienst sitzen, schauen sie dorthin. Im Osten geht die Sonne auf, und das Licht scheint durch die Fenster hinein. Die Christen vergleichen Jesus Christus gern mit dem Licht.<eop>In fast allen Kirchen stehen ein Taufbecken. Einen Altar gibt es nur in den Katholischen und in den Orthodoxen Kirchen. Ein Altar ist ein Tisch, auf den der Pfarrer, oder Priester das Abendmahl feiert. Das hat seine Wurzeln in der Leidensgeschichte von Jesus. Auch gibt es Bilder mit Geschichten aus der Bibel. Oft sind diese auf teure Fenster gemalt. Dies war besonders wichtig zu der Zeit, als die meisten Menschen nicht lesen oder schreiben konnten. Die Bilder oder Statuen waren wie Comics und dienten dem Menschen zur Belehrung und zur Erinnerung. Auch ein Kreuz und ein Lesepult gehören dazu. Oft liegt dort eine aufgeschlagene Bibel. <eop>Manchmal hat eine Kirche auch eine Kanzel. Das ist ein erhöhter Ort, von dem aus der Pfarrer oder Pastor zu den Menschen spricht oder aus der Bibel vorliest. Alle weiteren rituellen Gegenstände wurden aus den Kirchen entfernt, welche sich an der Reformation beteiligt haben.<eop>In den katholischen und orthodoxen Kirchen sieht man oft Gemälde und Statuen von Heiligen, also Menschen, die besonders christlich gelebt haben. Es gibt auch noch weitere Einrichtungen wie das Ewige Licht, den Tabernakel, Beichtstühle und in den orthodoxen Kirchen eine Ikonenwand.<eop>Wie unterscheiden sich Kapellen, Dome, Münster, Kathedralen, eine Krypta und eine Basilika? Eine Kapelle ist eine sehr kleine Kirche. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „kleiner Mantel“. Manche Kapellen sind eher ein Unterstand mit einem Altartisch, die Leute stehen dann im Freien. Im Gegensatz dazu ist ein Dom sehr groß und künstlerisch besonders ausgestaltet. Das Wort Dom kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet Haus.<eop>Ein Münster ist eine Kirche, die ursprünglich zu einem Kloster gehörte. Der Name kommt vom griechischen Wort „Monasterium“, was „Kloster“ bedeutet. Zu vielen Münstern gehört heute kein Kloster mehr, trotzdem haben sie ihren Namen behalten. Beispiele sind das Grossmünster und das Fraumünster in Zürich. Von ihren Klöstern gibt es nur noch Überreste. Der Aachener Dom ist eigentlich auch ein Münster, trotzdem nennt man ihn „Dom“.<eop>Die Kathedrale ist ein Dom oder ein Münster mit einer besonderen Bedeutung: Sie ist der Sitz eines Bischofs. Das griechische Wort „Kathedra“ bedeutet nämlich „Sitz“ oder „Lehrstuhl“. Trotzdem nennt man nicht jeden Bischofssitz eine Kathedrale. Beispiele sind der Kölner Dom, der Mailänder Dom, das Freiburger Münster und das Straßburger Münster. Sie alle sind nämlich auch Kathedralen. Das Ulmer Münster hingegen ist keine Kathedrale.<eop>Eine Krypta ist eine unterirdische Kirche. Das griechische Wort „krüptoo“ bedeutet „verstecken“. Unter vielen alten Kirchen gibt es eine Krypta. Meist gibt es in der Kirche drin eine Treppe, auf der man in die Krypta hinuntersteigen kann.<eop>Basiliken baute man vor allem in der Zeit der Romanik, also etwa zwischen den Jahren 1000 und 1200 nach Christus. Eine Basilika ist eine langgezogene Kirche mit einem hohen Mittelschiff und zwei niedrigen Seitenschiffen. Im alten Rom war eine Basilika keine Kirche, sondern eine Halle für einen Markt oder ein Gericht.<eop> Was für Kirchen gibt es? Das Christentum hat sich nicht einheitlich entwickelt. Immer wieder gab es Veränderungen. Zweimal kam es auch zu einer Spaltung. Daraus entstanden die verschiedenen Kirchen, die es heute gibt.<eop>Die Kirche mit den meisten Gläubigen auf der Welt ist die katholische Kirche mit dem Papst in Rom an der Spitze. Katholiken glauben, dass Jesus Christus kurz vor seinem Tod seinen Freund Petrus zum Anführer der Christen gemacht hat und dass der Papst der Nachfolger von Petrus ist. Darum sagen die Katholiken auch, dass ihre Kirche die einzig richtige sei, so, wie Jesus sie gewollt hat. Sie haben auch eine eigene Ansicht über die Sakramente, besonders über das Abendmahl.<eop>In der evangelischen Kirche gibt es keinen Papst. Dort werden die Chefs gewählt. In Deutschland gibt es keine große Kirche für ganz Deutschland, sondern nur Landeskirchen für einzelne Gebiete. Die „Evangelische Kirche in Deutschland“ ist eigentlich ein Bund von Landeskirchen.<eop>Die Reformierten und auch manche evangelische Christen meinen: Kirche ist dort, wo die Gläubigen sind. Für sie ist die Kirche die Gemeinde an dem Ort, wo man lebt. Diese Gemeinden können sich aber zu einem Bund zusammenschließen. In diese Gruppe gehören auch die Freikirchen.<eop>Manche Kirchen haben Bischöfe. Solche Chefs sind für mehrere Gemeinden da. In der katholischen Kirche wird ein Bischof vom Papst ernannt. In den evangelischen Kirchen wird der Bischof normalerweise gewählt. Früher und noch in einigen Ländern wird der Bischof auch vom König ernannt. Manche evangelischen Kirchen haben auch gar keinen Bischof: Sie wählen lieber eine Gruppe, die die Kirche leitet. <eop> "}, {"title": "Kiwi", "id": 459, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kiwi", "text": "Der Ausdruck „Kiwi“ hat viele verschiedene Bedeutungen, die fast alle mit Neuseeland zu tun haben. Meist meint man die Kiwi-Frucht. Es gibt aber auch die Kiwi-Vögel, die auch den Namen „Schnepfenstrauße“ tragen. Er ist das Nationalsymbol Neuseelands.<eop>Die Neuseeländer sind so stolz auf ihren Nationalvogel, dass oft die Menschen selber als „Kiwis“ bezeichnet werden. Sogar die Währung, die eigentlich Neuseeland-Dollar heißt, nennt man oft „Kiwi“.<eop>Wie wachsen Kiwi-Früchte? Kiwis sind Schlingpflanzen. Sie ranken sich also einer anderen Pflanze entlang in die Höhe. In der Natur wachsen Kiwis bis zu 18 Meter hoch. In den Plantagen bekommen sie zum Klettern eine Hilfe aus Holzstäben oder Draht. Dort hält man sie jedoch niedriger, damit man sie besser pflücken kann. Das Fruchtfleisch aller Arten und Sorten ist essbar und süß, es enthält viel Vitamin C und gilt deshalb als sehr gesund.<eop>Die verschiedenen Arten und die gezüchteten Sorten unterscheiden sich zum Teil beträchtlich. Bei den großen Kiwis, die wir aus dem Supermarkt kennen, ist jede Pflanze entweder männlich oder weiblich. Es braucht also immer beide, damit es Früchte gibt. Sie werden auf der Nordhalbkugel spätestens im November geerntet. Dann müssen sie noch nachreifen, das heißt: Sie müssen so lange gelagert werden, bis sie weich genug sind, um genießbar zu sein.<eop>Bei anderen Züchtungen sind die Beeren kleiner, etwa zwei bis drei Zentimeter lang, so wie die Stachelbeeren. Diese Pflanzen tragen Blüten mit beiden Geschlechtern, sodass auch eine einzelne Pflanze Früchte gibt. Die kann man schon im Herbst ernten und gleich in den Mund stecken, weil sie eine glatte Schale haben. Sie eignen sich deshalb auch für einen größeren Topf auf dem Balkon. Meist nennt man sie „Mini-Kiwi“. <eop>Ursprünglich kamen die Kiwis aus China. Erst vor etwa hundert Jahren wurden sie nach Neuseeland gebracht. Die meisten Kiwis kommen heute aus China, dann folgen Italien, Neuseeland, der Iran und Chile.<eop>Es gibt mehrere verschiedene Arten von Kiwis. Am meisten verkauft wird die Art mit dem Namen „Chinesische Stachelbeere“. Alle Arten zusammen bilden die Gattung der Strahlengriffel, die zur Klasse der Bedecktsamer gehören, wie die meisten Früchte bei uns.<eop>Wie leben Kiwi-Vögel? Kiwi-Vögel können nicht fliegen. Man zählt sie deshalb zu den Laufvögeln. Sie leben ausschließlich in Neuseeland und auf einigen Inseln in der Nähe. Sie sind die kleinsten Laufvögel. Körper, Hals und Kopf messen etwa dreißig bis sechzig Zentimeter, ohne den Schnabel gerechnet. Einen Schwanz haben sie nicht. Die Flügel messen nur knapp fünf Zentimeter.<eop>Kiwi-Vögel leben im Wald. Ihren Unterschlupf verlassen sie erst nach dem Sonnenuntergang. Sie orientieren sich mit dem Geruch und dem Gehör. Das ist für Vögel äußerst selten. Sie leben im eigenen Revier, und ein Paar bleibt sich ein Leben lang treu. Gemeinsam bauen sie mehrere Höhlen zum Schlafen und für die Jungtiere.<eop>Kiwi-Vögel fressen fast alles, was sie finden. Am liebsten suchen sie in der Erde nach Regenwürmern, Tausendfüßern und Larven von Insekten. Dazu dient ihnen der lange Schnabel. Auch Früchte, die auf dem Boden liegen, verschmähen die Kiwi-Vögel nicht.<eop>Für die Fortpflanzung wählt das Männchen einen Bau aus, der beim Eingang schon zugewachsen ist, zur besseren Tarnung. Das Nest polstert es mit Moos und Gräsern aus. Ein Weibchen legt meist zwei Eier, die sind aber riesig: Sechs Eier wären so schwer wie ihre Mutter.<eop>Die Brutzeit dauert zwei bis drei Monate, das ist sehr lange. Je nach Art brütet nur das Männchen oder beide abwechselnd. Wenn die Jungtiere schlüpfen, sehen sie schon fast aus wie ihre Eltern. Sie verlassen das Nest auch schon nach einer Woche. Viele werden aber von Katzen, Hunden oder Wieseln gefressen. Diese Tiere haben die Menschen in Neuseeland eingeschleppt.<eop>Mit zwei Jahren können Kiwi-Vögel schon selber Junge haben. Wenn alles klappt, werden sie über zwanzig Jahre alt. <eop><eop>"}, {"title": "Klavier", "id": 460, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Klavier", "text": " Das Klavier ist ein Musikinstrument mit Saiten und Tasten. Es ist also ein Saiteninstrument und ein Tasteninstrument. Es wird auch Piano genannt und hat meistens 88 Tasten. Davon sind 52 weiß und 36 schwarz. Die weißen Tasten erzeugen die Tonleiter in C-Dur, das ist am einfachsten zu spielen. Die schwarzen Tasten erzeugen weitere Halbtonschritte. In anderen Tonarten als C-Dur braucht man mehr schwarze Tasten. Alle Tasten zusammen bilden die Klaviatur.<eop>Von der Bauform her unterscheidet man zwischen dem Klavier und dem Flügel. Das Klavier ist am ehesten mit einem niedrigen Schrank vergleichbar. Die Saiten stehen aufrecht oder leicht schräg. Der Flügel ist größer und klingt dadurch viel kräftiger. Die Saiten sind liegend angeordnet. Flügel braucht man eher für große Räume und für Konzerte.<eop>Heutzutage gibt es auch elektrische Klaviere. Diese werden Digitalpiano oder auch E-Piano genannt. Der Klang wird dann nicht mit Hämmerchen und Saiten erzeugt: Wenn man eine Taste drückt, errechnet ein Computer im E-Piano den Ton.<eop>Wie funktioniert ein Klavier?<eop>Im Innenraum des Instruments sind die schwarzen und weißen Tasten mit kleinen Hämmerchen verbunden. Hinter diesen Hämmerchen sind Saiten gespannt, so ähnlich wie man das von der Gitarre kennt. Wenn man die Tasten des Klaviers drückt, werden die kleinen Hämmerchen ruckartig gegen die Saiten geschlagen. Die Saiten beginnen dann zu schwingen und es entstehen Töne. Je nachdem wie stark man die Taste anschlägt, desto lauter erklingt der Ton und je länger man eine Taste gedrückt hält, desto länger klingt der Ton. <eop>Die meisten Hämmerchen schlagen mehrere Saiten gleichzeitig an. Das hängt mit der Bauart des Klaviers zusammen. Man kann so den volleren Ton erzeugen. Klaviere muss man regelmäßig von einem Klavierstimmer nachstimmen lassen. Wenn ein Ton gleichzeitig durch drei Saiten erzeugt wird, kann er nämlich schon klingen wie ein Katzengejammer, obwohl es nur ein einzelner Ton ist. Selbstverständlich müssen auch die Tonfolgen insgesamt richtig aufeinander abgestimmt werden.<eop>Auf der linken Seite der Klaviatur befinden sich die Tasten, die die dunklen und tiefen Töne erzeugen und je weiter man nach rechts spielt, desto heller und höher werden die Töne. Mithilfe der Pedale, die unten am Klavier sind, kann man die Töne insgesamt leiser machen, die Töne fortklingen lassen oder sie schneller abklingen lassen.<eop>Welche Instrumente sind ähnlich wie ein Klavier? Tasten wie das Klavier haben auch die Orgel, die man von den Kirchen her kennt. Dort gibt es aber keine Saiten sondern Pfeifen, die den Ton erzeugen. Das Keyboard oder die Elektronische Orgel erzeugen den Ton mit Elektrizität.<eop>Zwei Musikinstrumente sind aber noch näher beim Klavier: Das Cembalo, sprich: Tschembalo und das Spinett. In beiden sind Saiten gespannt wie beim Klavier. Nur werden sie nicht mit einem Hämmerchen angeschlagen, sondern mit einem Federkiel gezupft. Das ergibt einen anderen Klang und es tönt auch nicht so kräftig. Das Cembalo gleicht in der seiner Form und der Größe einem Flügel. Mit dem Cembalo kann man Konzerte spielen.<eop>Das Spinett benutzt dieselbe Technik. Es ist aber so klein, dass man es auf einen Tisch stellen kann. Es tönt nicht sehr laut und eignet sich deshalb nicht für Konzerte. Die Musiker brauchten es früher eher für sich zu Hause zum Üben.<eop>Wie wurde das Klavier erfunden? Klaviaturen gibt es schon mindestens seit dem 12. Jahrhundert. Nur spielte man damit nicht ein Klavier, sondern eine Orgel mit Pfeifen. Diese Klaviaturen waren anfänglich einfacher als die heutigen. Sie hatten beispielsweise bei den tiefsten Tönen keine schwarzen Tasten.<eop>Schon seit dem 15. Jahrhundert gibt es das Cembalo. Etwa gleich alt ist das Spinett, benannt nach dem italienischen Erfinder Giovanni Spinetti. <eop>Das Klavier, wie wir es heute kennen, hat der Italiener Bartolomeo Cristofori erfunden. Er lebte im 17. Jahrhundert am Hof in Florenz. Er erfand die Hammermechanik, deshalb nennen das die Fachleute auch Hammerklavier. Dadurch konnte man durch schwaches Anschlagen leise Töne spielen, durch starkes Anschlagen laute Töne. Da zudem viele Töne durch mehrere Saiten erzeugt werden, gibt es durch die Fußpedalen weitere Spielmöglichkeiten. <eop>Die Eigenschaften leise und laut nennt man in der Musikwelt auch „piano“ für leise und „forte“ für laut. Daher kommt auch die Bezeichnung Piano oder Pianoforte für das Klavier. Es kann ja leise oder laut spielen. <eop><eop>"}, {"title": "Klexikon", "id": 461, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Klexikon", "text": " Das Klexikon ist ein Kinderlexikon. Dieses Lexikon besteht seit dem Jahr 2014. Das Vorbild dafür war die Wikipedia: Man findet es kostenlos im Internet und kann etwas nachschlagen, also sich über Themen informieren. Auf jeder Seite befindet sich ein Artikel über ein Thema, zum Beispiel „Elefanten“, „Römisches Reich“ oder „Konrad Adenauer“.<eop>Die Bilder und Texte stammen von ehrenamtlichen Helfern. Die Mitmacher schreiben und bearbeiten sie also in ihrer Freizeit. Kinder machen nur ausnahmsweise mit, zum Beispiel in einer Schulklasse mit dem Lehrer oder der Lehrerin. <eop>Das Mitmachen ist gar nicht so einfach, da man sich an Regeln halten muss. Zum Beispiel sollen die Artikel nicht zu kurz und nicht zu lang sein. Die Texte müssen so geschrieben sein, dass Kinder sie gut verstehen können. Darum darf man keine zu schwierigen Wörter verwenden, und die Sätze sollen nicht zu lang sein.<eop>Dabei ist es erwünscht, dass die Mitmacher untereinander diskutieren, sich austauschen und sich Tipps und Ratschläge geben. Eine wichtige Regel ist, dass alle freundlich miteinander umgehen, damit jeder Mitmacher Freude an der Mitarbeit haben kann.<eop>Das Klexikon hat mehrere Preise gewonnen. Ein Beispiel ist der OER Award, ein Preis für etwas im Internet, das man in der Schule gebrauchen kann. Man findet das Klexikon auch über die großen Suchmaschinen für Kinder, wie die „Blinde Kuh“.<eop>"}, {"title": "Klima", "id": 462, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Klima", "text": "Wenn man vom Klima spricht, ist gemeint, dass es irgendwo normalerweise warm oder kalt ist, dass es trocken oder feucht ist. Das Klima einer Gegend ist so, wie man es über Jahre beobachtet hat. Man denkt also an einen langen Zeitraum. Das Wetter ist etwas Ähnliches, aber vom Wetter spricht man, wenn man an einen Tag oder wenige Wochen denkt. Es geht also beim Wetter um einen kurzen Zeitraum.<eop>Das Klima hängt stark von der Nähe zum Äquator ab. In seiner Nähe ist es heißer, gegen den Nordpol oder den Südpol hin wird es kälter. Europa liegt etwa in der Mitte. Deshalb haben hier die meisten Länder ein gemäßigtes Klima. Es wird also meistens nicht sehr kalt und nicht sehr warm, außer in vielen Gebieten südlich der Alpen. <eop>Heiß ist es hingegen in den Gegenden um den Äquator, zum Beispiel in Afrika und in Südamerika. Dieses Gebiet nennt man Tropen. Dort kann es feucht-heiß sein, dort findet man oft Regenwald. Ist es trocken-heiß, findet man Wüste. <eop>Das Klima kann sich ändern, das dauert aber normalerweise viele Jahre. Auch die Menschen tragen dazu bei, dass das Klima der Welt sich ändert. Dieser Klimawandel kommt dadurch, dass vor allem Fabriken, Autos, Flugzeuge, Heizungen und Vieh Gase ausstoßen, zum Beispiel Kohlenstoffdioxid. Solche Gase sorgen dafür, dass bestimmte Teile der Sonnenstrahlen die Erde stärker erwärmen.<eop>Welche Klimazonen gibt es? Die Klimazonen legen sich wie Streifen oder Gürtel um die Erde. Es beginnt beim Äquator. Dann legt sich ein Gürtel an den anderen. Die Gebiete um den Nord- und den Südpol sind keine Streifen, sondern Kreise.<eop>In den Tropen gibt es keine Jahreszeiten, weil die Sonne das ganze Jahr über am Mittag fast senkrecht über der Erde steht. Dadurch sind die Tage und Nächte immer gleich lang und ist es sehr heiß. In den meisten Gebieten fällt auch sehr viel Regen, deshalb entsteht Regenwald. <eop>In den Subtropen ist es im Sommer warm bis heiß und im Winter nicht sehr kalt, zumindest tagsüber. In vielen Gebieten gibt es Wüste. In Europa gehören Italien, Griechenland und Teile Spaniens zu den Subtropen.<eop>In den gemäßigten Zonen gibt es große Unterschiede zwischen den Jahreszeiten. Auch sind hier im Winter die Tage kürzer, weil die Sonne über der anderen Erdhalbkugel steht. Dafür sind sie im Sommer länger, weil die Sonne über der Nordhalbkugel steht. Im Süden wachsen eher Laubwälder, im Norden nur noch Nadelwälder. Man unterscheidet die südlicher gelegene warm-gemäßigte Zone von der nördlicher gelegenen kalt-gemäßigten Zone. <eop>Die Polargebiete sind Kältewüsten. Nur selten liegt hier die Temperatur knapp über null Grad Celsius. Es fällt wenig Schnee. Es gibt hier nur sehr gut angepasste Lebewesen.<eop>Was ist das Mittelmeerklima? Das Mittelmeerklima gehört zur warm-gemäßigten Klimazone. Es herrscht vor allem um das Mittelmeer, aber auch in einigen anderen kleinen Teilen der Welt. Es gibt jedes Jahr nur eine bestimmte Regenmenge, weniger als bei uns. Der Regen fällt vor allem im Winter.<eop>Mittelmeerklima bedeutet aber auch eine höhere Temperatur als bei uns. Es kann zwar tagsüber sehr heiß werden, meistens ist es aber noch erträglich, zumindest am Schatten. Wegen des Mittelmeerklimas eignet sich diese Zone sehr gut für den Badeurlaub.<eop><eop>"}, {"title": "Klimawandel", "id": 463, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Klimawandel", "text": "Klimawandel nennt man die gegenwärtige Änderung des Klimas. Im Gegensatz zum Wetter bedeutet Klima, wie warm oder kalt es an einem Ort über längere Zeit ist und welches Wetter dort normalerweise herrscht. Das Klima bleibt eigentlich über lange Zeit gleich, es ändert sich also nicht oder nur sehr langsam. <eop>Über lange Zeiträume gesehen hat sich das Klima auf der Erde schon mehrmals verändert. So gab es zum Beispiel in der Altsteinzeit eine Eiszeit. Damals war es wesentlich kälter als heute. Diese Klimawandel sind natürlich und haben verschiedene Ursachen. Normalerweise verändert sich das Klima sehr langsam, also über viele Jahrhunderte. Ein einzelner Mensch würde einen solchen Wandel innerhalb seines Lebens nicht bemerken, weil er zu langsam vorangeht. <eop>Zurzeit erleben wir aber einen Klimawandel, der wesentlich schneller vorangeht, so schnell, dass sich die Temperaturen sogar in der kurzen Zeit eines Menschenlebens verändern. Das Klima auf der ganzen Erde wird nämlich wärmer. Man spricht auch von Klimawechsel, Klimakatastrophe oder globaler Erwärmung. Die Ursache für diesen rasanten Klimawandel ist wahrscheinlich der Mensch. Wenn man heute den Begriff Klimawandel nennt, dann meint man damit meistens diese Katastrophe.<eop> Was ist der Treibhauseffekt? Der sogenannte Treibhauseffekt sorgt eigentlich dafür, dass es auf der Erde angenehm warm ist und nicht eiskalt ist wie im Weltall. Die Atmosphäre, also die Luft die unseren Planeten umgibt, besteht aus vielen verschiedenen Gasen. Einige davon sind sogenannte Treibhausgase. Das bekannteste davon ist Kohlendioxid, abgekürzt CO<sub>2</sub>, sprich: Ze-o-zwei.  Diese Gase erzeugen auf der Erde einen Effekt, den zum Beispiel Gärtner in ihren Treibhäusern oder Gewächshäusern nutzen. Diese „Häuser“ aus Glas lassen nämlich das ganze Sonnenlicht hinein, aber die Wärme nur zum Teil wieder hinaus. Das Glas sorgt dafür. Steht ein Auto längere Zeit in der Sonne, so kann man dasselbe beobachten: es wird unerträglich warm oder sogar heiß im Auto. <eop>In der Atmosphäre übernehmen die Treibhausgase die Rolle des Glases. Die meisten Sonnenstrahlen gelangen durch die Atmosphäre zum Erdboden. Dadurch erwärmen sie den Erdboden. Der Erdboden gibt diese Wärme allerdings auch wieder ab. Die Treibhausgase sorgen dafür, dass nicht die ganze Wärme zurück ins Weltall entweicht. Dadurch erwärmt sich die Erde. Dies ist der natürliche Treibhauseffekt. Er ist sehr wichtig, denn ohne ihn gäbe es kein so angenehmes Klima auf der Erde. <eop> Wieso wird es wärmer auf der Erde? Je mehr Treibhausgase es in der Atmosphäre gibt, umso mehr Wärmestrahlen werden daran gehindert die Erde zu verlassen. Dadurch erwärmt sich die Erde. Genau das passiert seit einiger Zeit.<eop>Seit mehr als hundert Jahren steigt die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre nämlich an. Vor allem gibt es immer mehr Kohlendioxid. Zu einem großen Teil kommt das viele Kohlendioxid davon, was Menschen machen. <eop>Im 19. Jahrhundert gab es die Industrielle Revolution. Seitdem verbrennen die Menschen viel Holz und Kohle. Kohle wird zum Beispiel sehr viel eingesetzt um elektrischen Strom herzustellen. Im letzten Jahrhundert kam noch die Verbrennung von Erdöl und Erdgas dazu. Vor allem Erdöl ist ein wichtiger Treibstoff für die meisten unserer modernen Fortbewegungsmittel: Autos, Busse, Schiffe, Flugzeuge und so weiter. Die meisten von ihnen verbrennen in ihren Motoren Treibstoffe, die aus Erdöl hergestellt werden so dass bei deren Verbrennung Kohlendioxid entsteht.<eop>Außerdem wurden sehr viele Wälder abgeholzt, vor allem Urwälder. Das ist besonders schädlich fürs Klima, da Bäume Kohlendioxid aus der Luft filtern und so eigentlich das Klima schützen. Werden sie aber abgeholzt und sogar verbrannt, gelangt dadurch zusätzliches CO<sub>2</sub> in die Atmosphäre. <eop>Ein Teil des Landes, das man so gewinnt, wird für die Landwirtschaft genutzt. Auch das viele Vieh, das der Mensch dort hält, schadet dem Klima. In den Mägen des Viehs entsteht nämlich ein noch viel schädlicheres Treibhausgas: Methan. Außer Methan verursachen Tiere und die Technik der Menschen noch weitere, weniger bekannte Gase. Die sind teilweise noch viel schädlicher für unser Klima.<eop>Durch die Erwärmung taut im Norden viel Permafrostboden auf. Dadurch lösen sich viele Gase aus dem Erdboden, die das Klima zusätzlich aufheizen. So entsteht ein Teufelskreis, und es wird immer schlimmer.<eop> Welche Folgen hat der Klimawandel? Zunächst einmal wird sich die Temperatur auf der Erde erhöhen. Um wie viel Grad sie steigen wird, das kann man heute nur schwer vorhersagen. Das hängt nämlich von vielen Sachen ab, vor allem aber davon, wie viel Treibhausgase wir Menschen in den kommenden Jahren noch in die Atmosphäre pusten. Wissenschaftler rechnen damit, dass die Erde sich im schlimmsten Fall bis zum Jahr 2100 um etwas mehr als 5 Grad erwärmen könnte. Bereits jetzt hat sie sich um etwa 1 Grad erwärmt im Vergleich zur Temperatur vor der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.<eop>Es wird aber nicht überall gleich viel wärmer werden, diese Zahlen sind nur ein Durchschnitt. Einige Regionen werden sich wesentlich stärker erwärmen als andere. Die Arktis und die Antarktis beispielsweise werden sich wahrscheinlich besonders stark erwärmen.<eop>Der Klimawandel hat aber überall auf unserem Planeten Folgen. Das Eis in der Arktis und Antarktis schmilzt, zumindest ein Teil davon. Genau gleich geht es den Gletschern in den Alpen und in den anderen Gebirgen der Welt. Durch das viele Schmelzwasser steigt der Meeresspiegel an. Land an der Küste wird dadurch überschwemmt. Ganze Inseln drohen unterzugehen, auch solche, die bewohnt sind wie beispielsweise die Malediven, Tuvalu oder Palau. <eop>Dadurch dass sich das Klima so schnell ändert, werden viele Pflanzen und Tiere sich nicht daran anpassen können. Einige davon werden ihren Lebensraum verlieren und möglicherweise aussterben. Auch Wüsten werden größer. Es kann häufiger zu extremem Wetter und zu Naturkatastrophen kommen: schwere Gewitter, starke Stürme, Überschwemmungen, Dürren und so weiter.  Die meisten Wissenschaftler mahnen dazu, die Erwärmung möglichst niedrig zu halten und schnell etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Sie denken, dass es irgendwann zu spät sein wird und das Klima dann völlig außer Kontrolle gerät. Dann könnten die Folgen katastrophal werden.<eop> Woher weiß man, dass es einen Klimawandel gibt? Schon seit es Thermometer gibt, messen Menschen die Temperatur in ihrer Umgebung und schreiben sie auf. Über eine gewisse Zeit stellt man fest, dass die Temperatur ständig steigt, und zwar immer schneller. So hat man auch herausgefunden, dass es heute schon um 1 Grad wärmer auf der Erde ist, als vor etwa 150 Jahren.<eop>Wissenschaftler haben erforscht, wie sich das Klima der Welt geändert hat. Dazu haben sie zum Beispiel das Eis in der Arktis und der Antarktis untersucht. An den tiefen Stellen im Eis kann man erkennen, wie das Klima vor langer Zeit war. Auch kann man erkennen, welche Gase in der Luft waren. Die Wissenschaftler haben so herausgefunden, dass es früher weniger Kohlendioxid in der Luft gab als heute. Daraus konnten sie die Temperatur errechnen, die zu einer Zeit herrschte. <eop>Fast alle Wissenschaftler sind auch der Meinung, dass wir heute schon längst die Folgen des Klimawandels spüren. So waren die Jahre 2015 bis 2018 weltweit die vier wärmsten Jahre seit man das Wetter beobachtet. Auch gab es in der Arktis in den letzten Jahren weniger Meereis als noch vor einigen Jahrzehnten. Im Sommer 2019 wurden bei uns neue Höchsttemperaturen gemessen. <eop>Zwar weiß niemand mit Sicherheit, ob solche extremen Wetterereignisse tatsächlich mit dem Klimawandel zu tun haben. Extremes Wetter gab es nämlich schon immer. Aber man geht davon aus, dass sie durch den Klimawandel häufiger und noch extremer auftreten. Fast alle Wissenschaftler sind also davon überzeugt, dass wir den Klimawandel bereits spüren, und dass er immer schneller vorangeht. Sie mahnen dazu, möglichst schnell zu handeln, um noch schlimmere Folgen zu verhindern. Dennoch gibt es immer noch Menschen, die meinen, dass es den Klimawandel nicht gibt.<eop> Kann man den Klimawandel stoppen? Nur wir Menschen können den Klimawandel aufhalten, denn wir verursachen ihn ja auch. Man spricht vom Klimaschutz. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, das Klima zu schützen.<eop>Am wichtigsten ist es weniger Treibhausgase in die Atmosphäre zu entlassen. Zunächst müssen wir versuchen möglichst viel Energie zu sparen. Die Energie, die wir noch brauchen, sollte vor allem erneuerbare Energie sein, bei deren Herstellung kein Kohlendioxid entsteht. Andererseits kann man auch dafür sorgen, dass es weniger Treibhausgase in der Natur gibt. Durchs Anpflanzen neuer Bäume oder anderer Pflanzen, sowie durch technische Mittel sollen Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernt werden.<eop>Im Jahr 2015 beschlossen die Länder der Welt die Erderwärmung auf höchstens 2 Grad zu beschränken. Sie beschlossen sogar alles zu versuchen, sie noch ein halbes Grad kleiner zu halten. Da aber bereits jetzt eine Erwärmung von etwa 1 Grad erreicht wurde, müssen die Menschen sehr schnell handeln, damit das Ziel erreicht werden kann. <eop>Eine Menge Menschen, vor allem junge Menschen, finden, dass die Politiker aber bislang viel zu wenig unternehmen um das Klima zu retten. Sie organisieren Demonstrationen und fordern damit mehr Klimaschutz. Diese Demonstrationen finden mittlerweile auf der ganzen Welt und meistens freitags statt. Sie nennen sich auf Englisch „Fridays for Future“. Das bedeutet auf Deutsch: „Freitags für die Zukunft.“ Die Demonstranten sind nämlich der Meinung, dass wir alle nur eine Zukunft haben, wenn wir das Klima schützen. Und um dieses Ziel zu erreichen, sollte sich jeder einzelne überlegen, was er für mehr Klimaschutz tun kann.<eop><eop>"}, {"title": "Kloster", "id": 464, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kloster", "text": "Ein Kloster ist ein Haus, in dem Mönche oder Nonnen leben. Das sind Männer oder Frauen, die ihr Leben einem Gott gewidmet haben. Darum leben sie nicht allein oder in einer Familie, sondern mit anderen Mönchen oder Nonnen zusammen. Die anderen Menschen im Kloster sind für sie die Familie, in der sie leben und auch alt werden. <eop>Klöster gibt es bei den Christen, aber auch in anderen Religionen. Das deutsche Wort kommt aus der lateinischen Sprache: „claustrum“ heißt so viel wie „verschlossen“. Das Kloster soll ein Ort sein, an dem die Mönche oder Nonnen nicht von anderen Menschen gestört werden. Den Kern des Klosters bildet die Kirche. Darum herum folgen die Schlafräume und Essräume der Nonnen und Mönche, dann die Arbeitsorte. Die meisten Klöster waren durch eine Mauer umschlossen. <eop>Eine Grundregel in den christlichen Klöstern heißt „ora et labora“, das heißt auf Deutsch „bete und arbeite“. Manche Klostergemeinschaften finden vor allem das Gebet wichtig. Man nennt sie kontemplative Orden. Die anderen wollen vor allem Gutes für die Menschen tun. Sie heißen karitative Orden. Sie betreiben beispielsweise ein Krankenhaus oder ein Kinderheim. <eop>Im Mittelalter gab es in Europa viele Klöster, darunter auch einige sehr große und mächtige. Manche haben weitere Klöster an anderen Orten gegründet, wo man nach denselben Regeln lebte. Etwa seit dem Jahr 1500 wurden die Klöster weniger, weil die Evangelischen und Reformierten wenig von Klöstern hielten. Wer beten oder im Namen Gottes seinen Mitmenschen helfen wollte, sollte das einfach so tun. Um 1800 wurden wieder viele Klöster aufgelöst, das lag damals an der Französischen Revolution. Trotzdem gibt es heute immer noch zahlreiche Klöster in Europa.<eop>Welche Gebäude gehören zu einem katholischen Kloster? Im Zentrum des Klosters stand die Kirche. Dort wurde gesungen und gebetet. Zu bestimmten Zeiten waren auch die Leute aus der Umgebung zum Gottesdienst eingeladen.<eop>Neben der Kirche befand sich der Kreuzgang. Das ist ein gedeckter Gang, der meistens ungefähr ein Quadrat bildet. In der Mitte befand sich oft ein Kräutergarten. Mitten durch den Garten führten zwei Wege, die ein Kreuz bildeten. Daher kam der Name. Im Kreuzgang gingen die Nonnen oder Mönche langsam rundherum, dabei beteten sie oder lasen Gebete aus einem Buch.<eop>Rund um den Kreuzgang waren die Schlaf- und Essräume samt Küche der Mönche und Nonnen angeordnet. Auch ihre Bibliothek, das Haus des Abtes oder der Äbtissin und so weiter befanden sich dort. Diese Räume waren für Besucher nicht zugänglich.<eop>Im Mittelalter befanden sich außerhalb dieses Teils die Lagerhäuser, Werkstätten, Ställe und vieles anderes mehr. Die meisten Klöster versuchten, für sich selbst zu sorgen. Sie hatten eine eigene Wirtschaft aufgebaut, mit Landwirtschaft und Handwerk. Viele Klöster wollten dadurch so leben können, dass sie keine Hilfe von außen brauchten. Nonnenklöster stellten für schwere Arbeiten oft Männer aus der Umgebung ein.<eop>Wie ist das Leben in einem katholischen Kloster? In jedem Kloster gibt es Regeln. Mehrere Klöster, die nach denselben Regeln leben, bilden zusammen eine Ordensgemeinschaft. So gibt es die Dominikanerinnen und Dominikaner, die Franziskanerinnen und Franziskaner, die Barmherzigen Schwestern, die Weißen Väter und viele andere mehr. Jede Ordensgemeinschaft trägt ihre eigenen Kleider.<eop>Zu jeder Ordensgemeinschaft gehören folgende Grundregeln: Die Mönche und Nonnen glauben an Gott und gehorchen ihrem Abt oder ihrer Äbtissin. Das ist der Chef oder die Chefin, welche die Brüder oder Schwestern selber gewählt haben. Sie leben in Armut. Das heißt, dass nichts ihnen selber gehört, alles gehört dem Kloster. Sie beten gemeinsam zu regelmäßigen Zeiten, oft auch nachts. Sie verzichten auf Sex, denn sie leben, wie wenn sie mit Gott verheiratet wären. In den meisten Klöstern spricht man nicht beim Essen, sondern hört einer Lesung aus der Bibel zu. Es können auch andere fromme Geschichten oder Gebete sein.<eop>Dazu gibt es sehr viele bestimmte Regeln, die je nach Orden verschieden sind. Die wichtigste Sammlung von Regeln heißt die Benediktinerregeln. Sie sind benannt nach dem Heiligen Benedikt. Andere Ordensgemeinschaften verwenden ähnliche Regeln. Es ist wie in den Familien. In den meisten läuft es ungefähr ähnlich, aber nirgends genau gleich.<eop>Was leisten die Mönche und Nonnen in einem katholischen Kloster? Das Wichtigste in allen Ordensgemeinschaften sind die Gebete und die Gesänge. Deshalb heißt es „Gottesdienst“, denn das soll Gott dienen. Die Klöster wollen damit aber auch den anderen Menschen einen Dienst erweisen, indem sie für alle beten.<eop>Im Mittelalter gehörten die Klöster zu den wenigen Orten, an denen manche Leute lesen und schreiben konnten. Sie schrieben wertvolle Bücher immer wieder von Hand ab. Dies taten vor allem die Mönche. Mönche und Nonnen betrieben auch Schulen. Es waren die einzigen Schulen, die es im Mittelalter gab. Das war zwar auch nicht kostenlos, aber immer noch weit billiger als ein Hauslehrer. Ärmere Leute konnten weder lesen noch schreiben.<eop>Im Mittelalter gab es in allen Klöstern heilkundige Nonnen oder Mönche. Der Kräutergarten befand sich meist im Kreuzgang gleich neben der Kirche. Mit Tees, Salben und anderen Medikamenten und Mitteln pflegten sie nicht nur ihre kranken Schwestern und Brüder, sondern auch Gäste. Einige Klöster betrieben richtige Spitäler. Sie pflegten die Kranken nicht nur, sondern schlossen sie auch in ihre Gebete mit ein. Sie glaubten, dass Heilung immer nur von Gott kommen könne. <eop>Eine gewisse Ausnahme bildeten die Bettelorden. Sie beteten und predigten, sie arbeiteten aber nicht. Stattdessen lebten sie äußerst bescheiden und bettelten sich alles zusammen, was sie zum Leben brauchten.<eop>Heute betreiben die Klöster am ehesten noch Schulen. Die Spitäler hat der Staat übernommen. Die meisten Klöster versorgen sich auch nicht mehr selber, sondern kaufen ihre Waren ein.<eop>Warum wurden Klöster im Mittelalter oft so reich? Manche Klöster waren im Mittelalter sehr reich. Ein wesentlicher Grund waren Schenkungen: Wenn reiche Eltern ihr Kind in ein Kloster schickten, mussten sie dem Kloster sehr viel dafür bezahlen. Ging ein Mensch als Erwachsener selber ins Kloster, musste er dort sein ganzes Vermögen abgeben.<eop>Die Klöster bekamen auch Schenkungen von reichen Menschen, die kein Kind ins Kloster schickten. Sie hatten sich versündigt und dachten, dass sie durch ein großzügiges Geschenk an ein Kloster direkter in den Himmel kommen würden und nicht so lange im Fegefeuer schmoren müssten. <eop>Manchmal verkauften die Klöster ihre Produkte. Einige davon waren sehr teuer. Für eine Bibel beispielsweise brauchte es die Häute von über 150 Schafen, um daraus das Pergament herzustellen. Pergament war das Schreibpapier des Mittelalters. Die Schreib-Arbeit dauerte sehr lange. Damit ließ sich gutes Geld verdienen.<eop>Die Klöster arbeiteten aber auch mit ihrem Reichtum. Sie verliehen ihr Geld an Fürsten und Könige. Dadurch gewannen sie Macht und Einfluss.<eop>Was für Klöster gibt es sonst noch? Es gibt sehr viele orthodoxe Klöster. Die orthodoxe Kirche ist in Osteuropa sehr verbreitet. Sie ist am ehesten mit der katholischen Kirche vergleichbar. Die Kirche und auch die Klöster sind bei den orthodoxen Gläubigen viel wichtiger als etwa in Deutschland oder in der Schweiz.<eop>Die Reformatoren hatten nicht viel übrig für das Klosterleben. In den evangelischen Kirchen gibt es noch einige Gemeinschaften, die einem Orden ähnlich sind. Am bekanntesten sind die Diakonissenhäuser. Das Wort Diakonin bedeutet eigentlich Dienerin. Diese Schwestern arbeiten meistens in der Kinderbetreuung, in der Altenbetreuung, der Krankenbetreuung und so weiter.<eop>Es gibt Ordensgemeinschaften, die sind katholisch und protestantisch zugleich. Man nennt sie ökumenisch. Die wichtigste dieser Gemeinschaften lebt in Frankreich, in der Ortschaft Taizé, sprich: Tä-see.<eop>Im Islam kennt man keine solchen Ordensgemeinschaften. Hingegen gibt es viele im Buddhismus und im Hinduismus. Buddhistische Mönche erkennt man an den orangen Kleidern. Man sieht sie von Zeit zu Zeit auch auf den Straßen in Europa. "}, {"title": "Knochen", "id": 465, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Knochen", "text": "Knochen sind harte Teile des Körpers, die ihn stützen. Sie bilden auch eine Schutzschicht: Der Schädel für das Gehirn, die Rippen für den Brustraum. Alle zusammen bilden das Skelett. <eop>Tiere und Menschen haben nicht immer die gleichen Arten von Knochen. Vögel zum Beispiel haben mit Luft gefüllte Röhrenknochen, damit sie leichter sind und gut fliegen können. Die Knochen der Fische nennt man Gräten.<eop>Aus welchen Teilen bestehen Knochen? Knochen bestehen vor allem aus Knochengewebe, dem Knochenmark und der Knochenhaut. Das Knochengewebe besteht einerseits aus harten Teilen, welche ihm die Stabilität geben. Das sind Mineralstoffe mit viel Kalk. Andererseits enthält der Knochen weiche Teile aus Eiweißstoffen, die geben ihm die Elastizität. Man nennt diese Teile auch Knochenleim. <eop>Knochen wachsen mit dem Körper mit, denn es sind lebende Organe. Sie verändern sich aber auch: Kinderknochen enthalten viel Knochenleim, deshalb sind sie so weich und elastisch. Knochen von älteren Menschen enthalten mehr Mineralstoffe. Sie brechen deshalb leichter. <eop>Jeder Knochen ist von einer dünnen Knochenhaut überzogen. Die Knochenhaut ist sehr empfindlich auf Schmerzen. Das merkt man, wenn man sich beispielsweise das Schienbein anschlägt.<eop>Im Inneren des Knochens befindet sich das Knochenmark. Im Knochenmark wird das Blut neu gebildet und laufend ersetzt. Deshalb befinden sich in den Knochen viele Adern.<eop><eop>"}, {"title": "Knorpel", "id": 466, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Knorpel", "text": "Knorpel haben die Menschen und viele Tiere in ihrem Körper. Am besten spüren wir einen Knorpel in der Ohrmuschel, denn dort ist er nur von der Haut überzogen. Knorpel ist weicher als Knochen, elastisch und zäh. Knorpel enthält Adern, aber eher wenige, damit das Blut hindurchfließen kann. Die Knorpel ergänzen das Skelett.<eop>Ein Knorpel bildet auch die Nasenspitze. Auch dort ist der Knorpel nur mit Haut überzogen. Dass die Nasenspitze ein Knorpel und kein Knochen ist, merkt man daran, dass man ihn leicht bewegen kann. Er sorgt dafür, dass die Nasengänge lang genug sind, damit unsere Organ zum riechen genügend Platz finden. Aber auch um die Atemluft zu filtern, zu befeuchten und anzuwärmen braucht es genügend Platz, den der Knorpel schafft.<eop>Am Brustkorb halten die Knorpel die Rippen zusammen und verbinden diese mit dem Brustbein. So bleibt der Brustkorb elastisch, damit er sich beim Atmen heben und senken kann. <eop>Zwischen den einzelnen Rückenwirbeln liegen die Bandscheiben, die sind ebenfalls aus Knorpel. Sie federn die Stöße ab, wenn wir etwa von hoch oben herunterspringen und hart landen. Diese Knorpel schützen das Hirn vor zu starken Erschütterungen und helfen mit, dass der Rücken beweglich ist.<eop>Ein besonderer Knorpel liegt im Knie, zwischen dem Ober- und dem Unterschenkelknochen: der Meniskus. Er hat die Form eines doppelten Rings, so wie eine liegende 8. Der Meniskus hilft den Bändern und Muskeln, das Knie in der richtigen Stellung zu halten. Oft verletzt man sich den Meniskus beim Sport oder durch eine unachtsame Drehung. Der Meniskus heilt schlecht, weil er wie jeder Knorpel wenig durchblutet ist. Manchmal muss ein Arzt ein Stück des Meniskus herausschneiden. Dann schmerzt das Knie kaum mehr. Manche Menschen sind dann aber auch sportlich nicht mehr so leistungsfähig.<eop>"}, {"title": "Knospe", "id": 467, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Knospe", "text": "Knospen sind eine Art Kapseln an einem Zweig oder Halm, aus denen im Folgejahr etwas Neues wächst. Dies kann ein Zweig, ein Blatt oder eine Blüte sein, also eine Blume. Knospen gibt es nur bei Pflanzen, die den Winter überdauern, also beispielsweise an Bäumen oder Büschen.<eop>Die Knospe ist mit der Schwangerschaft bei Tieren oder Menschen vergleichbar. Die Knospe ist so etwas wie ein Baby, das sich schon mal ein stückweit entwickelt, bevor es richtig losgeht.<eop>Die Pflanze legt ihre Knospe im Lauf des Sommers an. Im Winter ruht die Knospe und erträgt dabei Kälte und Schnee. Im Frühling geht die Entwicklung der Pflanze weiter, und zwar oft zuerst an den Knospen: Sie öffnen sich und machen ihren Inhalt sichtbar. Das ist wie bei einer Geburt.<eop>Blütenknospen öffnen sich meist als erste. Sie künden uns oft den Frühling an. Bei vielen Obstbäumen öffnen sich die Blüten, bevor die Blätter sprießen. Das ist nicht nur schön anzusehen. Es gibt den Früchten auch den notwendigen Vorsprung, um genug Zeit zum Reifen zu haben.<eop><eop>"}, {"title": "Koala", "id": 468, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Koala", "text": "Der Koala ist eine Säugetier-Art, das in Australien lebt. Er sieht aus wie ein kleiner Bär, in Wirklichkeit gehört er aber zu den Beuteltieren. Der Koala ist eng verwandt mit den Kängurus. Diese beiden Tiere sind die wichtigsten Symbole Australiens.<eop>Das Fell eines Koalas ist bräunlich-grau oder silbergrau. In der freien Natur werden sie etwa 20 Jahre alt. Koalas schlafen sehr lang: 16-20 Stunden täglich. Wach sind sie in der Nacht.<eop>Koalas können mit ihren scharfen Klauen gut klettern. Tatsächlich leben sie meistens auch auf Bäumen. Dort fressen sie Blätter und andere Teile von bestimmten Eukalyptus-Bäumen. Täglich nehmen sie etwa 200-400 Gramm davon zu sich. Koalas trinken fast nie etwas, weil die Blätter für sie genügend Wasser enthalten.<eop>Wie vermehren sich Koalas? Koalas sind mit 2-4 Jahren geschlechtsreif. Zur Zeit der Paarung hat die Mutter meist noch ein größeres Jungtier bei sich. Dieses lebt dann allerdings schon außerhalb seines Beutels.<eop>Die Schwangerschaft dauert nur fünf Wochen. Das Jungtier ist bei der Geburt nur etwa zwei Zentimeter lang und einige Gramm schwer. Trotzdem krabbelt es schon selber in seinen Beutel, den die Mutter am Bauch trägt. Dort drin findet es auch die Zitzen, aus denen es Milch trinken kann.<eop>Mit etwa fünf Monaten guckt es zum ersten Mal aus dem Beutel. Später kriecht es dort heraus und frisst die Blätter, die ihm die Mutter reicht. Es trinkt aber immer noch Milch, bis es etwa einjährig ist. Die Zitze der Mutter ragt dann aus dem Beutel heraus, und das Jungtier kriecht nicht mehr in den Beutel hinein. Die Mutter lässt es dann auch nicht mehr auf ihrem Rücken reiten.<eop>Wenn die Mutter wieder schwanger wird, kann das ältere Junge noch bei ihr bleiben. Mit etwa eineinhalb Jahren scheucht es die Mutter jedoch davon. Falls die Mutter nicht schwanger wird, bleibt ein Jungtier auch mal bis zu drei Jahre lang bei seiner Mutter.<eop>Sind Koalas gefährdet? Die Fressfeinde der Koalas sind Eulen, Adler und die Python-Schlange. Aber auch die Echsen-Art der Warane und eine bestimmte Art von Wölfen, die Dingos, fressen gerne Koalas.<eop>Am meisten gefährdet sind sie jedoch, weil der Mensch ihre Wälder abholzt. Dann müssen die Koalas fliehen und finden oft kein Gebiet mehr. Wenn die Wälder sogar abgebrannt werden, dann sterben viele Koalas auf einmal. Viele sterben auch an Krankheiten.<eop>Es gibt noch etwa 50.000 Koalas auf der Erde. Sie werden zwar weniger, trotzdem sind Koalas noch nicht vom Aussterben bedroht. Die Menschen in Australien mögen Koalas und sind dagegen, wenn sie getötet werden.<eop>"}, {"title": "Kohle", "id": 469, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kohle", "text": "Kohle ist ein schwarzbraunes, brennbares Gestein und ein wichtiger Rohstoff. Man braucht sie vor allem zum Heizen und um Strom zu erzeugen. Außerdem kann man aus Kohle viele andere Dinge herstellen, zum Beispiel Farben oder Kunststoffe. Früher hat man auch Maschinen oder Lokomotiven angetrieben, indem man Kohlen in ihnen verbrannt hat.<eop>Kohle entsteht, wenn Pflanzen absterben und dann im Moor versinken oder von Erde bedeckt werden. Auf diese Weise kann keine Luft mehr heran. Mit der Zeit kommen neue Schichten von Erde darüber. Sie sind sehr schwer und drücken auf die Pflanzenreste darunter. So entsteht erst Torf und später Kohle.<eop>Das alles dauert aber sehr lange. Braunkohle ist etwa 20 bis 60 Millionen Jahre alt und liegt oft nur wenige Meter unter der Erde. Sie wird deshalb meist im „Tagebau“, das heißt in einer offenen Grube, aus der Erde gegraben. Solche Tagebaue gibt es heute in Deutschland vor allem zwischen Köln und Aachen, aber auch in Sachsen und im Süden von Brandenburg. <eop>Wenn die Kohle noch länger im Boden liegt, etwa 250 bis 300 Millionen Jahre, ist sie noch weiter zusammengedrückt und deshalb auch härter und dunkler. Sie wird Steinkohle genannt und liegt meist mehrere hundert Meter tief im Boden. Um sie heraus zu holen, muss man tiefe Schächte in die Erde bohren und dann in unterirdischen Tunneln graben. Diese Art von Bergwerken gab es früher besonders im Ruhrgebiet oder auch im Saarland.<eop> Ist Holzkohle auch Kohle? Zum Grillen verwendet man meist Holzkohle. Die wird nicht aus der Erde geholt, sondern aus Holz hergestellt. Die Leute die das können, nennt man Köhler.<eop>Für Holzkohle stapelt man Holzstücke auf einen Haufen. Darüber kommt Erde. Dann zündet man den Haufen von unten her an. Die Erde führt dazu, dass nur wenig Luft an das Holz herankommt. Dadurch verbrennt das Holz nicht, sondern wird nur sehr stark getrocknet und „verkohlt“. Diese Art Kohle zu machen ist schon sehr alt. <eop>"}, {"title": "Köln", "id": 470, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Köln", "text": "Köln ist eine deutsche Stadt am Rhein. Sie liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen und hat etwa eine Million Einwohner. Damit ist sie die größte Stadt Nordrhein-Westfalens und die viertgrößte Stadt Deutschlands. Köln ist bekannt für seinen Karneval und sein Wahrzeichen, den Kölner Dom: Diese Kirche ist eine der größten in Europa. <eop>In Köln leben viele Menschen, die aus anderen Ländern hierher gezogen sind. Es gibt große Fabriken, in denen zum Beispiel Autos und Maschinen gebaut werden, aber auch mehrere Fernseh- und Radiosender, Filmstudios, Zeitungsverlage und eine Universität. Auf dem Rhein werden viele Waren transportiert, es gibt aber auch viele Schiffe mit Besuchern. Gelegentlich kommt es zu Hochwasser.<eop>Vieles aus Köln kennen die Menschen in ganz Nordrhein-Westfalen oder ganz Deutschland. Das liegt unter anderem am Westdeutschen Rundfunk und an RTL. Man weiß, dass der Dialekt Kölsch heißt. Und man kennt Figuren wie Tünnes und Schäl, das Hänneschen-Theater, die Musikgruppe Bläck Föss oder auch das Millowitsch-Theater. Der 1. FC Köln ist eine der bekanntesten Fußballvereine des Landes. <eop>Was passierte früher in Köln? Ursprünglich war Köln eine römische Siedlung. Rund um 50 vor Christus wurde sie von römischen Soldaten unter Führung des Feldherrn Marcus Vipsanius Agrippa und dem germanischen Volksstamm der Ubier unter dem Namen „Oppidum Ubiorum“ gegründet. Ab dem Jahr 50 nach Christus durfte die Siedlung sich Stadt nennen und bekam den Namen „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“. Ab dann war Köln auch die Hauptstadt der römischen Provinz Germanien.<eop>Im Lauf der Zeit wurde Köln immer größer, sodass die Stadtbefestigungen mehrmals erweitert werden mussten. Das kann man auch heute noch auf dem Stadtplan an dem ringförmigen Straßenmuster erkennen. Im Mittelalter wurde Köln von einem Erzbischof regiert, der nicht nur über andere Bischöfe bestimmen, sondern seit 1356 auch den deutschen König mitwählen durfte. Im 19. Jahrhunderts gehörte Köln eine Zeitlang zu Frankreich, wurde dann Teil des Königreichs Preußen und noch später dann Teil des Deutschen Kaiserreiches.<eop>Im Zweiten Weltkrieg wurde Köln durch die Alliierten stark zerstört. Nach dem Krieg haben die Alliierten aber geholfen, die Stadt wieder aufzubauen. Um das Jahr 1975 wurde Köln zur Millionenstadt. <eop> "}, {"title": "Kölner Dom", "id": 471, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kölner Dom", "text": "Der Kölner Dom ist eine Kirche in Köln, im Westen von Deutschland. Der Name Dom kommt vom lateinischen Wort für Haus und meint, dass es eine besonders große und wichtige Kirche ist. Es ist die Kirche des Erzbischofs von Köln, des Chefs für die katholischen Christen in einem großen Gebiet um Köln.<eop>Keine Kirche in Deutschland ist größer, auch wenn der Turm des Ulmer Münsters noch fünf Meter höher ist. Viele Urlauber besuchen den Dom, er ist eines der bekanntesten Gebäude in Deutschland. Die Bauart nennt man gotisch, solche Kirchen kennt man auch aus anderen Ländern im Westen und in der Mitte von Europa. Der Dom gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO.<eop> Wann hat man den Kölner Dom gebaut? An dieser Stelle standen früher schon andere heilige Gebäude. Seit 873 war hier ein großer Dom, der in den Jahren nach 1200 abgerissen wurde. Dadurch hatte man Platz für eine neue Kirche, die wir heute als Kölner Dom kennen. <eop>Allerdings ging am Ende des Mittelalters das Geld aus, um den Dom zu Ende zu bauen. Außerdem war die Art, so zu bauen, nicht mehr in Mode. Der Dom stammt nämlich aus der Zeit der Gotik. So nannte man später die Kunst von damals. <eop>Erst etwa 300 Jahre später, 1840, hat man weitergebaut. Damals war die Zeit der Romantik, als die gotische Kunst wieder beliebt war. Der König von Preußen war noch nicht so lange der Herrscher über Köln, und er wollte zeigen, dass er die Kölner und die Katholiken respektierte. Viele Menschen in Deutschland haben Geld gespendet, weil der Dom für sie ein Zeichen für die Einheit Deutschlands war. <eop>1880 war man fertig. Für ein paar Jahre war der Dom mit seinen Türmen das höchste Gebäude der Welt: 157 Meter. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom zerstört, nur noch die Mauern standen wie ein Gerippe. Er wurde wieder aufgebaut. Aber auch heute noch muss man am Dom weiterbauen, weil es immer etwas zu reparieren und auszubessern gibt. <eop> Wie sieht der Dom aus? Wie viele Kirchen schaut der Dom nach Osten. Dort geht nämlich die Sonne auf, deshalb befindet sich dort der Chor. Das ist das Ende des Mittelteils, wo der Gottesdienst gefeiert wird. Hier steht ein Kasten aus Gold: Die Knochen darin verehren die Gläubigen als Reliquien. Für diese Menschen stammen sie von den Heiligen Drei Königen. Der Mittelteil, das Hauptschiff, ist 144 Meter lang – nur wenige andere Kirchen haben ein längeres Hauptschiff.<eop>Die Decke im Dom ist über vierzig Meter hoch. Recht weit oben hängt seit 1998 eine Orgel, die zweite im Dom. Die Fenster des Doms sind hoch, wie das bei gotischen Kirchen üblich ist. Es soll viel Licht hineinkommen. Überall sieht man Bögen mit Spitzen. Ein Fenster ist besonders: Das Glas dort besteht aus vielen kleinen Vierecken in verschiedenen Farben. Das hat sich der Kölner Künster Gerhard Richter einfallen lassen.<eop>Die Türme des Doms stehen im Westen. Vor ihnen liegt die Domplatte, ein großer Platz mit einem Steinboden, wo sich viele Leute treffen. Auf einen der Türme kann man mit einer Treppe hochsteigen. Nach 291 Stufen kommen die Besucher zu dem Ort, wo die Glocken des Doms hängen. Weiter oben ist ein Gang um den Turm, von dem man über große Teile von Köln schauen kann. Dort ist man 100 Meter über dem Erdboden.<eop>"}, {"title": "Kolonie", "id": 472, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kolonie", "text": "Das Wort Kolonie kommt aus dem Lateinischen und hat eigentlich mit der Landwirtschaft zu tun. Gemeint war damit am Anfang, dass Einwohner aus einer Stadt oder einem Land sich woanders niedergelassen haben, weil es daheim nicht genug Nahrung für alle gab. So eine Neu-Siedlung nannte man Kolonie. Solche Kolonien gab es im Altertum bei Phöniziern und Griechen, aber auch noch im Mittelalter. <eop>Heute denkt man bei „Kolonie“ aber vor allem daran, dass ein Land ein fremdes Gebiet erobert, um seine Menschen und Rohstoffe auszubeuten. Viele Länder Europas hatten früher solche Kolonien vor allem in Asien, Afrika und Amerika. Wenn Länder so etwas machen, spricht man auch von Kolonialismus.<eop> Warum haben Menschen früher Kolonien gegründet? <eop>Im Altertum konnte man auf einem Acker viel weniger Getreide oder Gemüse anbauen als heute. Auch konnte man Nahrungsmittel noch nicht so gut aufbewahren und über weite Strecken transportieren. Deshalb konnte man in einem bestimmten Gebiet auch nur eine bestimmte Zahl von Menschen ernähren. Wenn in einer Stadt oder einem Land mehr Menschen wohnten, als man ernähren konnte, kam es zu Hungersnöten. <eop>Aus diesem Grund haben schon Phönizier und Griechen ihre Heimat verlassen und rund ums Mittelmeer neue Städte gegründet. Diese Städte nannte man Kolonien oder auch Tochterstädte. Die Einwohner der neuen Städte konnten zwar selbst über alles bestimmen. Aber sie sprachen dieselbe Sprache wie die Mutterstädte und tauschten mit ihnen Waren aus.<eop>Auch im Mittelalter gab es solche Kolonien, als zum Beispiel Niederländer und Deutsche nach Osten wanderten, um dort neue Dörfer und Städte zu gründen. Diese Entwicklung nannte man Ost-Kolonisation. Große Teile im Norden und Osten Deutschlands sind auf diese Weise besiedelt worden. <eop>In der Neuzeit, also seit ungefähr dem Jahr 1500, haben Länder aus Europa sich auf anderen Kontinenten neues Land gekauft oder es mit Gewalt erobert. So sind zum Beispiel Seefahrer aus Portugal mit Schiffen um Afrika gefahren. An einigen Orten haben sie eigene Städte und Festungen gegründet, damit ihre Schiffe dort sicher Halt machen konnten.<eop> Welche Länder hatten die meisten Kolonien? Bei den Kolonien der Neuzeit ging es oft nicht mehr darum, dort Menschen anzusiedeln. Stattdessen wollten die Europäer möglichst große Gebiete kontrollieren und dort wertvolle Rohstoffe gewinnen, die es in Europa nicht gab. Am Anfang ging es dabei vor allem um Gold, Silber und Edelsteine. Später kamen auch Baumwolle, Kaffee, Kakao, Tee oder Bananen und vieles andere aus den Kolonien nach Europa. Weil man dafür viele Arbeitskräfte brauchte, wurde damals auch viel mit Sklaven gehandelt. <eop>Die ersten, die ein großes Kolonialreich eroberten, waren Spanien und Portugal ab dem 16. Jahrhundert. Bald begannen auch England, Frankreich, die Niederlande oder Dänemark, fremde Gebiete für sich zu gewinnen. Deutschland kam erst im 19. Jahrhundert dazu, als der Großteil der Welt bereits aufgeteilt war. Auf einer Konferenz in Berlin beschlossen die Großmächte im Jahr 1878, Afrika unter sich aufzuteilen. Seitdem gab es auch einige deutsche Kolonien in Afrika. Die Einwohner der betroffenen Länder wurden dabei nicht gefragt. <eop>Das spanische Weltreich umfasste fast ganz Mittel- und Südamerika, wo auch heute noch überwiegend Spanisch gesprochen wird. Weil Spanisch mit Latein verwandt ist, nennt man diese Länder auch Lateinamerika. Nur Brasilien gehörte zu Portugal, ebenso Angola und Mosambik in Afrika sowie einige Städte und Inseln in Südostasien und Ozeanien.<eop>England eroberte zunächst einen Teil Nordamerikas, aus dem später die USA und Kanada wurden, dazu große Gebiete in Afrika, im Nahen Osten, Indien und Australien. Frankreich besaß einen Teil des heutigen Kanada, große Teile des nördlichen Afrika, dazu Gebiete in Südostasien sowie mehrere Inseln im Pazifischen Ozean. Niederländische Kolonien gab es etwa in der Karibik und im heutigen Indonesien. <eop>Um 1900 hatten fast alle europäischen Länder Kolonien. Auch andere Länder wie die USA oder Japan eroberten damals Gebiete außerhalb ihres eigenen Landes. Historiker sind sich aber nicht einig, ob man diese Gebiete als Kolonien bezeichnen kann. Oft spricht man hier auch von Imperialismus.<eop> Gibt es heute auch noch Kolonien?  Die ersten Kolonien, die von ihrem „Mutterland“ unabhängig wurden, waren die USA im Jahr 1789. Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Länder Lateinamerikas frei, seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch fast alle übrigen ehemaligen Kolonien. <eop>Allerdings sind viele dieser Länder oft arm geblieben und werden Entwicklungsländer oder Dritte Welt genannt. Auch wenn die Zeit des Kolonialismus vorbei ist: Die reichen Länder im Norden der Erde haben immer noch viel Macht und können beim Handel mit dem Süden vieles bestimmen.<eop>Manche Länder, die früher Kolonien waren, sind auch heute noch mit ihren ehemaligen Kolonialmächten verbunden. So ist die britische Königin Elisabeth die Zweite in vielen ehemaligen Kolonien noch das Staatsoberhaupt. Man nennt diese Länder auch das britische „Commonwealth“. Auch einige ehemals französische Kolonien gehören noch als „Überseegebiete“ zu Frankreich.<eop>Manchmal hört man das Wort „Kolonie“ auch in ganz anderen Zusammenhängen. Manche Kleingarten-Siedlungen werden zum Beispiel auch Kolonie genannt. Und auch bestimmte Vogelarten leben gerne nahe beisammen. Sie bauen ihre Nester gerne in der Nähe oder sogar aneinander. Solche Ansiedlungen von Vögeln nennt man ebenfalls Kolonien. <eop> "}, {"title": "Kolosseum", "id": 473, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kolosseum", "text": "Das Kolosseum ist ein Stadion in Rom. Es stammt aus dem Altertum und war das größte geschlossene Bauwerk des Römischen Reiches. Weil es so alt ist und auch nach heutigem Maß noch groß ist, gehört es zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rom. Seit 1980 gehört es zusammen mit anderen bekannten Bauwerken in Rom zum Weltkulturerbe der UNESCO.<eop>Der römische Kaiser Vespasian ließ das Kolosseum im ersten Jahrhundert nach Christus bauen. Im Jahr 80 nach Christus war es fertig, das erlebte der Kaiser aber nicht mehr. Das Kolosseum hat seinen Namen von einer Koloss-Statue, die davor gestanden haben soll. Ein Koloss ist ein großer Mann. Ursprünglich war es eine Statue von Kaiser Nero, der kurz zuvor herrschte. Später diente sie der Verehrung des Sonnengottes.<eop>Die Römer nannten das Kolosseum häufiger „Amphitheatrum Flavium“ oder „Amphitheatrum Novum“. Das heißt Flavius-Amphitheater oder Neues Amphitheater. Amphitheater war das Wort der Römer für runde Spielstätten, die wir heute Stadion nennen. <eop> Was ist im Kolosseum passiert? Im Altertum wurden dort vor allem Kämpfe ausgetragen, bei denen es um Leben und Tod ging. Zum Beispiel griffen Menschen mit Schwertern einander an. Wilde Tiere wie Löwen, Panther und Elefanten kämpften gegen andere wilde Tiere oder gegen Menschen. <eop>Die Spiele gingen oft viele Tage lang. Römische Kaiser richteten sie zu bestimmten Festen aus, um sich beim Volk beliebt zu machen. Im Kolosseum hatten bis zu 50.000 Menschen Platz. Die Zuschauer saßen auf einfachen Stufen und gelangten über 80 Eingänge in den Innenraum. Bei heißem Wetter sollen sogar große Segel aus Stoff aufgespannt worden sein, die die Zuschauer vor der Sonne schützten.<eop> "}, {"title": "Kommunismus", "id": 474, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kommunismus", "text": "Der Kommunismus ist eine Vorstellung davon, wie die Menschen in Zukunft leben werden. Kommunisten glauben, dass es gerechter wäre, wenn alle wichtigen Dinge, vor allem die Fabriken und Bodenschätze, allen gemeinsam gehören. Dann gäbe es keine Armen und keine Reichen mehr und keine Kriege. Niemand müsste mehr hungern oder auf der Straße schlafen, weil er sich die Miete für eine Wohnung nicht leisten kann. <eop>Es gab schon mehrere Versuche, den Kommunismus einzuführen, vor allem in der Sowjetunion und anderen Ländern Osteuropas oder auch in der Deutschen Demokratischen Republik. Es gab nur mehr eine Partei. Die Unternehmen gehörten dem Staat. Dabei wurde der Staat zu stark und unterdrückte seine Bürger, vor allem die, die dagegen waren. Das ist auch heute noch in den Ländern der Fall, die sich selbst „kommunistisch“ nennen, nämlich in China, Nordkorea, Vietnam, Laos und Kuba.<eop>Sozialismus ist ein ähnliches Wort wie Kommunismus. Auch hier geht es um etwas Gemeinsames. Für Kommunisten ist der Sozialismus eine Stufe vor dem Kommunismus. Kommunistische Länder nennen sich deshalb meist nur „sozialistisch“, Kommunismus sei noch etwas für die Zukunft. Es gibt aber auch Politiker, die sich als Sozialisten sehen und nichts vom Kommunismus halten. Sie sprechen auch vom demokratischen Sozialismus und betonen damit, dass sie nicht durch Gewalt, sondern durch Wahlen an die Regierung kommen wollen.<eop>Der Kommunismus ist also eine politische Idee, über die viel gestritten wird. Seine Gegner sagen, der Kommunismus ist nicht gut für den Menschen, weil sich jeder frei entfalten und durch Fleiß gut leben können soll. <eop>Aber auch die Anhänger des Kommunismus sind sich nicht einig, wie der richtige Kommunismus aussehen soll. Sie streiten vor allem auch darüber, auf welchem Weg man dahin kommt, und ob man die Menschen friedlich oder mit Gewalt zum Kommunismus bewegen soll. Viele, die den Kommunismus an sich gut finden, mögen diese Gewalt nicht. Sie mögen auch nicht, dass in Ländern, wo der Kommunismus ausgeübt wird, nur eine einzige Partei erlaubt ist, nämlich die kommunistische.<eop>"}, {"title": "Kompass", "id": 475, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kompass", "text": "Mit einen Kompass kann man sehen, wo welche Himmelsrichtung ist. Es gibt zwei Arten von Kompassen: Magnetkompass und Kreiselkompass. <eop>Ein Magnetkompass hat einen kleinen beweglichen Zeiger, den man Kompassnadel nennt. Diese Nadel ist magnetisch und zeigt immer ungefähr nach Norden. Das liegt daran, dass die Erde viel Eisen enthält und deshalb selbst wie ein riesiger Magnet wirkt. Wenn man den Kompass so dreht, dass das N auf dem Gehäuse mit der farbigen Nadelspitze übereinstimmt, kann man auch die anderen Himmelsrichtungen ablesen. <eop>Um Richtungen noch genauer bestimmen zu können, haben die meisten Kompasse einen Kranz mit Grad-Einteilung. Manche haben auch einen Spiegel oder andere Vorrichtungen, damit man noch besser „peilen“ kann. Damit ist gemeint, dass man zum Beispiel auf eine Turmspitze oder einen Berggipfel „zielt“, um feststellen zu können, in welcher Richtung vom Betrachter sie sich befinden. Mit Hilfe einer Landkarte kann man so feststellen, wo man sich selbst befindet und wohin man weiter gehen oder fahren muss. <eop>Magnetkompasse haben aber einen kleinen Nachteil: Der magnetische Pol der Erde weicht etwas vom geografischen Pol ab, und auch das Magnetfeld wirkt nicht überall gleich. Deshalb sind Magnetkompasse immer ein bisschen ungenau. Beim Wandern in der Natur sind sie zwar immer noch zuverlässiger als die meisten Navigationsgeräte. <eop> Wie kann ein Kreisel die Himmelsrichtung anzeigen? Auf Schiffen und in Flugzeugen braucht man aber viel genauere Kompasse. Deshalb benutzt man hier sogenannte Kreiselkompasse. Damit ein Kreisel eine Himmelsrichtung anzeigen kann, muss er auf eine ganz besondere Art eingebaut werden. Der Kreisel muss so aufgehängt sein, dass er sich völlig frei bewegen kann. Dies Aufhängung nennt man „kardanische Aufhängung“.<eop>Im Bild rechts kann man das sehen: Der grüne Ring alleine kann im roten Ring beliebig um seine Drehachse verdreht werden. Der rote Ring ist aber wieder drehbar im goldenen Ring aufgehängt. So kann man den grünen Ring mit dem roten zusammen noch zusätzlich um diese Achse verdrehen. Zuletzt kann man schließlich den grünen Ring, zusammen mit dem roten und dem goldenen, um die Achse des goldenen Ringes verdrehen. Durch diese komplizierte kardanische Aufhängung kann man den grünen Ring in jede denkbare Position verdrehen.<eop>Wenn man einen Kreisel kardanisch aufhängt und ihn in Drehung versetzt, dann behält die Drehachse des Kreisels immer dieselbe Richtung. Egal wie man die Aufhängung hin oder her bewegt, und egal, ob man sie in irgendeine Richtung dreht. Immer behält der Kreisel seine Drehachse bei. Dies ist eine besondere Eigenschaft des Kreisels. Wenn man also den Kreisel so kreiseln lässt, dass seine Achse dieselbe Richtung wie die Erdachse hat, dann ändert sich diese Richtung in der kardanischen Aufhängung auch nicht mehr. So kann man jederzeit an der Kreiselachse erkennen, wo Norden und wo Süden ist.<eop>Der Kreisel im Kreiselkompass wird aber nicht wie ein Spielzeugkreisel von Hand angedreht. Er wird zum Beispiel mit Elektromagneten angetrieben. So wird er auch nicht langsamer.<eop><eop><eop>"}, {"title": "Kontinent", "id": 476, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kontinent", "text": "Ein Kontinent oder Erdteil ist eine sehr große, zusammenhängende Landfläche. Nach der Größe geordnet sind es Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, die Antarktis, Europa und Australien zusammen mit Ozeanien, also sieben Kontinente.<eop>Die meisten Kontinente sind durch Ozeane klar voneinander getrennt. Eine Ausnahme bilden Europa und Asien, weil dazwischen kein Meer liegt. Zwischen Westen und Osten gilt das Gebirge des Ural als Grenze. Zwischen Norden und Süden, also zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer gibt es verschiedene mögliche Grenzen. Europa und Asien nennt man deshalb oft auch „Eurasien“. <eop>Asien, Europa und Afrika nennt man die „Alte Welt“, schon im Altertum reiste man zwischen Europa, Asien und Afrika hin und her. Die „Neue Welt“ entdeckten die Europäer erst zu Beginn der Neuzeit. Die Neue Welt bestand aus Nordamerika und Südamerika. Diese beiden kann man auch als einen großen Doppelkontinent sehen, also Amerika. Australien gehörte nicht zur Neuen Welt. Die Entdeckung Australiens folgte mindestens 100 Jahre später.<eop>Wenn man Europa und Asien als Eurasien und Amerika als einen Doppelkontinent ansieht, dann kommt man zusammen mit Afrika, der Antarktis und Australien nur auf fünf Kontinente. Ansonsten zählt man bis zu sieben Kontinente. Ozeanien ist kein richtiger Kontinent. Er wird aber manchmal auch gezählt, manchmal zu Australien gerechnet.<eop> Wie sind die Kontinente entstanden? Die Kontinente sahen früher nicht so aus wie heute. Vor vielen Millionen Jahren waren sie eine große Landmasse. Dieser Urkontinent hieß Pangäa. Danach haben sie sich wieder getrennt, sie sind „auseinandergedriftet“. <eop>Man kann heute anhand der Landkarte erkennen, dass Afrika und Südamerika früher einmal nebeneinander gelegen haben. Die Ostküste von Südamerika und die Westküste von Afrika passen nämlich zusammen. Das ist den Leuten schon früher aufgefallen. Dass die Kontinente sich bewegt haben, hat im Jahr 1915 der Forscher Alfred Wegener beschrieben.<eop> "}, {"title": "Kontrabass", "id": 477, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kontrabass", "text": "Der Kontrabass ist das größte aller Streichinstrumente. Man nennt das Instrument auch einfach Bass oder Bassgeige. Der Kontrabass ist höher als ein Mann im Stehen und wiegt etwa zehn Kilogramm. Für Kinder gibt es auch kleinere Instrumente. <eop>Der Kontrabass hat vier Saiten. Seine Töne klingen tiefer und dumpfer als beim Cello. Kontrabässe, die besonders für Orchester gebaut werden, haben manchmal auch fünf Saiten. So kann man noch tiefere Töne spielen. <eop>Den Kontrabass spielt man meist im Stehen. Wenn der Bassist sitzen will, braucht er dafür einen ziemlich hohen Stuhl. Der Kontrabass steht auf einem Stachel wie das Cello. Es ist sehr schwierig, den Kontrabass so am eigenen Körper anzulehnen, dass er sich nicht dreht. Wenn der Spieler das nicht sehr geschickt macht, verkrampft er sich dabei.<eop>In den klassischen Orchestern spielt man den Kontrabass mit einem Bogen wie die übrigen Streichinstrumente. Das Zupfen mit den Fingern ist vor allem beim Jazz gängig. Dort klopft man auch manchmal auf dem Kontrabass, um weitere Töne zu erzeugen. <eop><eop>"}, {"title": "Konzentrationslager", "id": 478, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Konzentrationslager", "text": "Ein Konzentrationslager ist ein Ort, an dem Menschen eingesperrt sind. Mit Konzentration ist gemeint: Menschen, die normalerweise irgendwo anders verstreut über das Land leben, werden zusammengebracht und gemeinsam bewacht. Ein Lager kann aus Zelten oder einfachen Hütten oder Häusern bestehen. Heute denkt man bei dem Wort vor allem an die deutschen Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg. Dort wurden Menschen absichtlich misshandelt oder gar getötet.<eop>Ursprünglich ging es um Lager, in denen man Kriegsgefangene anderer Länder eingesperrt hat. Diese Soldaten der anderen Länder sollten nicht weiterkämpfen können. Man sagt auch Internierungslager. Außerdem richteten Länder im Krieg Lager für Menschen ein, die gar keine Soldaten waren, darunter auch Frauen und Kinder. Sie sollten den Soldaten nicht helfen können.<eop>Solche Gefangenenlager gab es früher in vielen Ländern der Welt, normalerweise in Diktaturen. Dort bewachte und quälte der Staat Menschen, die seine Machthaber aus irgendeinem Grund nicht mochten. Sie hatten gegen die Diktatur protestiert oder gehörten einer bestimmte Religion an, welche die Machthaber nicht im Land haben wollten. In der Sowjetunion zum Beispiel gab es über das riesige Land verstreut sogenannte \"Gulags\". In den Gulags starben viele Menschen. Auch heute gibt es in einigen Ländern noch ähnliche Lager. Gerade in Deutschland scheut man sich oft, diese Lager ein Konzentrationslager zu nennen. Man will nicht die Konzentrationslager von früher verharmlosen. Andere finden: Auch in den heutigen Lagern geht es schlimm zu, und das muss man auch so benennen.<eop> Was waren Konzentrationslager im Nationalsozialismus? Im Jahr 1933 rissen die Nationalsozialisten und ihre Helfer die Macht in Deutschland an sich. Sie gründeten Konzentrationslager zunächst vor allem für Menschen, die gegen die Politik der Nationalsozialisten waren. Außerdem sperrten sie dort auch ehemalige Verbrecher ein: Ein Verbrecher musste erst im Gefängnis seine Strafe absitzen, und danach kam er ins KZ. Das ist die Abkürzung, die man heute für Konzentrationslager verwendet. <eop>Das KZ war angeblich dazu da, die Gefangenen zu erziehen und zu guten Menschen zu machen. Tatsächlich ging es nur darum, sie zu quälen. Sie mussten nicht nur schwere Arbeit verrichten und erhielten schlechtes Essen: Sie wurden außerdem geschlagen und manchmal gefoltert oder ermordet. Wenn dann jemand aus dem KZ entlassen wurde, sahen alle seine Freunde: Leg dich nicht mit den Nationalsozialisten an, sonst ergeht es dir auch so.<eop>In die KZs kamen außerdem Juden und Roma, aber auch zum Beispiel Homosexuelle oder Zeugen Jehovas. Nach dem Zweiten Weltkrieg trauten sich immer noch viele Leute nicht zu sagen, dass sie im KZ gesessen hatten. Denn noch immer gab es Hass zum Beispiel gegen Roma und Homosexuelle. Es dauerte meist lange, bis der deutsche Staat die Opfer mit Geld entschädigt hat.<eop> An was für Konzentrationslager denkt man heute zumeist? Die nationalsozialistische Regierung von Adolf Hitler wollte zunächst, dass alle Juden aus Deutschland verschwinden. Dann, im Zweiten Weltkrieg, eroberte die deutsche Armee viele Länder in Europa. Plötzlich lebten viel mehr Juden unter deutscher Herrschaft. <eop>Die Nationalsozialisten glaubten, dass Juden gefährlich seien. So ließen sie die Juden ausplündern und in bestimmte Wohnviertel einsperren, die Ghettos. Schließlich haben deutsche Soldaten und ihre Helfer Juden in Konzentrationslager verschleppt. Für die Juden war das allein schon gefährlich, weil so ein Lager schlecht geheizt war oder in Sumpfgebieten lag, wo man sich leicht mit Krankheiten ansteckte. Sie bekamen auch wenig und schlechtes Essen. Allein dadurch sind bereits viele gestorben, auch durch die strenge Zwangsarbeit. Das war kein Versehen der Wächter. Sie wollten, dass es so kommt. <eop>Den Nationalsozialisten ging das jedoch nicht schnell genug. So befahlen sie schließlich, Juden zu erschießen oder auf andere Weise zu ermorden. Viele wurden dann durch Gas getötet. Die verfolgten Menschen wurden aus anderen Lagern in engen Eisenbahnwagen in einige große KZ transportiert. Man nennt solche Lager auch Vernichtungslager. Der Mord an den europäischen Juden heißt Holocaust oder Shoah.<eop> Was sieht man von den Konzentrationslagern heute? Im Zweiten Weltkrieg soll es über 40.000 Lager gegeben haben. Ganz Deutschland und die besetzten Gebiete waren also davon übersät. Viele Lager waren klein und dienten als Außenlager für größere KZs. Bekannte große Lager in Deutschland sind Buchenwald bei Weimar im heutigen Thüringen, Dachau bei München und Bergen-Belsen in Niedersachsen. Sie und andere KZs waren schon damals berüchtigt.<eop>Das wohl bekannteste deutsche Lager ist heute das Vernichtungslager Auschwitz in der Nähe von Krakau, was heute in Polen liegt. Es bestand eigentlich aus mehreren Lagern. Dort wurden von 1941 bis 1945 über eine Million Menschen ermordet. Man sagt oft Auschwitz und meint damit den gesamten Holocaust.<eop>Viele Lager wurden abgebaut oder anders genutzt, vor allem die kleineren. Oft haben die Nationalsozialisten absichtlich Lager zerstören lassen, damit man keine Beweise für ihre Verbrechen finden würde. Doch sehr viele Lager sind heute Museen oder Gedenkstätten. Dort werden Besucher empfangen und ihnen wird erklärt, was dort früher passiert ist. Viele KZ-Einrichtungen sind noch vorhanden. Zusätzlich gibt es Fotos und Hörstationen. Dort kann man etwa Erzählungen von überlebenden Opfern hören. Damit soll verhindert werden, dass ihre Erlebnisse vergessen werden.<eop>"}, {"title": "Kopenhagen", "id": 479, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kopenhagen", "text": "Kopenhagen ist die Hauptstadt von Dänemark. Dort wohnen etwa 630.000 Menschen. Mehr als zweimal so viele, ungefähr ein Drittel aller Dänen, leben im Gebiet rund um die Hauptstadt. Übersetzt ins Deutsche heißt der Name der Stadt so viel wie „Kaufmannshafen“. Früher war Kopenhagen nämlich eine wichtige Handelsstadt, in der viele Kaufleute lebten. <eop>Der größte Teil der Stadt liegt auf der Insel Seeland in der Ostsee, dazu kommen noch einige weitere kleine Inseln. Fährt man ein wenig mit dem Schiff nach Osten, erreicht man bald die Stadt Malmö in Schweden. Mittlerweile gibt es auch eine Brücke dorthin, die Öresundbrücke. Wer sie benutzen will, muss Geld zahlen. <eop>Im Mittelalter wurde im heutigen Kopenhagen eine Burg errichtet, um Handelsschiffe vor Feinden zu beschützen. Später entstand dort eine Siedlung, die sich seit dem Jahr 1254 Stadt nennen darf. Seit dem Jahr 1443 ist Kopenhagen die Hauptstadt von Dänemark. <eop> Was gibt es in Kopenhagen zu sehen? Die bekannteste Statue in Kopenhagen ist die „kleine Meerjungfrau“. Sie ist nur einen und ein Viertel Meter hoch und damit das kleinste Wahrzeichen der Welt. Vorbild war die Figur aus dem Märchen von Hans Christian Andersen, der in Kopenhagen gelebt hat. Sie hat das Gesicht einer berühmten Tänzerin und den Körper der Frau des Bildhauers. Die Statue zieht viele Touristen an.<eop>Urlauber besuchen auch gern den Freizeitpark Tivoli. Er ist einer der ältesten Freizeitparks der Welt. Das 80 Meter hohe Kettenkarussell war bis zum Jahr 2010 das höchste Kettenkarussell der Erde. Am Tivoli-See steht eine chinesische Pagode. <eop>Sehenswert ist auch Schloss Amalienborg. Das ist der Wohnsitz der Königin. Ist die Königsfamilie anwesend, kann man jeden Tag um 12 Uhr die Wachablösung der Palastwachen sehen. Mitten in Kopenhagen befindet sich die „Freistadt Christiania“. Früher waren dort Kasernen der dänischen Armee. Im Jahr 1971 wurde das Gebiet von Hippies und anderen alternativ Denkenden besetzt. Sie machen ihre eigenen Regeln. Der dänische Staat duldet das meistens.<eop><eop>"}, {"title": "Kopf", "id": 480, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kopf", "text": "Der Kopf ist ein Teil des Körpers, ob vom Menschen oder bei Tieren. Dieser Teil liegt meistens ganz oben oder ganz vorn am Körper. Einige ganz einfache Tiere haben allerdings keinen Kopf. Auch Nägel haben einen Kopf, das ist die Stelle, auf die man mit dem Hammer schlägt.<eop>Im Kopf des Menschen und vieler Tiere liegt das Gehirn, mit dem man denkt. Damit das Gehirn gut geschützt ist, wird es von einem großen Knochen umhüllt, dem Schädel. Der zweite Knochen des Kopfes ist der Unterkiefer. Er ist durch ein Gelenk mit dem Oberkiefer verbunden.<eop>Außerdem ist am Kopf der Mund, mit dem man isst, trinkt und atmet. Zusammen mit den Augen und der Nase nennt man diesen Teil des Kopfes das Gesicht. Am Kopf befinden sich also Organe und Körperteile, mit denen man Nahrung aufnimmt. Hinzu kommen Organe, mit denen man weiß, wo man sich befindet: die Augen und die Ohren. Der Kopf ist über den Hals mit dem Körper verbunden.<eop>"}, {"title": "Kopfläuse", "id": 481, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kopfläuse", "text": "Kopfläuse sind kleine Lebewesen, die zu den Insekten gehören. Sie gehören zu den Menschenläusen und somit auch zu den Tierläusen. Kopfläuse gibt es auf der ganzen Welt. Sie mögen es gerne warm und leben nirgendwo außer auf den Kopfhaaren von Menschen. Oft findet man die Läuse in den Kopfhaaren von Kindern, da diese oft sehr eng zusammenrücken, beispielsweise beim Spielen. <eop>Kopfläuse haben an ihrem eigenen Kopf Werkzeuge scharf wie Messer. Damit ritzen sie die Kopfhaut des Menschen ein und saugen Blut. Das müssen sie alle zwei bis vier Stunden tun, sonst sterben sie nach spätestens einem Tag. Der Mensch merkt dann, dass die Kopfhaut stark juckt. Wenn die Kopflaus die Kopfhaut aufkratzt um Blut zu saugen, entstehen Schwellungen auf der Haut. Auch diese jucken stark. Wenn man sich dann die Haut aufkratzt, können daraus Geschwüre und Entzündungen entstehen.<eop>Eine Kopflaus lebt etwa einen Monat lang. Ein Weibchen legt in dieser Zeit etwa 150 bis 300 Eier. Diese klebt sie mit einer Art Spucke an die Haare, genau dort, wo sie aus der Haut wachsen, und am liebsten an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken. Diese Spucke wird dann steinhart. Die Eihülle nennt man Nisse. Aus der Nisse schlüpft nach etwa einer Woche eine Nymphe. Daraus wird dann eine erwachsene Kopflaus. <eop>Ein Mensch kann seine Kopfläuse an andere Menschen weitergeben, bevor er selber merkt, dass er welche hat. Kopfläuse können nicht fliegen oder springen. Sie können aber sehr schnell und geschickt krabbeln und gelangen so von Kopf zu Kopf. Sie können auch auf Kleidungsstücke wandern und von dort in die Haare eines anderen Menschen krabbeln. <eop>Die Nissen sind sehr klein, weißlich und deswegen schlecht erkennbar, vor allem in hellen Haaren. Man kann seine Haare mit einem speziellen Kamm kämmen, der sehr enge Zinken hat oder man kann die Nissen mit einer Lupe suchen und dann vom Haar ziehen. <eop>Bei einem Befall mit Kopfläusen hilft aber eigentlich nur verschiedene Mittel aus der Apotheke. Dieses muss genau nach Vorschrift angewendet werden. Es gibt Mittel, die die Läuse und Eier vergiften und Mittel, die die Atemorgane der Läuse verkleben, so dass sie keine Luft mehr bekommen und ersticken. Kleider, Mützen, Schals, aber auch Schlafanzüge und Bettzeug sollten heiß gewaschen werden. Bürsten und Kämme müssen sehr gut gereinigt werden. Hingegen muss man keine Polstermöbel, Gardinen, Teppiche oder Matratzen reinigen. Dort hinein verkriechen sich Kopfläuse nämlich nicht.<eop>"}, {"title": "Kopftuch", "id": 482, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kopftuch", "text": "Ein Kopftuch ist ein Kleidungsstück, das man auf dem Kopf trägt. Es besteht aus einem Stück Stoff. Das ist meist viereckig und wird gefaltet. Am Hinterkopf oder unter dem Kinn bindet man es zusammen. Manchmal wird es auch mit Nadeln zusammengehalten. Kopftücher tragen eher Frauen. Es gibt aber auch solche für Männer.<eop>Es gibt viele Gründe, warum Menschen ein Kopftuch tragen. Manche wollen damit ihre Haare vor Schmutz und Staub schützen. Andere wollen sich vor der Sonne oder vor der Kälte schützen. Wieder andere finden es einfach schick, ein Kopftuch zu tragen. In vielen Religionen und Kulturen, ist es üblich ein Kopftuch zu tragen. Die Nonnen im Kloster tragen beispielsweise ein Kopftuch. Man nennt es hier aber eher Schleier. Im Islam ist das Tragen eines Kopftuches unter Frauen weit verbreitet. Dort nennt man ein Kopftuch Hidschab. <eop><eop>"}, {"title": "Korallen", "id": 483, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Korallen", "text": "Korallen sind Tiere. Sie sitzen in Gruppen an einem festen Ort im Wasser, das nennt man „Kolonien“. Die meisten Korallen leben im Meer. Alle Korallen gehören zum Stamm der Nesseltiere wie auch die Quallen und viele andere Tiere. Die verschiedenen Korallen sind teils nicht besonders nah miteinander verwandt. Am bekanntesten sind die Steinkorallen, die Korallenriffe bilden können.<eop>Korallen sind schön anzusehen. Viele von ihnen sind sehr farbig und deshalb bei Tauchern beliebt. Einige von ihnen nimmt man gerne als Schmuckstücke. Wichtiger sind die Korallen jedoch für die Natur: Etwa ein Viertel aller Meeresfische lebt zwischen Korallen. Sie finden dort Schutz und lassen ihre Eier und Jungtiere dort aufwachsen.<eop>Korallen mögen nur eine ganz bestimmte Temperatur. Sobald es zu warm wird, sterben sie. Sie verlieren dann ihre Farbe und zurück bleibt nur das weiße Skelett aus Kalk. Dies geschieht in letzter Zeit immer öfter an verschiedenen Stellen. <eop>Eine wahrscheinliche Ursache ist der Klimawandel, den der Mensch verursacht hat. Dadurch steigt nämlich die Temperatur in den Meeren. Das viele Kohlendioxid, welches die Menschen in die Atmosphäre entlassen, macht die Meere immer saurer. Dadurch können die Korallen ihr Skelett schlechter aufbauen. Im bekannten Great Barrier Reef vor Australien ist schon über die Hälfte der Korallen schwer beschädigt. Ein Teil ist bereits abgestorben. <eop>Ein weiterer Feind der Korallen sind Schleppnetze von großen Fischerbooten, die über den Meeresboden geschleppt werden. Sie brechen die Korallen einfach ab. Auch durch die Förderung von Erdöl und Erdgas werden viele Korallen zerstört. Dasselbe geschieht, wenn elektrische Leitungen auf dem Meerboden verlegt werden.<eop>Korallen haben außer den Menschen auch noch andere Feinde: Verschiedene Fische, Seesterne und Schnecken fressen gerne die Polypen der Korallen. Bohrschwämme bohren sich in die Skelette der Korallen und verstecken sich dort. Auch einige Muscheln, Würmer und Algen bauen Hohlräume in die Skelette der Korallen, damit sie darin leben können.<eop>Wie leben Steinkorallen? Steinkorallen leben in den tropischen Meeren. Dort stimmt für sie die Wärme des Wassers. Sie brauchen auch unbedingt Salzwasser. Sie leben zusammen mit kleinen Algen, die je nur aus einer einzigen Zelle bestehen. Dieses Zusammenleben nennt man eine „Symbiose“.<eop>Jede Steinkoralle besteht aus zwei Teilen: Den oberen Teil nennt man „Polyp“. Er hat die Form eines Bechers. Oben sind die Tentakel, in der Mitte ist eine Mundöffnung und darunter der Raum für die Verdauung. Steinkorallen saugen Meerwasser an, filtern heraus, was sie brauchen können und geben den Rest ins Meer zurück. Dies ist ein Teil ihrer Ernährung. Die übrige Nahrung erhalten sie von den Algen, mit denen sie zusammenleben.<eop>Die Steinkorallen holen Kalk aus dem Meerwasser, den sie durch die Fußscheibe ausscheiden. Daraus bildet sich der zweite Teil der Koralle, der „Korallit“. Dieser Teil stirbt ab und bildet so ein Korallenriff. Dieses wächst immer höher. So sind viele Inseln entstanden, beispielsweise die Bahamas, Bermuda, die Malediven, Tuvalu und viele andere. <eop>Eine Steinkoralle kann männlich oder weiblich oder beides zugleich sein. Sie geben ihre Samen- und Eizellen ab. Die Befruchtung kann im Meer oder in der Mutter stattfinden. Daraus entstehen Larven. Die treiben höchstens sechs Wochen lang im Wasser, setzen sich dann fest und bilden einen neuen Polypen. <eop>Es kommt aber auch vor, dass sich Weibchen allein fortpflanzen. Einige Korallenarten können jedes Bruchstück selbstständig weiterwachsen lassen, nachdem sie zerbrochen wurden.<eop><eop>"}, {"title": "Koran", "id": 484, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Koran", "text": "Der Koran ist das heilige Buch des Islam. Er ist vergleichbar mit der Bibel im Christentum. In diesem Buch stehen unter anderem Regeln für die Muslime, die Anhänger des Islam. Das sind Regeln für das Beten zu Gott, aber auch darüber, wie man mit anderen Menschen umgehen soll. Auch wichtige Geschichten für den Islam sind im Koran aufgeschrieben. Gott wird im Koran „Allah“ genannt, hat aber auch noch viele andere Namen und Titel wie „der Barmherzige“.<eop>Die ältesten Exemplare des Koran befinden sich in Mekka, einer Stadt im heutigen Land Saudi-Arabien. Dort hat Mohammed im 8. Jahrhundert gelebt, der Gründer des Islam. Viele Muslime glauben, dass der Koran von Gott stammt. Gott soll einen Engel geschickt haben, der Mohammed gesagt hat, was er aufschreiben soll. Darum ist der Koran so wichtig, dass man an ihm nichts verändern darf. <eop>Tatsächlich aber weiß niemand, wer den Koran geschrieben hat. Die Wissenschaft vermutet, dass Mohammed damals schon lange tot war. Wer den Koran geschrieben hat, kannte auf jeden Fall das Judentum und das Christentum, denn einige Geschichten des Islam findet man auch so ähnlich in der Bibel.<eop>Erst seit dem 19. Jahrhundert hat man den Koran wirklich oft gedruckt. Seitdem ist er eines der meistgedruckten Bücher der Welt. Muslime finden, dass man mit dem Koran sorgfältig umgehen soll. Alte Exemplare sollen zum Beispiel nicht einfach weggeworfen werden.<eop>Wie ist der Koran aufgebaut? Der Koran besteht aus 114 Teilen, eine Art Kapitel. Beim Koran nennt man sie Suren. Die erste Sure führt kurz in den Koran ein. Darauf folgt die zweite Sure, die längste. Die übrigen Suren erscheinen ihrer Länge nach, die längsten stehen weiter vorn.<eop>Innerhalb einer Sure stehen die einzelnen Verse. Bis auf eine Ausnahme fangen alle Suren mit diesen Worten an: „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes“. Eine Sure hat immer eine Überschrift, in der steht, worum es in der Sure geht.<eop>Der Koran ist in arabischer Sprache. Dieses „Hocharabisch“ aus der Entstehungszeit des Koran spricht heute aber keiner mehr. Es gibt Übersetzungen in viele andere Sprachen, auch ins Deutsche. Für streng gläubige Muslime ist aber nur der Koran in altem Arabisch der richtige. Darum soll ein Muslim möglichst den Koran auf Arabisch lesen können.<eop>Viele Verse im Koran reimen sich. So kann man ihn besser auswendig lernen. Das finden viele Muslime wichtig, damit sie sich immer an die Regeln des Koran halten können. Außerdem sagt man, dass der Koran in sehr schönem Arabisch geschrieben ist, wie ein Gedicht. Darum ist es so schwierig, den Koran gut zu übersetzen.<eop><eop>"}, {"title": "Kosovo", "id": 485, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kosovo", "text": "Kosovo heißt ein Staat im Süden Europas, auf dem Balkan. Er ist viel kleiner als die Schweiz und hat viel weniger Einwohner. Viele Leute sagen auf Deutsch „das Kosovo“ oder „der K­osovo“. Seine Nachbarländer sind Albanien und Serbien. Einen Zugang zum Meer hat das kleine Land nicht. Die Hauptstadt heißt Pristina. Die Währung ist der Euro. In Kosovo leben vor allem Albaner.<eop>Seit dem Jahr 1913 war das Gebiet ein Teil von Serbien und gehörte deshalb auch lange zu Jugoslawien. In Kosovo lebten sowohl viele Albaner als auch Serben, heute sind die Albaner die Mehrheit. Es gab viel Streit um das Gebiet: Sowohl Albaner als auch Serben meinen, dass dort ihr Volk seinen Anfang genommen habe.<eop>Nachdem Jugoslawien zerfallen war, gab es im Jahr 1999 einen Krieg um Kosovo. Westliche Länder wie die USA und Deutschland halfen den Albanern, dass sie sich gegen die serbische Politik wehren konnten. Viele Soldaten aus diesen Ländern sind bis heute noch dort. Sie sorgten dafür, dass Kosovo langsam von Serbien unabhängig wurde. Im Jahr 2008 erklärte sich der Kosovo zu einem eigenen Staat. Mehr als die Hälfte aller Länder auf der Welt erkennt Kosovo als eigenen Staat an. Andere, wie Serbien und Russland, sind der Meinung, dass Kosovo weiterhin ein Teil von Serbien sein soll. Als Wappen hat der Kosovo die Landkarte seines Staatsgebiet gewählt. <eop>Kosovo hat knapp zwei Millionen Einwohner. Viele Kosovaren haben das Land verlassen, und zwar wegen des Krieges, oder weil sie arm waren: Europäer verdienen im Durchschnitt hundert Mal so viel wie Kosovaren. Einige Einwohner sind Roma und werden oft schlecht behandelt. <eop>Im Kosovo verdienen die Menschen am meisten Geld mit Dienstleistungen. In der Industrie ist vor allem der Bergbau wichtig: Erz, Kohle, Blei und andere Metalle werden abgebaut. Es gibt auch Chemie-Fabriken, Textilien werden hergestellt und Holz wird geschlagen und verarbeitet. Viele Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. <eop><eop>"}, {"title": "Kot", "id": 486, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kot", "text": "Kot ist das, was die Lebewesen nicht verdauen können und dann aus dem Darm abgeben. Beim Menschen nennt man den Kot auch „Stuhl“, weil man auf der Toilette wie auf einem Stuhl sitzt. Das Loswerden des Kots ist deshalb der Stuhlgang. In der Umgangssprache gibt es dafür je nach Region sehr viele verschiedene Ausdrücke. Der Fachausdruck dafür lautet: Fäkalien. Kot und Urin zusammen sind Exkremente.<eop>Ursprünglich meinte man mit Kot allen Schmutz, der auf den Straßen lag. Im Mittelalter warfen die Menschen den Kot aus dem Nachttopf einfach auf die Straße und warteten darauf, dass ihn der Regen wegwusch. Noch heute hat jedes Auto über jedem Reifen einen Kotflügel. Das ist ein Blech etwa in der Form eines Flügels. Der sollte verhindern, dass der Kot oder eben einfach der Dreck von den Straßen beim drüberfahren überall herumspritzt.<eop>Bei vielen Tieren spricht man von „Dung“. Dies betrifft vor allem die Tiere mit Hufen, also Pferde, Kühe und Kamele. Wenn die Tiere in einem Stall stehen und sich dort der Dung mit Stroh vermischt, entsteht daraus Mist. Damit die Tiere im Stall nicht durch ihren eigenen Kot krank werden, muss der Stall regelmäßig ausgemistet werden. Dabei wird das mit Kot verschmutzte Stroh mit der Mistgabel eingesammelt und durch neues, sauberes Stroh ersetzt. <eop>Kot besteht zur Hauptsache aus den Resten der Nahrung, die der Körper nicht verdauen konnte und Wasser, damit er eine weiche Masse bildet. Etwa ein Viertel des Kots sind Bakterien, die es für die Verdauung braucht. Kot kann unterschiedliche Farben haben und auch unterschiedlich weich sein. Dies liegt vor allem daran, was man gerade gegessen hat. Auch verschiedene Krankheiten können den Kot verändern. Ist der Kot sehr weich und nahezu flüssig, spricht man von Durchfall. Kann man hingegen über mehrere Tage überhaupt nicht groß aufs Klo gehen, so spricht man von Verstopfung. Wenn beide Fälle länger oder häufiger auftreten, sollte man einen Arzt besuchen.<eop>Ist Kot nützlich? Kot ist erst einmal notwendig, weil kein Lebewesen alles in sich zurückbehalten kann. Er hat aber auch nützliche Eigenschaften. Viele Tiere ernähren sich teilweise vom Kot anderer Tiere, zum Beispiel bestimmte Insekten. Oft sieht man ganze Schwärme von Fliegen auf Pferdeäpfeln. Einige Tiere fressen sogar einen Teil ihres eigenen Kots, weil sich darin Vitamine befinden.<eop>Die Menschen in der Wüste verwenden getrockneten Dung, um damit Feuer zu machen. Dies betrifft vor allem Kamele, aber auch Elefanten. Bauern bringen den Mist auf ihre Felder, denn das ist ein guter, kostenloser Dünger. Mist mit Urin und vielleicht auch mit Wasser vermischt, nennt man „Jauche“. Auch die spritzen die Landwirte auf die Felder.<eop>Viele Pflanzen nutzen den Kot der Tiere: Sie bilden Samen mit einer sehr starken Hülle, die nicht verdaut wird. Die Samen liegen dann unversehrt im Kot. So werden sie viel weiter herum verteilt, als wenn sie einfach zu Boden fallen. Besonders gut geht das, wenn Vögel die Samen verteilen. Sie tragen zum Beispiel Kirschkerne weit vom Kirschbaum weg. <eop>Auch viele Pilze mögen Kot. Sie wachsen als unsichtbares Geflecht durch den Kot und bauen gewisse Teile davon ab. Sie helfen wesentlich mit, dass aus dem Kot wieder frischer Humus wird. Das ist Erde, auf der wieder Pflanzen wachsen können.<eop>Wo ist Kot schädlich? Kot an sich schadet nicht, aber bestimmte Bakterien, die darin leben. Man nennt sie „Fäkalbakterien“. Sie können einen Menschen krank machen. Das kann harmlos ausgehen oder sehr schlimm werden. Deshalb werden Abwässer in einer Kläranlage gereinigt, bevor sie in einen Fluss zurückkehren.<eop>Gut aufpassen muss man auch im Schwimmbad. Dort müssen Kleinkinder besondere Windeln tragen. Trotzdem gibt es auch im Badewasser Fäkalbakterien. Man kann sich nach dem Stuhlgang den Po nicht so sauber abwischen, dass dort nichts übrigbleibt. Deshalb muss man dem Badewasser Chlor oder andere Chemikalien beigeben. Es gibt auch Schwimmbäder mit einer biologischen Reinigung. Dort erledigen winzige Lebewesen und Pflanzen die Reinigungsarbeit.<eop>Besondere Vorsicht braucht es in heißen Ländern. Dort trocknet der Kot an der Sonne sehr schnell. Der Wind trägt dann die Bakterien weg und diese können beim Nachbarn auf dem Essen landen. Das reicht oft schon für eine Krankheit. Der Kot sollte deshalb in diesem Fall vergraben werden. <eop>In der Natur stellt Kot normalerweise kein Problem dar, weil es dort viele kleine Lebewesen gibt, die ihn abbauen können. Wilde Tiere hinterlassen ihn einfach so auf dem Boden. Einige Tiere wühlen danach mit ihren Pfoten in der sauberen Erde und bedecken ihren Kot so etwas. In den Städten ist das aber anders, vor allem der Kot von Hunden bereitet dort Probleme. Auf einem Steinboden bleibt der sehr lange liegen, weil keine kleinen Lebewesen da sind, um ihn abzubauen. Und mit den Füßen will kein Mensch da rein geraten. Es gibt deshalb besondere Beutel aus Plastik, die man „Hundekotbeutel“ nennt. Einen solchen streift man sich wie einen Handschuh über die Hand, ergreift so den Hundekot und zieht den Beutel über die Finger. Dann braucht es nur noch einen Knoten und man wirft den Beutel samt Inhalt in den Abfalleimer. Hundekot wird verbrannt wie der übrige Restmüll.<eop><eop>"}, {"title": "Kraftwerk", "id": 487, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kraftwerk", "text": " In einem Kraftwerk wird elektrischer Strom erzeugt. Es gibt verschiedene Arten von Kraftwerken. Man unterscheidet sie danach, aus welchen Rohstoffen sie die Energie gewinnen. In manchen Kraftwerken wird etwas verbrannt, was man vorher abbauen muss, zum Beispiel Kohle. Andere Kraftwerke nutzen die Kraft von Wasser, Wind oder der Sonne. Weil diese immer vorhanden sind, nennt man sie auch „erneuerbare Energien“. In Deutschland kommt etwa ein Viertel der Energie aus erneuerbaren Quellen.<eop>Die meisten Kraftwerke funktionieren mit einer Turbine. Turbinen haben eine Form wie ein Rad mit Schaufeln oder Löffeln und können sich sehr schnell drehen. Die drehende Turbine bewegt einen Generator, der wie ein Dynamo Bewegung in elektrischen Strom umwandelt. Einige Kraftwerke treiben ihre Turbinen mit Wasser an. Oft aber wird etwas verbrannt, mit der Wärme wird Wasser heiß gemacht und der Dampf treibt dann die Turbine an. Der gewonnene Strom wird über Transformatoren für den Transport vorbereitet und dann über große Leitungen überall im Land verteilt. <eop> Was für Kraftwerke gibt es? <eop>In Gas- und Kohlekraftwerken wird Erdgas oder Kohle verbrannt. Mit der Wärme wird Wasserdampf erzeugt, der die Turbinen und Generatoren antreibt. Bei der Verbrennung entstehen aber auch giftige Abgase, die die Umwelt schädigen. Je nachdem, wie das Kraftwerk gebaut ist, geht auch viel Wärme verloren, statt für die Stromerzeugung genutzt zu werden. Deshalb versucht man heute, lieber andere Kraftwerke zu bauen. <eop>In Atomkraftwerken werden Atomkerne gespalten. Auch dabei entsteht sehr viel Wärme, die in Wasserdampf und schließlich in Strom umgewandelt wird. Atomkraftwerke produzieren kaum Abgase, dafür aber radioaktiven Müll, der noch sehr lange Zeit gefährliche Strahlen aussendet. Bei Unfällen kann Radioaktivität austreten und die Umwelt verstrahlen, wie das 1986 in Tschernobyl und 2011 in Fukushima passiert ist. Außerdem weiß man bis heute nicht, wie man den Atommüll wirklich sicher lagern kann. Deshalb sind viele Menschen gegen Atomkraftwerke. In Deutschland werden alle Atomkraftwerke nach und nach stillgelegt. <eop>Wasserkraftwerke nutzen die Kraft des fließenden Wassers, um Strom zu erzeugen. Dazu werden Flüsse mit großen Mauern aufgestaut und das Wasser durch enge Rohre geleitet, damit ein großer Wasserdruck entsteht. Das Wasser treibt Turbinen an, die wie im Kohlekraftwerk wieder Generatoren antreiben. Wasserkraftwerke machen keine Abgase und keinen radioaktiven Müll, aber die Staudämme zerstören oft den Lebensraum vieler Fische und anderer Tiere. Für manche Stauseen mussten ganze Dörfer und Städte abgerissen und anderswo wieder aufgebaut werden. Es gibt aber auch kleine Wasserkraftwerke, die nur den Strom für ein einzelnes Haus oder ein kleines Dorf liefern. <eop>Windkraftanlagen oder Windräder funktionieren ganz ähnlich wie Wasserkraftwerke. Hier treibt der Wind die Turbinen an. Windräder können dezentral, also an verschiedenen Orten aufgebaut werden, dort wo der Strom gerade gebraucht wird. Sie können auch in den Wind gedreht werden oder tun dies selbstständig. Auf der anderen Seite können Windkraftanlagen auch Vögel stören oder verletzen.<eop>Solarzellen wandeln die Wärme der Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie um. Hierbei braucht man keine Turbinen. Für die Herstellung solcher Zellen braucht man aber bestimmte chemische Stoffe, die selten und deshalb teuer sind. <eop>"}, {"title": "Krankenhaus", "id": 488, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Krankenhaus", "text": "Ein Krankenhaus oder Spital ist ein Ort, an dem Kranke sind. Dort versucht man sie gesund zu machen oder ihr Leiden zu lindern. Manche Kranke leben für eine Weile im Krankenhaus, andere sind dort nur ganz kurz. Viele Kinder werden heute in einem Krankenhaus geboren und nicht zu Hause.<eop>Früher haben sich Tempel und Kirchen um Kranke gekümmert. In der christlichen Welt waren es Nonnen in den Klöstern. Die Menschen glaubten, dass es durch einen Gott oder den Teufel kam, wenn jemand krank wurde. Heute gehören noch viele Krankenhäuser zu einer Kirche, viele andere zum Staat. Manche Krankenhäuser gehören einem Unternehmen, das Geld für sich selbst verdienen will.<eop>Einige Krankenhäuser sind Teil einer Universität. Dort wird nicht nur geheilt, sondern auch erforscht, wodurch Menschen krank werden und wie man Menschen gesund macht. Das nennt man oft eine Universitätsklinik oder kurz Uniklinik. Die Uniklinik in Aachen in Nordrhein-Westfalen ist die größte in ganz Europa.<eop>Im Krankenhaus arbeiten nicht nur Ärzte. Auch Krankenschwestern und Krankenpfleger kümmern sich um die Kranken. Köche sorgen dafür, dass die Kranken etwas zu essen haben, wieder andere Menschen machen sauber oder reparieren etwas. <eop>Wegen der vielen Menschen, die dort arbeiten, sind Krankenhäuser sehr teuer. Außerdem braucht man teure Geräte, zum Beispiel in der Chirurgie, zum Röntgen oder für ähnliche Untersuchungen. Diese sind in einem großen Krankenhaus mit weniger Kosten zu haben. Zudem macht die Medizin große Fortschritte. Die Patienten müssen deshalb immer weniger lang in einem Krankenhaus bleiben, zum Beispiel nach einer Operation. Deswegen wird es wahrscheinlich bald weniger Krankenhäuser geben.<eop>"}, {"title": "Krankheit", "id": 489, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Krankheit", "text": "Krankheit ist das Gegenteil von Gesundheit. Es ist oft schwierig, die Grenze zwischen beiden zu ziehen. Wenn jemand Windpocken oder Masern hat oder unter einer Blinddarmentzündung leidet, dann ist er sicherlich krank. Ein Arzt untersucht und behandelt den Kranken.<eop>Schwieriger wird es aber schon bei einer leichteren Krankheit. Mit einer Erkältung zum Beispiel kann man trotzdem zur Schule oder zur Arbeit gehen. Erst wenn die Krankheit schlimmer wird, stellt einem der Arzt eine Bescheinigung aus, dass man zu Hause bleiben darf oder sogar soll.<eop>Krankheiten kann man auf verschiedene Arten voneinander unterscheiden und zu Gruppen zusammenfassen. Wichtig ist zum Beispiel die Unterscheidung zwischen ansteckenden und nicht-ansteckenden Krankheiten. Eine Erkältung zum Beispiel ist nicht schlimm, aber ansteckend. In der Spucke befinden sich nämlich Viren, die wir beim Husten in kleinen Tröpfchen hinauspusten. Ein Krebs hingegen kann zum Tod führen, ist aber nicht ansteckend.<eop>Eine besondere Gruppe bilden auch die Kinderkrankheiten wie Mumps, Röteln oder Scharlach. Die meisten von ihnen bekommt man später als Erwachsener nicht mehr. Gegen viele Kinderkrankheiten kann man die Kinder impfen lassen, damit sie gar nicht erst daran krank werden.<eop>In den Krankenhäusern gibt es besondere Abteilungen für verschiedene Krankheiten: Für das Herz, die Lungen, die Verdauung, die Muskeln oder die Haut, aber auch für Krebs, das Immunsystem und so weiter. Viele Ärzte haben eine Praxis für nur eine dieser Krankheiten. Sie sind also Spezialisten. Ein Arzt, der sich um alle Krankheiten kümmert, ist ein Hausarzt. Er versucht, die Krankheit selber zu behandeln oder schickt einen dann eben zu einem Spezialisten.<eop>Etwas anderes als die Krankheit ist die Behinderung. Wer behindert ist, kann vielleicht etwas Bestimmtes nicht. Ein Blinder kann nicht sehen. Dadurch ist er aber nicht krank, es ist für ihn normal. Das Blindsein geht auch nicht für ihn irgendwann wieder vorbei. Es gibt jedoch chronische Krankheiten: „chronisch“ ist ein Wort für „Zeit“ und meint hier, dass man die Krankheit sehr lange oder sogar für immer hat.<eop>"}, {"title": "Krebse", "id": 490, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Krebse", "text": "Krebse gehören zum Stamm der Gliederfüßer, zusammen mit den Insekten, Tausendfüßern und Spinnentieren. Manchmal nennt man sie auch Krebstiere. Fast alle von ihnen leben im Meer oder im Süßwasser. Es gibt insgesamt über 50.000 Arten, die noch leben. Dazu kommen sehr viele Fossilien.<eop>Krebse sind so verschieden, dass man sie kaum gemeinsam beschreiben kann. Die Wissenschaftler sind sich auch nicht einig darüber, wie die verschiedenen Arten gemäß der Evolution untereinander verwandt sind. Folgende drei Eigenschaften sind allen gemeinsam: Sie atmen durch Kiemen und haben zwei Paare von Antennen am Kopf. Zudem legen sie Eier, aus denen sich Larven entwickeln, später die ausgewachsenen Tiere. <eop>Die meisten Krebse haben fünf Beinpaare. Bei vielen Krebsen haben sich die vordersten Beine zu starken Scheren entwickelt. Diese sind meist unterschiedlich groß.<eop>Krebse übernehmen eine sehr wichtige Aufgabe in der Natur: Sie reinigen das Wasser. Sie können nämlich Bakterien und andere Kleinlebewesen und sogar Gifte ausfiltern. <eop>Die Menschen essen einige Arten der Krebse, vor allem Garnelen, Langusten, Flusskrebse und Hummer. Diese nennen wir Krustentiere. Auf dem Speiseplan gehören sie zu den Meeresfrüchten. Gefangen werden sie meist in Reusen. Das sind besondere Körbe, in welche die Krebse gerne hineinkriechen. Sie finden dann aber den Ausgang nicht mehr. Einige Arten werden auch von Menschen gezüchtet.<eop><eop>"}, {"title": "Kreis", "id": 491, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kreis", "text": "Ein Kreis ist in der Geometrie eine Figur in der Ebene. Alle Punkte auf der Kreislinie sind gleich weit vom Mittelpunkt entfernt. Den Abstand vom Mittelpunkt nennt man Radius. Jede Gerade durch den Mittelpunkt teilt die Kreisfläche in zwei genau gleiche Hälften. Diese Geraden nennt man Durchmesser. Jeder Kreis hat einen Umfang, das ist die Linie am äusseren Rand. Die Kreisfläche ist das, was man ausmalen kann.<eop>Im Alltag trifft man auf viele Kreise. Oft sind es Reifen: Armreifen oder Reifen im Gymnastikunterricht oder im Zirkus. Die Ränder von Tassen, Tellern oder Gläsern bilden ebenfalls Kreise. Allerdings sagt man oft Kreis zu etwas, das nicht vollkommen rund ist. Es gibt auch Ableitungen, zum Beispiel den Verkehrskreisel. <eop>Ein Kreis lässt sich recht einfach zeichnen. Wenn der Gärtner seine Blumen im Kreis pflanzen will, steckt er einen Stock in den Boden und bindet eine Schnur daran. An das Ende der Schnur bindet er einen weiteren Stock. Mit diesem zieht er einen Kreis um den Mittelpunkt. <eop>Das geometrische Werkzeug für genaue Kreise heißt Zirkel. Seine beiden Schenkel lassen sich schmal oder breit öffnen. Das Ende mit der Spitze steckt man auf sein Blatt Papier. Mit der Bleistiftmine am anderen Ende zieht man den Kreis. Dabei darf man die Öffnung nicht verstellen.<eop>Schon die Ägypter und die Griechen beschäftigten sich in der Geometrie intensiv mit dem Kreis. Sie fertigten exakte Zeichnungen und stellten komplizierte Berechnungen an. Sie wussten beispielsweise, wie man aus dem Radius die Länge der Kreislinie berechnete oder umgekehrt. Auch die Fläche eines Kreises konnten sie berechnen. Diese ist ein Maß für die Menge der Farbe die es brauchen würde, um einen Kreis auszumalen.<eop>Wie berechnet man die Kreisfläche und den Umfang? Die Kreisfläche berechnet man am besten aus dem Quadrat, das über dem Radius steht. Diese Quadratfläche muss man mit einer besonderen Zahl multiplizieren. Sie heißt Pi, das ist ein Griechischer Buchstabe. Pi hat die Größe von 3,14. Die Kreisfläche ist also etwa dreimal so groß wie die Fläche über dem Radius.<eop>Ähnlich berechnet man den Umfang, nämlich aus dem Durchmesser mal Pi. Den Umfang kann man auch ganz einfach mit einem Messband aus weichem Kunststoff messen. Das geht besonders gut bei einem Rad oder zum Beispiel bei einer Dose. Man kann auch eine Schnur um die Dose legen und dann ihre Länge mit einem Maßstab messen. Die Berechnung der Kreisfläche und des Kreisumfangs mit Pi funktionieren bei jeder Größe des Kreises. Pi ist in jedem Fall gleich. Der Mathematiker sagt: „Pi ist eine Konstante“.<eop>Pi nennt man auch die „Kreiszahl“. Sie war schon in der Antike bekannt. Das griechische Wort „perimetros“ bedeutet auf Deutsch „Umfang“. „Perimetros“ beginnt mit dem Buchstaben Pi, das ist unser P. Genau genommen ist Pi auch nicht 3.14, sondern 3,141596... und geht dann immer weiter. Vereinfacht kann man auch sagen: Man nimmt drei Mal den Durchmesser und noch einen Siebtel des Durchmessers dazu. Das ist schon recht genau, denn ein Siebtel ist nur wenig mehr als 0,14. Diese Berechnung gilt auch für die Kreisfläche.<eop><eop>"}, {"title": "Kreuzotter", "id": 492, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kreuzotter", "text": "Eine Kreuzotter ist eine Schlangen-Art. Sie lebt gerne dort, wo es tagsüber recht warm und nachts eher kalt ist. Dafür kann sie nämlich etwas, was nur sehr wenige Schlangen können: Das Weibchen brütet die Eier in ihrem Körper aus und bringt dann „fertige“ Jungtiere zur Welt. Kreuzottern sind giftig und es gibt sie auch bei uns. <eop>Kreuzottern leben in Europa und in Asien, aber eher in den nördlichen Gebieten. Die meisten Weibchen werden nur knapp einen Meter lang, die Männchen sind noch kürzer. Sie werden meist etwa 100 bis 200 Gramm schwer, also so schwer wie eine bis zwei Tafeln Schokolade.<eop>Kreuzottern erkennt man an ihrem Zickzack-Muster auf dem Rücken. Es ist dunkler als der übrige Teil des Körpers. Es gibt aber auch besondere Kreuzottern, die sind schwarz, zum Beispiel die Höllenotter. Die gehört aber auch zu den Kreuzottern.<eop>Kreuzottern gehören zur Familie der Vipern. „Otter“ ist nämlich ein alter Name für „Viper“. Man sollte sie nicht verwechseln mit den richtigen Ottern, zum Beispiel mit den Fischottern. Die gehören nämlich zu den Mardern und sind somit Säugetiere.<eop>Wie leben Kreuzottern? Kreuzottern erwachen zwischen Februar und April aus Winterstarre. Sie liegen dann zuerst mal lange an der Sonne, denn sie können ihren Körper nicht selber aufwärmen. Um sich zu ernähren legen sie sich auf die Lauer. Ihr Beutetier beißen sie nur einmal kurz und spritzen ihm das Gift durch die Zähne. Das Beutetier kann dann nur noch langsam fliehen, bis es tot zusammenbricht. Die Kreuzotter verschlingt es dann, meist mit dem Kopf voraus. Kreuzottern sind nicht wählerisch. Sie fressen kleine Säugetiere wie Mäuse, dazu Eidechsen und Frösche. <eop>Im Frühling wollen sich die Kreuzottern vermehren. Manchmal streiten sich viele Männchen um ein Weibchen. Nach der Paarung entwickeln sich im Bauch der Schlangenmutter 5 bis 15 Eier. Die haben als Schale nur eine starke Haut. Damit sie warm genug haben, entwickeln sie sich in der Wärme des Mutterbauchs. Sie durchstoßen dann die Eihaut und schlüpfen gleich darauf aus dem Körper der Mutter. Sie sind dann etwa so groß wie ein Bleistift. Kurz danach häuten sie sich, sie schlüpfen also aus ihrer Haut, weil diese zu klein geworden ist. Dann gehen sie auf die Jagd. Sie müssen drei bis vier Jahre alt werden, bis sie sich selber vermehren können.<eop>Sind Kreuzottern gefährdet? Kreuzottern haben natürliche Feinde: Dachse, Füchse, Wildschweine, Igel, und Hauskatzen gehören dazu. Aber auch Störche, Kraniche, Reiher, Mäusebussarde, und verschiedene Adler gehören dazu, sogar das Haushuhn. Auch Ringelnattern fressen gerne junge Kreuzottern. Das geschieht aber auch umgekehrt.<eop>Schlimmer ist das Verschwinden der natürlichen Lebensräume der Kreuzottern: Sie finden immer weniger Orte, an denen sie leben können. Menschen lassen die Sonnenplätze der Kreuzottern mit Büschen überwachsen oder pflanzen Wald an. Viele natürliche Gebiete brauchen sie für die Landwirtschaft, so dass die Futtertiere der Kreuzottern nicht mehr leben können. Außerdem töten manchmal Menschen eine Kreuzotter aus Angst. <eop>Deshalb sind die Kreuzottern in unseren Ländern durch verschiedene Gesetze geschützt: Man darf sie weder belästigen noch fangen oder töten. Nur nützt das wenig, wenn Lebensräume vernichtet werden. In vielen Gebieten sind sie deshalb ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.<eop><eop>"}, {"title": "Kreuzzug", "id": 493, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kreuzzug", "text": "Kreuzzüge nannte man im Mittelalter einige Kriege zwischen Christen der römisch-katholischen Kirche und Muslimen, den Anhängern des Islam. Kreuzzüge hießen sie, weil die christlichen Kämpfer große Kreuze auf ihre Schiffe und Rüstungen gemalt hatten. Man nannte diese Kämpfer deshalb auch Kreuzritter oder Kreuzfahrer.<eop>Seit dem Jahr 622 hatten Muslime große Gebiete um das Mittelmeer erobert. Auch das Land um Jerusalem, wo heute Israel liegt. Weil Jesus dort gelebt hat, nennen die Christen es das „Heilige Land“. Aber auch für Muslime ist Jerusalem eine heilige Stadt. In Europa erzählte man nun, dass die Christen in Jerusalem unter den Muslimen zu leiden hätten. Christen, die nach Jerusalem reisten, sollen ausgeraubt und ermordet worden sein.<eop>Im Jahr 1095 rief ein Papst dazu auf, die Muslime aus dem Heiligen Land zu vertreiben. Tatsächlich machten sich viele Christen aus Europa dazu auf. Manche von ihnen glaubten wirklich, dass Gott den Kreuzzug gut fand, weil man damit anderen Christen half. Viele Kreuzritter aber waren arm und wollten gern Muslime ausrauben und dadurch reich werden. Zudem glaubten sie daran, direkt in den Himmel zu kommen, wenn sie auf einem Kreuzzug sterben würden.<eop>Im ersten Kreuzzug gelang es, Jerusalem und weitere Gebiete zu erobern. Sie bekamen christliche Könige aus Europa. Die Einwohner des Landes wurden oft sehr schlecht behandelt, auch die Christen. Muslime versuchten, das Land zurück zu gewinnen. In den übrigen Kreuzzügen ging es den Christen aus Europa vor allem darum, ihre eroberten Gebiete zu behalten. Im Jahr 1291 eroberten Muslime die Festung von Akkon. Das war das letzte Gebiet der Kreuzfahrer, und damit endete die Zeit dieser Kreuzzüge.<eop>Meist spricht man von drei großen Kreuzzügen. Es kommt aber sehr darauf an, wie man zählt. Zudem kann man auch mehrere kleinere Kreuzzüge zu einem großen zusammenfassen.<eop>Der wichtigste Anführer der Kreuzfahrer war der englische König Richard Löwenherz. Der wichtigste Anführer des Widerstands der Muslime gegen die Kreuzfahrer war Sultan Saladin. Insgesamt sollen bei den Kreuzzügen ungefähr fünf Millionen Menschen umgekommen sein. <eop> Gab es auch woanders Kreuzzüge? Es gab später noch andere Kriege, die als Kreuzzüge bezeichnet wurden. So kämpften in Spanien und Portugal Christen weiter gegen Muslime. In Frankreich wurden andersgläubige Christen in einem Kreuzzug verfolgt und umgebracht. Und im Norden von Europa kämpften deutsche Ritter gegen Völker, die noch keine Christen waren. Aus dem eroberten Gebiet an der Ostsee entstand viele Jahrhunderte später das Königreich Preußen. <eop>Auch heute noch spricht man manchmal von einem Kreuzzug, wenn jemand besonders verbissen für eine Sache kämpft. Muslime denken auch heute noch sehr schlecht über die Kreuzzüge.<eop><eop>"}, {"title": "Krieg", "id": 494, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Krieg", "text": "Krieg nennt man es, wenn Staaten miteinander im Streit sind. Sie wollen mit Gewalt einen anderen Staat zu etwas zwingen. Manchmal sind es nicht Staaten, sondern große Gruppen von Menschen, die Krieg führen.<eop>Krieg macht viel kaputt, und meistens sterben auch Menschen. Fast ständig gibt es irgendwo auf der Welt Krieg. Politiker und andere Menschen versuchen, Krieg zu verhindern. Das sollen zum Beispiel die Vereinten Nationen leisten.<eop> Was genau ist ein Krieg? Wenn zwei Menschen sich streiten, sagt man gern: „Die führen Krieg miteinander.“ Aber in Wirklichkeit denkt man an einen Krieg nur, wenn ein Staat Krieg führt. In manchen Fällen erklärt der Staat den Krieg. Damit kündigt er einem anderen Staat an, dass er mit Waffen angreifen oder sich verteidigen will. Oft aber wird ein Krieg auch nicht erklärt.<eop>Außerdem kann es Krieg in einem einzigen Land geben. Das nennt man einen Bürgerkrieg. Zum Beispiel will ein Teil des Landes ein eigener Staat werden und führt dann einen Krieg gegen den Rest des Landes. Oder zwei große Gruppen im Land bekämpfen sich gegenseitig. Das kann passieren, wenn sie unterschiedliche Sprachen sprechen oder unterschiedliche Religionen haben. In vielen Fällen geht es auch nur darum, welche Gruppe an der Macht ist.<eop> Warum gibt es Kriege? Mit einem Krieg will die eine Seite erreichen, dass sie der anderen Seite etwas befehlen kann. So greift ein Land sein Nachbarland vielleicht an, um es zu einem Teil des eigenen Landes zu machen. Das ist ein Eroberungskrieg.<eop>Andere Gründe sind: Man will das andere Land ausrauben. Man hat Angst vor dem anderen Land und denkt sich: Lieber greifen wir zuerst an, bevor das andere Land uns angreift. Oder man findet, dass in dem anderen Land etwas Schlimmes gemacht wird und will, dass damit aufgehört wird.<eop> Was kann man gegen Kriege machen? <eop>Viele Leute haben darüber nachgedacht, wie man Kriege ganz verhindern kann. Einige sind der Meinung, dass Krieg immer schlecht ist. Man dürfe sich auch nicht mit einem Krieg verteidigen, sondern soll immer versuchen, mit dem Angreifer zu reden. Diese Leute nennt man Pazifisten, von dem lateinischen Wort „pax“, Frieden.<eop>Andere Leute denken eher an das Gegenteil: Wenn man nicht angegriffen werden will, dann muss man sein eigenes Land stark machen. Dann traut sich kein anderes Land mehr zu einem Angriff. Sie sagen: Wenn du Frieden willst, musst du dich für den Krieg vorbereiten.<eop>Mehrere Staaten können zusammenarbeiten, weil sie gemeinsam stärker sind. Wird einer von ihnen angegriffen, dann helfen ihm die anderen. So sollen eigentlich die Vereinten Nationen funktionieren, aber oft sind sich die darin zusammengeschlossenen Staaten nicht einig.<eop>Vielleicht kann man etwas gegen Kriege machen, indem man dafür sorgt, dass es weniger Gründe für Kriege gibt. Wenn die Menschen in einem Land keinen Hunger haben, sind sie wahrscheinlich friedlicher. Allerdings können die einfachen Menschen oft nichts dagegen tun, wenn ihr Herrscher auf Krieg aus ist.<eop>"}, {"title": "Kroatien", "id": 495, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kroatien", "text": "Kroatien ist ein Land in Europa. Es liegt im Süden und hat eine lange Küste am Adriatischen Meer, das zum Mittelmeer gehört. Die Hauptstadt heißt Zagreb. Es ist auch mit Abstand die größte Stadt des Landes. <eop>Kroatien ist etwas größer als die Schweiz, hat aber nur etwa halb so viele Einwohner. Das sind etwas mehr als in Berlin. Von zehn Einwohnern sehen sich neun als Kroaten. Die übrigen Einwohner sind meist Serben. Nach dem Krieg zwischen Kroatien und Serbien leben in Kroatien weniger Serben als vorher. <eop>Die Amtssprache ist Kroatisch, zum Schreiben braucht man das ist Alphabet. Moderne Namen aus anderen Ländern schreibt man jedoch meist in Lateinische Alphabet. Die meisten Kroaten gehören zur katholischen Kirche.<eop>Das Gebiet von Kroatien besteht aus zwei langen Streifen, die im Nordwesten zusammengewachsen sind. Der eine Streifen liegt am Adriatischen Meer. Dort ist es eher wärmer. Allerdings ist das Land sehr gebirgig, so dass dort eher wenige Einwohner leben. Die Gegend zieht aber viele Urlauber an. Sie mögen die Küste und besuchen alte Städte wie Dubrovnik. Der andere Streifen liegt weiter im Kontinent Europa. Das Land ist dort flacher, es regnet auch nicht so häufig.<eop>Bis zum Jahr 1918 gehörte die Gegend zu Österreich-Ungarn. Dann war Kroatien ein Teil von Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkrieges gab es einen eigenen Staat Kroatien, danach gehörte es wieder zu Jugoslawien. Es dauerte bis zum Jahr 1991, bis Kroatien ein freies, unabhängiges Land wurde. Seit dem Jahr 2013 gehört Kroatien zur Europäischen Union. Es hat jedoch nicht den Euro übernommen, sondern seine eigene Währung behalten, den Kroatischen Kuna. <eop><eop>"}, {"title": "Krokodile", "id": 496, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Krokodile", "text": "Krokodile sind eine Ordnung von Reptilien. Sie kommen in heißen Gegenden vor und leben sowohl an Land als auch im Wasser. Außer in Europa findet man sie auf allen Kontinenten. Genau wie Vögel haben sie sich aus den Dinosauriern entwickelt. Schon vor über 80 Millionen Jahren gab es Krokodile.<eop>Man teilt die Krokodile in drei Familien ein. Neben den eigentlichen Krokodilen gibt es noch die Alligatoren und die Gaviale. Alligatoren, zu denen auch die Kaimane gehören, haben meist eine breitere Schnauze als Krokodile. Der Gavial hat eine lange dünne.<eop>Krokodile fressen Fleisch. Ihre Beute sind vor allem Fische, Wasservögel und andere kleine Tiere. Nilkrokodile ziehen auch schon mal große Tiere wie Zebras ins Wasser. Erwachsene Krokodile sind so stark, dass kein anderes Tier ihnen gefährlich wird. Allerdings machen Menschen Jagd auf Krokodile, darum sind manche Arten vom Aussterben bedroht.<eop>Krokodile leben gern an Flüssen und Seen, wo die Strömung schwach ist. Sie können mit Brackwasser gut umgehen. Das ist leicht salziges Wasser, wie man es dort findet, wo ein Fluss ins Meer fließt. Richtiges Meerwasser verträgt aber nur eine Art, das Leistenkrokodil aus Asien.<eop>Wo es besonders trocken ist, halten Krokodile Sommerruhe. Sie fressen dann nicht und bewegen sich kaum. Allerdings bleibt ihr Körper genauso warm wie sonst, anders als beim Winterschlaf, den andere Tiere kennen.<eop><eop>"}, {"title": "Kröten", "id": 497, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kröten", "text": "Kröten sind Amphibien, also Wirbeltiere. Kröten, Frösche und Unken sind die drei Familien der Froschlurche. Kröten sind schwerer als Frösche und haben kürzere Hinterbeine. Deshalb können sie nicht springen, sondern sie schleichen eher vorwärts. Ihre Haut ist trocken und trägt auffällige Warzen. Damit können sie ein Gift absondern, um sich vor Feinden zu schützen.<eop>Kröten gibt es beinahe auf der ganzen Welt. Sie fehlen vor allem dort, wo es sehr kalt ist. Ihr Lebensraum muss feucht sein, deshalb lieben sie Wälder und Sumpfgebiete. Aber auch in Parks und Gärten fühlen sie sich wohl. Sie sind auch vor allem nachts und in der Dämmerung aktiv, weil sie die Sonne meiden.<eop>Die häufigsten Arten in unseren Ländern sind die Erdkröte, die Kreuzkröte und die Wechselkröte. Die Geburtshelferkröte lebt in Teilen Spaniens, in Frankreich, in der Schweiz, in einem kleinen Teil Deutschlands, aber nicht in Österreich und weiter im Osten.<eop>Was fressen Kröten und welche Feinde haben sie? Kröten ernähren sich von Würmern, Schnecken, Spinnen, Insekten und anderen Kleintieren. Sie sind deshalb in den Gärten gern gesehen. Trotz des Gifts auf ihrer Haut haben ausgewachsene Kröten aber auch viele Feinde: Katzen, Marder, Igel, Schlangen, Reiher, Greifvögel und manche andere Tiere fressen gerne Kröten. Die Kaulquappen stehen auf dem Speiseplan vieler Fische, vor allem von Forelle, Barsch und Hecht.<eop>Kröten sind aber auch durch die Menschen gefährdet. Viele werden auf Straßen überfahren. An besonderen Orten werden deshalb Krötentunnel gebaut. Oder die Menschen bauen lange Zäune mit Krötenfallen, das sind im Boden vergrabene Eimer. Nachts fallen die Kröten dort hinein, am nächsten Morgen tragen sie freundliche Helfer über die Straße.<eop>Wie vermehren sich Kröten? Vor der Paarung hört man die Krötenmännchen quaken, ähnlich wie die Frösche. Sie zeigen damit, dass sie paarungsbereit sind. Bei der Paarung klammert sich das kleinere Männchen auf dem Rücken des viel dickeren Weibchens fest. Meistens lässt es sich so ins Wasser tragen. Dort gibt das Weibchen seine Eier ab. Dann stößt das Männchen seine Samenzellen aus. Die Befruchtung findet im Wasser statt.<eop>Die Eier nennt man wie bei den Fröschen auch Laich. Der Laich der Kröten hängt in Schnüren zusammen wie eine Perlenkette. Sie können mehrere Meter lang sein. Während des Laichvorgangs schwimmen die Kröten im Wasser herum und wickeln die Laichschnüre um Wasserpflanzen. Das Männchen der Geburtshelferkröte aber wickelt die Laichschnüre um seine Beine, daher hat sie ihren Namen.<eop>Aus dem Laich entwickeln sich Kaulquappen. Sie haben einen dicken Kopf und einen Schwanz. Sie atmen durch Kiemen wie Fische. Später wachsen ihnen Beine, während sich der Schwanz verkürzt und schließlich ganz verschwindet. Dann gehen sie als fertig entwickelte Kröten an Land und atmen durch Lungen.<eop><eop>"}, {"title": "Kuckuck", "id": 498, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kuckuck", "text": "Der Kuckuck ist ein Vogel, der im Frühling und im Frühsommer bei uns lebt und den wir am Ruf des Männchens erkennen. Es klingt etwa wie „gu-kuh“. Das Weibchen ist dafür bekannt, dass es seine Eier in fremde Nester legt und diese nicht selber ausbrütet.<eop>Im Schwarzwald wurde die Kuckucksuhr beliebt: Diese Uhr hängt man an die Wand. Jede Stunde öffnet sich ein Türchen und eine Vogelfigur tritt hervor. Ihr Ruf kommt dem Ruf des echten Kuckucks ziemlich nahe.<eop>Wie lebt der Kuckuck? Der Kuckuck ist ein Zugvogel, der sehr lange Strecken zurücklegt. Er verbringt die meiste Zeit auf der Südhälfte von Afrika oder im Süden von Asien. Am Ende unseres Winters macht er sich auf den Weg. In unseren Ländern trifft er etwa im April ein. Jeder Kuckuck fliegt für sich alleine, nicht in einem Schwarm. <eop>Mit seinem typischen Ruf lockt das Männchen ein Weibchen an. Nach der Paarung legt das Weibchen meist etwa zehn Eier, aber immer nur eines aufs Mal. Es sitzt auf einem Ast und beobachtet seine Wirtsvögel. Das kann nicht eine beliebige Vogelart sein. Es ist dieselbe Art, bei der das Kuckucksweibchen selber aufgewachsen ist. Durch die Evolution haben sich die Kuckuckseier so verändert, dass sie den Eiern der Wirtsfamilie stark ähnlich sehen. Sie sind nur etwa größer.<eop>Sobald ein kleiner Kuckuck geschlüpft ist, beginnt er, die übrigen Eier oder sogar die Jungtiere aus dem Nest zu bugsieren. Das ist eine riesige Kraftanstrengung, die nur der Kuckuck schaffen kann. Die Wirtseltern füttern dann das Kuckuckskind und ziehen es auf, ohne es zu merken.<eop>Das Aufziehen durch andere Vögel klappt aber nicht immer: Manche Vogelarten lassen ihre Nester im Stich, wenn sie merken, dass ein fremdes Küken darin sitzt. Je nach Vogelart passiert das bei fast jedem dritten Nest.<eop>Die Kuckuckseltern ziehen bald nach der Eiablage wieder in den Süden. Auch der junge Kuckuck fliegt im selben Sommer wieder weg. Von seinen leiblichen Eltern kann er nichts gelernt haben. Der Weg in sein Wintergebiet ist also einzig in seinen Genen gespeichert. Auch das Muster auf den Eierschalen haben die Weibchen in ihren Genen gespeichert. Ebenso das Wissen, in welches Nest sie später ihre eigenen Eier ablegen sollen.<eop>Ist der Kuckuck gefährdet? In Deutschland lebt ein Brutpaar auf etwa 1000 Menschen, in ganz Europa sind das etwa sechs Millionen Paare. Es kommt allerdings sehr auf die Region an, denn die Kuckucke sind ungleichmäßig verteilt. <eop>Direkt gefährdet ist der Kuckuck nur in bestimmten Gebieten. Dort geht der Bestand an Wirtspaaren zurück, deshalb kann sich der Kuckuck nicht mehr wie gewohnt vermehren. Die Wirtspaare werden immer weniger, weil ihnen der notwendige Lebensraum fehlt. Immer mehr kleine Wälder und Hecken müssen der Landwirtschaft weichen. So verschwindet der Lebensraum der Wirtspaare und die Kuckucksweibchen finden keine Nester mehr für ihre Eier.<eop><eop><eop>"}, {"title": "Kugel", "id": 499, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kugel", "text": "Die Kugel ist der gleichmäßigste geometrische Körper. Als geometrischer Körper ist er nur etwas, das die Menschen sich vorstellen. Aber auch in der Natur gibt es manchmal etwas, das so aussieht wie eine Kugel oder fast so. Die gesamte Oberfläche der Kugel ist gekrümmt, sie hat keine Ecken oder Kanten. <eop>Jeder Punkt auf der Oberfläche der Kugel ist vom Mittelpunkt im Inneren gleich weit entfernt. Diesen Abstand nennt man den Radius der Kugel. Das Doppelte des Radius ist der Durchmesser der Kugel. Diesen kann man sich so vorstellen, als würde man einen Stab genau durch den Mittelpunkt der Kugel stechen. Man misst dann den Abstand zwischen den beiden Stellen, wo man hineingestochen hat und wo der Stab wieder herausgekommen ist. Ist der Radius oder der Durchmesser der Kugel bekannt, kann man ausrechnen, wie groß die Oberfläche und der Inhalt der Kugel ist.<eop>Von welcher Seite auch immer man eine Kugel betrachtet, sieht der Umriss aus wie ein Kreis. Auch bei jedem ebenen Schnitt durch die Kugel entsteht eine kreisförmige Oberfläche. Gehen die Schnitte durch den Mittelpunkt, entstehen zwei Halbkugeln.<eop> Wo kommen Kugeln in der Natur vor? <eop>Unter allen geometrischen Körpern hat die Kugel die kompakteste Form: Im Verhältnis zu ihrem Inhalt ist ihre Oberfläche am geringsten. Wer etwas umhüllen will, braucht bei einer Kugel nur wenig Hülle.<eop>Aus diesem Grund kommt die Kugelform auch oft in der Natur vor: Igel, Gürteltiere und manche Tausendfüßer rollen sich bei Gefahr zu Kugeln zusammen, um ihre Körper bestmöglich zu schützen und wenig Angriffsfläche zu bieten. Seifenblasen ziehen sich nach dem Pusten zu Kugeln zusammen, um die darin enthaltene Luft mit möglichst geringer Oberfläche zu umschließen. Und auch unsere Erde, der Mond und die Sonne wurden von ihrer eigenen Schwerkraft zu beinahe regelmäßigen Kugeln geformt.<eop><eop>"}, {"title": "Kultur", "id": 500, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kultur", "text": "Kultur ist das Gegenteil von Natur. Was der Mensch macht, sich ausdenkt, sagt und erschafft, ist Kultur. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet eigentlich soviel wie Landwirtschaft oder Ackerbau. Darum sagt man auch „Agrikultur“ für Landwirtschaft oder „Aquakultur“ für Fischzucht.<eop>Kultur ist ein Ausdruck, den man in vielen, sehr unterschiedlichen Zusammenhängen benutzt. Man spricht oft von der Kultur einer bestimmten Gegend oder Zeit oder einem Teil des Lebens: die frühe Kultur Asiens, religiöse Kultur, die Kultur der Alten Ägypter oder auch die Kultur Russlands. Gemeint ist damit zum Beispiel, wie die Menschen in Russland gekleidet sind, was sie gerne lesen, was sie in der Freizeit machen und so weiter. Eine Hochkultur ist ein Volk oder Land im frühen Altertum, das viel hervorgebracht hat, wie das Alte Ägypten.<eop>Man sagt auch von einem einzelnen Menschen: „Sie hat Kultur, sie ist kultiviert.“ Das soll bedeuten, dass sie viel gelernt hat, Geschmack hat oder sich gut benehmen kann. Das Gegenteil ist ein kulturloser, unkultivierter Mensch.<eop>Viele Leute denken bei dem Wort Kultur vor allem an schöne, klug ausgedachte und gut gemachte Dinge, die Kunstwerke. Das können Gemälde, Skulpturen, besondere Bauwerke und so weiter sein. Man nennt dies auch die „hohe Kultur“. Ein Museum, in dem Kunst gezeigt wird, wird deshalb auch „Kulturtempel“ genannt.<eop>Doch zur Kultur gehört auch alles andere, das von Menschen gemacht wurde, egal, wie man es findet. Die Art, wie man Abfalleimer macht oder nutzt, ist genauso Kultur wie das Fahrradfahren oder die Art, wie man Brötchen backt.<eop>"}, {"title": "Kunst", "id": 501, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kunst", "text": " Kunst heißt, dass man etwas kann, das nicht jeder kann. Ein Kunstwerk ist dann ein Ding, das zur Kunst gehört. Wer Kunstwerke macht, ist ein Künstler, wer sich mit Kunst auskennt, ein Kunstkenner.<eop>Ursprünglich meinte man mit Kunst auch Wissenschaft und Technik. Heute denkt man bei dem Wort vor allem an die „Schönen Künste“. Solche Kunstwerke müssen nicht unbedingt zu etwas dienen: Oft mögen die Menschen ein Kunstwerk nur, weil es besonders aussieht, weil es sie zum Nachdenken bringt oder sie etwas fühlen lässt. Viele Museen bieten die Möglichkeit, sich Kunstwerke anzuschauen.<eop>In der Bildenden Kunst wird etwas hergestellt, zum Beispiel ein Gemälde oder eine Statue oder ein Bauwerk. Zur Darstellenden Kunst gehören der Tanz, aber auch das Theater und der Film. Auch die Musik und die Literatur sind Arten der Kunst.<eop>Kunst kann „gegenständlich“ oder abstrakt sein. Gegenständliche Kunst zeigt etwas deutlich, man erkennt sofort, was gemeint ist. Trotzdem beschreibt sie mehr, als man sieht oder hört: Eine Blume auf einem Gemälde ist eine Blume, aber sie steht auch für Frische, Leben und Schönheit. Auch Comics sind konkrete Kunst. Bei der abstrakten Kunst muss man meist länger überlegen. Sie zeigt nicht so sehr Dinge, sondern Formen und Farben: Striche, Kreise, Vierecke, Flächen.<eop> "}, {"title": "Kunststoff", "id": 502, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kunststoff", "text": " Kunststoffe sind besondere Materialien, die es in der Natur nicht gibt. Der Mensch hat sie künstlich hergestellt. Kunststoff nennen wir meist einfach „Plastik“. Es gibt sehr viele verschiedene Arten davon und wir treffen sie häufig im Alltag an.<eop>Aus Kunststoff sind viele Kleider und Schuhe. Auch Bettdecken und Teppiche bestehen oft aus Kunststoff-Fasern oder kurz Kunstfasern. Matratzen, Polster und Schwämme bestehen aus aufgeschäumten Kunststoffen. Viele Verpackungen für Lebensmittel sind aus Kunststoff, zum Beispiel Milchflaschen, Joghurtbecher, Käsefolien, Tüten für Kekse, Beutel für Früchte und viele andere. <eop>Abwasserrohre oder die Umhüllungen der Stromkabel sind aus Kunststoff, ebenso fast alles im Innenraum eines Autos. Viele Kinderspielsachen wie Lego oder Playmobil und andere sind aus Kunststoff.<eop>Wie stellt man Kunststoffe her? Kunststoffe muss man in einer Fabrik herstellen. Die ersten Kunststoffe entstanden im 19. Jahrhundert, und zwar meist aus Pflanzenteilen. Im 20. Jahrhundert begann man damit, Kunststoffe aus Erdöl herzustellen. Heute entstehen fast alle Kunststoffe so.<eop>Um einen Kunststoff herzustellen muss man die winzigsten Teile verändern, nämlich die Atome und Moleküle. Meist hängt man sie zu langen Ketten oder zu Netzen zusammen. Das ist ein komplizierter chemischer Vorgang. Je nach Form der neuen Moleküle hat der Kunststoff andere Eigenschaften. Kunststoffe können hart und zäh sein oder elastisch wie Gummi. Es gibt durchsichtige Kunststoffe oder farbige, manche verformen sich bei Wärme.<eop>Kunststoffe belasten die Umwelt aus mehreren Gründen: Alle verbrauchen bei ihrer Herstellung sehr viel Erdöl, das dann meist verloren geht. Bei der Verbrennung heizt es das Klima auf. Der zweite Grund: Bei der Herstellung von Kunststoffen entstehen viele giftige Stoffe. Sie sind sehr gefährlich, wenn sie in die Umwelt gelangen. Außerdem zersetzen sich Kunststoffe in der Natur fast überhaupt nicht. Der Müll ist dann für lange zeit ein Umweltproblem.<eop>Was ist Mikroplastik? Mikroplastik sind kleine Kunststoffteilchen, die höchstens einen halben Zentimeter messen. Ein solches Teilchen passt also ohne weiteres auf einen kleinen Fingernagel. Sie können aber auch so klein sein, dass man sie nur unter einem starken Mikroskop erkennen kann.<eop>Mikroplastik kann auf zwei Arten entstehen: Bei der einen Art werden die winzigen Teile werden so hergestellt. Man braucht sie beispielsweise in Kosmetikprodukten. Andere Teile braucht man in Babywindeln, weil sie sehr saugfähig sind. Es gibt noch viele andere Anwendungen für Mikroplastikteilchen.<eop>Die andere Art von Mikroplastik kann aus irgendwelchen Plastikteilen entstehen, zum Beispiel aus einer Einkaufstüte. Wenn sie irgendwo herumliegt, vor allem an der Sonne, wird der Plastik brüchig und zerfällt in immer kleinere Teile. Auch aus Getränkeflaschen, verlorenen Fischernetzen und vielen anderen Dingen entsteht Mikroplastik.<eop>Mikroplastik gibt es heute überall: in den Böden, in den Flüssen, in den Seen und in den Meeren. Auch in der Arktis gibt es Mikroplastik, den die Meeresströmungen dorthin geschwemmt haben. <eop>Mikroplastik verschmutzt also unseren ganzen Planeten. Er sammelt sich in den Pflanzen und in den Tieren an. Man weiß heute erst, dass Muscheln davon Entzündungen bekommen, Fische ändern ihr Verhalten. Auch Menschen nehmen Mikroplastik zu sich, wenn sie verseuchte Tiere essen. Was dann geschieht, ist noch nicht erforscht. Auch weiß bisher noch kein Mensch, wie man diese Teilchen wieder loswird. In der Natur leben sie nämlich sehr, sehr lange.<eop>Sind alle künstlich hergestellten Stoffe Kunststoffe? Nicht jeden künstlich erzeugten Stoff nennen wir auch Kunststoff. Bronze beispielsweise ist eine Mischung aus zwei Metallen, nämlich Kupfer und Zinn. Mischungen aus Metallen nennt man aber „Legierung“.<eop>Auch Beton ist ein Gemisch, das die Menschen hergestellt haben. Es besteht aus Sand oder Kies, Zement und Wasser. Zement und Wasser machen zwar miteinander auch eine chemische Reaktion. Es werden jedoch nicht die Moleküle hergestellt, die eben für den Kunststoff wichtig sind. Deshalb gilt auch Beton nicht als Kunststoff.<eop>Nicht mit Kunststoff verwechseln sollte man Gummi. Der entsteht aus „Kautschuk“, das ist das Harz eines Baumes. Gummi ist also ein Naturprodukt. Es gibt heute noch Radiergummis aus echtem Gummi, aber auch solche aus Kunststoff. Gummistiefel waren früher immer aus Gummi, heute aber zum Teil auch aus Kunststoff. Am meisten Gummi braucht man heute in den Autoreifen. Das ist Gummi mit verschiedenen Zutaten.<eop><eop>"}, {"title": "Kupfer", "id": 503, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kupfer", "text": " Kupfer ist ein Metall. Es gehört zur Gruppe der Schwermetalle und ist etwa zehnmal so schwer wie die gleiche Menge Wasser. Frisch poliertes Kupfer ist lachsrosa-farben. Wenn es einige Zeit an der Luft liegt, wird daraus ein dunkles Rotbraun. Man kennt es von den Ein- bis Fünf-Cent-Münzen. <eop>Kupfer ist weicher als Eisen. Es wurde aber von den Menschen viel früher entdeckt und sie stellten daraus ihre Werkzeuge her. Seit der Entdeckung des Eisens gibt es aber keine Werkzeuge aus Kupfer mehr. <eop>Man mischt Kupfer gern mit anderen Metallen, um es fester und stabiler zu machen. Eine Mischung aus Kupfer und Zinn nennt man Bronze. Daraus werden zum Beispiel Kirchenglocken oder Denkmäler gegossen. Kupfer und Zink ergeben zusammen Messing. Daraus hat man früher Maßstäbe und andere Instrumente zum Messen gefertigt.<eop> Woher kommt Kupfer? In der Natur findet man Kupfer nur selten in reiner Form, sondern meist als Erz, das in Bergwerken aus der Erde geholt wird. Die Menschen kennen Kupfer schon seit dem Altertum. Der Name „Kupfer“ kommt von der Insel Zypern, wo die Alten Griechen zuerst Kupfer fanden. Heute kommt das meiste Kupfer aus Ländern wie Chile, Peru, den USA, Russland und China. Erst an zehnter Stelle kommt ein europäisches Land, nämlich Polen.<eop>Heute wird viel Kupfer wiederverwertet. Es lässt sich aus Kabeln oder Wasserleitungen wieder einschmelzen. So entsteht eine Kreislaufwirtschaft und das Kupfer muss nicht in der Natur geholt werden.<eop> Wozu wird Kupfer verwendet? Kupfer leitet elektrischen Strom besonders gut. Deshalb sind alle unsere Kabel im Haushalt und in den Fahrzeugen aus Kupfer, ebenso die Oberleitungen der Eisenbahnen oder die Stromleitungen, die über das Land führen.<eop>Da Kupfer nicht rostet, wird es aber auch für Trinkwasserleitungen im Haushalt verwendet. Diese Röhrchen sind meist etwa so dick wie ein Finger. Wenn das Wasser hindurchfließt, nimmt es keinen Geschmack an. Auf der Aussenseite der Häuser finden sich Dachrinnen und Dachabläufe aus Kupfer.<eop>Kupfer lässt sich auch sehr gut zu Blech verarbeiten, also zu dünnen Platten. Früher wurden viele Dächer von Kirchen oder Kuppeln damit gedeckt. In vielen Jahrzehnten entwickelt sich darauf eine grüne Patina. Trotzdem bleibt das Blech dicht.<eop>Kupfer war aber auch immer als Metall für Münzen beliebt. Die vier kleinsten Euromünzen bestehen außen aus Kupfer. In der Schweiz sind es die Ein- und Zwei-Rappen-Stücke. Die sind aber nicht mehr im Gebrauch, weil sie zu wenig wert sind.<eop> Welchen Wert hat Kupfer? Der Wert eines Materials hängt einerseits davon ab, wie einfach oder aufwendig man es gewinnen muss. Andererseits spielt es aber auch eine große Rolle, wie viel davon vorhanden ist und wie viele Menschen es kaufen wollen.<eop>Vor und während der Bronzezeit war Kupfer so teuer, dass sich nicht jeder sein eigenes Werkzeug leisten konnte. Seither ist der Preis gesunken, aber auch wieder angestiegen. Im Jahr 2016 kostet Kupfer etwa 4-5 Euro pro Kilogramm. Wenige Jahre vorher war es jedoch mehr als doppelt so teuer. Der Kupferpreis verändert sich aber auch sehr stark gegenüber dem Preis von Gold oder Silber.<eop><eop> "}, {"title": "Käfer", "id": 504, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Käfer", "text": "Käfer gehören zu den Insekten. Käfer leben auf der ganzen Welt, nur nicht im Meer oder am Nordpol und Südpol. In Europa kennt man über 20.000 Arten.<eop>Jeder Käfer hat sechs Beine. Die Fühler nennt man bei den Käfern „Antennen\". Käfer können sehr verschieden groß sein und sehr unterschiedlich aussehen. Das hängt davon ab, wo sie leben: Manche Käfer leben auf Bäumen. Wenn sie vor einem Feind fliehen müssen, lassen sie sich einfach herunterfallen. Diese Käfer sind eher rund und ihre Antennen kurz.  Die vorderen Flügel der Käfer sind sehr hart und beschützen die übrigen Flügel wie eine Haube. Daher fliegen Käfer nicht so schnell wie andere Insekten. Es gibt sogar Käfer, die gar nicht fliegen können.<eop>Die Menschen teilen die Käfer in Schädlinge oder Nützlinge ein. Zu den Schädlingen zählt man zum Beispiel den Borkenkäfer. Er gräbt unter der Rinde von Bäumen Kanäle. Dadurch trocknet der Baum aus und stirbt ab. Ein Nützling ist hingegen der Marienkäfer: Er frisst gerne Läuse und hilft somit den Gärtnern.<eop>Wie leben Käfer? Viele Käfer ernähren sich ausschließlich von Pflanzen. Sie fressen Blüten, Samen, Stängel, Wurzeln und viele andere Pflanzenteile. Es gibt aber auch Käfer, die ernähren sich von anderen Insekten. Manche fressen sogar Aas. Das sind bereits gestorbene Tiere. Davon fressen sie fast alles. Der Kot der Käfer ist für die Natur wieder Humus und Dünger.<eop>Käfer vermehren sich durch Eier. Wie viele es sind, hängt stark von der Art der Käfer zusammen. Aus den Eiern schlüpfen dann die Larven. Die häuten sich mehrmals, während sie wachsen. Schließlich verpuppen sie sich. In der Puppe wird der ganze Körper umgebaut. Fühler, Beine und Flügel erkennt man meist schon an der Puppe. Dann schlüpft daraus der Käfer. Das alles geschieht in unseren Ländern einmal im Jahr.<eop>Käfer haben viele Feinde: Die meisten Vögel fressen Käfer, zumindest gelegentlich. Aber auch für Säugetiere wie Igel, Mäuse, Maulwürfe oder Fledermäuse sind Käfer ein Leckerbissen. Auch Fische, Amphibien und Reptilien fressen gerne Käfer. Und nicht zuletzt gibt es Käfer, die andere Käfer fressen.<eop><eop>"}, {"title": "Kängurus", "id": 505, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Kängurus", "text": "Kängurus sind Beuteltiere und somit Säugetiere. Wie andere Beuteltiere, zum Beispiel Koalas, leben sie in Australien und auf der Insel Neuguinea. Heute gibt es elf große, verschiedene Gruppen von Känguru-Arten. Ihren Namen haben sie aus einer Sprache der australischen Ureinwohner.<eop>Der Körper eines Kängurus ist lang und hat am Ende einen langen, stabilen Schwanz. Darauf kann das Tier sich abstützen, wenn es steht. Beim Springen hilft der Schwanz, das Gleichgewicht zu behalten. Springen kann das Känguru sehr gut dank seiner langen, kräftigen Beine. <eop>Die großen Känguru-Arten fressen normalerweise Gras. Sie leben in Gegenden, in denen es ziemlich trocken ist und wenig wächst. Darum hilft es ihnen, dass sie mit ihrem sprungartigen Laufen weite Strecken überwinden können. Kurze Zeit lang kann ein Känguru bis zu 50 Stundenkilometer schnell laufen. So schnell darf ein Auto in der Stadt fahren. <eop>Die Schwangerschaft eines Kängurus dauert nur etwa drei bis sechs Wochen. Bei der Geburt ist ein Känguru-Junges nur zwei bis drei Zentimeter groß und nicht einmal ein Gramm schwer. Trotzdem krabbelt es selbständig in den Beutel der Mutter. Dort nimmt es die Zitze in den Mund, um Milch zu trinken. Die Zitze lässt es während zwei oder drei Monaten nicht mehr los. Im Beutel verbleibt es etwa ein halbes bis fast ein ganzes Jahr. Zwillinge gibt es nur sehr selten.<eop> Was für Kängurus gibt es? Wer das Wort Känguru hört, denkt wohl am ehesten an die größeren Kängurus wie das Rote Riesenkänguru. Doch eigentlich sind die Kängurus eine Familie im Tierreich, die aus verschiedenen Arten besteht. Heute kennt man elf Gattungen von Kängurus, und insgesamt 65 Arten darin. Von denen sind aber schon vier ausgestorben. <eop>Am bekanntesten sind heute wahrscheinlich einige Arten aus der Gattung „Macropus“. Das Wort bedeutet „großer Fuß“. Dazu gehören die Grauen Riesenkängurus und die Roten Riesenkängurus. Die letzteren sind die größte Art von Kängurus, die es heute noch gibt. <eop>Eine besondere Gattung sind die Baumkängurus. Diese Tiere leben in Bäumen, so, wie es wohl auch die Vorfahren der Kängurus getan haben. Sie sind bedroht oder gefährdet, weil die Menschen oft Bäume fällen, auf denen Baumkängurus leben könnten.<eop>Viele Leute fragen sich, ob die Wallabys auch Kängurus sind oder etwas eigenes. Wallabys gehören durchaus zur Familie der Kängurus. Das Wort Wallaby verwendet man normalerweise für die kleineren Arten, und Känguru sagt man zu den vier größten Arten. Die meisten Wallaby-Arten sind in der Gattung Macropus, aber es gibt auch das Sumpfwallaby. Das ist eine eigene Gattung.<eop>Außerdem gibt es noch Tiere, die mit ihren Beinen ein wenig an Kängurus erinnern, wie die Kängururatten. Das sind aber keine Kängurus, sondern Ratten. Die Rattenkängurus hingegen galten früher durchaus als Kängurus, heute aber meint man, dass sie eine eigene Familie sind.<eop> Was bedeuten Kängurus für den Menschen? Die Ureinwohner haben Kängurus gejagt, damit sie Fleisch zu essen hatten und das Fell verarbeiten konnten. Auch die Einwanderer aus Europa erbeuteten Kängurus, vor allem die großen Tiere. Besonders gefährlich für die Kängurus ist es aber, dass die Menschen aus Europa viele Gebiete für sich verwenden, in denen sonst Kängurus leben würden. Aber nicht alle Arten sind davon bedroht, auszusterben. Manche darf man immer noch jagen.<eop>Viele Australier sind stolz auf Kängurus. Zusammen mit einigen anderen Tieren ist es ein Nationaltier, ein Wahrzeichen für das Land. Weil Kängurus nicht rückwärts gehen können, gelten sie als Zeichen für den Fortschritt, dafür, dass alles besser wird. <eop><eop>"}, {"title": "König", "id": 506, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/König", "text": "Ein König oder eine Königin ist ein Staatsoberhaupt, vertritt also einen Staat. Außer einem Kaiser ist ein König die wichtigste Art von Monarch. Das griechische Wort „Monarch“ bedeutet „Alleinherrscher“. Tatsächlich haben manche Könige große Macht und dürfen selbst die Regierung auswählen. Andere Könige ernennen nur die Regierung, denn tatsächlich wählt das Parlament die Regierungsmitglieder aus.<eop>Man darf solange König bleiben, bis man stirbt. Es gab aber auch schon Könige, die vorher abgedankt haben. Sie haben also erklärt, dass sie nicht mehr König sein wollen, vielleicht, weil sie schon sehr alt waren. Wenn ein König stirbt oder abdankt, wird normalerweise der älteste Sohn oder das älteste Kind neuer König. In manchen Staaten wurde ein König auch gewählt.<eop>Waren Könige früher mächtiger?<eop>Früher wurden fast alle Staaten von Königen regiert. Im 19. Jahrhundert, das ist die Zeit von 1800 bis 1900, mussten die meisten aber viel Macht an die Parlamente abgeben. 1918 haben viele Staaten ihre Monarchen verloren, und wenn seitdem ein neuer Staat entsteht, ist es normalerweise kein Königreich mehr, sondern eine Republik. Auch Deutschland und Österreich haben seitdem keine Kaiser und Könige mehr.<eop>In Europa haben noch Großbritannien, Spanien, die Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark und Norwegen Könige. Einige andere Länder haben andere Monarchen, wie das Fürstentum Liechtenstein mit einem Fürst. Sie sind Könige ohne viel Macht. Außerhalb von Europa gibt es Staaten, deren Staatsoberhaupt übersetzt auch König heißen würde. Ein Beispiel ist Saudi-Arabien, dort darf der „Malik“, der König, alles bestimmen.<eop>Wie wird man König? Wenn der alte König stirbt, wird sein Sohn der neue König. Wenn dieser stirbt, wird wiederum dessen Sohn der neue König, und so weiter. Das ist die Idee. Allerdings gibt es in der Geschichte viele andere Beispiele.<eop>Es konnte vorkommen, dass der Sohn des verstorbenen Königs noch zu jung war. Dann wurde ein Regent eingesetzt. Dieses Wort heißt soviel wie Herrscher oder Regierender. Der Regent war eine Art Ersatz-König, der solange regierte, bis es wieder einen richtigen König gab. So war Theophanu im Mittelalter eine Regentin. Später wurde ihr Sohn König.<eop>In vielen Ländern wurde der älteste Sohn König. Doch in manchen durfte auch eine Frau Königin werden, und zwar die richtige Königin, nicht nur die Ehefrau eines Königs. Im Jahr 1837 starb Wilhelm, der König von Großbritannien und Hannover. Seine Nichte Victoria wurde die neue Königin von Großbritannien. Doch im Königreich Hannover dufte nur ein Mann König werden. Dort wurde Ernst August der neue König, ein Onkel von Victoria.<eop>Manchmal musste ein Land sich einen König suchen, wenn der alte König keine Kinder hatte. Man nahm dann jemanden, der aus einer königlichen Familie kam. Das konnte auch jemand aus einem anderen Land sein. Im Jahr 1868 jagten die Spanier ihre Königin fort. Es dauerte mehrere Jahre, bis sie einen neuen König gefunden haben. Er sollte nämlich nicht aus der alten Königsfamilie kommen. Viele wollten gar nicht spanischer König werden, aus Angst, ebenfalls abgesetzt zu werden. Schließlich wurde es ein Königssohn aus Italien. Nach drei Jahren musste auch er fliehen.<eop>Ist man wirklich König so lange, bis man stirbt? Manche Könige wollen möglichst lang König bleiben. Normalerweise dürfen sie das auch. Es ist zum Beispiel nicht vorgeschrieben, dass man sich als alter Mensch zurückziehen muss. Königin Victoria von Großbritannien wurde mit 18 Jahren Königin und blieb das, bis sie starb, mit 81 Jahren.<eop>Einige Könige sind freiwillig zurückgetreten, sie haben abgedankt. Oft passierte das, weil sie sich für ihre Aufgabe zu alt fühlten. Manche hatten keine Lust, König zu sein, oder fühlten, dass sie es nicht gut machten. <eop>So mancher König hatte einen besonderen Grund. Eduard der Achte war gerade mal einige Monate König von Großbritannien, da wollte er eine Schauspielerin aus den USA heiraten. Sie war aber schon zweimal geschieden. Die Regierung fand das unmöglich: Das Volk würde es ablehnen, dass eine Frau an der Seite des Königs ist, die schon zwei Ehemänner hatte. Eduard dankte darum ab, um die Dame seines Herzens zu heiraten.<eop>Warum gab es in Deutschland mehrere Könige? Das alte Deutschland hieß das Heilige Römische Reich. Das Reich hatte einen König. Oft war der König aber gleichzeitig auch römischer Kaiser. Weil der Titel Kaiser wichtiger war, sprach man meist einfach vom Kaiser.<eop>Daneben kannte man aber weitere Könige. So war das alte Österreich nur ein Herzogtum. Der Herzog von Österreich konnte sich aber König nennen, weil er gleichzeitig der König von Böhmen war. Später wurde er auch noch König von Ungarn.<eop>Der Fürst von Brandenburg wurde mit diesem Trick König: Er ließ sich zum König von Preußen krönen. Preußen gehörte ihm, es lag damals nicht im Reich. So durfte er sich zunächst zwar nur „König in Preußen“ nennen, aber der Kaiser hat es zugelassen. Brandenburg-Preußen war damals schon ein mächtiges Land, und der Kaiser wollte es sich nicht zum Feind machen.<eop>Schließlich erhielt Deutschland einige Könige um das Jahr 1800. Napoleon Bonaparte hatte in großen Teilen von Deutschland das Sagen. Einige deutsche Fürsten haben ihn dabei unterstützt. Zur Belohnung hat er es anerkannt, dass sie einen höheren Titel verwendeten. Erst dadurch kam es zu einem Königreich Bayern, einem Königreich Württemberg und einem Königreich Sachsen. Später kam noch das Königreich Hannover hinzu.<eop>Seit dem Jahr 1871 war Deutschland ein neuer Staat. Der König von Preußen wurde gleichzeitig Deutscher Kaiser. Die übrigen Könige und anderen Fürsten blieben, was sie waren. Nur waren ihre Länder keine freien, selbstständigen Länder mehr. Sie waren eine Art Bundesland geworden. <eop>In den Jahren 1918 und 1919 wurde Deutschland eine Republik. Seitdem gibt es dort keine Kaiser, Könige und sonstige Fürsten mehr. Aber die Familien gibt es noch. Wer zu so einer Familie gehört, heißt dann zum Beispiel „Prinz von Bayern“. Das ist aber einfach nur der Nachname.<eop>Was ist, wenn ein König über mehrere Reiche herrscht? Wenn ein König über mehrere eigenständige Länder herrscht, redet man von einer Personalunion. Das lateinische Wort „Union“ heißt so viel wie „Vereinigung“. Bei einer Personalunion werden also zwei Dinge unter einer Person vereint. In diesem Fall die Throne zweier Länder. Manchmal sorgt der Herrscher dafür, dass das kleinere Land ein richtiger Teil des größeren wird. In diesem Fall wird aus der Personalunion eine Realunion. <eop>Eine Personalunion entsteht oft, wenn der Herrscher eines Landes stirbt, ohne einen Thronfolger gezeugt zu haben. Dann können Herrscher anderer Länder, sofern sie eine Verwandtschaft zum verstorbenen Herrscher haben, den Thron beanspruchen.<eop>Wenn es mehrere Herrscher gibt, die so einen Anspruch auf den Thron haben, führt das oft zu einem Erbfolgekrieg: Mehrere Länder entscheiden auf dem Schlacht<nowiki/>feld, wer die Personalunion bilden darf. Ein Beispiel dafür war der Spanische Erbfolgekrieg um das Jahr 1700, der zwischen Frankreich und Spanien auf der einen und Großbritannien und Österreich auf der anderen Seite geführt wurde. "}, {"title": "Lachse", "id": 509, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lachse", "text": "Lachse sind Fische. Sie leben meistens in großen Meeren, nämlich im Atlantischen Ozean oder im Pazifischen Ozean. Lachse können bis zu 150 Zentimeter lang werden und bis zu 35 Kilogramm wiegen. Sie ernähren sich von kleinen Krebsenund kleineren Fischen. <eop>Es gibt neun verschiedene Arten von Lachsen, die zusammen eine Tierfamilie bilden. Sie leben alle sehr ähnlich: Die Geburt erleben sie in einem Bach, später schwimmen sie ins Meer. Es gibt nur eine einzige Ausnahme, nämlich den Donaulachs. Der lebt immer im Fluss.<eop>Alle übrigen Lachse verbringen den mittleren Teil ihres Lebens im Meer. Ihren Nachwuchs bekommen sie jedoch in einem Bach. Dazu schwimmen sie vom Meer in große, saubere Flüsse. Sie überwinden auf diesem Weg manchmal große Hindernisse, zum Beispiel Wasserfälle. In der Nähe der Quelle legt das Weibchen seine Eier ab. Das Männchen entlässt seine Samenzellen ebenfalls ins Wasser. Dort findet die Befruchtung statt. Danach sterben die meisten Lachse vor Erschöpfung. <eop>Der Nachwuchs lebt nach dem Schlüpfen ein bis zwei Jahre im Bach. Danach schwimmen die jungen Lachse ins Meer. Dort wachsen sie einige Jahre lang heran und schwimmen dann aufwärts durch denselben Fluss. Sie finden jede Abzweigung, auch in die kleinen Bäche und erreichen schließlich den Ort ihrer Geburt. Dort findet die Fortpflanzung von neuem statt.<eop>Lachse sind für die Natur sehr wichtig. Über 200 verschiedene Tierarten ernähren sich von Lachsen. Ein Braunbär in Alaska zum Beispiel muss im Herbst jeden Tag dreißig Lachse fressen, damit er in seinem Körper einen genügend großen Vorrat an Fett hat, um den Winter zu überleben. Die Lachse, die vor Erschöpfung gestorben sind, werden zu Dünger und ernähren so viele kleine Lebewesen.<eop>In vielen Flüssen sind Lachse jedoch ausgestorben, weil sie stark befischt wurden und weil Staudämme in die Flüsse gebaut wurden. Um das Jahr 1960 sah man in Deutschland und in Basel in der Schweiz den letzten Lachs. In Europa gibt es verschiedene Flüsse, in die junge Lachse von anderen Flüssen ausgesetzt wurden, damit die Lachse dort wieder heimisch werden. Damit sie Kraftwerke überwinden können, wurden viele Fischtreppen in die Flüsse gebaut. Im Jahr 2008 entdeckte man in Basel wieder den ersten Lachs.<eop>Viele Lachse in unseren Supermärkten kommen jedoch nicht aus der Natur, sondern sie wurden gezüchtet. Die befruchteten Eier werden in Süßwasser in Gläsern und besonderen Becken großgezogen. Dann werden die Lachse in große Gitter im Meer umgesiedelt. Dort muss man sie jedoch mit Fischen füttern, die man auch vorher im Meer fangen muss. Oft braucht Zuchtlachs auch viele Medikamente, weil die Lachse auf engem Raum leben.<eop><eop>"}, {"title": "Landkarte", "id": 510, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Landkarte", "text": "Eine Landkarte ist eine Zeichnung. Damit zeigt man, wie es auf einem Teil der Erde aussieht. Es gibt allerdings nicht nur Landkarten von der Erde, sondern auch von anderen Planeten und von Monden: eine Mondkarte, eine Marskarte und so weiter. Eine Karte von einem Meer ist eine Seekarte.<eop>Wer eine Karte macht, ist ein Kartograf. Die Wissenschaft dazu heißt Kartografie. Zunächst muss man wissen, wie es in einer Gegend aussieht: Zum Beispiel, welche Straßen und Flüsse es dort gibt, ob dort Häuser oder gar Städte stehen, ob einige Landstriche höher liegen als andere.<eop>Dann zeichnet man die Karte. Dabei wird vieles einfacher beschrieben als es in der Wirklichkeit ist. Ein Fluss ist auf der Karte eine dünne blaue Linie. Tatsächlich sind nicht alle Flüsse blau, und sie sind nicht alle gleich breit. Aber für den Leser der Karte ist es einfach, wenn er eine blaue Linie sofort als Fluss erkennt.<eop>Wichtig ist zu wissen, welchen Maßstab eine Landkarte hat. Die Karte kann schließlich nicht genauso groß sein wie das Land, das sie beschreibt. Wenn eine Karte zum Beispiel den Maßstab 1:10.000 hat, dann heißt das: Was auf der Karte 1 Zentimeter lang ist, ist in Wirklichkeit 10.000 Zentimeter, also 100 Meter lang. Außerdem schaut man nach der Himmelsrichtung. Bei den meisten Landkarten ist oben Norden, unten Süden, links Westen und rechts Osten. Ein Buch mit vielen Karten nennt man auch Atlas.<eop> "}, {"title": "Landwirtschaft", "id": 511, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Landwirtschaft", "text": "In der Landwirtschaft baut man Pflanzen an und züchtet Tiere. Man isst oder verkauft sie. Daraus lassen sich außerdem viele Dinge herstellen. Die Landwirtschaft ist also ein wichtiger Teil der Wirtschaft: Ohne sie hätten wir nicht genug zu essen und auch vieles andere nicht.<eop>Beim Ackerbau pflanzt man etwas an und sorgt dafür, dass es gut gedeiht. Schließlich erntet man die Pflanzen. Manche Pflanzen wie Obst und Gemüse sind direkt essbar, Getreide beispielsweise muss dazu erst zu Brot verarbeitet werden. Andere Pflanzen werden angepflanzt, um Tiere zu mästen. Wiederum andere Pflanzen wie Raps werden auch angebaut, um deren Öl in Motoren zu verbrennen oder ihre Energie in elektrischen Strom umzuwandeln. Aus Leinen oder Baumwolle macht man Kleidung.<eop>Tiere züchtet und hält man einerseits, um sie zu schlachten und Fleisch zu erhalten. In Europa sind das vor allem Schweine, Rinder und Geflügel, zum Beispiel Hühner. Andererseits, liefern uns viele Tiere auch nützliche Produkte solange sie leben. So geben Kühe beispielsweise Milch und Hühner legen Eier. Dank der Tiere hat man ferner Wolle oder Leder.<eop>Nur ein Teil der heutigen Landwirtschaft ist nachhaltig. Sie wird also nicht überall so betrieben, dass sie immer so weitergeführt werden könnte. Oft wird über Jahre hinweg nur eine einzige Pflanzenart angebaut, zum Beispiel Kaffee oder Baumwolle. Das nennt man Monokultur. Diese Pflanzungen laugen die Böden aus und werden oft mit viel Gift gegen Schädlinge bespritzt.<eop>Für die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, gibt es verschiedene Ausdrücke. Viele sprechen von einem Bauern oder einer Bäuerin. Heute nennt man sie Landwirte. Das sind aber nur diejenigen, die auch einen eigenen Bauernhof haben. In der Landwirtschaft haben auch immer Leute für Bauern gearbeitet. Ein bekannter Ausdruck ist Landarbeiter.<eop>Imker, die Bienen halten oder Winzer, die Trauben anpflanzen um Wein herzustellen, gehören ebenso zur Landwirtschaft. Es gibt noch viele weitere Berufe, die mit Landwirtschaft zu tun haben, zum Beispiel Tierärzte.<eop>"}, {"title": "Larve", "id": 512, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Larve", "text": "Ursprünglich meinte man mit einer Larve eine Gesichtsmaske, wie sie heute noch in Basel, Luzern und an anderen Orten an der Fasnacht getragen wird. Heute benutzt man den Ausdruck meist für einen Abschnitt im Leben bestimmter Tiere. Dieser Lebensabschnitt liegt meist zwischen dem Ei und dem ausgewachsenen Tier. Dieses Stadium kann kürzer oder länger als die Zeit als ausgewachsenes Tier dauern. Es gibt auch Tiere, die sich nie weiter als bis zur Larve entwickeln.<eop>Bei den meisten Insekten, Amphibien und Fischen gibt es Larven. Es gibt viele verschiedene Bezeichnungen für Larven: Die Larven von Fröschen und ihren Verwandten nennt man Kaulquappen. Bei den Schmetterlingen sind es Raupen, bei den Fliegen und Käfern heißen sie Maden. Einzelne Tierarten haben sogar einen ganz besonderen Namen für ihre Larven: Engerlinge sind die Larven der Maikäfer und Mehlwürmer die der Mehlkäfer.<eop>Larven können an einem ganz anderen Ort leben als die ausgewachsenen Tiere: Die Larven von Stechmücken oder von Libellen leben im Wasser. Als Erwachsene leben sie dann vorwiegend in der Luft oder auf Pflanzen. <eop>Die Larven der Maikäfer sind bei den Bauern und Gärtnern besonders unbeliebt. Die Engerlinge leben während zwei bis fünf Jahren in der Erde und ernähren sich dort von Wurzeln. Die Pflanzen verkümmern dann oft oder sterben gar ab. Der Maikäfer lebt dann nur einige Wochen, paart sich und legt seine Eier ab.<eop><eop>"}, {"title": "Laubbaum", "id": 513, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Laubbaum", "text": "Ein Laubbaum ist ein Baum, der keine Nadeln hat, sondern Blätter. Die Blätter von Bäumen und Sträuchern nennt man auch Laub. Ein Laubbaum ist ein sogenannter Bedecktsamer: Die Samen wachsen in Körnern oder Früchten. <eop>In Europa und anderen Teilen der Welt, wo es weder zu kalt noch zu heiss ist, verlieren die Laubbäume ihr Laub im Winter. Die Laubbäume bei uns sind also normalerweise „sommergrün“. Die Blätter fallen im Herbst ab. So verliert der Baum weniger Wasser.<eop>Ein Wald mit lauter Laubbäumen ist ein Laubwald. In manchen Wäldern stehen Laubbäume und Nadelbäume, das ist dann ein Mischwald. Man kann aber auch Laubmischwald sagen, das ist ein Wald mit verschiedenen Arten von Laubbäumen. Ein Wald aus lauter Nadelbäumen ist ein Nadelwald.<eop>Von welcher Baumart gibt es am meisten Bäume? Vor etwa hundertfünfzig Jahren bestanden die Wälder zu zwei Dritteln aus Laubbäumen und zu einem Drittel aus Nadelbäumen wie Fichten und Kiefern. Auf Platz Eins stand als Laubbaum die Buche und danach die Eiche. Seit der Mensch die Wälder mehr bewirtschaftet und selber Bäume pflanzt, ist es genau umgekehrt: Es hat doppelt so viele Nadelbäume wie Laubbäume, weil man mit Nadelbäume mehr Geld verdienen kann. <eop>Die Laubbäume sind also in unserem Tiefland eher am Verschwinden. Forscher sagen aber, dies werde sich wieder ändern: Durch die Erwärmung des Klimas haben es die Nadelbäume schwerer, und sie werden eher noch in höheren Gegenden gedeihen. So wird unten wieder mehr Platz frei für Nadelbäume.<eop>Die Liste der häufigsten Bäume in Deutschland sieht heute so aus: Ahorn, Apfelbaum, Birke, Birnbaum, Buche, Eberesche (das ist die Vogelbeere), Eibe, Eiche, Erle, Esche, Hainbuche, Hasel, Kastanie, Kirschbaum, Linde, Pappel.<eop> "}, {"title": "Leben", "id": 514, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leben", "text": "Leben ist eine Eigenschaft von Pflanzen und Tieren, also auch des Menschen. Man nennt sie deshalb Lebewesen. Zu ihnen gehören auch die Bakterien und Pilze. Leblose Dinge nennt man Gegenstände. Das sind Steine, Metalle und viele andere Dinge.<eop>Die Wissenschaft vom Leben ist die Biologie. Aber auch die Wissenschaftler, die Biologen, finden es schwierig, genau zu sagen, was Leben ist. Folgende Dinge gehören dazu, damit man von einem Lebewesen spricht: Lebewesen können sich selbstständig erhalten. Sie haben einen Stoffwechsel, sie nehmen also Nahrung auf und verarbeiten sie. Lebewesen wachsen. Sie sind also erst mal klein und werden dann größer oder auch einfach anders.<eop>Lebewesen können sich vermehren. Sie pflanzen sich also fort, damit sie nicht aussterben. Dazu gehört auch, dass sich die Lebewesen von einer Generation zur anderen weiterentwickeln können. Lebewesen können Teile ihres Körpers selber bewegen. Das heißt aber nicht, dass sie sich selbständig fortbewegen können, also irgendwo hingehen. Plankton beispielsweise bewegt sich nur zufällig mit der Meeresströmung fort. Lebewesen empfangen Reize: Sie empfangen Signale aus ihrer Umwelt wie Licht, Wärme oder Berührung und reagieren darauf. Wir Menschen tun das mit unseren Sinnesorganen, die Signale an das Gehirn senden.<eop>Die meisten Lebewesen können atmen, aber nicht ganz alle. Menschen und Tiere haben ein Organ zum Atmen: die Lungen oder bei Fischen und jungen Amphibien die Kiemen. Pflanzen atmen durch ihre Zellen. Es gibt aber auch sehr wenige Lebewesen, die nicht atmen können. Dazu gehört ein Teil der Bakterien und einige andere winzige Tierchen, die meist sehr tief unten im Meer leben.<eop>Alle Lebewesen sind aus einzelnen Zellen aufgebaut. In den Zellen ist gespeichert, wie das Lebewesen wächst und was es sonst noch braucht. Es gibt Lebewesen mit nur einer einzigen Zelle, die nennt man „Einzeller“. Dazu gehören die meisten Bakterien, einzelne Pilze und andere. Die sind aber nicht miteinander verwandt. Die meisten Lebewesen sind jedoch Mehrzeller.<eop>Das Leben aller Lebewesen, so wie es die Biologen sehen, endet immer mit dem Tod. Manche Lebewesen leben nur kurz, andere sehr lange. Eine Eintagsfliege lebt nur einen Tag lang. Es gibt aber auch einen Riesenschwamm, einen Meeresbewohner, der 10.000 Jahre alt werden kann. In vielen Religionen stellt man sich vor, dass die Seele eines Lebewesens ewig weiterleben kann.<eop>Auf der Erde gibt es Leben schon seit mehr als 3,5 Milliarden Jahren. Fast überall auf der Erde hat man Leben gefunden. Das gilt für die heißeste Wüste wie für die Eislandschaften der Arktis und der Antarktis. Sogar an heißen Quellen am Meeresboden gibt es Leben, nämlich bestimmte Urbakterien, die man heute „Archaeen“ nennt. Sie leben von Methangas, das dort aus der Erde kommt, und brauchen kein Sonnenlicht. Die Menschen kennen bislang nur Leben auf der Erde. Man vermutet aber, dass es auch auf anderen Planeten außerirdisches Leben geben kann.<eop>Wie kann man die Lebewesen einteilen? Die Lebewesen teilt man in drei Domänen ein. Am besten kennen wir die Eukaryoten. Alle Lebewesen dieser Domäne haben in den Zellen einen Zellkern. Die Eukaryoten teilt man auf in die Reiche der Tiere, der Pflanzen und der Pilze. <eop>Die zweite Domäne bilden die Bakterien. Früher nannte man sie „Bazillen“. Sie haben keinen Zellkern. <eop>Die dritte Domäne bilden die Archaeen. Sie haben ebenfalls keinen Zellkern. Sie leben meist an extremen Orten: Es ist dort beispielsweise sehr heiß oder die Umgebung ist sehr salzig oder es herrscht sehr viel Druck, zum Beispiel tief unten im Meer.<eop>Schwierig wird es mit den Viren, denn die haben keinen Zellkern. Wenn man davon ausgeht, dass alles Leben einen Zellkern hat, sind die Viren nicht dabei. Die meisten Wissenschaftler sehen in den Viren bloß Material mit einem Programm, so ähnlich wie ein Teil in einem Computer oder in einem Smartphone.<eop>"}, {"title": "Leber", "id": 515, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leber", "text": "Die Leber ist das zweitgrößte Organ im Körper des Menschen. Beim Erwachsenen wiegt sie etwa eineinhalb bis zwei Kilogramm. Sie liegt im oberen Teil des Bauchs unter dem Zwerchfell. <eop>Ihre Farbe ist dunkelrot, weil die Leber sehr gut mit Blut versorgt wird. Die Leber macht viele Dinge gleichzeitig, und ohne sie könnten wir nicht überleben. In ihr sind Nährstoffe gespeichert, sie hilft bei der Verdauung und beseitigt die Gifte und Abfallstoffe, die im Blut sind. Außerdem sorgt die Leber auch dafür, dass unser Blut aus den richtigen Teilen zusammengesetzt ist.<eop>Man kann sich die Leber als eine Art Fabrik vorstellen, in der viele wichtige Stoffe hergestellt werden. Eine dicke Ader, die Pfortader, bringt Blut mit vielen Nährstoffen aus dem Darm heran. Eine andere Ader, die Leberarterie, liefert Blut mit viel Sauerstoff aus dem Herzen. Diese beiden Blutströme vermischen sich in der Leber. Das Blut wird geprüft und gereinigt. <eop>Einige Stoffe werden aus dem Blut herausgezogen, andere werden hinzugefügt. Ohne die Leber würden die Zellen des Körpers nach jeder Mahlzeit mit Unmengen von Zucker und anderen Nährstoffen überschwemmt. Es kommt aber auch vor, dass dringend Nährstoffe gebraucht werden, wenn gerade nichts vom Darm geliefert wird. Dann gibt die Leber aus ihren Vorratsspeichern Nährstoffe ab. <eop>In der Leber wird auch Gallenflüssigkeit hergestellt. Sie wird gebraucht, um Fett zu verdauen. Die Gallenflüssigkeit wird in der Gallenblase gesammelt. Die Gallenblase liegt unter der Leber.<eop>"}, {"title": "Leder", "id": 516, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leder", "text": "Leder wird aus Tierhaut hergestellt. Man nennt das: Die Tierhaut wird gegerbt. Der Beruf dafür ist der Gerber. Im heutigen Alltag brauchen wir sehr viele Dinge aus Leder, zum Beispiel Handtaschen, Sofas, Autositze und vieles anderes mehr.<eop>Die Häute von verschiedensten Tieren können zu Leder verarbeitet werden: Rinder, Schafe, Ziegen, Hirsche, Pferde und Schweine lieferten schon früher die Häute in unseren Ländern. Auch Häute von Krokodilen, Schlangen und Seehunden werden heute zu Leder verarbeitet. Dabei besteht die Gefahr, dass diese Tiere ausgerottet werden. Sogar aus Fischen wie Haien, Rochen, Dorschen und Aalen lassen sich Lederhäute gewinnen.<eop>Es gibt verschiedene Gerbemittel. Früher benutzten die Menschen Rinden, Holzspäne, Blätter oder Teile von Früchten, Mineralien oder Kochsalz. Auch Urin von Tieren und sogar von Menschen wurde verwendet. Je nachdem, welche Tierhaut gegerbt wurde und was daraus entstehen sollte, dauert der Gerbevorgang kürzer oder länger, bis zu mehreren Wochen. Seit über 100 Jahren werden auch chemische Mittel eingesetzt, beispielsweise mit dem Schwermetall Chrom. Die sind sehr giftig, wenn sie auf die Haut gelangen oder wenn man ihre Dämpfe einatmet.<eop>Ötzi ist eine Mumie aus der Steinzeit. Als Ötzi damals wanderte, trug er Schuhe aus Leder, denn Leder ist zäh und fast unverwüstlich. Leder war früher wichtig für Pferdesättel, Zaumzeuge und sonstige Riemen wie Gürtel oder für Beutel und Rucksäcke. Aber auch als Kleidung, insbesondere für Schuhe und Hüte, denn Leder ist weitgehend wasserdicht. Zudem kann man es einfetten. Dann bleibt es geschmeidiger und hält das Wasser noch zuverlässiger ab. <eop>Aus besondere feiner Tierhaut stellte man früher Pergament her. Dazu wurde jedoch die Haut nicht gegerbt. Man brauchte Pergament um darauf zu schreiben, bevor das Papier erfunden wurde.<eop> "}, {"title": "Lego", "id": 517, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lego", "text": "Lego ist ein Spielzeug aus Dänemark. Es besteht aus Bauklötzen und Figuren aus Plastik. Damit können die Spieler Gebäude, Straßen oder anderes zusammenbauen. Das Unternehmen, das die Lego-Klötze herstellt, heißt ebenfalls Lego.<eop>Der Gründer des Lego-Unternehmens war Ole Kirk Christiansen, ein Tischler. Erst machte er vor allem Möbel, seit dem Jahr 1932 aber auch Spielzeug. Der Name „Lego“ kommt von den dänischen Wörtern „leg godt“, zu Deutsch: „spiel gut“. Christiansens Sohn wurde schließlich der Chef des Unternehmens, und etwa seit dem Jahr 1960 sehen die Klötzchen so aus, wie man sie heute kennt.<eop> Womit verdient die Firma Geld? Lego-Baukästen gehören zu sogenannten Themenserien. Ein Thema ist beispielsweise „Piraten“, ein anderes „Western“. Eine Zeitlang um das Jahr 2000 hat das Lego-Unternehmen auch Baukästen zu bekannten Kinofilmen verkauft, wie „Star Wars“ oder „Harry Potter“. Allerdings musste das Unternehmen dafür viel Geld an die Eigentümer dieser Filme bezahlen, damit sie die Namen und Themen verwenden durften. Das hat sich nicht immer gelohnt.<eop>Die Firma verkauft aber nicht nur Baukästen. Es gibt Filme und Fernsehserien mit Figuren, die so aussehen, als wenn man sie aus Lego gebaut hätte. Ebenso kann man Brettspiele und Videospiele kaufen. Man verwendet die Lego-Marke für Bücher und auch für Kinderkleidung.+<eop>Schon seit dem Jahr 1968 steht in der dänischen Stadt Billund ein Freizeitpark, der Legoland heißt. Mittlerweile gibt es weitere solche Parks, zum Beispiel in Japan und den USA. Das deutsche Legoland steht seit dem Jahr 2002 in Günzburg in Bayern.<eop> Wer stellt ähnliche Baukästen her? Lego-Steine nennt man auch Klemmbausteine. Solche Klemmbausteine kann man zusammensetzen, ohne dass man sie aneinander kleben muss. Das liegt auch an den kleinen Noppen oben auf den Bausteinen.<eop>Nicht nur das Unternehmen Lego darf Klemmbausteine bauen. So gibt es viele weitere Unternehmen, die ähnliche Bausteine verkaufen. Sie dürfen nur nicht den Namen Lego verwenden, der ist geschützt und gehört dem Unternehmen The Lego Group in Dänemark. Geschützt ist auch das Aussehen der Figuren.<eop>Lego war übrigens noch nicht einmal die erste Firma mit solchen Steinen, sie war aber besonders erfolgreich. Noch heute verdient niemand anders so viel Geld mit Klemmbausteinen wie Lego. Andere Hersteller sind zum Beispiel Cobi aus Polen und Xingbao aus China. Die deutsche Firma Märklin, bekannt von ihren Modelleisenbahnen, verkauft nun ebenfalls Klemmbausteine.<eop> "}, {"title": "Lehm", "id": 518, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lehm", "text": "Lehm ist ein Material, das man an bestimmten Orten in der Erde findet. Lehm ist feucht und man kann ihn gut kneten und formen. Nach dem Trocknen kann man ihn in einem Ofen brennen, dadurch wird er hart. So entsteht Keramik, das ist der Großteil unseres Geschirrs. Auch Dachziegel, Backsteine, Fliesen, Waschbecken und WC-Schüsseln sind aus Lehm oder Keramik.<eop>Lehm besteht aus winzigen Bestandteilen. Sie sind etwa so groß wie das Mehl, das wir in der Küche oder in der Backstube verwenden. Diese Teile hat die Natur aus verschiedenen Gesteinen zerrieben, etwa durch Regen, Wind oder die Bewegung der Gletscher.<eop>Ein wichtiger Bestandteil von Lehm ist Ton. Dazu gehören feinster Sand und weitere feine Materialien. Für Fachleute ist also Lehm und Ton nicht genau dasselbe. In der Umgangssprache braucht man die beiden Ausdrücke allerdings meist gleich.<eop>Viele Tiere bauen ihre Bruthöhlen in Lehm. Darunter sind viele Insekten und Spinnen, aber auch Schnecken und die Uferschwalbe. Lehmwespen bauen sogar ihre Nester zum großen Teil aus Lehm.<eop>Für die Menschen ist Lehm das älteste Baumaterial neben Holz. Ganze Gebäude wurden aus Lehm errichtet. Ihre Ziegel wurden nicht gebrannt, sondern nur getrocknet. Viele Wände wurden aus Ruten geflochten und mit Lehm verstrichen, beispielsweise in den Fachwerkhäusern. Aus gebranntem Lehm entstanden Ziegelsteine und Dachziegel.<eop><eop>"}, {"title": "Lehrer", "id": 519, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lehrer", "text": "Lehrer sind Menschen, die anderen Menschen etwas beibringen und sich mit Bildung beschäftigen. Meistens denkt man dabei an Lehrer, die an einer Schule mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Aber auch an Universitäten wird gelehrt. <eop>Es gibt auch Schwimmlehrer oder Fahrlehrer. Andere Lehrer arbeiten an keiner Schule, aber trotzdem anderen etwas beibringen. Sie kommen zum Beispiel ins Haus und bringen das Klavierspielen bei.<eop>Wer Lehrer an einer Schule werden will, muss dafür an einer Universität oder Fachhochschule studieren. Dort lernt man einerseits den Inhalt von bestimmten Fächern. Wer zum Beispiel Chemielehrer werden will, studiert Chemie. Andererseits lernt man aber auch den Umgang mit Menschen und wie man anderen etwas beibringt. Dafür gibt es eine eigene Wissenschaft, die Didaktik.<eop>"}, {"title": "Leichtathletik", "id": 520, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leichtathletik", "text": "Leichtathletik nennt man verschiedene Sportarten, bei denen man läuft, springt oder wirft. Sie werden meistens im Sommer und im Freien ausgeübt, es gibt aber auch Wettkämpfe in der Halle. Anders als zum Beispiel beim Fußball treten in der Leichtathletik keine Mannschaften gegeneinander an, sondern einzelne Sportler. Es gibt aber auch Mannschafts-Wettbewerbe wie den Staffel-Lauf.<eop>Leichtathletik ist eine der ältesten Sportarten, die man kennt. Schon im Altertum gab es bei den Olympischen Spielen Wettläufe und es wurden Speere und Diskus-Scheiben geworfen. Noch heute ist die Leichtathletik ein wichtiger Teil der Olympischen Sommer-Spiele.<eop>Neben den Olympischen Spielen werden auch andere große Wettkämpfe ausgetragen, zum Beispiel Weltmeisterschaften und Europameisterschaften. Sie finden alle zwei Jahre im Wechsel statt. Es gibt auch kleinere internationale Wettbewerbe, wie zum Beispiel das Internationale Stadionfest ISTAF in Berlin. Außerdem gibt es landesweite Meisterschaften.<eop>Woher der Name kommt, weiß man heute nicht mehr genau. Wahrscheinlich wollte man damit früher das Laufen, Springen und Werfen von „schwereren“ Sportarten wie zum Beispiel dem Gewichtheben unterscheiden. Aber auch in manchen Disziplinen der Leichtathletik braucht man viel Kraft, zum Beispiel beim Kugelstoßen oder Hammerwerfen. <eop> Welche Sportarten gehören zur Leichtathletik? Die verschiedenen Sportarten in der Leichtathletik nennt man auch Disziplinen. Sie werden in vier Gruppen eingeteilt: Lauf, Sprung, Wurf und Mehrkampf.<eop>Die Laufdisziplinen unterscheiden sich nach Länge und Geschwindigkeit: Im Sprint werden kurze Strecken wie 100 oder 200 Meter gelaufen, im Ausdauerlauf Strecken zwischen 800 und 10.000 Metern. Dazu gibt es noch Hürden- oder Hindernisläufe, das Gehen sowie den Marathon. Das ist eine 42 Kilometer lange Strecke, die nicht mehr im Stadion, sondern auf der Straße gelaufen wird. <eop>Springen kann man in die Weite und auch in die Höhe. Beim Weitsprung und Dreisprung läuft der Sportler auf einer Laufbahn an und springt am Ende in eine mit Sand gefüllte Grube. Beim Weitsprung springt er nur einmal, beim Dreisprung macht er noch auf der Laufbahn zwei lange Sprünge und landet erst nach dem dritten Sprung im Sandbecken. Beim Hochsprung springt der Sportler über eine Querlatte und landet dann auf einer weichen Matte. Beim Stabhochsprung schwingt sich der Sportler mit einen langen Stab über die Latte. So kann man sehr viel höher springen als beim einfachen Hochsprung.<eop>Geworfen wird mit dem Speer, dem Diskus und dem Hammer. Außerdem gibt es das Kugelstoßen: Dabei stößt der Sportler eine schwere Kugel von der Schulter nach vorne. Das ist körperlich sehr anstrengend, darum fliegen die Kugeln auch nicht so weit wie Diskusse oder Speere.<eop>Beim Mehrkampf machen die Sportler verschiedene Wurf-, Sprung- und Laufwettbewerbe nacheinander und sammeln dabei Punkte. Wer am Ende am meisten Punkte hat, gewinnt. Frauen machen sieben verschiedene Disziplinen, das nennt man Siebenkampf oder griechisch Heptathlon. Männer machen zehn verschiedene Disziplinen, das nennt man Zehnkampf oder griechisch Dekathlon. <eop><eop>"}, {"title": "Leipzig", "id": 521, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leipzig", "text": "Leipzig ist eine Stadt im deutschen Bundesland Sachsen. Hier wohnen etwas mehr als 560.00 Menschen. Damit ist Leipzig etwas größer als die sächsische Hauptstadt Dresden und die größte Stadt der ehemaligen DDR. Die Sachsen sprechen die Stadt Leibsch aus. Leipzig wurde im Mittelalter gegründet und erhielt im 12. Jahrhundert das Stadtrecht. Bald wurde hier sehr viel Handel getrieben und die Stadt wurde wichtiger. Die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 dauerte drei Tage. Damals wurde der französische Kaiser Napoleon vernichtend geschlagen und aus Deutschland vertrieben. Die Schlacht heißt so, weil rund 600.000 Soldaten aus vielen Ländern Europas gegeneinander kämpften. <eop>Heute ist Leipzig vor allem für seine Buchmesse bekannt. Sie ist neben der Frankfurter Buchmesse die wichtigste in Deutschland. Zu dieser Messe kommen viele Menschen aus anderen Ländern nach Leipzig. <eop>Leipzig ist auch eine wichtige Stadt der Musik. Hier lebte und arbeitete der Komponist Johann Sebastian Bach. Außerdem hat Leipzig die älteste Musikhochschule und einen der bekanntesten Kirchenchöre Deutschlands. <eop>Der Fußballverein RB Leipzig spielt in der Bundesliga. Er gehört dem Getränkehersteller Red Bull und wird von diesem mit Geld unterstütz. Viele Fußballfans finden es nicht gut, dass ein Unternehmen einfach so einen Verein besitzt und diesen durch viel Geld erfolgreich macht. Andere Fußballvereine aus Leipzig sind Lokomotive Leipzig und Chemie Leipzig. <eop> "}, {"title": "Lenin", "id": 522, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lenin", "text": " Lenin war ein Politiker aus Russland. Er lebte in einer Zeit, als das Land von den Zaren regiert wurde, den russischen Kaisern. Lenin war Kommunist und begann eine Revolution, also eine politische Veränderung mit Gewalt. Daraus entstand die Sowjetunion.<eop>Sein eigentlicher Name war Wladimir Iljitsch Uljanow. Er wurde im Jahr 1870 geboren und stammte aus einer reichen Familie. Sein älterer Bruder wollte den Zaren töten und wurde hingerichtet. Daraufhin entschloss Wladimir sich, selbst gegen die Zaren zu kämpfen. Für diesen Kampf nannte er sich Lenin.<eop>Lenin lernte die Ideen von Karl Marx kennen. Marx hatte behauptet, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden würden. Darum sollten die Armen sich zusammenschließen und die Reichen bekämpfen, um selber an die Macht zu kommen. Lenin meinte, dass man nicht darauf warten soll, bis die Armen das selbst tun. Es müsse eine Gruppe geben, die die Führung übernimmt. <eop>Erst war Lenin Mitglied der Sozialdemokratischen Partei in Russland. Er trennte sich aber mit seinen Anhängern von den Sozialdemokraten. Seine neue Partei nannte er die Bolschewiki. Lenin lebte damals meist in der Schweiz und anderen europäischen Ländern, um vor der russischen Polizei sicher zu sein.<eop>Im Ersten Weltkrieg gelang es Lenin, in Russland an die Macht zu kommen. Nach dieser Oktober-Revolution, im Jahr 1917, unterdrückte Lenin die anderen Parteien. Es kam zum Bürgerkrieg, den Lenin gewann. Im Jahr 1922 machte er aus Russland und besetzten Nachbarländern die Sowjetunion. Sie gilt als der erste und größte kommunistische Staat der Welt. <eop> Was wurde nach seinem Tod aus ihm? Lenin starb schon nach zwei Jahren nach Gründung der Sowjetunion. Einige Zeit später wurde Josef Stalin sein Nachfolger. Manche Leute behaupten, dass Lenin ein guter Mann gewesen sei. Erst Stalin habe aus der Sowjetunion ein Land gemacht, in dem viele Millionen Menschen getötet wurden. Heute weiß man aber, dass bereits Lenin es richtig fand, jeden zu töten, der gegen die Sowjetunion war. Er ist verantwortlich für den Tod Tausender Menschen.<eop>Man hat Lenin viele Denkmäler gebaut, sowohl in der Sowjetunion, als auch in Ländern, die von der Sowjetunion unterdrückt wurden. Nach dem Ende der Sowjetunion wurden viele davon abgerissen. Es gab sogar Städte die seinen Namen erhielten. Kinder mussten Lieder über ihn singen.<eop>Die Leiche Lenins wurde nach seinem Tod nicht begraben, sondern einbalsamiert. Auf diese Weise ist der Körper nicht verwest, sondern bewahrt geblieben. Am Kreml in Moskau hat man ihm ein Gebäude gebaut, ein Mausoleum. Wer Moskau besucht, kann sich dort noch heute den toten Lenin ansehen.<eop> "}, {"title": "Leonardo da Vinci", "id": 523, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leonardo da Vinci", "text": "Leonardo da Vinci war ein vielseitig begabter Künstler und Wissenschaftler aus der Toskana, einer Region in Italien. Er kam im Jahr 1492 in der Nähe des Dorfes Vinci zur Welt. Daher kommt sein Name. Man sagt „Leonardo da Wintschi“. Er lebte also zu Beginn der Neuzeit, in der Renaissance. Er starb im Jahr 1519 in Frankreich. Man bewundert ihn noch heute für seine Zeichnungen, Gemälde und Ideen. Als Universalgenie, so sagt man, kannte er sich mit so ziemlich allem aus. <eop>Bekannt wurde er vor allem wegen seiner Kunstwerke. Die Mona Lisa ist heute eines der teuersten Gemälde der Welt. Er konnte so malen, dass die Linien wie gehaucht aussahen. Seine Gemälde sehen ein wenig verschwommen aus, wie lebendig. Diese besondere Malweise nennt man heute „sfumato“, verraucht.<eop>Als großartiger Zeichner konnte er technische Dinge sehr genau darstellen. Früher hielt man ihn auch für einen großartigen Erfinder. Heute weiß man aber, dass er eher Maschinen genau zeichnete, die schon vorher erfunden worden waren. Von den Flugmaschinen, die er selbst zeichnete, hat man Modelle gebaut. Die konnte man aber kaum zum Fliegen bringen. <eop>Um zu verstehen, wie man den Körper richtig zeichnet, war er an Leichen interessiert. Er war dabei, als man welche aufgeschnitten hat und beobachtete die Organe genau, die freigelegt wurden. Die zeichnete er erstaunlich genau nach. <eop>Allerdings verbot die Kirche so etwas bald. Die Kirche oder andere Leute, die seine Ideen stehlen wollten, sollten seine Texte nicht lesen können. Darum hat er sie spiegelverkehrt geschrieben. Vielleicht hat er das auch getan, weil er es als Linkshänder sehr gut konnte. <eop><eop>"}, {"title": "Leopard", "id": 524, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leopard", "text": "Der Leopard gehört zur Familie der Katzen. Er ist die viertgrößte Großkatze nach dem Tiger, dem Löwen und dem Jaguar. Sein Fell ist gelb mit schwarzen Punkten. Wenn das Fell ganz schwarz ist, nennt man ihn einen Panther oder Schwarzen Panther. <eop>Leoparden leben in Afrika südlich der Wüste Sahara und im Süden Asiens. Früher lebten sie auch im heutigen Indonesien und bis zur Eiszeit sogar in Europa. In der Südhälfte Afrikas gibt es noch viele Leoparden. In den anderen Gebieten sind sie stark ausgedünnt oder sogar ausgerottet.<eop>Wie leben Leoparden? Leoparden können sehr schnell laufen, gut springen und klettern, auch schwimmen. Sie lauern ihrer Beute auf oder schleichen sich an sie heran und überfallen sie aus dem Hinterhalt. Ein Leopard frisst am liebsten Antilopen oder Hirsche, sonst aber auch kleinere Tiere, auch Reptilien, Vögel und sogar Käfer. Ausgewachsene Zebras sind ihm bereits zu groß, aber gerne erwischt er mal ein Jungtier. Leoparden können auch nachts sehr gut sehen. Deshalb jagen sie zu jeder beliebigen Tageszeit.<eop>Leoparden sind Einzelgänger, die große Gebiete für sich beanspruchen. Man nennt sie Territorium. Bei einem Männchen kann ein Territorium so groß sein wie die Stadt Zürich. Bei den Weibchen sind die Territorien kleiner. Die Territorien von Männchen und Weibchen können sich überschneiden. Jedes Tier markiert sein Territorium mit seinem Urin und seinem Kot. <eop>Nur etwa während einer Woche im Jahr duldet das Weibchen ein Männchen in seiner Nähe. Es ist dann bereit zur Paarung. Die Tiere paaren sich mehrmals. Sie jagen dann auch zusammen und teilen ihre Beute. Meist verlassen dann die Männchen ihre Weibchen. In seltenen Fällen ziehen sie aber die Jungtiere auch gemeinsam auf.<eop>Die Leopardin trägt ihre Jungtiere etwas mehr als drei Monate lang in ihrem Bauch. Sie gebiert meist zwei bis vier Jungtiere. Jedes wiegt etwa ein halbes Kilogramm. Diese bekommen erst Milch von der Mutter zu trinken. Im Alter von zwei bis drei Monaten fressen sie auch Fleisch, das die Mutter erjagt hat. Damit die Jungtiere ihre Mutter verlassen können, müssen sie etwa ein oder anderthalb Jahre alt sein.<eop>Sind Leoparden gefährdet? Leoparden haben viele Feinde, vor allem die größeren Raubkatzen, aber auch Bären, Hyänen, Schakale und Wölfe. Meist flüchten dann die Leoparden auf Bäume. <eop>Ihr größter Feind ist jedoch der Mensch. Schon die Alten Griechen fingen Leoparden in Fallgruben oder mit giftigen Pfeilen. In Indien hielten sich viele Herrscher gezähmte Leoparden. Die Römer schleppten Leoparden für Tierkämpfe nach Rom.<eop>Seit Jahrhunderten jagten die Menschen Leoparden, um ihre Haustiere zu schützen. Man hatte auch Angst, sie würden Menschen fressen. Das kommt selten vor. Vor allem alte oder schwache Leoparden, die kein Tier mehr erlegen können, fallen zur Not auch Menschen an.<eop>Mit den Pelzen konnte man viel Geld verdienen. Viele Landbesitzer erlaubten Jägern auf ihrem Gebiet zu jagen und verlangten dafür ebenfalls Geld. Noch im letzten Jahrhundert gehörte der Leopard zu den beliebtesten fünf großen Tieren, die gejagt wurden, neben den Elefanten, Nashörnern, Büffeln und Löwen.<eop>Weil der Mensch immer mehr Land für die Landwirtschaft nutzbar machte, verschwanden auch viele Beutetiere des Leoparden. So fanden diese nichts mehr zu fressen.<eop>Heute sind die Leoparden auf der ganzen Welt geschützt. In vielen Ländern gibt es aber nur noch so wenige Leoparden, dass die Männchen keine Weibchen mehr finden und dort auch aussterben werden. Am besten geht es den Leoparden in Afrika südlich der Sahara. Hier schätzte man den Bestand auf bis zu 700.000 Tiere. In Indien soll es noch etwa 14.000 Leoparden geben. Sie sind also nicht vom Aussterben bedroht.<eop><eop>"}, {"title": "Lerchen", "id": 525, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lerchen", "text": "Lerchen sind kleine Singvögel. Auf der ganzen Welt gibt es etwa 90 Arten, in Europa gibt es elf Arten. Am bekanntesten sind die Feldlerche, die Heidelerche, die Haubenlerche und die Kurzzehenlerche. Einige dieser Lerchenarten verbringen das ganze Jahr am selben Ort. Sie sind also Standvögel. Andere ziehen nach Spanien und Portugal, wieder andere nach Afrika. Die sind also Zugvögel. <eop>Das Besondere an den Lerchen ist ihr Gesang. Immer wieder haben Dichter und Musiker darüber geschrieben oder ihre Musik dem Gesang der Lerchen nachgeahmt. Sie können steil aufsteigen und dann in einer Spirale hinuntersegeln und dabei immer singen.<eop>Lerchen bauen ihre Nester auf den Boden. Sie brauchen dazu etwas Land, das gerade kein Bauer bewirtschaftet und das nicht durch Menschen verändert wurde. Dort graben sie eine kleine Grube und polstern sie aus. Weil es immer weniger solche Orte gibt, nehmen es bei einigen Arten immer weniger Lerchen. Manche Bauern lassen mitten in einem Acker ein Stück Land unberührt für die Lerchen. Das nennt man „Lerchenfenster“.<eop>Lerchenweibchen legen ein- bis zweimal im Jahr Eier, jedes Mal etwa zwei bis sechs Stück. Das hängt von der Lerchenart ab. Meistens brütet nur das Weibchen, das dauert knapp zwei Wochen. Beide Eltern füttern dann ihre Jungtiere gemeinsam. Nach einer guten Woche fliegen die Jungen schon aus.<eop>Mit der Nahrung sind die Lerchen nicht wählerisch: Sie fressen Raupen, kleine Käfer, Ameisen, aber auch Spinnen oder Schnecken. Aber auch Samen gehören auf ihren Speiseplan, ebenso Knospen und ganz junge Gräser.<eop>Lerchen sind meist bräunlich. Sie sind somit gut der Erdfarbe angepasst. Zum Schutz vor Räubern haben sie nämlich nur ihre Tarnfarbe. Trotzdem gibt es von einigen Lerchenarten immer weniger. Dies liegt nicht an den Feinden sondern daran, dass sie immer weniger geeignete Stellen für ihre Nester finden.<eop><eop>"}, {"title": "Leuchtturm", "id": 526, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Leuchtturm", "text": "Leuchttürme stehen meist an der Küste, auf Inseln oder auch im Wasser vor der Küste. Sie leuchten weit aufs Meer hinaus und helfen so den Schiffen, ihren Weg zu finden. Manchmal warnen sie auch vor gefährlichen Stellen, an denen das Wasser nicht tief genug ist. Auch an Flüssen und an Binnen-Seen findet man manchmal kleinere Leuchttürme.<eop>Der älteste bekannte Leuchtturm der Welt stand im Altertum in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria. Im Jahr 1303 stürzte er bei einem Erdbeben ein. Etwa zur gleichen Zeit wurde der älteste Leuchtturm Deutschlands gebaut: auf der Insel Neuwerk, vor der Mündung der Elbe in die Nordsee. Der älteste noch bestehende Leuchtturm der Welt steht in Spanien: Er wurde im 2. Jahrhundert nach Christus von den Römern erbaut. <eop>Heute finden die meisten Schiffe mit Hilfe von Satelliten ihren Weg. Trotzdem sind Leuchttürme zur Sicherheit immer noch sehr wichtig, falls die Satellitentechnik mal ausfällt, oder für kleinere Schiffe. Viele Leuchttürme sind auch bekannte Wahrzeichen der Orte, an denen sie stehen. <eop> Wie funktioniert ein Leuchtturm? Früher wurden auf den Türmen große Feuer angezündet. Deshalb heißen Leuchttürme in der Seemannssprache auch heute noch „Leuchtfeuer“. In der Neuzeit wurden die Feuer durch Öllampen und später Gaslampen ersetzt. Heute nimmt man meist elektrisches Licht. Seit dem 19. Jahrhundert baut man besondere Glas-Linsen ein, die das Licht bündeln und verstärken. Außerdem drehen sich die Linsen so, dass jeder Leuchtturm ein ganz eigenes Signal aus Licht und Pausen aussendet. Daran kann der Kapitän eines Schiffes erkennen, welchen Leuchtturm er gerade sieht. <eop>Wie weit ein Leuchtturm leuchten kann, hängt von der Höhe des Turmes sowie von der Stärke und Farbe des Lichtes ab. Die meisten reichen zwischen zehn und 35 Kilometer weit. <eop> "}, {"title": "Lexikon", "id": 527, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lexikon", "text": "In einem Lexikon schlägt man nach, was man wissen will. Das Lexikon kann ein Buch sein, eine Reihe von Büchern, eine CD-ROM oder eine Internetseite wie die Wikipedia und das Klexikon. Im Lexikon stehen Informationen, die für viele Menschen interessant sind. Normalerweise beschäftigt sich ein Lexikon mit vielen unterschiedlichen Wissensgebieten oder Fächern, wie Kunst, Geschichte, Erdkunde und Natur. Ein Fachlexikon hingegen beschreibt ein einziges Wissensgebiet oder wissenschaftliches Fach.<eop>Das Wort Lexikon kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Wort“. Die Mehrzahl heißt Lexika. Ein anderer Ausdruck für Lexikon ist Enzyklopädie, auch das kommt aus dem Griechischen. Es ist nicht genau bekannt, was es bedeutet, aber möglicherweise hat es damit zu tun, dass von vielen verschiedenen Dingen handelt.<eop>Viele Lexika sind nach dem Alphabet geordnet. Man sucht also nach dem Begriff über die Buchstaben, mit denen er anfängt. Es gibt aber auch Lexika, die nach den Themen geordnet sind: Zuerst alle Länder in Afrika, dann die in Amerika und so weiter. Man nennt das dann ein Handbuch. Oder man ordnet ein Lexikon nach der Zeit: erst das, was zuerst passiert ist, dann das danach und so weiter. Einige Lexika erklären die Begriffe mit sehr langen, andere mit sehr kurzen Beschreibungen.<eop>"}, {"title": "Libelle", "id": 528, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Libelle", "text": "Libellen sind eine Ordnung der Insekten. In Europa gibt es etwa 85 verschiedene Arten, auf der ganzen Welt sogar über 5.000. Ihre ausgestreckten Flügel sind etwa 2-11 Zentimeter lang. Einzelne Arten bringen es auf fast 20 Zentimeter. <eop>Libellen haben zwei Flügelpaare, die sie unabhängig voneinander bewegen können. Sie können damit ganz enge Kurven fliegen oder in der Luft stehen bleiben. Einige Arten beherrschen sogar den Rückwärtsflug. Die Flügel bestehen aus einem feinen Gerippe. Dazwischen spannt sich eine sehr dünne Haut, die oft durchsichtig ist.<eop>Libellen sind Räuber. Sie fangen ihre Beute im Flug. Dazu sind ihre Vorderbeine besonders ausgebildet. Libellen fressen vorwiegend andere Insekten, sogar Libellen der eigenen Art. Ihre eigenen Feinde sind Frösche, Vögel und Fledermäuse. Wespen, Ameisen und einige Spinnen fressen die Jungtiere der Libellen. Diese fallen auch fleischfressenden Pflanzen zum Opfer.<eop>Mehr als die Hälfte der europäischen Arten ist gefährdet, ein Viertel ist sogar vom Aussterben bedroht. Ihre Lebensgebiete schrumpfen, weil der Mensch auf immer mehr Naturland Landwirtschaft betreiben will. Zudem werden die Gewässer verschmutzt, so können sich die Larven der Libellen nicht mehr darin entwickeln.<eop>Wie vermehren sich Libellen?<eop>Libellen paaren sich im Flug und halten sich aneinander fest. Sie verbiegen sich so, dass dabei eine Körperform entsteht, die man Paarungsrad nennt. So gelangen die Samenzellen des Männchens in den Körper des Weibchens. Manchmal hält sich das Männchen dabei an einer Pflanze fest.<eop>Das Weibchen legt dann seine Eier meist im Wasser ab. Einige Arten legen ihre Eier aber auch unter Baumrinden. Aus jedem Ei schlüpft die Vorstufe einer Larve, die dann ihre Haut abstreift. Dann ist sie eine richtige Larve.<eop>Die Larven leben während drei Monaten bis zu fünf Jahren im Wasser. Während dieser Zeit atmen die meisten von ihnen durch Kiemen. Sie ernähren sich von Insektenlarven, winzigen Krebsen oder Kaulquappen. Dabei müssen die Larven mehr als zehn Mal ihre Haut abstreifen, weil sie nicht mitwachsen kann.<eop>Zum Schluss verlässt die Larve das Wasser und setzt sich auf einen Stein oder hält sich an einer Pflanze fest. Dann verlässt sie ihre Larvenhülle und entfaltet ihre Flügel. Ab dann ist sie eine richtige Libelle. Als solche lebt sie allerdings nur wenige Wochen oder einige Monate. Während dieser Zeit muss sie sich paaren und Eier legen.<eop><eop>"}, {"title": "Licht", "id": 530, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Licht", "text": "Licht besteht aus Strahlen, die es uns ermöglichen, etwas zu sehen. Dabei fallen Lichtstrahlen zum Beispiel auf einen Gegenstand, der einen Teil der Lichtstrahlen wieder zurück schickt. Diese Lichtstrahlen enthalten dann wichtige Informationen über die Farbe, die Form des Gegenstands und wo genau er sich befindet. Unsere Augen nehmen die Lichtstrahlen auf und leiten sie ans Gehirn weiter. Dann erst können wir den Gegenstand sehen. <eop>Ganz ohne Licht können wir gar nichts erkennen. Oder andersherum gesagt: Je mehr Lichtstrahlen in unsere Augen fallen, desto besser können wir sehen. Lichtstrahlen sind gerade. Wenn sie auf einen Gegenstand treffen, werden sie entweder geschluckt, also zurück behalten oder reflektiert, das heißt umgeleitet in eine andere Richtung. Dunkle Farben können Licht schlucken, helle Farben reflektieren mehr.<eop>Lichtstrahlen stammen aus Lichtquellen. Die hellste Lichtquelle, die wir kennen, ist die Sonne. Sie besteht aus den Gasen Wasserstoff und Helium und leuchtet so stark, weil sich ständig Wasserstoff-Atome zu Helium-Atomen verbinden. Dabei entstehen Licht und Wärme.<eop>Bis in die Neuzeit wussten die Menschen noch nicht genau, was Licht ist. Sie dachten zum Beispiel: Man sieht dadurch, dass Strahlen aus unseren Augen kommen. Diese Strahlen tasten die Dinge ab und gehen zurück in die Augen.<eop>Was macht den Unterschied beim Licht? Lichtstrahlen kann man sich als winzige Wellen vorstellen. Weit auseinander liegende Wellen ergeben rotes Licht. Liegen die Wellen enger beieinander, entsteht gelbes Licht. Dann wird es grün, blau und violett. Diese Farben können wir Menschen sehen. Nach violett kommt noch ultraviolett, das sehen gewisse Tiere. Liegen die Wellen noch weiter auseinander als bei rot, spricht man von infrarot. Das sehen wiederum andere Tiere. Im Sonnenlicht sind alle diese Farben enthalten. Im Regenbogen werden sie sichtbar. Man nennt diese Farben Spektralfarben.<eop>Wir können Licht mit den Augen als eher warm oder eher kalt empfinden. Kaltes Licht hat eine kurze Wellenlänge. Es ist sehr weiß, manchmal mit einem leichten Stich ins Bläuliche oder ins Violette. Solche Lampen sind als „kalt-weiß“ gekennzeichnet. „Warm-weißes“ Licht hat längere Wellen, es ist eher gelb. Das Licht eines Feuers ist gelb-orange. Das wirkt in unseren Augen wärmer. Die Wärme, die wir dabei auf der Haut spüren, kommt aber von den infraroten Strahlen, die wir mit den Augen nicht sehen.<eop>Aber das ist erst der Anfang. Die Optiker haben herausgefunden, dass man sich Lichtstrahlen als winzige Wellen vorstellen kann. Die engsten Wellen ergeben eine atomare Strahlung. Etwas weniger eng sind die Röntgenstrahlen. Dann folgt die ultraviolette Strahlung, die zum Beispiel Sonnenbrand verursacht. Dann folgen die für uns sichtbaren Farben von violett bis rot. Anschließend kommt die Infrarotstrahlung, zum Beispiel die Wärme eines Feuers. Noch weniger dicht stehen die Mikrowellen, die uns zum Beispiel im Mikrowellenofen etwas aufwärmen. Zum Schluss kommen die Radiowellen, die uns die Programme übertragen.<eop> Was ist die Lichtgeschwindigkeit? Licht kann sich unglaublich schnell ausbreiten. In einer Sekunde legt das Licht 300.000 Kilometer zurück, das sind umgerechnet eine Milliarde Stundenkilometer. Das Licht braucht also von der Erde bis zum Mond nur etwas mehr als eine Sekunde.<eop>Für uns Menschen ist diese Geschwindigkeit nicht wahrnehmbar. Wenn wir zum Beispiel eine Lampe anknipsen, meinen wir, das Licht sei sofort da. Bei der Erforschung des Weltalls spielt die Lichtgeschwindigkeit aber eine sehr große Rolle.<eop>Was ist ein Lichtjahr? Ein Lichtjahr ist die Länge, die ein Lichtstrahl in einem Jahr zurücklegt. Ein Lichtjahr beträgt rund zehn Billionen Kilometer. Das ist eine Eins mit 13 Nullen. Mit „Lichtjahr“ misst man also nicht die Zeit, sondern eine Entfernung. Lichtjahre benutzt man vor allem, um große Entfernungen im Weltall anzugeben. <eop>Wer von Lichtjahren spricht, kann auch andere Längen berechnen: Lichtstunden, Lichtminuten oder Lichtsekunden. Wenn die Sonne plötzlich nicht mehr leuchten würde, bekämen wir das erst acht Minuten später mit. Die Sonne ist also acht Lichtminuten von der Erde entfernt. Bis zum Mond beträgt der Abstand etwas mehr als eine Lichtsekunde.<eop>Von anderen Sternen, die wir nachts am Himmel sehen, ist das Licht viele Jahre unterwegs. Wir sehen deshalb nicht die Sterne, wie sie heute aussehen, sondern wie sie früher ausgesehen haben. <eop>Unser Sonnensystem liegt in der Milchstraße. Die hat die Form einer flachen Scheibe. An der längsten Stelle beträgt ihr Durchmesser gegen 200.000 Lichtjahre.<eop>"}, {"title": "Liebe", "id": 531, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Liebe", "text": " Liebe ist ein Gefühl von starker Zuneigung und Verbundenheit zwischen zwei Menschen. Es ist sogar noch stärker als Freundschaft. Meistens meint man damit die Liebe bei einem Pärchen. Liebende streicheln und küssen sich gerne, und oft kommt es dann auch zu Sex. Eine starke Zuneigung voller Liebe gibt es oft auch zwischen Eltern und ihren Kindern oder unter Geschwistern. Das ist dann aber eine andere Form der Liebe als bei einem Pärchen. <eop>Liebe ist etwas anderes als „verliebt sein“: Da lernt man eine Person kennen und fühlt sich durch ihr Aussehen, ihren Charakter, ihre Ausstrahlung oder aus anderen Gründen angezogen. Man beginnt für die Person zu schwärmen und wünscht sich eine Beziehung mit ihr. Dieser Zustand wird meist von starken Gefühlen begleitet, die sich auch im Körper zeigen. Verliebte beschreiben zum Beispiel oft, dass sie ein Kribbeln im Bauch verspüren, wenn sie die andere Person sehen. <eop>Doch mit der Zeit kann dieses Gefühl nachlassen. Oft merkt dann der eine, dass die andere Person gar nicht so perfekt ist, wie man es zunächst dachte. Eine Liebesbeziehung hingegen beruht auf gegenseitiger Zuneigung und kann über viele Jahre oder sogar für das ganze Leben bestehen bleiben.<eop>Schon viele Philosophen haben versucht zu erklären, was Liebe genau ist. Manche Wissenschaftler behaupten sogar, dass es Liebe wie wir sie uns vorstellen gar nicht gibt. Es sei lediglich das natürliche Verlangen nach Fortpflanzung, das dazu führt, dass wir uns zu einem Mann oder einer Frau hingezogen fühlen. Andere sehen in der Liebe den Sinn des Lebens. Liebe ist ein beliebtes Thema in vielen Liedern, Büchern, Filmen, Theaterstücken und in der Malerei.<eop>Welche Arten von Liebe gibt es? Als Erstes denken wir wohl an die Liebe innerhalb eines Paares. Meist sind es ein Mann und eine Frau oder ein Junge und ein Mädchen, die sich sehr stark zueinander hingezogen fühlen. Aus einem ersten Verliebt-Sein kann echte Liebe werden: Die beiden sind über eine lange Zeit zusammen, auch wenn es dem einen mal schlecht gehen sollte. Wenn ein Paar sich gegenseitig treu ist, nennt man das „Monogamie“. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Allein-Ehe“. Zu dieser Liebe gehört also auch die Treue. Oft entsteht dann auch der Wunsch, Kinder zu haben. Diese Verbindung kann ein Paar mit einer Hochzeit feiern, die Beziehung ist dann eine Ehe. <eop>Es gibt aber auch Beziehungen zwischen zwei Personen, ohne dass Liebe vorhanden ist. So eine Beziehung wird zum Beispiel rein sexuell geführt. Man spricht dann von einer Affäre. Das kommt vom französischen Wort „affaire“ für Angelegenheit.<eop>Die Liebe in der Familie ist wichtig, damit die Kinder gut geschützt und versorgt aufwachsen können. Man spricht oft von Mutterliebe, Vaterliebe oder Kinderliebe. Im Unterschied zu einem Paar suchen sich die Eltern ihre Kinder nicht aus, auch nicht umgekehrt. Trotzdem entwickelt sich meistens eine starke Liebe innerhalb einer Familie, auch zwischen den Geschwistern.<eop>Man kann auch Menschen lieben, die man gar nicht kennt, zum Beispiel hungernde Kinder in einem fernen Land oder Menschen, die einen Krieg oder einen Tsunami erlebt haben. Diese Nächstenliebe drückt man meist durch eine Spende aus. Man gibt diesen Menschen also Geld, damit es ihnen besser geht. Jesus ging noch einen Schritt weiter und sagte, man solle sogar seine Feinde lieben. In diesem Fall spricht man von der Feindesliebe.<eop>Menschen mit einer großen Tierliebe halten sich oft ein Haustier wie eine Katze oder einen Hund. Andere gehen reiten oder einer wird Bauer und pflegt so sein Vieh. Aus Liebe zur Natur gehen viele Menschen in den Wald oder an einen See. Andere achten besonders auf die Umwelt, indem sie in der Natur keine Abfälle liegenlassen oder aufs Autofahren verzichten.<eop>Es gibt auch die Liebe zu sich selbst. Schon im Alten Testament steht: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Damit ist gemeint, dass man durchaus auch auf sich selber achten soll: Seinen Körper pflegen und gesund halten, gut ernähren und genügend bewegen und überhaupt auf seine eigenen Bedürfnisse achten.<eop><eop>"}, {"title": "Liechtenstein", "id": 532, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Liechtenstein", "text": "Liechtenstein ist ein winziger Staat in der Mitte Europas. Er hat nur zwei Nachbarländer: die Schweiz im Westen und Österreich im Osten. Der Rhein ist in Liechtenstein noch nicht sehr breit. Er bildet die Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz. Das kleine Land in den Alpen hat nur so viele Einwohner wie woanders eine mittelgroße Stadt. Es gehört zusammen mit dem Vatikanstaat, San Marino und Monaco zu den kleinsten Staaten Europas.<eop>Die Hauptstadt heißt Vaduz. Dort lebt auch das Staatsoberhaupt von Liechtenstein, der Fürst. Man nennt das Land deshalb „Fürstentum Liechtenstein“. Im Vergleich zu den Königen in Europa kann dieser Fürst ziemlich viel bestimmen. Das Parlament, der Landtag, schlägt zwar vor, wer in der Regierung sein soll. Der Fürst darf eine Regierung aber entlassen.<eop>Bis in das 19. Jahrhundert war Liechtenstein eines von vielen Ländern im Deutschen Bund. Danach machte es viel mit Österreich gemeinsam. Am Ersten Weltkrieg und am Zweiten Weltkrieg nahm Liechtenstein nicht teil. Es nannte sich neutral, wollte also zu keinem Bündnis gehören. Es hat auch gar keine Armee. <eop>Nach dem Ersten Weltkrieg löste Liechtenstein seine enge Zusammenarbeit mit Österreich auf. Man musste ab dann an dieser Grenze Zoll bezahlen. Dafür schloss Liechtenstein einen Vertrag mit der Schweiz ab. Die Menschen konnten deshalb seither ohne Zoll von Liechtenstein in die Schweiz reisen. <eop>Liechtenstein hat auch keine eigene Währung. Es braucht den Schweizer Franken. Aber es gibt eine eigene Post mit eigenen Briefmarken. Die einzige Eisenbahnstrecke, die quer durch das Land führt, gehört der österreichischen Bahn. Einen Flughafen gibt es nicht. In Liechtenstein gibt es eine Universität. <eop><eop>"}, {"title": "Limes", "id": 533, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Limes", "text": "Der Limes war ein Teil der Grenze zwischen dem Römischen Reich und dem Land der Germanen. Das Wort Limes bedeutet Grenzwall oder Schutzwall. Der Limes entstand vor etwa 2000 Jahren, als die römischen Soldaten die heutige Schweiz und einen Teil des heutigen Deutschlands besetzt hatten. Er sollte die römischen Grenze überwachen. Etwa 500 Jahre später mussten die Römer den Limes aufgeben, da sie nicht mehr genug Geld und Soldaten für den Limes hatten. <eop>Die Grenze des Römischen Reiches zu Germanien verlief damals entlang der Flüsse Rhein und Donau. Das Stück Land dazwischen, wo kein Fluss die Grenze schützte, wurde deshalb durch einen Limes gesichert. Südlich von Köln begann der Obergermanische Limes, der nur aus einem tiefen Graben bestand. Es gab lange Abschnitte, an denen der Limes schnurgerade verlief.<eop>Weiter im Süden folgte der Rätische Limes. Das war eine Mauer aus Holz und Steinen und endete in der Nähe der heutigen Stadt Regensburg. Entlang des Limes gab es römische Armeelager und Wachtürme. Viele dieser Wachtürme und Lager sind bis heute erhalten oder man findet zumindest Überreste davon. Darum ist der Limes eine wichtige Fundstelle für Archäologen.<eop>Zum Limes gehörte ein Palisadenzaum, dahinter standen Wachtürme. Die Türme standen nur so weit voneinander, dass sie in Sichtweite waren. So konnten die Soldaten, bei Gefahr, den Alarm schnell weitergeben. Dies taten sie mit Posaunenstößen, Spiegeln, Rauch oder Lichtsignalen mit Fackeln. Der Alarm ging nicht nur an die Nachbartürme, sondern auch an die Lager mit den Soldaten im Hinterland, den sogenannten Kastellen. Um einen Angriff abzuwehren, mussten Soldaten aus dem Kastell zur Hilfe kommen. Es gab aber auch Durchgänge um Handel zu treiben. Vermutlich wurde an den Durchgängen auch Zoll erhoben.<eop>Auch außerhalb von Deutschland findet man noch Reste römischer Grenzanlagen. Der Hadrianswall liegt im Norden von England. Er wurde gebaut, als Hadrian Kaiser von Rom war.<eop> "}, {"title": "Linse", "id": 534, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Linse", "text": "Eine Linse ist eine runde, eher flache Form, die in der Mitte dicker ist und am Rand eine mehr oder weniger scharfe Kante hat. In der Natur gibt es durchsichtige Linsen, die die Wirbeltiere in den Augen haben, damit sie scharf sehen. Die nennt man „optische Linsen“.<eop>Es gibt auch Pflanzensamen mit derselben Form, die man „Linsen“ nennt. Sie gehören zusammen mit den Bohnen und Erbsen zu den Hülsenfrüchten, weil sie in einer Art Schale wachsen, die man Hülse nennt.<eop>Was sind optische Linsen? Optische Linsen sind durchsichtig. Wenn Lichtstrahlen hindurchscheinen, werden sie an der Oberseite und an der Unterseite der Linse in der Richtung ablenkt. Das passiert deshalb, weil die Flächen der Linse gewölbt sind. Den Teil der Physik, der diese Lichtumlenkung genauer erklärt, nennt man „Optik“.<eop>Es gibt natürliche Linsen, zum Beispiel in den Augen vieler Tiere. Sie bündeln das Licht, so dass es günstig auf die Netzhaut fällt. Dort werden die Lichtstrahlen in Nervensignale umgewandelt. Ohne Linsen oder wenn diese alt, schwach oder krank sind, kann man nicht scharf sehen.<eop>Für viele Zwecke werden Linsen auch künstlich hergestellt, aus Glas oder Kunststoff. Man benutzt sie zum Beispiel als Brillengläser oder Kontaktlinsen, in Kameras, Mikroskopen, Fernrohren, in Autoscheinwerfern und an vielen anderen Orten.<eop>Manche Linsen können Lichtstrahlen bündeln, also enger zusammenführen. Dann nennt man sie Sammellinsen. Andere streuen die Lichtstrahlen weit auseinander, sie nennt man Zerstreuungslinsen. Wie sich die Linse verhält, hängt davon ab, wie ihre Oberflächen gewölbt sind. Eine Fläche kann nach außen gewölbt sein, dann nennt man sie \"konvex\". Sie kann aber auch nach innen gewölbt sein und heißt dann \"konkav\". Eine Lupe hat zum Beispiel zwei konvexe Seiten. Bei Brillen ist das je nach Sehfehler verschieden. Im Auge wird die Krümmung der Linse mit Hilfe von Muskeln verändert. So stellt das Auge den Sehbereich scharf.<eop>Was für Linsen gibt es in den Hülsenfrüchten? Die Linse ist auch eine Pflanzenart. Ihre Früchte sind die Samen. Sie wachsen eng beieinander in einer Hülse, ganz ähnlich wie die Bohnen und die Erbsen. Mit denen sind sie nämlich eng verwandt. Wenn solche Linsen in gute Erde fallen, bilden sie neue Pflanzen.<eop>Im Alten Ägypten waren Linsen eines der wichtigsten Nahrungsmittel. In der Steinzeit wurden wilde Linsen auch in Europa oft gegessen. Heute ist das nicht mehr oft der Fall. Wir kennen sie am ehesten noch als Linsensuppe oder Linsen mit Speck. Die Schwaben essen gerne Linsen mit Spätzle und Würstchen.<eop>Linsen sind sehr gesunde Samen, weil sie viel Eiweiß enthalten. Sie sind deshalb besonders geeignet für Vegetarier. Sie werden in vielen Ländern angebaut, beispielsweise in Russland, Kanada, den USA oder Argentinien. Allein in Indien gibt es über 50 verschiedene Sorten von Linsen.<eop><eop>"}, {"title": "Linz", "id": 535, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Linz", "text": "Linz ist eine Stadt in Österreich und die Hauptstadt des Bundeslandes Oberösterreich. Sie hat fast 200.000 Einwohner. In Österreich sind nur noch Wien und Graz größer.<eop>Schon Kelten siedelten in der Gegend von Linz. Möglicherlicherweise hieß ihre Siedlung „Lentos“, woher der heutige Name stammen würde. Bei den Römern lautete der Name „Lentia“. Im späten Mittelalter wurde die Stadt der Hauptort von Oberösterreich.<eop>In Linz verbrachte Adolf Hitler einen Teil seiner Jugend und besuchte dort die Schule. In Linz sprach er zum ersten Mal als Reichskanzler auf österreichischem Boden. Dort wollte er auch seinen Ruhestand verbringen.<eop>Die Stadt an der Donau hatte seit dem 19. Jahrhundert viel Industrie. Sie galt als schmutzig, und um das Jahr 1970 baute man große Hochhäuser für neue Einwohner. Seitdem hat die Stadt Linz viel für die Umwelt getan und möchte die Kunst fördern. Ars Electronica heißt jedes Jahr ein Treffen, auf dem man Kunst, Technik und Gesellschaft verbindet.<eop><eop>"}, {"title": "London", "id": 536, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/London", "text": "London ist die Hauptstadt Großbritanniens. Die Stadt hat über acht Millionen Einwohner und ist damit eine der größten Städte in Europa. Sie liegt im Südosten Englands, am Fluss Themse, über den Schiffe in die Nordsee fahren können.   Bis vor etwa 100 Jahren war London die größte Stadt der Welt. Damals herrschten die Briten über ein riesiges Weltreich, das sich über ein Viertel der Erde ausdehnte. Auch heute noch ist London eine wichtige Stadt für die europäische Politik und Wirtschaft. Mit sechs internationalen Flughäfen und mehreren Hauptbahnhöfen ist es zudem ein Verkehrsknotenpunkt.     In London findet man zahlreiche Theater, Museen und Orte für Musik oder Sport. Eines der bekanntesten Museen ist das British Museum mit Kulturgütern aus der ganzen Welt. Zu den alten Sehenswürdigkeiten in London wie dem Big Ben oder dem Buckingham Palace ist im Jahr 2000 ein besonders auffälliges hinzugekommen: Das London Eye, das Auge von London, ist das viertgrößte Riesenrad der Welt.<eop>Was passierte früher in London? London wurde im Jahr 50 nach Christus von den Römern gegründet. Damals hieß die Stadt noch Londinium und war die Hauptstadt der römischen Provinz Britannien. Nachdem die Römer sich zurückgezogen hatten, wurde Londinium von den Angelsachsen zerstört. Die Stadt wurde zwar neu gegründet, war danach aber lange Zeit klein und unbedeutend. <eop>Erst im Jahr 1066 machte König Wilhelm der Erste sie wieder zur Hauptstadt von England. Damit löste es die alte Hauptstadt Winchester ab. Im Jahr 1707 wurde London mit dem „Act of Union“, dem Zusammenschluss von Schottland und England, die Hauptstadt von Großbritannien.   <eop>In der Neuzeit eroberten britische Seefahrer zahlreiche Kolonien. So wurde auch London zu einer immer bedeutenderen Handelsstadt. Man errichtete imposante Bauwerke, die der Macht des Britischen Weltreichs Ausdruck verleihen sollten. Besonders im Zeitalter der Industrialisierung stiegen die Bevölkerungszahlen enorm an. Dadurch entstanden viele Armenviertel. Der Schriftsteller Charles Dickens schrieb viele Romane über das London dieser Zeit, in denen es um die Menschen in diesen Armenvierteln geht. <eop>London wurde aber auch schon von vielen Katastrophen heimgesucht. Im Jahr 1666 zerstörte ein Großbrand vier Fünftel der damaligen Stadt. Ausbrüche von Krankheiten wie der Pest oder Cholera kosteten zahlreiche Londoner das Leben. Im Zweiten Weltkrieg zerbombten deutsche Flugzeuge weite Teile der Stadt. Viele Bewohner suchten damals Zuflucht in den U-Bahnhöfen.    Im Jahr 1965 fanden einige Politiker, man müsse die Stadtgrenzen von London erweitern. Man fand es nämlich unfair, dass die Vororte vom öffentlichen Nahverkehr und anderen Dingen profitierten, aber keine Steuern an die Stadt zahlen mussten. Darum wurden viele umliegende Städte eingemeindet. Die Landschaft dazwischen wurde weitgehend mit Häusern bebaut. Allerdings gibt es in London auch besonders viele große Parks.<eop>Was sollte man über die Londoner wissen? In London und Umgebung wohnen mehr als 14 Millionen Menschen. Das entspricht etwa einem Viertel der Einwohnerzahl Englands und etwas mehr als einem fünftel der Einwohnerzahl ganz Großbritanniens. Viele dieser Menschen wurden gar nicht in London geboren, sondern sind von woanders her eingewandert. Oft kommen die Einwanderer aus den Kolonien des ehemaligen Weltreichs wie Indien, Pakistan, Nigeria, Irland oder Ägypten. Andere kommen aus Staaten der EU wie Italien. <eop>Viele Menschen ziehen auch aus anderen Teilen Großbritanniens nach London, weil sie dort studieren oder eine gute Arbeit gefunden haben. In der Stadt hört man darum viele verschiedene Dialekte der englischen Sprache. Die meisten Londoner sind Protestanten. Unter den Einwanderern gibt es aber auch viele Juden, Muslime und Hindus. <eop>London ist eine Stadt, die viele reiche Menschen anzieht. In keiner anderen Stadt gibt es so viele Milliardäre. In manchen Stadtteilen sind die Preise für Wohnungen so hoch, dass dort nur noch sehr reiche Menschen wohnen können. Normalverdiener findet man in der Innenstadt kaum noch. Sie wohnen heute eher in Vororten oder am Stadtrand.  <eop>Die Londoner lieben Fußball. In der Stadt und ihrer Umgebung gibt es insgesamt 17 verschiedene Profi-Vereine. Am erfolgreichsten ist der FC Arsenal aus Nord-London mit 13 Meistertiteln. Wichtige Rivalen von Arsenal sind der FC Chelsea und Tottenham Hotspur. Auch Cricket und Rugby sind sehr beliebt. Das größte Stadion auf dem Stadtgebiet ist das Wembley-Stadion mit 90.000 Sitzplätzen. <eop> "}, {"title": "Löwe", "id": 537, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Löwe", "text": "Der Löwe ist ein Säugetier und eine eigene Tierart. Wie der Tiger gehört er zur Familie der Katzen und somit zu den Raubtieren. Man nennt den Löwen oft den „König der Tiere“. Mit seiner großen Mähne ist das Männchen sehr auffällig. <eop>In der Natur lebt er heute nur noch im mittleren und südlichen Afrika. In Indien gibt es wilde Löwen nur noch in einem einzigen Nationalpark. Früher kam er in fast ganz Afrika sowie in dem Gebiet zwischen Griechenland und Indien vor. Man sieht Löwen aber auch in vielen Zoos, aber nur noch selten dressiert im Zirkus. <eop>Ein ausgewachsener Löwe ist bei den Schultern einen und einen viertel Meter hoch. Männchen sind im Durchschnitt 190 Kilogramm schwer und Weibchen 125 Kilo. Weibchen kann man leicht von den Männchen unterschieden, weil sie deutlich zierlicher wirken. Die Weibchen haben auch keine Mähne. Löwen können ebenso wie unsere Hauskatzen schnurren, jedoch nur beim Ausatmen. Das Fell ist Sand-farben und trägt kein Muster.<eop>Der Löwe kommt in vielen Sagen, Märchen und Filmen vor. Schon im Altertum wurde er wegen seines majestätischen Aussehens verehrt und auf Vasen und Wandbildern dargestellt. Er ist ein wichtiges Wappentier. Viele Könige haben sich nach ihm benannt, zum Beispiel Richard Löwenherz. Auch ist er am Himmel zu finden: Am Nordhimmel gibt es das Sternbild des Löwen, eines der Tierkreiszeichen. <eop>Wie leben Löwen? Löwen sind die einzigen Raubkatzen, die in einem Rudel leben. Dazu gehören einige Weibchen, die meist miteinander verwandt sind und ihre Kinder. Zum Rudel gehören auch einige Männchen, meist etwa drei. Die sind nicht unbedingt miteinander verwandt. Die Männchen herrschen über die Weibchen, sie verteidigen die Weibchen aber auch. Ein Rudel kann bis zu dreißig Tiere umfassen.<eop>Jedes Rudel beansprucht ein Revier für sich. Die Größe des Reviers hängt von der Anzahl der Tiere im Rudel ab, aber auch von der Anzahl der Beutetiere. Ein Revier kann so groß sein, dass ein Mensch zwei bis drei Wochen bräuchte, um es zu Fuß zu umrunden. Die Grenzen markieren die Löwen mit ihrem Kot und Urin, aber auch mit lautem Brüllen.<eop>Junge Männchen verbringen etwa zwei bis drei Jahre in ihrem Rudel und werden dann vertrieben. Sie streifen umher und schließen sich mit anderen jüngeren Männchen zusammen. Wenn sie sich stark genug fühlen, greifen sie die Männchen eines anderen Rudels an. Wenn sie gewinnen, gehören ihnen die Weibchen. Die kleinen Löwen beißen sie normalerweise tot, damit sie ihre eigenen Jungen machen können. Die angegriffenen Männchen sterben oder werden verletzt. Dann sterben sie, weil sie nicht mehr genügend Beute erjagen können.<eop>Löwen jagen In der Nacht oder früh am Morgen. Ihre Beutetiere sind Zebras, Antilopen, Gazellen und Büffel. Sogar junge Elefanten und Flusspferde können sie in einem großen Rudel besiegen. Ausgewachsene Nashörner besiegen sie aber nicht. Oft hört man, dass nur die Weibchen jagen und sich die Männchen dann von der Beute ernähren. Das stimmt aber nicht. <eop>Löwen können sehr schnell laufen, aber lange halten sie das nicht durch. Zudem sind viele Beutetiere schneller. Löwen pirschen sich also möglichst nahe heran und beschleunigen dann mit voller Kraft. Dazu machen sie sehr weite Sprünge. Trotzdem führt höchstens jeder dritte Angriff zum Erfolg, manchmal auch nur jeder siebte.<eop>Wie vermehren sich Löwen? Nur der Rudelführer darf sich mit den Weibchen paaren. Die Löwenmutter trägt die Jungen etwa vier Monate lang in ihrem Bauch. Sie bringt jeweils ein bis vier Junge zur Welt und säugt sie mit ihrer Milch. So lange bleiben sie in einem Versteck. Dann bringt die Mutter sie zum Rudel. <eop>Die Jungen saugen im Rudel auch bei anderen Weibchen Milch, bis sie etwa ein halbes Jahr alt sind. Die Mütter erziehen die Jungen auch gemeinsam. Auch ohne Milch bleiben die Jungen noch etwa zwei Jahre lang bei der Mutter. Dann sind sie geschlechtsreif, sie können also selber Junge kriegen.<eop>Löwenweibchen werden bis zwanzig Jahre alt. Die Männchen werden meistens vorher von jüngeren Männchen getötet oder vertrieben. Sie finden dann kein Rudel mehr und verhungern.<eop>Sind Löwen gefährdet?<eop>Als ganze Tierart sind Löwen nicht gefährdet. Es gibt aber mehrere Unterarten. Die sind zum Teil schon ausgestorben, andere sind gefährdet. <eop>Südlich des Äquators in Afrika und im östlichen Afrika leben noch am meisten Löwen. Die verschiedenen Unterarten sind miteinander verwandt. Sie können sich aber nicht treffen, weil zwischendrin sehr weite Strecken liegen. Viele leben in Nationalparks und sind ungefährdet. Dafür kämpfen aber viele Regierungen, denn es gibt nach wie vor viele Wilderer.<eop>Zwischen der Sahara und dem Regenwald leben ebenfalls untereinander verwandt Löwen. Sie unterscheiden sich jedoch deutlich von den Gruppen im Süden. Auch zwischen ihren Lebensgebieten liegen weite Strecken. Einzelne Unterarten werden wohl überleben, andere vom Aussterben bedroht. <eop>Die dritte Gruppe ist sehr klein und mit den Löwen südlich der Sahara verwandt. Es ist der Asiatische Löwe, den man auch Persischen Löwen oder Indischen Löwen nennt. Er lebt heute nur noch im Gir-Natiionalpark auf einer Halbinsel die zu Indien gehört. Er wurde beinahe ausgerottet. Vor gut einhundert Jahren gab es nur noch etwa zwanzig Tiere. Heute gibt es wieder gegen dreihundert. Weil es aber einmal so wenige Tiere waren, sind sich ihre Gene sehr ähnlich. Das kann leicht zu Missbildungen und Krankheiten führen. Es ist deshalb nicht sicher, ob und wie diese Unterart weiter bestehen wird.<eop>Eine vierte Gruppe ist schon lange ausgestorben. Der Höhlenlöwe lebte in Europa, Nord-Asien und in Alaska. Von ihm gibt es jedoch nur noch Fossile und Knochenfunde aus Höhlen. Auch dem Amerikanischen Löwen und einigen anderen Unterarten erging es ähnlich.<eop>In Zoos leben heute viele Löwen aus verschiedenen Gegenden. Man tauscht oft Jungtiere untereinander aus, damit sie sich besser vermischen und gesunde Nachkommen zeugen. Im Zirkus gibt es aber immer weniger Löwen. Dort ist nämlich ihr Revier viel zu klein und sie können kein Leben führen, wie es in der Natur üblich ist.<eop><eop>"}, {"title": "Luchs", "id": 538, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Luchs", "text": "Luchse gehören zu den Kleinkatzen und sind somit Säugetiere. Es gibt vier verschiedene Arten, die alle in Nordamerika, Europa und Asien leben. Wenn wir vom Luchs sprechen, meinen wir üblicherweise den europäischen Luchs. <eop>Luchse sind größer und schwerer als unsere Hauskatzen. Sie entsprechen eher einem mittleren bis größeren Hund. Sie haben scharfe Krallen, die sie einziehen und ausfahren können, um damit ihre Beute zu erlegen. Sie werden 10 bis 20 Jahre alt.<eop>Wie leben Luchse? Luchse jagen nachts oder in der Dämmerung. Sie fressen alle kleinen oder mittelgroßen Säugetiere und Vögel wie Füchse, Marder, Kaninchen, junge Wildschweine, Eichhörnchen, Rehe, Hirsche, Hasen, Mäuse, Ratten und Murmeltiere sowie Schafe und Hühner. Aber auch Fische mögen sie.<eop>Luchse leben allein. Nur wenn sie Kinder machen wollen, suchen sich die Männchen ein Weibchen. Das geschieht zwischen Februar und April. Nach etwa zehn Wochen bringt die Mutter zwei bis fünf Jungtiere zur Welt. Sie sind blind und nur knapp 300 Gramm schwer, also etwa so schwer wie drei Tafeln Schokolade. <eop>Luchse trinken Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Sie werden von der Mutter gesäugt, und zwar etwa fünf Monate lang. Deshalb gehören die Luchse zu den Säugetieren. Mit etwa vier Wochen beginnen sie Fleisch zu fressen. Im nächsten Frühling verlassen sie ihre Mutter. Die Weibchen sind mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif, die Männchen mit drei Jahren. Das bedeutet, dass sie dann selber Junge machen können.<eop>Sind Luchse vom Aussterben bedroht? In Mitteleuropa und Westeuropa waren die Luchse fast ausgerottet. Luchse mochten die Schafe und Hühner der Menschen. Darum haben die Menschen in Luchsen einen Schädling gesehen.<eop>In den letzten Jahren wurden Luchse in verschiedenen Gebieten wieder ausgesetzt oder wanderten selbst wieder ein. Damit der Luchs überleben kann, gibt es strenge Regeln, wie er gejagt werden darf. In Deutschland gilt der Luchs immer noch als stark gefährdet. Auch in der Schweiz mögen ihn lange nicht alle Menschen. Vor allem Bauern und Schäfer wehren sich, weil sie ihre Herden nun bewachen müssen. Jäger sagen, der Luchs fresse ihre Beute weg.<eop>Viele Luchse wurden vor dem Aussetzen mit Sendern ausgerüstet, mit denen man sie orten kann. So kann man verfolgen, wie sie sich bewegen und wo sie leben. Dadurch kann man sie auch besser schützen. Ab und zu erwischt man auch einen Jäger, der einen Luchs abgeschossen hat, obwohl es verboten war. <eop><eop>"}, {"title": "Luchse", "id": 539, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Luchse", "text": "Luchse gehören zu den Kleinkatzen und sind somit Säugetiere. Es gibt vier verschiedene Arten, die alle in Nordamerika, Europa und Asien leben. Wenn wir vom Luchs sprechen, meinen wir üblicherweise den europäischen Luchs. <eop>Luchse sind größer und schwerer als unsere Hauskatzen. Sie entsprechen eher einem mittleren bis größeren Hund. Sie haben scharfe Krallen, die sie einziehen und ausfahren können, um damit ihre Beute zu erlegen. Sie werden 10 bis 20 Jahre alt.<eop>Wie leben Luchse? Luchse jagen nachts oder in der Dämmerung. Sie fressen alle kleinen oder mittelgroßen Säugetiere und Vögel wie Füchse, Marder, Kaninchen, junge Wildschweine, Eichhörnchen, Rehe, Hirsche, Hasen, Mäuse, Ratten und Murmeltiere sowie Schafe und Hühner. Aber auch Fische mögen sie.<eop>Luchse leben allein. Nur wenn sie Kinder machen wollen, suchen sich die Männchen ein Weibchen. Das geschieht zwischen Februar und April. Nach etwa zehn Wochen bringt die Mutter zwei bis fünf Jungtiere zur Welt. Sie sind blind und nur knapp 300 Gramm schwer, also etwa so schwer wie drei Tafeln Schokolade. <eop>Luchse trinken Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Sie werden von der Mutter gesäugt, und zwar etwa fünf Monate lang. Deshalb gehören die Luchse zu den Säugetieren. Mit etwa vier Wochen beginnen sie Fleisch zu fressen. Im nächsten Frühling verlassen sie ihre Mutter. Die Weibchen sind mit etwa zwei Jahren geschlechtsreif, die Männchen mit drei Jahren. Das bedeutet, dass sie dann selber Junge machen können.<eop>Sind Luchse vom Aussterben bedroht? In Mitteleuropa und Westeuropa waren die Luchse fast ausgerottet. Luchse mochten die Schafe und Hühner der Menschen. Darum haben die Menschen in Luchsen einen Schädling gesehen.<eop>In den letzten Jahren wurden Luchse in verschiedenen Gebieten wieder ausgesetzt oder wanderten selbst wieder ein. Damit der Luchs überleben kann, gibt es strenge Regeln, wie er gejagt werden darf. In Deutschland gilt der Luchs immer noch als stark gefährdet. Auch in der Schweiz mögen ihn lange nicht alle Menschen. Vor allem Bauern und Schäfer wehren sich, weil sie ihre Herden nun bewachen müssen. Jäger sagen, der Luchs fresse ihre Beute weg.<eop>Viele Luchse wurden vor dem Aussetzen mit Sendern ausgerüstet, mit denen man sie orten kann. So kann man verfolgen, wie sie sich bewegen und wo sie leben. Dadurch kann man sie auch besser schützen. Ab und zu erwischt man auch einen Jäger, der einen Luchs abgeschossen hat, obwohl es verboten war. <eop><eop>"}, {"title": "Ludwig van Beethoven", "id": 540, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ludwig van Beethoven", "text": "Ludwig van Beethoven war ein deutscher Komponist. Seine Musik gehört zur Klassik, so wie die von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Man kennt ihn heute als einen der wichtigsten Komponisten der Geschichte. Vor allem auf die Musik nach der Zeit von 1800 hatte er viel Einfluss.<eop>Er wurde im Jahr 1770 geboren, und zwar in Bonn. Seine Vorfahren kamen aus Flandern, das heute in Belgien liegt. Schon sein Großvater war Musiker. Der kleine Ludwig hat schon früh von seinem Vater die Musik kennengelernt. Man sagt, dass der Vater den kleinen Ludwig auch geschlagen hat. Der Vater erkannte aber auch, dass Ludwig sehr gut Klavier spielen konnte. Der Fürst, der damals über Bonn geherrscht hat, ließ sich von den Künsten Ludwigs überzeugen und gab Geld für seine Ausbildung als Musiker. Im Jahr 1786 durfte er dann in Wien bei Mozart lernen, wie man Werke komponiert. <eop>Als Ludwig van Beethoven 21 Jahre alt war, zog er ganz nach Wien um. Das war in der Zeit der Französischen Revolution. Von Haydn und anderen Komponisten lernte er mehr und mehr das Komponieren und konnte später von seiner Musik leben. Er kümmerte sich um Karl, den Sohn seines verstorbenen Bruders, der aber lieber weiterhin bei seiner Mutter gelebt hätte. Ludwig van Beethoven war jemand, der rasch sehr wütend werden konnte. Wie man aus Briefen weiß, war er auch häufig in Frauen verliebt, blieb jedoch unverheiratet.<eop>Als Beethoven etwas älter als dreißig Jahre alt war, wurde sein Gehör schlechter. Etwa zehn Jahre später war er völlig taub. Das machte ihn sehr unglücklich, aber er komponierte weiter. Er bekam weitere schlimme Krankheiten und auch eine harte Leber, weil er zu viel Alkohol trank. Er starb 1827 mit 56 Jahren. Sein Grab ist noch heute auf dem Wiener Zentralfriedhof.<eop>Beethoven machte Musik mit viel Energie. Er wollte damit die gesamte Menschheit ansprechen. Trotzdem sollte es auch um die Gefühle des einzelnen Menschen gehen, der leidet und glücklich sein will. Sein berühmtestes Werk ist seine neunte Sinfonie, die im Jahr 1824 erstmals gespielt wurde. Eine Sinfonie wird für ein ganzes Orchester komponiert. Sie besteht aus drei bis fünf Sätzen. Die Sätze sind Abschnitte mit unterschiedlichen Stimmungen. Im letzten Satz der neunten Sinfonie singt ein Chor jeweils das Gedicht „An die Freude“ von Friedrich Schiller. Der Europarat wählte im Jahr 1972 diese Melodie als Hymne Europas. Auch bei der EU ertönt sie, etwa wenn deren Flagge gehisst wird. <eop><eop>"}, {"title": "Luft", "id": 541, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Luft", "text": "Luft ist ein Gemisch aus Gasen. Dieses Gemisch umhüllt unsere Erde, die Lufthülle nennt man Atmosphäre. Menschen und Tiere brauchen Luft, um atmen zu können. Genauer gesagt brauchen sie den Sauerstoff in der Luft.<eop>Sauerstoff macht nur etwa ein Fünftel der Luft aus. Fast vier Fünftel sind Stickstoff, ein anderes Gas. Dazu kommen noch geringe Mengen von anderen Gasen, wie zum Beispiel das Edelgas Argon. Wichtig ist Kohlendioxid: Davon leben Pflanzen. Sie nehmen es gemeinsam mit Wasser auf und wandeln es dann in Glucose um. Diesen Stoff brauchen die Pflanzen zum Wachsen. Als Überschuss entsteht Sauerstoff, den sie wieder in die Luft abgeben.<eop>Außerdem befindet sich in der Luft Dampf aus Wasser. Er steigt nach oben, wo es kälter ist. Dort wird daraus, wenn die Luftfeuchtigkeit sehr groß geworden ist, wieder flüssiges Wasser, das als Regen, Schnee oder Nebel auf die Erde zurückkehrt. Darum ist in der gesamten Atmosphäre kaum Wasserdampf: weniger als ein halbes Prozent.<eop>Schließlich findet man in der Luft nicht nur Gase, sondern auch Staub. Davon ist ein Teil von Menschen gemacht. Fabriken stoßen durch Schornsteine und Autos durch den Auspuff auch Staub aus. Gerade in großen Städten gibt es deshalb viel Luftverschmutzung.<eop>"}, {"title": "Lunge", "id": 542, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lunge", "text": " Die Lunge ist ein Organ in der Brust. Sie versorgt den Körper mit Sauerstoff. Außerdem entfernt sie Kohlendioxid aus dem Körper, das ist der verbrauchte Sauerstoff. Der Mensch besitzt wie jedes Säugetier zwei Lungenflügel. Der rechte besteht aus drei Lungenlappen, der linke aus zwei, denn dort braucht das Herz noch seinen Platz. <eop>Die Lunge ist aus vielen verzweigten kleinen Luftrohren aufgebaut. Sie beginnen mit zwei Hauptrohren an der Luftröhre, den Hauptbronchien. Diese Hauptrohre verzweigen sich in immer kleiner werdende Rohre. Sie enden in kleinen Bläschen, den Alveolen. An den Wänden dieser Luftbläschen liegen winzige Adern. <eop>Über diese Adern nimmt das Blut Sauerstoff aus der Atemluft auf. Umgekehrt gibt der Körper so Kohlendioxid aus dem Blut an die Bläschen ab. Das Kohlendioxid kann dann ausgeatmet werden. Die Adern der Lunge sind über einen eigenen Blutkreislauf mit dem Herz verbunden. Man nennt ihn den „kleinen Kreislauf“ oder „Lungenkreislauf“.<eop>Es gibt verschiedene Lungenkrankheiten. Ein einfacher Husten reicht meist nur bis zu den Bronchien, also den dicken Rohren. Bei einer Lungenentzündung sitzt die Krankheit tiefer und die Lunge hat sich entzündet. Meist kommt das von einer Ansteckung durch Viren oder Bakterien. Da muss man zum Arzt gehen. Viele Menschen schädigen ihre Lungen durch das Rauchen von Zigaretten.<eop><eop>"}, {"title": "Lupe", "id": 543, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lupe", "text": "Eine Lupe ist ein Vergrößerungsglas. Es besteht aus einer eingerahmten Linse mit einem Griff. Man braucht sie meistens, um kleine Schriften lesen zu können. Auch kleine Pflanzen oder Lebewesen lassen sich damit gut beobachten. Briefmarkensammler benutzen sie, um sich die Briefmarken genau anzusehen.<eop>Die Vergrößerung entsteht dadurch, wie das Glas geschliffen wurde. Das Glas ist in der Mitte am dicksten und wird zu den Rändern hin immer dünner. Es hat also die Form einer Linse, einer Hülsenfrucht. Daher hat die Glaslinse ihren Namen.<eop>Schon vor zweitausend Jahren fand ein römischer Wissenschafter heraus, dass eine Glasschale als Vergrößerungsglas wirkt, wenn man sie mit Wasser füllt. Vor tausend Jahren entwickelte ein arabischer Wissenschaftler daraus eine Lupe, die man gut zum Vergrößern brauchen konnte. Im 16. Jahrhundert kam man auf die Idee, mehrere Lupen hintereinander in eine Röhre zu packen. So entstand das erste Mikroskop.<eop>"}, {"title": "Luxemburg", "id": 544, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Luxemburg", "text": "Luxemburg ist ein kleines Land im Westen Europas. Die Hauptstadt heißt ebenfalls Luxemburg. Im Osten liegt Deutschland, im Westen Belgien und im Süden Frankreich. Sein Staatsoberhaupt ist ein Großherzog, das ist eine Art König, aber von einem kleineren Land. <eop>Im Großherzogtum Luxemburg leben weniger Menschen als in einige größeren deutschen Städten wie Düsseldorf. Luxemburg hat drei offizielle Sprachen: Luxemburgisch, Deutsch und Französisch. Fast die Hälfte der Einwohner sind Ausländer. <eop>Das Land und die Hauptstadt haben den gleichen Namen. Die Hauptstadt ist die weitaus größte Stadt. Hier befinden sich die Regierungsgebäude und der Amtssitz des Großherzogs. Um die Hauptstadt herum und im Süden des Landes wohnen die meisten Menschen. Das ganze Land ist ziemlich hügelig. Der Norden des Landes liegt in den Ardennen und wird Ösling genannt. Hier ist das Land am höchsten. Den Süden Luxemburgs nennt man Gutland.<eop> Wie sieht das Land aus? Das Ösling, auf Luxemburgisch Éislek, ist sehr hügelig. Es ist von vielen Flüssen zerschnitten. Diese bilden enge und tiefe Täler mit vielen Kurven. Einer dieser Flüsse ist die Sauer. Sie durchschneidet das Land von Westen nach Osten. Im Ösling gibt es viel Wald und nur kleinere Städte, wie Diekirch, Ettelbruck oder Wiltz. <eop>Die Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle im Ösling. An der Nordspitze des Landes liegt auch sein höchster Punkt. Er ist 560 Meter hoch und heißt Colline Kneiff.<eop>Das Gutland im Süden des Landes ist zwar flacher als das Ösling, aber immer noch recht hügelig. Es liegt auch nicht ganz so hoch und die Täler sind nicht so tief. Hier befinden sich neben der Hauptstadt Luxemburg auch noch weitere etwas größere Städte wie Esch an der Alzette, Differdingen oder Düdelingen. Ganz im Süden befindet sich das Minettebecken. Hier wurde früher Eisenerz abgebaut. Hier hat die Erde eine auffallend rote Farbe. Im Flusstal der Mosel stellen die Luxemburger Wein her, wie weiter flussabwärts im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Mosel ist der größte Fluss des Landes. Im Osten des Landes befindet sich das Müllerthal. Hier gibt es viele besonderen Felsformationen zu sehen.<eop> Was ist früher in Luxemburg passiert? Seit der Steinzeit leben Menschen dort, wo sich heute Luxemburg befindet. Bevor die Römer kamen, lebten Kelten auf diesem Gebiet. Von beiden Völkern gibt es noch Überreste im Land zu sehen. <eop>Im Jahr 698 nach Christus wurde das Kloster Echternach gegründet. Echternach liegt an der Grenze zu Deutschland und ist die älteste Stadt des Landes. Knapp 300 Jahre später baute ein Graf namens Sigfried eine Burg, um die herum später die Stadt Luxemburg entstand. Seine Nachfolger vergrößerten ihre Macht immer weiter. So wurden einige von ihnen sogar Könige und herrschten über das heilige deutsche Reich und Böhmen.<eop>Gegen Ende des Mittelalters, nahm ihre Macht aber wieder ab und so wurde das Herzogtum Luxemburg über viele Jahrhunderte hinweg von fremden Herrschern regiert. Wegen der Bedeutung der Festung Luxemburg, gab es oft Krieg und die Herrscher wechselten oft. Dabei wurde das Gebiet des Landes mehrmals verkleinert, bis es seine heutige Größe erreichte. Um den ewigen Streit um das kleine Land zu beenden, beschloss man im Jahr 1867 seine Festung abzureißen. Das Land wurde unabhängig und für neutral erklärt. Es sollte also an keinen Kriegen teilnehmen und durfte nicht angegriffen werden.<eop>Trotzdem besetzte Deutschland das Land im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Luxemburg mit Belgien und den Niederlanden ein Bündnis: Nach den Anfangsbuchstaben der Landesnamen heißt es Benelux. Als im Jahr 1952 die erste europäische Gemeinschaft gegründet wurde, war Luxemburg einer von sechs Gründungsstaaten.<eop> Was muss man über die Menschen in Luxemburg wissen? Von Beginn der Grundschule an lernen die Kinder die drei Sprachen des Landes. Luxemburgisch ist die wichtigste gesprochene Sprache. Luxemburgisch ist eigentlich ein deutscher Dialekt. In der Sprache finden sich aber auch etliche französische Wörter. Französisch spielt eine wichtige Rolle beim Staat. Die meisten schriftlichen Dokumente wie Briefe, Gesetze aber auch Schilder sind auf Französisch. Auf Deutsch lernen die Kinder lesen und schreiben. Auch viele Zeitungen sind auf Deutsch. Wer eine Frage an den Staat oder seine Gemeinde hat, kann sie in einer der drei Sprachen stellen.<eop>Zu den Landessprachen kommen noch die vielen Sprachen der zahlreichen Ausländer hinzu. Fast die Hälfte der Einwohner des Landes sind nämlich Ausländer. Die meisten davon kommen aus Portugal, Frankreich und Italien. In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Einwohner gestiegen. Dies vor allem weil Menschen aus dem Ausland nach Luxemburg gezogen sind. Hinzu kommen etwa 200.000 Menschen die zwar in Luxemburg arbeiten, aber in einem der Nachbarländer wohnen.<eop> Wer hat in Luxemburg das Sagen? Der Großherzog ist das Staatsoberhaupt des Landes. Wie bei Königen, vererbt er seine Macht gewöhnlich an seine Kinder weiter. Bis zum Jahr 1890 war der König der Niederlande gleichzeitig Großherzog von Luxemburg. Seitdem hat Luxemburg seine eigene Großherzogsfamilie. Dadurch wurde das Land endgültig unabhängig. In der schweren Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde die damalige Großherzogin Charlotte zu einem wichtigen Symbol für die Freiheit des Landes. <eop>Seit dem Jahr 2000 vertritt der Großherzog Henri von Nassau das Land. Er ist zwar an der Spitze des Landes, hat aber ansonsten kaum Macht. Seine Frau heißt Maria Teresa Mestre. Sie ist die Tochter eines kubanischen Bankiers. Er lernte sie kennen, als er in der Schweiz Politikwissenschaften studierte. Mit ihr hat Henri fünf Kinder. Sein ältester Sohn Guillaume ist der aktuelle Thronfolger. <eop>Regiert wird Luxemburg von einer Regierung. Alle fünf Jahre wählen die Luxemburger ein neues Parlament. Auf Luxemburgisch heißt es: Chamber, sprich: \"Schohmber\". Im Parlament gibt es 60 Sitze, die auf vier verschiedene Regionen aufgeteilt sind. Diese Sitze verteilen sich zurzeit auf verschiedene Parteien, die unterschiedliche Ideen vertreten. Nach den Wahlen sind es meistens zwei oder drei Parteien, die sich zusammentun um eine Mehrheit zu bekommen und die Regierung zu bilden. Der Chef der Regierung ist der Premierminister, sprich: Prehmje-Minister. Eine Besonderheit ist die Wahlpflicht. Das bedeutet, dass im Grunde alle erwachsenen Luxemburger bis zu einem bestimmten Alter wählen gehen müssen.<eop> Wofür ist Luxemburg bekannt? Obwohl das Land recht klein ist, spielt es in der Europäischen Union eine ziemlich wichtige Rolle. In der Hauptstadt Luxemburg befinden sich einige wichtige Gebäude der Europäischen Union. Im kleinen Moselort Schengen wurde ein wichtiger Vertrag unterzeichnet. Seitdem kann man zum Beispiel in viele Länder Europas reisen, ohne an der Grenze kontrolliert zu werden. Einige Luxemburger Politiker spielten eine sehr wichtige Rolle in der Europäischen Union. Schon drei Präsidenten der Europäischen Kommission kamen aus Luxemburg.<eop>Viele Touristen kommen nach Luxemburg, um die Hauptstadt zu besuchen. Dort kann man unter anderem die Reste der riesigen Festung besuchen. Im Land gibt es zahlreiche Burgen. Eine der bekanntesten ist die Burg Vianden. Einige Regionen, wie das Müllerthal und das Ösling sind bei Wanderern und Radfahrern sehr beliebt.<eop> Womit verdienen die Menschen in Luxemburg ihr Geld? Luxemburg gehört heute zu den reichsten Ländern der Welt. Da die Löhne im Vergleich zum Ausland recht hoch sind, wollen auch viele Menschen dort arbeiten. Daher gibt es viele Einwanderer und auch Menschen, die jeden Tag aus den Nachbarländern zum Arbeiten kommen.<eop>Dies war aber nicht immer so. Anfang des 20. Jahrhunderts, war Luxemburg noch ein eher armes Land. Die meisten Menschen lebten von der Landwirtschaft, die aber damals nur wenig Ertrag brachte. Viele wanderten aus, weil ihr Leben schlecht war. Als man dann begann Eisen im Süden des Landes zu verarbeiten, entwickelte das Land sich schnell weiter. Viele Hüttenwerke schlossen sich zusammen und gründeten ein Unternehmen, das heute zu den größten Stahlproduzenten der Welt zählt.<eop>Heute wird in Luxemburg nicht mehr nach Eisenerz gesucht. Es gibt aber noch einige Fabriken, in denen Eisen verarbeitet wird. Allgemein spielt die Industrie aber nur eine eher kleine Rolle in Luxemburg. Ein großer Teil der Landschaft ist von der Landwirtschaft geprägt. Es sind aber eher kleine Betriebe. <eop>Am bedeutendsten sind mittlerweile die Dienstleistungen. Dazu gehören vor allem viele Banken und andere Unternehmen, die mit Geld und Recht zu tun haben. Aus Luxemburg kommt auch ein Unternehmen, das mehrere Satelliten betreibt mit denen die Menschen weltweit Fernsehprogramme empfangen. Auch der Fernseh- und Radiosender RTL, den es in mehreren Ländern Europas gibt, hat seinen Hauptsitz in dem kleinen Land. Der Buchstabe L in der Abkürzung steht nämlich für Luxemburg.<eop> "}, {"title": "Längenkreis", "id": 545, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Längenkreis", "text": " Die Längenkreise legen sich wie Ringe um die Erdkugel. Es gibt sie nicht wirklich, sondern der Mensch hat sie sich ausgedacht. Ein Halbkreis von Nordpol zu Südpol heißt Meridian. Vervollständigt man den Meridian zu einem ganzen Kreis, dann ist es ein Längenkreis. Zusammen mit den Breitenkreisen kann man damit die Lage eines jeden Ortes auf der Erdkugel genau beschreiben. <eop>Längenkreise könnte man so anordnen, wie man will. Das haben die Menschen auch während langer Zeit so gemacht. Erst im Jahr 1884 legte eine internationale Konferenz den Nullmeridian fest, über der Tür der Sternwarte in Greenwich in London. Von dort aus kann man nun jeden Ort berechnen: Frankfurt liegt auf etwa 8° O, sprich: 8 Grad Ost oder 8 Grad östlicher Länge. Moskau liegt auf etwa 37° O und so weiter.<eop><eop>"}, {"title": "Lärchen", "id": 546, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Lärchen", "text": "Lärchen sind Nadelbäume, die viel Kälte ertragen. Es gibt zehn verschiedene Arten, die zusammen eine Gattung bilden. Sie sind eng verwandt mit den Kiefern. In Europa wächst nur die Europäische Lärche und zwar im Gebirge, also in den Alpen und in den Karpaten. Die Sibirische Lärche haben Menschen in Schweden und Finnland angebaut, um ihr Holz zu nutzen. <eop>Lärchen kann man gut daran erkennen, was mit den Nadeln geschieht: Im Herbst werden sie gold-gelb und fallen dann ab. Lärchenwälder ziehen deshalb immer viele Touristen an, zum Beispiel im Engadin oder im Wallis in der Schweiz.<eop>Die Zapfen sind entweder männlich oder weiblich. Sie stehen aufrecht am Ende der Äste. Die Samen sind nur etwa einen halben Zentimeter groß und tragen einen Flügel, der etwas länger ist. Damit fliegen die Samen ziemlich weit vom Stamm weg, damit sich die Lärche besser ausbreiten kann.<eop>Lärchenholz ist das schwerste und härteste Nadelholz. Aus Lärchenholz baut man Türen, Fensterrahmen, Böden, Wandverkleidungen, Treppen und so weiter. Auch für Wände oder für den Dachstock ist es geeignet. Man braucht es aber auch für Brücken, Boote und viele andere Dinge.<eop><eop>"}, {"title": "Läuse", "id": 547, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Läuse", "text": "Läuse sind kleine Lebewesen, die zu den Insekten gehören. Man kann sie grob in Pflanzenläuse und Tierläuse unterteilen. Eine besondere Gruppe innerhalb der Tierläuse sind die Menschenläuse.<eop>Läuse sind Parasiten wie Flöhe. Sie leben also von einem Wirt. Das kann eine Pflanze sein, ein Tier oder ein Mensch. Von dem holen sie sich ihre Nahrung, ohne diesen zu fragen. Oft ist das für den Wirt sogar sehr ärgerlich oder schädlich.<eop>Läuse können sich nicht so schnell bewegen und nicht so gut springen wie Flöhe. Sie bleiben deshalb meist auf dem Wirt, auf dem sie sich einmal eingerichtet haben. Wenn sie dann doch einmal den Wirt wechseln, können sie jedoch auch Krankheiten mitschleppen.<eop>Wie leben Pflanzenläuse? Von den Pflanzenläusen gibt es in Europa etwa 3.000 Arten, auf der übrigen Welt noch viermal mehr. Sie suchen sich eine Wirtspflanze aus und stechen ihren Rüssel hinein. Sie saugen den Pflanzensaft aus und ernähren sich damit. Die Pflanzen wachsen dadurch schlechter oder sterben sogar ab. <eop>Die Feinde der Pflanzenläuse sind Marienkäfer, Florfliegen und andere Insekten. Die fressen sehr viele Läuse und sind deshalb bei Gärtnern sehr gern gesehen. Andere Gärtner bekämpfen die Pflanzenläuse mit Schmierseife, mit Brennesseltee oder mit anderen natürlichen oder chemischen Mitteln. <eop>Die meisten Pflanzenläuse vermehren sich sehr schnell, beispielsweise die Blattläuse. Sie können innerhalb von kurzer Zeit einen ganzen Garten befallen. Das verdanken sie einer Besonderheit: Sie können sich eingeschlechtlich fortpflanzen, also ohne zuerst einen Partner suchen zu müssen. So können sie sehr viele Eier ablegen, die sich von selbst entwickeln.<eop>Wie leben Tierläuse und Menschenläuse? Von den Tier- und Menschenläusen gibt es auf der Welt nur etwa 3.500 Arten, etwa 650 davon in Europa. Mit ihren Mundwerkzeugen können sie stechen, beißen und saugen. Sie leben auf Vögeln oder Säugetieren, also auch auf Menschen. Von Tieren saugen sie oft Blut, sie können sie sich aber auch von Hautresten ernähren.<eop>Die Menschenläuse bilden eine besondere Gruppe innerhalb der Tierläuse. Es gibt von ihnen verschiedene Arten, beispielsweise die Kleiderläuse oder die Kopfläuse. <eop>Die Kleiderläuse vertragen ausschließlich Menschenblut. Sie wohnen nicht auf dem Kopf der Menschen, sondern in den Körperhaaren oder in den Kleidern. Sie sind gefährlich, weil sie Krankheiten übertragen können. Am besten ist man vor ihnen durch eine gute Hygiene geschützt. Man soll also sich selber und die Kleider möglichst sauber halten und regelmäßig waschen. <eop><eop>"}, {"title": "Löwenzahn", "id": 548, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Löwenzahn", "text": "Löwenzahn ist eine Wildpflanze, die fast überall auf der Welt wächst. Es gibt verschiedene Arten, die sich in der Form der Blätter, Blüten und Stiele unterscheiden. Bei uns am häufigsten ist der Gewöhnliche Löwenzahn, auch als Butterblume oder Pusteblume bekannt. <eop>Er wird etwa 10 bis 30 Zentimeter hoch und hat eine kräftige Wurzel. Sie reicht bis zu einem Meter tief in die Erde. Die Blätter sind länglich und gezackt, man kann sie als Salat essen. Auch Kaninchen und Meerschweinchen mögen sie gern. Die Stiele der Blüten enthalten eine Art Milch, die bitter schmeckt und auf der Haut dunkle Flecken macht. <eop>Löwenzahn blüht vor allem im Frühling, von März bis Mai, aber auch noch im Sommer. Die Blüten sind leuchtend gelb, deshalb nennt man sie auch manchmal Butterblume. Jede Blüte besteht eigentlich aus vielen kleinen Blüten. Aus jeder kleinen Blüte wird ein Samenkorn mit einem kleinen Federbusch, damit es der Wind forttragen kann. Alle Federbüsche einer großen Blüte bilden zusammen einen weißen Ball. Wenn man dagegen bläst, fliegen sie davon – daher kommt der Name Pusteblume.<eop><eop>"}, {"title": "Madrid", "id": 549, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Madrid", "text": "Madrid ist die Hauptstadt von Spanien und liegt dort ungefähr in der Mitte. Madrid ist mit etwa drei Millionen Einwohnern die größte Stadt in Südeuropa. <eop>Im Sommer ist die trockene Hitze in der Stadt schwer zu ertragen. Da Madrid ziemlich hoch liegt sind die Winter aber deutlich kälter als in den spanischen Städten am Mittelmeer. Die Bewohner der Stadt selbst sagen: „Neun Monate Winter und drei Monate Hölle.“<eop>Die Regierung von Spanien hat in Madrid ihren Hauptsitz. Der spanische König empfängt seine ausländischen Gäste im Palast „Palacio Real“, den Königspalast. Den Palast kann man auch besichtigen. Die Königsfamilie lebt allerdings außerhalb von Madrid. <eop>Auch der Retiro-Park ist heute ein Ort, den Menschen gern besuchen. An Wochenenden machen ganze Familien Tagesausflüge in diesen Park. „Retiro“ bedeutet Rückzug. Früher war das ein Park nur für den König und seine Freunde. <eop>Madrid ist außerdem sehr berühmt für das Kunstmuseum „Prado“. Das bedeutet auf Deutsch Wiese. In dem Museum zeigt man Gemälde zum Beispiel von Francisco de Goya, Albrecht Dürer und Rembrandt. <eop>Die österreichische Königsfamilie herrschte eine Zeit lang in Madrid. Aus diesem Grund gibt es dort auch einen Stadtteil, in dem die Häuser aussehen wie in Österreich. Dieser Stadtteil heißt „Madrid der Österreicher“. <eop>Wichtigster Teil ist die Plaza Mayor. Das bedeutet auf Deutsch Hauptplatz. Auf dem Platz fanden schon Stierkämpfe, Fußballspiele und Theateraufführungen statt. Im Dezember gibt es jedes Jahr einen großen Weihnachtsmarkt.<eop>In Madrid gibt es den Fußballverein Real Madrid. „Real“ bedeutet „königlich“: Ein spanischer König hat dem Verein erlaubt, sich so zu nennen. Real Madrid ist der erfolgreichste Verein in Europa. Der zweite große Verein der Stadt ist Atlético Madrid. <eop><eop>"}, {"title": "Magdeburg", "id": 550, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Magdeburg", "text": "Magdeburg ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. In Magdeburg leben etwa 230.000 Menschen. Damit gehört die Stadt zu den 40 größten Städten Deutschlands und ist nach Halle an der Saale die zweitgrößte Stadt in Sachsen-Anhalt. Magdeburg liegt an der Elbe.<eop>Magdeburg wurde im frühen Mittelalter gegründet und von einem Erzbischof regiert. Magdeburg war wie Hamburg, Bremen oder Lübeck Mitglied der Hanse, einem wichtigen Bund für den Handel. Im späten Mittelalter war Magdeburg eine der ersten Städte, die reformiert wurden, die also vom katholischen zum evangelischen Christentum wechselten. Die weitere Reformation in Deutschland ging zu einem großen Teil von hier aus. <eop>Im Dreißigjährigen Krieg und im Zweiten Weltkrieg wurde Magdeburg stark zerstört. Nach dem Jahr 1945 gehörte die Stadt zur Deutschen Demokratischen Republik. Seit 1990 ist sie Hauptstadt von Sachsen-Anhalt und Teil der Bundesrepublik Deutschland. Weil Magdeburg an der Elbe und in der Nähe zwei bedeutender Kanäle liegt, hat es heute einen wichtigen Hafen und ist eine bedeutende Stadt für die Industrie.<eop><eop>"}, {"title": "Magen", "id": 551, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Magen", "text": "Der Magen ist ein Organ, das bei der Verdauung hilft. Fast alle Tiere haben einen Magen. Beim Mensch hat er die Form eines Sackes und befindet sich zwischen Speiseröhre und Dünndarm. Er kann bei erwachsenen Menschen etwa 1,5 Liter Nahrung aufnehmen und hat viele Muskeln, die längs wie Ringe und quer verlaufen.<eop>Wenn die Nahrung aus der Speiseröhre kommt, gelangt sie in den Magen. Dort kneten die Muskeln sie gründlich durch. Außerdem vermischt sich die Nahrung dort mit dem Magensaft. <eop>Der Magensaft ist sehr sauer. Er besteht vor allem aus Salzsäure und kommt aus den Magendrüsen. Der Magensaft spaltet das Eiweiss in kleinere Teile auf, damit sie der Darm weiterverarbeiten kann. Die Säure des Magensafts tötet die meisten Bakterien ab, die mit dem Essen in den Körper kommen. Sie ist so ätzend, dass sie den Magen selbst auflösen würde, wenn er nicht von einer dicken Schleimschicht geschützt wäre.<eop>Der menschliche Magen hat nur eine Kammer. Es gibt jedoch Tiere mit mehreren Magenkammern, beispielsweise die Kühe. Sie schlucken das Gras zuerst in ihren Vormagen. Nachher legen sie sich hin und würgen die Nahrung nochmals in den Mund hinauf. Sie kauen ihn dann erst richtig durch, das nennt man wiederkäuen. Dann schlucken sie die Nahrung nochmals hinunter. Sie gelangt in die zweite Magenkammer und von dort aus in den Darm.<eop>"}, {"title": "Main", "id": 552, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Main", "text": "Der Main ist ein Fluss in Deutschland. Von den Flüssen, die von rechts in den Rhein strömen, ist er der längste. Früher galt der Main als Grenze zwischen Norddeutschland und Süddeutschland, die sogenannte Mainlinie oder scherzhaft auch Weißwurst-Äquator, weil südlich davon das Essen von Weißwurst verbreitet ist.<eop>Der Main soll 537 Kilometer lang sein. Die Länge hängt allerdings davon ab, von welchem Quellfluss aus man zählt. Der Weiße Main entspringt im Fichtelgebirge und ist 41 Kilometer lang. Die Farbe hat er vom Gestein bei seiner Quelle. Der Rote Main kommt aus der Fränkischen Alb, ist 73 Kilometer lang und hat die Farbe von Lehm.<eop>Zusammen kommen diese beiden Quellflüsse bei Kulmbach, einer Stadt im Norden von Bayern. Im wesentlichen fließt der Main Richtung Westen, wenn auch mit viel Zickzack. Ab der Stadt Bamberg können Schiffe den Main befahren. Dort zweigt auch der Main-Donau-Kanal ab. Dieser Kanal verbindet seit dem Jahr 1992 die Flüsse Rhein und Donau.<eop>Die größte Stadt in dieser Gegend ist Würzburg. Besonders viele Menschen wohnen am Main erst am unteren Main. Der liegt vor allem in Hessen, mit der größten Stadt überhaupt, die an diesem Fluss liegt: Frankfurt am Main. Bei Mainz fließt der Main schließlich in den Rhein. <eop>Vor etwa 100 Jahren war das Wasser im Main sehr sauber, und viele Pflanzen und Tiere lebten darin. Durch die Industrie, vor allem am unteren Main, hat sich das geändert. Der Main ist zwar heute nicht mehr so schmutzig wie früher, es wird aber immer noch gesagt, dass man nicht darin baden sollte. "}, {"title": "Mainz", "id": 553, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mainz", "text": "Mainz ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. In Mainz leben etwa 200.000 Menschen. Damit ist sie die größte Stadt in Rheinland-Pfalz. Mainz liegt am Rhein, direkt gegenüber der Mündung des Mains. Der Rhein ist hier die Grenze zu Hessen.<eop>Mainz wurde von den Römern im 1. Jahrhundert vor Christus gegründet. Der Ort hieß damals Mogontiacum und war ein befestigtes Lager von römischen Soldaten. Um das Legionslager entstanden bald kleine Siedlungen. So wurde Mogontiacum bald zu einem wichtigen Ort für den Handel.<eop>Ab dem 4. Jahrhundert nach Christus wurde Mainz von einem Bischof regiert. Seit dem Jahr 1356 durfte dieser Bischof als einer von sieben Kurfürsten den deutschen Kaiser wählen. In der Neuzeit wurde Mainz eine Zeit lang von Frankreich regiert, kam dann aber bald zum deutschen Land Hessen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es zur französischen Besatzungszone. Seit 1949 ist Mainz Teil der Bundesrepublik Deutschland und Hauptstadt von Rheinland-Pfalz.<eop>Heute ist Mainz bekannt für die Mainzer Fastnacht, ein Teil des Karnevals, der im Rheinland gefeiert wird. Außerdem haben hier mehrere Fernseh- und Radiosender ihren Sitz, zum Beispiel das Zweite Deutsche Fernsehen, kurz ZDF genannt. Seit 1946 hat Mainz auch eine Universität. Sie heißt Johannes-Gutenberg-Universität, zu Ehren von Johannes Gutenberg. Der lebte im 15. Jahrhundert in Mainz und war ein Erfinder des Buchdrucks. <eop>"}, {"title": "Mais", "id": 554, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mais", "text": "Mais ist ein Getreide. In Österreich sagt man auch Kukuruz. Die dicken Körner sind oft gelb, haben je nach Sorte aber auch andere Farben. Sie befinden sich an großen, langen Kolben, die auf dicken Halmen mit Blättern wachsen.<eop>Ursprünglich kommt der Mais aus Mittelamerika. Die Pflanze von dort heißt Teosinte. Um das Jahr 1550 haben Europäer einige solcher Pflanzen mit nach Europa genommen und dort angebaut. <eop>Im Laufe der Jahrhunderte hat man den Mais so gezüchtet, wie man ihn heute kennt: viel größer und mit mehr Körnern als Teosinte. Lange hat man ihn Europa aber kaum Mais angebaut, und wenn, dann als Tierfutter wegen der langen Halme. Wirklich viel Mais baut man seit Mitte des 20. Jahrhunderts an. Heute ist er das dritthäufigste Getreide auf der Welt.<eop> Wofür verwendet man Mais? Auch heute baut man viel Mais an, um ihn an Tiere zu verfüttern. Man kann ihn natürlich auch essen. Dafür wird er verarbeitet. Daher kommen zum Beispiel die Cornflakes. „Corn“ ist das amerikanische Wort für Mais.<eop>Etwa seit dem Jahr 2000 braucht man Mais aber auch noch für etwas anderes: Zusammen mit Mist von Schweinen oder Rindern steckt man Mais in eine Biogasanlage. Mit Biogas können manche Autos fahren. Oder man verbrennt es, um damit Elektrizität zu erzeugen.<eop><eop>"}, {"title": "Malta", "id": 555, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Malta", "text": "Malta ist eine Insel und ein Staat im Mittelmeer. Genauer gesagt, gehören zum Staat Malta noch zwei weitere bewohnte Inseln und einige ganz kleine, auf denen keine Menschen wohnen. Insgesamt leben auf Malta fast eine halbe Million Menschen, das sind etwa so viele wie in der deutschen Stadt Duisburg.<eop>Im Norden von Malta liegt Sizilien, das gehört zu Italien. Im Süden liegt Libyen. Malta liegt also zwischen Europa und Afrika. Vor langer Zeit gab es einen Landweg zwischen den beiden Kontinenten. Davon sind nur noch einige Gipfel übriggeblieben, eben Malta. Die Insel ist deshalb sehr felsig.<eop>Weil Malta so nahe an der libyschen Küste liegt, kommen dort viele Flüchtlinge an, die Europa über das Mittelmeer erreichen wollen. Malta ist aber zu klein, um diese große Last zu stemmen. Das Land ist deshalb darauf angewiesen, dass andere Staaten der Europäischen Union einen großen Teil der Migranten übernimmt. Das geht aber nicht so einfach.<eop>Wie ist das Land? Auf der Insel ist es heiß. Es gibt wenig Wasser und deshalb nur Pflanzen, die damit gut leben können. Große Bäume gibt es wenige, weil sie die Menschen schon früher zum Bau für den Bau von Schiffen abgeholzt haben. Dafür wachsen an vielen Orten Feigenbäume von selbst, ohne dass Menschen sie gepflanzt haben. Auch Johannisbrotbäume, Olivenbäume und viele andere fühlen sich heimisch.<eop>Es gibt nicht viele verschiedene Tiere, und alle sind eher klein: Igel, Wiesel und Kaninchen sind die größten Säugetiere. Schwalben, Drosseln, Lerchen, Finken sowie einige Arten von Greifvögeln fliegen durch die Luft. Die Blaumerle ist der Nationalvogel Maltas. Es gibt viele Naturschutzgebiete für Tiere und Pflanzen. Viele Zugvögel rasten auf den Inseln.<eop>Wie leben die Menschen? Die meisten Menschen sind katholisch. Die Bibel erzählt in der Apostelgeschichte, dass der Apostel Paulus Schiffbruch erlitten hat und auf der Insel Malta gestrandet ist. Diese Erzählung ist auch in eine Legende eingeflossen. Diese beschreibt die Gründung des ursprünglichen Inselstaates.<eop>Die meisten Einwohner von Malta sprechen Maltesisch. Diese Sprache stammt vom Arabischen ab, das in Nordafrika gesprochen wird. Die Araber hatten die Insel im Mittelalter erobert. Allerdings hat das Maltesische viele Wörter aus dem Italienischen und dem Englischen in sich. Es wird auch nicht mit dem arabischen Alphabet geschrieben, sondern mit dem lateinischen.<eop>Außer Maltesisch ist auch Englisch eine Amtssprache von Malta. Großbritannien hat die Insel seit etwa 1800 regiert. Frei ist Malta erst seit dem Jahr 1964. Vierzig Jahre später wurde der Staat Mitglied in der Europäischen Union.<eop>Die Landwirtschaft ist wichtig, ebenfalls die Fischerei. Sehr viele Menschen arbeiten in einer Schiffswerft, es ist die zweitgrößte Europas. Fast die Hälfte des Geldes verdienen die Malteser jedoch mit dem Tourismus. Etwa eine Million Touristen kommen jedes Jahr wegen der Strände, der Felsenbuchten und der historischen Städte. Dazu kommen nochmals etwa ebenso viele Touristen von Kreuzfahrtschiffen, die hier Halt machen.<eop><eop>"}, {"title": "Mann", "id": 556, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mann", "text": "Die Menschheit besteht aus Männern und Frauen. Als Männer bezeichnet man diejenigen Menschen, die kein Kind in sich tragen können. Ihr Körper ist mit jedoch mit einem Penis, Hoden und anderen Organen ausgestattet, damit sie zusammen mit einer Frau ein Kind zeugen können. <eop>Im Alltag ist der äußerliche Unterschied zwischen Männern und Frauen nicht sehr groß. Heute können Männer wie Frauen lange oder kurze Haare tragen. Einige Männer haben einen schwachen Bartwuchs oder blonde Barthaare, die nicht sehr auffallen. Es gibt aber teils große gesellschaftliche Unterschiede: Früher hatten ausschließlich die Männer das Sagen, und die Frauen mussten sich fügen. Heute sind diese Unterschiede kleiner, aber oft immer noch vorhanden.<eop>Was ist typisch für den Körper des Mannes? Äußerlich gesehen liegt der wichtigste Unterschied beim Körper in den Geschlechtsorganen. Den Penis und den Hodensack beim Mann kann man von außen trotz der Schamhaare sehen. Bei den Frauen liegen die Geschlechtsorgane im Bauch drin und werden durch die Schamhaare verdeckt. Der Mann kann nicht schwanger werden. Er kann eine Frau durch den Geschlechtsverkehr schwanger machen. Bei einigen Männern hört diese Fähigkeit früher auf, andere behalten sie bis ins hohe Alter.<eop>Die weiteren Unterschiede zwischen Mann und Frau nennt man „sekundäre Geschlechtsmerkmale“. Sekundär bedeutet: zweitrangig. Dies sind der Bart im Gesicht und die übrige Körperbehaarung. Es gibt jedoch auch Männer, die haben keine Körperhaare außer um die Geschlechtsorgane, um das Kinn und unter den Armen.<eop>Ein weiteres Zeichen des Mannes ist die tiefe Stimme. In der Pubertät wachsen die Stimmbänder. Das führt dazu, dass die Stimme tiefer wird. Diese Umstellung nennt man „Stimmbruch“. Das kann für Jungen sehr ärgerlich sein, weil sie die Tonlage manchmal nicht mehr beherrschen.<eop>Die Muskeln der Männer sind meist etwas härter und stärker als bei den Frauen. Sie erreichen damit höhere Leistungen im Sport. Deshalb gibt es immer Kategorien nach den Geschlechtern. Auch Schwerarbeit verrichten eher die Männer. Dabei gibt es auch zahlreiche Frauen, deren Körper stärker ist als bei Männern.<eop>Haben Männer immer das Sagen? Bei vielen wichtigen Dinge im Leben hatten früher lange Zeit nur die Männer das Sagen: Die Männer herrschten über ihre Familien. Frauen mussten beim Heiraten ihr Vermögen dem Mann abgeben. Die meisten Berufe und die Universitäten standen sowieso nur den Männern offen. In der Staatsführung ließen sie keine Frauen zu. Die Armee war den Männern vorbehalten.<eop>Das ist heute nicht mehr so. Die Frauen haben sehr lange darum gekämpft, die gleichen Rechte wie die Männer zu erhalten. Man nennt diesen Kampf „Emanzipation“, sprich: Emanzipazion. In Deutschland und Österreich dürfen zum Beispiel Frauen erst seit dem Jahr 1918 wählen. In der Schweiz dauerte das bis 1971.<eop>Trotzdem sind Männer noch in vielen Bereichen bevorzugt: Sie bekommen oft mehr Lohn, obwohl sie dieselbe Arbeit verrichten wie Frauen. Auch traut man ihnen eher als Frauen zu, in einer Betriebsleitung oder als Manager gut zu arbeiten. In diesen Bereichen arbeiten deshalb heute immer noch deutlich mehr Männer als Frauen.<eop>"}, {"title": "Marder", "id": 557, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Marder", "text": " Marder sind Raubtiere. Sie bilden eine Familie unter den Tierarten. Zu ihnen gehören auch der Dachs, der Iltis, der Nerz, das Wiesel und der Otter. Sie leben fast auf der ganzen Welt außer am Nordpol oder der Antarktis. Wer bei uns vom Marder spricht, meint den Steinmarder oder den Baummarder. Zusammen sind sie die „Echten Marder“. <eop>Von der Nase bis zum Po sind die Echten Marder 40 bis 60 Zentimeter lang. Dazu kommt ein buschiger Schwanz von 20 bis 30 Zentimetern. Sie wiegen etwa ein bis zwei Kilogramm. Marder sind also eher schlank und leicht. Sie können sich deshalb sehr flink bewegen.<eop>Wie leben Marder? Marder sind nachtaktiv. Sie jagen und fressen also in der Dämmerung oder nachts. Sie fressen eigentlich alles: Kleine Säugetiere wie Mäuse und Eichhörnchen sowie Vögel und deren Eier. Aber auch Reptilien, Frösche, Schnecken und Insekten gehören auf ihren Speiseplan, auch tote Tiere. Dazu kommen Früchte, Beeren und Nüsse. Im Herbst legen Marder Vorräte für den Winter an.<eop>Marder sind Einzelgänger. Sie leben in eigenen Revieren. Männchen verteidigen ihr Gebiet gegen andere Männchen, Weibchen gegen andere Weibchen. Reviere von Männchen und Weibchen können sich jedoch überschneiden.<eop>Wie vermehren sich Marder? Marder paaren sich im Sommer. Die befruchtete Eizelle entwickelt sich aber erst etwa im nächsten März weiter. Man spricht deshalb von einer Keimruhe. Die eigentliche Schwangerschaft dauert etwa einen Monat. Die Jungen kommen dann etwa im April zur Welt, wenn es draußen wieder wärmer ist.<eop>Marder sind meist etwa Drillinge. Die Neugeborenen sind blind und nackt. Nach etwa einem Monat öffnen sie die Augen. Sie saugen Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Die Mutter säugt die Jungen. Deshalb sind Marder Säugetiere.<eop>Die Säugezeit dauert etwa zwei Monate lang. Im Herbst sind die kleinen Marder selbständig. Mit etwa zwei Jahren können sie selber Junge kriegen. In der freien Natur leben sie höchstens gegen zehn Jahre lang.<eop>Welche Feinde haben Marder? Marder haben wenige Feinde, weil sie so flink sind. Ihre häufigsten natürlichen Feinde sind Greifvögel, weil sie urplötzlich aus der Luft herabschießen. Füchse und Katzen erwischen meist nur ganz junge Marder, so lange diese noch hilflos und nicht so schnell sind.<eop>Der größte Feind der Marder ist der Mensch. Die Jagd nach ihren Pelzen oder der Schutz von Kaninchen und Hühnern kostet vielen Mardern das Leben. Zahlreiche Marder sterben auch auf der Straße, weil Autos sie überfahren.<eop>Welche Besonderheiten hat der Steinmarder? Steinmarder getrauen sich näher an die Menschen heran als Baummarder. Sie fressen deshalb auch Hühner und Tauben sowie Kaninchen, sofern sie in die Ställe eindringen können. Viele Bauern stellen deshalb Fallen auf.<eop>Steinmarder kriechen gerne unter Autos oder von unten her in den Motorraum. Den markieren sie mit ihrem Urin als ihr Revier. Der nächste Marder wird durch den Geruch so wütend, dass er oft Gummiteile zerbeißt. Das führt zu teuren Schäden am Auto.<eop>Der Steinmarder darf gejagt werden. Die Gewehre der Jäger oder ihre Fallen kosten vielen Steinmardern das Leben. Trotzdem sind sie nicht vom Aussterben bedroht.<eop>Wie lebt der Baummarder? Baummarder leben häufiger auf Bäumen als Steinmarder. Sie können sehr gut klettern und von Ast zu Ast springen. Sie legen ihre Nester meist in Baumhöhlen an, manchmal auch in leeren Nestern von Eichhörnchen oder Greifvögeln.<eop>Das Fell der Baummarder ist bei den Menschen beliebt. Wegen der Pelzjagd gibt es in vielen Gebieten nur noch wenige Baummarder. Der Baummarder ist jedoch nicht gefährdet. Sein Problem ist jedoch, dass viele große Wälder abgeholzt werden. Dort gibt es dann auch keine Baummarder mehr.<eop><eop>"}, {"title": "Marienkäfer", "id": 559, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Marienkäfer", "text": "Marienkäfer gehören wie alle Käfer zu den Insekten. Sie leben auf der ganzen Welt, nur nicht im Meer oder am Nordpol und Südpol. Sie haben sechs Beine und zwei Fühler. Über den Flügeln liegen zwei harte Flügel wie Schalen. <eop>Die Marienkäfer sind wohl die beliebtesten Käfer der Kinder. Bei uns sind sie meist rot mit schwarzen Punkten. Zudem haben sie eine runde Körperform. Sie sind also einfach zu zeichnen und man erkennt sie sofort. Sie gelten bei uns als Glücksbringer. Viele Menschen meinen, dass die Anzahl der Punkte angibt, wie alt ein Marienkäfer ist. Das stimmt aber nicht. Durch die Punkte kann man einige Arten unterscheiden: zum Beispiel den Fünfpunkt-Käfer oder den Siebenpunkt-Käfer.<eop>Marienkäfer haben weniger Feinde als andere Käfer. Ihre grelle Farbe schreckt die meisten Feinde ab. Zudem stinken sie im Maul ihrer Feinde. Diese erinnern sich dann sofort: Bunte Käfer stinken. Sie hören schnell auf, sie zu fressen.<eop>Wie leben und vermehren sich Marienkäfer? Im Frühling sind die Marienkäfer ziemlich ausgehungert und suchen sich sofort Nahrung. Sie denken aber auch gleich an ihren Nachwuchs. Auch wenn die Tierchen noch so winzig sind, haben die Männchen einen Penis, mit dem sie ihre Samenzellen in den Körper des Weibchens übertragen. Ein Weibchen legt im April oder Mai bis zu 400 Eier unter Blätter oder in die Ritzen einer Rinde. Später im Jahr machen sie das nochmals.<eop>Aus den Eiern schlüpfen Larven. Die häuten sich mehrmals, bevor sie sich verpuppen. Dann schlüpfen daraus die Marienkäfer.<eop>Die meisten Marienkäferarten ernähren sich von Läusen, und zwar schon als Larven. Sie fressen bis zu 50 Stück am Tag und mehrere Tausend in ihrem Leben. Läuse gelten als Schädlinge, denn sie saugen den Saft aus den Pflanzen. Wenn also Marienkäfer die Läuse fressen, vernichten sie die Schädlinge auf eine natürliche und schonende Art. Das freut viele Gärtner und Bauern.<eop>Die Marienkäfer fressen sich einen Vorrat an Fett an. Im Herbst sammeln sie sich zu größeren Gruppen und suchen sich einen Unterschlupf für den Winterschlaf. Das können Spalten im Dachgebälk sein oder andere Ritzen. Besonders lästig sind sie, wenn sie sich bei alten Fenstern zwischen den Scheiben niederlassen.<eop><eop>"}, {"title": "Mars", "id": 560, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mars", "text": "Der Mars ist ein Planet in unserem Sonnensystem. Von der Sonne aus gesehen befindet sich seine Bahn hinter der Erde. Für einen Umlauf um die Sonne braucht er 687 Tage, die Erde dagegen 365 Tage. Hierbei sind natürlich unsere „Erdentage“ gemeint. Auf dem Mars dauert ein Tag etwa genauso lange wie auf der Erde. Das ist bei den anderen Planeten ganz anders. Der Mars ist im Durchmesser nur etwas halb so groß wie die Erde. Er hat zwei kleine Monde, die Phobos und Deimos heißen.<eop>Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wäre der Mars nur eine große Erbse, die Erde etwa eine Kirsche. Die „Mars-Erbse“ würde etwa mit 200 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen, die Erde mit etwa zwei Dritteln von diesem Abstand. <eop>Schon im Altertum kannte man den Mars. Sein Name kommt vom römischen Gott für den Krieg. Lange Zeit hat man geglaubt, dort könnte es außerirdisches Leben geben, vielleicht sogar Wesen, die so aussehen wie wir Menschen. <eop>Im Jahr 1877 meinte ein Astronom, mit seinem Fernrohr Rillen auf dem Mars zu sehen. Später behauptete jemand sogar, dass die Rillen Kanäle seien. Die Bewohner des Mars hätten die Kanäle gebaut, um Wasser von den Polen zum Äquator zu bringen. Schließlich erkannte man, dass die Astronomen sich mit den Rillen getäuscht hatten: Es gibt sie gar nicht.<eop>Im 20. Jahrhundert haben die USA und die Sowjetunion mehrere Raumsonden zum Mars geschickt. Man glaubte, zumindest Pflanzen oder Bakterien zu finden. Seit 1976 weiß man, dass es nicht einmal so einfache Lebewesen auf dem Mars gibt.<eop>Wie sieht es auf dem Mars aus? Der Mars ist deutlich weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Darum ist es dort kälter, im Durchschitt so kalt wie auf der Erde am Nordpol im Winter. Am wärmsten wird es am Tag am Äquator: etwa 20 Grad Celsius.<eop>Wie die Erde hat auch der Mars eine Atmosphäre. Sie ist aber staubig und ganz dünn. Sauerstoff gibt es in der Marsluft so gut wie gar nicht. Menschen und Tiere könnten dort also nicht atmen.<eop>Der Boden des Mars ist rot. Das kommt vom Staub. Genau wie Rost besteht er aus einer chemischen Verbindung von Eisen und Sauerstoff. Viele Meteoriten aus dem Weltall sind auf den Mars eingeschlagen. Darum sieht man viele Einschlagkrater, große Flächen mit einem runden Rand aus Bodentrümmern. Das ist so ähnlich wie beim Mond der Erde.<eop> Warum ist noch niemand zum Mars geflogen? Raumfahrt ist sehr teuer, gerade, wenn Menschen irgendwo hin gebracht werden sollen. Menschen brauchen Luft zum Atmen, müssen essen und trinken, und es darf für sie nie zu kalt oder zu warm sein. Außerdem können Menschen krank werden – das ist ein riesiges Problem, wenn es weit und breit kein Krankenhaus gibt.<eop>In den Jahren um 1970 waren amerikanische Astronauten auf dem Mond. Schon damals haben Menschen geklagt, dass das viel zu teuer sei und nicht so viel bringe. Stattdessen könnten viel besser Maschinen ins Weltall geschickt werden. <eop>Zum Mond brauchte man nur drei Tage Flug. Aber eine Reise zum Mars und wieder zurück würde über zwei Jahre lang dauern. Die Reise und das Leben auf dem Mars wären sehr gefährlich: Die Sonne strahlt winzig kleine Teilchen aus. Wenn sie auf einen Menschen treffen, wird der Mensch bald krank. Auf der Erde sind wir davor geschützt. Man weiß noch nicht, wie man Menschen schützt, die lange außerhalb der Erde leben.<eop>"}, {"title": "Martin Luther", "id": 561, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Martin Luther", "text": "Martin Luther war ein Mönch und Professor aus Deutschland. In den Jahren nach 1500 rief er die Leute dazu auf, neu über den Glauben nachzudenken. Sein wichtigster Gedanke war, dass der Mensch nur durch die Güte Gottes in den Himmel kommt.<eop>Er schlug vor, die Katholische Kirche zu ändern. Eine Veränderung heißt auch Reform, deshalb nennt man Luther oft „Reformator“. Weil nicht alle seine Ideen gut fanden, wurde er schließlich zum Gründer einer neuen Glaubensgemeinschaft, der Evangelisch-lutherischen Kirchen.<eop>Wie lebte Martin Luther? Luther wurde im Jahr 1483 in Eisleben geboren, das liegt heute in Sachsen-Anhalt. Sein Vater war Bauer, besaß ein Bergwerk und wurde später Ratsherr. Seine Mutter hieß Margarethe. Vermutlich hatte Martin neun Geschwister. <eop>Martin Luther besuchte erst die Stadtschule, dann die Pfarrschule. Dort lernte er Latein, bis er es fließend sprechen und schreiben konnte. Eigentlich sollte er Recht studieren. Doch bei einem Gewitter bekam er so viel Angst, dass er Gott versprach, Mönch zu werden, wenn er das Gewitter überlebte. <eop>Gegen den Willen seines Vaters trat er in ein Kloster ein. Er studierte so eifrig und hielt die Regeln so streng ein, dass er bald zum Diakon und dann zum Priester geweiht wurde. Trotzdem hatte er ständig ein schlechtes Gewissen und stellte sich die Frage: „Vergibt mir Gott die Sünden, die ich immer noch mache, und komme ich dann wirklich in den Himmel?“<eop>Um seine Fragen zu klären, wurde er nach Wittenberg versetzt und konnte dort an der Universität Theologie studieren. Auf einer Reise nach Rom hatte er ein Schlüsselerlebnis: Er legte die Beichte ab und erklomm auf Geheiß des Priesters eine besondere Treppe, und zwar auf den Knien. Damit wollte er Vergebung für seine Sünden erlangen und seine Verwandten vom Fegefeuer in den Himmel bringen. Oben angekommen, fühlte er sich jedoch überhaupt nicht erleichtert.<eop> Wie wurde Luther bekannt? Zurück in Wittenberg erlebte er noch etwas Wichtiges. In seinem Studierzimmer kam ihm plötzlich die folgende Erleuchtung: Nicht irgendwelche Taten oder Rituale führen in den Himmel, sondern allein der Glaube an die Güte Gottes. Diese Gedanken fasste er in einem Schriftstück zusammen. Es waren 95 Thesen, also Behauptungen über den Glauben und die Kirche. <eop>Im Jahr 1517 machte er die Thesen öffentlich. Angeblich nagelte er das Blatt mit diesen Thesen an eine Kirchentür. Das feiert man heute als Reformationstag.<eop>Der Kaiser verteidigte aber die Kirche und erklärte Luther für vogelfrei, das heißt, dass jeder ihn töten durfte, ohne bestraft zu werden. Doch Luther hatte einen starken Beschützer: Der Fürst von Sachsen versteckte ihn auf der Wartburg im heutigen Thüringen. Dort übersetzte er die Bibel in die Deutsche Sprache. <eop>Im Jahr 1525 heiratete er Katharina von Bora, die zusammen mit acht weiteren Nonnen aus dem Kloster geflohen war. Damit endete seine Zeit als Mönch. Sie hatten zusammen drei Töchter und drei Söhne. <eop>Sein Leben lang versuchte er den Menschen zu erklären, was der Glaube sei. Er lehrte und predigte und verfasste viele Bücher und Briefe, von denen die meisten heute noch erhalten sind. Auch wenn er es nicht so wollte: Es kam nicht in der ganzen Kirche zu einer Veränderung, sondern nur in einem Teil. Die Kirche spaltete sich deshalb auf in katholisch und reformiert. Luther starb im Jahr 1546.<eop>Was wollte Martin Luther verändern? Am meisten wehrte sich Luther gegen den Ablasshandel: Priester verkauften Ablass-Briefe. Die versprachen einem die Vergebung der Sünden und den direkten Weg in den Himmel. Man konnte damit also die Zeit im Fegefeuer auslassen oder zumindest verkürzen. Luther vertrat die Überzeugung, dass Jesus am Kreuz stellvertretend für die Menschen alle Sünden abgebüßt hat. Allein dadurch, also durch diese Gnade, würde ein Mensch in den Himmel kommen.<eop>Während Luther sich auf der Wartburg versteckt hielt, nutzte er die Zeit, um dem Volk die Bibel nahe zu bringen. Seiner Meinung nach steht nichts zwischen dem Menschen und Gott, auch kein Papst. Darum sollten viele Menschen die Bibel selbst lesen können. So übersetzte er die Bibel vom Griechischen und Lateinischen in die deutsche Sprache. Auf diese Weise brauchte man niemanden von der Kirche, der einem die Heilige Schrift erklärte. Der Buchdruck kam ihm bei der Verbreitung sehr entgegen.<eop>Im Weiteren wehrte er sich gegen den Einfluss des Papstes. Er vertrat den biblischen Gedanken, dass Gott durch seinen Heiligen Geist überall dort mit dabei ist, wo Menschen sich treffen und sich mit Gott befassen. Ihren Reichtum aus den Ablass-Briefen sollten der Papst und die Kirche besser den Armen verteilen. <eop>Die Heiligen sollten viel weniger wichtig genommen werden. Maria sollte auch als Mutter von Jesus keine Sonderstellung haben. Insbesondere brauchte es die Heiligen nicht, damit sie vor Gott für die Menschen Bitten vortrugen. Den Zugang zu Gott hatte jeder Mensch durch sein eigenes Gebet. <eop>Die Kirchenräume sollten nüchtern sein und nicht so überladen. Die vielen Bilder und Figuren würden die Menschen nur von der Konzentration auf Gott, die Vorlesungen und die Predigt ablenken. <eop>Alle Menschen sollten heiraten dürfen, auch wenn sie ein kirchliches Amt ausübten. Luther sah in der Bibel keinen Grund, warum Kirchendiener ledig bleiben sollten. Dass Jesus unverheiratet blieb, wollte er nicht auf die Menschen übertragen.<eop> Hat Luther die deutsche Sprache erfunden?  Luther war nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte. Er konnte das aber besonders gut und wollte lesbar und verständlich schreiben. Seine Bibel wurde mehrmals gedruckt. Von Mal zu Mal veränderte er den Text: Er versuchte immer besser, diejenigen Wörter zu verwenden, die man in den meisten Gegenden kennt. <eop>Luther hat die deutsche Sprache nicht erfunden. Er trug aber sehr dazu bei, dass die Menschen in Deutschland sich an eine gemeinsame Sprache gewöhnten. Seine Lutherbibel wurde ins Niederdeutsche übersetzt. Doch die Menschen im Norden wollten lieber gleich die hochdeutsche Lutherbibel lesen.<eop> "}, {"title": "Maschine", "id": 562, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Maschine", "text": "Eine Maschine ist ein Gerät. Das Wort kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet Hilfsmittel oder Werkzeug. Vom selben Wort stammt auch der „Mechaniker“. Maschinen helfen Menschen dabei, dass eine Arbeit leichter wird.<eop>Schon im Altertum waren einfache Maschinen erfunden worden. Ein Beispiel ist die schiefe Ebene: Ein Stein ist vielleicht zu schwer, um ihn auf einen anderen Stein zu setzen. Die schiefe Ebene ist eine Rampe, eine gerade Strecke, auf der man den Stein schieben kann. Andere einfache Maschinen sind etwa die Schraube, die Rolle und der Hebel.<eop>Aus den einfachen Maschinen setzt man weitere Maschinen zusammen. Sie wurden von Menschen angetrieben, oder aber von Tieren wie Pferden. Was wir uns heute als Maschine vorstellen, wurde in der Neuzeit seit dem 17. Jahrhundert erfunden. Spinnmaschinen haben Fäden hergestellt, Webstühle daraus Stoff. Die Dampfmaschine lieferte eine neue Art von Antrieb: Anstatt selbst eine Kurbel zu drehen, machte das die Maschine, die dank eines Holzfeuers lief. Erst durch Maschinen wurde die Industrie möglich.<eop>"}, {"title": "Masern", "id": 563, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Masern", "text": " Masern sind eine Krankheit, die vor allem Kinder bekommen. Sie gehört damit zu den Kinderkrankheiten. Masern werden durch ein Virus verursacht. Man steckt sich an, wenn man einen Kranken anfasst oder durch feinste Wassertröpfchen in der Luft, die von einem Kranken kommen. Die Viren dringen dabei durch die Schleimhaut der Nase in den Körper ein. Danach vermehren sie sich und verbreiten sich über das Blut. <eop>Etwa zwei Wochen, nachdem man sich angesteckt hat, bekommt man Schnupfen, Fieber und Halsschmerzen. Weitere zwei Wochen später bilden sich rote Flecken auf der Haut und im Mund. Selten können Masern auch zu Entzündungen führen, an Lunge, Gehirn oder Mittelohr.<eop>Bei Kindern verlaufen Masern meist harmlos. Nachdem die Krankheit überstanden ist, hat der Körper Abwehrstoffe gegen diese Viren aufgebaut. Darum ist er für den Rest seines Lebens geschützt. Wenn man sich erst als Erwachsener ansteckt, ist die Krankheit meist schlimmer. Gegen Masern kann man geimpft werden. Man bekommt bei der Impfung eine Spritze, die gleichzeitig gegen einige andere Krankheiten wie Röteln schützt.<eop>"}, {"title": "Mathematik", "id": 564, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mathematik", "text": " Das Wort Mathematik kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „die Kunst des Lernens\". Es geht dabei um das Rechnen mit Zahlen und um geometrische Formen. <eop>Die Mathematik ist eine der ältesten Wissenschaften. Sie ist schon 3.500 Jahre alt. Sie entstand in Hochkulturen wie die der Babylonier, Ägypter und frühen Griechen. Es gab sie aber auch in China und in vielen anderen Ländern.<eop>Was gehört zur Mathematik? Im Kindergarten und in der Grundschule beginnt es mit dem Zählen. Der Zahlenraum ist unbegrenzt und zu den Zahlen gehört ja auch eine Vorstellung davon, wie viel etwas ungefähr ist. Später kommt der negative Zahlenraum dazu. Das sind die Zahlen unter Null.<eop>Als nächstes werden die beiden ersten Grundrechenarten Addition und Subtraktion gelernt, also das Zuzählen und Wegnehmen. Erst später kommen die Multiplikation und die Division dazu. Das ist das Malrechnen und das Teilen. Mit großen Zahlen wird das schon recht anspruchsvoll, deshalb gibt es dafür besondere Techniken. Etwa soweit kommt man in der Grundschule. Das Rechnen mit Zahlen nennt man auch Arithmetik.<eop>Ein zweites großes Feld der Mathematik ist die Geometrie. Da geht es um das Zeichnen oder das Messen von Längen und Winkeln. Später geht es um die Vermessung und Berechnung einfacher Flächen, also Dreieck, Kreis, Quadrat und so weiter. Später kommen Körper dazu. Hierzu gehören der Würfel, die Pyramide, die Kugel und so weiter. Für weiterführende Gebiete der Geometrie muss man schon bald an die Universität gehen.<eop>Es gibt sehr viele verschiedene Erklärungen dafür, was Mathematik eigentlich ist. Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Mathematik viele Vorgänge auf der Welt logisch zu erklären versucht. Dazu verwendet sie eine eigene Art von Sprache, die aus Symbolen, Zahlen und Formeln besteht. Mit Hilfe dieser Sprache kann man vieles beschreiben oder berechnen.<eop>Es gibt heute kaum mehr eine Wissenschaft, die ohne die Mathematik auskommt: Ingenieure planen den Bau von Autos oder Brücken mit Hilfe der Mathematik. Biologen berechnen, wie sich Tiere vermehren oder wie schnell sie aussterben. Astronomen brauchen die Mathematik, um den Lauf der Himmelskörper zu berechnen und so weiter.<eop>Wie rechnet man in der Mathematik? Im Lauf der Zeit wurden viele Methoden und Geräte erfunden, mit denen das Rechnen erleichtert werden soll. Die einfachste Möglichkeit ist die, seine Finger zu nutzen. Da man da aber nur zehn Finger hat, kommt man nicht allzu weit. Eine Verbesserung ist da schon der Zählrahmen oder der Abakus. Hier sind Perlen verschiebbar auf mehreren Stangen aufgereiht. <eop>Später wurden dann mechanische Rechenmaschinen entwickelt. Sie sind sehr kompliziert aufgebaut. Die ersten konnten nur addieren und subtrahieren, später war dann auch multiplizieren und dividieren möglich. Die mechanischen Maschinen wurden dann von elektrischen abgelöst. Heute nutzen wir Taschenrechner und Computer.<eop>Beim Rechnen mit Zahlen kann der Taschenrechner eine große Hilfe sein. In der Mathematik wird aber nicht nur mit Zahlen gerechnet, sondern auch mit Buchstaben. Diese stehen oft stellvertretend für eine bestimmte (aber unbekannte) Zahl und werden Variablen genannt. Hier hilft der Taschenrechner kaum noch weiter. <eop><eop>"}, {"title": "Matterhorn", "id": 565, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Matterhorn", "text": "Das Matterhorn ist ein Berg in den Alpen. Er liegt zum großen Teil in der Schweiz. Nur die Südseite gehört zu Italien. Dort nennt man den Berg „Monte Cervino“. Die Spitze ist 4478 Meter hoch. Das Matterhorn gilt als Wahrzeichen der Schweiz.<eop>Besonders bekannt ist das Matterhorn wegen seiner dreieckigen Form: Es sieht so ähnlich aus wie eine Pyramide, jedenfalls, wenn man vom Schweizer Ort Zermatt aufs Matterhorn schaut. Zermatt liegt nördlich des Berges und zieht viele Urlauber an. <eop>Viele von ihnen steigen auch hinauf, obwohl das ziemlich gefährlich ist. Dazu brauchen die Bergsteiger viel Mut und erfahrene Bergführer. Solche Bergführer können die Bergsteiger im steilen Fels sichern. Der Bergführer Richard Andenmatten aus Zermatt hält einen Rekord: Er ist über 850-mal hinaufgestiegen.<eop>Ungefährlich ist der Aufstieg bis zur Hörnlihütte. Man erreicht sie von Zermatt aus in vier bis fünf Stunden. Dazu muss man nicht klettern, sondern nur tüchtig wandern können. Eine Bahn kürzt den Aufstieg um zwei Stunden ab. Viele Kletterer übernachten in der Hörnlihütte und starten von dort aus am frühen Morgen auf den Gipfel. Jeden Sommer sind es gegen 3.000 Kletterer.<eop> Was passierte bei der ersten Besteigung? Edward Whymper aus London war ein guter Zeichner. Darum schickte man ihn in Gebirge, um die Berge für Zeitungen zu zeichnen. So kam es, dass er eine Reihe von Bergen in Europa zum ersten Mal bestiegen hat.<eop>Im Jahr 1865 machte Whymper sich an das Matterhorn. Er nahm dazu Freunde mit, die ebenfalls Bergsteiger waren, und auch Bergführer. Zusammen waren sie zu siebt und kletterten von Norden her hinauf. Gleichzeitig wollte der Franzose Jean-Antoine Carrel von Italien her den Gipfel erreichen.<eop>Kurz vor dem Gipfel zerschnitten Whymper und ein Freund das Seil, das sie sicherte. Sie liefen los zum Gipfel, wo Whymper als erster ankam. Von dort sahen sie Richtung Süden, wo der Franzose sich abmühte. Als Carrell nach oben guckte und feststellte, dass auf dem Gipfel schon Menschen waren, kehrte er um.<eop>Beim Abstieg der Sieben passierte ein Unglück. Ein Freund von Whymper, der noch kein guter Bergsteiger war, stürzte. Dabei zog er drei andere Menschen in die Tiefe. Ein Seil, das sie halten sollte, zerriss. Nur drei Leute kamen lebend wieder nach Zermatt: Whymper und die Zermatter Bergführer Vater und Sohn Taugwalder.<eop>Später kamen die Überlebenden vor Gericht. Man wollte untersuchen, ob sie Schuld am Tod der anderen vier hatten. Sie hatten ein veraltetes Seil verwendet, das dann riss. Manche behaupteten, Vater Taugwalder habe das Seil zerschnitten, um sich selbst zu retten. Aber das Gericht sprach die Überlebenden frei.<eop> "}, {"title": "Maulwürfe", "id": 566, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Maulwürfe", "text": "Maulwürfe sind eine Familie von Säugetieren. In Europa lebt nur der Europäische Maulwurf. In Asien und Nordamerika gibt es noch andere Arten. Sie werden etwa 6 bis 22 Zentimeter groß und tragen ein samtweiches Fell. Die meiste Zeit leben Maulwürfe unter der Erde. Sie brauchen deshalb nur kleine Augen und können kaum sehen. Ihre Vorderfüße sehen aus wie Schaufeln. Damit buddeln sie Gänge unter der Erde und schieben dabei die Erde nach außen. <eop>Maulwürfe bekommt man höchst selten zu Gesicht. Meist sieht man nur die Maulwurfshügel auf den Wiesen. Aber da kann man sich täuschen. Es gibt auch bestimmte Arten von Mäusen, die ganz ähnliche Hügel hinterlassen, beispielsweise die Schermaus.<eop>Die Bezeichnung „Maulwurf“ hat nichts mit dem Maul der Tiere zu tun: Sie stammt von dem alten Wort „Mull“ für eine Art von Erde. Man kann Maulwurf also mit „Erdwerfer“ übersetzen. In Europa sind sie streng geschützt.<eop>Wie leben Maulwürfe? Maulwürfe ernähren sich von Regenwürmern und Ringelwürmern, von Insekten und deren Larven und gelegentlich auch von kleinen Wirbeltieren. Mit Ihrer kleinen Rüsselnase können sie diese aufspüren. Manchmal fressen sie auch Pflanzen, vor allem deren Wurzeln.<eop>Maulwürfe sind Einzelgänger, sie leben also nicht in Gruppen. Tag und Nacht bedeutet ihnen wenig, da sie sowieso fast immer im Dunkeln unter der Erde leben. Sie schlafen kurz und sind dann einige Stunden lang wach. Während wir einen Tag und eine Nacht verbringen, sind Maulwürfe drei Mal wach und drei Mal schlafen sie.<eop>Maulwürfe halten keinen Winterschlaf. Tiere, die in kühleren Regionen leben, ziehen sich während des Winters in tiefere Erdschichten zurück oder legen einen Nahrungsvorrat an. So hortet der Europäische Maulwurf Regenwürmer in seinen Bauen. Dabei beißt er ihnen den vorderen Teil des Körpers ab, damit sie nicht fliehen können, aber am Leben bleiben.<eop>Maulwürfe haben Feinde: Vögel stellen ihnen nach, sobald sie an die Erdoberfläche kommen, vor allem Eulen, Mäusebussarde, Rabenvögel und Weißstörche. Aber auch Füchse, Marder, Wildschweine, Haushunde und Hauskatzen fressen gern mal einen Maulwurf. Viele Maulwürfe sterben aber auch frühzeitig wegen Hochwasser oder weil der Boden zu lang und zu tief gefroren ist.<eop>Wie vermehren sich Maulwürfe? Männchen und Weibchen treffen sich nur, wenn sie Junge machen wollen. Das geschieht meistens nur einmal im Jahr und meistens im Frühling. Das Männchen sucht ein Weibchen in seinem Bau auf, um sich mit ihm zu paaren. Gleich darauf verschwindet das Männchen wieder.<eop>Die Tragzeit, also die Schwangerschaft, dauert etwa vier Wochen. Meist kommen drei bis sieben Jungtiere zur Welt. Sie sind nackt, blind und bleiben im Nest. Die Mutter versorgt sie etwa vier bis sechs Wochen lang mit ihrer Milch. Dann machen sich die Jungtiere selber auf die Nahrungssuche.<eop>Im nächsten Frühling sind die Jungtiere geschlechtsreif. Sie können sich also selber vermehren. Meist werden sie nur etwa drei Jahre alt, weil Feinde sie fressen oder weil sie einen Winter oder ein Hochwasser nicht überleben.<eop><eop>"}, {"title": "Max und Moritz", "id": 567, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Max und Moritz", "text": "„Max und Moritz“ ist eine Bildergeschichte, die Wilhelm Busch gezeichnet und geschrieben hat. Busch lebte vor etwa 150 Jahren. Im Jahr 1865 erschien die „Bubengeschichte in sieben Streichen“ zum ersten Mal. Heute sieht man in solchen Bildergeschichten einen Vorläufer der Comics.<eop>Busch hatte zwar schon viel gezeichnet, war damals aber noch nicht besonders bekannt. Die 4.000 ersten gedruckten Exemplare verkauften sich auch nicht sehr rasch. Aber es folgte eine zweite Auflage und dann immer mehr. Heute gibt es Übersetzungen von „Max und Moritz“ in über 280 Sprachen. Max und Moritz ist neben dem Struwwelpeter das bekannteste deutsche Kinderbuch.<eop> Was kommt in der Geschichte vor? Das Buch ist gereimt. Am Anfang kommt eine Einleitung, in der man zum ersten Mal von Max und Moritz hört. Sie werden von Beginn an als böse und unartige Kinder dargestellt. Es beginnt so: <eop>„Ach, was muß man oft von bösen <br/>Kindern hören oder lesen! <br/>Wie zum Beispiel hier von diesen, <br/>welche Max und Moritz hießen.“<eop>Jedes der sieben Kapitel erzählt von einem Streich, eine kleine Geschichte für sich. Zunächst wird eine Person vorgestellt, wie die Witwe Bolte, eine alleinstehende alte Frau, oder der Lehrer Lämpel. Diese Leute erscheinen übertrieben wie eine Karikatur. Max und Moritz spielen ihnen dann einen Streich: Sie stehlen etwas, machen Dinge kaputt oder sorgen dafür, dass die Person sich wehtut. Danach machen sie sich über ihr Opfer lustig.<eop>Schon der vorletzte Streich misslingt, und beim letzten werden Max und Moritz getötet. Ein Müller wirft sie in die Mühle, wo sie in Körner zermahlen werden. Zwei Enten fressen die Körner dann auf.<eop> Ist Max und Moritz ein Buch für Kinder? Damals fanden viele Menschen, dass Max und Moritz eigentlich nicht für Kinder geeignet ist. Die Geschichten sind oft sehr grausam: Es werden Tiere und Menschen gequält, und am Ende bestraft der Müller die beiden Jungen mit dem Tod. <eop>Sogar Wilhelm Busch meinte zehn Jahre später, dass Max und Moritz Kinder verderben könne. Aber Busch mochte diesen schwarzen Humor, bei dem Menschen zu Schaden kommen. Man findet solche üblen Späße in vielen seiner Werke.<eop>Noch heute klagen manche Leute, dass die Geschichten grausam sind und vor allem, dass Max und Moritz nicht lernen, wie schlimm ihre Streiche für ihre Opfer sind. Andere Leute halten „Max und Moritz“ für auch nicht schlimmer als viele Märchen. Außerdem verstehen die meisten Kinder, dass die Geschichten stark übertrieben sind. Sie würden solche Streiche nicht selbst machen oder über die Opfer lachen. Jedenfalls ist es gut, wenn sie Max und Moritz zusammen mit den Eltern lesen.<eop>Für Kinder von heute sind Max und Moritz vielleicht weniger interessant als neue Bücher. Die Geschichten spielen in einer alten Welt, die man so heute nicht mehr kennt: Die Leute halten sich Hühner, der Lehrer raucht eine große Pfeife und ein Müller mahlt Korn. Manchmal ist die Sprache von damals nicht leicht zu verstehen.<eop><eop>"}, {"title": "Mecklenburg-Vorpommern", "id": 568, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mecklenburg-Vorpommern", "text": "Mecklenburg-Vorpommern ist ein Bundesland im Nordosten von Deutschland. Obwohl es das sechstgrößte Bundesland ist, leben hier nur eineinhalb Millionen Menschen, weniger als in Hamburg. Die meisten Einwohner hat Rostock, die Hauptstadt ist aber Schwerin. Weitere größere Städte sind Stralsund und Greifswald.<eop>Mecklenburg-Vorpommern liegt an der Ostsee, vor seiner Küste liegen viele Inseln. Dazu gehören auch die größten deutschen Inseln, Rügen und Usedom. Im Sommer fahren viele Menschen dorthin in den Urlaub. Ansonsten leben die meisten Menschen von der Landwirtschaft. Auf großen Feldern wird hier vor allem Mais oder Raps angebaut, aber auch Getreide und Kartoffeln. In den großen Städten gibt es auch einige Fabriken und Schiffswerften. <eop>Mecklenburg-Vorpommern als Bundesland ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Der westliche Landesteil, Mecklenburg, war zuvor über 1000 Jahre ein eigenes Herzogtum. Vorpommern dagegen gehörte lange Zeit erst zu Schweden und später zum Königreich Preußen.<eop> "}, {"title": "Medien", "id": 569, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Medien", "text": "Die Medien übermitteln Nachrichten oder Ideen, aber auch Gefühle, Fragen oder Vermutungen. Das Wort selbst heißt in der Einzahl Medium. Das kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „die Mitte“.<eop>Das wichtigste Medium für den Menschen ist die Sprache. Sie vermittelt, was ein Mensch denkt oder fühlt. Ohne die Sprache wüssten wir viel weniger über die Menschen und die Welt, von der sie erzählen. Aber auch ein Gesichtsausdruck kann ein Medium sein: Er kann uns zeigen, dass ein Mensch sich freut, sich ängstigt, ungeduldig ist oder anderes mehr. Gerade für gehörlose Menschen ist dies wichtig. Auch Zeichensprache ist ein Medium.<eop>Ein Medium kann auch das Telefon sein, oder ein anderes technisches Gerät. Man spricht dann mit einem anderen Menschen ohne ihn zu sehen. Dieser Mensch kann auch sehr weit weg sein. Aber das Telefon überbringt die Sprache und andere Töne. Auch Notizen, Postkarten, E-Mails und so weiter gehören zu dieser Art von Medien.<eop> Was sind die Massenmedien? Meistens denken die Leute beim Wort Medien an Massenmedien. Ein Massenmedium richtet sich an viele Menschen, an Menschenmassen. Es muss also auch viele Menschen erreichen können, die das sehen und hören. Beispiele sind die Zeitung, das Radio oder das Fernsehen. Heutzutage ist das Internet in vielen Ländern der Erde schon zum wichtigsten Massenmedium geworden.<eop>Wenn wir von den Massenmedien sprechen, können zwei verschiedene Dinge gemeint sein: Einmal meint man das Medium selbst, also zum Beispiel die Zeitung. Aber sehr oft meint man die Leute, die das Medium machen. Also diejenigen, die für den Inhalt verantwortlich sind, wie zum Beispiel die Reporter und andere Zeitungsmacher. Wenn davon die Rede ist, dann geht es mehr um die Aufgabe der Medien.<eop>Massenmedien sind in der Demokratie besonders wichtig: Sie sollen Informationen beschaffen und verbreiten. Dabei sollen sie diese Informationen auch bewerten und einordnen. Die Politik und die Wirtschaft sollen kontrolliert und kritisiert werden. So können sich alle Bürger gut informieren.<eop>In Staaten, die nicht demokratisch sind, ist dies oft nicht möglich. Die Medien werden von der Regierung beherrscht, damit sie nur die Informationen verbreiten, die der Regierung recht sind. Man nennt das Zensur.<eop><eop>"}, {"title": "Medikament", "id": 570, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Medikament", "text": "Medikamente verwendet man, damit jemand wieder gesund oder gar nicht erst krank wird. Man nennt sie auch Arzneien oder Arzneimittel. Es gibt Arzneimittel für Menschen und für Tiere. Verschiedene Arten von Arzneimitteln werden unterschiedlich benutzt. Tabletten, Saft oder Tropfen werden „eingenommen“, also geschluckt. Salben werden eingerieben. Zäpfchen steckt man in den Po. Manche Arzneimittel werden mit einer Spritze gegeben. <eop>Eine Arznei kauft man meistens in einer Apotheke. Viele Arzneimittel darf man nicht einfach so kaufen. Man braucht für sie ein Rezept vom Arzt. Das ist ein Zettel, auf dem genau steht, was der Kranke bekommen soll und dass der Arzt das erlaubt. Außerdem darf nicht jeder Arzneimittel herstellen oder verkaufen. Dafür gibt es strenge Regeln.<eop>Bereits seit Jahrtausenden gibt es Arzneimittel. Früher wurden sie hauptsächlich aus Pflanzen und Tieren hergestellt. In modernen Medikamenten sind meistens Arzneistoffe, die künstlich hergestellt werden. Außer dem Arzneistoff enthalten Medikamente auch noch andere Stoffe, die den Arzneistoff umhüllen oder in sich aufnehmen. So entsteht beispielsweise eine Tablette, ein Saft oder eine Salbe.<eop>"}, {"title": "Meer", "id": 571, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Meer", "text": "Ein Meer ist ein Gewässer, das aus Salzwasser besteht. Ein großer Teil der Erde ist mit Meerwasser bedeckt, mehr als zwei Drittel. Es gibt zwar einzelne Teile, aber sie hängen alle zusammen. Das nennt man das „Weltmeer“. Meist teilt man es in fünf Ozeane auf.<eop>Außerdem haben auch Teile eines Ozeans besondere Namen, wie Nebenmeere und Buchten. Das Mittelmeer ist ein Beispiel dafür oder die Karibik. Das Rote Meer zwischen Ägypten und Arabien ist eher ein Nebenmeer, das fast vollständig von Land umschlossen ist.<eop>Die Oberfläche der Erde ist vor allem mit den Meeren bedeckt: Es sind etwa 71 Prozent, also fast drei Viertel. Die tiefste Stelle befindet sich im Marianengraben im Pazifischen Ozean. Dort ist es etwa elftausend Meter tief.<eop> Was genau ist ein Meer, und was heißt nur so? Ist ein Gewässer ganz von Land umgeben, dann ist es kein Meer, sondern ein See. Manche Seen nennt man trotzdem Meer. Das kann zwei verschiedene Gründe haben.<eop>So ist das Kaspische Meer eigentlich ein Salzsee. Das gilt auch für das Tote Meer. Den Namen haben sie wegen ihrer Größe: Für die Menschen erschienen sie so groß wie ein Meer.<eop>In Deutschland gibt es noch einen anderen, ganz bestimmten Grund. Wir sagen auf Deutsch meistens Meer für einen Teil des Ozeans und See für ein stehendes Binnengewässer. Im Niederdeutschen ist es aber umgekehrt. Zum Teil ist das in die deutsche Standardsprache eingedrungen.<eop>Darum sagen wir für ein Meer auch „die See“: die Nordsee, die Ostsee, die Südsee und so weiter. Außerdem gibt es einige Seen in Norddeutschland, bei denen das Wort „Meer“ zum Namen gehört. Am bekanntesten ist wohl das Steinhuder Meer in Niedersachsen, der größte See im Norden.<eop>Welche Ozeane gibt es? Meist teilt man das Weltmeer in fünf Ozeane auf. Der größte ist der Pazifische Ozean zwischen Amerika und Asien. Man nennt ihn auch einfach Pazifik. Der zweitgrößte ist der Atlantische Ozean oder Atlantik zwischen Europa und Afrika im Osten und Amerika im Westen. Der drittgrößte ist der Indische Ozean zwischen Afrika, Indien und Australien.<eop>Der viertgrößte ist der Südliche Ozean. Das ist das Gebiet rund um das Festland der Antarktis. Der kleinste der fünf ist der Arktischer Ozean. Er liegt unter dem arktischen Eis und reicht an Kanada und an Russland.<eop>Manche Leute sprechen von den sieben Weltmeeren. Sie rechnen dann zu den fünf Ozeanen noch zwei Meere dazu, die in ihrer Nähe liegen, oder die sie oft mit Schiffen bereisen. Häufige Beispiele sind das Mittelmeer und die Karibik. <eop>In der Antike rechnete man ebenfalls mit sieben Weltmeeren. Das waren sechs Teile des Mittelmeers wie die Adria und dazu das Schwarze Meer. Jede Epoche hatte ihre eigene Zählweise. Das hing stark damit zusammen, welche Meere überhaupt bekannt waren. <eop> Warum sind die Meere so wichtig? Viele Menschen leben vom Meer: Sie fangen dort Fische, sie empfangen Touristen oder sie fahren als Seeleute über die Meere, um Waren zu transportieren. Im Meeresboden befinden sich Rohstoffe wie Erdöl, die man fördert. <eop>Nicht zuletzt ist das Meer wichtig für das Klima unseres Planeten Erde. Die Ozeane speichern Wärme, verteilen sie über Strömungen und nehmen außerdem Klimagase wie Kohlendioxid auf. Ohne sie hätten wir also mehr Erderwärmung.<eop>Allerdings ist viel Kohlendioxid auch schlecht für die Ozeane. Im Meerwasser wird es zu Kohlensäure. So werden die Ozeane sauer, was schlecht für viele Tiele im Wasser ist.<eop>Die Umweltschützer sorgen sich außerdem darum, dass im Meer immer mehr Müll landet. Vor allem Plastik baut sich nur sehr langsam ab. Es zersetzt sich aber zu ganz kleinen Stückchen, dem Mikroplastik. Dadurch kann es in den Körper von Tieren landen und dort Schaden anrichten.<eop>Wie kommt das Salz ins Meer? Nirgendwo auf der Erde befindet sich so viel Wasser wie in den Meeren: 97 Prozent. Jedoch ist das Meerwasser, man kann es nicht trinken. An manchen Küsten gibt es Anlagen für die Entsalzung von Meerwasser, die daraus Trinkwasser machen.<eop>Salze gibt es im Gestein auf der ganzen Welt. Im Zusammenhang mit dem Meer spricht man meistens von Speisesalz oder Kochsalz, das wir in der Küche verwenden. Kochsalz löst sich im Wasser sehr gut auf. Auch kleine Mengen geraten so durch die Flüsse ins Meer.<eop>Salz gibt es auch auf dem Meeresboden. Auch das gerät langsam ins Wasser. Auch Vulkane auf dem Meeresgrund können Salz ausstoßen. Durch Erdbeben auf dem Meeresgrund gerät ebenfalls Salz ins Wasser.<eop>Durch den Wasserkreislauf gerät viel Wasser in die Meere. Es kann aber ein Meer nur durch die Verdunstung wieder verlassen. Dabei geht das Salz nicht mit. Salz, das einmal im Meer ist, bleibt also dort. Je mehr Wasser verdunstet, desto salzhaltiger wird das Meer. Deshalb ist auch der Salzgehalt nicht in jedem Meer genau gleich hoch.<eop>Meist enthält ein Liter Meerwasser etwa 35 Gramm Salz. Das sind etwa eineinhalb gehäufte Suppenlöffel voll. In eine Badewanne füllen wir meist etwa 150 Liter Wasser. Man müsste also etwa fünf Kilogramm Salz zugeben, um Meerwasser zu erhalten. <eop> "}, {"title": "Meerestiere", "id": 572, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Meerestiere", "text": "Zu den Meerestieren zählt man alle Tierarten, die hauptsächlich im Meer leben. Es sind also Fische, Seesterne, Krebse, Muscheln, Quallen, Schwämme und viele andere mehr. Viele Seevögel, insbesondere die Pinguine, aber auch die Wasserschildkröten, leben meist im oder am Meer, legen jedoch ihre Eier an Land. Robbenmütter bringen an Land ihre Jungtiere zur Welt. All diese Tiere zählt man trotzdem zu den Meerestieren.<eop>Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass alle ursprünglichen Tiere im Meer gelebt haben. Viele sind dann an Land gegangen und haben sich dort weiterentwickelt. Es gibt aber auch Tiere, die nach dem Wechsel vom Meer aufs Land später wieder ins Meer übergesiedelt sind: die Vorfahren der Wale und der Echten Knochenfische lebten an Land und sind erst später ins Meer übergesiedelt. Also zählt man auch diese wieder zu den Meerestieren.<eop>Es ist somit nicht ganz klar, welche Tiere zu den Meerestieren gehören, denn sie sind nicht durch ihre Entwicklung miteinander verwandt. Dies ist ähnlich wie bei den Waldtieren. Es kommt auch sehr darauf an, um welches Meer es sich handelt. In der Nähe des Äquators ist das Wasser wärmer als in der Arktis oder der Antarktis. Deshalb leben dort auch andere Meerestiere.<eop><eop>"}, {"title": "Meerschweinchen", "id": 573, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Meerschweinchen", "text": "Meerschweinchen sind Nagetiere. Sie heißen „Schweinchen“, weil sie wie Schweine quieken. „Meer“ kommt daher, dass sie von Südamerika aus nach Europa gebracht worden sind, über das Meer.<eop>Die freilebenden Arten besiedeln sowohl das mit Gras bewachsene Flachland als auch karge Steinlandschaften und das Hochgebirge der Anden. Dort sind sie bis in 4200 Metern Höhe über Meer anzutreffen. Sie leben in Gruppen von fünf bis zehn Tieren im dichten Gebüsch oder in Erdhöhlen. Diese graben sie selbst oder übernehmen sie von anderen Tieren. Die Hauptnahrung von Meerschweinchen in ihrer Heimat sind Gräser, Kräuter oder Blätter.<eop>Es gibt drei verschiedene Familien von Meerschweinchen: Die Pampashasen aus dem Gebirge Südamerikas werden von der Schnauze bis zum Po 80 Zentimeter lang und bis zu 16 Kilogramm schwer. Eine weitere Familie sind die Capybara, die man auch Wasserschweine nennt. Es sind die größten Nagetiere der Welt. Sie leben in den feuchten Gebieten Südamerikas. <eop>Die dritte Familie sind die „Eigentlichen Meerschweinchen“. Von ihnen kennen wir das Hausmeerschweinchen am besten. Sie sind beliebte Haustiere, da sie sehr pflegeleicht sind. Sie werden seit einigen hundert Jahren gezüchtet. Sie leben also nicht mehr so wie ihre Vorfahren in der Natur.<eop>Wie leben Hausmeerschweinchen? Hausmeerschweinchen werden 20 bis 35 Zentimetern lang und ungefähr ein Kilogramm schwer. Ihre Ohren sind klein, die Beine kurz. Einen Schwanz haben sie nicht. Sie haben besonders lange und kräftige Schneidezähne, die immer wieder nachwachsen. Das Fell der Hausmeerschweinchen kann sehr unterschiedlich aussehen. Es kann glatt, struppig, kurz oder lang sein. <eop>Die Tierchen atmen etwa doppelt so schnell wie wir Menschen. Ihr Herz schlägt etwa fünf Mal in der Sekunde, also etwa fünf Mal so schnell wie bei uns Menschen. Sie sehen weit herum ohne den Kopf zu drehen, dafür können sie Entfernungen schlecht abschätzen. In der Dunkelheit helfen ihnen ihre Tasthaare. Farben können sie zwar sehen, wissen aber kaum etwas damit anzufangen. Sie hören höhere Töne als wir Menschen. Ihre Nase kann sehr gut riechen, das ist der wichtigste Sinn der Mausmeerschweinchen.<eop>Hausmeerschweinchen verbringen den Tag anders als wir Menschen: Sie sind oft wach und schlafen oft, beides für viel kürzere Zeit. Rund um die Uhr fressen sie etwa 70 Mal, also immer wieder kleine Mahlzeiten. Deshalb brauchen sie ständig Futter, zumindest Wasser und Heu.<eop>Meerschweinchen sind gesellige Tierchen, außer die Männchen unter sich, die vertragen einander gar nicht. Einzeltiere fühlen sich unwohl. Man sollte deshalb zwei oder mehrere Weibchen gemeinsam halten. Zum Schlafen legen sie sich nahe beieinander hin. Sie berühren sich jedoch nur bei großer Kälte. Anders ist das natürlich bei den Jungtieren. Meerschweinchen vertragen sich nicht mit anderen Tieren, außer mit Kaninchen.<eop>Meerschweinchen brauchen Platz um sich zu bewegen. Für jedes Tier sollte es eine Fläche von einem auf einem Meter sein. Auf der Fläche einer Matratze sollten also nicht einmal zwei Tiere gehalten werden. Sie brauchen zudem Stroh oder Sägespäne, Holzhäuser, Stofftunnels und andere Dinge, um daran zu knabbern und um sich zu verstecken.<eop>Wie vermehren sich Hausmeerschweinchen? Hausmeerschweinchen vermehren sich vor allem sehr schnell! Wenige Wochen nach ihrer eigenen Geburt können sie schon selber Junge machen. Die Mutter trägt ihre Babys etwa neun Wochen lang im Bauch. Meist kommen zwei bis vier Babys zur Welt. Sie tragen ein Fell, können sehen, laufen und beginnen schnell, alles anzuknabbern, was sie finden. Sie wiegen etwa 100 Gramm, also etwa so viel wie eine Tafel Schokolade. Die Jungtiere trinken Milch bei ihrer Mutter, denn Meerschweinchen sind Säugetiere. <eop>Gleich nach der Geburt kann eine Meerschweinchenmutter sich wieder paaren und schwanger werden. Die Jungtiere sollten etwa vier bis fünf Wochen alt und etwa 250 Gramm schwer sein, bis man sie der Mutter wegnimmt. Sie werden bei guter Haltung etwa sechs bis acht Jahre alt, manche auch älter.<eop><eop>"}, {"title": "Mehl", "id": 574, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mehl", "text": "Mehl ist ein ganz feines Pulver. Meist denken wir an das Mehl, das wir in der Küche und in der Backstube verwenden. Es entsteht, wenn eine Mühle Getreidekörner fein vermahlt. <eop>Zum Brotbacken ist Mehl aus Weizen, Roggen und Dinkel am besten geeignet. Dieser Teig verklebt gut. Aber auch alle anderen Getreide kann man zu Mehl vermahlen, auch Mais oder Reis. Maismehl braucht man vor allem zum Eindicken von Soßen oder für die spanischen Tortillas, sprich: Tortillias.<eop>Es gibt auch Mehl aus Fischresten, das man als Fischfutter verwendet. Knochenmehl und Hornmehl sind gute Dünger für den Garten. Mit Steinmehl kann man Gerüche binden. Man streut es beispielsweise auf den Kot in Toiletten ohne Spülung. In den Sägereien und Schreinereien entsteht Holzmehl, das man meist Sägemehl nennt. Man kann es zu kleinen Würstchen pressen und dann zum Heizen brauchen. Diese Würstchen nennt man Pellets.<eop>In der Natur entsteht Gesteinsmehl, wenn Wasser oder Wind Steine abschleifen. Dies entsteht auch durch die Bewegung der Gletscher. Wenn dieses Gesteinsmehl mit Wasser verklebt, entsteht daraus Ton oder Lehm.<eop> Kategorie:Essen und Trinken "}, {"title": "Meisen", "id": 575, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Meisen", "text": " Meisen sind eine Tierfamilie. Sie gehören zu den Singvögeln. Sie leben in ganz Europa, in Nordamerika, in weiten Teilen Asiens und im südlichen Teil Afrikas. Bei uns in Europa gehören sie zu den häufigsten Singvögeln. Weltweit gibt es 51 Arten. In Europa leben 14 Arten, in der Schweiz nur gerade fünf. Es kommt also sehr an, ob sich die Meisen mit einem bestimmten Gebiet anfreunden können.<eop>Meisen sind kleine Vögel. Vom Kopf bis zum Ansatz der Schwanzfedern kommen sie nur wenig über zehn Zentimeter. Sie sind auch sehr leicht, etwa 10 bis 20 Gramm. Es braucht also etwa fünf bis zehn Meisen, um eine Tafel Schokolade aufzuwiegen. <eop>Wie leben Meisen?<eop>Meisen mögen Bäume. Einige Meisenarten können sogar richtig gut klettern, zum Beispiel die Blaumeise. Auf den Bäumen finden sie auch einen großen Teil ihrer Nahrung. Hauptsächlich sind es Insekten und Larven sowie Samen. Je nach Meisenart essen sie eher das eine oder das andere. Sie bedienen sich aber auch sehr gerne an dem, was Menschen ihnen zum Fressen anbieten.<eop>Die meisten Meisenarten leben das ganze Jahr über am selben Ort. Einige sind aber Zugvögel. Zum Ausbrüten ihrer Eier suchen sie sich meist eine leere Höhle, beispielsweise von einem Specht. Die polstern sie dann nach ihrem eigenen Geschmack aus. Dort legen sie ihre Eier hinein und brüten sie aus.<eop>Meisen haben viele Feinde. Marder, Eichhörnchen und Hauskatzen fressen gerne Eier oder Jungvögel. Aber auch Greifvögel wie der Sperber oder der Turmfalke schlagen oft zu. Viele Jungvögel sterben im ersten Jahr. Sogar von denen, die schon fliegen können, wird im nächsten Jahr nur jeder vierte selber brüten.<eop>Auch der Mensch setzt den Meisen zu. Immer mehr geeignete Obstbäume verschwinden aus der Landschaft. Allerdings helfen viele Menschen den Meisen auch, indem sie Brutkästen aufhängen und jeden Winter die Nester entfernen, damit die Meisen die Brutkästen wieder besiedeln können. Auch mit geeignetem Futter kann man die Meisen unterstützen. Sie sind deshalb nicht bedroht.<eop>Welches sind bei uns die wichtigsten Meisenarten? In Europa gehört die Kohlmeise zu den häufigsten Vogelarten. In der Schweiz ist sie die häufigste Meisenart. Es gibt von ihr etwa eine halbe Million Tiere. Sie bleiben meist immer am selben Ort. Nur die Meisen aus dem Norden ziehen im Winter weiter in den Süden. Meisen brüten jeden Sommer ein- oder zweimal. Jedes Mal legt das Weibchen 6 bis 12 Eier. Es muss die Eier etwa zwei Wochen lang ausbrüten. Weil sie nicht alle Eier zur selben Zeit gelegt hat, schlüpfen sie auch nicht gleichzeitig aus. <eop>Die Blaumeise ist in der Schweiz die zweit-häufigste Meisenart. Sie siedelt in ganz Europa. Blaumeisen sind besonders gute Kletterer. Sie wagen sich von den Ästen auf die feinsten Zweiglein hinaus und können sogar mit dem Kopf nach unten hängen um Samen zu picken. Das machen sie vor allem während der Zeit der Fortpflanzung. Sonst fressen sie nämlich vorwiegend Insekten. Sie haben noch einen besonderen Feind: Die Kohlmeise ist etwas größer und stärker und schnappt ihnen oft die besten Bruthöhlen weg. <eop>Die Haubenmeise ist in der Schweiz die dritt-häufigste Meisenart. Auch sie lebt in ganz Europa. Ihren Namen hat sie von den aufgestellten Federn auf dem Kopf. Sie ernährt sich hauptsächlich von Gliederfüßern, also von Insekten, Tausendfüßern, Krebsen und Spinnentieren. Im Spätsommer kommen vor allem Samen hinzu. Während die Kohl- und die Blaumeisen am liebsten in Laubwäldern wohnen, fühlt sich die Haubenmeise auch in Nadelwäldern sehr wohl. Das Weibchen legt etwas weniger Eier, nämlich etwa vier bis acht. Wenn ein Paar viele Jungtiere verliert, brütet es im selben Sommer ein zweites Mal. <eop><eop>"}, {"title": "Mensch", "id": 576, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mensch", "text": "Der Mensch ist eine Art der Säugetiere. Ihr Vorfahre war der „Homo“. Zusammen mit den Gorillas, den Schimpansen und den Orang-Utans gehören die Homos zur Familie der Menschenaffen, die von der Wissenschaft die Hominiden genannt wird.<eop>Das deutsche Wort „Mensch“ stammt von einem Wort ab, das sowohl Mensch als auch Mann bedeutete. „Mennisch‟ stand für „mannhaft“, daraus wurde dann Mensch. In der Wissenschaft nennt man den Menschen „homo sapiens‟, das ist Latein für „der weise Mensch‟. Mit dem Wort Menschheit denkt man an alle Menschen auf der Welt.<eop>Die ersten Menschen der Art „homo sapiens‟ lebten vor ungefähr 200.000 Jahren in Afrika. Viel früher, vor zwei bis drei Millionen Jahren, lebten die ersten Hominiden, welche als Menschen gelten können, ebenfalls im Osten Afrikas. Zu dieser Zeit begann die sehr lange dauernde Steinzeit. Während der Steinzeit verbreiteten sich die Menschen über alle Kontinente. Nur die Antarktis blieb unbesiedelt.<eop>Alle Menschen, die heute leben, gehören zu einer Art: Der lateinische Name ist homo sapiens. Aber die Menschen haben unterschiedliche Sprachen und Kulturen, auch Religionen.    Wie unterscheiden wir uns von anderen Tieren? Besonders am Menschen ist, dass er Sprache und Kultur kennt. Er kann über sich und seine Umgebung nachdenken. Außerdem kann er lange für die Zukunft planen. Menschen sind bei der Geburt sehr unreif. Sie können noch nicht ohne fremde Hilfe überleben und sind noch lange Zeit Kind. <eop>Menschen laufen aufrecht, während die meisten Säugetiere sich auf allen Vieren bewegen. Außerdem können Menschen sowohl Tiere als auch Pflanzen essen. Dadurch passen sie sich gut an die verschiedenen Gegenden der Erde an.<eop> Wie viele von uns gibt es auf der Welt? Auf der Welt leben über sieben Milliarden Menschen. Eine Milliarde sind 1000 Millionen. Zum Vergleich: In Deutschland leben achtzig Millionen Menschen. Richtig weiß aber niemand, wie groß die Weltbevölkerung ist. Man kann das nur schätzen, denn ständig wird irgendwo jemand geboren, oder stirbt jemand.<eop>Lange Zeit lebten nur relativ wenige Menschen gleichzeitig. Aber vor allem in den Jahren nach 1900 ist die Weltbevölkerung stark gewachsen. Im Jahr 1900 lebten auf der Welt etwa eine Milliarde Menschen, hundert Jahre später waren es schon sechs Milliarden. Man spricht von einer Bevölkerungsexplosion oder auch Überbevölkerung.<eop>"}, {"title": "Merkur", "id": 577, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Merkur", "text": "Der Merkur ist ein Planet in unserem Sonnensystem. Von allen Planeten ist er der Sonne am nächsten. Auch darum ist es auf ihm sehr heiß. Für einen Umlauf um die Sonne braucht er nur 88 Tage. <eop>Zum Vergleich: Bei der Erde sind es dagegen 365 Tage. Dabei sind natürlich unsere „Erdentage“ gemeint. Auf dem Merkur dauert ein Tag, also die Zeit von Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang, viel länger: Ein „Merkurtag“ ist fast 59 „Erdentage“ lang. Der Merkur ist nur etwas größer als der Mond der Erde. Er selbst hat aber keinen Mond.<eop>Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wäre der Merkur nur eine kleine Erbse, die Erde etwa eine Kirsche. Die „Merkur-Erbse“ würde etwa mit 50 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen, die Erde mit fast dreimal so viel Abstand.<eop> Wie sieht es auf dem Merkur aus? Der Merkur ist ziemlich klein. Darum reicht seine Schwerkraft nicht aus, um eine richtige Atmosphäre zu haben. So gibt es keinen Wind und keine Wolken. Der Himmel ist auf dem Merkur immer dunkel.<eop>Trotzdem haben Forscher Gase um den Planeten entdeckt. Es gibt dort Wasserstoff, Helium, Sauerstoff, Wasserstoff und einige weitere Stoffe. Der Druck ist sehr niedrig. Die Gase stammen entweder vom Sonnenwind, oder aber sie kommen aus der Kruste, der Oberfläche des Merkur.<eop>Weil der Merkur kaum Atmosphäre um sich hat, hat er lauter Krater auf der Oberfläche. Einige Krater sind 100 Meter im Durchmesser groß, andere mehre 100 Kilometer. Das Caloris-Becken ist von einem Ende zum anderen 1300 Kilometer weit. Deutschland würde etwa viermal hineinpassen. Vor fast vier Milliarden Jahren muss dort ein gewaltiger Meteorit eingeschlagen sein.<eop>Außerdem gibt es glatte Flächen auf dem Merkur. Wie beim Mond stammen sie von Vulkanismus: Heißes Magma ist an die Oberfläche gekommen. Man sieht auch längere Gräben. Sie sind wohl entstanden, als der Planet entstanden und dann abgekühlt ist.<eop> Was denken und wissen die Menschen über den Planeten? Die Menschen kennen den Planeten Merkur schon seit dem Altertum, weil man ihn von der Erde aus mit bloßen Augen sehen kann. Das geht allerdings nur für etwa eine Stunde am Morgen oder am Abend, weil er der Sonne so nah ist. <eop>Der Name „Merkur“ kommt von einem römischen Gott. Dieser Gott war der schnelle Götterbote. Der Name passte: An unserem Himmel sieht es so aus, dass Merkur sich schneller als andere Planeten bewegt.<eop>Im Jahr 1974 flog die Raumsonde Mariner 10 am Merkur vorbei. Dank dieser Sonde haben die Forscher sehr viel Neues über den Planeten gelernt. Erst 2008 wurde der Merkur wieder von einer Raumsonde besucht.<eop>"}, {"title": "Metall", "id": 578, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Metall", "text": "Ein Metall ist eine bestimmte Art von Stoff. Die Elemente Eisen und Gold sind zum Beispiel Metalle. Manche Metalle bestehen auch aus mehreren Elementen: Bronze ist zum Beispiel eine Mischung aus Kupfer und Zinn. So eine Mischung von Metallen nennt man Legierung.<eop>Metalle haben bestimmte Eigenschaften. Sie glänzen, sie können Hitze und Elektrizität leiten, und man kann sie vergleichsweise leicht formen, zum Beispiel verbiegen oder schmelzen. Wenn es normal warm im Zimmer ist, sind die meisten Metalle fest. Einige sind allerdings flüssig, zum Beispiel Quecksilber.<eop>Viele Metalle kommen in der Natur oft als Erz vor. Das eigentliche Metall ist dabei mit Gestein vermischt. Wer Eisen aus Eisenerz gewinnen will, muss das Erz sehr heiß machen, damit das Eisen herausfließt. Gold und Platin hingegen findet man in der Natur in reiner Form. Solche Stücke nennt man Nuggets, sprich Naggetts.<eop> Wie kann man Metalle unterscheiden? Man unterscheidet Metalle unter anderem nach dem Gewicht, nämlich in Leichtmetalle und Schwermetalle. Füllt man ein Litermaß mit einem Metall und das Gewicht bleibt unter 5 Kilogramm, dann ist es ein Leichtmetall. Das gebräuchlichste Leichtmetall ist Aluminium. Es rostet nicht. Deshalb braucht man es für Geländer, für Leitern oder beispielsweise für Flugzeuge. Dort kommt es drauf an, dass alles stabil aber auch leicht ist.<eop>Ist ein Litermaß eines Metalls über 5 Kilogramm schwer, dann nennt man es ein Schwermetall. Das häufigste Schwermetall ist Eisen oder Stahl. Daraus sind Autos, Brücken, Werkzeuge, Maschinen und so weiter gebaut. Eisen hat jedoch den Nachteil, dass es rostet. Deshalb muss man es mit einer bestimmten Farbe streichen oder beschichten. Auch Kupfer ist ein Schwermetall. Viele Wasserleitungen in den Häusern sind aus Kupfer. Sie rosten nicht und das Wasser nimmt keinen Geschmack an.<eop>Viele Schwermetalle sind giftig, zum Beispiel Blei. Uran ist sogar hoch giftig. Man braucht es in Atomkraftwerken. Uran sendet Strahlungen aus und kann so bei Menschen zu Missbildungen führen. Dazu muss man es nicht einmal direkt berühren.<eop>Es gibt aber auch Schwermetalle, die wir dringend in unserem Körper brauchen. Nur nicht in reiner Form, sondern in einer Verbindung. Diese heißen Spurenelemente. Sie kommen in Nahrungsmitteln vor. Bei Bedarf kann man sie aber auch als Tabletten einnehmen, oft zusammen mit Vitaminen.<eop>Es gibt noch eine bestimmte Gruppe von Schwermetallen, nämlich die Edelmetalle. Dies sind Gold, Platin und Silber. Sie rosten nicht und lassen sich mit keiner Säure auflösen.<eop>Welche wichtigen Legierungen gibt es? Eine Legierung ist eine Mischung aus zwei Metallen. Eine gute Legierung hat bessere Eigenschaften als die beiden Metalle, aus denen sie gemischt ist. Deswegen mischt man Metalle zu Legierungen zusammen.<eop>Bronze ist eine Legierung aus viel Kupfer und wenig Zinn. Sie rostet nicht und wird heute vor allem zum Gießen von Glocken sowie für Statuen und andere Kunstwerke verwendet. Bronze war vor etwa 4.000 Jahren so wichtig, dass man die ganze Epoche nach ihr benannt hat: die Bronzezeit.<eop>Messing ist eine Legierung aus viel Kupfer und wenig Zink. Messing ist weicher als Bronze, rostet aber ebenfalls nicht. Deshalb lassen sich daraus auch Schrauben und Muttern anfertigen. Aus Messing sind die Zwischenstücke der Trinkwasserrohre wenn es darum geht, eine Leitung auf viele Leitungen zu verteilen. Es gibt auch heute noch edle Türklinken, Türschilder, Kerzenständer und so weiter aus poliertem Messing. Sie sehen fast aus wie aus Gold.<eop>Chromstahl ist eine Mischung aus viel Stahl und wenig Chrom. Er ist fast so stark wie normaler Stahl. Chromstahl hat aber den zusätzlichen Vorteil, dass er nicht rostet, und er lässt sich sehr fein polieren. Die meisten Essbestecke werden heute aus Chromstahl hergestellt. Ebenso die Messer und übrigen Werkzeuge, welche die Chirurgen oder Zahnärzte brauchen. Auch immer mehr Handläufe an Geländern sind aus Chromstahl.<eop><eop> "}, {"title": "Meter", "id": 579, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Meter", "text": "Meter ist der Name eines Längenmaßes. Man misst Längen, Strecken und Entfernungen in Metern. Das Meter ist überall auf der Welt das gebräuchliche Maß, nur nicht in Großbritannien, den USA und Myanmar.<eop>Früher gab es viele Längenmaße, die oft von Gegend zu Gegend verschieden waren. Man musste immer wieder umrechnen, oder man wusste nicht genau, wie lang ein „Fuß“ war. In Weimar war er zum Beispiel deutlich kürzer als in Preußen oder Österreich. Das war unpraktisch und konnte auch zu Ungerechtigkeiten führen.<eop>In der Zeit der Französischen Revolution wollte man endlich ein Längenmaß, das für alle Menschen einheitlich gültig sein konnte. Um dieses neue Längenmaß festzulegen, ging man damals von der Entfernung zwischen Nordpol und Äquator aus. Diese Strecke geteilt durch 10 Millionen sollte ein Meter sein.<eop>Im Jahr 1799 stellte man das „Urmeter“ aus dem Metall Platin her. Später konnte man die Erde besser vermessen und fand heraus: Dieses Stück Platin war ein ganz kleines bisschen zu kurz. Man verwendete das Urmeter aber immer noch, weil inzwischen viele Länder das Urmeter als Vorbild nahmen. Im Jahr 1875 haben zwölf Länder einen Vertrag unterschrieben, dass sie das Metermaß nutzen wollen, darunter auch Deutschland. Eingeführt hatte man das Meter in Deutschland schon etwas früher.<eop>Das Urmeter war aber ungeeignet, wenn man eine Länge wirklich ganz genau messen wollte. Eine Kopie war nicht völlig gleich. Darum hat man 1960 gesagt: Es gibt eine bestimmte Strahlung eines bestimmten Atoms. Ein bestimmtes Vielfaches der Wellenlänge dieser Strahlung soll einen Meter lang sein. Im Jahr 1983 legte man die Länge des Meters als die Strecke fest, die Licht in einer bestimmten Zeit zurücklegt.<eop> Welche Maße bauen auf dem Meter auf? Manchmal ist ein Meter zu lang oder kurz, um damit arbeiten zu können. Würde man einen langen Fluss in Metern messen, dann ergäbe die Länge eine sehr hohe Zahl von Metern. Darum verwendet man auch andere Maßeinheiten: Zehn Meter sind ein Dekameter, 100 Meter sind ein Hektometer und 1000 Meter sind ein Kilometer. <eop>Umgekehrt ist ein Dezimeter ein Zehntel eines Meters und ein Zentimeter nur ein Hundertstel. Ein Millimeter ist ein Tausendstel eines Meters. Ein Floh zum Beispiel ist nur wenige Millimeter groß.<eop>Will man eine Fläche angeben, spricht man von Quadratmetern. Hat man ein Viereck aus Papier, und jede Kante ist einen Meter lang, ist das Papier einen Quadratmeter groß. Ein zehn Meter langes und zehn Meter breites Klassenzimmer ist 100 Quadratmeter groß, das nennt man ein Ar. Ein Fußballfeld ist etwa 100 mal 100 Meter groß, das sind dann 10.000 Quadratmeter oder ein Hektar. In der Schweiz sagt man „eine Are“ und „eine Hektare“. Es gibt natürlich auch Quadratdezimeter, Quadratzentimeter, Quadratmillimeter oder Quadratkilometer. Ein Gebiet mit 100 Quadratkilometern Größe ist zum Beispiel etwa 10 Kilometer breit und 10 Kilometer lang, denn 10 mal 10 ergeben 100.<eop>Rauminhalte werden auch Volumen genannt, man misst sie in Kubikmeter. Auch hier gibt es größere Maßeinheiten wie Kubikkilometer oder auch kleinere wie Kubikzentimeter und so weiter. Ein Kubikdezimeter, also ein Würfel mit 10 Zentimeter Kantenlänge, heißt auch ein Liter.<eop>"}, {"title": "Mexiko", "id": 580, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mexiko", "text": "Mexiko ist ein Land in Nordamerika. Es liegt südlich der USA und nördlich von Belize und Guatemala. Es hat jeweils eine Küste am Atlantischen und am Pazifischen Ozean. Das Land ist rund sechsmal so groß wie Deutschland und hat etwa eineinhalb Mal so viele Einwohner. Damit ist es das einwohnerreichste Land, in dem Spanisch gesprochen wird. <eop>Die Hauptstadt heißt Mexiko-Stadt. Die Mexikaner nennen sie oft ebenfalls einfach „México“ oder „Ciudad de México“. Mit ihrem Umland ist sie, nach Tokio, die größte Stadt der Welt. Andere große Städte sind Guadaljara, Tijuana und Juarez. <eop>Mexiko ist wie Deutschland und Österreich eine Bundesrepublik. Es setzt sich aus insgesamt 31 Bundesstaaten zusammen, wovon Chihuahua, sprich Tschi-ua-ua, der größte ist. Das Land wird von einem Präsidenten regiert. Seine Entscheidungen trifft er zusammen mit einem Parlament, bestehend aus 628 Mitgliedern. <eop>Mexiko ist in der Welt bekannt für viele Dinge wie Sombreros, Stierkämpfe, farbenfrohe Feste, scharfes Essen und kleine Hunde: Die Chihuahuas. Das Land ist aber auch oft wegen Kriminalität in den Nachrichten. Vor allem nahe der US-Grenze gibt es viel Gewalt zwischen verfeindeten Banden, die Drogen schmuggeln.   <eop> Wie sieht das Land aus? Mexiko ist sowohl von der Fläche als auch von der Anzahl der Einwohner her gesehen eines der größten Länder der Welt. Im Norden ist das Land viel breiter als im Süden. Von der Ost- an die Westküste sind es je nach Ort zwischen 200 und 1.200 Kilometer. Eine Autofahrt von der amerikanischen Grenze bis tief in den Süden Mexikos kann schnell mal mehrere Tage dauern.   Der nördliche Teil des Landes liegt in den Tropen, der südliche Teil in den Subtropen. Es ist deshalb in vielen Gebieten sehr heiß und es gibt viel Wüste. In der Sonora-Wüste findet man zum Beispiel Klapperschlangen und Skorpione. <eop>In den zwei großen Gebirgen des Landes kann es aber auch sehr kalt werden. Die höchsten Berge sind Vulkane: der Citlaltépetl ist der höchste. Der Popocatépetl ist der zweithöchste. Sein letzter Ausbruch war im Jahr 2016, da schleuderte er sehr viel Asche bis hoch in die Atmosphäre hinauf. Zwischen den Gebirgen liegt ein Hochland, die Sierra Nevada. In dieser Gegend befindet sich die Hauptstadt Mexikos. <eop>In Mexiko gibt es zwei große Halbinseln. Im Norden am Pazifik das längliche Niederkalifornien, auf Spanisch „Baja california“, und im Süden Yucatán. Auf Yucatán gibt es viele seltene Pflanzen und Ruinen von Maya-Tempeln. <eop> Was ist früher passiert? Schon vor über 20.000 Jahren kamen Menschen in das Gebiet, das heute Mexiko ist. Es entstanden Hochkulturen wie die Maya oder Tolteken. Viele dieser Hochkulturen erlebten goldene Zeitalter und gingen dann wieder unter. Als in den Jahren nach 1500 die ersten Entdecker aus Europa dorthin kamen, herrschten vor allem die Azteken. Ihre Hauptstadt war Mexiko-Tenochtitlan, deshalb hat das heutige Land seinen Namen. Die Stadt war viermal so groß wie die größte Stadt, die es damals in Europa gab. Sie war geprägt von Tempeln, exotischen Gärten und Kanälen wie in Venedig. <eop>In den Jahren um 1520 eroberte der Spanier Hernán Cortés das Land. Seitdem wird dort vor allem Spanisch gesprochen, und die meisten Menschen sind katholische Christen. Lange Zeit hieß es Neuspanien und hatte einen Vizekönig unter dem spanischen König. Im 19. Jahrhundert wurde Mexiko aber unabhängig. Vorangegangen war ein elf Jahre andauernder Unabhängigkeitskrieg. <eop>Auch als Mexiko eigenständig war, gab es immer wieder Kriege. Unter anderem gegen Texas, was heute zu den USA gehört. Im Jahr 1910 brach ein Bürgerkrieg aus, der bis in die Jahre nach 1930 dauerte. In dieser Zeit wurden immer wieder neue Regierungen ernannt und dann wieder gestürzt. Eine der berühmtesten Anführer dieser Rebellion war Pancho Villa. <eop><eop><eop>"}, {"title": "Michelangelo", "id": 581, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Michelangelo", "text": "Michelangelo war ein italienischer Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter. Er lebte von 1475 bis 1564. Er war der berühmteste italienische Künstler seiner Zeit. Sein vollständiger Name ist Michelangelo di Lodovico Buonarroti Simoni. Üblicherweise nennt man ihn einfach Michelangelo, sprich: Mikel-anscheloh. Dieser Name bedeutet „Engel Michael“.<eop>Die Kunstwerke von Michelangelo ziehen heute immer noch sehr viele Touristen an, vor allem die Sixtinische Kapelle im Vatikan sowie die Statue des David in der italienischen Stadt Florenz. Gerade dieser David steht allerdings als Kopie am ursprünglichen Ort. Die schmutzige Luft hatte der Originalskulptur zu stark zugesetzt. Deshalb steht das Original heute in einem Museum.<eop>Wie war Michelangelos Leben? Michelangelo hatte reiche Eltern und kam in Florenz zur Welt. Er hatte einen älteren und zwei jüngere Brüder. Michelangelo war sechs Jahre alt, als seine Mutter starb. Sein Vater heiratete dann wieder. <eop>Mit sieben Jahren ging Michelangelo in die Lateinschule. Er wollte damals schon Künstler werden. Sein Vater wollte das nicht, aber Michelangelo setzte sich durch. Mit 13 Jahren trat er in die Schule eines berühmten Künstlers ein. Er lernte dort zuerst die Freskomalerei. Dabei malt man die Farbe direkt auf den Putz, eine Art Haut für die Wand. Damit wurde er später in Rom berühmt.<eop>Mit 14 Jahren wechselte er auf eine andere Kunstschule und erlernte dort die Bildhauerei. Er arbeitete später in verschiedenen italienischen Städten, vor allem in Florenz, Rom und Bologna, sprich: Bolonnja. <eop>Michelangelo sprach nicht so gerne mit anderen Menschen. Er heiratete auch nie und hatte keine Kinder. Er widmete sein ganzes Leben der Kunst. Damit verdiente er auch sein Geld. Er starb mit 89 Jahren, da arbeitete er gerade als Architekt am Petersdom in Rom. Für die damalige Zeit erreichte er ein sehr hohes Alter.<eop>Welche sind Michelangelos berühmteste Werke? Seine berühmtesten Statuen sind die Pietà und David. Beide hat er aus Marmor aus der italienischen Stadt Carrara gemeißelt. Die Pietà schuf er etwa im Jahr 1499. Sie zeigt Maria mit dem toten Jesus in den Armen. Das Werk steht im Petersdom in Rom.<eop>Die Statue des David erschuf er im Jahr 1504 in Florenz. Sie ist die bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte. Dafür stand ihm ein riesiger Marmorblock zur Verfügung. An diesem hatte allerdings schon ein anderer Künstler gearbeitet, deshalb fehlten einige Stücke. Also schuf Michelangelo die Figur in einer besonderen Körperhaltung: David hat seinen linken Arm mit der Steinschleuder angewinkelt, weil weiter unten einfach kein Stein mehr vorhanden war. So gelang ihm ein Meisterwerk.<eop>Michelangelos berühmtes Bild ist die Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom. In dieser Kapelle wird jeweils der neue Papst gewählt, deshalb ist sie besonders wichtig. Michelangelo malte die Decke in vier Jahrenaus. Er lag also die ganze Zeit über auf dem Rücken auf einem Gerüst und malte über seinem Kopf. Der berühmteste Ausschnitt zeigt die Erschaffung von Adam.<eop>Michelangelo schrieb über 300 Gedichte. Sie handeln meist von Liebe, Leid und Gott. Zu seinen Lebzeiten hielten die Menschen nicht viel von diesen Gedichten. Heute sind sie jedoch sehr berühmt.<eop>Als Architekt arbeitete Michelangelo erstmals in Florenz: Er war der leitende Techniker beim Bau der Befestigung. Sein größtes Werk der Architektur vollbrachte er jedoch am Ende seines Lebens in Rom: Der Petersdom war schon lange im Bau, aber die riesige Kuppel fehlte noch. Michelangelo entwarf sie. Gebaut wurde sie jedoch erst nach seinem Tod.<eop><eop>"}, {"title": "Mikroskop", "id": 582, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mikroskop", "text": "Mit einem Mikroskop kann man kleine Dinge stark vergrößert ansehen. Das griechische Wort „mikros“ bedeutet klein, „skopein“ bedeutet anschauen. Ein Mikroskop ist also so etwas wie eine starke Lupe. Man benutzt Mikroskope nicht nur in Schulen, sondern auch in der Wissenschaft. Man kann damit winzige Tierchen beobachten oder ganz feine Operationen ausführen.<eop>Schon die Römer beobachteten, dass man eine runde Glasschale mit Wasser füllen kann, und beim Durchschauen vergrößern sich die Gegenstände. Genau so wirkt eine Lupe. Ähnlich wirkt auch eine Brille. Um das Jahr 1600 kamen einige Männer auf die Idee, mehrere Lupen hintereinander in eine Röhre zu packen. So erfanden sie eine noch viel stärkere Vergrößerung. Das Mikroskop war erfunden. Man nennt es Lichtmikroskop, weil es mit Lichtstrahlen arbeitet.<eop>Im Jahr 1930 gelang ein nächster großer Schritt: Das Elektronenmikroskop sendet Elektronen aus. Das sind winzige kleine Teile, welche einen Gegenstand abtasten. Sie vergrößern einen Gegenstand 2000 Mal stärker als ein Lichtmikroskop.<eop>Im Jahr 1985 gelang die Entwicklung des Rasterkraftmikroskops. Es ist so stark, dass es sogar einzelne Atome abbilden kann. Es ist aber auch sehr teuer und steht deshalb nur in Universitäten oder bei großen Firmen.<eop><eop>"}, {"title": "Milch", "id": 583, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Milch", "text": "Milch ist eine Flüssigkeit, die man trinken kann. Alle neu geborenen Säugetiere trinken Milch bei ihrer Mutter und ernähren sich davon. Das Baby saugt also, die Mutter säugt.<eop>Der Körper des Muttertieres hat ein besonderes Organ, in dem die Milch entsteht. Bei der Frau nennen wir es Brüste. Bei den Tieren mit Hufen ist es das Euter, bei den übrigen Tieren das Gesäuge. Was die kleinen Tiere in den Mund nehmen, sind die Zitzen.<eop>Wer bei uns von Milch spricht oder welche kauft, meint meistens die Kuhmilch. Es gibt aber auch Milch von Schafen, Ziegen und Pferdestuten. In anderen Ländern nutzt man die Milch von Kamelen, Yaks, Wasserbüffeln und von vielen anderen Tieren. Die Milch, die unsere Babys bei ihrer Mutter trinken, nennt man Muttermilch.<eop>Milch ist ein guter Durstlöscher. Ein Liter Milch enthält nämlich ungefähr neun Deziliter Wasser. Der übrige Deziliter teilt sich in drei Teile auf, die uns gut ernähren und die je etwa gleich groß sind: Das Fett ist der Rahm, aus dem man Butter, Schlagsahne oder Speiseeis herstellen kann. Aus dem Eiweiß stellt man Käse und Jogurt her. Der Milchzucker bleibt zum großen Teil in der Flüssigkeit zurück. Dann gibt es noch das Mineral Kalzium, das für den Aufbau unserer Knochen sehr wichtig ist und verschiedene Vitamine.<eop>Milch ist wichtig für unsere Landwirtschaft. Die Menschen brauchen heute viel Milch und Milchprodukte. Auf steilen Feldern kann man nur Gras wachsen lassen, ebenso auf den Almen im Gebirge. Kühe fressen gerne und viel Gras. Damit sie möglichst viel Milch geben, wurden sie gezüchtet und bekommen dazu besonderes Futter wie Mais, Weizen und anderes Getreide.<eop>Es gibt jedoch auch Menschen, deren Körper mit Milch nicht gut umgehen kann. Zum Beispiel haben sie eine Milcheiweiß-Unverträglichkeit. Viele Menschen in Asien können gar keine Milch mehr vertragen, sobald sie erwachsen sind. Sie trinken dafür Sojamilch, das ist eine Art Milch, die man aus Sojabohnen herstellt. Auch aus eine Art Milch aus Kokosnüssen, Reis, Hafer, Mandeln und aus einigen weiteren Pflanzen.<eop>Gibt es unterschiedliche Milch? Am meisten unterscheidet sich die Milch nach dem Tier, von dem sie kommt. Die Unterschiede liegen im Anteil an Wasser, Fett, Eiweiß und Milchzucker. Vergleicht man die Milch von Kühen, Schafen, Ziegen, Pferden und Menschen, dann sind die Unterschiede auf den ersten Blick gering. Trotzdem kann man ein Baby, dessen Mutter keine Milch hat, nicht einfach mit Tiermilch ernähren. Es würde sie nicht ertragen. Es gibt deshalb besondere Babymilch, die von Menschen aus den verschiedenen Teilen zusammengesetzt wurde.<eop>Groß werden die Unterschiede, wenn man mit anderen Tieren vergleicht. Am auffallendsten ist die Milch der Wale: Sie enthält je etwa zehn Mal so viel Fett und Eiweiß wie Kuhmilch. Dafür besteht sie nur etwa zur Hälfte aus Wasser. Junge Wale wachsen dadurch außerordentlich schnell.<eop>Kann man verschiedene Kuhmilch kaufen? An sich ist die Milch immer gleich. Es kommt jedoch darauf an, wie sie der Mensch vor dem Verkauf behandelt hat. Klar ist in jedem Fall: Milch muss nach dem Melken sofort abgekühlt werden, damit sich keine Keime darin vermehren können. Frisch gemolkene und gekühlte Milch kann man sich auf manchen Bauernhöfen selber in eine Flasche abfüllen, bezahlen und mitnehmen.<eop>Im Laden kauft man die Milch in einer Verpackung. Darauf ist angeschrieben, ob die Milch noch das ganze Fett enthält oder ob ein Teil davon herausgenommen wurde. Je nachdem ist es dann Vollmilch, fettarme Milch oder Magermilch.<eop>Es kommt auch darauf an, wie hoch die Milch erhitzt wurde. Je nachdem hält sie nämlich länger, dafür geht ein Teil der Vitamine verloren. Nach der stärksten Behandlung hält die Milch in einer geschlossenen Tüte etwa zwei Monate lang, ohne dass man sie im Kühlschrank lagern muss.<eop>Für Menschen, denen Milchzucker Schwierigkeiten bereitet, gibt es besonders behandelte Milch. Der Milchzucker wird dabei in einfacheren Zucker aufgespalten, damit er bekömmlicher wird. Milchzucker heißt in der Fachsprache „Lactose“. Die entsprechende Milch ist als „Lactosefreie Milch“ angeschrieben.<eop><eop>"}, {"title": "Milchstraße", "id": 584, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Milchstraße", "text": " Die Milchstraße ist eine Galaxie, also eine Ansammlung von Milliarden von Sternen. Sie sieht aus wie ein helles Band quer über unserem Himmel in der Nacht. Galileo Galilei erkannte im 17. Jahrhundert durch sein Fernrohr als erster, dass dieses Band aus unzähligen einzelnen Sternen besteht. Wissenschaftler vermuten heute, dass es etwa 100 bis 300 Milliarden Sterne sind. <eop>Die meisten Sterne sind sehr weit entfernt und es kommt nur noch wenig Licht bei uns an, so dass man sie nicht als einzelnen Stern erkennen kann. All diese Sterne und ihre Planeten kreisen wie auf einer flachen Scheibe um das Zentrum der Milchstraße, ihren Mittelpunkt. Weil unser Sonnensystem sich relativ weit außen auf dieser Scheibe befindet, sehen wir die weiter entfernten Sterne nur als schmales Band. Die übrigen Sterne am Nachthimmel sind dagegen viel näher an uns dran.<eop>Die Milchstraße hat die Form einer Scheibe. Sie ist nicht kreisrund, sondern etwas länglich wie eine Ellipse. Sie ist unvorstellbar lang: Das Licht braucht gegen 200.000 Jahre von einem Ende bis zum anderen. Man sagt: Die Ausdehnung der Milchstraße beträgt gegen 200.000 Lichtjahre.<eop> Woher kommt der Name? <eop>Die Milchstraße ist schon den Menschen im Altertum aufgefallen. Unser Wort ist eine Übersetzung von des griechischen Wortes Galaxis. Laut einer griechischen Sage hat der Göttervater Zeus seinen Sohn Herakles an der Brust seiner schlafenden Frau Hera trinken lassen. So sollte er göttliche Kräfte erhalten. Herakles saugte jedoch so stark, dass Hera erwachte und ihn von sich schubste. Dabei wurde ein Teil der Milch über den gesamten Himmel verspritzt. <eop>Aber auch andere Völker haben ihre Erklärungen für das beeindruckende Band am Himmel. Im alten Babylonien gab es eine Göttin des Meeres, Tiamat. Der Obergott Marduk schlug ihr den Schwanz ab, der zur Milchstraße wurde.<eop> Wann und wo kann man die Milchstraße am besten sehen? <eop>Unser Sonnensystem mit der Erde befindet sich in ziemlich großem Abstand zum Zentrum der Milchstraße. Schauen wir in Richtung Milchstraßenzentrum, sind viel mehr Sterne zu sehen als in Richtung Rand. Durch die Neigung der Erdachse sehen wir auf der Nordhalbkugel mehr zum Rand als zum Zentrum. Nur im Sommer sehen wir in der Nacht in Richtung des Zentrums, darum ist die Milchstraße dann viel besser zu erkennen. Noch besser sieht man sie von der Südhalbkugel aus. <eop>Wichtig ist, dass wir zum Beobachten möglichst wenig Licht in unserer Umgebung haben. Denn durch das Licht von Häusern, Autos und Straßen können wir lichtschwache Dinge am Himmel wesentlich schlechter sehen. Deshalb kann es sein, dass viele Menschen in Städten die Milchstraße noch nie gesehen haben. <eop>Wenn der Mond nicht scheint, die Luft klar ist und man nicht nahe einer Stadt ist, dann erkennt man ungefähr 6000 Sterne, ohne Fernrohr. Alle mit dem bloßen Auge sichtbaren Sterne gehören auch zur Milchstraße. Im Winter verläuft das Band von Nord nach Süd und durchquert die Sternbilder Kassiopeia, Perseus, Fuhrmann, Stier, Orion und Großer Hund. Im Frühling verschwindet das Band am westlichen Horizont, um dann im Osten wieder zu erscheinen. Im Sommer ist die beste Beobachtungszeit, dann zieht die Milchstraße wieder von Nord nach Süd, jedoch durch die Sternbilder Perseus, Kassiopeia, Schwan, Adler und Schütze.<eop>"}, {"title": "Million", "id": 585, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Million", "text": "Eine Million ist ein Wort für eine Zahl. Eine einzige Million ist eine 1 mit sechs Nullen dahinter: 1.000.000. Drei Millionen und fünfhunderttausend schreibt man: 3.500.000. Das Wort Million kürzt man mit „Mio.“ ab. Tausend Millionen sind eine Milliarde.<eop>Bei Maßeinheiten benutzt man für das Millionenfache das griechische Wort „Mega“. Es wird abgekürzt zu „M“. MB ist die Abkürzung von Megabyte und bedeutet „Millionen Bytes“. Der millionste Teil heißt „Mikro“ und wird abgekürzt mit dem griechischen Buchstaben „μ“, sprich: „mü“. So ist ein Mikrometer ein millionstel Meter und schreibt sich „μm“. <eop>Das heutige Wort Million kommt aus dem Italienischen. Auf Italienisch heißt „mille“ Tausend. Hängt man an italienische Wörter ein „-ione“ an, dann meint man, dass etwas größer ist. Eine Million ist also ein größeres Tausend. In der deutschen Sprache tauchte das Wort schon um das Jahr 1530 auf.<eop>Dank der Million kann man auch sehr hohe Zahlen ausdrücken. In Luxemburg zum Beispiel leben mehr als eine halbe Million Menschen. Von der Erde bis zur Sonne sind es etwa 150 Millionen Kilometer. Eine Million Sekunden dauert umgerechnet über elf Tage. Manchmal sagt man auch „Million“, wenn man einfach nur sagen will: „sehr viel“.<eop> Ist eine Million die größte Zahl? Eine Million ist schon eine sehr große Zahl, aber es gibt auch noch viel größere. Deshalb gibt es auch noch andere Wörter für größere Zahlen: 1000 Millionen nennt man man eine Milliarde. 1000 Milliarden nennt man dann eine Billion (das ist dann schon eine Million mal eine Million). 1000 Billionen sind dann eine Billiarde und 1000 Billiarden sind eine Trillion. Danach kommt die Trilliarde und immer weitere neue Wörter für noch größere Zahlen. Das lässt sich so beliebig fortführen, aber je größer die Zahlen werden, um so seltener braucht man sie. Bei der Arbeit der Astronomen zum Beispiel, kommen solche Riesenzahlen aber oft vor.<eop>In der Englischen Sprache ist es etwas anders. Dort gibt es auch die Wörter „''million''“, „''billion''“ und „''trillion''“, aber es fehlen die Wörter, die mit „...arde“ aufhören. Das kann zu Verwirrungen und Übersetzungsfehlern führen: das englische ''million'' bedeutet auf Deutsch Million, aber ''billion'' bedeutet Milliarde, ''trillion'' ist Billion und so weiter. "}, {"title": "Milz", "id": 586, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Milz", "text": "Die Milz ist ein Organ im Körper. Alle Wirbeltiere haben eine Milz, also auch der Mensch. Beim Menschen sitzt die Milz unter dem linken Lungenflügel und hinter dem Magen, auf der linken Seite des Körpers.<eop>Wichtig ist die Milz für das Blut, genauer gesagt für die Blutzellen. Solche Zellen veralten. Das Blut fließt durch die Milz, wo die alten Blutzellen wieder aufgefrischt oder beseitigt werden. Es bewahrt auch Verbindungen von Eisen und andere wichtige Stoffe aus den alten Blutzellen.<eop>Die Milz arbeitet auch stark an der Abwehr von Viren und Bakterien im Körper mit. Spezielle Abwehrzellen bilden sich nämlich auch in der Milz. Bei Babys und Kleinkindern bildet sich in der Milz auch frisches Blut. Später übernimmt das Knochenmark diese Aufgabe.<eop>Früher glaubten die Menschen: Die Milz ist auch wichtig für die Gefühle. Wenn jemand sehr wütend wurde, glaubte man, dass die Milz krank war. Auf Englisch heißt die Milz „spleen“, sprich: splihn. Darum sagt man heute von einem seltsamen Menschen, dass er einen Spleen habe.<eop>"}, {"title": "Mineral", "id": 587, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mineral", "text": "Minerale sind Stoffe aus der Natur. Sie sind entweder Elemente, dann bestehen sie aus lauter gleichen Atomen. Oder sie sind chemische Verbindungen von Elementen, also Moleküle. Außerdem haben sie den Aufbau eines Kristalls. Normalerweise sind sie bei Raumtemperatur feste Stoffe. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel Quecksilber bis minus 39 Grad Celsius flüssig. Erst bei tieferen Temperaturen wird daraus ein fester Kristall.<eop>Gestein besteht aus Mischungen von Mineralen. Die häufigsten dafür sind Quarz und Feldspat. Granit beispielsweise besteht aus Feldspat, Quarz und Glimmer. Auch Kochsalz ist ein Mineral. Über 4000 Arten von Mineralen sind bekannt.<eop>Einige Minerale finden als Schmuck Verwendung. Wenn sie transparent, also durchsichtig und besonders hart sind, bezeichnet man sie als Edelsteine. Wichtig für den Preis ist auch, dass sie selten sind. Beispiele dafür sind der Diamant, der Rubin und der Smaragd. <eop>"}, {"title": "Mittelalter", "id": 588, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mittelalter", "text": " Das Mittelalter ist eine Epoche, also ein Abschnitt in der Geschichte. Als eine der drei großen Epochen liegt das Mittelalter zwischen dem Altertum und der Neuzeit. Das Mittelalter liegt also in der Mitte. Man verwendet den Ausdruck vor allem, wenn es um die Geschichte Europas geht.<eop>Das Mittelalter begann etwa im Jahr 500 nach Christus, denn dann ungefähr endete das Römische Reich, zumindest in Westeuropa. Neue Völker waren schon längst in das Reich eingewandert, in der Zeit der Völkerwanderung. Aus Arabien kam der Islam.<eop>Das Mittelalter endete etwa um das Jahr 1500 nach Christus. Es dauerte also insgesamt etwa 1000 Jahre. Damals segelte Christoph Kolumbus nach Amerika. Bald darauf versuchten Martin Luther und andere Reformatoren, das katholische Christentum zu erneuern. In Westeuropa kam es deshalb zu mehreren Arten, an Gott zu glauben. Die Reformatoren übersetzten die Bibel in die Deutsche Sprache und ließen sie drucken. Dabei nutzten sie Johannes Gutenbergs neue Erfindung, den Buchdruck.<eop>Das Mittelalter unterteilt man heute in drei Epochen: Das Frühmittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter. Die Abgrenzung kann man nicht auf wenige Jahre festmachen. Es kommt auch immer drauf an, welche Ereignisse die Wissenschaftler als Übergang betrachten.<eop>Wie war es im Frühmittelalter?<eop>Das Frühmittelalter dauerte ungefähr vom 6. Jahrhundert bis in die Mitte des 11. Jahrhunderts. Christliche Missionare gingen durch die Länder, von Rom oder von Irland aus. Der Glaube an die alten germanischen Götter vermischte sich zuerst mit dem christlichen Glauben und starb dann mehr und mehr aus. Einige Könige traten mit ihrem ganzen Reich zum neuen Glauben über.<eop>Das ehemalige Römische Reich teilte sich auf in ein christliches und ein islamisches Gebiet. Der christliche Teil wiederum teilte sich in ein lateinisches Gebiet im Westen und ein orthodoxes Gebiet im Osten auf.<eop>Das wichtigste neue Reich war das Reich der Franken. Ihr wichtigster König war Chlodwig der Erste. Einer seiner späteren Nachfolger war Karl der Große. Nach seinem Tod zerfiel das Frankenreich. Im Westen bildete sich das spätere Frankreich, aus der Osthälfte entstand das Ostfrankenreich. <eop>Es gab freie Menschen, das war eine Minderheit. Sie waren reich und besassen meist viel Land oder sie hatten es vom Herrscher geliehen. Zu ihnen gehörte der Adel. Eine große Mehrheit der Menschen war unfrei. Sie gehörten also jemandem. Meist arbeiteten sie als Bauern, Knechte oder Mägde. Sie durften nicht einfach wegziehen oder heiraten, ohne ihren Herrn zu fragen. Unter sich tauschten sie oft Waren aus, obwohl es damals Geld in Münzen gab.<eop>Die Landwirtschaft lieferte gerade einmal so viel, dass man knapp davon leben konnte. Weil es so wenig zu essen gab, waren die Städte auch nicht so groß. Während Rom in der Antike noch eine Millionenstadt war, hatten die Städte im Frühmittelalter selten mehr als 10.000 Einwohner. <eop>Gegen Ende des Frühmittelalters kam es zu den Raubzügen der Wikinger, vor allem an der Westküste Europas. Von Osten her drangen die Magyaren ein, die späteren Ungarn. Sie wurden in Kriegen immer wieder zurückgeschlagen.<eop>Wie war es im Hochmittelalter? Das Hochmittelalter dauerte ungefähr von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Ganz Europa war damals katholisch. Ihr Oberhaupt war der Papst in Rom. Die Bevölkerung wuchs stark an. Das gab auch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es gab mehr Handel und Handwerk. Geld wurde immer wichtiger. In Italien entstanden die ersten Banken.<eop>Die ersten Dom- und Kloster-Schulen entstanden. Auch die ersten Universitäten wurden gegründet. Am wichtigsten waren drei Dinge, die man studieren konnte: Die Theologie ist die Lehre über Gott und die Kirche. In der Medizin will man Menschen heilen. Das Recht handelt von Gesetzen und dem, was gerecht ist. Die Maler malten nicht nur Bilder nach der Bibel, sondern auch aus der Natur. Der gängige Baustil war die Romanik mit ihren typischen Rundbogen.<eop>Im Mittelalter begannen die Kreuzzüge: Ritterheere zogen mit ihren Helfern nach Jerusalem. Diese Heilige Stadt sollte von den Muslimen befreit werden. Ritter waren Kämpfer, die ein Pferd und ansonsten besondere Rechte hatten. Davon gab es aber nur recht wenige.<eop>Im Mittelalter gelangen dem Menschen wichtige Erfindungen: Mit der Wind- oder Wassermühle konnte man nicht nur Getreide mahlen, sondern auch Öl pressen oder Holz sägen. Das Spinnrad, bessere Webstühle und die Schubkarre stammen aus dieser Zeit. Die Uhr mit Zahnrädern wurde entwickelt, die Explosionskraft des Schwarzpulvers wurde entdeckt. Der Kompass kam von China nach Europa und wurde hier weiterentwickelt. Die Idee trat auf, dass nicht die Erde, sondern die Sonne im Zentrum der Planeten steht.<eop>Wie war es im Spätmittelalter? Das Spätmittelalter dauerte etwa von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Das Klima kühlte sich ab. Dadurch fielen die Ernten geringer aus. Durch eine große Hungersnot und die Pest starben im 14. Jahrhundert etwa die Hälfte aller Einwohner Europas. Zwischen England und Frankreich brach der Hundertjährige Krieg aus. Der Islam breitete sich über große Teile des heutigen Spanien und Portugal aus.<eop>Im Spätmittelalter gelangen aber auch wichtige Erfindungen: Leonardo da Vinci erfand den Fallschirm. Die Brille ermöglichte es vielen Menschen, auch kleine Dinge wieder zu sehen oder sogar lesen zu können. Die Papiermühle stellte Papier aus Lumpen her. Das war billiger als Pergament aus Tierhäuten. Johannes Gutenberg erfand den Buchdruck und machte damit die Reformation erst richtig möglich.<eop>Am Ende des Spätmittelalters umsegelte Vasco da Gama den Kontinent Afrika und erreichte Indien auf dem Seeweg. Dies kurbelte den Handel stark an. Die Handwerker in den Städten profitieren ebenfalls davon. Die Banken wuchsen und gewannen an Einfluss. <eop>Aus der Romanik wurde die Gotik. Die Bogen über den Säulen waren nun nicht mehr rund, sondern sie liefen oben in einer Spitze zu. Die Kunst und die Wissenschaft machten große Fortschritte. Man entdeckte die Texte des Alten Griechenland und Roms wieder. Dies war eine wichtige Vorbereitung auf die Renaissance, die bereits zur Neuzeit gehört.<eop>Wer hat den Begriff „Mittelalter“ erfunden? In der Zeit des Mittelalters dachte niemand daran, dass er im Mittelalter leben würde. Erst danach hat man die Zeit so eingeteilt, nämlich in der Renaissance, um das Jahr 1500. Wichtige Denker haben damals gesagt: Es gab die großartige Zeit der Antike, dann eine schlechte Zeit, und jetzt haben wir unsere Zeit.<eop>Die schlechte Zeit bekam damals schon ihren Namen: mittleres Zeitalter. Es dauerte aber noch über hundert Jahre, bis viele Leute diesen Namen verwendeten. Manche Leute dachten sehr schlecht vom Mittelalter. Zum Beispiel fanden die Protestanten das Mittelalter schlecht, weil es damals nur Katholiken gab.<eop>Heute denken viele Geschichtswissenschaftler ganz anders über das Mittelalter. Sie finden, dass man die Zeit noch auf andere Weise einteilen könnte. Heutzutage nimmt man auch die Frage nicht mehr so ernst, wann genau das Mittelalter angefangen hat, oder wann es aufgehört hat.<eop>Von einem Mittelalter spricht man nur, wenn man an den Westen Europas denkt. Für das Byzantinische Reich hat man andere Einteilung. Auch bei der Geschichte von Asien oder Amerika denkt man nicht an ein Mittelalter.<eop><eop>"}, {"title": "Mittelmeer", "id": 589, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mittelmeer", "text": "Das Mittelmeer ist das Meer zwischen Europa und Afrika. Im Westen kann man mit einem Schiff in den Atlantischen Ozean fahren, über eine Meerenge, die Straße von Gibraltar. Im Osten geht es durch die Dardanellen und den Bosporus in das Schwarze Meer. In Ägypten führt der Sues-Kanal in das Rote Meer. <eop>Zum Mittelmeer gehören kleinere Nebenmeere wie zum Beispiel die Adria zwischen Italien und Kroatien. Italien bildet im Mittelmeer eine große Halbinsel in Form eines Stiefels. Sie teilt das Mittelmeer in einen Ostteil und einen Westteil. Das ganze Gebiet nennt man den Mittelmeerraum.<eop>Im Mittelmeer liegen über 3300 Inseln. Die fünf größten sind Sizilien und Sardinien, die beide zu Italien gehören. Dann folgt Zypern, ein eigener Staat. Dann folgen das französische Korsika und das griechische Kreta. Manche Inseln gehören zu einer Inselgruppe, wie zum Beispiel im Westen die Balearen mit Mallorca und Ibiza und im Osten die Ägäischen Inseln vor Griechenland und der Türkei.<eop>Das Mittelmeer hat keinen Abfluss. Viele Flüsse bringen ihr Wasser ins Mittelmeer, darunter der Nil, die Rhone und viele andere. Es ist jedoch so warm, dass all dieses Wasser verdunstet. Mehr noch: Sogar durch die Straße von Gibraltar strömt Wasser aus dem Atlantik herein. Auch dieses Wasser verdunstet, nur das Salz bleibt zurück. Das Mittelmeer ist deshalb salziger als die anderen Meere.<eop>Im Mittelmeer spürt man wenig von Ebbe und Flut, weil es für ein Meer sehr klein ist. An den meisten Orten misst man zwischen Ebbe und Flut bloß einen Unterschied von zehn Zentimetern. In Venedig ist es ein Meter. An einer ganz besonderen Stelle an einer Bucht in Tunesien sind es zwei Meter.<eop>Wie ist es am Mittelmeer? Das Gebiet des Mittelmeeres liegt in den Subtropen. Im Sommer ist es deshalb sehr warm und trocken, im Winter regnet es öfter, es wird aber nicht so kalt. Weil das so typisch ist, nennt man dies das „Mittelmeerklima“. Im Osten sind die Luft und das Wasser wärmer als im Westen.<eop>Im Wasser leben viele Tiere: die Mönchsrobbe, verschiedene Muscheln, Tintenfische und Fische, darunter auch große Haie sowie Wale und Delfine. Viele Fische sind aber bedroht, weil die Menschen mehr Fische fangen, als diese Jungtiere bekommen. Dies gilt vor allem für die Thunfische und die Schwertfische. An Pflanzen gibt es vor allem sehr große Seegraswiesen aus Neptungras.<eop>Das Mittelmeer ist ein sehr beliebtes Urlaubsziel. Dies liegt einerseits am warmen Klima. Andererseits liegt das Mittelmeer aber auch für viele Menschen am nächsten. Der Tourismus hat in den Mittelmeerländern viele Arbeitsplätze geschaffen. <eop>Wie gut geht es dem Mittelmeer? Die vielen Menschen sind für das Mittelmeer eine große Belastung. Sie holen nicht nur zu viele Fische heraus, sie lassen auch zu viel Schmutz zurück. Während sehr langer Zeit gelangten alle Abwässer ins Mittelmeer, ohne dass sie durch eine Kläranlage gingen. Das ist besonders schlimm, weil rund um das Mittelmeer so viele Menschen wohnen. Heute hat sich die Situation an vielen Orten verbessert.<eop>Im Mittelmeer liegt sehr viel Plastik. Am schlimmsten sind die winzig kleinen Teilchen, der Mikroplastik. In keinem Meer der Welt gibt es so viel davon wie im Mittelmeer. Fische und Muscheln können davon krank werden. Genau weiß das allerdings noch niemand.<eop>Durch den Sueskanal gelangen viele Tier- und Pflanzenarten ins Mittelmeer, die dort nicht hingehören. Sie verdrängen die heimischen Arten und bringen das Gleichgewicht der Natur durcheinander. Es gibt auch eine besondere Art von Algen, die mit Schiffen eingeschleppt wurde und die heimischen Seegraswiesen überwuchert.<eop>Das Mittelmeer wird immer salziger. Weil nämlich die Menschen und die Landwirtschaft das Süßwasser brauchen, gelangt es nicht mehr ins Mittelmeer. Dadurch strömt mehr Salzwasser durch die Straße von Gibraltar. An vielen Orten nimmt man auch Meerwasser und holt das Süßwasser heraus um es zu brauchen. Das dicke Salzwasser, das übrigbleibt, leert man ins Meer zurück.<eop> "}, {"title": "Mobbing", "id": 590, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mobbing", "text": " Mobbing ist ein Ausdruck dafür, wenn mehrere einem einzelnen das Leben schwer machen. Das kann bedeuten, dass jemand andauernd belästigt, beschimpft oder auf andere Weise geärgert wird. Typisch für Mobbing ist es, etwas Falsches über jemanden zu behaupten, ihn ständig zu kritisieren oder absichtlich nicht mehr mit jemandem zu sprechen. <eop>Das kann in der Schule passieren, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder auch im Internet. Mobbing im Internet wird auch Cybermobbing genannt. <eop> Was ist ein typisches Beispiel für Mobbing in der Schule? Angenommen, drei aus einer Klasse sprechen absichtlich nicht mehr mit einem Mitschüler, weil ihnen angeblich seine Frisur nicht gefällt. In der Pause am Schulhof stellen sie sich absichtlich weit weg, tuscheln über ihn. Das nennt man Mobbing. Sie „mobben“ ihren Mitschüler. Sie machen ihm das Leben in der Schule schwer, manchmal fühlt er sich richtig schlecht deswegen. Er überlegt, ob seine Frisur vielleicht wirklich blöd ist. Aber auch wenn er sie ändert, geht das Mobbing weiter. Manche Kinder, die gemobbt werden, können abends schlecht einschlafen. Am nächsten Morgen haben sie gar keine Lust, in die Schule zu gehen, obwohl ihnen die Schule eigentlich Spaß macht.<eop>Ob das Mobbing den Schülern, die es tun, gut tut, weiß man nicht. Man weiß aber, dass es der Seele des Gemobbten weh tut. Mobbing kommt in fast jeder Klasse vor, mal stärker, mal schwächer, bei Jungs und bei Mädchen. Oft sind die Mobber Kinder, die zu Hause Probleme haben und sich dann in der Schule mit anderen verbünden, um sich stärker zu fühlen. Es hat oft mit Zufall zu tun, wen sie dann mobben. Es kann auch wechseln. Eine Woche später wird vielleicht nicht mehr der eine Mitschüler, sondern eine Mitschülerin gemobbt. Es gibt auch Gemobbte, die später andere mobben. Immer steckt dahinter die Lust, jemandem weh zu tun, um selbst mehr Spaß zu haben.<eop> Woher kommt das Wort Mobbing? Das Wort Mobbing kommt aus der englischen Sprache. Dort bedeutet „mob“ einfach Mehrheit. Es sind normalerweise ja mehrere, die einen einzelnen mobben. 1963 hat ein Tierforscher namens Konrad Lorenz das Wort erstmals für Gänse benutzt: Er sagte, dass Gänse Mobbing betreiben, wenn sie sich zusammentun, um einem viel stärkeren Tier die Beute zu rauben. Das stärkere Tier war bei Konrad Lorenz der Fuchs. Eine einzelne Gans hätte gegen einen Fuchs keine Chance. Zehn Jahre später hat der Arzt Heinz Leymann in Schweden ein Buch geschrieben. Darin geht es um Menschen in einer Firma, die anderen das Leben schwer machen. Er nannte das Mobbing. Mobbing kommt also nicht nur in der Schule vor.<eop> Wie sieht Mobbing im Internet aus? Viel Zeit verbringen Kinder heute im Internet, bei WhatsApp oder mit Online-Computerspielen. Das Mobbing findet auch da statt. Beispiel: Jemand schreibt, dass er eine Person doof findet. Ein anderer liest das und schreibt noch eine Beleidigung dazu. Noch ein anderer schickt das ganze an 20 Bekannte im Netz weiter. Dann wird man die beleidigte Person am nächsten Morgen in der Schule schräg ansehen, ohne dass sie irgend etwas Schlechtes getan hat. Das, was in den sozialen Netzen im Internet passiert, hat immer auch mit der Welt außerhalb des Computers zu tun. Man kann da nicht jemanden fertigmachen und in der Schule dann so tun, als sei nichts gewesen.<eop> Wie kann sich der Gemobbte wehren? Wenn jemand von anderen gemobbt wird, hat er meist mehrere gegen sich und braucht viel Mut, sich gegen sie zu wehren. Muskelkraft hilft da nicht, und auch kluge Worte nicht. Die Mobber lachen nur. Man kann versuchen, ihnen aus dem Weg zu gehen. Das funktioniert aber meistens nicht, weil sie jemanden als „Opfer“ brauchen und ihn deswegen suchen. Schon besser ist es, selbst Freunde zu finden. Wenn jemand dicke Freunde hat, ist er für Mobber uninteressant. Sie sind da oft nur neidisch.<eop>Spätestens wenn man sich aber eine Woche lang ärgert und schlecht fühlt, sollte man mit einem Erwachsenen reden, dem man vertraut. Meistens sind das die Eltern, vielleicht aber auch ein Lehrer, den man gern mag. Heute wissen die Lehrer, dass es Mobbing gibt. Sie haben Tricks, wie sie an die Mobber herantreten, ohne dem Gemobbten das Leben noch schwerer zu machen. Der soll ja nicht als „Petze“ dastehen. Oft kriegen die Mobber schon „Schiss“, wenn sie ein Erwachsener offen darauf anspricht, was sie hier anrichten.<eop> Was sollten die Mobber tun? Sie sollten sich zunächst einmal überlegen, warum sie das tun. Dann sollten sie sich vorstellen, wie es dem anderen geht, wenn er gemobbt wird. Das Mobbing bringt schlechte Stimmung für alle, es schafft keine echten Freundschaften. Man sollte damit aufhören. Wenn man richtig stark ist, sollte man sich bei dem, den man gemobbt habt, entschuldigen. Das fällt nicht leicht, aber es geht.<eop>Jeder Mensch ist verschieden, und jemandem das Leben schwer zu machen, weil er irgendwie anders ist, ist ganz einfach unfair. Wenn sich zum Mobbing eine Gruppe bildet, dann ist es keine echte Gruppe. Ein Gruppe von Freunden hält nur zusammen, wenn man etwas Wichtiges gemeinsam hat. Sich nur gegen jemand anderen zu verbünden, ist Gift für Freundschaften. Oft haben die, die mobben, nie geübt, wirkliche Freunde zu finden – auch wenn es nach außen hin aussieht, als seien sie dickste Freunde. Damit kann man anfangen, schon heute.<eop>"}, {"title": "Mohammed", "id": 591, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mohammed", "text": "Mohammed gilt als der Gründer des Islams. Er wurde vermutlich um das Jahr 570 in Mekka geboren. Am 8. Juni 632 starb er in Medina. Diese Städte liegen heute im Staat Saudi-Arabien. <eop>Damals gab es dort viele verschiedene Stämme. Sie waren unterteilt in kleinere Gruppen, die man sich wie eine sehr große Familie vorstellen kann. Mohammed gehörte zu einer Gruppe, die im Stamm keine große Rolle spielte.<eop>Für die Muslime ist Mohammed ein Prophet. So wie zum Beispiel Abraham oder Jesus von Nazareth soll er den Menschen das Wort Gottes überbracht haben. Nach Ansicht der Muslime ist er der letzte, das „Siegel der Propheten“. Für den Islam lautet der wichtigste Satz: „Allah ist groß und Mohammed ist sein Prophet.“ Allah ist das arabische Wort für Gott. In der islamischen Welt wurde der Name Mohammed der beliebteste Vorname für Jungen.<eop>Was die Leute damals über Mohammed wussten, haben sie zunächst nur weitererzählt. Erst etwa hundert Jahre nach seinem Tod begannen einige damit, ihr Wissen aufzuschreiben. Wer damals über Mohammed geschrieben hat, hat das gemacht, um ihn zu loben oder aber weil er ihn abgelehnt hat. Darum ist es unsicher, was wir von Mohammed wissen, ähnlich wie bei Jesus von Nazareth. Außer dem Koran gibt es die sogenannte Hadith, die „Überlieferung“. Darin steht, was Mohammed getan oder gesagt haben soll.<eop>Wie wurde Mohammed so einflussreich? Mohammed hatte seine Eltern früh verloren. Darum wuchs er bei seinem Großvrater und seinem Onkel auf. Er heiratete mit ungefähr 25 Jahren eine etwas ältere und recht wohlhabende Frau. Sie hieß Chadidscha und hatte Einfluss darauf, was in Mekka geschah. <eop>Um das Jahr 610 erlebte Mohammed etwas, was er als Erscheinung eines Engels verstand, der ihm die Worte Allahs überbrachte. Seine Frau war eine der ersten, die ihm das glaubte. Außer Freunden und Familie wollte zunächst niemand sonst davon wissen.<eop>Als seine Frau im Jahr 619 starb, wurde es für Mohammed in Mekka zu gefährlich. Einige der mächtigen Gruppen wollten ihn umbringen. Er floh mit seinen Anhängern deshalb kurze Zeit später nach Yathrib. Die Stadt wurde später umbenannt in Medina, was die „Stadt des Propheten“ bedeutet. Diese Flucht spielt im Islam eine ganz besondere Rolle. Sie wird „Hidschra“ genannt. Heute wird nach dem islamischen Kalender der Zeitpunkt der Flucht als der Beginn der neuen Zeitrechnung angesehen.<eop>In der Zeit von ungefähr 622 bis 632 gelang es Mohammed, viele Stämme in Arabien dazu zu bringen, an den Islam zu glauben. Das heißt, sie schlossen sich seinem Glauben an. Viele Gebiete eroberte er aber auch mit seinen Anhängern. Dazu gehörte auch seine Geburtsstadt Mekka im Jahr 624.<eop><eop>"}, {"title": "Monaco", "id": 592, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Monaco", "text": "Monaco ist ein Land im Süden von Frankreich, an der Küste des Mittelmeeres. Nur noch der Vatikan ist kleiner als Monaco. Monaco hat so viele Einwohner wie eine kleine Stadt. Die häufigste Sprache in Monaco ist Französisch. Nur wenige Menschen sprechen noch den einheimischen Dialekt, der mit dem Italienischen verwandt ist.<eop>Der Name Monaco lautet gleich wie das italienische Wort für Mönch, könnte aber schon aus dem Altertum stammen. Trotzdem passt er gut zu der Geschichte, dass im Jahr 1297 Soldaten den Ort erobert hätten. Sie seien als Mönche verkleidet gewesen sein. Seit dieser Zeit regiert in Monaco die Familie Grimaldi.<eop>Im Jahr 1861 haben Frankreich und Monaco einen Vertrag miteinander abgeschlossen. Dieser Vertrag hat bestätigt, dass Monaco wirklich ein eigenes Land für sich ist. Es hat einen Fürsten an der Spitze und heißt deshalb Fürstentum Monaco, ähnlich wie das Fürstentum Liechtenstein. Monaco gehört nicht zur EU.<eop>Etwa zur gleichen Zeit wurde das erste Casino in Monaco. Dort konnte man um Geld spielen, was damals in Europa meistens noch verboten war. Monaco verdiente damit so viel, dass die Menschen keine Steuern zahlen mussten: das sind Geldabgaben, die der Staat normalerweise von seinen Einwohnern verlangt, um seine vielen Aufgaben erfüllen zu können. Wer sich im Ausland wegen Steuern strafbar gemacht hat, der wird in Monaco dafür nicht zur Verantwortung gezogen. Heute wohnen in Monaco vor allem reiche Leute.<eop><eop>"}, {"title": "Monat", "id": 593, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Monat", "text": "Der Monat ist eine Einheit für die Zeit. Ein Monat besteht aus ungefähr vier Wochen oder 28 bis 31 Tagen. Zwölf Monate ergeben zusammen ein Jahr. <eop>Das Wort Monat kommt ursprünglich vom Mond. Der Mond umkreist die Erde, und das hat er nach einen Monat vollbracht. Das ist der Monat aus Sicht der Astronomen. Man kann aber auch nach dem Kalender gehen: Es passt ziemlich gut, wenn man annimmt, dass es pro Jahr zwölf Monate gibt. Die Zahl 12 kann man gut halbieren oder durch 3 oder 4 teilen. <eop> Warum sind nicht alle Monate gleich lang? Fast alle Menschen in Europa leben nach dem Kalender, den wir den Gregorianischen Kalender nennen. Er stammt eigentlich von den alten Römern. Unser Kalender ist zwar nach Monaten eingeteilt, aber eigentlich ist für ihn die Sonne wichtiger: Ein Jahr bedeutet, dass die Erde einmal um die Sonne gewandert ist.<eop>Das dauert etwas mehr als 365 Tage. Wenn man das durch 12 teilt, kommt man aber auf fast dreißig und einen halben Tag. Darum haben die Monate abwechselnd dreißig oder einunddreißig Tage. <eop>Man kann sich das mit den Handknöcheln merken: Der Handknöchel steht dabei für einen langen Monat, der Platz zwischen zwei Handknöcheln für einen kurzen. Fängt man also links bei der linken Hand an, so hat man erst einen Handknöchel, der für den Januar steht. Der hat 31 Tage. Dann folgt der Platz dazwischen, das ist der kurze Februar. Danach kommt wieder ein Handknöchel, der für den März mit 31 Tagen steht. Nach dem Juli muss man zur anderen Hand wechseln<eop>Auf diese Weise stellt man fest: Auf den Juli mit 31 Tagen folgt der August mit ebenfalls 31 Tagen. Das ist die Schuld von Kaiser Augustus: Sein Monat August sollte genauso lang sein wie der Monat, den man nach seinem Onkel Julius Cäsar benannt hatte.<eop>Den einen Extra-Tag für den August hat man vom Februar genommen. Daher hat der Februar statt 30 Tage nur 29 Tage. Und das ist auch nur jedes vierte Jahr so: Weil das Jahr sonst zu lange dauern würde, hat der Februar meist noch einen Tag weniger, also nur 28 Tage. Ein Jahr mit einem langen Februar nennt man ein Schaltjahr.<eop> Woher haben die Monate ihre Namen? Auch die Namen unserer Monate haben wir von den Römern. Das Jahr begann bei ihnen mit dem März. Das Wort stammt vom Gott des Krieges, Mars. Man weiß nicht genau, woher das Wort April stammt, aber es hat wahrscheinlich mit der Göttin der Liebe zu tun, Venus. Sie hieß auf Griechisch Aphrodite und bei den Etruskern Apru.<eop>Der Mai hat den Namen von Maia, einer Göttin der Erde und der Fruchtbarkeit. Das passt für einen Monat im Frühling. Der Juni heißt vielleicht wegen der Göttin Juno so, der Frau des Juppiter. Allerdings könnten die Namen auch einen anderen Grund haben: Die maiores sind auf Latein die Älteren und die iuniores die Jüngeren.<eop>Ab dann haben die Römer angefangen, die übrigen Monate einfach durchzuzählen. Auf den Juni folgten der Quintilis und der Sextilis, also der Fünfte und der Sechste. Wegen Julius Cäsar und Augustus wurden sie umbenannt in den Juli und den August. Danach geht das Zählen weiter. Der September ist der siebte Monat, der Oktober der achte, der November der neunte und der Dezember der zehnte.<eop>Das waren anfangs die zehn Monate des römischen Kalenders. Den Winter teilte man wohl nicht in Monate ein. Aber angeblich dachte sich ein König der Stadt Rom etwa 700 Jahre vor Cäsar noch zwei Monate aus. Der eine dieser Monate bekam später den Namen Januar: Ianus ist der Gott des Anfangs. Der Gott hat den Namen wohl vom Wort für Tür. Der Februar hat den Namen von einem Reinigungsfest, februa.<eop> Welche Monatsnamen kennt man noch? Viele Religionen und Kulturen haben ihre eigenen Namen für die Monate. Die Juden zum Beispiel lassen das Jahr nach altem Brauch mit dem Nisan beginnen. Das ist ungefähr Mitte März. In diesen Monat fällt das wichtige Pessah-Fest, von dem das christliche Ostern stammt.<eop>Es gibt auch alte deutsche Namen für die Monate. Der kalte Januar im Winter ist der Hartung oder Eismond, der Februar der Hornung oder Schmelzmond. Österreicher sagen Jänner und Feber für Januar und Februar. Früher machten das auch die Deutschen in Süddeutschland.<eop>Der März ist der Lenzing oder Lenzmond, also der Lenzmonat, darum sagt man auch Lenz für Frühling. Der April heißt Launing oder Ostermond, der Mai Winnemond, woraus man heute oft Wonnemonat macht. Der Juni ist der Brachet oder Brachmond, der Juli der Heuet oder Heumond. Der August ist der Ernting oder Erntemond, in dem geerntet wird.<eop>Für den September sagte man auch Scheiding oder Herbstmond, für den Oktober Gibhart oder Wienmond, für den November Nebelung, Nebelmond oder Wintermond. Der Dezember ist der Julmond oder Heilmond, oder auch Christmond oder Dustermund. <eop>In der deutschen Sprache hat sich das nicht durchgesetzt. Nur in manchen Dialekten oder in einigen Gedichten nutzt man die deutschen Namen. Anders ist das in manchen slawischen Sprachen wie Tschechisch.<eop><eop>"}, {"title": "Mond", "id": 594, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mond", "text": "Ein Mond ist ein natürlicher Satellit. Ein solcher Begleiter kreist um einen Planeten. Wenn man vom Mond spricht, meint man normalerweise den Mond der Erde. Aber auch andere Planeten haben Monde.<eop>Von der Erde aus kann man in der Nacht den Mond gut sehen, weil er ziemlich groß und nahe der Erde ist. Er dreht sich einmal im Monat um sich selber und um die Erde. Zeitweise sind aber Gebiete des Mondes nicht von der Sonne beleuchtet, also dunkel. Deshalb spricht man vom abnehmenden und vom zunehmenden Mond. Bei Neumond ist er ganz dunkel, bei Vollmond ist er durch die Sonne hell erleuchtet. Wenn die Erde bei Vollmond ihren Schatten auf den Mond wirft, also bei einer Mondfinsternis, dann wird der Vollmond abgedunkelt.<eop>Die meisten der acht Planeten in unserem Sonnensystem haben auch Monde. Der größte heißt Ganymed und kreist um den Jupiter, der die meisten Monde hat. Von den acht Planeten in unserem Sonnensystem haben nur der Merkur und die Venus keinen Mond. Unser Erdmond ist für einen Mond ziemlich groß: Die Erde ist im Durchmesser nur etwa viermal größer. Außerdem sind Erde und Mond nahe beieinander, verglichen mit allen anderen Himmelskörpern.<eop>Da der Mond sich genauso schnell um sich selber wie um die Erde dreht, können wir immer nur dieselbe Seite des Mondes sehen. Erst mit Hilfe der ersten Raumschiffe, die den Mond umrundeten, konnte man feststellen, dass die andere Seite viel glatter aussieht.<eop> Was merkt man auf der Erde vom Mond? Von der Erde aus ist der Mond sehr gut zu sehen: am besten natürlich in der Nacht, am Morgen oder Abend, wenn der Himmel dunkel ist. Sonst ist am Tag das Licht der Sonne viel zu hell, um den Mond zu sehen. Der Mond selber ist dunkel, er strahlt kein eigenes Licht aus, sondern man sieht ihn, weil die Sonne ihn anstrahlt. Obwohl er nicht selbst leuchtet sorgt er bei Vollmond und ohne Wolken für recht helle Nächte.<eop>Der Mond bewirkt auf der Erde auch die Gezeiten, also Ebbe und Flut. Das beeinflusst die Schifffahrt und auch die Fischerei. Sehr starke Fluten entstehen bei Vollmond. Wenn es dann noch stürmt, kann das zu großen Überschwemmungen führen.<eop>Lange Zeit haben Menschen geglaubt, dass der Mond noch anderes auf der Erde bewirkt: Bei Vollmond würden mehr Kinder geboren werden, oder bei Neumond müsse man bestimmte Pflanzen ernten, sodass sie Zauberkraft haben. Davon ist nichts wahr. Allerdings kann die Nacht bei Vollmond schon ziemlich hell sein. Manche Tiere jagen dann gerne.<eop> Wie sieht es auf dem Mond aus? Der Mond ist eine Wüste aus Gestein und Staub. Überall sind Krater. Dort sind Meteoriten eingeschlagen, kleinere Gesteinsbrocken aus dem Weltraum. Die größten Krater kann man von der Erde mit bloßen Augen sehen.<eop>Auch schon von der Erde auffällig sind große dunkle Flecken, die „Meere“. Nach dem lateinischen Ausdruck nennt man sie Mare. Es sind aber keine echten Meere mit Wasser. Als der Mond noch viel jünger war, so vermutet man, sind hier große Meteoriten aufgeschlagen. Die Oberfläche des Mondes war damals noch flüssiges Gestein, das für diese dunklen Flecken gesorgt hat.<eop>Die Erde hat eine Atmosphäre, also eine Hülle aus Gas. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die meisten Meteoriten verglühen. Dem Mond fehlt so etwas. Daher kann man auf ihm nicht atmen. Meteoriten schlagen einfach auf den Mond auf.<eop>Auf dem Mond ist auch die Anziehungskraft viel geringer als auf der Erde, nur etwa ein Sechstel so groß. Das liegt an seiner niedrigeren Masse. Deshalb sieht es bei den Filmaufnahmen der Astronauten so aus, als würden sie in Zeitlupe springen.<eop>Wenn die Sonne auf den Mond scheint, ist es dort etwa 130 Grad Celsius heiß. In der Mondnacht hingegen wird es bis zu minus 160 Grad Celsius kalt. So kalt und heiß wird es auf der Erde nie. Schon allein deshalb gibt es auf dem Mond kein flüssiges Wasser. Darum kann auf dem Mond auch kein Leben entstehen.<eop> Wie ist unser Mond entstanden? Die Erde ist über vier Milliarden Jahre alt. Wissenschaftler vermuten, dass die junge Erde von einem sehr großen Körper aus dem Weltraum getroffen wurde. Diesem Körper hat man den Namen Theia gegeben. Er war etwa so groß wie der Mars.<eop>Nach dem Zusammenstoß wurden ein Teil der jungen Erde und Bruchstücke von Theia ins Weltall geschleudert. Zunächst kreisten diese Stücke um die Erde. Daraus bildete sich dann der Mond. Der Rest der Erde und Theia vermischten sich zu unserer heutigen Erde.<eop>Forscher haben sich aber auch noch andere Erklärungen ausgedacht. Vielleicht sind Erde und Mond einfach gleichzeitig entstanden, und zwar zufällig in der Nähe. Oder ein Stück Erde löste sich von ihr, als sie noch ganz jung und flüssig war. Oder aber: Der Mond ist woanders entstanden, und dann hat die Erde ihn mit ihrer Schwerkraft „eingefangen“.<eop> Waren Menschen schon dort? Der Mond ist der einzige Himmelskörper, den Menschen schon einmal besucht haben. Im Jahr 1961 sagte der amerikanische Präsident John F. Kennedy, dass die USA einen Mann zum Mond schicken sollen. Im Jahr 1969 waren die USA so weit. Drei Männer gingen auf die Reise, die „Apollo 11“ hieß. Eine Rakete hat die Astronauten, in den Weltraum gebracht. Es flog drei Tage bis zum Mond und bog dann in eine Umlaufbahn ein. Ein Astronaut blieb dort und die beiden anderen flogen mit einer „Landefähre“ nach unten auf den Mond.<eop>Neil Armstrong hieß der Astronaut, der als erster den Mond betreten hat. Dabei sagte er: „Ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ Er und Edwin Aldrin waren knapp einen Tag auf der Mondoberfläche und sammelten auch einige Mondsteine auf. Dann flogen sie wieder nach oben und die drei Astronauten kehrten zur Erde zurück.<eop>Danach waren amerikanische Astronauten noch mehrmals auf dem Mond, bis 1972. Außerdem haben verschiedene Staaten Raumsonden zum Mond geschickt, also Maschinen, die Informationen gesammelt und zur Erde gefunkt haben. Es gab und gibt auch Satelliten, die um den Mond kreisen. Diese künstliche Begleiter haben den Mond genau fotografiert und untersucht.<eop><eop>"}, {"title": "Montenegro", "id": 595, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Montenegro", "text": "Montenegro ist ein Land im Süden Europas. Der Name bedeutet auf Spanisch „Schwarzer Berg“. Die Einwohner nennen es „Crna Gora‟, was auch „Schwarzes Gebirge“ bedeutet. Im Österreich-Ungarn sagte man auch „Schwarzenberg‟. Montenegro liegt auf dem Balkan am Adriatischen Meer, das zum Mittelmeer gehört. Montenegro ist klein. Schon die Schweiz ist etwa dreimal so groß und hat etwa zwölfmal mehr Einwohner.<eop>Die Gegend war lange Zeit ein Teil des Osmanischen Reiches. Das Fürstentum Montenegro wurde im Jahr 1878 unabhängig. Später war es ein Teil von Jugoslawien. Montenegro hat sich im Jahr 2006 von Jugoslawien gelöst und ist seither ein selbständiger Staat. Damit blieb von Jugoslawien nur noch Serbien übrig.<eop>Etwa ein Drittel der Einwohner sieht sich eigentlich als Serben. Außerdem leben Bosnier, Albaner und weitere Volksgruppen im Land. Die meisten Einwohner sind christlich-orthodox, jeder Fünfte ist Muslim.<eop>Nur an der Küste hat Montenegro einen schmalen Streifen mit flachem Land. Der Rest ist Gebirge und im Durchschnitt tausend Meter hoch. Die Einwohner leben vor allem von Dienstleistungen. Die Regierung versucht, möglichst wohlhabende Touristen anzuziehen.<eop>Montenegro hat keine eigene Währung. Bis zum Jahr 2002 zahlten die Menschen in dem Land mit der Deutschen Mark. Als der Euro eingeführt wurde, zahlten die Menschen in Montenegro auch mit dem Euro, obwohl ihr Land nicht einmal Mitglied der Europäischen Union ist. <eop>Die meisten Menschen verdienen ihr Geld mit Dienstleistungen. Vor allem im Tourismus finden sie immer mehr Arbeit. Es gibt aber auch Industrie. Man hat Bauxit gefunden, daraus holt man Aluminium. Es gibt auch Eisenerz und Braunkohle. Die Bauern pflanzen vor allem Gemüse.<eop><eop>"}, {"title": "Moschee", "id": 596, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Moschee", "text": "Eine Moschee ist ein Haus, in dem die Anhänger des Islam sich treffen und gemeinsam beten. Sie hören dort auch Vorlesungen aus dem Koran und Predigten. Viele Moscheen haben ein Minarett. Das ist ein erhöhter Standplatz oder Turm für den Muezzin. So wird der Gebetsrufer genannt. Manche Moscheen haben auch mehrere Minarette. Die al-Haram-Moschee in Mekka hat neun Minarette. <eop>Die Anhänger des Islam nennt man Moslems oder auch Muslime. Sie beten immer in die Richtung der Kaaba. Das ist das wichtigste Heiligtum des Islam in Mekka. Mekka ist eine Stadt in Arabien und auch der Geburtsort von Mohammed, dem Propheten des Islam. Um zu wissen, in welcher Richtung Mekka liegt, steht in jeder Moschee eine Wand dafür, die Qibla-Wand. <eop>Moscheen können sehr unterschiedlich aussehen. Die Predigt wird von einer Kanzel gesprochen, der Minbar. Manche Moscheen haben für Frauen einen getrennten Raum zum Beten, andere besitzen eine Empore. Von diesem Balkon aus können sie sehen, was im Hauptraum geschieht. <eop>In einer Moschee zieht man vor dem Betreten die Schuhe aus. Das Gebet findet meistens auf einem Gebetsteppich statt, weil ein Teil der Gebete kniend vorgenommen werden. Man soll sich vor dem Gebet waschen, verbunden mit dem Gedanken, rein zu werden. Dafür haben viele Moscheen einen Hof oder Garten mit einem Brunnen oder einem Teich. Muslime können aber auch ohne Raum beten, auf einem offenen Gebetsplatz.<eop>In Deutschland findet jedes Jahr am 3. Oktober der Tag der offenen Moschee statt. Besucher können sich dann eine Moschee von innen anschauen. Der 3. Oktober ist der Tag der Deutschen Einheit, die meisten Leute haben dann frei. So haben sie eher Zeit für den Besuch einer Moschee. Die meisten Moscheen in islamischen Ländern sind tagsüber einfach offen. Viele Touristen machen dort einen Besuch.<eop> "}, {"title": "Mose", "id": 597, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mose", "text": "Mose war ein Mann, der in der Bibel vorkommt. Man nennt ihn auch Moses. Für die Juden, Christen und Muslime gilt er als ein wichtiger Prophet. Er erzählte also den Menschen, was Gott ihm gesagt hatte. <eop>Während langer Zeit galt Mose als derjenige, der den ersten Teil der Bibel von Gott empfangen und aufgeschrieben hat. Deshalb nennt man diesen Teil die Fünf Bücher Mose. Die allermeisten Wissenschaftler sehen das heute anders. Man nimmt eher an, dass es mehrere Autoren waren, die diesen Teil der Bibel geschrieben haben. Ein Teil der Geschichten befasst sich auch damit, was nach dem Tod von Mose geschehen ist.<eop>Was erzählt die Bibel über das Leben des Mose? In der Bibel steht, dass Mose zu den Juden gehörte, die im Alten Ägypten lebten. Dort mussten sie als Sklaven für die Ägypter arbeiten. Der ägyptische König, der Pharao, fand damals, dass es zu viele Juden in seinem Reich gab. Darum ließ er alle Neugeborenen der Juden töten. Die Bibel erzählt, dass Mose als Säugling in einen Korb gelegt und vom Fluss Nil fortgetragen wurde. <eop>Die Tochter des Pharaos fand ihn und nahm ihn mit. So kam es, dass er am Königshof aufwuchs. Doch bald musste er aus Ägypten fliehen, weil er in seiner Wut einen Aufseher der Sklaven getötet hatte. Dort hütete Ziegen in der Wüste. Die Bibel erzählt, dass ihm da aus einem brennenden Dornbusch eine Stimme auftrug, die Juden aus Ägypten herauszuführen. <eop>So kehrte Mose nach Ägypten zurück. Der Pharao wollte die Juden zunächst nicht gehen lassen. Doch Gott, so erzählt die Bibel, ließ zehn Plagen über das ägyptische Volk hereinbrechen: Zum Beispiel verwandelte sich das Wasser in Blut, es gab eine Heuschreckenplage und die ältesten Kinder der Ägypter starben. <eop>Schließlich führte Mose die Juden weg aus Ägypten, so, wie Gott es ihm gesagt hatte. Zuerst teilte Gott das Rote Meer, so dass sie mit trockenen Füßen hindurchgehen konnten. Während vierzig Jahren irrten sie in der Wüste umher. Sie ernährten sich von Brot, das vom Himmel kam und tranken den Tau, den sie morgens auf den Blättern fanden. Auch einen großen Tempel sollen sie gebaut und immer weiter mitgenommen haben, wie ein Zelt.<eop>Unterwegs erhielt Mose von Gott zwei Steintafeln. Darauf standen die Zehn Gebote. Das war der Hauptteil der späteren Sammlung von Gesetzen. Diese Tafeln brachte Mose seinem Volk. Den Auszug aus Ägypten feiern die Juden heute mit dem Pessachfest. Man nennt es auch das Passahfest.<eop>Schließlich erreichte Mose mit seinem Volk einen Berg. Von dort aus konnten sie das Land sehen, das ihnen Gott versprochen hatte. Dazwischen lag nur noch der Fluss Jordan. Mose selber durfte das versprochene Land nicht betreten, weil er selber Fehler Gott gegenüber gemacht hatte. Er starb deshalb noch bevor das Volk den Jordan überquerte und wurde auch dort beerdigt.<eop>Sind diese Geschichten wirklich wahr? Wenn wir diese Geschichten heute mit unseren Augen lesen, dann würden nur vereinzelte Wissenschaftler sagen, dass sie sich so zugetragen haben. Es ist zum Beispiel sehr unwahrscheinlich, dass ein Meer sich teilt oder dass ständig so viel Brot vom Himmel regnete. Aber damals im Orient waren diese Geschichten auch nicht so gemeint. Sie sollten einfach zeigen, wie groß Gott war und wie sehr er die Juden liebte. Sie sollen auch zeigen, dass das Volk der Juden etwas Besonderes ist.<eop>Auch durch die Archäologie lassen sich diese Geschichten nicht beweisen. Es gibt für viele Ereignisse keine Spuren. Es gibt jedoch Spuren, die gegen die biblischen Erzählungen sprechen.<eop>Den einen Helden Mose, der dies alles erlebe, gab es wohl auch nicht. Einen Teil seiner Erlebnisse und Heldentaten kam schon in älteren Geschichten vor. Sie wurden aber auch später in andere Geschichten eingewebt. Es ist auch möglich, dass verschiedene Geschichten später so dargestellt wurden als hätte ein einzelner Mann sie so erlebt.<eop><eop>"}, {"title": "Moskau", "id": 598, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Moskau", "text": "Moskau ist die Hauptstadt von Russland. Keine andere Stadt in Europa ist größer: Mehr als 12 Millionen Menschen leben dort. Sie liegt am Fluss Moskwa, durch den sie ihren Namen hat. Seit dem Jahr 2012 ist Moskau fast dreimal so groß wie vorher, weil man der Stadt neue Gebiete angeschlossen hat.<eop>So groß geworden ist die Stadt, weil sie der wichtigste Ort eines alten Fürstentums war: Moskowien. Das war der Vorläufer des heutigen Russlands. Allerdings war über 200 Jahre lang Sankt Petersburg die Hauptstadt. Zurück nach Moskau kam die Regierung erst wieder, nachdem die Kommunisten die Macht übernommen hatten. Das war 1918.<eop>In Moskau liegen mehrere Stätten des Weltkulturerbes der UNESCO. Das sind wichtige Orte für die Geschichte und Kultur. Am bekanntesten in Moskau sind wohl der Kreml und der Rote Platz. Durch seine Größe ist Moskau nicht nur für Russland wichtig, sondern für ganz Osteuropa.<eop><eop>"}, {"title": "Motor", "id": 599, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Motor", "text": "Das Wort Motor kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Beweger“. Motoren bewegen zum Beispiel Maschinen, Schiffe oder Autos. Dazu wandeln sie Energie in Bewegung um. Je nachdem woraus sie die Energie gewinnen, unterscheidet man Elektromotoren und Verbrennungsmotoren. <eop>Elektromotoren wandeln elektrischen Strom in Bewegung um. Sie sind ähnlich aufgebaut wie Dynamos und bestehen aus einem oder mehreren Magneten, die sich in einer Drahtspule drehen. Wenn Strom durch die Spule fließt, entsteht eine Kraft, die auf die Magneten wirkt und sie in Bewegung versetzt. Elektromotoren können sehr klein sein und finden sich zum Beispiel in CD-Spielern, Spielzeugautos oder Küchengeräten. Große Elektromotoren treiben Straßenbahnen oder Eisenbahn-Lokomotiven an. <eop>Autos und Schiffe fahren hingegen mit Benzin oder Diesel. Beides sind Flüssigkeiten, die man aus Erdöl herstellt. Im Motor werden sie mit Luft zu einem Gas vermischt und zur Explosion gebracht, also verbrannt. Deshalb nennt man das einen Verbrennungsmotor. Beim Verbrennen entstehen heiße Abgase, die sich sehr schnell ausdehnen. Dabei drücken sie auf einen Kolben, der sich in einem Zylinder auf und ab bewegt. Eine Kurbelwelle wandelt diese Bewegung in eine Drehbewegung um. Ein Getriebe überträgt sie dann auf die Räder des Autos oder die Schraube des Schiffes. <eop>Bei einer anderen Bauart wird das entstehende Gas durch ein Rohr geleitet, in dem es eine Art Propeller bewegt. Solche Motoren nennt man Turbinen. Mit ihnen kann man zum Beispiel in Kraftwerken Generatoren antreiben und wieder Strom herstellen. <eop>Auch die Triebwerke von Flugzeugen und Raketen sind Verbrennungsmotoren. In ihnen wird flüssiger oder auch fester Treibstoff verbrannt. Das entstehende Gas bewegt dort aber keinen Kolben oder Propeller, sondern schießt einfach mit großem Druck an einer Seite heraus und drückt dabei das Flugzeug vorwärts oder die Rakete nach oben. <eop>Eine Dampfmaschine ist kein Verbrennungsmotor. In ihr wird zwar auch etwas verbrannt, nämlich Kohle. Allerdings wird nicht das entstehende Gas genutzt, um Bewegung zu erzeugen. Stattdessen wird mit der Wärme erst Wasser zu Dampf erhitzt, der dann die Maschine antreibt. <eop>Die Dampfmaschinen und die ersten Verbrennungsmotoren arbeiteten rein mechanisch. Es brauchte also keine Elektronik für eine Steuerung oder für andere Vorgänge. Heute ist das nicht mehr so. Die Elektronik wurde immer wichtiger: Sie berechnet, wann die Explosion erfolgen soll, wie viel Benzin oder Diesel der Luft beigemischt werden soll und viele andere Dinge.<eop><eop>"}, {"title": "Mücken", "id": 600, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mücken", "text": "Die Weibchen der Stechmücken trinken Blut. Ihr Mund ist wie ein dünner spitzer Rüssel geformt. Damit stechen sie durch die Haut von Menschen und Tieren und saugen das Blut auf. Deswegen nennt man ihn Stechrüssel. Die Weibchen brauchen das Blut, damit sie Eier legen können. Wenn sie mal kein Blut saugen, trinken sie süße Pflanzensäfte. Die männlichen Stechmücken trinken nur süßen Pflanzensaft und saugen nie Blut. Man erkennt sie an ihren buschigen Fühlern.<eop> Können Mücken gefährlich sein? Einige Stechmücken können mit ihrem Stich Krankheitserreger übertragen und dadurch Menschen und Tiere krank machen. Ein Beispiel ist die Malaria, eine Tropenkrankheit. Man bekommt dabei hohes Fieber. Gerade Kinder sterben daran oft. <eop>Zum Glück überträgt nicht jede Mücke Krankheiten. Eine Mücke muss nämlich zuerst einen Menschen stechen, der schon krank ist. Dann dauert es über eine Woche, bis die Mücke die Krankheitserreger weitergeben kann. <eop>Außerdem werden solche Krankheiten nur von bestimmten Mückenarten übertragen. Bei Malaria sind es nur die Malariamücken, die bei uns in Europa nicht vorkommen. Andere Krankheiten können gar nicht von Mücken übertragen werden, dazu gehören zum Beispiel Mumps, Windpocken oder AIDS.<eop> Wie vermehren sich Mücken? Die Eier von Stechmücken sind sehr klein und werden meist auf die Oberfläche von Wasser gelegt. Bei einigen Arten einzeln, bei anderen in kleinen Paketen. Aus den Eiern schlüpfen dann kleine Tiere, die ganz anders aussehen als die erwachsenen Mücken. Sie leben im Wasser und können gut tauchen. Man nennt sie Mückenlarven. <eop>Viele Mückenlarven hängen oft mit ihrem Schwanz unter der Wasseroberfläche. Dieser Schwanz ist hohl und sie atmen dadurch, wie durch einen Schnorchel. Später schlüpfen aus den Larven Tiere, die wieder anders aussehen als die Larven oder die erwachsenen Mücken. Man nennt sie Mückenpuppen. Auch sie leben im Wasser. Sie atmen durch zwei Hörnchen am Vorderende. Erst aus den Puppen schlüpfen die erwachsenen Tiere.<eop>Man kann die Larven und Puppen von Mücken oft in Regentonnen oder Eimern finden, in denen seit einiger Zeit Wasser ist. Wenn man genau hinsieht, kann man sogar die „Ei-Pakete“ finden. Sie sehen aus wie kleine schwarze Boote, die auf dem Wasser schwimmen und heißen deshalb auch Mückenschiffchen. In so einem Gelege sind bis zu 300 Eier. Normalerweise dauert es eine bis drei Wochen, bis aus dem Ei eine erwachsene Mücke geworden ist.<eop>"}, {"title": "Multiplikation", "id": 601, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Multiplikation", "text": "In der Mathematik gibt es vier Grundrechenarten: Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Man spricht auch vom Zusammenzählen, Abziehen, Malnehmen und Teilen.<eop>Das sind die einfachsten Rechen-Übungen, die man mit Zahlen anstellen kann. Alles andere in der Mathematik baut darauf auf. Deshalb lernt man sie auch schon in den ersten Jahren der Grundschule. <eop> Addition Das Addieren nennt man auch Zusammenzählen. Dabei zählt man eine Zahl zu einer anderen hinzu. Das Rechenzeichen dafür ist das Plus, das als + aufgeschrieben wird. Dieses Zeichen hat sich der Mathematiker Johannes Widmann im Jahr 1489 ausgedacht.<eop>Fügt man zu drei Dingen zwei hinzu, hat man fünf Dinge. Man schreibt 3 + 2 = 5, gesprochen: drei plus zwei ergibt fünf. Das Ergebnis der Addition nennt man Summe. Die beiden Zahlen, die addiert werden, heißen Summanden.<eop> Subtraktion Das Gegenteil der Addition ist die Subtraktion. Dabei zieht man von einer Zahl eine andere ab. Das Rechenzeichen dafür ist das Minus, das als - aufgeschrieben wird. Auch dieses Zeichen stammt von Johannes Widmann.<eop>Nimmt man von 10 Dingen zwei weg, bleiben acht übrig. Man schreibt: 10 - 2 = 8, gesprochen: zehn minus zwei ergibt acht. Die Zahl, von der etwas abgezogen wird, heißt Minuend. Das ist lateinisch und heißt „der zu verringernde“. Die Zahl, die abgezogen wird, heißt Subtrahend, „der abzuziehende“. Das Ergebnis einer Subtraktion nennt man Differenz.<eop>Ein praktisches Beispiel, bei dem man subtrahieren muss: Man möchte ein Brötchen kaufen, das kostet 1 Euro. Man hat 3 Euro im Portemonnaie. Man rechnet also: 3 - 1 = 2. Nachdem man das Brötchen gekauft hat, hat man noch 2 Euro übrig.<eop> Multiplikation Bei der Multiplikation nimmt man zwei Zahlen miteinander „mal“. Als Rechenzeichen schreibt man einen Punkt: · Weil man den aber auf dem Bildschirm oder der Tastatur nicht so gut sieht, nimmt man dort lieber ein Kreuz: ×<eop>Multiplikation ist eine Art, Zahlen, die man immer mit sich selbst addieren würde, kürzer aufzuschreiben. Dazu ein Beispiel: man möchte 3+3+3+3 rechnen. Dies kann man vereinfacht auch als 4 × 3 schreiben, gesprochen: vier mal drei, da man vier mal die Zahl drei addiert. Zahlen, die man miteinander multipliziert, werden Faktoren genannt, das Ergebnis heißt Produkt.<eop> Division Das Gegenteil der Multiplikation ist die Division oder das Teilen. Dabei teilt man eine Zahl durch eine andere. Man hat zum Beispiel sechs Euro, die drei Freunde unter sich aufteilen wollen: Jeder bekommt zwei Euro. Das Rechenzeichen ist der Doppelpunkt : Auf Taschenrechnern und Computern findet man ihn oft mit einem Strich dazwischen ÷ Die zu teilende Zahl heißt Dividend, sie wird durch den Divisor geteilt. Das Ergebnis heißt Quotient. <eop><eop>"}, {"title": "Mumie", "id": 602, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mumie", "text": "Eine Mumie ist eine Leiche, die so behandelt wurde, dass nicht nur die Knochen, sondern auch die Haut lange erhalten blieb. Wenn Menschen das machen, spricht man von einer Mumifizierung. Verschiedene Völker haben sie auf unterschiedliche Weise durchgeführt. Unter bestimmten Umständen kann dieser Vorgang auch in der Natur passieren. Dann spricht man von einer Mumifikation.<eop>Mumien kennt man vor allem aus dem Alten Ägypten. Je reicher dort jemand war, desto eher wurde er nach dem Tod mumifiziert. Betroffen waren sicher alle Pharaonen und ihre Familien, aber auch viele andere Leute. Mumien kennt man aber auch aus dem heutigen Myanmar, dort wurden Priester mumifiziert. Auch aus Japan und vielen anderen Ländern haben sich Mumien erhalten.<eop>Es gibt aber auch Mumien aus modernerer Zeit. Wichtig ist sicher Lenins Mumie. Er war ein wichtiger Politiker in Russland. Er starb vor knapp hundert Jahren. Seine Mumie ruht in Moskau. Bei uns ist aber sicher Ötzi noch viel bekannter. Es handelt sich dabei um eine Gletschermumie, die in den Alpen gefunden worden ist.<eop>Wie wird eine Mumie gemacht? Im Alten Ägypten wurden dem Toten zuerst die Organe entfernt. Das Herz, die Leber, die Nieren und weiteren Organe wurden durch einen Schnitt durch die Bauchdecke herausgenommen und in besondere Krüge gelegt, die Kanopen. Sogar das Hirn wurde durch die Nase herausgeangelt. Der restliche Körper wurde mit einer Mischung aus besonderen Pflanzensäften aufgefüllt und in ein besonderes Öl eingelegt. Alle Organe und Muskeln lösten sich dadurch auf, nur die Haut und das Skelett blieb übrig.<eop>Diese Teile wurden mit Wolle und anderen Dingen ausgestopft. Bei besonders wichtigen Menschen wurde das Herz in die Mumie zurück gelegt. Dann folgt die Einbalsamierung, also das Einreiben mit einer besonderen Salbe, die oft Weihrauch enthielt. Die Leiche wurde dann mit Streifen aus Stoff eingewickelt und in den Sarg gelegt. <eop>Das war aufwändig, nur der Pharao und die Reichen konnten sich sowas leisten. Die Armen legten ihre Verstorbenen einfach in ein Sandloch in der Wüste. Unter günstigen Umständen vertrocknete die Leiche dort und wurde von selbst zu einer Art Mumie.<eop>In anderen Teilen der Erde wurden die Mumien in alter Zeit im Rauch oder sogar direkt über dem Feuer getrocknet. Bei Priestern im heutigen Myanmar wurde der Sarg mit Honig aufgefüllt. Das konservierte die Leiche ebenfalls. So soll man es auch mit Alexander dem Großen gemacht haben.<eop>Eine natürliche Mumifikation gibt es oft an der trockenen Luft und bei Wind. Dies kommt manchmal im Gebirge vor. Aber auch an einem luftdichten Ort, wie zum Beispiel in einem Moor, kann sich eine Leiche erhalten, weil es dort keinen Sauerstoff gibt. Es gibt sogenannte Moorleichen, deren Haut sich fast perfekt erhalten hat. Auch im Eis kann sich eine Leiche erhalten, wie etwa bei „Ötzi“: Das ist eine 5000 Jahre alte Gletschermumie, die an der Grenze von Tirol und Südtirol in den Alpen gefunden worden ist.<eop> "}, {"title": "Mumps", "id": 603, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mumps", "text": "Mumps ist eine Krankheit, die vor allem bei Kindern auftritt. Sie wird auch Ziegenpeter genannt und gehört damit zu den Kinderkrankheiten. Mumps wird durch ein Virus verursacht, den Mumpsvirus. Die Ansteckung erfolgt durch direktem Kontakt mit einem Kranken oder durch winzige Wassertröpfchen in der Luft, die von einem Kranken ausgehen.<eop>Mumps kann sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Leute werden dabei nicht einmal richtig krank. Meist kommt es zu Fieber und einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse – der Kranke bekommt eine „dicke Backe“. Die Ohrspeicheldrüse ist ein Organ, das den Speichel herstellt und direkt vor dem Ohr liegt. Die Schwellung ist meist schmerzhaft. <eop>Manchmal können auch andere Speicheldrüsen oder die Bauchspeicheldrüse erkranken. In besonders schlimmen Fällen können sich noch weitere Organe entzünden, zum Beispiel die Hirnhäute. Das sind die Hüllen um das Gehirn.<eop>Bei Kindern verläuft Mumps meist harmlos. Nach überstandenen Krankheit ist der Körper für den Rest seines Lebens geschützt, weil er Abwehrstoffe gegen diese Viren aufbaut. Wenn man als Kind keinen Mumps hatte und sich erst als Erwachsener ansteckt, verläuft die Krankheit zumeist schwerer. Gegen Mumps gibt es eine Impfung, die lebenslang vor der Krankheit schützt. Dabei wird in einer Spritze zugleich gegen Masern und Röteln geimpft.<eop>"}, {"title": "München", "id": 604, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/München", "text": "Die Stadt München liegt in Süddeutschland. Sie ist die Hauptstadt von Bayern und nach Berlin und Hamburg die drittgrößte Stadt Deutschlands. Ungefähr eine und eine halbe Million Menschen leben in der Stadt, die am Fluss Isar liegt. München liegt im Voralpenland, nur wenige Kilometer von den Alpen entfernt. Bei Föhn, einem warmen Wind aus dem Süden, kann man die Berge gut sehen.<eop>Im Münchner Wappen sieht man das „Münchner Kindl“: Es gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich war auf dem Wappen ein Mönch abgebildet, denn die Stadt wurde vor 850 Jahren von Mönchen gegründet. Im Laufe der Zeit wurde das Wappen von Künstlern immer wieder verändert. Irgendwann sah der Mönch fast wie ein Kind aus.<eop>Wofür ist München bekannt? Das Deutsche Museum ist das größte Museum der Welt, in dem man Dinge aus Wissenschaft und Technik zeigt. Hier kann man viel ausprobieren und selber erkunden. Einige Bereiche sind Naturwissenschaft, Verkehr, Musikinstrumente und Kommunikation. <eop>Wenn die Einwohner von München joggen, Fußball spielen oder picknicken wollen, gehen viele von ihnen in den Englischen Garten. Das ist ein großer, über 200 Jahre alter Park, mitten in der Stadt. Er heißt englischer Garten, weil er nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten erbaut wurde. Sie sollen wie eine natürliche Landschaft aussehen.<eop>München hat zwei sehr bekannte Fußballclubs: FC Bayern und 1860 München. Das Heimstadion des FC Bayern ist die Allianz-Arena, 1860 München spielt im Grünwalder Stadion.<eop>Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt mit vielen Bierzelten und Fahrgeschäften. Das erste Oktoberfest organisierte man bei der Hochzeit eines Prinzen am 12. Oktober 1810, also vor gut 200 Jahren. Heute besuchen bis zu sechs Millionen Menschen jährlich die „Wiesn“, wie das Oktoberfest auch genannt wird. <eop>München hat auch einen Zoo. Im Tierpark Hellabrunn leben fast 20.000 Tiere. Hellabrunn ist ein Geozoo, das heißt, in dem Zoo leben die Tiere nach Kontinenten geordnet.<eop>Was ist früher in München passiert? Bereits während der letzten Eiszeit wurde das Gebiet um München von Menschen besiedelt. Archäologen haben das anhand von alten Gegenständen festgestellt, die dort gefunden wurden. Im Jahr 1157 wurde die Stadt München erstmals in einem Schriftstück erwähnt. Erstmals wichtig wurde sie im 13. Jahrhundert, als die mächtige Herzogenfamilie Wittelsbach ihren Wohnsitz dorthin verlegte. <eop>Aus der Familie Wittelsbach kam später sogar ein Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, wodurch München kurzzeitig zur Residenzstadt des Reiches wurde. Zum Herzogtum München gehörten nebst der Stadt auch andere umliegende Orte. Als im 16. Jahrhundert das Königreich Bayern gegründet wurde, wurde München zu dessen Hauptstadt ernannt. Auch als Bayern im 19. Jahrhundert ein Bundesland des Deutschen Reiches wurde, blieb es die Hauptstadt.  <eop>"}, {"title": "Mund", "id": 605, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mund", "text": "Der Mund ist ein Organ beim Menschen und bei vielen Tieren. Die Vögel haben auch einen Mund, aber man spricht von einem Schnabel, den sie anstelle von Lippen haben. Bei Säugetieren spricht man vom Maul oder von der Schnauze. Besonders ist am Mund des Menschen vor allen, dass seine Lippen rot sind.<eop>Der Mund ist eine Öffnung im Kopf, über die man sich ernährt. Im Mund wird das Essen zerkaut und feucht gemacht. Der Speichel bereitet es für die Verdauung vor. Über die Speiseröhre gelangen Essen und Trinken dann in den Magen. Die Zunge ist ein großer Muskel im Mund. <eop>Die Zunge dreht das Essen beim Kauen und schiebt es fortwährend zwischen die Zähne. Mit ihnen kann die Nahrung zerkleinert werden. Die Zunge hilft auch mit, dass man schlucken kann. Auf der Zunge befinden sich die Geschmacksknospen, mit denen man schmeckt.<eop>Durch den Mund kann man auch atmen, genauso wie durch die Nase. Das Atmen durch die Nase hat den Vorteil, dass die Luft feucht gemacht wird. Allerdings kann die Nase verstopft sein, etwa durch eine Erkältung, dann bleibt nur noch die Atmung durch den Mund. Viele Tiere kühlen ihren Körper mit der Zunge, weil sie nicht schwitzen können: Auf der Zunge verdunstet beim Atmen viel Speichel. Dadurch kühlt sich die Zunge ab.<eop>Außerdem ist der Mund dazu da, Laute zu machen. Das kennt man bereits von Tieren, die brüllen oder fauchen. So drohen sie anderen Tieren. Menschen brauchen den Mund natürlich auch zum Sprechen oder zum Singen. Die Töne entstehen allerdings nicht im Mund, dort werden sie nur verändert. Die Töne entstehen im Hals. Dort sitzen im Kehlkopf die Stimmbänder.<eop><eop>Kategorie:Körper und Gesundheit Kategorie:Tiere und Natur "}, {"title": "Murmeltiere", "id": 606, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Murmeltiere", "text": "Murmeltiere sind Nagetiere. Sie leben auf der Nordhalbkugel der Erde, außer in der Arktis. Sie mögen eher kalte Gebiete, zum Beispiel im Gebirge oder in einer Steppe.<eop>Murmeltiere werden etwa einen halben Meter lang. Dazu kommt noch der Schwanz. Sie wiegen einige Kilogramm. Das dichte Fell ist meist bräunlich, damit sie gut getarnt sind. Die Beine sind kurz. Damit können sie gut Höhlen graben. Dort drin schlafen sie nachts, ziehen ihre Jungen auf und halten Winterschlaf.<eop>Es gibt 14 verschiedene Arten von Murmeltieren. Sie gehören zur Gattung der Murmeltiere und zur Familie der Hörnchen. Ihre näheren Verwandten, die wir am besten kennen, sind die Eichhörnchen.<eop>Die einzelnen Arten verhalten sich ziemlich unterschiedlich: Das Waldmurmeltier aus Kanada ist ein Einzelgänger. Beim Gelbbauchmurmeltier, ebenfalls aus Kanada, leben in einer Höhle ein Männchen und einige verwandte Weibchen. Die meisten Murmeltierarten leben aber in Kolonien. Dabei gilt ein Paar als Chef zusammen mit ihren jüngeren Verwandten. Die können später ausziehen und versuchen, eine eigene Kolonie zu gründen.<eop>Murmeltiere verständigen sich durch Töne, die für uns Menschen wie Pfiffe klingen. Wir denken dabei oft an Vögel. Die „Pfiffe“ sind aber Schreie. Sie warnen sich damit gegenseitig bei Gefahr durch Fressfeinde. Das sind oft Greifvögel.<eop>In Europa lebt nur eine einzige Art von Murmeltieren, das Alpenmurmeltier. Es lebt ziemlich hoch oben in den Bergen. Dort wachsen Gräser und Kräuter, aber keine Bäume mehr, weil für sie die Luft zu dünn ist. Außer in den Alpen gibt es solche Orte nur noch in den Karpaten. Das ist ein Gebirge, das sich von Österreich über Rumänien bis nach Serbien erstreckt.<eop>Wie lebt das Alpenmurmeltier? Weil das Alpenmurmeltier bei uns die einzige Murmeltier-Art ist, nennen wir es meist einfach Murmeltier. In Süddeutschland und Österreich heißt es auch Mankei oder Murmel. In der Schweiz ist es oft ein Mungg. Im Schwarzwald und den Pyrenäen gibt es erst Alpenmurmeltiere, seit Menschen sie dort ausgewildert haben. <eop>Von den Nagetieren sind in Europa nur der Biber und das Stachelschwein größer. Ein erwachsenes Alpenmurmeltier misst vom Kopf bis zum Po knapp fünfzig Zentimeter. Das Gewicht hängt sehr von der Jahreszeit ab. Im Sommer fressen sich die Tiere Fettreserven für den Winter an. Sie brauchen also Wiesen mit Gras und Kräutern. Sie fressen auch Wurzeln, Blätter und junge Triebe. Im Winter verlieren sie etwa ein Drittel ihres Gewichts.<eop>Die Alpenmurmeltiere nutzen ihren Bau während vieler Jahre. Der Boden braucht eine genügend dicke Schicht aus Erde, damit sie ihre Höhlen graben können. Die Höhlen können sehr groß sein und weit verzweigt. Es gibt dazu wenige Eingänge und viele Ausgänge, falls eine Flucht notwendig sein sollte. <eop>Die Höhlen für den Sommer liegen nur wenig unter der Erde. Dort schlafen sie in der Nacht. In besonderen Nestkammern ziehen sie ihre Jungen auf. Die Röhren für den Winter reichen tiefer hinunter, weil dort der Boden nicht gefriert. Der Winterschlaf dauert etwas länger als ein halbes Jahr.<eop>Wie leben die Jungtiere? Kaum aus dem Winterschlaf aufgewacht, paart sich das Chef-Männchen mit dem Chef-Weibchen. Die anderen Tiere sollten nicht zum Zug kommen, manchmal gelingt es ihnen aber trotzdem. Nach etwa fünf Wochen bringt die Mutter zwei bis sechs Jungtiere zur Welt. Sie haben kein Fell, hören und sehen nichts und haben keine Zähne. Ein Jungtier wiegt etwa 30 Gramm. Es braucht also drei für das Gewicht einer Tafel Schokolade.<eop>Die Jungtiere saugen Milch bei ihrer Mutter. Sie wachsen kräftig und entwickeln sich so weit, dass sie nach etwa sechs Wochen zum ersten Mal den Bau verlassen können. Ab dann suchen sie ihre Nahrung selbst. Nur wer genügend frisst und Fett ansetzt, überlebt den ersten Winterschlaf.<eop>Frühestens nach dem zweiten Winterschlaf werden die Jungtiere geschlechtsreif. Sie können also erst ab dann selber Junge machen. Dazu müssen sie aber von zu Hause auswandern, sich ein eigenes Gebiet suchen und dort eine Höhle bauen. Das ist sehr gefährlich, denn während dieser Zeit haben sie keine schützende Höhle und keine Familienmitglieder, die sie warnen. <eop>Welche Feinde hat das Alpenmurmeltier? Der häufigste Fressfeind kommt aus der Luft. Es ist der Steinadler. Er schießt herunter und stürzt sich vor allem auf jüngere Tiere, bevor sie in der Höhle verschwinden können. Ein weniger häufiger Feind ist der Rotfuchs. Die Murmeltiere warnen sich zwar wenn möglich mit ihren Pfiffen, aber manchmal reicht das eben nicht.<eop>Früher meinte man, die Alpenmurmeltiere würden sich die Arbeit aufteilen und es gäbe bestimmte Wächter, die immer aufpassen. Heute weiß man aber, dass das nicht stimmt. Jedes Tier frisst und ruht sich zwischendrin aus. Wer sich ausruht, kann dabei gut nach Feinden Ausschau halten. Die Aufpasser wechseln sich also ab.<eop>Der größte Feind ist jedoch die Einsamkeit im ersten Winter nach der Auswanderung. Jedes zweite Tier, das den ersten Winter allein verbringen muss, stirbt. Der erste Winter bei den Eltern ist ebenfalls gefährlich, aber nicht so sehr. Von den älteren Tieren stirbt jährlich nur eines von etwa zwanzig durch einen Fressfeind.<eop>Ein weiterer Feind ist der Mensch. Früher wurden viele Alpenmurmeltiere durch Jäger erlegt. Sie aßen das Fleisch, nutzten das Fell und brauchten das Fett als Medikament. Manche Leute verwenden Murmeltiersalbe gegen Schmerzen in den Gelenken. Vom Aussterben sind die Alpenmurmeltiere jedoch nicht bedroht. Der Staat schreibt jeweils vor, wie viele Tiere gejagt werden dürfen.<eop><eop>"}, {"title": "Muscheln", "id": 607, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Muscheln", "text": "Muscheln sind Weichtiere mit einer harten Schale, die aus zwei Klappen besteht. Sie leben auf der ganzen Welt, von der Arktis bis zur Antarktis, und immer im Wasser. Die meisten leben im Meerwasser, sogar bis zu 11.000 Metern Tiefe. Es gibt aber auch Muscheln im Brackwasser und im Süßwasser, also in Seen und Flüssen.<eop>Es gibt etwa 10.000 verschiedene Arten von Muscheln. Doppelt so viele Arten sind bereits ausgestorben. Von ihnen gibt es nur noch Versteinerungen. <eop>Wie sehen Muschelkörper aus? Außen liegt die Schale. Sie besteht aus zwei Teilen. Sie sind durch eine Art Scharnier verbunden. Bei der Muschel heißt dieses Scharnier „Schloss“. Die Schalen sind hart und enthalten viel Kalk und andere Minerale. Die Innenseite ist mit Perlmutt überzogen.<eop>Der Mantel umschließt den Kopf und die Eingeweide. Bei manchen Muscheln ist er fast geschlossen und hat nur drei Öffnungen: Durch eine Öffnung strömt Wasser mit Nahrung und Sauerstoff ein, bei der anderen strömen die Abfallstoffe mit dem Wasser wieder hinaus. Die dritte Öffnung ist für den Fuß.<eop>Der Kopf hat sich im Lauf der Evolution zurückgebildet. Auch die Raspelzunge ist fast vollständig verschwunden. Am Rand des Mundes sitzen Taster mit Wimpern, welche kleine Nahrungsteile zur Mundöffnung schieben.<eop>Bei vielen Muschelarten hat sich der Fuß stark zurückgebildet. Dafür produziert er bei den Jungmuscheln eine Art Leim, ähnlich wie der Schleim bei den Schnecken. Mit diesem Leim kann sich die Muschel auf dem Grund oder an einer anderen Muschel festmachen und sich sogar wieder lösen.<eop>Wie ernähren sich Muscheln? Muscheln saugen Wasser ein. Dieses filtern sie in Kiemen wie Fische. Dabei holen sie nicht nur Sauerstoff aus dem Wasser, sondern auch Plankton. Das ist ihre Nahrung. Mit den Tastern schieben sie das Plankton in den Mund. <eop>Die meisten Muscheln nehmen also sehr viel Wasser in sich auf und geben es wieder ab. Dadurch geraten aber auch große Mengen an Gift aus dem Wasser in ihre Körper. Dies ist nicht nur gefährlich für die Muscheln selber, sondern auch für die Menschen, welche die Muscheln essen.<eop>Es gibt auch Bohrmuscheln. Sie bohren sich ins Holz und ernähren sich davon. So können sie ganze Schiffe zerstören und sind darum bei den Menschen sehr gefürchtet.<eop>Ganz wenige Muschelarten sind Jäger. Sie sind hinter kleinen Krebsen her. Diese saugen sie zusammen mit einem Wasserstrom ein und verdauen sie.<eop>Wie leben und vermehren sich Muscheln? Von den meisten Muschelarten gibt es Männchen und Weibchen. Zur Fortpflanzung kommen sie nicht miteinander in Kontakt. Die Männchen geben ihre Samenzellen ins Wasser ab, die Weibchen ihre Eizellen. Das geht, weil die Muscheln immer nahe beieinander leben.<eop>Samenzellen und Eizellen finden selber zueinander. Nach der Befruchtung wachsen daraus Larven. Das ist eine Lebensform zwischen dem befruchteten Ei und der richtigen Muschel. <eop>Junge Muscheln können sich auf verschiedene Arten bewegen. Die meisten klappen die Schalen auf und zu. Das kann man ein wenig vergleichen mit dem Flügelschlag der Vögel. Andere strecken den Fuß aus, kleben ihn am Untergrund fest und ziehen den Körper nach. Dann lösen sie die Klebestelle auf und strecken den Fuß wieder aus. Eine dritte Art saugt Wasser ein und stößt es schnell wieder aus. Dies ergibt eine Bewegung nach dem Raketenprinzip.<eop>Am Ende des Jugendalters suchen sich die Muscheln einen passenden Ort, um sich festzumachen. Dort verbringen sie ihr Erwachsenenleben. Vor allem die Miesmuscheln und Austern bilden Kolonien. Das machen aber auch andere Arten. Dabei macht sich auch eine Muschel an einer anderen fest.<eop>Was ist Perlmutt? Perlen sind runde Kugeln oder unförmige Gebilde aus einem Material, das dem Perlmutt sehr ähnlich ist. Früher meinte man, die Muschel würde damit Sandkörner einwickeln, die in sie hineingeraten sind, und sie so unschädlich machen.<eop>Heute gehen die Wissenschaftler davon aus, das Parasiten in die Muschel einwandern können. Das sind kleine Lebewesen, welche die Muschel von innen auffressen wollen. Die Muschel wehrt sich dadurch, dass sie diese Parasiten mit Perlmaterial einwickelt. So entstehen Perlen.<eop>Wie nutzen die Menschen Muscheln? Am einfachsten ist es, Muscheln im knietiefen Wasser einzusammeln. Bei Ebbe liegen sie sogar oft an der Oberfläche. Ansonsten muss man nach ihnen tauchen.<eop>Meist werden die Muscheln gegessen. Die Nahrung ist ähnlich wie Fisch. Die Menschen am Meer nutzen diese Nahrungsquelle auf der ganzen Welt. Allerdings sind dann die Gebiete schnell geleert, da Muscheln nur sehr langsam wachsen.<eop>Einige Muschelarten eignen sich gut zur Zucht, besonders die Miesmuscheln, die Austern und die Venusmuscheln. Diese Muscheln leben auch in der Natur eng zusammen und bilden Muschelbänke. Die Menschen züchten solche Muscheln in dafür geeigneten Gehegen oder auf Gittern. Nach der Ernte kommen sie auf den Markt.<eop>Wer heute eine Perle kauft, erhält meist eine Zuchtperle. Dafür eignen sich nur bestimmte Muschelarten. Man muss eine Muschel öffnen und ihr einen bestimmten Teil des Mantels entnehmen. Kleine Stücke davon pflanzt man dann in andere Muscheln ein. Darum herum bildet sich dann eine Perle. Dies dauert je nach Art der Muschel wenige Monate bis mehrere Jahre.<eop>Hört man in den Muscheln das Meer rauschen? Wer sich eine leere Muschelschale ans Ohr hält, hört ein Rauschen. Man kann dieses Rauschen auch mit einem Mikrofon aufnehmen. Es ist also keine Einbildung, aber auch kein Meeresrauschen.<eop>Eine leere Muschelschale enthält Luft wie eine Trompete oder eine Gitarre. Je nach der Form hat diese Luft eine Schwingung, die am besten zu ihr passt. Diese Schwingung hören wir als Ton.<eop>Die Muschelschale nimmt alle Töne auf, die von außen an sie herankommen. Die Schwingung, die am besten zu ihrer Innenform passt, nimmt sie auf und behält sie. Das hören wir als Rauschen, wenn wir uns eine Muschelschale ans Ohr halten. Fast dasselbe Rauschen hören wir auch in der leeren Schale einer Meerschnecke, vielleicht sogar noch deutlicher. Aber auch schon mit einem Becher oder einer Tasse am Ohr rauscht es ganz ähnlich.<eop><eop>"}, {"title": "Museum", "id": 608, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Museum", "text": "In einem Museum werden verschiedene Dinge gesammelt und gezeigt. Die Mehrzahl heißt: Museen. Es sind besondere Sachen, die man woanders wahrscheinlich nicht sehen würde. Meistens dürfen die Besucher sich diese Dinge nur ansehen, aber in einigen Museen ist es erlaubt, sie anzufassen.<eop>In einem Museum arbeiten Menschen, die diese Sachen sammeln und sich um sie kümmern. Manche dieser Mitarbeiter erforschen die Sachen und finden heraus, welche Geschichten dahinter stehen. Sie sorgen auch dafür, dass die Sachen nicht kaputtgehen. Andere Mitarbeiter des Museums betreuen die Besucher und erklären ihnen, was es zu sehen gibt. Wenn es keine Museen gäbe, gäbe es oft auch diese besonderen Sachen nicht mehr.  Was für Museen gibt es?  Normalerweise befinden Museen sich in einem Haus in einer Stadt. Das Haus ist entweder neu gebaut, vielleicht sogar extra für dieses Museum. Oder man hat ganz bewusst ein schönes, altes Haus genommen. Einige Museen aber bestehen aus einem ganzen Dorf oder Park, das nennt man meist ein Freilichtmuseum, ein Museumsdorf oder einen Museumspark.<eop>Die allermeisten Museen sind entweder Geschichtsmuseen, Kunstmuseen oder Naturkundemuseen. Geschichtsmuseen zeigen, was früher passiert ist, wie Menschen früher gelebt haben, was für Sachen sie benutzt haben und so weiter. Kunstmuseen stellen Kunst aus. Kunst sind besonders schöne oder besonders interessante Dinge, oft Gemälde oder Statuen.<eop>Naturkundemuseen sind für die Natur da, für Tiere, Pflanzen und Landschaften. Normalerweise leben die Tiere nicht mehr, sondern sind ausgestopft. Landschaften zeigt man meist mit Fotos. Vor allem zeigen diese Museen, wie die Natur früher ausgesehen hat. Dazu gehören dann zum Beispiel Knochen von Tieren, die es heute nicht mehr gibt. In einem Science Center werden nicht so sehr alte Dinge ausgestellt: Mit allerlei Geräten zeigt man, wie etwas in der Natur oder Technik funktioniert.<eop>Manche Museen sind für ganz bestimmte Dinge da. Es gibt ein Museum für Bilderbücher, ein Currywurst-Museum, ein Buchstabenmuseum, ein Luftmuseum, ein Schokoladenmuseum, ein Bananenmuseum, ein Museum über Schweine und ein anderes über Katzen, ein Hundehalsbandmuseum in Großbritannien und in Indien sogar ein Toilettenmuseum.<eop> Heißt ein Museum immer Museum? Wenn das Museum einfach „Museum“ heißt, dann wissen die Besucher meist, was sie erwartet. Man kennt aber noch ganz viele andere Namen: Ausstellung, Ausstellungshalle, Halle, Sammlung, Haus, Zentrum, Institut. <eop>Ein Name betont manchmal, wie ein Museum entstanden ist. Vielleicht hat mal jemand Gemälde gesammelt und dann dafür gesorgt, dass sie gezeigt, ausgestellt werden. Darum heißt es Sammlung. Die meisten Museen sammeln nämlich viel mehr Gegenstände, als sie jemals ausstellen könnten. Die Ausstellung in einem Museum, wo die Besucher hingehen können, zeigt also nur einen kleinen Teil davon, was das Museum alles besitzt. <eop> Warum geht man in ein Museum? Früher haben reiche Menschen etwas gesammelt und stolz ihren Gästen gezeigt. Die fanden es toll, einen alten Tierknochen oder eine Vase aus einem fremden Land zu sehen. Auch heute wird in Museen viel gezeigt. Weil die Sachen oft alt oder zerbrechlich sind, darf man sie nicht anfassen. Sie würden irgendwann schmutzig werden oder kaputtgehen. Viele Museen stellen die Sachen darum in Glaskästen, auch, damit man sie nicht stehlen kann.<eop>Wenn heutzutage jemand Geschichte, Kunst oder die Natur mag, braucht der noch ein Museum? Es gibt Bücher, Filme und das Internet. Trotzdem finden es viele Besucher immer noch schön, besondere Sachen selbst zu sehen, nicht nur auf einem Foto. Und oft ist auch das Haus beeindruckend, in dem das Museum ist. Das kann ein besonders großes Gebäude sein, etwa ein altes Schloss, oder auch ein Museumsschiff.<eop>Andere Leute meinen aber, dass das Angucken nicht ausreicht: Sie wollen etwas erleben. Darum zeigen manche Museen nicht einfach nur alte Sachen, sondern richten ein Zimmer so ein, wie es vor hundert oder tausend Jahren ausgesehen haben könnte. In einem Museumsdorf sieht man um sich herum und sieht überall alte Häuser und verkleidete Leute. Dann kann man sich leichter vorstellen, wie die Welt früher ausgesehen hat.<eop>Manche Museen denken sich eine Menge aus, auch für Kinder. Einige sind sogar nur für Kinder da. Die Besucher dürfen dort alles anfassen, um etwas Neues zu begreifen. Sie können auch spielen oder sich wie jemand von früher verkleiden.<eop>"}, {"title": "Musical", "id": 609, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Musical", "text": "Ein Musical, sprich Mjusi-Käll, ist ein Theaterstück mit Musik und Tanz. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet einfach nur „musikalisch“. Ursprünglich sprach man von einem „musical play“, einem musikalischen Theaterstück.<eop>Musicals gibt es auf der ganzen Welt. Manche Stücke werden nur eine kurze Zeit lang gespielt. Andere werden sehr bekannt und laufen viele Jahre. Für manche Musicals hat man ein eigenes Gebäude, in dem nur dieses Musical läuft: Beispiele sind „Das Phantom der Oper“ in Hamburg und „Starlight Express“ in Bochum. <eop>Einen Rekord hält das Musical „The Fantasticks“: Ab dem Jahr 1960 hat man es 42 Jahre lang gespielt. Dort am Broadway, in New York, gab es davon über 17.000 Aufführungen. Außer New York ist vor allem London eine Stadt mit vielen bekannten Musicals.<eop> Woher kommt das Musical? Theaterstücke mit Musik, Gesang und Tanz hat es schon immer gegeben. Lange Zeit war die Oper die berühmteste Art solcher Stücke. Eine kleinere, leichtere Form war die Operette um das Jahr 1900. Andere Ausdrücke sind Singspiel und Musiktheater.<eop>Es ist schwierig zu sagen, was genau ein Musical ist und was eine andere Art von Musiktheater. Musicals sind meist flotter und fröhlicher als eine Oper, sie können aber auch von etwas sehr Traurigem handeln. Im Musical hört man heutige Musikrichtungen, wie man sie sonst zum Beispiel aus dem Radio und Fernsehen kennt: Jazz, Pop, Rock und anderes.<eop>Die erste große Zeit der Musicals begann in den Jahren nach 1920. Vor allem in New York spielte man solche Stücke. Aber auch um das Jahr 1970 wurden wieder viele neue Musicals geschrieben. Sie verwenden meist Pop-Musik und sollen möglichst viele Leute begeistern.<eop> Was für Musicals gibt es? Das „klassische“ Musical stammt etwa aus der Zeit um 1940. Man spielte Jazz und Swing, das Theaterstück war oft lustig und gewagt. Meist ging es um die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau. Ein Beispiel ist „Kiss me Kate“ von Cole Porter. Darin streiten sich zwei Paare, die als Schauspieler ein Stück von William Shakespeare aufführen sollen.<eop>Manche Musicals von damals handelten von sehr ernsten Dingen. Die West Side Story aus dem Jahr 1957 zeigt die Liebe zwischen Tony und Maria in New York. Maria stammt aus dem armen Puerto Rico. Die Jugendlichen aus New York und die jungen Einwanderer aus Puerto Rico bekämpfen einander. <eop>Der Komponist Leonard Bernstein hat in der „West Side Story“ verschiedene Musikrichtungen vereint: Musik aus seiner eigenen Zeit, aber auch Jazz und Opern-Musik. So ein Musical gilt als ernsthafte, bedeutende Musik. Die Lieder sind zum Teil schwierig, so dass man sie nicht leicht mitsingen kann.<eop>Der Komponist Andrew Lloyd Webber hingegen hat Musicals mit Pop-Musik geschrieben. Manchmal geht es in seinen Stücken durchaus um wichtige Themen und Menschen, wie „Jesus Christ Superstar“. Aber die Musik ist leicht und eingängig und zieht deshalb viele Besucher an. Manche Leute finden, dass sich die Musicals von Webber und anderen Komponisten ziemlich ähnlich anhören.<eop>Es gibt aber auch richtige Rock-Opern wie „Tommy“ und die „Rocky Horror Picture Show“. Sie wollen nicht so brav und gewöhnlich sein. Andere Musicals wiederum sind für Kinder gemacht, wie „Tabaluga und Lilli“ von Peter Maffay.<eop> Was braucht es für ein Musical? Wer ein Musical zeigen will, braucht dafür mehr als für ein normales Theaterstück. Die Musik wird normalerweise live gespielt, vor Ort während des Stücks. Das macht ein Orchester oder eine andere, größere Musikgruppe.<eop>Die Schauspieler im Musical müssen schauspielern können, aber auch singen und tanzen. Wer zum Beispiel nicht tanzen kann, hat nur wenig Chancen, eine Rolle zu bekommen. Eine Ausnahme sind bekannte Sänger und Schauspieler, die eine Hauptrolle bekommen, weil sie viele Besucher anziehen. Für manche Hauptrollen ist es am wichtigsten, dass der Schauspieler eine Figur glaubwürdig spielen kann.<eop>Die Zuschauer wollen aber noch viel mehr geboten bekommen. Das Theaterstück soll an einem besonderen, fremdartigen Ort spielen, wie einem Dschungel oder einem Schloss. Das Bühnenbild ist aufwendig und teuer. Dasselbe gilt für die Kostüme. Beim Musical arbeiten auch Maskenbildner, die für die Schminke sorgen, und viele andere Mitarbeiter.<eop>Wenn ein Musical weniger als acht Leute auf der Bühne zeigt, nennt man es noch klein. Bei großen Musicals hingegen sind es bis zu dreißig, vierzig Schauspieler. Große Musicals spielen in großen Sälen mit vielen Sitzplätzen: Man braucht viele Zuschauer, die Eintritt zahlen. Erst dann kann der Besitzer des Musical-Theaters sich den ganzen Aufwand leisten.<eop> "}, {"title": "Musik", "id": 610, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Musik", "text": "Musik ist eine Kunst aus Tönen. Die Töne können Gesang sein oder mit Instrumenten erzeugt werden. Man kann zum Beispiel mit einem Klavier, einer Gitarre, einem Schlagzeug oder mit einem Computer Musik machen. Es gibt Tausende von Musikinstrumenten. <eop>Auch der eigene Körper ist ein Instrument, zum Beispiel wenn man singt, in die Hände klatscht, mit den Fingern schnippt oder mit dem Mund pfeift und andere Geräusche von sich gibt. Leute, die Musik machen, heißen Musiker. Einige von ihnen verdienen auch Geld damit.<eop>Musik wird wie die Sprache vom Instrument zum Ohr mit Schallwellen übertragen. Diese Schallwellen sind unsichtbare Schwingungen der Luft, die von unserem Gehör als Töne wahrgenommen werden. <eop>Schon im alten Ägypten fingen die Menschen an, sich eine Schrift für die Musik auszudenken. Wir sprechen heute von Musiknoten. Wenn mit Hilfe dieser Noten die Melodie aufgeschrieben wird, geht sie nicht verloren. Das Erfinden von Melodien nennt man komponieren.<eop>Seit es Computer mit Musikprogrammen gibt, kann jeder Musik machen. Früher musste man lange üben, bis man ein Instrument beherrschte. Heute setzt man mit dem Computer Musik aus Bausteinen zusammen, zum Beispiel aus Rhythmen, die sich wiederholen. Die meiste Pop- und Rockmusik, die heute in Clubs oder im Radio gespielt wird, besteht aus vielen Wiederholungen solcher Bausteine. <eop> Gibt es gute und schlechte Musik? Welche Musikstücke und welche Musiker jemand besonders mag, ist sehr unterschiedlich. Das nennt man Musikgeschmack. Niemand kann einem anderen einen Musikgeschmack vorschreiben, also was gute oder schlechte Musik ist. <eop>Musik gibt es in den unterschiedlichsten Arten. Was man gerne hört, kann auch vom Land oder von der Kultur abhängen. So findet man in Europa eine bestimmte Reihenfolge von Tönen normal, in anderen Kulturen mag man andere. Was gefällt hängt auch sehr davon ab, was jemand als Kind oder Jugendlicher schon gehört hat. Dadurch findet mit der Zeit auch eine Veränderung des Musikgeschmacks statt. Junge Menschen wollen anders sein als ihre Eltern und andere Erwachsene. Die Musik bietet hierzu die Möglichkeit, in dem neue Musikformen ausprobiert werden. Das hatte zu seiner Zeit auch der Komponist Johann Sebastian Bach gemacht. <eop>Einige Musiker und Musikstücke sind schon seit sehr langer Zeit beliebt und werden immer noch gern gespielt. Beispiele sind Musikstücke von Johann Sebastian Bach, den Beatles und Michael Jackson. Solche Musikstücke nennt man „Klassiker“.   "}, {"title": "Musikinstrument", "id": 611, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Musikinstrument", "text": "Ein Musikinstrument ist ein Gerät, mit dem man Musik machen kann. Musik entsteht aus Schwingungen in der Luft, die an unsere Ohren dringen. In unserem Gehirn werden sie zu Musik zusammengesetzt. Die Schwingungen entstehen im Musikinstrument: Bei den Saiteninstrumenten durch eine Saite, beim Saxophon durch ein dünnes Holzplättchen, bei der Trompete durch die Lippen des Spielers und so weiter. Alle Musikinstrumente haben einen Klangkörper. Dies ist ein Hohlraum, in dem die Luft schwingt. Erst anschließend breitet sie sich im Außenraum aus.<eop>Einige Instrumente sind schon so alt, dass man nicht weiß, wann sie erfunden wurden. Einfache Flöten aus Knochen gab es schon in der Steinzeit, denn solche hat man gefunden. Dann kamen laufend weitere Instrumente aus den verschiedensten Materialien hinzu.<eop>Ein neues Musikinstrument ist das Saxophon: Es wurde im 19. Jahrhundert von Adolph Sax erfunden. Mit neuen Instrumenten konnte man neue Töne spielen. Die Komponisten, die sich neue Musikstücke ausdachten, haben dann neue Vorschläge an die Bauer von Instrumenten herangetragen. Noch neuer sind die Instrumente, die mit Elektrizität arbeiten, zum Beispiel das Keyboard.<eop>Weil es so viele verschiedene Musikinstrumente gibt, teilt man sie in Gruppen ein. Am einfachsten teilt man sie danach ein, wie der Spieler sie benutzt. Bei der anderen Art der Einteilung geht es darum, auf welche Weise das Instrument den Klang erzeugt.<eop>Wie teilt man die Instrumente nach der Benutzung durch den Spieler ein? Eine erste Gruppe bilden die Blasinstrumente. Da wird also Luft in etwas hinein geblasen. Dadurch bringt man das Instrument zum Schwingen, genauer gesagt die Luft in einem Hohlkörper darin. Es gibt Holzblasinstrumente und Blechblasinstrumente. Bekannte Blasinstrumente sind die Flöte und die Trompete. <eop>Eine weitere Gruppe bilden die Streichinstrumente. Sie haben Saiten, also lange Fäden aus Metalldraht. Man erzeugt die Töne, indem man mit einem Bogen darüberstreicht. Der Bogen hat eine Sehne zum Beispiel aus den Haaren von Pferden. Das bekannteste Streichinstrument ist die Geige.<eop>Eine dritte Gruppe bilden die Zupfinstrumente. Die haben zwar auch Saiten, über sie wird aber nicht gestrichen. Stattdessen zupft man an ihnen. Am bekanntesten ist wohl die Gitarre. Aber auch die Harfe oder die Mandoline gehört zu den Zupfinstrumenten. Ein besonderes Zupfinstrument im Altertum war die Lyra. Sie sah aus wie eine Harfe, war aber kleiner und konnte daher in die Hand genommen werden. Die Lyra spielte man gerne, während man Gedichte vortrug. Von ihr stammt das Fremdwort Lyrik für die Dichtkunst. Bis heute ist die Lyra ein Symbol für die Musik und Dichtung.<eop>Eine vierte Gruppe bilden die Tasteninstrumente. Sie sind bekannt durch die Tastenreihe mit vielen weißen und wenigen schwarzen Tasten. Wer ein Tasteninstrument bedient, kommt mit dem Mund oder den Fingern nicht an dasjenige heran, das den Klang erzeugt. Das bekannteste Tasteninstrument ist sicherlich das Klavier. Aber auch das Akkordeon oder die Orgel gehören zu den Tasteninstrumenten. Der Ton wird aber bei jedem der drei auf eine ganz andere Art erzeugt.<eop>Die fünfte Gruppe bilden schließlich die Schlaginstrumente. Dabei schlägt man mit den Händen oder mit Stöcken auf ein Fell wie bei der Trommel oder der Pauke. Beim Schlagzeug gibt es auch noch eine Art Teller aus dem Metall Messing, auf die man schlagen kann.<eop>Wie teilt man die Musikinstrumente nach der Klangerzeugung ein? Komplizierter wird es, wenn man sich überlegt, wie denn der Klang erzeugt wird. Auch danach kann man die Instrumente einteilen. Es gibt auch hier fünf Hauptgruppen:<eop>Die Selbstklinger nennt man in der Fachsprache Idiophone. Sie bestehen nur aus einem einzigen Teil, das man anschlägt. Das beste Beispiel ist die Glocke. Auch der Gong und der Triangel gehören dazu, ebenfalls die Stahlpfanne oder Stahltrommel, die auf Englisch Steel Pan oder Steel Drum heißt. Auch das Xylophon und viele andere gehören zu dieser Gruppe. <eop>Die Fellklinger nennt man in der Fachsprache Membranophone. Eine Membran ist eine sehr dünne Schicht, hier eben ein Fell, also eine Tierhaut. Es kann aber auch ein Pergament sein oder eine Folie aus Kunststoff. Das Fell muss man über eine Art Rahmen spannen. Das Instrument besteht also aus mindestens zwei Teilen. Alle Arten von Trommeln oder Pauken gehören zu dieser Gruppe. <eop>Die Saitenklinger oder Saiteninstrumente nennt man in der Fachsprache Chordaphone. Hier gerät also eine Saite in Schwingung, die dann einen Hohlkörper und dann die Luft in Schwingung versetzt. Die Saitenklinger teilt man in drei Untergruppen ein: Zu den Streichinstrumenten zählt die Geige. Zu den Zupfinstrumenten gehört die Gitarre. Auch einige Tasteninstrumente wie das Klavier oder das Spinett bilden eine Untergruppe.<eop>Die Luftklinger nennt man in der Fachsprache Aerophone. Hier wird also Luft in Schwingung versetzt. Eine Untergruppe davon bilden die Blasinstrumente wie die Flöte oder die Trompete und viele andere. Eine zweite Untergruppe spielt man mit Tasten, zum Beispiel die Kirchenorgel oder das Akkordeon.<eop>Die fünfte Hauptgruppe bilden die Elektrophone. Das sind die Musikinstrumente, die ihre Töne nur mit Hilfe von Elektrizität erzeugen können. Dazu gehören verschiedene elektronische Orgeln, das Digitalpiano oder auch Computer, sofern sie mit einem entsprechenden Programm ausgerüstet sind.<eop><eop>"}, {"title": "Musikrichtung", "id": 612, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Musikrichtung", "text": " Musikrichtung nennt man eine bestimmte Art, Musik zu machen. Durch das Benennen von Musikrichtungen kann man Musik zum Beispiel von Johann Sebastian Bach von der Musik der Beatles unterscheiden. <eop>Die ältesten Musikrichtungen sind Volksmusik und Kirchenmusik. Volksmusik sind Lieder, die schon sehr alt sind und immer von Eltern an ihre Kinder weitergegeben wurden. Man kennt zwar bis heute den Text und die Musik der Lieder, aber es gibt keine Vorgabe, mit welchen Musikinstrumenten man Volksmusik spielt. Manche Künstler heute spielen Volkslieder und Kinderlieder mit modernen Musikinstrumenten, um sie wieder beliebt zu machen. <eop> Was gibt es für Musikrichtungen? <eop>Musikrichtungen unterscheiden sich häufig schon darin, welche Musikinstrumente angewendet werden. Die Musik von Johann Sebastian Bach zum Beispiel wird meistens von einem Orchester mit Geigen, Violoncellos, Flöten, Trompeten und vielem mehr gespielt. Diese Musikrichtung nennt man Klassische Musik. Die klassische Musik ist eine sehr alte Musikrichtung und man zählt heute viel dazu, nämlich alle Arten von Orchestermusik aus dem 16. Jahrhundert bis heute. Weil dieser Zeitraum so groß ist, hat sich die Musik natürlich immer geändert, so klingt klassische Musik aus dem 16. Jahrhundert anders als klassische Musik von heute.<eop>Es gibt sehr, sehr viele Musikrichtungen auf der Welt. Das liegt daran, dass jede Kultur ihre eigene Art hat, Musik zu machen. Auch werden ganz verschiedene Instrumente genutzt. So wurde in Afrika andere Musik gespielt als in Europa. Als die verschiedenen Kulturen aufeinander trafen, vermischten sich die jeweiligen Musikrichtungen und entwickelten sich weiter.<eop>So hatten zum Beispiel die dunkelhäutigen Sklaven in den USA ihre Musikrichtung, die man Blues nannte, die weißen Siedler aber die Country-Musik. Bald aber begannen auch weiße Menschen, Blues zu spielen. Aus einer Mischung von Blues und Country entwickelte sich dann nach und nach die Rockmusik und später die Popmusik. <eop>Blues, Country, Rock und auch Pop werden meistens nicht von ganzen Orchestern gespielt, sondern von kleineren Gruppen von Menschen. Bei all diesen Musikrichtungen ist die Gitarre wichtig, die bei klassischer Musik keine Rolle spielt. Beim Blues gab es häufig noch Trompeten oder Saxophone, beim Rock wird das Schlagzeug wichtig und bei Popmusik gibt es auch häufig ein Klavier. <eop>Auch Rock- und Popmusik wurde noch weiterentwickelt. So entstand aus der Rockmusik der Beat, später der Punk, oder die Metal-Musik. Alle diese Musikrichtungen sind zu einer bestimmten Zeit von jungen Leuten gespielt worden, die mit ihrer neuen Musikrichtung ausdrücken wollten, dass sie anders sein wollen als die Alten. Seit es Computer gibt, gibt es auch mit dem Computer hergestellte Musik, die man Techno- oder Elektromusik nennt. "}, {"title": "Muskel", "id": 613, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Muskel", "text": "Die Muskeln sind ein Teil im Körper von uns Menschen und von vielen Tieren. Muskeln funktionieren alle ähnlich: Sie ziehen sich zusammen und entspannen sich. Meist denken wir zuerst an unsere Muskeln an Armen und Beinen. Aber auch unser Herz ist ein Muskel, und zwar ein ganz besonderer. Alle oder mehrere Muskeln zusammen nennt man die Muskulatur.<eop>Man unterscheidet drei Arten von Muskeln: Mit den Skelettmuskeln bewegen wir unser Skelett, also unsere Knochen und somit den ganzen Körper. Wir können sie mit dem Gehirn steuern. Sie tun also, was wir wollen. Die Verbindung vom Gehirn zu den Muskeln geht über sehr viele Nerven. Das kann man sich wie viele Telefonleitungen nebeneinander vorstellen.<eop>Eine zweite Art von Muskeln haben wir zum Beispiel rund um den Darm. Sie bewegen den Darm so, dass der Nahrungsbrei langsam vorwärts wandert. Auch um die Adern haben wir solche Muskeln, weil das Herz allein als Pumpe nicht ausreicht. Diese Muskeln können wir nicht mit unserem Bewusstsein steuern. Das erledigen die Nerven unabhängig davon.<eop>Eine dritte Art von Muskel ist der Herzmuskel. Er gleicht zwar in vielem den Skelettmuskeln, wir können ihn aber nicht bewusst steuern. Der Herzmuskel arbeitet schneller, wenn wir uns zum Beispiel beim Sport anstrengen. Aber auch aus Angst oder Nervosität beginnt er manchmal zu rasen. Der Herzmuskel kann keinen Krampf kriegen, auch wenn er sich noch so stark und lange anstrengen muss.<eop>Was weiß man über die Skelettmuskeln? mini|Jeder Muskel mündet in Sehnen, die am Skelett, also an den Knochen festgemacht sind. Hier sind in Rot die Armbeuger eingezeichnet, die Bizeps. Der Körper eines frisch geborenen Babys besteht etwa zu einem Fünftel aus Muskeln. Bei einer erwachsenen Frau beträgt der Anteil etwa ein Drittel. Bei einem erwachsenen Mann ist es etwas mehr.<eop>Die Skelettmuskeln bestehen in der Mitte aus Muskelgewebe. Gegen die Enden hin werden sie dünner und münden in eine Sehne. Die Sehnen sind am Skelett angewachsen, also an einem Knochen. Das ist so ähnlich wie wenn viele Menschen an einem Seil ziehen, an dem ein Auto befestigt ist.<eop>Die Anzahl der Muskeln ist bei allen Menschen gleich. Wie dick und wie stark die Muskeln sind, hängt aber vom Training ab. Ohne Training erschlaffen die Muskeln und bilden sich sogar zurück. Die Art des Trainings spielt eine große Rolle: Gewichtheben, Hammerwerfen und ähnliche Sportarten brauchen dicke Muskeln, die aber nicht immer ganz so hart sind. Das Gegenteil sind die Marathonläufer: Sie sind sehr schlank und deshalb auch leicht. Ihre Muskeln sind eher dünn aber dafür sehr zäh und werden steinhart. Schon ein Hundert-Meter-Läufer ist deutlich breiter und muskulöser gebaut.<eop>Damit Muskeln stark und ausdauernd werden, muss man sie also trainieren. Dadurch trainiert sich auch das Herz und der Blutkreislauf mit. Damit sind auch die Muskeln um die Adern sowie die Atmung gemeint. Die kann man anders nicht trainieren.<eop>Wie arbeiten Muskeln? Muskeln können nur ziehen, aber nicht stoßen. Sie ziehen sich also bei Anstrengung zusammen und lassen dann wieder los. Jungs und Männer zeigen gerne ihre Muskeln an der Vorderseite des Oberarms. Wenn man sie anspannt, treten sie hervor. Dieser Muskel heißt Bizeps. „Bi“ bedeutet „zwei“, „Zeps“ bedeutet „Muskel“. Dieser Muskel hat zwei Teile und oben zwei Sehnen. Daher hat er seinen Namen. Auf Deutsch heißt er „Armbeuger“. Das kann er nämlich, und nichts anderes.<eop>Hinten an Oberarm sitzt also sein Gegenspieler, der Armstrecker. Er heißt „Trizeps“, weil er aus drei Teilen besteht. Er streckt den Unterarm und tut somit genau das Gegenteil des Armbeugers.<eop>Auf dem Prinzip „Muskel-und-Gegenspieler“ ist unser ganzer Körper aufgebaut. Die Muskeln können ja eben nicht stoßen, sondern nur ziehen. Muskel und Gegenspieler haben wir deshalb an Armen, Beinen und überhaupt am ganzen Körper. In der Fachsprache heißen die beiden Agonist und Antagonist.<eop>Nun stellt sich noch die Frage, wie wir uns denn strecken können, wenn wir zum Beispiel einen Apfel von einem Ast pflücken wollen. Tatsächlich können unsere Muskeln so zusammenarbeiten, dass aus vielen Muskeln, von denen jeder einzelne sich zusammenzieht, gemeinsam eine Streckbewegung entsteht. Aber das ist dann schon eine sehr schwierige Sache.<eop>"}, {"title": "Mädchen", "id": 614, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mädchen", "text": "Ein Mädchen ist ein weibliches Kind oder eine Jugendliche. Das Wort Mädchen ist eigentlich die Verkleinerung von „Magd“. Das war früher eine Dienerin oder allgemein eine junge Frau, die noch nicht verheiratet war. <eop>Mit Beginn der Geschlechtsreife wird ein Mädchen körperlich zur Frau. Dies wird dadurch möglich, dass der Körper eine Eizelle heranreifen lässt. Falls diese Eizelle durch einen Geschlechtsverkehr befruchtet wird, entwickelt sich daraus ein Kind. Die meisten Mädchen spüren den ersten Eisprung nicht. Deshalb gilt die darauf folgende Regelblutung als Zeichen dafür, dass aus dem Mädchen eine Frau geworden ist.<eop>Heute haben Mädchen in vielen Ländern wie zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz dieselben Rechte wie Jungen. Früher hingegen durften Mädchen viel weniger. Sie gingen deswegen zum Beispiel nicht so lange zur Schule und sehr selten zur Universität. Viele konnten keinen Beruf erlernen. Außerdem mussten Mädchen Kleider oder Röcke tragen und keine Hosen. Heute sind die Mädchen viel freier als früher. Sie machen auch öfter Abitur als die Jungen.<eop>Ein Mädchenname ist ein Vorname für ein Mädchen. Allerdings kennt man das Wort „Mädchenname“ auch für etwas anderes: Wenn eine Frau heiratet, kann sie auch den Nachnamen ihres Ehemannes annehmen. Der Mädchenname ist dann der alte Nachname, den sie als Mädchen hatte. Der eigentliche Ausdruck ist heutzutage Geburtsname.<eop>"}, {"title": "Märchen", "id": 615, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Märchen", "text": "Ein Märchen ist eine kurze Geschichte, eine Erzählung. Viele Märchen handeln von Menschen oder Tieren, die ein Abenteuer erleben. Dazu gehören auch Zauberei und Übernatürliches: Es passieren Dinge, die es im richtigen Leben nicht gibt. Manchmal treten Fabelwesen auf.<eop>Oft hat ein Märchen einen bestimmten Gedanken in sich. Das kann auch eine Lehre am Ende, die man liest. So sollen die Leser zum Beispiel Mut bekommen und nicht aufgeben, wenn es schwierig wird im Leben.<eop> Wer hat sich die Märchen ausgedacht? Bei manchen Märchen weiß man genau, wer sie geschrieben hat. Hans Christian Andersen war etwa ein bekannter Schriftsteller aus Dänemark. Von ihm stammen Märchen wie „Die kleine Meerjungfrau‟. Die Schriftsteller haben sich das Märchen gründlich ausgedacht und sich dabei vorgestellt, wie ein Märchen aussehen soll. Man nennt solche Märchen Kunstmärchen.<eop>Andere Märchen heißen Volksmärchen. Früher glaubte man, dass das Volk selbst sich diese Märchen ausgedacht hat. Heute sagt man genauer, dass diese Märchen immer wieder neu erzählt worden sind. Wer das gemacht hat, und wie sich die Märchen verändert haben, weiß man nicht. Die Brüder Grimm zum Beispiel haben geglaubt, alte Märchen aus dem deutschen Volk aufzuschreiben. Später fand man heraus, dass manche dieser Märchen tatsächlich aus Frankreich kamen und dort schon in Büchern standen.<eop> Sind Märchen für Kinder da? Märchen sind oft einfach, damit alle Leute sie gut verstehen können. Sie waren aber nicht nur für Kinder gedacht. Über manche Märchen sagt man sogar, dass sie für Kinder eigentlich zu grausam sind: So werden Hexen verbrannt, wie bei Hänsel und Gretel. Manche Leute möchten deshalb nicht, dass Kinder Märchen lesen. Zumindest sollen die Märchen so geändert werden, dass Kinder keine zu große Angst bekommen. <eop>Andere Leute hingegen sagen: Zu einem Märchen gehört, dass die Zuhörer sich manchmal auch fürchten. Ansonsten wäre das Märchen auch nicht so spannend. Die Figuren im Märchen müssen richtig in Gefahr sein, und die Bösen werden hart bestraft. Wichtig ist es aber, dass ein Märchen gut ausgeht. <eop> "}, {"title": "Märzrevolution", "id": 616, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Märzrevolution", "text": "Die Märzrevolution fand in Deutschland in den Jahren 1848 und 1849 statt. Menschen in verschiedenen Teilen Deutschlands waren unzufrieden, wie sie lebten. So kam es zu mehreren Aufständen gegen die deutschen Staaten.<eop>Begonnen hatten die Unruhen in Europa in Frankreich: Dort haben im Februar 1848 die Menschen den König abgesetzt. Nach Deutschland kam die Welle des Aufstandes im März. Daher kommt der Ausdruck „Märzrevolution“. Eine Revolution bedeutet soviel wie eine große Veränderung. Im Frühling gab es sogar richtige Kämpfe zwischen Soldaten der Demokraten einerseits und den deutschen Staaten andererseits.<eop>Damals gab es noch keinen Staat Deutschland, sondern nur den Deutschen Bund. Das war ein Verein von deutschen Staaten wie Österreich, Preußen und Bayern. Den gemeinsamen deutschen Staat, ein Deutsches Reich, wollten viele Leute damals errichten.<eop>In den deutschen Staaten hatten aber Fürsten noch viel Macht, wie der Kaiser von Österreich und der König von Preußen. Beide wollten, dass sich möglichst wenig ändert. Schließlich haben sie die Revolution bekämpft und die Anhänger der Revolution bekämpft, vor allem die Demokraten.<eop> Was wollten die Deutschen in der Märzrevolution? Viele Menschen in Deutschland waren unzufrieden – aus verschiedenen Gründen. In den Jahren davor gab es viel Armut, unter anderem, weil die Ernte schlecht war. Andere Leute wollten, dass der Adel nicht mehr so viel bestimmen durfte. Außerdem wollten manche Leute freier leben, zum Beispiel sagen und schreiben dürfen, was sie meinten: Meinungsfreiheit.<eop>Nicht zuletzt waren Menschen mit dem Deutschen Bund unzufrieden. Sie hatten Angst, dass der Deutsche Bund im Falle eines Krieges Deutschland nicht gut genug beschützen könnte. Außerdem wollten sie einen modernen Staat Deutschland, der dafür sorgt, dass in ganz Deutschland dieselben Gesetze, Maße und Gewichte gelten.<eop>Die Staaten im Deutschen Bund waren erschrocken über die vielen Menschen, die auf die Straße gingen und demonstrierten. Sie ließen deshalb das Volk ein Parlament wählen, die Deutsche Nationalversammlung. Sie traf sich seit dem Mai 1848, erließ Gesetze, schuf eine deutsche Flotte und setzte eine deutsche Regierung ein.<eop>Außerdem hatte die Nationalversammlung einen besonderen Auftrag erhalten: Sie sollte sich eine Verfassung für einen gemeinsamen deutschen Staat ausdenken. In der Verfassung sollten die wichtigsten Regeln festgeschrieben sein. Am 28. März 1849 war die Verfassung fertig. Die Nationalversammlung wählte außerdem den preußischen König zum deutschen Kaiser.<eop> Wie endete die Revolution? Der preußische König, Friedrich Wilhelm der Vierte, wollte aber nicht Kaiser werden. Jedenfalls wollte er die Krone nicht von einer Nationalversammlung erhalten, sondern von den anderen Fürsten. Er bekämpfte die Nationalversammlung und schickte Soldaten gegen Aufständische. Die letzten Demokraten mussten sich im Juli 1849 ergeben. In Österreich dauerte es noch länger, bis der österreichische Kaiser wieder im ganzen Land herrschen konnte.<eop>Damit war die Frage aber noch nicht beantwortet, was aus Deutschland werden sollte. Der preußische König versuchte jetzt, auf eigene Faust Deutschland zu einigen. Aber auch ihm gelang es nicht: Die Könige der größeren Staaten, allen voran Bayern, hatten kein Interesse. Sie wollten ihre Unabhängigkeit nicht verlieren.<eop>Auch Österreich war dagegen, dass Preußen ein neues Deutschland erschuf. Denn Österreich mit seinen vielen Völkern und Ländern wäre nicht dabei gewesen. Viel lieber wollte Österreich, dass es den Deutschen Bund wieder gab. Weil Russland Österreich unterstützte, ist es auch so gekommen: Seit dem Jahr 1851 funktionierte wieder der alte Deutsche Bund, so gut wie unverändert.<eop> Was blieb von der Revolution übrig? Viele Deutsche denken heute traurig über die Zeit der Märzrevolution nach. Obwohl so viele Leute für die Revolution waren, hat sich nichts verbessert. Die Revolutionäre und die Nationalversammlung haben versagt, wohl, weil sie nicht hart genug für ihre Ideen gekämpft haben.<eop>Die Forscher sind da aber oft anderer Meinung. Sie finden, dass die Revolutionäre vielleicht nicht alles richtig gemacht haben. Aber die Lage Deutschlands damals war nun einmal sehr verwickelt: Es gab Adlige, reiche Bürger, arme Bürger und Arbeiter. Manche Deutschen waren katholisch, andere protestantisch. Österreich und Preußen waren gegen die Revolution, gönnten aber auch einander nicht, dass sie stärker wurden. Einige wollten ein Deutschland mit einem starken Kaiser, andere wollten, dass Deutschland eine Republik wurde.<eop>Die Revolution wurde zwar niedergeschlagen. Die deutschen Staaten machten die Veränderungen wieder rückgängig. Aber das heißt nicht, dass sich gar nichts verändert hätte. In Preußen zum Beispiel gab es erst seit der Revolution eine eigene Verfassung für ganz Preußen. Einige besondere Rechte für Adlige waren abgeschafft worden. <eop>In der Zeit der Revolution hatten die Deutschen viel erlebt: freie Wahlen für eine Nationalversammlung und andere Parlamente. Zeitungen, in denen man frei seine Meinung sagen dürfte. Freie Vereine und auch Parteien. Daran erinnerten sich die Deutschen noch lange Zeit. Diese Erinnerung konnte kein Fürst ungeschehen machen. Zwanzig Jahre gab es schließlich ein Deutsches Kaiserreich, auch wenn es nicht ganz so aussah, wie man es sich erhofft hatte.<eop> "}, {"title": "Mäuse", "id": 617, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mäuse", "text": "Mäuse sind kleine Nagetiere. Wer von einer Maus spricht, meint meistens die Hausmaus. Es gibt nämlich fast 40 verschiedene Arten von Mäusen. Ursprünglich lebten Mäuse in Europa, Afrika und in Teilen von Asien. Der Mensch hat sie aber auch nach Amerika, Australien und auf viele Inseln verschleppt.<eop>Mäuse sind klein, nur etwa fünf bis zwölf Zentimeter lang. Der Schwanz ist fast nochmals so lang. Mäuse sind zwischen zwölf und 35 Gramm schwer. Es braucht also je nach Art drei bis acht Mäuse, um eine Tafel Schokolade aufzuwiegen. Mäuse haben ein graues bis braunes Fell. Das tarnt sie gut in der Natur.<eop>Wie leben Mäuse? Mäuse leben in Wäldern, auf Weiden, in der Savanne und sogar an felsigen Orten. Viele Mäuse leben aber gerne in der Nähe von Menschen. Mäuse fressen meistens Pflanzen, am liebsten Samen. Selten fressen sie auch Insekten oder andere kleine Tiere. Auf den Feldern der Bauern und in den Gärten fressen sie fast alles, was sie finden. In den Häusern fressen sie sogar gekochte Nahrung, wenn sie rankommen. <eop>Mäuse werden aber auch selber gefressen, am meisten von Katzen, Füchsen, Greifvögeln oder Schlangen. Vor allem früher hielten sich viele Menschen Katzen als Haustiere, damit diese die Mäuse fraßen. Viele Menschen stellen auch Mausefallen auf oder streuen Gift.<eop>In der Wildnis schlafen Mäuse meist am Tag. In der Dämmerung und in der Nacht sind sie wach. Je näher Mäuse bei Menschen leben, desto eher wechseln sie aber auch den Tagesrhythmus. Nur die wenigsten Mäuse machen einen richtigen Winterschlaf. Manche werden einfach während einer gewissen Zeit starr und sparen so Energie. <eop>Die Weibchen der Hausmäuse können mehrmals im Jahr Junge im Bauch tragen. Eine Schwangerschaft dauert drei Wochen. Eine Mutter bekommt immer mehrere Junge auf einmal.<eop>Bei der Geburt wiegt ein Mäuschen weniger als ein Gramm. Es ist nackt, blind und taub. Drei Wochen lang trinkt es Milch von der Mutter. Die Jungen trinken Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Sie werden von der Mutter gesäugt. Deshalb gehören die Mäuse zu den Säugetieren. Im Alter von sechs Wochen kann eine junge Maus bereits schwanger werden. Mäuse können sich also sehr schnell vermehren.<eop><eop>"}, {"title": "Mönch", "id": 618, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mönch", "text": "Mönche sind Männer, für die der Glaube sehr wichtig ist. Sie leben meistens zusammen mit anderen Mönchen in einem Kloster. Ihr Leben ist sehr stark auf Gott ausgerichtet. Jeder Mönch legt beim Eintritt ins Kloster ein Versprechen ab. Dieses Gelübde umfasst drei Teile: Ein Mönch verspricht, seinem Abt zu gehorchen. Das ist der Chef des Klosters. Ein Mönch verzichtet auf eigenen Besitz. Alles, was er hat, gibt er beim Eintritt dem Kloster ab. Als drittes bleibt er ledig. Er hat keine Ehefrau, weil nur Gott für ihn wichtig ist.<eop>Mönche gibt es in verschiedenen Religionen, wie der Katholischen und in der orthodoxen Kirche. Sie haben verschiedene Gründer. Alle Mönche, die auf denselben Gründer zurückgehen, bilden einen Orden. Sie heißen deshalb auch Ordensbrüder. Ihre Regeln sind genau dieselben.<eop>Alle Mönche desselben Ordens tragen eine einheitliche Kleidung. Das ist so etwas wie ein langer Mantel aus einem Stück Stoff, die Kutte. Die meisten Mönchskutten sind dunkelbraun, selten sind sie schwarz. Die Kutten der katholischen Mönche haben eine Kapuze, die sie bei kaltem Wetter über den Kopf ziehen können. <eop>Die orthodoxen Mönche tragen einen Schleier wie die Nonnen. In der Kirche muss aber der Kopf der Mönche unbedeckt bleiben. Um den Bauch binden sich die Mönche einen einfachen Strick anstelle eines Gürtels. Meist ist er weiß. <eop>Besonders bei einigen Orden ist die Tonsur. Das Wort kommt aus dem Latein und bedeutet: scheren. Dabei wird die Mitte des Kopfes kahlgeschoren, so dass nur noch rundherum ein Haarkranz stehen bleibt.<eop>Wie wird ein Mann zum Mönch? Wenn ein Mann in ein Kloster eintritt, wird er nicht gleich Mönch, sondern Novize, ein „Neuling“. Er lebt also in einer Probezeit, die ein bis zwei Jahre dauert. Während dieser Zeit lernt er die Bibel besser kennen. Er lernt auch die Geschichte ihrer Gemeinschaft und deren Regeln kennen. Er übt sich im Gebet, im Gottesdienst, im Schweigen und im Fasten und hat vielleicht sogar Unterricht in einer fremden Sprache. Wichtig sind vor allem Latein, Griechisch und Hebräisch. Dies sind die Sprachen der Bibel. <eop>Der Novize schließt seine Probezeit mit einem Fest ab, das heißt: Profess. An diesem Fest legt er sein Gelübde ab. Das Wort „Gelübde“ kommt vom Verb „geloben“ und bedeutet versprechen. Er verspricht Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit. Zu diesem Fest sind meistens auch seine Eltern eingeladen, vielleicht auch einige Geschwister.<eop>Am Anfang leisten die Mönche ein Gelübde für eine bestimmte Zeit, meistens für ein Jahr. Dann kann er das Kloster wieder verlassen oder sein Gelübde erneuern, vielleicht um zwei oder drei Jahre. Die meisten Mönche legen erst viel später ein Gelübde für den Rest ihres Lebens ab.<eop>Wie lebt ein Mönch? Das Wichtigste für einen Mönch ist, dass er die drei Regeln des Gelübdes einhält. Der Rest hängt ein wenig vom Kloster ab, in dem er lebt. <eop>In allen Klöstern gelten feste Zeiten für die Gottesdienste und für die Gebete. Das kann auch nachts sein. Es gibt Klöster, in denen bis zu acht Mal am Tag ein gemeinsames Gebet in der Kirche stattfindet. Da stehen die Mönche auch regelmäßig mitten in der Nacht auf, wenn die Glocke läutet. Sie gehen dann schweigend zum Gebet in die Kirche und wieder zurück in ihr Bett.<eop>Zwischen den religiösen Verpflichtungen tun die Mönche, was sie zu ihrem eigenen Leben brauchen: Sie arbeiten in der Küche oder im Garten, waschen Kleider, machen sauber, pflegen ihre kranken und alten Brüder und vieles anderes mehr. Wenn diese Arbeit zu viel wird, übertragen sie sie einigen Laienbrüdern. Diese sind in erster Linie Handwerker und sind dem Klosterleben gegenüber weniger stark verpflichtet als die Mönche.<eop>Immer wieder schreiben Mönche die Bibel oder andere wichtige Bücher ab. Dies ist weniger die Arbeit der Nonnen. Diese Schreibstuben heißen: Scriptorien. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „schreiben“. Das ist dann wie in der Schule beim Diktat: Einer liest langsam vor, viele andere schreiben es auf. Dadurch schleichen sich natürlich auch ab und zu Fehler ein. Andere Brüder bringen später Verzierungen an. An einer Bibel arbeitet ein Mönch etwa ein Jahr, manchmal länger.<eop>Mönche betrieben seltener Spitäler als Nonnen. Im Mittelalter gab es Krankenhäuser fast nur in Nonnenklöstern. Die Mönche versorgten meist nur ihre eigenen kranken Brüder. Die Heilkräuter wuchsen meistens im Klostergarten, der vom Kreuzgang umschlossen wurde. Die wertvollen Bücher über die Behandlung von Krankheiten und über die Wirkung von Kräutern entstanden in den eigenen Scriptorien. Sehr viel Wissen gaben die älteren Mönche den jüngeren mündlich weiter. So ging es nicht verloren.<eop>Auch Schulen gab es nur im Kloster. Einige Mönche waren dabei die Lehrer. Selbstverständlich waren in solchen Schulen nur Jungen zugelassen und auch nur die mit reichen Eltern.<eop>Gibt es Mönche außerhalb der katholischen und der orthodoxen Kirche? Es gibt auch Mönche in einigen Religionen aus Asien: im Buddhismus, im Hinduismus sowie in anderen Religionen. Auch bei ihnen ist die Religion im Alltag sehr wichtig.<eop>Einiges in ihrem Leben ist den katholischen und orthodoxen Mönchen sehr ähnlich. Es gibt aber viele Unterschiede. Auf der Straße fallen sie durch ihre orangen Kleider auf. Genauso wie bei den Katholiken gibt es weniger Mönche in Asien als früher.<eop>In Frankreich gibt es ein Kloster im kleinen Dorf Taizé, sprich: Tesee. Die Mönche dort heißen \"Brüder\" oder auf französisch \"Frêres\". Taizé ist ein ökumenisches Kloster. Das bedeutet, dass die Brüder aus der katholischen, evangelischen, orthodoxen und jeder anderen christlichen Kirche kommen können. Für ihr Leben in Taizé spielt die Konfession keine Rolle. Außerdem sind in Taizé Jugendliche aus aller Welt und aus allen Religionen willkommen geheißen. Sie teilen dort die Gebete und die Arbeit mit den Brüdern.<eop> "}, {"title": "Möwen", "id": 619, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Möwen", "text": "Möwen sind eine Vogelfamilie. Es gibt von ihnen sehr viele Gattungen und Arten. Sie alle haben lange, schmale, spitze Flügel und kräftige, schlanke Schnäbel. Zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute. Es gibt sie in weiß über grau bis schwarz. Sie stoßen laute Schreie aus. <eop>Möwen gibt es fast auf der ganzen Welt, vor allem aber in einem gemäßigten oder kalten Klima. Sie leben an Küsten oder an Seeufern. Sie können ausgezeichnet fliegen, gerade auch bei starkem Wind. Sie segeln über dem Wasser und schießen plötzlich herunter, um im Wasser einen Fisch zu fangen. Sie stehlen sich jedoch auch im Flug gegenseitig die Beute aus dem Schnabel. <eop>Möwen fressen alles, was sie gerade finden: Fische, Krebse und andere kleine Meerestiere aber auch Mäuse. Außerdem mögen sie auch Abfälle oder Aas, das sind tote Tiere. Einige Möwenarten fressen auch Würmer und Insekten. Andere können sogar Salzwasser trinken. Sie scheiden das Salz ab und geben es durch die Nasenlöcher wieder von sich.<eop>Die meisten Möwen bauen ihre Nester auf dem Boden. Wenige Arten nehmen dazu Nischen in Felsen. Möwen brüten immer gemeinsam in Kolonien. Das Weibchen legt zwei bis vier Eier. Beide Eltern brüten abwechselnd während drei bis fünf Wochen. <eop>Nach dem Schlüpfen können die Küken sofort laufen und schwimmen. Sie bleiben aber meist im Nest sitzen. Dort werden sie von beiden Eltern gefüttert. Fliegen lernen sie zwischen drei und neun Wochen. Dann können sie etwa 30 Jahre alt werden.<eop><eop>"}, {"title": "Mühle", "id": 620, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Mühle", "text": "Die meisten Mühlen mahlen Getreidekörner zu feinem Mehl. Dies kann Weizen sein oder Roggen, aber auch Mais und viele andere Getreidearten. Der Mann, der eine solche Anlage bedient, ist der Müller. Die Bauern brachten ihm früher das Getreide selbst und er mahlte Mehl daraus. Aus alter Zeit kommt auch das Sprichwort „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ <eop>Mühlen wurden früher durch Windkraft oder durch Wasserkraft angetrieben. Umgekehrt gilt jedoch: Nicht jedes Wind- oder Wasserrad trieb eine Mühle an. Das meint man oft nur so. Es gibt nämlich auch Sägemühlen, mit denen Baumstämme zu Balken und Brettern zersägt wurden. Die Windmühlen in den Niederlanden waren oft Wasserpumpen, die Wasser über die Deiche beförderten. <eop>Dann gibt es auch noch Papiermühlen, Steinmühlen, Futtermühlen und viele andere. Jeder kennt sicher auch eine Kaffeemühle oder eine Pfeffermühle. Damit kann man Kaffeebohnen oder Pfefferkörner von Hand mahlen.<eop> Wie funktioniert eine Mühle? Zu einer herkömmlichen Getreidemühle gehören zwei Mahlsteine. Der untere Stein liegt ruhig, während sich der obere dreht. Man nennt ihn den Läuferstein. Durch ein Loch in der Mitte des Läufersteins kann das Getreide eingefüllt werden. Die Steine müssen vollkommen eben sein und feine Rillen in der Oberfläche haben, genauso wie eine Feile. Der Müller schärft die Rillen von Zeit zu Zeit mit einem besonderen Hammer. Zudem muss er den Abstand zwischen den Mahlsteinen haargenau einstellen, damit das Korn nicht durch zu starke Reibung zu heiß wird und verbrennt.<eop>Zu einer Mühle gehört jedoch noch mehr: Das Getreide muss zuerst in einer Anlage gereinigt werden. Das Mehl wird gesiebt. Grobe Teile nennt man „Schrot“. Die kann man so verkaufen oder nochmals mahlen. Die Körner und das Mehl müssen durch die Anlage befördert werden. Zu einer Mühle gehören also auch Transportbänder und Hebe-Einrichtungen. Zum Schluss kommt die Verpackung des Mehls.<eop>Wie entwickelten sich die Getreidemühlen? Schon in der Steinzeit nutzten die Menschen einfache Mahlsteine. Dazu eignete sich ein großer flacher oder etwas hohler Stein als Unterlage, darauf zerrieb ein Mensch die Körner mit einem kleineren, runden Stein.<eop>Die Römer betrieben ihre Mühlen mit Maultieren. Die nannte man Göpelmühlen. Die älteste Wassermühle Deutschlands stammt aus dem frühen Mittelalter. Erst später kamen bei uns die Windmühlen dazu.<eop>In der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert wurden die modernen Walzenstühle entwickelt. Darin werden die Körner zwischen zwei großen Stahlwalzen zerrieben. Sie wurden teils mit Dampfmaschinen angetrieben. Heute sind Walzenstühle auf der Welt am meisten verbreitet. Der Antrieb erfolgt jedoch mit elektrischem Strom.<eop><eop>"}, {"title": "Nachtigall", "id": 621, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nachtigall", "text": "Die Nachtigall ist ein Singvogel. Es gibt sie in Europa, in Nordafrika und in Asien. Nach Australien haben sie Siedler aus Europa mitgebracht. Die Nachtigall ist vor allem wegen ihres einzigartigen Gesangs bekannt. Viele Dichter haben darüber geschrieben. Musiker haben Musik komponiert, die an den Gesang von Nachtigallen erinnert.<eop>Nachtigallen sind klein, sie sind etwa so klein wie ein Haussperling, den man auch „Spatz“ nennt. Ihr Gefieder ist braun, der Rücken etwas rötlich, Bauch und Brust sind eher leicht grau. Sie fressen am liebsten Würmer, Raupen und Larven. Aber auch Spinnen und ähnliche kleine Tiere stehen auf ihrem Speiseplan.<eop>Bei den Nachtigallen singen nur die Männchen, und zwar auf sehr viele verschiedene Arten: Sie kennen teils über 200 verschiedene kurze Melodien, die sie aneinanderhängen. Im Frühling singen die Männchen, um ein Weibchen anzulocken. Wer am Morgen nicht mehr so tief schläft, kann also durch ihren Gesang geweckt werden. Das finden viele Menschen sehr angenehm.<eop>Ihre Nester bauen die Nachtigallen-Weibchen allein auf den Boden. Nach der Paarung legt das Weibchen vier bis sechs Eier. In Europa geschieht das nur einmal im Jahr zwischen April und Juni. Die Weibchen kümmern sich auch ums Ausbrüten. Ihr braunes Gefieder dient ihnen dann zur Tarnung. <eop>Etwa zwei Wochen lang muss das Weibchen die Eier ausbrüten. Beim Füttern hilft das Männchen auch mit. Während der Brutzeit singen die Männchen wieder, auch tagsüber. Sie wollen damit vermutlich andere Männchen aus ihrem Revier vertreiben. Nach knapp zwei Wochen sind die Jungen bereits ausgeflogen. Die Eltern betreuen sie aber weiterhin etwa zwei Wochen lang.<eop>Die Nachtigallen verlieren immer mehr Brutplätze, weil die Menschen das Land zu stark bebauen. Sie sind aber nicht gefährdet. In Deutschland leben knapp 100.000 Brutpaare, in der Schweiz sind es etwa 2.000 Paare. In Europa sind die Nachtigallen Zugvögel, weil ihnen hier der Winter zu kalt ist. Sie fliegen deshalb jeden Herbst nach Afrika und kommen im Frühling wieder zurück.<eop><eop>"}, {"title": "Nadelbaum", "id": 622, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nadelbaum", "text": "Die meisten Nadelbäume tragen keine Blätter, sondern Nadeln. So unterscheiden sie sich von den Laubbäumen. Man nennt sie auch Nadelhölzer oder Koniferen. Dieser Name kommt aus dem Latein und bedeutet Zapfenträger. Die häufigsten Nadelbäume in unseren Wäldern sind die Fichten, die Kiefern und die Tannen.<eop>Bezeichnend für die Nadelbäume ist nämlich eine Eigenart bei der Fortpflanzung: Die Samenanlagen sind nicht durch Fruchtblätter geschützt wie bei den Blüten, sondern sie liegen offen da. Deshalb nennt man diese Gruppe auch die „Nacktsamigen Pflanzen“. Zu ihnen gehören nämlich auch die Zypressen oder die Thuja, die man oft als Hecken anpflanzt. Sie tragen Nadeln, die schon halbwegs an Blätter erinnern.<eop>In Deutschland und in der Schweiz wachsen mehr Nadelbäume als Laubbäume. Erstens wächst Nadelholz schneller, zweitens ist es als Bauholz sehr geschätzt: Die Stämme sind lang und gerade. Daraus lassen sich sehr gut Balken, Leisten, Paneele und vieles mehr sägen. Zudem ist Nadelholz leichter als Laubholz.<eop>Nadelbäume sind auch mit Böden zufrieden, die weniger Nährstoffe enthalten. So können sie weit oben in den Bergen leben, wo die Laubbäume schon lange nicht mehr mit dem Klima zurecht kommen.<eop>Nadelbäume verlieren ihre Nadeln nach einigen Jahren, wenn sie alt sind. Sie werden aber ständig durch neue Nadeln ersetzt, so sieht man das kaum. Deshalb bezeichnet man sie auch als „immergrüne Bäume“. Die einzige Ausnahme ist die Lärche: Ihre Nadeln werden jeden Herbst goldgelb und fallen dann zu Boden. Vor allem in Graubünden in der Schweiz zieht dies jedes Jahr viele Touristen an.<eop><eop>"}, {"title": "Nagetiere", "id": 623, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nagetiere", "text": " Nagetiere sind Säugetiere mit vier besonderen Nagezähnen: Zwei in der Mitte der oberen Zahnreihe und zwei unten. Diese Nagezähne wachsen immer nach, bis zu fünf Millimeter pro Woche. Die Nagezähne nutzen sich nämlich ständig ab, weil die Nagetiere damit Nüsse knacken, Bäume fällen oder Erdhöhlen graben, je nach Nagetierart. <eop>Der Schädel der Nagetiere ist so gebaut, dass sie viel Kraft zum Nagen haben. Dazu gehören auch sehr starke Kaumuskeln. Das ganze Skelett ist ähnlich wie bei den übrigen Säugetieren. <eop>Nagetiere gibt es fast überall auf der Welt, außer auf einigen abgelegenen Inseln und in der Antarktis. Alle Nagetiere haben ein Fell. Das kleinste und leichteste Nagetier ist eine Zwergmaus, die höchstens fünf Gramm erreicht. Das größte Nagetier ist ein Wasserschwein aus Südamerika. Vom Kopf bis zum Po wird es über einen Meter lang. Es wird bis zu 60 Kilogramm schwer.<eop>Die meisten Nagetiere fressen Pflanzen. Die meisten von ihnen können sogar Holz verdauen. Nur wenige Nagetiere fressen auch Fleisch. Die meisten Nagetiere leben an Land. Einige wie die Biber haben sich aber auch gut an das Leben im Wasser angepasst. Wieder andere wie die Stachelschweine haben im Lauf der Evolution Stacheln entwickelt, um sich gegen ihre Feinde zu schützen.<eop>Nagetiere paaren sich wie die übrigen Säugetiere, damit im Bauch des Weibchens Jungtiere heranwachsen. Einige Nagetierarten halten einen Winterschlaf, beispielsweise der Siebenschläfer und die Murmeltiere.<eop>Zu den Nagetieren gehören Eichhörnchen, Murmeltiere, Biber, Mäuse, Ratten, Hasen, Hamster, Meerschweinchen, Chinchillas, Stachelschweine und viele ähnliche Tiere. Die Nagetiere bilden eine eigene Ordnung innerhalb der Klasse der Säugetiere.<eop><eop> "}, {"title": "Nahostkonflikt", "id": 624, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nahostkonflikt", "text": " Der Nahostkonflikt ist ein Streit zwischen Israelis und Arabern. Es geht darum, wem die Region Palästina gehört. Die Juden gründeten dort im Jahr 1948 den Staat Israel und vertrieben viele Araber, die meist Muslime sind, aus Palästina. Das machte die Araber in den Nachbarstaaten wütend. Es gab schon mehrere Kriege zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarländern. Bei diesen Kriegen starben bereits tausende von Menschen. Dennoch sind die Streitigkeiten bis heute nicht beendet. <eop>Die Ursprünge des Konfliktes gehen noch viel weiter zurück als 1948. Im Verlauf der Geschichte gab es Zeiten, in denen Palästina von Juden bevölkert wurde und welche, in denen es arabisch war. Am besten kommt das in Jerusalem zum Ausdruck: Die Juden hatten dort zweimal einen Tempel gebaut, der das Zentrum ihres Glaubens war. Heute steht davon nur noch ein wichtiger Teil, die Klagemauer. Dort verrichten die Juden an ihren wichtigen Festen ihre Gebete und wiederholen die alten Klagelieder aus dem Alten Testament, weil sie ihr Land nicht uneingeschränkt besitzen und aus anderen Nöten.<eop>Die Muslime besaßen das Gebiet ebenfalls und bauten dort vor etwa 1.300 Jahren den Felsendom sowie eine andere wichtige Moschee. Die gibt es heute noch. Zum großen Teil stehen sie dort, wo früher der jüdische Tempel stand. Wie kam es zum Nahostkonflikt? In den Jahren nach 1960 rief der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser seine arabischen Verbündeten zur Vernichtung Israels auf. Nasser blockierte mit seiner Kriegsflotte die Meerenge von Tiran, ein wichtiger Seeweg für Israel. Israel griff daraufhin Ägypten an. Dadurch brach ein Krieg aus, der sechs Tage dauerte. Deshalb nennt man ihn Sechstagekrieg. <eop>Israel gewann diesen Krieg und besetzte weitere arabische Gebiete. Zum Beispiel die Golanhöhen, die ein wichtiger Punkt für Späher und Kanonen in Richtung Syrien waren und in denen es außerdem viel Wasser gab. In Palästina wurden nun auch der Gazastreifen und das Westjordanland besetzt. Dort errichteten Juden in der Folge neue Dörfer und kleine Städte, obwohl sich eigentlich nur israelisches Militär auf dem besetzten Land aufhalten sollte.   Unter den vertriebenen Palästinensern bildete sich im Nachbarland Jordanien eine Terrororganisation namens „Schwarzer September“. Sie wurde sehr bekannt, als im Jahr 1972 bei den Olympischen Spielen in München elf israelische Sportler von der Organisation entführt und getötet wurden. Im Olympiapark in München erinnert heute eine Gedenktafel an dieses Verbrechen.<eop>Nach dem Sechstagekrieg folgten noch weitere Kriege zwischen Israel und seinen Nachbarn, die Israel immer gewinnen konnte. Unter anderem gab es auch einen Überraschungsangriff der Ägypter im Jahr 1973 an Jom Kippur. Das ist der heiligste Feiertag der Juden. Im Jahr 1975 brach im Libanon ein Bürgerkrieg aus. Dabei ging es um den Konflikt zwischen Christen und Muslimen im Libanon. Israel kämpfte ab dem Jahr 1982 auf Seiten der christlichen Milizen bei diesem Krieg mit. Auf der anderen Seite kämpften Syrien, die Palästinenser, muslimische Milizen und Anhänger des Kommunismus. Bei diesem Krieg gelang es Israel kurzzeitig, den Süden des Libanon zu besetzen. Die USA zwangen Israel jedoch zu einem Waffenstillstand.<eop>Was folgte auf diese Kriege? Als der Kalte Krieg um das Jahr 1990 zu Ende ging, gab es Zeichen, dass auch der Nahostkonflikt bald beendet werden könnte. Der israelische Ministerpräsident Itzhak Rabin und Jassir Arafat, der Anführer der Palästinenser, reichten sich im Jahr 1993 die Hand und erhielten den Nobelpreis für Frieden. Zuvor wurde in Oslo über eine friedliche Lösung des Konflikts gesprochen. Israel übergab einige Teile des Westjordanlands an die Palästinenser, die Siedlungen sollten aber bleiben und Jerusalem sollte weiterhin nur Israel gehören. Arafat wollte jedoch den Osten Jerusalems als Hauptstadt für einen künftigen Staat Palästina. Weitere Probleme führten dazu, dass wieder Gewalt statt Frieden einkehrte. Auf israelischer Seite war inzwischen der Politiker Rabin, ein früherer Chef der Armee, bei einer Kundgebung für den Frieden ermordet worden.<eop>Nach dem Jahr 2000 gab es in Israel Probleme mit Terroristen aus Palästina. Sie sprengten Gebäude, Busse und andere Dinge in die Luft. Dabei starben viele unschuldige Israelis. Die Organisation, die hinter diesen Anschlägen steckte, heißt Hamas. Viele Menschen sehen in der Hamas eine Terrororganisation. Sich selbst sehen die Hamas als Kämpfer des muslimischen Widerstandes in Palästina. Sie bilden auch die Regierung im Gazastreifen, der seit dem Jahr 2005 nicht mehr von Israel besetzt wird. Mit Mauern an den Grenzen und strengen Kontrollen versucht Israel seither, Terroranschläge zu verhindern. Heute ist es wieder sicherer, in das Land zu reisen als vor einigen Jahren.<eop>Welche Rolle spielen die USA und Europa im Nahostkonflikt? Seit der Staatsgründung von Israel hat das Land gute Beziehungen zu Westeuropa und den USA. Israel treibt viel Handel mit diesen Ländern. Das liegt zu einem daran, dass in Westeuropa und den USA immer noch viele Juden leben. Andererseits profitieren Europa und die USA davon, wenn sie einen Verbündeten im Nahen Osten haben. Dort findet man nämlich viel Erdöl, das unter anderem für die Herstellung von Benzin gebraucht wird.<eop>Bei einigen Kriegen wurde Israel vom Westen unterstützt. Großbritannien, Frankreich und Israel planten zum Beispiel einen gemeinsamen Feldzug gegen Ägypten, als dieses Land den Sues-Kanal für sich alleine beanspruchen wollte. Die UNO wehrte sich aber gegen dieses Vorhaben und stationierte fortan Friedenstruppen auf der Sinai-Halbinsel. In den westlichen Zeitungen wurden die Gegner von Israel meist negativ dargestellt. Über den ägyptischen Präsidenten Nasser gab es den Spruch: „Hitler fiel ins Wasser, daraus entstand Nasser“.<eop>Unter der Bevölkerung in Europa und den USA sind viele nicht damit einverstanden, was die Israelis mit den Palästinensern machen. Sie gehen deshalb auf die Straße und protestieren mit Schildern. Darauf stehen Dinge wie „Befreit Palästina!“. Für Aufsehen sorgte der US-Präsident Donald Trump, als er im Jahr 2017 Jerusalem als die Hauptstadt von Israel anerkannte. Er schlug sich damit klar auf die Seite der Israelis. Das machte einige Menschen wütend, welche die Politik von Israel nicht unterstützen.<eop>    "}, {"title": "Nahrungskette", "id": 625, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nahrungskette", "text": "Die meisten Lebewesen fressen andere Lebewesen und werden selber gefressen. Das nennt man eine Nahrungskette. Es gibt zum Beispiel kleine Krebse, die fressen Algen. Fische fressen die kleinen Krebse, Fischreiher fressen die Fische und Wölfe fressen die Reiher. Das hängt alles hintereinander, wie die Perlen an einer Kette. Deshalb spricht man auch von der Nahrungskette.<eop>Die Nahrungskette ist ein Begriff aus der Biologie. Das ist die Wissenschaft über das Leben. Alle Lebewesen benötigen Energie und Bausteine, um zu leben. Pflanzen holen sich diese Energie aus dem Sonnenlicht. Die Bausteine für das Wachstum holen sie sich durch die Wurzeln aus dem Boden.<eop>Tiere können das nicht. Sie holen sich deshalb ihre Energie aus anderen Lebewesen, die sie fressen und verdauen. Dies können Pflanzen oder andere Tiere sein. Also bedeutet die Nahrungskette: Energie und Bausteine gehen von einer Art zur anderen. <eop>Diese Kette geht nicht immer weiter. Manchmal steht eine Art am Ende der Nahrungskette. Zum Beispiel isst der Mensch allerlei Tiere und Pflanzen. Es gibt aber kein Tier, dass Menschen frisst. Außerdem können sich Menschen heute mit Waffen gegen Angriffe von Tieren wehren.<eop>Was geschieht am Ende der Nahrungskette? Dass der Mensch am Ende der Nahrungskette steht, bringt ihm aber auch Probleme: Eine Pflanze kann ein Gift aufnehmen, beispielsweise ein Schwermetall wie Quecksilber. Ein kleiner Fisch frisst die Pflanze. Ein großer Fisch frisst den kleinen Fisch. Das Schwermetall geht immer mit. Zum Schluss fängt der Mensch große Fische und isst dann alle Schwermetalle, die sich im Fisch angesammelt haben. So kann er sich mit der Zeit vergiften.<eop>Im Grunde genommen hat die Nahrungskette aber gar kein Ende, denn auch Menschen sterben. Nach ihrem Tod begräbt man sie oft in der Erde. Dort werden sie von kleinen Tieren, wie Würmern gefressen. Nahrungsketten bilden also eigentlich eher Kreise.<eop> Warum ist die Idee der Kette nicht ganz passend? Viele Pflanzen oder Tiere fressen nicht nur eine andere Art. Manche nennt man sogar Allesfresser: Sie fressen verschiedene Tiere, aber auch Pflanzen. Ein Beispiel sind die Ratten. Umgekehrt wird beispielsweise Gras auch nicht nur von einer Tierart gefressen. Man müsste also zumindest von mehreren Ketten sprechen.<eop>Manchmal denkt man deshalb an alle Tiere und Pflanzen, die in einem bestimmten Wald leben, oder im Meer, oder auf der ganzen Welt. Das nennt man auch ein Ökosystem. Man spricht dann meist von einem Nahrungsnetz. Die Pflanzen und Tiere sind Knoten des Netzes. Verbunden miteinander sind sie durch das Fressen-und-gefressen-werden.<eop>Ein anderes Bild ist die Nahrungspyramide: Der Mensch, so heißt es, steht an der Spitze einer Nahrungspyramide. Ganz unten sind ganz viele Pflanzen und kleine Tiere, in der Mitte einige größere Tiere. Eine Pyramide ist unten breit und oben schmal. Weiter unten stehen also sehr viele Lebewesen. Je mehr man nach oben kommt, um so weniger werden es.<eop>"}, {"title": "Name", "id": 626, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Name", "text": " Mit einem Namen kann man deutlich machen, wen oder was man meint. Es gibt vor allem zwei Arten von Namen. Ein Eigenname ist der Name, den zum Beispiel ein einzelner Mensch hat. Ein Gattungsname ist der Name von einer Gruppe von Dingen, wie „Haus“ oder „Ziege“.<eop>Meistens denkt man an einen Eigennamen. Das kann ein Vorname oder ein Nachname sein. Schon im Mittelalter wurde es in vielen Ländern Europas üblich, dass Menschen sowohl Vornamen als auch Nachnamen haben.<eop>In manchen Sprachen spielt der Name des eigenen Vaters eine große Rolle: Im Russischen gibt es Menschen mit einem Namen wie Pjotr Wladimirowitsch Smirnow. Dieser Mann heißt mit Vornamen Pjotr, während sein Vater Wladimir heißt. Der Nachname lautet in diesem Beispiel Smirnow.<eop>Namen haben viel mit einer Kultur zu tun. So kommen viele Vornamen in Europa aus der Bibel, weil in Europa das Christentum viele Anhänger hat. Nachnamen zeigen oft, woher die Vorfahren kommen oder was sie gemacht haben. Wenn jemand Schlesinger heißt, kamen sie wohl aus der Gegend Schlesien, und wenn jemand Schmitt heißt, gab es in der Familie wahrscheinlich jemanden mit diesem Beruf. Ein Schmied bearbeitet Eisen.<eop>Nicht nur Menschen können Namen haben. Auch Haustiere erhalten von ihren Besitzern oft einen Namen. Außerdem haben Pflanzen- und Tierarten sowie Orte und andere Dinge in der Erdkunde einen Namen. „Frankreich“ ist ein Landesname, „Kopenhagen“ ein Ortsname und „Rhein“ der Name eines Flusses.<eop>"}, {"title": "Napoleon Bonaparte", "id": 627, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Napoleon Bonaparte", "text": "Napoleon Bonaparte war ein Politiker aus Frankreich. Er wurde im Jahr 1769 auf Korsika geboren, einer Insel im Mittelmeer. Eigentlich kommt seine Familie aus der italienischen Kleinstadt Sarzana, die damals von Genua abhängig war. Sein Geburtsname klang Italienisch. Später wurde der Name französisch geschrieben und ausgesprochen. <eop>Als Soldat kämpfte er in der Zeit der Französischen Revolution. Er wurde ein berühmter General, ein Chef der Armee. Im Jahr 1799 drang er mit einer Gruppe Soldaten in das französische Parlament ein. Er gab Frankreich eine neue Verfassung. Das Land sollte von drei Konsuln regiert werden, mit Bonaparte als Erstem Konsul. Doch er sorgte dafür, dass er bald der einzige Chef des Landes war. 1804 krönte er sich selbst zu „Napoleon dem Ersten, Kaiser der Franzosen“. Sein Vorname ist deswegen bekannter als sein Familienname.<eop> Was machte Napoleon als Herrscher Frankreichs? Der Diktator Napoleon erließ neue Gesetze, die das Land zum Teil sehr modern machten. Aber vor allem führte er Kriege. So wurde Frankreich größer, und Napoleon herrschte auch über andere Länder. Dort nennt man die Zeit Franzosenzeit. In einigen Ländern machte er einen Bruder oder Schwager zum König oder Herzog.<eop>Doch zwei mächtige Länder in Europa konnten sich gegen Napoleon wehren: Großbritannien und Russland. Im Jahr 1812 stellte Napoleon eine riesige Armee zusammen, um Russland zu besiegen. Er kam zwar bis nach Moskau, schon damals einer wichtigen russischen Stadt. Aber auf dem Hinweg und Rückweg kamen die allermeisten seiner Soldaten um. Unter anderem lag das an der Kälte in Russland. Eine schlimme Niederlage gegen die Briten erlitt er bei der Seeschlacht von Trafalgar. <eop> Wie endete seine Herrschaft? Die unterdrückten Länder wehrten sich nun auch: Nach der Völkerschlacht bei Leipzig musste sich Napoleon aus Deutschland zurückziehen. Er musste die Herrschaft abgeben und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Er überlebte jedoch und wurde auf die Insel Elba im Mittelmeer verbannt.<eop>Napoleon hatte Spione in ganz Europa und wusste deshalb gut über die Lage Bescheid. Die Meldungen ermutigten ihn, nach Frankreich zurückzukehren. Es gelang ihm, wieder eine ansehnliche Armee aufzubauen. Er gewann auch einige Kämpfe. Im Jahr 1815 fand die letzte Schlacht statt: Bei Waterloo, in der Nähe von Brüssel, verlor Napoleon endgültig. Er wurde darauf wieder verbannt, diesmal auf die Insel St. Helena im Atlantik. Dort starb er im Jahr 1821 an Krebs.<eop> Wer waren die Nachfahren von Napoleon? Napoleon hatte auch ein Privatleben. In seiner ersten Ehe mit Joséphine de Beauharnais gab es keine Kinder. Er adoptierte die beiden Mädchen aus ihrer ersten Ehe. Dann aber ließ er sich scheiden und heiratete Marie-Louise von Österreich. Mit ihr zusammen hatte er den Sohn Napoleon Franz Joseph Karl Bonaparte, der im Jahr 1811 geboren wurde. Mit mehreren Geliebten hatte Napoleon noch weitere Kinder.<eop>Der Sohn regierte kurz, zur Zeit der Schlacht bei Waterloo, als Napoleon der Zweite. Er kam nach Wien, wo sein Großvater österreichischer Kaiser war. Schon mit 21 Jahren starb er.<eop>Im Jahr 1808 wurde Charles Louis Napoléon Bonaparte geboren, den man Louis-Napoléon nannte. Sein Vater war ein jüngerer Bruder von Kaiser Napoleon. Louis-Napoléon war also der Neffe des Kaisers.<eop>Diesem Louis-Napoleon gelang es schließlich, Präsident und dann Kaiser von Frankreich zu werden. Er nannte sich Napoleon der Dritte. Nach etwa 20 Jahren verlor er den Deutsch-Französischen Krieg und Frankreich wurde wieder eine Republik, also ein Land ohne Kaiser oder König.<eop> "}, {"title": "Nase", "id": 628, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nase", "text": "Menschen und viele Tiere haben eine Nase. Sie ist ein Sinnesorgan und liegt im Gesicht oder bei Tieren vorne an der Schnauze. Die Nase sorgt dafür, dass wir einatmen und ausatmen können. Nase und Mund sind die Eingänge, wodurch Luft in die Lunge gebracht wird. Die Lunge holt aus der Luft den Sauerstoff, den der Mensch zum Leben braucht.<eop>Außerdem gibt es im Inneren der Nase Stellen, die für das Riechen zuständig sind. Menschen können eine Billion verschiedene Gerüche unterscheiden. Eine Billion ist eine Eins mit zwölf Nullen.<eop>In der Nase gibt es die Nasenschleimhaut und die Nasenhaare. Dazwischen befindet sich auch das Nasensekret, eine Flüssigkeit, die man auch „Rotz“ oder „Schnodder“ nennt. Damit werden Staub und Dreck aus der eingeatmeten Luft zurückgehalten, damit sie nicht mit der Luft in die Lunge kommen. Wenn sich die Flüssigkeit in der Nase mit dem Dreck vermischt und trocknet, entstehen bei Menschen und Affen die Popel. <eop> Kann die Nase krank werden? Wenn man erkältet oder allergisch ist, entzündet sich oft die Nasenschleimhaut. Dann bekommt man einen Schnupfen. Die Nase ist verstopft oder läuft ständig. Sie juckt und man muss niesen. <eop>Manchmal blutet die Nase. Das kann einfach so passieren, das tut nicht weh und ist meist nicht gefährlich. Das Blut kann aber ebenso daher kommen, dass man in der Nase gebohrt hat. Ganz empfindliche Nasen bluten sogar bei Schnupfen.<eop> Was für Nasen haben Tiere? Bei den Walen kann man die Nase nicht mehr sehen, die Nasenlöcher sind oben am Kopf. Der Wal kann sie verschließen. Wenn der Wal seine feuchte Atemluft herausbläst, nennt man das Blas.<eop>Bei vielen Tieren ist die Nase umgekehrt gerade gut sichtbar. Besonders auffällig ist die Nase des Elefanten, die wie ein langer Schlauch aussieht und Rüssel heißt. Mit kleinen „Fingern“ am Ende des Rüssels kann der Elefant sogar Dinge greifen.<eop>Gutes Riechen ist für sie sehr wichtig, um andere Tiere schon von weitem zu bemerken. Hunde sind wahre Meister im Riechen. Das liegt unter anderem daran, dass sie schnell atmen können, so dass häufig und viele Geruchsstoffe in die Nase geraten. Sie können sich die Gerüche auch gut merken.<eop> "}, {"title": "Nashörner", "id": 629, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nashörner", "text": "Nashörner sind Säugetiere. Es gibt noch fünf Arten: Breitmaulnashorn, Spitzmaulnashorn, Panzernashorn, Java-Nashorn und Sumatra-Nashorn. Auf einigen Kontinenten sind sie vor Millionen von Jahren ausgestorben, weil sich das Klima stark verändert hat. Heute leben Nashörner in einigen Gebieten Asiens sowie im Süden und in der Mitte von Afrika. Nashörner tragen ein Horn, einige Arten auch zwei, ein großes und ein kleines.<eop>Nashörner können bis zu 2000 Kilogramm schwer werden und fast vier Meter lang. Sie haben einen großen Kopf und kurze Beine. Das Horn auf der Nase besteht aus demselben Material wie die Haut. Die Zellen sind jedoch abgestorben und fühlen deshalb nichts. Es ist der gleiche Stoff, aus dem auch die Haare und Fingernägel des Menschen oder die Krallen bestimmter Säugetiere sind. <eop>Viele Nashörner wurden gewildert, weil Menschen ihre Hörner als Zeichen ihrer Überlegenheit über diese großen Tiere erbeuten wollten. Aus dem Elfenbein lassen sich auch schöne Dinge schnitzen. Manche Leute in Asien glauben, dass man mit dem zermahlenen Horn eines Nashorns Krankheiten heilen kann. Deshalb wird das Horn in der traditionellen chinesischen Medizin genutzt. Auch deshalb werden viele Nashörner gewildert.  Wie leben und vermehren sich Nashörner? Nashörner leben in Savannen, aber auch in tropischen Regenwäldern. Sie sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich vor allem von Blättern, Gräsern und Sträuchern. Die beiden Nashorn-Arten in Afrika haben vorne im Mund keine Zähne, deshalb rupfen sie ihr Futter mit den Lippen ab. Sie können schneller laufen als ein Spitzensportler und dabei auch noch Haken schlagen.<eop>Kühe leben einzeln oder in Herden mit ihrem Nachwuchs. Die Bullen sind immer Einzelgänger und suchen sich nur zur Paarungszeit ein Weibchen. Dann kämpfen sie manchmal um ein Weibchen. Sonst sind Nashörner friedlicher, als man es immer meint.<eop>Nach der Paarung trägt das Weibchen ihr Jungtier während 15 bis 18 Monate im Bauch, also fast doppelt so lang wie eine Frau. Zwillinge gibt es so gut wie nie. Die Mütter ernähren ihr Junges mit ihrer Milch, bis es Gras und Blätter fressen kann. Wie lange das dauert, ist bei einer Nashornart zur anderen etwas verschieden.<eop>Eine Breitmaulnashorn-Mutter verlässt die Herde kurz vor der Geburt. Das Kalb wiegt etwa 50 Kilogramm, etwa so viel wie ein zehn bis zwölfjähriges Kind. Nach einer Stunde kann es bereits stehen und Milch saugen. Nach einem Tag ist es bereits mit seiner Mutter unterwegs. Nach einigen Monaten frisst es Gras. Milch trinkt es etwa ein Jahr lang. Nach etwa drei Jahren will sich die Mutter wieder paaren und vertreibt ihr Jungtier. Ein Weibchen kann mit etwa sieben Jahren selber trächtig werden, Männchen mit etwa elf Jahren.<eop>Sind Nashörner bedroht? Viele Menschen, vor allem Männer in Asien, sind überzeugt, dass das Pulver der Hörner gegen bestimmte Krankheiten hilft. Vor allem soll es wirken, wenn es bei den Männern mit dem Sex nicht mehr so toll läuft. Deshalb verkauft sich Nashornpulver teurer als Gold. Das kurbelt die Wilderei an, auch wenn immer wieder Wilderer gefangen oder sogar erschossen werden. Deshalb sind viele Nashornarten oder Unterarten bereits ausgestorben, andere sind gefährdet oder sogar bedroht:<eop>Das Südliche Breitmaulnashorn galt als ausgestorben, da fand man noch zehn Tiere an einem Ort. Inzwischen sind es dank strengem Schutz wieder etwa 22.000 Tiere. Das ist außergewöhnlich, weil die Tiere sehr nahe miteinander verwandt sind, da können sich leicht Krankheiten einschleichen. Das Nördliche Breitmaulnashorn war überall ausgerottet außer in einem Nationalpark. Sie konnten sich auf 1.000 Tiere vermehren. Wegen der Wilderei gibt es heute aber nur noch zwei Kühe in einem Reservat in Kenia. Der letzte Bulle starb im März 2018.<eop>Das Spitzmaulnashorn war einmal fast ausgestorben, der Bestand erholte sich jedoch auf etwas über 5.000 Tiere. Vom Panzernashorn gab es vor gut 100 Jahren nur noch 200 Tiere. Heute sind es wieder etwa 3.500 Tiere. Diese beiden Arten gelten als gefährdet.<eop>Vom Sumatra-Nashorn gibt es noch etwa 100 Tiere, vom Java-Nashorn noch etwa 60 Tiere. Einzelne Unterarten sind schon ganz ausgestorben. Beide Arten gelten als stark bedroht.<eop><eop>"}, {"title": "Nationalsozialismus", "id": 630, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nationalsozialismus", "text": "Der Nationalsozialismus ist eine Sammlung von politischen Gedanken, eine Ideologie. Sie entstand nach 1919 in Deutschland, also zur Zeit der Weimarer Republik. In dieser Zeit entwickelte sich die Republik zu einer Diktatur. Wer den Nationalsozialismus gut findet, ist ein Nationalsozialist. Von 1933 bis 1945 regierten die Anhänger des Nationalsozialismus in Deutschland. Dabei begingen sie viele Verbrechen und waren dafür verantwortlich, dass viele Millionen Menschen umkamen.<eop>Das Wort Nationalsozialismus kommt von Nationalismus und Sozialismus. Das sind Begriffe aus der Politik, die sehr viel Unterschiedliches bedeuten können. Man suchte sie für den Nationalsozialismus aus, weil sie sich für viele Menschen gut anhörten. Die Nationalsozialisten wollten damit den Eindruck erwecken, dass sie „dem Volk“ helfen. Sie meinten aber nicht, dass man das Volk fragen sollte, was es wirklich will. Nationalsozialisten denken, dass sie selber schon wissen, was gut für das Volk ist.<eop>Nationalsozialisten denken, dass Menschen von Geburt an unterschiedlich viel wert sind. Sie halten sich selbst für wertvoll. Ihrer Meinung nach hat der Stärkere immer Recht. Darum glauben sie, dass sie das Recht haben, andere Menschen zu unterdrücken oder umzubringen. Auch heute gibt es noch Nationalsozialisten, die Neonazis.<eop> Wie denken Nationalsozialisten? Nationalsozialisten sind gegen die Demokratie und gegen freie Wahlen. Sie wollen befehlen, was in einem Land gemacht werden darf und was nicht. Sie wollen alle Menschen töten oder unterdrücken, die eine andere Meinung haben. <eop>Außerdem wollen Nationalsozialisten Menschen töten oder unterdrücken, die zu bestimmten Gruppen gehören. Das sind in erster Linie Juden. Es geht um ihre Religion und Kultur, die auf Deutsche sehr fremd wirken. Nationalsozialisten denken zudem, dass Juden eine sonderliche, bösartige Menschenart seien. Auch sonst sind Nationalsozialisten Rassisten: Sie denken, dass zum Beispiel Menschen mit weißer Hautfarbe wertvoller seien als Menschen mit dunkler Hautfarbe.<eop>Schließlich wollen Nationalsozialisten, dass ihr eigenes Land größer wird. Sie finden es gut, andere Länder zu erobern und die Menschen dort zu unterdrücken. Ihr Ziel ist es, am Ende die gesamte Welt erobert zu haben.<eop> Woher kommt der Nationalsozialismus? Der Nationalsozialismus ist ein Rechtsextremismus aus Deutschland. Im Jahr 1919 wurde dafür eine politische Partei gegründet, also eine Gruppe von Menschen, die ähnlich denken. Diese Partei erhielt im Jahr 1920 den Namen Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, kurz NSDAP. Ihr Chef, Adolf Hitler, nannte sich „Führer”. <eop>Die Partei blieb an Anfang eher klein. Viele Nationalsozialisten waren im Ersten Weltkrieg Soldaten und begannen zu glauben, dass man mit Gewalt alle Probleme lösen kann. Nach dem Krieg fiel es ihnen schwer, wieder ein normales Leben zu führen. Aber viele von ihnen waren sowieso schon der Meinung, dass Juden schlecht sind, Dunkelhäutige dumm und so weiter.<eop>Im Jahr 1929 ging es nicht nur in Deutschland abwärts mit der Wirtschaft. Die Weltwirtschaftskrise erfasste sehr viele Länder. Viele Menschen wurden arm. Da Hitler versprach, Deutschland wieder zum alten Glanz zurück zu führen, wählten ihn viele Deutsche – ungefähr ein Drittel. Unter den Politikern gab es welche, die dachten, sie könnten mit Hitler zusammenarbeiten. Darum wurde Hitler 1933 Reichskanzler, also Chef der deutschen Regierung.<eop> Was passierte in der Zeit des Nationalsozialismus? Adolf Hitler blieb Chef der deutschen Regierung von 1933 bis 1945, er war der Diktator. Ohne Gewalt wäre es nicht möglich gewesen, einen anderen Regierungs-Chef zu bekommen. Zwar gab es Wahlen, aber Hitler bestimmte, wer überhaupt gewählt werden durfte.<eop>Hitler und seine Anhänger ließen zunächst zehntausende von Menschen einsperren oder umbringen. Außerdem veränderte er viele Gesetze, so dass zum Beispiel Juden nur andere Juden heiraten durften. Hitler begann, andere Länder zu erobern. Das führte 1939 zum Zweiten Weltkrieg. Während des Krieges wurde Hitlers Herrschaft noch viel grausamer. <eop>Nicht nur der Krieg selbst kostete 50 Millionen Menschen das Leben: Hitler ließ etwa sechs Millionen Juden ermorden, viele davon in Konzentrationslagern: Diesen Massenmord nennt man heute Holocaust. Aber auch viele Homosexuelle und Roma wurden umgebracht.<eop>Was die Deutschen in dieser Zeit über Hitler dachten, weiß man nicht genau. Freie Wahlen oder Umfragen gab es nicht. Viele glaubten seinen Lügen, oder sie waren ebenso Rassisten und hassten die Demokratie. Mit der Wirtschaft ging es zwar wieder besser, und viele meinten, dass das von Hitler gekommen sei. Als der Krieg am Anfang noch gut lief für Deutschland, beeindruckte das viele. Andere wiederum waren gegen den Nationalsozialismus, trauten sich aber nicht, etwas dagegen zu tun: Sie hatten Angst, selbst eingesperrt oder getötet zu werden.<eop> Gibt es immer noch Nationalsozialisten? Der Nationalsozialismus, und mit ihm Deutschland, verlor den Krieg im Jahr 1945. Deutschland war zerstört und sehr arm, viele Deutsche waren umgekommen, und fremde Länder bestimmten nun, was mit Deutschland passieren sollte. Viele Deutsche schämten sich wegen der Verbrechen, die im Namen Deutschlands verübt worden waren. Meist versuchten sie, das Schlimme rasch zu vergessen.<eop>Hitler und einige andere wichtige Nationalsozialisten töteten sich selbst. Die fremden Länder, die Deutschland erobert hatten, bestraften andere Nationalsozialisten streng. Andere wurden von deutschen Richtern bestraft. Allerdings gab es auch viele Verbrecher, die ihrer Strafe entkamen. Einige Jahre nach dem Krieg dachten nur noch wenige Deutsche an die Verbrechen. Im Jahr 1965 wollte der deutsche Bundestag, dass die letzten Verbrecher doch noch angeklagt wurden. Aber häufig war es zu spät, zum Beispiel, weil Verbrecher oder Zeugen schon gestorben waren.<eop>In Deutschland und in anderen Ländern gibt es immer noch Gruppen, die den Nationalsozialismus gut finden. Man nennt sie normalerweise Neonazis: „Neo“ ist Griechisch und heißt „neu“. „Nazi“ ist eine Abkürzung für Nationalsozialist. Viele dieser Gruppen wurden schon verboten. Darum versuchen manche Neonazis, ihre Ideen zu verstecken. Zum Beispiel sagen sie nicht, dass alle Juden getötet werden müssen, aber sie sagen schlimme Sachen über Juden. Oder sie behaupten nicht, dass Hitlers Herrschaft gut gewesen sei, aber manches habe er doch richtig gemacht.<eop> "}, {"title": "Natur", "id": 631, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Natur", "text": "Die Natur ist alles, was nicht von Menschen gemacht wurde. Alle Dinge und Teile der Welt, die es auch ohne den Menschen gibt. Was von Menschen hergestellt wurde, nennt man stattdessen Kultur. Außerdem ist die Natur dasjenige, was nicht übernatürlich ist. Mit dem Übernatürlichen beschäftigt sich die Religion.<eop>Zur belebten Natur gehören zum Beispiel alle Pflanzen und Tiere, zur unbelebten Natur die Gebirge und vieles mehr. Wir Menschen gehören auch zur belebten Natur: Wie die Tiere besitzen wir einen Körper. Die verschiedenen Bereiche der Natur werden von den Naturwissenschaften erforscht. <eop>Wenn man von der Natur spricht, meint man oft die Umwelt oder eine Landschaft. Umweltschutz heißt auch Naturschutz. Natur ist eine Gegend, in der die Menschen noch nichts gebaut haben. Darum ist Natur mittlerweile selten geworden: Fast überall gibt es Felder, Gebäude oder zumindest Wege.<eop>"}, {"title": "Neil Armstrong", "id": 632, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Neil Armstrong", "text": "Neil Armstrong war ein amerikanischer Weltraumfahrer. Im Jahr 1969 war er der erste Mensch, der den Mond betreten hat, bei der Reise von Apollo 11. Das hat ihn außerordentlich berühmt gemacht. Außerdem war er in seinem Leben Pilot für die Armee und hat Firmen geleitet.<eop>Armstrong kam 1930 zur Welt, sein vollständiger Name war Neil Alden Armstrong. Er interessierte sich für Flugzeuge und musste mit 19 Jahren in der Armee der USA dienen. Zwei Jahre lang flog er im Krieg in Korea Militär-Flugzeuge, vor allem, um das Land zu beobachten.<eop>Danach studierte er weiter an einer Universität die Technik, die für die Luftfahrt nötig ist. Danach flog er wieder für das Militär. Im Jahr 1962 ging er zur NASA. Diese Organisation der amerikanischen Regierung kümmert sich um die Raumfahrt. Die Sowjetunion, ein anderer mächtiger Staat damals, war mit der Raumfahrt schon viel weiter. Die USA wollten deshalb Menschen zum Mond bringen, um zu zeigen, dass sie in der Raumfahrt besser waren.<eop>Bald nach der Mondreise bekam Armstrong einen wichtigen Posten bei der NASA. Er studierte wieder und wurde dann Professor für die Technik der Luftfahrt und der Raumfahrt. Schließlich gründete er einige Firmen und wurde dadurch sehr reich. Im Jahr 2012 ist er gestorben.<eop> Was hat Armstrong auf dem Mond gemacht? Armstrong flog mehrere Male in den Weltraum und hatte auch wichtige Aufgaben auf der Erde. Er hatte Glück, dass er zu den drei Männern gehörte, die schließlich zum Mond fliegen durften. Ihr Raumschiff brauchte für die Reise drei Tage. Der dritte Mann umrundete mit dem Raumschiff weiter den Mond. Währenddessen landeten Armstrong und ein anderer Astronaut mit der Landefähre „Eagle“ auf dem Mond. „Eagle“ ist das englische Wort für Adler.<eop>Armstrong war sehr geschickt darin, die Mondfähre zu steuern und einen guten Landeplatz zu finden. Sonst wären er und sein Kollege wohl umgekommen. Sechs Stunden nach der Landung kletterte Armstrong als erster aus der Fähre. <eop>Auf dem Mondboden angekommen, sagte er den berühmten Satz: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“. Das war am frühen Morgen des 21. Juli 1969, als in Europa noch tiefe Nacht war. Viele Menschen waren aber wach geblieben, um die Mondlandung über das Fernsehen zu erleben.<eop> "}, {"title": "Nerv", "id": 635, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nerv", "text": "Ein Nerv ist ein Strang des Körpers, über den Informationen fließen. Nerven sind so etwas wie die Telefonleitungen des Körpers. Darüber werden über die Informationen an die Zentrale und Anweisungen an andere Organe geleitet. Die Zentrale ist zumeist das Gehirn, in einigen Fällen auch das Rückenmark oder Knoten aus Nerven.<eop>Wie eine Telefonleitung besteht ein Nerv aus vielen „Drähten“, nur sind diese nicht aus Metall. Diese „Drähte“ sind hauchdünne Ausläufer von Nervenzellen, sogenannte Nervenfasern. Diese Nervenfasern sind durch Bindegewebe zu Bündeln zusammengefasst. Die Informationen werden in den Nerven als elektrische Impulse weitergeleitet. Dabei gibt es zwei ganz verschiedene Arten: Informationen fließen vom Körper zum Gehirn oder vom Gehirn in den Körper.<eop>Welche beiden Arten von Nervenbahnen gibt es? Erstens gibt es den Weg vom Körper zum Gehirn: Wenn man etwas Heißes anfasst, wird diese Information an das Gehirn weitergeleitet. Dort wird das Signal verarbeitet wie in einem Computer. Das Gehirn stellt fest: Diese Hitze tut der Haut nicht gut. Das Gehirn beschließt, dass die Hand den heißen Gegenstand loslassen muss.<eop>Die zweite Art von Nervenbahnen schickt dann einen Befehl an die Hand. Dieser kann bedeuten: „loslassen!“ oder „zurückzucken!“. Dieser Befehl erreicht die Muskeln im Arm und in der Hand, damit sie den heißen Gegenstand loslassen und die Hand sich zurückzieht.<eop>"}, {"title": "Nest", "id": 636, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nest", "text": "Ein Nest ist ein Bau von Tieren. In diesem Bau schläft ein Tier oder es lebt darin wie wir Menschen in unserer Wohnung. Viele Tiere ziehen ihre Jungen in einem Nest auf, vor allem die Vögel. Die Eier oder die Jungtiere nennt man „Gelege“, weil die Mutter die Eier gelegt hat. Solche Nester nennt man „Gelegenester“.<eop>Je nach Tierart sind die Nester verschieden. Wenn sie dem Ausbrüten der Eier oder der Aufzucht der Jungen dienen, sind die Nester meistens sorgfältig ausgepolstert mit Federn, Moos und anderen Dingen aus der Natur. Viele Tiere benutzen dazu aber auch Dinge von Menschen wie Stoffreste oder was sie sonst gerade finden.<eop>Manche Tierarten haben es in ihrem Instinkt, dass sie Nester für die Jungen bauen. Auch wo und wie sie ihre Nester bauen, müssen sie sich nicht lange überlegen. Es gibt auch Tiere, die ein Nest nur bauen, um darin zu schlafen, zum Beispiel die Gorillas und die Orang-Utans. Diese Affen bauen sich sogar für jede Nacht einen neuen Schlafplatz.<eop>Welche Arten von Gelege-Nestern gibt es? Vögel bauen ihre Nester oft in Bäume, damit Fressfeinde weniger gut an die Eier und an die Jungtiere herankommen. Räuber wie zum Beispiel Eichhörnchen oder Marder schaffen es aber oft trotzdem. Wasservögel bauen ihre Nester am Ufer oder auch auf schwimmenden Inseln aus Ästen. Die Vogeleltern müssen dann ihr Gelege selber verteidigen. Meister darin sind zum Beispiel die Schwäne. Spechte und viele andere Vögel bauen ihre Nester in Baumhöhlen.<br /> Hoch oben und schwer erreichbar sind meist Nester von grossen Greifvögeln wie Adlern. Diese nennt man dann nicht mehr Nest sondern Horst. Bei Adlern nennt man das also Adlerhorst.<eop>Jungvögel, die in einem Nest aufwachsen, nennt man „Nesthocker“. Dazu gehören Meisen, Finken, Amseln, Störche und viele andere. Zahlreiche Vogelarten bauen aber gar keine Nester, sondern suchen sich einfach einen geeigneten Ort für die Eiablage wie zum Beispiel unser Haushuhn. Die Jungtiere laufen sehr schnell schon herum. Man nennt sie deshalb „Nestflüchter“.<eop>Säugetiere graben oft Höhlen für ihre Nester. Bekannt dafür sind die Füchse oder die Dachse. Die Nester der Biber sind zum Schutz so angelegt, dass die Eltern und auch die Feinde durch das Wasser schwimmen müssen, um ins Nest zu gelangen. Auch junge Kätzchen, Schweinchen, Kaninchen und viele andere Säugetiere bleiben nach der Geburt während einiger Zeit im Nest.<eop>Es gibt aber auch viele Säugetiere, die ohne Nest auskommen. Kälber, Fohlen, junge Elefanten und viele andere stehen nach der Geburt sehr schnell auf und folgen ihrer Mutter. Wale sind ebenfalls Säugetiere. Sie haben auch kein Nest und folgen ihrer Mutter durch das Meer.<eop>Insekten bauen besondere Nester. Die Bienen und die Wespen bauen sechseckige Waben. Ameisen bauen Hügel oder sie bauen ihre Nester in die Erde oder in totes Holz. Die meisten Reptilien graben ein Loch in den Sand und lassen ihre Eier dort von der Wärme der Sonne ausbrüten.<eop><eop>"}, {"title": "Neujahr", "id": 637, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Neujahr", "text": "Der 1. Januar heißt in vielen Ländern Neujahr. Es ist der erste Tag im neuen Jahr. Er fängt oft mit einem Silvester-Feuerwerk an und wird mit Kirchenglocken „eingeläutet“. Der 1. Januar als erster Tag unseres Kalender-Jahres ist von den Römern eingeführt worden, als die den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar vorverlegt haben. Das war im Jahr 153 vor Christus, also vor über 2000 Jahren.<eop>Auf der Erde gibt es unterschiedliche Zeitzonen. Darum beginnt das neue Jahr auf einigen Inseln im Pazifischen Ozean bereits 13 Stunden früher als bei uns in Mitteleuropa. In Neuseeland ist zwölf Stunden früher Neujahr, im Osten Australiens noch zehn Stunden. So geht es Stunde um Stunde weiter in Richtung Westen. Als letztes findet der Jahreswechsel auf Hawaii statt, das ist eine Inselgruppe der USA. Dann ist in Mitteleuropa bereits 11 Uhr morgens am Neujahrstag.<eop>In Wien beginnt dann jeweils das bekannteste Neujahrskonzert der Welt. Das Orchester der Wiener Philharmoniker spielt seit dem Jahr 1941 an diesem Konzert vor allem Musikstücke der Komponisten Johann Strauss Vater und Sohn. Im Fernsehen schauen ungefähr 50 Millionen Menschen in 90 Ländern zu. Neben klassischer Musik wird während des Neujahrskonzerts auch Ballett gezeigt. <eop>Viele Religionen und Kulturen haben einen anderen Neujahrstag als den 1. Januar. Deshalb gibt es auch zum Beispiel das chinesische, das muslimische oder das jüdische Neujahrsfest. In China und für die Chinesen auf der ganzen Welt ist ihr Neujahrsfest der wichtigste Tag im Jahr. Es richtet sich nach dem Mondkalender und fällt auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende. Darum wechselt das Datum jedes Jahr im Zeitraum von Ende Januar bis Ende Februar. Zu dieser Zeit begrüßte man im alten China den Frühling. Man nennt es deshalb auch Frühlingsfest.<eop> "}, {"title": "Neuseeland", "id": 638, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Neuseeland", "text": " Neuseeland ist ein Staat im südlichen Pazifischen Ozean. Er besteht aus zwei großen Inseln und 700 kleineren. Seit dem Jahr 1974 gehört auch die weit entfernte Insel Niue dazu. Die Hauptstadt heißt Wellington. Das Land ist etwa ein Drittel kleiner als Deutschland und hat nur etwa so viele Einwohner wie das Bundesland Hessen.<eop>Zu den Nachbarstaaten von Neuseeland gehören Australien im Westen und ein paar kleine Inselstaaten im Norden. Bis Australien sind es mehr als 1500 Kilometer. Selbst mit einem schnellen Flugzeug braucht man dafür gut zwei Stunden. Fliegt oder fährt man nach Süden, kommt man in die Antarktis.<eop>Durch die große Entfernung zu anderen Ländern und Kontinenten gibt es in Neuseeland Pflanzen und Tiere, die es nur dort gibt. Dazu gehört auch der Kiwi, das ist ein Vogel, der nicht fliegen kann und meist nur nachts aktiv ist. Der Kiwi-Vogel ist so etwas wie ein Symbol für Neuseeland, deshalb nennen sich die Neuseeländer auch selbst „Kiwis“.<eop>Am meisten Geld verdienen die Neuseeländer mit der Landwirtschaft, mit der Herstellung von Lebensmitteln wie Milchprodukten und mit dem Tourismus. Viele Urlauber schätzen Neuseeland als „grüne Insel“, so wird das Land auch genannt. Denn die Natur ist wegen der wenigen Einwohner in weiten Teilen noch ziemlich unberührt.<eop> "}, {"title": "Neuzeit", "id": 639, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Neuzeit", "text": "Die Neuzeit ist der neueste Abschnitt in der Geschichte und folgt auf das Mittelalter. Sie ist eine der drei großen Epochen der Menschheits-Geschichte und beginnt etwa um das Jahr 1500. Wer die Kultur der Renaissance aus Italien besonders hoch schätzt, sieht den Anfang der Neuzeit lieber etwas früher. Wer vor allem an die Wissenschaft denkt, sagt, dass die Neuzeit eher um 1600 angefangen habe.<eop>Obwohl die Neuzeit nicht so lange andauert wie das Altertum oder das Mittelalter, hat es besonders viele Entdeckungen und Erfindungen gegeben. Vieles ist geschehen, das noch für die Welt heute bedeutsam ist. Auch wir leben in der Neuzeit.<eop> Wie fing die Neuzeit an? Am Beginn der Neuzeit, um das Jahr 1500, stand die Renaissance. In dieser Zeit haben kluge Leute in Teilen Europas die Wiedergeburt des Altertums gefeiert. In der Kunst, beispielsweise der Malerei, entstanden viele Sachen nach Art der Griechen und Römer.<eop>Wichtige Erfindungen wurden in dieser Zeit gemacht, beispielsweise die Druckpresse. Mit dem Buchdruck wurde es möglich, die Bibel zu vervielfältigen, wie es Martin Luther wollte. Er war ein Reformator, der den alten katholischen Glauben der Kirche umwandelte. Seine Anhänger waren Protestanten, die eine neue Kirche gründeten. Zu Beginn der Neuzeit führten die Protestanten in Deutschland und anderswo häufig Kriege gegen die Katholiken. <eop> Was geschah mit weiteren Erfindungen? Eine andere Erfindung war der Kompass. Er machte es möglich, sehr weite Strecken über die Weltmeere zu segeln und den Weg zu finden. Christoph Kolumbus war ein solcher Seefahrer. Er segelte unter der Flagge Spaniens über die Meere. Spanien und Portugal entdeckten viele Gebiete an den Küsten Amerikas, Afrikas und Asiens und eroberten sie auch. Die Städte und andere Niederlassungen, die sie dort gründeten, nennt man Kolonien. Spanien und Portugal wurden durch die Schätze, die es dort gab, reich und waren schon kurze Zeit nach 1500 die ersten Kolonialmächte. <eop>Später kamen weitere Kolonialmächte hinzu, vor allem Großbritannien und die Niederlande. In diesen Ländern waren die Protestanten in der Mehrheit, von denen viele überzeugt waren, dass man im Leben fleißig arbeiten und zu Reichtum gelangen sollte. Solche Ideen haben zu einer neuen Art geführt, mit Geld umzugehen. Manche Wissenschaftler sagen, daraus sei der Kapitalismus entstanden: Man sammelt Geld an, das man dafür ausgibt, um neue Fabriken zu bauen und mehr Land anzubauen. Auf diese Weise macht man mit Geld immer mehr Geld.<eop> Was ist die neuere Geschichte? Die Zeit bis 1750 nennt man die Frühe Neuzeit. Danach beginnt die neuere oder moderne Geschichte. Durch neue Erfindungen lebten die Menschen länger und es ging zumindest vielen besser. In Europa und Nordamerika lernten mehr und mehr lesen und schreiben. Das führte dazu, dass sie mehr mitbestimmen wollten, was in ihrem Staat passiert – die Könige wehrten sich oft dagegen.<eop>Ein wichtiges Wort in dieser Zeit ist Revolution. Es kommt aus dem Lateinischen und heißt eigentlich Umdrehung. Gemeint ist, dass vieles nicht mehr so ist wie früher, sondern sich ändert. In der Politik sollte das Volk mehr und der König weniger dürfen, so, als wenn sich alles umdreht. <eop>1789 standen in Frankreich viele Menschen gegen den König auf, weil er viele Schulden gemacht hatte, schlecht regierte und die Ernte schlecht gewesen war. Das nennt man die Französische Revolution. Viele Wissenschaftler sagen, dass erst mit ihr die eigentliche neuere Geschichte beginnt. Die Revolution sorgte nicht einfach dafür, dass Menschen freier leben konnten – es kam auch zu Gewalt und Krieg. Darum haben viele Leute Angst vor der Revolution gehabt, selbst wenn sie selbst wollten, dass sich etwas im Staat ändert. Im ganzen 19. Jahrhundert hat man viel von Revolutionen gesprochen.<eop>Eine andere Revolution in dieser Zeit war die Industrielle Revolution. Mit Industrie meint man Arbeitsstätten, an denen etwas hergestellt wird, produziert. Dank vieler Erfindungen und einer anderen Art zu arbeiten wurde viel mehr produziert als früher. Mit neuen Verkehrsmitteln wie der Eisenbahn ließen die neuen Waren sich gut woanders hinbringen, wo man sie kaufen wollte.<eop> Was ist die neueste Zeit? Die Welt hat sich immer mehr verändert, und die Geschichtswissenschaft brauchte irgendwann einen neuen Ausdruck für das, was zuletzt geschehen ist. Die neueste Zeit ist der jüngste Teil der neuereren Geschichte. Ein ähnlicher Ausdruck ist Zeitgeschichte: Viele Menschen, die diese Zeit erlebt haben, leben noch.<eop>Wann genau dieser letzte oder jüngste Teil der Geschichte angefangen hat, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Viele finden, dass der Erste Weltkrieg viel verändert hat. Er hat viele Länder in Europa arm gemacht, während die Menschen in den Kolonien mehr Macht gefordert haben. In Russland, Italien, Deutschland und anderen Ländern haben Extremisten die Macht übernommen: Sie haben eine Diktatur, eine Gewaltherrschaft, errichtet und viele Menschen getötet, die anderer Meinung waren. Vor allem die Diktatur in Deutschland, der Nationalsozialismus, hat zum Zweiten Weltkrieg geführt.<eop>Im Jahr 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, war die Welt in den Westen und den Osten geteilt. Der Westen wurde von den Vereinigten Staaten von Amerika angeführt, zu ihm gehörten viele Länder in Westeuropa. Russland war als Sowjetunion der Herrscher des Ostblocks, das sind die meisten Länder in Osteuropa und einige andere Länder gewesen. <eop>Man spricht von der Zeit des Kalten Krieges: Die USA und die Sowjetunion haben keinen Krieg gegeneinander geführt, aber immer mehr Waffen hergestellt. In einigen Ländern, wie Griechenland, Vietnam oder Angola, wurde der Krieg auch heiß. Wie die Welt und Europa war auch Deutschland geteilt. Für viele Kolonien in Asien und Afrika wurde es aber möglich, unabhängige Länder zu werden.<eop>Der Kalte Krieg endete um 1990, als die Sowjetunion zu arm und zu schwach wurde, um weiterhin so viele Länder zu unterdrücken. Länder in Osteuropa, wie Polen oder Estland, konnten selbst entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten wollten. Es sah so aus, als wenn die Demokratie endgültig gewonnen hätte. Für die Zeit seitdem gibt es noch keinen richtigen Ausdruck. Die Geschichte geht aber weiter: Die Welt verändert sich, mal zum Schlechten, mal zum Guten.<eop>"}, {"title": "New York", "id": 640, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/New York", "text": "New York City, sprich: Nu Jork ßitti, ist die größte Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika, den USA. Sie hat über acht Millionen Einwohner, in der Umgebung leben noch einmal über zehn Millionen Menschen. New York ist eine besondere Weltstadt, die viele Besucher, aber auch Firmen anzieht. Die Stadt befindet sich im gleichnamigen US-Bundesstaat.  Die Stadt liegt auf mehreren Halbinseln, die durch zwei Flüsse getrennt werden: Der Hudson River im Westen und der East River im Osten. Beide Flüsse münden etwas südlich in den Atlantik. New York ist in fünf Stadtteile unterteilt: Brooklyn, Bronx, Queens, Staten Island und Manhattan. Der bekannteste Stadtteil ist Manhattan, wo auch die Vereinten Nationen ihr Hauptgebäude haben. <eop>New York hat viele Sehenswürdigkeiten, Geschäfte, Museen, Theater und so weiter. An der Wall Street befinden sich die amerikanische Börse und viele Banken. Die berühmteste Statue von New York steht auf einer kleinen Insel vor Manhattan: die Freiheitsstatue, die man als Wahrzeichen für die gesamten USA kennt.<eop> Was passierte früher in New York City? Das Gebiet des heutigen New York wurde erstmals im 16. Jahrhundert vom Italiener Giovanni da Verrazzano entdeckt. Im 17. Jahrhundert siedelten sich dort Niederländer an. 1626 kauften sie die Insel Manna-Hatta für 60 Gulden von Indianern und gründeten Neu-Amsterdam. <eop>Schon bald aber eroberten die Briten die Insel und gaben ihr den Namen New York, was so viel heißt wie „Neu-York“. York ist eine Stadt in England. Später machten sich die britischen Kolonien in Nordamerika unabhängig. Für einige Jahre war New York sogar die Hauptstadt der USA, bis im Jahr 1800 Washington die neue Hauptstadt wurde.<eop>Vor allem im 19. Jahrhundert wuchs New York zu einer riesigen Stadt heran, dank der vielen Einwanderer aus Europa. Um 1900 gab es schon viele Hochhäuser, die berühmten Wolkenkratzer. Alte Häuser hingegen hat man abgerissen – die ältesten Häuser sind nun aus dem Jahr 1719. <eop>Im Jahr 2001 haben Terroristen zwei große Hochhäuser in New York zerstört, das World Trade Center. Amerikaner nennen dieses Ereignis 9/11, weil es am 11. September passierte. Mittlerweile wurde dort ein neues riesiges Gebäude errichtet. Heute gibt es rund 6.000 Hochhäuser in New York. Als Hochhaus wird ein Haus bezeichnet, wenn es eine Höhe von mindestens 35 Metern oder 12 Stockwerke aufweist.<eop> Was sollte man über den Bundesstaat New York wissen? Der Bundesstaat New York ist etwa doppelt so groß wie Bayern und hat rund 20 Millionen Einwohner. Seine Hauptstadt ist nicht New York City, sondern das viel kleinere Albany am Ende des Hudson River. Weitere größere Städte sind Syracuse, Rochester und Buffalo im Norden des Staates. <eop>Das Gebiet, das direkt nördlich der Stadt New York liegt, nennt man „Upstate New York“. Noch weiter nördlich beginnt die Bergkette der Appalachen, die einen großen Teil der Fläche des Staates einnimmt. Die Gipfel dort sind bis zu 1.600 Meter hoch. Ganz im Norden liegen die Großen Seen und der Sankt-Lorenz-Strom an der Grenze zu Kanada. Dort ist die Landschaft wieder flacher. Weite Teile des Bundesstaates New York sind von Wald bedeckt. Es gibt mehrere große Nationalparks, in denen die Natur geschützt wird.     <eop>"}, {"title": "Nibelungensage", "id": 641, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nibelungensage", "text": "Die Nibelungensage ist eine alte deutsche Sage. Ihren Inhalt hat man in verschiedenen Werken gefunden, die im Mittelalter aufgeschrieben wurden. Das bekannteste Werk über die Nibelungen ist das Nibelungenlied, ein anderes die Thidreks-Sage.<eop>Die Nibelungen sollen ein Volk sein, das einen großen Schatz hat. Manchmal sind die Nibelungen ein Volk von Zwergen, die im Bergbau arbeiten und deshalb an Gold und Silber gelangen. Im Nibelungenlied scheinen die Nibelungen allerdings normale Menschen zu sein. Sie werden auch nur erwähnt, das Werk handelt von ganz anderen Leuten.<eop>Man weiß nicht, was aus der Nibelungensage wahr ist und was jemand erfunden hat. Jedenfalls geht es um das Volk der Burgunder. Das hat es wirklich gegeben, es lebte in der Zeit der Völkerwanderung am Rhein. Das war um das Jahr 436 nach Christus, also vor über 1500 Jahren. Ein römischer Feldherr hat es zusammen mit hunnischen Soldaten bekämpft und alle Burgunder getötet.<eop> Was ist das Nibelungenlied? Das Nibelungenlied ist ein langer Text, der einem Roman ähnelt. Geschrieben ist er aber in Versen, so wie in einem Gedicht. Aufgeschrieben wurde das Lied um das Jahr 1200, also vor etwa 800 Jahren. Wer sich das Nibelungenlied ausgedacht hat, ist unbekannt. Vielleicht stammt der Schreiber aus der Stadt Passau, die heute in Bayern liegt. Allerdings gab es das Lied nicht nur aufgeschrieben: Vor allem haben Menschen es sich einander weitererzählt.<eop>Man hat das Lied in mehreren Handschriften gefunden. In dreien davon war es vollständig. Diese drei Handschriften unterscheiden sich ein wenig voneinander. Darum ist nicht ganz sicher, wie das Lied „richtig“ geht, wenn man das überhaupt so sagen kann. Den heutigen Namen hat das Nibelungenlied von Wissenschaftlern bekommen: In einer der drei Handschriften endet die Geschichte mit den Worten: „daz ist der Nibelunge liet“. In den anderen beiden heißt es: „daz ist der Nibelunge not“, der Untergang der Nibelungen.<eop>Es ist das erste große Werk in deutscher Sprache. Für die Geschichte der deutschen Sprache ist es so wichtig wie die Werke von Homer für die griechische Sprache. Allerdings ist es für uns heute schwierig, dieses alte Deutsch zu verstehen. Wissenschaftler nennen es Mittelhochdeutsch.<eop> Was steht im Nibelungenlied? Das Nibelungenlied beginnt mit Kriemhild und endet auch mit ihr. Sie ist die Schwester des Königs der Burgunder, Gunther. Sie will Siegfried heiraten, den mächtigen Helden, der den Schatz der Nibelungen hat. Aber König Gunther will die Heirat nicht einfach so erlauben: Siegfried soll ihm erst dabei helfen, die stolze und starke Brünhild aus Island zu heiraten.<eop>Wer Brünhild heiraten will, muss schwere Aufgaben überstehen. Siegfried hat eine Tarnkappe: Wenn er unter diesem Mantel ist, kann niemand ihn sehen. So hilft er Gunther bei den Aufgaben, und so kann Gunther Brünhild heiraten. Siegfried wird Kriemhilds Mann. Aber Königin Brünhild und Kriemhild streiten sich darüber, wer am Hof von König Gunther wichtiger ist. Kriemhild ärgert sich so sehr, dass sie verrät: Gunther konnte Brünhild nur heiraten, weil Siegfried ihm heimlich geholfen hatte.<eop>Brünhild geht deshalb zu Hagen, dem grimmigen Diener von König Gunther. Sie befiehlt ihm, Siegfried zu töten. Hagen muss seiner Königin gehorchen und bringt Siegfried um, als Siegfried allein im Wald bei der Jagd ist.<eop>Kriemhild trauert um Siegfried und will Rache. Sie heiratet sie ihren zweiten Mann, den König der Hunnen, Attila. Jahre später lädt sie ihre Familie aus Burgund ein, sie zu besuchen. Auf einem großen Fest zettelt Kriemhild Streit an. Es kommt zu einem großen Kampf, am Ende sind fast alle tot.<eop> Was steht in der Thidreks-Sage? Die Thidreks-Sage ist eigentlich eine Sammlung von Sagen. Sie wurde in Norwegen aufgeschrieben, etwa zur gleichen Zeit wie das Nibelungenlied oder etwas später. Die Sprache ist Altnordisch. Die Geschichten sollen aber aus Norddeutschland stammen. <eop>In einigen dieser Sagen kommen Personen vor, die man auch aus dem Nibelungenlied kennt, wie Brünhild. In der Thidrek-Sage ist sie allerdings nicht die Herrin von Island, sondern über einen Ort in Deutschland. Den Namen hat die Sagen-Sammlung von Thidrek. Das ist der nordische Name von Dietrich von Bern. <eop>Dietrich war ein beliebter Held in vielen Sagen. Im Nibelungenlied lebt er als Gast von Attila bei den Hunnen. In der Thidreks-Sage hingegen wird erzählt, wie er aufwächst. Einige Heldentaten werden nicht Siegfried, sondern ihm zugesprochen.<eop> Was wurde später aus der Sage? Nach dem Mittelalter gab es noch mehrere Werke, die die Sage von den Nibelungen, Siegfried und Brünhild neu erzählt haben. Besonders bekannt und beliebt wurde sie allerdings erst wieder um das Jahr 1800. Johann Wolfgang von Goethe war einer derjenigen, die davon begeistert waren.<eop>Im Jahr 1861 erschien ein trauriges Theaterstück von Friedrich Hebbel. Etwa zur selben Zeit arbeitete Richard Wagner an seiner großen Oper „Der Ring des Nibelungen“. Man hat später auch Filme über die Nibelungen gedreht. Am bekanntesten ist der Stummfilm von Fritz Lang aus dem Jahr 1924. Das Werk aus dem Mittelalter ist sehr lang und für die Menschen von heute schwer zu verstehen. Darum hat man kürzere Fassungen in heutigem Deutsch geschrieben.<eop>Im Nibelungenlied liest man unter anderem von Xanten, wo Siegfried herstammen soll, und von Worms, wo die Burgunder leben. Heute steht in Xanten zum Beispiel eine Mühle, die man Kriemhild-Mühle genannt hat. In Worms finden jedes Jahr die Nibelungen-Festspiele statt: Dabei zeigt man die Sage als Theaterstück unter freiem Himmel.<eop><eop>"}, {"title": "Niederlande", "id": 642, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Niederlande", "text": "Die Niederlande sind ein Staat im Westen Europas. Zusammen mit einigen Inseln in der Karibik gehören sie zum Königreich der Niederlande. Das Land ist etwa so groß wie die Schweiz, hat aber doppelt so viele Einwohner. Die Niederlande haben zwei Nachbarländer, Deutschland und Belgien.<eop>Das Land ist besonders flach, nur ganz im Süden gibt es kleinere Berge. Viele Gebiete liegen sogar tiefer als das Meer: Nur dank schützender Deiche sind sie überhaupt trocken. Im Norden befindet sich ein großer See, der IJsselmeer heißt, sprich: Äjßelmehr. Früher war das eine Bucht der Nordsee mit Salzwasser, bis man einen langen Deich gebaut hat.<eop>Die meisten Niederländer wohnen im Westen des Landes, der früher Holland hieß. So werden die Niederlande oft im Ausland genannt, obwohl das nicht richtig ist. Im Land spricht man Niederländisch, eine Sprache, die sehr mit dem Deutschen verwandt ist.<eop>Das Land besteht aus zwölf Teilen, die man Provinzen nennt. Amsterdam ist die Hauptstadt des Landes. Allerdings arbeiten die niederländische Regierung und das Parlament in Den Haag. Eine weitere große Stadt des Landes ist Rotterdam mit einem der größten Häfen der Welt, in Europa ist er mit Abstand der größte Hafen. In seiner Nähe fließt der Rhein in die Nordsee.<eop>Wie sieht das Land aus? Kein Teil der Niederlande ist besonders weit vom Meer entfernt, von der Nordsee. Das Land ist flach und grün. Der höchste Berg liegt ganz im Süden und ist auch nur 321 Meter hoch. Es gibt auch nicht so viele Wälder.<eop>Im Norden des Landes befindet sich ein großer See, das IJsselmeer. „Meer“ ist das niederländische Wort für See, die IJssel ist ein wichtiger Fluss, der in diesen See mündet. Vor dem 20. Jahrhundert hieß das IJsselmeer noch anders: IJsselzee oder Zuiderzee. Damals war es kein See, sondern ein Teil der Nordsee. Die Niederländer haben einen langen Deich gebaut, den Abschlussdeich.<eop>Das IJsselmeer ist heute kleiner als früher, weil man im Süden davon viel neues Land geschaffen hat. Das ist der größte Teil der Provinz Flevoland. Man glaubte damals, man brauche das neue Land für die Landwirtschaft. Weil die Landgewinnung so teuer ist, hat mat später nicht noch mehr Neuland geschaffen. <eop>Kleinere Seen findet man vor allem im Norden der Niederlande. Die großen Flüsse hingegen gehen mitten durch das Land, von Osten nach Westen. Aus Deutschland kommt der Rhein und aus Frankreich die Maas.<eop>Welche Geschichte haben die Niederlande?<eop>Schon in der Steinzeit haben Menschen in dem Gebiet gelebt, wo heute die Niederlande sind. Das sieht man auch an den Hünengräbern im Osten. Das sind riesige Steine, die aufeinander gelegt worden sind. Später kamen die Römer in die Gegend, allerdings nur bis zum Rhein.<eop>Im Mittelalter gab es in den heutigen Niederlanden viele verschiedene Gebiete. Das reichste wurde die Grafschaft Holland, ganz im Westen des Landes. Wichtig war auch Utrecht, eine alte Römerstadt, in der nun ein Bischof herrschte. Im Osten der Niederlande lag sogar ein Herzogtum, Gelderland. Diese verschiedenen Gebiete wurden nach und nach von der Familie der Habsburger geerbt.<eop>Am Anfang der Neuzeit gab es einen Aufstand gegen die Habsburger. Die niederländischen Provinzen haben sich selbstständig gemacht. Sie haben Vertreter in eine Art Parlament geschickt, das Generalstaaten hieß. Die Generalstaaten haben erfolgreich gegen die Habsburger Krieg geführt.<eop>In der Zeit der Französischen Revolution besetzten französische Soldaten die Niederlande. Nach der französischen Zeit, 1815, wurde ein Königreich der Niederlande gegründet. Dazu gehörte auch das heutige Belgien. Weil sie den niederländischen König nicht mochten, gründeten die Belgier ihren eigenen Staat, fünfzehn Jahre später.<eop>Die Niederlande konnten lange Zeit sich aus den Kriegen in Europa heraushalten. Im Jahr 1940 wurden sie aber vom nationalsozialistischen Deutschland besetzt. Sechs Jahre später war das Land wieder frei, aber arm. Langsam erholte es sich. Aber es verlor damals seine große Kolonie, das heutige Indonesien. Im Jahr 1975 wurde die Kolonie Suriname unabhängig.<eop>Was muss man über die Menschen in den Niederlanden wissen? Viele Einwohner kommen aus anderen Ländern: Aus Deutschland, Indonesien, Marokko und der Türkei stammen die meisten „neuen Niederländer“. Etwa ein Drittel der Niederländer wohnt im Westen, wo die vier großen Städte liegen: Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht. Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, in dem so viele Menschen auf so wenig Land leben.<eop>Lange Zeit waren die Niederlande für ihre Reformierten Kirchen bekannt. Angeblich sind die Reformierten sehr sparsam. Mittlerweile sind aber nur noch wenige Niederländer gläubig. Im Süden des Landes ist man vor allem katholisch. Seit einigen Jahren sind mehr und mehr Niederländer Muslime, sie sind nun die drittgrößte Gruppe.<eop>Viele Leute glauben, dass man in den Niederlanden frei ist und alles tun und lassen darf, was man will. Das gilt aber vielmehr für eine große Stadt wie Amsterdam. Auf dem platten Land sind die Einwohner oft viel strenger. Viele klagen auch, dass es in den großen Städten nicht so sicher ist.<eop>Wer hat in den Niederlanden das Sagen? Die Niederlande haben als Staatsoberhaupt einen König. Der König hält Reden, hat aber keine Macht. Wenn man eine neue Regierung braucht, ernennt das Parlament einen Kundschafter.<!--besseres Wort?--> Er spricht mit den Parteien und hilft dabei, dass sich genug Parteien finden und gemeinsam eine Regierung bilden. <eop>Die Regierung kann nicht regieren, wenn die Mehrheit des Parlaments ihr nicht vertraut. Wenn eine Mehrheit im Parlament gegen die Regierung ist, tritt sie normalerweise zurück. Oft wird dann ein neues Parlament gewählt.<eop>Das Parlament der Niederlande heißt Generalstaaten. Es hat zwei Teile: die Erste Kammer und die Zweite Kammer. Die Zweite Kammer ist das eigentliche Parlament, dort finden die großen Diskussionen statt. Die Erste Kammer ist weniger wichtig: Sie soll noch einmal gründlich gucken, ob ein neues Gesetz sinnvoll ist. Das Gesetz kommt schließlich nur zustande, wenn beide Kammern dafür sind.<eop>Die Niederlande bestehen aus 12 Provinzen. Sie dürfen nicht so viel bestimmen bei sich wie die Bundesländer in Deutschland und Österreich. Eine Provinz kann zum Beispiel entscheiden, wo dort wichtige Straßen gebaut werden sollen. Eine Provinz hat ein eigenes Parlament und auch eine Regierung.<eop>Außerdem gibt es in den Niederlanden noch fast 400 Gemeinden. Die größte ist Amsterdam, die kleinste hat weniger als 10.000 Einwohner. Besonders an den Niederlanden ist, wie man Bürgermeister wird: Man wird nicht gewählt, sondern vom König ernannt. Diese Sitte stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Niederlande noch nicht sehr demokratisch waren. Heutzutage fragt man aber erst den Gemeinderat, das Parlament der Gemeinde, wen er eigentlich haben will.<eop>Wofür sind die Niederlande bekannt? Schon im Mittelalter gab es in den Niederlanden richtig große Städte. Auch danach waren dort manche Niederländer sehr reich. So gab es auch viele berühmte Maler, wie Johannes Vermeer und später Vincent van Gogh. Dafür kennt man aus den Niederlanden nicht sehr viele Musiker oder Schriftsteller.<eop>Bekannt für die Niederlande sind die Pommes frites, ähnlich wie für Belgien. Niederländer haben viele Arten erfunden, wie sie serviert werden, mit Ketchup, Mayonnaise oder Zwiebeln. Sehr niederländisch ist es auch, rohen Fisch zu essen: Die „Matjes“ sind Heringe, die man sich von oben in den Mund schiebt. Die Niederländer selbst sagen eigentlich „Maatjesharing“.<eop>In den Niederlanden hat man viele Käsesorten. Der berühmteste ist wohl der von Gouda, einer Stadt in der Provinz Nord-Holland. Richtig niederländisch finden die Niederländer aber vor allem den „Stamppot“, eine Mischung aus Kartoffeln und Grünkohl. Dazu gibt es eine geräucherte Wurst.<eop>Womit verdienen die Menschen in den Niederlanden ihr Geld? Die Niederlande sind ein reiches Land, auch verglichen mit anderen Ländern in Europa. Sehr wichtig ist immer noch die Landwirtschaft: Dank moderner Technik erzeugt man viel auf wenig Raum. Aus den Niederlanden kommen Getreide, Gemüse und Obst, aber auch Blumen. Nur die USA und Frankreich verkaufen noch mehr davon ins Ausland.<eop>In Europa wird viel hergestellt, das in den Rest der Welt geht. Häufig liefert man es über Rotterdam: Der Hafen dieser Stadt ist einer der größten der Welt. Rotterdam ist durch den Rhein mit vielen Städten in Deutschland verbunden.<eop>Seit den Jahren nach 1970 hat man im Norden des Landes Erdgas gefunden. Davon wird viel abgebaut. Nur noch vier andere Länder auf der Welt gewinnen mehr Erdgas als die Niederlande. Ansonsten gibt es im Boden nicht so viele Bodenschätze. Allerdings hat man früher im Süden Kohle abgebaut.<eop>"}, {"title": "Niedersachsen", "id": 643, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Niedersachsen", "text": "Niedersachsen ist ein Bundesland im Nordwesten von Deutschland. Es hat fast acht Millionen Einwohner. Die Hauptstadt heißt Hannover, weitere große Städte sind Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück. Bremen liegt zwar auch mitten in Niedersachsen, ist aber ein eigenes Bundesland. <eop>Das Land Niedersachsen gibt es erst seit 1946. Der Name des Landes kommt von dem alten Germanenstamm der Sachsen, die hier im frühen Mittelalter lebten. Die sächsischen Herzöge waren damals bedeutende Herrscher, einige wurde sogar Könige und Kaiser. Später regierten die sächsischen Herrscher auch andere Gebiete weiter im Osten, wo heute die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt liegen. Diese Gebiete nannte man damals „Obersachsen“, weil sie weiter „oben“ in den Bergen liegen. Niedersachsen war eben da, wo das Land eher flach ist, daher kommt das Wort „Nieder“ am Anfang des Namens.<eop>Auch heute noch besteht Niedersachsen überwiegend aus Flachland, vor allem in der Nähe der Nordsee. Im Südosten gibt es aber auch einige Mittelgebirge wie das Weserbergland und den Harz. Der höchste Berg des Landes ist der Wurmberg im Harz, er ist 971 Meter hoch. <eop>Viele Menschen in Niedersachsen leben von der Landwirtschaft, vor allem von der Tierzucht. Ein großer Teil der Rinder, Schweine und Hühner, deren Fleisch man in Deutschland isst, kommt aus Niedersachsen. In manchen Gegenden gibt es viel mehr Tiere als Menschen. In den großen Städten sieht man aber auch viele Fabriken. Besonders bekannt sind das Volkswagen-Werk in Wolfsburg oder die Meyer-Werft in Papenburg, die große Kreuzfahrtschiffe baut. <eop><eop>"}, {"title": "Niere", "id": 644, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Niere", "text": "Die Nieren sind wichtige Organe eines Menschen. Sie liegen im Bauch, ganz hinten nahe der Wirbelsäule. Normalerweise hat man zwei Nieren.<eop>Die Nieren filtern das Blut. Zuerst einmal holen sie das überschüssige Wasser heraus. Dabei entsteht Urin. Wenn das Blut durch eine Niere hindurchfließt, reinigt sie es auch. Was der Körper nicht mehr braucht oder was giftig ist, wird herausgefiltert. Das gibt dem Urin die gelbe Farbe. Der Urin fließt durch die Harnleiter, das sind dünne „Schläuche“, und von dort in die Harnblase. Die Blase ist eine Art Warteraum, damit wir nicht immer auf das WC rennen müssen.<eop>Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, stauen sich im Körper die Giftstoffe. Ein Arzt verschreibt dann oft ein Medikament. Es gibt Geräte, die anstelle der Nieren die Giftstoffe aus dem Blut filtern, das nennt man Dialyse. Manchmal ist eine Operation nötig. Heutzutage kann man einem Menschen die Niere eines anderen Menschen geben, man „transplantiert“ sie. Man kann auch leben, wenn man nur eine Niere hat.<eop>Bei manchen Menschen bilden sich Nierensteine. Das sind eine Art Kristalle, die sich aus verschiedenen Teilen des Urins bilden. So lange sie in der Niere bleiben, richten sie meist keinen Schaden an. Manchmal wandern sie aber in den Harnleiter und verstopfen diesen. Das führt zu großen Schmerzen. Man muss die Steine dann mit einer Operation entfernen. Es gibt aber auch ein besonderes Gerät, den Nierenstein-Zertrümmerer. Der sendet besondere Wellen durch die Haut, die die Steine zu Pulver zerfallen lassen. Der Urin spült es dann weg.<eop><eop>"}, {"title": "Nikolaus", "id": 645, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nikolaus", "text": "Der Nikolaus taucht an vielen Orten in der Adventszeit auf. Man sieht ihn in den Straßen. Oft wird er von einem dunkel gekleideten Mann begleitet, so etwas wie ein Diener. Manche Schulklassen oder Familien empfangen den Nikolaus zu Besuch.<eop>Viele Kinder wissen nicht genau, wie es um den Nikolaus steht. Vor allem die kleineren denken manchmal, dass er im Wald wohnt, in einer einfachen Hütte. Dort unterhält er sich auch mit den Waldtieren und versorgt sich selbst. <eop>Sein Begleiter ist der Knecht Ruprecht, der Schmutzli oder wie immer er heißt. Während des Jahres bereiten sie sich auf ihre Besuche vor. Vor allem der Schmutzli erkundigt sich versteckt, wie sich die Kinder verhalten. Er teilt seine Beobachtungen dem Nikolaus mit. Der schreibt alles in ein dickes Buch.<eop>Gemeinsam bereiten sie Säcke mit Nüssen, Schokolade, Mandarinen und anderen leckeren Dingen vor. Die verschenken sie dann den Kindern. Zuvor gibt es aber oft Ermahnungen, die der Nikolaus aus seinem Buch vorliest. So halten sich Angst und Freude bei vielen Kindern die Waage. Vor allem ältere Kinder nehmen aber an, dass der Nikolaus einfach ein verkleideter, ganz normaler Mann ist, ebenso wie sein Begleiter. Sie denken auch, dass sie all die Informationen von den Eltern oder Lehrern haben, ohne sie selber zu erspähen. <eop> Welche Bräuche über den Nikolaus gibt es? Im Christentum gibt es viele Bräuche, die mit Nikolaus zu tun haben. Sein Geburtstag soll der 6. Dezember gewesen sein. Für die Christen ist das der Tag des Heiligen Nikolaus. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bekommen die Kinder kleine Geschenke, meistens Nüsse und Süßigkeiten. Dazu stellen sie am Abend vor dem Nikolaustag Teller, Strümpfe oder Schuhe auf. Diese füllt der Nikolaus dann in der Nacht zum 6. Dezember mit Geschenken. In Luxemburg haben Grundschüler am Nikolaustag sogar schulfrei. <eop>Je nach Region hat der Nikolaus auch verschiedene Namen. In den schweizerischen Mundarten hat der Nikolaus verschiedene Namen, die jedoch alle ähnlich klingen. In der Umgebung von Zürich beispielsweise heißt er „Samichlaus\". In Luxemburg heißt er „Kleeschen\". Auch in den Tagen vor der Nikolausnacht, besucht er schon mal die Kinder und redet manchmal mit ihnen. Dabei können sie ihm ihre Wünsche mitteilen und bekommen manchmal auch schon Geschenke. Er wird gewöhnlich feierlich von den Kindern mit besonderen Liedern empfangen. So gibt es in vielen Sprachen Nikolauslieder.<eop>Bei seinen Besuchen, wird der Nikolaus oft von verschiedenen Personen begleitet. Dabei begleitet ihn je nach Region manchmal ein dunkel gekleideter Geselle. Dieser verteilt auch schon mal Ruten an Kinder, die nicht artig waren. In Deutschland ist das meist Knecht Ruprecht, in der Schweiz der Schmutzli, in Österreich ein Krampus und in Luxemburg der Houseker. Da der Nikolaus im Himmel lebt, begleiten ihn manchmal auch Engel, die ihm beim Beschenken der Kinder helfen.<eop>Was weiß man über den ursprünglichen Nikolaus? Der Heilige Nikolaus hieß mit vollem Namen Nikolaus von Myra und lebte etwa um das Jahr 300 nach Christus. Über ihn weiß man nicht viel. Er war der Bischof von Myra in der heutigen Türkei und er soll den Armen geholfen und Tote wieder lebendig gemacht haben. Viele katholische und orthodoxe Christen verehren diesen Heiligen besonders.<eop>Es gibt viele Erzählungen über den Heiligen Nikolaus. Laut diesen Erzählungen soll er Wunder vollbracht haben. Eine solche Geschichte ist die vom Kornwunder. Zu Zeiten einer großen Hungersnot lag ein Schiff im Hafen von Myra, das Getreide für den Kaiser in Byzanz geladen hatte. Nikolaus bat die Seeleute, den hungernden Menschen zu helfen und einen Teil des Korns auszuladen. Diese hatten jedoch Angst, denn sie wussten, dass das Korn genau abgewogen war und trauten sich deshalb nicht, davon etwas abzugeben. <eop>Die Seeleute gaben erst etwas ab, als Nikolaus ihnen versprach, dass ihnen nichts passieren würde. Als sie mit ihrem Schiff beim Kaiser in Byzanz ankamen, stellten sie verwundert fest, dass kein Gramm fehlte. Das Korn, das Nikolaus von den Seeleuten erhalten hatte, reichte jedoch ganze zwei Jahre.<eop><eop>"}, {"title": "Nikolaus Kopernikus", "id": 646, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nikolaus Kopernikus", "text": "Nikolaus Kopernikus war ein Astronom am Beginn der Neuzeit. Er hat sich einen neuen Weg ausgedacht, um das Weltall zu erklären. Damals glaubte man, dass die Sonne, der Mond und alle Planeten sich um die Erde drehen. Kopernikus sagte, es sei andersherum: In der Mitte ist die Sonne.<eop>Die Lehre von Kopernikus hat sich nicht sofort durchgesetzt. Erst etwa 100 Jahre später hatten andere Astronomen genug Hinweise dafür, dass Kopernikus doch recht hatte. Heute weiß man allerdings genauer, dass die Sonne zwar die Mitte des Sonnensystems ist, aber nicht die Mitte des Weltalls. Das Weltall hat keine Mitte und ist noch viel größer, als Kopernikus es wissen konnte.<eop> War Kopernikus Deutscher oder Pole? Als Kopernikus schon lange tot war, haben Deutsche und Polen sich gestritten, wohin Kopernikus gehörte. Kopernikus kam aus einer deutschsprachigen Familie. Er konnte außer Deutsch auch Polnisch und Latein und hat seinen Namen oft unterschiedlich geschrieben, je nach dem, wo er gerade wohnte.<eop>Die längste Zeit seines Lebens hat Kopernikus in Thorn und später in Frauenburg gewohnt. Diese Städte gehörten damals noch nicht zu Polen, aber der polnische König war ihr Schutzherr. Heute wird Kopernikus in Polen als großer Sohn des Landes verehrt. In der Domburg von Frauenburg hat man ein Museum für ihn eingerichtet.<eop> Was war Kopernikus von Beruf? Als Nikolaus ein kleiner Junge war, starb sein Vater. Er wuchs deshalb bei seinem Onkel auf. Dieser Onkel war ein reicher Bischof und sorgte dafür, dass Nikolaus gute Schulen besuchen konnte. An Universitäten in Polen und Italien studierte er mehrere Fächer, wie das damals üblich war. Darunter war vor allem Recht und Medizin, außerdem Mathematik und vielleicht auch Astronomie.<eop>Danach arbeitete er erst für seinen Onkel, auch als Arzt. Als er schon fast vierzig Jahre alt war, wurde Nikolaus ein Domherr in der Stadt Frauenburg. Das war eine Art Beamter für die Kirche. Die Kirche fand es gut, dass er sich für Astronomie interessierte: Je mehr die Menschen davon wissen, desto bessere Kalender kann man machen. Denn für die Kirche war es wichtig, dass der Anfang von Ostern richtig berechnet wurde, der jedes Jahr auf einen anderen Tag fällt.<eop> Was dachte man damals über die Erde und die Sonne? Im Mittelalter glaubten die Menschen vor allem an das, was schon im Altertum aufgeschrieben worden war. Die griechischen Philosophen Aristoteles und Ptolemäus hatten gesagt, dass die Erde in der Mitte des Weltalls steht. Um die Erde drehten sich der Mond, die Sonne und die fünf Planeten, die man damals schon kannte. Man glaubte, dass die Wege solcher Himmelskörper um die Erde perfekte Kreise seien.<eop>Die Erde war in der Mitte von allem, weil man damals von vier Elementen ausging: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Die Erde war am schwersten und deshalb um den Mittelpunkt des Weltalls. Auf der Erde schwimmt dann das Wasser, in Meeren, Seen oder Flüssen. Über dem Wasser ist die Luft, die wir atmen. Wenn wir eine Flamme anmachen, dann zeigt sie nach oben, zu dem natürlichen Ort des Feuers. <eop>Die Erde aber stand fest an ihrem Platz und bewegte sich nicht. Das nennt man das geozentrische Weltbild: „geo“ bedeutet „Erde“ und „zentrisch“ heißt „in der Mitte“. Nur so konnte man sich erklären, dass zum Beispiel die Menschen auf der Erde nicht herunterfallen. Auch die Körper der Menschen waren schwer und strebten zum Mittelpunkt mittendrin in der Erde.<eop> Was war das Problem mit dem alten Weltbild? Die griechischen Philosophen konnten eigentlich alles gut erklären – bis auf die Bewegung der Planeten. Wenn man auf der Erde steht und sich den Himmel ansieht, ziehen Sonne und Mond ganz normal ihre Bahnen. Im Osten geht die Sonne auf, im Westen geht sie unter. Aber die Planeten wie der Mars laufen anscheinend erst in die eine Richtung und dann in eine andere. Dabei bewegt er sich so, dass seine Bahn wie eine Schleife aussieht.<eop>Ptolemäus schrieb sein großes Werk über die Erde um das Jahr 150 nach Christus. Er versuchte, das was er am Himmel sah, mit der Mathematik zu beschreiben. Damit das einigermaßen klappte, hat er sich einige seltsame Dinge einfallen lassen oder von anderen Philosophen übernommen.<eop>Demnach bewegen sich die Planeten zwar um die Erde, aber nicht einfach auf einer Kreisbahn. Auf der Bahn des Planeten bewegte der Planet sich wiederum auf einer eigenen Kreisbahn, deren Mittelpunkt auf der Bahn des Planeten lag. Ptolemäus brauchte auch noch andere Tricks, damit man die Bewegungen der Planeten vorhersagen konnte. Wer das alles ausrechnen wollte, musste viel Zeit, Können und Geduld mitbringen. Was man dann als Planeten-Kreisbahn ausrechnete, stimmte aber immer noch nicht richtig mit dem überein, was man am Himmel sah.<eop> Was ist Kopernikus aufgefallen? Kopernikus beobachtete nachts die Sterne und Planeten und schrieb auf, was er sah. Das machten auch andere Astronomen, so dass man immer genauer wusste, wie die Planeten scheinbar um die Erde liefen. Die Beobachtungen von Kopernikus sorgten dafür, dass er nach seinem Tod ein angesehener Astronom war.<eop>Schon um 1514 hatte Kopernikus ausprobiert, wie es wäre, wenn die Sonne in der Mitte wäre, nicht die Erde. Dann könnte man auf einige Tricks von Ptolemäus verzichten und die Bewegungen der Planeten viel einfacher ausrechnen. Allerdings rechnete auch Kopernikus immer noch mit Kreisbahnen auf den Kreisbahnen der Planeten.<eop>Er traute sich nicht, seine Idee allen bekannt zu machen. Sie stellte vieles auf den Kopf, was in der Wissenschaft damals für richtig gehalten wurde. Nur einigen guten Freunden und Bekannten schickte er einen Bericht. Sie überredeten Kopernikus schließlich, die Idee und die Beobachtungen in einem Buch zu veröffentlichen. Dieses Buch erschien 1543, kurz bevor Kopernikus starb.<eop>Das Buch war auf Latein, wie das damals üblich war, und außerdem sehr schwierig geschrieben. Nur gute Astronomen konnten alles verstehen. Der Titel lautete: „De revolutionibus orbium coelestium“, Von den Umschwüngen der himmlischen Kreise. Das Weltbild von Kopernikus nannte man schließlich „heliozentrisch“, weil die Sonne in der Mitte steht. „Helios“ ist das griechische Wort für Sonne.<eop> Hat man Kopernikus geglaubt? Die Astronomen interessierten sich vor allem für die Beobachtungen von Kopernikus. Sie fanden es auch gut, die Bewegungen der Planeten leichter berechnen zu können. Sie hatten aber keinen Grund, an das heliozentrische Weltbild zu glauben. Denn man konnte damit die Bewegungen nur leichter berechnen, aber nicht genauer vorhersagen. Die Idee von Kopernikus erklärte das Weltall nicht besser als das, was man seit Jahrhunderten von Aristoteles und Ptolemäus kannte.<eop>Im Gegenteil: Fast alles übrige erklärte Kopernikus schlechter. Laut Kopernikus drehte sich die Erde nicht nur um die Sonne, sondern auch noch einmal am Tag um sich selbst. Diese Erdumdrehung sorgt ja für Tag und Nacht. Aber wodurch bewegte sich die Erde? Und wenn sie sich drehte, warum werden dann nicht die Menschen und alles andere auf der Erde ins Weltall geschleudert?<eop>Heute glauben viele Leute, dass die Kirche gegen das heliozentrische Weltbild gewesen sei. Das ist nicht ganz richtig. Zwar findet man in der Bibel eine Stelle, in der ein Feldherr die Sonne angeblich angehalten hat, damit es länger hell ist. Zur Zeit von Kopernikus hat man das noch nicht so ernst genommen, ein großer Streit wurde es erst später.<eop> Wer hat gezeigt, dass Kopernikus recht hatte? Viele Jahre nach Kopernikus gab es also zwei Weltbilder, von denen man nicht wusste, welches richtig war. Tycho Brahe aus Dänemark und Galileo Galilei in Italien waren berühmte Astronomen, die für das heliozentrische Weltbild waren. Den entscheidenden Einfall hatte aber Johannes Kepler aus Deutschland, damit es sich durchsetzte.<eop>Kepler schaute sich vor allem die Bewegungen des Mars an und hatte 1618 eine neue Idee fertig. Seit dem Altertum hatte man geglaubt, dass die Planeten sich in Kreisen um die Erde drehen. Kepler erkannte, dass es in Wirklichkeit keine Kreise, sondern Ellipsen sein mussten. Eine Ellipse ist eine Art in die Länge gezogener Kreis, ein Oval. Wenn man davon ausging, kann man die Bewegungen der Planeten endlich viel besser vorhersagen.<eop>Warum aber fallen die Dinge nicht von der Erde, wenn diese sich dreht? Die Antwort lieferte schließlich Isaac Newton aus England – damals war Kopernikus schon fast 150 Jahre tot. Schon Kepler und andere hatten geglaubt, dass es eine Kraft zwischen Sonne und Planeten geben musste. Diese „Fernwirkung“ würde dafür sorgen, dass die Planeten auf einer Kreisbahn bleiben und die Menschen und Dinge auf der Erde „kleben“. Ähnlich funktioniert ja auch ein Magnet.<eop>Newtons Idee war die „Schwerkraft“. Die Schwerkraft oder Gravitation ist eine Kraft zwischen allen Körpern. Je größer ein Körper ist, desto größer ist die Kraft. Je mehr Abstand zwischen den Körpern ist, desto schwächer wird die Kraft. Ein Mensch bleibt auf der Erde, weil die Erde ihn anzieht. <eop>Den letzten Beweis hat man im 19. Jahrhundert gefunden, also 300 Jahre nach seinem Tod. Die Erde bewegt sich und steht deshalb immer an verschiedenen Stellen. Von der Erde aus gesehen stehen die Sterne am Himmel immer ein wenig anders zueinander, weil sich der Blickwinkel von der Erde aus ändert.<eop>"}, {"title": "Nil", "id": 647, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nil", "text": "Der Nil ist ein Fluss im Nordosten von Afrika. Er kommt aus den Bergen Ostafrikas und fließt in Ägypten in das Mittelmeer. Mit 6852 Kilometern ist er der längste Fluss der Welt. Meist fließt er durch die Wüste, dort wachsen nur an seinen Ufern viele Pflanzen. Er sieht aus dem Weltraum aus wie ein langes grünes Band in der gelben Sandwüste.<eop>Das Wasser im Nil kommt vor allem aus zwei Quellen: dem Weißen und dem Blauen Nil. Der Weiße Nil kommt aus der Gegend des Victoria-Sees in der Nähe des Äquators. Dort ist der Kagera der eigentliche Quellfluss, er geht durch den Victoria-See. Der Weiße Nil ist besonders lang, zweieinhalbmal so lang wie der Blaue Nil.<eop>Der Blaue Nil ist zwar kürzer, aber aus ihm strömt das meiste Wasser. Er fließt aus dem Tana-See, der selbst auch einige Quellflüsse hat. Dieser See liegt in Äthiopien, das ist wesentlich nördlicher als der Victoria-See. Der Blaue Nil hat in sich viel Erde, die zum Nilschlamm beiträgt.<eop>Blauer Nil und Weißer Nil fließen bei der Stadt Karthum zusammen, das ist die Hauptstadt des Sudan. Etwa ab hier beginnt die Wüste. Weiter in Ägypten, bevor der Nil ins Mittelmeer fließt, teilt er sich in mehrere Arme und bildet ein großes Flussdelta. Das Land zwischen diesen Armen ist sehr wasserreich und fruchtbar. Hier leben auch sehr viele Menschen. Das war schon im Altertum so, im Alten Ägypten, und auch heute im modernen Staat Ägypten.<eop>Wie nutzen die Menschen den Nil? Schon im Alten Ägypten tranken die Menschen und die Tiere Wasser aus dem Nil. Jeden Herbst überschwemmte der Nil das Land. Dabei brachte er nicht nur Wasser, sondern auch Schlamm und Mineralien mit sich, die auf dem Land als Dünger wirkten. Nur so war es möglich, so viel zu ernten. <eop>Auch die Schifffahrt auf dem Nil gibt es schon seit damals. Nicht nur Menschen, sondern auch Waren wurden auf dem Nil befördert, beispielsweise die Steine für die Tempel und Pyramiden. Heute verkehren auf dem Nil zusätzlich viele Schiffe für Touristen.<eop>Nach dem Jahr 1800 begann man, Dämme zu bauen, damit man das Land das ganze Jahr über bewässern konnte. So wurde es möglich zweimal jährlich zu säen und zu ernten, beispielsweise die Baumwolle. So konnten viel mehr Menschen beschäftigt und ernährt werden, denn die Bevölkerung wuchs sehr schnell.<eop>Bald schon gab es noch kühnere Pläne: Man wollte den Nil so sehr aufstauen, dass man auch noch Wasser hatte, wenn mehrere Jahre lang wenig Regen fiel. Der alte Staudamm bei der Stadt Assuan wurde deshalb neu errichtet und im Jahr 1971 fertiggestellt. Er heißt heute Assuan-Staudamm. Der damalige Staats-Chef hieß Gamal Abdel Nasser, deshalb spricht man heute auch vom Nasser-See. <eop>Der See erfüllt seinen Zweck: Er speichert nicht nur sehr viel Wasser, sondern seine Turbinen erzeugen auch sehr viel elektrischen Strom. Das ist saubere Energie, die Ägypten dringend braucht.<eop>Der Stausee hat aber auch große Nachteile: Der nahrhafte Schlamm bleibt im See liegen und gerät nicht mehr als Dünger auf die Felder. Dadurch müssen die Bauern sehr viel Kunstdünger einsetzen. Das kostet viel Geld und ist nicht gut für die Umwelt.<eop>Auch mussten viele Menschen ihre Dörfer und Felder verlassen, weil diese unter Wasser gesetzt wurden. Viele Menschen waren nicht zufrieden mit dem Land, das ihnen der Staat als Ersatz anbot. Zudem wurden viele Beziehungen zwischen Nachbarn zerstört.<eop>Auch mit den Kulturgütern war es schwierig. Der berühmte Tempel von Abu Simbel würde heute unter Wasser liegen. Auf der ganzen Welt wurde deshalb Geld gesammelt, damit Fachleute den Tempel und die mächtigen Skulpturen zerlegen und höher oben wieder aufbauen konnten. <eop> "}, {"title": "Noah", "id": 648, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Noah", "text": "Die Erzählung von Noah und seiner Arche ist die dritte große Geschichte im Alten Testament. Sie folgt auf die Erschaffung der Erde und die Geschichte von Adam und Eva.<eop>Das Wort Arche bedeutet einfach „Kasten“. Er war aus Holz gebaut und konnte deshalb schwimmen. Er hatte drei Stockwerke und war etwa so groß wie die Titanic. Darin überlebten Noah, seine Familie und viele Tiere die große Flut.<eop>Die meisten Wissenschaftler vertreten heute die Meinung, dass die Geschichte von Noah und seiner Arche nicht wirklich so stattgefunden hat. Vielmehr wolle sie etwas über den Glauben sagen. Es gibt aber auch Menschen, die davon überzeugt sind, das die Geschichte tatsächlich so stattgefunden hat. Immer wieder suchen Menschen nach den Überresten der Arche. Es gibt davon sogar moderne Nachbauten.<eop>Was erzählt das Alte Testament? Die Menschen hatten sich wieder von Gott abgewendet und nicht so gelebt, dass Gott sich an ihnen freuen konnte. Die einzige Ausnahme bildete Noah mit seiner Familie. Gott beschloss deshalb, die ganze Welt in einem Hochwasser zu ertränken und nur Noahs Familie zu retten. Deshalb sprach Gott selber mit Noah.<eop>Gott trug Noah auf, die Arche zu bauen, damit er mit seiner Frau und seinen Söhnen Sem, Ham und Jafet gerettet wurde. Auch die Ehefrauen der drei Söhne sollten überleben, ebenso von jedem Tier ein Paar. <eop>Während vierzig Tagen regnete es wie aus Eimern, bis alle Bergspitzen unter Wasser standen. Noah ließ niemanden mehr in die Arche hinein. Alle Menschen und Tiere außerhalb der Arche ertranken. Man nennt dieses Ereignis auch die „Sintflut“. Das bedeutet eigentlich: die Sünden-Flut.<eop>Nachdem sich das Wasser wieder zurückgezogen hatte, ließ Noah eine Taube fliegen. Sie kam zurück mit einem Olivenzweig im Schnabel. Gott versprach, er würde die Lebewesen nie mehr mit Wasser vernichten. Als Zeichen für dieses neue Bündnis setzte Gott den Regenbogen an den Himmel. Dies bedeutete, dass wieder Friede herrschte zwischen Gott und den Menschen. Der Regenbogen, die Taube und der Olivenzweig sind seither Zeichen für den Frieden.<eop>Was erzählen andere Bücher über Noah? Es gibt verschiedene sehr ähnliche Geschichten. Von einigen ist nicht klar, ob sie etwas jünger, ungefähr gleich alt oder sogar etwas älter sind als die Geschichte in der Bibel. Die bekannteste von ihnen steht im Gilgamesch-Epos. Es stammt aus dem alten Babylon und ist an die 3800 Jahre alt.<eop>Der Koran erzählt die Geschichte sehr ähnlich wie das Alte Testament. Noah predigte sehr lange zu den Menschen, damit sie nur an Allah und nicht an viele verschiedene Götter glaubten. Er blieb jedoch erfolglos. Er baute die Arche und überlebte sie Sintflut ganz ähnlich, wie es die Bibel beschreibt.<eop>Im Neuen Testament spricht Jesus selbst von der Sintflut. Er mahnte die Menschen, wachsam zu sein und zu beten. Denn am Ende der Welt würden wieder nur die Menschen überleben, die an Gott geglaubt hatten. Zur Zeit von Jesus entstanden auch andere Bücher, die von Noah und seiner Arche berichteten. Dies zeigt, dass diese Geschichte weit herum bekannt war.<eop> "}, {"title": "Nobelpreis", "id": 649, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nobelpreis", "text": "Der Nobelpreis wird jedes Jahr verliehen. Man bekommt den Preis, wenn man etwas Besonders für die Medizin, die Physik, die Chemie, die Literatur oder den Frieden gemacht hat. Das Startkapital für den Preis hat Alfred Nobel aus Schweden gegeben. Das Preisgeld wird heute aus den Bankzinsen bezahlt.<eop>Nobel war der Erfinder des Dynamits. Das ist ein Sprengstoff. Bisher gab es zwar schon Nitroglycerin. Das war aber sehr gefährlich, weil es schon bei einer Erschütterung explodieren konnte. Durch Nobels Erfindung wurde es zum weniger gefährlichen Dynamit. Man konnte damit zum Beispiel Tunnel in Berge sprengen, oder es in die Munition von Kanonen und Gewehren einfüllen. Nobel hat mit seiner Erfindung viel Geld verdient. <eop>Nobel wollte Menschen auszeichnen lassen, die für die Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. Im Jahr 1901 wurden die ersten Preise vergeben. Damals war Nobel schon einige Jahre tot. <eop>Wer einen Nobelpreis bekommt, das wird in Stockholm entschieden. Den Nobelpreis für Medizin zum Beispiel vergibt das Karolinska-Institut, eine angesehene Universität für Medizin. Eine Ausnahme ist der Friedenspreis: Darüber entscheidet eine Gruppe, die vom Parlament in Norwegen gewählt wird. Daher erhält man diesen Preis auch in Oslo, der norwegischen Hauptstadt.<eop>Seit dem Jahr 1968 gibt es noch einen besonderen Preis, den für Wirtschaft. Die schwedische Reichsbank vergibt ihn zu Ehren von Alfred Nobel. Er wird als Wirtschaftsnobelpreis gesehen, obwohl Nobel ihn sich nicht selbst ausgedacht hat.<eop>Der Nobelpreis ist wohl die wichtigste Anerkennung auf der Welt, die ein Mensch bekommen kann. Allerdings wollte Nobel, dass man für etwas ausgezeichnet wird, das man im Jahr davor geleistet hat. Stattdessen kriegen ihn heute meist ältere Menschen für Taten, Werke und Erfindungen, die schon viele Jahre alt sind. Wie wichtig etwas gewesen ist, kann man nämlich oft erst im Laufe der Zeit erkennen.<eop>Im Klexikon findest du mehrere Artikel über einige bekannte Nobelpreisträger: <br/>Henri Dunant für Frieden, 1901 <br/>Marie Curie für Physik, 1903 und Chemie, 1911 <br/>Albert Einstein für Physik, 1921 <br/>Gustav Stresemann für Frieden, 1926 <br/>Thomas Mann für Literatur, 1929 <br/>Winston Churchill für Literatur, 1953 <br/>Albert Schweitzer für Frieden, 1954 <br/>Martin Luther King für Frieden, 1964 <br/>Willy Brandt für Frieden, 1971 <br/>Mutter Teresa für Frieden, 1979 <br/>14. Dalai Lama für Frieden, 1989 <br/>Michail Gorbatschow für Frieden, 1990 <br/>Nelson Mandela für Frieden, 1993 <br/>Barack Obama für Frieden, 2009 <br/>Malala Yousafzai für Frieden, 2014 <eop>Den Friedensnobelpreis haben oft auch Organisationen erhalten, so das Rote Kreuz in den Jahren 1917, 1944 und 1963 sowie die Vereinten Nationen im Jahr 2001 und die Europäische Union im Jahr 2012.<eop>"}, {"title": "Nomade", "id": 650, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nomade", "text": "Nomaden sind Menschen, die nicht an einem festen Ort wohnen. Ihre Lebensweise ist es, von Gegend zu Gegend zu ziehen. Man sagt: Sie sind nicht seßhaft. Manche Nomaden halten Vieh und wandern mit ihren Herden dorthin, wo es frisches Gras gibt. Andere Nomaden sind Arbeiter oder Handwerker und suchen immer dort Unterkunft, wo man sie gerade braucht.<eop>Manchmal sagt man auch von ganzen Völkern, dass sie Nomaden sind. Das stimmt aber nicht immer ganz: Einige Menschen dieser Völker leben als Nomaden, andere nicht. So werden die Roma manchmal „fahrendes Volk“ genannt. Tatsächlich ziehen manche Roma mit Wohnwagen von Ort zu Ort, aber viele leben auch in Häusern in Städten. Umgekehrt sind natürlich nicht alle „Fahrenden“ auch Roma.<eop>Viele Nomaden leben in Zelten und nehmen alles mit, was sie besitzen. Das passt oft nicht immer zum modernen Leben: Für Kinder von Nomaden ist es schwierig, eine Schule zu besuchen. Außerdem empfinden viele Menschen Misstrauen gegenüber Nomaden. Die Nomaden kommen oft aus anderen Ländern und haben ihre eigenen Regeln und ihre eigene Kultur. <eop> "}, {"title": "Nonne", "id": 651, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nonne", "text": "Nonnen sind Frauen, für die der Glaube sehr wichtig ist. Sie leben meistens zusammen mit anderen Nonnen in einem Kloster. Ihr Leben ist sehr stark auf Gott ausgerichtet. Jede Nonne legt beim Eintritt ins Kloster ein Versprechen ab. Dieses Gelübde umfasst drei Teile: Eine Nonne verspricht, ihrer Chefin zu gehorchen. Das ist die Äbtissin oder Äbtin des Klosters. Eine Nonne verzichtet auf eigenen Besitz. Alles, was sie hat, gibt sie beim Eintritt dem Kloster ab. Als drittes bleibt sie ledig. Sie hat keinen Ehemann, weil nur Gott für sie wichtig ist.<eop>Nonnen gibt es in der Katholischen und in der orthodoxen Kirche. Sie haben verschiedene Gründer. Alle Nonnen, die auf denselben Gründer zurückgehen, bilden einen Orden. Sie heißen deshalb auch Ordensschwestern. Ihre Regeln sind genau dieselben.<eop>Alle Nonnen desselben Klosters tragen eine einheitliche Kleidung. Sie ist nie bunt, sondern meist grau, schwarz oder dunkelblau. Dazu trägt sie auch einen Schleier und zeigt niemandem ihre Haare. So tun es auch viele muslimische Frauen. Sie zeigen ihre Haare nur anderen Frauen oder ihrem Ehemann. So tun es die Nonnen auch: Wenn sie allein sind, dürfen sie den Schleier ausziehen. Dann sieht sie nur Gott.<eop>Wie wird eine Frau zur Nonne? Wenn eine Frau in ein Kloster eintritt, wird sie nicht gleich Nonne, sondern Novizin. Das bedeutet eigentlich: Neuling. Sie lebt in einer Probezeit, die ein bis zwei Jahre dauert. Während dieser Zeit lernt sie die Bibel besser kennen. Sie lernt auch die Geschichte ihrer Gemeinschaft und deren Regeln kennen. Sie übt sich im Gebet, im Gottesdienst, im Schweigen, im Fasten und hat vielleicht sogar Unterricht in einer fremden Sprache, vor allem in Latein.<eop>Die Novizin schließt ihre Probezeit mit einem Fest ab, das heißt: Profess. An diesem Fest legt sie ihr Gelübde ab. Das Wort „Gelübde“ kommt vom Verb „geloben“ und bedeutet versprechen. Sie verspricht Gehorsam, Armut und Ehelosigkeit. Zu diesem Fest sind meistens auch ihre Eltern eingeladen, vielleicht auch einige Geschwister.<eop>Am Anfang leistet die Nonne ein Gelübde für eine bestimmte Zeit, meistens für ein Jahr. Dann kann sie das Kloster wieder verlassen oder ihr Gelübde erneuern, vielleicht um zwei oder drei Jahre. Die meisten Nonnen legen erst viel später ein Gelübde für den Rest ihres Lebens ab.<eop>Wie lebt eine Nonne? Das Wichtigste für eine Nonne ist, dass sie die drei Regeln des Gelübdes einhält. Der Rest hängt ein wenig vom Kloster ab, in dem sie lebt. <eop>In allen Klöstern gelten feste Zeiten für die Gottesdienste und für die Gebete. Das kann auch nachts sein. Es gibt Klöster, in denen bis zu acht Mal am Tag ein gemeinsames Gebet in der Kirche stattfindet. Da stehen die Nonnen auch regelmäßig mitten in der Nacht auf, wenn die Glocke läutet. Sie gehen dann schweigend zum Gebet in die Kirche und wieder zurück in ihr Bett.<eop>Zwischen den religiösen Verpflichtungen tun die Nonnen, was sie zu ihrem eigenen Leben brauchen: Sie arbeiten in der Küche oder im Garten, waschen Kleider, machen sauber, pflegen ihre kranken und alten Schwestern und vieles anderes mehr.<eop>Meistens bleibt dann immer noch Zeit übrig, in der die Nonnen anderen Menschen dienen: Im Mittelalter gab es Krankenhäuser nur in Klöstern. Man musste also dort hingehen, wenn man krank war. Daher kommt auch der Name „Krankenschwester“. Die Heilkräuter wuchsen meistens im Klostergarten, der vom Kreuzgang umschlossen wurde. In den Klöstern gab es wertvolle Bücher über die Behandlung von Krankheiten und über die Wirkung von Kräutern. Dieses Wissen gaben die älteren Nonnen den jüngeren weiter. So ging es nicht verloren.<eop>Auch Schulen gab es nur im Kloster. Einige Nonnen waren dabei die Lehrerinnen. Selbstverständlich waren in solchen Schulen nur Mädchen zugelassen und auch nur die mit reichen Eltern. Jungen von reichen Eltern gingen in einem Kloster mit Mönchen zur Schule. <eop>Es gibt auch Nonnen im Buddhismus und im Hinduismus. Auch bei ihnen ist die Religion im Alltag sehr wichtig. Einiges in ihrem Leben ist den katholischen Nonnen sehr ähnlich. "}, {"title": "Nordamerika", "id": 652, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nordamerika", "text": " Nordamerika ist der nördliche Teil von Amerika. In Nordamerika leben ungefähr 450 Millionen Menschen. Wenn man den Kontinent meint, dann liegt die Grenze von Nordamerika zu Südamerika zwischen Panama und Kolumbien. Kolumbien gehört schon zu Südamerika. <eop>Auf dem Kontinent Nordamerika gibt es 23 Staaten. Die meisten davon sind kleinere Länder wie Panama oder Inseln in der Karibik. Viele Leute denken bei Nordamerika aber vor allem an die USA und manchmal auch an Kanada. Das kommt daher, dass man in diesen beiden Ländern vor allem Englisch spricht, während in Mexiko und fast überall sonst Spanisch gesprochen wird.<eop>Die ersten Menschen sind in der letzten Eiszeit über Alaska im Norden auf den Kontinent gekommen. Sie waren die Vorfahren der heutigen Indianer. Zu den großen Hochkulturen Nordamerikas gehörten die Maya, die im heutigen Mexiko lebten. Die ersten Europäer in Nordamerika waren Wikinger. Wie sieht es in Nordamerika aus? Nordamerika hat eine Fläche von 25 Millionen Quadratkilometern. Das ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Europa. Nur Asien und Afrika sind größer. In Nordamerika gibt es so gut wie jede Landschaft, von den Wüsten in Mexiko und den USA bis zur Arktis in Kanada.<eop>Ein großes Gebirge in Nordamerika sind die Rocky Mountains im Westen. Im Osten gibt es eine zweite lange Gebirgskette, die Appalachen. Dort sind die Berge aber deutlich tiefer als in den Rocky Mountains. Der höchste Berg Nordamerikas ist der Denali in Alaska. Früher hieß er Mount McKinley. Er ist 6.190 Meter hoch.<eop>Der längste Fluss in Nordamerika ist der Mississippi in den USA mit einer Länge von 3.778 Kilometern. Andere lange Flüsse sind der Missouri und der Yukon. Der größte See des Kontinents ist der Obere See. Er gehört zu den Großen Seen an der Grenze zwischen den USA und Kanada.        <eop>"}, {"title": "Nordmazedonien", "id": 653, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nordmazedonien", "text": "Nordmazedonien ist ein Land im Südosten Europas. Es gehört somit zum Balkan. Das Land ist klein: Die Schweiz ist etwa doppelt so groß und hat etwa viermal so viele Einwohner. Die Amtssprache ist Mazedonisch und das Alphabet ist kyrillisch. Die Währung ist der Mazedonische Denar. Die Hauptstadt heißt Skopje.<eop>Etwa zwei Drittel der Einwohner sprechen kein Mazedonisch zuhause. Sie sind ursprünglich Albaner, Türken und auch Roma. Die meisten Nordmazedonier sind orthodoxe Christen, jedoch leben auch viele Menschen den islamischen Glauben. Das kommt von der Zeit, als die Gegend zum Osmanischen Reich gehörte.<eop>Seit dem Jahr 1991 ist Nordmazedonien ein unabhängiger Staat. Es ist eine Republik mit einem starken Parlament und einem Präsidenten als Chef des Staates. Nordmazedonien möchte gerne Mitglied der Europäischen Union werden und führt Verhandlungen über einen Beitritt. <eop>Was geschah früher in Nordmazedonien? Schon vor 10.000 Jahren wurde das Land besiedelt. Im 2. Jahrhundert vor Christus eroberten es die Alten Römer. Im 4. Jahrhundert nach Christus hat das Byzantinische Reich das Gebiet erobert.<eop>Im 6. und 7. Jahrhundert wanderten slawische Stämme ein. Danach gab es einige Wechsel in der Herrschaft. Vom Beginn des 15. Jahrhunderts an stand Nordmazedonien unter der Herrschaft des Osmanischen Reichs, bis zum Balkankrieg 1912 und 1913. Dieser Krieg beendete die Herrschaft der Osmanen in diesem Gebiet. Mazedonien war später bis 1991 ein Teil von Jugoslawien. In diesem Jahr wurde es unabhängig.<eop>Im Ersten Weltkrieg und im Zweiten Weltkrieg besetzten verschiedene Armeen das heutige Nordmazedonien. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebiet zu Jugoslawien geschlagen. Als Jugoslawien im Jahr 1991 zerfiel, wurde es unter dem Namen Mazedonien unabhängig.<eop>Griechenland, das Nachbarland im Süden, wollte aber nicht, dass sich das neue Land Mazedonien nennt. In Griechenland gibt es nämlich einen großen Landesteil, der ebenfalls Mazedonien heißt. Darum hieß der Name des Staates lange „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“. Zu Beginn des Jahres 2019 konnte der Streit beigelegt werden. Seither sagt man stets Nordmazedonien. Griechenland ist damit einverstanden. Das Ende des Streits über den Namen erleichtert den angestrebten Beitritt zur Europäischen Union.<eop>Wie leben die Leute? Viele Menschen in Nordmazedonien sind arm. Es gibt fast keine Bodenschätze wie Erdöl oder Metalle. Die Industrie ist nicht sehr weit entwickelt. Viele Menschen leben von der Landwirtschaft. Immer noch ist fast jeder vierte Einwohner ohne Arbeit, obwohl sich das in den letzten Jahren verbessert hat.<eop>Den größten Teil des elektrischen Stroms stellen zwei Kohle-Kraftwerke her. Für den Rest sorgen mehrere Wasserkraftwerke. Wenn sehr viel Elektrizität gebraucht wird, springt noch ein Ölkraftwerk ein. Sämtliches Erdöl und Erdgas für Heizungen und Autos muss Nordmazedonien im Ausland einkaufen.<eop>Die Eisenbahn und die wichtigste Autobahn führen dem Fluss Vardar entlang bis nach Belgrad, der Hauptstadt Serbiens. Von dort aus geht es sogar weiter bis zum Hafen von Thessaloniki in Griechenland. In den beiden Städten Skopje und Ohrid gibt es je einen internationalen Flughafen.<eop><eop>"}, {"title": "Nordpol", "id": 654, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nordpol", "text": " Der Nordpol ist eine bestimmte Stelle auf der Erde. Der Planet Erde dreht sich um seine eigene Achse, einmal am Tag. Am einen Ende der Achse ist der Nordpol, am anderen Ende der Südpol. Schaut man aus dem Weltraum von oben auf den Nordpol, dann dreht sich die Erde gegen den Uhrzeigersinn. Das ist der sogenannte geografische Nordpol.<eop>Es gibt aber auch noch den magnetischen Pol. Die Erde hat ein großes Magnetfeld. Es führt dazu, dass die Kompassnadel in eine bestimmte Richtung zeigt. Diesen Pol nennt man auch den arktischen magnetischen Pol. Das Magnetfeld der Erde ändert sich im Laufe von vielen Jahren. Deshalb liegt dieser Pol nicht immer an derselben Stelle und eben auch nicht am geografischen Nordpol.<eop>Am Nordpol gibt es kein Land, sondern Meer. Weil es aber so weit im Norden sehr kalt ist, befindet sich dort immer eine Eisschicht auf dem Meer. Sie ist zwischen einem und vier Meter dick. Im Winter ist sie dicker als im Sommer. Das gesamte Gebiet um den Nordpol herum nennt man Arktis.<eop> Wann waren Menschen zuerst am Nordpol? Es ist unsicher, wann Menschen zum ersten Mal den Nordpol erreicht haben. Zum Beispiel hat der Amerikaner Robert Edwin Peary behauptet, dass er dort im Jahr 1909 gewesen ist. In Wirklichkeit konnte er aber kaum so schnell vorankommen, wie er behauptet hat. <eop>Sicher ist: Zum ersten Mal sind im Jahr 1927 Menschen mit dem Flugzeug über den Nordpol geflogen. Gelandet ist man dort erst zehn Jahre später. Walter William Herbert aus Großbritannien war der erste Mensch, der mit dem Hundeschlitten den Nordpol erreicht hat. Er war dort im Jahr 1969. Allerdings haben ihn Flugzeuge mit Lebensmitteln versorgt.<eop><eop>"}, {"title": "Nordrhein-Westfalen", "id": 655, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nordrhein-Westfalen", "text": "Nordrhein-Westfalen ist ein Bundesland in Deutschland. Hier leben über 18 Millionen Menschen, so viele wie in keinem anderen Bundesland. Es hat eine Grenze zu den Niederlanden und zu Belgien. Der Norden ist noch ein Teil des norddeutschen Flachlandes. Im Süden des Bundeslandes wird es hingegen schon richtig gebirgig: im Sauerland, Siegerland und in der Eifel.<eop>Die Hauptstadt ist Düsseldorf, eine Stadt am Rhein. An diesem Fluss liegt auch die größte Stadt Nordrhein-Westfalens, Köln. Fährt man mit dem Schiff an Köln und Düsseldorf vorbei, kommt man zum Ruhrgebiet. Das ist eine Gegend mit vielen größeren Städten. Sieht man vom Rhein und vom Ruhrgebiet ab, ist das Bundesland eher ländlich, mit Wiesen und Feldern. <eop> Wie ist Nordrhein-Westfalen entstanden? Nordrhein-Westfalen als eigenes Land gibt es erst seit 1946. Viele kürzen es mit den Buchstaben „NRW“ ab. Der Süden oder Südwesten des Bundeslandes war ganz früher ein Teil des Römischen Reiches. Man hat aber auch im Norden römische Festungen gefunden. Im Mittelalter und noch danach gehörte die Gegend zu verschiedenen Fürsten, Bischöfen oder Städten.<eop>Ab dem Jahr 1815 wurde es übersichtlicher: Das heutige Nordrhein-Westfalen kam zum Königreich Preußen. Hier gab es die längste Zeit zwei Provinzen, die Rheinprovinz und die Provinz Westfalen. In dieser Zeit wurden die Gebiete auch richtig modern: Die Eisenbahn wurde gebaut, im Ruhrgebiet hat man Kohle gefunden, und überhaupt wurde hier viel gebaut und hergestellt. Neben Sachsen war dies die wichtigste Gegend für die Industrielle Revolution.<eop>Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte es kein Preußen mehr geben. Aus den beiden preußischen Landesteilen im Westen machte man 1946 das Land Nordrhein-Westfalen. Hinzu kam, ein Jahr später, noch das kleine Land Lippe, ganz im Osten des neuen Landes.<eop> Wer hat im Land das Sagen? Wie alle deutschen Bundesländer ist auch Nordrhein-Westfalen ein eigener Staat. Die Einwohner wählen alle fünf Jahre ein Parlament, den Landtag. Er hat ein großes, modernes Gebäude in Düsseldorf direkt am Rhein.<eop>Der Landtag wählt die Landesregierung. Chef der Landesregierung ist ein Ministerpräsident. Er muss auch immer Mitglied des Landtags sein, das ist nur in Nordrhein-Westfalen so.<eop>Die Einwohner leben in Landkreisen und kreisfreien Städten. Die Landkreise heißen hier einfach Kreise. Mehrere Kreise und kreisfreie Städte liegen zusammen in einem Regierungsbezirk. Davon gibt es fünf: Münster, Düsseldorf, Köln, Arnsberg und Detmold. Die Regierungsbezirke sind der verlängerte Arm der Landesregierung. So vermeidet man, dass noch mehr Beamten des Landes in Düsseldorf leben. <eop>Nur in Nordrhein-Westfalen gibt es die Landschaftsverbände: den Landschaftsverband Rheinland und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Das sind Vereine von Kreisen und kreisfreien Städten. Diesen Vereinen gehören große Krankenhäuser und Museen. Für einen einzelnen Kreis wären sie zu groß und teuer.<eop> Was gibt es in Nordrhein-Westfalen zu sehen? Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat besonders viele Großstädte, wie Köln oder Essen. Köln hat über eine Million Einwohner, viele Geschäfte und viele Sehenswürdigkeiten wie den Kölner Dom. Aber auch „kleinere“ Großstädte ziehen viele Urlauber an, wie Münster im Norden und Aachen ganz im Westen.<eop>Das Sauerland im Süden hat viele Wälder und ist im Winter beliebt bei Skifahrern. dort befindet sich auch der höchste Berg des Bundeslandes: der Langenberg mit 843 Metern. Der Niederrhein im Westen sowie Ostwestfalen-Lippe sind ruhige, ländliche Gebiete mit eher kleinen Städten.<eop> "}, {"title": "Nordsee", "id": 656, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nordsee", "text": "Nordsee heißt das Meer nordwestlich von Deutschland. Die Nordsee ist 575.000 Quadratmeter groß, also größer als Frankreich. Allerdings ist sie nicht sehr tief, denn sie gehört noch zum Schelf, dem Meeresboden direkt am Kontinent Europa. Die tiefste Stelle liegt etwa 200 Meter unter dem Meeresspiegel, im Süden der Nordsee sind es höchstens 50 Meter. <eop>Das Wasser der Nordsee ist salzig, weil sie direkt mit dem Atlantischen Ozean verbunden ist. In der Nordsee fängt man Fische wie Hering und Kabeljau. Im Meeresboden findet man manchmal Erdöl und Erdgas, das man nach oben holt. Außerdem fahren dort viele Schiffe und bringen Waren von Land zu Land.<eop> Wo fängt die Nordsee an und wo hört sie auf? Die Nordsee wird begrenzt durch Großbritannien im Westen, Norwegen und Dänemark im Osten sowie Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich im Süden. Fährt man von einer deutschen Hafen-Stadt wie Hamburg in Richtung Norden, kommt man nach Dänemark und Norwegen. Zwischen diesen beiden Ländern liegt der Weg zur Ostsee. Fährt man hingegen von Hamburg aus nach Westen, entlang der deutschen Küste, fährt man an den Niederlanden und Belgien vorbei. Kurz nach Beginn der französischen Küste endet die Nordsee, und man kommt in den Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien und dann in den Atlantischen Ozean.<eop>Die Nordsee ist in den vergangenen Millionen Jahren mal größer, mal kleiner gewesen. Das liegt an den Eiszeiten: Wenn es auf der Erde kalt war und viel Wasser zu Eis wurde, war auch der Meeresspiegel tiefer, und es gab mehr Land. Das Erdöl bildete sich aus den Resten von Pflanzen, die dort einmal gewachsen waren. So wie jetzt sieht die Nordsee erst seit etwa 11.000 Jahren aus. Davor konnte man noch zu Fuß zu dem Land laufen, das heute die Insel Großbritannien ist.<eop> Warum besuchen Menschen die Nordee? An der Küste und auf den Inseln verbringen viele Menschen ihre Ferien. Was sie tun, hängt zum Teil von der Art der Küste ab. Mancherorts gibt es Sandstrände, die sich für den Sommer-Tourismus eignen, zum Beispiel in Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Die norwegische Küste etwa ist meistens felsiger. Die englische Küste ist für die Vergnügungsstädte am Meer bekannt.<eop>Über der Nordsee weht oft der Wind sehr stark. Deshalb eignet sich die Nordsee für das Segeln und Windsurfen. Manche Urlauber angeln, andere halten nach Vögeln Ausschau. Man kann durch das Watt wandern oder auch dem North Sea Trail folgen: Diese Wanderroute führt von Schottland über England und Belgien bis nach Deutschland und Norwegen.<eop> "}, {"title": "Norwegen", "id": 657, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Norwegen", "text": "Norwegen ist ein Land im Norden Europas. Das Land ist eine Demokratie mit einem König. Es liegt zwischen der Nordsee und Schweden und wird vor allem im Norden sehr schmal. Norwegen ist etwa so groß wie Deutschland, hat aber nicht einmal so viele Einwohner wie das Bundesland Hessen. Die meisten von ihnen leben an der Küste, fast ein Fünftel in der Nähe der Hauptstadt Oslo. Für Norwegen ist der Fischfang wichtig, und in der Nordsee gewinnt es auch Erdöl. Dadurch ist das Land sehr reich.<eop>Das Land ist sehr gebirgig, auch an der Küste. Dort gibt es viele kleine und größere Meeres-Buchten, die man Fjorde nennt. Norwegens Natur zieht jedes Jahr viele Touristen an. Die gehen wandern, campen, Fahrrad fahren oder unternehmen Schiffsfahrten in die Fjorde.<eop>Durch die Nordsee ist der Winter im Westen eher milde, aber im Osten und vor allem im Norden wird es richtig kalt. Deshalb kennt man Norwegen für seine vielen guten Wintersportler. Vor allem Biathlon und der Skilanglauf sind sehr beliebt.<eop> Was ist früher passiert? Die ersten menschlichen Spuren im heutigen Norwegen sind etwa 10.000 Jahre alt. Es handelt sich um Steinwerkzeuge, die auf der Insel Rennesøy im Süden Norwegens gefunden wurden. Später, in der Bronzezeit ließen sich in Norwegen Stämme der Germanen nieder. Aus dieser Zeit fanden Archäologen Siedlungsreste und viele Felszeichnungen. <eop>Im Frühmittelalter galten die norwegischen Wikinger als sehr gefürchtete Eroberer. Mit ihren Schiffen erreichten sie Schottland, Island, Grönland und sogar noch vor Christoph Kolumbus die Küste Nordamerikas.<eop>Im 11. Jahrhundert wurde Norwegen christlich. Eine wichtige Rolle dabei spielte König Olaf, den man heute als \"den Heiligen\" kennt. Zur selben Zeit gab es viele Konflikte mit Dänemark. Die Dänen siegten schließlich und gründeten die Doppelmonarchie Dänemark-Norwegen: Das bedeutet, dass der dänische König auch der König von Norwegen wurde. Um das Jahr 1400 schloss man sich mit dem Königreich Schweden zusammen. Obwohl die Schweden sie nicht besonders mochten, hielt diese so genannte „Union“ über 100 Jahre, bis 1523. <eop>Norwegen blieb sogar bis 1814 ein Teil dieses Gebildes. Die Dänen hatten damals im Krieg mit Napoleon gekämpft. Als der schließlich verlor und verbannt wurde, beschloss man, dass Dänemark Norwegen abgeben musste. Die Norweger wollten unabhängig werden. Einige mächtige Männer trafen sich damals auf dem Hof Eidsvoll in der Nähe von Oslo und fertigten eine Verfassung für Norwegen an. Auch die norwegische Flagge entstand etwa in dieser Zeit.<eop>Der 17. Mai 1814 ist der Tag der Eidsvoll-Verfassung und bis heute norwegischer Nationalfeiertag. Damals kam es allerdings anders, als die Norweger sich es wünschten: Dänemark übergab Norwegen einfach dem König von Schweden. Es dauerte noch fast hundert Jahre, bis 1905 nämlich, dass Norwegen wirklich unabhängig wurde.<eop> Wie spricht man in Norwegen? In Norwegen sprechen die Menschen den Dialekt ihres Ortes. Das Land ist sehr groß und hat Gebirge. Darum gibt es viele Dialekte. Ein Norweger aus Oslo versteht einen Dänen möglicherweise besser als einen anderen Norweger, der aus dem Norden Norwegens stammt. Das ist ähnlich wie im deutschen Sprachgebiet: Ein Deutscher aus Bayern versteht einen Österreicher vielleicht besser als einen Deutschen aus Schleswig-Holstein. Allerdings gibt es ein Standarddeutsch mit einer Rechtschreibung für alle.<eop>Genau das hat Norwegen aber nicht. Man kennt mindestens zwei wichtige Arten zu schreiben. Wenn ein Norweger sich an den Staat in einer Art wendet, muss er die Antwort in derselben Art bekommen. Die meisten Norweger mögen \"Bokmål\", die \"Buchsprache\". Sie ist der dänischen Rechtschreibung und dem Osloer Dialekt ähnlich. Neun von zehn Norwegern benutzen sie. Die zweite offizielle Art zu Schreiben ist \"Nynorsk\", \"Neu-norwegisch\". Sie orientiert sich mehr an Dialekten des Westens von Norwegen, die dem Isländischen näher sind. Ganz im Norden, in Lappland, leben die Samen. Die haben ihre eigenen Sprachen.<eop> Wie ist die Wirtschaft in Norwegen? Seit dem Beginn der Industrialisierung in Norwegen vor etwas mehr als 100 Jahren ist die Wirtschaft des Landes ständig gewachsen. Heute hat Norwegen einen ähnlichen hohen Wohlstand wie die Schweiz und Luxemburg. Es zählt damit zu den reichsten Staaten Europas. Fast alles ist teurer als in Deutschland, Luxemburg oder Österreich. Nur in der Schweiz ist es ähnlich teuer. Das liegt nicht nur an den guten Löhnen, sondern auch daran, dass die Norweger hohe Steuern auf ihre Waren zahlen. <eop>Einen Großteil seines Reichtums verdankt Norwegen dem Erdöl und dem Erdgas. In den Jahren nach 1980 wurden in der Nordsee große Mengen davon entdeckt. Seitdem gibt es zahlreiche Bohrinseln in Norwegens Küstenlandschaft. Die Arbeit auf solchen Bohrinseln wird gut bezahlt, ist jedoch auch gefährlich. <eop>Wichtig sind zudem der Schiffbau und der Tourismus. Besonders die Fjorde werden jedes Jahr von vielen Menschen besucht. In der Fischerei arbeiten ebenfalls viele Menschen. Norwegen zählt zu den größten Fischproduzenten der Welt. Vor allem Stockfisch und Lachs werden viel ins Ausland verkauft. <eop><eop>"}, {"title": "Notruf", "id": 658, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Notruf", "text": "Mit einem Notruf zeigt man, dass man Hilfe braucht. Die Hilfe braucht man selbst oder jemand anders. In ganz Europa ist „112“ die Notrufnummer. Wer diese Nummer mit dem Telefon wählt, spricht mit jemanden, der weiß, was weiter getan werden muss. Wenn es nötig ist, kommt dann die Feuerwehr, die Polizei oder ein Krankenwagen.<eop>Wer einen Notruf abschickt, gibt an, wo man ist und was genau passiert ist, zum Beispiel ein Unfall. Wichtig ist es zu sagen, ob jemand verletzt wurde. Man sagt auch seinen Namen und eine Nummer, unter der man erreichbar ist.<eop>Zuerst hat man in London eine solche Notrufnummer eingerichtet. Im Jahr 1937 hatte es einen großen Brand gegeben. Seitdem erhielt man Hilfe unter der Nummer 999. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es noch viele Jahre, bis in den meisten Ländern solche Nummern eingeführt wurden. <eop>Es gibt auch besondere Notruftelefone, mit denen man nur Notrufe senden kann. Sie stehen manchmal in der Stadt, oft aber auch an wichtigen Straßen. Wenn ein Notruf eintrifft, weiß man immer gleich, wo das Notruftelefon steht.<eop>Manche Menschen machen einen Notruf ohne Grund, nur so aus Spaß. Das ist ein falscher Gebrauch, ein Missbrauch. Dafür wird man streng bestraft, in manchen Ländern sogar mit Gefängnis. Wenn etwa ein Krankenwagen zu einem falschen Ort geschickt wird, ist er nicht da, wenn man ihn wirklich braucht.<eop><eop>"}, {"title": "Nuss", "id": 659, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nuss", "text": "Eine Nuss ist eine Frucht oder ein Kern, der meist von einer Schale umschlossen ist. Diese Schale kann hart sein, wie bei der Haselnuss oder weich, wie bei den Bucheckern. Es gibt echte Nüsse und Nüsse, die nur so genannt werden. <eop>Beispiele für echte Nüsse sind auch Edelkastanien, Eicheln, Erdnüsse, Walnüsse und einige andere. Beispiele für unechte Nüsse sind die Mandeln oder die Kokosnüsse. Sie sind eigentlich Steinfrüchte. Nüsse sind also nicht miteinander verwandt im biologischen Sinn der Pflanzenarten.<eop> Nüsse sind gesund, weil sie verschiedene Vitamine und Nährstoffe enthalten. Sie sind kalorienreich und liefern deshalb viel Energie. Früher wurde ihnen oft das Öl ausgepresst, beispielsweise bei den Walnüssen, welche man in der Schweiz Baumnüsse nennt. Man kann es zum Verfeinern der Nahrung verwenden oder als Lampenöl, denn es russt nicht.<eop>Heute werden Nüsse auch für viele andere Dinge verwenden, zum Beispiel werden sie in der Kosmetik verarbeitet. Das sind Mittel, die zur Körperpflege genutzt werden, zum Beispiel Duschgel oder Seife. Auch Schminkprodukte wie Lidschatten oder Lippenstift gehören dazu.<eop>Die Nüsse werden von Nagetieren, zum Beispiel Eichhörnchen und Vögeln verbreitet. Die Tiere brauchen die Nüsse als Nahrung. Die Nagetiere verstecken auch die Nüsse, um im Winter Nahrung zu haben. Manchmal verlieren Vögel die Nüsse oder die Nagetiere vergessen, wo sie welche versteckt haben. Dadurch kann aus dieser Nuss wieder ein neuer Baum entstehen. <eop><eop>"}, {"title": "Nürnberg", "id": 660, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Nürnberg", "text": " Nürnberg ist eine Stadt im deutschen Bundesland Bayern. Dort leben rund 500.000 Menschen. Damit ist in Bayern nur noch München größer. Außerdem gehört sie zu den zwanzig größten Städten Deutschlands. Die Gegend um Nürnberg heißt Franken. Die Menschen hier sprechen einen anderen Dialekt als im übrigen Bayern. Nürnberg wurde im Mittelalter gegründet. Durch Handel ist sie reich geworden. Viele deutsche Kaiser hielten sich in Nürnberg auf und trafen sich hier mit anderen Fürsten zum Reichstag. Im Jahr 1356 wurde hier die „Goldene Bulle“ erlassen, eine Art Gesetz. Es gab sieben besonders mächtigen Fürsten das Recht, den deutschen König und Kaiser zu „küren“, das heißt zu wählen. Sie hießen deshalb Kurfürsten.<eop>Auch im Nationalsozialismus war Nürnberg eine wichtige Stadt. Die Partei der Nationalsozialisten hat sich hier oft getroffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier die „Nürnberger Prozesse“ statt: Die Führer der Nationalsozialisten wurden vor Gericht gestellt, weil sie während ihrer Herrschaft viele Verbrechen verübt und den Krieg angefangen hatten. Viele von ihnen wurden zum Tode verurteilt.<eop>Heute ist Nürnberg vor allem für seinen Weihnachtsmarkt bekannt. Er heißt dort Christkindlesmarkt. Bekannt sind auch Nürnberger Lebkuchen und Bratwürste. Früher wurde in Nürnberg viel Spielzeug hergestellt, und man lobte die Stadt für Erfindungen und Kunstwerke.<eop><eop>"}, {"title": "Oase", "id": 661, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Oase", "text": "Eine Oase ist eine Wasserstelle in der Wüste. Um die Wasserstelle wachsen Pflanzen, es ist also ein grüner Fleck in der heißen Wüste. In einer Oase können auch Menschen leben. Oasen gibt es in Afrika, Asien, Amerika und Australien.<eop>Das Wasser kommt oft aus einer Quelle aus der Erde. Andere Oasen sind Flussoasen. Beispielsweise der Nil ist eine solche Flussoase, wenn auch eine besonders große oder lange. Eine Oase kann auch künstlich durch Menschen entstehen, wenn sie Wasser aus dem Grundwasser nach oben pumpen. <eop>Oasenwirtschaft nennt man es, wenn in der Oase etwas angebaut wird wie Gemüse oder Getreide. Bekannt für Oasen ist die Dattelpalme. Je mehr Wasser die Pflanze braucht, desto näher an der Quelle baut man sie an.<eop>Früher waren Oasen wichtig für den Verkehr von Karawanen, also Gruppen von Menschen, die gemeinsam durch die Wüste gereist sind. An der Oase konnte man Wasser mitnehmen oder Handel treiben. Wichtig waren sie auch für Völker, die nicht an einem einzigen Ort wohnten, sondern umherwanderten, für Nomaden.<eop> "}, {"title": "Obst", "id": 662, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Obst", "text": " Obst sind Früchte, die von Menschen gegessen werden können. Man kann sie roh essen, und meist enthalten sie viel Flüssigkeit. Oft sind sie auch süßer als Gemüse. Außerdem kommen sie von Pflanzen, die mehrere Jahre lang leben. Gemüse stammt hingegen von „einjährigen‟ Pflanzen. Die Unterscheidung zwischen Obst und Gemüse ist aber nicht immer ganz klar.<eop>Es ist gesund, Obst zu essen. Darin befinden sich viele Vitamine und andere Nährstoffe, die gut für den Körper sind. In Obst ist viel Wasser enthalten. Außerdem hat Obst sehr wenig Fett und Eiweiß. Eine Ausnahme davon sind zum Beispiel die Avocado und die Banane.<eop>Obst wächst auf Obstbäumen, an Sträuchern oder Stauden. Kommt das Obst von Bäumen in der freien Natur, spricht man von Wildobst. Fallobst ist Obst, das bereits vom Baum auf den Boden gefallen ist.<eop>Wie unterscheidet man Obst? Oft unterscheidet man zwischen Kernobst, Steinobst, Beerenobst und Schalenobst. Zum Kernobst gehören zum Beispiel Äpfel und Birnen, zum Steinobst gehören Aprikosen, Pfirsiche, Zwetschgen und Kirschen, zum Beerenobst gehören Erdbeeren und Johannisbeeren und zum Schalenobst gehören Nüsse wie Haselnüsse und Walnüsse. <eop>Dann spricht man noch von Südfrüchten wie Ananas, Bananen und Zitronen sowie von exotischen Früchten wie zum Beispiel der Kiwi oder dem Granatapfel. Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbisse und Melonen sind kein Obst, sondern zählen zum Gemüse, weil die Früchte an einjährigen Pflanzen wachsen. <eop>"}, {"title": "Ohr", "id": 663, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ohr", "text": "Das Ohr ist ein Sinnesorgan bei vielen Tieren und beim Menschen. Man kann damit Geräusche wahrnehmen. Wie bei den Augen hat man zwei davon, ein Ohr links und ein Ohr rechts. Weil die Ohren an zwei unterschiedlichen Stellen sitzen, hört man mit jedem Ohr ein Geräusch ein kleines bisschen anders. Darum kann man beim Hören merken, woher das Geräusch kommt. <eop>Was man außen am Kopf sieht, ist nur die Ohrmuschel. Ein bisschen sieht man noch vom äußeren Gehörgang. An das Außenohr schließt sich das Mittelohr an, das mit Luft gefüllt ist. Noch weiter innen liegt das Innenohr. Darin ist eine Flüssigkeit.<eop>Der Arzt kann mit einem besonderen Instrument, dem Ohrenspiegel, bis zum Trommelfell sehen – aber nur, wenn der Gehörgang nicht mit Ohrenschmalz verstopft ist. Der Ohrenspiegel sieht aus wie ein kleiner Trichter mit Lupe und Taschenlampe. Ein Teil des Ohres dient uns zum Hören. Zum Innenohr gehört auch unser Gleichgewichtsorgan.<eop>Wenn die Schallwellen von einem Geräusch an unser Ohr kommen, werden sie von der Ohrmuschel aufgefangen. Durch den äußeren Gehörgang kommen die Schallwellen zum Trommelfell. Das ist eine dünne Haut, die mit den Schallwellen vor und zurück schwingt. <eop>Drei Gehörknöchelchen des Mittelohres passen die Größe der Schwingungen an. Über ein kleines Fenster, das mit einem Häutchen geschützt wird, werden die Schwingungen auf das Innenohr übertragen. Hinter diesem ovalen Fenster beginnt das flüssigkeitsgefüllte Innenohr. Um das empfindliche Innenohr vor zu großen Schalldruck zu schützen, kann die Schallübertragung im Mittelohr durch zwei kleine Muskeln verschlechtert werden. Die Muskeln werden bei großem Schalldruck automatisch angespannt.<eop>Das Innenohr ist in Form einer Schnecke angeordnet. Entlang der Schnecke wird die Druckwelle in ihre Frequenzen zerlegt und von spezialisierten Zellen in elektrische Signale gewandelt. Die Nervenfasern des Hörnerven leiten die elektrischen Impulse zum Gehirn. Das Gehirn bildet aus den Impulsen, also der Information über Frequenz und Lautstärke den von uns wahrgenommenen Klangeindruck. <eop><eop>"}, {"title": "Olympische Spiele", "id": 664, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Olympische Spiele", "text": "Die Olympischen Spiele sind ein Wettstreit von Sportlern. Alle vier Jahre finden die Sommerspiele statt, und dazwischen alle vier Jahre die Winterspiele. Daher gibt es alle zwei Jahre Olympische Spiele, entweder Sommerspiele oder Winterspiele. Es sind die wichtigsten und berühmtesten Sport-Wettkämpfe der Welt.<eop>Zu den Spielen im Sommer reisen etwa 10.000 Sportler an, Männer und Frauen. Außerdem kommen viele Urlauber, um sich die Spiele anzusehen. Das Land, in dem die Spiele sind, freut sich darüber, aber es muss auch viel Geld ausgeben. Zum Beispiel muss man oft neue Hallen und Anlagen bauen, wo die Sportler gegeneinander antreten.<eop>Chef der Spiele ist das Internationale Olympische Komitee, das aus etwa 100 Leuten besteht. Es nimmt viel Geld ein: Viele Firmen machen Werbung für sich und haben das Recht gekauft, dass sie sich Unterstützer der Spiele nennen dürfen. Außerdem muss ein Fernsehsender dafür bezahlen, wenn er die Spiele zeigen will.<eop>Je nachdem, wie man es zählt, gibt es etwa 35 Sportarten bei den Sommerspielen und die Hälfte bei den Winterspielen. Manchmal ändern sie sich. Eine Zeitlang war zum Beispiel Polo eine olympische Sportart. Das ist ein Ballspiel, bei dem die Spieler auf Pferden reiten. Wenn eine Sportart doch nicht so beliebt ist, oder nur in einigen Ländern betrieben wird, dann wechselt man sie durch eine neue aus. Neben den Olympischen Spielen gibt es auch noch die Special Olympics und die Paralympischen Spiele für behinderte Menschen.<eop>Seit wann gibt es diese Spiele? Olympische Spiele gab es schon im Altertum. Die alten Griechen schickten ihre stärksten oder schnellsten Männer nach Olympia, einem Ort in Griechenland. Die Wettkämpfe fanden statt, um den Gott Zeus zu ehren. <eop>Schon damals wollte man in den einzelnen Gegenden von Griechenland, dass ihre Männer die besten waren. Es wurde auch geschummelt. Nach vielen Jahrhunderten, etwa um 400 nach Christus, wurden die Spiele verboten. Der neue römische Kaiser meinte, dass sie nicht zum Christentum passen.<eop>Seit dem Jahr 1896 gibt es wieder Olympische Spiele. Pierre de Coubertin aus Frankreich wollte junge Menschen aus verschiedenen Ländern im Sport gegeneinander antreten lassen. Es sei besser, wenn sie so ihre Kräfte messen und nicht im Krieg. Die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden in Athen statt, der Hauptstadt von Griechenland. <eop>Alle vier Jahre gab es wieder Spiele. Sie wurden am Anfang aber nicht sehr ernst genommen. Manchmal waren sie nur ein Teil in einer größeren Veranstaltung. Schließlich stand aber wieder der Sport im Vordergrund.<eop>Seit wann gibt es Winterspiele? Im Jahr 1924 veranstaltete man zum ersten Mal eine „Internationale Wintersportwoche“. Das war in Chamonix, in den französischen Alpen. Eigentlich dauerte diese \"Woche\" elf Tage. Die Veranstaltung gefiel den Leuten so gut, dass man sie später die Ersten Olympischen Winterspiele genannt hat. <eop>Seitdem gab es Winterspiele im gleichen Jahr, in dem auch die Sommerspiele stattfanden. Im Jahr 1986 aber hat man beschlossen, dass die Winterspiele immer zwei Jahre nach den Sommerspielen sein sollten. Darum fanden die Winterspiele in Norwegen schon 1994 statt und nicht erst wieder 1996.<eop>Hat es seit 1896 immer die Spiele gegeben? Im Jahr 1916 hätten die Olympischen Spiele in Berlin sein sollen. Doch damals war der Erste Weltkrieg. Es wäre für Sportler und Sport-Fans kaum möglich gewesen, in ein anderes Land zu reisen. Außerdem mussten viele junge Männer als Soldat dienen. Aus demselben Grund gab es auch 1940 und 1944 keine Spiele, wegen des Zweiten Weltkriegs.<eop>Davon abgesehen gab es danach aber alle vier Jahre Olympische Spiele, von 1994 bis 2018 alle zwei Jahre. Manchmal durften die Sportler aus bestimmten Ländern nicht teilnehmen. 1948 und 1952 wollte man keine Deutschen dabei haben, wegen der Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Die Sowjetunion wollte damals selbst nicht an Olympischen Spielen teilnehmen.<eop>2020 mussten die im japanischen Tokio geplanten Olympischen Sommerspiele wegen der Corona-Krise verschoben werden. Sie fanden ein Jahr später ohne Zuschauer statt. <eop><eop>"}, {"title": "Oper", "id": 665, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Oper", "text": " Eine Oper ist ein Theaterstück, bei dem viel Musik gespielt wird. Die Schauspieler einer Oper müssen deshalb gut singen können, und im Saal spielt auch ein Orchester. Wegen der vielen Menschen, die mitmachen, ist es meist recht teuer, die Oper zu besuchen. Oft spielt die Oper in einem eigenen Haus nur für Opern, das man Opernhaus oder einfach nur „die Oper“ nennt.<eop>Das Wort Oper bedeutet „Werk“, gemeint ist ein Werk aus der Musik. Auf der Bühne gesungen wird nicht nur in der Oper. Auch in manchen Theaterstücken kommt Gesang vor, oder sie werden von Musik begleitet. <eop>„Operette“ bedeutet wörtlich „kleine Oper“. Damit meinte man zunächst nur eine kurze Oper, später eine Oper, die eine eher einfache und lustige Handlung hatte. In den USA hat man das Musical erfunden. Es ist schwierig zu sagen, was genau eine Oper und was eine andere Art von Musiktheater ist.<eop>Schon im Altertum gab es Musik beim Theater. Die Oper, wie man sie heute kennt, stammt aber erst aus dem 17. Jahrhundert. Beliebt waren Opern über die Sagen und Götter der alten Griechen. Kamen die ersten Opern aus Italien, so schrieben bald auch Franzosen und Deutsche Opern.<eop>Bekannte Opern sind die „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, der „Troubadour“ von Giuseppe Verdi und der „Fliegende Holländer“ von Richard Wagner. Auch im 20. Jahrhundert hat man noch Opern geschrieben. In den Opernhäusern spielt man aber meistens die älteren Stücke.<eop>"}, {"title": "Orang-Utans", "id": 666, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Orang-Utans", "text": "Orang-Utans sind eine Gattung der Menschenaffen wie die Gorillas und die Schimpansen. Sie gehören somit zu den Säugetieren und sind die nächsten Verwandten der Menschen. In der Natur leben sie nur auf zwei großen Inseln in Asien: auf Sumatra und Borneo. Es gibt drei Arten von Orang-Utans: den Borneo-Orang-Utan, den Sumatra-Orang-Utan und den Tapanuli-Orang-Utan. Das Wort „Orang“ bedeutet „Mensch“, das Wort „Utan“ bedeutet „Wald“. Zusammen ergibt das etwa „Waldmensch“.<eop>Orang-Utans sind vom Kopf bis zum Po bis zu eineinhalb Meter lang. Die Weibchen erreichen 30 bis 50 Kilogramm, die Männchen etwa 50 bis 90 Kilogramm. Ihre Arme sind sehr lang und deutlich länger als die Beine. Der Körper der Orang-Utans ist besser für das Klettern auf Bäumen geeignet als bei den Gorillas und den Schimpansen. Das Fell der Orang-Utans ist dunkelrot bis rot-braun mit langen Haaren. Vor allem ältere Männchen bekommen dicke Wülste an den Wangen.<eop>Orang-Utans sind stark bedroht. Der Hauptgrund: Die Menschen nehmen ihnen immer mehr Lebensräume weg, indem sie den Urwald roden, weil sich das Holz teuer verkaufen lässt. Die Menschen wollen aber auch Plantagen anpflanzen. Vor allem für Palmöl wird viel Urwald abgeholzt. Andere Menschen wollen das Fleisch der Orang-Utans essen oder sich einen jungen Orang-Utan als Haustier halten. Forscher, Wilderer und Touristen stecken immer mehr Orang-Utans mit Krankheiten an. Das kann den Orang-Utans das Leben kosten. Ihr natürlicher Feind ist vor allem der Sumatra-Tiger.<eop>Wie leben Orang-Utans? Orang-Utans suchen ihre Nahrung immer auf Bäume. Über die Hälfte ihrer Nahrung sind Früchte. Sie fressen aber auch Nüsse, Blätter, Blüten und Samen. Weil sie so stark und schwer sind, können sie mit ihren kräftigen Armen sehr gut Äste zu sich herunterbiegen und so davon essen. Auf ihren Speiseplan gehören auch Insekten, Vogel-Eier und kleine Wirbeltiere.<eop>Orang-Utans können sehr gut in Bäumen herumklettern. Auf den Boden gehen sie fast nie. Dort ist es für sie wegen der Tiger zu gefährlich. Wenn sie doch mal auf den Boden gehen müssen, geschieht dies meist, weil die Bäume zu weit auseinander stehen. Orang-Utans stützen sich beim Gehen aber nicht auf zwei Finger ab wie die Gorillas und die Schimpansen. Sie stützen sich auf den Fäusten ab oder auf den Innenkanten der Hände. <eop>Orang-Utans sind am Tag wach und schlafen in der Nacht, ganz ähnlich wie wir Menschen. Für jede Nacht bauen sie sich auf einem Baum ein neues Nest aus Blättern. Nur selten schlafen sie zweimal hintereinander im selben Nest.<eop>Orang-Utans leben meist für sich allein. Eine Ausnahme bildet eine Mutter mit ihren Jungtieren. Es kommt auch vor, dass zwei Weibchen gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Wenn sich zwei Männchen begegnen, geraten sie oft in Streit und auch mal eine Balgerei.<eop>Wie vermehren sich Orang-Utans? Die Fortpflanzung ist das ganze Jahr über möglich. Sie geschieht aber nur, wenn die Tiere genügend zu fressen finden. Zur Paarung kommt es auf zwei Arten: Umherziehende Männchen erzwingen den Sex mit einem Weibchen, das würde man bei den Menschen eine Vergewaltigung nennen. Es gibt aber auch die freiwillige Paarung, wenn das Männchen in einem eigenen Revier sesshaft ist. Auf beide Arten gibt es etwa gleich viele Jungtiere.<eop>Die Schwangerschaft dauert etwa acht Monate. So lange trägt eine Mutter also ihr Jungtier im Bauch. Meist bringt sie nur ein einziges Jungtier aufs Mal zur Welt. Es gibt sehr selten Zwillinge.<eop>Ein Orang-Utan-Baby ist etwa ein bis zwei Kilogramm schwer. Es trinkt dann Milch an den Brüsten seiner Mutter, etwa drei bis vier Jahre lang. Am Anfang klammert sich das Jungtier am Bauch seiner Mutter fest, später reitet es auf ihrem Rücken. Zwischen zwei und fünf Jahren beginnt das Jungtier herumzuklettern. Es geht aber nur so weit weg, dass es seine Mutter noch sehen kann. In dieser Zeit lernt es auch, ein Nest zu bauen und schläft dann nicht mehr mit der Mutter zusammen. Mit fünf bis acht Jahren entfernt es sich immer mehr von seiner Mutter. In dieser Zeit kann die Mutter wieder schwanger werden.<eop>Bis Orang-Utans selber Junge machen können, müssen Weibchen etwa sieben Jahre alt sein. Bis es aber tatsächlich zu einer Schwangerschaft kommt, dauert es meist etwa 12 Jahre. Männchen sind bei der ersten Paarung meist etwa 15 Jahre alt. So lange dauert es bei keinen anderen Menschenaffen. Dies ist auch ein Grund, weshalb Orang-Utans so gefährdet sind. Viele Orang-Utan-Weibchen haben in ihrem Leben nur zwei bis drei Jungtiere.<eop>Orang-Utans werden in der Natur etwa 50 Jahre alt. In einem Zoo können es auch 60 Jahre werden. In Zoos werden die meisten Tiere auch viel schwerer als in der Freiheit.<eop><eop>"}, {"title": "Organ", "id": 667, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Organ", "text": "Ein Organ ist ein Körperteil eines Lebewesens, also auch vom Menschen. In unserem Körper gibt es eine ganze Reihe von Organen, und sie alle haben bestimmte Aufgaben. Das Herz zum Beispiel pumpt Blut durch die Adern. Ein anderes atmet, damit wir nicht ersticken: Das ist die Lunge, bei den Fischen sind es die Kiemen. <eop>Wieder andere Körperorgane verdauen unser Essen. Das sind der Magen und der Darm. Außerdem gibt es noch die Leber, die Milz, die Nieren, die Schilddrüse, das Gehirn und viele andere. Auch Muskeln und Knochen sind Organe. Das größte Organ des Menschen ist die Haut.<eop> Was für Organe gibt es? Sämtliche Organe zusammen ergeben einen Organismus. Manche Organe gibt es im Körper nur einmal, andere zweimal. Man nennt sie „paariges Organ“. Hierzu gehören beispielsweise die Lunge mit ihren beiden Lungenflügeln und die Nieren. Da es in einem Körper nur ein Herz gibt und nur eine Leber, gehören diese nicht zu den paarigen Organen. Es gibt auch Organe, die in einem Organismus häufig vorkommen, beispielsweise die Knochen und die Muskeln.<eop>Fast alle Organe, die wir haben, sind wichtig zum Leben. Eine Ausnahme bildet zum Beispiel der Blinddarm. Den kann man wegoperieren, meist nach einer starken Entzündung. Von den paarigen Organen kann man auf eines verzichten, wenn beispielsweise eines stark an Krebs erkrankt ist. Man kann zum Beispiel mit nur einer Niere leben oder mit nur einem Lungenflügel. Das ist der Vorteil der paarigen Organe.<eop>Auf die meisten Organe kann man nicht verzichten, ohne sie würden wir sterben. Manche Organe kann man, wenn sie krank sind und nicht mehr gesund werden können, durch künstliche Organe ersetzen. Das geht aber nicht bei allen Organen. In vielen Fällen kann man auch das kranke Organ eines Menschen gegen das gesunde eines anderen Menschen oder sogar eines Tieres austauschen. Diejenigen, die ihre Organe an kranke Menschen weitergeben, heißen Organspender. Manche Organe, die man unbedingt selbst braucht wie das Herz, kann man erst spenden, wenn man schon tot ist.<eop>Eine besondere Form von Organen sind die Sinnesorgane, mit denen wir unsere Umwelt wahrnehmen. Dazu gehören:<eop>* die Nase und der Geruchsinn zum Riechen, * die Zunge und der Geschmacksinn zum Schmecken, * die Ohren und der Gehörsinn zum Hören, * die Haut und der Tastsinn zum Fühlen sowie  * die Augen und der Sehsinn zum Sehen.<eop>Nicht nur Menschen und Tiere haben Organe, sondern auch Pflanzen. Eine Wurzel ist zum Beispiel so ein pflanzliches Organ mit eigenen Aufgaben, auch die Rinde bei Bäumen oder die Blätter.<eop> Was bedeutet das Wort Organ noch? Das Wort Organ kann aber noch ganz andere Bedeutungen haben. Im übertragenen Sinn spricht man etwa von einem Organ, wenn eine oder mehrere Personen stellvertretend für eine Organisation oder ein ganzes Land sprechen oder handeln dürfen. So bezeichnet man zum Beispiel den Bundeskanzler auch als Staatsorgan, weil er für den ganzen Staat handelt und diesen vertritt. <eop>Manche Firmen, Vereine, Parteien oder andere Organisationen haben auch eigene Zeitschriften, die im Namen der Organisation sprechen und Neuigkeiten, aktuelle Geschehnisse oder andere wissenswerte Sachen über diese verbreiten. Auch diese Zeitschriften nennt man Organ. Nicht jede Organisation hat ein eigenes Organ. Viele haben aber eines, um sich bekannt zu machen und über sich in der Öffentlichkeit zu berichten.<eop>"}, {"title": "Orient", "id": 668, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Orient", "text": "Orient ist eine ungenaue Bezeichnung für „Länder im Osten“. Die Römer hatten diesen Ausdruck erfunden: Alles, was im Osten der Stadt Rom lag, bezeichneten sie als Orient, was im Westen lag, als Okzident. Weil im Osten die Sonne aufgeht, wurde dieses Gebiet auch „Morgenland“ genannt. Der Okzident ist somit das „Abendland“. <eop>Bekannt ist der Ausdruck „Morgenland“ unter anderem von den drei Weisen aus dem Morgenland. Der Ausdruck „Orient“ hat im Lauf der Zeit mehrmals eine neue Bedeutung bekommen. Er hängt auch davon ab, wo man lebt. Im Alten Testament beispielsweise lag das Morgenland östlich von Israel. Im Mittelalter zählte man die Gebiete der Orthodoxen Kirche zum Orient. Dabei handelte es sich um Länder des heutigen Griechenland und die Staaten des ehemaligen Jugoslawien. <eop>Im 19. Jahrhundert zählte man sogar den ganzen Kontinent Asien zum Orient. Heute benutzt man eher den Ausdruck „Naher Osten“ und zählt dazu die arabisch-islamischen Gebiete mit der Türkei, dem Iran und Ägypten. Weiter im Osten liegt der „Ferne Osten“ mit Südasien und Südostasien. Dazu gehören Länder wie Indien, China und Japan.<eop>Vom Wort Orient kommt das Verb „orientieren“: Im Mittelalter richtete man Landkarten immer so aus, dass Jerusalem oben war. Da Jerusalem im Orient lag, nannte man das „die Landkarte orientieren“. Heutzutage ist meistens Norden oben auf der Landkarte.<eop><eop>"}, {"title": "Orthodoxe Kirche", "id": 669, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Orthodoxe Kirche", "text": "Die orthodoxe Kirche ist die drittgrößte Gemeinschaft von gläubigen Christen. Sie bilden also eine Konfession des Christentums. Ihr gehören etwa 300 Millionen Menschen an. Das sind fast viermal so viele wie die Einwohner Deutschlands. „Orthodox“ heißt so viel wie „richtige Verehrung“. Als orthodoxe Kirche bezeichnet man aber auch den geweihten Raum, in dem sich die Anhänger dieser Glaubensgemeinschaft treffen. <eop>Ursprünglich gab es keinen Unterschied zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche. Doch mit den Jahrhunderten stritten sie sich, wie man Gott ehren soll. Die Kirchen trennten sich im Jahr 1054 voneinander: Im Westen von Europa blieb die Katholische Kirche. Die Kirche im Osten Europas nannte sich die Orthodoxe Kirche. Sie verwendete im Gottesdienst oft die griechische oder die russische Sprache. <eop>Was ist im orthodoxen Glauben wichtig? In der Orthodoxen Kirche gibt es sieben Sakramente. Dies sind die Taufe, die Beichte, die Firmung, die Eheschließung, die Krankensalbung, die Weihe der Priester und Bischöfe sowie die Eucharistie, also das Abendmahl. In der Katholischen Kirche ist es sehr ähnlich.<eop>In den orthodoxen Kirchen sieht man viele Gemälde. Sie zeigen Jesus oder Heilige, also Menschen, die besonders christlich gelebt haben. Diese Bilder werden auf Holzbretter gemalt, während die Maler beten. Man nennt diese Bilder Ikonen. Sie sind oft reich mit Gold verziert und sehr wertvoll. Die orthodoxen Gläubigen küssen oft Ikonen. Für sie sind das nicht nur Bilder: Die heilige Person lebt in dem Bild. Vorne in der Kirche gibt es eine ganze Wand voller solcher Bilder, man nennt sie die Ikonenwand. <eop>Die orthodoxen Kirchen sind noch viel stärker geschmückt und ausgefüllt als die katholischen Kirchen. Besonders beliebt sind Kerzen, Leuchter und eben Ikonen. Viele berühmte Kirchen gehören auch zu orthodoxen Klöstern.<eop>Die Bibel besteht unter anderem aus dem Alten Testament. Bei den Orthodoxen befinden sich darin einige Schriften mehr als zum Beispiel bei den Katholiken. Maria, die Mutter von Jesus aus dem Neuen Testament, ist für die Orthodoxen ähnlich wichtig wie bei den Katholiken. Auch sehr wichtig sind die Kirchenväter: Dies sind wichtige Männer, meist Patriarchen aus vergangener Zeit, welche den orthodoxen Glauben geprägt haben.<eop>Wie ist die orthodoxe Kirche organisiert? Mit dem Papst in Rom hat die orthodoxe Kirche nichts zu tun: Sie hat ihre eigenen Erzbischöfe, die „Patriarch“ oder „Metropolit“ heißen. Von ihnen gibt es viele, und sie haben kein Oberhaupt über sich. Sie sind also wie Brüder. Patriarchen oder Metropoliten dürfen nicht heiraten, sondern müssen ledig bleiben. Sie müssen Priester sein.<eop>Nur Männer können Priester werden, sie können aber unter Umständen heiraten wie die reformierten Pfarrer. Die Priester heißen „Presbyter“, das ist Griechisch und bedeutet „Ältester“. Aus dem Wort Presbyter ist der Name Priester entstanden. Eine Stufe tiefer stehen die Diakone. Dies können auch Frauen sein.<eop>Orthodoxe Kirche und Staat bilden eine „Symphonia“. Dieses griechische Wort bedeutet „Harmonie“ oder „Zusammenklang“. Die Kirche und der Staat sind also nicht voneinander getrennt wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Dies geht auf das 4. Jahrhundert zurück: Damals wurde das Christentum die Staatsreligion im Römischen Reich.<eop><eop>"}, {"title": "Oslo", "id": 670, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Oslo", "text": "Oslo ist die Hauptstadt von Norwegen. Dort leben etwa eine halbe Million Menschen und in der Umgebung noch einmal so viele. Die Stadt ist nicht nur für Norwegen wichtig: Es gibt viele Firmen für alles, was mit Schiffen und dem Meer zu tun hat.<eop>Die Stadt wurde etwa im Jahr 1000 gegründet. Allerdings brannte sie 1624 ab. Als sie neu aufgebaut wurde, nannte man sie Christiania. Damals gehörte Norwegen zu Dänemark, und Christian der Vierte war der dänische König. Im Jahr 1924 hat man der Stadt ihren alten Namen Oslo wiedergegeben.<eop>Das Rathaus von Oslo wurde 1950 fertig gebaut. Es galt als besonders modern. Im Norden von Oslo, beim Berg Holmenkollen, liegt die älteste Sprungschanze der Welt. Mittlerweile springen die Skispringer allerdings von einer neuen Schanze, die erst 2010 gebaut wurde.<eop><eop>"}, {"title": "Osmanisches Reich", "id": 671, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Osmanisches Reich", "text": " Das Osmanische Reich war ein Staat mit vielen Völkern. Er bestand vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1923. Zu ihm gehörte nicht nur die heutige Türkei: Auch Arabien, der Norden Afrikas und der Südosten Europas waren lange Zeit „osmanisch“. Benannt war das Reich nach einem türkischen Fürsten, Osman, der um 1300 im Landesteil Anatolien herrschte. <eop>Die Türken kamen ursprünglich aus der Mitte Asiens. Seit dem 11. Jahrhundert waren sie in das Gebiet der heutigen Türkei gewandert und hatten dort ein großes Reich gegründet. Die türkischen Herrscher hießen Sultan, deshalb nannte man ihr Reich auch Sultanat. <eop>Unter Osman und seinen Nachfolgern eroberten sie immer mehr Länder rund um das östliche Mittelmeer und 1453 Konstantinopel, das heutige Istanbul. Die Stadt war nach dem römischen Kaiser Konstantin benannt und auch einmal Hauptstadt des Römischen Reiches gewesen, später dann die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches. Im Mittelalter war sie die wichtigste Stadt des orthodoxen Christentums. Die Hagia Sophia war damals die größte Kirche der Welt. Daher war es für viele Europäer eine Katastrophe, dass die Osmanen diese Stadt erobert hatten.<eop>Im 16. und 17. Jahrhundert wurden weitere Teile Südosteuropas erobert. Dazu gehörten Griechenland, die Balkanländer sowie große Teile von Rumänien und Ungarn. Sogar die österreichische Hauptstadt Wien wäre einmal fast erobert worden. Weil die Osmanen auch den Islam mit nach Europa brachten, leben in diesen Ländern auch heute noch viele Muslime. In Teilen von Griechenland und Bulgarien leben seitdem auch Menschen, die Türkisch sprechen.<eop>Erst im 19. Jahrhundert ging der Einfluss der Osmanen in Europa langsam zurück. Länder wie Griechenland oder Serbien wurden wieder frei. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Osmanische Reich ganz aufgeteilt. In der Türkei kam eine Partei an die Macht, die keinen Sultan mehr wollte. Stattdessen rief sie 1923 die Republik aus. Ihr Anführer Mustafa Kemal Atatürk wurde der erste Präsident. <eop><eop>"}, {"title": "Ostern", "id": 672, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ostern", "text": " Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum. Eigentlich war es ein Fest bei den Juden: Pessach. Die Römer haben Jesus am Kreuz hingerichtet, weil sie dachten, dass er ihre Macht beseitigen wollte. Gemäß der Bibel geschah dies gerade am Pessach-Fest. Die Bibel berichtet weiter, dass er nach drei Tagen von den Toten auferstanden, also wieder lebendig geworden sei.<eop>Für die Christen ist dieses Wunder so wichtig, weil es zeigt, dass Jesus mehr als ein einfacher Mensch war, eben der Christus. Durch seine Auferstehung besiegte er den Tod und gab damit den Menschen die Hoffnung auf das ewige Leben. Sein Tod am Kreuz lässt sich wissenschaftlich belegen. Seine Auferstehung ist jedoch ein Wunder, an das die Christen glauben. Es hat viele Menschen im Abendland seither sehr stark geprägt.<eop>Das Osterfest der Christen beginnt am Gründonnerstag und endet am Ostermontag. Heute liegt Ostern immer am ersten Wochenende nach dem ersten Vollmond im Frühling. Die orthodoxen Christen, die vor allem in Russland und in Osteuropa leben, machen aus Ostern ein viel größeres Fest als Weihnachten.<eop>Ostern ist aber nicht nur ein christliches Fest. Viele Menschen feiern Ostern vor allem als Frühlingsfest, an dem man die Familie besucht. Die Bräuche stammen längst nicht alle aus der Bibel. Manches hat man von den Germanen übernommen.<eop>Was sagt die Bibel über Ostern? Die vier Bücher des Neuen Testaments, die die Geschichte von Jesus erzählen, heißen Evangelien. Sie wurden von den Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes geschrieben, lange nachdem Jesus gestorben war. Jedes Evangelium ist deswegen ein wenig anders. Das gilt auch für die Ostergeschichte, auch wenn vieles in allen Evangelien gleich oder ähnlich sist. Markus erzählt sie so: <eop>Jesus feiert mit seinen Jüngern das jüdische Pessachfest. Dabei halten sie ein Abendmahl. Jesus gibt seinen Jüngern, die ihn seit längerer Zeit begleiten, Brot und Wein als Symbole für seinen Körper und sein Blut. Er weiß, dass er bald sterben wird, weil ihn einer seiner Jünger verraten wird. Darum feiert man heute in der Kirche das Abendmahl, um sich an das letzte Abendessen von Jesus zu erinnern. Die Erinnerung an das erste Abendmahl feiert man heute am Gründonnerstag.<eop>Anschließend geht Jesus in einen Garten zum Beten, wo sein Jünger Judas mit einer Gruppe Soldaten auftaucht, die Jesus verhaften. Judas hatte Jesus verraten, wie Jesus es vorausgesagt hatte. Seine übrigen Jünger fliehen verängstigt. Am Tag darauf wird Jesus vor dem Hohen Rat der Juden verurteilt und anschließend von den Römern gequält und zum Schluss gekreuzigt. Dieser Tag, an dem Jesus am Kreuz stirbt, heißt Karfreitag. Nach seinem Tod am Kreuz wird Jesus in die Grabhöhle eines reichen Mannes gelegt, weil dieser es so wollte.<eop>Als aber am dritten Tag drei Frauen an sein Grab kommen, um seinen Leichnam zu salben, finden sie das Grab leer vor. Ein Engel verkündigt ihnen, dass der, den sie suchen, nicht hier sei, weil er auferstanden sei, wie er es seinen Jüngern beim letzten Abendmahl versprochen hatte. Erst als Jesus auf einmal hinter ihnen steht, glauben sie auch daran. Bei seiner Auferstehung selbst war jedoch kein Mensch dabei. Sie fällt auf den Ostersonntag. Das ist der dritte Tag nach der Kreuzigung. Zum Ostermontag steht in der Bibel nichts.<eop>Noch während vierzig Tagen ließ sich Jesus immer wieder erblicken. Einmal trat er hinzu, als seine elf Jünger zusammensaßen. Am Ende dieser Zeit wurde er vor ihren Augen in den Himmel hinaufgehoben. Dieses Fest nennen wir heute „Auffahrt“ oder „Christi Himmelfahrt“. Es fällt immer auf den Donnerstag in der sechsten Woche nach Ostern.<eop>Was sagt heute die Wissenschaft über Ostern? In der Wissenschaft ist unbestritten: Pontius Pilatus verurteilte den Menschen Jesus zum Tod am Kreuz, als dieser etwa 33 Jahre alt war. Es war eine grausame Hinrichtungart für Aufrührer. Eine Kreuzigung überlebte keiner. Jesus muss also gestorben sein wie alle anderen Gekreuzigten auch.<eop>Die Geschichts-Wissenschaft beschäftigt sich mit dem Menschen Jesus. Ein gestorbener Mensch wird nicht wieder lebendig. Dieser Zweig der Wissenschaft beschäftigt sich nicht mit der Frage, ob der Mensch Jesus auch gleichzeitig der Christus war, der „Gesalbte“. <eop>Damit beschäftigt sich eine andere Wissenschaft, die Theologie. Sie erforscht den Glauben, in diesem Fall das Christentum. Sie fand heraus, dass viele Menschen damals davon überzeugt waren, dass Jesus eben mehr als nur ein Mensch war, sondern Gottes Sohn. Als solcher konnte er ja gar nicht tot bleiben, sondern musste auferstehen. Das bezeugen die verschiedenen Geschichten, die von Menschen erzählen, die ihm begegneten.<eop>Theologen und Historiker fragen sich, was der Glaube an die Auferstehung in den folgenden Jahrhunderten bewirkt hat. Das war sehr viel. Kaum etwas anderes hat das Abendland mehr geprägt. Ob die Auferstehung wirklich beweisbar ist wie die Tatsache, dass Eis an der Sonne schmilzt, oder ob sie nur geglaubt ist, spielt dabei keine Rolle.<eop>Wann ist Ostern? Schon die frühen Christen fragten sich, wann man Ostern genau feiern soll. In den Evangelien steht nicht so viel darüber: Jesus wurde am Tag vor dem jüdischen Pessachfest gekreuzigt. Außerdem war es der Tag vor einem Sabbat. <eop>Das jüdische Pessachfest begann am 15. Tag des jüdischen Monats Nisan. Der Vortag war also der 14. Nisan. Der Tag der Auferstehung war dann zwei Tage später, der 16. Nisan. <eop>Woher aber wusste man, wann der Monat Nisan begann? Man schaute nachts zum Himmel und beobachtete, bis man das erste Licht des zunehmenden Mondes sah. Das war aber unsicher. Außerdem wollte man gern den Wochentag berücksichtigen.<eop>Die Christen stritten sich noch lange Zeit über das richtige Osterdatum. Nach mehreren Jahrhunderten einigte man sich darauf, dass Ostern an einem Sonntag gefeiert werden soll. Und zwar an dem Sonntag, der auf den ersten Vollmond im Frühling folgt. Der Frühling fängt am 21. März an. Dazu hat man sich aber immer wieder neue Sonderregeln ausgedacht.<eop>Was machen die Menschen heute an Ostern? Heute gibt es zahlreiche Bräuche an Ostern. Der bekannteste ist der des Osterhasen, der die Ostereier versteckt. Hase und Eier haben eine ganz bestimmte Bedeutung. Das Ei steht für neues Leben, das Jesus durch seine Auferstehung geschenkt hat. <eop>Der Hase steht für die Fruchtbarkeit. Denn in der Jahreszeit, in der das Osterfest liegt, bekommen Hasen ihre Jungen. Diese Bräuche haben eigentlich nichts mit Jesus zu tun, sie kommen wohl eher von den alten Germanen. Damit haben die Germanen den Anfang des Frühlings gefeiert.<eop>Weitere Bräuche sind zum Beispiel das Osterlamm als Opfertier. Es ist ein Zeichen dafür, dass Gott die Sünden der Menschen vergibt. Jesus hatte die Sünden auf sich genommen, als er für die Menschen starb. Beim Osterfeuer geht es auch um einen neuen Anfang: Das Alte wird verbrannt und macht Platz für das Neue.<eop>"}, {"title": "Österreich", "id": 673, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Österreich", "text": "Österreich ist ein Land in der Mitte von Europa. Die beiden großen Nachbarländer sind Deutschland im Norden und Italien im Süden. Im Westen grenzt es außerdem an die Schweiz und Liechtenstein, im Osten und Südosten an Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien. Das Land ist in neun Bundesländer aufgeteilt.<eop>Mehr als die Hälfte Österreichs liegt in den Alpen. Der höchste Berg des Landes ist der Großglockner mit 3798 Metern. Im Osten hingegen ist es ebener, und dort liegt auch Wien: Die Hauptstadt ist mit fast zwei Millionen Einwohnern bei weitem die größte Stadt in Österreich. Zugleich ist Wien ein eigenes Bundesland.<eop>In Österreich wird Deutsch gesprochen. Eine Minderheit im Süden hat Slowenisch als Muttersprache. Das Land ist bekannt für viel Kultur gerade aus dem 19. Jahrhundert, als es noch viel größer war. Österreich heißt auf Latein und Englisch „Austria“, deshalb sieht man auch diesen Namen oft im Land.<eop> Wie sieht das Land aus? Nach der Natur besteht Österreich aus drei Teilen. Zwei Drittel Österreichs liegen in den Alpen, genauer gesagt den Ostalpen. Ein Zehntel ist das Granithochland und Gneishochland im Norden Österreichs, das ist eine Landschaft mit Mittelgebirge. Drittens gibt es in Österreich Gebiete mit Hügeln und Ebenen. Zu ihnen gehört das Wiener Becken.<eop>Zwei der großen Flüsse Europas fließen durch Österreich. Der Rhein berührt das Land aber nur ganz im Westen, in Vorarlberg. Bekannt für Österreich ist hingegen die Donau, die aus dem deutschen Bayern kommt und weiterfließt in die Slowakei und nach Ungarn. Der längste Fluss, der nur in Österreich liegt ist die Enns. Der größte See des Landes ist der Neusiedlersee im Burgenland. Allerdings liegt etwa ein Viertel dieses Sees bereits in Ungarn.<eop> Welche Geschichte hat Österreich? Österreich wurde seit dem Mittelalter von den Habsburgern regiert, einer wichtigen, reichen Fürstenfamilie. Etwa seit dieser Zeit waren die Habsburger auch die Kaiser im Heiligen Römischen Reich. Noch bis 1918 war Österreich ein großes Land in Europa: Österreich-Ungarn. Dann aber, nach dem Ersten Weltkrieg, wurden viele Teile des großen Österreichs unabhängig. Das waren unter anderem das heutige Ungarn, Tschechien und die Slowakei.<eop>Seitdem war Österreich eine Republik. Einige Jahre lang war es auch eine Demokratie. Dabei gab es aber viele Unruhen, so etwa bei der Julirevolte im Jahr 1927. Im Jahr 1933 haben einige Politiker dem Parlament seine Macht genommen. Österreich nannte sich seitdem Ständestaat und war eine Diktatur.<eop>Im Jahr 1938 hat Deutschland, unter dem Nationalsozialismus, sich Österreich einverleibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Österreich wieder ein eigenes Land. Im Jahr 1995 hat es sich der Europäischen Union angeschlossen.<eop> Was muss man über die Menschen im Land wissen? Vier Fünftel der Österreicher sind Christen. Davon sind die allermeisten Katholiken und einige wenige Lutheraner oder Orthodoxe. Von den übrigen Religionen hat der Islam die meisten Anhänger. Ein Zehntel der Österreicher sagt von sich, keine Religion zu haben.  Die allermeisten Österreicher sind Katholiken. Jeder zehnte Einwohner Österreichs ist kein Österreicher. Sie haben also den Ausweis eines anderen Landes. Die meisten davon kommen aus Deutschland und Serbien. Viele Ausländer leben in großen Städten wie Wien.<eop>Über die Hälfte aller Einwohner lebt in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich. Diese Bundesländer liegen im Nordosten des Landes. In den Alpen hingegen wohnen viel weniger Menschen.<eop>In Österreich spricht man Deutsch. Einige Wörter und Ausdrücke sind anders als in Deutschland oder der Schweiz, darum nennt man es auch das „Österreichische Deutsch“. Außerdem gibt es besondere Rechte für bestimmte Sprachen. Diese Sprachen werden von Menschen gesprochen, die schon sehr lange auf dem Gebiet Österreichs leben: Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch, Romanes, Tschechisch und Slowakisch, sowie die österreichische Gebärdensprache. Für manche dieser Sprachen gibt es einen eigenen Schulunterricht.<eop> Wer hat in Österreich das Sagen? In vielen Ländern gibt es eine Verfassung, in der die wichtigsten Regeln für den Staat stehen. Österreich hat mehrere Gesetze, die zusammen die Verfassung sind. Sie stammen meist aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als Österreich zum ersten Mal Republik wurde. Später nannte man diese Zeit die „Erste Republik“. Die Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg ist die „Zweite Republik“. Die wichtigsten Regeln sind aber dieselben.<eop>Das Staatsoberhaupt von Österreich ist der Bundespräsident. Er hat noch viel Macht, so wie früher der deutsche Präsident. Er sagt, wer in der Regierung sitzt.<eop>Allerdings gibt es auch noch ein Parlament, den Nationalrat. Er wird von den Bürgern Österreichs gewählt. Seine wichtigste Aufgabe ist es, Gesetze zu erlassen. Einige Gesetze brauchen dabei auch noch die Zustimmung des Bundesrats. Im Bundesrat sitzen Vertreter der Bundesländer.<eop>Die Bundesregierung besteht aus dem Bundeskanzler und den Bundesministern. Ernannt wird sie vom Bundespräsidenten. Allerdings ist es für den Bundespräsidenten wichtig, was der Nationalrat dazu meint. Die Bundesregierung soll mit dem Nationalrat gut zusammenarbeiten. Darum bestimmt eigentlich der Nationalrat, wer in der Bundesregierung sitzt.<eop> Wofür ist Österreich bekannt? Viele Menschen auf der ganzen Welt haben von Österreich gehört. Das liegt nicht zuletzt an der Kultur aus der Zeit, als es ein großes Land war: Vor etwa 100 bis 300 Jahren.<eop>Weltberühmt sind österreichische Komponisten wie Joseph Haydn und vor allem Wolfgang Amadeus Mozart. Johann Strauss gilt als der „Walzerkönig“. Ludwig van Beethoven kommt aus Bonn, lebte die meiste Zeit aber in Wien. Auch einige moderne Musiker aus Österreich kennt man im Ausland. Dazu zählen Falco und Udo Jürgens. <eop>Außerdem stammen viele bekannte Schriftsteller aus Österreich oder Österreich-Ungarn, die auf Deutsch geschrieben haben. Beispiele sind Franz Kafka aus Prag oder Stefan Zweig aus Wien. Thomas Brezina ist ein bekannter Kinderbuchautor. Elfriede Jelinek hat den Nobelpreis für Literatur bekommen, für ihre Romane und Theaterstücke.<eop>Die Österreicher essen meist Dinge, die typisch für die Mitte Europas sind. Die vielen Völker in Österreich-Ungarn haben auch dazu beigetragen. Das Wiener Schnitzel ist ein Stück Fleisch vom Kalb, das mit Brotkrumen paniert ist. In vielen Teilen der Welt ist das Wiener Schnitzel beliebt, sowohl beim Fastfood als auch in guten Restaurants. Bekannte Süßspeisen sind die Sachertorte und der Kaiserschmarr'n, ein dicker Pfannkuchen.<eop> Womit verdienen die Österreicher ihr Geld? Am meisten Geld verdient man in Österreich mit dem Handel und den Dienstleistungen. Hier sind die Banken besonders wichtig, aber auch der Tourismus: Jedes Jahr kommen etwa 20 Millionen Besucher ins Land. Nur acht Länder auf der Welt haben noch mehr Gäste. Jeder zehnte Österreicher lebt davon, dass er sich um Touristen kümmert.<eop>An zweiter Stelle stehen die Energie, die Industrie und der Bau von neuen Häusern und Straßen. Es gibt Öl- und Gasfelder. Die Industriebetriebe sind sehr modern und verkaufen ihre Produkte in die ganze Welt. Bekannte Produkte sind Fenster, Ziegel, Scharniere für Möbel, Dinge aus Holz oder Stahl und so weiter. Bekannt sind auch der Kristallglas-Schmuck von Swarovski, den man auch an Weihnachtsbäumen sieht, oder die Ferngläser und anderen Instrumente aus demselben Unternehmen.<eop>An dritter Stelle folgt die Landwirtschaft. Es gibt vor allem kleinere Bauernhöfe. Immer mehr Bauern arbeiten ohne chemische Hilfsmittel, also rein biologisch. Besonders wichtig ist der Wein, von dem viel ins Ausland verkauft wird. <eop>Der Bergbau ist heute nicht mehr so wichtig. Blei, Eisen-Erz und Braunkohle werden nicht mehr abgebaut. Immer noch sehr wichtig ist jedoch die Förderung von Salz. Daher hat die Stadt Salzburg ihren Namen. <eop> "}, {"title": "Ostsee", "id": 674, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ostsee", "text": " Die Ostsee ist ein Meer im Norden von Europa. Es ist fast ganz von Ländern umgeben. Nur im Westen gibt es einen schmalen Meeresweg in die Nordsee. Auch Deutschland hat eine Ostseeküste, hier liegt auch die größte deutsche Insel, Rügen. Die größte Ostseeinsel ist allerdings die dänische Insel Seeland.<eop>Im Vergleich zur Nordsee ist die Ostsee etwa ein Fünftel kleiner, ungefähr so groß wie Deutschland und Österreich zusammen. Das Wasser der Ostsee ist deutlich weniger salzig, denn aus den Flüssen erhält es viel Süßwasser, zum Beispiel aus der Oder. Teile der Ostsee frieren im Winter zu: im Norden bei Schweden und Finnland und im Osten bei Russland.<eop>Für viele Länder an der Ostsee ist sie der einzige Weg, um mit dem Schiff in den Atlantischen Ozean zu kommen. Außerdem fängt man hier Hering und Dorsch, und an der Küste machen viele Menschen Urlaub. Beliebt sind auch Schiffsfahrten zwischen den großen Städten. Früher gab es über die Ostsee Butterfahrten, auf denen man übers Meer in andere Ländern fuhr und dort günstige Lebensmittel wie Butter kaufen konnte.<eop> "}, {"title": "Otto von Bismarck", "id": 675, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Otto von Bismarck", "text": "Otto von Bismarck war ein deutscher Politiker. Er leitete die Regierung von Preußen, einem großen deutschen Staat, den es heute nicht mehr gibt. Durch Preußen wurde Deutschland ein einziger, gemeinsamer Staat. Bismarck selbst war der erste Regierungschef dieses neuen Deutschen Reiches.<eop>Eigentlich mochte Bismarck vor allem Preußen. Er war konservativ, das heißt, er wollte, dass sich die Welt möglichst wenig ändert. Aber er verstand, dass man auch mit der Zeit gehen muss. Darum arbeitete er auch mit Politikern zusammen, deren Ideen er schlecht fand. Bei der Vereinigung von Deutschland führte er mehrere Kriege. Als er aber deutscher Kanzler war, versuchte er, Deutschland aus Streit herauszuhalten.<eop> Wie ist Bismarck aufgewachsen? Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen wurde im Jahr 1815 geboren. Damals wurde in Deutschland der Deutsche Bund gegründet: Das war ein Verein von Staaten, um sich besser verteidigen konnten. Preußen, woher Bismarck kam, war einer dieser Staaten.<eop>Sein Vater war Adliger, seine Mutter nicht. Sie sorgte dafür, dass der Junge eine gute Bildung erhielt. Das war bei Adligen nicht so selbstverständlich. Zuerst lebten seine Eltern mit ihm auf dem Lande. Als er sechs Jahre alt war, kam er in ein Internat, eine Schule, in der die Schüler auch wohnen. Besonders fleißig war er als Schüler nicht.<eop>Bismarck studierte Recht und machte dann eine Ausbildung für Beamte. Aber er interessierte sich viel für Frauen und las gern. Er kümmerte sich schließlich sehr erfolgreich um den Bauernhof seiner Eltern. Im Jahr 1844 heiratete er Johanna von Puttkamer.<eop> Wie kam Bismarck zur Politik? In Preußen hatten die Provinzen damals schon eine Art Parlamente. Bismarck wurde Mitglied in so einem Parlament, weil er meinte, dass der König noch zu viel allein bestimmen konnte. Er wollte aber nicht mehr Mitsprache für alle Einwohner, sondern vor allem für Adlige wie ihn. Auch Juden sollten nicht dieselben Rechte haben wie Christen. <eop>Im Jahr 1848 waren immer mehr Menschen auf die deutschen Staaten wütend: Es kam zur Märzrevolution. Bismarck war völlig gegen die Revolution und arbeitete bei einer konservativen Zeitung mit, der Kreuzzeitung. Er hasste die Liberalen genauso wie sie ihn. Auf diese Weise vertrauten ihm der König und andere konservative Leute.<eop> Wie wurde Bismarck ein wichtiger Politiker? Nach der Revolution war Bismarck wieder Mitglied in Parlamenten. Er konnte gut reden und zeigte, dass er auch vernünftig abwägen und nachdenken konnte, nicht nur schimpfen. Die preußische Regierung machte ihn zum Gesandten beim Deutschen Bund. Dort vertrat er Preußen in der Runde der anderen deutschen Staaten.<eop>Bismarck wollte eigentlich gut mit Österreich zusammenarbeiten, denn auch in Österreich regierten die Konservativen. Allerdings ärgerte er sich oft über den hochmütigen Gesandten von Österreich. Österreich hielt sich für die wichtigste Macht in Deutschland. Preußen wollte aber mindestens ebenso ernst genommen werden.<eop>Im Jahr 1862 gab es in Preußen viel Streit. Der König wollte mehr Geld für die Armee ausgeben. Das preußische Parlament, der Landtag, war eigentlich dafür. Es wollte aber gefragt werden und nicht einfach den König alles bestimmen lassen. In diesem Streit machte der König Bismarck zum Chef der Regierung, weil Bismarck als streng und mutig galt. <eop>Bismarck gab schließlich das Geld aus, ohne das Parlament zu fragen. In der Verfassung von Preußen stand zwar, dass das Parlament mitentscheiden darf. Bismarck meinte aber: In der Verfassung steht eben nicht, was man tun muss, wenn Regierung und Parlament sich nicht einig sind.<eop> Was tat Bismarck für die deutsche Einheit? Viele Menschen in Deutschland fanden, dass es einen einzigen deutschen Staat geben sollte. In Deutschland sollten dieselben Gesetze und dieselbe Währung gelten. Bismarck war nicht völlig dagegen, aber der deutsche Staat sollte nicht zu liberal werden.<eop>Vor allem Österreich war gegen einen deutschen Staat. In Österreich lebten damals viele andere Völker, wie Tschechen, Ungarn und Rumänen. Die hätten schlecht zu einem deutschen Staat gepasst, sondern wollten eigene Staaten. Österreich hätte es höchstens erlaubt, dass der Deutsche Bund etwas mehr tun durfte als bisher.<eop>Im Jahr 1866 kam es deshalb zum Krieg zwischen Österreich und Preußen. Überraschend siegte Preußen. Bismarck gründete im Norden von Deutschland deshalb den Norddeutschen Bund. Das war bereits ein vereinter deutscher Staat, aber eben nur im Norden. Bismarck wurde norddeutscher Bundeskanzler, der Chef der Regierung.<eop>Zwischen dem Norddeutschen Bund und Frankreich kam es im Jahr 1870 zum Krieg. Während des Krieges schlossen sich die süddeutschen Staaten wie Bayern dem Norden an. Der Norddeutsche Bund wurde umbenannt in Deutsches Reich. Bismarck wurde Reichskanzler.<eop> Was hat Bismarck als Reichskanzler gemacht? Das Deutsche Kaiserreich war eines der mächtigsten Länder der Welt. Bismarck meinte, dass es nun aufpassen müsse, damit die anderen Länder keine Angst vor ihm bekommen. Darum schloss er Bündnisse mit den anderen Ländern. <eop>Das gelang ihm aber nur zum Teil. Manchmal dauerten die Bündnisse nur kurz. Oder Bismarck versprach einem Land etwas, das gegen andere Bündnisse verstieß. So sagte er Russland zu: Wenn Österreich Russland angreift, kommt Deutschland Russland zu Hilfe. Davor aber hatte er schon den Österreichern Hilfe gegen Russland versprochen.<eop>Eigentlich war Bismarck gegen Kolonien. Für ihn war Deutschlands Lage in Europa schon schwierig genug. Kolonien würden sich nicht lohnen, und könnten zu Streit mit anderen Ländern führen. Aber weil einige Kaufleute im Jahr 1884 deutsche Kolonien gründeten, gab Bismarck nach. Deutschland gab diesen Kolonien Schutz und übernahm sie später.<eop>In Deutschland gab es noch viel Armut. Die sozialdemokratische Partei wurde stärker und forderte viele Änderungen im Staat. Bismarck ließ die Partei verbieten. Gleichzeitig hat er Geld für die Armen ausgegeben, damit sie die Sozialdemokraten nicht mehr für nötig hielten. Das gelang allerdings nicht. Es wählten immer mehr Menschen die Sozialdemokraten.<eop> Wie hat man später über Bismarck gedacht? Im Jahr 1890 endete die Zeit, in der Bismarck Reichskanzler war. Der neue Kaiser, Wilhelm der Zweite, fand Bismarck zu eigenwillig. Bismarck zog sich verbittert auf seinen Bauernhof zurück. Er schrieb seine Lebenserinnerungen auf, in denen er sich selbst viel lobte. Es zeigte sich, dass Bismarck noch viele Fans im Lande hatte. Im Jahr 1898 starb Bismarck mit 83 Jahren.<eop>Manche Politiker mochten Bismarck nicht, weil sie noch viel mehr Kolonien für Deutschland wünschten. Andere hassten ihn, weil er gegen Liberale und Sozialdemokraten war. Auch die katholische Partei stritt sich oft mit ihm. Bismarck war außerdem als Mensch nicht immer angenehm, sondern rachsüchtig und böswillig.<eop>Doch viele Leute bewunderten Bismarck, weil er Deutschland vereint hatte. Das war sehr schwierig gewesen: Die Norddeutschen waren gegen die Süddeutschen, die Liberalen gegen die Konservativen, die Katholiken gegen die Protestanten und so weiter. Bismarck wurde ein „eiserner Kanzler“ genannt, der sich durchsetzt. Aber er konnte auch Kompromisse eingehen, also Vereinbarungen, die für beide Seiten gut waren.<eop> "}, {"title": "Pablo Picasso", "id": 676, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pablo Picasso", "text": "Pablo Picasso war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Er hat viele andere Künstler beeinflusst. Von ihm stammen wahrscheinlich mehr als 50.000 Kunstwerke.<eop>Geboren wurde Picasso im Jahr 1881 in Malaga. Das ist eine Hafenstadt in Andalusien, das zu Spanien gehört. Sein vollständiger Name lautet Pablo Diego José Santiago Francisco de Paula Juan Nepomuceno Crispín Crispiniano de los Remedios Cipriano de la Santisima Trinidad Ruiz Blasco y Picasso López.<eop>Picasso schaffte es mit 14 Jahren, an einer Kunstakademie aufgenommen zu werden. Die Aufnahmeprüfung gelang ihm an nur einem einzigen Tag. Die ersten beiden Klassen durfte er überspringen.<eop>Im Jahr 1949 malte er ein Plakat mit einer Taube für den Weltfriedenskongress in Paris. Die Taube war schon in der Geschichte von Noahs Arche in der Bibel ein Zeichen für den Frieden und wurde durch das Plakat von Picasso noch bekannter. <eop>Im Jahr 1955 malte er das Bild „Die Frauen aus Algier“. Es wurde im Jahr 2015 für fast 180 Millionen US-Dollar verkauft. Einen solch hohen Preis erzielte kein anderes Bild auf der Welt. Vier Gemälde von Picasso zählen zu den zehn teuersten Gemälden der Welt. Im Jahr 1973 starb Picasso im Alter von 91 Jahren in Frankreich an einem Herzinfarkt.<eop><eop>"}, {"title": "Palmen", "id": 677, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Palmen", "text": "Palmen sind Pflanzen, die wir aus südlichen Ländern kennen. Sie haben meist einen hohen Stamm, an dem die Blätter abgefallen sind. Blätter gibt es nur zuoberst. Die Blätter sehen aus wie Fächer oder wie Vogelfedern. Bestimmte Palmen tragen Ölfrüchte, Kokosnüsse oder Datteln.<eop>Palmen können sehr verschieden sein. Für die Biologen bilden die Palmen eine Familie. Die enthält 183 Gattungen und 2600 verschiedene Arten. Palmen sind Spitzenreiter: Das längste Blatt in der Natur ist ein Palmenblatt mit 25 Metern Länge. Der schwerste Samen der Welt kommt ebenfalls von einer Palme und wiegt 22 Kilogramm. Der längste Blütentrieb misst sieben und einen halben Meter und wächst ebenfalls an einer Palme.<eop>Am meisten Palmen gibt es in tropischen Regenwäldern, aber auch dort, wo es weniger Wasser gibt. Sie wachsen auch in den Subtropen, also beispielsweise rund um das Mittelmeer. Es gibt sie bis zu den Alpen hin, beispielsweise im Tessin in der Schweiz. Sie wachsen aber auch in Gebieten mit einem besonders warmen Klima nördlich der Alpen, beispielsweise im Kanton Uri. Der warme Wind dort, der Föhn, ermöglicht ihr Leben.<eop>Wie wachsen Palmen? Palmen sind sehr verschieden. Sie können bis zu sechzig Meter hoch werden oder auch sehr niedrig bleiben. Manche stehen einzeln, andere in Gruppen. Einige blühen mehrmals in ihrem Leben, andere nur einmal, dann sterben sie ab.<eop>Palmen sind keine Bäume. Ihr Stamm wird nämlich nur dort dicker, wo er auch in die Länge wächst, also immer zuoberst. Er besteht auch nicht aus einem richtigen Holz. Man sagt deshalb nur, der Stamm sei „verholzt“. Palmenstämme sind immer eher dünn.<eop>Bei wenigen Palmen enthalten die Blüten die männlichen und die weiblichen Teile wie bei unseren Äpfeln, Pfirsichen und den meisten Beeren und Früchten. Bei den meisten Palmenarten sind die Blüten männlich oder weiblich. Das macht man sich in den Dattelplantagen zunutze: Man pflanzt auf hundert weibliche Palmen nur zwei oder drei männliche. Arbeiter klettern dann auf eine männliche Palme und holen sich die Blütenstände. Dann klettern sie auf die weiblichen Pflanzen und befruchten dort die Blüten.<eop>Die meisten Palmen brauchen wenig Dünger im Boden. So ist es im Urwald, aber auch in der Wüste. Die Palmen im Regenwald ertragen viel Wasser. Die Palmen in den Oasen sind mit weniger Wasser zufrieden. Sie brauchen keinen Regen. Grundwasser reicht ihnen, weil sie sehr tiefe Wurzeln haben. Von diesen Arten gibt es sogar mehr als von den Arten in den feuchten Gebieten.<eop>Welche Nahrungsmittel liefern Palmen? Etwa 100 Palmenarten tragen essbare Früchte. Bei uns sind davon fast nur zwei bekannt. Die Datteln kaufen wir mit oder ohne Kern und essen sie meist so, manchmal auch gefüllt mit Marzipan oder anderen Dingen. Die zweite ist die Kokosnuss. Ihr Fruchtfleisch kauft man bei uns meist in getrockneten und geraspelten kleinen Stücken, um damit etwas zu backen. Es gibt auch viel fertiges Gebäck mit Kokosraspeln drin. Aus dem Fruchtfleisch kann man aber auch Kokosfett herstellen, das wir oft zum Braten brauchen. Auch Margarine enthält oft Fett aus der Kokosnuss.<eop>Die Palmyrapalme kommt auf der Welt noch viel öfter vor. Von ihren männlichen Blüten kann man immer wieder eine dünne Scheibe abschneiden und daraus einen Saft pressen, der viel Zucker enthält. Man kann ihn einkochen und so einen besonderen Zucker erhalten. Man kann den Saft aber auch vergären lassen, so dass Alkohol entsteht. Das ist ein Palmwein.<eop>Palmöl gewinnt man aus der Ölpalme. Ihre Früchte sind etwa fünf Zentimeter lang und drei Zentimeter dick. Das Fruchtfleisch besteht etwa zur Hälfte aus Öl, das man auspressen kann. Das ergibt Palmöl. Auch die Kerne bestehen etwa zur Hälfte aus Öl, daraus presst man Palmkernöl. Pro Jahr wachsen an einer Palme etwa zwanzig Kilogramm Früchte. Palmöl ist an sich eine gute Sache. Mit keiner anderen Pflanze kann man auf derselben Fläche so viel Öl ernten. Das Problem liegt daran, dass riesige Regenwälder abgeholzt werden, um Palmölplantagen zu errichten. Am meisten geschieht dies in Malaysia und in Indonesien.<eop>Es gibt Teile aus dem Innern des Stamms am oberen Ende der Palme, die man essen kann. Man nennt sie „Palmherz“ oder „Palmenherz“. Dazu muss man allerdings die Palme fällen, denn sie würde nicht mehr weiterwachsen. Palmherz gewinnt man vor allem in Brasilien, Paraguay und Argentinien. Oft gewinnt man die Palmherzen, wenn Urwald gerodet wird.<eop>Welche Baumaterialien liefern Palmen? In vielen Ländern baut man aus den Stämmen Häuser. Die Dächer decken die Einwohner mit den Stielen von Palmblättern. Die halten das Wasser sehr gut ab, wenn man sie richtig aufschichtet. Ganz ähnlich deckte man früher bei uns in Europa die Dächer mit Stroh oder mit Schilf.<eop>Die Rattanpalmen liefern dünne Triebe, mit denen man sehr gut flechten kann. Wir kennen aus dem Laden die Rattanmöbel. Im Bastelladen nennt man die Triebe meist „Peddigrohr“. Man kann daraus Körbe flechten, Sitzflächen für Stühle oder ganze Sitzmöbel. Da bei uns keine Rattanpalmen wachsen, verwendete man früher Triebe der Weide. Diesen Baum hat man früher bei uns genau dafür gepflegt.<eop>Was nützen Palmen sonst noch? Palmen sind wichtig für den Boden. Sie halten mit ihren Wurzeln die Erde zusammen. So kann weder Wind noch Regen die Erde wegtragen.<eop>Palmen erinnern uns an den Urlaub im Süden, vielleicht mögen die Menschen sie auch deshalb besonders. Palmen werden deshalb oft in Töpfe gepflanzt. Die kann man dann im Sommer draußen aufstellen und im Winter an einen wärmeren Ort bringen. Es gibt auch Palmenarten in Töpfen, die man das ganze Jahr über in der Wohnung halten kann.<eop><eop>"}, {"title": "Palästina", "id": 678, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Palästina", "text": "Palästina ist eine Gegend im Westen von Asien. Früher meinte man damit etwa das Gebiet, auf dem heute der Staat Israel und das heutige Palästina liegen. Den Namen hat die Gegend nach den Philistern, die hier im Altertum lebten.<eop>Wer heute von Palästina spricht, denkt aber nur an einen Teil des alten Palästina. In diesen Gebieten leben Araber, die man Palästinenser nennt. Es sind die sogenannten Palästinenser-Gebiete. Seit 1967 sind die Gebiete von der israelischen Armee besetzt. Dort bestimmt letztlich die Regierung von Israel, welche Regeln gelten.<eop>Die Palästinenser-Gebiete sind zwei Gebiete. Das größere Gebiet nennt man das Westjordanland. Es liegt zwischen Israel und seinem Nachbarland Jordanien. Jordan ist der Name eines wichtigen Flusses, aus dem Israel sein Trinkwasser nimmt. Das Westjordanland liegt westlich des Flusses. Auf Englisch sagt man zum Westjordanland auch „Westbank“, das bedeutet West-Ufer.<eop>Das kleinere Gebiet ist der Gazastreifen. Es besteht aus einem dünnen Streifen von Land an der Küste des Mittelmeeres. Der Gazastreifen grenzt an Israel und ganz im Süden an Ägypten. Seinen Namen hat er von der Stadt Gaza, sprich Gasa.<eop> Woher kommt Palästina? Vor etwa 2000 Jahren haben die Römer das Gebiet besetzt, das sie „Palaestina“ nannten. Dort lebten vor allem Juden. Wegen einiger Aufstände haben die Römer schließlich die meisten Juden vertrieben, die dann in Nordafrika und Europa lebten. Später wurde das Gebiet Teil des Osmanischen Reiches und blieb das bis etwa 1918.<eop>Großbritannien eroberte das Gebiet im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde Palästina eine Art Kolonie der Briten. Schon vorher waren wieder einige Juden nach Palästina eingewandert. Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurden Juden verfolgt und in vielen Ländern Europas in großer Zahl ermordet. Zahlreiche Menschen suchten deshalb in dieser Zeit und nach dem Zweiten Weltkrieg in Palästina eine neue, sichere Heimat.<eop>Viele Araber in Palästina waren dagegen, dass die Juden kamen. Sie befürchteten, eine Minderheit zu werden. Im Jahr 1948 verließen die Briten Palästina, und sofort kam es zum Krieg. Die Juden gewannen ihn und gründeten ihren Staat Israel, den einzigen jüdischen Staat der Welt. Viele Araber wurden vertrieben.<eop>Einige Teile von Palästina kamen nicht zum neuen Staat Israel. Diese Teile wurden von arabischen Nachbarstaaten einverleibt, nämlich Ägypten und Jordanien. Die Araber, die in diesen Teilen lebten, wurden nicht gefragt, ob sie das wollten.<eop> Wieso ist Palästina von Israel besetzt? Im Jahr 1967 kam es wieder zu einem Krieg, der die Grenzen veränderte: Israel besetzte dabei das Westjordanland, den Gazastreifen, den Osten von Jerusalem und im Norden noch ein Gebiet, das zu Syrien gehört. Israel ist ohne diese Gebiete nur ein dünner Streifen, den Feinde leicht erobern können. Daher dachte Israel, dass es sich in Zukunft besser verteidigen kann, wenn dort schon israelische Soldaten sind.<eop>Zunächst waren viele Menschen in Israel froh über die besetzten Gebiete. Sie konnten dort Urlaub machen, einige begannen auch dort zu wohnen. Wohnungen sind teuer in Israel. Manche Israelis meinen, dass Israel einen Anspruch auf das gesamte Gebiet hat: Dort haben Juden schon vor der Zeit der Römer gelebt. Sie mögen die Araber nicht und finden, dass deren Gebiete einfach ein Teil von Israel werden sollen. Die Araber sollen dann in andere arabische Länder gehen.<eop>In den besetzten Gebieten denken manche Araber genau andersrum: Ihrer Meinung nach soll es kein Israel mehr geben. Sie würden alle Juden am liebsten vertreiben. Ganz Palästina, also auch das Gebiet von Israel, soll ein arabischer Staat werden.<eop>Die UNO ist dagegen, dass ein Land ein Gebiet erobert. Vor allem wollen sie nicht, dass das besetzende Land dort seine eigenen Leute wohnen lässt. Das könnte nämlich dazu führen, dass am Ende das besetzte Land einfach ein Teil des besetzenden Landes wird. Aber viele Länder wie die USA und Deutschland unterstützen Israel, denn sie haben Angst um die Juden in Israel. Sie wollen nicht, dass wieder viele Juden ermordet werden.<eop> Ist Palästina ein eigener Staat? Israel hat im Laufe der Zeit verstanden, dass die Besetzung von Palästina auch für Israel schlecht ist. Es kostet Israel nämlich viel Geld, so viele Soldaten in den Palästinenser-Gebieten zu haben. Wegen der Besetzung denken viele Menschen auf der Welt schlecht über Israel. Außerdem gab es immer wieder Aufstände und Gewalt in den Gebieten: Viele Araber dort greifen israelische Soldaten und andere Israelis an. Auch in Israel gibt es Terror der Palästinenser und anderer Araber.<eop>Im Jahr 1994 haben sich Politiker in Israel deshalb gedacht: Wenn die Palästinenser mehr über ihr eigenes Leben bestimmen können, werden sie friedlicher. Ein Teil der besetzten Gebiete sollte „autonom“, also unabhängig werden. Dort sollten die Palästinenser sich eine Art Parlament und Regierung wählen dürfen. Man sagte sich: „Land für Frieden“. Das bedeutet: Wenn die Palästinenser-Regierung gut mit Israel zusammenarbeitet, dann soll sie auch über immer mehr Land herrschen dürfen. Vorsichtshalber blieben die Gebiete aber von der israelischen Armee besetzt.<eop>Seitdem gibt es eine Palästinenser-Regierung in der Stadt Ramallah im Westjordanland. Sie darf über fast die Hälfte der besetzten Gebiete bestimmen oder mitbestimmen. Aber die Idee „Land für Frieden“ ging nicht auf. Weiterhin gab es viele Angriffe und Anschläge gegen Israelis. Im Jahr 2006 hat sogar die Hamas die Wahlen in Palästina gewonnen. Die Hamas ist eine Partei, die Terrorismus gut findet und auch den Staat Israel zerstören will.<eop>Auf der Welt gibt es ungefähr 200 Staaten. Schon über 130 davon haben gesagt, dass sie die Palästinenser-Gebiete bereits für einen richtigen Staat halten. Das findet auch die Palästinenser-Regierung. Die meisten Menschen in Israel und auch die USA sind aber gegen einen Staat für die Palästinenser. Sie machen sich Sorgen wegen der Hamas. Außerdem will die Palästinenser-Regierung, dass zum Beispiel auch Ost-Jerusalem zum neuen Palästina gehört. Israel hingegen will Ost-Jerusalem behalten, da es ganz Jerusalem als seine Hauptstadt sieht.<eop>"}, {"title": "Pandas", "id": 679, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pandas", "text": "Wer bei uns vom Panda spricht, meint meist den Riesenpanda oder den Pandabär. Früher hieß er auch Bambusbär oder Prankenbär. Er ist ein Säugetier aus der Familie der Bären. Es gibt auch noch den Kleinen Panda, der heißt auch „Katzenbär“. <eop>Der Panda fällt durch sein schwarz-weißes Fell auf. Von der Nase bis zum Po wird er über einen Meter lang. Sein Schwanz ist nur ein kleiner Stummel. Er wird etwa 80 bis 160 Kilogramm schwer. Das ist etwa so schwer wie ein bis zwei erwachsene Männer.<eop>Die Pandas leben nur in einem sehr kleinen Teil von China. Deshalb sind sie Endemiten. Ein Endemit ist ein Tier oder eine Pflanze, das nur in einem bestimmten Gebiet lebt. <eop>In Freiheit gibt es von ihnen nicht einmal mehr 2.000 Tiere. Sie sind streng geschützt. Darum konnten sie sich in den letzten Jahren wieder etwas vermehren. Damit der Panda nicht ausstirbt, wird er in vielen Zoos gezüchtet. <eop>Pandas schlafen am Tag in Höhlen oder Felsspalten. Nachts sind sie wach und suchen sich ihr Futter. Sie fressen vor allem Bambusblätter, aber auch andere Pflanzen, Raupen und kleine Wirbeltiere. Im Zoo gewöhnen sie sich auch an Honig, Eier, Fisch, Obst, Melonen, Bananen oder Süßkartoffeln. Zum Fressen setzen sie sich hin wie Menschen.<eop>Pandas sind Einzelgänger. Nur im Frühling treffen sie sich zur Paarung. Nachher läuft das Männchen gleich wieder davon. Die Mutter trägt ihre Jungtiere nur knapp zwei Monate lang im Bauch. Dann kommen ein bis drei Junge zur Welt. Jedes wiegt etwa 100 Gramm, wie eine Tafel Schokolade. Die Mutter zieht aber nur eines von ihnen auf.<eop>Etwa acht Monate lang säugt das Junge Milch bei der Mutter. Etwas vorher frisst es aber schon zusätzlich Blätter. Mit einem und einem halben Jahr verlässt das Jungtier seine Mutter. Es ist aber erst mit etwa fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif. Es kann also erst dann Junge machen. Ein Panda wird meist etwa 20 Jahre alt.<eop><eop>"}, {"title": "Papageien", "id": 680, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Papageien", "text": "Papageien sind Vögel. Es gibt davon über 300 Arten. Einige von ihnen können die Stimmen von Menschen nachmachen. Papageien haben ein ziemlich großes Gehirn, darum können sie gut lernen. Zu den Papageien gehören auch die Sittiche und Kakadus.<eop>Der Körper des Vogels steht aufrecht und ist eher schwer. Papageien mögen Körner, Nüsse und Früchte, darum ist der Schnabel kräftig und gebogen. Die Federn haben bei manchen Arten viele verschiedene Farben, während andere Arten fast einfarbig sind.<eop>Einige Menschen halten Papageien als Haustiere. Allerdings hält man in vielen Ländern Papageien für Schädlinge, weil sie die Früchte in der Landwirtschaft wegfressen. Es werden auch Papageien gejagt und dann als Haustiere gehalten. Manche Papageienarten sind auch darum vom Aussterben bedroht. <eop>Papageien leben normalerweise in den warmen Gegenden der Welt: in Südamerika, Afrika, Australien und im Süden von Asien. Einige Hauspapageien sind ihren Besitzern weggeflogen, so dass es heute auch Papageien in nördlichen Ländern gibt.<eop><eop>"}, {"title": "Papier", "id": 681, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Papier", "text": "Papier ist heutzutage ein Blatt aus winzigen Fasern, die aneinandergepresst sind. Fasern sind längliche Stückchen. Um Papier zu machen verwendet man vor allem Fasern aus Holz und anderen Teilen von Pflanzen.<eop>Die Fasern werden mit Wasser zu einer Art Brei vermischt. Den Brei schöpft man mit einem Sieb, so dass das Wasser ablaufen kann. Meist wird diese Masse zusätzlich gepresst und verklebt dann selber zu einem festen Papier. Bei unserem heutigen Papier sogt man jedoch mit chemischen Stoffen dafür, dass das Papier dünner, glatter und reißfester wird.<eop>Außer zum Beschreiben und Bedrucken braucht man heute viel Papier, um etwas einzupacken. Wenn es dicker ist, nennt man es Karton oder Pappe. Drittens gibt es verschiedene Hygienepapiere für die Toilette, als Taschentücher und vieles anderes.<eop>Auf welches Material hat man früher geschrieben? Unser Wort „Papier“ kommt aus dem Griechischen: „papyrus“, sprich Papührus. Was es heißt, weiß man nicht genau. Vielleicht kommt es von einem ägyptischen Wort, das so viel bedeutet wie „das, was dem Pharao gehört“. <eop>Die alten Ägypter haben aus der Papyrus-Pflanze eine Art Papier hergestellt. Dazu hat man lange dünne Streifen aus der Papyrus-Pflanze quer übereinander gelegt. Dies wurde zusammengeklopft und getrocknet. So verklebten die Schichten von selber. Das ergab eine Art Blatt, auf dem man schrieb. <eop>Papyrus-Pflanzen wachsen nur dort, wo es ausreichend warm ist. Der Papyrus hat sich deshalb rund um das Mittelmeer verbreitet, auch durch den Handel. Nebst den alten Ägyptern brauchten es deshalb auch die alten Griechen und die Römer. Auch ein Teil des Alten Testaments ist auf Papyrus geschrieben. Ein Teil der Bibel und andere wichtige Schriften wurden aber auch schon in der Antike auf Pergament geschrieben, weil es viel dauerhafter ist.<eop>Nördlich der Alpen verwendete man immer Pergament aus Tierhäuten um darauf zu schreiben, weil es keine Papyruspflanzen gab. Papier wurde zwar schon im alten China erfunden, vor über 2200 Jahren. Dort wurde es auch verwendet. Das Geheimnis seiner Herstellung gelangte jedoch erst im Mittelalter nach Europa.<eop> Wie entwickelte sich die Herstellung von Papier?<eop>Den Brei für das Papier machten die Chinesen damals aus den Resten von Seide, aus der man Kleider hergestellt hat. Hinzu kamen Lumpen, Rinde von Bäumen oder auch Hanf. Die eigentliche Erfindung bestand darin, dass man den Brei mit einem Sieb geschöpft hat.<eop>Die Araber haben das Papiermachen wahrscheinlich von den Chinesen abgeschaut. Von den Arabern haben es die Europäer gelernt. Das war im Mittelalter. Erst nach und nach wurde das Papier billiger. Das Stampfen erledigten nicht mehr Menschenhände, sondern die Wasserkraft mit ihren großen Schaufelrädern. So war eine größere Produktion möglich.<eop>Heute gibt es eine richtige Papierindustrie. Als Rohstoff dient meistens Holz. Ein Teil davon stammt aus nachhaltiger Produktion, da werden immer nur einzelne Bäume gefällt. Manchmal werden jedoch auch ganze Wälder geschlagen. Man sollte deshalb das Papier so weit wie möglich wiederverwenden. Auch braucht die Herstellung von Papier sehr viel Energie in Form von elektrischem Strom.<eop> Was für Papier gibt es? Papier kann sehr unterschiedlich sein. Das hängt unter anderem davon ab, woraus man es herstellt. Wichtig ist auch, wie man es herstellt. Viele Leute mögen weißes Papier – weiß wird es durch chemische Stoffe, die es bleichen. Man kann auch altes Papier verwenden und daraus neues machen, das „Umweltpapier“. Weil das alte Papier oft bedruckt war, ist es normalerweise dunkler.<eop>Wenn Fachleute über Papier sprechen, fragen sie nach der Dicke und Farbe. Wichtig ist auch die Größe der Blätter. In Europa teilt man Blätter nach der Art ein, wie das Deutsche Institut für Normung, abgekürzt DIN, es vorgemacht hat. Ein Beispiel ist DIN A4 für ein normales Schreibblatt.<eop>Pappe und Karton sind dicke Arten von Papier. Karton macht man meist aus mehreren Blättern Papier. Sie werden aufeinandergelegt und zusammengepresst. Manchmal verwendet man beim Karton-Machen auch Klebstoff. Pappe ist noch dicker.<eop><eop>"}, {"title": "Papst", "id": 682, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Papst", "text": "Der Papst ist der Chef der römisch-katholischen Kirche. Der Papst darf alles in seiner Kirche entscheiden. Auf Latein heißt der Papst „papa“, also Vater. Außerdem hat er viele andere Titel, zum Beispiel „Pontifex Maximus“. Das bedeutet „oberster Brückenbauer“.<eop>Für die frühen Christen waren fünf Städte besonders wichtig, eine davon war Rom. In diesen Städten gab es jeweils einen Bischof, der der Chef der Christen dieser Stadt war. In den Jahren ab 300 nach Christus fingen die Bischöfe von Rom damit an, dass sie sich für bedeutender als die anderen hielten. Im Mittelalter hieß es dann, der Bischof von Rom sei als Papst das Oberhaupt der ganzen Kirche.<eop>Der Grund dafür: Petrus soll der erste Bischof von Rom gewesen sein. In der Bibel sagt Jesus Christus zu seinem Apostel Petrus: Du bist der Fels, auf dem die Kirche gebaut sein soll. Der Papst sieht sich, weil er Bischof von Rom ist, als Nachfolger von Petrus an. Er soll deshalb Stellvertreter von Jesus Christus auf Erden sein. Im Mittelalter und in der Neuzeit kam es allerdings vor, dass mehrere Päpste auf einmal gewählt worden sind: Jeder von ihnen hielt sich selber für den richtigen.<eop>In der Geschichte hatte ein Papst mal mehr, mal weniger Macht. Erst im Laufe der Jahrhunderte hat der Papst so viel Macht wie heute erhalten: Seit dem Jahr 1870 gilt er als „unfehlbar“. Das heißt, dass er sich unter bestimmten Umständen nicht irren kann. Das Gebiet, über das der Papst herrschen durfte, ist allerdings immer kleiner geworden. Seit 1929 ist sein eigenes Staatsgebiet nur noch die kleine Vatikanstadt.<eop>Von 1978 bis 2005 war Johannes Paul der Zweite aus Polen Papst. Als erster Papst ist er von Rom aus in viele Länder der Welt gereist, um dort Katholiken und andere Menschen zu besuchen. Heute wird er als Heiliger verehrt. Nach ihm war der Deutsche Joseph Ratzinger Papst. Sein Papstname war Benedikt der Sechzehnte. Er hat im Jahr 2013 entschieden, dass er nicht mehr Papst sein wollte. Doch er lebt bis heute im Vatikan und ist nicht nach Bayern zurückgekehrt.<eop>Im Frühjahr 2013 trafen sich die Kardinäle zur bisher letzten Papstwahl. Die etwa hundert Kardinäle dürfen als Einzige den Papst wählen. Zum Kardinal wird ein Priester, der schon Bischof ist und vom Papst ausgewählt wird. So wird eigentlich immer ein Kardinal der neue Papst.  Franziskus, der heutige Papst, hieß vor der Wahl Jorge Mario Bergoglio. Er ist ein Argentinier, dessen Familie aus Italien ausgewandert ist. Als Kardinal war er auch Erzbischof von Buenos Aires. Seit er Papst wurde, setzt er sich für Themen wie Armut, Umweltschutz und Flüchtlinge ein. Im Unterschied zu den vorherigen Päpsten wohnt er nicht mehr im Palast, sondern in einer normalen Wohnung im Vatikan. Viele Menschen hoffen, dass er auch weitere Dinge verändert, denn bis heute tun sich etwa Frauen und Homosexuelle in der römisch-katholischen Kirche schwer.<eop><eop>"}, {"title": "Papyrus", "id": 683, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Papyrus", "text": "Papier ist heutzutage ein Blatt aus winzigen Fasern, die aneinandergepresst sind. Fasern sind längliche Stückchen. Um Papier zu machen verwendet man vor allem Fasern aus Holz und anderen Teilen von Pflanzen.<eop>Die Fasern werden mit Wasser zu einer Art Brei vermischt. Den Brei schöpft man mit einem Sieb, so dass das Wasser ablaufen kann. Meist wird diese Masse zusätzlich gepresst und verklebt dann selber zu einem festen Papier. Bei unserem heutigen Papier sogt man jedoch mit chemischen Stoffen dafür, dass das Papier dünner, glatter und reißfester wird.<eop>Außer zum Beschreiben und Bedrucken braucht man heute viel Papier, um etwas einzupacken. Wenn es dicker ist, nennt man es Karton oder Pappe. Drittens gibt es verschiedene Hygienepapiere für die Toilette, als Taschentücher und vieles anderes.<eop>Auf welches Material hat man früher geschrieben? Unser Wort „Papier“ kommt aus dem Griechischen: „papyrus“, sprich Papührus. Was es heißt, weiß man nicht genau. Vielleicht kommt es von einem ägyptischen Wort, das so viel bedeutet wie „das, was dem Pharao gehört“. <eop>Die alten Ägypter haben aus der Papyrus-Pflanze eine Art Papier hergestellt. Dazu hat man lange dünne Streifen aus der Papyrus-Pflanze quer übereinander gelegt. Dies wurde zusammengeklopft und getrocknet. So verklebten die Schichten von selber. Das ergab eine Art Blatt, auf dem man schrieb. <eop>Papyrus-Pflanzen wachsen nur dort, wo es ausreichend warm ist. Der Papyrus hat sich deshalb rund um das Mittelmeer verbreitet, auch durch den Handel. Nebst den alten Ägyptern brauchten es deshalb auch die alten Griechen und die Römer. Auch ein Teil des Alten Testaments ist auf Papyrus geschrieben. Ein Teil der Bibel und andere wichtige Schriften wurden aber auch schon in der Antike auf Pergament geschrieben, weil es viel dauerhafter ist.<eop>Nördlich der Alpen verwendete man immer Pergament aus Tierhäuten um darauf zu schreiben, weil es keine Papyruspflanzen gab. Papier wurde zwar schon im alten China erfunden, vor über 2200 Jahren. Dort wurde es auch verwendet. Das Geheimnis seiner Herstellung gelangte jedoch erst im Mittelalter nach Europa.<eop> Wie entwickelte sich die Herstellung von Papier?<eop>Den Brei für das Papier machten die Chinesen damals aus den Resten von Seide, aus der man Kleider hergestellt hat. Hinzu kamen Lumpen, Rinde von Bäumen oder auch Hanf. Die eigentliche Erfindung bestand darin, dass man den Brei mit einem Sieb geschöpft hat.<eop>Die Araber haben das Papiermachen wahrscheinlich von den Chinesen abgeschaut. Von den Arabern haben es die Europäer gelernt. Das war im Mittelalter. Erst nach und nach wurde das Papier billiger. Das Stampfen erledigten nicht mehr Menschenhände, sondern die Wasserkraft mit ihren großen Schaufelrädern. So war eine größere Produktion möglich.<eop>Heute gibt es eine richtige Papierindustrie. Als Rohstoff dient meistens Holz. Ein Teil davon stammt aus nachhaltiger Produktion, da werden immer nur einzelne Bäume gefällt. Manchmal werden jedoch auch ganze Wälder geschlagen. Man sollte deshalb das Papier so weit wie möglich wiederverwenden. Auch braucht die Herstellung von Papier sehr viel Energie in Form von elektrischem Strom.<eop> Was für Papier gibt es? Papier kann sehr unterschiedlich sein. Das hängt unter anderem davon ab, woraus man es herstellt. Wichtig ist auch, wie man es herstellt. Viele Leute mögen weißes Papier – weiß wird es durch chemische Stoffe, die es bleichen. Man kann auch altes Papier verwenden und daraus neues machen, das „Umweltpapier“. Weil das alte Papier oft bedruckt war, ist es normalerweise dunkler.<eop>Wenn Fachleute über Papier sprechen, fragen sie nach der Dicke und Farbe. Wichtig ist auch die Größe der Blätter. In Europa teilt man Blätter nach der Art ein, wie das Deutsche Institut für Normung, abgekürzt DIN, es vorgemacht hat. Ein Beispiel ist DIN A4 für ein normales Schreibblatt.<eop>Pappe und Karton sind dicke Arten von Papier. Karton macht man meist aus mehreren Blättern Papier. Sie werden aufeinandergelegt und zusammengepresst. Manchmal verwendet man beim Karton-Machen auch Klebstoff. Pappe ist noch dicker.<eop><eop>"}, {"title": "Paradies", "id": 684, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Paradies", "text": "Ein Paradies ist ein ausgesprochen schöner Ort. Das Wort kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet „Tiergarten“. Zuerst meinte man damit die Gärten der persischen Könige. Im Alten Testament lebten Adam und Eva im Paradies. Das nannte man den „Garten Eden“. Viele Menschen glauben, dass sie nach dem Tod in ein Paradies kommen.<eop>Der Garten Eden soll sehr grün gewesen sein, mit vier Flüssen, mit Gold und Edelsteinen. Gemäß der Geschichte aus der Bibel hat Gott die ersten Menschen in diesen Garten gesetzt. Sie konnten dort Früchte essen, den Garten und die Tiere pflegen und sich am Abend mit Gott unterhalten. Kälte oder Hitze sowie Schmerzen gab es keine. Dieser Garten wird als Paradies beschrieben. Von dort wurden Adam und Eva jedoch verjagt, weil sie eine Sünde begangen hatten.<eop>Viele Menschen versuchten schon herauszufinden, wo dieses Paradies lag. Zwei der vier Flüsse heißen Euphrat und Tigris. Sie liegen im heutigen Irak. Mehr kann man jedoch nicht sicher sagen. Spuren von diesem Paradies hat man bisher nicht gefunden. <eop>Im Christentum denkt man beim Paradies auch an den Himmel. Dort wohnen Gott und die Engel. Die gläubigen Menschen hoffen, nach ihrem Tod in dieses Paradies zu kommen. Das islamische Paradies heißt „Dschanna“. Dort wohnten am Anfang Adam und Eva. Es gibt verschiedene Meinungen darüber, ob die Menschen nach ihrem Tod auch an diesen Ort kommen oder in ein anderes Paradies. Dieses soll sieben Stockwerke haben. Wer am besten nach dem Koran gelebt hat, kommt in die obersten Stockwerke.<eop>Heute benutzen wir den Ausdruck „Paradies“ oft für etwas außerordentlich Schönes: Wir verbrachten einen paradiesischen Urlaub. Wir lagen an einem paradiesischen Strand und so weiter. Wir denken nicht nur an einen sehr schönen Ort. Meist denken wir auch daran, dass wir dort nichts oder zumindest nichts Unangenehmes zu tun haben. <eop><eop>"}, {"title": "Paris", "id": 685, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Paris", "text": "Paris ist die Hauptstadt von Frankreich und die größte Stadt dieses Landes. Sie hat etwas mehr als zwei Millionen Einwohner. Im Gebiet um Paris herum wohnen sogar über zwölf Millionen Menschen. Damit hat Paris eine der größten Ballungsräume Europas. <eop>Paris liegt an der Seine, sprich Ssähn. Dieser Fluss mündet in den Ärmelkanal, das ist das Meer zwischen Frankreich und Großbritannien. Um Paris liegen einige große Wälder wie der „Forêt de Fontainebleau“. Jährlich kommen viele Millionen Urlauber nach Paris, um sich die berühmten Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Im Jahr 2017 waren es sogar 34 Millionen Besucher.   Die Stadt ist nicht nur für Frankreich, sondern auch international sehr bedeutend. Einige Organisationen der Vereinten Nationen haben ihren Sitz in Paris. Insgesamt zwei Olympische Spiele und sechs Weltausstellungen wurden in der Stadt abgehalten. Außerdem ist Paris eine der bedeutendsten Städte für die Wirtschaft in Europa. Fast alle wichtigen Unternehmen Frankreichs sind hier. <eop> Wofür ist Paris bekannt? Das Wahrzeichen von Paris ist der Eiffelturm. Er wurde als Aussichtsturm für die Weltausstellung im Jahr 1889 zum 100. Jahrestag der Französischen Revolution gebaut und sollte eigentlich danach wieder abgerissen werden. Nebst dem Eiffelturm gibt es aber noch viele andere Sehenswürdigkeiten. <eop>Der Louvre ist ein weltberühmtes Museum, das vorher ein Schloss für Könige war. Dort findet man unter anderem die Mona Lisa von Leonardo da Vinci. Am Ende der Prachtstraße „Avenue des Champs-Élysées“ befindet sich ein bekannter Triumphbogen, der „Arc de Triomphe“. Dort endet jeweils die Tour de France. In der Nähe von Paris befindet sich der Freizeitpark Disneyland.  <eop>Viele Menschen denken bei Paris auch an die Kathedrale Notre Dame. Diese Kirche befindet sich auf einer Insel im Fluss Seine. Hier ist die Stadt Paris entstanden. Im April 2019 sind Teile der Kirche bei einem Feuer abgebrannt, in den nächsten Jahren soll der Schaden wieder behoben werden. <eop>Paris ist eine sehr teure Stadt. Es gibt viele Straßen mit exklusiven französischen Restaurants und teuren Läden, in denen wohlhabende Menschen einkaufen gehen. Besonders bekannt ist die „Pariser Mode“. Viele berühmte Designer kommen nach Paris, um dort ihre Kleider zu zeigen und zu verkaufen. Das war auch schon vor mehr als 100 Jahren so.<eop>Durch die vielen Einwanderer aus den ehemaligen französischen Kolonien ist Paris eine Stadt der kulturellen Vielfalt. Auch aus anderen Teilen der Welt sind in den letzten Jahrhunderten viele Menschen nach Paris ausgewandert. Besonders viele Einwanderer kommen aus Afrika oder Arabien. Durch die Terroranschläge in Paris haben diese Franzosen einen noch schlechteren Ruf bekommen. Dabei sind die meisten von ihnen friedlich.  <eop> Was ist früher in Paris passiert? Im Altertum gründete der keltische Stamm der Parisier auf einer Insel in der Seine die Stadt Lutetia. Als die Römer sie erobern wollten, brannten die Parisier sie nieder und zerstörten alle Brücken, die zur Stadt führten. Die Römer bauten daraufhin südlich der Seine eine neue Stadt. Sie nannten sie „Civitas Parisiorum“, die „Stadt der Parisier“. Dort entstanden Thermen, ein Forum, ein Amphitheater und vieles mehr. Mit der Zeit wuchsen beide Städte zusammen. Etwa um das Jahr 300 wurde aus Civitas Parisiorum der heutige Stadtname Paris.<eop>Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt von Germanen erobert. Die Franken machten sie im Mittelalter zur Hauptstadt von Frankreich und errichteten eine mächtige Stadtmauer. Trotzdem wurde sie während dem Hundertjährigen Krieg kurz von den Engländern besetzt. <eop>Bereits im Mittelalter war Paris eine der größten Städte Europas. So richtig groß wurde sie aber erst in der Neuzeit. Im 18. Jahrhundert herrschte König Ludwig der Vierzehnte. Man nennt dies die Zeit des Absolutismus. Ludwig der Vierzehnte wollte das die Hauptstadt von Frankreich zur größten und schönsten der Welt wird. Die alten Stadmauern ließ er abtragen, um Platz für breite Ringstraßen zu schaffen, die sogenannten Grands Boulevards.  <eop>Mit dem „Sturm auf die Bastille“ begann im 18. Jahrhundert in Paris die Französische Revolution. Das einfache Volk war unzufrieden und ließ den König hinrichten. Später regierte mit Kaiser Napoleon jedoch wieder ein Monarch von Paris aus. Durch die Industrialisierung wuchs die Stadt noch weiter. <eop>Im Zweiten Weltkrieg war Paris von deutschen Soldaten besetzt worden. Die französische Regierung floh ins nordwestlich von Lyon gelegene Vichy. In der Pariser Bevölkerung entwickelte sich eine Widerstandsbewegung, die Résistance. Sie war sehr wichtig für den Sturz des Nationalsozialismus in Frankreich.  <eop> "}, {"title": "Parlament", "id": 686, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Parlament", "text": "Ein Parlament ist eine Volksvertretung. In ihm sitzen die Politiker, die dazu vom Volk gewählt worden sind. Diese Politiker heißen Abgeordnete oder Mitglieder des Parlaments. „Parlament“ kommt vom französischen Wort für Reden.<eop>In einer Demokratie entscheidet meist das Parlament über die wichtigsten Dinge im Staat. Es beschließt die Gesetze, das sind die Regeln, an die sich alle halten müssen. Ein Parlament entscheidet außerdem über den Haushalt: Das ist eine Liste von allen Einnahmen und Ausgaben des Staates. Manche Parlamente dürfen bestimmen, wer in der Regierung des Staates sitzt. <eop> Wie entstanden die Parlamente in Europa? Schon immer kamen Menschen aus einem Stamm oder Dorf zusammen, um sich zu beraten, was für alle im Stamm oder Dorf wichtig war. Manchmal waren es nur die Ältesten, die Reichsten, die Krieger oder die Vornehmsten.<eop>Im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit gab es noch keine gewählten Parlamente. Die hohen Geistlichen und Adeligen bestimmten in Versammlungen mit, was ein Herrscher tun durfte. Dabei ging es vor allem um die Steuern, also das Geld, das die Einwohner an den Staat zahlen mussten. In Frankreich war das „Parlement“ ein Gericht, also eine Gruppe von Richtern. Dieses Gericht durfte die Urteile des Königs überprüfen. Das wichtigste „Parlement“ war das in Paris, der französischen Hauptstadt.<eop>Das Vorbild für andere europäische Länder war das englische Parlament, das seit 1689 die Macht des englischen Königs einschränkte. Seit der Französischen Revolution waren viele Menschen in Europa der Meinung, dass ein König nicht allein alles bestimmen soll. Ein Parlament sollte mitentscheiden, wie viel Geld der König oder seine Regierung ausgeben durfte, wie hoch die Steuern sein durften, und was in den Gesetzen stehen sollte.<eop> Wer darf im Parlament sitzen? Moderne Parlamente werden gewählt. Die Wähler sind die Einwohner des Landes, die das Wahlrecht haben. In den Jahren nach 1800 durften normalerweise nur reiche Männer wählen. Deutschland war eines der ersten Länder, in dem auch die Armen wählen durften, seit 1919 dürfen das auch Frauen. Die Wähler wählen Kandidaten, das heißt Politiker, die gerne Mitglied im Parlament sein wollen. Wenn ein Kandidat genug Wählerstimmen bekommt, ist er Mitglied des Parlament. Nach einer bestimmten Zeit wird wieder gewählt.<eop>Wie gewählt wird, steht in einem Wahlgesetz. Jedes Land hat ein eigenes Wahlgesetz, darum können die Regeln unterschiedlich sein. In den meisten demokratischen Staaten ist die Wahl frei: Die Wähler dürfen nicht gezwungen wählen, wen sie wählen sollen. Die Wahl ist geheim, damit die Wähler sich trauen, denjenigen zu wählen, den sie wirklich wollen. Die Wahl ist gleich: Ein Wähler darf nicht mehr Stimmen haben als ein anderer. <eop>Was für Parlamente gibt es und was machen sie? Normalerweise hat jeder demokratische Staat ein Parlament. Manche Staaten sind aber föderale Staaten, die aus einzelnen Teilstaaten zusammengesetzt sind. Dann gibt es ein Parlament für den gesamten Staat, und dazu Parlamente in den Teilstaaten. In Deutschland beispielsweise ist der Bundestag das Bundesparlament, der Landtag von Bayern ist das Parlament des Bundeslandes Bayern. Der Bundestag entscheidet über andere Dinge als der Landtag. In der Europäischen Union gibt es das Europäische Parlament, in dem die Volksvertreter aller Mitgliedsstaaten sitzen und Gesetze für ganz Europa machen.<eop>In manchen Staaten ist das Parlament in zwei Teile aufgeteilt, die man „Kammern“ nennt. Die Kammern werden dann oft auf unterschiedliche Weise gewählt, und sie haben unterschiedliche Rechte. Zum Beispiel wählen die Wähler in den Niederlanden die Zweite Kammer direkt, indem sie einem Kandidaten ihre Stimme geben. Die Erste Kammer aber wird von den Parlamenten der einzelnen Provinzen gewählt, der Landesteile. Ein Gesetz kann nur in Kraft treten, wenn beide Kammern zustimmen.<eop>Ein Parlament bestimmt zum Beispiel über die Gesetze, die Steuern und überhaupt, wie viel Geld der Staat ausgeben soll. In vielen Ländern entscheidet es auch über Krieg und Frieden. Was ein Parlament genau darf, ist von Staat zu Staat unterschiedlich. In Deutschland und Österreich etwa wählt nicht das Parlament den Bundespräsidenten, sondern eine Bundesversammlung bzw. das Volk in einer gesonderten Wahl.<eop> Kann es auch Parlamente ohne Demokratie geben? In manchen Staaten gibt es keine Demokratie, diese Staaten nennt man Diktatur. Der Chef, der Diktator, will gar nicht, dass das Volk mitentscheiden kann. Dennoch haben auch solche Staaten normalerweise ein Parlament. Der Sinn ist vor allem der, dass die Menschen glauben sollen, dass sie mitbestimmen könnten. Wenn in einer Diktatur jemand nicht wählen geht, dann zeigt er damit, dass er die Wahl nicht ernst nimmt. Es kann sein, dass so ein Nichtwähler dann bestraft wird oder Ärger bekommt.<eop>Der Diktator will nicht, dass die Menschen ein Parlament wählen können, das sich gegen den Diktator stellt. Darum sorgt er dafür, dass nicht alle Menschen in seinem Land wählen können. Oder er bestimmt, wer überhaupt Kandidat sein darf. Außerdem lässt der Diktator die Mitglieder des Parlaments überwachen. Möglicherweise lässt der Diktator das Parlament gar nicht über wichtige Dinge entscheiden. So kann es sein, dass ein Staat ein Parlament hat, aber dennoch keine Demokratie ist.<eop>"}, {"title": "Pazifischer Ozean", "id": 687, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pazifischer Ozean", "text": "Der Pazifische Ozean wird auch Stiller Ozean oder kurz Pazifik genannt und ist das größte der drei Weltmeere. Er liegt zwischen Asien und Australien im Westen und Amerika im Osten. Zusammen mit seinen Nebenmeeren ist er fast so groß wie alle anderen Meere der Erde zusammen. Außerdem ist er größer als alle Kontinente zusammen.<eop>Der Name des Ozeans kommt von dem portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan. Er umsegelte 1520 als erster Europäer die Südspitze von Südamerika. Dabei musste er viele Stürme überstehen und war froh, als der neuentdeckte Ozean auf einmal so still vor ihm lag. Trotzdem gibt es aber auch hier manchmal heftige Stürme und Wirbelstürme.<eop>In der Westhälfte des Stillen Ozeans liegen einige größere Inseln wie Neuguinea oder Neuseeland. Vor allem aber gibt es im Ozean unzählige kleine Inseln. Alle zusammen nennt man manchmal „Ozeanien“, so als wäre es ein eigener Kontinent.<eop>Auch einige der tiefsten Stellen der Erde befinden sich hier: Der Marianengraben ist an seiner tiefsten Stelle über 11.000 Meter tief. Außerdem gibt es im und rund um den Pazifischen Ozean besonders viele Vulkane, feuerspeiende Berge. Wissenschaftler sprechen deshalb vom „Pazifischen Feuerring“.<eop> "}, {"title": "Pergament", "id": 688, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pergament", "text": "Pergament macht man aus der Haut bestimmter Tiere. Auf Pergament kann man schreiben, ähnlich wie auf Papier. Man verwendete es seit der Antike bis zum Mittelalter für Schriftrollen und Bücher.<eop>Im Mittelalter konnten fast nur die Mönche und Nonnen in den Klöstern schreiben. Sie stellten auch ihr eigenes Pergament her. Deshalb brauchten die Klöster große Ländereien, um sich die Schafe für das Pergament zu halten. Darauf schrieben sie ihre Bücher.<eop>Aus zwei Gründen wurde Pergament in der Neuzeit immer weniger wichtig: Die Menschen in Europa lernen, zum Ende des Mittelalters, wie man Papier macht. Papier war einfacher und somit billiger herzustellen. Zweitens konnte man mit den Druckerpressen nicht auf Pergament, sondern nur auf Papier drucken.<eop>Alte Handschriften auf Pergament sind heute besonders wertvoll. Sie liegen auch meist in einem Museum. Im Alltag verwenden wir manchmal sogenanntes Pergamentpapier. Dies ist jedoch keine Tierhaut, sondern ein Papier. Mit chemischen Mitteln wurde es so behandelt, dass es weder Wasser noch Fett durchlässt. Deshalb hat man darin oft Butter eingewickelt, bevor die Plastik- und die Alufolien erfunden wurden.<eop> Wie stellt man Pergament her? Zur Herstellung von Pergament eignete sich die Haut von Kälbern, Ziegen und Schafen am besten. Die Haut wird aber nicht gegerbt wie bei der Herstellung von Leder. Man legt sie in eine Flüssigkeit mit Kalk, das ist ein besonderes Gestein. Anschließend schabt man die Haare, Fleisch- und Fettreste ab.<eop>Dann spannt man die Haut mit Schnüren auf einen Rahmen und lässt sie trocknen. Die Oberfläche kann man zusätzlich mit einem feinen Stein glätten und mit Kreide weiß einfärben. <eop> Welche Vorteile hat Pergament? Pergament ist sehr dauerhaft. Es kann viele Jahrhunderte überstehen. Das älteste Pergament, das man heute kennt, ist 4700 Jahre alt. Papier hingegen zerbröselt eher oder wird von der Tinte zerfressen.<eop>Weil Pergament so teuer war, hat man es gerne mehrmals verwendet. Man kann die Schrift wieder abschaben und hat dann wieder ein „leeres“ Blatt. Darauf wurde dann etwas anderes geschrieben.<eop>Fachleute haben dafür ein eigenes Wort: Palimpsest. Für Geschichtswissenschaftler sind Palimpseste sehr interessant. Man kann heute mit der richtigen Technik die alte Schrift immer noch erkennen. So erfahren wir heute, was die Menschen früher weniger wichtig fanden und überschrieben haben.<eop> "}, {"title": "Pessach", "id": 689, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pessach", "text": "Pessach ist eines der wichtigsten Feste im Judentum. Es wird auch Pas-cha-Fest oder Passa-Fest, Fest der Freiheit oder „Fest der ungesäuerten Brote“ genannt. Gefeiert wird es jedes Jahr sieben Tage lang im März oder April. <eop>Der Name des Festes kommt von dem hebräischen Wort für „verschonen“ oder „vorübergehen“. Das Fest erinnert nämlich an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Dort hatten die Juden als Sklaven dienen müssen. Sie wurden dann aber befreit und konnten fliehen. Deswegen ist Pessach auch ein Freiheitsfest. Der Name erinnert daran, dass Gott die Ägypter bestrafte, die Juden aber verschonte. <eop>Auch für das Christentum ist das Fest wichtig. Es fällt mit Ostern zusammen. Jesus ging nämlich mit seinen Anhängern zum Pessachfest nach Jerusalem. Nach dem Abendmahl wurde er verraten, gefangen genommen und getötet. Zwei Tage später, an Ostern, hatte er sein Grab wieder verlassen. <eop> Welchen biblischen Ursprung hat das Fest? Die Ursprünge des Pessach-Festes beruhen auf einer Geschichte aus dem zweiten Buch Mose im Alten Testament. Dieses Buch nennt man auch Exodus. Das ist Lateinisch für „Auszug“. Gemeint ist der Auszug der israelitischen Sklaven aus Ägypten. <eop>Gott sandte den Ägyptern zehn Plagen, damit diese sein Volk, die Israeliten, frei lassen sollten. Von den ersten neun Plagen ließ sich der Pharao von Ägypten nicht einschüchtern. Erst die zehnte, grausame Plage sollte seine Meinung ändern: Alle Menschen und Tiere, die als erste in einer Familie geboren wurden, sollten sterben. Sie sollten durch einen besonderen Engel getötet werden. <eop>Lediglich die Israeliten sollten davon verschont bleiben. Dafür mussten sie jedoch eine Ziege oder ein Schaf schlachten und komplett verspeisen. Mit dem Blut des Tieres sollten sie dann ihre Haustür markieren. So wüsste der „Engel des Todes“, welche Haushalte er verschonen sollte. <eop>Der Aufbruch unter dem Anführer Mose musste dann sehr schnell gehen. Es blieb gerade noch Zeit, am Morgen einen Teig anzurühren und ihn zu backen. Zeit, ihn mit Hefe oder Sauerteig aufgehen zu lassen, blieb nicht mehr. Es wurden also bloß flache Fladen mit wenig Geschmack.<eop>Darauf traten die Israeliten schleunigst ihren Heimweg nach Israel an. Anfangs wurden sie von den Ägyptern gejagt, die es bereuten, die Israeliten freigelassen zu haben. Weil sie aber immer wieder an Gottes Hilfe zweifelten, sorgte Gott dafür, dass sie 40 Jahre lang in der Wüste umherirrten.<eop> Wie wird Pessach gefeiert? Bei der Pessachfeier halten sich jüdische Familien an viele strenge Regeln. Bevor Pessach beginnt, muss das ganze Haus gründlich sauber gemacht werden. Vor allem Reste von normalem, also gesäuertem Brot mussten weggeräumt werden. Die einen Juden legen dieses Gesetz heute sehr streng aus und verschenken alle Nahrung, die irgendwie gesäuert sein könnte. Manchmal werfen sie diese auch einfach weg. Manchmal wird mit einem Umzug durch das ganze Haus überprüft, ob auch wirklich alles richtig sauber gemacht wurde. Hierbei bekommen Kinder, die noch Reste finden, ein kleines Geschenk.<eop>Während des ganzen Pessachfestes dürfen also nur ungesäuerte Sachen gegessen werden. Besonders bekannt sind die Mazzen. Das sind ungesäuerte Brote. Sie sollen daran erinnern, dass die Juden bei ihrer Flucht keine Zeit hatten, normales Brot zu backen.<eop>Am Abend vor dem eigentlichen Fest wird das Sedermahl gefeiert. Hierbei wird besonders den Kindern der Familie erklärt, warum Pessach gefeiert wird. Das Essen wird oft zusammen mit einem Glas Salzwasser auf einem speziellen Teller auf den Tisch gestellt. Jede Essenssorte auf diesem Teller hat eine besondere Bedeutung und steht symbolisch für etwas aus der Pessach-Geschichte. Das Salzwasser steht zum Beispiel für die Tränen, die die Juden als Sklaven geweint haben.<eop>Am Ende der sieben Tage betet man für verstorbene Angehörige. Man erinnert sich so an sie und bittet Gott, freundlich zu ihnen zu sein.<eop>"}, {"title": "Pfarrer", "id": 690, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pfarrer", "text": "Ein Pfarrer arbeitet für die christliche Kirche. Er leitet Gottesdienste und berät Menschen. Das nennt man Seelsorge. Das Amt des Pfarrers ist leicht verschieden, je nachdem um welche Glaubensrichtung es sich handelt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz müssen Pfarrer Theologie studiert haben. Das ist ein Fach an der Universität.<eop>In den evangelischen und den reformierten Kirchen können Männer und Frauen Pfarrer oder Pfarrerin werden. Sie dürfen auch heiraten. In einer großen reformierten Kirchgemeinde kann es mehrere Pfarrer geben. Ihre Hauptaufgaben sind die Predigt, die Seelsorge, Taufen und Eheschließungen. <eop>Unser Ausdruck Pfarrer kommt von Pfarre. Das stammt von einem griechischen Wort für Nachbarschaft. Gemeint ist die Gegend, in der der Pfarrer arbeitet. In Norddeutschland nennt man einen Pfarrer auch Pastor. Dieser Name bedeutet eigentlich Hirte, gemeint nicht ein Hirte für Schafe, sondern für die Seelen.<eop>In der katholischen Kirche muss der Pfarrer ein Priester sein. Nur Männer sind zugelassen. Sie müssen versprechen, nicht zu heiraten: Dieses Verbot nennt man Zölibat. Nach dem Studium der Theologie wird ein Mann zuerst zum Priester geweiht. Dann kann er Kinder taufen, die Beichte hören, kranke und sterbende Menschen salben, Ehen schließen, das Abendmahl feiern und so weiter. In einer großen Kirchgemeinde kann es mehrere Priester geben. Aber nur einer ist verantwortlich für die Gemeinde, das ist der Pfarrer.<eop>"}, {"title": "Pfau", "id": 691, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pfau", "text": " Pfauen sind eine Vogelart. Sie sind nahe mit den Hühnern verwandt. Am bekanntesten ist bei uns der Blaue Pfau, der ursprünglich aus Indien und seinen Nachbarländern kommt. Der Grüne Pfau wohnt etwas östlicher: von Bangladesch bis nach Malaysia. <eop>Das Männchen ist auch beim Pfau der Hahn. Er trägt einen verlängerten Schwanz, den man Schleppe nennt. Sie besteht aus etwa 150 Federn, die auf jedem Ende ein „Auge“ tragen. Damit will der Pfau Feinde vertreiben und die Weibchen beeindrucken, wenn er das Rad schlägt. Die Weibchen sind die Hennen. Sie tragen nur zurückhaltende Farben. Der Vorteil: Sie fallen weniger auf und sind dadurch beim Ausbrüten ihrer Eier besser geschützt. <eop>Pfauen fressen alles, was Hühner auch fressen: Körner, Kräuter, Würmer, aber auch kleine Schlangen. In den Ursprungsländern gibt es zwar etwas weniger Pfauen als früher, aber gefährdet sind sie nicht. Ihre größten Feinde sind Tiger und Leoparden.<eop>Schon vor 4000 Jahren brachten die Menschen Pfauen in die Länder rund um das Mittelmeer. Das Pfauenfleisch aßen sie. Die Tiere wurden aber auch als Schmuck in Parks gehalten. Weil sie nicht weglaufen, ist das recht einfach. Pfauen können fliegen, aber nicht weit. Füttern kann man sie mit Hühner- oder Gänsefutter.<eop>Zu einer Pfauenfamilie gehört ein Hahn, mehrere Hennen und die Jungtiere. Nach der Paarung bauen die Hennen ein Nest, am liebsten an einem Waldrand mit dichten Büschen. Sie legen vier bis sechs Eier. Die Hennen brüten die Eier allein aus. Das dauert etwa vier Wochen. Nach einem Monat bekommen die Küken ihre Krone. Mit drei Jahren bekommen die Männchen ihr leuchtendes Federkleid. Geschlechtsreif sind sie aber schon etwas vorher.<eop><eop>"}, {"title": "Pferde", "id": 692, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pferde", "text": "Pferde sind Säugetiere. Sie sind eng verwandt mit den Eseln und den Zebras. Sie ernähren sich vor allem von Gras. <eop>Das ursprüngliche Wildpferd ist ausgestorben. Es gibt nur noch seine Nachkommen, die der Mensch gezüchtet hat, nämlich unser Hauspferd. Von ihm gibt es viele verschiedene Rassen. Wir kennen sie von Pferderennen, vom Springreiten oder vom Ponyhof.<eop>Es gibt noch einige Herden von wilden Pferden. Man nennt sie zwar oft Wildpferde, aber das ist eigentlich falsch. Es sind nämlich verwilderte Hauspferde, die zum Beispiel aus einem Stall weggelaufen sind und sich wieder an das Leben in der Natur gewöhnt haben. Dafür sind sie sehr menschenscheu. <eop>Die Füße eines Pferdes enden in einem Huf. Das ist eine harte Hornhaut, ähnlich wie unsere Fuß- oder Fingernägel. Das Ende des Fußes ist nur die mittlere Zehe. Die übrigen Zehen haben Pferde nicht mehr. Das ist so, als wenn ein Mensch nur auf den Mittelfingern und mittleren Zehen laufen würde. <eop>Wie leben Pferde? In der Natur leben verwilderte Pferde in Herden. Eine solche Gruppe besteht normalerweise nur aus mehreren Stuten, also Weibchen. Dazu gibt es einen Hengst, das ist ein Männchen, und einige Jungtiere, die Fohlen. Pferde sind Fluchttiere. Sie können sich nur schlecht verteidigen und sind deshalb immer auf der Hut. Sie schlafen sogar im Stehen, damit sie im Notfall sofort fliehen können.<eop>Pferde riechen und hören sehr gut. Ihre Augen liegen an der Seite des Kopfes. So können sie fast rundum schauen, ohne den Kopf zu bewegen. Weil sie aber das Meiste nur mit jeweils einem Auge sehen, können sie schlecht erkennen, wie weit etwas weg ist.<eop>Die Schwangerschaft einer Stute dauert ab der Paarung knapp ein Jahr, je nach Pferde-Rasse. Meist bringt die Stute ein einziges Jungtier zur Welt. Es steht sofort auf, nach einigen Stunden kann es bereits der Mutter folgen. <eop>Das Jungtier trinkt die Milch der Mutter während einem halben bis zu einem Jahr. Mit etwa vier Jahren ist es geschlechtsreif, kann dann also selber Junge machen. Bei den Stuten geschieht dies meist früher. Junge Hengste müssen sich erst gegen ihre Rivalen durchsetzen.<eop>Welche Rassen von Hauspferden gibt es? Die Hauspferde sind eine Tierart. Von ihnen züchtete der Mensch viele verschiedene Rassen. Ein einfaches Erkennungsmerkmal ist die Größe. Man misst dazu die Höhe der Schultern. In der Fachsprache ist dies das Stockmaß oder die Widerristhöhe. Nach dem deutschen Zuchtgesetz liegt die Grenze bei 148 Zentimetern. So groß ist etwa ein kleiner erwachsener Mensch. Über dieser Marke liegen die Großpferde, darunter die Kleinpferde, auch Ponys genannt.<eop>Es gibt auch die Einteilung nach dem Temperament: Es gibt Kalt-, Warm- oder Vollblüter. Ihr Blut hat zwar immer dieselbe Temperatur. Aber sie haben verschiedene Eigenschaften: Kaltblüter sind eher schwer und ruhig. Sie eignen sich deshalb sehr gut als Zugpferde. Vollblüter sind nervös und schlank. Sie sind die besten Rennpferde. Die Eigenschaften der Warmblüter liegen irgendwo dazwischen.<eop>Eine weitere Unterteilung erfolgt nach der Herkunft der ursprünglichen Zuchtgebiete. Bekannt sind die Shetland-Ponys von den Inseln, die Belgier, die Holsteiner aus Norddeutschland und die Andalusier aus Südspanien. Aus dem Jura in der Schweiz stammt der Freiberger und so weiter. Sogar im Kloster Einsiedeln gibt es eine eigene Pferderasse.<eop>Es gibt auch die Unterscheidung nach Farben: Schwarze Pferde sind Rappen. Weiße Pferde nennt man Schimmel, wenn sie etwas gefleckt sind, nennt man sie Apfelschimmel. Dann gibt es auch den Fuchs, den Schecken oder einfach „den Braunen“ und viele andere mehr.<eop>Wie werden Pferde gezüchtet? Menschen haben vor etwa fünftausend Jahren begonnen, Pferde zu fangen und zu züchten. Das war in der Jungsteinzeit. Züchten bedeutet: Man führt immer einen Hengst und eine Stute mit den erwünschten Eigenschaften zur Paarung zusammen. In der Landwirtschaft war die Kraft der Pferde wichtig, um den Pflug über den Acker zu ziehen. Reitpferde sollten eher schnell und leicht sein. Kriegspferde waren sehr groß und schwer und werden entsprechend trainiert.<eop>Viele Pferderassen waren schon von Natur aus an ein bestimmtes Klima angepasst. Die Shetlandponys beispielsweise waren klein und an Wärme ebenso gewöhnt wie an Stürme. Man setzte sie deshalb in den englischen Kohlegruben gerne als Zugpferde ein. Die Gänge waren oft nicht sehr hoch, und in den Gruben herrschte ein feuchtes, warmes Klima.<eop>Für bestimmte Arbeiten sind Esel besser geeignet als Pferde. Sie sind im Gebirge weit trittsicherer. Man hat diese beiden Tierarten deshalb erfolgreich gekreuzt. Das geht, weil sie so nahe Verwandte sind: Aus einer Pferdestute und einem Eselhengst entstand das Maultier, auch Muli genannt.<eop>Aus einem Pferdehengst und einer Eselsstute entstand der Maulesel. Beide Züchtungen sind weniger scheu als Pferde und sehr gutmütig. Zudem werden sie älter als Pferde. Allerdings können Maultiere und Maulesel selber keine Jungtiere mehr zeugen.<eop>Welche Gangarten kennen Pferde? Pferde können ihre vier Beine auf unterschiedliche Weise benutzen, um sich fortzubewegen. Man spricht hier von unterschiedlichen Gangarten.<eop>Am langsamsten ist ein Pferd im Schritt. Es hat dabei immer zwei Füße auf dem Boden. Die Reihenfolge der Bewegung ist links vorne – rechts hinten – rechts vorne – links hinten. Das Pferd ist damit etwas schneller als ein Mensch.<eop>Die nächste Stufe nennt man Trab. Das Pferd bewegt immer zwei Füße zugleich, und zwar diagonal: Also links vorne und rechts hinten, dann rechts vorne und links hinten. Dazwischen ist das Pferd für kurze Zeit mit allen Vieren in der Luft. Beim Reiten rüttelt dies recht stark. <eop>Am schnellsten ist ein Pferd im Galopp. Das Pferd setzt dabei ganz kurz hintereinander die beiden Hinterbeine auf und gleich darauf die beiden Vorderbeine. Dann fliegt es. Eigentlich besteht der Galopp aus vielen Sprüngen, die das Pferd aneinanderreiht. Für den Reiter ist diese Gangart runder und somit ruhiger als der Trab.<eop>Den Frauen war es im Mittelalter nicht erlaubt, wie die Männer im Sattel zu sitzen. Sie saßen auf einem Seitsattel oder Damensattel. Dabei hatten sie beide Beine auf derselben Seite des Pferdes. Dazu gab es auch eine besondere Gangart, die den Pferden antrainiert wurde: der Passgang. Heute nennt man ihn „Tölt“. Dabei setzt das Pferd abwechselnd immer die beiden linken Beine weiter, dann die beiden rechten Beine und so weiter. Das rüttelt weit weniger. Pferde, die diese Gangart beherrschen, nennt man Zelter.<eop>Unten sieht man Filme verschiedener Gangarten.<eop>"}, {"title": "Pfingsten", "id": 693, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pfingsten", "text": "09238jfHighway EDSA Churches Balintawak Barangays Quezon Cityfvf 56.JPG|Ein Pfingstgottesdienst auf den Philippinen POL Zielone Świątki na Urzeczu 2017 04.jpg|Hier in Polen gehört ein Gottesdienst im Freien zum Pfingstfest. Pentacost Odessa 02.JPG|Ein Pfingst-Segen in der Orthodoxen Kirche </gallery><eop>"}, {"title": "Pflanzen", "id": 694, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pflanzen", "text": "Eine Pflanze ist ein Lebewesen. Pflanzen sind eines von sechs großen Reichen in der Biologie, der Wissenschaft vom Leben. Tiere sind ein anderes Reich. Bekannte Pflanzen sind Bäume und Blumen. Auch Moose sind Pflanzen, Pilze hingegen gehören wieder zu einem anderen Reich.<eop>Die meisten Pflanzen leben auf dem Erdboden. In der Erde haben sie Wurzeln, mit denen sie Wasser und andere Stoffe zum Leben aus dem Boden holen. Oberhalb der Erde ist ein Stamm oder Stängel. Daran wachsen die Blätter. Pflanzen bestehen aus vielen kleinen Zellen, mit Zellkern und Zellhülle.<eop>Eine Pflanze braucht das Licht der Sonne. Die Energie aus dem Licht hilft dabei, dass die Pflanze ihre Nahrung herstellen kann. Dafür hat sie einen besonderen Stoff in den Blättern, das Chlorophyll, sprich Kloro-Füll.<eop>Was sind Pionierpflanzen? Pionierpflanzen sind Pflanzen, die an einem besonderen Ort als erste wachsen. Solche Orte entstehen plötzlich durch Erdrutsche, Vulkanausbrüche, nach Hochwassern, nach Waldbränden, beim Rückzug von Gletschern und so weiter. Solche Orte können aber auch frisch ausgehobene Gräben, oder planierte Flächen auf Baugrundstücken sein. Pionierpflanzen brauchen besondere Eigenschaften:<eop>Die eine Eigenschaft ist die Art, wie sich die Pionierpflanzen verbreiten. Die Samen müssen so beschaffen sein, dass sie mit dem Wind weit fliegen können, oder Vögel tragen sie mit und scheiden sie mit ihrem Kot wieder aus.<eop>Die zweite Eigenschaft betrifft die Genügsamkeit mit dem Boden. Eine Pionierpflanze darf keine Ansprüche stellen. Sie muss fast oder sogar ganz ohne Dünger auskommen. Dies gelingt, indem sie den Dünger aus der Luft beziehen kann oder zusammen mit bestimmten Bakterien aus dem Erdboden. So machen es beispielsweise die Erlen.<eop>Typische Pionierpflanzen sind auch Birken, Weiden oder der Huflattich. Die Pionierpflanzen werfen jedoch ihr Laub ab oder die ganze Pflanze stirbt nach einer gewissen Zeit. Dadurch entsteht neuer Humus. Der ermöglicht es anderen Pflanzen, sich auszubreiten. Meist sterben dafür nach einer gewissen Zeit die Pionierpflanzen ab.<eop> "}, {"title": "Pharao", "id": 696, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pharao", "text": "Pharao, sprich: Fara-oh, war im Alten Ägypten ein Titel für den König. Die Mehrzahl ist Pharaonen. Der Titel kommt von einem ägyptischen Wort und bedeutet so viel wie „großes Haus“. Das war das Haus des Königs, oder der königliche Hof. Erst später wurde „Pharao“ das eigentliche Wort für „König“. Heutzutage ist es üblich, alle Könige des Alten Ägyptens Pharao zu nennen.<eop>Der Pharao war nicht nur König, sondern auch ein Sohn der Götter. Damit stand er zwar über den Menschen, aber unter den Göttern. Er vermittelte zwischen beiden. Einige Pharaonen versuchten, als Gott anerkannt zu werden, das gelang ihnen aber nicht.<eop>Trotzdem: Der Pharao war so heilig, dass man seinen Namen oft nicht auszusprechen wagte. Stattdessen wurde der Name geschrieben und gelesen. In der ägyptischen Schrift, den Hieroglyphen, gab es für den Namen des Königs eine besondere Schreibweise, die Kartusche. Ein Teil des Namens war der Name eines Gottes, den der Pharao wichtig fand.<eop>Heute weiß man etwas über die Pharaonen, weil man in Ruinen alte Inschriften gefunden hat. Sie erzählen etwas über die Herrscher. Außerdem hat man Pharaonen und andere wichtige Leute nach dem Tod einbalsamiert: So sind sie zu Mumien geworden, die in prächtigen Gräbern bestattet wurden. Einer Legende zufolge verfolgen die Geister von Pharaonen angeblich diejenigen, die solche Gräber ausplündern.<eop> Wie viele Pharaonen gab es? Manche Ägyptologen sagen, dass es in der Geschichte insgesamt 170 Pharaonen gab. Allerdings weiß man über manche Pharaonen sehr, sehr wenig, vielleicht nur den Namen. Das gilt besonders für die frühe Zeit: Der erste Pharao soll Menes gewesen sein, der vor 5000 Jahren gelebt hat. Doch davor gab es bereits andere Herrscher in Ägypten, die oft den Namen eines Tieres hatten. <eop>Ägypten war nicht immer ein einziges Reich. Lange gab es ein Oberägypten und ein Unterägypten. Sie hatten unterschiedliche Herrscher. Erst später wurden beide Ägypten vereint. Außerdem haben manchmal mächtige Leute versucht, sich selbst zum Herrscher anstelle des Pharao zu machen. Solche Gegenpharaonen haben auch eine Weile geherrscht, zumindest über einen Teil der Gebiete.<eop>Der letzte Pharao war eine Frau: Kleopatra die Siebte. Danach wurde Ägypten ein Teil des Römischen Reiches. Es hatte vorher bereits weibliche Pharaonen gegeben, wenn auch sehr selten. Sie regierten zum Beispiel anstelle eines Sohnes, der noch nicht alt genug war.<eop> Woran erkennt man einen Pharaonen?  Auf Bildern und an Statuen erkennt man Pharonen dank bestimmter Symbole. Diese Zeichen standen für eine Idee, die mit der Macht der Pharaonen zu tun hatte. Manche davon kennt man auch für andere Könige, wie das Zepter. Das ist eine Art Stab.<eop>Es gab zwei verschiedenen Kronen, die rote und die weiße. Die rote Krone stand für Unterägypten, also das Gebiet im Norden in der Nähe des Mittelmeeres. Die weiße Krone war das Symbol für Oberägypten, das weiter südlich lag. Später waren die Pharaonen Herrscher über beide Ägypten und trugen eine doppelte Krone.<eop>Weitere Zeichen für einen Pharao waren ein Stierschwanz und eine Ägyptische Kobra. Ein Pharao hatte auch einen langen, dünnen Bart am Kinn. Der war künstlich und wurde wieder abgenommen.<eop>"}, {"title": "Philosophie", "id": 697, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Philosophie", "text": " Die Philosophie stellt wichtige, allgemeine Fragen, um die Welt zu verstehen: Was können Menschen wissen? Wie soll man sich richtig verhalten? Was ist veränderlich, und was bleibt?<eop>Der Ausdruck Philosophie kommt aus dem Griechischen und heißt so viel wie „Liebe zur Weisheit“. Im Alten Griechenland gab es weise Leute, die neugierig auf die Welt waren. Die Philosophen haben immer neues Wissen gesucht, und sie haben sich Fragen über die Welt gestellt.<eop>Vieles, was man damals und später „Philosophie“ genannt hat, würde man heute als Wissenschaft bezeichnen. Wie soll ein Staat funktionieren? Das ist jetzt eine Frage für die Politikwissenschaft. Wie soll man Kinder erziehen? Damit beschäftigt sich die Pädagogik. Woraus bestehen die Dinge? Das ist ein Thema für die Chemie und die Physik. Früher waren das alles philosophische Themen.<eop>Aber auch heute noch gibt es Philosophie. Wo ein „normaler“ Wissenschaftler etwas erforscht und Antworten findet, stellt ein Philosoph sich immer weiter Fragen. Er will wissen, wie etwas eigentlich ist und rätselt über das Wissen an sich. Bekannte Philosophen waren zum Beispiel Sokrates, Plato und Aristoteles im Alten Griechenland oder Immanuel Kant in der Neuzeit.<eop>"}, {"title": "Photosynthese", "id": 698, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Photosynthese", "text": "Bei der Photosynthese verwandeln Pflanzen einfaches Kohlenstoffdioxid in energiereiche Verbindungen. Das Kohlenstoffdioxid nehmen sie aus der Luft auf. Die Energie dazu liefert das Sonnenlicht. Das griechische Wort „Photo“ bedeutet Licht, das Wort „Synthese“ bedeutet „Zusammensetzung“. Da wird also etwas mit Hilfe von Licht zusammengesetzt.<eop>Die Photosynthese geschieht in den grünen Teilen der Pflanzen. Sie sind grün, weil sie in ihren Zellen kleine grüne Farbstoffteile haben. Dieser Farbstoff heißt Chlorophyll, sprich: Klorofüll. Er spaltet das Kohlenstoffdioxid zuerst auf und setzt es dann mit Hilfe des Sonnenlichts neu zusammen zu Glukose. Auf Deutsch nennt man die Glukose ganz einfach Traubenzucker. Für diesen Vorgang braucht die Pflanze zusätzlich Wasser, das sie mit den Wurzeln aufnimmt. <eop>Bei der Photosynthese entsteht noch ein weiterer Stoff, nämlich Sauerstoff. Den brauchen die Pflanzen aber gar nicht. Deswegen geben sie ihn zurück in die Luft. <eop>Für uns Menschen ist die Photosynthese so wichtig, weil wir und alle Tiere beim Atmen genau das Umgekehrte tun wie die Pflanzen: Wir brauchen den Sauerstoff, den wir durch die Luft einatmen. Wenn wir ausatmen, gelangt wieder Kohlenstoffdioxid in die Luft. Dies ist ein Kreislauf in der Natur, der nie aufhört.<eop>Menschen und Tiere nutzen aber auch den Zucker, der durch die Photosynthese entsteht. Daraus werden nämlich Gemüse, Obst, Getreide und viele weitere Nahrungsmittel. Aber auch Holz, Baumwolle und viele andere Dinge entstehen nur mithilfe der Photosynthese.<eop>"}, {"title": "Physik", "id": 699, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Physik", "text": "Die Physik, sprich Füh-Sick, ist eine Wissenschaft. Wer sich mit Physik beschäftigt, ist ein Physiker oder eine Physikerin. Die Physik gehört zu den Naturwissenschaften. Die Physiker versuchen die Welt mit Gesetzmäßigkeiten und Formeln zu beschreiben, die sie mit Experimenten auf ihre Richtigkeit überprüfen. Wir wissen zum Beispiel, dass man Wasser nicht mehr als 10 Meter hoch saugen kann. Bäume brauchen Wasser, sind aber oft viel höher. Wie kriegen Bäume das Waser nach oben?<eop>In der Physik geht es um die Kräfte in der Natur und wie sie auf Stoffe wirken. Auch die Gesetzmäßigkeiten von Bewegung sind für Physiker interessant. Das alles passiert in Raum und Zeit. Physiker erforschen vom Allergrößten bis zum Allerkleinsten fast alles. Sie interessieren sich also für das Weltall, die Sterne und Galaxien aber auch für die Atome und die Dinge, aus denen Atome bestehen. Ohne die Physik wäre unser technischer Fortschritt nicht denkbar.<eop> Womit beschäftigen sich Physiker? Fast alles, was wir im Alltag erleben, hat mit Physik zu tun. Wenn etwas laut oder leise ist, sprechen Physiker von Akustik. Was wir sehen und wie Licht wirkt, das heißt Optik. In der Mechanik geht es darum, wie sich Gegenstände bewegen oder wie beispielsweise ein Auto beschleunigt. Auch die Wirkung von einem Hebel oder die Funktion einer Seilwinde gehören zur Mechanik. Physiker interessieren sich auch dafür, wie Wärme entsteht und sich verbreitet. Das gehört zur Wärmelehre.<eop>Ein besonderes Phänomen ist die Schwerkraft. Man nennt sie auch Gravitation. Sie sorgt dafür, dass wir auf dem Boden stehen und nicht davonfliegen. Auch alle Gegenstände, die man loslässt, fallen auf den Boden. Die Erde zieht alles an. Diese Kraft ist unsichtbar, aber es gibt sie. Die Schwerkraft sorgt auch dafür, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht wegschwirrt. Diese Kraft wirkt auf alle Körper und über unglaublich riesige Entfernungen. Selbst zwischen den entferntesten Sternen im Weltall wirkt sie noch.<eop>Es gibt noch weitere Kräfte, die man nicht sieht. Ein Beispiel ist die Elektrizität. Sie bringt die Lampe zum Leuchten oder den Elektromotor zum Laufen. Der Magnetismus sorgt dafür, dass der Magnet an der Wandtafel hängen bleibt. Das geht allerdings nur, wenn in der Wandtafel eine Eisenschicht verborgen ist.<eop>Ein weiteres Gebiet der Physik beschreibt, wie die kleinsten Teile der Materie sind. Sie bestehen aus Atomen oder Molekülen. Damit muss man sich gut auskennen, wenn man ein neues Material entwickeln will. Aber auch das Verständnis der Radioaktivität oder der Atomenergie ist ein Teilgebiet der Physik.<eop>Physiker müssen oft rechnen, denn sie wollen etwas genau wissen und nachmessen. Allerdings rechnen sie nicht unbedingt im Kopf: Sie stellen physikalische Formeln auf, in denen beschrieben wird, wie gerechnet werden soll. Das macht dann aber ein Computer. Sie führen auch viele Experimente und Messungen durch, um ihre Annahmen zu überprüfen.<eop> Wie drücken sich Physiker aus? In der Physik geht es immer um physikalische Größen. Die kann man genau messen: die Länge eines Weges, die Temperatur einer Flüssigkeit, die Zeit um eine Strecke zurückzulegen, die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs und andere mehr. Um eine Größe zu messen benötigen Physiker nicht nur Zahlen, sondern auch Maßeinheiten, beispielsweise Meter, Millimeter, Liter oder Kilogramm.<eop>Damit die Physiker nicht lange Texte schreiben müssen, benützen sie eine Art eigene Abkürzungssprache. Damit drücken sie Zusammenhänge aus. Die Vokabeln dieser Sprache sind die Formelzeichen und die Einheitenzeichen. Anstatt des Satzes „Die Länge beträgt zwei Zentimeter“ schreibt man in der Physik nur kurz l = 2 cm. Die Formelzeichen stehen also für die physikalischen Größen. Mit ihnen kann der Physiker seine Erkenntnisse sehr kurz als Formel schreiben.<eop> Was verbindet die Physik mit anderen Naturwissenschaften? In den meisten anderen Naturwissenschaften muss man sich ebenfalls gut mit Physik auskennen. Das gilt zum Beispiel für die Biologie. Der Körper von Menschen und anderen Lebewesen besteht aus Stoffen. Wer verstehen will, wie die Stoffe sich ändern und aufeinander wirken, der braucht die Physik, aber auch die Chemie. In der Biologie geht es aber normalerweise um Lebendiges, in der Physik nicht.<eop>Die Chemie kümmert sich um die Stoffe und die Veränderungen von Stoffeigenschaften, wenn sich die Moleküle ändern. Moleküle sind Verbindungen von Atomen. Bei einer chemischen Reaktion wird zum Beispiel aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasser. Allerdings: Stoffe können sich auch ändern, wenn die Atome selbst sich ändern. Das ist dann wieder ein Fall für die Physik.<eop>"}, {"title": "Pilot", "id": 700, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pilot", "text": "Pilot ist ein Beruf. Seine Aufgabe ist es ein Flugzeug zu steuern. Der Ausdruck „Pilot“ kommt vom griechischen Wort für „Steuerruder“. Der Pilot ist also der Steuermann eines Luftfahrzeugs. Er sitzt ganz vorne in der Spitze des Flugzeuges in einem eigenen Raum, dem Cockpit.<eop>Für jede Art von Luftfahrzeug braucht der Pilot einen passenden Führerschein. Dazu braucht es vorher schon ein Studium oder einen Beruf. Die meisten Piloten steuern ein Passagierflugzeug und fliegen damit Menschen von einem Ort zu einem anderen. Ebenfalls für Passagiere sind Luftschiffe wie der Zeppelin. Es gibt auch Kleinflugzeuge für sehr wenige Passagiere oder die Kampfflugzeuge in der Armee. <eop>Piloten von Passagierflugzeugen nennt man auch Linienpiloten, weil sie eine bestimmte Fluglinie fliegen. Sie tragen eine besondere Uniform. Sie sind immer unterwegs und sehen viele Länder. Oft müssen sie einen, zwei oder gar drei Tage an einem Ort bleiben, bis sie wieder zurückfliegen. Dann haben sie die Gelegenheit, sich zusammen mit der ganzen Crew eine fremde Stadt anzusehen.<eop><eop>"}, {"title": "Pilze", "id": 701, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pilze", "text": "Pilze sind Lebewesen. Sie bestehen aus einzelnen Zellen mit einem Zellkern. Sie bilden in der Biologie ein eigenes Reich neben den Tieren und den Pflanzen. Sie sind den Pflanzen ähnlicher, da sie sich nicht selber fortbewegen können. Im Gegensatz zu Pflanzen brauchen aber Pilze das Licht der Sonne nicht zum Leben. Auch die Art und Weise, wie Pilze Nahrung aufnehmen und wie sie Energie speichern, liegt näher bei den Pflanzen als bei den Tieren.<eop>Was wir meistens als Pilz bezeichnen, ist nur ein Teil des gesamten Lebewesens. Bei Großpilzen sehen wir nämlich oft nur den Fruchtkörper, der für die Vermehrung da ist. Der eigentliche Pilz ist ein feines, meist fast unsichtbares Geflecht im Boden oder im Holz. <eop>Pilze sind sehr wichtig im Kreislauf der Natur: Sie zerkleinern Abfälle, tote Tiere und tote Pflanzen. Die werden dadurch wieder zu Erde. Diese Arbeit erledigt beispielsweise der Schimmelpilz. Wenn der jedoch Nahrungsmittel oder Wohnräume befällt, ist Vorsicht geboten, oder es muss sogar ein Fachmann her.<eop>In den USA gibt es einen Pilz, der über eine Fläche von fast neun Quadratkilometern gewachsen ist. Wahrscheinlich ist er 2400 Jahre alt. Dieser Pilz ist eines der ältesten und größten Lebewesen unserer Erde.<eop>Wie ernähren und vermehren sich Pilze? Pilze nehmen ihre Nährstoffe durch die Oberfläche auf, sie müssen sie also nicht essen und schlucken. Meist stoßen sie eine Art Speichel durch die Oberfläche aus. Damit wird die Nahrung so zerkleinert, dass sie durch die Oberfläche in den Pilz hineingelangen kann.<eop>Die Fortpflanzung erfolgt bei den meisten Pilzen ungeschlechtlich. Die Pilze spalten einfach winzige Teilchen von sich ab, die nennt man Sporen. Die fallen dann ab, oft werden sie durch den Wind weggetragen. Fallen sie an einen günstigen Ort, können sie dort weiterwachsen.<eop>Wie nutzen die Menschen die Pilze? Einige Pilze können gegessen werden. Das hat der Mensch seit jeher gewusst. Es gibt gesunde, schmackhafte Pilze. Andere sind zwar nicht schmackhaft, sie schaden aber auch nicht. Eine dritte Gruppe verursacht Bauchschmerzen, ist aber nicht weiter gefährlich. Eine vierte Gruppe von Pilzen ist so giftig, dass Menschen sterben, wenn sie davon essen. Man sollte deshalb nur Pilze aus der Natur essen, wenn man sich auskennt, oder sie von einem Fachmann kontrollieren lassen.<eop>Sehr wichtig ist ein besonderer Pilz beim Brot-Backen: die Hefe. Dieser Pilz besteht aus einzelnen Zellen. Wenn es feucht und warm ist, verarbeiten sie Zucker, den sie auch im Mehl finden. Dabei entsteht ein unschädliches Gas, das Kohlendioxid. Das macht die Löcher im Teig. Zudem entsteht eine Säure, die gibt dem Brot seinen typischen Geschmack.<eop>Hefepilze braucht es auch bei der Herstellung von Bier. Im Bier hat es immer Getreide. Daraus nimmt die Hefe den Zucker und macht daraus Alkohol. Zudem entsteht ebenfalls das Gas Kohlendioxid, das macht die Bläschen im Bier.<eop>Zur Herstellung von Käse braucht man manchmal bestimmte Schimmelpilze. Der Weißschimmel-Käse ist innen weich und hat außen eine weiße Schicht, die Schimmelpilze gemacht haben. Der Blauschimmel-Käse enthält blaue Einschlüsse, die ebenfalls ein Schimmelpilz gemacht hat. Auch in vielen verschiedenen Joghurts und ähnlichen Produkten waren Pilze am Werk. Sie geben den Produkten einen besonderen Geschmack. <eop>Eine besondere medizinische Bedeutung hat ein Schimmelpilz, aus dem man das Antibiotikum Penicillin herstellt. Es hilft gegen verschiedene Erkrankungen durch Bakterien-Infektionen für die es vor der Entdeckung des Penicillins keine Hilfe gab.<eop><eop>"}, {"title": "Pinguine", "id": 702, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pinguine", "text": "Pinguine sind Vögel, die nicht fliegen können. Es gibt 18 verschiedene Pinguin-Arten. In Freiheit leben alle in den Meeren der südlichen Halbkugel der Erde. An Land gehen sie nur zum Brüten oder für den Federwechsel. Einige brüten sogar in der Antarktis und auf den Inseln in der Nähe.<eop>Als Vögel haben Pinguine Federn. Der Bauch ist weiß, der Rest schwarz, grau oder bräunlich. Ihre Flügel erinnern an Flossen von Fischen. Die Flossen helfen beim Schwimmen ebenso wie die Schwimmhäute an den Füßen. Die Beine sind eher kurz. Hauptsächlich leben Pinguine im Meer. Viele Pinguine fangen Fische. Kleinere Arten fressen hingegen kleine Tiere wie Krebse.<eop>Pinguine müssen sowohl Wärme als auch Kälte ertragen. Deshalb haben sie unter der Haut eine Fettschicht, die 2-3 Zentimeter dick ist. Die isoliert den Körper gegen die extreme Kälte. Über der Haut liegen gleich drei Schichten von Federn. Jede Schicht alleine wäre schon wasserdicht. Mit drei Schichten sind die Pinguine wirklich auf der sicheren Seite.<eop>Man kann die Pinguine in zwei Gruppen unterteilen: Die Großpinguine vermehren sich auf dem Eis. Deshalb brüten sie ihr Ei auf den Füßen aus, um es warm zu halten. Alle übrigen Pinguine bauen Nester auf dem Boden in Ufernähe. Einige tun dies auch in wärmeren Gebieten. Das geht aber nur, wenn es dort eine kalte Meeresströmung gibt.<eop>Wie wachsen Großpinguine in der Antarktis auf? Zu den Großpinguinen gehören die Kaiserpinguine und die Königspinguine. Die Kaiserpinguine werden 100-130 Zentimeter groß und 22-37 Kilogramm schwer. Bei den Königspinguinen sind es etwa 90 Zentimeter und 10-16 Kilogramm. Die Eier der Kaiserpinguine sind etwas größer, die Brutzeit dauert etwas länger.<eop>Die Großpinguine vermehren sich in der Antarktis, weil sie dort am wenigsten Feinde haben. Von der Paarung an bis das Jungtier selbständig ist, bleiben seine Eltern zusammen. Das Weibchen legt immer nur ein einziges Ei. Es wiegt etwa zehnmal so viel wie ein Hühnerei. <eop>Die Eltern legen das Ei abwechselnd auf die Füße und wärmen es in einer Hautfalte. Auf dem Eis würde das Ei sofort erfrieren. Während die Weibchen brüten, wandern die Männchen zum Meer, um sich vollzufressen. Dorthin gleiten sie oft auf dem Bauch um schneller voran zu kommen. Das Fressen dauert zusammen mit dem Weg etwa 2-3 Wochen. Dann lösen sie ihr Weibchen ab, damit dieses fressen gehen kann.<eop>Die Brutzeit der Kaiserpinguine dauert etwa neun Wochen. Nach dem Schlüpfen verbringt das Jungtier nochmals einige Wochen zwischen den Beinen seiner Eltern. Der Vater kümmert sich zuerst um das Baby und ernährt es mit einer milchigen Flüssigkeit aus seinem Schnabel. <eop>Dann bringt die Mutter vorverdaute Fische in ihrem Magen mit und füttert damit das Junge. Währenddessen geht der Vater zum Meer. So wechseln sich die Eltern fortlaufend ab. Wenn es sein muss, tauchen Großpinguine sogar 45 Meter tief, um Beute zu fangen. <eop>Nach einiger Zeit braucht das Junge die Wärme der Eltern nicht mehr. Größere Jungtiere bilden Gruppen, damit die Eltern sie allein lassen und gleichzeitig auf Nahrungssuche gehen können. So können sie mehr Futter für das größer werdende Junge heranschaffen. Sie werden meist etwa 20 Jahre alt.<eop>Wie wachsen die übrigen Pinguine auf? Diese Pinguine leben im Süden Afrikas sowie in Australien und Neuseeland und anderen Inseln. Diese Gegenden liegen noch weit genug entfernt vom Äquator, so dass es dort nicht zu heiß ist. Eine Ausnahme bildet der Galapagos-Pinguin. Er lebt auf den Galapagosinseln, die zum Land Ecuador gehören. Dort gibt es eine kalte Meeresströmung.<eop>Die Eltern begeben sich zur Paarung auf das Festland in der Nähe des Meeres. Dies sind felsige Küsten, kühle Wälder, Sandstrände oder Grasland. Auf festem Boden watscheln Pinguine etwas unbeholfen und finden kein Futter, deshalb bleiben sie in Küstennähe.<eop>Die meisten kleineren Pinguine bauen ein Nest und legen zwei Eier hinein. Die Jungtiere schlüpfen mit einigen Tagen Abstand. Meistens füttern die Pinguine aber nur ihr erstes Kind richtig, so dass das zweite bald verhungert und stirbt. Falls das erste sehr früh sterben sollte, ziehen die Eltern eben das zweite auf. Anfangs bleibt immer ein Elternteil bei dem Kleinen, später können sie in einer Gruppe auch allein bleiben.<eop><eop>"}, {"title": "Pirat", "id": 703, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pirat", "text": "Ein Pirat ist ein Seeräuber. Der Ausdruck kommt vom griechischen Wort für „etwas wagen, etwas unternehmen“. Piraten überfallen Schiffe auf dem Meer. Dabei rauben sie das Schiff und die Seeleute auf dem Schiff aus. Oft töten sie die Seeleute, oder sie erpressen ein Lösegeld von demjenigen, dem das Schiff gehört.<eop>Über Piraten klagte man schon im Altertum. Wer heute an Piraten denkt, hat meist berühmte Räuber aus der Karibik in Amerika im Kopf. Dort gab es um das Jahr 1700 viele Piraten, die sich auf den Inseln verstecken konnten. Einige von ihnen waren auch sogenannte Freibeuter. Das waren Piraten, die im Auftrag ihres Königs Schiffe anderer Länder plündern durften. Der bekannteste deutsche Pirat war wohl Klaus Störtebeker. Er wurde gefangen genommen und im Jahr 1401 in Hamburg hingerichtet.<eop>In Romanen und Spielfilmen benehmen sich Piraten oft wild, sind aber eigentlich liebenswürdig. Viele Leute verkleiden sich gern als Piraten, zum Beispiel im Karneval. Dazu nehmen sie eine Augenklappe, tun so, als wenn sie mit Holzbein gehen würden, oder haben einen Papagei oder eine Papageienpuppe auf der Schulter. Vielleicht tragen sie eine Schatzkiste mit sich herum. Solche Dinge stammen aber eher aus Geschichten und haben mit den echten Piraten von früher kaum etwas zu tun.<eop> Gibt es heute noch Piraten? Echte Piraten gibt es auch heute noch, vor allem um Afrika und im Indischen Ozean. Sie richten viel Schaden an und töten auch. Sie stammen meist aus armen Ländern und versuchen, auf diese Weise an Geld zu kommen. Jedes Jahr gibt es hunderte von Piratenangriffen.<eop>Piraterie kommt vor allem im Indischen Ozean vor. Viele Schiffen müssen durch recht schmale Meerengen fahren, wie das Rote Meer oder die Straße von Malakka. Gefährlich ist auch die Küste von Somalia. Meist sind große Frachtschiffe die Opfer. Die Piraten lauern diesen Schiffen auf. Sie haben schnelle, kleine Motorboote und sind mit Gewehren und Granaten bewaffnet. Die Piraten übernehmen die Kontrolle auf den Schiffen. Die Seeleute werden zu Geiseln. Die Piraten fordern viel Geld von den Eigentümern der Schiffe, bevor sie die Geiseln und das Schiff zurückgeben. <eop>Die Eigentümer von Frachtschiffen sorgen darum dafür, dass ihre Schiffe besser bewaffnet sind und sich verteidigen können. Auch Staaten tun etwas gegen Piraterie. Die Europäische Union hat eine kleine Flotte aufgestellt: die Operation Atalanta. Diese Flotte befährt das Meer bei Somalia und hat auch schon Piraten gefangen genommen.<eop> Was wird noch als Piraterie bezeichnet? Die Worte Pirat oder Piraterie benutzt man noch für andere Taten. Diese Taten sind normalerweise verboten, sie haben aber wenig mit Seeräuberei zu tun. Luftpiraten zum Beispiel bedrohen die Piloten im Flugzeug. Sie fordern meist kein Geld. Manche sind Flüchtlinge, die irgendwo hin geflogen werden wollen. Andere sind Terroristen, die etwas von Politikern fordern.<eop>Ein sogenannter Piratensender ist eine Radiostation oder ein Fernsehsender. Früher waren die Staaten sehr streng, wer Radio oder Fernsehen machen darf. Einige Unternehmer haben sich deshalb einen Trick ausgedacht: Sie sendeten von einem Schiff aus, das weit genug von der Küste entfernt war. Dann galten die Regeln der Staaten nicht mehr für sie.<eop>Heute denken viele Menschen beim Wort Piraterie an Produktpiraterie und sogenannte Raubkopien. Manche Leute fälschen Waren von bekannten Marken. Das Produkt, zum Beispiel Schuhe oder Uhren, sieht teuer aus und trägt einen bekannten Namen. In Wirklichkeit ist die Ware aber billig hergestellt worden, und zwar von jemandem, der mit der Marke gar nichts zu tun hat.<eop>Manche Leute nehmen sich Bücher, Filme, Musik oder Software und machen davon Kopien. Das verbietet aber das Urheberrecht. Diese Leute verkaufen die Kopien oder geben sie kostenlos im Internet weiter. Eine Website, die das ermöglicht hat, nannte sich „Piratenbucht“. Einige Politiker haben sogar eine Partei gegründet, die „Piratenpartei“. Sie wollen unter anderem das Urheberrecht ändern.<eop> "}, {"title": "Pizza", "id": 704, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pizza", "text": " Eine Pizza ist ein Gericht aus Italien. Heute kennen wir die Pizza als Hefeteig, der mit Tomatensoße, Mozzarella und anderen Zutaten wie zum Beispiel Salami, Schinken oder Pilzen belegt und mit Basilikum oder Oregano gewürzt ist. Sie gilt neben Spaghetti als das italienische Nationalgericht.<eop>Ursprünglich war die Pizza aber nur ein Fladenbrot, das mit würzigen Kräutern im Ofen gebacken wurde. Solche Kräuterbrote sollen schon die Etrusker im Altertum gebacken haben, die Etrusker sind ein Volk aus Mittelitalien. Die Pizza mit Tomaten ist wahrscheinlich vor etwa 250 Jahren im 18. Jahrhundert erfunden worden, als in Italien die Tomate weiter verbreitet war. <eop>Eine Pizza mit Tomatensoße und Käse, wie wir sie heute kennen, soll zuerst 1889 in Neapel, einer Stadt im Süden Italiens, verkauft worden sein. Es heißt, dass damals der italienische König mit seiner Frau, der Königin Margherita, bei einem Pizzabäcker Pizza bestellt habe. Der Pizzabäcker wollte dem Königspaar eine besondere Mahlzeit servieren und belegte die Pizza in den italienischen Nationalfarben: Grünes Basilikum, weißer Mozzarella und rote Tomaten. So entstand das Gericht, was wir heute als Pizza Margherita kennen. Wissenschaftler sind sich inzwischen sicher, dass die Geschichte nicht ganz stimmt. Die Königin hatte sich von verschiedenen Pizzabäckern Pizza in ihren Palast liefern lassen und so die Pizza Margherita entdeckt. <eop>Später wurde die Pizza durch italienische Auswanderer erst in den USA, dann auch im Rest von Europa bekannt. Die erste Pizzeria in Deutschland, eröffnete 1952 in Würzburg in Bayern. Heute gibt es auch viele Läden, die Pizza als Fastfood anbieten und frei Haus liefern. Außerdem kann man sich im Supermarkt tiefgekühlte Pizza kaufen, die man dann zu Hause aufbacken kann. <eop><eop>"}, {"title": "Planet", "id": 705, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Planet", "text": "Ein Planet ist ein großer Himmelskörper, der sich um eine Sonne bewegt. In unserem Sonnensystem gibt es acht Planeten. Unsere Erde ist einer von ihnen. Auch außerhalb unseres Sonnensystems gibt es Sterne, die Planeten haben. Man nennt sie Exoplaneten.<eop>Man kann sich die Planeten unseres Sonnensystems leichter merken mit diesem Satz: „Mein Vater erklärt mir jeden Samstag unseren Nachthimmel.“ Die Anfangsbuchstaben der Wörter sind dieselben wie die der Planeten: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Die Reihenfolge ist von der Sonne ausgehend.<eop>Ein Planet wirft das Licht der Sonne zurück, so dass manche Planeten von der Erde aus am Nachthimmel gesehen werden können. Ein alter deutscher Name ist „Wandelstern“, weil Planeten im Verhältnis zu anderen Sternen jede Nacht ein Stückchen weiter am Nachthimmel „wandern“. Im Gegensatz zu Sternen wie der Sonne leuchten Planeten nicht von selbst. <eop>Die vier Planeten, die der Sonne am nächsten sind, sind der Merkur, die Venus, die Erde und der Mars. Man nennt sie Gesteinsplaneten, weil sie aus festem Material bestehen. Jenseits des Mars, also noch weiter von der Sonne entfernt, hat man den Asteroidengürtel entdeckt. In dieser Gegend befindet sich kein Planet, sondern viele kleinere Brocken Gestein. Das sind die Asteroiden.<eop>Die vier weiteren Planeten in unserem Sonnensystem sind außerhalb des Asteroidengürtels. Sie heißen Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Diese Gasplaneten haben einen festen Kern, der Rest besteht aus Gasen. Der Jupiter ist mit Abstand der größte Planet im Sonnensystem. Um viele Planeten kreisen wieder kleinere Himmelskörpere, die Monde.<eop> Warum streitet man, wie viele Planeten es gibt? Lange Zeit kannten die Menschen sieben Himmelskörper, die sie „Planeten“ nannten: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Damals ging man davon aus, dass „Planeten“ um die Erde kreisen. Man meinte, die Erde mit der Menschheit sei der Mittelpunkt des Universums. Nach Nikolaus Kopernikus, also in der frühen Neuzeit, lernte man, dass die Sonne und der Mond keine Planeten waren. Dafür aber ist die Erde selbst ein Planet der Sonne. <eop>In den Jahren nach 1600 erfand man das Fernrohr. Damit konnte man den Nachthimmel viel besser beobachten. Trotzdem fand man erst im Jahr 1781 einen weiteren Planeten am Himmel, den Uranus.<eop>Zwanzig Jahre später entdeckten die Menschen Ceres und anschließend noch viele weitere „Planeten“. Sie befanden sich alle zwischen dem Mars und dem Jupiter. Man erkannte, dass dort sehr viele Himmelskörper um die Sonne kreisten. Doch weil diese Himmelskörper ziemlich klein waren, wollte man sie nicht Planet nennen. Man nennt sie die Asteroiden und ihren Ort um die Sonne Asteroidengürtel.<eop>Im Jahr 1846 entdeckte man den Planeten Neptun und im Jahr 1930 den Pluto. Damit zählte man nun neun Planeten. Allerdings bekam man im Jahr 2005 wieder dasselbe Problem wie vorher: In kurzer Zeit sichtete man weitere Himmelskörper wie zum Beispiel Eris.<eop>Diese Himmelskörper waren alle noch weiter von der Sonne entfernt als Neptun oder gar Pluto. Eris hielt man damals sogar für größer als Pluto. Die Astronomen, die Himmelsforscher, haben sich deshalb getroffen und zum ersten Mal die Frage gestellt: Was soll ganz genau ein Planet sein? Seit dem Treffen, im Jahr 2006, gilt der Pluto nicht mehr als neunter Planet.<eop> Was genau ist ein Planet? <eop>Auf dem Treffen von 2006 haben die Forscher festgelegt, was ein Planet ist. Ein Himmelskörper muss dazu drei Merkmale haben. Erstens muss er um die Sonne kreisen. Damit sind Monde ausgeschlossen, denn die umrunden einen Planeten oder anderen Himmelskörper.<eop>Zweitens ist ein Himmelskörper nur dann ein Planet, wenn er in etwa die Form einer Kugel hat. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass er ziemlich groß ist. Als er entstanden ist, war seine Masse so groß, dass die Schwerkraft ihn in etwa kugelrund geformt hat.<eop>Drittens teilt ein richtiger Planet sich seine Umlaufbahn um die Sonne nicht mit anderen Himmelskörpern. Der Himmelskörper soll also die Bahn „bereinigt“ haben. Große Himmelskörper nehmen kleinere auf.<eop>Andere Himmelskörper sollen andere Namen bekommen. So gibt es seitdem die Gruppe der „Zwergplaneten“. Sie sind ziemlich groß, aber sie haben ihre Umlaufbahn nicht bereinigt. Pluto zählt man seit 2006 zu diesen Zwergplaneten. „Planemos“ sind Himmelskörper, die Planeten ähneln, aber nicht um einen Stern kreisen.<eop>Es gibt Forscher, die anderer Meinung sind. So weisen sie darauf hin, dass auch die Erde nicht völlig kugelrund ist. Außerdem gibt es auf der Bahn der Erde um die Sonne weitere kleine Himmelskörper. Dem antworten die meisten Forscher: Die Erde ist so gut wie kugelrund, und von allen Himmelskörpern auf ihrer Bahn ist sie mit Abstand am größten.<eop> "}, {"title": "Plankton", "id": 706, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Plankton", "text": "Als Plankton bezeichnet man Tiere und Pflanzen, die im Wasser leben und sich von der Strömung herumtreiben lassen. Plankton kann sich also nicht selber und gezielt bewegen. Das griechische Wort für Plankton bedeutet „was im Wasser umherirrt“.<eop>Plankton gibt es in Meeren, Seen und Flüssen. Plankton ernährt sich von winzigen Teilen im Wasser. Das kann Kot von Meerestieren sein, Jauche aus der Landwirtschaft aber auch Reste von Waschmitteln und anderen Stoffen, die der Mensch in die Gewässer einleitet. <eop>Die einzelnen Teile des Planktons können so klein sein, dass man sie von Auge gar nicht sieht, sondern nur mit einem starken Mikroskop. Aber auch riesige Quallen zählen zum Plankton, weil sie sich nur mit der Strömung fortbewegen können. <eop>Viele Tiere im Wasser ernähren sich von Plankton. Sie saugen viel Wasser ein und filtern das Plankton heraus. Zu diesen Tieren gehören Wale, Haie, Krebse, Muscheln, aber auch Sardinen und Flamingos. <eop>Eine große Gefahr besteht durch Plastik, das im Wasser herumschwimmt. Viele Tiere filtern auch diese Plastikteile aus dem Wasser heraus und verschlucken sie zusammen mit dem Plankton. Wenn sie zu viele Plastikteile schlucken, können sie daran sterben. <eop>"}, {"title": "Polarfuchs", "id": 707, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Polarfuchs", "text": "Der Polarfuchs ist ein kleiner Fuchs. Er lebt ganz im kalten Norden, in der Arktis, wo es nur noch Büsche, aber keine Bäume mehr gibt. Das ist die Tundra. Der Polarfuchs wird auch Eisfuchs genannt. <eop>Der Polarfuchs ist klein: Von der Schnauze bis zum Anfang des Schwanzes misst er nur etwa 30 bis knapp 60 Zentimeter. Das ist so viel wie ein bis zwei Lineale in der Schule. Von den Fußsohlen bis zum Rücken misst er nur etwa 30 Zentimeter. Sein buschiger Schwanz ist etwas länger.<eop>Der Polarfuchs hat sich sehr gut an die Kälte angepasst: Kein anderes Tier trägt ein so dichtes Fell wie er. Sogar an den Fußsohlen trägt er Haare. Weil seine Ohren, seine Schnauze und seine Beine kurz sind, verliert er weniger Wärme.<eop>Das Fell ist im Sommer am Bauch hell, die anderen Teile sind braun. Weil dann in der Tundra kein Schnee liegt, ist er perfekt getarnt. Im Winter ist sein Fell weiß. Damit ist er im Schnee kaum erkennbar.<eop>Wie lebt der Polarfuchs? Polarfüchse sind Raubtiere und Allesfresser. Am liebsten mögen sie eine besondere Art der Mäuse, nämlich die Lemminge. Mit ihren feinen Nasen riechen sie die Lemminge durch den Schnee und buddeln sie so schnell aus, dass sie nicht mehr fliehen können. Manchmal erwischen sie auch einen Polarhasen. Sie fressen aber auch Vögel, die in ihren Nestern brüten sowie die Eier und Küken. Außerdem fressen sie Aas, also Teile von Kadavern, die Eisbären oder Polarwölfe übrig lassen. Das können also auch Reste von Fischen sein. Notfalls fressen sie aber auch Insekten, Beeren und sogar den Kot von anderen Tieren. <eop>Für die Aufzucht der Jungtiere bauen sie Höhlen. Sie suchen sich dazu einen Ort, der nicht gefroren ist, wo es also keinen Permafrost gibt. In den sandigen oder lehmigen Boden graben sie Tunnel mit bis zu acht Eingängen. Solche Baue können verschiedene Polarfüchse während mehreren hundert Jahren benützen.<eop>Polarfüchse leben monogam, sie bleiben also ein Leben lang als Paar zusammen. Sie zeugen ihre Jungen im Frühling. Nach knapp zwei Monaten bringt die Fähe drei bis neun Junge zur Welt. Das hängt sehr vom Angebot an Nahrung und vom Klima ab. Die Babys sind blind, taub und haben keine Zähne. Während etwa vier Wochen bleiben die Jungen in der Geburtshöhle, etwa sechs Wochen lang trinken sie Milch bei ihrer Mutter. Der Rüde, so heißt der Vater, hilft bei der Aufzucht der Jungen mit. Im Herbst verstoßen aber die Eltern ihre Jungen. Die müssen dann selber zusehen, wie sie über den Winter kommen. Wer ihn überlebt, kann sich im Frühling fortpflanzen.<eop>Die meisten Polarfüchse werden etwa vier Jahre alt. Ihre natürlichen Feinde sind der Polarwolf und der Eisbär. Durch den Klimawandel dringen aber immer mehr Rotfüchse nach Norden vor. Die sind größer und somit auch stärker als die Polarfüchse. Die Rotfüchse werden also zunehmend zur Bedrohung für die Polarfüchse.<eop>Die schlimmste Krankheit für die Polarfüchse ist die Tollwut. Daran sterben sie oft. Sie können aber auch durch Viren oder durch Parasiten krank werden. Der Fuchs-Bandwurm setzt sich in den Verdauungs-Organen fest.<eop>Ein weiter wichtiger Feind ist der Mensch. Vor allem im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts jagten Eskimos die Polarfüchse. Ihr dichtes weißes Fell ließ sich gut eintauschen oder verkaufen. In Skandinavien und Island gibt es deshalb heute noch sehr wenige Polarfüchse. In den anderen Gebieten haben sie sich wieder vermehrt. Derzeit sind sie nicht vom Aussterben bedroht. Sie gehören aber zu den Tieren, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. <eop><eop>"}, {"title": "Polarkreis", "id": 708, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Polarkreis", "text": "Ein Polarkreis ist eine gedachte Linie, die einmal um die Erde herumreicht. Diese Linie ist die Grenze zwischen einem Polargebiet und der übrigen Welt. So, wie es zwei Pole gibt, gibt es auch zwei Polarkreise: den nördlichen und den südlichen Polarkreis. Beide sind Breitenkreise und liegen auf etwas mehr als 66 Grad nördlicher oder südlicher Breite.<eop>Der nördliche Polarkreis verläuft durch mehrere Länder: Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Kanada, Grönland, sowie den Bundesstaat Alaska der USA. Auch über diesem Breitenkreis leben auf der Nordhalbkugel noch Menschen und es wachsen vielerorts noch recht viele verschiedene Pflanzen und sogar Bäume. Andere Gebiete, wie zum Beispiel Grönland, sind das ganze Jahr von Schnee und Eis bedeckt. Dort, wo der Polarkreis verläuft, haben die Menschen manchmal Statuen gebaut und Markierungen gemacht, damit man bemerkt, dass man diese gedachte Linie überquert.<eop>Der südliche Polarkreis verläuft durch kein Land, er umrundet in etwa den Kontinent Antarktika. Dieser Kontinent gehört keinem Land und wird nur von Wissenschaftlern bewohnt, die eine Zeit lang dort arbeiten. Auch Pflanzen wachsen fast gar keine mehr südlich dieses Polarkreises, das Gebiet ist vielmehr eine riesige Wüste aus Schnee und Eis. Wegen seiner Größe ist es auch die größte Wüste der Welt.<eop> Was sind Mitternachtssonne und Polarnacht? Nur um den Äquator herum dauern Tag und Nacht das ganze Jahr über in etwa gleich lang. Weiter vom Äquator entfernt steht die Sonne nicht jeden Tag gleich lang über dem Horizont. Diese Zeit verändert sich mit den Jahreszeiten. So ist es zum Beispiel in Mitteleuropa im Frühling und Sommer viel länger heller als im Herbst und Winter. So könnte die Sonne in Frankfurt im Juni mehr als 16 Stunden lang pro Tag scheinen, im Dezember aber nur gut 8 Stunden. Je näher man zu Nord- oder Südpol kommt, umso größer wird dieser Unterschied. <eop>Am Polarkreis steht die Sonne um den 20. Juni herum so lang über dem Horizont, dass sie an diesem Tag überhaupt nicht untergeht. Es ist also sozusagen 24 Stunden lang Tag und es gibt keine Nacht und wird nicht richtig dunkel. Man spricht von der Mitternachtssonne, weil die Sonne selbst um Mitternacht noch am Himmel steht. <eop>In den Gebieten über dem Polarkreis geht die Sonne an mehreren Tagen im Sommer nicht unter. Je näher man zu Nord- oder Südpol kommt, während umso mehr Tagen scheint dort die Mitternachtssonne. An der Nordspitze Europas etwa geht die Sonne mehr als 2 Monate lang gar nicht unter. Am Nord- und Südpol sind es gar 6 Monate. Man spricht vom Polartag. <eop>Nach diesen 6 Monaten allerdings, geht die Sonne auch dort unter und es dauert im Gegenzug etwa 6 Monate bis sie wieder aufgeht. Man spricht von der Polarnacht. In den gesamten Gebieten über dem Polarkreis gibt es im Winter mehrere Tage, an denen die Sonne überhaupt nicht aufgeht und es größtenteils dunkel bleibt. Die Zahl der Tage, an denen die Sonne im Winter nicht aufgeht, ist in etwa so groß wie die Zahl der Tage, an denen sie im Sommer nicht untergeht.  Manchmal kann man in der Polarnacht auch Polarlichter sehen. Das sind farbige Leuchterscheinungen am Himmel. Durch das fehlende Sonnenlicht, kann es im Winter über und um dem Polarkreis herum besonders kalt werden. Auch dauert der Winter dort erheblich länger als zum Beispiel in Mitteleuropa.<eop><eop>"}, {"title": "Polen", "id": 709, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Polen", "text": "Polen ist ein Land im Nordosten Europas. Es liegt östlich von Deutschland und ist fast genauso groß. Dort leben aber nur etwa halb so viele Menschen. Das Land an der Ostsee ist eher flach, aber ganz im Süden gibt es auch Gebirge.<eop>Lange Zeit musste Polen unter zwei anderen Ländern leiden: Deutschland und Russland. Die Hauptstadt Warschau wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, genau wie der Rest des Landes. Danach konnte die Sowjetunion viel über Polen bestimmen. Seit 1989 ist das Land wieder frei und eine Demokratie. <eop>Wie sieht das Land aus? Der Norden und die Mitte von Polen sind flach, erst im Süden wird das Land gebirgig. Dort ist ein Teil des Riesengebirges polnisch. Von hier kommt die Sage von Rübezahl, dem Riesen, der den guten Menschen hilft und sich über die schlechten lustig macht. Viele machen im Riesengebirge Wintersport.<eop>Im Norden hat Polen eine lange Küste an der Ostsee. Dort liegt Danzig, die wichtigste Hafenstadt. Dort fließt auch die Weichsel in die Ostsee, der längste Fluss Polens. Im Osten gibt es noch große Wälder und Sümpfe und den Nationalpark Masuren, wo Wisente leben, die einzige Art von Bisons in Europa in Freiheit. Im Winter wird es in Polen meist deutlich kälter als in Deutschland, weil es weiter weg vom Atlantik liegt.<eop>Welche Geschichte hat Polen?<eop>Im Mittelalter und der frühen Neuzeit waren Polen und Litauen ein großes Land. Im 18. Jahrhundert haben die großen Nachbarländer es unter sich aufgeteilt: Russland, Österreich und Preußen. Seitdem gab es zwar das polnische Volk, aber keinen polnischen Staat. <eop>Das änderte sich erst wieder nach dem Ersten Weltkrieg. Seit dem Jahr 1919 war Polen wieder ein großes Land, in dem allerdings auch viele Menschen lebten, die keine Polen waren, zum Beispiel Deutsche, Ukrainer und Litauer. Es gab darüber viel Streit. Polen hatte als Demokratie angefangen, aber innerhalb einiger Jahre herrschte der Präsident mehr und mehr allein.<eop>Im Jahr 1939 wurde Polen wieder geteilt: Das nationalsozialistische Deutschland und die kommunistische Sowjetunion, das frühere Russland, zogen eine Linie auf der Landkarte von Osteuropa. Deutschland griff Polen an, und die Sowjetunion folgte. Damit begann der Zweite Weltkrieg in Europa. Ihre Soldaten trafen sich in der Mitte von Polen. Beide Staaten beuteten Polen aus und waren sehr grausam.<eop>Der Zweite Weltkrieg dauerte bis 1945. Die Sowjetunion, mittlerweile selber von Deutschland angegriffen, eroberte ganz Polen und auch einen großen Teil von Deutschland. Polen verlor Land im Osten an die Sowjetunion, erhielt aber den Osten von Deutschland. Die Deutschen dort wurden weggejagt. Die Sowjetunion zwang Polen dazu, selbst auch kommunistisch zu werden: Eine kommunistische polnische Regierung verhinderte die Demokratie und schrieb den Menschen vor, wie sie leben sollten.<eop>Es gab aber immer wieder Menschen, die sich dagegen wehrten. Einige gründeten 1980 eine freie Gewerkschaft. Sie streikte und kümmerte sich um die Sorgen der Arbeiter, anders als die kommunistischen Gewerkschaften. 1989 wurde Polen wieder eine Demokratie. Fünfzehn Jahre später wurde das Land auch Mitglied in der Europäischen Union.<eop>Was muss man über die Menschen in Polen wissen? So gut wie alle Polen sprechen Polnisch als Muttersprache. Die übrigen gehören zu sehr kleinen Minderheiten, wie die Deutschen oder die Kaschuben. Kaschubisch ist genau wie Polnisch eine slawische Sprache.<eop>Viele Polen wohnen im Westen und in der Mitte des Landes. Die größte Stadt ist Warschau, danach kommt Krakau im Süden, wo im Mittelalter die polnischen Könige lebten. Einige große Städte waren früher deutsch oder hatten viele deutsche Einwohner: Breslau, Posen, Danzig und Stettin. Im Polnischen hat man für sie eigene, polnische Namen. <eop>Die allermeisten Polen gehören zum katholischen Christentum. Viele Leute, auch Kinder, gehen oft zur Kirche. Sie sind stolz darauf, dass ein Pole lange Zeit Papst war, bis er 2004 starb: Er nannte sich als Papst Johannes Paul der Zweite.<eop>Wer hat in Polen das Sagen? In der Zeit der Kommunisten bestimmte die Kommunistische Partei alles. Außerdem musste Polen machen, was die Sowjetunion wollte. Das änderte sich 1989 mit der Dritten Polnischen Republik. So nennen die Polen ihren Staat, seit er wieder eine Demokratie ist.<eop>Polen hat als Staatsoberhaupt einen Präsidenten. Er darf noch ein wenig mehr entscheiden als seine Kollegen in Deutschland und Österreich. Das Parlament von Polen hat den alten Namen Sejm.<eop>Wofür ist Polen bekannt? Der Zweite Weltkrieg hat viel in Polen kaputt gemacht. Aber die Polen haben die schönen alten Städte neu aufgebaut. Oft findet man einen großen Marktplatz in der Stadtmitte mit alten Häusern in verschiedenen Farben. <eop>Einige Wissenschaftler aus Polen sind weltberühmt geworden. Nikolaus Kopernikus, der polnische und deutsche Verwandte hatte, war Astronom und trug viel zu unserer Vorstellung bei, wie das Weltall aussieht. Marie Curie war eine wichtige Physikerin und Chemikerin, die sogar zweimal den Nobelpreis bekommen hat. Dank ihr wissen wir viel über Radioaktivität. Frédéric Chopin ist sicherlich der bekannteste Musiker aus Polen.<eop>In Polen liegt der letzte große Urwald seiner Art in Europa. Es ist ein sogenannter „Tiefland-Urwald“ mit dem Namen „Bialowieza-Nationalpark“. Er liegt also nicht im Gebirge. Ein kleiner Teil davon befindet sich in Weißrussland. Der ganze Urwald ist ein Weltnaturerbe der UNESCO. Allerdings ist er auch gerade bedroht. Die Regierung hat nämlich erlaubt, ihn zu roden. Die Sache liegt jetzt aber vor einem Gericht. Viele Umweltschützer setzen sich dafür ein, dass der Wald erhalten bleibt.<eop>Womit verdienen die Menschen in Polen ihr Geld? Als Polen kommunistisch war, arbeitete es mit anderen kommunistischen Ländern zusammen. Was hergestellt wurde und was in welches Land gebracht wurde, entschied letztlich die Sowjetunion. Aus anderen Ländern erhielt Polen zum Beispiel Eisen und machte daraus Traktoren und Schiffe. Das alles funktionierte aber schlecht, und die Polen waren arm.<eop>Als Polen sich dann an Westeuropa orientierte, musste es auch seine Wirtschaft dafür bereit machen. Die großen Firmen, die dem Staat gehörten, kamen in die Hände von Unternehmern. Aber viele Polen wurden arbeitslos. Es dauerte lange, bis es wieder bergauf ging. Polen handelt nun vor allem mit den Ländern in der Europäischen Union, vor allem mit Deutschland.<eop>Polen verdient gut am Tourismus, viele Urlauber besuchen das Land. Aber ein Viertel der Polen arbeiten noch in der Landwirtschaft, sie bauen zum Beispiel Kartoffeln, Getreide und Zuckerrüben an. Im Westen des Landes sind die Leute eher reicher als im Osten.<eop><eop>"}, {"title": "Politik", "id": 710, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Politik", "text": "In der Politik versucht man, mit mehreren Menschen eine Entscheidung zu treffen. Das Wort kommt aus dem Griechischen: „polis“ nannte man Städte im alten Griechenland. Es ging darum, wer was wie bestimmen durfte. Meistens denkt man beim Wort Politik an das, was im Staat passiert und viele Leute angeht.<eop>Politik findet in einem bestimmten Staat statt. Die Grundlage dafür ist eine Verfassung, ein besonderes Gesetz. Darin wird beschrieben, welche Organe was machen dürfen. Die wichtigsten Organe sind das Parlament und die Regierung.<eop>Zweitens geht es in der Politik um die sogenannten Inhalte. Was genau soll gemacht werden? Soll eine Gemeinde Geld für ein Schwimmbad oder für eine Schule ausgeben? Für wen wäre welche Entscheidung gut?<eop>Aber es ist auch wichtig, auf welche Weise man zu Entscheidungen kommt. Manchmal dauert das lang, manchmal kurz. Vielleicht dürfen viele Leute mitentscheiden, vielleicht nur sehr wenige oder nur einer. <eop>Die Wissenschaft, die sich mit Politik beschäftigt, ist die Politikwissenschaft. Politikwissenschaftler oder Politologen interessieren sich für drei Dinge: Politische Systeme haben damit zu tun, welche Organe und welche Menschen etwas machen. Politische Ideen sind die Gedanken, die man sich vom Altertum bis heute über gute Politik gemacht hat. Internationale Politik ist die Politik zwischen den Staaten oder für mehrere Staaten gemeinsam.<eop>"}, {"title": "Polizei", "id": 711, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Polizei", "text": " Die Polizei gehört zum Staat. Sie ist dazu da, dass die Einwohner sicher leben. Wenn jemand etwas getan hat, wofür er bestraft werden kann, dann hilft die Polizei dabei, dass er vor ein Gericht kommt. Polizisten sorgen auch dafür, dass sich Autos, Fahrradfahrer und andere an die Verkehrsregeln halten. Was genau die Polizei macht, ist von Land zu Land etwas unterschiedlich.<eop>Das Wort Polizei kommt vom selben griechischen Wort wie „Politik“ und „Stadt“. Es macht deutlich, dass die Einwohner einer Stadt gemeinsame Abmachungen und Regeln brauchen. Im Deutschen gibt es das Wort schon seit dem Mittelalter. <eop>Lange Zeit dachte man bei der Polizei an das, was der Staat Gutes für seine Einwohner tut: Sie kümmert sich um Sicherheit und Wohlfahrt, also, dass die Menschen gesund sind und zu essen haben. Im 19. Jahrhundert kam es dazu, dass man nur noch an die Sicherheit dachte. Dabei war nicht jeder zufrieden mit der Polizei: Sie diente auch dazu, die Einwohner zu überwachen und zu bestrafen, wenn man eine andere Meinung als der König hatte. Um die Wohlfahrt kümmern sich heute die Sozialämter. <eop>In einer heutigen Demokratie dürfen Polizisten meist viel weniger als früher. Sie müssen sich an die Verfassung, die Gesetze und weitere Regeln halten. Sonst bekommen sie nicht nur Ärger mit ihrem Chef: Auch der einzelne Einwohner kann sich beschweren, wenn er sich von einem Polizisten schlecht behandelt fühlt. Manchmal wird sogar ein Polizist von einem Gericht verurteilt.<eop>Zur Polizei gehören aber nicht nur Polizisten, die wir im Straßenverkehr sehen. Sie sorgen auch für die Sicherheit bei Konzerten und anderen Anlässen mit vielen Menschen. Die Mitarbeiter der Kriminalpolizei tragen keine Uniform. Man soll sie auch nicht gleich erkennen. Auch Abteilungen, die sich gegen den Gebrauch von Drogen einsetzen und viele andere sind im Einsatz.<eop><eop>"}, {"title": "Pony", "id": 712, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pony", "text": "Ein Pony ist ein kleines Pferd. Genauer gesagt gibt es manche Pferderassen, die man Ponyrassen nennt. Solche Pferde werden nicht größer als 148 Zentimeter, also etwa eineinhalb Meter. Man misst diese Höhe an der Schulter, am Widerrist des Tieres.<eop>Das Wort „Pony“ kommt ursprünglich aus dem Latein: Ein „pullus“ ist ein kleines Tier. In Frankreich wurde im Mittelalter daraus „poulenet“. Unser heutiges Wort „Pony“ kommt schließlich aus England. <eop>Solche Pferde sind nicht nur klein. Sie sind stämmiger als Pferde und haben kürzere Beine. Ihre Mähnen sind dichter.<eop>Die Menschen haben Ponys gezüchtet, damit sie Pferde haben, die hart arbeiten können. Ponys sind kräftig und können einen Wagen ziehen, auch bei schlechtem Wetter. So konnten Bauern schwere Dinge von einem Ort zum anderen bringen.<eop>Auch heute noch lässt man Ponys oft Wagen ziehen, aber mit Menschen, die aus Spaß mitfahren. Weil Ponys so kräftig sind, können sogar Erwachsene darauf reiten. Die Tiere sind freundlich und geduldig. Darum beginnen Kinder und Jugendliche, die mit dem Reiten anfangen, oft auf Ponys.<eop><eop>"}, {"title": "Popmusik", "id": 713, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Popmusik", "text": " Mit Popmusik ist Musik gemeint, die bei einer großen Menge Menschen gut ankommt. Es ist anders als die Rockmusik oder die Klassische Musik keine klar auszumachende Musikrichtung. Das liegt daran, dass es sich über die Zeiten verändert hat, welche Art Musik viele Menschen mögen. Der Name „Pop“ kommt vom englischen Wort „popular“, was soviel heißt wie „bekannt“ oder „beliebt“, das deutsche Wort „populär“ hat die gleiche Bedeutung.<eop>Die Popmusik entstand ab den 1950er-Jahren aus Rock 'n' Roll, Beat und Folk. Mit Folk meint man etwas leichtere, von der Volksmusik beeinflusste Musik. Seit den Erfolgen der Band ABBA in den 1970ern kam zu den ursprünglichen Wurzeln noch viel Elektronische Musik, die unsere heutige Popmusik seitdem massiv beeinflusst hat. <eop>Bekannte Pop-Musiker sind zum Beispiel ABBA, Michael Jackson, Tina Turner, Madonna, Robbie Williams, Mariah Carey, Céline Dion oder Britney Spears. <eop>Was macht moderne Popmusik aus?<eop>Popmusik hat oft sehr einfache Texte, die von Liebe oder ähnlichem handeln. Der Gesang ist in der Popmusik das Wichtigste. Die Musik ist meistens sehr einfach geschrieben, so dass sie zum Gesang passt. Es gibt, anders als in der Rockmusik, keine anspruchsvollen Soli von Gitarren, Klavier oder Schlagzeug. Viele Menschen sagen, dass die meisten Pop-Lieder deswegen gleich klingen. <eop>Ein Kennzeichen der modernen Popmusik ist die Art der Entstehung. Die meisten Pop-Sänger tun nichts anderes, als auf der Bühne zu singen. Die Lieder wurden vorher von professionellen Liedschreibern komponiert. Wenn auf der Bühne überhaupt Musikinstrumente vorkommen, dann werden sie meistens von Musikern gespielt, die dafür Geld bekommen. Die Musik wird sehr viel über die Medien, besonders auch das Internet verbreitet. Man spricht bei dieser Struktur von Pop-Industrie.<eop>Pop-Musiker, die ihre Musik selbst schreiben und produzieren und nicht von der Pop-Industrie abhängig sind, nennt man „Singer-Songwriter“ oder „Indie-Pop-Musiker“. „Indie“ kommt vom englischen Wort „independent“, das bedeutet „unabhängig“.<eop>Woher kommt die Pop-Musik? Als die ersten Pop-Musiker gelten Bands aus Großbritannien der 1960er-Jahre wie die Beatles. Sie machten damals Musik mit Gitarren, die viele Menschen mochten. Die Beatles konnten in acht Jahren etwa eine Milliarde Schallplatten verkaufen. Diese britische Musik wurde in den USA \"British Invasion\", also \"Britischer Einmarsch\", genannt. Viele der British-Invasion-Bewegung wie die Rolling Stones, die Kinks oder zum Schluss auch die Beatles wandten sich bald aber der härteren Rockmusik zu. <eop>Erst nachdem die British Invasion härter wurde, konnten amerikanische Bands wie „The Monkees“ oder „The Byrds“ in der Popmusik erfolgreich werden. In den 1970ern wurde durch ABBA der Disco-Pop beliebt, der sich deutlich von der Rockmusik abhebt. Das setzte sich in den 1980ern fort: Dieses Jahrzehnt ist bekannt für seine Elektro-lastige Popmusik, von der sich auch Rockbands wie die Rolling Stones oder Queen beeinflussen ließen. <eop>Schon seit den 1970ern gibt es auch immer mehr einzelne Sänger, die von verschiedenen Musikern begleitet werden, aber unter ihrem eigenen Namen auftreten. Beispiele sind Madonna, Tina Turner oder Michael Jackson. Michael Jackson wurde „King of Pop“ genannt, also „König des Pop“. Seine Musik ist eigentlich eine Mischung aus Blues, Soul, Rock und anderen Musikrichtungen, sie war aber so beliebt, dass man sie Popmusik nannte. Bei diesen Solo-Popmusikern steht der Gesang klar über der Musik.<eop>Seit den 1990er Jahren gibt es außerdem sogenannte \"Boybands\". Diese Bands bestehen aus mehreren jungen Männern, die mehrstimmig singen und tanzen. Aus der Boyband „Take That“ ging der berühmte Pop-Sänger Robbie Williams hervor.<eop>Unsere heutige Popmusik ist aus der 1980er-Popmusik entstanden. Die meisten Pop-Sänger sind inzwischen Solo-Sänger. Musikalische Einflüsse kommen zum allergrößten Teil aus der Elektronischen Musik, die Ursprünge aus Rock und Folk sind oft nicht mehr hörbar.<eop>"}, {"title": "Portugal", "id": 714, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Portugal", "text": "Portugal ist ein Land im Südwesten Europas. Es liegt am Atlantik, dem Meer zwischen Europa und Amerika. Es ist das westlichste Land Europas und grenzt im Osten an Spanien. Zu Portugal gehören auch die Azoren und Madeira, Inseln weit draußen im Atlantik. Zusammen mit Spanien bildet Portugal die Iberische Halbinsel.<eop>Das Land ist recht schmal und hat eine lange Küste. Der Norden und die Mitte sind gebirgig und auch im Süden befinden sich Hügel. Deswegen leben die meisten Portugiesen an der Küste, jeder Zehnte in der Hauptstadt Lissabon, die in der Mitte des Landes an der Mündung des Flusses Tejo liegt. Wie fast alle Flüsse Portugals kommt der Tejo aus Spanien und durchquert Portugal , bis er in den Atlantik fließt.<eop>Die Sommer sind warm und nicht zu heiß, die Winter relativ mild. Schnee gibt es nur selten an der Küste, öfter noch in den Bergen. Der Norden ist grün, nach Süden hin wird das Land immer trockener. Die Küste im Süden, die Algarve, zieht Urlauber aus ganz Europa an. Hier liegen kleine Sandstrände zwischen großen Felsklippen.<eop> Welche Geschichte hat Portugal? Im Altertum lebten viele verschiedene Völker im Gebiet des heutigen Portugals. Kelten, Phönizier, Griechen und Kartharger. Ihnen folgten die Römer, die das Land „Lusitania“ nannten. Das Römische Reich zerfiel während der Völkerwanderung, danach kamen germanische Stämme nach Portugal und gründeten hier ihre Reiche.<eop>711 fielen die muslimischen Mauren in Portugal ein und eroberten das Land. Ihren Einfluss bemerkt man noch heute in der Kultur und der Sprache Portugals. 150 Jahre später begannen die christlichen Königreiche im Norden Spaniens mit der Rückeroberung, der „Reconquista“. So entstand bei der Stadt Porto die Grafschaft Portucale, die zum Königreich Asturien-León gehörte. 1143 konnte Graf Alfonso sich von León unabhängig machen und ließ sich zum ersten König von Portugal krönen. Die Könige Portugals dehnten dann das Land weiter nach Süden aus. Hundert Jahre später waren die letzten Mauren aus der Algarve vertrieben. Die Grenze zu Spanien im Osten ist seitdem fast unverändert und damit eine der ältesten Europas.<eop>Die Portugiesen wollten aber ihr Land weiter vergrößern. Sie eroberten zeitweise Gebiete im heutigen Marokko. Prinz Heinrich, der später „der Seefahrer“ genannt wurde, schickte Schiffe aus, die die Küste Afrikas erforschten und Handelsposten gründeten. Ziel war es, den Seeweg nach Indien zu entdecken, um von dort teure Gewürze und andere Schätze nach Europa zu bringen. 1498 erreichte der Portugiese Vasco da Gama als erster europäischer Seefahrer Indien. Portugal eroberte in den folgenden Jahren viele Orte in Afrika und Asien. In Amerika wurde das spätere Brasilien eine Kolonie der Portugiesen. <eop>Doch dann starb 1580 der letzte portugiesische König ohne einen Erben: So fiel Portugal an den König von Spanien. Erst 60 Jahre später konnten die Portugiesen sich von der spanischen Herrschaft befreien und krönten wieder einen eigenen König. 1755 wurde Lissabon von einem großen Erdbeben zerstört.<eop>Portugal war zu klein und zu schwach, um sein riesiges Kolonialreich lange zu verteidigen. So verlor Portugal im Laufe der Zeit fast alle seine Kolonien. Als der französische Kaiser Napoleon Portugal besetzte, floh der portugiesische König nach Brasilien. Als die Franzosen wieder vertrieben waren, wurde Brasilien zu einem Kaiserreich und unabhängig. Portugal verlor damit seine größte und reichste Kolonie. Um 1900 blieben Portugal nur noch Angola, Mosambik und einige weitere kleine Kolonien in Afrika, Goa in Indien, Osttimor in Südostasien und Macau in China.<eop>1910 wurde der König gestürzt und Portugal wurde eine Republik, doch diese war schwach und so wurde aus Portugal eine Diktatur. In den afrikanischen Kolonien begannen Aufstände gegen die Portugiesen und Goa wurde 1961 von Indien erobert. 1974 rebellierten die Portugiesen und setzten in der Nelkenrevolution den Diktator ab. Portugal ist seitdem wieder eine Demokratie, in der das Volk die Regierung wählt. Man entließ die letzten Kolonien in Afrika in die Unabhängigkeit und Timor wurde von den Indonesiern erobert. Zuletzt übergab Portugal mit Macau seine letzte Kolonie friedlich an China.<eop> Was muss man über die Menschen in Portugal wissen? Die Menschen in Portugal sprechen Portugiesisch. Die meisten von ihnen sind katholische Christen. Fatima ist ein berühmter Wallfahrtsort, den auch viele Menschen aus dem Ausland besuchen. <eop>Früher wanderten viele Menschen aus Portugal aus und wanderten als Gastarbeiter nach Frankreich, die Schweiz, Luxemburg und anderen Ländern ein. Später kamen Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien nach Portugal, um hier zu leben. In der letzten Jahren kamen weitere Einwanderer aus der Ukraine und anderen Staaten Osteuropas.<eop> Wer hat in Portugal das Sagen? Portugal ist eine Republik. Das Volk wählt einen Präsidenten und ein Parlament, das den Ministerpräsidenten bestimmt. Das Land ist unterteilt in fünf Regionen und die beiden autonomen Regionen der Inseln der Azoren und Madeiras. Die Regionen werden wiederum in Distrikte und dann in Landkreise und Gemeinden unterteilt.<eop> Wofür ist Portugal bekannt? Portugal ist bekannt für seinen Wein. Gegessen wird gerne Fisch. Der Stockfisch, der hier Bacalhau heißt, ist ein getrockener und gesalzener Fisch, der vor dem Kochen mehrere Tag ins Wasser gelegt werden muss. In Portugal gibt es über 500 verschiedene Rezepte mit Stockfisch. Auch gegrillte Sardinen sind beliebt. Eine lange Tradition haben die vielen Süßspeisen, die viel Zucker haben.<eop>In Lissabon und der Universitätsstadt Coimbra wird Fado gesungen. Diese Lieder sind oft sehr traurig, aber die Portugiesen nennen es „Saudade“, den süßen Schmerz. Sie beschreiben oft die Sehnsucht, die Liebe oder das harte Leben der Fischer. Überall in Portugal sieht man an Wänden Bilder, die aus weiß-blauen Kacheln bestehen. Sie werden „Azulejos“ genannt.<eop>Fußball ist in Portugal der beliebteste Sport. Die Nationalmannschaft spielt immer wieder bei Europa- und Weltmeisterschaften mit, hat aber erst einen Europameistertitel geholt.<eop> Womit verdienen die Menschen in Portugal ihr Geld? Aus Portugal kommen wichtige Bodenschätze, wie Wolfram und Uran, die in anderen Ländern weiterverarbeitet werden. Wichtig ist für Portugal nicht zuletzt der Tourismus. Viele Menschen machen Urlaub an den Stränden der Algarve oder gehen Wandern auf den Azoren und Madeira.<eop>Im Norden wird Wein angebaut, im Süden Weizen. Außerdem erntet man Oliven, Mandeln und die Rinde der Korkeiche, aus der Korken für Flaschen gemacht werden. Eine lange Tradition hat der Fischfang im Meer. Aus Eukalyptusbäumen wird Papier hergestellt.<eop><eop>"}, {"title": "Post", "id": 715, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Post", "text": "Die Post ist ein Unternehmen, das Briefe und andere Postsachen befördert. Mit Post kann auch das Postwesen an sich gemeint sein. In den meisten Ländern gibt oder gab es ein bestimmtes Unternehmen, das Post befördern durfte. Oft war das ein Unternehmen, das dem Staat gehörte.<eop>Die Geschichte der Post zum Beispiel handelt davon, wie man früher Postsachen von einem Ort zum anderen gebracht hat. Eigentlich kann man alle Briefe oder Botschaften oder Nachrichten Post nennen. Auch oft Briefe oder andere Botschaften nennt man oft „Post“. Man sagt zum Beispiel: Ich habe Post bekommen.<eop> Wie kam es zur heutigen Post? Wer im Mittelalter einen Brief verschicken wollte, musste dafür viel Geld zahlen. Man schickte einen Boten mit dem Brief auf den Weg zum Empfänger. Der Sender, also derjenige, der den Brief geschrieben hatte, musste die Reise des Boten bezahlen.<eop>Vor etwa 500 Jahren gründete man die ersten Postunternehmen. In den deutschen Ländern war vor allem die Adelsfamilie Thurn und Taxis wichtig. Ihr Unternehmen hatte an vielen Orten Stationen. Dort gab man einen Brief ab und zahlte für das Versenden. Die Boten von Thurn und Taxis nahmen immer mehrere Briefe mit. Das machte alles etwas günstiger.<eop>In den Jahren nach 1800 begannen manche Staaten, sich selbst um die Post zu kümmern. Seitdem durfte nur noch die Post des Staates Briefe befördern. Die staatliche Post hatte also ein Monopol. Sie stellte überall Briefkästen auf und stellte Briefträger ein. <eop>Außerdem gründete man den Weltpostverein, im Jahr 1874. Fast alle Staaten wurden darin Mitglied. Sie einigten sich auf Regeln, wie man Postsachen von einem Land ins andere befördert. Für die Bezahlung setzte man Briefmarken ein.<eop>Nach langer Zeit dachten sich die Politiker: Es wäre besser, wenn die Post wieder von einem Unternehmen übernommen wird. Es sollte auch mehrere Unternehmen in einem Land geben können. Die würden sich dann anstrengen, gut und günstig zu arbeiten, denn sonst würde der Kunde zu einem anderen Unternehmen gehen.<eop> Was verschickt man mit der Post? Die ersten Boten gab es schon im Altertum. Sie mussten sich die Botschaft merken, die sie überbringen sollten. Oder aber gab ihnen kleine Tontafeln oder Papierstücke mit. Darauf stand die Botschaft. Daraus wurde später das, was wir einen Brief nennen.<eop>In den Jahren nach 1840 entstand die Telegrafie. Auch darum kümmerte sich schließlich die Post. Genauso war es dann später mit dem Telefon und vielen Funkgeräten. Wer im 19. Jahrhundert in Deutschland oder in der Schweiz ein Telefon haben wollte, der durfte sich nicht einfach eines kaufen. Er musste es von der Post anfragen.<eop>Außer Briefen befördert die Post auch Pakete. Das ist ein stabiler Karton aus Pappe. Je schwerer und größer das Paket ist, desto mehr muss man bezahlen. Neben den Briefen gibt es die Postkarten.<eop>Übrigens befördert die Post teilweise auch Menschen. Die Postunternehmen hatten früher Postkutschen. Man dachte sich: Wenn wir sowieso Briefe befördern und Platz in der Kutsche haben, können wir gleich auch Menschen mitnehmen, die dafür bezahlen. Später wurden die Kutschen durch Busse ersetzt. Wegen ihrer gelben Farbe waren sie als Postfahrzeuge erkennbar.<eop> Wer kümmert sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz um Post? Deutschland wurde um das Jahr 1870 ein einiger Staat, das Deutsche Kaiserreich. Kurz darauf gründete man die Deutsche Reichspost. Sie wurde später zur Deutschen Bundespost. Man konnte mit ihr Post befördern, Geld verschicken und ein Telefon bestellen. Um das Jahr 1990 hat Deutschland daraus drei Unternehmen gemacht: die Deutsche Post AG, die Postbank und die Telekom. Was sie machen, bieten allerdings nun auch andere Unternehmen an. <eop>In Österreich war es ähnlich. Schon die Kaiserin Maria Theresia machte die Post staatlich. Später gab es lange Zeit die Österreichische Post- und Telegraphenverwaltung. Ebenfalls in den Jahren nach 1990 hat man daraus ein einfaches Unternehmen gemacht.<eop>Die moderne Schweiz wurde im Jahr 1848 gegründet und bekam gleich darauf eine Bundespost. Vorher gehörte die Post den einzelnen Kantonen, die auch ihre eigenen Briefmarken druckten. Aus der Bundespost wurden später die „Post-, Telefon- und Telegrafenbetriebe“. Die Abkürzung PTT kannte man auch in vielen anderen Ländern für die staatliche Post. Die Post in der Schweiz hat drei Bereiche: Erstens die eigentliche Post AG für Briefe und Pakete. Zweitens gibt es eine Art Bank für das Geld, die PostFinance AG. Und drittens gibt es den Busbetrieb, die PostAuto AG.<eop><eop>"}, {"title": "Potsdam", "id": 716, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Potsdam", "text": "Potsdam ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Brandenburg. Mit etwa 160.000 Einwohnern ist es die größte Stadt Brandenburgs. Potsdam liegt am Fluss Havel und grenzt im Nordosten an Berlin.<eop>Potsdam wurde wohl im 10. Jahrhundert gegründet. 1345 erhielt es das Stadtrecht, blieb aber zuerst eher unbedeutend. Ab 1416 gehörte die Stadt den Hohenzollern, der Königsfamilie von Preußen. Der preußische König Friedrich der Große machte Potsdam 1745 zu seinem Regierungssitz. Viele preußische Könige nach ihm regierten auch in Potsdam, darum gibt es in Potsdam viele Schlösser. Das bekannteste ist das Schloss Sanssouci, das Friedrich der Große erbauen ließ. Im Park Sanssouci, der darum liegt, gibt es aber noch mehrere andere Schlösser. <eop>Im Schloss Cecilienhof hielten im Sommer 1945 drei Siegermächte des Zweiten Weltkriegs die Potsdamer Konferenz ab. Die Teilnehmer aus den USA, Großbritannien und der Sowjetunion berieten, wie es im besetzten Deutschland weitergehen sollte. Ab dem Jahr 1949 gehörte Potsdam zur Deutschen Demokratischen Republik. Seit der Wiedervereinigung 1990 ist es die Hauptstadt von Brandenburg. <eop>Außerdem ist Potsdam bekannt für die Babelsberger Filmstudios, die ersten großen Filmstudios der Welt. Dort werden bis heute deutsche Filme für das Kino gedreht. Auch für die Astronomie ist Potsdam ein wichtiger Ort: Das Astrophysikalische Institut steht auf dem Telegrafenberg.<eop> "}, {"title": "Priester", "id": 717, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Priester", "text": " Priester kennt man heute vor allem aus der katholischen Kirche. Das griechische Wort „presbyteros“ bedeutet Ältester. In vielen Gemeinschaften bestimmten früher die ältesten Männer die Richtung, weil man ihnen am meisten Erfahrung und Geschick zutraute. Das Wort Priester braucht man aber in einem religiösen Zusammenhang. <eop>Priester sind so etwas wie Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Die heutigen Juden und die Moslems kennen keine solchen Vermittler. Der Imam im Islam ist kein Priester, sondern ein Gelehrter des Koran.<eop>Was für Priester gab es im Altertum? Im alten Ägypten gab es viele Tempel und in jedem Tempel gab es viele Priester. Das ägyptische Wort für Priester war „hem-netjer“, das bedeutet Diener des Gottes. Der oberste Priester war der Hohepriester und somit am engsten mit Gott verbunden. Die Priester verehrten den Gott, reinigten den Tempel und taten andere Dienste. Ägyptische Priester durften heiraten, mussten sich aber nach dem Sex auf eine bestimmte Art reinigen. Erst dann durften sie wieder im Tempel Dienst tun.<eop>Im Judentum gab es viele Priester. Sie kannten die heiligen Schriften am besten und erklärten sie den Menschen. Ihr Chef war der Hohepriester. Er durfte als einziger Mensch den heiligsten Bereich des Tempels betreten, und dies auch nur einmal im Jahr am Versöhnungstag. <eop>Der jüdische Hohepriester vollführte auch die wichtigsten Opfer. Wenn ein Mensch Gott gegenüber einen Fehler gemacht hatte, brachte er ein Opfertier in den Tempel. Die Sünde wurde dann auf das Tier übertragen und das Tier wurde geschlachtet. Das Opferblut sprengte der Priester auf den Altar im Tempel. So konnte der Mensch ohne Sünde weiterleben. Seit die Römer den jüdischen Tempel zerstört haben, gibt es keinen Hohepriester und auch keine Priester mehr.<eop>Wie ist es mit den Priestern im Christentum? In der Bibel, genauer im Neuen Testament, berichtet der Brief an die Hebräer über den Hohepriester. Im Brief steht, dass Jesus der Hohepriester ist. Er sei in den heiligsten Bereich des Tempels hineingegangen. Mitgenommen habe er nicht das Blut eines Opfertiers, sondern sein eigenes Blut, das er bei seinem Tod am Kreuz vergossen habe. Dies beschreibt auch die Geschichte des Abendmahls.<eop>In der Katholischen Kirche gibt es viele Priester. Sie müssen Theologie studieren damit sie zum Priester geweiht werden können. Dabei versprechen sie, der Kirche treu zu dienen und sich dem Papst zu unterstellen. Sie versprechen auch, nicht zu heiraten, das nennt man Zölibat. Ein Priester kann Kinder taufen, die Beichte hören, kranke und sterbende Menschen salben, Ehen schließen, das Abendmahl feiern und so weiter. Ein Priester kann auch Pfarrer werden. Dann ist er verantwortlich für die Gemeinde.<eop>Im evangelischen und reformierten Glauben gelten alle Menschen als Priester. Es gibt aber Pfarrer. Sie werden zum Teil auch Pastor genannt und sind verantwortlich für die Gemeinde. Sie müssen Theologie studieren. Sie werden aber nicht zu Priestern geweiht, sondern zu Pfarrern ernannt. <eop><eop>"}, {"title": "Pubertät", "id": 718, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pubertät", "text": "Pubertät heißt so viel wie „Geschlechtsreifung“. Alle Menschen durchleben die Zeit der Pubertät. Sie ist ein normaler Teil des Heranwachsens, so wie das Wachsen der Knochen. Fast immer beginnt die Pubertät frühestens wenn ein Kind neun Jahre alt ist. Ist die Geschlechtsreife erreicht, dann können Männer Kinder zeugen und Frauen Kinder bekommen.<eop>Die Pubertät tritt ein, wenn der Körper vermehrt bestimmte Hormone herstellt und diese ins Blut abgibt. Diese Hormone heißen bei Mädchen und Frauen weibliche Geschlechtshormone und bei Jungen und Männern männliche Geschlechtshormone. <eop>Die Pubertät verläuft nicht gleichmäßig. Zu unterschiedlichen Zeiten kommt es zu völlig verschiedenen Veränderungen des Körpers. Auch die Haut kann sich verändern: Viele Menschen haben in dieser Zeit Probleme mit Pickeln, vielleicht sogar eine regelrechte Akne. <eop> Wie ist die Pubertät für Jungen? Am auffälligsten ist bei jungen Männern der Bartwuchs. Er kann so mit zwölf Jahren als weicher Flaum beginnen. Um den Penis wachsen die Schamhaare. Auch unter den Achseln, manchmal auch auf der Brust oder an den Beinen beginnen zunehmend Haare zu wachsen. Der Penis und die Hoden wachsen viel schneller als der übrige Körper. Da in dieser Phase auch der Kehlkopf wächst, wandelt sich die Stimme von kindlich zu erwachsen. Sie wird also tiefer. Diese Veränderung nennt man den Stimmbruch.<eop>Im Lauf der Pubertät beginnen die Hoden Samenflüssigkeit herzustellen. Man nennt sie auch Sperma. Es ist normal in dieser Zeit, dass es in der Nacht einfach so zu einem Samenerguss kommt, wenn man nicht sexuell aktiv ist. Der Junge kann mit seinem Sperma schließlich Kinder zeugen und ist somit körperlich gesehen zum Mann geworden.<eop> Wie erleben Mädchen die Pubertät? Bei jungen Frauen wachsen die Brüste. Um die Vulva wachsen die Schamhaare und auch unter den Achseln sprießt eine Behaarung. Die Gebärmutter und die Scheide entwickeln sich weiter. In den Eierstöcken bilden sich Eizellen, die befruchtet werden können: Es kommt zum Eisprung. Das Becken verbreitert sich, um ausreichend Platz für ein Baby zu schaffen und um die Geburten zu erleichtern.<eop>Im Laufe der Pubertät setzt nach dem ersten Eisprung auch die erste Regelblutung ein. Diese hat einen eigenen Namen und heißt Menarche. Danach kann die junge Frau Kinder bekommen, man sagt dazu auch: Sie ist „empfängnisbereit“.<eop>Wie verändern sich die Gefühle? Nicht nur der Körper wandelt sich. Auch die Gefühle der Menschen verändern sich: Viele Jugendliche bemerken, wie ihre Gefühle schnell wechseln. Manchmal sind sie glücklich, dann wieder sehr traurig oder wütend. Manchmal glauben sie, dass sie alles schaffen können und fühlen sich stark, dann wieder fühlen sie sich schwach und trauen sich nichts mehr zu. Meistens können sich die Jugendlichen gar nicht genau erklären, warum sie diese Gefühle haben. Die Jugendlichen müssen in der Pubertät erst lernen, mit diesen Stimmungsschwankungen umzugehen.<eop>Viele Jugendliche ziehen sich auch von den Eltern zurück. Sie erzählen ihren Eltern nicht mehr alles, sondern lieber ihren Freunden. Sie wollen viele Entscheidungen nun alleine treffen, weil sie sich schon fast erwachsen fühlen. Sie wollen dann auch keine Ratschläge mehr von den Eltern. Viele Eltern haben Angst um ihre Kinder, wenn sie zum Beispiel erst spät nachts nach Hause kommen. Die Eltern und die Jugendlichen streiten dann miteinander.<eop>In die Zeit der Pubertät fällt meist auch die erste Verliebtheit: Sie fühlen sich zu einem anderen Jungen oder Mädchen dann hingezogen und wollen viel Zeit mit ihm oder ihr verbringen. Manchmal fühlen sich Jugendliche aber sehr unsicher und finden es schwierig, den Kontakt aufzunehmen, Sie können nicht zugeben, dass sie verliebt sind. Dabei wollen sie demjenigen, in den sie verliebt sind, auch körperlich nahe sein. Sie möchten denjenigen dann küssen oder auch Sex haben. Auch das führt oft zu Streit mit den eigenen Eltern.<eop><eop>"}, {"title": "Puls", "id": 719, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Puls", "text": "Der Puls ist der Herzschlag, wie er durch die Blutbahn in den Körper geht. Mit dem „Puls“ meint man, wie schnell und wie kräftig das Herz schlägt. Durch das Fühlen oder Messen des Pulses kann man feststellen, wie gut es dem Körper geht. Der Puls sollte nicht zu schnell, aber auch nicht zu langsam gehen.<eop>Was für ein Pulsschlag normal ist, hängt vom Alter ab. Bei Babys und Kindern geht der Puls recht schnell, und zwar 100 bis 150 mal pro Minute. Bei Erwachsenen schlägt er zwischen 50 und 100 mal in der Minute. Bei gut trainierten Sportlern ist er langsamer.<eop>Man misst den Puls normalerweise dann, wenn der Mensch ruhig ist. Das heißt auch Ruhepuls. Aber auch während einer körperlichen Belastung muss der Puls manchmal gemessen werden, dann spricht man von Belastungspuls. Das tun zum Beispiel Sportler, um optimal zu trainieren.<eop>Am einfachsten ist es, wenn man den Puls eines anderen Menschen mit Zeigefinger und Mittelfinger an der Innenseite seines Handgelenks fühlt. Auf dem Bild rechts kann man die Stelle gut sehen. Hier verläuft eine Ader, an der man den Puls gut fühlen kann. Dabei zählt man die Schläge eine Minute lang. Man darf nicht den Daumen verwenden, weil man dann versehentlich den eigenen Puls fühlt. Man kann den Puls auch gut seitlich vorne am Hals fühlen. Es gibt aber auch besondere Geräte zum Pulsmessen.<eop><eop>"}, {"title": "Puma", "id": 720, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Puma", "text": "Der Puma ist eine Katzenart, die wild lebt. Er gehört zu den Kleinkatzen. Pumas gibt es nur in Nord- und Südamerika. Der Puma heißt auch Silberlöwe, Berglöwe oder Kugar. Es gibt von ihm etwa 50.000 Tiere. Sie sind nicht vom Aussterben bedroht.<eop>Ein Pumamännchen ist an den Schultern etwa 60 Zentimeter hoch. Von der Schnauze bis zum Hinterteil misst er 70 Zentimeter bis über einen Meter. Der Schwanz ist nochmals fast so lang. Es wiegt etwa 60 Kilogramm. Weibchen sind etwas kleiner und leichter.<eop>Pumas sind sehr kräftig. Sie können vom Boden aus auf über fünf Meter Höhe springen. So gelangen sie auch bei großen Bäumen auf die untersten Äste. Damit retten sie sich, wenn sie von einem Wolfsrudel angegriffen werden.<eop>Pumas erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Stunde. Das ist schneller als ein Auto in den Städten fahren darf. Mit einem kurzen Spurt jagen sie vor allem Hirsche, aber auch Elche, Rentiere, Mäuse, Ratten, Waschbären, Biber und viele andere Tiere.<eop>Pumas sind Einzelgänger. Sie durchstreifen riesige Gebiete und treffen sich nur um sich zu paaren. Die Mutter trägt die Jungen etwa drei Monate lang im Bauch. Schon vor der Geburt verlässt das Männchen sie wieder. <eop>Die Puma-Mutter bringt meist Zwillinge oder Drillinge zur Welt. Jedes ist etwa 300 bis 400 Gramm schwer, also etwa so schwer wie drei bis vier Tafeln Schokolade. Die Jungen trinken Milch bei der Mutter. Mit etwa sieben Wochen fressen sie auch Fleisch. Nach etwas weniger als zwei Jahren verlassen sie die Familie.<eop> "}, {"title": "Pyramide", "id": 721, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pyramide", "text": "Eine Pyramide ist zunächst eine bestimmte Form, die auch in der Mathematik vorkommt. Oft denkt man bei diesem Ausdruck aber an ein Bauwerk, das diese Form hat. Dabei ist die Grundfläche viereckig. Die Ecken kommen oben spitz in einer einzigen Ecke zusammen. Verschiedene Hochkulturen auf der Erde haben solche Gebäude gebaut, ohne voneinander zu wissen.<eop>Die größte und bekannteste Pyramide ist die Cheops-Pyramide aus dem Alten Ägypten. Pharao Cheops hat sie vor über 4500 Jahren bauen lassen. Sie ist das einzige der Sieben Weltwunder, das heute noch zu sehen ist. In Ägypten hat man ungefähr 80 Pyramiden gefunden, die meistens viel kleiner sind. In einer Pyramide wurde ein König begraben.<eop>Weitere Pyramiden gab es in Mesopotamien, diese Gegend liegt heute im Irak. Man nennt sie Zikkurat. Sie dienten als Tempel, als Ort, wo man zu den Göttern gebetet hat. Tempel-Pyramiden gab es aber auch auf einem ganz anderen Kontinent, in Amerika: Dort haben Indianer vor der Zeit von Christoph Kolumbus solche Pyramiden gebaut.<eop>Nicht nur im Altertum hat man Pyramiden gebaut. Die späteren Pyramiden sollten aber meistens durchaus eine Erinnerung an das Alte Ägypten sein. Ein bekanntes Beispiel ist die Pyramide auf dem Marktplatz von Karlsruhe in Süddeutschland. Darunter ist der Gründer der Stadt begraben.<eop> "}, {"title": "Pyramiden von Gizeh", "id": 722, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Pyramiden von Gizeh", "text": "Die Pyramiden von Gizeh sind drei Baudenkmäler aus dem Alten Ägypten. Sie sind nicht nur die bekanntesten Pyramiden in Ägypten: Als einziges der Sieben Weltwunder haben sie die Zeiten überstanden. Die UNESCO hat die Pyramiden 1979 zum Weltkulturerbe erklärt.<eop>Jede der drei Pyramiden hat ihren Namen von einem anderen Pharao, einem König. In ihnen liegen die Pharaonen begraben. Sie wurden etwa vor viereinhalbtausend Jahren gebaut. Weil sie sehr stabil gebaut worden sind, aus Steinen, haben sie sich gut erhalten. Allerdings hatten sie alle einmal eine Hülle aus weißem, polierten Kalkstein. Das meiste davon haben die Menschen mittlerweile für andere Gebäude genommen.<eop>Die größte ist die Cheops-Pyramide. Sie ist 146 Meter hoch. Erst im Jahr 1311, im Mittelalter, hat man in England ein Gebäude gebaut, das höher ist: die Kathedrale von Lincoln. Viele Besucher halten die mittlere für die größte Pyramide, das ist aber in Wirklichkeit die Chephren-Pyramide.<eop>Niemand weiß genau, wie die Pyramiden gebaut wurden. Vielleicht hat man große Rampen aus Sand angelegt. Allerdings hätte das sehr lang gedauert. Man dachte lange Zeit, dass die Arbeiter Sklaven waren. Heute denkt man, dass sie wahrscheinlich normal bezahlt wurden.<eop> Wo liegen die Pyramiden? <eop>Die drei Pyramiden liegen in der Nähe der ägyptischen Stadt Gizeh, sprich Gih-Seh, einer Vorstadt von Kairo. Gizeh selbst hat über drei Millionen Einwohner und ist die drittgrößte Stadt des Landes. Viele der Besucher sind allerdings Touristen aus der ganzen Welt.<eop>Die Gegend der Pyramiden nennt man eine Nekropole, eine Stadt der Toten. Dort befinden sich viele Gräber, nicht nur von Königen und Königinnen, sondern auch von ihren Familien und wichtigen Leuten im Staat. Südlich der drei großen Pyramiden stehen zum Beispiel drei kleine, die man Königinnenpyramiden nennt.<eop>Nahe den Pyramiden steht die Große Sphinx von Gizeh. Eine Sphinx ist ein Fabelwesen, mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf eines Menschen. Von solchen Statuen gibt es mehrere, die bei Gizeh ist allerdings die größte und berühmteste. Möglicherweise hat Pharao Cheops diese 73 Meter lange Statue erschaffen lassen. <eop><eop>"}, {"title": "Quader", "id": 723, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Quader", "text": "Ein Quader ist eine geometrische Figur. Er sieht aus wie ein Rechteck, besteht aber im Raum, also dreidimensional. In unserer Welt gibt es viele Quader: Schachteln, Kisten, Backsteine und so weiter. Auch die meisten Räume in Häusern sind Quader, wenn man mal von den Fensternischen absieht.<eop>Jeder Quader hat sechs Flächen, die aus Rechtecken bestehen. Die beiden gegenüberliegenden Seitenflächen sind immer genau gleich. Daher besitzt ein Quader acht Ecken und zwölf Kanten. Die Kanten des Quaders bilden zueinander rechte Winkel. Ein Würfel ist auch ein Quader, aber ein bestimmter: Beim Würfel sind alle Kanten gleich lang.<eop>In der Natur gibt es keine genauen Quader. Sie sind eine sehr alte Erfindung der Menschen. Sobald Menschen Lehmziegel herstellten, formten sie diese zu Quadern. Auch Steine wurden zu Quadern behauen, beispielsweise bei den Pyramiden. Quader lassen sich am besten aufeinanderschichten.<eop>In der Geometrie kann man rund um den Quader viele Berechnungen anstellen. Aus den Kantenlängen lässt sich seine Oberfläche berechnen. Oder sein Volumen, das heißt, wie viel Platz da eigentlich drin ist. Es gibt auch verschiedene Weisen, den Quader auf ein Blatt zu zeichnen oder mit einem Computerprogramm darzustellen.<eop>"}, {"title": "Quallen", "id": 724, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Quallen", "text": " Quallen nennt man auch Medusen. Sie sind Nesseltiere. Sie heißen so, weil sie ein Gift ausstoßen, wenn man sie berührt. Dieses Gift brennt manchmal auf der Haut, ähnlich wie bei Brennnesseln. <eop>Quallen leben nicht immer als Quallen. Wenn sie noch klein sind, sitzen sie fest am Meeresgrund und heißen Polypen. Später lösen sie sich vom Boden und lassen sich im Wasser treiben, noch später schwimmen sie frei herum. Dann erst nennt man sie Quallen.<eop>Quallen leben im Meer und ernähren sich von kleinen Tieren, Krebsen und Larven anderer Tiere. Größere Quallen fressen auch andere Quallen oder sogar kleine Fische. Quallen können Hell und Dunkel unterscheiden. Sie haben besondere Augen, die man „Flachaugen“ nennt. Jedes dieser Augen besteht aus mehreren Sinneszellen. Damit erkennen sie eine Lichtquelle oder einen Schatten. <eop>Der Körper einer Qualle besteht aus einem Oberteil, der ein bisschen wie ein Schirm aussieht. Sie bewegen sich fort, indem sie Wasser in ihren Körper einsaugen und dann schnell wieder ausstoßen. Das sieht aus wie ein Regenschirm, den man langsam öffnet und schnell wieder schließt. <eop>An der Unterseite befinden sich die „Nesseln“. Die Nesseln enthalten ein Gift, damit betäubt die Qualle ihre Beute. Das Gift mancher Quallen kann auch für Menschen gefährlich sein: Wenn man sie berührt, fühlt man Schmerzen, die Haut juckt und wird rot. Manchmal kriegt man auch Blasen. Vom Gift einiger weniger Arten kann man sogar sterben. Die meisten Quallen sind aber für Menschen ungefährlich. In Asien werden nicht giftige Quallen sogar gefangen und gegessen.<eop>Wie vermehren sich Quallen?<eop>Für die Fortpflanzung braucht es eine männliche und eine weibliche Qualle. Die Befruchtung geschieht im Wasser. Das nennt man eine geschlechtliche Fortpflanzung. Aus einer befruchteten Eizelle entsteht eine kleine Larve. Die Larve schwimmt zu einem geeigneten Stein oder zu einer Koralle und klebt sich dort fest. Auf dem Bild sind das die Nummern 1 bis 4. <eop>Ab jetzt ist das Tier ein Polyp. Es kann aus sich selber eine Art Zwillinge und noch viel mehr Geschwister machen, die alle genau gleich sind. Auf dem Bild ist nur ein einziger Polyp dargestellt. <eop>In der nächsten passenden Jahreszeit streckt sich der Polyp und schnürt sich in einzelne Ringe ab. Das sind die Bilder 5 bis 10. Diese Polypen sind erst wenige Millimeter groß.<eop>Bild 11 zeigt, wie sich einzelne Ringe ablösen. Jeder Ring ist eine selbständige Qualle. Das alles zusammen ist eine ungeschlechtliche Fortpflanzung. Dann beginnt der ganze Kreislauf von vorne.<eop><eop>"}, {"title": "Quelle", "id": 725, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Quelle", "text": "Bei einer Quelle kommt Wasser aus dem Erdboden an die Oberfläche. Dieses Wasser nennt man Grundwasser. Mehrere Quellen vereinigen sich meistens zu einem Bach und später zu einem Fluss, der ins Meer mündet.<eop>Meistens handelt es sich um Regenwasser, das im Boden versickert ist. Es sucht seinen Weg durch die Erde, bis es aus eine Schicht aus Felsen oder Lehm stößt. Da kann das Wasser nicht durch und fließt dieser Schicht entlang. Irgendwann findet es dann meist den Weg an die Oberfläche.<eop>Während Wasser durch den Erdboden fließt, wird es gereinigt wie durch einen Filter. Quellen, die aus der Tiefe kommen, führen also meist sehr sauberes Wasser, das man direkt als Trinkwasser verwenden kann. Versickert aber das Regenwasser auf einer Weide oder auf einem Acker mit viel Dünger und tritt dann gleich wieder an die Oberfläche, kann das Wasser für den Menschen schädlich sein.<eop>Manche Quellen geben sehr warmes Wasser, das sind die Thermalquellen. Das Wasser ist warm, weil es aus der Tiefe der Erde kommt, wo es heiß ist. Oder es wurde durch einen Vulkan erwärmt. Andere Quellen haben in sich Stoffe wie zum Beispiel Mineralien. Wenn solche Stoffe gut für die Gesundheit sind, spricht man von einer Heilquelle.<eop>Was kann das Wort „Quelle“ sonst noch bedeuten? Das Wort Quelle verwendet man nicht nur für Wasser, das aus der Erde kommt. Mit „Quelle“ meint man oft einfach die Herkunft einer Nachricht. Wenn in der Zeitung etwas steht, fragt man sich manchmal, aus welcher Quelle das kommt. Man fragt sich also, woher der Schreiber das weiß. Vielleicht hat er es selber gesehen, das wäre eine sichere Quelle. Vielleicht hat er es aber nur gehört oder selber irgendwo gelesen, das wäre eine unsichere Quelle.<eop>Es gibt verschiedene Arten von solchen Quellen. Ein Mensch kann eine Quelle sein, wenn er erzählt, was er selber gesehen oder erlebt hat. Ein alter Brief kann eine Quelle für die Geschichtswissenschaft sein, aber auch ein alter Grabstein oder eine Inschrift an einem Haus. Auch alte Gemälde sind manchmal gute Quellen. Man muss sich dann aber jeweils fragen, ob der Schreiber oder der Maler nicht vielleicht auch übertrieben hat.<eop> "}, {"title": "Rabenvögel", "id": 726, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rabenvögel", "text": "Rabenvögel sind eine Tierfamilie. Es gibt etwa 120 Arten von Rabenvögeln. In Europa leben der Kolkrabe, die Saatkrähe und die Dohle. Die sind alle schwarz. Die Aaskrähe und die Elster sind schwarz und weiß bis grau. Der Eichelhäher hat ein braunes Gefieder und an der Seite blau-schwarz gestreifte Federn. Daran erkennt man ihn sehr gut. Die Blau-Elster hat blaue Flügelspitzen und Schwanzfedern. Sie lebt aber nur in Spanien, Portugal und in bestimmten Gebieten Ostasiens.<eop>Alle Arten von Rabenvögeln zählen zu den Singvögeln, auch wenn sie krächzen und nicht singen wie zum Beispiel Amseln oder Drosseln. Die meisten Rabenkrähen sind Allesfresser. Besonders gern fressen sie Nüsse, Getreidesamen, aber auch kleine Käfer und Insekten sowie Aas von toten Tieren. Da sie auch Eier von anderen Vogelarten fressen, haben sie einen extrem schlechten Ruf. Die Aaskrähen werden deshalb von Jägern abgeschossen. Früher fingen Jäger sie auch in Fallen.<eop>Wissenschaftler sagen, dass Rabenvögel die klügsten Vögel sind. Sie können ihre Nahrung verstecken und sich alle Verstecke merken. Sie suchen die Verstecke so aus, dass sie sich sicher sind, dass sie keiner findet. Dazu müssen sie sich in andere hineinversetzen können, das gelingt anderen Vögeln kaum. Sie gehören außerdem zu den wenigen Tieren, die vorher genau planen, was sie tun. Sie können sich sogar selber in einem Spiegel erkennen. <eop>Viele Rabenvögel sind Kulturfolger: Sie lassen sich dort nieder, wo Menschen wohnen. Rabenvögel suchen oft im Abfall von Menschen nach Dingen, die sie noch essen können. Sie nutzen außerdem rote Ampeln aus, indem sie überfahrene Nüsse oder Eicheln zwischen stehenden Autos aufpicken. <eop><eop>"}, {"title": "Rad", "id": 727, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rad", "text": "Ein Rad ist ein Gegenstand in Kreisform. In der Mitte des Gegenstandes kann man eine Achse anbringen. Die ersten Räder waren meist aus Holz. Befestigt man am anderen Ende der Achse, einem länglichen Stab, ein zweites Rad, kann man damit schwere Lasten transportieren. Damit die Ladung nicht rutscht oder herunterfällt, baut man über die Achse einen Wagen. Das Rad ist eine der wichtigsten Erfindungen der Welt.<eop>Bevor es das Rad gab, konnte man zum Beispiel einen Schlitten bauen und diesen ziehen. Auf einem trockenen Boden war das recht schwer. So rieb der Schlitten gegen den Boden und ging bald kaputt.<eop>Das Rad wurde in den frühen Hochkulturen erfunden, vor etwa 5000 Jahren. Es stammt aus Europa und aus Mesopotamien, das liegt im heutigen Irak. Schließlich verwendete man das Rad überall, um etwas zu transportieren. Bevor Christoph Kolumbus nach Amerika kam, war das Rad dort unbekannt. Das Fahrrad, das oft auch kurz Rad genannt wird, gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert.<eop><eop>"}, {"title": "Radioaktivität", "id": 728, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Radioaktivität", "text": "Radioaktivität ist eine Eigenschaft von einem Stoff. Dabei entstehen Strahlen, die man weder hört, noch sieht oder spürt. Normalerweise ist ein Atom stabil, es bleibt so, wie es ist. Bei einigen Arten von Atomen aber kann der Atomkern zerfallen. Dabei kommen Strahlen frei, die viel Energie in sich haben. Die Alphastrahlung sind die positiv geladenen Kerne des Edelgases Helium. Betastrahlung besteht aus Elektronen, und Gammastrahlung ist eine elektromagnetische Strahlung, die energiereichste.<eop>Radioaktivität kommt in der Natur vor. So eine natürliche Radioaktivität stammt zum Beispiel vom Uran, Polonium, Radium oder Thorium. Forscher wie Antoine Becquerel sowie Pierre und Marie Curie haben diese Radioaktivität schon um das Jahr 1900 entdeckt.<eop> Was passiert beim Zerfall von Atomkernen?  Wenn ein Neutron auf einen Atomkern prallt, spaltet sich der Atomkern zu kleineren Atomkernen. Bei dieser Spaltung setzt sich Energie frei, die radioaktive Strahlung. Auch neue Neutronen entstehen, die wieder auf einen anderen Atomkern aufprallen. Dies ist eine Kernreaktion. Die Energie, welche bei der Spaltung entsteht, nützt man zur Erzeugung von elektrischem Strom. <eop>Radioaktivität misst man mit dem sogenannten Geigerzähler. Dieses Gerät misst die Strahlenintensität in der Maßeinheit Becquerel. Ein Becquerel gibt die Anzahl der Atomkerne an, die in einer Sekunde zerfallen. Zudem gibt es eine weitere Maßeinheit, die rem oder millirem. Diese Einheit misst die Strahlenbelastung auf Lebewesen.<eop> Wozu ist Radioaktivität gut? Menschen haben sich die Radioaktivität zunutze gemacht. Zunächst einmal sind die Gamma-Strahlen nützlich. Ein Arzt kann damit den Körper des Menschen durchleuten. So sieht er hinein, ohne jemanden aufschneiden zu müssen. Die Strahlen gehen durch den Körper hindurch und gelangen dann auf einen Film. Die Strahlen machen den Film dunkel. Weil die Strahlen aber zum Beispiel kaum durch Knochen gehen, sind diese auf dem Film gut sichtbar. Man nennt diesen Vorgang nach ihrem Entdecker Röntgen.<eop>Zudem werden radioaktive Strahlen in manchen Geräten und Maschinen verwendet. Es gibt sie in Rauchmeldern und man überprüft mit ihnen Schweißnähte. Die wichtigste Anwendung von Kernenergie bleibt aber die Erzeugung von elektrischer Energie.<eop> Welches waren die größten Unfälle mit Radioaktivität?  Tschernobyl ist eine Stadt in der Ukraine, in der ein großes Atomkraftwerk in Betrieb war. Am 26. April 1986 zerstörten zwei Explosionen einen Reaktor des Atomkraftwerkes. Die austretende Radioaktivität hat große Teile von Russland, Weißrussland und der Ukraine verseucht. Die radioaktive Wolke zog bis zum Nordpol, die Strahlung war auch in Westeuropa messbar. Das war der schlimmste Atomunfall der Geschichte. Heute gleicht Tschernobyl einer Geisterstadt. Die Strahlung ist immer noch so hoch, dass kein Mensch dort dauerhaft leben kann.  Fukushima ist eine Stadt in Japan. Auch hier wurde ein großes Atomkraftwerk erbaut und in Betrieb genommen. Am 11. März 2011 wurde dieses Atomkraftwerk durch ein schweres Erdbeben und einem darauffolgenden Tsunami, das ist eine unvorstellbar riesige Wasserwelle, die weit ins Land schwappt, sehr schwer beschädigt. Die Atomstrahlung verseuchte die Luft, den Boden, das Wasser und die Pflanzen der gesamten Region. Der Unfall ist immer noch nicht unter Kontrolle. Immer wieder treten Lecks im Schutzmantel des Reaktors auf und radioaktiv verseuchtes Wasser tritt aus.<eop>"}, {"title": "Rakete", "id": 729, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rakete", "text": "Eine Rakete ist ein Flugkörper mit einem Rückstoßantrieb. Das bedeutet, dass eine Rakete sich vorwärts bewegt, indem sie nach hinten etwas ausstößt. Das ist ihr verbrannter Treibstoff. Man kann sich das in etwa so vorstellen: Wenn man in einem Schlauchboot auf einem See sitzt und einen schweren Stein nach hinten aus dem Schlauchboot wirft, dann wird sich das Schlauchboot dadurch vorwärts bewegen. Man hat sich also an dem Stein, den man nach hinten geworfen hat, nach vorne abgestoßen. Der Stoß hat einen Rückstoß bewirkt.<eop>Raketen haben meist eine lange schlanke Form, vorne eine Spitze und am hinteren Ende kurze Flügel zur Stabilisierung der Flugbahn. Sie beschleunigen recht lange, während der gesamten Brenndauer des Treibstoffes. Das unterscheidet Raketen von Geschossen, bei denen die Beschleunigung extrem kurz aber dafür viel stärker ist.<eop>Eine Rakete führt alles mit sich, was sie zum Antrieb benötigt, also Brennstoff und Sauerstoff. Deshalb kann sie auch in luftleerem Raum fliegen. Nur so kommt man auch ins Weltall. Eine Rakete ist dann ein Raumschiff. Flugzeugmotoren brauchen Luft zur Verbrennung des Treibstoffs. Die gibt es im Weltall aber nicht.<eop> Wozu dienen Raketen? Es gibt verschiedene Arten von Raketen. Jeder kennt zum Beispiel die Feuerwerksraketen von Silvester. Sie sollen nur eine Ladung mit Feuerwerkseffekten hoch in den Himmel tragen, dahin, wo man sie gut sehen kann. Dazu brauchen sie keine Steuerung. Der lange Holzstab stabilisiert ihre Flugbahn.<eop>Mit Raketen werden auch Astronauten oder Satelliten in den Weltraum befördert. Diese Raketen müssen natürlich gesteuert werden können, damit sie auf Kurs bleiben. Sie sind sehr groß und müssen sehr viel Treibstoff enthalten. Dadurch werden sie auch extrem schwer. Nur ganz vorne in der Spitze befindet sich das, was transportiert werden soll. Der ganze Rest ist Treibstoff und Tank.<eop>Um nicht die ganze Zeit unnötig viel Gewicht mitzunehmen, werden Teile der Rakete abgesprengt. Man nennt das auch mehrstufige Raketen. Das Absprengen geschieht bei den meisten, wenn sie ausgebrannt sind, also keinen Treibstoff mehr enthalten. Bei manchen Raketen lässt man aber noch etwas Treibstoff drin und lenkt sie kontrolliert zur Erde zurück. So kann man die Tanks später wieder verwenden. <eop>Es gibt aber auch Raketen, die nur militärischen Zwecken dienen. Sie sollen zum Beispiel im Krieg Geschosse oder Sprengkörper befördern. Die ersten Raketen der Geschichte wurden zu diesem Zweck in China bereits vor fast 800 Jahren, also im 13. Jahrhundert gezündet. Im Kampf gegen die Mongolen wurden von Schwarzpulver angetriebene Raketen verschossen. Die Mongolen wurden durch diese fliegenden, rauchenden und stinkenden Waffen in Angst und Schrecken versetzt.<eop><eop>"}, {"title": "Rathaus", "id": 730, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rathaus", "text": "Rathaus nennt man das Haus, in dem die Politiker und Mitarbeiter einer Stadt oder Gemeinde „Politik machen“ und arbeiten. Hier trifft sich der Rat, das heißt die Volksvertretung der Stadt. So ein Parlament entscheidet über die wichtigsten Dinge in der Stadt. Außerdem arbeiten dort der Bürgermeister und die Verwaltung: der Chef der Stadt und seine Mitarbeiter. <eop>In manchen Städten sind die Politiker und Mitarbeiter in ein neues Gebäude umgezogen. Das alte Gebäude heißt dann vielleicht immer noch „Rathaus“ oder „Altes Rathaus“. Manchmal sagt man „Rathaus“ und meint damit nicht wirklich das Gebäude, sondern die Politiker der Stadt oder die Stadtverwaltung.<eop> Was passiert in einem Rathaus? In Europa gibt es schon seit dem Mittelalter solche Rathäuser, wie man sie heute kennt. Allerdings hat man sie oft nicht nur für den Rat verwendet. Ein Ort war eine Stadt unter anderem, wenn man dort einen Markt abhalten durfte. Daher fand der Markt oft im Rathaus statt. Im Rathaus gab oder gibt es außerdem vielleicht ein Restaurant.<eop>Ein Rathaus braucht einen großen Saal, in dem der Rat sich treffen kann. Bei einer großen Stadt wie Hamburg sind das 121 Ratsmitglieder. Der Rat kommt aber nicht ständig zusammen. Darum nutzen viele Rathäuser ihren Saal noch für etwas anderes. Zum Beispiel spielt man in Konzerten Musik, oder es finden Treffen von Wissenschaftlern oder Künstlern statt.<eop> "}, {"title": "Ratten", "id": 731, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ratten", "text": "Ratten sind eine Gattung von Nagetieren. Es gibt über 60 verschiedene Arten von Ratten. Außerdem werden manchmal andere kleine Nagetiere als Ratten bezeichnet, obwohl sie nicht zu dieser Gattung gehören.<eop>Am weitesten verbreitet ist die Wanderratte, von der auch die heutigen Ratten abstammen, die wir als Haustiere halten. Sie leben gern zusammen und sind sehr klug. Sie können gut riechen, hören und bei wenig Licht sehen. Wichtig für die Ratte ist der Schwanz. Er ist leicht behaart und dient als eine Art Antenne, mit der die Ratte ihre Umgebung abtastet. Außerdem können sie sich mit ihm abstützen oder das Gleichgewicht halten.<eop>Viele Menschen fürchten Ratten, andere finden Ratten toll. Manche haben sogar eine Ratte als Haustier, diese bestimmten Ratten werden Farbratten genannt, sind aber sehr selten.<eop>Die Wanderratten, die draußen leben, fühlen sich in der Nähe von Menschen sehr wohl, weil sie dort leicht Futter finden. Sie halten sich zum Beispiel in Abwasser-Kanälen auf, weil sie dort Essenreste finden. Viele Menschen spülen diese nämlich ins Klo runter, aber das sollte man eben deshalb nicht tun. Früher haben diese Tiere das Getreide aus den Kornkammern gefressen.<eop>Ratten sind sehr scheue Tiere, man braucht keine Angst haben, sie ziehen sich schnell zurück, wenn sie Menschen begegnen. Aber man sollte sie auch nicht anfassen, da sie Krankheiten übertragen.<eop>"}, {"title": "Rattenfänger von Hameln", "id": 732, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rattenfänger von Hameln", "text": "„Der Rattenfänger von Hameln“ heißt eine deutsche Sage. Sie ist unter anderem von den Brüdern Grimm bekannt. Es handelt sich um eine der beliebtesten Sagen aus Deutschland, sie wurde in über 30 Sprachen übersetzt.<eop>In der Sage ist der Rattenfänger ein Mann, der mit seiner Flöte Ratten anlockt. Dafür wird er aber nicht bezahlt. Aus Rache lockt er die Kinder der Stadt mit der Flöte an und verschwindet mit ihnen. <eop>Heute glaubt man, dass die Sage eigentlich aus zwei Geschichten besteht: aus dem Fangen von Ratten und dem Verschwinden der Kinder. Wissenschaftler bezweifeln, dass man mit so einer Flöte, wie es sie damals gab, tatsächlich Ratten anlocken konnte. Das Verschwinden der Kinder erklärt man sich heute so, dass junge Leute weggelockt wurden, damit sie woanders Dörfer und Städte gründeten.<eop> Was passiert in der Sage vom Rattenfänger? Die Stadt Hameln litt an Ratten und Mäusen: Diese Tiere fressen das Essen der Menschen auf. Da kam ein Rattenfänger nach Hameln. Der Bürgermeister von Hameln freute sich und versprach ihm Geld als Belohnung, wenn er die Stadt von Ratten und Mäusen befreien könnte.<eop>Der Rattenfänger zog durch die Straßen und spielte dabei auf seiner Flöte. Von der Musik angelockt, kamen die Ratten und Mäuse herbei und folgten ihm. Er führte die Tiere aus der Stadt heraus. Als der Rattenfänger aber seine Belohnung verlangte, bekam er nichts.<eop>Einige Wochen später kam der Rattenfänger erneut nach Hameln, um sich zu rächen. Wieder spielte er auf seiner Flöte, aber diesmal kamen Mädchen und Jungen und liefen ihm hinterher. Der Sage nach waren es alle Kinder Hamelns, die älter als vier Jahre waren. Er verschwand mit den Kindern, die nie wieder gesehen wurden.<eop> Was könnte an der Sage wahr sein? Viele Forscher haben sich gefragt, ob etwas aus der Sage wirklich passiert sein könnte. Menschen erzählen in Sagen manchmal Dinge, die für sie wichtig waren. In der Sage sind die Dinge dann aber anders, verfremdet.<eop>Der Rattenfanger soll angeblich im Jahr 1284 nach Hameln gekommen sein. Das war im hohen Mittelalter. Damals lebten recht viele Menschen in Deutschland und in den Niederlanden. Einige von ihnen zogen weiter nach Osten, um dort zu wohnen. Das nennt man die Deutsche Ostkolonisation oder Ostsiedlung.<eop>Der Rattenfänger könnte in Wirklichkeit einen Auftrag gehabt haben: Die Fürsten im Osten wollten, dass Menschen aus dem Westen kamen um bei ihnen zu leben und zu arbeiten. Sie schickten Werber aus, die Menschen dazu überreden sollten. Diese Menschen waren aber nicht unbedingt kleine Kinder, sondern eher junge Leute, Mägde und Knechte, die keinen eigenen Bauernhof hatten.<eop>Lange Zeit glaubten manche Forscher, dass die jungen Leute aus Hameln nach Siebenbürgen gegangen sind. Das liegt heute in Rumänien, und Jahrhunderte lang lebten dort Deutsche. Schließlich hat aber ein Forscher sich die Namen von Orten angeschaut. Er fand heraus: In Brandenburg, das damals im Osten lag, gibt es einige Orte mit Namen, die an die Gegend von Hameln erinnern. Das könnte ein Hinweis dafür sein, dass Menschen aus Hameln dort gesiedelt haben. Einigen neuen Orten gaben sie dann Namen aus der alten Heimat.<eop> Was macht man heute mit der Sage vom Rattenfänger? Geschichten über einen Rattenfänger gibt es auch aus anderen Gegenden. Es ist aber selten, dass eine Sage auch noch über das Verschwinden von Kindern erzählt. Heute ist der „Rattenfänger“ ein geflügeltes Wort, eine Redewendung: Wenn ein Politiker den Leuten allerlei Dinge verspricht, damit sie ihm folgen, nennt man ihn einen Rattenfänger.<eop>Über den Rattenfänger wurden bereits mehrere Filme gedreht. In den Niederlanden gab es eine sehr bekannte Fernseh-Serie für Kinder, und später wurde daraus ein Musical. Die UNESCO kümmert sich für die Vereinten Nationen um die Kultur der Welt. Im Jahr 2014 erklärte die UNESCO, dass die Sage vom Rattenfänger ein Immaterielles Kulturgut sei.<eop>Vor allem die Stadt Hameln macht viel aus der Rattenfängersage, um Besucher anzulocken. Dort in Hameln gibt es unter anderem ein Haus, das seit etwa 100 Jahren Rattenfängerhaus genannt wird. Diesen Namen hat es von einem Spruch am Haus, der vom Rattenfänger erzählt.<eop> "}, {"title": "Raubtiere", "id": 733, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Raubtiere", "text": "Raubtiere jagen, töten und fressen andere Tiere. Von ihnen ernähren sie sich vor allem. Alle Raubtiere sind Säugetiere. Ihre Beute sind meist Tiere mit einem Skelett und einer Wirbelsäule, also Wirbeltiere. Die eine Gruppe der Raubtiere ist verwandt mit den Katzen, die andere mit den Hunden. Es gibt sie fast auf der ganzen Welt.<eop>Zu den Katzenartigen gehören die Hyänen und alle Katzen wie die Löwen, Tiger, Pumas, Leoparden und viele andere. Zu den Hundeartigen gehören die Hunde, Bären, Walrosse, Marder und einige mehr. <eop>In der Wissenschaft nennt man die Raubtiere „Carnivora“. Das kommt von den lateinischen Wörtern „Fleisch“ und „verschlingen“, sie verschlingen also Fleisch. Allerdings stimmt das nicht immer: Der Bär frisst fast alles, was er findet. Der Pandabär frisst vor allem Bambusblätter und nur selten ein kleines Wirbeltier. <eop>Die Raubtiere haben gewisse gemeinsame Merkmale. Dazu gehört vor allem ein starkes Gebiss, damit sie ihre Beute töten und zerkleinern können. Weil sie meist nur Fleisch essen, haben sie einen kurzen Darm. Dazu haben alle ein eher großes Gehirn. <eop> "}, {"title": "Raupe", "id": 734, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Raupe", "text": "Eine Raupe ist die Larve eines Schmetterlings und einiger anderer Insekten. Die Raupe schlüpft aus dem Ei. Sie frisst sehr viel, wächst schnell und verpuppt sich dann. In der Puppe verwandelt sie sich, schlüpft aus und entfaltet ihre Schmetterlingsflügel.<eop>Der Körper der Raupe besteht aus drei Teilen: Kopf, Brust und Hinterleib. Der Kopf ist härter, weil er viel Chitin enthält. Dies ist ein Material mit viel Kalk. Auf jeder Kopfseite haben die Raupen sechs Punktaugen. Am wichtigsten sind die Mundwerkzeuge, denn die Raupe hat eigentlich nur einen Auftrag: fressen.<eop>Raupen haben 16 Beine, also acht Paare. Die sind allerdings nicht alle gleich. Gleich hinter dem Kopf sitzen sechs Brustbeine. In der Körpermitte hat die Raupe acht Bauchfüsse. Das sind kurze Beine, die wie Saugnäpfe aussehen. Ganz am Ende hat sie nochmals zwei Beine, die nennt man „Nachschieber“. An verschiedenen Körperstellen hat die Raupe Öffnungen, durch die sie atmet.<eop>Wie verpuppen und verwandeln sich Raupen? Zuerst sucht sich die Raupe einen günstigen Ort. Je nach Art findet sie diesen auf Blättern, in der Ritze von Baumrinden oder auf der Erde. Einige Raupen spinnen auch Blätter mit ein, um sich besser zu tarnen. Einige hängen mit dem Kopf nach unten, andere mit dem Kopf nach oben.<eop>Wenn die Haut zu eng wird, streift die Raupe sie ab. Das passiert mehrmals. Vor der Verpuppung ist es das letzte Mal. Dann beginnen ihre Spinnendrüsen einen dicken Saft herzustellen. Dieser tritt am Kopf aus der Spinnwarze aus. Durch geschickte Bewegungen mit dem Kopf wickelt sich die Raupe ein. An der Luft trocknet der Faden sofort zu einem Kokon, sprich: Kokong. Bei der Seidenraupe kann man diesen Faden sogar abwickeln und daraus Seide herstellen.<eop>Im Kokon wird die Raupe total umgebaut. Die Körperteile verändern sich stark, und sogar Flügel wachsen. Das dauert je nach Art einige Tage oder Wochen. Schließlich bricht der junge Schmetterling seinen Kokon auf, kriecht heraus und breitet seine Schmetterlingsflügel aus.<eop>Welche Feinde haben Raupen? Viele Vögel, darunter auch die Eulen, fressen gerne Raupen. Aber auch Mäuse und sogar Füchse haben Raupen auf ihrem Speiseplan. Auch viele Käfer, Wespen und Spinnen ernähren sich teilweise von Raupen.<eop>Raupen können sich nicht verteidigen. Sie müssen sich also gut tarnen, deshalb sind viele von ihnen grün oder bräunlich. Andere täuschen einfach mit grell-bunten Farben vor, dass sie giftig sind. Ähnlich machen es schließlich auch die Pfeilgiftfrösche. Einige Raupen wirken aber tatsächlich giftig, wenn man sie berührt. Es fühlt sich dann an, als ob man eine Brennnessel angefasst hätte.<eop>Eine eigene Spezialität haben Prozessionsspinner. Diese Raupen hängen sich aneinander, so dass sie aussehen wie eine lange Schnur. Vermutlich tun sie dies, damit ihre Fressfeinde glauben, die Raupe sei eine Schlange. Auch dieser Schutz ist wirksam.<eop> "}, {"title": "Recycling", "id": 735, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Recycling", "text": "Recycling, sprich: Risseikling, bedeutet, dass Dinge nicht weggeworfen werden, sondern dass man das Material wiederverwerten kann. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Alu-Dose: Sie wird nicht neu befüllt, sondern das Aluminium wird eingeschmolzen und daraus ein neuer Gegenstand hergestellt. Dies muss nicht mehr zwingend eine Alu-Dose sein. <eop>Der Ausdruck „Recycling“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „wieder in den Kreislauf zurückbringen“. Dabei wird nur das Material wiederverwertet, nicht der Gegenstand, so wie er ist. Der deutsche Ausdruck dafür ist Wiederverwertung. <eop>Ähnlich wie die Wiederverwertung ist die Wiederverwendung. Dabei wird der ganze Gegenstand wiederverwendet, ohne dass er verändert wurde. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Glas-Flasche, die gewaschen und neu befüllt wird.<eop>Mit dem Recycling will man Materialverluste vermeiden und die Umweltverschmutzung vermindern. Rohstoffe, die man einmal aus der Erde geholt hat, soll man nicht wegwerfen, sondern wiederverwerten. Das hat einerseits damit zu tun, dass man weniger Müll haben will. Andererseits gibt es nicht unendlich viele Rohstoffe. Alles in der Erde wird einmal aufgebraucht sein. Abgeguckt hat man das der Natur, dort geht nichts verloren. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist der Wasserkreislauf.<eop>Recyceln ist also eine tolle Sache. Noch besser als das Recyceln ist es aber Müll zu vermeiden. Recyceln ist nämlich aufwendig. Der Transport des Abfalls und sein Wiederverwertung kosten nämlich ebenfalls Energie und verschmutzen deshalb auch die Umwelt. Besser ist es also, wenn dieser Abfall erst gar nicht entsteht, dann braucht er auch nicht recycelt zu werden. So sollte man zum Beispiel beim Einkauf darauf achten möglichst unverpackte Dinge zu kaufen. Allgemein sollte man möglichst nichts verschwenden. Papier kann beispielsweise auf beiden Seiten beschrieben werden. <eop>Was kann man recyceln? Recycling machen die Menschen schon sehr lange. Der älteste Trick ist wohl, dass die Menschen den Kot der Tiere auf den Feldern als Dünger einsetzen. Tonscherben wurden schon früher fein gemahlen und unter den neuen Lehm gemischt. Glasscherben oder Metalle wurden eingeschmolzen und dann wiederverwertet. <eop>Später wurde aus alten Lumpen Papier hergestellt. Aus Altpapier konnte man schon seit dem Jahr 1774 neues Papier herstellen. Ähnlich geht es mit Pappe. In den Jahren nach 1970 gab es in vielen Ländern Gesetze zur Beseitigung des Abfalls. Sie alle wollten die Kreislaufwirtschaft fördern und Restmüll vermeiden.<eop>Heute kann man auch PET-Flaschen aufbereiten. Teilweise stellt man mit dem gewonnenen Material neue Plastik-Flaschen her, teilweise macht man daraus Kleider, zum Beispiel Fleece-Pullis. Aus anderen Kunststoffen kann man zum Beispiel Rohre für Abwasser herstellen.<eop>Alle Geräte, die mit Elektrizität betrieben werden, kann man heute zerlegen und die einzelnen Stoffe daraus wiederverwerten. Besonders wichtig ist dies bei Batterien, weil sonst ihre giftigen Inhaltsstoffe in die Umwelt gelangen.<eop>Aus Speiseöl stellt man heute Tierfutter her. Abfälle von Gemüse und Früchten, die in der Landwirtschaft oder in der Küche entstehen, kann man kompostieren und so Dünger daraus gewinnen.<eop>Wo ist das Recycling schwierig? Ein besonderes Problem bieten die sogenannten Verbundstoffe. Ein Beispiel dafür sind Milchtüten, denn die enthalten Pappe, Alu und Plastik, das miteinander verklebt ist. Einzeln könnte man diese Stoffe wiederverwerten, aber man kann sie nicht in die einzelnen Sorten auftrennen. In Deutschland entsorgt man die in der „Gelben Tonne“. Sie werden aber später ausgesondert und verbrannt. In der Schweiz gibt es dafür keine gesonderte Sammlung. <eop>Es gibt noch weitere Dinge, die man nicht wiederverwerten kann. Sie enthalten verschiedene Materialien, die man nicht trennen kann. Ein Beispiel dafür sind Babywindeln, Zigarettenkippen oder Filter, die die verschiedensten Dinge enthalten. Das nennt man „Restmüll“. Der wird am besten verbrannt, dann kann man noch die Energie als Wärme nutzen. Moderne Anlagen können dann noch wertvolle Materialien aus der Asche herausfiltern, zum Beispiel Alu und sogar winzige Mengen von Gold und anderen wertvollen Metallen. Der Rest muss sorgfältig gelagert werden, damit er den Boden und die Gewässer nicht verschmutzt.<eop>Wie kann man recyceln? Damit man Abfall recyceln kann, muss man ihn zunächst trennen. Am besten hat man zuhause getrennte Mülleimer oder andere Behälter für die häufigsten Wertstoffe. Das wären dann zum Beispiel neben dem Restmüll, den man nicht verwerten kann, Papier, Glas, Bioabfall, Plastik, Alu oder Sondermüll. <eop>Je nachdem wo man wohnt, werden verschiedene Abfälle auch gesondert von der Müllabfuhr zuhause mitgenommen. Dann hat man neben der Restmülltonne noch je eine Tonne für Papier, Glas und Bioabfälle. Mancherorts gibt es auch spezielle Müllbeutel in denen man unter anderem Alu-Dosen, Plastikflaschen und Milchtüten sammeln kann. Das wäre dann der „Gelbe Sack“ in Deutschland oder die „Valorlux Tüte“ in Luxemburg. Diese Säcke werden dann regelmäßig von der Müllabfuhr abgeholt.<eop>In den meisten Orten gibt es auch spezielle Container in die man den Müll getrennt einwerfen kann. So braucht man keine spezielle Mülltonne zuhause. Größere Orte haben oft spezielle Container-Parks. Dort kann man den Müll noch genauer trennen und auch besonders große, sperrige und gefährliche Abfälle abgeben. Dazu gehört auch Elektroschrott, wie zum Beispiel alte Fernseher, Computer und Handys. Diese Gegenstände enthalten nämlich besonders wertvolle und seltene Rohstoffe, die unbedingt wiederverwertet werden sollten.<eop>"}, {"title": "Reformation", "id": 736, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Reformation", "text": "Die Reformation wollte die Kirche des 15. Jahrhunderts verändern oder wiederherstellen. Dies ist auch die Bedeutung des Wortes „Reformation“. Sie begann im Jahr 1517, als Martin Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt genagelt haben soll. Sie endete im Jahr 1648 mit dem Westfälischen Frieden. Diese lange Zeit nennt man „Reformation“. <eop>So entstand in Deutschland die Evangelische Kirche. Diese Kirchen feiern jedes Jahr am 31. Oktober den Reformationstag. Man vermutet, dass Luther an diesem Tag im Jahr 1517 in Wittenberg die Reformation begonnen hat. In den Niederlanden und in der Schweiz nennen sich viele Gläubige die Reformierten.<eop>Die Reformation gab es nicht nur in Deutschland: In der Schweiz waren Huldrych Zwingli und Johannes Calvin zwei wichtige Reformatoren, in England war es John Knox. Durch ihr Wirken veränderte sich jedoch nicht die ganze damalige Kirche, sondern sie teilte sich auf: Der herkömmliche Teil war die Katholische Kirche. Die neuen Teile waren uneinheitlich: Es gab die Lutheraner und die Reformierten, die Anglikaner und viele andere. <eop>Ein anderes Beispiel für eine neue Kirche ist die anglikanische Kirche in England. Es entstanden auch viele kleine Kirchengemeinden, die sich untereinander gestritten haben. Gemeinsam nennt man die evanglischen, reformierten und anglikanischen Kirchen „protestantisch“.<eop>Was wollte die Reformation verändern? Am wichtigsten war die Abschaffung des Ablasshandels: Priester verkauften Ablass-Briefe. Die versprachen einem die Vergebung der Sünden und den direkten Weg in den Himmel. Man konnte damit also die Zeit im Fegefeuer auslassen oder zumindest verkürzen. Die Reformatoren vertraten die Überzeugung, dass Jesus am Kreuz stellvertretend für die Menschen alle Sünden abgebüßt hat. Allein dadurch, also durch diese Gnade, würde ein Mensch in den Himmel kommen.<eop>Der zweite wichtige Punkt betraf die Bibel. Es gab sie bisher nur in Latein. Jeder Mensch sollte jedoch seine eigene Bibel lesen können. Deshalb wurden sie übersetzt: Luther und Zwingli übersetzten sie ins Deutsche, John Wycliff ins Englische und viele andere in ihre eigene Muttersprache. Der Buchdruck machte es billiger, eine Bibel zu kaufen. <eop>Der Einfluss des Papstes sollte abgeschafft werden. Die Reformatoren vertraten den biblischen Gedanken, dass Gott durch seinen Heiligen Geist überall dort mit dabei ist, wo Menschen sich treffen und sich mit Gott befassen. Ihren Reichtum aus den Ablass-Briefen sollten der Papst und die Kirche besser den Armen verteilen. <eop>Die Heiliger sollten viel weniger wichtig genommen werden. Maria sollte auch als Mutter von Jesus keine Sonderstellung haben. Insbesondere brauchte es die Heiligen nicht, damit sie vor Gott für uns Bitten vortrugen. Den Zugang zu Gott hatte jeder Mensch durch sein eigenes Gebet. <eop>Die Kirchenräume sollten nüchtern sein und nicht so überladen. Die vielen Bilder und Figuren würden die Menschen nur von der Konzentration auf Gott, die Vorlesungen und die Predigt ablenken. <eop>Alle Menschen sollten heiraten dürfen, auch wenn sie ein kirchliches Amt ausübten. Luther sah in der Bibel keinen Grund, warum Kirchendiener ledig bleiben sollten. Dass Jesus unverheiratet blieb, wollte er nicht auf die Menschen übertragen.<eop>Eine weitere Streitfrage war das Abendmahl. Die Katholiken glauben, dass sich das Brot tatsächlich in den Leib Jesu verwandelte und der Wein in sein Blut. Für die Reformierten geht es nur darum, dass man sich an Jesus erinnert. Es gab noch viele weitere solcher Fragen.<eop>Was wurde aus der alten Kirche? Die alte Kirche gab es weiter. Man kennt sie seitdem vor allem als die römisch-katholische Kirche. Als es die Reformation schon gab, startete sie die Gegenreformation: Die neuen Kirchen sollten bekämpft werden. Das war einer der vielen Gründe auch für den Dreißigjährigen Krieg. <eop>Doch auch die katholische Kirche veränderte sich. Viele Missstände wurden abgeschafft, die zur Reformation geführt hatten. Viele Katholiken in Europa erlebten, eine Minderheit in einem protestantischen Land zu sein. Heute arbeiten sie aber auch mit Protestanten zusammen, was man Ökumene nennt.<eop> "}, {"title": "Reformierte Kirche", "id": 737, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Reformierte Kirche", "text": "Reformierte Kirchen sind christliche Kirchen, also Gemeinschaften von Gläubigen. Sie sind meist in der Zeit um 1500 entstanden, genau wie die evangelische Kirche. Reformiert heißt, dass man damals versuchte, die katholische Kirche zu erneuern. Das nennt man die Reformation.<eop>Die Evangelische Kirche in Deutschland folgt meist dem, was der Reformator Martin Luther gesagt hat. Auch reformierte Kirchen nennen sich oft evangelisch. Sie haben aber andere Gründer und Ideengeber, wie Johannes Calvin und Huldrych Zwingli.<eop>Reformierte gelten als streng. Einige Reformierte, vor allem die Kalvinisten, behaupten: Gott hat einige besondere Menschen auserwählt. Ihnen geht es schon auf Erden gut, und später werden sie als einzige in den Himmel kommen. Allerdings gibt es in den reformierten Kirchen auch andere Meinungen dazu.<eop>Reformierte Christen leben heute vor allem in Europa und in Nordamerika. In Europa sind die Schweiz, die Niederlande und Schottland die wichtigsten Länder. In Schottland, wo John Knox der Reformator war, sind die Reformierten sogar in der Mehrheit. In der Evangelischen Kirche Deutschlands sind die meisten Mitglieder Anhänger von Luther. Dort leben es allerdings auch Reformierte. <eop>Der Weltbund der Reformierten Kirchen ist ein Verein solcher Kirchen. In ihm sind über 200 Kirchen Mitglied. Der Verein vertritt insgesamt 80 Millionen reformierte Gläubige.<eop>Was ist in der reformierten Kirche wichtig? In der reformierten Kirche ist das Wort Gottes wichtig. Damit ist in erster Linie die Bibel gemeint. Dazu kommen die Predigten der Pfarrer, die immer möglichst viel mit der Bibel zu tun haben sollen. Jeder Gläubige versteht die Bibel aber auch selbst und soll deshalb selbst darin lesen.<eop>Der Glaube allein führt in den Himmel. Jesus hat am Kreuz für die Sünden der ganzen Welt gebüßt, also für alle Verfehlungen der Menschheit. Wer daran glaubt, wird erlöst und kommt nach dem Tod in den Himmel. Es gibt kein Fegefeuer nach dem Tod, in dem man gereinigt wird und selbst für seine Sünden büßt. Wer an Jesus glaubt, kommt in den Himmel, die anderen in die Hölle. Es gibt keinen Weg dazwischen.<eop>Der Papst hat keinen Einfluss. Maria und die Heiligen sind viel weniger wichtig als in der katholischen Kirche. Maria ist nach dem Tod nicht in den Himmel aufgefahren wie das die katholische Kirche lehrt. Es steht auch nicht in der Bibel. Jesus hatte richtige Geschwister, also Brüder und Schwestern. Man denkt nicht, dass das Cousins und Cousinen waren.<eop>"}, {"title": "Regen", "id": 738, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Regen", "text": "Wassertropfen, die vom Himmel fallen, nennt man Regen. Damit ist Regen eine Form des Niederschlags, wenn es normal warm ist. Bei Kälte gibt es Hagel oder Schnee. <eop>Regen ist ein altes deutsches Wort, das man schon vor über 1000 Jahren als „regan“ kannte. Das Verb dazu heißt „regnen“, ein Adjektiv heißt „regnerisch“: Es regnet, das Wetter ist regnerisch.<eop>Wolken bestehen aus feinen Wolkentröpfchen oder Eisstückchen. Wenn sie größer werden, werden sie zu schwer und fallen nach unten. So entsteht Regen. Solche Tropfen sind etwa einen halben bis drei Millimeter groß im Durchmesser.<eop>Für die verschiedenen Arten von Regen gibt es auch verschiedene Wörter. Dies hängt davon ab, wie lang oder stark der Regenfall ist. Regnet es nur kurz, nennt man das einen Schauer. Beim Starkregen kann es Überschwemmungen oder Erdrutsche geben. In manchen warmen Ländern regnet es so lange, dass man von der Regenzeit spricht. Das ist eine Art Jahreszeit.<eop>Es kann vorkommen, dass es oben in der Atmosphäre warm ist, der Erdboden aber ist gefroren. Dann gefriert der Regen auf dem Boden zu Eis. Das nennt man „vereisender Regen“. Der ist besonders gefürchtet bei den Autofahrern, weil dann die Straßen spiegelglatt werden.<eop>Das Wasser aus dem Regen dringt in den Erdboden ein. So kommt es in das Grundwasser oder durch Quellen in Bäche und Flüsse. Durch diese gelangt das Wasser schließlich wieder ins Meer. Der Regen ist also ein wichtiger Teil des Wasserkreislaufs.<eop>Durch den Klimawandel verändert sich die Regenmenge in gewissen Gebieten zum Teil stark. Viele Gebiete bekommen weniger Regen als früher, zum Beispiel die Sahelzone oder das Horn von Afrika. Andere Gebiete wiederum erhalten mehr Regen und auch Starkregen. Das ist für die Menschen ebenso schlimm.<eop><eop>"}, {"title": "Regenbogen", "id": 739, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Regenbogen", "text": "Ein Regenbogen bildet sich, wenn Lichtstrahlen auf Wassertropfen treffen. Dies kommt vor, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint. Wenn wir den Regenbogen sehen, muss die Sonne hinter uns sein. Aber auch in den winzigen Wassertröpfchen in der Nähe eines Wasserfalls entstehen Regenbogen.<eop>Der Regenbogen ist eine natürliche Erscheinung. Er gehört in das Gebiet der Physik. Die Sonnenstrahlen enthalten viele verschiedene Farben. Alle zusammen erscheinen uns weiß. In den Wassertröpfchen werden diese Farben aber aufgefächert. Derselbe Effekt entsteht, wenn man Sonnenlicht durch ein Prisma aus Glas schickt.<eop> Woran denkt man bei einem Regenbogen? Die meisten Menschen freuen sich über einen Regenbogen: vielleicht wegen der schönen Farben, vielleicht, weil er selten ist. In der Geschichte von Noah und seiner Arche in der Bibel gab es am Schluss auch einen Regenbogen. Als die Menschen und Tiere nach der Flut die Arche wieder verlassen hatten, ließ Gott am Himmel einen Regenbogen erscheinen. Er sollte das Zeichen für einen neuen Bund zwischen Gott und den Menschen sein.<eop>Heute gilt der Regenbogen als Zeichen für den Frieden. Deshalb hängen Menschen Regenbogenfahnen manchmal an ihre Häuser, um sich damit gegen einen Krieg auszusprechen. Manchmal nehmen sie die Regenbogenflagge auch zu Kundgebungen mit. Auch die Homosexuellen nutzen den Regenbogen als Zeichen für sich.<eop>Im Regenbogen erscheinen die Farben als Band. Dieses Band kann man zu einem Kreis zusammensetzen. Man nennt ihn den Farbkreis. Wer ihn kennt, kann seine Farben besser zusammenmischen.<eop><eop>"}, {"title": "Regenwurm", "id": 740, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Regenwurm", "text": "Der Regenwurm ist ein wirbelloses Tier. Seine Vorfahren haben im Meer gelebt, doch man findet den Regenwurm normalerweise im Erdboden. Manchmal kommt er auch nach oben, zum Beispiel, wenn er sich paart.<eop>Es ist unbekannt, woher der Name „Regenwurm“ kommt. Vielleicht ist es ein „reger Wurm“, also ein Wurm, der sich bewegt. Oder aber er hat den Namen daher, dass er bei Regen an die Oberfläche kommt. Warum genau er das macht, weiß man ebenfalls nicht – er könnte eigentlich zwei Tage im nassen Boden überleben. Es gibt sogar Arten, die in Seen oder Flüssen leben.<eop>Regenwürmer fressen sich durch die Erde. Sie ernähren sich von vermoderten Pflanzen und Humus-Boden. Dadurch lockern sie den Boden auf. Außerdem ernähren sich Pflanzen vom Kot der Regenwürmer. Für Regenwürmer darf es nicht zu warm und nicht zu kalt sein. Im Winter halten sie eine Art Winterschlaf.<eop>Vor 200 Jahren glaubte man noch, dass Regenwürmer schädlich seien. Inzwischen weiß man, dass sie sehr gut für den Boden sind. Es gibt sogar Wurmfarmen: Dort werden Regenwürmer gezüchtet und dann verkauft.<eop>Nicht nur Gärtner kaufen Würmer, sondern auch Angler für den Angelhaken. Fische fressen gerne Regenwürmer, und auch viele andere Tiere wie der Maulwurf. Auch für Vögel wie Stare, Amseln und Drosseln gehören Regenwürmer zur Nahrung. Sowohl größere Tiere wie Füchse mögen Regenwürmer, als auch kleine wie Käfer und Frösche.<eop> Woraus besteht der Körper eines Regenwurms? Ein Regenwurm hat viele kleine Rillen. Er besteht nämlich aus Gliedern, den Segmenten. Davon hat ein Regenwurm an die 150. Über diese Segmente verteilt hat der Regenwurm einzelne Seh-Zellen, die Hell und Dunkel unterscheiden können. Diese Zellen sind eine einfache Art von Augen. Weil sie über den ganzen Körper verteilt sind, erkennt der Regenwurm, wo es heller oder dunkler ist.<eop>Eine dickere Stelle nennt man das Clitellium. Dort gibt es viele Drüsen, aus denen Schleim kommt. Der Schleim ist beim Paaren wichtig, weil er die Samenzellen in die richtigen Öffnungen des Körpers bringt.<eop>An der Vorderseite hat der Regenwurm einen Mund, am Ende einen Anus, wo der Kot herauskommt. Von außen sehen sich beide Enden sehr ähnlich. Allerdings ist die Vorderseite dem Clitellium näher, daran kann man sie gut erkennen.<eop>Viele Leute glauben, dass man einen Regenwurm zerteilen kann, und dass die beiden Hälften weiterleben. Das ist so nicht ganz richtig. Es kommt darauf an, was abgeschnitten wird. Werden nur die letzten 40 Segmente vom Hinterteil abgeschnitten, wächst es oft wieder nach. Sonst stirbt der Regenwurm. Vorne dürfen höchstens vier Segmente fehlen. <eop>Gerade wenn ein Tier ein Stück vom Wurm abbeißt, verletzt er sich so, dass er es nicht überlebt. Manchmal aber trennt der Regenwurm absichtlich einen Teil von sich. Wenn das Hinterteil gepackt wird, versucht der Regenwurm es zu verlieren und zu flüchten.<eop>Wie vermehren sich Regenwürmer? Jeder Regenwurm ist gleichzeitig ein Weibchen und ein Männchen. Das nennt man „Zwitter“. Wenn ein Regenwurm ein bis zwei Jahre alt ist, wird er geschlechtsreif. Bei der Paarung schmiegen sich zwei Regenwürmer aneinander. Dabei liegt der eine anders herum als der andere. Der Kopf des einen liegt also beim Körperende des anderen.<eop>Beide Regenwürmer stoßen dann ihre Samenflüssigkeit aus. Die gelangt dann gleich in den anderen Regenwurm zu den Eizellen. Je eine Samenzelle und eine Eizelle vereinigen sich. Daraus wächst ein winziges Ei heran. Außen herum hat es verschiedene Schichten zum Schutz.<eop>Der Wurm stößt dann die Eier aus und lässt sie in der Erde liegen. In jedem entwickelt sich ein kleines Würmchen heran. Es ist am Anfang noch durchsichtig und schlüpft dann aus seiner Hülle heraus. Wie viele Eier es sind und wie lange die ganze Entwicklung dauert, hängt stark davon ab, um welche Art von Regenwurm es sich handelt.<eop>"}, {"title": "Regierung", "id": 741, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Regierung", "text": "Eine Regierung ist eine Gruppe von Menschen. Sie trifft wichtige Entscheidungen für alle Einwohner in einem Staat. Dabei helfen ihr die Beamten und Staatsangestellten, die man die Verwaltung des Staates nennt. Die Verwaltung führt aus, was Parlament und Regierung beschlossen haben. In Deutschland und Österreich heißt die Regierung Bundesregierung, in der Schweiz Bundesrat.<eop>Wer zur Regierung gehört, das ist von Land zu Land anders. Oft ist es die Volksvertretung, das Parlament also, das die Regierung wählt. In manchen Staaten bestimmt das Staatsoberhaupt, zum Beispiel ein König oder Präsident, wer in der Regierung sitzt. In anderen Staaten gehört das Staatsoberhaupt selbst zur Regierung und sucht sich die anderen Regierungsmitglieder aus. <eop>In vielen Staaten kann eine Regierung auch wieder abgesetzt werden. Wenn die Volksvertretung oder das Staatsoberhaupt mit der Regierung unzufrieden ist, dann kommt es zu einer neuen. Das nennt man einen Regierungswechsel.<eop> Wer gehört zu einer Regierung? In vielen Staaten besteht eine Regierung aus einem Regierungschef und sonstigen Regierungsmitgliedern. Häufig heißen die Regierungsmitglieder Minister. Ein Minister war früher ein wichtiger Diener des Königs. Heute sind es Beamte, die vom Staat bezahlt werden, ähnlich wie andere Beamte auch.<eop>Es gibt verschiedene Namen für den Regierungschef: In ganz vielen Staaten heißen sie Ministerpräsident, auch in den meisten deutschen Bundesländern. In Deutschland und Österreich heißt es Bundeskanzler. Andere Länder nennen ihn Erster Minister oder Premierminister oder Premier, sprich: Prehm-Jeh.<eop>In manchen Staaten ist das Staatsoberhaupt gleichzeitig Chef der Regierung. Dann gibt es keinen eigenen Posten dafür. Ein Beispiel sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Präsident ist Chef der Regierung und sucht sich selbst die Minister aus.<eop>Je nach Staat gibt es auch noch stellvertretende Minister, die Vizeminister oder Staatssekretär heißen. In manchen Staaten sagt man, dass auch sie Teil der Regierung sind. Wenn dann trotzdem manchmal nur die Minister zusammensitzen und etwas entscheiden, dann ist das der Ministerrat. In Deutschland und Österreich ist es ganz einfach: Nur Bundeskanzler und Bundesminister sind die Bundesregierung, nicht auch noch die Staatssekretäre.<eop> Wie kommt eine Regierung zu ihren Entscheidungen? Normalerweise soll eine Regierung etwas gemeinsam entscheiden, denn dazu hat man ja eine Regierung und nicht einfach einen einzigen Chef. Über viele Dinge streiten sich die Minister gar nicht, und alle sagen zu einem Vorschlag Ja. Das kommt daher, dass viele Vorschläge lange vorbereitet worden sind, bevor man darüber entscheidet. <eop>Manchmal sind die Minister sich aber nicht einig. Dann stimmen sie ab. Der Vorschlag, den die meisten Minister gut finden, wird dann die Entscheidung der Regierung. <eop>In manchen Ländern hat letztlich der Regierungschef das Sagen. In den USA zum Beispiel ist der Präsident der Regierungschef und sucht sich seine Minister ganz allein aus. Er entscheidet auch, was getan wird. Allerdings wird ein guter Präsident immer versuchen, dass die Minister seine Vorschläge gut finden. Wenn er immer nur allein bestimmen will, dann werden Minister wütend und verlassen von sich aus die Regierung. Das Volk findet das meistens nicht gut und wählt den Präsident vielleicht nicht noch einmal.<eop>Wenn in einem Staat eine kleine Gruppe oder nur ein Einzelner das Sagen hat, nennt man das eine Diktatur. Was darf die Regierung in einer Diktatur? Das kann auch sehr unterschiedlich sein. Manchmal ist die Regierung selbst der Diktator, also der Alleinherrscher. Oder aber der Diktator sitzt selbst nicht in der Regierung, gibt aber der Regierung Befehle. Das kann ein Präsident oder der Chef der Armee sein, der in Wirklichkeit alle Macht hat.<eop> Wer passt auf, dass die Regierung nichts Falsches macht? Regierungen haben oft viel Macht, und man will nicht, dass sie die Macht für etwas Falsches verwenden. Was die Regierung macht, soll den Menschen im Land helfen, oder zumindest denen, die Hilfe brauchen. Es soll vernünftig sein und auch auf lange Sicht funktionieren. Ein Regierungsmitglied soll zum Beispiel nicht für etwas entscheiden, nur weil es ihm persönlich Geld einbringt.<eop>Aufpassen, also kontrollieren, muss zunächst einmal derjenige, der die Regierung eingesetzt hat. Das ist in manchen Staaten ein Präsident, in anderen das Parlament. Auf jeden Fall hat das Parlament aufzupassen, dass die Regierung sich selbst an die Gesetze hält. Außerdem macht das Parlament Gesetze und versucht damit, die Regierung in die richtige Richtung zu schubsen. Im Parlament befinden sich Gruppen, die sowieso gegen die Regierung sind.<eop>Im Land gibt es noch andere, die auf die Regierung aufpassen. Dabei denkt man an Journalisten: Sie schreiben für eine Zeitung, das Radio, Fernsehen oder eine Seite im Internet. Sie wollen herausfinden, ob die Regierung was falsch gemacht hat, denn das finden die Leser interessant. Ferner versuchen manche Vereine zu kontrollieren, ob die Regierung zum Beispiel das Geld des Staates sinnvoll ausgibt.<eop>Aber was ist „richtig“ und was ist „falsch“? Darüber können die Menschen ganz verschiedene Meinungen haben. Oftmals macht die Regierung etwas, das Vorteile hat, aber eben auch Nachteile. Außerdem klagen manche Leute über die Regierung, weil sie immer gerne klagen. Oder ein Journalist schreibt etwas sehr Schlechtes über die Regierung – nicht weil es wirklich stimmt, sondern weil seine Leser das gut finden. Darum ist es gut, wenn man sich die Meinungen verschiedener Leute anhört. Und es ist gut, wenn die Regierung das Gefühl hat, dass sie kontrolliert wird. Denn dann passt sie selbst besser darauf auf, keine Fehler zu machen.<eop>"}, {"title": "Reh", "id": 742, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Reh", "text": "Das Reh gehört zur Familie der Hirsche und ist ein Säugetier. Das Männchen heißt Rehbock. Das Weibchen heißt Ricke oder Geiß. Das Jungtier ist ein Rehkitz oder einfach ein Kitz. Nur das Männchen trägt ein kleines Geweih, also kein so mächtiges Geweih wie etwa der Rothirsch.<eop>Ausgewachsene Rehe werden über einen Meter lang. Die Schulterhöhe liegt zwischen 50 und 80 Zentimeter. Das misst man vom Boden bis zum obersten Teil des Rückens. Das Gewicht liegt zwischen etwa 10 und 30 Kilogramm, also etwa so wie viele Hunde. Dabei kommt es ganz darauf an, ob sich das Reh gut ernähren konnte. <eop>Bei uns meint man mit dem Reh immer das Europäische Reh. Es lebt in ganz Europa außer ganz oben im Norden, aber auch in der Türkei und in einigen ihrer Nachbarländer. Weiter weg gibt es keine Europäischen Rehe. Das Sibirische Reh ist ganz ähnlich. Es lebt im Süden Sibiriens, in der Mongolei, in China und in Korea.<eop>Wie leben Rehe? Rehe fressen Gräser, Knospen, verschiedene Kräuter sowie junge Blätter. Auch junge Triebe mögen sie gerne, beispielsweise von kleinen Tannen. Das wiederum mag der Mensch nicht, weil sich dann die Tannen nicht richtig entwickeln können. <eop>Wie unsere Milchkühe sind Rehe Wiederkäuer. Sie kauen ihre Nahrung also nur grob und lassen sie dann in eine Art Vormagen gleiten. Später legen sie sich gemütlich hin, würgen die Nahrung wieder herauf, kauen sie ausgiebig und schlucken sie dann in den richtigen Magen.<eop>Rehe sind Fluchttiere, weil sie sich nicht verteidigen können. Sie leben gerne an Orten, an denen sie Deckung vorfinden. Außerden können Rehe sehr gut riechen und erkennen ihre Feinde frühzeitig. Adler, Wildkatzen, Wildschweine, Hunde, Füchse, Luchse und Wölfe fressen gerne Rehe, vor allem die jungen Rehe, die nicht fliehen können. Auch der Mensch jagt Rehe, und viele werden von Autos totgefahren.<eop>Wie vermehren sich Rehe? Rehe leben üblicherweise allein. Im Juli oder August suchen sich die Männchen ein Weibchen und haben Geschlechtsverkehr. Man sagt: Sie paaren sich. Die befruchtete Eizelle entwickelt sich jedoch erst etwa ab dem Dezember weiter. Im Mai oder Juni kommt es zur Geburt. Üblicherweise gibt es ein bis vier Jungtiere. Nach einer Stunde können diese bereits stehen, nach zwei Tagen können sie richtig laufen.<eop>Rehkitze trinken Milch bei der Mutter. Man sagt auch: Sie werden von der Mutter gesäugt. Deshalb gehören die Rehe zu den Säugetieren. Vorerst bleiben sie dort liegen, wo sie geboren wurden. Nach etwa vier Wochen unternehmen sie erste Streifzüge mit der Mutter und beginnen, Pflanzen zu fressen. Im übernächsten Sommer sind sie selbst geschlechtsreif. Sie können dann also selber Junge haben.<eop><eop>"}, {"title": "Relativitätstheorie", "id": 743, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Relativitätstheorie", "text": " Die Relativitätstheorie ist eine Theorie der Physik, die von Albert Einstein entwickelt wurde. Sie machte ihn auf der ganzen Welt berühmt. Die Relativitätstheorie ist sehr schwierig zu verstehen. Sie ist so unglaublich, dass selbst viele große Physiker aus Einsteins Zeit sie zunächst für Unsinn hielten.<eop>Eine der zwei wichtigsten Ideen Einsteins war, dass die Zeit nicht immer gleich schnell vergeht. So kann zum Beispiel eine Sekunde mal länger dauern und mal kürzer. Die zweite Idee war, dass auch Längen nicht immer gleich lang sind. Ein Meter ist demnach mal länger und mal kürzer. Die Zeit und die Längen sind also „relativ“, daher kommt auch der Name der Theorie.<eop>Auf diese „spezielle Relativitätstheorie“ hat Einstein weiter aufgebaut und später noch die „allgemeine Relativitätstheorie“ entwickelt. Diese bringt noch die Schwerkraft ins Spiel und die sogenannte „Krümmung von Raum und Zeit\". Das ist aber noch viel komplizierter.<eop> Ist diese Theorie nur eine Idee oder Wirklichkeit? Einstein behauptete, dass es von der Geschwindigkeit eines Körpers abhängt, wie schnell eine Sekunde vergeht oder wie lang ein Meter ist. Das erscheint uns heute noch fremd, da wir ja täglich etwas Anderes erleben. Aber Einsteins Behauptungen und damit seine Theorie konnten durch Messungen bestätigt werden.<eop>Wie schnell die Zeit vergeht, hängt tatsächlich von der Geschwindigkeit ab, mit der man sich bewegt. Je schneller man sich bewegt, desto langsamer vergeht die Zeit. Das erscheint einem falsch, aber mit zwei extrem genauen Uhren konnte man dies in einem Experiment bestätigen: Eine Uhr reiste mit einem Flugzeug um die Welt und die andere Uhr blieb an Ort und Stelle. Für die reisende Uhr verging die Zeit tatsächlich langsamer, so dass sie im Vergleich zu der ruhenden Uhr nach ihrer Weltumrundung etwas nachging. Das war zwar nur ganz wenig, aber eindeutig nachmessbar.<eop>Auch wie lang beispielsweise ein Stab ist, hängt von der Geschwindigkeit ab, mit der der Stab sich bewegt. Je schneller er sich bewegt, desto kürzer wird er. <eop>Und beides, Zeit und Länge, ändern sich auch, je nachdem, wie weit man von der Erde entfernt ist. Eine Uhr in einem Satelliten, der hoch über der Erde in der Schwerelosigkeit fliegt, geht langsamer als eine Uhr auf der Erde.<eop> Welche Bedeutung hat die berühmte Einsteinformel? In der Relativitätstheorie spielen mathematische Formeln eine große Rolle. Viele dieser Formeln sind sehr kompliziert. Die wohl berühmteste ist aber ganz einfach, sie lautet: :''E'' = ''m'' <b>·</b> ''c'' <sup>2</sup> Das spricht man „''E'' gleich ''m'' mal ''c'' Quadrat“. Was bedeutet diese Formel? Sie sagt aus, dass Energie aus Masse entstehen kann und umgekehrt. Das große „''E''“ steht für Energie, das kleine „''m''“ steht für Masse und das kleine „''c''“ steht für die Lichtgeschwindigkeit. „''c'' <sup>2</sup>“ („''c'' Quadrat“) bedeutet, dass man die Lichtgeschwindigkeit mit sich selbst malnehmen muss. Das ergibt eine unvorstellbar große Zahl. Wenn man sich nun die Formel ansieht, erkennt man, dass aus sehr wenig Masse eine riesige Menge Energie entstehen kann. Denn man muss ja die Zahl für die Masse (z.&nbsp;B. 1 Kilogramm) mit der riesigen Zahl ''c'' <sup>2</sup> multiplizieren, um die Energie auszurechnen.<eop> Macht sich die Relativitätstheorie in unserem Alltag bemerkbar? Auswirkungen der Relativitätstheorie werden erst deutlich bei Geschwindigkeiten, die in die Nähe der Lichtgeschwindigkeit kommen. Im Vergleich zum Licht bewegen wir uns nur sehr langsam. Daher sind die Veränderungen von Länge und Zeit für die Menschen extrem gering, sie können nicht bemerkt werden. Aber bei sehr hohen Geschwindigkeiten und sehr großen Entfernungen wirken sie sich merklich aus.<eop>Das Navigationssystem im Auto könnte eine Anschrift niemals genau finden, wenn man ohne Relativitätstheorie rechnen würde. Die Geschwindigkeiten der Satelliten und ihre Entfernung zur Erde sind sehr groß. Hier gibt es schon deutlich messbare Unterschiede. Ohne Einsteins Theorie könnte man vielleicht eine Stadt mit Hilfe des Navigationssystems finden, aber niemals ein bestimmtes Haus. Wir nutzen also Ergebnisse dieser seltsamen Theorie im täglichen Leben.<eop>Auch die berühmte Einsteinformel hat eine Bedeutung für unser Leben. Zum Beispiel verliert die Sonne ständig einen winzigen Teil ihrer Masse und macht daraus eine riesige Menge Energie: das Licht und die Wärme, die das Leben auf der Erde erst möglich machen. Auch Atomenergie, mit der man in Atomkraftwerken elektrischen Strom erzeugt, beruht auf der Umwandlung von wenig Masse in viel Energie.<eop><eop>"}, {"title": "Religion", "id": 744, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Religion", "text": "Religion ist der Glaube, dass es außerhalb der Natur noch eine Macht gibt. Diese Macht gehört selbst nicht zur Natur. Menschen können sie nicht sehen oder hören, außer wenn diese Macht sich den Menschen offenbart. Viele gläubige Menschen nennen diese Macht Gott.<eop>Es gibt verschiedene Religionen auf der Welt, zum Beispiel das Judentum, das Christentum und den Islam. Diese drei nennt man monotheistisch. Dieses Wort kommt aus dem Griechischen und heißt „an nur einen Gott glaubend“. Andere Religionen, wie der Hinduismus, sind polytheistisch: Die Anhänger glauben an mehrere Götter. <eop>Allerdings: Auch wenn ein Monotheist nur einen Gott hat, so kann es sein, dass er ansonsten noch an Geister, Engel, Zauberei oder Dämonen glaubt. Sein Gott ist für ihn dann das höchste Wesen. Wenn jemand hingegen glaubt, dass es gar keinen Gott gibt, so nennt man ihn Atheist.<eop>Die Gläubigen haben unterschiedliche Ideen davon, was ihr Gott kann. Für manche weiß Gott alles, kann Gott alles, und Gott ist für alles verantwortlich. Außerdem glauben manche, dass Gott immer gut ist. Manche sagen, dass Gott nur das macht, was er für richtig findet. Andere denken, dass man mit Gott so sprechen kann, dass er seine Meinung ändert.<eop>Ob es Gott oder Götter gibt, lässt sich nicht beweisen. Wenn man das Göttliche messen könnte, so wie Radiowellen oder die Kraft eines Magneten, dann wäre es einfach ein Teil der Natur, aber nichts Übernatürliches. Viele Gläubige fühlen, dass ihr Glaube ihnen Mut und Hoffnung gibt, um besser mit ihrem Leben und ihren Sorgen umzugehen. Es gibt allerdings auch Gläubige, die sich mit anderen Menschen streiten, nur weil die eine andere Religion haben. Es hat in der Geschichte schon oft Kriege wegen der Frage gegeben, welcher Gott der richtige ist.<eop> "}, {"title": "Ren", "id": 745, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ren", "text": "Das Ren ist ein Säugetier. Es gehört zur Familie der Hirsche. Als einzige Hirsch-Art wurde das Ren von Menschen gezähmt. Es lebt im hohen Norden von Europa und Asien, dort nennt man es Ren oder Rentier. In der Mehrzahl heißen sie Rener oder Rentiere. Dieselbe Art lebt auch in Kanada und in Alaska. Dort nennt man sie Karibus, das kommt aus einer indianischen Sprache. <eop>Die Größe des Rens hängt vom Lebensgebiet ab. Es kann ungefähr so groß werden wie ein Pony, auch ebenso schwer. Es trägt ein dichtes Fell mit langen Haaren gegen die Kälte. Im Winter ist das Fell etwas heller als im Sommer. Auf einer kanadischen Insel lebt das Peary-Karibu, das ist fast weiß und somit im Schnee sehr schlecht zu erkennen.<eop>Rentiere tragen ein Geweih wie alle Hirsche, aber mit einigen Besonderheiten: Die beiden Teile sind nicht spiegelverkehrt, also symmetrisch, sondern ganz verschieden. Als einzige Hirschart trägt auch das Weibchen ein Geweih, allerdings ist es kleiner als bei den Männchen. Die Weibchen verlieren ihr Geweih im Frühling, die Männchen im Herbst. Beide verlieren aber immer nur eine Geweihhälfte aufs Mal, so dass immer ein halbes Geweih übrigbleibt. Dass die Rentiere mit dem Geweih den Schnee beiseite schaufeln, ist nicht wahr.<eop>Wie leben Rentiere? Rentiere leben in Herden. Herden können riesig sein: bis zu 100.000 Tiere, in Alaska gibt es sogar eine Herde mit einer halben Million Tieren. In diesen Herden wandern die Rentiere im Herbst in den wärmeren Süden und im Frühling zurück in den Norden, immer auf der Suche nach Nahrung, also nach Gras und Moos. Am Ziel lösen sie sich in kleinere Gruppen auf. Dann sind nur noch 10 bis 100 Tiere zusammen.<eop>Im Herbst versuchen die Männchen, eine Gruppe von Weibchen um sich zu scharen. Das Männchen paart sich möglichst mit allen Weibchen. Das Weibchen trägt sein Jungtier fast acht Monate lang im Bauch. Es ist immer nur ein einzelnes. Im Mai oder Juni kommt es zur Geburt. Nach einer Stunde kann es bereits laufen, der Mutter folgen und bei ihr Milch trinken. Nur wenn gerade sehr nasses und kaltes Wetter herrscht, sterben viele Jungtiere. Nach etwa zwei Jahren kann ein Jungtier selber Junge kriegen. Rentiere werden 12 bis 15 Jahre alt. <eop>Feinde der Rentiere sind Wölfe, Luchse, Bären und der Vielfraß, ein besonderer Marder. Die gesunden Rentiere können diesen Räubern aber meistens davonlaufen. Schlimm sind hingegen bestimmte Parasiten, vor allem arktische Stechmücken.<eop>Wie nutzt der Mensch die Rentiere? Menschen jagen wilde Rentiere schon seit der Steinzeit. Das Fleisch ist bekömmlich. Aus dem Fell kann man Kleider oder Zelte nähen. Aus dem Geweih und den Knochen lassen sich Werkzeuge herstellen.<eop>Die Menschen jagen aber nicht nur wilde Rentiere, sie halten sich Rentiere auch aus Haustiere. Dazu wurden die wilden Tiere nur leicht gezüchtet. Zahme Rentiere eignen sich gut um Lasten zu tragen oder mit dem Schlitten zu ziehen. In vielen Geschichten hat der Weihnachtsmann ein Ren vor seinen Schlitten gespannt.<eop>Die heutigen Rentierherden können frei umherwandern, die Menschen folgen ihnen einfach. Sie treiben sie dann zusammen, markieren die Jungtiere und nehmen einzelne Tiere zum Schlachten oder zum Verkaufen mit. Wer sich ein Rentier in der Nähe hält, kann dessen Milch trinken oder zu Käse verarbeiten. Rentiermilch ist viel nahrhafter als die Milch unserer Kühe. <eop><eop>"}, {"title": "Renaissance", "id": 746, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Renaissance", "text": "Die Renaissance ist ein Abschnitt in der Geschichte. Damit meint man die Kultur vor allem im 15. und 16. Jahrhundert. Das war der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Der Name ist französisch, deshalb spricht man ihn so aus: Rönnessangs.<eop>Renaissance bedeutet „Wiedergeburt“. Dieser Ausdruck stammt erst aus dem 19. Jahrhundert. Man meinte damit, dass die Menschen in Europa in dieser Zeit das Altertum wiederentdeckten. Schon im Mittelalter interessierten sich die Menschen in Europa für das Altertum, und zwar vor allem für die Antike. Das war die Zeit der alten Griechen und Römer. Doch in der Renaissance wurden die Bücher aus der Antike besonders gern gelesen. Jetzt sollte der Mensch wieder im Mittelpunkt stehen und nicht so sehr der Glaube an Gott.<eop>Die Renaissance begann in Italien schon im späten Mittelalter. Vor allem in Rom, Venedig und der Toskana. Nördlich der Alpen, also zum Beispiel in Deutschland, war man ein wenig später soweit. In der Kunst sah jetzt vieles lebensechter aus als vorher. Neue Gebäude sollten an das alte Rom und Griechenland erinnern. Schriftsteller, die Humanisten, wollten so elegant auf Latein und Griechisch schreiben wie ihre Vorbilder aus der Antike.<eop><eop>"}, {"title": "Reptilien", "id": 747, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Reptilien", "text": "Reptilien oder Kriechtiere nennt man eine Klasse von Tieren, die zumeist auf dem Land leben. Zu ihnen gehören die Echsen, Krokodile, Schlangen und Schildkröten. Nur Meeres-Schildkröten und See-Schlangen leben im Meer.<eop>Früher hat man die Reptilien als eine von fünf großen Gruppen von Tieren angesehen, die eine Wirbelsäule im Rücken haben. Diese Ansicht ist jedoch teilweise überholt. Heute nennen Wissenschaftler nur noch Tiere mit ungefähr den folgenden Ähnlichkeiten so: <eop>Reptilien haben eine trockene Haut ohne Schleim. Das unterscheidet sie von den Amphibien. Sie haben auch keine Federn oder Haare, das unterscheidet sie von Vögeln und Säugetieren. Außerdem atmen sie mit einer Lunge, sind also keine Fische. <eop>Die meisten Reptilien haben einen Schwanz und vier Beine. Ihre Haut ist mit harten Hornschuppen geschützt, die manchmal sogar einen richtigen Panzer bilden. Weil diese Schuppen aber nicht mitwachsen, müssen Reptilien sich von Zeit zu Zeit häuten. Das heißt: Sie stoßen ihre alte Haut ab. <eop>Die meisten Reptilien vermehren sich, indem sie Eier legen. Nur die Eier der Krokodile und vieler Schildkröten haben eine harte Schale aus Kalk wie die Vogeleier. Die übrigen Reptilien legen Eier mit weichen Schalen. Oft erinnern diese an eine starke Haut oder an Pergament.<eop>Reptilien haben keine bestimmte Körpertemperatur. Sie passen sich der Umgebung an. Man nennt das „wechselwarm“. Eine Schlange beispielsweise hat also nach einem ausgiebigen Sonnenbad die höhere Körpertemperatur als nach einer kalten Nacht.<eop>"}, {"title": "Republik", "id": 748, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Republik", "text": "Republik ist eine besondere Form von Staat. Das Staatsoberhaupt wird gewählt und hat meistens einen Titel wie „Präsident“, das heißt Vorsitzender. Wählen darf ihn das Volk oder seine Vertreter, das Parlament. Die meisten europäischen Staaten sind Republiken.<eop>Mehrere Länder Europas haben einen König oder eine andere Art von Fürst als Staatsoberhaupt. Diese Staatsform ist eine Monarchie. Die meisten Monarchen müssen jedoch die Macht auch mit einem Parlament oder mit einer Regierung teilen. In Europa sind dies die Länder Belgien, England, Dänemark, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, Niederlande, Norwegen, Schweden und Spanien.<eop>Die Staatsform beantwortet also die Frage:n „Wer hat im Staat etwas zu sagen? Kann das Volk wählen? Gibt es ein Gericht, eine Regierung und ein Parlament?“ Falls ja, ist es eine Republik. „Oder gibt es auch einen Fürsten oder einen König?“ Dann ist es eine Monarchie.<eop>Die Regierungsform beantwortet die Frage: „Wie viel haben Volk, Gericht, Regierung, Parlament und vielleicht sogar der König zu bestimmen?“ Das kann sehr verschieden sein. Wenn das Volk viel bestimmen kann, ist die Regierungsform eine Demokratie. Jeder Staat hat also eine Staatsform und eine Regierungsform. <eop>Die Schweiz als Staat gibt es in der heutigen Form seit 1848. Ihre Staatsform ist seither die Republik, was damals noch sehr selten in der Welt war. Deutschland und Österreich sind seit 1918 oder 1919 Republiken: Damals sind die Kaiser weggegangen. Deutschland nennt sich „Bundesrepublik Deutschland“ und Österreich „Republik Österreich“. Die Regierungsform ist bei allen dreien demokratisch.<eop>"}, {"title": "Respekt", "id": 749, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Respekt", "text": " Respekt ist das Aufschauen zu einer Person. Diese muss nicht unbedingt größer sein als man selbst. Das heißt, Respekt gibt es nicht nur gegenüber Erwachsenen. Auch Kinder verdienen Respekt. Respekt hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit Achtung. Das Gegenteil von Respekt ist Missachtung oder Respektlosigkeit.<eop>Respekt kann man im Gespräch mit anderen Menschen zeigen. Zum Beispiel wenn man vom anderen ganz viel wissen will. Wenn man sich für dessen Erklärungen interessiert oder seine Erfahrung. Dann zeigt man Respekt. Man kann nicht nur Menschen respektieren, sondern auch bestimmte Leistungen. <eop>Wenn man beispielsweise am Strand eine schöne Sandburg sieht, zeigt man Respekt vor der Mühe des Erbauers, wenn man sie nicht zerstört. Oder wenn man zu einem Theaterstück oder Sportwettkampf Beifall klatscht, zeigt man, dass man die Leistung respektiert. Auch besondere Gebräuche kann man respektieren. Wenn man eine Kirche betritt, so verhält man sich aus Respekt vor den gläubigen Menschen leise. Das macht man auch, wenn man selbst einen anderen oder keinen Glauben hat.<eop>Viele Schulen haben das Thema Respekt in ihre Hausordnung aufgenommen. Früher wurden die Kinder eher dazu erzogen, sich gut in eine Gemeinschaft einzufügen. Heute sollen sie auch an ihre eigenen Rechte denken. Das kann zu respektlosem Verhalten führen, das einen Schulbetrieb durcheinander bringt. Die Schulen fragen sich, wie man da ein Gleichgewicht hinbekommt.<eop> Kann man nur Menschen respektieren? Nicht nur Menschen können respektiert werden, sondern alles Leben auf unserer Erde. Bei Respekt gegenüber Tieren und Pflanzen ist das aber ein wenig anders.<eop>Den Tieren in der Natur sollte man zurückhaltend begegnen. Man kann genau beobachten, wie sie sich in ihrem Lebensraum bewegen, ernähren und verhalten. Dabei sollte man sie nicht stören. Daraus kann man ganz viel lernen. Ihr Leben ist besonders schwer, da sie zu jeder Jahreszeit ihr Leben und Überleben organisieren müssen. Das erzeugt beim Betrachter Respekt.<eop>Auch Pflanzen zerstört man nicht mutwillig. Zum Beispiel giftige Pilze haben ihren wichtigen Platz in der Natur und man muss sie nicht kaputt treten. Seltene Blumen können wir in der Natur genießen und müssen sie nicht pflücken. So können auch die Insekten sie als Nahrung nutzen und für die Verbreitung der Pollen sorgen. Wer so achtsam mit der Natur umgeht, verdient sich damit den Respekt anderer.<eop> "}, {"title": "Revolution", "id": 750, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Revolution", "text": "Eine Revolution ist eine große Veränderung. Das Wort kommt aus dem Latein und heißt so viel wie „Umdrehung“. Schon am Ende des Mittelalters hat man es verwendet: Man meinte in der Astronomie die Umdrehungen der Planeten um die Sonne.<eop>Später verwendete man Revolution für eine Veränderung in der Politik. Ein Herrscher wurde ausgewechselt, oder überhaupt kamen neue Leute an die Macht. Ein Land bekam dann viele neue Gesetze, oder man hatte andere Ideen, wie das Land regiert werden soll.<eop>Der Ausdruck Revolution wurde vor allem bekannt durch die Französische Revolution. Sie begann im Jahr 1789 und machte das Land moderner. Allerdings führte sie auch zu viel Gewalt und Kriegen. In den über 100 Jahren danach träumten viele Menschen von einer neuen Revolution, und genauso viele befürchteten sie. Es gab einige kleinere Revolutionen.<eop>Auch die Kommunisten wollten eine Revolution. Ihr großer Erfolg war die Oktoberrevolution von 1917, die aus Russland die Sowjetunion machte. Auch durch diese Revolution kamen viele Menschen um, obwohl angeblich alle Menschen gleiche Rechte bekommen sollten. Die russischen Revolutionäre wollten, dass auch andere Länder eine solche Revolution hatten, aber die meisten konnten sich dagegen wehren.<eop>Man verwendet das Wort oft auch außerhalb der Politik. Als im 19. Jahrhundert in Europa immer mehr Fabriken entstanden, war das die industrielle Revolution. Heute hört man sogar in der Werbung manchmal das Wort „Revolution“, wenn etwas angeblich Neues angeboten wird.<eop>"}, {"title": "Rhein", "id": 751, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rhein", "text": "Der Rhein ist einer der wichtigsten und längsten Flüsse in Europa. Er beginnt in der Schweiz. In den Niederlanden mündet der Rhein in die Nordsee. Dazwischen ist er über 1200 Kilometer lang.<eop>Schon ab der schweizerischen Stadt Basel ist der Rhein eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas. Mit anderen Flüssen und Kanälen bildet er ein Netz von Verkehrswegen. So können Schiffe große Teile Europas erreichen.<eop>Auf seinem Weg zur Nordsee durchquert der Rhein mit vielen Windungen eine Vielzahl von Mittelgebirgen. Seinen Anfang nimmt er in den Schweizer Alpen, wo er sich aus zwei Quellflüssen bildet, dem Vorderrhein und dem Hinterrhein. Dort hat er die Eigenschaften eines Gebirgsbaches, der steil an den Hängen abwärts fließt und rasch breiter wird. <eop> Welche weiteren Namen hat der Rhein? Der Zusammenfluss der beiden Quellflüsse liegt 1500 Meter unterhalb seiner Quellen. Ab hier heißt der Rhein Hochrhein. Bis er den Bodensee erreicht, sind es noch 100 Kilometer, aber nur 200 Meter Höhenunterschied. <eop>Der Rhein streift das Fürstentum Liechtenstein und Österreich. Der Bodensee ist der größte See Süddeutschlands und grenzt im Süden an die Schweiz und an Österreich. Mit seinem Abfluss vom Bodensee wird der Rhein jetzt Oberrhein genannt. Ein markantes Naturdenkmal dort ist der Rheinfall von Schaffhausen.<eop>Ab Basel ist der Rhein mit dem Rheinseitenkanal kanalisiert, das heißt, so ausgebaut wie ein Kanal. Die Schiffe können deshalb sicher fahren, auch im Sommer, wenn vielleicht nur wenig Wasser den Rhein hinabfließt. Linksrheinisch, flussabwärts gesehen, ist jetzt Frankreich. Es ist der Landesteil, der Elsass genannt wird. Auf Französisch heißt der Rhein „Rhin“.<eop> Durch welche Landschaften fließt der Oberrhein? Der Oberrhein hat einige Schleusen: Damit sorgt man dafür, dass das Wasser nicht zu hoch und nicht zu niedrig steht. Trotzdem passiert es immer wieder, dass der Rhein Hochwasser führt, vor allem am Ende des Winters, wenn in den Bergen der Schnee schmilzt. Diese Hochwasser machen den Leuten das Leben schwer und richten viel Schaden an.<eop>Auf beiden Seiten des Rheins werden an den Berghängen viele Weinreben angebaut. Das Wasser kühlt im Sommer nachts nicht so schnell ab und verbreitet in der Umgebung wärmere Luft, die die Reben für ihr Wachstum benötigen. Die Rheinebene in diesem Gebiet ist recht flach. Man sieht hier viel Industrie angesiedelt. Kraftwerke brauchen Wasser aus dem Rhein, um gekühlt zu werden. In der Höhe von Mannheim und Ludwigshafen, wo der Neckar von rechts kommend mündet, gibt es noch mehr Industrie und viele Häfen.<eop>Bis Mainz geht es in großen Schlangenlinien weiter nördlich. Die Wiesen werden hier überwiegen als Weiden benutzt. Gegenüber von Mainz kommt von rechts ein weiterer wichtiger Nebenfluss: der Main. Ab Bingen wird das Flussbett durch eine Mittelgebirgskette von beiden Seiten eingezwängt. An steilen Hängen wächst überwiegend Wein. <eop> Wie sieht es am Mittelrhein und Niederhein aus? Viele Burgen und Burgruinen zeigen, dass der Rhein auch schon früher ein wichtiger Verkehrsweg war. Von den Burgen aus beherrschte man den Rhein: Die Besitzer der Burgen nahmen Gebühren von den Schiffen und bekämpfte Räuber und andere Feinde. <eop>Dieser Abschnitt, der Mittelrhein, ist sehr malerisch. Er wurde als Weltkulturerbe unter besonderen Schutz gestellt, um dieses Landschaftsbild zu erhalten. Dort findet man auch den Bergfelsen Loreley, über den es viele Sagen gibt. <eop>Ab Bonn, einer alten Hauptstadt von Deutschland, weitet sich das Tal wieder. Hier beginnt die Kölner Bucht und damit der Niederrhein. Köln ist die größte Stadt, die am Rhein liegt. Der Rhein beginnt, immer stärker zu mäandrieren, also weite Flussbiegungen zu machen. Der Höhenunterschied ist nämlich nur noch ganz gering. Nördlich von Köln und Düsseldorf liegt Duisburg. Diese Stadt gehört schon zum Ruhrgebiet und hat einen besonders großen Hafen.<eop>Wenn der Rhein die Gemeinde Tolkamer erreicht, liegt er schon in den Niederlanden. Kurz hinter der Grenze verzweigt der Rhein in mehrere Äste, dem Rheindelta. So ein Delta entsteht, weil ein Fluss so sehr mäandriert, dass sich die Flussbiegungen gegenseitig berühren und damit neue Flussrichtungen nutzen können. Der wichtigste und größte dieser Äste ist der Waal. Die Maas kommt hinzu, kurz bevor der Rhein in die Nordsee mündet. Dort liegt auch die Stadt Rotterdam mit ihrem Hafen, einem der größten der Welt.<eop> Wie sah der Rhein früher aus? Heute ist der Rhein meist ein breiter Strom. Er verläuft mehr oder weniger gerade. Dadurch fließt das Wasser recht schnell. Schiffe kommen gut voran.<eop>Vor über 200 Jahren war das noch anders. Es gab viel mehr Schleifen, die Mäander. Der Rhein machte immer wieder eine Kurve. Außerdem kam es oft zu Überschwemmungen. Das war nicht nur schlecht für die Städte am Strom, die überflutet wurden: So entstanden Sümpfe, in denen sich Insekten gut vermehren konnten. Sie übertrugen Krankheiten, an denen Menschen gestorben sind.<eop>Übrigens änderte der Rhein sein Flussbett, er verlief also nicht immer an der gleichen Stelle. Es gab Abzweigungen und Rheinarme, die wieder zurückflossen in den Hauptstrom. Einige Städte haben das Wort „Rhein” im Namen, obwohl sie längst nicht mehr am Fluss liegen.<eop>Vor allem in den Jahren nach 1800 haben die Menschen den Rhein verändert. Der Rhein sollte gerader und kürzer werden. Das erreichte man mit Durchstichen: Man baute kleine Kanäle durch die Schleifen. Das fließende Wasser sorgte dafür, dass die kleinen Kanäle breiter wurden. Heute verläuft dort der Rhein. Die Schleifen sind ausgetrocknet oder wurden zu Seen. Man spricht dann vom „Altrhein“.<eop>"}, {"title": "Rheinland-Pfalz", "id": 752, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rheinland-Pfalz", "text": "Rheinland-Pfalz ist ein Bundesland im Südwesten von Deutschland. Hier wohnen etwa 4 Millionen Menschen, also nur wenig mehr als in Berlin. Die Hauptstadt des Bundeslandes ist Mainz, weitere größere Städte sind Ludwigshafen, Koblenz, Worms und Trier. <eop>Wie die meisten „Bindestrich-Länder“ ist auch Rheinland-Pfalz erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, vorher war das Gebiet auf viele kleinere und größere Fürstentümer und Königreiche aufgeteilt. Das Rheinland gehörte zum Beispiel lange Zeit zu Preußen, die Pfalz dagegen zu Bayern. Aber auch die Bischöfe in Mainz und Trier herrschten früher über große Gebiete. Wegen ihrer Nähe zu Frankreich war die Region in früheren Jahrhunderten Schauplatz vieler Kriege.<eop>Der Name sagt es schon: Das Land liegt am Rhein, der es einmal von Süden nach Norden durchquert. Abseits der Talebene ist die Landschaft hauptsächlich von Mittelgebirgen geprägt, wie der Eifel, dem Westerwald, dem Hunsrück oder dem Pfälzerwald. Fast die Hälfte der Landesfläche ist von Wald bedeckt, damit gehört Rheinland-Pfalz zu den waldreichsten Gegenden von Deutschland. Das Bundesland hat zudem besonders viele Burgen und Festungen, die heute viele Touristen aus aller Welt anziehen. <eop>Bekannt ist Rheinland-Pfalz außerdem für seinen Wein, der vor allem entlang der Flüsse Rhein und Mosel angebaut wird. In Koblenz mündet die Mosel am Deutschen Eck in den Rhein. In der Rheinebene gibt es viel Industrie, darunter das Chemie-Unternehmen BASF in Ludwigshafen. Bis vor wenigen Jahren wohnten in Rheinland-Pfalz auch viele Soldaten: Nicht nur die deutsche Bundeswehr, sondern auch die Armee der USA hatte hier viele Stützpunkte. <eop> "}, {"title": "Rinde", "id": 753, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rinde", "text": "Die Rinde ist eine Art Hülle bei vielen Pflanzen, vor allem von Bäumen und Sträuchern. Sie liegt außen um den Stamm herum. Auch die Äste tragen eine Rinde, nicht aber die Wurzeln und die Blätter. Die Rinde der Pflanzen ist zum Teil ähnlich wie die Haut bei den Menschen.<eop>Die Rinde besteht aus drei Schichten. Die innerste Schicht heißt Kambium. Sie trägt dazu bei, dass der Baum dicker werden kann. Dadurch wird er tragfähiger und kann weiter in die Höhe wachsen.<eop>Die mittlere Schicht ist der Bast. Er leitet Wasser mit Nährstoffen von der Krone in die Wurzeln. Der Bast ist weich und immer feucht. Die Bahnen von den Wurzeln zur Krone liegen jedoch unter der Rinde, nämlich in den äußeren Schichten des Stamms.<eop>Die äußerste Schicht ist die Borke. Sie besteht aus abgestorbenen Teilen des Basts und aus Kork. Die Borke schützt den Baum gegen Sonne, Hitze und Kälte sowie gegen Wind und Regen. In der Umgangssprache spricht man oft von der Rinde, meint aber nur die Borke.<eop>Wird die Rinde zu stark zerstört, dann stirbt der Baum ab. Dazu tragen oft auch Tiere bei, vor allem Rehe und Rothirsche. Sie fressen nicht nur die Triebspitzen ab, sondern knabbern auch gerne an der Rinde. Auch Menschen verletzen manchmal Baumrinden. Zum Teil geschieht dies unabsichtlich, zum Beispiel wenn der Führer einer Baumaschine in der Nähe von Bäumen zu wenig aufpasst.<eop>Wie nutzt der Mensch Rinde? Wer herausfinden will, um welche Art von Baum es sich handelt, kann an der Rinde viel erkennen. Laubbäume haben meist eine glattere Rinde als Nadelbäume. Farbe und Struktur, also ob die Rinde eher glatt ist, gerippt oder zerklüftet, geben weitere Hinweise.<eop>In Asien wachsen verschiedene Zimtbäume. Man schält die Rinde ab und mahlt sie zu Pulver. Das brauchen wir gerne als Gewürz. Vor allem in der Weihnachtszeit ist Zimt sehr beliebt. Anstelle von Pulver kann man auch Stängel aus eingerollter Rinde kaufen und damit zum Beispiel dem Tee einen besonderen Geschmack verleihen. <eop>Aus der Rinde der Korkeiche und des Amur-Korkbaums lassen sich zum Beispiel Zapfen für Flaschen herstellen. Die Rinde wird alle sieben Jahre in großen Stücken abgelöst. Daraus schneidet man in einer Fabrik Zapfen und andere Dinge. <eop>Kork, aber auch andere Rinden kann man trocknen, in kleine Stücke zerhacken und als Dämmstoff für Häuser verwenden. Das Haus verliert dadurch weniger Wärme, lässt aber immer noch die Feuchtigkeit durch die Wände.<eop>Schon vor vielen hundert Jahren merkten die Menschen, dass es in der Rinde vieler Bäume Säuren gibt. Die brauchte man zum Beispiel, um aus Tierhäuten Leder zu machen. Man nennt das Gerben. Die Fabrik dafür ist eine Gerberei.<eop>Rindenstücke braucht man auch als Brennmaterial für Holzöfen. Im Garten decken sie Wege ab und verschönern diese. Es wachsen dann weniger unerwünschte Kräuter und die Schuhe bleiben sauber, wenn man durch den Garten geht. Auch auf Laufstrecken ist eine Abdeckung aus Rindenstücken beliebt. Der Boden ist dadurch angenehm weich und an den Schuhen bleibt keine Erde kleben.<eop><eop>"}, {"title": "Rinder", "id": 754, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rinder", "text": "Rinder sind eine Gattung von Säugetieren. Männchen und Weibchen tragen glatte Hörner. Alle Rinder sind Vegetarier und Wiederkäuer. Sie ernähren sich meistens von Gras. Sie legen sich dann nieder, würgen das Gras aus dem Vormagen ins Maul hinauf und kauen es nochmals. Dann schlucken sie es in den richtigen Magen hinunter. Am bekanntesten ist unser Hausrind.<eop>Rinder können in der Größe sehr verschieden sein: Vom Kopf bis zum Hinterteil messen die einen weniger als zwei Meter, die anderen über drei Meter. Dazu kommt noch ein Schwanz, der etwa einen Meter lang ist. An den Schultern sind sie 70 Zentimeter bis zwei Meter hoch. Das ist also mehr als ein Mann. Auch im Gewicht sind sie sehr verschieden: Sie wiegen 150 bis 1000 Kilogramm. Ein Rind kann also so schwer werden wie ein kleines Auto. Die Weibchen sind jeweils etwas kleiner als die Männchen. Die Hörner der Weibchen sind etwas kürzer und dünner als bei den Männchen.<eop>Ursprünglich lebten die Rinder in Europa, Nordamerika, Asien und in Afrika. Zu den Rindern gehören alle Büffel und damit auch der Amerikanische Bison und der Yak. Auf unseren Bauernhöfen sehen wir vor allem das Hausrind, von dem unsere Milch kommt. Das Hausrind wurde aus dem Auerochsen gezüchtet, der ebenfalls ein Rind war. Heute ist er jedoch ausgestorben. Auch andere Rinder wurden zu Haustieren gemacht. Rinder als Haustiere gibt es deshalb heute auch in Südamerika, Australien und Ozeanien.<eop>Die Ziegen gehören nicht zu den Rindern. Sie bilden eine eigene Gattung, ebenso die Schafe. Rinder, Ziegen und Schafe gehören zur Familie der Hornträger, zusammen mit vielen Antilopen.<eop><eop>"}, {"title": "Ringelnatter", "id": 755, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ringelnatter", "text": "Eine Ringelnatter ist eine Schlangen-Art, die meist in der Nähe von Gewässern lebt. Ringelnattern fressen nämlich hauptsächlich Amphibien. Dazu gehören vor allem Frösche, Kröten und ähnliche Tiere. Für Menschen ist die Ringelnatter ungefährlich. Sie hat keine Giftzähne. <eop>Ringelnattern leben in ganz Europa außer in den nördlichsten Gebieten. Auch in einem Teil von Asien gibt es Ringelnattern. Die Männchen sind meistens um 75 Zentimeter lang, die Weibchen erreichen etwa einen Meter. Am Hinterkopf der Schlangen kann man zwei halbmondförmige Flecken sehen, die gelb bis orange sind. <eop>Wie leben Ringelnattern? Ringelnattern erwachen etwa im April aus dem Winterschlaf. Sie liegen dann zuerst mal lange an der Sonne, denn sie können ihren Körper nicht selber aufwärmen. Während dieser Zeit häuten sie sich, sie streifen also ihre Haut ab. Am Tag jagen sie: Nebst Amphibien mögen sie auch Fische, Vögel, Eidechsen und kleine Säugetiere.<eop>Im Frühling wollen sich die Ringelnattern vermehren. Manchmal streiten sich viele Männchen um ein Weibchen. Nach der Paarung legt das Weibchen seine 10 bis 30 Eier ab. Es sucht sich dazu einen warmen Ort, beispielsweise einen Mist-, Kompost- oder Schilfhaufen. Die Mutter überlässt die Eier sich selber. Je nach Wärme schlüpfen die Jungtiere nach vier bis zehn Wochen. Sie sind dann auf sich selber angewiesen.<eop>Ringelnattern sind sehr scheu und versuchen zu fliehen, wenn sie sich gestört fühlen. Sie können sich auch aufrichten und sich aufblähen, um Eindruck zu machen. Dabei zischen sie mit dem Mund oder stoßen ruckartig mit dem Kopf zu. Sie beißen aber sehr selten, und die Bisse sind ungefährlich. Sie können auch eine Flüssigkeit ausstoßen, die sehr übel riecht. Wenn man sie festhält, versuchen sie sich herauszuwinden. Wenn alles nichts nützt, stellen sie sich tot.<eop>Etwa im September oder Oktober suchen sie sich ein Quartier für den Winterschlaf. Das kann der Bau eines kleinen Säugetiers sein, eine Felsspalte oder ein Komposthaufen. Der Ort sollte möglichst trocken und nicht allzu kalt sein, damit die Ringelnatter den Winter übersteht.<eop>Sind Ringelnattern gefährdet? Ringelnattern haben natürliche Feinde: Wildkatzen, Ratten, Dachse, Füchse, Marder und Igel, Störche, Reiher und Greifvögel oder Fische wie Hechte oder Barsche fressen gerne Ringelnattern, vor allem die Jungtiere. Diese Feinde sind aber nicht die große Gefahr, denn dadurch halten sich die verschiedenen Tierarten im Gleichgewicht.<eop>Schlimmer ist das Verschwinden der natürlichen Lebensräume der Ringelnattern: Sie finden immer weniger Orte, an denen sie leben können. Menschen legen Sümpfe trocken oder verbauen Bäche so, dass die Ringelnattern oder ihre Futtertiere nicht mehr leben können. Außerdem töten manchmal Menschen eine Ringelnatter aus Angst. <eop>Deshalb sind die Ringelnattern in unseren Ländern durch verschiedene Gesetze geschützt: Man darf sie weder belästigen noch fangen oder töten. Nur nützt das wenig, wenn Lebensräume vernichtet werden. In vielen Gebieten sind sie deshalb ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.<eop><eop>"}, {"title": "Ritter", "id": 756, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ritter", "text": "Das Wort Ritter heißt eigentlich so viel wie Reiter. Gemeint ist ein Kämpfer auf einem Pferd im Mittelalter. Der Kämpfer und oft auch das Pferd war in einer Rüstung aus Eisen, die ihn schützte. Auch die Waffen des Ritters waren normalerweise aus Eisen. Begleitet wurde ein Ritter von Helfern, die mal „Knecht“, mal „Knappe“ genannt wurden.<eop>Nicht jeder durfte sich Ritter nennen. Wer zur Gruppe der Ritter gehören wollte, dem Ritterstand, musste reich sein. Pferde, Ausrüstung, Waffen und Helfer waren sehr teuer. Dann konnte der Herrscher jemanden „zum Ritter schlagen“, zum Ritter machen. Viele Kämpfer haben darauf verzichtet, obwohl sie mehr oder weniger genauso wie Ritter gekämpft haben.<eop>Ritter haben nicht ständig gekämpft. Normalerweise hatten sie ein größeres Stück Land, wo sie sich um die Verwaltung kümmerten, damit alles mit rechten Dingen lief. Manchmal gab es Turniere, Wettkämpfe, bei denen Ritter ausprobiert haben, wer der Stärkste oder Geschickteste war. Einige Ritter sind auch als Dichter bekannt geworden. Am Ende des Mittelalters brauchte man gepanzerte Kämpfer zu Pferd nicht mehr: Sie wurden zu oft durch Pfeile erschossen.<eop> Was ist Ritterlichkeit? Schon im hohen Mittelalter, etwa um das Jahr 1200, lobte man die Ritterlichkeit. Wer sich ritterlich verhalten wollte, musste vor allem „staete“ zeigen: Er musste beständig, verlässlich sein. Wichtig war auch „mâze“, was wir heute noch in Ausdrücken wie „gemäßigt“, „mit Augenmaß“ oder „maßvoll“ kennen. Ein Ritter musste auch „hövisch“ sein, woraus unser Wort „höflich“ wurde. Er hatte also zu wissen, wie man sich am Hof des Herrschers richtig benimmt. <eop>Rittersein hatte aber vor allem mit dem Krieg zu tun: Der Ritter war der Soldat seines Herrschers. Als Ritter sollte man treu sein und den Herrscher nicht im Stich lassen. Er musste tapfer sein, also nicht vor dem Feind davonlaufen.<eop>Allerdings waren Ritter oft gar nicht ritterlich. Sie konnten nicht nur gut kämpfen, sondern auch rauben. Weil sie sich sonst das Rittersein nicht mehr leisten konnten, haben sie zum Beispiel Wanderer auf dem Weg überfallen. Oder ganze Ritterfamilien hatten Streit miteinander, eine „Fehde“. Dann wurde das ganze Land des Gegners ausgeraubt.<eop> Waren auch Frauen Ritter? Im Mittelalter und lange danach fand man es normal, dass nur Männer kämpfen. Erst recht wurden Frauen keine Ritter. Aber es gab Ritterorden, also Vereine von Rittern. In einer Gegend, die heute zu Spanien gehört, gab es einen Ritterorden nur für Frauen. Der Herrscher hatte ihn gegründet, um Frauen zu loben, die ihre Stadt gegen Angreifer mutig verteidigt hatten. So ein Ritterorden war aber besonders selten.<eop>Ritterlichkeit bedeutete, Frauen zu schützen und zu verehren. In Frankreich hatte man Troubadoure, die in ihren Liedern beschrieben, wie wichtig und wertvoll sie eine Frau fanden. In Deutschland kam es zum Minnesang. In ihren sehr kunstvollen Liedern sangen Ritter und andere Adelige über die „hohe minne“, die hohe Liebe. Wie beim Turnier ging es dabei darum, das besser als andere Ritter zu können.<eop> Warum gab es Ritter, und bis wann? Am Anfang des Mittelalters gab es viele Krieger, die Land in Europa erobern oder ausrauben wollten. Beispiele waren die Araber in Spanien oder die Ungarn in der Mitte Europas. Deren Kämpfer zu Pferde waren stärker und schneller als die Krieger aus Europa, die oft nur zu Fuß unterwegs waren.<eop>Ein Herrscher wie Karl Martell, aus dem Fränkischen Reich, bildete eine eigene Gruppe von kämpfenden Reitern. Daraus wurden später die Ritter. Eigentlich war das keine ganz neue Idee: Schon bei den alten Römern gab es Ritter, die „equites“. Auch die römischen Ritter durften im Staat schon mehr entscheiden als andere.<eop>Ritter waren aber immer nur wenige Kämpfer - die meisten Krieger waren immer noch Soldaten zu Fuß. Wichtig waren die Ritter für den Angriff. Allerdings: Am Ende des Mittelalters wurden der Langbogen und die Armbrust erfunden. Damit konnte man Pfeile viel kräftiger und weiter abschießen als vorher. Die Pfeile gingen sogar durch Ritterrüstungen. Die Rüstungen mussten deshalb immer dicker werden. In den schweren Rüstungen konnten die Ritter sich kaum noch richtig bewegen. Auf ein Pferd steigen ging nur noch mit Helfer.<eop>In der Neuzeit gab es keine richtigen Ritter mehr, aber immer noch Kämpfer auf Pferden. Die nannte man die Kavallerie, das Wort kommt von dem italienischen Wort für Pferd. Manchmal schlug der Herrscher immer noch Männer zum Ritter, aber nur als Auszeichnung, um sie für etwas zu belohnen. Schon längst war Rittersein erblich, auch die Söhne durften sich Ritter nennen. Noch heute gibt es Menschen mit dem Titel Ritter. <eop>"}, {"title": "Robben", "id": 757, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Robben", "text": "Robben sind Säugetiere. Sie sind eine Gruppe von Raubtieren, die im und am Meer leben. Selten bewohnen sie auch Seen. Die Vorfahren der Robben waren Landtiere, die sich an das Wasser angepasst haben. Anders als Wale kommen sie aber auch ans Land.<eop>Bekannte große Robben sind Seebären und Walrosse. Die Kegelrobbe lebt an Nordsee und Ostsee und ist das größte Raubtier in Deutschland. See-Elefanten werden bis zu sechs Meter lang. Damit sind sie viel größer als Raubtiere an Land. Die Seehunde gehören zu den kleineren Robbenarten. Sie werden etwa eineinhalb Meter lang.<eop>Wie leben Robben? Robben müssen sowohl unter Wasser als auch an Land einigermaßen gut hören und sehen können. Die Augen sehen selbst in der Tiefe noch ziemlich viel. Trotzdem können sie dort nur wenig Farben unterscheiden. An Land hören sie nicht besonders gut, dafür umso besser unter Wasser.<eop>Meistens fressen Robben Fisch, deshalb können sie gut tauchen. See-Elefanten können bis zu zwei Stunden lang tauchen und bis zu 1500 Meter tief – viel länger und tiefer als die meisten anderen Robben. Seeleoparden fressen auch Pinguine, während andere Arten Tintenfisch oder Krill fressen, das sind kleine Krebstierchen im Meer. <eop>Die meisten Robbenweibchen tragen einmal im Jahr ein einziges Jungtier im Bauch. Die Schwangerschaft dauert je nach Robbenart acht Monate bis über ein Jahr. Nach der Geburt säugen sie es mit ihrer Milch. Nur selten gibt es Zwillinge. Davon stirbt dann aber meist das eine, weil es zu wenig Milch bekommt.<eop>Sind Robben gefährdet? Feinde der Robben sind die Haie und Schwertwale, in der Arktis auch Eisbären. In der Antarktis fressen die Seeleoparden Robben, obwohl sie selber eine Robbenart sind. Die meisten Robben werden etwa 30 Jahre alt.<eop>Viele Menschen machten früher Jagd auf Robben, so die Eskimo im hohen Norden oder die Aborigines in Australien. Sie brauchten das Fleisch als Nahrung, die Felle als Kleidung. Das Fett verbrannten sie in Lampen, damit sie Licht und Wärme hatten. Mit ihren einfachen Jagdmethoden erlegten sie jedoch immer nur einzelne Tiere, so dass die Arten nicht gefährdet waren.<eop>Ab dem 18. Jahrhundert fuhren jedoch Männer mit Schiffen über das Meer und erschlugen an Land ganze Kolonien von Robben. Sie zogen ihnen nur noch das Fell ab und ließen den Körper liegen. Es ist wie ein Wunder, dass nur eine einzige Robbenart ausgerottet wurde.<eop>Immer mehr Tierschützer wehrten sich gegen diese Abschlachtungen. Schließlich unterschrieben die meisten Länder Verträge, damit die Robben geschützt würden. Seither darf man auch keine Robbenfelle und kein Robbenfett mehr verkaufen.<eop> "}, {"title": "Robin Hood", "id": 758, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Robin Hood", "text": "Robin Hood, sprich: Robbin Hutt, ist eine Figur aus alten Geschichten. Er ist ein Held des Volkes, der reiche Leute ausraubt. Seine Beute gibt er armen Leuten. Angeblich wohnte er im Sherwood Forest, sprich: Schörwutt Forräst, in der Mitte von England.<eop>Die ältesten Geschichten über Robin Hood stammen aus dem Mittelalter. Das war vor etwa 600 Jahren. Manche Leute glauben, dass es ihn wirklich gegeben hat. Zumindest soll es jemanden gegeben haben, der dann das Vorbild für die Geschichten wurde.<eop>Über Robin Hood hat man viele Filme gedreht und auch Zeichentrickfilme gemacht. Ein Beispiel ist der Film von Walt Disney aus dem Jahr 1973. Viele Menschen, die heute an Robin Hood denken, haben ihr Wissen aus solchen Filmen.<eop>Robin Hood ist schnell und klug und kann gut mit dem Bogen schießen. Seine fröhlichen Gefährten sind unter anderem der große starke Little John und der Mönch Friar Tuck. Robin hat sich in Maid Marian verliebt. Der Bösewicht in den Geschichten ist meist der Sheriff von Nottingham, der in der Gegend das Sagen hat.<eop> Was steht in den alten Geschichten? Die allerälteste Geschichte stammt etwa aus dem Jahr 1370. Robin Hood ist jemand, der sich für arme Leute und vor allem für Frauen einsetzt. Er verehrt die Jungfrau Maria, mag aber die Kirche nicht. Schon damals hat er Freunde wie Little John und Will Scarlet. Maid Marian und Friar Tuck erscheinen aber erst lange Zeit später in Theaterstücken.<eop>Robin Hood ist eigentlich ein Räuber mit einer Räuberbande. In manchen Geschichten ist er ein Adliger, den man schlecht behandelt hat. Als Gesetzloser muss er sich vor den Herrschern im Wald verstecken. Er entschließt sich, den armen Leuten zu helfen.<eop>Am Ende des Mittelalters haben Engländer im Mai Feste gefeiert. Zu solchen Festen hat man auch Theaterstücke zu Robin Hood gezeigt. Dabei hat man um Geld gebeten, das man den Armen geben konnte. Einige Städte haben diese Stücke verboten, weil sie Angst hatten, dass das Volk zu ausgelassen feiern würde. <eop>Später wollte man die Robin-Hood-Geschichten mit der richtigen Geschichte von England verbinden. Daher ist Robin Hood oft ein Anhänger des guten Königs Richard Löwenherz. König Richard aber saß damals in Österreich im Gefängnis. An seiner Stelle regierte sein jüngerer Bruder, der böse Prinz John oder Johann. Der Sheriff von Nottingham arbeitete für Johann.<eop>Im Jahr 1938 erschien ein Film über Robin Hood mit dem bekannten Schauspieler Errol Flynn. Prinz Johann herrscht darin über England zusammen mit normannischen Adligen. Die Normannen hatten England zuvor erobert. Sie beuteten das Volk aus, das aus Angelsachsen besteht. So wird die Geschichte über Robin Hood auch eine vom Streit zwischen Normannen und Angelsachsen. Wer könnte der echte Robin Hood gewesen sein? Robin Hood bedeutet so viel wie Robin aus dem Wald. Robin war ein häufiger Name, der vom Namen Robert stammt. In alten Schriften und Urkunden hat man ab und zu den Namen Robin Hood gefunden. Diese Leute hatten aber wohl gar nichts mit einem Volkshelden zu tun.<eop>Die Geschichten über Robin Hood erinnern etwas an Fulk Fitzwarin. Er lebte in der Zeit des Königs Heinrich des Zweiten. Das war etwa um das Jahr 1250. Fulk hatte Streit mit dem König. Darum nahm der König ihm alles Hab und Gut weg. Fulk flüchtete in die Wälder und lebte vom Raub.<eop>Ein anderer möglicher „Robin Hood“ war Robert von Locksley. Er soll etwa in der selben Zeit geboren worden sein. Loxley ist heute ein Teil der großen Stadt Sheffield. Dort gab es einen Wald, der gleich an den Sherwood Forrest anschloss. Über diesen Robert weiß man sehr wenig, vielleicht war er Bauer. Der Name Locksley oder Loxley wurde später für Robin Hood genommen. Noch ein anderer Engländer war Robert Fitzooth, Freiherr von Huntingdon. Auch sein Name wurde später in Filmen verwendet.<eop> "}, {"title": "Roboter", "id": 759, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Roboter", "text": "Ein Roboter ist eine Maschine, die programmiert werden kann und meistens vor allem Bewegungen ausführt. Das Wort kommt aus der tschechischen Sprache und bedeutet so etwas wie „Sklave“. Er muss immer Befehlen folgen und darf nichts selbst bestimmen. Schon lange vor den ersten Robotern wurde das Wort Roboter in Science-Fiction-Romanen verwendet. Das sind erfundene Geschichten, die in der Zukunft und wie bei „Star Wars“ im Weltraum spielen.<eop>Ein Roboter ist so ähnlich wie ein Automat, nur dass viele Roboter von Ort zu Ort gehen können. Außerdem können sie schwierige Dinge tun, manche können sogar ähnlich wie Menschen arbeiten. Roboter haben auch eine Art Augen und Ohren. Damit können sie erkennen, was in ihrer Umwelt ist. Mit Sensoren können sie zum Beispiel Farben erkennen oder Temperaturen messen.<eop>Die ersten Roboter wurden in der Industrie eingesetzt, um einfache Arbeiten zu erledigen, die sich immer wiederholen. Zum Beispiel biegen sie Bleche für Autos oder legen ein Bauteil an eine andere Stelle. Heute gibt es gehende, rollende und fliegende Roboter. Fliegende Roboter werden auch Drohnen genannt.<eop>"}, {"title": "Rockmusik", "id": 760, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rockmusik", "text": "Rock ist eine Musikrichtung. Das Wort \"Rock\" ist Englisch und bedeutet \"Felsen\". Damit ist gemeint, dass Rockmusik im Vergleich mit anderen Musikrichtungen eher rau klingt, so wie ein Felsen. Das Wort Rockmusik ist eigentlich ein Überbegriff, es schließt alle Musikrichtungen ein, die aus Rock'n'Roll oder Beat entstanden sind. Viele Arten von Rockmusik sind durch eine Jugendkultur entstanden, wie zum Beispiel der Punk-Rock.<eop>Die Rockmusik hat ihren Ursprung in den USA. Sie entstand nach dem Zweiten Weltkrieg dadurch, dass sich die Country-Musik der weißen Amerikaner mit der Rhythm-and-Blues-Musik der schwarzen Amerikaner vermischte. Das Ergebnis war die Rock'n'Roll-Musik. Sie war um diese Zeit etwas ganz Neues und unterschied sich sehr von der Musik, die damals sonst gespielt wurde. Darum wurde sie besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. Rock'n'Roll-Musiker wie Elvis Presley, Bill Haley, Chuck Berry oder Buddy Holly machten sich in der ganzen Welt einen Namen. Bald entstand auch ein Tanz, den man zu dieser Musik tanzte, der Rock'n'Roll-Dance.<eop>Um das Jahr 1960 kam in Großbritannien die Beat-Musik auf. Sie war eine Weiterentwicklung des Rock'n'Roll und wurde ebenfalls sehr beliebt. Die beiden bekanntesten Beat-Bands, die Beatles und die Rolling Stones gehören bis heute zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten.<eop> Was gibt es für Arten von Rockmusik? <eop>Nach den Erfolgszeiten des Beat teilte sich die Rockmusik in mehrere Richtungen. Es wurde viel neues ausprobiert, jede Generation brachte etwas hinzu. So entstand in den 70er-Jahren der Hardrock, der harte Rock. Er machte Bands wie Queen, Deep Purple oder Led Zeppelin bekannt. <eop>Andere Musiker machten etwas ruhigere Rockmusik. Diesen Stil nannte man Softrock, weicher Rock. Erfolgreiche Softrock-Künstler zu dieser Zeit waren zum Beispiel David Bowie oder Elton John. <eop>Rund um das Jahr 1976 entstand in Großbritannien und den USA die Punk-Kultur und mit ihr die Punk-Musik. Bands wie \"Ramones\" oder \"The Clash\" machten den Punkrock in den USA und Europa beliebt. <eop>Ende der 1970er-Jahre entstand zudem Heavy Metal, eine besonders harte Richtung des Rock. Besonderen Einfluss auf den späteren Heavy Metal hatte die britische Band \"Black Sabbath\". Sie nennt sich allerdings nicht selbst Heavy Metal-Band. <eop>In Deutschland wurde zunächst wenig Rockmusik gemacht, im Radio spielte man hauptsächlich Rockmusik aus den USA und England. In den 1970er-Jahren kam der Deutschrock auf. Bekannt für ihn sind Marius Müller-Westernhagen und Herbert Grönemeyer. Sie vermischten ihre Musik später besonders mit elektronischen Klängen. Diese Mischung nennen Leute, die nicht deutsch sprechen, \"Krautrock\".<eop>In den 1990er-Jahren kamen neue Trends auf. In den USA war das vor allem die Grunge-Musik, sprich \"Grantsch\". Sie war eine Mischung aus Punk und Heavy Metal und verdrängte Hard Rock und Heavy Metal. Die wohl bekannteste Grunge-Band ist \"Nirvana\". Nach dem Tod ihres Sängers Kurt Cobain 1994 verlor der Grunge schnell wieder an Aufmerksamkeit.<eop>Die britische Antwort auf Grunge war der Britpop. Er heißt zwar \"Pop\", wie die Popmusik, ist aber eine Art Rockmusik. Der Name kommt daher, dass sich Britpop-Bands wie etwa \"Oasis\" und \"Blur\" ein Vorbild an früher beliebten britischen Bands wie den Beatles nahmen. Wie bei Grunge war auch die Zeit des Britpop ziemlich kurz. <eop>Seit den 1990er-Jahren sind viele verschiedene neue Stilrichtungen der Rockmusik entstanden. Man fasst sie heute als \"Alternative Rock\", sprich \"Eltörnetiff-Rock\", zusammen. Wenn Rock mit einer ganz anderen Musikrichtung verbunden wird, spricht man auch von \"Crossover\". Das bedeutet so viel wie \"Überkreuzung\".<eop> Womit wird Rockmusik gespielt? <eop>Eine klassische Rockband besteht aus mindestens einer Gitarre, einer Bassgitarre und einem Schlagzeug. Meistens werden elektrische Gitarren und Bässe genutzt, es kommen aber auch akustische Instrumente vor. Häufig sind in einem Rockstück mehrere Gitarren zu hören: Eine spielt eine durchgehende Begleitung, die immer gleich bleibt, eine andere spielt dazu eine Melodie. Darum spricht man auch von Rhythmusgitarre und Melodie- oder Leadgitarre. Dieses Zusammenspiel aus Rhythmus und Melodie unterstützt die Bassgitarre durch tiefe Töne. Das Schlagzeug gibt der Musik noch zusätzlichen Rhythmus. <eop>Weil es so viele verschiedene Arten von Rockmusik gibt, wird diese Besetzung oft durch einige Instrumente erweitert. In der Zeit des Rock'n'Roll wurde die Musik oft noch von einer großen Kapelle gespielt, wo dann zusätzlich noch ein Klavier, Saxophone, Trompeten und andere Blasinstrumente dazukamen. Auch im Softrock gab es häufig ein Klavier. Es gab sogar einige Softrocker, die Klavier spielten und dazu sangen, wie zum Beispiel Elton John oder Billy Joel. Außerdem wurden im Softrock auch Streichinstrumente wie Geigen oder Celli eingesetzt.<eop>Besonders im Crossover und Deutschrock und zuweilen auch in anderen Rock-Typen wird die klassische Besetzung durch ein elektronisches Instrument wie ein Keyboard oder eine Hammond-Orgel ergänzt. Diese Instrumente erzeugen Töne durch einen Computer, darum können sie Klänge herstellen, die man mit elektrischen Gitarren und Bässen nicht erzeugen kann. <eop>"}, {"title": "Rohstoff", "id": 761, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rohstoff", "text": "Ein Rohstoff ist etwas aus der Natur, das die Menschen verwenden können. Rohstoffe sind noch nicht bearbeitet, darum nennt man sie „roh“. Man kann sie nach verschiedenen Gesichtspunkten in Gruppen einteilen. Eine wichtige Frage dabei ist, ob sich die Rohstoffquellen einmal erschöpfen oder nicht. Aus dem englischen Wort für Quelle haben wir den Ausdruck „Ressource“, sprich: Rössurse.<eop>Mit Rohstoff meint man einen Stoff aus der Chemie, also etwas, was man berühren, wägen, sehen oder auf eine ähnliche Art und Weise erfassen kann. Sonnenstrahlen sind zwar auch sichtbar, die Sonnenenergie hingegen nicht. Man zählt sie deshalb zu den erneuerbaren Energien, nicht zu den Rohstoffen.<eop>Alle Menschen und auch Länder müssen sich Gedanken darüber machen, woher ihre Rohstoffe stammen. Um Kleidung herzustellen, braucht man unter anderem Leinen oder Baumwolle. Häufig werden solche Rohstoffe in armen Ländern angebaut oder gewonnen, und in den reicheren Ländern macht man daraus etwas. Arme Länder versuchen daher, ihre Rohstoffe möglichst gut zu verkaufen oder sie selbst zu verarbeiten. Man muss sich also fragen, ob die Herstellung und der Handel faire Preise erzielen.<eop>Manche Rohstoffe sind endlich: Sie können nur solange abgebaut werden, bis nichts mehr davon zu finden ist. Darum gewinnt man Rohstoffe auch aus Abfall. Das nennt man Recycling, sprich Rih-Sseikling.<eop>Welche Rohstoffe wachsen nach und sind somit unerschöpflich? Als unerschöpflich gelten Rohstoffe, die von Tieren oder Pflanzen kommen. Dazu gehören zum Beispiel Fleisch, Milch, Knochen oder Felle und Federn, aber auch Dünger, der aus dem Kot der Tiere kommt. Alle Nahrungsmittel aus Pflanzen sowie Holz von Bäumen oder ihre Säfte wie Harz oder Kautschuk gehören ebenfalls dazu. Auch Fasern für Textilien oder Öl, das man auch zur Herstellung von Farben brauchen kann, sind nachwachsende Rohstoffe. <eop>Auch als unerschöpflich gilt Wasser, denn es fällt immer wieder als Regen oder Schnee vom Himmel. Auch Teile aus der Luft, zum Beispiel Sauerstoff, wird laufend in den Pflanzen neu gebildet. <eop>Welche Rohstoffe wachsen nicht nach? Es gibt Rohstoffe, die nur in einer bestimmten Menge vorhanden sind. Man kann sie also aufbrauchen oder die Quellen erschöpfen, wie man auch sagt. Dazu gehören alle Metalle oder deren Erze. Auch Kies, der sich für Beton eignet oder Lehm für Keramik, Edelsteine und ähnliche Dinge gibt es nur in einer endlichen Menge. <eop>Noch heikler ist es mit Rohstoffen, die sich in Millionen von Jahren aus Pflanzen gebildet haben. Es sind vor allem Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas. Auch Uran gehört dazu, das ist der Brennstoff für die Atomkraftwerke. <eop>Diese Rohstoffe kommen aus dem Erde oder dem Meeresgrund. Diese Rohstoffe nennt man auch Bodenschätze. Sie werden in Bergwerken oder durch Bohrungen zu Tage gebracht.<eop>"}, {"title": "Rom", "id": 762, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rom", "text": "Rom ist die Hauptstadt von Italien. Sie liegt ungefähr in der Mitte des Landes am Fluss Tiber, der ins Mittelmeer mündet. In und um Rom leben etwa drei Millionen Einwohner. Damit ist es die größte Stadt Italiens.   <eop>Die Stadt Rom ist schon mehr als 2.000 Jahre alt und spielte in der Geschichte immer wieder eine wichtige Rolle. Darum nennt man sie auch die „Ewige Stadt“. Heute ist Rom nicht nur die Hauptstadt Italiens, sondern auch ein wichtiges Zentrum für die Wirtschaft. Zahlreiche Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Rom oder der Umgebung. Darüber hinaus ist der Flughafen Rom-Fiumicino der größte in ganz Italien.  Was passierte früher in Rom? Nach einer alten Sage wurde Rom etwa im Jahr 750 vor Christus von den Zwillingen Romulus und Remus gegründet. Die beiden waren ausgesetzt worden und angeblich von einer Wölfin großgezogen worden. Der kleine Ort wurde dann in Hunderten von Jahren zur Hauptstadt des Römischen Reiches. Das Gründungsdatum Roms ist der Beginn der Römischen Zeitrechnung. <eop>Am Ende des Altertums konnte das Reich sich aber gegen seine Feinde kaum noch wehren: Im Jahr 410 eroberten Germanen die Stadt Rom und nahmen viele wertvolle Sachen mit.<eop>Rom war aber immer noch eine wichtige Stadt. Lange Zeit regierte dort der Papst, das Oberhaupt der katholischen Kirche. Das endete erst im Jahr 1870. Damals eroberte das Königreich Italien das Gebiet, in dem Rom lag. Das Parlament und die Regierung zogen von Florenz in die neue Hauptstadt Rom. Was kann man in Rom alles sehen? In Rom kann man ganz besonders viele Sehenswürdigkeiten bestaunen. Die Mitte von Rom, die Altstadt, ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden. <eop>Aus der Zeit der Römer stammen noch das Kolosseum, das Forum Romanum und viele weitere Gebäude. Andere bekannte Bauwerke stammen aus der Renaissance und dem Barock. Hervorzuheben sind hier die Piazza Navona mit Skulpturen des Bildhauers Gian Lorenzo Bernini und der Trevi-Brunnen. Zum Trevi-Brunnen gibt es eine bekannte Tradition: Man sagt sich, wer eine Münze über die Schulter in den Brunnen wirft, wird nach Rom zurückkehren. <eop>Mitten in Rom befindet sich der Vatikan, der kleinste Staat der Welt. Im Vatikan befindet sich der Petersdom, der Sitz des Papstes. Außerdem findet man dort die Sixtinische Kapelle mit Wandmalereien von Michelangelo.  <eop>"}, {"title": "Römisches Reich", "id": 763, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Römisches Reich", "text": " Das Römische Reich war ein Staat im Altertum. Etwa von 200 vor Christus bis 480 nach Christus war es das größte Reich im damaligen Europa. Die Hauptstadt Rom war am Anfang nur eine unwichtige Stadt im heutigen Italien. Doch nachdem die Römer Italien erobert hatten, konnte letztlich kein Land um das Mittelmeer herum sich gegen Rom wehren. <eop>Zum Römischen Reich gehörten auch die Gebiete, die heute Österreich und die Schweiz sind. Außerdem kamen die Römer im heutigen Deutschland bis an den Rhein und die Donau. Um ihre Grenze im Norden zu verteidigen, bauten die Römer den Limes. Das war eine Befestigung mit Wall und Graben.<eop>Viele andere Völker wollten auch so leben wie die Römer und von ihrer Technik lernen. Dabei übernahmen sie manchmal nicht nur eine Lebensweise oder Erfindung, sondern gleich noch das Wort dazu. Die Sprache der Römer war Latein, deshalb stammen viele Wörter im Deutschen aus dieser Sprache. Als Beispiele: „Fenster“ kommt von lateinisch „fenestra“, „Kiste“ kommt von „cista“ und „Anker“ von „ancrum“.<eop>In der Geschichte gibt es nicht viele Reiche, die so groß wurden und so lange bestanden wie das römische. Im Jahr 395 nach Christus wurde es geteilt. Danach bestand der westliche Teil noch knapp 100 Jahre weiter. Ostrom gab es sogar noch über 1000 Jahre lang. Diesen Teil nannte man später auch Byzantinisches Reich, nach seiner Hauptstadt Byzanz. Heute heißt die Stadt Istanbul und liegt in der Türkei.<eop> Wie entstand das Römische Reich? Die Latiner waren ein Volk, das ursprünglich wohl aus der Mitte Europas kam. Sie siedelten vor etwa 3000 Jahren in der Gegend, in der später Rom lag. Diese Gegend nannte man dann „Latium“. Heute heißt sie auf Italienisch „Lazio“. <eop>Laut einer römischen Sage kam es zu einem Streit, wer der neue König von Latium werden sollte. Rhea Silvia, die Tochter des rechtmäßigen Königs, bekam Zwillinge vom Gott des Krieges, Mars. Sie hießen Romulus und Remus. Sie sollten getötet werden, aber die Soldaten, die das tun sollten, setzten die Zwillinge stattdessen aus. Romulus und Remus überlebten, weil eine Wölfin sie ernährte. <eop>Sie wurden die Gründer von Rom. Das war angeblich genau am 21. April des Jahres 753 vor Christus. Daher hat die römische Zeitrechnung ihren Namen: „ab urbe condita“, seit Gründung der Stadt. Soweit man es heute weiß, zählten die Römer aber die Jahre nicht immer so.<eop>Es dauerte noch lange Zeit, bis der Staat Rom groß und mächtig wurde. Etwa 200 Jahre vor Christus kam es zum zweiten Krieg gegen die Karthager, eine wichtige Macht im Westen des Mittelmeeres. Bis zu diesem Krieg regierten die Römer über Italien. Danach herrschten sie auch über große Teile von Spanien, und in den Jahren danach über fast alle Länder rund um das Mittelmeer. Die Römer nannten dieses Meer schließlich „mare nostrum“, unser Meer.<eop> Wer hatte das Sagen?  Der Sage nach hatte Rom zunächst Könige. Angeblich waren es fünf, bis der letzte von ihnen vom Volk vertrieben wurde. Diese Zeit endete im Jahr 510 vor Christus. Über die Königszeit weiß man allerdings sehr wenig.<eop>Danach folgte eine lange Zeit, die man heute die Zeit der römischen Republik nennt. Damals war das wichtigste Organ bei den Römern der Senat. Dem Namen nach war das der Rat der Ältesten. Im Senat waren die wichtigen, reichen Familien vertreten. Daneben gab es noch Wahlen durch das Volk.<eop>In der Republik kam es dazu, dass jemand nur ein Jahr lang der Chef der Regierung sein durfte, der Konsul. Außerdem hatte der Chef immer einen Kollegen, es waren also zwei Männer gleichzeitig Chef. So wollte man verhindern, dass jemand zu viel Macht erhielt.<eop>Genau das aber geschah in den Jahrzehnten vor dem Beginn unserer Zeitrechnung. Im Jahr 44 vor Christus wurde Julius Cäsar der erste dauerhafte Diktator. Der erste Kaiser Roms war Augustus, sein Neffe und Nachfolger. Zwar gab es immer noch einen Senat, aber die wichtigsten Dinge entschied der Kaiser. <eop>Mal wurde der Sohn des Kaisers der neue Kaiser. Oder aber der Kaiser hat jemanden adoptiert, den er zu seinem Nachfolger machen wollte. Diokletian, der um das Jahr 300 Kaiser war, dachte sich folgendes aus: Es sollte immer vier Kaiser gleichzeitig geben, die sich um je einen Teil des Reiches kümmerten. Mit Konstantin dem Großen und Theodosius gab es einige Jahrzehnte später dann doch wieder zwei mächtige Alleinherrscher. <eop> Wie lebten die Menschen damals? Wie die auch die meisten anderen Völker lebten die Römer vor allem von der Landwirtschaft: Sie hielten Vieh und bestellten Äcker. Als das Reich und die Städte größer wurden, wuchs auch das Handwerk. Man handelte mit Waren und auch mit Sklaven.<eop>Sklaven waren oft Menschen, die in einem Krieg gefangen genommen wurden. Als es viele solcher Kriege gab, hatten reiche Römer darum viele Sklaven. Manche Forscher wie Karl Marx dachten darum später, dass das Römische Reich eine „Gesellschaft von Sklavenhaltern“ war. In Wirklichkeit stimmt das höchstens für eine bestimmte Zeit. Es ist aber wahr, dass die Schriftsteller des Altertums anscheinend die Sklaverei für ganz normal hielten.<eop>Die meisten Menschen in der Stadt lebten in großen Mietshäusern, die wie Inseln in der Stadt nebeneinander standen, getrennt von den Straßen. Darum nennt man sie „insula“. Im Erdgeschoss befanden sich oft Geschäfte. Manche dieser Häuser hatten fünf Stockwerke.<eop>Die reichen Leute hingegen wohnten gern auf dem Land in einer Villa, weit vom Lärm und Gestank der Städte. In der Mitte einer Villa lag ein Innenhof, das „Atrium“. Dort hatte man oft einen kleinen Teich. Zur Villa gehörte meist ein großer Bauernhof. <eop>Frauen hatten bei den Römern eher wenig zu sagen. Der Chef einer Familie war der Vater. So eine Familie konnte recht groß sein. Bei den reichen Leuten waren das nicht nur die Eltern und Kinder, sondern noch andere Verwandte. Hinzu kamen Diener, Arbeiter und Sklaven.<eop> Wofür ist das Römische Reich bekannt? Es heißt, dass die Römer nicht besonders viele Dinge erfunden hätten. Sie haben vieles zum Beispiel von den Griechen übernommen, die sie erobert hatten. Außerdem gab es viele Sklaven, die die Arbeit verrichten mussten. Darum brauchte man keine Erfindungen, die das Leben erleichtert hätten. Eine bekannte Ausnahme ist unter anderem die Fußbodenheizung.<eop>In der Zeit der Römer wurden allerdings großartige Gebäude errichtet und wichtige Straßen angelegt. Einige dieser „Römerstraßen“ gibt es sogar heute noch, auch wenn sie heute anders ausgebaut sind. Die Straßen waren nicht nur für den Handel wichtig: Soldaten konnten rasch dorthin gehen, wo es gerade einen Aufstand gab. Auch wichtige Nachrichten konnte so durch Boten für die damalige Zeit relativ schnell verbreitet werden. Sie bauten auch besondere Brücken und nannten sie „Aquädukte“. Darüber leiteten sie Trinkwasser aus den Bergen in ihre Städte. <eop>Heute denkt man nicht zuletzt an die römischen Gladiatoren. Der Ausdruck bedeutet Schwertkämpfer, die Gladiatoren kämpften aber auch mit anderen Waffen gegeneinander. Die „Gladiatorenspiele“ waren für die Zuschauer ein großes Vergnügen. Das Leben der Gladiatoren, meist Sklaven, war hart und kurz. Der Verlierer eines Kampfes wurde aber längst nicht immer getötet – das wäre für die Besitzer zu teuer gewesen.<eop> Wie war die Römerzeit im deutschsprachigen Raum? Die Römerzeit kann man in vielen Teilen Europas als Übergang von der Zeit der Urgeschichte zur Geschichte sehen. So auch in den Ländern, in denen heute die germanische Sprache Deutsch gesprochen wird. Viele unserer Wörter gehen jedoch auf das Latein der Römer zurück.<eop>In der Schweiz begann die Römerzeit etwa um das Jahr 50 vor Christus. Julius Cäsar und seine Soldaten eroberten Helvetien, einen Teil des Landes, das heute zur Schweiz gehört. Um die gleiche Zeit eroberte Cäsar auch Gallien und somit begann die Römerzeit auch im heutigen Frankreich, in Belgien und in Luxemburg und in einem Teil von Westdeutschland. Später eroberte Rom auch das heutige Österreich und weitere Gegenden, die heute zu Deutschland gehören. <eop>Für die Menschen in so einer Gegend war es sehr schlimm, wenn die Römer kamen. Es kam dann oft zu schweren Kämpfen. Später war es aber dort, wo die Römer herrschten, oft friedlicher als dort, wo noch einzelne Stämme gegeneinander kämpften. Der Limes war lange Zeit die Grenze zwischen den Römern und den Germanen, die außerhalb des Römischen Reiches lebten. Dort wurden immer wieder Angriffe der Germanen abgewehrt, aber auch viel Handel betrieben.<eop>Die Römerzeit endete nach einigen Jahrhunderten, aber nicht auf einen Schlag. Aus einigen Gebieten zogen sich die Römer früher zurück als aus anderen. Das war ungefähr in der Zeit der Völkerwanderung, etwa zwischen den Jahren 370 bis 570 nach Christus. Das Römische Reich zerfiel in mehrere kleinere Reiche. In Deutschland hatten seitdem germanische Herrscher das Sagen. Aber damals war die römische Kultur schon so weit verbreitet, dass vieles Römische so gesehen weiterlebte.<eop> Warum gibt es kein Römisches Reich mehr? Bis heute fragen sich die Wissenschaftler, warum das Römische Reich eigentlich untergegangen ist. Man hat dafür viele Gründe gefunden. Der sogenannte Untergang dauerte mehrere hundert Jahre, was die Suche nach den Gründen unübersichtlich macht. <eop>Als eine Ursache für den Untergang sah man die Völkerwanderung an. Germanen und Kelten, aber auch andere Völker und Stämme, wanderten in das Reich ein oder griffen römische Städte an. Das waren aber nicht besonders viele Menschen. Außerdem muss man erst einmal erklären, warum das Reich so schwach war, dass die Städte eingenommen werden konnten.<eop>Schon etwa 200 oder 300 Jahre nach Christus schien es der Wirtschaft nicht mehr so gut zu gehen. Die Leute wurden ärmer. Allerdings war das wohl von Gegend zu Gegend unterschiedlich. Die wirtschaftlichen Probleme können den Untergang nicht allein erklären.<eop>Im Jahr 395 nach Christus wurde das Reich in einen Westen und einen Osten geteilt. Solche Teilungen gab es allerdings vorher schon. Kaiser Diokletian hatte es sogar so geregelt, dass mehrere Kaiser in den Teilen des Reiches herrschen und für Ordnung sorgen sollten. Die Teilung von 395, nach dem Tod von Kaiser Theodosius, wurde aber dauerhaft.<eop>Das Reich im Osten, das Byzantinische Reich, bestand noch lange im Mittelalter. Das Reich im Westen ging angeblich schon im Jahr 476 nach Christus unter. Damals war der Kaiser im Westen ein Kind mit Namen Romulus. Ein Germane, Odoaker, hat ihn abgesetzt und sich selbst zum Herrscher gemacht. Allerdings war Odoaker auch ein römischer Soldat, und schon vorher haben Soldaten sich an die Stelle des Kaisers gesetzt. <eop>Es ist also schwierig zu sagen, wann das Römische Reich wirklich endete. Vielleicht war es eher ein langer Übergang. Aus der Welt der Römer wurde langsam die Welt des Mittelalters in Europa. Dabei veränderte sich vieles. Manches blieb aber auch bestehen: Noch viele Jahrhunderte schrieben die Menschen vor allem auf Latein. Ein Reich der Germanen, das Fränkische Reich, nannte sich sogar Heiliges Römisches Reich. Es bestand bis zum Jahr 1806.<eop> "}, {"title": "Rosen", "id": 764, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rosen", "text": "Rosen sind eine Gruppe von Pflanzen. In der Biologie ist das eine Gattung. Die Gattung gehört zur Familie der Rosengewächse. Zu dieser Familie zählen auch Äpfel, Erdbeeren, Mandeln und viele andere. Fachleute kennen zwischen 100 und 250 Arten von Rosen. Am bekanntesten sind die roten Rosen, die schon seit der Antike ein Symbol für die Liebe sind. <eop>Bei den meisten Rosen sind die Sträucher nur in den warmen Jahreszeiten grün. Nur wenige Arten gelten als „immergrün“. Der Stamm, die Äste und Zweige einer Rose haben viele Stacheln. In der Umgangssprache spricht man auch von Dornen. Die Stacheln schützen die Rose zu einem davor, von Tieren gefressen zu werden. Zum anderen helfen sie kletternden Rosen, sich an einer anderen Pflanze festzuhalten. Das ist heute auch in den Gärten sehr hilfreich.<eop>Rosen mögen viel Sonne. Darum sollte ein Rosenbeet nicht im Schatten gepflanzt werden. Auch sollte man die Rosen regelmäßig bewässern und schneiden. Durch das regelmäßige Schneiden bilden die Rosen besser Blüten.  <eop>Die Rosen, die man bei uns im Laden kaufen kann, wurden meistens vom Menschen gezüchtet. Man nennt sie Kulturrosen oder Zuchtrosen. Rosen, die in der Natur wachsen, werden Wildrosen genannt. Wildrosen wachsen oft am Waldrand, auf Weiden oder an Strandwällen. Oft wachsen sie auch dann, wenn irgendwo neuer Wald entsteht.<eop>Die nussförmigen Früchte der Rosen nennt man Hagebutten. Dort drin wachsen die Samen. Aus den Hagebutten kann man zum Beispiel Tee machen. Wenn man eine Hagebutte in der Natur sieht, sollte man jedoch aufpassen. Die Früchte haben feine Härchen, die einen starken Juckreiz auslösen, wenn sie berührt werden. Hagebutten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für verschiedene Vögel. <eop>Rosen sind beliebt als Dekoration oder als Geschenk, beispielsweise für eine Geliebte. Aus den Blüten der Rose lässt sich Rosenöl herausholen. Diesem Vorgang sagt man destillieren. Wegen dem guten Geruch verwendet man Rosenöl häufig bei der Herstellung von Parfum, Raumduft oder ähnlichem.<eop> "}, {"title": "Rost", "id": 765, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rost", "text": "Rost ist eine Verbindung von Eisen und Sauerstoff. Eisen muss also mit Luft in Berührung kommen, damit es rostet. Wenn die Umgebung auch noch feucht ist, also wenn Wasser hinzu kommt, rostet das Eisen noch schneller.<eop>Rost gibt es nur auf Eisen. Er entsteht an der Oberfläche und hat eine rot-braune Farbe. Sobald Eisen an der feuchten Luft ist, bildet sich darauf eine Rostschicht. Die frisst sich immer tiefer in das Eisen hinein.<eop>In der Natur gibt es deshalb kaum reines Eisen. Immer ist sehr viel Rost dabei. Wenn man Roheisen aus Erz gewonnen hat, muss man also zuerst den Sauerstoff heraus kriegen. Das gelingt einem Schmied teilweise. Noch besser schaffen es moderne Fabriken. <eop>Es ist schwierig, Rost vom Eisen zu entfernen. Man kann ihn mit einer Bürste aus Eisendrähten wegbürsten. Es gibt solche Bürstenteile, die man zum Beispiel auf eine Bohrmaschine aufsetzen kann. Es gibt auch chemische Mittel, mit denen man Rost entfernen kann. Das geht jedoch nur, wenn die Schicht nicht zu dick ist. Für ganz dünne Rostspuren kann man sogar Cola oder Zitronensäure verwenden. <eop>Wie kann man Eisen gegen Rost schützen? Man kann das Eisen mit besonderen Farben bemalen, damit kein Sauerstoff an das Eisen kommt. Es müssen allerdings besondere Farben sein. Mit den üblichen Farben, die man zum Beispiel in der Schule verwendet, gelingt dies nicht.<eop>Man kann auch eine Schicht eines anderen Metalls auf dem Eisen anbringen. Bei Stuhlbeinen und anderen Möbelstücken verwendet man gerne Chrom. Darin kann man sich sogar spiegeln und es sieht sehr elegant aus. Für Dächer oder große Mülltonnen braucht man Zink als Überzug.<eop>Man kann das schützende Metall auch direkt in das Eisen mischen, wenn es sehr heiß ist. So entsteht Chromstahl. Wenn genügend Chrom drin ist, ist es mit dem Rost ebenfalls vorbei.<eop>Auch eine Schicht aus Öl schützt gegen Rost. In Motoren und anderen Maschinen braucht es immer genügend Öl, damit die Metallteile nicht aneinander reiben. Zusätzlich wird so eben auch das Rosten verhindert. Auch eine Fahrradkette rostet nicht, solange sie gut eingefettet ist.<eop>Was kann das Wort „Rost“ auch noch bedeuten? Ein Rost ist ein Gitter, das waagrecht liegt. In der Schweiz spricht man hier das O lang. Am besten kennen wir wohl den Grillrost. Darauf legt man seine Würste oder andere Esswaren, die man grillen will.<eop>Auch in unseren Betten haben wir einen Rost. Er ist meist aus Holz, deshalb nennen wir ihn Lattenrost. Darauf liegt die Matratze.<eop>Manchmal entdeckt man auch dort einen Rost, wo sich eine Straße und ein Weidezaun kreuzen. Solche Roste bestehen aus dicken Eisenröhren, manchmal auch zum Beispiel aus Eisenbahnschienen. Autos schaffen es mühelos darüber, es rumpelt bloß ein wenig. Auch geschickte Wanderer kommen da drüber. Kühe hingegen haben Angst vor den Spalten und trauen sich nicht hinüber. So können die Kühe nicht ausbüxen und ein Autofahrer muss nicht aussteigen um ein Tor zu öffnen. <eop><eop>"}, {"title": "Rotfuchs", "id": 766, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rotfuchs", "text": "Rotfüchse sind nicht sehr wählerisch und fressen fast alles, was sie kriegen können: Mäuse, Hühner, Enten und Gänse, junge Hasen und Rehe, aber auch Regenwürmer. Um an Obst heranzukommen, schleichen sie sich auch in Gärten und Obstkulturen.<eop>Auch Lebensmittel, welche die Menschen wegwerfen oder liegen lassen, fressen Rotfüchse gerne. Deshalb wohnen sie nicht nur in der Natur, sondern zunehmend auch in den Städten. Dort ernähren sie sich aus Abfalleimern und Kehrichtsäcken. Auch Hunde- oder Katzennahrung verschmähen sie nicht.<eop>Früher meinte man, Rotfüchse seien Einzelgänger. Heute weiß man, dass sie in Familiengruppen leben. In der Gruppe gibt es eine Rangordnung. Sie leben in einem Erdbau mit einer Hauptröhre als Eingang. Die führt in einen erweiterten Raum, den Kessel. Von dort führen mehrere Fluchtröhren ins Freie. Als Behausung können jedoch auch Leerräume unter Gartenhäusern oder Erdspalten dienen.<eop>Die Paarung ist im Januar oder Februar. Dann trägt die Fähe ihre vier bis sechs Jungen während etwa sieben Wochen in ihrem Bauch. Bei der Geburt ist jedes etwa 100 Gramm schwer, also wie eine Tafel Schokolade. Während vier bis sechs Wochen trinken sie Milch von ihrer Mutter, während der Rüde das Futter für seine Fähe beschafft. Dann verlassen die Jungtiere zusammen mit ihrer Mutter die Höhle. Im nächsten Winter sind sie dann selber geschlechtsreif, können also selber Junge machen.<eop>Ein Rotfuchs kann etwa zehn Jahre alt werden. Viele sterben aber schon, wenn sie ganz jung sind: Sie werden von Autos überfahren oder bei der Jagd erschossen. Es gibt aber nicht sehr viele Tiere, die Jagd auf Füchse machen: Das sind vor allem Wölfe und Luchse. Selten wird ein junger Fuchs Beute eines Seeadlers oder Uhus. <eop>Rotfüchse können Krankheiten bekommen, und selber weitergeben, unter anderem die Tollwut. Die ist auch für Menschen gefährlich. Oft legen die Menschen deshalb Köder aus, zum Beispiel Köpfe von Hühnern. Diese Köder enthalten einen Impfstoff. Die Füchse bekommen dann keine Tollwut mehr und können somit auch keine anderen Tiere oder gar Menschen anstecken.<eop><eop>"}, {"title": "Rothirsch", "id": 767, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rothirsch", "text": "Der Rothirsch gehört zur Familie der Hirsche und somit zu den Säugetieren. Nur das Männchen trägt ein Geweih. Der Rothirsch ist bei uns der häufigste Hirsch, deshalb nennt man ihn im deutschen Sprachraum einfach „Hirsch“. Das ist zwar ungenau, aber sehr gebräuchlich.<eop>Ein Hirsch ist eigentlich das männliche Tier. Das Weibchen heißt Hirschkuh oder „Kahlwild“, weil es kein Geweih trägt, also einen kahlen Kopf. Das Jungtier ist ein Kalb. Der Rothirsch ist das größte freilebende Wildtier in unseren Wäldern. Er wird bis zu zwei Meter lang und über 100 Kilogramm schwer. Die Männchen sind dabei meist größer als die Weibchen.<eop> Wie leben Rothirsche? Rothirsche fressen Gras, Kräuter, Knospen und junge Zweige von Bäumen und Sträuchern. Außerdem fressen sie Eicheln, Bucheckern, Kastanien, Obst und verschiedene Pilze. Auch Feldfrüchte wie Rüben und Kartoffeln graben sie mit den Vorderbeinen aus. Das mögen die Bauern nicht. Der Magen von Rothirschen ist so robust, dass sie sogar Baumrinde und Moos fressen und verdauen können. Das Anknabbern der Baumrinde schadet den Bäumen sehr. <eop>Wie unsere Milchkühe sind Rothirsche Wiederkäuer. Sie kauen ihre Nahrung also nur grob und lassen sie dann in eine Art Vormagen gleiten. Später legen sie sich gemütlich hin, würgen die Nahrung wieder herauf, kauen sie ausgiebig und schlucken sie dann in den richtigen Magen. <eop>Ausgewachsene Rothirsche brauchen sich nur von Bären oder Wolfssrudeln zu fürchten. Sie fliehen, wenn möglich oder verteidigen sich mit ihren Geweihen. Jungtiere werden schon mal von Luchsen gefressen oder von Adlern. <eop>Rothirsche schließen sich gerne zu Gruppen zusammen, die Rudel genannt werden. Dabei leben meist entweder nur Weibchen oder nur Männchen in einem Rudel. Nur zur Paarung kommen sie zusammen.<eop> Wie vermehren sich Rothirsche? Die Paarungszeit heißt auch Brunftzeit. Sie ist immer im September und Oktober. Die Männchen stoßen dann laute und tiefe Rufe aus. Dieses Röhren ist weit zu hören. Dann kämpfen sie um die Weibchen. Sie verhaken sich mit ihren Geweihen und versuchen sich vom Brunftplatz zu schieben. Der stärkste Hirsch vertreibt mit der Zeit alle Rivalen. Er wird auch Platzhirsch genannt und kann sich nun alleine mit den Weibchen des Rudels paaren. <eop>Die Schwangerschaft dauert etwas über sieben Monate. Die Mutter verjagt vor der Geburt ihr älteres Kalb. Meist bringt die Mutter nur ein Einzeltier zur Welt. Es wiegt zwischen fünf und 13 Kilogramm. Schon nach wenigen Stunden kann es aufstehen und der Mutter folgen. Bei ihr saugt es Milch. Man sagt auch: Die Mutter säugt das Kalb. Deshalb gehören die Hirsche zu den Säugetieren. Die Säugezeit dauert mindestens ein halbes Jahr lang. Wenn ein Kalb etwa 6 Jahre alt ist, kann es selbst wieder Junge bekommen.<eop> Wie ist das Geweih der Rothirsche? Die ausgewachsenen Männchen der Rothirsche tragen ein großes verzweigtes Geweih. Junge Männchen, bei denen das Geweih noch keine Verzweigungen hat, heißen auch „Spießer“. Das Geweih wächst aber nicht das ganze Leben. Es wird jedes Jahr nach der Paarung abgeworfen und wächst dann wieder neu, aber noch größer. Dabei wachsen den alten Hirschen bis zu fünf Kilogramm Geweihknochen in nur vier Monaten.<eop>Wenn das Geweih fertig gewachsen ist, wird seine Blutversorgung eingestellt. Es stirbt dann ab, bleibt aber auf dem Kopf angewachsen. Das ist ähnlich wie bei unseren Fingernägeln, die auch abgestorben sind. Im nächsten Frühling wird das Geweih wieder komplett abgeworfen. Dabei stoßen die Hirsche mit dem Geweih gegen Bäume, so dass es abbricht. Große Geweihe fallen auch von selbst ab.<eop>Das Geweih ist bei Jägern als Jagdtrophäe sehr beliebt. Je größer und verzweigter es ist, desto beliebter. Oft werden die Geweihspitzen gezählt und man benennt den Hirsch danach: zum Beispiel ein Acht-Ender, oder ein Zwölf-Ender.<eop><eop>"}, {"title": "Rotkäppchen", "id": 768, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rotkäppchen", "text": "„Rotkäppchen“ heißt ein Märchen, das man vor allem von den Brüdern Grimm kennt. Allerdings wurde es schon über 100 Jahre vor ihnen aufgeschrieben: Charles Perrault aus Frankreich nahm es in sein Buch aus dem Jahr 1697 auf. Es ist eines der bekanntesten Märchen der Welt.<eop>Im Märchen geht es um ein kleines Mädchen mit einer roten Kappe oder Mütze. Das Mädchen heißt Rotkäppchen und will seine Großmutter besuchen. Auf dem Weg dorthin trifft Rotkäppchen den bösen Wolf. Das Mädchen lässt sich nicht ablenken und geht weiter seines Weges. Der Wolf aber ist schneller am Haus der Großmutter und frisst die Großmutter auf. Er will auch Rotkäppchen fressen und begrüßt sie, verkleidet als Großmutter.<eop>Bei Charles Perrault frisst der Wolf auch Rotkäppchen. Die Geschichte ist damit zuende. Bei den Brüdern Grimm befreit ein Jäger die Großmutter und Rotkäppchen aus dem Bauch des Wolfs. Am Ende stirbt der Wolf an Steinen, die der Jäger in seinen Bauch gefüllt hat. <eop>Die Geschichte selbst ist schon sehr alt und wurde so ähnlich vielleicht schon im Mittelalter erzählt. Es geht darum, dass junge hübsche Mädchen sich nicht von Fremden anreden lassen sollen – auch nicht von solchen, die so freundlich reden wie der Wolf im Märchen.<eop> "}, {"title": "Rumänien", "id": 769, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rumänien", "text": "Rumänien ist ein Land im Südosten Europas. Die Fläche ist etwa zwei Drittel so groß wie Deutschland. Die Einwohnerzahl beträgt aber nur etwa ein Viertel davon. Die Nachbarländer sind Bulgarien, Serbien, Ungarn, die Ukraine und die Republik Moldau. Im Osten grenzt Rumänien an das Schwarze Meer. Rumänien gehört seit dem Jahr 2007 zur Europäischen Union.<eop>Durch das Land zieht sich das Gebirge der Karpaten. Dort leben noch Wölfe und Bären. Im Süden, an der Donau, ist Rumänien aber sehr flach. Die Donau fließt in das Schwarze Meer. Den Süden des Landes nennt man Walachei. <eop>Im Zentrum des Landes liegt ein großes Gebiet mit dem Namen „Siebenbürgen“ oder auch „Transsylvanien“. Das kennt man auch wegen Dracula. Am Ende des Mittelalters lebte dort ein Adeliger namens Vlad der Dritte. Einer seiner Beinamen war „Drăculea“. Er kämpfte gegen das Osmanische Reich und war sehr grausam, so entstanden unheimliche Geschichten um ihn. Ein Ire hat später eine Vampirgeschichte geschrieben und dabei wahrscheinlich an Vlad gedacht.<eop>Was geschah früher? Im Altertum gehörte das Gebiet etwa 100 Jahre lang zum Römischen Reich. In dieser Zeit haben die Einwohner Latein gelernt. Die heutige rumänische Sprache ist also eine romanische Sprache, so wie Italienisch. <eop>Lange Zeit war das Gebiet ein Teil des Osmanischen Reiches. Erst im 19. Jahrhundert wurde es wieder frei. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Rumänien das Land westlich der Karpaten und wurde plötzlich viel größer. In diesem Landesteil, Siebenbürgen, lebten zwar Rumänen, aber auch viele Ungarn und Deutsche.<eop>Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschten Kommunisten über Rumänien. Diese Diktatur endete 1989. In der Zeit der Kommunisten haben viele Ungarn und Deutsche das Land verlassen. Weiterhin leben in Rumänien viele Roma, ein Volk, das vor langer Zeit aus Indien gekommen ist. Obwohl der Name ähnlich klingt, hat er nichts mit dem Landesnamen Rumänien zu tun. <eop>Wie leben die Leute? Etwa die Hälfte des Geldes verdient Rumänien mit Dienstleistungen. Das sind Banken, Versicherungen, aber auch Haarschneider, Restaurants, Verkehrsbetriebe und viele andere. Dazu gehört auch der Tourismus, der immer wichtiger wird. Fast ein Viertel des Landes fällt auf Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere, vor allem für Vögel. Das Delta der Donau ist ein UNESCO-Weltnaturerbe.<eop>An zweiter Stelle steht die Industrie. Es werden vor allem Computer und andere Elektronik hergestellt wie Telefone und so weiter. Aber auch Autos, Schiffe, Flugzeuge, Hubschrauber und Panzer werden in Rumänien gebaut. Bodenschätzen wie Erdgas, Erdöl, Kohle, Gold, Salz und einige andere werden ausgebeutet. Stahl wird hergestellt, auch viele Medikamente, Schuhe und Textilien. Etwa jeder achte Mensch lebt von der Landwirtschaft, vor allem von Äckern, Weiden und vom Wald. <eop>Die meisten Rumänen bekennen sich zur Orthodoxen Kirche. Es gibt nur wenige reformierte und katholische Gläubige. Die Menschenrechte werden besser geschützt, seit Rumänien der Europäischen Union beitreten wollte. <eop><eop>"}, {"title": "Russische Revolution", "id": 770, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Russische Revolution", "text": "Die Russische Revolution war ein Machtwechsel im Oktober 1917 in Russland. Durch diese Revolution hat sich vieles im Land verändert. Es gab noch weitere Revolutionen in Russland. Aber diese war die wichtigste, deshalb der Name.<eop>Schon in den Jahren vor 1900 gab es Aufstände im Russischen Reich. Dem Zaren, dem russischen Kaiser, gelang es aber immer wieder, sie zu unterdrücken. In den Jahren nach 1900 wurde das immer schwieriger. Die letzte Revolution, die er überstand, war die aus dem Jahr 1905.<eop>Im Jahr 1914 begann der Erste Weltkrieg. Der Krieg lief für Russland schlecht, und viele Gebiete gingen an die Deutschen verloren. Die Februarrevolution von 1917 vertrieb den Zaren. Noch im selben Jahr gab es eine weitere, viel bekanntere Revolution. Sie hieß die Oktoberrevolution oder eben die Russische Revolution. In dieser Revolution übernahmen die Kommunisten die Macht.<eop>Russland hatte damals noch einen anderen Kalender als der, der bei und gilt. Der Kalender in Russland hinkte unserem Kalender einige Tage hinterher. Die Februarrevolution brach eigentlich im März aus, und die Oktoberrevolution im November. Trotzdem hat man die alten Namen beibehalten.<eop> Was brachte die Revolution von 1905? In den Jahren 1904 und 1905 fand ein Krieg zwischen Russland und Japan statt. Russland erlebte viele Niederlagen. Außerdem war der Krieg schlecht für die Wirtschaft, so dass viele Menschen arm wurden. Es gab Demonstrationen gegen die Regierung des Zaren. Mit Soldaten hat der Zar die Demonstrationen bekämpft.<eop>Dennoch hat der Zar ein Parlament wählen lassen, damit die Menschen nicht mehr so unzufrieden waren. Die meisten Mitglieder des Parlaments mochten den Zaren nicht. Darum hat er das Parlament mehrmals beendet und neu wählen lassen. Viel ausrichten konnte das Parlament nicht.<eop> Was veränderte sich durch die Revolution Anfang 1917? Im Ersten Weltkrieg konnten Deutschland und Österreich-Ungarn viele Gebiete Russlands erobern. Den russischen Soldaten ging es sehr schlecht, weil sie zu wenig Nahrungsmittel und Medikamente erhielten. Zwei Millionen Menschen aus Russland waren schon im Krieg gestorben. Auch in den russischen Städten fehlte es an vielen Dingen. Nicht einmal Brot gab es genug.<eop>Deswegen gingen viele Russen auf die Straße um zu demonstrieren. Es gab außerdem Streiks gegen die Regierung: Hunderttausende hörten auf zu arbeiten, um zu zeigen, wie wütend sie waren. Wieder traten der Zar und die Regierung hart auf und ließen Soldaten gegen die Menschen kämpfen.<eop>Diesmal aber waren einige Gruppen von Soldaten für die Demonstranten. In der Hauptstadt Russlands kam es zum Chaos. Einige Mitglieder des Parlaments trafen sich, obwohl der Zar es verboten hatte. Sie behaupteten, dass sie die Führung im Land hätten. Sie ließen die bisherigen Minister einsperren und gründeten eine neue Regierung.<eop>Die neue Regierung konnte sich rasch durchsetzen. Sie wurde nämlich auch vom Sowjet gutgefunden. „Sowjet“ ist ein russisches Wort und bedeutet Rat. Der Sowjet war eine Versammlung von Menschen, die von Arbeitern und Soldaten gewählt worden waren. Genauer gesagt gab es mehrere Räte im Land. Der Sowjet in der Hauptstadt hatte von der neuen Regierung verlangt, dass zum Beispiel die Demonstranten nicht bestraft werden und die Leute ihre Meinung sagen dürfen. <eop> Wieso gab es noch eine Revolution? Außer der neuen Regierung gab es weiterhin den Sowjet. Beide Organe fingen an sich zu streiten. Vor allem ging es um die Frage, ob Russland weiterhin Krieg führen sollte. <eop>Hinzu kam, dass die Kommunisten stärker wurden. Ihr Anführer Lenin kam im April 1917 wieder aus dem Ausland nach Russland. Schließlich machten die Kommunisten einen Putsch: Ihre Anhänger eroberten die wichtigsten Gebäude in der Hauptstadt. Seitdem hatten sie die Macht zumindest in der Hauptstadt. Das ist die eigentliche Oktoberrevolution nach dem europäischen Kalender. Gemäß unserem Kalender fand sie in der Nacht vom 6. auf den 7. November statt.<eop>Die Regierung der Kommunisten ließ endlich ein neues Parlament wählen. Im neuen Parlament waren nur ein Viertel der Mitglieder kommunistisch. Darum schaffte die kommunistische Regierung das Parlament rasch wieder ab. Es gab immer noch viele starke Gegner der Kommunisten. Während man die Kommunisten die „Roten“ nannte, waren die Gegner die „Weißen“.<eop>Danach kam es zu einem Bürgerkrieg in Russland: Die Kommunisten brauchten etwa drei Jahre, um ganz Russland zu erobern. Im Jahr 1922 machten sie aus dem früheren Russischen Reich die Sowjetunion. "}, {"title": "Russland", "id": 771, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Russland", "text": "Russland ist das größte Land der Erde. In ihm liegt der Ural, ein Gebirge, das die Grenze zwischen Europa und Asien bildet. In Russland leben mehr Menschen als in jedem anderen Land Europas. Russland bildete lange Zeit den Kern der Sowjetunion.<eop>Gerade im asiatischen Teil Russlands gibt es aber viele Gegenden, in denen sehr wenig Menschen wohnen. Sibirien liegt im Norden des Landes und gehört teilweise zur Arktis, dort ist es sehr kalt und es liegt meist Schnee. Südlich davon liegen die Tundra, die Taiga, Steppen oder Wüsten und Gebirge. Im Norden grenzt Russland an den Arktischen Ozean, in die anderen Richtungen grenzt es an sehr viele verschiedene Länder.<eop>Der Name Russland kommt von dem „Rus“, das war eine Herrschaft im Mittelalter. Die Hauptstadt Moskau liegt tief im Landesinneren, im europäischen Teil. Sankt Petersburg hingegen, die frühere Hauptstadt, liegt an der Ostsee und hat viele alte Gebäude, die mehr an das alte Europa erinnern. Sieben von zehn Russen leben im europäischen Teil Russlands. <eop>Die russische Sprache hat andere Buchstaben als die deutsche. Diese heißen Kyrillisch und werden auch in einigen anderen osteuropäischen Ländern verwendet. Gerade im asiatischen Teil sprechen viele Einwohner auch andere Sprachen als Russisch. Es gibt auch eine eigene russische Kirche, die sich orthodox nennt. Sie stammt aus dem Ostteil des Römischen Reiches. Im heutigen Russland haben viele Menschen auch eine andere Religion, wie zum Beispiel den Islam.<eop>Russland hat zwar viele Rohstoffe in seiner Erde, wie Erdöl und Erdgas. Viele andere Länder Europas kaufen Erdöl und Erdgas aus Russland. Es gibt auch viele Maschinen, die in Russland hergestellt werden und eine bedeutende Landwirtschaft. Dennoch sind viele Menschen in Russland sehr arm und werden auch nicht so alt wie in anderen Ländern Europas. <eop> Wie sieht das Land aus? Russland ist das größte Land der Erde, mit einer Fläche von 17 Millionen Quadratkilometern. Ganz Europa hat nur 10 Millionen und die Europäische Union nur vier Millionen Quadratkilometer. Russland ist eher lang gestreckt von Westen nach Osten, so dass es elf Zeitzonen kennt. Das Land hat fast zwei Millionen Seen und den längsten Fluss Europas, die Wolga.<eop>Richtige Wüsten gibt es in Russland nicht so viele. Aber auch in den Steppen wird es im Sommer sehr heiß, im Winter jedoch sehr kalt. Nördlich von den Steppen kennt man viele andere Klimazonen. In manchen Gegenden gibt es zum Beispiel sehr viel Wald, etwa in der Taiga. Die vielen Wälder Russlands sind sehr wichtig für das Klima der Welt. Weiter nördlich liegt die kältere, baumlose Tundra, dann kommt die Eiswüste der Arktis.<eop>In Russland sieht man viele verschiedene Tierarten. Dazu gehören große Raubtiere wie der Braunbär, der Polarbär, der Amurtiger und der Schneeleopard. Große Pflanzenfresser sind die Saiga-Antilope und mehrere Hirsch-Arten.<eop>Was ist früher in Russland passiert? Die Vorfahren der Russen waren Ostslawen. Im frühen Mittelalter regierten Wikinger über viele Ostslawen. Einer von ihnen war Rurik, der die Kiewer Rus gegründet hat. Die Rus war ein großer Bund von Völkern. Von dieser Rus hat Russland seinen Namen, aber auch Weißrussland und die Ukraine haben ihren Ursprung in der Rus.<eop>Russland hatte bis 1917 einen Kaiser, den Zaren. Danach gab es eine Revolution und das Land wurde von einer Gruppe regiert, die sich Kommunisten nannte. Damals hieß das Land Sowjetunion und bestand auch aus anderen Ländern, zum Beispiel dem heutigen Kasachstan und der Ukraine. <eop>Erst im Jahr 1991 mussten die Kommunisten die Macht abgeben. Damit zerfiel die Sowjetunion. Heute hat Russland ein Parlament und einen Präsidenten, beide werden vom Volk gewählt. Im Jahr 2014 hat Russland sich einen Teil der Ukraine einverleibt, nämlich die Halbinsel Krim.<eop> Wer hat in Russland das Sagen? Russland hat seit dem Jahr 1993 seine Verfassung von heute. Darin steht geschrieben, dass die Russen Rechte haben. Ein Beispiel ist das Recht, seine Meinung frei zu äussern. Trotzdem kommen dafür immer wieder Menschen ins Gefängnis. Das Land nennt sich Russländische Föderation. Es soll also Bundesländer haben wie auch zum Beispiel Deutschland oder Österreich.<eop>Russland hat ein Staatsoberhaupt, das vom Volk gewählt wird. Der Gewählte ist dann sieben Jahre lang Präsident. Das Parlament heißt Föderationsversammlung und besteht aus zwei Teilen. Das eigentliche Parlament ist die Staatsduma, die alle fünf Jahre gewählt wird.<eop>In der Wirklichkeit hat der Präsident viel mehr Macht, als es nach der Verfassung aussieht. Seit dem Jahr 2000 war das vor allem Wladimir Putin. Putin will, dass Russland wieder so groß und mächtig wie die Sowjetunion wird. Politiker und Journalisten, die nicht seiner Meinung sind, werden eingeschüchtert. Viele Menschen sagen, dass Russland keine Demokratie mehr ist.<eop> Wofür ist Russland bekannt? Russland kennt man in der Welt für vielerlei Dinge. Bekannt sind zum Beispiel die Matrjoschkas. Das sind bunte Holzpuppen, die ineinander geschachtelt werden können. Sie wurden im 19. Jahrhundert von einem Maler aus Moskau erfunden. Viele Touristen, die nach Russland gehen, nehmen so eine Matrjoschka als Souvenir mit. In Russland kennt man „Väterchen Frost“, der dort so etwas ähnliches wie der Weihnachtsmann ist. Am Neujahrestag beschenkt er die Kinder.  <eop>Aus Russland stammen auch viele bekannte Leute wie der Komponist Peter Tschaikowski, der Ballettmusiken wie „Dornröschen“ oder „Der Nussknacker“ komponierte. Berühmt sind auch einige Schriftsteller wie Leo Tolstoi oder Fjodor Dostojewski. Den Künstler Peter Carl Fabergé aus Sankt Petersburg kennt man für seine bunten Fabergé-Eier. <eop>Die Russen essen gerne Pelmeni. Das sind Teigtaschen, die mit Fleisch gefüllt sind. In Russland kann man sie in jedem Lebensmittelgeschäft finden. Traditionell isst man sie mit Smetana, einer sauren Sahne, Russische Jugendliche essen sie gerne mit „Ketchunaise“, einer Mischung aus Ketchup und Mayonnaise. Eine andere bekannte russische Speise ist die Borschtsch, eine Suppe mit Roter Beete. Sie wird dort vor allem im Sommer gegessen. Zum Essen wird gern viel getrunken, am liebsten Wodka. <eop>"}, {"title": "Röteln", "id": 772, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Röteln", "text": "Die Röteln sind eine Krankheit mit Fieber und Hautausschlag, die vor allem Kinder bekommen. Man zählt sie deshalb zu den Kinderkrankheiten. Ausgelöst werden die Röteln durch ein Virus, das Rötelnvirus. Wenn ein Mensch einmal die Röteln durchgemacht hat, bildet sein Körper Abwehrstoffe gegen das Virus, er wird „immun“. Deswegen bekommt man die Röteln kein zweites Mal.<eop>Eine Behandlung gegen Röteln gibt es nicht. Man kann nur die Krankheitszeichen lindern. Den Rest muss der Körper selbst tun – seine Abwehrkräfte beseitigen das Virus. Vor der Erkrankung mit Röteln kann man sich aber durch eine Impfung schützen. Dabei spritzt der Arzt abgeschwächte Virus und der Körper bildet Abwehrstoffe, ohne dass eine Krankheit auftritt.<eop> Was passiert, wenn man Röteln hat? Die Ansteckung mit dem Rötelnvirus passiert, indem man es einatmet. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt etwa 14 bis 21 Tage. Wer Röteln hat, bekommt kleine dicke Flecken auf der Haut, die rötlich aussehen. Sie verschwinden schon nach einem bis drei Tagen. Der Körper hat eine höhere Temperatur als normal. Es gibt oft Schmerzen im Kopf und in den Gliedern.<eop>Außerdem können die Lymphknoten anschwellen. Lymphknoten gehören zum Abwehrsystem eines Menschen. Es kommt auch vor, dass die Röteln ganz ohne Krankheitsanzeichen verlaufen.<eop> Warum sind Röteln gefährlich, wenn eine Frau schwanger ist? Wenn eine Frau während einer Schwangerschaft Röteln bekommt, ist das äußerst gefährlich für ihr ungeborenes Baby. Sehr oft entstehen schlimme Fehlbildungen am Herzen oder Entzündungen an Organen. Das Baby kann schwerhörig werden oder nur noch ganz schlecht sehen. Manchmal bleibt auch sein Kopf viel zu klein. Das ungeborene Baby kann sogar im Mutterleib sterben und die Frau verliert es durch eine Fehlgeburt.<eop>Röteln sind sehr ansteckend. Eine Frau, die ein Baby im Bauch trägt, darf niemandem zu nahe kommen, der Röteln hat. Dadurch vermeidet man, dass sie sich ansteckt.<eop>"}, {"title": "Rücken", "id": 773, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Rücken", "text": "Der Rücken ist die hintere Seite des Oberkörpers. Er liegt also genau auf der anderen Seite als der Bauch und die Brust. Bei den Menschen ist der Rücken hinten, weil sie aufrecht gehen. Bei den meisten Tieren ist er oben. Bei den Vögeln ist er irgendwo zwischendrin.<eop>Wo der Rücken anfängt und wo er aufhört, ist nicht einfach zu sagen. Es ist der Bereich der Wirbelsäule. In der Umgangssprache beginnt der Rücken beim oberen Rand der Hose, beim Gürtel. Der Po gehört dann also nicht dazu. In der Medizin rechnet man das Kreuzbein und das Steißbein auch noch dazu. Somit reicht der Rücken bis fast zum unteren Rand der Badehose.<eop>Auch oben ist es nicht ganz klar: Der Nacken ist die hintere Seite des Halses. Der gehört nicht zum Rücken. Weiter unten sind die Schultern. Man spricht auch vom Schultergürtel. In der Umgangssprache gehört er zum Rücken. In der Medizin spricht man sowieso eher von den verschiedenen Abschnitten der Wirbelsäule.<eop>An der Wirbelsäule beginnen längliche Knochen, die Rippen. Sie reichen bis zur Brust. Außerdem gibt es am Rücken sehr viele Muskeln. Damit können wir uns drehen, seitwärts beugen, strecken und aufrichten. Meist müssen wir den Rücken aber einfach aufrecht halten, zum Beispiel beim Sitzen. Dazu braucht es wiederum andere Muskeln. Viele Rückenmuskeln helfen auch mit beim Atmen, denn dabei heben wir den Brustkorb und lassen ihn wieder zusammensinken.<eop>Alle Sportler trainieren ihre Rückenmuskulatur, denn ohne sie geht gar nichts. Große Probleme gibt es beim langen Sitzen, denn darauf hat die Evolution unseren Körper nicht ausgerichtet. Dies kommt vor allem bei langer Arbeit am Computer vor. Meist bleibt man dabei immer in derselben Stellung. So können sich einzelne Muskeln verkrampfen und es kann zu großen Schmerzen kommen. So ein plötzlich auftretender Schmerz ist der Hexenschuss. <eop>Rückenschmerzen gibt es allerdings nicht erst seit dem modernen Büro. Schon früher bekamen viele Menschen einen Rundrücken, man sagt auch: einen Buckel. Den bekamen Leute, die im Beruf viel lesen oder schreiben mussten. Auch Näherinnen und viele andere Leute waren davon betroffen. Alte Menschen beugen ihren Rücken oft mehr oder weniger stark nach vorne. <eop>Das Wort „Rücken“ braucht man aber noch für andere Dinge: Jedes Buch hat einen Rücken. Das ist das schmale Teil zwischen dem vorderen und dem hinteren Deckel. In einer Bibliothek sieht man also bei den meisten Büchern nur den Rücken. Jedes Blatt und viele andere Dinge haben auch eine Rückseite. Damit ist gemeint, was hinten liegt und was man meist erst sieht, wenn man den Gegenstand umdreht.<eop>"}, {"title": "Saarbrücken", "id": 774, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Saarbrücken", "text": "Saarbrücken ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Saarland. In Saarbrücken leben über 150.000 Menschen. Damit ist es die größte Stadt im Saarland und unter den 50 größten Städten Deutschlands. Saarbrücken liegt an der Saar, dem Fluss, der dem Saarland seinen Namen gegeben hat.<eop>Saarbrücken wurde im Mittelalter gegründet. 1909 wurde die Stadt Saarbrücken mit ihrer Nachbarstadt Sankt Johann und einer weiteren kleinen Stadt zusammengeschlossen. Darum ist die Saarbrücker Innenstadt zweigeteilt: in Alt-Saarbrücken, die alte Innenstadt von Saarbrücken, und Sankt Johann. In Alt-Saarbrücken befindet sich das Schloss Saarbrücken, in Sankt Johann das Saarbrücker Rathaus Sankt Johann und der Sankt Johanner Markt. Er ist der bekannteste Platz in der Saarbrücker Innenstadt.<eop>Saarbrücken gehörte mehrfach zu Frankreich. Der französische Name ist heute noch „Sarrebruck“. Als Belohnung für die Volksabstimmung im Jahr 1935 bekam Saarbrücken vom deutschen Staat das Staatstheater geschenkt. Damals hatten sich die Menschen dafür entschieden, wieder zu Deutschland zu gehören.<eop>Außerhalb der Innenstadt gibt es in Saarbrücken, wie im gesamten Saarland, viel Industrie. Wie auch im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen wurde hier früher nach Kohle gegraben und Eisen zu Stahl verarbeitet. Das kann man auch heute noch im Stadtbild von Saarbrücken sehen. Saarbrücken hat außerdem eine Universität und einen internationalen Bahnhof, von dem viele Züge nach Frankreich fahren.<eop><eop>"}, {"title": "Saarland", "id": 775, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Saarland", "text": "Das Saarland ist ein kleines deutsches Bundesland. Es liegt ganz im Westen an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg. Die Landeshauptstadt ist Saarbrücken. Nach der Fläche ist das Saarland etwa doppelt so groß wie Berlin, es hat aber nur knapp eine Million Einwohner. Nur die Bundesländer Berlin, Hamburg und Bremen sind noch kleiner.<eop>Die Landschaft im Saarland besteht vor allem aus Mittelgebirgen, in denen früher viel Bergbau betrieben wurde. Das Gebiet des heutigen Bundeslandes war über Jahrhunderte auf viele kleine Fürstentümer aufgeteilt und bekam auch mehrfach andere Herrscher. So gehörte es manchmal zu Frankreich, später zu Preußen. Wichtig wurde es aber erst im 19. Jahrhundert: Damals entstanden hier viele Kohle-Bergwerke, sowie Eisen- und Stahlwerke. <eop>Kohle und Stahl braucht man auch um Kanonen, Panzer und Kriegsschiffe zu bauen. Darum hat man sich oft gestritten, wem das Gebiet gehören soll. „Saargebiet“ nannte man es zum ersten Mal nach dem Ersten Weltkrieg. Fünfzehn Jahre lang regierte der Völkerbund, das war der Vorläufer der Vereinten Nationen. Frankreich durfte die Kohle haben. Etwas Ähnliches passierte noch einmal nach dem Zweiten Weltkrieg. <eop>Beide Male haben die Einwohner schließlich abstimmen dürfen. Die allermeisten entschieden sich dafür, dass sie wieder zu Deutschland gehörten. Seit 1957 ist das Saarland ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Wegen der Geschichte und der Nähe zu Frankreich, spielt die Französische Sprache noch immer eine etwas größere Rolle dort als im Rest von Deutschland. So findet man zum Beispiel manchmal zweisprachige Schilder.<eop>In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden viele Bergwerke und Eisenhütten geschlossen. Ein besonders großes Eisenwerk in Völklingen ist heute ein Museum und kann besichtigt werden. Aber auch heute arbeiten noch viele Saarländer in der Stahlindustrie und bauen Maschinen. "}, {"title": "Sachsen", "id": 776, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sachsen", "text": "Sachsen ist ein Bundesland im Osten von Deutschland. Wie Bayern und Thüringen nennt es sich Freistaat. Bis 1918 war es ein Königreich.<eop>Seine Hauptstadt heißt Dresden, weitere große Städte sind Leipzig und Chemnitz. In Sachsen leben etwa vier Millionen Menschen, die allermeisten davon sprechen deutsch als Muttersprache. Nur ganz im Osten des Landes, in der Oberlausitz, gibt es eine kleine Minderheit, die Sorben. Die Sorbische Sprache ist mehr mit dem Polnischen und Tschechischen verwandt.<eop> Wie sieht es in Sachsen aus? Die Landschaft ist im Norden eher flach oder hügelig, im Süden gibt es viele Berge. An der Grenze zu Tschechien erstreckt sich das Erzgebirge. Das heißt so, weil dort früher Erze aus dem Berg gegraben wurden. Aus Erz holt man Metalle. Dort liegt auch der höchste Berg Sachsens: Der Fichtelberg ist 1215 Meter hoch. Östlich der Elbe liegt das Elbsandsteingebirge: Bergsteiger und Kletterer mögen diese „Sächsische Schweiz“ sehr.<eop>In Sachsen gibt es viele Fabriken, in denen zum Beispiel Autos oder Maschinen gebaut werden. In der Nähe von Leipzig wird Braunkohle gefördert. Im Erzgebirge gibt es zwar heute keinen Bergbau mehr, dafür fahren aber viele Leute hierher in den Urlaub, besonders im Winter.<eop> Welche Geschichte hat Sachsen? Der Name des Landes kommt von dem alten Germanenstamm der Sachsen, die im frühen Mittelalter ungefähr im heutigen Niedersachsen lebten. Die sächsischen Herzöge waren damals mächtige Herrscher, einige von ihnen wurden sogar zu deutschen Königen und Kaisern gewählt. Im Laufe der Jahrhunderte herrschten sie über andere Gebiete, und langsam „wanderte“ damit auch der Name „Sachsen“ immer weiter die Elbe hinauf, nach Osten. Deshalb gibt es zwischen Sachsen und Niedersachsen auch noch ein drittes Bundesland mit ähnlichem Namen: Sachsen-Anhalt.<eop>Im Gebiet des heutigen Sachsen lebten damals noch Slawen, die mehr mit den heutigen Polen oder Tschechen verwandt sind. Die Sorben in der Oberlausitz sind ein kleiner Rest von ihnen. Seit dem 12. Jahrhundert kamen immer mehr Deutsche ins Land, nachdem man im Erzgebirge Silber und andere wertvolle Metalle gefunden hatte. Das Silber aus dem Erzgebirge machte die sächsischen Fürsten so reich, dass sie in Dresden und Umgebung prunkvolle Schlösser bauen und viele Kunstschätze sammeln konnten, die man noch heute in den Dresdner Museen sehen kann. <eop>Im 19. und 20. Jahrhundert gab es in Sachsen viel Industrie. Die erste Fern-Eisenbahn fuhr hier zwischen Dresden und Leipzig. Und auch wenn das Auto nicht in Sachsen erfunden wurde, gab es hier schon bald die meisten Autofabriken. Es war lange Zeit eines der reichsten deutschen Länder.<eop>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland geteilt. Sachsen gehörte danach etwa 40 Jahre lang nicht zur Bundesrepublik Deutschland, sondern zur Deutschen Demokratischen Republik, der DDR. Während dieser Zeit herrschte in Sachsen, wie im Rest der DDR, die Staatsform des Kommunismus. Seit der Wiedervereinigung ist Sachsen wieder ein Bundesland von Gesamtdeutschland.<eop> Wofür ist Sachsen noch bekannt? Aus Sachsen kamen viele berühmte Menschen, zum Beispiel der Komponist Richard Wagner oder der Schriftsteller Karl May, der die Winnetou-Bücher geschrieben hat. Sachse ist auch der erste deutsche Weltraumfahrer, Sigmund Jähn.<eop>Dresden ist vor allem für seine Museen und Sehenswürdigkeiten bekannt: Dresdner Zwinger, Semperoper, Frauenkirche, aber auch für den Dresdner Christstollen. Leipzig ist eine bedeutende Buchhandels- und Messestadt. Einmal im Jahr gibt es hier eine große Ausstellung, wo man neue Bücher lesen und kaufen kann. <eop>Im Erzgebirge wird schon lange nicht mehr nach Erz gegraben. Aber es gibt von früher her noch Kunsthandwerk. Man baut zum Beispiel Musikinstrumente, Spielzeug und Weihnachtsschmuck aus Holz, wie die bekannte Weihnachtspyramide. "}, {"title": "Sachsen-Anhalt", "id": 777, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sachsen-Anhalt", "text": "Sachsen-Anhalt ist ein Bundesland in der Mitte Deutschlands. Hier leben etwas mehr als zwei Millionen Menschen. Hauptstadt ist Magdeburg, weitere große Städte sind Halle an der Saale und die Doppelstadt Dessau-Roßlau. <eop>Die Landschaft ist meist flach bis hügelig, nur im Südwesten des Landes gibt es Berge. Hier liegt der Harz mit seinem höchstem Berg, dem 1141 Meter hohen Brocken. Größter Fluss ist die Elbe, die das Land von Südosten nach Nordwesten durchquert. <eop>Wie die meisten „Bindestrich-Länder“ mit zwei zusammengesetzten Namen ist auch Sachsen-Anhalt erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Dennoch hat das Land eine lange Geschichte. Im Mittelalter waren die sächsischen Herrscher sehr mächtig und Magdeburg schon eine bedeutende Stadt. Von hier aus regierte Kaiser Otto der Erste sein Reich. <eop>Im 16. Jahrhundert wirkte Martin Luther in Wittenberg: Er kritisierte die damalige Kirche der Christen und wollte sie reformieren, das heißt erneuern. Aus dem Streit um Luthers Ideen entstand die evangelische Kirche. Später gehörten große Teile des heutigen Bundeslandes zum Königreich Preußen, nur ein kleiner Teil blieb eigenständig: das Fürstentum Anhalt.<eop>Im Harz und dessen Vorland wurde schon seit dem Mittelalter Bergbau betrieben. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hat man im Mansfelder Land Kupfer und andere Metalle gefördert. Heute gibt es im Süden des Landes, zwischen Halle und Bitterfeld, noch einige größere Chemiefabriken. Außerdem wird dort noch Braunkohle im Tagebau gewonnen, also nicht unter der Erde.<eop>Aufgrund seiner Geschichte hat Sachsen-Anhalt viele Sehenswürdigkeiten. Touristen aus aller Welt kommen hierher, um sich schöne alte Städte und Burgen anzusehen. Beliebt sind auch die Schlösser und Gärten der anhaltinischen Fürsten in Dessau und Wörlitz.<eop>"}, {"title": "Sage", "id": 778, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sage", "text": "Eine Sage ist etwas, was gesagt wird, eine Erzählung. Sie berichtet von etwas aus der Vergangenheit. Es geht meist um Menschen, Orte oder Ereignisse, die es wirklich gegeben hat. Bei einer Sage ist also nicht alles erfunden, anders als beim Märchen. Eine Legende ist etwas ganz Ähnliches. Das Wort „Legende“ hat mit „lesen“ zu tun.<eop>Allerdings ist sehr vieles in Sagen oder Legenden erfunden. Wahrheit und Erfindung sind vermischt. Außerdem kommen in Sagen oft auch Geister, Elfen, Zauberer oder Götter vor. Meist weiß man heute nicht, wer sich eine Sage ausgedacht hat. Von anderen weiß man, wer das war, weil es noch nicht so lange her ist.<eop>Manche Forscher hoffen trotzdem, dass man aus Sagen etwas über die Geschichte lernen kann. Aber Sagen haben die Leute lange Zeit immer nur erzählt und nicht aufgeschrieben. Deshalb kann sich die Sage bis zum ersten Aufschreiben stark verändert haben.<eop>Der Ausdruck „Legende“ kann auch noch eine weitere Bedeutung haben: Es ist der kurze Text, der unter einem Bild steht und das Bild erklärt. Oft nennt man das auch „Bildlegende“ oder „Bildunterschrift“. Schließlich ist das ja auch etwas, was man lesen kann oder soll.<eop><eop>"}, {"title": "Sahara", "id": 779, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sahara", "text": "Die Sahara ist die größte trockene Wüste der Welt. In ihre neun Millionen Quadratkilometer würde die Europäische Union zweimal hineinpassen. Sie nimmt fast den ganzen Norden von Afrika ein. Noch größer ist nur die Antarktis, das ist aber eine kalte, feuchte Wüste aus Eis und Schnee.<eop>Früher hat das Meer die Gegend mehrmals überspült. Noch vor einigen tausend Jahren war es dort deutlich feuchter. Große Tiere wie Giraffen und auch Krokodile lebten dort.<eop>Heute ist die Sahara jedoch eine Wüste und Wasser ist sehr knapp. Man findet es höchstens im Erdboden und holt es mit Brunnen nach oben. Um solche Brunnen liegen manchmal Oasen. Es gibt Wadis, das sind Flüsse, die nur zu manchen Zeiten im Jahr Wasser haben. Nur die Flüsse Nil und Niger führen ständig Wasser.<eop>Allerdings besteht nur etwa ein Fünftel der Sahara aus Sandflächen. Die meisten Gegenden sind bedeckt von Steinen und Felsen. Der höchste Berg ist der Emi Koussi im Staat Tschad, mit 3415 Metern. Es ist heiß in der Sahara, im Durchschnitt 40 Grad Celsius, manchmal sogar 47.<eop>In dem riesigen Gebiet leben nur etwa vier Millionen Menschen. Die größte Stadt heißt Nuakschott und ist die Hauptstadt von Mauretanien. In diesem Land wohnen auch die meisten Sahara-Bewohner.<eop>Im Norden der Sahara folgt die Küste des Mittelmeeres, im Westen des Atlantiks. Südlich der Sahara liegt Regenwald. Zwischen Wüste und Regenwald gibt es aber noch eine weitere Landschaft, die Savanne. Sie ist der Wüste ähnlich, hat aber mehr Wasser, Pflanzen und Tiere.<eop><eop>"}, {"title": "Salamander", "id": 780, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Salamander", "text": "Salamander sind Amphibien. Sie haben eine ähnliche Körperform wie Eidechsen oder kleine Krokodile, sind aber mit ihnen nicht verwandt. Verwandt sind sie eher mit Molchen und Fröschen.<eop>Alle Salamander haben einen lang-gestreckten Körper mit einem Schwanz und eine nackte Haut. Zudem wächst ihnen ein Körperteil nach, wenn er beispielsweise abgebissen wurde. Salamander legen keine Eier wie die übrigen Amphibien, sondern sie bringen Larven oder sogar lebendige Jungtiere zur Welt.<eop>Unter sich sind die Salamander sehr verschieden. Der Japanische Riesensalamander lebt ständig im Wasser. Er wird eineinhalb Meter lang und bis zu 20 Kilogramm schwer. In Europa leben hauptsächlich zwei Arten: der Feuersalamander und der Alpensalamander. <eop>Wie lebt der Feuersalamander? Der Feuersalamander lebt fast in ganz Europa. Er wird etwa 20 Zentimeter lang und 50 Gramm schwer. Das ist etwa so viel wie eine halbe Tafel Schokolade. Seine Haut ist glatt und schwarz. Auf dem Rücken trägt er gelbe Flecken, die auch leicht orange leuchten können. Während des Wachstums streift er mehrmals seine Haut ab wie eine Schlange.<eop>Der Feuersalamander besiedelt am liebsten große Wälder mit Laub- und Nadelbäumen. Dort hält er sich gerne in der Nähe von Bächen auf. Er liebt die Feuchtigkeit und ist deshalb vor allem bei Regenwetter und nachts unterwegs. Tagsüber versteckt er sich meist in Felsspalten, unter Baumwurzeln oder unter totem Holz.<eop>Feuersalamander legen keine Eier. Nach der Befruchtung durch das Männchen entwickeln sich im Bauch der Weibchen kleine Larven. Wenn sie groß genug sind, bringt das Weibchen etwa 30 kleine Larven zur Welt, und zwar im Wasser. Wie Fische atmen die Larven mit Kiemen. Sie sind sofort selbständig und entwickeln sich zu erwachsenen Tieren.<eop>Feuersalamander fressen am liebsten Käfer, Schnecken ohne Gehäuse, Regenwürmer, aber auch Spinnen und Insekten. Gegen die eigenen Feinde schützt sich der Feuersalamander durch seine gelben Farbflecke. Er trägt aber auch ein Gift auf der Haut, das ihn schützt. Dieser Schutz ist so wirksam, dass Feuersalamander kaum angegriffen werden.<eop>Trotzdem sind die Feuersalamander geschützt. Viele von ihnen sterben unter Rädern von Autos oder weil sie Bordsteinkanten nicht erklimmen können. Auch nimmt ihnen der Mensch viele Lebensräume weg, indem er die natürlichen Mischwälder verwandelt in Wälder mit ein und derselben Baumart. In Bächen, die zwischen Mauern fließen, können sich keine Larven entwickeln.<eop>Wie lebt der Alpensalamander? Der Alpensalamander lebt in den Bergen der Schweiz, Italiens und Österreich bis zum Balkan. Er wird etwa 15 Zentimeter lang. Seine Haut ist glatt, oben tief schwarz und auf der Bauchseite etwas grauer.<eop>Der Alpensalamander besiedelt Gebiete, die mindestens 800 Meter über dem Meeresspiegel liegen und schafft es hinauf bis auf Höhen von 2.800 Metern. Er mag Wälder mit Laub- und Nadelbäumen. Höher oben lebt er in feuchten Alpenwiesen, unter Sträuchern und auf Schutthalden. Er liebt die Feuchtigkeit und ist deshalb vor allem bei Regenwetter und nachts unterwegs. Tagsüber versteckt er sich meist in Felsspalten, unter Baumwurzeln oder unter totem Holz.<eop>Die Alpensalamander legen keine Eier. Nach der Befruchtung durch das Männchen entwickeln sich im Bauch der Weibchen die Larven. Sie ernähren sich vom Eidotter und atmen durch Kiemen. Bereits im Mutterleib bilden sich aber die Kiemen wieder zurück. Das dauert zwei bis drei Jahre. Bei der Geburt ist der Nachwuchs bereits etwa vier Zentimeter groß und kann selber atmen und fressen. Alpensalamander kommen allein oder als Zwillinge zur Welt. <eop>Auch Alpensalamander fressen am liebsten Käfer, Schnecken ohne Gehäuse, Regenwürmer, Spinnen und Insekten. Gefressen werden die Alpensalamander nur ab und zu von Bergdohlen oder Elstern. Auch sie tragen ein Gift auf der Haut, das sie vor Angriffen schützt.<eop>Alpensalamander sind nicht gefährdet, aber trotzdem geschützt. Da sie so lange brauchen um sich fortzupflanzen und dann nur ein bis zwei Jungtiere zur Welt bringen, können sie sich nicht stark vermehren. Durch den Bau von Gebirgsstraßen und Stauseen haben sie auch schon viel Lebensraum verloren. <eop><eop>"}, {"title": "Salz", "id": 781, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Salz", "text": "Salze sind bestimmte chemische Verbindungen. Mit Salz meint man meistens Speisesalz, das auch Kochsalz heißt. Das ist vor allem eine Verbindung aus den Elementen Natrium und Chlor. Es gibt aber auch andere Salze, die man nicht zum Kochen, sondern zum Beispiel zum Düngen der Felder benutzt.<eop>Alle Menschen und Tiere brauchen Salz. Nur so kann der Körper genügend Wasser speichern. Ein Erwachsener muss jeden Tag etwa ein bis drei Gramm zu sich nehmen, denn beim Schwitzen und durch den Urin verliert man Salz. <eop>Salz war früher wichtig zum Haltbarmachen und Würzen von Lebensmitteln. Manchmal wurde es sogar als Geld verwendet. Ein alter Spruch sagt: „Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz.“<eop>Salz befindet sich allerdings bereits in vielen Lebensmitteln wie Fleisch. Wer besonders viel Salz zu sich nimmt, kann davon krank werden. Schlecht ist dies vor allem für die Nieren und das Herz.<eop>Zudem schmeckt das Essen damit besser, und mit Salz kann man Fleisch, Wurst, Käse und viele andere Nahrungsmittel haltbar machen. Salz gibt es zwar auch in der Natur, aber lange nicht überall. Deshalb kamen früher viele Menschen nur schwer an Salz heran. Darum war es so teuer, dass man es als Zahlungsmittel benutzte, also wie Geld.<eop>Salz befindet sich im Meerwasser. Wenn man dieses Wasser in einem flachen Becken stehen lässt, verdunstet es unter der Sonne. Zurück bleibt das Meersalz. So gewinnt man noch heute ein Fünftel des Salzes auf der Welt. <eop>Es gibt aber auch Salz unter der Erde, das Steinsalz. Man baut es in Bergwerken ab ähnlich wie Kohle. Oder man spült es mit Wasser aus der Erde heraus. Ein solches Bergwerk gibt es zum Beispiel in Salzburg. Daher hat die Stadt ihren Namen.<eop><eop> "}, {"title": "Salzburg", "id": 782, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Salzburg", "text": "Salzburg ist ein Bundesland in der Mitte von Österreich. Hier leben etwas mehr als eine halbe Million Menschen, damit gehört Salzburg zu den kleineren Bundesländern. <eop>Die Hauptstadt des Landes heißt auch Salzburg und liegt am Fluss Salzach. Dort leben etwa 150.000 Menschen. Die Stadt Salzburg kam durch den Salztransport auf der Salzach zu ihrem Namen. <eop>Seit dem Mittelalter war Salzburg ein eigenes Fürstentum und wurde von einem Bischof regiert. Erst im Jahr 1805 kam die Gegend zu Österreich, also vor etwa 200 Jahren. Die Salzburger Fürsten liebten die Kunst. Sie förderten zum Beispiel Musiker wie Wolfgang Amadeus Mozart, der in der Stadt geboren wurde. Deshalb nennt sich Salzburg die „Mozartstadt“.<eop>Heute leben die Menschen in Salzburg vor allem vom Tourismus. Sehr viele Menschen machen hier Urlaub, auch aus Deutschland. Sie kommen vor allem zum Skifahren, Wandern und Klettern in den Alpen. Andere mögen lieber kulturelle Veranstaltungen wie die „Salzburger Festspiele“, ein sehr bekanntes Festival für klassische Musik.<eop><eop>"}, {"title": "Samen", "id": 783, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Samen", "text": "Die Samen einer Pflanze sind wie die Babys von Menschen oder Tieren. Ihre Eltern haben sie gemacht. Sie wachsen, werden groß und können selbst wieder Samen bilden. Dies nennt man Fortpflanzung. Die Pflanzen können sich dadurch auch vermehren und weiter ausbreiten. Zudem sind Samen eine wichtige Nahrung für Menschen und Tiere.<eop>Samen entstehen, wenn in einer Blüte die männlichen Pollen auf die weibliche Narbe gelangen. Im Innern der Blüte vereinigt sich ein Pollenkorn mit der weiblichen Eizelle. So beginnt ein Samen zu wachsen.<eop>Was enthält ein Samen? Ein Samen enthält drei wichtige Teile. Der wichtigste Teil ist der Keimling. Aus ihm wachsen in der Erde kleine Wurzeln und ein Halm. Man nennt diesen Vorgang „keimen“. Bei der Erdnuss ist der Keimling gut erkennbar. Er sitzt an einem Ende der Nuss. Mit dem Fingernagel kann man ihn gut herauspulen. <eop>Der zweite Teil ist der Mehlkörper. Er speichert den Nährstoff für den Keimling. So ähnlich ist es auch mit dem Eigelb und dem Eiweiß in den Vogeleiern. <eop>Der dritte Teil ist die Samenschale. Sie schützt den Mehlkörper und den Keimling gegen Pilze und Kleinlebewesen. Um die Samenschale herum liegen Spelzen. Das sind Blütenblätter, welche das Samenkorn noch weiter schützen.<eop>Wozu dient ein Samen? In erster Linie dienen die Samen zur Fortpflanzung. Viele Pflanzen leben nur ein Jahr lang. Bäume schaffen manchmal mehrere hundert Jahre, aber auch dann sterben sie ab. Überleben können sie nur, indem sie sich fortpflanzen, also Samen bilden. <eop>Um sich möglichst gut zu verbreiten, haben die Pflanzen verschiedene Tricks auf Lager: Die Samen der Ahornbäume haben Flügel, mit denen sie sich ein stückweit vom Mutterbaum entfernen können. Der Wind hilft ihnen dabei. Andere Pflanzen bilden große Samen, die Nüsse. Sie sind beispielsweise für Eichhörnchen interessant. Sie tragen die Nüsse weg und vergraben sie. Was sie im Winter vergessen, kann keimen und wachsen. <eop>Wieder andere Pflanzen lassen viel Fruchtfleisch um die Samen herum wachsen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Kirsche. Wenn ein Vogel eine Kirsche schluckt, wird er den Kern irgendwo anders mit dem Kot wieder ausscheiden. Die Kerne sind die Samen des Kirschbaums und so kann sich ein Kirschbaum über weite Strecken verbreiten.<eop>Was bedeuten Samen für die Menschen? Für die Menschen haben Samen eine sehr große Bedeutung. Ein Großteil unserer Nahrung sind Samen: Alles Getreide wie Weizen, Reis, Roggen und viele andere sind eigentlich Samen. Auch als Tierfutter dienen Samen, wie zum Beispiel der Mais. Die Tiere geben dadurch mehr Milch und Fleisch, die Hühner legen mehr Eier.<eop>Alle unsere Getreidesorten stammen von Süßgräsern ab. Die Menschen haben bereits in der Steinzeit entdeckt, dass man diese Samen essen kann. Sie haben dann begonnen, die Samen zu züchten: Sie haben jedes Jahr die größten Samen beiseitegelegt und im nächsten Jahr wieder ausgesät. Man nennt das „züchten“. So sind Sorten mit immer mehr und immer größeren Körnern entstanden, wie wir sie heute kennen. <eop>Auch die meisten Früchte und Gemüse sind Samenpflanzen. Von den Früchten essen wir am liebsten das Fruchtfleisch, beispielsweise bei den Äpfeln. Bei den Erbsen essen wir nur die Samen selber. Bei vielen Bohnen essen wir die Hülle mit. Karotten sind zwar keine Früchte, sondern Wurzeln, aber sie wachsen nur, weil sie Samen bilden, die man aussäen kann.<eop>"}, {"title": "San Marino", "id": 784, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/San Marino", "text": "San Marino ist ein winziger Staat in Europa. Er ist völlig von Italien umgeben. In San Marino wohnen etwa so viele Menschen wie in einer kleinen Stadt.<eop>Das kleine Land ist hügelig. Der Monte Titano ist ein langer Bergrücken, dessen höchste Spitze 739 Meter hoch ist. Auf dieser Spitze liegt die Stadt San Marino, die Hauptstadt. In dieser Stadt wohnen etwa 4000 Menschen. Zwei andere Städte des Landes haben aber mehr Einwohner, nämlich Serravalle und Borgo Maggiore.<eop>San Marino ist eine Republik. Das Staatsoberhaupt von San Marino sind jeweils zwei Bürger gemeinsam, die vom Rat für nur gerade sechs Monate gewählt werden. Eine eigene Währung hat der Kleinstaat nicht, sondern nutzt den Euro. <eop>Was ist früher in San Marino geschehen? Laut einer alten Sage gab es einmal einen Christen, den Heiligen Marinus, der auf den Monte Titano geflüchtet ist. Damals, etwa 300 Jahre nach Christus, hat man im Römischen Reich noch Christen verfolgt. Zusammen mit anderen Flüchtlingen gründete er eine Gemeinschaft. Tatsächlich wurde der kleine Staat im Jahr 301 gegründet und wurde im Jahr 366 vom Römischen Reich unabhängig. Das bewahrte sich der Kleinstaat durch verschiedene Kriege hindurch.<eop>Auch später noch flüchteten Menschen nach San Marino. Als um das Jahr 1860 Italien vereinigt wurde, blieb es frei und selbstständig, weil es stolz auf seine Geschichte war: San Marino nennt sich die älteste Republik der Welt. <eop><eop>"}, {"title": "Sand", "id": 785, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sand", "text": "Sand ist einer der Stoffe, die am häufigsten auf der Erde vorkommen. Sand besteht aus sehr kleinen Stücken Gestein. Wenn die Sandkörner größer als zwei Millimeter sind, spricht man von Kies.<eop>Sand entsteht im Laufe vieler Jahre aus Felsen, die verwittern. Der meiste Sand besteht aus Quarz, einem Mineral. Anderer Sand stammt aus dem Gestein von Vulkanen. <eop>Sand kommt allerdings auch von Tieren oder Pflanzen. So haben Muscheln eine Schale aus einem Stoff, aus dem auch Eierschalen sind. Kleine Muschelstückchen oder auch die Reste von Korallen machen oft einen Teil von Sand aus, vor allem an Stränden oder auch im Flussbett.<eop>Es gibt verschiedene Arten von Sand: Die Körner des Wüstensandes sind rund und haben eine glatte Oberfläche. Das sieht man gut unter dem Mikroskop. Wenn der Wind sie herumweht, schleifen sie sich aneinander ab. Die Sandkörner aus dem Meer hingegen sind eckig und haben eine raue Oberfläche.<eop>Sand gibt es aber nicht nur in Wüsten, an Küsten und auf dem Meeresboden. In jedem Erdboden gibt es einen Anteil an Sand. Wenn die Erde viel Sand enthält, spricht man von einem Sandboden. Die sind in Europa durchaus häufig.<eop> Wozu brauchen die Menschen Sand? Die Menschen brauchen heute riesige Mengen an Sand, um daraus Beton herzustellen. Dazu braucht es zusätzlich Zement, Wasser und weitere Zusatzstoffe aus der Chemie. Mit dem Beton bauen sie Häuser, Brücken und viele andere Bauwerke.<eop>Bauen kann man jedoch nur mit Sand aus dem Meer. Die Körner des Wüstensandes sind zu kugelig und bilden auch mit noch so viel Zement keinen starken Beton. An vielen Küsten und in vielen Meeresteilen gibt es schon keinen Sand mehr, weil er aufgebraucht ist. Sand wird deshalb mit großen Schiffen von weit her geholt, oft sogar von einem anderen Kontinent. <eop>Viele Menschen mögen es, wenn es am Strand viel Sand gibt. Manchmal wird Sand dafür aufgeschüttet. Das nützt jedoch nicht viel, weil die Strömung den Sand wieder wegträgt. Man muss ihn immer wieder frisch aufschütten.<eop>Weil Sand nachgibt, springt man beim Weitspringen oft auf eine Fläche mit Sand. Spielgeräte baut man oft in Sandmulden, damit sich ein Kind weniger verletzt, falls es herunterfallen sollte. Aus Sand kann man ferner etwas formen. Das gilt für einen Sandkasten zum Spielen und ebenso für eine Statue aus Sand.<eop><eop>"}, {"title": "Satellit", "id": 786, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Satellit", "text": "Ein Satellit ist ein Himmels-Begleiter. Meistens sind damit die Begleiter gemeint, die unsere Erde weit oben im Himmel umkreisen. Der Mond ist ein natürlicher Satellit der Erde. Viel kleiner sind die künstlichen Satelliten: Menschen haben sie mit Raketen in den Weltraum geschossen. Das Wort Satellit kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „Begleiter“.<eop>Künstliche Satelliten gibt es seit dem Jahr 1957. Seitdem ziehen ständig mehrere hundert davon um die Erde herum. Viele drehen sich direkt mit der Erde mit und sind deswegen mit einem starken Fernrohr immer an derselben Stelle im Himmel zu sehen. Einige beobachten für uns die Erde oder den Weltraum. Andere sind dazu da, Fernsehsendungen, Telefongespräche und anderes von Ort zu Ort zu bringen.<eop>Was sind natürliche Satelliten? Die Erde hat einen natürlichen Satelliten, den Mond. Erst im 17. Jahrhundert haben die Menschen entdeckt, dass andere Planeten auch Monde haben. Das war durch die Erfindung der Fernrohre möglich. Zuerst hat man die größten Monde des Jupiters sehen können. Heutzutage weiß man, dass große Planeten wie der Jupiter und der Saturn Dutzende von Monden haben. Die meisten sind aber ganz klein und nur wenige ähnlich groß wie unser Erdmond.<eop>Man weiß nicht genau, wie alle Monde entstanden sind. Einige flogen vielleicht zunächst wie die Planeten um die Sonne: Als sie nah an einem Planeten vorbei kamen, wurden sie von seiner Schwerkraft angezogen. Seitdem drehen sie sich um den Planeten, das nennt man eine Umlaufbahn. Andere sind wohl entstanden, als zwei Planeten gegeneinander gestoßen sind.<eop>Was sind künstliche Satelliten? Im Jahr 1957 hat die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten mit einer Rakete ins All geschossen. Der Satellit darin hieß Sputnik. 92 Tage lang umkreiste er die Erde, bis er herunterstürzte. Ein Jahr später war Explorer der erste Satellit der USA. Dieses Land hat mittlerweile die meisten Satelliten hochgeschossen. Es sind mehrere hundert.<eop>Ein solcher Satellit umkreist dauerhaft die Erde, manche fliegen mehrere hundert Kilometer hoch, andere mehrere 10.000 Kilometer. Einige drehen sich so mit der Erde mit, dass sie scheinbar über einem bestimmten Punkt der Erde stehen. Mit Satelliten kann man die Erde beobachten, zum Beispiel um Landkarten zu machen. Andere Satelliten erhalten Nachrichtensignale und schicken sie weiter an einen anderen, weit entfernten Ort auf der Erde. Diese Signale bestehen zum Beispiel aus Telefongesprächen oder Fernsehsendungen.<eop>Auch die Internationale Raumstation ist ein Satellit. Wie einige andere Satelliten kann man sie im richtigen Moment sogar von der Erde aus sehen. Außerdem schwirren um die Erde viele Teile herum, wie alte Raketenteile, die nicht zur Erde zurückgefallen sind. Manche künstliche Satelliten kreisen nicht um die Erde, sondern um andere Planeten oder Monde, wie den Mars. Man nennt sie Orbiter, vom englischen Wort „orbit“ für Umlaufbahn. Kreist der Satellit nicht um einen Planeten oder Mond, sondern fliegt er durch das All, dann ist das eine Raumsonde.<eop><eop>"}, {"title": "Saturn", "id": 787, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Saturn", "text": "Der Saturn ist ein Planet in unserem Sonnensystem. Von der Sonne aus gesehen ist er der sechste von insgesamt acht Planeten. Seine Bahn befindet sich zwischen der des Jupiters und der des Uranus. Für einen Umlauf um die Sonne braucht er über 29 Erdjahre, das wäre dann ein „Saturnjahr“. Dafür dreht er sich besonders schnell um seine eigene Achse, also um sich selbst. Die Erde benötigt dafür 24 Stunden, der Saturn schafft es in gut zehn Stunden.<eop>Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wäre der Saturn ein Apfel, die Erde etwa eine Kirsche. Der „Saturn-Apfel“ würde etwa mit 1.300 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen. Das ist etwa zehn mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde.<eop>Wie alle vier äußeren Planeten ist er ein Gasplanet. Er hat einen kleinen harten Kern, ansonsten besteht er vor allem aus den Gasen Wasserstoff und Helium. Im Sonnensystem ist nur noch der Planet Jupiter größer.<eop> Was hat es mit den Saturnringen auf sich? Schon im Altertum kannte man den Saturn. Sein Name kommt von einem römischen Gott, der für den Ackerbau wichtig war. Erst im 17. Jahrhundert hat die Astronomie herausgefunden, dass er Ringe und auch Monde hat. Gerade die Ringe waren nur schwer zu erkennen. Sie sind nämlich so dünn, dass man sie von der Seite kaum sieht.<eop>Die Ringe sind aus über 100.000 einzelnen Ringen zusammengesetzt. Sie bestehen aus kleinen Staubteilchen bis hin zu größeren Brocken. Diese kreisen um den Saturn, genau wie ein Mond. Die inneren Ringe brauchen dafür mindestens sechs Stunden, die äußeren bis zu vierzehn Stunden. Man weiß nicht, wie die Ringe genau entstanden sind. Anscheinend sind sie aber ähnlich alt wie der Saturn selbst.<eop>Im Jahr 1655 hat man den Saturnmond Titan entdeckt. Er ist auch der weitaus größte Mond des Saturn, größer als der Mond der Erde und größer als der Planet Merkur. Titan besteht zur Hälfte aus Eis, darum ist er viel leichter als zum Beispiel der Merkur. Heute kennt man über 60 Monde des Saturn.<eop> "}, {"title": "Satz", "id": 788, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Satz", "text": "Ein Satz erzählt eine kurze Geschichte. „Der Mond geht auf.“ oder: „Ich mag diese Musik sehr gern.“ sind zwei Beispiele für Sätze. Alle Texte sind aus Sätzen aufgebaut. das gilt auch für die Artikel im Klexikon. Sätze können sehr lang sein, aber auch sehr kurz. „Verschwinde!“ ist bereits ein Satz. Wenn wir einen Satz hören, erkennen wir das Ende daran, dass die Stimme des Sprechers tiefer wird. Oft atmet der Sprechende nach einem Satz wieder ein.<eop>Ein Satz besteht aus verschiedenen Wörtern, diese gehören zu verschiedenen Wortarten. Man kann Sätze aber auch in Satzteile unterteilen: „Der Mechaniker – repariert – den Wagen“ ist ein Satz mit drei Satzteilen. In diesem Beispiel sind es Subjekt, Prädikat und Objekt. Die Kenntnis von Satzteilen braucht man um zu wissen, in welchem Fall die Satzteile stehen. Deshalb muss es hier heißen „den Wagen“ und nicht „der Wagen“.<eop>Was ein Satz ist und was alles dazu gehört, erklärt die Grammatik. Sie unterscheidet zwischen Hauptsätzen und Nebensätzen. Sie legt fest, wo ein Komma stehen muss oder welches Satzzeichen an den Schluss des Satzes gehört: Ein Punkt, ein Fragezeichen oder ein Ausrufezeichen. Auch die Satzzeichen bei gesprochenen Sätzen bestimmt die Grammatik. "}, {"title": "Sauerstoff", "id": 789, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sauerstoff", "text": "Sauerstoff ist ein Element. Normalerweise findet man diesen Stoff als Gas vor. Ein Fünftel der Luft um uns ist Sauerstoff. Für Menschen und Tiere ist Sauerstoff besonders wichtig: Man braucht ihn zum Atmen. <eop>Lange Zeit kannten die Menschen nur die Luft. Im 18. Jahrhundert aber verstand man, dass sie aus mehreren Stoffen besteht. Sauerstoff spielt oft eine Rolle, wenn etwas im Feuer verbrennt. Dann verbinden sich Elemente mit Sauerstoff. Das passiert auch beim Rosten: Eisen nimmt dabei langsam Sauerstoff auf, und Rost ist eigentlich eine Verbindung von Eisen und Sauerstoff.<eop>Sauerstoff ist das häufigste Element auf der Erde. Es gibt ihn nicht nur in der Luft: Gestein und Sand enthalten Sauerstoff. Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauerstoff. <eop>Das Element hat keine Farbe und keinen Geruch. Wenn man es sehr kalt macht, wird es flüssig oder sogar fest. Es besteht dann aus blauen Kristallen.<eop><eop>"}, {"title": "Säugetiere", "id": 790, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Säugetiere", "text": "Ein Tier gehört zu den Säugetieren, wenn die Tierkinder gesäugt werden. Dabei saugt das Tierkind an der Zitze der Mutter, um Milch zu trinken. So wird es ernährt. Auch die Menschen gehören zu den Säugetieren.<eop>Bei den Säugetieren paart sich ein Männchen mit einem Weibchen. Dann beginnen im Bauch des Weibchens die Jungtiere zu wachsen. Die Mutter bringt diese als lebendige Junge zur Welt, nicht in Eiern. Es gibt trotzdem ein paar wenige Säugetiere, die Eier legen. Das Schnabeltier bildet eine dieser Ausnahmen. <eop>Hier gibt es eine Übersicht über alle Klexikon-Artikel über Säugetiere.<eop>Welche Gemeinsamkeiten haben Säugetiere sonst noch? Säugetiere sind eine Klasse von Tieren. Zusammen mit den Fischen, Vögeln, Reptilien und Amphibien sind sie Wirbeltiere. Sie haben also eine Wirbelsäule im Rücken.<eop>Säugetiere haben das komplizierteste Herz aller Lebewesen. Es hat vier Kammern. Der doppelte Blutkreislauf führt einerseits durch die Lunge, um frischen Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben. Andererseits führt der Kreislauf durch den übrigen Körper. Das Blut befördert Sauerstoff und Nahrung durch den Körper und nimmt die Abfallstoffe mit. Dieselbe Art von Herz haben auch die Vögel.<eop>Säugetiere haben als einzige ein Zwerchfell. Dieser große Muskel liegt zwischen dem Bauchraum und dem Brustraum und trennt die beiden voneinander ab.<eop>Die meisten Säugetiere haben ein Fell, also eine Haut mit Haaren. Ihr Körper hat eine eigene Temperatur, die immer gleichbleibt. Ein Säugetier ist also nicht einfach so warm oder kalt wie die Umgebung.<eop>Zu den Säugetieren gehören nicht nur Hunde, Katzen, Pferde, Hasen und Mäuse, sondern auch Wale und Delfine. Diese bringen nämlich ebenfalls lebendige Jungtiere zur Welt. Diese saugen Milch bei der Mutter. Wale und Delphine haben zwar kein Fell, aber eine glatte Haut. <eop><eop>"}, {"title": "Savanne", "id": 791, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Savanne", "text": "Die Savanne ist eine Art von Landschaft. Savannen liegen nicht im heißesten Teil der Erde, den Wüsten, aber in den Tropen und Subtropen. Dort ist es immer noch ziemlich heiß, aber auch trockener als im Regenwald. Eine Savanne ist oft der Übergang von einer Wüste zum Regenwald. Das Wort Savanne kommmt aus dem Spanischen: „sabana“ ist eine trockene Graslandschaft.<eop>Bei einer solchen Savanne ist fast der gesamte Boden von Pflanzen bedeckt. Normalerweise sind es Gräser und einige Sträucher. Bäume stehen eher vereinzelt. Ein typischer Baum der Savanne ist der Affenbrotbaum, der gut Wasser speichern kann. Je nach Art der Savanne fällt mehr oder weniger Regen. Die Regenzeit ist normalerweise im Sommer.<eop>Manchmal gibt es in der Savanne Stellen, an denen Gras fehlt. Um die Stelle mag das Gras noch hoch sein, so dass es einen Ring bildet. Man nennt das einen Feenkreis. Woher das kommt, ist nicht sicher. Vielleicht liegt es an Tieren wie Termiten, oder am Boden. Jedenfalls finden manche Völker, dass Feen für die Kreise sorgen.<eop>Savannen gibt es auf allen Kontinenten, mit Ausnahme der Antarktis. So befindet sich in Afrika südlich der Wüste Sahara ein langer Streifen Savanne. Eine bekannte Savanne ist die Serengeti in Tansania und Kenia. In Europa gibt es nur in großen Teilen von Spanien ein savannenartiges Klima.<eop><eop>"}, {"title": "Schafe", "id": 792, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schafe", "text": "Schafe sind eine Gattung der Säugetiere. Zu ihnen gehört das Wildschaf, aus dem schließlich das Hausschaf gezüchtet wurde. Ein anderes Schaf, das in der freien Natur lebt, ist zum Beispiel das Argali, das Riesenwildschaf aus Kasachstan.<eop>Wildschafe findet man sowohl in sehr warmen Gebieten, wie am Mittelmeer, als auch in der Kälte von Sibirien oder Alaska. Oftmals leben sie im Gebirge. Das ist ihnen möglich, weil sie gut klettern können. Es liegt meist am Menschen, dass sie dort leben müssen, denn der Mensch beansprucht für sich viele andere Gebiete.<eop>Bei uns findet man auf den Weiden und Bauernhöfen fast nur Hausschafe. Es gibt nur wenige Züchter, die andere Schafe halten. Unter Schaf versteht man normalerweise ein weibliches Tier, oft ein Mutterschaf. Das Männchen ist der Bock. Ein Hammel ist ein Bock, der so operiert wurde, dass er keine Jungtiere mehr machen kann. Das Jungtier ist ein Lamm.<eop>Schafe sind recht genügsame Tiere. Sie fressen auch härteres Futter als Kühe. Sie sind jedoch wählerischer als Ziegen oder gar Esel, die noch zähere Kräuter fressen und verdauen können.<eop>Die Menschen züchten Schafe, um Wolle zu bekommen. Schafe geben Milch, außerdem kann man ihr Fleisch essen. Lammfleisch stammt von Schafen, die beim Schlachten jünger als ein Jahr waren. Die meisten Hausschafe leben in China, Australien und Indien.<eop> "}, {"title": "Schall", "id": 793, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schall", "text": "Als Schall bezeichnet man alles, was man mit den Ohren hören kann. Mit unseren Ohren nehmen wir verschiedene Geräusche, Sprache und Musik, aber auch unangenehmen Lärm wahr. Schall geht immer von einer Schallquelle aus. Das kann die menschliche Stimme sein, ein Lautsprecher, ein Orchester oder auch ein vorbeifahrendes Auto.<eop>Der Mensch hört Schall aber nur in einem bestimmten Bereich. Manche Tiere können auch andere Bereiche hören. Fledermäuse orientieren sich mit extrem hohen Tönen, die wir Menschen nicht mehr hören können. Diesen Bereich des Schalls nennen wir Ultraschall. Sehr tiefe Töne außerhalb unseres Hörbereichs heißen Infraschall. Damit können Elefanten sich über mehrere Kilometer verständigen, aber wir Menschen hören nichts.<eop>Bei Schall unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten: Eine angeschlagene Stimmgabel erzeugt einen klaren Ton. Mit Musikinstrumenten kann man verschiedene Klänge erzeugen. Geräusche entstehen beim Betreiben von Maschinen. Bei einer Explosion entsteht ein Knall. Den Unterschied zwischen diesen Schallarten kann man mit bestimmten Messgeräten zeigen.<eop> Was sind Schallwellen? Beim Schall spricht man auch von Schallwellen, das ist ähnlich wie bei den Wellen im Wasser. Bei den Saiten einer Gitarre sieht man die Wellen in der Schwingung. In der Luft kann man das nicht sehen. Die Luft wird zusammengedrückt und dehnt sich dann wieder aus. Diese Welle gibt sie an die Nachbarschaft weiter. Es entsteht eine Druckwelle, die sich im Raum ausbreitet. Das ist der Schall.<eop>Schall breitet sich in jedem Stoff mit einer bestimmten Geschwindigkeit aus. Diese Geschwindigkeit ist die Schallgeschwindigkeit. In der Luft liegt die Schallgeschwindigkeit bei etwa 1236 Kilometern pro Stunde.<eop><eop>"}, {"title": "Scharlach", "id": 794, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Scharlach", "text": "Scharlach ist eine Krankheit. Dabei bekommt der Kranke Schmerzen im Hals und Fieber. Die Mandeln schwellen an, manche Kranke haben Kopfschmerzen oder übergeben sich. Besonders sichtbar ist die Krankheit an der Zunge, die dunkelrot wird.<eop>Man bekommt Scharlach durch eine Infektion, eine Ansteckung mit einer bestimmten Art von Bakterien, den Streptokokken. Sie haben ein Gift in sich, das die Krankheit verursacht. Angesteckt wird man zum Beispiel, wenn man angehustet wird von jemandem, der die Bakterien in sich hat.<eop>Gegen Scharlach gibt es keine Impfung. Aber die Krankheit ist eher selten und verläuft meistens harmlos. Nach ein paar Tagen ist sie vorbei. Normalerweise verabreicht der Arzt Antibiotika. Selten passiert es, dass sich die Nieren entzünden oder man eine Art Rheuma bekommt, Gelenkschmerzen.<eop>Scharlach kann man mehrere Male im Leben haben. Wer sie bekommt, ist meistens noch ein Kind. Die allermeisten zehnjährigen Kinder hatten schon Kontakt mit den Bakterien, so dass ihr Körper Antistoffe dagegen gebildet haben. Dann bekommen sie keinen Scharlach mehr. "}, {"title": "Schiff", "id": 795, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schiff", "text": "Ein Schiff ist ein Fahrzeug auf dem Wasser. Mit einem Motor oder mit Segeln kann es sich aus eigener Kraft bewegen. Ein Boot ist ein kleines Schiff.<eop>Der untere Teil des Schiffes ist der Rumpf. Er verdrängt Wasser, und das sorgt für Auftrieb. Aus diesem Grund kann ein Schiff auf dem Wasser treiben, auch wenn es schwerer ist als Wasser. Wenn aber Wasser in den Rumpf eindringt, sinkt es.<eop>Schon im Altertum gab es Schiffe. Archäologen haben viele Überreste gefunden. Schiffe waren wichtig, um Menschen, Tiere und Waren von einem Ort zum anderen zu bringen, also über das Meer oder über einen Fluss zu befördern. Weil die Straßen damals schlecht waren, wurden möglichst viele Waren auf den Wasserwegen befördert. Mit Kriegsschiffen transportierte man Soldaten oder griff andere Schiffe oder die Küste an.<eop>Noch heute sind Schiffe von großer Bedeutung für die Wirtschaft. Mit Schiffen kann man viele schwere Waren von Kontinent zu Kontinent transportieren. Das geht zwar nicht besonders schnell, ist aber billiger als die Eisenbahn oder das Flugzeug. Andere Menschen fahren gern mit dem Schiff in den Urlaub. Wenn das Reisen auf dem Schiff selbst der Urlaub ist, nennt man das eine Kreuzfahrt.<eop>Welche besonderen Ausdrücke gibt es auf dem Schiff? Auf dem Schiff braucht man viele besondere Ausdrücke. Die Seeleute, also jeder Seemann oder Matrose, muss diese Ausdrücke kennen, damit er sich zurechtfindet. Viele Ausdrücke gelten allerdings nur für die alten Segelschiffe. Heute braucht es sie nicht mehr.<eop>Der „Schiffsbauch“ ist der Rumpf. Der vordere Teil ist der Bug, der hintere Teil das Heck. Früher sagte man nicht „hinten“, sondern „achtern“ oder Achterschiff. Die rechte Seite, in Fahrtrichtung gesehen, ist steuerbord. Dort stand früher der Steuermann. In seinem Rücken lag die linke Seite, also backbord. Rund um den Schiffsrumpf gibt es ein Geländer, die Reling.<eop>Auf der Unterseite des Rumpfs befindet sich der Kiel. Man kann ihn sich als stehendes Brett vorstellen, dass in der Mitte des Rumpfs von vorne bis hinten verläuft. Der Kiel verhindert, dass das Schiff seitlich wegdriftet. Ganz hinten befindet sich das Steuerruder mit dem der Steuermann das Schiff in die richtige Richtung lenken kann.<eop>Der Mast oder mehrere Masten sind tief im Rumpf verankert. Für zusätzlichen Halt werden sie mit Wanten verspannt. Dies sind Seile, die die Masten aufrecht halten. <eop>Das Schiff betrat man über ein Fallreep. Früher war das nicht viel mehr als ein breites Brett. Heute gibt es dafür eine Art Brücke aus Stahl. Man braucht auch eher das Englische Wort „Gangway“, sprich: Gängwej.<eop>In den Schiffsrumpf hinunter stieg man vom Deck über eine Treppe, den Niedergang. Unten befanden sich die Laderäume und die Kajüten. Das sind die Schlaf- und Aufenthaltsräume der Mannschaft und der Passagiere. Die Küche hat ebenfalls ihren besonderen Namen: die Kombüse. <eop>Heute gibt es auf den Schiffen normale Toiletten. Man pumpt den Kot jeweils in einem Hafen ab. Früher gab es das nicht. Auf den Segelschiffen war hinten ein großes Netz aufgespannt. Dort drauf hockten sich die Matrosen und erledigten ihr Geschäft direkt ins Meer. Den Po reinigten sie sich mit dem ausgefransten Ende eines Seils, das sie nachher wieder ins Meer hinunter hängten. <eop><eop>"}, {"title": "Schildkröten", "id": 796, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schildkröten", "text": "Schildkröten gehören zu den Reptilien. Man unterscheidet zwischen Land- und Wasserschildkröten, von denen manche im Süßwasser und andere im Salzwasser leben. Eine Schildkröte kann bis zu 100 Jahre alt werden, eine Riesenschildkröte noch älter.<eop>Landschildkröten ernähren sich überwiegend von Wiesenkräutern, Salat und gelegentlich auch Früchte oder Gemüse. Meeresschildkröten bevorzugen Tintenfische, Krebse oder Quallen als Nahrung. Die im Süßwasser lebenden Arten fressen Pflanzen, kleine Fische oder Insektenlarven. <eop>Schildkröten sind wechselwarme Tiere und deshalb bei Wärme sehr aktiv. Im Winter halten sie eine Winterstarre von drei bis vier Monaten bei einer Temperatur von vier Grad Celsius. Während dieser Zeit ruhen sie und fressen auch nichts.<eop>Im Sommer legen Schildkröten ihre Eier. Dabei gräbt das Weibchen mit den Hinterfüßen ein Loch, in dem es seine Eier legt. Die Eier werden vergraben und von der Wärme der Sonne im Boden ausgebrütet. Die Mutter kümmert sich nicht weiter darum. Bei einigen Arten bestimmt erst die Bruttemperatur, ob daraus männliche oder weibliche Schildkröten schlüpfen. Als Nestflüchter sind sie dann sofort auf sich allein gestellt. Sie leben auch später allein.<eop> "}, {"title": "Schimpansen", "id": 797, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schimpansen", "text": "Schimpansen sind eine Gattung der Menschenaffen. Sie gehören somit zu den Säugetieren und sind die nächsten Verwandten der Menschen. In der Natur leben sie nur in der Mitte von Afrika. Man unterscheidet zwei Arten von Schimpansen: Der „Gemeine Schimpanse“ wird oft einfach „Schimpanse“ genannt. Die andere Art ist der Bonobo, den man auch „Zwergschimpanse“ nennt. Er ist aber fast gleich groß wie der Gemeine Schimpanse.<eop>Schimpansen sind vom Kopf bis zum Po knapp einen Meter lang. Im Stehen werden sie etwa so groß wie ein kleiner Mensch. Die Weibchen erreichen 25 bis 50 Kilogramm, die Männchen etwa 35 bis 70 Kilogramm. Ihre Arme sind länger als die Beine. Am Kopf tragen sie runde Ohren, über den Augen dicke Wülste aus Knochen.<eop>Schimpansen sind stark gefährdet. Der Hauptgrund: Die Menschen nehmen ihnen immer mehr Lebensräume weg, indem sie den Urwald roden und Plantagen anpflanzen. Forscher, Wilderer und Touristen stecken immer mehr Schimpansen mit Krankheiten an. Das kann Schimpansen das Leben kosten.<eop>Wie leben Schimpansen? Schimpansen suchen ihre Nahrung meist auf Bäumen, aber auch auf dem Boden. Sie fressen eigentlich alles, meist aber Früchte und Nüsse. Aber auch Blätter, Blüten und Samen stehen auf ihrem Speiseplan. Dazu kommen Insekten und kleine Säugetiere wie Fledermäuse, aber auch andere Affen.<eop>Schimpansen können gut in Bäumen herumklettern. Auf dem Boden gehen sie auf den Füßen und den Händen. Sie stützen sich jedoch nicht auf der ganzen Hand ab, sondern nur auf dem zweiten und dem dritten Finger. Das wäre bei uns Menschen der Zeigefinger und der Mittelfinger. <eop>Schimpansen sind am Tag wach und schlafen in der Nacht, ganz ähnlich wie wir Menschen. Für jede Nacht bauen sie sich auf einem Baum ein neues Nest aus Blättern. Schwimmen können sie nicht. Die Gemeinen Schimpansen gebrauchen Werkzeuge: Holzstücke als Hämmer oder Stöcke zum Graben oder um Termiten aus ihren Bauten heraus zu bekommen.<eop>Schimpansen sind gesellige Tiere. Sie leben in großen Gruppen oder teilen sich in kleine Gruppen auf. Bei den Gemeinen Schimpansen ist meist ein Männchen der Chef, bei den Bonobos ist es meist ein Weibchen. Alle Schimpansen pflegen sich gegenseitig das Fell, indem sie einander Insekten und andere kleine Tierchen herausklauben.<eop>Wie vermehren sich Schimpansen? Ähnlich wie die Frauen, haben die Weibchen alle fünf bis sechs Wochen eine Menstruation. Die Schwangerschaft dauert sieben bis acht Monate. So lange trägt eine Mutter also ihr Jungtier im Bauch. Meist bringt sie nur ein einziges Jungtier auf einmal zur Welt. Es gibt sehr selten Zwillinge.<eop>Ein Schimpansen-Baby ist etwa ein bis zwei Kilogramm schwer. Es trinkt dann Milch an den Brüsten seiner Mutter, etwa vier bis fünf Jahre lang. Es bleibt dann aber noch länger bei der Mutter.<eop>Bis Schimpansen selber Junge machen können, müssen sie etwa sieben bis neun Jahre alt sein. In der Gruppe müssen sie jedoch warten. Gemeine Schimpansen sind etwa 13 bis 16 Jahre alt, bis sie selber Eltern werden. In der Natur werden Schimpansen 30 bis 40 Jahre alt, in einem Zoo meist etwa 50 Jahre.<eop><eop>"}, {"title": "Schlagzeug", "id": 798, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schlagzeug", "text": "Ein Schlagzeug ist ein Musikinstrument. Es besteht aus mehreren, mit Kunststofffellen bespannten Trommelkesseln sowie Scheiben aus Metall, die man Becken nennt. Diese stehen auf Metallbeinen, bestimmten Ständern oder sind an Halterungen befestigt, sodass man sie bequem erreichen kann. Zum Spielen eines Schlagzeugs nimmt man meistens zwei Stöcke aus Holz in die Hände und schlägt damit von oben auf die Trommeln und Becken. <eop>Manche Trommeln und Becken sind größer, andere kleiner. Dadurch kommen von ihnen verschieden hohe und tiefe Töne. Mit einem Schlagzeug spielt man aber keine Melodien, sondern den Rhythmus eines Liedes. Wenn es sich noch anders anhören soll, verwendet man anstatt der Stöcke kleine „Besen“ aus Metall oder andere Hilfsmittel.<eop>In der Musik werden oft englische Begriffe benutzt. Beim Schlagzeug ist das auch so. Zum Beispiel wird eine Trommel auch Drum, Tom Tom oder einfach nur Tom genannt. Eine große Basstrommel heißt also Bass-Drum, sprich: bäis dram. Die Schlagstöcke werden im Englischen Drumsticks genannt, ein ganzes Schlagzeug Drum-Set oder Drum-Kit.<eop> Was macht man mit den Füßen? Neben den Trommeln und Becken, die man mit Schlagstöcken oder Ähnlichem spielt, gibt es zwei besondere Teile, die mit den Füßen bedient werden: die große Basstrommel und die „Hi-Hat“. <eop>Die Basstrommel wird über ein Fußpedal gespielt. Hierbei wird mit jedem Tritt auf die Pedale ein Filz- oder Kunststoffklöppel gegen das Fell geschlagen, was einen tiefen und lauten Ton ergibt. Dafür muss diese besondere Trommel so auf ihrem Trommelkessel stehen, dass das Fell senkrecht ist und der Klöppel dagegenschlagen kann. Manche Schlagzeuger verwenden heute für eine Basstrommel eine Doppel-Fußmaschine, die mit zwei Pedalen und beiden Füßen gespielt wird. So werden sehr schnelle tiefe Töne erzeugt. <eop>Die Hi-Hat besteht aus einem langen, aufrecht stehenden Metallrohr mit einem Pedal am unteren Ende. Am oberen Ende sind zwei Becken montiert, die beim Treten auf das Pedal über eine Feder aufeinander geschlagen werden. Gleichzeitig können diese Becken auch mit den Schlagstöcken gespielt werden.<eop> Welche Arten von Schlagzeugen gibt es? Die Art und Anzahl der eingesetzten Trommeln und Becken kann sehr unterschiedlich sein. Meistens besitzen die Trommeln ein Fell auf der Oberseite und eins auf der Unterseite, das sogenannte Resonanzfell. Manche Schlagzeuger lassen das untere Fell weg, dann verändern die Trommeln ihren Klang. Es gibt Schlagzeuge, die nur aus zwei Trommeln, der Hi-Hat und einem Becken bestehen. Andere Schlagzeuge haben dagegen zwei große Basstrommeln und viele kleine und größere andere Trommeln sowie viele verschiedene Becken. <eop>Zu einem Schlagzeug gehört normalerweise die sogenannte Kleine Trommel. Sie hat einen hohen, schnarrenden Klang, der durch einen dünnen Metallteppich, der auf das untere Fell gespannt wird, entsteht. Wir kennen diese Art von Trommeln auch aus der Marschmusik. Sie werden aus Holz oder Metall hergestellt.<eop>Neben den Naturschlagzeugen aus unterschiedlichen Hölzern gibt es auch welche aus Kunststoff. Außerdem gibt es elektronische Schlagzeuge mit Flächen aus Plastik. Sie werden über Kabel und Verstärker betrieben und würden ohne diese Hilfsmittel keinen eigenen Ton erzeugen.<eop>Die Entwicklung des Schlagzeuges, wie wir es heute kennen, begann etwa im Jahr 1880 in den USA. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Firmen, die Schlagzeuge bauen und verkaufen.<eop>"}, {"title": "Schlangen", "id": 799, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schlangen", "text": "Schlangen gehören zu den Reptilien. Sie haben eine trockene Haut mit Schuppen. Sie leben an Land wie auch im Wasser und kommen auf der ganzen Erde außer der Arktis und Antarktis oder im hohen Norden vor. Dort, wo es kälter ist, halten sie eine Winterruhe.<eop>Es gibt etwa 3.600 verschiedene Arten von Schlangen. Man kann sie zum Beispiel danach einteilen, ob sie giftig sind oder nicht. Schlangen können auch sehr verschieden groß sein. Früher sprach man auch von Riesenschlangen. Heute weiß man jedoch, dass die gar nicht miteinander verwandt sind, sondern eben einfach besonders groß.<eop>Schlangen sind wechselwarm, das heißt, ihre Körpertemperatur schwankt je nach Außentemperatur. Wenn es kalt wird, fallen sie in Winterstarre und können sich nicht mehr bewegen. Die meisten Schlangenarten leben deshalb in den warmen Tropen Afrikas, Asiens und Amerikas. In Mitteleuropa gibt es nur wenige Schlangenarten. Blindschleichen sehen zwar auch wie Schlangen aus, sind aber keine Schlangen. <eop>Schlangen sind gefährlich aber auch stark. Deshalb waren sie schon immer in der Geschichte ein Symbol für verschiedene Dinge. Im Alten Ägypten gab es eine Schlangengöttin. In der Bibel hat eine Schlange Adam und Eva verführt, deshalb mussten sie das Paradies verlassen. In Indien spielte eine Schlange eine wesentliche Rolle bei der Erschaffung der Erde. In China war eine Schlange das Symbol für Schlauheit, aber auch für Hinterlist. Die Regenbogenschlange der Aborigines behütet die Natur, besonders das Wasser.<eop>Wie ist der Körper der Schlangen? Anders als Eidechsen und Krokodile haben Schlangen aber Beine, sondern rutschen auf dem Bauch. Ihr Skelett hat nur wenige verschiedene Knochen: Der Schädel mit dem Oberkiefer, der Unterkiefer, 200 bis über 400 Rückenwirbel und die Rippen. Vom Becken gibt es nur noch kleine Reste, Schultern gibt es gar keine mehr.<eop>Schlangen atmen mit einer Lunge und haben einen Blutkreislauf. Der ist jedoch etwas einfacher als bei den Säugetieren. Die Haut wächst nicht mit. Schlangen müssen ihre Haute also von Zeit zu Zeit abstreifen. Manchmal sagt man auch: „Sie schlüpfen aus der Haut“. Trockene Schlangenhäute findet man ab und zu.<eop>Alle Zähne sind nach hinten gerichtet, damit die Schlange ihre Beute an einem Stück verschlingen kann. Sie hat keine Zähne wie unsere Backenzähne um Nahrung zu zermalmen. Giftschlangen zwei Zähne mit einem Kanal, durch den sie Gift in ihr Opfer spritzen können. Die Giftzähne sitzen bei den meisten Schlangen ganz vorne im Kiefer, manchmal aber auch in der Mitte.<eop>Schlangen können mit der Nase gut riechen und mit der Zunge gut schmecken, damit sie ihre Beutetiere finden. Sie können aber nicht sehr gut sehen. Hören können sie noch schlechter. Dafür können sie sehr gut spüren, wenn der Boden erzittert. Dann fliehen sie meist schon in ein Versteck. Wer in der Natur plötzlich vor einer Schlange steht, sollte sie also nicht anschreien, sondern mit den Füßen auf den Boden stampfen, damit die Schlange flieht.<eop>Wie jagen und fressen Schlangen? Alle Schlangen sind Raubtiere und ernähren sich von anderen Tieren oder ihren Eiern. Die meisten Schlangen legen sich auf die Lauer und warten, bis ein Beutetier in ihre Nähe kommt. Dann stoßen sie blitzschnell vor und beißen ihr Opfer. Giftschlangen lassen ihr Opfer wieder los und verfolgen es, während es ermüdet und schließlich stirbt. Würgeschlangen dagegen umschlingen den Körper des Beutetiers und drücken dann so fest zu, dass es keine Luft mehr bekommt und ohnmächtig wird. Andere Schlangen verschlingen ihre Beute bei lebendigem Leib.<eop>Kleine Schlangen jagen vor allem Insekten. Mittelgroße Schlangen jagen Nagetiere wie Mäuse oder Kaninchen, dazu Frösche, Vögel und kleinere Schlangen. Sie fressen aber auch Eier. Große Schlangen jagen sogar Wildschweine und ähnlich große Tiere, sonst eben ihre Jungen.<eop>Alle Schlangen verschlingen ihre Beute am Stück. Dabei können sie ihren Unterkiefer ausrenken und Tiere verschlucken, die größer sind als sie selbst. Danach müssen sie oft wochenlang nichts mehr fressen. <eop>Wie vermehren sich Schlangen? In den Tropen paaren sich Schlangen irgendwann im Jahr. In den kalten Gebieten tun sie es nach der Winterruhe, also im Frühling. Nur dann suchen sich die Männchen ein Weibchen, denn sonst leben sie als Einzelgänger. Vipern-Männchen kämpfen gerne um ein Weibchen die übrigen Männchen gehen sich eher aus dem Weg.<eop>Die Männchen haben so etwas wie einen kleinen Penis, den man „Hemipenis“ nennt. Damit bringt es seine Samenzellen in den Körper des Weibchens. Im Bauch des Weibchens entwickeln sich dann zwischen zwei und 60 Eiern, das hängt sehr von der einzelnen Schlangen-Art ab.<eop>Die meisten Schlangen legen ihre Eier an einen geschützten Ort. Nur sehr wenige Schlangenarten wärmen oder verteidigen ihre Eier. Meist sind sie sich selbst überlassen. Die Jungtiere werden auch nach dem Schlüpfen nicht von ihren Eltern versorgt.<eop>Eine Ausnahme bildet zum Beispiel die Kreuzotter. Sie lebt in kalten Gebieten und behält ihre Eier im Bauch. Dort schlüpfen sie aus und kommen als fertige Schlangen zur Welt. <eop>Welche Schlangen leben bei uns? In Teilen der Schweiz, Deutschlands und Österreichs lebt die giftige Kreuzotter. Ebenfalls giftig ist die Aspisviper. Es gibt sie jedoch nur im Schwarzwald, in der Westschweiz und an wenigen Orten im Westen Österreichs.<eop>Weit häufiger sind ungiftige Nattern. Bei uns gibt es die Schlingnatter, die Äskulapnatter, die Würfelnatter und die bekannteste, die Ringelnatter. An ganz wenigen Orten der Schweiz trifft man auch noch auf die Vipernatter.<eop>Welches sind die größten Schlangen? Zuerst einmal: Es ist sehr schwierig, die größte Schlange herauszufinden. Man könnte ja die Länge messen oder das Gewicht wiegen. Oft baut man beides zusammen, das ist besonders schwierig.<eop>Es kommt auch drauf an, ob man besonders lange oder schwere einzelne Schlangen vergleicht, die man je einmal gefunden hat. Das wären dann so etwas wie die „Rekordhalter“ jeder einzelnen Art. Man kann aber auch den Mittelwert vergleichen. Dazu misst man eine bestimmte Anzahl von zufällig gefundenen Schlangen und greift die mittlere heraus. <eop>Dann muss man sich auch überlegen, ob die Schlange heute noch leben soll oder ob sie bereits ausgestorben ist und man nur noch eine Versteinerung misst. Die Ergebnisse sind sehr unterschiedlich. Mit dem nächsten Abschnitt kann jeder den Vergleich selber anstellen.<eop>Wie sind die Schlangen untereinander verwandt? Die Familien der Boas und der Pythons sind miteinander verwandt, ebenso die Familien der Nattern und der Vipern.<eop>Zur Familie der Boas gehört zum Beispiel die „Große Anakonda“ aus Südamerika. Sie ist eine Würgeschlange. Sie wird im Mittel etwa 4 Meter lang und 30 Kilogramm schwer. Einzelne sollen jedoch bis zu 9 Metern lang und über 200 Kilogramm schwer sein. Ein Fossil, die Titanoboa, war 13 Meter lang. Die ganze Schlange wird auf etwas über 1.000 Kilogramm geschätzt.<eop>Die Pythons leben in den Tropen Afrikas und Asiens. Sie sind ebenfalls Würgeschlangen. Der Netzpython aus Asien gehört zu den größten unter ihnen. Weibchen können bis zu 6 Meter lang und etwa 75 Kilogramm schwer werden. Die Männchen bleiben kürzer und leichter. Als Ausnahme soll ein Netzpython 10 Meter lang werden können.<eop>Nattern sind ungiftig und verschlingen ihre Beutetiere lebendig. Von ihnen gibt es 1.700 Arten, einige davon auch bei uns. Am bekanntesten ist die Ringelnatter. Sehr bekannt aus dieser Familie sind die Klapperschlangen in Nord- und Südamerika.<eop>Nahe mit den Nattern sind die Vipern. Sie sind giftig. Ein altes Wort für „Viper“ ist „Otter“. Deshalb gibt es auch bei uns die Kreuzotter. Die sollte man aber nicht verwechseln, zum Beispiel mit dem Fischotter. Der ist nämlich ein Marder und somit ein Säugetier.<eop><eop>"}, {"title": "Schleswig-Holstein", "id": 800, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schleswig-Holstein", "text": "Schleswig-Holstein ist das nördlichste deutsche Bundesland. Es liegt zwischen Nordsee und Ostsee und grenzt im Norden an Dänemark. Im Land leben etwa drei Millionen Menschen. Die Landeshauptstadt heißt Kiel. Außerdem gibt es noch die alte Hansestadt Lübeck sowie einige kleinere Städte. <eop>Die Landschaft ist überwiegend flach bis hügelig. An beiden Küsten gibt es einige vorgelagerte Inseln und Halbinseln, an der Nordsee außerdem das Wattenmeer. Hier leben viele Seevögel, deshalb gibt es einige Vogelschutzgebiete. Das Klima ist von der Nähe zum Meer geprägt, das heißt im Sommer wird es nicht so heiß und im Winter auch nicht so kalt wie anderswo. Auch weht fast immer ein frischer Wind. <eop>Bis 1864 wurden Schleswig und Holstein vom dänischen König regiert, erst danach kamen sie zu Preußen und damit zu Deutschland. Deshalb leben auch heute noch einige zehntausend Menschen hier, die Dänisch als Muttersprache sprechen. Viele Menschen sprechen auch noch Plattdeutsch, einige auch Friesisch. <eop>Die Menschen im Land lebten lange Zeit vor allem vom Fischfang und der Landwirtschaft, aber auch vom Handel und der Seefahrt. Seit dem 19. Jahrhundert wurden große Fabriken gebaut, vor allem Schiffswerften. Außerdem wurde damals ein großer Kanal quer durchs Land gegraben, um die Schifffahrt zwischen Nord- und Ostsee zu erleichtern. <eop>Heute kommen auch viele Menschen nach Schleswig-Holstein, um Urlaub zu machen, vor allem zum Baden, aber auch zum Radfahren und Wandern. In der Nähe der Stadt Schleswig gibt es auch ein Wikinger-Museum. Dort kann man viel über das Leben dieser früheren Bewohner des Landes erfahren. <eop> "}, {"title": "Schmetterlinge", "id": 801, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schmetterlinge", "text": "Schmetterlinge sind eine Ordnung von Insekten. Man nennt sie auch Falter, in der Schweiz heißen sie Sommervögel. Sie leben auf der ganzen Welt außer in der Antarktis. Allein in Mitteleuropa gibt es etwa 4.000 verschiedene Arten. <eop>Der Körper der Schmetterlinge hat einen Schale aus Chitin. Das ist ein Material mit viel Kalk und bildet ein äußeres Skelett. Sie haben zwei Augen und zwei Fühler. Mit den Fühlern können sie tasten, riechen, schmecken und manchmal sogar die Temperatur spüren. Der Mund ist meist ein Saugrüssel. <eop>Schmetterlinge haben je zwei Vorder- und Hinterflügel. Die haben im Innern ein Gerippe aus Adern. Dieses Gerippe ist auf beiden Seiten mit einer dünnen Haut mit Schuppen bedeckt. Die können ein buntes Muster abgeben, das immer symmetrisch ist. Manche Schmetterlingsflügel zeigen ein Muster, das aussieht wie große Augen. Damit wollen sie Feinde abschrecken.<eop>Wie leben Schmetterlinge? Die meisten Schmetterlinge ernähren sich vegetarisch. Viele Arten ernähren sich vom Nektar verschiedener Blüten, andere sind jedoch auf bestimmte oder sogar auf eine einzige bestimmte Pflanze angewiesen. Umgekehrt gibt es aber auch Blüten, die lassen sich nur von Schmetterlingen befruchten. Ihr Kelch ist so tief, dass nur die Schmetterlinge mit ihrem langen Rüssel bis zum Nektar hinunterkommen.<eop>Beim Flug von einer Blüte zur anderen tragen die Schmetterlinge ungewollt auch Pollen mit wie die Bienen. Damit befruchten sie die Blüten. Die Schmetterlinge sind darum wichtig für andere Tiere und Pflanzen.<eop>Einige Schmetterlinge können den Winter überstehen, beispielsweise das Tagpfauenauge oder der Zitronenfalter. Sie verharren regungslos in hohlen Bäumen oder irgendwelchen Ritzen und Spalten. Die meisten Schmetterlingsarten überwintern jedoch als Eier, Puppen oder Raupen.<eop>Wie entwickeln sich Schmetterlinge? Bei der Paarung nimmt das Weibchen die Samenzellen des Männchens in sich auf und speichert sie in einer Samenblase. Bevor das Weibchen seine Eier legt, werden sie damit befruchtet. Einige Schmetterlingsweibchen können auch ohne ein Männchen Eier legen, die sich entwickeln können. Man nennt dies Parthenogenese. <eop>Schmetterlingsweibchen legen zwischen 20 und 1.000 Eiern, je nach Art. Manche kleben ihre Eier an eine beliebige Pflanze oder lassen sie einfach auf den Boden fallen. Andere Weibchen kleben ihre Eier aber genau an die Pflanze, die ihre Raupen später fressen wollen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Brennnessel. Der Kleine Fuchs, das Tagpfauenauge, der Admiral und das Landkärtchen können sich gar nicht von einer anderen Pflanze ernähren.<eop>Nach etwa einer Woche schlüpft aus jedem Ei eine Raupe. Sie haben oft eine Tarnfarbe, um sich vor Feinden zu schützen. Andere sind grell-bunt, damit sie giftig wirken, etwa so wie die Pfeilgiftfrösche aus dem Regenwald. <eop>Raupen sind sehr gefräßig. Viele Bauern und Gärtner bekämpfen sie deshalb mit Gift. Vögel, Käfer, Igel, Wespen und viele andere Tiere fressen Raupen. So bleiben oft nicht viele von ihnen übrig.<eop>Raupen häuten sich mehrmals. Dann verpuppen sie sich, sie wickeln sich also in einen Faden ein, den sie aus ihrer Spucke machen. Bei der Seidenraupe kann man diesen Faden abwickeln und daraus einen feinen Stoff herstellen. In der Puppe häutet sich die Raupe zum letzten Mal und wird zum Schmetterling.<eop>Zum Schluss durchstößt der junge Schmetterling die Puppe an einer vorgesehenen, dünneren Stelle. Er entfaltet die Flügel und füllt das Ader-Gerippe mit Blut. Dadurch wird es fest und die Flügel sind stabil. Einige Falter leben nur einen einzigen Tag lang. Der Zitronenfalter schafft es fast auf ein Jahr.<eop>Sind Schmetterlinge gefährdet? Schmetterlinge sind nicht wegen ihrer Feinde gefährdet. Schmetterlinge brauchen jedoch einen Lebensraum, der gut zu ihnen passt. Sie sind da nicht sehr flexibel. Die Temperaturen dürfen nicht zu stark schwanken und der Winter darf nicht zu lang oder zu kurz sein.<eop>Sehr beliebt ist bei Schmetterlingen die Eiche. Auf ihr leben 100 verschiedene Arten von Schmetterlingsraupen. Fast ebenso viele gibt es auf Pappeln und Birken. Auch Brombeeren, Himbeeren und Rosen sind beliebt. Diese Schmetterlingsarten sind nicht gefährdet.<eop>Schwieriger ist es für die Schmetterlingsarten, die auf Feuchtgebiete angewiesen sind. Wegen der Landwirtschaft wurden viele Sümpfe und Moore trockengelegt. Mit ihnen verschwanden auch die Schmetterlinge. Auf stark gedüngten Wiesen leben weniger Schmetterlinge als auf einer Naturwiese.<eop><eop>"}, {"title": "Schmied", "id": 802, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schmied", "text": "Der Schmied ist ein Handwerker, der Metall bearbeitet. Seinen Beruf gibt es bereits seit der Entdeckung der Metalle. Am Anfang stellte ein Schmied vieles her, was die Menschen benötigten: Werkzeuge, Nägel, Hufeisen, Gitter, Ketten, aber auch Schmuck und vieles anderes mehr. Im Lauf der Zeit sind daraus die verschiedenen Berufe der Metallbauer geworden. Ein Metallbauer kann zum Beispiel Fensterrahmen, Treppen oder Spielgeräte aus Metall bauen. <eop>Wer heute Schmied werden will, kann diesen Beruf durch eine Ausbildung lernen. Genau genommen heißt der Beruf heute „Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung“. Die Ausbildung findet in einem Betrieb statt. An einigen Tagen besucht der Lehrling auch eine Berufsschule. <eop>Heute gibt es viel weniger Schmiede, denn früher brauchte man Dinge aus Metall, die heute oft aus Plastik oder anderen Stoffen sind. Viele dieser Berufsleute nennen sich lieber Kunstschmied. Sie stellen heute Sachen her, die man nicht unbedingt braucht. Sie fertigen Schilder an oder kunstvolle Tore und anderes, was besonders schön sein soll. Diese Kunstschmiede arbeiten noch weitgehend so, wie der Dorfschmied aus alter Zeit. <eop>Ein besonderer Schmied ist der Hufschmied. Dieser stellt „Schuhe“ für Pferde her: Das sind die Hufeisen. In den Jahren nach 1950 wurden die meisten Pferde durch Autos ersetzt, darum braucht man heute weniger solcher Hufschmiede. Im Pferdesport sind sie aber heute nach wie vor wichtig.<eop> Wie arbeitet ein Schmied? Der Schmied formt ein Rohmetall zu einem fertigen Gegenstand. Er erhitzt das Rohmetall, zum Beispiel Eisen, bis es glüht. Dazu legt er es in ein Feuer, in dem Holzkohle oder Kohle verbrennt. Damit die notwendige Hitze entsteht, facht er das Feuer mit einem Blasebalg an. Die Feuerstelle heißt Esse.<eop>Das Eisen beginnt zuerst dunkelrot zu glühen, dann hellrot, manchmal glüht es fast weiß. Der Schmied fasst es mit einer Zange und legt es auf einen großen Eisenklotz, den Amboss. Dann schlägt der Schmied das Roheisen mit kräftigen Hammerschlägen in die gewünschte Form.<eop>An der Farbe erkennt der Schmied, ob sein Eisen noch heiß genug ist. Sonst muss er es in die Esse zurücklegen und wieder erhitzen. So arbeitet er, bis sein Werk fertig ist, zum Beispiel ein Kerzenständer. Ein besonders fleißiger Schmied hat mehrere Eisen im Feuer. Diese bearbeitet er abwechselnd und legt sie zum Erhitzen in die Esse zurück. So hat er keine Wartezeiten. <eop> Wie macht der Schmied das Roheisen stabiler? Zu Beginn der Eisenzeit brauchten die Leute vor allem Werkzeuge wie Messer, Beile, Hämmer, Zangen oder Schaufeln. Aber auch Waffen wie Schwerter waren begehrt, dazu Lanzenspitzen und Pfeilspitzen. Der Schmied konnte diese aber nicht einfach aus Roheisen herstellen, denn sie würden brechen. Er musste also das Roheisen zuerst veredeln. <eop>Roheisen ist nämlich brüchig, weil es viele Verunreinigungen enthält. Das sind Reste von Steinen, Kohle und andere Materialien. Diese schlägt der Schmied heraus, indem er das Eisen immer wieder erhitzt und darauf herumhämmert. Dadurch wird das Eisenstück aber immer länger und breiter. Der Schmied legt es dann zusammen wie einen Kuchenteig, der zu stark ausgewallt wurde und beginnt wieder von vorne.<eop>Durch diese Arbeit wird das Eisen immer reiner. Die verschiedenen Schichtungen machen es zusätzlich auch stabiler. Solches Eisen nennt man Schmiedeeisen. Manchmal braucht man auch den Ausdruck Schmiedestahl, doch richtigen Stahl kann der Schmied allein nicht herstellen. Dazu braucht man eine Fabrik mit einem Hochofen.<eop> Arbeitet ein Schmied ganz allein? Wenn es nur um ein Messer oder einen Kerzenständer geht, kann der Schmied das alleine mit dem Hammer erledigen. Für Schmiedeeisen hingegen braucht er einen Gehilfen. Der Schmied nimmt selber einen möglichst schweren Hammer. Der Gehilfe benutzt einen noch schwereren Hammer mit einem langen Stiel. Er hält ihn in beiden Händen. In Deutschland nennt man ihn „Vorschlaghammer“, in der Schweiz auch „Schlegel“.<eop>Damit schlagen Schmied und Gehilfe abwechselnd auf das Eisen. Der Schmied gibt die Richtung vor: Er dreht das Eisen mit der Zange und schlägt mit dem Hammer drauf. Oft ist es aber in einer Schmiede so laut, dass sich die beiden mit Zurufen nicht verständigen können. Deshalb gibt es eine Art Schmiedesprache: Wenn der Schmied mit dem Hammer auf den Amboss schlägt, heißt das: Ich drehe nach deinem nächsten Schlag das Eisen um. Wenn er mehrmals auf den Amboss schlägt, so dass es so „trrrrr“ macht, heißt das: Nach deinem nächsten Schlag ist Schluss. Es gibt noch mehr solcher Zeichen.<eop> Gab es früher schon Schmiede-Maschinen? Der Schmied brauchte sehr viel Körperkraft. Deshalb erfanden die Menschen bereits im Mittelalter Schmiedemaschinen. Diese funktionierten mit Wasserkraft. Das ist wie bei einer Wippe, wie sie auf dem Spielplatz steht. <eop>Die eine Seite ist ein riesiger Hammer. Er kann schon mal so schwer sein wie zwei Männer und er schlägt auf den Amboss. Auf der anderen Seite dreht sich ein Wasserrad. Es hat so etwas wie einen Arm, der die Wippe bei jeder Umdrehung herunterdrückt. Wenn der Arm sich dann weiterdreht und von der Wippe abrutscht, schlägt der Hammer auf der anderen Seite herunter auf den Amboss. Der Schmied kann also sein heißes Eisen einfach zwischen Hammer und Amboss halten und es drehen oder verschieben, bis er es wieder erhitzen muss. <eop>Eine solche Schmiede nannte man Hammerschmiede. Es gibt solche heute noch. Sie werden aber nur noch wegen der Zuschauer genutzt, meist in einem Freilichtmuseum. Sie zeigen, wie früher schon menschliche Kraft durch kluge Technik unterstützt wurde.<eop>Im 19. Jahrhundert wurden die ersten Schmiedehämmer mit Dampfmaschinen betrieben, später mit elektrischen Motoren. Daraus entwickelten sich die Stahlwerke. Stahl besteht immer noch zum Großteil aus Eisen, ist aber je nachdem härter, biegsamer oder stärker belastbar. Durch Zusätze wird der Stahl auch rostfrei.<eop> Was ist aus dem alten Schmiedehandwerk geworden? Noch nach 1950 gab es den Dorfschmied, der alle möglichen Reparaturen erledigte und Werkzeuge wie Zangen oder Schaufeln herstellte. Schon früher gab es jedoch auch Schmiede, die sich auf bestimmte Gebiete konzentrierten: den Hufschmied, den Nagelschmied, den Messerschmied, den Waffenschmied, den Kettenschmied, den Kunstschmied und viele andere mehr. Auch der Schlosser war eigentlich ein Schmied: Er stellte Schlösser mit Schlüsseln her für Kirchen, Wohnhäuser oder Truhen. <eop>Bei uns dauert die Ausbildung zum „Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung“ drei bis vier Jahre. Der Lehrling braucht gute Kenntnisse in Mathematik und Physik und er muss sich vorstellen können, wie ein Gegenstand im Raum aussieht. In der Ausbildung lernt er, welche Werkzeuge es gibt und wie er ihnen umgeht. Er muss wissen, wie man technische Zeichnungen liest, wie man verschiedene Werkstoffe miteinander verbinden kann und auch, wie man mit Kunden umgeht. Er lernt auch, wie er sicher arbeiten kann, denn immerhin hat er mit Feuer und heißem Metall zu tun und er muss auch die Augen und Ohren gut schützen. <eop>Andere Schmiede konzentrierten sich schon früher auf ein bestimmtes Material: Der Goldschmied fertigte kostbare Trinkgefäße, Teller oder Schmuck. Ebenso machte es der Silberschmied. Der Kupferschmied stellte Pfannen sowie kleinere und größere Kessel her. Solche hingen in den Küchen über dem Feuer oder wurden gebraucht, um aus Milch Käse zu machen. Heute gibt es für all diese verschiedenen Fachrichtungen eigene Ausbildungen.<eop><eop>"}, {"title": "Schnecken", "id": 803, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schnecken", "text": "Schnecken sind die einzigen Weichtiere, die nicht nur im Wasser, sondern auch an Land leben. An Land kriechen sie langsam und hinterlassen eine Spur aus Schleim, auf der sie rutschen. Die Landschnecken kann man grob unterteilen in Nacktschnecken und Gehäuseschnecken. In der Schweiz nennt man sie Häuschenschnecken, sprich: Häus-chen-schnecken, weil sie ein kleines Haus mit sich herumtragen.<eop>Schnecken gibt es auf der ganzen Welt, sogar in den Meeren der Arktis und der Antarktis. Sie können kleiner als einen Millimeter sein. Eine Schneckenart im Indischen Ozean erreicht sogar eine Länge von bis zu 90 Zentimetern. <eop>Die einzelnen Schneckenarten sind sehr verschieden voneinander. Für alle gilt: Der Körper besteht wie bei allen Weichtieren aus dem Kopf, dem Fuß, dem Eingeweidesack und dem Mantel. Alles andere kann sehr verschieden sein. Deshalb beschreibt dieser Artikel vor allem Beispiele. <eop>Wie sehen Schneckenkörper aus? Gehäuseschnecken tragen ein Gehäuse auf dem Rücken. Es entspricht der Schale bei den Muscheln. Dort hinein können sie sich zurückziehen. Sie tun dies, wenn sie am Trockenen liegen und verschließen die Öffnung mit einer dicken Schicht aus Schleim. Die Landschnecken tun dies auch, um den Winter besser zu überstehen. Der Eingeweidesack bleibt immer in der Schale.<eop>Bei den Nacktschnecken ist das Gehäuse im Laufe der Evolution verschwunden. Es blieb nur noch so etwas wie eine starke Haut übrig, die man „Mantel“ nennt. Der Eingeweidesack liegt unter dem Mantel.<eop>Kopf und Fuß sehen aus wie aus einem Stück. Alle Schnecken haben Fühler, aber nur einige haben Augen. Die Wissenschaftler nennen sie „Becheraugen“. Das sind Vertiefungen in der Haut in der Form eines Bechers. Auf dessen Oberfläche befinden sich bis zu 30 Seh-Zellen. Das Licht fällt immer nur auf einen Teil dieser Sehzellen. So kann die Schnecke erkennen, wo es heller oder dunkler ist. Die Augen sitzen wir schwarze Punkte oben auf den Fühlern.<eop>Alle Schnecken sind taub, aber zumindest die Landschnecken können sehr gut riechen. Sie haben jedoch keine Nase, sondern einzelne Zellen, mit denen sie riechen können. Sie sitzen vor allem an der vorderen Hälfte des Körpers.<eop>Wie leben Schnecken?<eop>Landschnecken bewegen sich sehr langsam. Sie legen einen Schleimteppich unter den Fuß, auf dem sie gleiten können. Dieser Schleimteppich schützt sie auch vor scharfen Untergründen. Um vorwärts zu kommen, heben sie hinten den Fuß etwas an, so dass eine Falte entsteht wie bei einem Teppich. Diese Falte lassen sie dann nach vorne wandern bis zum Kopf. Dann folgt die nächste Falte. Das kann man sehr schön beobachten, indem man eine Schnecke über eine Glasplatte kriechen lässt.<eop>Landschnecken ertragen keine Trockenheit oder gar Sonne. Sie sind deshalb besonders in der Dämmerung, nachts oder bei Regen aktiv. Bei Sonnenschein ziehen sie sich an den Schatten zurück, damit sie nicht vertrocknen.<eop>Den Winter verbringen die Landschnecken in Erdspalten. Sie gehen möglichst tief, weil dort der Boden wenig gefriert. Gehäuseschnecken ziehen sich in ihr Gehäuse zurück und verschließen den Eingang mit einer dicken Schleimschicht, die dann hart wird.<eop>Schnecken können weder fliehen noch sich wehren, deshalb haben sie viele Feinde: Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Frösche, Kröten, Blindschleichen, Salamander, Ringelnattern und viele Vögel essen gerne Schnecken. Sie liefern viel Eiweiß, ähnlich wie die Fische. In Hungerzeiten gibt es noch viel mehr Tiere, die lieber Schnecken fressen als gar nichts, beispielsweise die Füchse. <eop>Wie ernähren sich Schnecken? Keine Schnecke hat richtige Zähne, aber alle haben eine Raspelzunge. Die Landschnecken schaben damit Pflanzenteile ab wie mit einer Feile. Was sie so in den Mund kriegen, ist fein genug, dass sie es herunterschlucken und verdauen können.<eop>Schnecken sind der Schrecken der Gärtner. Sie fressen zuerst alles an den Pflanzen, was zart ist. Anschließend machen sie sich auch über die Stiele her. So können in einer Nacht ganze Salate verschwinden. Es gibt auch Blumen, welche sie sehr lieben, beispielsweise die Tagetes, welche auch Studentenblumen heißen. Sie riechen stark und ziehen die Schnecken magisch an.<eop>Es gibt auch Schnecken, die Aas fressen, also tote Tiere. Diese Schnecken haben kleine Raspelzähnchen. Die Kegelschnecke aus dem Meer beispielsweise hat wenige kleine Zähnchen wie Harpunen, mit denen sie ein Gift in ihre Beute spritzt. Die Beutetiere werden dadurch gelähmt und die Schnecke kann sie verzehren.<eop>Wie vermehren sich Schnecken? Die meisten Schnecken sind zweigeschlechtlich, es gibt also Männchen und Weibchen. So sind alle Meerschnecken und einige Süßwasserschnecken. Ihre Jungtiere entwickeln sich als Larven, die frei im Wasser schwimmen.<eop>Die Landlungenschnecken sind Zwitter. Zu ihnen gehören die Weinbergschnecken und die Rote Wegschnecke, die in der Schweiz auch Rossschnecke heißt. Bei diesen Schnecken ist jedes Tier zugleich Männchen und Weibchen. <eop>Zwitter nennt man in der Wissenschaft Hermaphroditen, sprich Hermafroditen. Bei der Paarung gleitet zuerst das eine Tier mit dem Penis in die Vagina des andern und gibt seine Samenzellen ab, dann wechseln sie die Rollen. Beide Schnecken tragen dann befruchtete Eizellen in sich, welche sich zu Eiern entwickeln. <eop>Jedes Tier gräbt sich dann eine kleine Höhle in die Erde und legt die Eier hinein. Diese entwickeln sich selbständig, bis die kleinen Schnecken ausschlüpfen. Sie sind sofort selbständig und suchen sich ihre Nahrung selber. <eop>Schaden oder nützen die Schnecken der Natur und den Menschen? Die Natur kennt keine Schädlinge. Alles nützt dem Kreislauf des Lebens. Schnecken und ihre Eier dienen vielen Lebewesen als Nahrung. Deshalb sind auch die Schnecken wichtig für die Natur.<eop>Wenn Menschen Äcker oder Gärten anlegen, greifen sie in die Natur ein. Dort vermehren sich die Schnecken sehr schnell, weil sie viel Nahrung finden. Zudem fehlen in diesen Plantagen oft die Feinde der Schnecken, weil sie keine natürlichen Lebensräume mehr finden. Dann nehmen die Schnecken überhand und fressen alles kahl.<eop>Bauern und Gärtner müssen deshalb etwas gegen Schneckenplagen unternehmen. Einige Gärtner machen sich zunutze, dass Schnecken Feuchtigkeit brauchen: Sie legen Bretter oder Ziegel aus, darunter verkriechen sich die Schnecken. Die Gärtner sammeln sie dann dort ein. <eop>Man kann sich auch gezielt Tiere zulegen, welche die Schnecken fressen: Verschiedene Wachteln oder Laufenten haben sich bisher bewährt. Es nützt aber auch schon, den Garten so zu gestalten, dass sich beispielsweise Igel oder Blindschleichen darin wohl fühlen.<eop>Sehr wirkungsvoll ist Schneckengift. Das Problem ist dabei, dass das Gift auch sonst in die Umwelt gelangt oder dass beispielsweise Blindschleichen Schnecken fressen, die erst gerade Schneckengift geschluckt haben. Daran können dann auch die Blindschleichen sterben, und die Schneckenplage wird sogar noch größer. <eop> Wer isst Schnecken? Schon im Alten Rom gab es Rezepte für Schnecken. Sie galten als Delikatesse, als ein besonderer Leckerbissen. Im Mittelalter hat ein Papst erklärt, dass Schneckenfleisch mager sei: Das bedeutete, dass die Mönche sie auch in der Fastenzeit essen durften. Später galten Schnecken als ein Essen für arme Leute.<eop>Das änderte sich wieder in den Jahren nach 1800. Vor allem in Frankreich sind Schnecken sehr beliebt. Sie sind übrigens ein sehr gesundes Essen, da sie kaum Fett, aber wertvolle Eiweiße und Mineralstoffe beinhalten. Weniger gesund werden sie jedoch, wenn sie gekocht werden und etwa Butter hinzukommt.<eop>Heute verspeist man normalerweise die Weinbergschnecken als Delikatesse. Diese Schneckenart ist zwar geschützt und darf nicht in der Freiheit eingesammelt werden. Es ist jedoch erlaubt, sie in Schneckenfarmen zu züchten.<eop> "}, {"title": "Schnee", "id": 804, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schnee", "text": "Schnee ist eine Art von gefrorenem Wasser. Er entsteht in den Wolken. Das passiert, wenn es sehr kalt ist und die Temperatur mindestens 12 Grad Celsius unter Null liegt. Außerdem muss es in der Wolke sehr feine Wassertröpfchen geben und dazu noch Staubteilchen. <eop>An winzigen Schneekristallen frieren immer mehr Wassertröpfchen fest. So werden die Schneeflocken größer. Wenn Schneeflocken auf den Boden fallen, verbinden sie sich mit vielen anderen Schneeflocken zu einer Schneedecke.<eop>Schnee bedeutet für viele Menschen aber auch einfach nur die Freude, mit dem Schlitten zu fahren oder einen Schneemann zu bauen. Ohne Schnee gäbe es keinen Wintersport.<eop> Sind alle Schneeflocken gleich? Man sieht schon mit bloßem Auge, dass Schneeflocken nicht nur einfache Klumpen sind. Doch will man ein Muster erkennen, muss man näher heran gehen. Unter der Lupe zeigt sich: Alle Schneeflocken ähneln sich. <eop>Jede Schneeflocke ist grundsätzlich gleich aufgebaut. Der Kern ist sechseckig, und sechs Strahlen gehen von ihm aus. Eine Schneeflocke ist also ein Spiegelmuster. Sie besitzt sechs Spiegellinien, drei durch die Zacken und nochmal drei genau dazwischen. Jede Schneeflocke ist einzigartig, keine zwei sehen gleich aus.<eop>"}, {"title": "Schneeleopard", "id": 805, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schneeleopard", "text": "Schneeleoparden können sehr gut über Felsen klettern. Sie schaffen auch sehr weite Sprünge, wenn sie zum Beispiel eine Felsspalte überwinden müssen. Etwas können sie allerdings nicht: Brüllen. Dazu ist ihr Hals nicht in der Lage. Dadurch unterscheiden sie sich auch klar von den Leoparden.<eop>Schneeleoparden sind Einzelgänger. Ein Schneeleopard beansprucht ein riesiges Gebiet für sich, je nachdem, wie viele Futtertiere es gibt. So könnten auf einem Gebiet von der Größe des Staates Luxemburg nur gerade drei Schneeleoparden Platz finden. Sie markieren ihr Revier mit ihrem Kot, mit Kratzspuren und mit einem besonderen Duft.<eop>Früher meinte man, Schneeleoparden seien eher nachts unterwegs. Heute weiß man: Sie sind oft auch am Tag auf der Jagd, auch in der Zeit dazwischen, also in der Dämmerung. Zum Schlafen oder Ausruhen suchen sie sich eine Felshöhle. Wenn sie oft am selben Ort ausruhen, bildet sich dort eine weiche, wärmende Schicht aus ihren Haaren wie eine Matratze.<eop>Schneeleoparden jagen wilde Ziegen und Schafe, Steinböcke, Murmeltiere und Hasen. Aber auch Wildschweine, Hirsche und Gazellen, Vögel und verschiedene andere Tiere gehören zu ihren Beutetieren. In der Nähe der Menschen erbeuten sie aber auch Hausschafe und Hausziegen, Yaks, Esel, Pferde und Rinder. Zwischendurch mögen sie aber auch Teile von Pflanzen, vor allem Zweige von einigen Büschen.<eop>Männchen und Weibchen treffen sich nur zwischen Januar und März, um sich zu paaren. Das ist einmalig bei den Großkatzen, denn die anderen bevorzugen dazu keine besondere Jahreszeit. Um sich zu finden setzen sie mehr Duftmarken und rufen sich zu. <eop>Das Weibchen ist nur etwa während einer Woche zur Sexualität bereit. Etwa drei Monate trägt sie ihre Jungtiere im Bauch. Meist wirft sie zwei oder drei Jungtiere. Jedes ist etwa 450 Gramm schwer, also etwa so schwer wie vier bis fünf Tafeln Schokolade. Am Anfang trinken sie Milch bei ihrer Mutter.<eop>Sind Schneeleoparden gefährdet? Die wichtigsten natürlichen Gegner der Schneeleoparden sind die Wölfe, in bestimmten Gebieten auch die Leoparden. Die machen sich gegenseitig das Futter streitig. Manchmal erkranken Schneeleoparden auch an Tollwut oder werden von Parasiten befallen. Das sind winzig kleine Tierchen, die sich im Fell oder in der Verdauung einnisten können.<eop>Der schlimmste Feind ist jedoch der Mensch. Wilderer wollen die Felle erbeuten und verkaufen. Auch mit den Knochen lässt sich viel Geld verdienen. Sie gelten nämlich in China als besonders gute Medizin. Auch Bauern erschießen manchmal Schneeleoparden um ihre Haustiere zu schützen.<eop>Deshalb ging die Zahl der Schneeleoparden stark zurück. Dann wurden sie geschützt und sie haben sich wieder etwas vermehrt. Heute gibt es insgesamt wieder etwa 5.000 bis 6.000 Schneeleoparden. Das sind immer noch weniger als vor etwa 100 Jahren. Schneeleoparden sind nicht vom Aussterben bedroht, aber sie gelten als „gefährdet“. Sie sind also immer noch in Gefahr.<eop><eop>"}, {"title": "Schneewittchen", "id": 806, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schneewittchen", "text": "Bei Schneewittchen handelt es sich um ein Märchen über ein Mädchen, das so heißt. Das erste Mal erschien es in einer Sammlung aus dem Jahr 1812, in den sogenannten Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Damals hieß das Märchen noch Schneeweißchen. Man hat es dann aber umbenannt in Schneewittchen, damit man es nicht mit dem Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot verwechselt.<eop>Kaum ein anderes Märchen ist so bekannt wie Schneewittchen. Es gibt auch mehrere Verfilmungen davon, zum Beispiel von Walt Disney aus dem Jahre 1937: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Außerdem änderte Walt Disney auch einiges an der Handlung: Im Film wird die Prinzessin vom Prinzen durch einen Kuss wieder zum Leben erweckt.<eop>Was passierte im Märchen? Die Königin eines fernen Landes wünschte sich schon lange ein Kind, aber es dauerte sehr lange, bis sie endlich schwanger wurde. Sie bekam eine Tochter, die wunderhübsch war. Leider verstarb die Königin nach der anstrengenden Geburt und der König heiratete eine andere Frau.<eop>Die Prinzessin wurde Schneewittchen genannt, denn sie hatte eine Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut und ihre Haare waren so schwarz wie Ebenholz. Das ist eine besonders dunkle Holzart. Sie war also genau so, wie sich ihre Mutter es gewünscht hatte.<eop>Die neue Stiefmutter der Prinzessin beneidete sie sehr um ihre Schönheit, denn sie wollte die schönste im ganzen Königreich sein. Die neue Königin besaß einen Zauberspiegel, welcher sprechen konnte, und diesen fragte sie immer wieder, wer denn die Schönste im ganzen Land sei. Bis dahin hatte der Spiegel immer geantwortet, dass sie die Schönste sei, aber von nun an lautete die Antwort anders: Schneewittchen ist die Schönste im ganzen Land. <eop>Daraufhin wurde die Königin sehr wütend und beauftragte den Jäger, die Prinzessin in den Wald zu bringen, um sie dort zu töten. Als Beweis sollte er ihr das Herz von Schneewittchen bringen. Der Jäger brachte das nicht übers Herz und ließ Schneewittchen laufen. Sie floh und traf hinter den sieben Bergen auf die sieben Zwerge, bei denen sie bleiben durfte.<eop>Als die Königin nun wieder ihren Spiegel befragte, erfuhr sie, dass der Jäger sie betrogen hatte, denn er brachte ihr das Herz eines Tieres und nicht das der Prinzessin. Die Königin wurde sehr wütend, suchte nach Schneewittchen und versuchte dreimal, sie zu töten. <eop>Die ersten beiden Male fanden die sieben Zwerge Schneewittchen und konnten sie retten. Beim dritten Mal blieb ihr ein vergiftetes Stück Apfel im Hals stecken. Da konnten ihr die Zwerge nicht mehr helfen. Sie legten Schneewittchen in einen wunderschönen gläsernen Sarg. Da kam eines Tages ein Prinz vorbei geritten und verliebte sich in sie. Das Märchen erzählt, wie sie wieder lebendig wurde.<eop>Zu dieser Zeit befragte die böse Königin wieder ihren Spiegel und erfuhr von ihm, dass es nun eine junge Königin gab, welche viel schöner sei als sie. Sie wollte unbedingt wissen, wer diese junge Frau ist, und da sie sowieso zur Hochzeit eingeladen war, ging sie zum Schloss, um sie zu sehen. Dort erkannte sie Schneewittchen. Zur Strafe musste sie sterben.<eop><eop>"}, {"title": "Schokolade", "id": 807, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schokolade", "text": "Schokolade ist eine Süßigkeit aus verarbeiteten Früchten der Kakaopflanze. Außerdem enthält Schokolade Zucker und meistens auch Milch. Der Name kommt aus der Sprache der Azteken. Sie kannten ein Getränk aus Wasser, Kakao, Vanille und Pfeffer, das sie „Xocólatl“ nannten. Weil es wie die Schokolade Kakao enthält, wurde der Name auf die Süßigkeit übertragen. <eop>Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus brachten spanische Seefahrer den Kakao aus Südamerika nach Europa. Dort entdeckte man, dass sich die Kakaobohnen pressen und zu Pulver verarbeiten ließen. Aus diesem Pulver konnte man ein süßes Getränk machen, wenn man es in Wasser löste und Zucker und Honig dazugab. Dieses Schokoladen-Getränk wurde beliebt, es war aber auch sehr teuer, weil der Kakao und der Rohrzucker von weit her kamen. Darum konnten es sich nur reiche Leute leisten.<eop>In den Jahren nach 1800 baute man Schokoladenfabriken errichtet. Dort hat man feste Schokolade zum Essen hergestellt. Die erste feste Schokolade mit Milch gab es im Jahr 1839 in Dresden hergestellt. <eop>Doch so wie wir sie heute kennen, süß und schmelzend, gibt es die Schokolade erst seit 1879. In diesem Jahr erfand der Schweizer Fabrikant Lindt das Conchierverfahren: Mit einer Maschine vermischte er Kakaopulver und Zucker so, dass eine feste, schmelzende Schokolade entstand. Die Schweizer Fabrikanten verkauften ihre Produkte in großen Läden, die sie Chocolaterien nannten.<eop>Heute ist Schokolade eines der beliebtesten süßen Genussmittel. Sie wird meistens in Tafeln verkauft. Viele Hersteller füllen sie auch gern mit Nugat, Nüssen oder Massen aus Milch oder Joghurt. Die Schokolade-Macher, die Chocolatiers, stellen Pralinen her, kleine Happen aus Schokolade, die sie verzieren und füllen. Man kann Schokolade auch heute noch in Chocolaterien kaufen, sie ist dann meistens sehr teuer und edel.<eop><eop>"}, {"title": "Schottland", "id": 808, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schottland", "text": "Schottland ist ein Teil von Großbritannien, so wie auch England, Wales und Nordirland. Es liegt nördlich von England, ist etwa so groß als Österreich und hat rund fünf Millionen Einwohner. Die meisten Schotten leben im Süden, auch weil der Norden von Schottland sehr gebirgig ist.<eop>Der Name des Landesteils kommt von den Skoten, einem keltischen Volk, das im frühen Mittelalter dort lebte. Schottland war lange Zeit ein eigenes Königreich. Doch 1603 starb die englische Königin Elisabeth ohne einen Nachfolger zu haben. Der schottische König Jakob erbte daraufhin den englischen Thron und wurde König beider Königreiche. Hundert Jahre später bekamen die Länder dann auch eine gemeinsame Regierung und ein gemeinsames Parlament. So entstand das Königreich Großbritannien. Dennoch blieben in Schottland die Gesetze und Bräuche oft schottisch.<eop>Seit 1999 hat Schottland wieder ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Die Hauptstadt von Schottland ist Edinburgh. Das ist schon seit dem Mittelalter so. Viele Schotten wählen am liebsten ihre eigene Partei, die es nur in Schottland gibt: Die Scottish National Party. <eop>Die Hochländer im Norden von Schottland haben tiefe Täler. Dadurch gibt es viele Seen und lange Meeresarme. Einen See nennt man in Schottland ein „Loch“. Das Wort stammt aus einer keltischen Sprache. Bekannt ist zum Beispiel Loch Ness, in dem ngeblich ein See-Ungeheuer lebt. Aber die Landschaft zieht auch sonst viele Urlauber aus ganz Großbritannien an. <eop>In den Hochländern finden regelmäßig sportliche Wettkämpfe statt. Diese nennt man „Highland-Games“. Dort gibt es verschiedene Wettbewerbe wie Seilziehen, Hammerwerfen, Wettrennen oder traditionelles Tanzen. Weil viele Schotten ausgewandert sind, gibt es die Highland-Games mittlerweile auf der ganzen Welt. <eop>"}, {"title": "Schrift", "id": 809, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schrift", "text": "Eine Schrift besteht aus Zeichen, mit denen man Informationen und Wissen festhalten kann. Der Schreibende schreibt mit der Schrift etwas auf, das er selbst und auch andere Menschen lesen können. <eop>„Schrift“ steht sowohl für das Schreiben an sich, als auch für eine bestimmte Art von Schrift. Außerdem kann gemeint sein, wie ein Mensch schreibt, die Handschrift. Man sagt, dass mit der Schrift die eigentliche Geschichte der Menschheit begann. <eop>Zum Schnellschreiben wurde die Kurzschrift erfunden. Damit werden Reden im Parlament aufgezeichnet. Seeleute verständigen sich mit einem Winkeralphabet. Für das Telegrafieren gibt es das Morsealphabet. Bekannt sind die Morsezeichen für „SOS“ (· · · − − − · · ·). Blinde ertasten ihre Punktschrift mit den Fingern. Gehörlose buchstabieren neue Wörter mit einem Fingeralphabet. Außerdem gibt es noch zahlreiche Geheimschriften. <eop> Wer hat die Schrift erfunden?  Vor etwa 5000 Jahren fingen manche Hochkulturen an, Schrift zu entwickeln. Vorher gab es nur einzelne Zeichen, wenn man zum Beispiel Zahlen oder einzelne Dinge ausdrücken wollte. Dank der Schrift kennt man heute noch Geschichten wie die über den König Gilgamesch, die über 3000 Jahre alt ist.<eop>Welches Volk als erstes schrieb ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde die Schrift in Mesopotamien erfunden. Diese Schrift wurde in weichen Lehm gedrückt und hat wegen ihrer Form heute den Namen Keilschrift.<eop>Fast genau so alt wie die Keilschrift sind die ägyptischen Hieroglyphen. Etwas später begannen die Chinesen ihre ersten Schriftzeichen zu schreiben. Viel später entwickelten die Maya in Mittelamerika ihre eigene Schrift. Alle anderen Schriften sind irgendwie von anderen Schriften beeinflusst.<eop> Wie schreiben die verschiedenen Völker? Die Alphabet-Schriften bestehen aus Zeichen, die jeweils für Laute stehen. So funktioniert auch das Alphabet für die deutsche Sprache. Es gibt eine Groß- und Kleinschreibung. In der lateinischen Schrift sind die ersten drei Buchstaben A a, B b und C c. In der griechischen Schrift beginnt das Alphabet mit Α α, Β β und Γ γ. Das kyrillische Alphabet des Russischen beginnt mit А а, Б б und В в. Die ersten Buchstaben ähneln sich, weil die drei Schriften miteinander verwandt sind. Doch auch die Unterschiede fallen sofort ins Auge.<eop>Auch das Koreanische hat eine Buchstabenschrift, selbst wenn das auf dem ersten Blick nicht zu erkennen ist, da die Silben in quadratischen Blöcken geschrieben werden: ga (가), gam (감) und gan (간).<eop>Bei Konsonantenschriften wie im Hebräischen oder Arabischen werden fast nur Konsonanten geschrieben. Die Vokale müssen die Lesenden selbst ergänzen. So werden beim Name des Propheten Mohammed (محمد) nur die Konsonanten m (م), h (ح), m(م) und d (د) geschrieben. Dabei ist zu beachten, dass im Arabischen von rechts nach links gelesen wird. Auch sehen die arabischen Buchstaben anders aus, wenn sie am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes stehen.<eop>Bei Wortschriften steht ein Zeichen gleich für eine ganze Idee oder eine Sache. Die chinesische Schrift zum Beispiel hat für Wörter wie „Kind“ (子) oder „Pferd“ (馬) eigene Zeichen. Ein modernes Beispiel für eine solche „Bilderschrift“ sind die japanischen Emojis. Sogar die drei Affen, die nichts sehen (🙈), nichts hören (🙉) und nichts sprechen (🙊) haben ihr eigenes Zeichen.<eop>Bei Silbenschriften wie im Japanischen werden Silben nicht in Buchstaben zerlegt, sondern jede Silbe bekommt ihr eigenes Zeichen: ka (か), ki (き), ku (く), ke (け) und ko (こ). In indischen Schriften wird das Silbenzeichen ka (क) abgewandelt, wenn ein anderer Vokal als „a“ folgt: ki (कि), ku (कु) und ko (को).<eop><eop>"}, {"title": "Schule", "id": 810, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schule", "text": "Eine Schule ist ein Ort, an dem Lehrer unterrichten und Schüler etwas lernen. Es geht also in erster Linie um die Menschen, die dort zusammen sind und um das, was sie tun. Zu einer Schule gehört meist auch ein Direktor oder Schulleiter, auch ein Hauswart und seine weiteren Angestellten. Manchmal meint man mit Schule auch einfach das Gebäude, also das Haus. Richtigerweise würde man dann von einem Schulhaus sprechen.<eop>Wie lange die Schule dauert, welche einzelnen Stufen es gibt und was es zu lernen gilt, ist in jedem Land anders geregelt. In Deutschland ist jedes Bundesland dafür verantwortlich, in der Schweiz jeder Kanton. Im ganzen Land Österreich ist das einheitlich geregelt. Geregelt sind die verschiedenen Schulstufen und ihre Namen. Auch wie lange ein Kind die Schule besuchen muss, ist festgelegt. Auch die Fächer sind festgeschrieben. Gemeint sind damit die Mathematik, die Sprachen, die es zu lernen gilt und viele andere Dinge. Die Gemeinden sind oft für die Gebäude oder die Ausrüstung zuständig, also Tische, Stühle, Computer und so weiter.<eop>Daher haben die verschiedenen Altersstufen der Schulen ihre verschiedenen Namen. In Deutschland gibt es beispielsweise den Kindergarten oder die Vorschule, dann die Grundschule, die umfasst meist die erste bis zur vierten Klasse. Dann folgt die Hauptschule. In der Schweiz gehört der Kindergarten zum ersten Zyklus, dann folgen der zweite und der dritte Zyklus. In Österreich gibt es nach dem Kindergarten die Volksschule, dann die Neue Mittelschule oder die Allgemeinbildende Höhere Schule und dann noch ein weiteres Jahr, bis die Schulpflicht erfüllt ist.<eop>Es gibt allerdings auch Länder, die kennen keine Schulpflicht, so zum Beispiel die USA. Dort gibt es aber eine Unterrichtspflicht. Die Kinder können also auch zu Hause von den Eltern oder sonst wo lernen. Sie müssen dabei ein bestimmtes Programm erfüllen. Das kommt aber selten vor. Mehr Schüler besuchen nicht eine Staatsschule, sondern eine Privatschule. Das kostet jedoch oft sehr viel Geld, das die Eltern bezahlen müssen. Staatsschulen hingegen werden durch Steuern bezahlt.<eop>Seit wann gibt es Schulen? Schon vor vielen tausend Jahren gab es in den Hochkulturen Schulen. Im Alten Ägypten zum Beispiel gab es Schulen für Kinder mit reichen Eltern. Die meisten Kindern mussten ihren Eltern in der Landwirtschaft oder beim Handwerk helfen, damit die Familie genug zu essen hatte. Dies ist heute noch in vielen ärmeren Ländern so.<eop>Auch in Europa des Mittelalters wurden nur wenige Kinder unterrichtet. Reiche Familien leisteten sich einen Hauslehrer. Richtige Schulen gab es nur in den Klöstern, und dort auch fast nur für die jungen Männer, also für die angehenden Mönche und Priester. <eop>In einzelnen Städten Deutschlands gab es schon im 16. Jahrhundert eine Schulpflicht, und zwar sogar für Jungen und Mädchen. Für ganz Deutschland wurde die Schule aber erst im Jahr 1919 zur Pflicht, zu Beginn der Weimarer Republik also. In den Kantonen der Schweiz und in Österreich wurde die Schulpflicht zu verschiedenen Zeitpunkten eingeführt. <eop>In vielen Entwicklungsländern begannen die Schulen mit Missionaren. Diese Menschen wollten der Bevölkerung in erster Linie das Christentum nahebringen. Sie richteten oft auch Schulen ein. In vielen dieser Länder sind die Schulen heute noch so organisiert, und lange nicht alle Kinder können eine Schule besuchen.<eop> "}, {"title": "Schwalben", "id": 811, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schwalben", "text": "Schwalben sind Zugvögel. Sie verbringen bei uns den Sommer und haben hier ihre Jungen. Den Winter verbringen sie im Süden, wo es wärmer ist.<eop>Schwalben sind eine Familie von Tieren. Es gibt davon viele verschiedene Arten. Bei uns leben die Mehlschwalbe, die Rauchschwalbe, die Uferschwalbe, die Felsenschwalbe und die Rötelschwalbe. Wegen des Klimawandels kommen aber auch immer mehr andere Schwalbenarten zu uns.<eop>Schwalben sind eher kleine Vögel. Bei einigen Arten ist der Schwanz auffällig: Er hat zwei Gabeln und sieht etwa so aus, wie wenn wir den Daumen und den Zeigefinger etwas voneinander abspreizen. Mit den Füßen können sie nicht gut laufen. Das tun sie aber auch selten.<eop>Wie leben Schwalben? Schwalben ernähren sich von Insekten, die sie in der Luft jagen. Bei gutem Wetter fliegen diese Insekten hoch oben, also fliegen auch die Schwalben hoch. Das ist ein Anzeichen dafür, dass das Wetter noch eine Zeitlang sonnig bleibt. Fliegen die Insekten tief, dann fliegen auch die Schwalben tief. Vor allem für die Bauern war es früher wichtig, anhand des Schwalbenflugs auf das Wetter des folgenden Tags zu schließen.<eop>Schwalben erkennt man auch gut an ihren Nestern. Zur Zeit des Nestbaus mischt sich eine klebrige Flüssigkeit in ihren Speichel. Damit kleben sie Sand, Lehm oder andere Materialien zusammen und bauen daraus ihre Nester. Die kleben sie dorthin, wo Katzen oder andere Feinde nicht hinkommen: an Balken, unter Vordächer und an ähnliche Orte.<eop>Wie unterscheiden sich Schwalbenarten? Die Mehlschwalben brüteten ursprünglich an Felsen. Sie haben sich aber an die Menschen gewöhnt und leben heute gerne in deren Nähe. Weil sie ihre Nester manchmal an Kirchen bauen, nennt man sie auch „Kirchschwalben“. Sie brüten auch gerne hoch oben in den Bergen, auf bis zu 2.600 Meter über dem Meeresspiegel. Ihre Nester bauen sie gerne in Kolonien, also nahe an anderen Nestern. Das können fünf bis tausend sein. Das Weibchen legt zweimal im Jahr je drei bis fünf Eier.<eop>Die Rauchschwalben nennt man auch Hausschwalben oder Gabelschwalben, dies wegen ihrem gegabelten Schwanz. Sie mögen vor allem die Landschaften rund um Bauernhöfe, wo es Wiesen und Teiche gibt. Dort finden sie am meisten Futter. Ihre Nester bauen sie am liebsten an Ställe und Scheunen. Bevor es Kamine gab, gelangten sie durch die Öffnungen oben am Dach in die Häuser. Weil diese Öffnungen für den Rauch aus der Küche gedacht waren, nennt man sie eben „Rauchschwalben“. Eine Rauchschwalbe legt zwei- bis dreimal im Sommer Eier, je vier bis fünf Stück. In Deutschland sind die Rauchschwalben gefährdet.<eop>Uferschwalben sind die kleinsten Schwalben bei uns. Als Nester graben sie sich Höhlen an Flussufer oder Meerufer, manchmal auch in Lehm- oder Kiesgruben. Diese Höhlen polstern sie mit Halmen und Federn aus. Das Weibchen legt ein- oder zweimal Eier im Jahr, jeweils fünf bis sechs Stück. In Deutschland sind die Uferschwalben streng geschützt. In der Schweiz gibt es sie nur im Mittelland, weil sie sich weiter oben nicht wohl fühlen.<eop>Die Felsenschwalben leben eher im Süden. In der Schweiz gibt es sie im Jura und in den Alpentälern. Ihre Nester bauten sie ursprünglich am liebsten an Felswänden, in Schluchten oder an Brücken. In jüngerer Zeit bauen sie auch auch an Häusern, vor allem unter dem Dach. Sie brüten einmal, in einem guten Jahr zweimal. Jedes Mal legt das Weibchen zwei bis fünf Eier.<eop>Die Rötelschwalben leben auch im Sommer eher im Süden. In unseren Ländern, also nördlich der Alpen, gibt es sie erst etwa seit dem Jahr 1950. Man bezeichnet sie auch als „Irrgäste“, weil man denkt, dass sie sich eher hierher verirrt haben. Meist mischen sie sich für die Reise unter eine Gruppe von Rauchschwalben. Ihre Nester hängen sie an die Decke. <eop><eop>"}, {"title": "Schwangerschaft", "id": 812, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schwangerschaft", "text": "Die Zeit, in der im Bauch einer Frau ein Kind heranwächst, nennt man Schwangerschaft. Im Bauch einer Frau gibt es dazu ein Organ, die Gebärmutter. Sie ist normalerweise nur so groß wie eine Birne. Von den beiden Eierstöcken führen zwei Eileiter zur Gebärmutter. Jeden Monat bewegt sich eine Eizelle durch einen Eileiter zur Gebärmutter.<eop>Wenn nun ein Mann und eine Frau miteinander Sex haben, dann gleitet der Mann mit seinem steifen Penis in die Scheide der Frau. Man nennt das meist: miteinander schlafen. Dabei sind sie doch beide hellwach. Man sagt deshalb auch Sex haben. Die Samenzellen gelangen durch den Penis in die Scheide und durch die Gebärmutter in die Eileiter. Wenn dort eine Eizelle reif ist, dann verbinden sich Eizelle und Samenzelle. Das ist die Befruchtung, der Beginn der Schwangerschaft.<eop>Während der Schwangerschaft wird die Gebärmutter größer – so wie auch das Kind in ihr. Kurz bevor das Kind geboren wird, ist die Gebärmutter etwa so groß wie ein aufgeblasener Luftballon. Sie ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, die man Fruchtwasser nennt. In diesem Fruchtwasser schwimmt das Baby und kann sich ein wenig bewegen. Etwa in den ersten beiden Monaten nennt man es Embryo, nachher Fötus.<eop>Alles, was das Kind zum Leben braucht, bekommt es von seiner Mutter. Dazu ist es über die Nabelschnur mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden. Die Nabelschnur ist ein Schlauch, der ungefähr so dick ist wie der Finger eines Erwachsenen. Darüber erhält das Kind alle wichtigen Nährstoffe und Sauerstoff. Auch bei fast allen Säugetieren gibt es diese Nabelschnur. Nach der Geburt des Kindes bleibt davon nur der Bauchnabel übrig.<eop>Am Anfang einer Schwangerschaft ist das Kind noch ganz klein. Auch der Bauch der Mutter ist noch nicht gewachsen. Beim Arzt kann man aber schon mit einer Untersuchung, die nicht wehtut, das Kind ansehen und Bilder davon machen. Diese Untersuchung nennt man Ultraschall. Eine Schwangerschaft dauert beim Menschen neun Monate. Im Idealfall dreht es sich am Schluss so, dass der Kopf unten liegt, zur Scheide der Mutter hin. Dann kommt es von selbst zur Geburt. Bei Tieren kann die Schwangerschaft auch länger oder kürzer sein und wird Trächtigkeit oder Tragzeit genannt.<eop><eop>"}, {"title": "Schwarzes Meer", "id": 813, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schwarzes Meer", "text": "Das Schwarze Meer liegt zwischen Europa und Asien. Es ist etwa so groß wie die Nordsee, aber viel tiefer, nämlich bis zu 2000 Meter tief. Durch die Meerenge des Bosporus ist das Schwarze Meer mit dem Mittelmeer verbunden. <eop>Warum das Meer „schwarz“ heißt, weiß man heute nicht mehr genau. Manche Forscher vermuten, dass der Name mit bestimmten Algen zu tun hat, die den Meeresboden und das Wasser manchmal besonders dunkel aussehen lassen. Andere glauben, dass es einfach nur eine falsche Übersetzung eines alten Namens ist. <eop>Am Schwarzen Meer liegen viele Länder: Bulgarien, Rumänien, die Ukraine, Russland, Georgien und die Türkei. Mehrere große Flüsse wie zum Beispiel die Donau fließen ins Schwarze Meer. Im Norden des Meeres gibt es eine große Halbinsel, die Krim. <eop>Schon seit dem Altertum verlaufen über und um das Schwarze Meer viele wichtige Handelswege. Es gab aber auch immer wieder Kriege, weil einzelne Länder bestimmen wollten, wer auf dem Meer fuhr und Handel trieb.<eop>Heute fahren Menschen vor allem ans Schwarze Meer, um Urlaub zu machen. Es gibt viele berühmte Badeorte, zum Beispiel Jalta auf der Krim. Die größte Stadt am Schwarzen Meer ist Odessa in der Ukraine.<eop>"}, {"title": "Schweden", "id": 814, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schweden", "text": "Schweden ist ein Land im Norden Europas und ein Mitglied der Europäischen Union. Es ist etwa um ein Viertel größer als Deutschland, Deutschland hat aber etwa acht Mal so viele Einwohner. Fast alle Menschen dort sprechen Schwedisch, das ist die Amtssprache. Im Norden lebt ein Volk mit einer eigenen Sprache, die Sami. An der Grenze zu Finnland sprechen einige Schweden Finnisch als Muttersprache.<eop>In dem großen Land leben eher wenige Menschen, die meisten in den größeren Städten wie Stockholm oder Göteborg. Außerhalb Schwedens kennt man Schriftsteller wie Astrid Lindgren oder Selma Lagerlöf und das Unternehmen IKEA, das Möbel herstellt. Der Elch kommt tatsächlich häufig in Schweden vor, er ist ein besonders großer Hirsch. <eop> Wie ist das Land? Schweden liegt auf der skandinavischen Halbinsel und ist sehr langgestreckt. So hat es eine lange Küste an der Ostsee und eine lange Grenze mit Norwegen. Im Süden und an der Küste ist die Landschaft eher flach und weitläufig. Im Nordwesten gibt es hingegen viele hohe Berge. Der höchste Berg ist der Kebnekaise, auf Deutsch übersetzt „Kessel-Kamm“. Er ist 2.097 Meter hoch.<eop>Bekannt ist Schweden auch für seine großen Wälder, besonders Nadelwald gibt es viel. Dort findet man Wildtiere wie den Elch, den Dachs oder den Wolf. Außerdem gibt es in Schweden viele Seen und Flüsse. Die beiden größten Seen liegen im Süden: Der Vättern und Värnern.    <eop>Obwohl Schweden recht weit im Norden liegt, ist es dort nicht besonders kalt. Das liegt am warmen Wasser aus dem Atlantik, das in die Ostsee strömt. Doch der Norden Schwedens liegt jenseits des Polarkreises, und vor allem im Gebirge wird es richtig kalt: Man hat schon Temperaturen unter minus 50 Grad Celsius gemessen. Im Norden rlebt man im Winter sehr lange Nächte und im Sommer sehr lange Tage. Das Mittsommernachtfest ist für die Schweden fast so wichtig wie Weihnachten.<eop> Was ist früher geschehen? Schweden wurde vor mehr als 12.000 Jahren erstmals von Menschen besiedelt, die wohl über Dänemark ins Land kamen. Anfangs lebten in Schweden viele verschiedene Völker. Doch ein Volk, die Svaer, wurde so mächtig, dass es schließlich ganz Schweden eroberte. Im Altertum und im Mittelalter gab es dort Wikinger. Sie fuhren zur See um Handel zu treiben, raubten aber auch andere Städte aus. <eop>Um das Jahr 900 wurde Schweden zu einem Königreich und einem christlichen Land. Über Jahrhunderte gab es viel Streit und Krieg mit dem benachbarten Dänemark, ehe sich die beiden Länder um das Jahr 1400 mit Norwegen zusammenschlossen. Dieses Bündnis dauerte mehr als 100 Jahre, dann wurde Schweden wieder eigenständig. In den Jahrhunderten danach war Schweden eine Großmacht. Schwedische Kämpfer überfielen im Dreißigjährigen Krieg Deutschland, später auch Russland und Polen.<eop>Die Industrialisierung setzte in Schweden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein, als auch die Demokratie eingeführt wurde. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war Schweden neutral, es nahm also nicht am Krieg teil und hielt sich auch sonst aus den Streitigkeiten heraus.<eop> Wie wird Schweden regiert? Die Könige Schwedens kommen seit über 200 Jahren aus der französischen Familie Bernadotte. So auch Karl Gustav der Sechzehnte, der gegenwärtige König von Schweden. Wie viele Länder Nordeuropas ist Schweden heute eine Parlamentarische Monarchie mit einem Wahlrecht für das Volk. Das heißt: Der König ist offiziell das Staatsoberhaupt, die Politik Schwedens wird aber vom Parlament gemacht. Der König ist nur so eine Art Vorzeigefigur. <eop>Das Schwedische Parlament nennt sich Reichstag und befindet sich in der Hauptstadt Stockholm. Es hat 349 Mitglieder, die alle vier Jahre neu gewählt werden. Das Parlament ernennt wiederum den Ministerpräsidenten, den Regierungs-Chef Schwedens. <eop>Für einige Jahre galt Schweden als ein Musterland der Sozialdemokratie. Viel Geld wurde verwendet um Schulen und Universitäten zu bauen und den einfachen Arbeitern zu helfen. Das sogenannte „Schwedische Modell“ wurde auch in anderen skandinavischen Ländern eingeführt. Nach einer Wirtschaftskrise in Skandinavien um das Jahr 1990 wurden jedoch viele der Änderungen wieder abgeschafft.  <eop>  <eop> "}, {"title": "Schweine", "id": 815, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schweine", "text": "Schweine sind Säugetiere. Die Schweine, die vom Menschen gegessen werden, sind normalerweise „gemeine Hausschweine“. Davon gibt es heute viele verschiedene Rassen. Sie stammen von Wildschweinen ab.<eop>Das männliche Schwein heißt Eber, das weibliche Sau. Die Jungen heißen Ferkel. Eine Sau ist knapp vier Monate lang schwanger. Bei weiblichen Tieren nennt man das \"trächtig sein\". Dann werden bis zu 20 Ferkel geboren. Davon überleben im Durchschnitt etwa 13. Solange die Sau ihre Ferkel noch säugt, nennt man die Ferkel Spanferkel. Span ist ein altes Wort für Zitze. Dort trinken die Jungen ihre Milch. Diese Zeit dauert drei bis vier Wochen.<eop>Schweine können nicht schwitzen. Vor allem im Sommer drehen sie sich deshalb gern im Schlamm, damit Dreck kleben bleibt. Das schützt sie vor der Sonne. Das Drehen im Schlamm nennt man auch suhlen. Schweine sind ziemlich intelligent: In Experimenten können sie gut Aufgaben lösen. Sie ähneln dadurch eher Hunden als zum Beispiel Schafen und Kühen.<eop>Allein in Deutschland werden heutzutage über 27 Millionen Schweine gehalten. In China sind es sogar 450 Millionen. Das liegt daran, dass viele Menschen gern das Fleisch essen. Es gibt allerdings auch Menschen, die gar kein Schwein essen wollen, weil ihre Religion dagegen ist. Viele Juden und Muslime finden, dass Schweine „unreine“ Tiere sind. Andere finden Schweinefleisch auch nicht unbedingt gesund.<eop><eop>"}, {"title": "Schweiz", "id": 816, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schweiz", "text": "Die Schweiz ist ein Binnenland in der Mitte Europas, liegt also nicht am Meer. Dafür grenzt es an mehrere große Länder: Deutschland im Norden, Frankreich im Westen, Italien im Süden und Österreich im Osten. Im Osten liegt auch das besonders kleine Nachbarland Liechtenstein. <eop>Deutschland ist etwa neunmal so groß wie die Schweiz und hat etwa zehnmal so viele Einwohner. Die meisten Schweizer haben als Muttersprache Deutsch, Französisch oder Italienisch. Diese Sprachen gibt es auch in den Nachbarländern. Die vierte Sprache der Schweiz ist das Rätoromanische. So spricht die kleinste Gruppe der Einwohner, im Kanton Graubünden.<eop>Die Landesfläche der Schweiz besteht aus drei großen Landschaften: Der Jura erstreckt sich entlang der Grenze zu Frankreich. Das Mittelland mit seinen vielen Städten reicht vom Genfersee bis zum Bodensee. Der größte Teil liegt jedoch in den Alpen. Seine hohen Berge sind eine wichtige Grenze in Europa für den Verkehr, für das Klima und für die Kultur.<eop>Wie ist die Schweiz entstanden? Der Kern der heutigen Schweiz entstand im 13. Jahrhundert. Die drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden schlossen sich gegen die Habsburger zusammen. Der Legende nach haben sich drei Männer auf der Rütliwiese getroffen und geschworen, sich gegenseitig beizustehen. Man nennt dies den Rütlischwur. Später wurde ein Vertrag geschrieben, der Bundesbrief. Er ist heute im Bundesbriefmuseum in Schwyz ausgestellt. Als Datum steht „anfangs August 1291“ darunter. Deshalb feiert die Schweiz immer am 1. August ihren Geburtstag mit Höhenfeuern und Feuerwerken.<eop>Der Bund hieß ursprünglich die Eidgenossenschaft, weil die drei Genossen einen Eid geleistet hatten. Jeder Kanton behielt aber viele Rechte für sich. Zwischen den Kantonen gab es Grenzen mit Zollstationen und die Währungen waren verschieden. Immer mehr Kantone schlossen sich der Eidgenossenschaft an. Andere Gebiete wurden erobert. So wuchs die Eidgenossenschaft. Seit dem Jahr 1815 hat sie die heutigen Grenzen. Im Jahr 1847 gab es einen Krieg in der Schweiz, den Sonderbundskrieg. <eop>Im Jahr 1848 handelten die Kantone einen neuen Vertrag aus, die Bundesverfassung. Damit gründeten sie den heutigen Staat Schweiz. Sie schafften die Binnengrenzen und Zölle ab und schufen eine neue Währung, den Schweizer Franken. Die Entwicklung war ähnlich wie bei der Bildung der Europäischen Union. Jeder Kanton behielt seine eigene Verfassung, sein eigenes Parlament und seine Regierung. Die Kantone blieben für viele Aufgaben selber zuständig, insbesondere für die Polizei, die Schulen und für die Krankenhäuser. Ein Kanton ist also so etwas Ähnliches wie ein Bundesland in Deutschland oder Österreich.<eop>Wie ist die Schweiz heute? Das Wichtigste über die Schweiz regelt die Bundesverfassung aus dem Jahr 1848. Sie beschreibt die Staatsform als Republik. Die Regierungsform ist eine Demokratie. <eop>Die Schweiz hat ein Parlament mit zwei Kammern. Diese Volksvertreter wählen die Menschen auf folgende Art: Jeder Kanton wählt zwei Vertreter in den Ständerat, egal wie viele Einwohner er hat. Die 200 Nationalräte verteilen sich je nach der Einwohnerzahl der Kantone. Beide Parlamentskammern zusammen bilden die Vereinigte Bundesversammlung. Sie wählt die Regierung, das ist der Bundesrat. <eop>Die Regierung und das Parlament haben ihren Sitz im Bundeshaus in Bern. Deshalb ist Bern die Bundeshauptstadt. Man bezeichnet sie aber auch immer öfter als die Hauptstadt der Schweiz.<eop>Das höchste Schweizer Gericht ist das Bundesgericht. Es hat seinen Sitz in Lausanne. Wenn ein Einwohner mit einem Urteil in seiner Gemeinde nicht einverstanden ist, kann er sich zuerst an das nächst höhere kantonale Gericht wenden, danach an das Bundesgericht. Dieses entscheidet dann abschließend. Es kann allerdings sehr lange dauern, bis das alles geschehen ist. Falls es sich um ein Menschenrecht handelt, kann sich der Betroffene noch an den Europäischen Gerichtshof in Straßburg wenden.<eop>Die Schweiz hat eine Armee zur Verteidigung ihres Gebiets. Die Schweiz bezeichnet sich als neutral. Das heißt, sie mischt sich nicht in fremde Konflikte oder Kriege ein. Ihre Abgeordneten vermitteln aber oft in fremden Konflikten. Viele Friedenskonferenzen finden deshalb in der Schweiz statt.<eop>Die Schweiz als Ganzes ist zuständig für die Eisenbahn, für die Autobahnen, für die Post, für die Sicherung der Landesgrenze und viele andere Belange, zum Beispiel für die Eidgenössische Technische Hochschule. In vielen Bereichen erlässt sie jedoch nur allgemeine Gesetze. Die Kantone oder die Gemeinden übernehmen dann die Ausführung.<eop>Wer hat in der Schweiz das Sagen? Am meisten zu sagen hat das Stimmvolk. Dazu gehören die Menschen, die Bürger der Schweiz sind und über 18 Jahre alt. Das Stimmvolk wählt das Parlament. Es beschließt, ob die Verfassung geändert werden soll. Auch über andere Dinge kann das Stimmvolk abstimmen. Es wollte beispielsweise nicht der Europäischen Union beitreten, einmal wollte es keine neuen Armeeflugzeuge kaufen und viele andere Dinge.<eop>Neue Gesetze beschließen die beiden Kammern des Parlaments. Das Volk kann aber auch verlangen, dass es selber darüber abstimmen darf. Das nennt man ein Referendum. Wenn das Volk eine Idee selber einbringen will, nennt man das eine Volksinitiative.<eop>Die Vereinigte Bundesversammlung wählt die sieben Bundesräte. Jeder von ihnen ist für ein Departement zuständig, zum Beispiel das Militärdepartement oder das Finanzdepartement. In seinem Departement sorgt ein Bundesrat dafür, dass die Gesetze und die übrigen Beschlüsse des Parlaments angewendet werden. Wichtige Geschäfte beschließt der Bundesrat gemeinsam. Man nennt ihn deshalb eine „Kollegialbehörde“.<eop>Am längsten im Bundesrat ist Ueli Maurer. Dann folgen Simonetta Sommaruga, Alain Berset, Guy Parmelin, Ignazio Cassis, Viola Amherd und Karin Keller-Sutter. Ihre Wahl gilt jeweils für vier Jahre oder bis zur nächsten Wahl des Parlaments. Das Präsidium wechselt jedes Jahr. Im Jahr 2021 ist Herr Parmelin der Bundespräsident.<eop>Womit verdienen die Menschen in der Schweiz ihr Geld? Die Schweiz hat keine Rohstoffe. Erdöl, Gas, Kohle, Eisen, Kupfer usw. muss sie im Ausland einkaufen. Es gibt also auch keine Arbeitsplätze im Bergbau oder in der Eisenindustrie. Außer Kies für Beton hat sie lediglich nachwachsende Rohstoffe wie Holz. Auch sauberes Wasser ist ausreichend vorhanden. Daraus lässt sich mit Stauseen und Flusskraftwerken fast die Hälfte des Bedarfs an Elektrizität decken. Viele Schweizer sagen, ihr einziger Rohstoff sei die Bildung der Einwohner.<eop>Die Schweiz ist also darauf angewiesen, ausländische Rohstoffe zu verarbeiten. Dazu braucht es viel Wissen und Technik. Die Ausbildungen werden deshalb stark gefördert. So entstanden wichtige Technologien. In der Schweiz werden komplizierte Maschinen gebaut. Auch Lokomotiven oder Teile für Kraftwerke gehören dazu, ebenso die Schweizer Uhren. Diese Waren verkaufen die Schweizer Firmen fast auf der ganzen Welt.<eop>Sehr wichtig sind die Banken und Versicherungen. Viele Menschen aus der ganzen Welt legen ihr Geld auf eine Schweizer Bank, weil sie ihnen sicher erscheint. Ein Teil der Schweizer arbeitet im Tourismus. Viele ausländische Gäste verbringen den Urlaub in den Bergen oder in einer großen Stadt. Hingegen ist die Landwirtschaft immer weniger wichtig. Es wird für die Schweiz immer schwieriger, ihren Wein, ihre Schokolade und ihre Milchprodukte ins Ausland zu verkaufen. Auch wenn der Schweizer Käse mit den großen Löchern weitherum bekannt ist.<eop>Wie spricht man in der Schweiz? Die Schweiz hat vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Diese vier sind Amtssprachen. Alle Banknoten sind so bedruckt. Auch wenn das Volk sich an der Urne zu einem Thema äußern kann, bekommt jeder die Informationen in der Landessprache, die er ausgewählt hat. Im Parlament wird meistens Deutsch gesprochen, manchmal auch Französisch oder Italienisch, selten Rätoromanisch. Dann werden die Reden jeweils übersetzt.<eop>In der Deutschschweiz sprechen die Menschen Schweizerdeutsch. Dies ist ein Sammelname für ganz verschiedene Dialekte. Die sind von Kanton zu Kanton sehr verschieden. Deshalb stellt ein Schweizer schnell fest, woher ein anderer Schweizer kommt.<eop>Die verschiedenen Dialekte sind entstanden, weil die Menschen früher weniger gut reisen konnten. So gab es keine Vermischung der Sprachen. In den Bergen können die Dialekte sogar von einem Dorf zum anderen verschieden sein.<eop>Die Menschen aus den verschiedenen Kantonen verstehen sich nicht so einfach. Gerade der Walliser oder der Graubündner-Dialekt klingen ganz besonders. Auch innerhalb des Französischen gibt es verschiedene Dialekte. Sie unterscheiden sich jedoch nicht so stark.<eop>Die Schweizer kennen ein Standarddeutsch wie in Deutschland. Das braucht man für alle Texte, Zeitungen und Bücher. Auch Nachrichten am Radio und am Fernsehen werden so gesprochen. Auch im Parlament spricht man Standarddeutsch, damit man sich besser versteht. Wirklich wie in Deutschland klingt dies jedoch nicht. Man nennt es deshalb auch „Schweizer Hochdeutsch“.<eop>Es gibt auch Regeln, wie man einen Dialekt schreiben soll. Nur kennt die fast keiner und in der Mundart schreibt man höchstens eine WhatsApp oder eine ähnliche Kurznachricht im Dialekt. Das schreibt dann jeder so, wie er es für richtig hält. <eop><eop>"}, {"title": "Schwerkraft", "id": 817, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schwerkraft", "text": "Die Schwerkraft ist die Kraft, mit der ein Gegenstand zu Boden gezogen wird. Sie wird auch Gewichtskraft oder Gravitation genannt. Die Schwerkraft ist also auch die Kraft, mit der ein Gegenstand oder eine Person auf eine Waage drückt. Die Schwerkraft hängt dadurch mit dem Begriff Gewicht zusammen. Da wir uns auf der Erde befinden, wird die Schwerkraft hier auch als Erdanziehungskraft bezeichnet. <eop>Auf der Erde bewirkt die Schwerkraft, dass alle Körper nach unten fallen. Das ist in Richtung Erdmittelpunkt. Im Weltraum bestimmt die Schwerkraft die Bahnen der Himmelskörper, also der Planeten, Monde, Satelliten und Kometen und so weiter. Diese Körper ziehen sich gegenseitig an und so entstehen ihre Flugbahnen.<eop> Ist ein Gegenstand überall gleich schwer? Die Schwerkraft hängt nicht nur vom Gewicht eines Gegenstandes ab, sondern auch von dem Himmelskörper, auf dem er sich befindet. Auf der Erde drückt ein Astronaut mit einer viel größeren Kraft auf eine Waage als auf dem Mond. Die Erdanziehung ist nämlich viel stärker als die des Mondes.<eop>Das liegt daran, dass die Erde viel schwerer ist als der Mond. Die Anziehung der Erde ist etwa sechsmal größer als die des Mondes. Würde ein Astronaut auf dem Mond auf eine normale Waage steigen, würde sie ein Gewicht anzeigen, das sechs mal kleiner ist als auf der Erde. Wiegt der Astronaut 60 Kilogramm, so würde die Waage dort nur 10 Kilogramm anzeigen. Das liegt aber nur an der Waage, die für die viel stärkere Schwerkraft der Erde gebaut wurde. Die Masse des Astronauten ist aber dieselbe, egal ob auf der Erde oder dem Mond.<eop>Je weiter ein Planet oder sonst ein Gegenstand von einem anderen Himmelskörper entfernt ist, desto geringer wirkt die Schwerkraft des Himmelskörpers auf ihn. Wenn gar keine Schwerkraft mehr feststellbar ist, spricht man von Schwerelosigkeit.<eop> "}, {"title": "Schwäne", "id": 818, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Schwäne", "text": "Schwäne sind große Vögel. Sie können gut schwimmen und weit fliegen. Bei den meisten erwachsenen Tieren ist das Gefieder rein weiß. Bei den Jungtieren ist es grau-braun. <eop>Je nach Zählung gibt es sieben oder acht verschiedene Arten von Schwänen. Die Schwäne sind nahe verwandt mit den Enten und den Gänsen. Bei uns in Mitteleuropa treffen wir vor allem auf den Höckerschwan.<eop>Der Höckerschwan lebt dort, wo es weder zu heiß noch zu kalt ist. Wir finden ihn oft an unseren Gewässern. Hoch im Norden, in der arktischen Tundra brüten im Sommer vier andere Arten. Den Winter verbringen sie im wärmeren Süden. Sie sind also Zugvögel. Auf der Südhalbkugel gibt es zwei Arten, die auch besonders aussehen: Der Trauerschwan ist als einziger völlig schwarz. Beim Schwarzhalsschwan erklärt schon der Name, wie er wohl aussieht.<eop>Schwäne haben einen noch längeren Hals als Gänse. Damit können sie gut Pflanzen vom Grund fressen, wenn sie auf dem Wasser schwimmen. Diese Art der Futtersuche nennt man „gründeln“. Ihre Flügel können ausgespannt über zwei Meter weit sein. Schwäne wiegen bis zu 14 Kilogramm.<eop>Am liebsten fressen Schwäne Pflanzen aus dem Wasser. Aber auch auf dem Land ernähren sie sich von Pflanzen. Dazu kommen wenige Wasser-Insekten, Weichtiere wie Schnecken, kleine Fische und Amphibien. <eop> Wie vermehren sich Schwäne? Ein Elternpaar bleibt sich ein Leben lang treu. Das nennt man Monogamie. Für die Eier bauen sie ein Nest, das sie immer wieder benutzen. Das Männchen sammelt Zweige und reicht sie dem Weibchen, das daraus das Nest baut. Innen wird alles mit weichen Pflanzen ausgepolstert. Dann rupft sich das Weibchen einen Teil seiner eigenen Daunen aus. Es braucht also seine weichsten Federn für die Polsterung.<eop>Die meisten Weibchen legen vier bis sechs Eier, es können aber bis zu elf Eier werden. Das Weibchen brütet die Eier allein aus. Nur beim Trauerschwan hilft das Männchen mit. Die Brutzeit beträgt knapp sechs Wochen. Beide Eltern ziehen dann die Jungtiere auf. Manchmal nehmen sie die Jungen Huckepack auf den Rücken.<eop><eop>"}, {"title": "See", "id": 819, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/See", "text": " Ein See ist ein Gewässer. Seen liegen im Land und sind kein Teil eines Ozeans. Anders als beim Fluss fließt das Wasser nicht oder kaum. Jedenfalls gibt es kein Gefälle, das Wasser ist überall mehr oder weniger auf derselben Höhe. <eop>Ein See ist viel tiefer als ein Teich. Daher ist es unten im See viel kühler als weiter oben an der Oberfläche. Darum sagt man von einigen großen, aber flachen Seen, dass sie keine richtigen Seen seien.<eop>Ist im See immer Süßwasser? Normalerweise ist das Wasser im See „süß“. Es enthält also kaum Salz. In vielen Ländern ist das Wasser aus Seen sehr wichtig, damit die Menschen Trinkwasser haben. Das Wasser wird allerdings meist noch aufbereitet, bevor es in unsere Wasserhähne kommt.<eop>Manche Seen sind hingegen Salzseen. Sie entstehen vor allem in Gegenden, in denen das Klima sehr heiß ist. Dadurch verdunstet viel Wasser. Im übrigen Wasser des Sees verbleibt ziemlich viel Salz.<eop>In solchen Salzseen leben meist keine Fische. Aber es gibt kleine Lebewesen, wie bestimmte Krebse. Dank der Krebse kommen Flamingos und andere Tiere an den Salzsee. Für Menschen sind Salzseen manchmal interessant, weil man dort Salz abbauen kann.<eop>Der wohl bekannteste Salzsee ist das Tote Meer in Israel, Palästina und Jordanien. Das Wasser dort besteht zu einem Viertel aus Salz. Man kann darin liegen, ohne unterzugehen, aber das Wasser brennt schlimm in den Augen. <eop>Andere Salzseen haben nur Wasser, wenn es stark geregnet hat. Sonst sind es Salzwüsten. Ein Beispiel ist der Lake Eyre in Australien.<eop>Ist alles, was See heißt auch ein See? In der deutschen Sprache ist heute ein Meer ein Teil des großen Weltmeeres, des Ozeans. Das Wasser dort ist Salzwasser. Ein See hingegen ist völlig von Land umschlossen, und das Wasser ist normalerweise nicht salzig.<eop>Früher aber hat man die Wörter Meer und See nicht so deutlich unterschieden. In der niederdeutschen Sprache, auch im Niederländischen, sagt man es umgekehrt. Ein „Meer“ ist dort ein See, also ein Binnengewässer, und „die See“ ist ein Teil des Ozeanes.<eop>Darum haben Nordsee und Ostsee haben zwar auch das Wort „See“ im Namen, sind aber eigentlich Meere. Auch bei den Wörtern Seefahrt und Seemann meint man Menschen, die mit Schiffen auf dem Meer fahren. Umgekehrt gibt es in Norddeutschland das Steinhuder Meer, das ein See ist. Wir nennen ferner das Kaspische Meer Meer, weil es so groß ist.<eop>Welche sind die größten und tiefsten Seen? Der größte See der Welt ist das Kaspische Meer im Kaukasus. Es ist ein zugleich der größte Salzsee der Welt. Der größte See, der Süßwasser führt, ist der Obere See. Er gehört zu den Großen Seen an der Grenze zwischen Kanada und den USA. <eop>Der Bodensee ist der größte See in Deutschland. Er befindet sich allerdings auch in Österreich und der Schweiz. Der größte See, der nur in Deutschland liegt, ist die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern. Auf Platz zwei folgt der Chiemsee in Bayern.<eop>Der tiefste See der Welt ist der Baikalsee in Russland. An der tiefsten Stelle misst man mehr als 1.600 Meter, oder 1,6 Kilometer. Das entspricht etwa der doppelten Höhe des Burj Khalifa, des höchsten Gebäudes der Welt. "}, {"title": "Seepferdchen", "id": 820, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Seepferdchen", "text": " Seepferdchen sind Fische. Sie kommen nur im Meer vor, da sie Salzwasser zum Leben benötigen. Die meisten Arten leben im Pazifischen Ozean. <eop>Das Besondere an Seepferdchen ist ihr Äußeres. Ihr Kopf ähnelt dem eines Pferdes. Wegen dieser Kopfform hat das Seepferdchen seinen Namen bekommen. Ihr Hinterleib sieht aus wie der eines Wurmes. <eop>Seepferdchen sind zwar Fische, haben aber keine Flossen zum Schwimmen. Sie bewegen sich durch Bewegungen mit ihrem Schwanz durch das Wasser. Sie halten sich besonders gerne im Seegras auf, denn daran können sie sich mit ihrem Schwanz festhalten. <eop>Ungewöhnlich ist bei den Seepferdchen auch, dass die Männchen schwanger sind und nicht die Weibchen. Das Männchen brütet in seiner Bruttasche bis zu 200 Eier aus. Nach etwa zehn bis zwölf Tagen zieht sich das Männchen ins Seegras zurück und bringt die kleinen Seepferdchen zur Welt. Die Kleinen sind von da an auf sich allein gestellt.<eop><eop>"}, {"title": "Seife", "id": 821, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Seife", "text": "Mit Seife waschen wir unseren Körper, vor allem die Hände. Seife löst den Schmutz viel besser als nur Wasser. Die meisten Seifen sind für die Haut recht gut verträglich und schaden kaum.<eop>Schon vor vielen tausend Jahren fanden die Menschen im Orient heraus, wie man Seife herstellen konnte. Sie brauchten dazu zwei Dinge: Fett oder Öl und Asche. Das Fett nahmen sie von einem Tier. Das Öl pressten sie aus Pflanzen, zum Beispiel aus Oliven. Sie verbrannten getrocknete Pflanzen, zum Beispiel Holz, um Asche zu gewinnen. <eop>Das Fett oder Öl verkochten sie mit der Asche. Dabei kam es zu einem chemischen Vorgang, den die Menschen damals noch nicht verstanden. Aber was dabei herauskam, war Seife. Man konnte sie als Flüssigseife brauchen oder etwas trocknen lassen und in Stücke schneiden. Oft mischt man vorher noch Kräuter dazu für einen besonderen Geruch, zum Beispiel Rosenblätter oder Lavendel. Die Kreuzritter brachten diese Technik im Mittelalter nach Europa. Seither wurde hier der Beruf des Seifensieders wichtig.<eop>Bald zeigte sich ein Nachteil der Seife: Auf unserer Haut liegt schon eine natürliche, dünne Schicht aus Fett. Die wäscht man mit der Seife weg. Viele Leute müssen sich deshalb nach der Dusche oder nach dem Händewaschen eincremen. Es gibt auch Seifen, die bereits etwas zu viel Fett enthalten, damit ein Teil davon auf der Haut liegenbleibt.<eop>Früher hat man auch die Wäsche mit Seife gewaschen. Heute ist dies nicht mehr so. Moderne Waschmittel enthalten kaum mehr Seife, sondern andere chemische Mittel. Sie wirken stärker als Seife. Allerdings gehen auch nicht alle gleich schonend mit der Wäsche um. Für unsere Haut wären diese Mittel gänzlich ungeeignet. Sie würden zu Rötungen und zu Schmerzen führen.<eop><eop>"}, {"title": "Serbien", "id": 822, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Serbien", "text": "Serbien ist ein Staat im Südosten Europas. Das Land ist etwa doppelt so groß wie die Schweiz und hat knapp gleich viele Einwohner. Die Hauptstadt heißt Belgrad. Serbien hat keinen Zugang zum Meer, es ist also ein Binnenstaat. Der Süden von Serbien besteht vor allem aus Gebirgen, der Norden ist flacher. Dort leben die meisten Einwohner. Serbien liegt am Rand der Subtropen und ist deshalb ein eher warmes Land.<eop>Die Sprache der Serben ist sehr mit dem Kroatischen verwandt. Früher nannten sie viele sogar „Serbokroatisch“. Die meisten Serben sind Mitglied in der serbisch-orthodoxen Kirche, während die Kroaten meist römisch-katholisch sind. Serben leben außer in Serbien auch in Bosnien und Herzegowina.<eop>Im Südwesten von Serbien liegt das Kosovo, wo viele Albaner leben. Bis zum Jahr 1999 gehörte es zu Serbien. Die meisten Serben und einige andere Staaten sind der Meinung, dass das Kosovo immer noch ein Teil Serbiens ist. Die meisten Menschen im Kosovo, die Regierung des Kosovo und viele Staaten anerkennen aber das Kosovo als eigenen Staat.<eop>In Serbien gibt es fünf Nationalparks, viele Naturparks und sehr viele Naturschutzgebiete. Es gibt dort Steppen, Dünen, Berg-Urwälder und andere wertvolle Gebiete. Dort wachsen Pflanzen, die es nur noch hier gibt. Bekannt ist auch die „Serbische Fichte“, ein hoher und sehr schlanker Nadelbaum. Die Byzantinische Pfingstrose ist die Nationalblume Serbiens.<eop> Was ist früher im Land geschehen? Seit dem Mittelalter war Serbien ein Teil des Osmanischen Reiches. Im 19. Jahrhundert aber gab es Aufstände, und Serbien wurde ein eigenes Königreich. Seitdem war Serbien darauf aus, mehr Gebiete zu erobern. Teilweise wohnten dort auch Serben. <eop>Letztlich gelang das sogar: Fast im ganzen 20. Jahrhundert hatten Serben, Kroaten und Slowenen einen gemeinsamen Staat. Dieser Staat wurde als Jugoslawien bekannt. Allerdings hatten darin vor allem die Serben das Sagen. Die anderen Völker waren damit unzufrieden. Zwischen den Jahren 1991 und 1999 gab es mehrere Kriege, und schließlich wurde Serbien wieder ein eher kleines Land.<eop>Womit verdienen die Menschen ihr Geld? Am meisten Geld verdienen die Menschen in Serbien mit Dienstleistungen. Vor allem in Pristina und in einigen anderen großen Städten gibt es viele Banken, Versicherungen und Zentren für den Handel und den Verkehr.<eop>Die Industrie produziert Nahrungsmittel, Textilien, Produkte aus Metall, Glas und Zement für Beton. Auch technische Produkte wie Telefone und viele andere werden hergestellt, ebenso viele Arten von Maschinen. Eine Leitung bringt Erdgas aus Russland nach Europa. Auch damit verdient Serbien viel Geld.<eop>Seine Energie hat Serbien vor allem aus Kraftwerken, die mit Braunkohle betrieben werden und Wasserkraft. An der Donau und an anderen Flüssen gibt es große Wasserkraftwerke. Viel Elektrizität wird aber auch mit Erdöl erzeugt.<eop>Der Tourismus wird immer wichtiger. Am meisten Menschen kommen in die Großstädte Pristina und Novi Sad. Auch viele Kurorte und die Donau ziehen Touristen an. Die besuchen aber auch alte Festungen und Klöster, Seen und Schluchten. Die bekannteste ist das „Eiserne Tor“. Dort hat sich die Donau einen Durchgang durch die Felsen gegraben.<eop>Etwa zwei Drittel der Fläche Serbiens dienen der Landwirtschaft. Nicht nur das Klima ist günstig, sondern die Böden sind auch sehr fruchtbar. Hier wachsen Mais, Kartoffeln, Weizen, Zuckerrüben und Samen, aus denen man Öl gewinnt. Auch Schweine, Rinder und Schafe werden gehalten. Obst und Wein werden angebaut.<eop><eop>"}, {"title": "Seuche", "id": 823, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Seuche", "text": "Von einer Seuche sprach man früher, wenn viele Menschen oder Tiere zur selben Zeit krank wurden. Meistens starben auch viele daran. Die Menschen konnten sich solche Krankheits-Wellen nicht erklären. Vor allem im Mittelalter aber auch noch lange in der Neuzeit dachten die meisten Menschen in Europa, die Seuche sei eine Strafe Gottes, weil sie gesündigt, also Gott nicht gehorcht hatten.<eop>Die Menschen wussten damals nicht, wie sich Seuchen verbreiteten und was sie dagegen tun konnten. Das ursprüngliche Wort „Seuche“ bedeutete schwach, krank oder „siech“. Daher kommt der Ausdruck „Siechtum“ oder das Siechenhaus, in das man schwer erkrankte Menschen brachte. Die Siechen mussten die anderen Menschen mit einem Geräusch warnen, wenn sie zum Betteln in ein Dorf gingen. Man hatte also bereits den Verdacht, dass sich diese Krankheiten von Mensch zu Mensch weitergeben lassen. Eine solche Absonderung nennt man heute Quarantäne, Isolation oder Isolierung.<eop>Genaueres darüber weiß man erst seit etwa 150 Jahren. Damals fand der Wissenschaftler Robert Koch heraus, wie sich diese Krankheiten übertragen. Seither spricht man auch nicht mehr einfach von Seuchen. Bei den Menschen braucht man den Ausdruck „Epidemie“. Das kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwas, das „auf dem Volk liegt“. Damit sind die Menschen gemeint. Bei den Tieren spricht man von Epizootie. Darin steckt das Wort Zoo für Tiere.<eop>Heute spricht man auch im übertragenen Sinn von Seuchen. Wir sprechen etwa von verseuchtem Trinkwasser. Wir meinen damit, dass es darin zu viele Krankheits-Erreger gibt. Aber das Trinkwasser allein ist noch keine Seuche. Wir sagen zum Beispiel auch: „Der Gebrauch von Smartphones hat sich verbreitet wie eine Seuche“. Auch das hat nichts mit einer Seuche an sich zu tun. Die Geschwindigkeit der Verbreitung ist nur ähnlich.<eop>Was ist das Besondere an einer Epidemie? Zwei Dinge sind bei einer Epidemie besonders wichtig: Erstens ist es der Krankheits-Erreger. Dies sind meistens Bakterien oder Viren, selten sind es Pilze. Sie können sich schnell vermehren. Die Abwehrkräfte eines erkrankten Menschen müssen sich aber zuerst auf den neuen Angriff einstellen. Wenn sie das schaffen, überlebt der Mensch. In den meisten Fällen ist er dann gegen diese Krankheit immun. Das heißt, er bekommt sie nicht mehr. Ebenfalls immun wird man durch eine Impfung. Bei neuen Krankheiten muss eine solche jedoch erst entwickelt werden. Andere Medikamente lindern die Schmerzen oder drücken das Fieber herunter. Sie machen aber nicht immun. Sie machen nur die Krankheit erträglicher.<eop>Zweitens ist die Übertragung wichtig. Wir wissen heute, dass man Viren und viele Bakterien durch Tröpfchen überträgt. Das geschieht durch Husten, Niesen oder mit den Händen. Die Erreger können aber auch direkt in einen anderen Körper gelangen, zum Beispiel mit einer unsauberen Spritze oder mit unsauberen Instrumenten bei einer Operation. Gewisse Krankheiten können auch von Tieren auf Menschen übertragen werden. Ratten zum Beispiel übertragen die Erreger durch ihre Bisse. Die Übertragung nennt man in der Fachsprache „Infektion“. Man sagt auch: „Der Mensch hat sich infiziert.“ <eop>Es gibt Seuchen, bei denen jeder kranke Mensch ungefähr gleich viele andere Menschen ansteckt. Manchmal ist dies aber sehr unterschiedlich. Während einige Kranke gar niemanden anstecken, verbreiten andere die Krankheit sehr schnell. Solche Menschen nennt man „Superverbreiter“. Oft braucht man dafür den Englischen Ausdruck „Superspreader“, sprich: Super-s-präder. Allerdings kann ein solcher im Freien weniger ausrichten als zum Beispiel in einer Diskothek. Dort stehen oder tanzen die Leute dicht an dicht und sprechen wegen der Musik sehr laut miteinander. Man bezeichnet solche Anlässe deshalb als Superverbreitungs-Ereignisse. Weshalb die einen Menschen Superverbreiter sind und andere nicht, hat die Wissenschaft noch nicht herausgefunden.<eop>Bei einer Epidemie ist auch wichtig, wie lange sie anhält und wie weit herum sie sich ausbreitet. Von einer Epidemie spricht man nur, wenn es diese während einer bestimmten Zeit und in einem bestimmten Gebiet gibt. Ist zwar die Zeit begrenzt, das Gebiet jedoch nicht, spricht man von einer Pandemie. Von einer Endemie spricht man, wenn das Gebiet begrenzt ist, die Epidemie aber kaum mehr aufhört. Die Abgrenzung zwischen diesen drei Arten ist schwierig zu treffen. Die Weltgesundheitsorganisation legt jeweils fest, was genau gilt.<eop>Unser modernes Leben begünstigt Pandemien. Im Flugzeug kann ein Mensch eine Krankheit in einem Tag auf einen anderen Kontinent bringen. So wird aus einer Epidemie schnell mal eine Pandemie. Diese Möglichkeit gab es früher nicht.<eop>Was kann man gegen Epidemien unternehmen? Am wichtigsten ist die Sauberkeit, die Hygiene. Dazu gehört, dass man sich regelmäßig die Hände wäscht. Das gilt für alle Menschen, besonders aber für diejenigen, die mit verschiedenen oder sogar kranken Menschen arbeiten. Man soll auch verhindern, dass beim Husten oder Niesen kleine Tröpfchen auf andere Menschen gelangen. Man sollte deshalb nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge husten oder niesen. Auch hier ist regelmäßiges Hände-Waschen wichtig.<eop>Sauber halten soll man aber auch die Häuser und die Straßen. Sobald Essensreste herumliegen, verbreiten sich dort Ratten oder Füchse. Beide können Krankheiten unter sich und auch an Menschen weitergeben. Bei den Tieren muss man auf eine gute Hygiene in den Ställen achten. Die Natur hat es nicht vorgesehen, dass hunderte von Schweinen oder tausende von Hühnern so nahe beieinander leben. Auch muss das Futter absolut sauber und frei von Bakterien sein. Das Futter ist nämlich ein häufiger Infektionsweg.<eop>Bei einer Operation tragen die Ärzte und auch das übrige Personal neue Handschuhe aus Gummi, die werfen sie nachher weg. Auch die Kleider sind besonders sauber und werden nach jedem Patienten besonders gründlich gewaschen. Die Räume und Operationstische werden mit einem besonderen Mittel gereinigt, also desinfiziert. <eop>Gegen viele Krankheiten kann man sich impfen lassen. Die Pocken zum Beispiel waren früher eine sehr gefürchtete Viren-Krankheit, an der sehr viele Menschen starben. Durch die Impfung konnte man sie vermutlich ausrotten. Der letzte Fall war vor über vierzig Jahren im Land Somalia in Afrika aufgetreten.<eop>Krankheiten durch Bakterien kann man heute mit einem passenden Antibiotikum behandeln. Ein gutes Beispiel ist die Pest. Die gibt es inzwischen in Europa nicht mehr. Falls doch einmal ein Arzt eine Pest-Erkrankung feststellt, muss er diese dem Staat melden.<eop>Man versucht auch festzustellen, mit wem ein kranker Mensch in der letzten Zeit Kontakt hatte. Es geht also um die Rückverfolgung der Infektionsketten. Meist braucht man dafür den englischen Ausdruck „Contact Tracing“, sprich: Kontäkt-Trejssing. Man fragt also einen Erkrankten, mit wem er in der letzten Zeit zusammen war. Der Staat oder die Gesundheitsbehörde ruft dann diese Personen an und schickt sie in Quarantäne. Viele Staaten entwickelten während der Corona-Pandemie eine App für das Smartphone. Die stellt die Kontakte mit Erkrankten fest und warnt einen per SMS.<eop>Manchmal muss man einen erkrankten Menschen von den anderen Menschen trennen, damit er niemanden anstecken kann. Der Kranke lebt dann allein in einem Raum. Das nennt man Quarantäne, Isolierung oder Isolation. So kann man abwarten, bis die Krankheit vorbei ist. Wenn er gepflegt werden muss, müssen diese Leute einen besonderen Schutzanzug tragen.<eop>Welches waren die größten Seuchen überhaupt? Von vielen Seuchen in der Geschichte der Menschheit weiß man heute nichts mehr. Man hat aber zum Beispiel in Gräbern aus der Steinzeit Leichen gefunden, die an der Pest gestorben sind. Ferner kennt man Berichte über Seuchen schon aus dem Altertum. Man kann heute aber nicht sagen, welcher Erreger für die Seuche gesorgt hat. <eop>So gab es etwa 400 Jahre vor Christus eine Seuche in der griechischen Hauptstadt Athen. Jeder vierte oder sogar jeder dritte Einwohner der Stadt starb. Etwa 170 Jahre vor Christus wütete im Römischen Reich eine Seuche, die gegen zehn Millionen Menschen das Leben kostete. Es war eine Art der Pest oder der Cholera. Ähnliche Seuchen gab es immer wieder.<eop>Die schlimmste Seuche im europäischen Mittelalter war der „Schwarze Tod“. Das war ebenfalls eine Art der Pest. Sie dauerte im 14. Jahrhundert etwa sieben Jahre lang. Sie nahm etwa 25 Millionen Menschen das Leben, in Europa, aber auch in Asien und Afrika. <eop>Um das Jahr 1520 wüteten die Pocken in Mexiko. Dabei starben zwischen fünf und acht Millionen Indianer, weit mehr als in allen Kriegen. Die Pocken hatten die europäischen Entdecker mitgebracht und damit die Indianer angesteckt. Ganz ähnlich war es im Jahr 1780 in Australien.<eop>Am Ende des Ersten Weltkriegs kam die Spanische Grippe über Europa. Gegen 50 Millionen Menschen starben daran, vor allem junge. Seit dem Jahr 1980 breitet sich die Krankheit HIV auf der ganzen Welt aus. Sie forderte bisher 36 Millionen Todesopfer. In Deutschland waren es gegen 30.000 Tote. Dank besserer Vorbeugung und Medikamenten war es hier nicht ganz so schlimm.<eop>Ab dem Jahr 2002 gab es die SARS-Pandemie in China. Bald darauf verbreitete sich weltweit die „Schweinegrippe“. In Westafrika gibt es das Ebolafieber, eine Endemie. Seit dem Dezember 2019 verbreitet sich das Coronavirus von China aus. Die Krankheit wurde zur Pandemie erklärt und gilt als besonders schlimm. Sie wurde durch ein ähnliches Virus ausgelöst wie die SARS-Pandemie.<eop>"}, {"title": "Sexualität", "id": 824, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sexualität", "text": "Sexualität bedeutet Geschlechtlichkeit oder einfach Geschlecht, also männlich oder weiblich. Alle Menschen oder höheren Tiere sind so. Die Natur hat das entwickelt, damit die Kinder nicht einfach gleich sind wie Mutter oder Vater, sondern damit sie eine Mischung von beiden werden können. <eop>Sexualität hat viel mit Gefühlen zu tun. Sie entsteht oft daraus, dass zwei Menschen sich sehr lieben. Ab einem gewissen Alter fühlen sich viele Jungen plötzlich in einer ganz anderen Art zu Mädchen hingezogen und umgekehrt. Daraus entsteht oft das Bedürfnis, sich gegenseitig zu umarmen und vielleicht sogar nackt zusammen zu sein. <eop>Erotik bedeutet, dass zwei Menschen sich zueinander hingezogen fühlen. Es geht also um ein Kribbeln zwischen zwei Menschen. Ein Mensch kann auf einen anderen aber nicht nur erotisch wirken, indem er sich nur leicht bekleidet zeigt. Auch der Ausdruck seines Gesichts oder wie er sich bewegt, kann auf einen anderen Menschen anziehend wirken, also erotisch sein. <eop>Sexuelle Fortpflanzung ist geschlechtliche Fortpflanzung. Das gibt es nicht nur bei Menschen und Tieren, sondern viel länger schon bei Pflanzen. Auch die meisten Tiere pflanzen sich geschlechtlich fort. Ausgenommen sind ganz einfache Arten, die beispielsweise bloß aus einer einzigen Zelle bestehen.<eop>Wie geht Sexualität bei Pflanzen? Bei den Pflanzen heißen die Geschlechtsteile Blüten. Der weibliche Teil heißt die Narbe. Die männlichen Teile sind die Staubfäden. Auf ihnen sitzen die Pollen. Ein Insekt, beispielsweise eine Biene, trägt die Pollen auf die Narbe. Manchmal erledigt das auch ganz einfach der Wind. Man nennt dies: Bestäubung. Die Pollen bewegen sich dann ins Innere der Blüte und vereinigen sich dort mit den weiblichen Teilen. So entsteht ein Same. Wenn er reif ist und in geeignete Erde fällt, wächst daraus eine neue Pflanze.<eop>Es gibt auch Pflanzen, die sich ungeschlechtlich vermehren. Die Erdbeere lässt Triebe zur Seite wachsen. Falls diese auf eine gute Erde zu liegen kommen, entwickeln sich daran Wurzeln. Daraus wird dann eine eigene Erdbeerpflanze. <eop>Kartoffeln machen es ähnlich: Wenn der Bauer eine Kartoffel in die Erde pflanzt, wachsen daraus Wurzeln und daraus wieder Kartoffeln. Also wie bei der Erdbeere, nur unterirdisch. Man kann dann den Großteil der Kartoffeln essen und einen kleinen Teil wieder zum aussäen brauchen.<eop>Es gibt aber auch ganz einfache Pflanzen. Die sind winzig klein und bestehen nur aus einer einzigen Zelle. Diese Zelle teilt sich, und so sind aus einer Pflanze zwei geworden.<eop>Der Nachteil dieser ungeschlechtlichen Fortpflanzungen ist, dass die Kinder fast genau gleich sind wie ihr Elternteil, denn sie haben ja nur einen einzigen. Deshalb hat die geschlechtliche Fortpflanzung zu komplizierteren Lebewesen geführt.<eop>Wie geht Sexualität bei Tieren? Alle höheren Tierarten vermehren sich geschlechtlich. Das ist eine Handlung aus dem Instinkt heraus. Das heißt: Die Tiere müssen es nicht lernen, sie können es einfach.<eop>Es braucht dazu ein Männchen und ein Weibchen. Das Männchen trägt die Spermien in sich, die es für die Befruchtung braucht. Im Weibchen wachsen Eizellen heran. Meistens wird nur eine aufs Mal reif. <eop>Wenn ein Männchen und ein Weibchen von Säugetieren zusammenkommen, um ein Kind zu machen, nennt man das: die Begattung. Das Weibchen lässt dies nur zu, wenn es spürt, dass es gerade eine reife Eizelle in sich trägt. Das Weibchen stellt sich dann hin und das Männchen steigt von hinten auf das Weibchen. Das Männchen gleitet mit dem Penis in ihre Vagina und bewegt sich darin vor und zurück, bis seine Samenzellen herausströmen. In den meisten Fällen wird das Weibchen dadurch trächtig. Das kommt vom Verb „tragen“ und bedeutet, dass sie bald ein Baby in sich tragen wird.<eop>Bei manchen Tierarten findet die Begattung außerhalb des Körpers statt. Man nennt das dann: Besamung. So ist es bei vielen Fischen: Die Eizellen des Weibchens und die Spermien des Männchens treffen im Wasser aufeinander. Dort vereinigen und entwickeln sie sich.<eop>Wie geht Sexualität bei Menschen? Rein körperlich gesehen geht Sex bei Menschen genau so wie bei allen Säugetieren. Der Mensch ist wissenschaftlich gesehen auch ein Säugetier. Bei den Menschen spricht man aber nicht von Begattung, sondern von Geschlechtsverkehr. Dabei gleitet der Mann mit dem steifen Penis in die Vagina der Frau und bewegt ihn vor und zurück oder hin und her. Nach einer Weile strömt seine Samenflüssigkeit heraus, und er erreicht dabei ein Lustgefühl. Im Idealfall erreicht die Frau ein solches Lustgefühl auch.<eop>Es gibt aber wichtige Unterschiede zur Begattung bei den Tieren: Menschen machen Sex nicht immer einfach nur aus dem Instinkt heraus. Sie wollen auch meistens gar kein Kind dabei machen. Sie haben Freude am Sex, oder sie lieben sich so sehr, dass sie diese tiefste Vereinigung miteinander suchen. Sie lassen Sex auch nicht nur zu, wenn es ein Kind geben könnte, sondern auch dann, wenn bei der Frau gar keine Eizelle bereit ist.<eop>Viele Menschen machen auch Sex für sich allein. Ein Mädchen oder eine Frau kann ihre Vulva streicheln und so das wunderschöne, starke Gefühl erreichen, das man Orgasmus nennt. Auch bei Jungen und Männern geht das. Bei älteren Jungen und bei Männern wird der Orgasmus von einem Samenerguss begleitet. Das heißt, die Samenflüssigkeit strömt plötzlich aus dem Penis heraus, dort, wo auch der Urin herauskommt. <eop>Es gibt auch Menschen, die mögen Sex lieber mit dem gleichen Geschlecht, also eine Frau mit einer Frau oder ein Mann mit einem Mann. Man nennt das: Homosexualität. Dabei kann es zu keinem Geschlechtsverkehr kommen wie zwischen Mann und Frau, aber einen Orgasmus können beide trotzdem haben.<eop>Worauf muss man bei der Sexualität achtgeben? Im Grunde genommen ist erlaubt, was beiden gefällt. Es gibt aber beispielsweise Grenzen durch das Gesetz: Kein Mensch darf zum Sex gezwungen werden. Auch Sex zwischen Erwachsenen und Kindern ist in den meisten Ländern verboten. Wenn ein Erwachsener mit einem Kind zu weit geht, dann soll es unbedingt mit seinen Eltern, einer Lehrperson oder mit einer guten Freundin oder mit einem guten Freund darüber sprechen.<eop>Wichtig beim Sex ist es auch, eine unerwünschte Schwangerschaft zu vermeiden. Dies geht beispielsweise, indem die Frau täglich ein besonderes Medikament einnimmt. Dieses Medikament wird \"die Pille\" genannt. Diese muss sie sich jedoch vom Arzt verschreiben lassen. Der Mann kann sich, bevor der Penis in die Scheide gleitet, auch eine dünne Gummihaut über den Penis ziehen. Man nennt das „Kondom“ oder „Präservativ“. Damit verhindert man, dass die Samenzellen des Mannes in die Gebärmutter der Frau gelangen können. Das Kondom verhindert auch die Übertragung vieler Krankheiten. Um ein Kondom zu bekommen muss man nicht zum Arzt gehen. Kondome kann man in vielen Supermärkten oder Drogerien selbst kaufen.<eop>Wie verdienen manche Menschen mit Sex Geld? Es gibt Menschen die sich prostituieren. Sie betreiben also Prostitution. Die Silbe „pro“ ist Griechisch und bedeutet „verkaufen“. Da „verkaufen“ also Menschen ihren Körper. Sie lassen also Sex mit sich machen und bekommen dafür Geld.<eop>Nicht alle Menschen finden das gut. In manchen Ländern ist es auch verboten und wird dann zum Teil versteckt gemacht. Die Prostituierten machen das auch nicht alle freiwillig. Manche werden dazu gezwungen und müssen auch einen großen Teil des erhaltenen Geldes abgeben. Menschen, die andere zur Prostitution zwingen und ihnen das Geld abnehmen, nennt man Zuhälter.<eop>Pornografie ist eine sexuelle Darstellung. Leicht bekleidete oder sogar nackte Menschen lassen dabei Fotos von sich machen oder auch Filme. Sie verdienen damit ebenfalls Geld. Die Silbe „por“ bedeutet dasselbe wie die Silbe „pro“. Auch bei der Pornografie wird also etwas verkauft.<eop> "}, {"title": "Sieben Weltwunder", "id": 825, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sieben Weltwunder", "text": "Die Sieben Weltwunder waren großartige Gebäude und Statuen aus dem Altertum. Von diesen Weltwundern steht nur noch eines, die Große Pyramide in Ägypten. Die anderen waren: der Leuchtturm von Pharos, ein Grabmal in Halikarnassos, der Koloss von Rhodos, eine Statue von Zeus in Olympia, ein Tempel in Ephesos und die Hängenden Gärten von Babylon.<eop>Wer genau diese Liste der Sieben Weltwunder aufgestellt hat, weiß man nicht. Die Zahl Sieben wurde wohl gewählt, weil viele Menschen sie magisch finden. Später machte man noch andere Listen von Weltwundern: mit neueren Bauwerken oder mit besonders beeindruckenden Landschaften. <eop> Was weiß man heute noch über die Weltwunder? Fünf der Sieben Weltwunder haben die alten Griechen gebaut. Die beiden anderen waren die Große Pyramide von Gizeh im alten Ägypten und die Hängenden Gärten von Babylon im heutigen Irak. Wie diese Weltwunder ausgesehen haben, weiß man heute höchstens aus Beschreibungen, also aus Texten. Bilder von damals gibt es schon lange nicht mehr.<eop>Die griechischen Weltwunder waren drei Gebäude und zwei Statuen. In Ephesos befand sich ein Tempel für die Göttin Artemis. In Halikarnassos hatte König Mausolos ein Haus bauen lassen, in dem er begraben wurde. Deshalb sagt man zu einem übergroßen, prächtigen Grabmal oft auch Mausoleum. Vor der Stadt Alexandria, auf der Insel Pharos, stand ein riesiger Leuchtturm.<eop>In Olympia stand ein Tempel für Zeus mit einer berühmten Statue für diesen Gott. In Rhodos stand eine riesige Statue in Form eines Mannes, der Koloss von Rhodos. Die Statue diente als Leuchtturm des Hafens.<eop> Gibt es heute noch Weltwunder? Immer wieder stellt jemand eine Liste von neuen Weltwundern auf. Im Jahr 1994 haben amerikanische Ingenieure, also Fachleute für das Bauen, auch eine Liste gemacht. Danach gehört zum Beispiel der Eurotunnel zu den modernen sieben Weltwundern. Dieser Tunnel ist besonders lang und verläuft unter der Nordsee zwischen Frankreich und Großbritannien. <eop>Ein anderes Weltwunder aus der neuen Liste ist der Panamakanal in Panama. Durch diesen Kanal können Schiffe vom Atlantischen in den Pazifischen Ozean fahren. Seit 1914 müssen sie nicht mehr den langen Umweg um Südamerika herum nehmen. <eop>Es gibt noch viele weitere Listen, zum Beispiel nur für Bauwerke aus dem Mittelalter. Eine andere Liste erwähnt Wunder der Natur. Darauf stehen unter anderem die Viktoria-Wasserfälle in Afrika und der Grand Canyon, ein riesiges Fluss-Tal in Nordamerika.<eop><eop>"}, {"title": "Silbe", "id": 826, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Silbe", "text": "Eine Silbe ist ein Teil eines Wortes. Es ist ein Ausdruck aus der Grammatik. Eine Silbe klingt abgerundet, auch wenn sie keinen Sinn ergibt. Beispiele für zweisilbige Wörter sind Va-ter, Mut-ter, Bru-der, Schwes-ter, Lam-pe und viele andere. Spricht man Wörter langsam aus, kann man meistens kleine Pausen zwischen den einzelnen Silben hören.<eop>In der deutschen Sprache enthält eine Silbe immer einen Vokal, das ist ein Selbstlaut wie a, e, i, o, u, ä, ö, ü oder einen Doppellaut wie ei, eu, au. Außerdem braucht man dazu meist einen oder mehrere Konsonanten, das sind Mitlaute wie b, c, d, f, g, h und so weiter. Allerdings ist Ei ein Beispiel für eine Silbe und gleichzeitig ein Wort, das ohne Mitlaut auskommt. Bei O-fen bildet das O allein eine Silbe. Solche Ausnahmen sind jedoch sehr selten.<eop>Es gibt auch einsilbige Wörter wie Arm, Bein, Hund, Mond und so weiter. Dreisilbige Wörter sind Erd-ge-schoss, Kof-fer-raum oder auch Zie-gel-stein. Das Wort Fahr-rad-sat-tel hat vier Silben, Wohn-zim-mer-lam-pe sogar fünf. Bei einigen Wörtern entsprechen die Silben einem eigenständigen Wortteil. Beispiele sind: Hanf-seil, Haar-schnitt, Christ-baum-schmuck, Erd-beer-eis und viele andere.<eop>Kenntnisse über Silben braucht man beim Trennen von Wörtern. Wenn man beim Schreiben am Zeilenende angekommen ist und ein Wort nicht mehr ganz in eine Zeile passt, dann kann man das Wort in zwei Teile aufteilen, also trennen. Man trennt dann immer zwischen einzelnen Silben ab. Einsilbige Wörter lassen sich also nicht trennen.<eop>Aber auch in Gedichten sind Silben wichtig, damit der Rhythmus stimmt, sprich: Rüttmus. Hier ein zweizeiliges Gedicht: :Es war ein-mal ein Schwein, :das woll-te di-cker sein. Jede Zeile des Gedichts enthält sechs Silben. Jede zweite Silbe ist betont. Dadurch entsteht der Rhythmus. Wenn es nicht so wäre, würde man sagen: Das Gedicht hinkt.<eop>"}, {"title": "Silber", "id": 827, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Silber", "text": " Silber ist ein wertvolles Metall. Es hat eine hellgrau-glänzende Farbe und kommt in der Natur in Reinform vor, aber auch als Erz, das heißt mit anderen Stoffen vermischt. <eop>Der Ländername „Argentinien“ ist vom Wort Silber abgeleitet. Man hoffte, in Argentinien viel Silber zu finden. Am meisten Silber wird heute in Peru, Mexiko und China gefördert. Erst an neunter Stelle folgt als erstes europäisches Land Polen. Anders war das im Mittelalter: Die sächsischen Fürsten waren auch deshalb so mächtig, weil damals im Harz und im Erzgebirge viel Silber gefunden wurde. Heute sind diese Vorkommen jedoch unbedeutend.<eop>Wozu wird Silber verwendet? Silber rostet so gut wie gar nicht, weil es ein Edelmetall ist. Es ist eher weich und leicht formbar und eignet sich nicht für Werkzeuge oder Waffen. Schon seit dem Altertum wird Silber deshalb von reichen Leuten als Schmuck verwendet oder für Becher und Teller. Besteck aus Silber war im 20. Jahrhundert weit verbreitet. Heute ist es meist aus Chromstahl.<eop>Bis etwa ins Jahr 1970 war Silber in vielen Ländern ein wichtiges Metall für Münzen, noch wichtiger als Gold, das viel seltener und darum teurer war. In manchen Sprachen ist das Wort für Geld sogar vom Wort Silber abgeleitet, zum Beispiel im Französischen. Heute werden nur noch wenige Silbermünzen für Sammler hergestellt. Die „silbernen“ Teile der heutigen 1- und 2-Euro-Münzen bestehen stattdessen aus einer Mischung anderer Metalle, die sich nicht so schnell abnutzen. <eop>Seit es elektronische Geräte gibt, wird auch dort viel Silber verwendet. Silber leitet elektrischen Strom sehr gut. Deshalb findet man heute winzige Mengen von Silber in jedem Computer und in jedem Smartphone. Wegen dieser wertvollen Rohstoffe sollte man elektronische Geräte auch nicht wegwerfen, sondern wiederverwerten.<eop><eop>"}, {"title": "Silvester", "id": 828, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Silvester", "text": "Silvester ist der letzte Tag des Jahres, der 31. Dezember. Auf ihn folgt am 1. Januar Neujahr, der erste Tag im nächsten Jahr. Am Silvestertag werden in vielen Ländern der Welt Feste gefeiert. Den Namen hat der Silvestertag vom Papst Silvester, der vor rund 1700 Jahren am 31. Dezember gestorben ist. Der Papst ist der Chef der katholischen Kirche.<eop>Ein Fest am Jahresende gab es bereits im Altertum, bei den Römern. Die fingen damit an, als sie das Jahr am 1. Januar beginnen ließen und nicht mehr am 1. März. Von den Germanen kommen die Feuerfeste am letzten Tag des Jahres. Das Silvesterfeuerwerk, wie wir es kennen, hat also eine lange Geschichte. Pünktlich um Mitternacht wird mit Feuerwerk das neue Jahr begrüßt, die meisten Kirchen lassen dann auch alle Glocken läuten.<eop>Eins der weltweit größten Silvesterfeste findet jährlich in Berlin am Brandenburger Tor statt. Hunderttausende Menschen feiern dort gemeinsam unter freiem Himmel. Feuerwerkskörper dürfen nicht mitgebracht werden. Dafür gibt es aber ein gut zehn Minuten langes Feuerwerk, das wie ein Kunstwerk von Pyrotechnikern abgefeuert wird, also von Feuerwerks-Experten.<eop>Es gibt aber auch viele Menschen, die Silvester lieber zu Hause feiern. Sie schauen oft die lustige Sendung „Dinner for One“, die vom Fernsehen an jedem Silvesterabend gezeigt wird. Manche Leute laden Freunde ein, begehen den Abend mit einem besonders schönen Essen und stoßen um Mitternacht mit ihren Trinkgläsern an. Damit wünschen sie einander viel Glück im neuen Jahr.<eop>"}, {"title": "Singvögel", "id": 829, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Singvögel", "text": "Von den Singvögeln gibt es etwa 4.000 verschiedene Arten. Bei uns am bekanntesten sind der Eichelhäher, der Zaunkönig, die Meisen, die Finken, die Lerchen, die Schwalben, die Drosseln und die Stare. Auch die Sperlinge sind Singvögel. Der weit verbreitete Haussperling wird auch Spatz genannt.<eop>Singvögel haben besondere Lungen: sie sind sehr leistungsfähig und trotzdem sehr klein. Auch in großen Höhen können Singvögel immer noch Sauerstoff aus der Luft holen. Sie haben im Körper große Luftsäcke, damit sie ihre Muskeln kühlen können.<eop>Singvögel können sehr gut fliegen. Sie haben ein leichtes Skelett. Viele Knochen sind innen hohl, auch der Schnabel. Das ergibt einerseits weniger Gewicht. Andererseits klingt ihre Stimme wegen der Hohlräume stärker. Das ist ähnlich wie bei einer Gitarre oder einer Geige.<eop>Der Name Singvögel gilt nicht einfach für alle Vögel, die besonders gut singen können. Alle Singvögel sind miteinander verwandt. Sie entstanden in Australien vor etwa 33 Millionen Jahren. Durch die Evolution entstanden die verschiedenen Arten. Von Australien aus haben sie sich über die ganze Welt verbreitet.<eop><eop>"}, {"title": "Skelett", "id": 830, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Skelett", "text": "Das Skelett gibt einem Körper die Festigkeit. Ein inneres Skelett aus Knochen haben alle Wirbeltiere. Dies sind die Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und die Fische. Es gibt außerdem Tiere mit einem äußeren Skelett, das ist eine Art Schale. Das haben die Insekten, Krebse und einige andere Tiere.<eop>Wenn ein Mensch zur Welt kommt, hat sein Skelett etwas mehr als 300 Knochen. Wenn er erwachsen ist, sind es nur noch etwas über 200 Knochen. Einige Knochen verwachsen nämlich miteinander. Zudem kommt es drauf an, wie man genau zählt. Dies ist besonders in den Füßen, weil es dort viele kleine Knochen gibt.<eop>Ein Skelett muss zusammengehalten werden. Diese Arbeit übernehmen Bänder und Muskeln. Ohne sie würde ein Skelett auseinanderfallen. Aber auch Knorpel sind daran beteiligt. Sie halten beispielsweise die Rippen vorne zusammen.<eop>Skelette sind wichtig für Archäologie. Die Knochen sind nämlich das, was am längsten von den Menschen übrigbleibt. Anhand der Skelette können die Wissenschaftler vieles herausfinden: Wie alt der Mensch ungefähr war, ob es ein Mann oder eine Frau war, ob er bestimmte Erkrankungen hatte und vieles anderes mehr.<eop>Anhand alter Skelette aus der Erde können die Mediziner auch erkennen, ob es in einem Volk gute Ärzte gab. Man sieht nämlich, ob ein Knochenbruch richtig verheilt ist oder ob die beiden Knochenteile schräg stehen. <eop> "}, {"title": "Sklave", "id": 831, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sklave", "text": "Ein Sklave ist ein Mensch, der wie eine Sache behandelt wird. Er hat keine Freiheit, keine Rechte, sondern gehört einem Eigentümer. Der Eigentümer darf mit dem Sklaven alles machen, was er will. Er kann ihn quälen, verkaufen und sogar töten. Wenn es in einem Land den Handel mit Sklaven gibt, dann nennt man das Sklaverei. Obwohl die Sklaverei weltweit verboten ist, gibt es sie immer noch. Man nennt sie zum Teil auch Menschenhandel.<eop>Schon im Altertum und in der Bibel kannte man Sklaven. In manchen Zeiten und Ländern waren viele Einwohner Sklaven. Sie mussten hart für ihre Besitzer arbeiten, zum Beispiel für amerikanische Farmer auf den Baumwollfeldern. Die meisten Sklaven waren Sklaven, weil schon ihre Eltern Sklaven waren. Sie wurden als Sklaven geboren. Andere wurden zu Sklaven, weil Soldaten sie im Krieg raubten. Mancher normale Bürger wurde zum Sklaven, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte und ihm nichts anderes übrig blieb, als sich selbst zu verkaufen.<eop>Im 19. Jahrhundert gab es viele Sklaven, vor allem dunkler Hautfarbe. Aber immer mehr Menschen sagten, dass alle Menschen Kinder Gottes sind, oder dass jeder Mensch von Natur aus frei sein soll. In den USA kam es darüber sogar zum Krieg, nachdem die Sklaverei abgeschafft wurde. Wo es Sklaverei noch gab, wie in Afrika oder in Teilen von Amerika, wurde sie ebenfalls verboten.<eop>Obwohl die Sklaverei heute überall verboten ist, werden immer noch Tausende von Menschen verkauft und wie Sklaven behandelt. Kindersoldaten sind zum Beispiel die Sklaven ihrer Kriegsherren. Viele junge Frauen aus ärmeren Ländern werden in reichere Länder verkauft. Die Vereinten Nationen und die Polizei versuchen diesen Menschen zu helfen. Aber die meisten Sklaven sind durch Gewalt so eingeschüchtert, dass sie sich nicht trauen, sich zu melden. <eop><eop>"}, {"title": "Slowakei", "id": 832, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Slowakei", "text": "Die Slowakei ist ein Land in der Mitte Europas. Es ist etwa so groß wie die Schweiz etwas mehr als halb so viele Einwohner. Die Hauptstadt heißt Bratislava und liegt an der Donau, ziemlich nahe an Wien. Sie befindet sich damit ganz im Westen des Landes. Die Slowakei ist Mitglied der Europäischen Union und verwendet auch den Euro als Währung.<eop>Die fünf Millionen Einwohner des Landes sind meist Slowaken. Sie sprechen eine Sprache, die stark mit dem Tschechischen verwandt ist. Etwa ein Zehntel der Einwohner hat aber Ungarisch als Muttersprache. Außerdem leben in der Slowakei Roma und auch Menschen, die zuhause Deutsch sprechen. Fast alle Menschen sind Christen, die meisten davon sind Katholiken.<eop>Die Slowakei besteht zum großen Teil aus Gebirge, den Karpaten. Daher zieht sie viele Touristen für den Wintersport an, etwa in die Hohe Tatra, dem höchsten Teil der Karpaten. Sie besuchen auch gern das Karst-Gebirge im Südosten des Landes und alte Städte. <eop>In der Slowakei leben viele Menschen von der Industrie. Viele westeuropäische und asiatische Autofirmen lassen heute ihre Autos in der Slowakei bauen, weil dort die Löhne tiefer sind. Die meisten Waren verkauft man nach Deutschland, Tschechien und Russland.  Was ist früher in der Slowakei passiert?<eop>Bis zum 1918 gehörte die Gegend zu Österreich-Ungarn. Genauer gesagt lag es in der damaligen Reichshälfte Ungarns. Seitdem gab es einen neuen Staat, die Tschechoslowakei. Nach etwa zwanzig Jahren wurde die Slowakei ein eigener Staat, musste aber Gebiete an Ungarn abgeben. Die Slowakei war nicht frei, sondern musste tun, was das nationalsozialistische Deutschland befahl.<eop>Im Jahr 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, gab es wieder die Tschechoslowakei. Bald schon wurde sie kommunistisch und musste der Sowjetunion folgen. Ende des Jahres 1989 endete das. Die Tschechoslowakei wurde aber nicht viel älter. Schon am 1. Januar 1993 teilte man das Land in Tschechien und die Slowakei. Die Völker hatten darüber abgestimmt.<eop><eop>"}, {"title": "Slowenien", "id": 833, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Slowenien", "text": "Slowenien ist ein Land in der Mitte Europaa. Es ist etwa halb so groß wie die Schweiz. Die Hauptstadt heißt Ljubljana. In Slowenien gibt es viele Gebirge und viel Wald. Nur ein kleines Stückchen des Adriatischen Meeres gehört zu Slowenien. Es ist so kurz, dass man es mit dem Auto in einer halben Stunde abfahren kann. Die wenigen kleinen Küstenstädtchen sind bei Touristen sehr beliebt.<eop>Lange Zeit war die Gegend ein Teil von Österreich-Ungarn. Seit dem Jahr 1919 gehörte sie zu dem Staat, der sich später Jugoslawien nannte. In Jugoslawien war Slowenien eines der reicheren Gebiete. Seit 1991 fiel Jugoslawien auseinander – Slowenien war der erste Teil, der unabhängig wurde, und eine der wenigen Gegenden, wo dies fast ohne Krieg möglich war. Slowenien kam 2004 zusammen mit neun weiteren Ländern zur Europäischen Union.<eop>Etwa vier Fünftel der Einwohner von Slowenien sehen sich als Slowenen an und sprechen Slowenisch. Die slowenische Sprache ist mit anderen slawischen Sprachen wie Kroatisch und Serbisch verwandt, es gibt aber auch Wörter, die dem Deutschen ähneln. Von den anderen Einwohnern haben die meisten nicht angegeben, was sie sprechen. Etwas mehr als die Hälfte der Slowenen ist römisch-katholisch.<eop>In Slowenien ist die Landwirtschaft noch wichtig: Man züchtet viele Rinder und Schweine. Auch der Anbau von Wein bringt viel Geld ein. Viele Slowenen arbeiten aber auch in der Industrie, zum Beispiel bauen sie Autos oder Teile von Autos. Urlauber kommen nach Slowenien wegen der alten Städte, aber vor allem zum Skifahren und um die Natur zu genießen.<eop> "}, {"title": "Smartphone", "id": 834, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Smartphone", "text": "Ein Smartphone, sprich: smart-fohn, ist ein Telefon, mit dem man auch im Internet surfen und viele andere Sachen machen kann. Es ist eine Weiterentwicklung des Handys. Der Name kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „schlaues Telefon“. Smartphones sind eigentlich kleine Computer, auf denen verschiedene Programme installiert sind. Diese Programme nennt man Apps. Mit ihnen kann man zum Beispiel Musik hören, fotografieren, Spiele spielen, E-Mails und andere Botschaften austauschen oder auch einen Kalender führen. <eop>Die ersten Smartphones stellte die finnische Firma Nokia her, schon 1996. Richtig bekannt wurden aber erst das iPhone der Firma Apple im Jahr 2007. Bald darauf brachten auch andere Firmen eigene Smartphones heraus. <eop>Anders als die ersten Smartphones haben die meisten heutigen Modelle keine Tastatur mehr, sondern werden direkt über den Bildschirm gesteuert. Den kann man mit dem Finger berühren oder darauf „wischen“, um die einzelnen Funktionen und Apps zu starten. <eop>"}, {"title": "Soldat", "id": 835, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Soldat", "text": "Ein Soldat ist jemand, der zu einer Armee gehört und dort Kämpfer ist. Das Wort kommt vom Sold, das ist das Gehalt, mit dem der Soldat bezahlt wird. Solidus war eine Münze im Alten Rom.<eop>Soldaten bekommen einen Rang und eine Aufgabe. Der Rang besagt, wie weit oben der Soldat in der Ordnung der Armee steht. Man fängt normalerweise mit dem untersten Rang an und wird von Zeit zu Zeit befördert, so dass man einen höheren Rang bekommt. Wer einen hohen Rang hat, hat mehr zu bestimmen.<eop>Einige Soldaten haben bestimmte hohe Ränge. Sie werden nicht Soldaten genannt, sondern Offiziere. Sie bekommen eine andere Ausbildung und werden besser bezahlt. Der höchste Rang bei den Offizieren ist der General, diesen gibt es aber nur wenn Krieg herrscht. In Friedenszeiten ist in Deutschland und Österreich der Generalleutnant der höchste Offizier. In der Schweiz nennt man ihn Korpskommandant, sprich: Kohrkommandant. <eop>Wenn es Krieg gibt, müssen Soldaten ihr Land mit der Waffe verteidigen. Dabei kann es passieren, dass der Feind sie tötet oder schwer verletzt. In manchen Ländern hat man eine Berufsarmee: Alle Soldaten haben sich diesen Beruf gewählt. In anderen Ländern müssen alle Einwohner oder alle Männer eine Zeitlang Soldat sein, sie sind dann Wehrpflichtige. Die Wehrpflicht gibt es aktuell in der Schweiz und in Österreich. In Deutschland wurde sie vor einigen Jahren abgeschafft. <eop>Wer genau ist ein Soldat und wer nicht? Es gibt Gesetze und internationale Regeln, die klären, was genau ein Soldat ist. Der Fachausdruck ist „regulärer Kämpfer“. Ein Soldat hat eine Uniform an, wenn er kämpft. Daran kann man ihn erkennen. Außerdem trägt er seine Waffen sichtbar bei sich. Ein Soldat hat immer einen Chef und gehört in die Ordnung einer Armee.<eop>Wenn jemand kämpft, aber sich nicht an diese Regeln hält, dann gilt er nicht als Soldat. So jemand ist zum Beispiel ein Terrorist, der wie die anderen Bürger gekleidet ist und seine Waffen versteckt. Ein Partisan ist jemand, dessen Land vom Feind besetzt ist und der aus dem Untergrund gegen die Feinde kämpft. <eop>Es ist sehr wichtig, wer ein „richtiger“ Soldat ist oder nicht. Manchmal wird ein Soldat vom Feind gefangen, er wird Kriegsgefangener. Ein Soldat hat dann das Recht, anständig behandelt zu werden. Darauf haben sich die meisten Staaten der Welt geeinigt.<eop>Alle Menschen, die nicht als Soldat oder in einer anderen Form in einem Krieg mitkämpfen, nennt man Zivilisten. Wenn man all diese Menschen während eines Krieges meint, spricht man auch von Zivilbevölkerung. Da diese Menschen im Gegensatz zu den Soldaten keine Waffen und kaum Schutz haben, haben sich die meisten Staaten auch auf eine Reihe von Regeln geeinigt um diese Menschen trotz Krieg zu beschützen.<eop>Welche Arten von Soldaten gibt es? Nicht jeder Soldat macht dasselbe. Es gibt verschiedene Arten von Soldaten, die man auf bestimmte Aufgaben hin ausgebildet hat. Man redet auch von Truppengattungen.<eop>In der Infanterie sind die Soldaten zu Fuß unterwegs. Früher nannte man die Infanterie auch Fußvolk . Infanteristen müssen sehr sportlich sein, weil sie viel in Bewegung sind und oft lange Märsche zurücklegen. Bei der Infanterie gibt es wiederum verschiedene besondere Arten wie die Gebirgsinfanterie, die für den Kampf im Gebirge ausgebildet wird. <eop>In der Kavallerie kämpfen die Soldaten vom Pferderücken aus. Die Kavallerie gibt es bei uns heute nicht mehr. Die Schweiz war 1972 das letzte Land in Europa, das sie abgeschafft hat. In der US-Armee gibt es heute noch eine Truppengattung, die Kavallerie heißt. Die Soldaten nutzen jedoch keine Pferde mehr, sondern Kraftfahrzeuge. Man hat den Namen lediglich aus Tradition behalten.<eop>In der Artillerie bedienen die Soldaten Kanonen oder andere schwere Geschütze. Ein Aufklärer schleicht sich ins Gebiet des Feindes und versucht dort, Informationen für die eigenen Soldaten zu erhalten. Die Pioniere oder in der Schweiz Genietruppen sind Handwerker. Sie bauen Dinge wie Brücken, damit die Soldaten sich über einen Fluss bewegen können.    <eop>Andere Soldaten sind eher abseits des Kampes. Sie kochen zum Beispiel das Essen, sorgen dafür, dass der Funkverkehr des Gegners gestört wird, kümmern sich um die Post oder verrichten Arbeiten im Büro.   <eop><eop>"}, {"title": "Sommer", "id": 836, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sommer", "text": "Der Sommer ist die wärmste der vier Jahreszeiten. Er folgt auf den Frühling. Nach dem Sommer kommt der kühlere Herbst.<eop>Viele Pflanzen tragen nur im Sommer Blätter. Die sorgen dafür, dass im Sommer die Landschaften grün aussehen. Im Sommer ernten die Bauern die frühen Kartoffeln, und das meiste Getreide. Im Sommer müssen die Tiere ihre Jungen so weit kriegen, dass sie danach die kalten Jahreszeiten überleben. Manche Tiere fressen sich schon Fett für den Winterschlaf oder sammeln Vorräte.<eop>Im Sommer gibt es die längsten Ferien. Das lag früher daran, dass die Schüler bei der Ernte mithelfen mussten. Heute hingegen geht es vor allem darum, dass die meisten Leute einen schönen, langen Urlaub im Sommer machen wollen. An der Küste und in anderen Urlaubsgebieten ist es meist voller Menschen.<eop>Von wann bis wann dauert der Sommer? Für die Wetterforscher beginnt der Sommer auf der Nordhalbkugel am 1. Juni und dauert bis zum 30. August. Sommermonate sind also der Juni, der Juli und der August. <eop>Für die Astronomen jedoch beginnt der Sommer zur Sommersonnenwende, wenn die Tage am längsten sind. Das ist immer am 20., 21. oder 22. Juni. Der Sommer endet bei der Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn der Tag genauso lang ist wie die Nacht. Das ist am 22., 23. oder 24. September, und damit beginnt dann der Herbst.<eop><eop>"}, {"title": "Sonne", "id": 837, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sonne", "text": " Die Sonne ist ein Stern. Sie ist in der Mitte unseres Sonnensystems. Unsere Erde ist einer der acht Planeten, die um die Sonne kreisen. Die Sonne ist von der Erde 150 Millionen Kilometer entfernt. Selbst das Licht braucht dafür etwa 8 Minuten.<eop>Im Vergleich zur Sonne sind alle Planeten winzig klein. Wenn man alles Material im ganzen Sonnensystem zusammen nimmt, dann ist fast alles davon die Sonne. Die Erde würde mit ihrer Größe weit mehr als eine Million mal in die Sonne hineinpassen. Damit ist die Sonne ähnlich groß wie viele andere Sterne.<eop>Die Sonne besteht fast nur aus Gasen. Sie ist heißer, als man sich das irgendwie vorstellen kann. Wenn ein Satellit der Sonne auch nur ein bisschen zu nahe kommt, verglüht er. Wegen dieser Hitze strahlt die Sonne wie andere Sterne Licht und Wärme aus. Manches davon kommt auf der Erde an. Dank der Sonne ist es auf der Erde am Tag hell. Unser Mond und auch die Planeten leuchten, weil sie von der Sonne angestrahlt werden. Manchmal befindet sich der Mond genau zwischen Erde und Sonne, sodass er die Sonne verdeckt: Das ergibt eine Sonnenfinsternis.<eop>Von der Sonne gehen aber auch viele Strahlen aus, die alles Leben auf der Erde töten würden, wenn sie nicht abgehalten werden. Das Magnetfeld der Erde schützt uns aber vor dieser gefährlichen Strahlung.<eop> "}, {"title": "Sonnenbrand", "id": 838, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sonnenbrand", "text": "Sonnenbrand ist eine leichte Verbrennung der Haut. Sonnenbrand entsteht durch starke Sonnenstrahlen, genau genommen durch einen Teil des Sonnenlichts, nämlich die ultraviolette Strahlung. Je höher die Sonne am Himmel steht, desto stärker ist die Strahlung und desto schneller holt man sich einen Sonnenbrand.<eop>Nicht jede Haut reagiert gleich auf die Sonne. Menschen mit einer hellen Haut, oft auch mit Sommersprossen, blonden Haaren und blauen Augen, bekommen schneller einen Sonnenbrand als Menschen mit dunkler Haut. Auch schwarze Menschen aus Afrika können einen Sonnenbrand bekommen.<eop>Schützen kann man sich mit Sonnencreme oder Kleidern. Auch unter Wasser oder hinter einer Glasscheibe kann man einen Sonnenbrand kriegen. Beides schützt nur wenig. Kühler Wind macht uns die Hitze zwar angenehmer, schützt aber nicht vor Sonnenbrand. Am besten bleibt man jedoch im Sommer möglichst oft am Schatten, besonders in der Zeit zwischen elf Uhr am Morgen und drei Uhr am Nachmittag. Im Winter muss man besonders in den Bergen aufpassen. Der Schnee strahlt nämlich das Sonnenlicht zurück und erhöht somit die Gefahr.<eop>Einen Sonnenbrand erkennt man an der Rötung der Haut. Man spürt ihn aber auch: Die Haut juckt, spannt oder schmerzt. Am schlimmsten ist es, wenn man sie berührt oder sich drauf legt. In schlimmen Fällen bilden sich Blasen. Wenn die oberste Hautschicht zerstört ist, löst sie sich später in Schuppen oder gar in Fetzen ab. Etwas Abhilfe gegen die Schmerzen schaffen nur kühle, feuchte Tücher oder eine kühlende Creme.<eop>Ein Sonnenbrand geht zwar vorbei, aber er hinterlässt Schäden in der Haut. Wer oft einen Sonnenbrand hat, ist später anfälliger für Hautkrebs. Auch die Augen können Schaden nehmen. Dagegen kann man sich aber leicht mit einer Sonnenbrille schützen. <eop><eop>"}, {"title": "Sonnensystem", "id": 839, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sonnensystem", "text": "<br/>3. die Erde, 4. der Mars <br/>5. der Jupiter, 6. der Saturn <br/>7. der Uranus, 8. der Neptun <br/>Auf dem Bild stimmt die Größe der Planeten im Vergleich zueinander. Aber in Wirklichkeit sind sie viel weiter auseinander als auf dem Bild und auch nicht von oben nach unten angeordnet.<eop>In einem Sonnensystem umkreisen Planeten und andere Himmelskörper eine Sonne. Wenn man den Begriff Sonnensystem verwendet, meint man meistens das Sonnensystem, in dem sich auch die Erde befindet, also „unser“ Sonnensystem. Die Erde ist darin einer von acht Planeten. Unser Sonnensystem ist ungefähr viereinhalb Milliarden Jahre alt. Das sind 4.500.000.000 Jahre. <eop>Etwa seit dem Jahr 1990 hat man weitere Sonnensysteme entdeckt. Sie befinden sich weit weg von uns, aber immer noch in unserer Galaxie. Mit besonderen Fernrohren hat man erkannt, dass manche Sterne ab und zu etwas flimmern. Das liegt daran, dass in dem Moment gerade ein Planet des Sonnensystems den Stern verdeckt. Manche Sonnensysteme haben einen einzigen Stern, andere zwei.<eop> Was gehört alles zu unserem Sonnensystem? Zu unserem Sonnensystem gehören die Sonne und alle Himmelskörper, Gase und Staubteilchen, die durch die Anziehungskraft an die Sonne gebunden sind. Die Sonne befindet sich in der Mitte. Sie dreht sich auch um sich selbst. Die acht Planeten kreisen auf ihren unterschiedlichen Bahnen um die Sonne herum. Unsere Planeten heißen: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Sechs der Planeten haben eigene Monde, die um sie kreisen. Von der Erde aus kann man mit bloßen Auge nur Merkur, Jupiter, Saturn, Venus und Mars sehen. Sie sehen bei Nacht aus wie Sterne.<eop>Dazu gibt es noch Zwergplaneten wie den Pluto oder die Ceres. Die sind so ähnlich wie kleine Planeten, aber sie teilen sich ihre Umlaufbahn noch mit anderen Himmelskörpern. Die Astronomen sagen, sie haben ihre Bahn noch nicht „bereinigt“.<eop> Was schwirrt noch um die Sonne? Zwischen den Planeten Mars und Jupiter umkreisen viele Gesteinsbrocken die Sonne. Diese Brocken nennt man Asteroiden. Im sogenannten „Asteroidengürtel“ gibt es über 650.000 solcher Brocken. <eop>Wenn ein Asteroid von dort seine Flugbahn ändert, kann es dazu kommen, dass er direkt auf die Erde zufliegt. Die meisten dieser Brocken verglühen in der Atmosphäre und werden zu leuchtenden Sternschnuppen. Wenn ein Gesteinsbrocken aber die Erde erreicht, nennt man ihn Meteorit. Meteoritenfälle kommen auf der Erde in jedem Jahr ein paar Mal vor.<eop>Andere Himmelskörper unseres Sonnensystems sind die Kometen. Sie sind große Brocken aus Eis, Staub und anderen Dingen. Sie fliegen in sehr langgestreckten ovalen Bahnen um die Sonne. Kometen brauchen für ihre Bahn oft sehr lange. Die meiste Zeit sind sie sehr weit von der Sonne entfernt. Bei jedem Umlauf kommen sie aber einmal in die Nähe der Sonne, dann schmilzt ein Teil des Eises und bildet einen hellen Schweif aus Dampf und Staub.<eop>"}, {"title": "Sowjetunion", "id": 840, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sowjetunion", "text": "Durch den Sieg im Zweiten Weltkrieg war die Sowjetunion sehr mächtig geworden. Sie hatte viele Länder Osteuropas erobert. Das blieben zwar eigene Länder, aber nun wurden auch sie kommunistisch regiert. Lange Zeit blieben dort sowjetische Soldaten. Die Sowjetunion und diese Länder nannte man Ostblock. Dazu gehörte auch der Ostteil Deutschlands, die Deutsche Demokratische Republik.  Im alten Russland waren die allermeisten Menschen Bauern gewesen. In der Sowjetzeit hingegen hat man viel Industrie gebaut, auch, um Waffen herstellen zu können. Die Sowjetunion wollte außerdem zeigen, dass sie viel von Wissenschaft und Technik versteht. Die erste Weltraumrakete, der erste Satellit und der erste Mensch im Weltall kamen alle aus der Sowjetunion. <eop>In den Jahren nach 1980 gab es aber immer mehr Probleme in der Wirtschaft. Die Menschen wurden immer unzufriedener. Im Jahr 1985 wurde Michail Gorbatschow der Chef des Landes. Er wollte eine bessere Wirtschaft und auch ein wenig Demokratie. Zwar mochte Gorbatschow keine neuen Parteien zulassen. Aber die Einwohner sollten zumindest wählen dürfen, welche kommunistischen Politiker sie haben wollten.<eop>Gorbatschow wollte weniger Waffen und weniger Streit mit dem Rest der Welt haben, denn das war alles schlecht für die Wirtschaft. Allerdings haben Menschen in der Sowjetunion und im Ostblock gemerkt: Man kann sich nun besser für die Freiheit einsetzen. Denn die sowjetischen Soldaten und Polizisten waren unsicher geworden, wie streng sie noch sein durften.<eop>Ab 1989 ging es dann ziemlich schnell: Immer mehr Länder im Ostblock haben neue, demokratische Politiker gewählt. Die baltischen Länder machten sich eigenständig. In der Sowjetunion selbst gab es Politiker, die ein neues Russland wollten. Im Dezember 1991 wurde die Sowjetunion offiziell aufgelöst.<eop>Vor allem in Russland trauern viele Menschen der Sowjetunion nach. Sie finden: Russland soll wieder so stark und mächtig werden wie damals. Einige Russen aber wollen genauer wissen, was in der Sowjetzeit Schlimmes passiert ist. Die meisten Menschen des ehemaligen Ostblocks, in Polen oder Estland, sind aber sehr froh, dass es die Sowjetunion nicht mehr gibt.<eop>"}, {"title": "Sozialismus", "id": 841, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sozialismus", "text": "Sozialismus ist ein Fachwort aus der Politik. Gemeint sind damit zwei unterschiedliche Dinge. Zum einen ist der Sozialismus eine Vorstellung davon, wie Menschen zusammenleben sollen. Alle Menschen sollen die gleichen Rechte haben, und niemand soll arm sein. Wer diese Ideen gut findet, ist Sozialist.<eop>Zum anderen nennt man Sozialismus eine Gesellschaftsform, die so aussieht, wie die Sozialisten sie haben wollen. Die Fabriken, mit denen man Dinge herstellt, sollen dem Staat gehören. Der Staat wird von Sozialisten geführt und sorgt dafür, dass es allen Menschen gut geht.<eop>Die Politiker, die sich Sozialisten nennen, haben sehr unterschiedliche Ideen. Manche wollen die ganze Gesellschaft völlig ändern, andere nur ein wenig. Manche wollen auch Gewalt anwenden, um das Ziel Sozialismus zu erreichen. Andere finden hingegen, dass man die Leute friedlich überzeugen soll, damit sie auch Sozialisten werden.<eop> Woher kommt der Sozialismus? Schon im Altertum hatten manche Menschen Ideen, die sich nach Sozialismus anhören. Die ersten richtigen Sozialisten lebten um das Jahr 1800. Man nannte sie nachher die „frühen Sozialisten“. Damals bedeuteten die Wörter „Sozialismus“ und „Kommunismus“ noch dasselbe.<eop>Einer dieser frühen Sozialisten war Henri de Saint-Simon aus Frankreich. Er hat den Ausdruck Sozialismus erfunden. Er wollte, dass man die Leistung aller arbeitenden Menschen anerkennt. Damit meinte er Arbeiter aus der Fabrik, aber auch Bauern und sogar Manager und Menschen, die in einer Bank arbeiteten. Die übrigen waren für ihn die „Faulen“, wie der Adel und Menschen, die ihr Geld für sich arbeiten ließen.<eop>Etwas später wurden Karl Marx und Friedrich Engels geboren. Sie dachten sich etwas aus, das sie „wissenschaftlichen Sozialismus“ nannten. Damit wollten sie sagen: Unsere Ideen sind richtig, weil wir gründlich darüber geforscht haben, so wie in der Wissenschaft. Heute nennt man die Ideen von Marx und Engels „kommunistisch“ oder „marxistisch“. Angeblich kommt erst der Sozialismus und dann der Kommunismus, und zwar automatisch.<eop> Gibt es den Sozialismus schon? Es gibt einige Länder, in denen die Politiker behaupten: Wir haben bei uns schon den Sozialismus. Früher waren das zum Beispiel Jugoslawien und die Deutsche Demokratische Republik. Heute nennen sich Kuba und Nordkorea „sozialistisch“. In solchen Ländern herrschen meistens Diktatoren und es gibt keine Freiheit für den Großteil der Menschen.<eop>Daher denken viele Leute bei dem Wort Sozialismus an etwas Schlechtes. Es gibt trotzdem viele Politiker, die sich Sozialisten nennen. Sie sagen, dass sie den Sozialismus auf friedliche Weise erreichen wollen. Manche Sozialisten glauben: Eine völlig gerechte Gesellschaft wird es wohl nie geben. Aber man kann versuchen, die Welt Schritt für Schritt besser zu machen. Das Wort „Sozialismus“ kann also auf zwei Arten verwendet werden: für gewaltsame Politik und für friedliche Politik.<eop>Die Sozialdemokraten finden viele Ideen des Sozialismus gut. Aber sie nennen sich Sozialdemokraten, damit man sie nicht mit den Sozialisten verwechselt, vor allem nicht mit den gewalttätigen und den Diktatoren. Außerdem sind viele andere Menschen der Meinung, dass der Staat sich um arme Menschen kümmern soll. Das nennt man den Sozialstaat. Auch Christdemokraten, Grüne und viele Liberale sind dafür.<eop>"}, {"title": "Spanien", "id": 842, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Spanien", "text": "Spanien ist ein Land im Südwesten Europas. Es hat vier Nachbarländer: Frankreich und Andorra im Norden, Marokko im Süden und Portugal im Westen. Spanien und Portugal bilden zusammen die Iberische Halbinsel. Nur ein kleiner Teil von Spanien liegt auf dem afrikanischen Kontinent. Nämlich die Exklaven Ceuta und Melila. Spanien ist etwa um die Hälfte größer als Deutschland und hat gut halb so viele Einwohner. Die Hauptstadt Madrid liegt ziemlich genau in der Mitte des Landes..<eop>In Spanien spricht man nicht nur Spanisch, das Kastilisch genannt wird. Im Westen in der Gegend um die Stadt Barcelona sprechen viele Menschen Katalanisch, das ist ebenfalls eine romanische Sprache. Viele Katalanen wünschen sich einen eigenen Staat. Dasselbe gilt für das Baskenland, wo Baskisch gesprochen wird. Diese Sprache ist mit den übrigen Sprachen der Welt gar nicht verwandt. Früher haben einige Basken versucht, ihr Gebiet mit Gewalt unabhängig zu machen.<eop>In Spanien ist es im Sommer sehr warm, vor allem in der Mitte und an der Küste des Mittelmeeres. Die Küste am Atlantik hingegen ist gemäßigter. In der Mitte wird es im Winter sogar ziemlich kalt, weil das Land dort mehrere hundert Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die kanarischen Inseln haben ein Tropen-Klima, dort ist es vor allem im Sommer sehr heiß. Das warme Wetter zieht sehr viele Urlauber nach Spanien, zum Beispiel auf die kanarischen Inseln vor Afrika und die balearischen Inseln mit Mallorca und Ibiza im Mittelmeer.<eop>Was ist früher im Land passiert? Im Altertum eroberten die Römer das heutige Spanien. Darum ist Spanisch eine romanische Sprache und stammt vom Latein ab. Im frühen Mittelalter wurde das Land von den Mauren erobert. Sie waren islamisch. Sie kamen aus dem Norden Afrikas und drangen fast bis zu den Pyrenäen vor. Das ist ein Gebirge an der Grenze zu Frankreich. <eop>Die Mauren errichteten in Spanien und Portugal das Emirat von Córdoba. In Córdoba gibt es heute noch eine große Moschee zu sehen, in die man später eine Kathedrale gebaut hat. Die Mauren brachten viel Wissenschaft mit nach Spanien. Vieles ihrer Kultur sieht man bis heute in Spanien. Im späten Mittelalter begannen katholische Fürsten die sogenannte \"Reconquista\", die Rückeroberung Spaniens. Im Jahr 1492 fiel in Granada im Süden Spaniens die letzte maurische Festung. Spanien wurde wieder christlich.<eop>Seitdem gibt es das Königreich Spanien. In der Neuzeit eroberte Spanien große Teile von Südamerika und andere Länder. Seefahrer wie Hernán Cortes oder Francisco Pizarro führten blutige Kriege gegen heimische Indianer und beuteten die Länder aus. Dieses ehemalige Spanische Weltreich ist der Grund, weswegen heute noch in Mittelamerika und Südamerika spanisch gesprochen wird. Aus dieser Zeit hat Spanien heute noch kleine Gebiete im Norden von Afrika. <eop>Ab dem 19. Jahrhundert gab es mehrere Revolutionen in Spanien. Mehrmals wurde die Demokratie eingeführt, doch sie hielt nie lange. Mehrmals diktierte auch das Militär. Zwischen 1936 und 1939 gab es den spanischen Bürgerkrieg. 1939 kam der ehemalige Soldat Francisco Franco an die Macht. Er regierte das Land faschistisch, ähnlich wie Adolf Hitler in Deutschland oder Benito Mussolini in Italien. <eop>Unter Francos Herrschaft wurden viele politische Gegner sehr brutal behandelt, auch mit Minderheiten wie den Basken oder Katalanen ging er schlecht um. Es gab viele Kämpfe, die teilweise von Hitler oder Mussolini unterstützt wurden. 1975 starb Franco. Juan Carlos der Erste wurde König. Unter ihm entstand die Demokratie, die Spanien heute hat.<eop> Wofür ist Spanien bekannt? Ein bekanntes Kulturgut aus Spanien ist der Stierkampf. Bei dieser Sportart kämpfen tapfere Männer in einer Arena gegen einen wütenden Stier. Durch das Spanische Kolonialreich gibt es diesen Sport auch in vielen Ländern Lateinamerikas. Die beliebteste Sportart in Spanien ist jedoch Fußball. In der spanischen Liga spielen mit Real Madrid und dem FC Barcelona zwei der besten Vereine der Welt. Die Nationalmannschaft gewann drei Mal die Europameisterschaft und einmal die Weltmeisterschaft.<eop>Paella ist ein Reisgericht, das in einer runden, flachen Pfanne zubereitet wird. Oft sind darin Muscheln und Garnelen enthalten. Die Paella isst man vor allem in der Region um Valencia. Bekannt sind auch die Tapas. Das sind kleine belegte Brötchen. Im Sommer trinkt man in Spanien gerne Sangria. Das ist kalter Wein mit Eiswürfeln und Früchten drin. <eop>Spanische Musik ist auf der ganzen Welt beliebt. Eine der bekanntesten spanischen Sänger ist Julio Iglesias, von dem es auch Lieder auf Deutsch gibt. Die traditionelle spanische Volksmusik wurde stark von der Kultur der Mauren beeinflusst. Bekannt ist vor allem die Stilrichtung Flamenco, zu der es auch einen Tanz mit diesem Namen gibt.  <eop>"}, {"title": "Spechte", "id": 843, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Spechte", "text": "Spechte sind schlanke Vögel mit einem starken Schnabel. Dieser ist wie ein Meißel bei einem Steinmetz: Hart, scharf und gut geeignet, um Löcher in die Baumrinde zu klopfen. Dieses Klopfen hört man gut in den Wäldern. Es ist ein lautes, schnelles „Trrrrr“. <eop>Spechte leben fast überall auf der Welt, wo es Wälder gibt. Am häufigsten sind in Europa der Buntspecht und der Schwarzspecht. Sie graben sich selber Baumhöhlen für den Winter und für die Jungen. Sie ernähren sich von Insekten: Die Spechte haken sich an der Baumrinde fest und hämmern mit ihrem Schnabel die Rinde auf. Darunter finden sie viele Insekten. Damit helfen sie auch den Bäumen, gesund zu bleiben.<eop>Der Grünspecht kommt in Europa am dritthäufigsten vor. Er sucht seine Nahrung fast immer am Boden. Besonders gern mag er Ameisen. Seine Zunge ist etwa zehn Zentimeter lang. Sie hat vorne Widerhaken, damit kann er die Ameisen aus ihren Gängen herausholen. Für den Winter und für die Jungen braucht er Höhlen von anderen Spechten. <eop>Im Frühling paaren sich die Spechte. Das Weibchen legt etwa sechs Eier in eine Baumhöhle. Beide Elternteile bebrüten die Eier während gut zwei Wochen. Dann füttern sie ihre Nachkommen gemeinsam während drei bis sieben Wochen. Dann fliegen die Jungtiere aus.<eop><eop>"}, {"title": "Spinnen", "id": 844, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Spinnen", "text": "Spinnen sind meist kleine Tiere, eigentlich heißen sie Webspinnen. Es gibt von ihnen ungefähr 100.000 Arten. Spinnen haben immer acht Beine und zwei Körperglieder, Insekten haben immer sechs Beine und drei Körperglieder. Spinnen haben auch bis zu acht einfache Punktaugen. Auch hier unterscheiden sie sich von Insekten, die zwei sogenannte Facettenaugen besitzen.<eop>Bekannt sind die Spinnen für ihre Netze. Die Netze bauen sie, um damit ihre Beute zu fangen. Die Beutetiere sind meist Insekten, die sich in einem Spinnennetz verfangen. Das Netz ist aus klebrigen Seidenfäden gebaut, welche die Spinne mit ihrem Hinterleib bildet. Aber nicht alle Spinnen bauen Netze.<eop>Nach der Paarung legt das Spinnenweibchen Eier. Manchmal schleppt es sie aber auch in einem Kokon mit sich herum, bis die Jungtiere ausschlüpfen. Sie müssen sich dann mehrmals häuten. Sie streifen also ihre Haut ab, denn die ist gleichzeitig ihr Skelett und kann nicht mitwachsen.<eop>Die Webspinnen bilden eine Ordnung im Tierreich. Zusammen mit den Skorpionen und den Zecken bilden sie die Klasse der Spinnentiere. Diese gehören wiederum zum Stamm der Gliederfüßer.<eop>Auf Englisch heißt Spinne Spider, sprich: Speider. Daher gibt es die Comic-Figur des Spider-Man, der so gut klettern kann wie eine Spinne. Sein Anzug erinnert an ein Spinnennetz.<eop> Sind Spinnen gefährlich? Manche Spinnen sind sehr giftig: Bekannt ist hier die Schwarze Witwe. Es gibt verschiedene Arten von Schwarzen Witwen, und sie sind nicht die giftigsten Spinnen. Trotzdem kann ihr Biss für Menschen tödlich sein.<eop>Es gibt auch sehr große Spinnen. Die Vogelspinnen werden so groß wie eine ganze Hand, manche Arten sogar noch größer. Sie sind aber meist harmlos, und es gibt sie nicht bei uns, sondern in den Tropen.<eop>Viele Menschen fürchten sich vor Spinnen. Dabei sind nur wenige Spinnen wirklich gefährlich. Vielleicht ekeln sich die Menschen vor den behaarten Beinen der Spinnen oder vor den vielen Augen.<eop><eop>"}, {"title": "Sport", "id": 845, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sport", "text": "Sport nennt man es, wenn Menschen sich bewegen. Es macht ihnen Spaß, es ist gesund oder sie treten im Wettbewerb gegen andere an. Dabei geht es also nicht darum, einfach von einem Ort zum anderen zu kommen.<eop>Das Wort kommt aus dem Englischen. Es verbreitete sich etwa um das Jahr 1900. Früher sprach man vom Spielen oder vom Turnen. Beim Wort Sport dachte man vor allem daran, dass Menschen ihre Kräfte messen. Außerdem war es „sportlich“, wenn man sich dabei anständig und edel verhielt, auch zum Gegner.<eop>Heute gibt es unzählige Sportvereine. Allein in Deutschland sind sechs Millionen Menschen Mitglied in so einem Verein. Dort spielen sie Fußball oder Handball, sie schwimmen, springen, laufen oder werfen oder betreiben eine der vielen anderen Sportarten. Die wichtigsten Sportarten sind in der olympischen Bewegung zusammengeschlossen. Deren beste Sportlerinnen und Sportler nehmen alle vier Jahre an den Olympischen oder den Paralympischen Spielen teil.<eop>Mit Breitensport meint man den Sport, den viele Menschen aus Spaß oder für die Gesundheit betreiben. Beim Leistungssport hingegen dreht sich alles darum, in einem Wettbewerb zu gewinnen. Sehr gute Sportler in einer beliebten Sportart üben diesen Sport sogar als Beruf aus.<eop> "}, {"title": "Sprache", "id": 846, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sprache", "text": "Sprache ist ein Mittel, mit dem sich die Menschen gegenseitig verstehen können. Es gibt auf der Welt viele verschiedene Sprachen, manche Fachleute sagen: 3.000 bis fast 7.000. Wir sprechen aber auch von Sprache allgemein und meinen damit, dass Menschen sprechen können – Tiere können das nicht, zumindest nicht so wie wir. US-amerikanische Forscher unterrichteten Affen in der Gebärdensprache der Gehörlosen und hatten damit Erfolg. Sie konnten Schimpansen und Gorillas mehr als einhundert Gebärden beibringen. Die Unterhaltung lief dann in etwa wie mit einem zweijährigen Kind.<eop>Eine Sprache braucht für jedes Ding ein Wort. In Deutschland hört man beispielsweise „Baum“, in England hört man „tree“. Der Deutsche und der Engländer denkt dann an eine Pflanze mit dickem Stamm und grünen Blättern. „Baum“ oder „tree“ ist also das Zeichen oder das Symbol für die Sache selbst. Dazu braucht man aber nicht unbedingt Wörter. Es können auch Bilder oder Gebärden sein.<eop>Jede Sprache hat ihren Aufbau: Aus Lauten werden Silben zusammengesetzt, aus Silben Wörter, aus Wörtern Satzteile und aus Satzteilen Sätze. Aus mehreren Sätzen entsteht schließlich eine ganze Geschichte oder ein Buch. Die Regeln, welchen der Aufbau einer Sprache folgt, heißen Grammatik. Wie man die Wörter und Sätze aufschreibt, bestimmt die Rechtschreibung.<eop>Die Wissenschaft, die sich mit Sprache beschäftigt, nennt man Sprachwissenschaft oder Linguistik. Sie teilt die Sprachen der Welt in Gruppen ein, die Sprachfamilien. Die deutsche Sprache gehört zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Diese Sprachen kommen aus Europa und Indien, werden heute aber auch in anderen Teilen der Welt gesprochen.<eop>Auch wenn Menschen dieselbe Sprache haben, sprechen sie sie oft unterschiedlich aus. In der einen Stadt oder Gegend spricht man Deutsch anders als in der nächsten. Die Art, wie man das macht, nennt man Dialekte. Das Gegenteil von einem Dialekt ist die Standardsprache, die in der Schule unterrichtet wird. Luxemburgisch wird zum Teil als Dialekt der deutschen Sprache betrachtet. Da aber in der Schule auf Luxemburgisch unterrichtet wird, gilt es als Sprache.<eop>Wie lernt man eine Sprache? Es gibt zwei ganz unterschiedliche Arten, eine Sprache zu lernen. Die erste Art gelingt nur kleinen Kindern. Sie hören, wie die Erwachsenen und Kinder um sie herum sprechen und machen das nach. Am meisten hören sie ihre Mutter. Deshalb nennt man die erste Sprache, die ein Mensch beherrscht, Muttersprache. Ein Kind kann aber auch zwei Sprachen gleichzeitig lernen, zum Beispiel eine von der Mutter und eine vom Vater. Vielleicht gibt es auch noch ein Kindermädchen, das nochmals eine andere Sprache spricht. Dann lernt das Kind eben noch eine dritte Sprache. Auch die nennt man Muttersprache.<eop>Die Fähigkeit, eine Sprache einfach so vom Hören zu lernen, verliert sich jedoch mit zunehmendem Alter. Dann braucht es Sprachunterricht. Es ist dann wie bei der Mathematik. Die lernen wir auch nicht einfach so, sondern wir müssen sie uns erarbeiten. <eop>Wenn also eine Familie zum Beispiel aus der Türkei zu uns kommt, dann haben es die Erwachsenen mit dem Spracherwerb am schwierigsten. Je kleiner die Kinder sind, desto einfacher ist es für sie. Zumindest gilt dies, so lange die Kinder ihre Zeit nicht nur in der Familie verbringen, sondern wenn sie auf dem Spielplatz oder in einer Kindertagesstädte oft und gutes Deutsch hören.<eop>Sprachen, die man in einem besonderen Unterricht lernt, bezeichnen wir auch als Fremdsprachen. Damit ist der Gegensatz zur Muttersprache gemeint. Man kann das aber auch etwas neutraler ansehen und spricht dann nur noch von Erstsprache, Zweitsprache, Drittsprache und so weiter.<eop> Warum gibt es so viele Sprachen? Die Zahl der Sprachen lässt sich nicht leicht zählen. Oft ist es nicht klar, was noch als Dialekt oder schon als Sprache gilt. Gehen wir von knapp 7.000 Sprachen aus, sind das gar nicht so viele. Vor tausenden Jahren gab es mehr als 10.000 Sprachen. Niemals in den letzten Jahrtausenden gab es so wenige Sprachen.<eop>In der Bibel wird die Vielzahl der Sprachen als Strafe für den Turmbau zu Babel gesehen. Babel ist der biblische Name für die Stadt Babylon. Dort wollten die Menschen einen Turm bis in den Himmel bauen. Doch Gott wollte das nicht, er zerstörte den Turm. Und damit sich die Menschen nicht zu einem neuen Versuch verabreden konnten, ließ er sie plötzlich in verschiedenen Sprachen sprechen. Wenn heute Menschen so reden, bezeichnet man dies oft als „Babylonisches Sprachengewirr“ oder als „Babylonische Sprachenverwirrung“.<eop>Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es so viele Sprachen gibt, weil die Menschen früher nicht so viel Kontakt zueinander hatten. Ein Beispiel ist das Land Papua-Neuguinea. Dort werden mehr Sprachen als in ganz Europa gesprochen. Die Menschen dort leben in kleinen Dörfern und sprechen ihre eigenen Sprachen. Mit anderen Menschen haben sie nicht viel zu tun. Sie haben alles, was sie brauchen in ihrem Dorf. Auch geht kein Kind in die Schule. Heiratet aber ein Mann eine Frau aus einem Nachbardorf, wachsen die Kinder mit beiden Sprachen auf. In großen Ländern aber, in denen es eine Schulpflicht und eine Wehrpflicht gibt, müssen die Menschen die Amtssprache ihres Staates lernen.<eop> Gibt es bald nur noch eine Sprache? Englisch ist heute die wichtigste Sprache auf der Erde. Es ist in vielen Staaten die Amtsprache und hat Französisch an vielen Stellen verdrängt. Doch das Beispiel des Lateinischen zeigt, wie sich das Englische weiterentwickeln könnte. Aus dem Latein der Römer entwickelten sich das Französische, das Spanische und das Portugiesische. <eop>Das Internet trägt viel dazu bei, dass die Welt sich mehr und mehr auf Englisch unterhält. Die meisten wissenschaftlichen Schriften erscheinen in dieser Sprache. So sind sie praktisch auf der ganzen Welt lesbar. Dafür drohen andere Sprachen zu verschwinden. Der Kanton Graubünden in der Schweiz beispielsweise kämpft dafür, dass die rätoromanische Sprache nicht ausstirbt.<eop><eop>"}, {"title": "Staat", "id": 847, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Staat", "text": "Mit einem Staat meint man ein Land und die Menschen, die darin wohnen. Dazu gehören auch ihre gemeinsamen Regeln und die Menschen, welche die Regeln erstellen und dafür sorgen, dass ihnen nachgelebt wird. Beispiele von Staaten sind Deutschland, Österreich, die Schweiz, Frankreich, Italien und so weiter. Insgesamt gibt es auf der Erde knapp 200 Staaten. Alle Staaten der Erde sind hier aufgelistet.<eop>In der Fachsprache nennt man das Land das „Staatsgebiet“. Die Menschen sind die Einwohner oder das „Staatsvolk“. Das dritte ist die „Staatsgewalt“. Das sind die Regierung mit dem Regierungs-Chef, das Parlament, die Gerichte, aber auch die Polizei und das Militär. Einige Wissenschaftler nehmen als viertes Element noch die Verfassung und die Gesetze hinzu.<eop>Es dauerte lange, bis dich die heutigen Staaten gebildet hatten. Am Anfang waren Dörfer und Städte. Die schlossen sich freiwillig zusammen oder ein Herrscher befahl es. Andere wurden auch im Krieg erobert. So entstanden Landkreise, Kantone, Bundesländer und eben die heutigen Staaten. Oft wurden herkömmliche Einteilungen auch umgestoßen und neu festgelegt.<eop>Es gibt einige Tierarten, die ebenfalls Staaten bilden. Sie organisieren sich und bilden eine Gemeinschaft, in der Arbeiten und Pflichten auf alle verteilt sind. Nur so können sie überleben. Zu diesen Tierarten gehören vor allem Insekten wie die Bienen, die Ameisen und die Wespen. Die Wissenschaftler haben immer noch nicht herausgefunden, wie das genau funktioniert.<eop>Was gehört zu einem Staat? Außer dem Land und den Menschen braucht es eine Verfassung und Gesetze. Die machen aus dem Staat einen Rechtsstaat. Dies bedeutet, dass die Rechte klar sind und nicht einfach der Stärkere herrschen kann. Es ist also klar, wer in welchem Bereich wie viel zu sagen hat.<eop>Jeder Staat hat eine Staatsform. Das ist oft eine Republik, da gibt es eine Regierung mit einem Präsidenten und ein Parlament, das sind die Vertreter des Volkes. Gibt es in diesem Land zusätzlich noch einen König, dann ist die Staatsform eine Monarchie. Hat nur einer allein das Sagen, dann ist es eine Diktatur.<eop>Jeder Staat hat auch eine Regierungsform. Die Regierungsform beantwortet die Frage: „Wie viel haben Volk, Gericht, Regierung, Parlament und vielleicht sogar der König zu bestimmen?“ Das kann sehr verschieden sein. Alle Staaten in Europa haben eine Demokratie, man sagt auch: eine demokratische Regierungsform.<eop>Was ist eine Verfassung? In einer Verfassung stehen die obersten Regeln für einen Staat. In der Schweiz heißt sie „Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft“. In Deutschland heißt sie „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“. Die „Österreichische Bundesverfassung“ ist kein einheitlicher Text, sondern sie besteht aus vier unabhängigen Teilen, die sich gegenseitig ergänzen.<eop>Die Verfassung regelt, wie der Staat aufgebaut ist. Zudem ist das Staatsgebiet beschrieben. Dazu gehört auch, wer das Staatsvolk ausmacht: Alle Einwohner oder nur wer im Land geboren ist? Alle, deren Eltern auch schon zum Staatsvolk gehörten? Gibt es auch die Möglichkeit für andere Menschen, Staatsbürger zu werden, also sich einbürgern zu lassen? Zudem sind die Rechte und Pflichten aller Menschen festgehalten, die im Staat wohnen.<eop>Die Verfassung beschreibt auch die Staatsform und die Regierungsform. Auch die drei Staatsgewalten sind in der Verfassung festgehalten. Dazu kommen Angaben darüber, wie der Staat gegliedert ist: Gibt es Teilstaaten, Bundesstaaten, Bundesländer, Kantone, Distrikte, Bezirke, Kommunen oder was auch immer? Zudem gehört in die Verfassung, welche Aufgaben ihnen zustehen. Wer ist beispielsweise zuständig für den Bau von Autobahnen, Krankenhäusern oder Schulen? <eop>Auch die Beziehung zu anderen Staaten ist in der Verfassung geregelt. Ist der Staat neutral oder gehört er zu einem militärischen Bündnis? Gehört er zu einem Wirtschaftsgebiet wie der Europäischen Union? Übrigens hat auch die Europäische Union eine Verfassung. <eop>Welches sind die drei Staatsgewalten? Zu einem Staat gehören sehr viele Menschen. Sie können sich treffen und alles miteinander besprechen. Deshalb haben die Menschen sich ausgedacht, dass Vertreter für sie sich darum kümmern. Das sind Regierung, das Parlament und die Gerichte. Diese drei sind die drei Staatsgewalten.<eop>Das Volk wählt das Parlament. Das Parlament legt fest, wie viel Geld der Staat für welchen Zweck ausgeben darf und wie hoch die Steuern dafür sein sollen. Das Parlament beschließt auch neue Gesetze oder schafft alte Gesetze ab. In der Schweiz kann das Volk manchmal über Gesetze bestimmen, aber nicht über die Höhe der Steuern.<eop>Die Regierung tut das, was das Parlament beschlossen hat. Sie unterhält zum Beispiel eine Armee und die Polizei. Sie lässt Schulen und Krankenhäuser bauen und vieles mehr. In der Schweiz wählt das Parlament die Regierung, den Bundesrat. In Deutschland wird nur der Chef der Regierung vom Parlament gewählt, das ist im Moment Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auch die Minister in ihrer Regierung bestimmt. In Österreich wird der Bundeskanzler vom Bundespräsidenten ernannt. Auch der österreichische Bundeskanzler oder die östereichische Bundeskanzlerin stellt eine Regierung für das Land zusammen. Die Schweiz hat auch einen Bundeskanzler, er ist aber kein Mitglied der Regierung, sondern ein Beamter, der die Regierung unterstützt.<eop>Die dritte Staatsgewalt ist das Gericht. Wenn ein Gesetz nicht eingehalten wird, kann ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen beim Gericht ein Urteil verlangen. Das Gericht garantiert auch die Einhaltung der Menschenrechte und der Kinderrechte.<eop>Die Gewaltentrennung bedeutet, das Parlament, Regierung und Gericht unabhängig voneinander arbeiten können. Sie dürfen sich also nicht dreinreden. Wenn das Gericht beispielsweise feststellt, dass ein Gesetz der Verfassung widerspricht, dann muss das Parlament das Gesetz ändern.<eop>Machen die Menschen in einem Staat alles gemeinsam? Jeder Staat hat mal klein angefangen, meist mit einem Dorf oder einer Stadt, das sind die Gemeinden. Mehrere Gemeinden zusammen ergeben Bezirke, Kantone, Landkreise und Bundesländer. Diese Namen sind je nach Land verschieden.<eop>In jedem Staat ist festgelegt, welche Aufgaben die Gemeinden, Bezirke, Kantone, Landkreise oder Bundesländer haben. Sofern sie nicht zu klein sind, haben sie ein eigenes Parlament, aber auch eine eigene Regierung und ein Gericht. Sie bestimmen also auch über ihr Geld.<eop>Nehmen wir als Beispiel einen Bürger der Stadt Zürich: Er kann das Parlament und die Regierung in seiner Stadt und im Kanton wählen. Im Land wählt er nur die Abgeordneten des Parlaments.<eop>Typische Aufgaben der Gemeinden sind der Unterhalt der eigenen Straßen, die Beseitigung von Müll, der Betrieb von Schwimmbädern und so weiter. Typische Staatsaufgaben sind die Armee oder die Verhandlungen mit anderen Ländern. Schulen und Krankenhäuser liegen oft irgendwo dazwischen. Die Schweiz hat beispielsweise noch die eigene Währung. Die Staaten der Europäischen Union legen ihre Währung und viele andere Dinge gemeinsam fest. <eop>Wie gehen Staaten miteinander um? Zuerst einmal muss ein Staat den anderen anerkennen. Er ist also damit einverstanden, dass es den anderen Staat zu Recht gibt, mit seinen Grenzen und seiner Regierung. Dies ist zwar oft selbstverständlich, aber nicht immer. Ein Beispiel: Die Republik Kosovo gibt es erst seit dem Jahr 2008. Viele Staaten haben seither den Kosovo anerkannt. Nicht anerkannt hat ihn der Nachbar Serbien, aber auch andere europäische Staaten wie Spanien oder Griechenland.<eop>Nach der Anerkennung vereinbaren die beiden Partnerländer, wie sie miteinander umgehen wollen. Sie liefern sich beispielsweise elektrischen Strom oder Gas und handeln mit vielen anderen Gütern. Jedes Land darf auch beim anderen ein oder mehrere eigene Büros unterhalten. Da können die Leute hingehen, wenn sie beispielsweise im Nachbarland ihren Pass verloren haben. Solche Büros nennt man „Konsulate“. In der Hauptstadt eines Staates können andere Staaten Botschaften unterhalten. Sie haben mehr Befugnisse als Konsulate.<eop>Die meisten Staaten haben sich zu einem Verein zusammengeschlossen. Der nennt sich Vereinte Nationen. Fast alle Staaten gehören ihm an, das sind zur Zeit knapp 200. Auf Englisch heißt er „United Nations“ oder „United Nations Organisation“, abgekürzt UN oder UNO. Kein Staat ist jedoch verpflichtet, der UNO beizutreten. Auch gibt es einige Staaten, die nicht alle anderen als eigenen Staat anerkennen. Das war zum Beispiel am Anfang bei Kosovo so. Auch die Sache mit Palästina und Taiwan sehen nicht alle Staaten gleich. Deshalb lässt sich die Anzahl der Staaten nicht ganz genau bestimmen.<eop>"}, {"title": "Staatsoberhaupt", "id": 848, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Staatsoberhaupt", "text": "Das Staatsoberhaupt ist ein Mann oder eine Frau und vertritt einen Staat. Man sagt auch, dass das Staatsoberhaupt den Staat „verkörpert“ und dass es den Staat „repräsentiert“. Wenn im eigenen Land ein wichtiges Ereignis ist, lädt man gern das Staatsoberhaupt ein. Ein Staatsoberhaupt vertritt manchmal sein eigenes Land in einem anderen Land, das nennt man dann einen Staatsbesuch. <eop>Was ein Staatsoberhaupt tun darf oder soll, hängt vom einzelnen Staat ab. In manchen Staaten repräsentiert es nur, in anderen Staaten darf es über viele wichtige Dinge entscheiden. Das Staatsoberhaupt ernennt die Regierung und unterschreibt Gesetze, damit sie in Kraft treten können. Die eigentliche Entscheidung über die Regierung oder Gesetze trifft aber oft jemand anders, meistens das Parlament. In manchen Staaten ist das Staatsoberhaupt gleichzeitig Mitglied in der Regierung. <eop>Manche Staatsoberhäupter werden vom Parlament gewählt, andere direkt vom Volk, andere haben sich mit Gewalt selbst zum Staatsoberhaupt gemacht. Das Staatsoberhaupt Deutschlands, der Bundespräsident, wird durch wenige Volksvertreter bestimmt. In Österreich wählt das ganze Volk den Bundespräsidenten. In der Schweiz ist der Gesamtbundesrat das Staatsoberhaupt. Der Schweizer Bundespräsident ist ein Regierungsmitglied wie die sechs übrigen Bundesräte und wird vom Parlament nur für ein Jahr in dieses Amt gewählt. <eop>Früher waren die meisten Staatsoberhäupter Monarchen, also Kaiser, Könige, Fürsten oder Herzöge. Wer Monarch wurde, blieb das normalerweise bis an das Ende seines Lebens. Es gibt heute Monarchen mit viel oder wenig Macht. Außer den Monarchen gibt es auch Präsidenten. Sie werden für eine bestimmte Zeit gewählt. Manche Präsidenten sind allerdings so mächtig, dass sie sehr lange Staatsoberhaupt bleiben.<eop>"}, {"title": "Stadt", "id": 849, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Stadt", "text": "Eine Stadt ist ein Ort, an dem Menschen wohnen. Allerdings ist nicht jeder Ort eine Stadt. Es reicht nicht, dass dort einfach einige Häuser stehen. Eine Stadt hat ziemlich viele Einwohner, und die Einwohner dürfen vieles selbst bestimmen, was in der Stadt passiert. Eine Stadt ist also immer auch eine Gemeinde.<eop>Einige alte Städte in Europa haben noch ein Stadtrecht aus dem Mittelalter. Bei anderen hieß es irgendwann: Der Ort ist so groß geworden, dass er deswegen bestimmte Dinge tun darf und in die Gruppe der Städte gehört. Eine Stadt ab 100.000 Einwohnern nennt man eine Großstadt. Wenn in einer Stadt oder mehreren Städten mit Umland sehr viele Leute wohnen, ist das ein Ballungsraum.<eop>Was ist eine Stadt? Früher gab es das „Stadtrecht“: Der Herrscher eines Landes erlaubte einem Ort, dass er sich Stadt nennen durfte. Außerdem durfte dann der Ort zum Beispiel einen Bürgermeister haben oder einen Markt abhalten. Was im Stadtrecht stand, konnte von Ort zu Ort anders sein.<eop>Bei einer Stadt denkt man an einen Ort mit vielen Gebäuden, die nicht nur für den Ort wichtig sind. Ein Beispiel ist eine Universität oder ein großes Museum. Leute aus dem Umland kommen deshalb in die Stadt, auch, um dort zu arbeiten. In der Stadt leben unterschiedliche Menschen. Ein Dorf hingegen hat nicht nur weniger Einwohner, sie arbeiten meist in ähnlichen Berufen.<eop>In Deutschland gibt es über 2000 Städte. In Österreich sind es über 200, in der Schweiz etwa 230. In Deutschland und in der Schweiz leben etwa drei Viertel der Einwohner in Städten. In Österreich sind es nur zwei Drittel. Daher sagt man, dass Österreich weniger „verstädtert“, weniger „urbanisiert“ ist.<eop>Was ist eine Großstadt? Eine Großstadt ist eine Stadt mit vielen Einwohnern. Damit eine Stadt Großstadt ist, muss sie mindestens hunderttausend Einwohner haben. Das haben Fachleute für Statistik auf einem Treffen im Jahr 1887 so bestimmt. Noch größere Städte können eine Millionenstadt sein oder auch Metropole oder Mega-Stadt.<eop>Wer das Wort Großstadt hört, für den ist aber nicht nur die bloße Einwohnerzahl wichtig. In Großstädten sieht man eher große Gebäude oder Orte, die für viele Menschen bedeutsam oder interessant sind. Eine Universität steht eher in einer Großstadt als in einer Kleinstadt. Menschen fahren oftmals nur zur Arbeit in die Großstadt wohnen aber woanders. Man nennt diese Menschen Pendler.<eop>Bei einer Großstadt denkt man außerdem an Probleme: Wenn viele Menschen nahe beieinander leben, gibt es Schwierigkeiten. Es gibt zu wenig Platz zum Parken, die Wohnungen werden teuer, es fällt viel Müll auf kleinem Raum an. Die Kriminalität steigt, das heißt, es passieren mehr Straftaten. Manche Orte in Großstädten sind laut, schmutzig oder haben einen schlechten Ruf.<eop>Wie viele Großstädte gibt es? In Deutschland gibt es etwa 80 Großstädte, die meisten liegen in Nordrhein-Westfalen. Manche Städte hatten früher mehr als hunderttausend Einwohner, aber jetzt nicht mehr. Görlitz in Sachsen zum Beispiel war im Jahr 1949 knapp Großstadt wegen der vielen Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem liegen einige alte deutsche Großstädte nicht mehr in Deutschland, wie Danzig oder Breslau.<eop>Österreich hat fünf Großstadte: Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. In der Schweiz sind es Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne und Winterthur. Auf der ganzen Welt gibt es über 4000 Großstädte.<eop>Das Wort Großstadt bedeutet aber nicht unbedingt, dass die Fläche der Stadt sehr groß ist. Eine Stadt mit großer Fläche hat nicht unbedingt viele Einwohner. Nach der Fläche ist Gardelegen in Sachsen-Anhalt die drittgrößte Stadt Deutschlands, aber es ist keine Großstadt. Dort hat man aus vielen Gemeinden eine gemacht, eben weil dort nur noch wenige Menschen leben. Nach der Einwohnerzahl steht München in Deutschland auf Platz 3, nach der Fläche nur auf Platz 17. München ist dicht besiedelt, man sagt: Die Bevölkerungsdichte ist hoch. Was ist kleiner als eine Stadt? Städte werden oft noch weiter in bestimmte Stadtteile unterteilt. In manchen Städten wie Wien nennt man sie Bezirke. Die Stadt Zürich besteht aus zwölf Stadtkreisen. London setzt sich aus Borroughs zusammen. Oft sind diese Stadtteile wie eine eigene Stadt: Sie haben eine Verwaltung und können manches selber bestimmen. <eop>Viele Stadtteile waren früher mal eigene Gemeinden. Irgendwann hat sich eine Stadt in der Nähe so stark vergrößert, das sie eingemeindet wurden. Oft erkennt man dann noch, wo früher das Zentrum des Ortes war.<eop>Was ist, wenn mehrere Orte zusammenwachsen? Manchmal liegen mehrere Städte und Dörfer dicht beieinander. Dann spricht man von einem Ballungsraum. In einem Ballungsraum wohnen also viele Menschen auf engem Raum. Zwischen den Orten eines Ballungsraums gibt es nur wenig Platz für die Landwirtschaft, also für Felder und Weiden. Einen Ballungsraum nennt man auch Großraum, Stadtregion oder Agglomeration. Das Zentrum eines Ballungsraumes bildet meistens eine große und bekannte Stadt, nach der man den Ballungsraum auch meist benennt. <eop>Zu einem Ballungsraum gehört, dass die einzelnen Orte eigene Gemeinden sind. Sie haben also eine eigene Regierung und sind auch sonst in den meisten Dingen voneinander unabhängig. Was sie vereinigt, ist die Nähe. Deshalb gibt es oft auch bestimmte Bahnstrecken, die diese Orte miteinander verbinden.<eop>Es ist also auch möglich, dass eher kleine Orte zu einem Ballungsraum gehören, weil sie eben in der richtigen Gegend liegen. Für sich allein wären sie nicht wichtig. Die Menschen haben es dort einfacher, in der Nähe Arbeit, Einkaufsmöglichkeiten, Universitäten und andere nützliche Dinge zu finden.<eop>Der größte Ballungsraum Deutschlands ist das Ruhrgebiet. Dort leben über fünf Millionen Menschen. Der größte Ballungsraum der Schweiz ist Zürich. Er hat mehr als dreimal so viele Einwohner wie die Stadt Zürich selber. In Österreich ist es Wien. Dieser Ballungsraum hat aber nur eineinhalb Mal so viele Einwohner wie die Stadt selber.<eop>Was ist, wenn weit auseinanderliegende Orte eng miteinander verknüpft sind? Es kommt vor, dass die Menschen aus einer noch größeren Gegend als dem Ballungsraum zu einer Kernstadt gehören. Das nennt man „Metropolitanraum“, „Metropolitanregion“ oder „Metropolregion“. Von einer solchen spricht man, wenn im Gebiet mindestens jede zwölfte arbeitende Person in der Kernstadt arbeitet. Meist liegen für diese Menschen die nächsten Universitäten, Opernhäuser oder andere wichtige Einrichtungen in eben dieser Kernstadt.<eop>Ein Metropolitanraum ist also noch größer als ein Großraum. Es können auch viele Felder und sogar Wälder zwischen einem Dorf und der Kernstadt liegen. Das Dorf gehört trotzdem zum Metropolitanraum. <eop>Am Beispiel von Zürich bedeutet dies: Die Stadt hat 400.000 Einwohner, der Großraum hat 1.300.000 Einwohner, der Metropolitanraum hat 1.660.000 Einwohner. Ein Teil davon wohnt sogar in Ortschaften, die in den Nachbarkantonen des Kantons Zürich liegen.<eop><eop>"}, {"title": "Stahl", "id": 850, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Stahl", "text": "Stahl ist verbessertes Eisen, das zum Beispiel biegsamer ist oder weniger schnell rostet als Eisen. Stahl kann man mit verschiedenen Eigenschaften herstellen. Es gibt heute über 2.500 verschiedene Sorten. Es gibt besonders harten Stahl für Werkzeuge und Messerklingen. Für Schreibfedern braucht es besonders biegsamen Stahl. Im Beton muss Stahl besonders reißfest sein: Man spricht von Armierungseisen, das Gebäude zusammenhält. Auch im Autobau und für Maschinen wird zäher Stahl verwendet. Stahl ist aus unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken: Stahl findet sich in Fahrzeugen, Flugzeugen, Werkzeugen, Waffen, Brücken, Häusern und so weiter.<eop>Eisen wird zu Stahl, indem man seine Verunreinigungen entfernt. Diese hat es immer, nachdem das Erz geschmolzen wurde. Dabei wird unter anderem der Anteil an Kohlenstoff gesenkt. Dennoch muss auch der Stahl noch eine bestimmte Menge Kohlenstoff enthalten, damit er eine hohe Festigkeit behält. Kohlenstoff kommt auch in Kohle und Diamanten vor. Mit Hilfe von Sauerstoff wird im Stahlwerk aus dem Eisen Stahl hergestellt. Dabei verbrennen die Verunreinigungen bei sehr hohen Temperaturen.<eop>Man kann Eisen aber auch zusätzlich mit anderen Metallen mischen. Man nennt das eine Legierung. So entsteht beispielsweise rostfreier Stahl. Diesen braucht man rund ums Haus, zum Beispiel für Briefkästen, aber auch für bestimmte Maschinenteile usw. Auch unser Besteck ist meist aus rostfreiem Stahl. In diesem Fall ist es Chromstahl. Früher war es aus Silber.<eop>Stahl lässt sich auch sehr gut recyceln. Dabei wird aus altem Schrott aus Stahl wieder neuer Stahl hergestellt. Dies geschieht in einem sogenannten Elektrostahlwerk. Hier wird das Metall also mit elektrischem Strom geschmolzen.<eop>Es ist sehr schwierig zu entscheiden, ab wann das von Menschen bearbeitete Eisen bereits Stahl war. Deshalb ist es auch kaum möglich zu sagen, seit wann es Stahl gibt. Den berühmten Damaszenerstahl verwendeten die Araber schon vor über 2.000 Jahren. Er entstand dadurch, dass der Schmied das Eisen lange bearbeitete. Man spricht deshalb auch von Schmiedestahl.<eop>Stahl im heutigen Sinn gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Das war in der Zeit der Industrialisierung. Damals entstanden viele Fabriken, die den heutigen zum Teil noch recht ähnlich sind. <eop><eop>"}, {"title": "Steinzeit", "id": 853, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Steinzeit", "text": " Die Steinzeit ist der älteste Abschnitt in der Geschichte der Menschheit. Man teilt diese Zeit noch weiter auf: am Anfang die Altsteinzeit und dann die Jungsteinzeit. Manche Wissenschaftler schieben noch die Mittelsteinzeit dazwischen. Andere benennen ganz am Schluss noch die Kupfersteinzeit. Auf die Steinzeit folgte die Bronzezeit, dann die Eisenzeit.<eop>Den Begriff Steinzeit hat sich ein Archäologe im Jahr 1836 ausgedacht. Der Begriff ist Griechisch und bedeutet „Die Rede vom Anfang“. Es ist sehr schwierig, die verschiedenen Zeitabschnitte gegeneinander abzugrenzen. Man versucht heute, jeden Zeitabschnitt an bestimmten Erfindungen festzumachen. Aber Erfindungen wie beispielsweise das Rad oder die Verarbeitung von Kupfer fanden nie schlagartig statt. Sie schlichen sich langsam ein, verbreiteten sich von Ort zu Ort und nahmen schließlich überhand. <eop>Wie begann die Steinzeit? Vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren begann die Steinzeit mit dem Auftreten der Gattung „Homo“. Aus den Homo entstanden mehrere Arten. Eine davon war der Homo Erectus, das heißt „der aufrecht gehende Mensch“. Aus ihm entwickelte sich der Homo Sapiens. Außer dem Homo Sapiens sind alle Zweige der Homo ausgestorben. Homo Sapiens heißt so viel wie der „weise Mensch“ oder der „wissende Mensch“. Er lebte ursprünglich in Afrika. Alle Menschen, die heute auf der Welt leben, sind Homo Sapiens. <eop>Der Körper des Homo Sapiens sieht anders aus als bei anderen Menschen wie den Neandertalern. Die Homo-Sapiens-Menschen benutzten Werkzeuge und stellten auch selber solche her. Dies unterschied den Menschen von den Tieren. Von ihnen nutzen nur wenige Menschenaffen Werkzeuge: Normalerweise sind es Steine oder Stöcke, die sie in der Natur finden.<eop>Es ist heute schwierig herauszufinden, wann und auf welchem Weg die Menschen aus Afrika auswanderten. Es dauerte lange, bis sie das Gebiet des heutigen Europa erreichten. Nach den archäologischen Funden zu urteilen tauchten die Menschen erstmals vor etwa einer Million Jahren in Spanien auf, im heutigen Mitteleuropa erst vor etwa 600.000 Jahren. Die Steinzeit begann somit zuerst in Afrika, dann in Spanien und erst zuletzt in Mitteleuropa.<eop>Wie war die Welt in der Altsteinzeit? Die Altsteinzeit war eine Eiszeit. Im Durchschnitt war es etwa so kalt wie bei uns nur im Winter. Viele Gebiete waren von Gletschern überzogen, beispielsweise große Teile der heutigen Schweiz. Die eisfreien Gebiete glichen einer Tundra: Das ist eine Landschaft mit Gräsern, Sträuchern und kleinen Bäumen. <eop>Es gab noch nicht so viele Tierarten. Nur wer gut an die Kälte angepasst war, konnte hier leben. Das häufigste Großwild war das Mammut. Es war ein Verwandter des Elefanten. Etwa zum Ende der Altsteinzeit wurde es immer seltener und starb schließlich aus. Die Forscher wissen nicht, ob es einfach so ausgestorben ist, weil es sich an neues Klima nicht anpassen konnte. Vielleicht aber haben Menschen die Mammute zu stark bejagt und damit ausgerottet.<eop>Wie lebten die Menschen in der Altsteinzeit? Die Altsteinzeit heißt in der Fachsprache Paläolithikum. Das griechische Wort „palaiois“ bedeutet „alt“, das Wort „lithos“ bedeutet „Stein“ Die Altsteinzeit dauerte in Mitteleuropa etwa von 600.000 bis 10.000 Jahre vor Christus.<eop>Das älteste Werkzeug der Menschheit war der Faustkeil. Die Menschen schlugen Faustkeile in unterschiedlicher Größe aus Silex-Steinen heraus. Silex ist sehr hart und kommt in der Natur in der Form von Kugeln vor. Mit Faustkeilen konnten die Menschen graben, Löcher in Holz schlagen und vieles anderes mehr. Kleinere Stücke konnten sie als Messer zum Schneiden verwenden oder damit das Fett von Tierhäuten abschaben. <eop>Der Umgang mit Feuer war sehr wichtig. Gebratene oder gekochte Nahrung lässt sich viel besser verdauen. Sie wird dadurch nahrhafter und gibt mehr her. Vermutlich konnten die Menschen anfänglich kein Feuer selber entfachen, sondern sie fanden es in der Natur, beispielsweise nach einem Blitzeinschlag. Dann hüteten sie es, sie ließen es also nicht ausgehen. Die älteste Feuerstelle in Europa, über welche sich die Forscher einig und sicher sind, liegt in England. Sie ist etwa 400.000 Jahre alt.<eop>Das Feuer eröffnete aber noch weitere Möglichkeiten: Die Menschen konnten ihre Wohnstätten beheizen und waren somit weniger vom Klima und von den Jahreszeiten abhängig. Sie konnten ihre Wohnstätten beleuchten und so auch in der Nacht arbeiten. Feuer schreckte auch wilde Tiere ab. Auch Speerspitzen ließen sich im Feuer härten. Über dem Feuer begann Pech aus Birkenholz zu fließen. Das konnten sie als Leim verwenden.<eop>Die Menschen lebten als Jäger und Sammler. Sie ernährten sich also von erlegten Tieren und schützten sich mit ihren Fellen gegen Kälte und Regen. Sie sammelten Beeren, Früchte und Wurzeln, welche sie in der Natur fanden. Diese Menschen waren kaum sesshaft: Sie zogen umher, meist den Tierherden nach oder dorthin, wo es am besten zur Jahreszeit passte. Sie waren also eigentlich Nomaden.<eop>Wie war die Welt in der Jungsteinzeit? In der Jungsteinzeit erwärmte sich die Erde. Die Gletscher wichen mehr und mehr zurück. Sie hinterließen Moränen, das sind lang gezogene Hügel aus Geröll. Der Fachmann erkennt sie heute noch in der Landschaft. Die Seen am Rand der Alpen bildeten sich dort, wo früher Gletscher lagen.<eop>Aus den Tundren wurden lockere Wälder. Rentiere und Wildpferde begannen sich auszubreiten. Später gesellten sich das Reh, der Rothirsch, der Elch und das Wildschwein, der Bär und der Wolf dazu. Sie alle lieferten dem Menschen nicht nur Fleisch als Nahrung, sondern auch Felle als Bekleidung. In den wärmeren Gewässern gab es mehr Fische, die der Mensch ebenfalls fing und aß.<eop>Wie lebten die Menschen in der Jungsteinzeit? Die Jungsteinzeit heißt in der Fachsprache Neolithikum. Das griechische Wort „neo“ bedeutet „jung“. Die Jungsteinzeit begann in Mitteleuropa etwa 10.000 Jahre vor Christus. Auch dieser Übergang fand nicht überall gleichzeitig statt.<eop>Die Menschen wurden immer mehr zu Tierzüchtern anstatt Tiere zu jagen. Sie gewöhnten wilde Tiere daran, angebunden oder auf einer eingezäunten Weide zu leben. Man nennt diesen Vorgang „Domestizierung“. So entstanden die Haustiere. Die Menschen domestizierten wilde Schafe, Rind, Schweine, Hühner und viele andere mehr. Die heutigen Hunde sind domestizierte Wölfe. <eop>Die Menschen fanden auch Gräser mit Samen, die sie essen konnten. Anstatt alles dem Zufall zu überlassen, begannen sie, jeweils die größten Samen aufzubewahren und wieder auszusäen. So entwickelten sich aus Süßgräsern die heutigen Getreidesorten wie Weizen, Hafer, Gerste, Roggen und andere mehr. Damit verbunden war, dass sie ihr Nomadenleben mehr und mehr aufgaben und in kleinen Dörfern sesshaft wurden. Die Menschen wurden also von Sammlern zu Ackerbauern.<eop>Eine der wichtigsten Erfindungen war das Rad. Erste Spuren oder Funde von Rädern aus Holz sind in unseren Ländern etwa 6.000 Jahre alt. Vorher mussten die Menschen ihre Lasten auf dem Rücken tragen oder auf Schlitten ziehen. Das war viel anstrengender. Das Rad gilt heute noch als die wichtigste Erfindung der Menschheit.<eop>Eine weitere wichtige Erfindung war die Keramik. Vermutlich fanden die Menschen zufällig heraus, dass Lehm im Feuer hart wird. Sie formten Gefäße aus Lehm, brannten sie im Feuer und konnten somit Vorräte aufbewahren und transportieren. Keramische Gefäße sind heute für die Archäologen sehr wichtig. Sie erkennen daran, zu welchem Volk eine Siedlung gehörte und in welcher Zeit die Keramik hergestellt wurde.<eop>Wie endete die Steinzeit? Schon während der Steinzeit fanden die Menschen Gold und Silber in reiner Form, also als Nuggets, sprich: Naggets. Sie stellten daraus vor allem Schmuckstücke her. Gegen das Ende der Jungsteinzeit hin entdeckten sie das Kupfer. Kupfer war härter als Gold oder Silber. Deshalb ließen sich daraus Messer oder Schaber herstellen. Einige Wissenschaftler nennen diese Zeit die „Kupfersteinzeit“.<eop>Die nächste Entdeckung war die Bronze. Das ist ein Gemisch aus viel Kupfer und wenig Zinn. Die Wissenschaftler nehmen heute an, dass die Menschen ein Erz fanden, welches diese Mischung enthielt.<eop>Schon während der Steinzeit gab es Händler, welche mit Karren oder Lasten auf dem Rücken von einem Ort zum anderen zogen und ihre Waren tauschten. Nun nahmen sie auch Bronze mit um damit zu handeln. So verbreitete sich die Bronze über Europa. Es entstanden immer mehr Bronzewerkstätten. Das war der Übergang zur Bronzezeit.<eop>"}, {"title": "Steppe", "id": 854, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Steppe", "text": "Die Steppe ist eine Form der Landschaft. Das Wort kommt aus dem Russischen und heißt so viel wie „unbebaute Fläche“ oder „baumlose Landschaft“. Statt Bäumen wächst in der Steppe Gras. Einige Steppen sind mit hohem Gras bedeckt, andere mit niedrigem. Es gibt aber auch Moose, Flechten und niedrige Sträucher wie das Heidekraut.<eop>In Steppen wachsen keine Bäume, weil es dazu nicht genug regnet. Bäume brauchen viel Wasser. Wenn es mal mehr regnet als sonst, entstehen höchstens Sträucher. Aber es gibt auch die sogenannte Waldsteppe, mit einzelnen „Inseln“ von kleinen Wäldern. Manchmal gibt es keine Bäume, weil der Boden zu schlecht oder gebirgig ist.<eop>Steppen liegen meist im gemäßigten Klima, so wie wir es auch in Europa kennen. Das Wetter ist rau, im Winter und nachts wird es kalt. Manche Steppen liegen mehr in der Nähe der Tropen, und es regnet durchaus viel. Weil es dort aber so warm ist, verdampft viel Wasser wieder.<eop>Die größte Steppe der Welt liegt in Europa und Asien. Sie heißt auch „die große Steppe“. Vom österreichischen Burgenland verläuft sie bis weit nach Russland hinein und sogar bis in den Norden Chinas. Auch die Prärie in Nordamerika ist eine Steppe.<eop>Was nützen Steppen? Steppen sind Lebensräume für viele verschiedene Tiere. Es gibt Antilopenarten, Gabelböcke und besondere Arten von Lamas, die nur in der Steppe leben können. Auch die Büffel, also die Bisons in Amerika sind typische Steppentiere. Zudem leben unter dem Boden viele verschiedene Nagetiere, wie die Präriehunde in Nordamerika. <eop>Heute halten viele Landwirte riesige Viehherden in der Steppe. Dazu gehören Büffel, Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Kamele. An vielen Orten reicht das Wasser aus, um Mais oder Weizen anzupflanzen. Der größte Teil des Weizens, der heute auf der Welt geerntet wird, stammt aus den Steppen Nordamerikas, Europas und Asiens.<eop>Auch die Gräser sind sehr wichtig. Aus einigen Arten von ihnen hat der Mensch schon in der Steinzeit unser heutiges Getreide gezüchtet. Die Menschen nahmen also immer die größten Samen und säten sie wieder aus. Ohne die Steppe würde uns heute ein großer Teil unserer Nahrung fehlen.<eop> "}, {"title": "Stern", "id": 855, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Stern", "text": "Sterne sind riesige Körper im Weltall, die aus Wasserstoff und Helium bestehen. Weil in ihnen ständig Wasserstoff verbrennt, leuchten sie sehr stark. Manche Sterne haben Planeten, die um sie kreisen. Unsere Erde ist so ein Planet und unser Stern heißt Sonne. Während die Sonne für uns sehr hell leuchtet, sind die anderen Sterne im Weltall nur kleine, schwache Lichter am Nachthimmel.<eop>Es gibt im Weltraum so viele Sterne, dass man sie gar nicht zählen kann. Alle Sterne außer der Sonne sind so weit weg, dass wir sie selbst mit unseren besten Raketen nicht erreichen können. Das Licht benötigt von der Sonne bis zur Erde acht Minuten. Der Stern, der uns nach der sonne am nächsten ist heißt Proxima Centauri. Das Licht braucht von dort bis zu uns schon über 4 Jahre. Bei anderen Sternen können das sogar Tausende, Millionen oder Milliarden von Jahren sein.<eop>Die Wissenschaft, die sich mit Sternen beschäftigt, heißt Astronomie. Der Name kommt vom griechischen Wort für Stern. Astronomen beobachten mit ihren Teleskopen auch andere Himmelskörper wie Planeten und Kometen. Es gibt kleine Teleskope zum Durchschauen und riesige Teleskope, die das automatisch machen. Astronomen versuchen dann die vielen Informationen zu verstehen.<eop> Was passiert auf den Sternen? Die Energie, die ein Stern braucht um zu leuchten, entsteht wenn Wasserstoff zu Helium wird. Sterne sind glühend heiß. Sie können blau, gelb, orange oder rot sein. Sterne werden viele Millionen Jahre alt. Sie entstehen aus Gaswolken im Weltall, die sich zu einem Stern zusammenballen. Ist der ganze Wasserstoff in Helium umgewandelt, verändert sich der Stern. Große Sterne können dann explodieren und zu einem weißen Zwerg, einem Neutronenstern oder einem Schwarzen Loch werden, kleine Sterne schrumpfen wieder zusammen und werden immer kälter und leuchten immer schwächer.<eop> Wie viele Sterne sieht man am Himmel? <eop>Nicht alles, was wir am nächtlichen Himmel als leuchtenden Punkt sehen ist auch ein Stern. Weil sie so weit weg sind, sehen wir auch ganze Sternenhaufen nur als einzelnen Lichtpunkt. Solche Sternenhaufen nennt man auch Galaxie. Auch Planeten können wir als Leuchtpunkte erkennen. Im Gegensatz zu Sternen leuchten Planeten aber nicht selber. Sie leuchten nur, weil das Licht unserer Sonne auf sie fällt.<eop>Bei guter Sicht kann man am Himmel auch ein helles Band sehen: die Milchstraße. Sie besteht aus besonders vielen Sternen, denn sie gehören zu unserer Galaxie. In der Milchstraße gibt es neben unserer Sonne noch etwa 100 Milliarden weitere Sterne. Es gibt unzählig viele solcher Galaxien und jede davon enthält Millionen bis Billionen Sterne.<eop>Wie viele Sterne man mit dem bloßen Auge sehen kann, hängt davon ab wie dunkel es ist und wie sauber die Luft ist. In Städten gibt es viel Licht durch Straßenlampen, Autos und Häuser und die Luft ist voll mit Abgasen. In Wüsten oder auf hohen Bergen kann man hingegen 3.000 bis 6.000 Sterne sehen. Mit Teleskopen und Kameras kann man Sterne sehen, die noch weiter weg und noch schwächer sind.<eop> Warum können Sterne für die Menschen nützlich sein? Schon immer haben Menschen in den Himmel geschaut und versucht, zu erklären, was sie sehen. Bei den alten Griechen meinte jemand zum Beispiel, dass die Sterne aus Feuer bestehen. Einige Sterne scheinen näher beieinander zu stehen. Wenn man sie mit Linien verbindet, scheint man Dinge zu erkennen. So hat man begonnen, Sternbilder zu sehen. <eop>Früher haben viele Menschen geglaubt, die Sterne seien von den Göttern gemacht. Außerdem könne man an den Sternen die Zukunft ablesen. Oder die Sterne beeinflussen das Leben auf der Erde. Das ist allerdings nicht richtig, die Sterne sind viel zu weit weg, als dass sie etwas auf der Erde verändern könnten. Anders ist das mit der Sonne. Sie Liefert uns Licht und Wärme, Tag und Nacht und die Jahreszeiten.<eop>Aber die Sterne sind schon früh wichtig gewesen, um den Weg auf der Erde zu finden. Nur so konnten sich die Seeleute auf dem Meer orientieren. Schaut man von der Erde nachts den Himmel, so scheinen die Sterne fest am Himmel zu stehen. Darum nennt man sie Fixsterne. Beobachtet man sie eine ganze Nacht lang, dann denkt man: Alle Sterne ziehen gemeinsam über den Himmel. In Wirklichkeit dreht sich die Erde unter ihnen. <eop>Die Sterne drehen sich von der Erde aus gesehen im Norden und im Süden jeweils um eine bestimmte Stelle, die sogenannten „Himmelspole“. Auf der Nordhalbkugel steht dort zufällig ein gut sichtbarer Stern, der Polarstern. Wenn man diesen gefunden hat, weiß man also, wo Norden ist. Welche Sterne man sieht, hängt auch von der Jahreszeit ab. Dadurch haben die Sterne geholfen, als man die ersten Kalender machte.<eop>"}, {"title": "Stockholm", "id": 856, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Stockholm", "text": "Stockholm heißt die Hauptstadt von Schweden. Dort leben etwa 800.000 Menschen, in der Landschaft Stockholm insgesamt über zwei Millionen. Das ist recht viel für ein Land, das nur zehn Millionen Einwohner hat.<eop>Die Stadt stammt aus dem Mittelalter, als sie im 13. Jahrhundert gegründet wurde, vor etwa achthundert Jahren. Zwar wurde sie bald die größte Stadt des Landes. Richtig groß wurde sie allerdings erst im 17. Jahrhundert, als auch Schweden selbst eine bedeutende Macht in Europa war. In jener Zeit waren die Hälfte der Bewohner Stockholm Deutsche. Damals begann außerdem der König von Schweden, in Stockholm zu wohnen.<eop>Stockholm liegt auf mehreren Inseln an der Küste der Ostsee. Es gibt viele schöne alte Stadtteile, Geschäfte, Parks und Museen. Natürlich befinden sich in der Hauptstadt auch Parlament und Regierung des Königreichs Schweden.<eop><eop>"}, {"title": "Strauß", "id": 857, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Strauß", "text": "Der Strauß ist ein Laufvogel. Er lebt heute nur noch in Afrika südlich der Sahara. Früher lebte er auch in Westasien. Dort wurde er jedoch ausgerottet. Die Menschen mögen seine Federn, sein Fleisch und sein Leder. Die Männchen heißen Hähne, die Weibchen Hennen und die Jungtiere Küken.<eop>Die Straußenmännchen werden größer als die größten Menschen und fast doppelt so schwer. Die Weibchen sind etwas kleiner und leichter. Der Strauß hat einen sehr langen Hals und einen kleinen Kopf, beides fast ohne Federn. <eop>Der Strauß kann eine halbe Stunde lang mit 50 Kilometern pro Stunde laufen. So schnell dürfen bei uns die Autos in den Städten fahren. Während kürzerer Zeit schafft er sogar 70 Stundenkilometer. Fliegen kann der Strauß nicht. Er braucht seine Flügel, um beim Laufen das Gleichgewicht zu halten.<eop>Wie leben Strauße? Strauße leben meist in der Savanne, zu zweit oder in großen Gruppen. Auch alles dazwischen ist möglich und verändert sich zudem oft. An einem Wasserloch können sich auch mehrere hundert Strauße treffen. <eop>Strauße fressen meist Pflanzen, gelegentlich aber auch Insekten, und alles vom Boden. Sie schlucken auch Steine. Diese helfen ihnen im Magen, die Nahrung zu zermalmen. <eop>Ihre wichtigsten Feinde sind Löwen und Leoparden. Vor denen laufen sie davon oder treten sie mit den Beinen. Das kann sogar einen Löwen töten. Dass Strauße den Kopf in den Sand stecken, stimmt nicht.<eop>Wie kriegen Strauße Junge? Zur Fortpflanzung sammeln sich die Männchen ein Harem. Der Strauß paart sich zuerst mit der Anführerin, dann mit den übrigen Hennen. Alle Weibchen legen ihre Eier in eine einzige, riesige Vertiefung im Sand, die Anführerin in die Mitte. Es kann bis zu 80 Eier geben. <eop>Nur die Anführerin darf am Tag ausbrüten: Sie setzt sich in die Mitte und brütet vor allem die eigenen Eier aus und einige andere mit. In der Nacht brütet das Männchen. Wenn Feinde kommen und Eier fressen wollen, erwischen sie meist nur die Eier am Rand. So überleben die eigenen Eier eher. Feinde sind vor allem Schakale, Hyänen und Geier.<eop>Die Küken schlüpfen nach sechs Woche<nowiki/>n. Die Eltern schützen sie mit den Flügeln vor der Sonne oder vor Regen. Am dritten Tag unternehmen sie bereits gemeinsame Spaziergänge. Dabei sammeln starke Paare auch Küken von schwächeren Paaren ein. Diese werden dann auch wieder zuerst von Räubern erwischt. Die eigenen Jungen werden so geschützt. Mit zwei Jahren werden Strauße geschlechtsreif.<eop><eop>"}, {"title": "Streichinstrument", "id": 858, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Streichinstrument", "text": "Ein Streichinstrument ist ein Musikinstrument, bei dem man die Saiten mit einem Bogen anstreicht, damit ein Klang entsteht. Streichinstrumente bestehen aus einem hohlen Bauch, einem Hals und einem Wirbelkasten. Darüber sind die Saiten gespannt. Den Spieler des Instruments nennt man „Streicher“.<eop>In Europa spielt man heute vor allem diese vier Streichinstrumente: Das kleinste ist die Geige oder Violine, sie erzeugt die höchsten Töne. Die Bratsche oder Viola ist etwas größer, die Töne sind etwas tiefer. Das dritte ist das Cello oder mit vollem Namen das Violoncello. Es ist noch größer. Der Kontrabass, auch einfach Bass oder Bassgeige genannt, ist noch größer und erzeugt die tiefsten Töne. Entwickelt wurden sie alle in Italien.<eop>Geige und Bratsche klemmt man sich am unteren Teil des Instrumenten-Bauchs zwischen das Kinn und die Schulter. Die linke Hand umfasst den Hals der Geige oder der Bratsche. Die Finger drücken auf die Saiten, damit verschieden hohe Töne entstehen. Die rechte Hand führt den Bogen über die Saiten, damit die Töne entstehen. Die Bratsche ist fast gleich, aber etwas größer. Ihre Töne sind tiefer. Beim Cello sitzt der Spieler auf einem Stuhl. Das Cello steht auf einer Spitze auf dem Boden zwischen seinen Knien. Der Kontrabass wird meist im Stehen gespielt.<eop>Im Unterschied etwa zur Gitarre haben unsere Streichinstrumente keine Bünde. Das sind die Erhöhungen, die genau an der richtigen Stelle unter den Saiten liegen. Man muss also bei den Streichinstrumenten die Saite genau an der richtigen Stelle auf den Hals drücken, damit der Ton nicht etwas zu hoch oder zu tief gerät. Das ist sehr schwierig und braucht viel Übung.<eop>Streichinstrumente gibt es schon seit vielen Jahrhunderten und in vielen Kulturen. Sie heißen Fiedel, Gambe, Gadulka, Suka oder noch anders. Sie haben eine oder mehrere Saiten und verschiedene Größen. In den Orchestern der verschiedenen Länder spielt man diese verschiedenen Instrumente in unterschiedlicher Anzahl, auch zusammen mit Blas- oder Rhythmusinstrumenten und vielen anderen.<eop>Wie sind unsere Streichinstrumente aufgebaut? In der Mitte der Streichinstrumente ist der Hals, das ist ein gerades Stück Holz. Oben dran sitzt der Wirbelkasten. Daran sind drehbare Stöckchen aus Holz befestigt, mit denen man die Seiten richtig spannen kann. Das nennt man „stimmen“. Je dünner eine Saite ist und je stärker man sie spannt, desto höher erklingt sie.<eop>Auf der anderen Seite ist der Hals am Bauch befestigt. An seinem unteren Ende sind die Saiten ebenfalls festgemacht. Der Steg überträgt die Schwingungen der Saiten auf den Bauch. So beginnt der ganze Bauch mitsamt der Luft in seinem Inneren zu schwingen. In der Fachsprache nennt man den Bauch deshalb Resonanzkörper oder auch Korpus. Die beiden Schalllöcher braucht es zum Ausgleich von Innen und Außen. Sie haben die Form wie der Buchstabe S. Es gibt auch sogenannte „Stumme Geigen“, die haben keinen Bauch, so dass man sie nur ganz leise hört. Man kann sie gut zum Üben nachts in einer Mietwohnung nehmen.<eop>Wer solche Instrumente baut, ist ein Geigenbauer. Anders als der Name sagt, baut er nicht nur Geigen, sondern auch die übrigen Streichinstrumente. Er verwendet fast für jedes Teil eine andere Holzart. Zudem muss er wissen, wie lange er das Holz vor der Bearbeitung lagern muss. Nur so entsteht ein richtig guter Klang. Wichtig ist auch der Lack, den er zum Schluss aufträgt. Auch der verändert die Klangfarbe. Oft sind es alte Instrumente, die am besten klingen und am teuersten verkauft werden. Einer der berühmtesten Geigenbauer war der Italiener Antonio Giacomo Stradivari.<eop>Der Bogen besteht aus einer dünnen Stange aus Holz, heute manchmal auch aus Kunststoff. Darüber sind etwa 200 Haare aus dem Schweif eines Hengstes gespannt. Die haben kleine Widerhaken, die man nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Wenn man da ein bestimmtes Harz draufstreicht, wird der Bogen noch rauer. Wenn man ihn dann über die Saiten zieht, bleiben diese immer ein wenig daran hängen und geraten so in Schwingung. Anstatt die Saiten anzustreichen werden sie manchmal auch mit dem Finger angezupft.<eop><eop>"}, {"title": "Strom", "id": 859, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Strom", "text": " Im Alltag gibt es viele verschiedene Ströme. Im Mittelalter bedeutete der Ausdruck Strom „schnell fließendes Wasser“. Später bedeutete er „großer Fluss“. Heute verstehen wir darunter einen Fluss, der direkt ins Meer fließt, also beispielsweise den Rhein, die Donau, den Mississippi oder den Amazonas.<eop>Zu einem Strom gehört, dass viele gleiche Dinge gemeinsam in dieselbe Richtung fließen. Im Fall des Rheins sind es Wassertropfen oder Wassermoleküle. Sie werden durch eine Kraft angetrieben, die man vielleicht gar nicht sieht.<eop>In der heutigen Umgangssprache denken wir beim Wort „Strom“ meistens an elektrischen Strom. Da fließen eine Art Teilchen in einem Kabel gemeinsam in eine Richtung. Es sind Elektronen. Wir sehen die Kraft nicht, welche sie antreibt. Aber wir spüren sie, wenn wir versehentlich ein Kabel berühren. Wir erleben aber auch, was der elektrische Strom bewirken kann: Das Bügeleisen wird heiß, das Radio klingt oder der Mixer läuft usw. Dies alles ist im Artikel Elektrizität genauer erklärt.<eop>Es gibt aber noch viele andere Ströme: die Strömung im Meer oder den Lavastrom aus einem Vulkan. Man spricht vom Datenstrom, wenn viele Informationen durch ein Kabel fließen. Man sagt auch „es regnet in Strömen“, wenn es ganz furchtbar gießt, oder „die Fußballfans strömen aus dem Stadion“, wenn das Spiel zu Ende ist.<eop><eop>"}, {"title": "Stuttgart", "id": 860, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Stuttgart", "text": " Stuttgart ist die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg. In Stuttgart leben über 600.000 Menschen. Damit ist es die größte Stadt in Baden-Württemberg und die sechstgrößte in Deutschland. <eop>Typisch für Stuttgart sind die vielen Hänge. Das Stadtzentrum selbst liegt in einem Kessel, durch den der Fluss Neckar fließt. <eop>Stuttgart wurde im 10. Jahrhundert gegründet. Ab dem 15. Jahrhundert lebten hier Herzöge, später Kurfürsten und ab 1806 die Könige von Württemberg. Im Jahr 1952 entstand das heutige Bundesland Baden-Württemberg, und Stuttgart wurde Hauptstadt. Stuttgart ist in der Welt bekannt als Sitz von Daimler und Porsche, zweier großer Firmen, die Autos herstellen. Einer der Erfinder des Autos, Gottlieb Daimler, lebte in Stuttgart. 1886 begann er damit, einen Motor in eine Pferdekutsche einzubauen. Aus seinem Unternehmen gingen die Fahrzeuge der Marke Mercedes hervor. Porsche und Daimler haben Museen in Stuttgart, wo heute viele Fahrzeuge ausgestellt werden, die früher gebaut wurden.<eop>Ein wesentliches Wahrzeichen von Stuttgart ist der Fernsehturm. Solche Türme gibt es auch in anderen Städten, aber Stuttgart hatte den ersten. Er wurde als erster Fernsehturm aus Stahlbeton gebaut und hatte als erster einen Turmkorb unterhalb der Antenne. In diesem Turmkorb befindet sich ein Restaurant. Auch das war neu und wurde an vielen Orten nachgeahmt.<eop>Viele Besucher hat Wilhelma. Das ist ein kombinierter Tiergarten und Pflanzengarten. Eine Besonderheit ist Gorilla-Kindergarten. Dort werden Jungtiere aus anderen Zoos aufgenommen, die von ihren Müttern verstoßen wurden.<eop><eop>"}, {"title": "Störche", "id": 861, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Störche", "text": "Störche sind eine Familie von Vögeln. Bei uns ist der Weißstorch am bekanntesten. Seine Federn sind weiß, nur die Flügel sind schwarz. Schnabel und Beine sind rot. Ihre ausgestreckten Flügel sind zwei Meter breit oder sogar etwas mehr. Den Weißstorch nennt man auch „Klapperstorch“.<eop>Daneben gibt es noch 18 weitere Arten von Störchen. Sie leben auf allen Kontinenten außer in der Antarktis. Alle sind Fleischfresser und haben lange Beine.<eop>Wie lebt der Weißstorch? Weißstörche gibt es im Sommer fast in ganz Europa. Sie bringen hier ihre Jungen zur Welt. Sie gehören zu den Zugvögeln. Den Winter verbringen die Weißstörche aus dem Osten Europas im warmen Afrika. Das machten die Weißstörche im Westen Europas auch so. Heute fliegen viele von ihnen nur bis nach Spanien. Sie sparen dadurch viel Kraft und finden zudem auf den Müllhalden mehr Nahrung als in Afrika. Wegen dem Klimawandel bleibt etwa die Hälfte der Weißstörche der Schweiz immer am selben Ort. Inzwischen ist es hier warm genug, so dass sie den Winter gut überstehen können. <eop>Weißstörche fressen Regenwürmer, Insekten, Frösche, Mäuse, Ratten, Fisch, Eidechsen und Schlangen. Manchmal fressen sie auch Aas, das sind tote Tiere. Sie schreiten dabei über Wiesen und durch Sumpfland und stoßen dann blitzschnell mit dem Schnabel zu. Am meisten Probleme macht den Störchen, dass es immer weniger Sümpfe gibt, in denen sie Futter finden.<eop>Das Männchen kommt zuerst aus dem Süden zurück und landet in seinem Horst aus dem Vorjahr. So nennen Fachleute ein Storchennest. Sein Weibchen kommt etwas später. Storchenpaare bleiben sich ein Leben lang treu. Das können 30 Jahre sein. Sie bauen gemeinsam das Nest aus, bis es schwerer sein kann als ein Auto, also etwa zwei Tonnen.<eop>Nach der Paarung legt das Weibchen zwei bis sieben Eier. Jedes ist etwa doppelt so groß wie ein Hühnerei. Die Eltern brüten abwechselnd. Nach etwa 30 Tagen schlüpfen die Jungtiere aus. Meist sind es etwa drei. Die Eltern füttern sie während etwa neun Wochen. Dann fliegen die Jungen aus. Mit etwa vier Jahren sind sie geschlechtsreif.<eop>Über den Storch gibt es viele Geschichten. So soll der Storch die Menschenbabys bringen. Sie liegen in einem Tuch, der Storch hält den Knoten oder ein Seil im Schnabel. Bekannt wurde diese Idee durch das Märchen mit dem Titel „Die Störche“ von Hans Christian Andersen. Vielleicht gelten Störche deshalb als Glücksbringer.<eop>Was für Störche gibt es sonst noch? In Europa gibt es noch eine weitere Storchenart, den Schwarzstorch. Dieser ist nicht so bekannt und viel seltener als der Weißstorch. Er lebt in Wäldern und ist dem Menschen gegenüber sehr scheu. Er ist etwas kleiner als der Weißstorch und hat ein schwarzes Federkleid. <eop>Viele Storchenarten haben andere Farben oder sind deutlich bunter. Nahe verwandt mit den europäischen Störchen ist der Abdimstorch oder Regenstorch. Er lebt in Afrika, genauso wie der Marabu. Der Sattelstorch kommt ebenfalls aus Afrika, der Riesenstorch lebt im tropischen Asien und Australien. Beides sind Großstörche: Beim Riesenstorch ist allein schon der Schnabel dreißig Zentimeter lang.<eop><eop>"}, {"title": "Subtraktion", "id": 862, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Subtraktion", "text": "In der Mathematik gibt es vier Grundrechenarten: Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Man spricht auch vom Zusammenzählen, Abziehen, Malnehmen und Teilen.<eop>Das sind die einfachsten Rechen-Übungen, die man mit Zahlen anstellen kann. Alles andere in der Mathematik baut darauf auf. Deshalb lernt man sie auch schon in den ersten Jahren der Grundschule. <eop> Addition Das Addieren nennt man auch Zusammenzählen. Dabei zählt man eine Zahl zu einer anderen hinzu. Das Rechenzeichen dafür ist das Plus, das als + aufgeschrieben wird. Dieses Zeichen hat sich der Mathematiker Johannes Widmann im Jahr 1489 ausgedacht.<eop>Fügt man zu drei Dingen zwei hinzu, hat man fünf Dinge. Man schreibt 3 + 2 = 5, gesprochen: drei plus zwei ergibt fünf. Das Ergebnis der Addition nennt man Summe. Die beiden Zahlen, die addiert werden, heißen Summanden.<eop> Subtraktion Das Gegenteil der Addition ist die Subtraktion. Dabei zieht man von einer Zahl eine andere ab. Das Rechenzeichen dafür ist das Minus, das als - aufgeschrieben wird. Auch dieses Zeichen stammt von Johannes Widmann.<eop>Nimmt man von 10 Dingen zwei weg, bleiben acht übrig. Man schreibt: 10 - 2 = 8, gesprochen: zehn minus zwei ergibt acht. Die Zahl, von der etwas abgezogen wird, heißt Minuend. Das ist lateinisch und heißt „der zu verringernde“. Die Zahl, die abgezogen wird, heißt Subtrahend, „der abzuziehende“. Das Ergebnis einer Subtraktion nennt man Differenz.<eop>Ein praktisches Beispiel, bei dem man subtrahieren muss: Man möchte ein Brötchen kaufen, das kostet 1 Euro. Man hat 3 Euro im Portemonnaie. Man rechnet also: 3 - 1 = 2. Nachdem man das Brötchen gekauft hat, hat man noch 2 Euro übrig.<eop> Multiplikation Bei der Multiplikation nimmt man zwei Zahlen miteinander „mal“. Als Rechenzeichen schreibt man einen Punkt: · Weil man den aber auf dem Bildschirm oder der Tastatur nicht so gut sieht, nimmt man dort lieber ein Kreuz: ×<eop>Multiplikation ist eine Art, Zahlen, die man immer mit sich selbst addieren würde, kürzer aufzuschreiben. Dazu ein Beispiel: man möchte 3+3+3+3 rechnen. Dies kann man vereinfacht auch als 4 × 3 schreiben, gesprochen: vier mal drei, da man vier mal die Zahl drei addiert. Zahlen, die man miteinander multipliziert, werden Faktoren genannt, das Ergebnis heißt Produkt.<eop> Division Das Gegenteil der Multiplikation ist die Division oder das Teilen. Dabei teilt man eine Zahl durch eine andere. Man hat zum Beispiel sechs Euro, die drei Freunde unter sich aufteilen wollen: Jeder bekommt zwei Euro. Das Rechenzeichen ist der Doppelpunkt : Auf Taschenrechnern und Computern findet man ihn oft mit einem Strich dazwischen ÷ Die zu teilende Zahl heißt Dividend, sie wird durch den Divisor geteilt. Das Ergebnis heißt Quotient. <eop><eop>"}, {"title": "Suchmaschine", "id": 863, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Suchmaschine", "text": " Eine Suchmaschine ist eine Website im Internet, auf der man nach anderen Seiten suchen kann. Sie hat meist ein Suchfeld, eine Art Kasten, in den man ein oder mehrere Suchwörter eingibt. Die Seite stellt dann eine Liste mit anderen Seiten zusammen, in denen das oder die gesuchten Wörter vorkommen. Wer sich zum Beispiel für Wale interessiert, kann das Wort in die Suchmaschine eingeben und erhält Links zu Internetseiten über Wale. <eop>In den Jahren nach 1990 war das Internet noch klein. Es gab noch keine Suchmaschinen. Man musste deshalb die genaue Anschrift der Seite kennen, die man ansehen wollte. Es gab aber auch sogenannte Web-Kataloge, in denen man wie in einem Telefonbuch nachschlagen konnte. Die Web-Kataloge waren Listen, die von Menschen zusammengestellt wurden. <eop>Doch es wurde zu viel Arbeit, solche Listen zu machen. Sie veralteten schnell, und es gab immer mehr Seiten im Netz. Das Nachschlagen war ebenfalls mühsam. Um 1995 wurden deshalb die ersten Suchmaschinen entwickelt, mit denen man das Internet selbst durchsuchen konnte. Eine der ersten Suchmaschinen war „AltaVista“. <eop>Die bekannteste Suchmaschine heute ist Google. Neun von zehn Menschen in Deutschland benutzen sie. Google merkt sich nicht nur, welche Suchwörter in welchen Seiten vorkommen, sondern auch welche Suchwörter besonders oft eingegeben werden, und von wem. So erfährt Google auch sehr viel darüber, wofür jemand sich interessiert. Manche Leute fürchten, dass Google auf diese Weise viel Macht bekommt.<eop>Es gibt auch Suchmaschinen für Kinder. Dazu gehören die Blinde Kuh, Frag Finn und Helles Köpfchen. Mit diesen Suchmaschinen soll dafür gesorgt werden, dass Kinder nur Inhalte finden, die für sie geeignet sind. Denn Google kann nicht erkennen, ob ein Kind oder ein Erwachsener etwas sucht.<eop>"}, {"title": "Sucht", "id": 864, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sucht", "text": "Eine Sucht bedeutet, dass jemand das ständige Verlangen hat, etwas zu tun. Er ist also von etwas abhängig. Vielleicht schadet ihm das sogar. Menschen können abhängig sein von bestimmten Stoffen wie Alkohol oder Nikotin, das es in den Zigaretten gibt und von vielen anderen Dingen. Zur Abhängigkeit gehört, dass sie stärker ist als der Verstand. Viele Menschen möchten zum Beispiel aufhören zu rauchen oder zu viel Alkohol zu trinken, aber sie schaffen es einfach nicht. <eop>Am bekanntesten ist die Abhängigkeit von Drogen, Zigaretten oder Alkohol. Aber auch Pillen und viele andere Dinge können dazu gehören. Der Körper dieser Menschen hat sich so an diese Dinge gewöhnt, dass er aufbegehrt, wenn er sie nicht mehr erhält.<eop>Andere Arten von Abhängigkeit haben nichts mit einem besonderen Stoff zu tun, an die sich der Körper gewöhnt hat. Solche Sucht spielt eher im Gehirn: Menschen kommen nicht mehr von ihren Computerspielen los, vom Internet, vom Fernseher oder vom Handy. Andere können nicht aufhören, unnütze Dinge zu kaufen oder sie wollen alles behalten, bis in ihrer Wohnung kein Durchkommen mehr möglich ist. Wieder andere arbeiten so viel oder trainieren so viel, bis es ihr Körper nicht mehr erträgt. <eop>Schwierig ist es für viele auch mit der Ernährung: Die einen essen möglichst gar nichts, weil sie denken, möglichst dünn sei auch möglichst schön. Diese Magersucht ist sehr gefährlich, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Bei ihnen entstehen Schäden, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Andere essen alles, was ihnen unter die Augen kommt, auch wenn ihr Magen noch so voll ist. Dadurch werden sie fettleibig, also dick. Das führt vor allem zu Schäden an den Gelenken, weil sie nicht auf ein solches Gewicht ausgelegt sind.<eop>Wer süchtig ist, braucht Hilfe. Die meisten Süchtigen können ihre Gewohnheiten nicht allein ändern. Gerade Magersüchtige sind sich ihrer Abhängigkeit auch oft gar nicht bewusst, denn sie meinen, etwas Gutes zu tun. Hier müssen Eltern, ältere Geschwister, Lehrer und Freunde genau hinsehen. Es gibt auch viele Beratungsstellen, an die man sich wenden kann.<eop><eop> "}, {"title": "Südamerika", "id": 865, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Südamerika", "text": "Südamerika ist der südliche Teil des Doppelkontinents Amerika, der über ein schmaleres Landstück mit Nordamerika verbunden ist. Westlich von Südamerika liegt der Pazifische Ozean, östlich der Atlantische Ozean. Das Meer nördlich des Kontinents ist die Karibik.<eop>Ein kleiner Teil Südamerikas liegt nördlich des Äquators, der größere Teil südlich davon. Die südliche Spitze, Feuerland, reicht nahe an das Festland der Antarktis. Wegen dieser großen Ausdehnung ist das Klima sehr unterschiedlich: Manche Gegenden sind sehr heiß, auch mit Wüste oder Regenwald, andere sind kalt. <eop>Das hat auch mit den hohen Bergen zu tun: Die Anden reichen vom Norden bis an die Südspitze des Kontinents, stets an der westlichen Küste. Sie sind das höchste Gebirge Südamerikas und das zweithöchste hinter Asien. Die höchste Spitze, der Cerro Aconcagua, erreicht 6961 Meter über dem Meeresspiegel. In den Anden gibt es viele Vulkane und ganz im Süden auch Berge, die das ganze Jahr über mit Eis bedeckt sind. Die Oberfläche dieser Gletscher ist insgesamt elf Mal so groß wie die Gletscher in den Alpen.<eop>Der größte Fluss Südamerikas ist der Amazonas, der auch zu den größten Flüssen der Welt gehört. In den Bergen Südamerikas, im Wald und in den Steppen gibt es viele unterschiedliche Tiere und Pflanzen. Besonders bekannt sind der Kondor, ein sehr großer Vogel, und das Lama. Es gehört zur Familie der Kamele. Die Menschen nutzen die Lamas als Lasttiere und wegen ihrer Wolle und der Milch.<eop> Wer lebt in Südamerika? Das größte Land mit den meisten Menschen in Südamerika ist Brasilien. Andere große Länder sind Argentinien, Kolumbien und Peru. Auf dem Kontinent gibt einige besonders große Städte. In anderen Gegenden leben nur wenige Menschen. In Argentinien zum Beispiel lebt etwa ein Drittel aller Menschen in der Hauptstadt Buenos Aires und das Land ist viel größer als Deutschland.<eop>Viele Menschen in Südamerika sprechen spanisch oder portugiesisch, weil nach Christoph Kolumbus vor allem Spanier und Portugiesen hier Kolonien aufgebaut hatten. Inzwischen wurden daraus aber unabhängige Staaten. Es gibt immer aber dort noch viele Ruinen aus der Zeit vor den Kolonien. Einige Inseln sind heute noch durch Großbritannien und die Niederlande besetzt. <eop>Nur ein kleiner Teil der Menschen hat seine ursprüngliche Religion behalten. Es gibt heute vor allem katholische Christen. Mit den Sprachen verhält es sich ähnlich: In den meisten Ländern ist heute die Sprache der ehemaligen Eroberer am wichtigsten. Ein Gegenbeispiel ist Quechua, die Sprache der Inka. Sie hat sich am besten erhalten.<eop>In der Zeit der Kolonien wurden viele tausende Sklaven aus Afrika nach Nord- und Südamerika verschleppt. Viele von ihnen mussten auf den Plantagen oder in den Bergwerken arbeiten. Viele sind dabei gestorben. Andere haben sich mit der Zeit mit der einheimischen Bevölkerung vermischt.  <eop>"}, {"title": "Sumpf", "id": 866, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Sumpf", "text": "Ein Sumpf ist ein nasses Stück Land. Sumpf gibt es an Ufern oder in flachen Flussgebieten. Der Boden ist schlammig. Wenn man einen Sumpf trockenlegt, bleibt fruchtbare Erde übrig. Darauf kann man sehr gut einen Acker anlegen. <eop>Ein Moor ist nicht dasselbe wie ein Sumpf. Wenn man ein Moor trockenlegt, bleibt Torf übrig. Den hat man früher als Brennstoff gebraucht, heute wird er oft der Gartenerde beigemischt oder in Blumentöpfen verwendet. Es ist jedoch schwierig zu sagen, was genau ein Sumpf und was ein Moor ist. <eop>Im Sumpf wachsen keine Bäume, aber gelegentlich gibt es Wiesen oder Gebüsche. Auch wachsen im Sumpf sehr viele besondere Pflanzen, die es sonst nirgendwo gibt. Am bekanntesten ist wohl das Schilfrohr. Es gibt auch sehr schöne Blumen wie etwa die Sumpf-Schwertlilie, den Sumpf-Storchschnabel und viele andere.<eop>Im Sumpf leben auch viele Tiere, zum Beispiel Libellen und viele andere Insekten. Die Sumpfschildkröte lebt auch in Europa. Hingegen gibt es Krokodile und Alligatoren nur auf anderen Kontinenten.<eop>In vielen Ländern wurden die meisten Sümpfe trockengelegt. Die Menschen wollten Land für die Landwirtschaft gewinnen oder Straßen, Flughäfen und Städte bauen. Heute bereut man das teilweise und versucht, die übrigen Sumpfgebiete zu schützen. Die Bio-Diversität, also der Reichtum an verschiedenen und besonderen Pflanzen und Tieren ist für den gesamten Planeten Erde und die Menschen wichtig.<eop><eop>"}, {"title": "Symbol", "id": 867, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Symbol", "text": "Ein Symbol oder Sinnbild ist ein Zeichen für etwas. Das Zeichen steht für eine Bedeutung, die an sich nichts mit dem Zeichen zu tun hat. Ein Bild hingegen zeigt, wofür es steht.<eop>Symbole bedeuten nur etwas, weil die Menschen die Bedeutung gelernt haben. Es ist so, als wenn die Menschen untereinander vereinbart hätten, was ein Symbol bedeutet, mit welcher Sache es verbunden ist. Ein Symbol kann für etwas aus der richtigen Welt stehen oder für ein Gefühl oder für einen Gedanken.<eop>Der Ausdruck kommt von einem griechischen Wort, das Erkennungszeichen oder Merkmal bedeutet. Heute nutzt man das Wort für sehr verschiedene Bedeutungen. Ein Symbol ist zum Beispiel das Kreuz als Zeichen für das Christentum oder eine Waagschale für das Recht oder ein Gericht. Flaggen und Wappen sind Symbole für Länder.<eop>Auch die Schrift arbeitet mit Symbolen: Buchstaben sind symbolische Zeichen. Welcher Buchstabe für welchen Laut steht, das kommt nur daher, dass die Menschen dies gelernt haben. Das gilt letzten Endes auch für die Sprache selbst: Es ist nicht von Natur aus gegeben, welche Lautfolge, also welches Wort, welche Bedeutung haben soll.<eop> Was kann noch ein Symbol sein? Nicht nur Zeichen können symbolisch wirken, sondern auch Gegenstände. So hat in vielen Vereinen, Gerichten oder Parlamenten der Vorsitzende oder die Vorsitzende einen Hammer. Wenn etwas beschlossen wurde, schlägt der Vorsitzende mit dem Hammer auf den Tisch. Der Hammer ist ein Symbol für die Macht: Nach dem Hammerschlag wird nicht mehr über das Thema gesprochen, weil alles beschlossen ist. Man wendet sich dem nächsten Thema zu. Es geht also nicht etwa darum, einen Nagel einzuschlagen.<eop>Wenn man etwas tut, das symbolisch etwas bedeutet, nennt man das auch ein Ritual. Beim Ritual sagt oder tut man etwas auf eine bestimmte Weise. Das schreibt die Kultur vor, genauso wie die Bedeutung. Rituale sind zum Beispiel das Abendmahl, Hochzeiten oder die Art, wie man sich begrüßt. <eop>Zum Ritual einer Hochzeit gehört es in Europa, dass Braut und Bräutigam einander das Ja-Wort geben und einander küssen. Damit betonen sie, dass sie freiwillig heiraten wollen, und dass sie einander lieben. Für die Heirat an sich wäre das nicht nötig: Für den Staat sind beide dadurch verheiratet, dass sie eine Urkunde unterschreiben und dass Zeugen dabei sind.<eop><eop>"}, {"title": "Synagoge", "id": 868, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Synagoge", "text": "Eine Synagoge ist das Haus, in dem Juden ihren Gottesdienst feiern. Sie sprechen dort ihre Gebete und lassen sich aus ihren alten Schriften vorlesen. Der Rabbiner hat die alten Schriften studiert. Er ist für die Juden so etwas wie der Pfarrer für die Christen.<eop>Im Wort Synagoge betont man das lang gesprochene „O“. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet Versammlung. Synagogen gibt es schon sehr lange. Man nimmt an, dass es zur Zeit des Mose die erste Synagoge gab.<eop>Synagogen können sehr unterschiedlich aussehen. Das wichtigste ist jedoch der Schrein mit der Tora-Rolle. Das ist ein Kasten mit einer Schriftrolle, auf der das jüdische Gesetz steht, die Tora. Während des Gottesdienstes, am Freitagabend, holt man die Schriftrolle heraus und liest aus ihr vor. In den Synagogen der Strenggläubigen dürfen Männer und Frauen nicht nebeneinander sitzen, in anderen ist das egal.<eop>Wo Juden nicht die Mehrheit waren, durfte ihre Synagoge oft nicht das größte Haus im Ort sein. Und immer wieder sind Synagogen zerstört worden. In Deutschland und Österreich geschah das vor allem im Mittelalter und in der Zeit des Nationalsozialismus. Einige wenige hat man wieder aufgebaut, manchmal gibt es noch ein Schild, das an die frühere Synagoge erinnert. Die größte Synagoge der Welt ist die Belz-Synagoge in Jerusalem, in Israel.<eop>Haben die Juden auch einen Tempel? Die Juden hatten sogar zwei Tempel, aber zu verschiedenen Zeiten und immer nur einen aufs Mal. Das hängt damit zusammen, dass das Volk der Juden mehrmals aus seinem Land verschleppt oder vertrieben wurde.<eop>Den ersten Tempel gab es unter König Salomo vor etwa 3.000 Jahren. Doch dann wurde das Volk unter Gewalt nach Babylonien weggeführt und der Tempel wurde zerstört. Nach der Rückkehr des Volkes vor etwa 2.500 Jahren wurde der zweite Tempel erbaut. Den zerstörten die Römer im Jahr 70 nach Christus. Seither haben die Juden keinen Tempel mehr. Dies ist für sie aus dem folgenden Grund besonders schlimm:  Der Tempel war nämlich viel mehr als nur eine große Synagoge. Er hatte auch eine ganz andere Bedeutung: Im Tempel wurden Tiere geopfert, also Gott übergeben. Man tötete sie auf eine besondere Art, indem man ihnen nämlich die Schlagader am Hals aufschnitt. Das Blut fing man auf und leerte es an den Fuß des Altars. Der Körper wurde auf dem Altar verbrannt oder die Menschen durften das Fleisch essen.<eop>Das Tier schlachten, also das Opfer darbringen, durfte nur ein Priester. Wer das Opfer darbrachte, war meist ein Mensch, der eine Sünde begangen hatte, also etwas, das Gott nicht gefiel. Das Opfertier büßte dann mit seinem Leben anstelle des Menschen.<eop>Seit die Juden keinen Tempel mehr haben, können sie also auch keine Opfertiere mehr darbringen und sich so von ihren Sünden befreien. Es ist für sie deshalb schwieriger, in den Himmel zu kommen. Sie besitzen zwar jetzt wieder einen Teil Jerusalems. Trotzdem können sie dort nicht einfach wieder einen Tempel aufbauen. Das würde großen Streit mit den Moslem bedeuten. Es könnte dann auch zum Krieg kommen. <eop>Die Geschichte von Abraham hat auch mit einem Opfer zu tun, als nämlich Abraham seinen Sohn Isaak auf dem Altar töten sollte. Jesus hat in seinen Reden mehrmals am jüdischen Tempel angeknüpft. Einmal soll er gesagt haben: „Ich bin das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt wegnimmt.“ Er hat sich also selbst als Opfertier bezeichnet, das für die Menschen getötet wird.<eop><eop>"}, {"title": "Tauben", "id": 871, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tauben", "text": "Tauben sind eine Familie der Vögel. Sie können sich ihrer Umwelt gut anpassen, darum kommen sie in vielen Gegenden der Welt vor. Es gibt über 300 Arten von Tauben, davon aber nur fünf in Mitteleuropa. <eop>In Großstädten können Tauben zur Plage werden, weil sie sich dort sehr schnell vermehren können. Sie ernähren sich vor allem von Essensresten der Menschen. Sie können aber über ihren Kot viele Krankheiten verbreiten. Viele Städte wollen deshalb, dass es weniger Tauben gibt. Darum verbieten sie es, Tauben zu füttern.<eop>Tauben gelten als Zeichen für die Fruchtbarkeit. Man lässt sie deshalb gern bei Hochzeitsfeiern fliegen. Im Christentum steht die Taube für den Heiligen Geist. Schon in der Bibel wird von Tauben berichtet: Als Jesus getauft wurde, so heißt es, sah er den Himmel sich teilen und eine Taube auf sich herabsteigen. Nach der Sintflut zeigte eine Taube der Arche von Noah, dass es wieder Land gab. Wenn heute für Frieden demonstriert wird, wird die Taube sehr oft auf Flaggen gezeigt. Die Taube ist deshalb auch ein Symbol, ein Zeichen für die Hoffnung.<eop>Die Taube wurde vom Menschen zum Haustier gemacht, das heißt an die menschliche Umgebung gewöhnt. In manchen Gegenden gibt es Taubenzuchtvereine. Ein „Taubenvater“ oder eine „Taubenmutter“ hält Tauben in einem Häuschen, das Taubenschlag heißt. Um die Leistung der Vögel zu testen, müssen sie oft weite Strecken fliegen und ihre Orientierung beweisen. Früher bekamen die Tiere als Brieftauben kleine Nachrichten am Bein befestigt, um schnell wichtige Meldungen senden zu können. Die Taube konnte so schneller als alle anderen Tierarten eine Nachricht überbringen.<eop>"}, {"title": "Taufe", "id": 872, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Taufe", "text": "Die Taufe gibt es im Christentum. Wer getauft wird, wird damit zum Christen. Daher gehört die Taufe zu den Sakramenten: Das sind bei den meisten Christen die wichtigsten Handlungen für den Glauben. Manche Christen, wie die Quäker, taufen allerdings nicht.<eop>In vielen Kirchen tauft man die kleinen Kinder, wenn sie einige Tage oder Wochen alt sind. Einige Kirchen hingegen finden: Jemand soll schon alt genug sein, damit er selbst entscheiden kann, ob er getauft werden will. Darum werden nur Jugendliche ab etwa 14 Jahren getauft, oder Erwachsene, die neu zu der Kirche kommen.<eop>Die Taufe kommt aus dem Neuen Testament, also aus dem zweiten Teil der Bibel. Darin wird von Johannes dem Täufer berichtet. Johannes taufte Menschen im Fluss Jordan, um damit ihre Sünden abzuwaschen. Wer sich von ihm taufen ließ, versprach, im Sinne von Gott zu leben. <eop>Auch Jesus wurde von Johannes getauft. In der Bibel steht, dass sich darauf der Himmel geöffnet habe. Eine Taube schwebte auf Jesus herab. Seine Freunde sahen darin den Heiligen Geist.<eop>In einigen Kirchen wird so getauft, wie es Johannes wohl gemacht hat: Der Täufling wird mit dem ganzen Körper im Wasser untergetaucht. Dafür braucht man ein großes Becken oder einen See oder Fluss. <eop>Bei der Katholischen Kirche und Evangelischen Kirche hingegen gibt es nur ein kleines Taufbecken mit Wasser. Der Pfarrer oder Priester schöpft mit der Hand etwas Wasser über den Kopf des Täuflings. Dabei spricht er Worte aus der Bibel. <eop>"}, {"title": "Tausendfüßer", "id": 873, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tausendfüßer", "text": "Tausendfüßer sehen aus wie Würmer, sind aber keine. Sie haben sehr viele kleine Beine, daher kommt ihr Name. Die Namensbezeichnung ist jedoch nicht ganz eindeutig. Manchmal bezeichnet man nur die Doppelfüßer als Tausendfüßer, die übrigen als Hundertfüßer. Dann gibt es auch noch die Zwergfüßer und die Wenigfüßer. <eop>Tausendfüßer gehören zum Stamm der Gliederfüßer, zusammen mit den Insekten, Krebsen, Spinnentieren und den ausgestorbenen Trilobiten. Diese gibt es nur noch als Fossilien. Tausendfüßer gibt es auf der ganzen Welt. <eop>Gemeinsam ist allen, dass ihr Körper aus einem Kopf und einem Rumpf besteht. Diese sind aber nicht durch einen dünnen Hals voneinander abgesetzt wie beispielsweise bei der Biene. Es sieht eher aus wie alles an einem Stück. Der Rumpf besteht aus einzelnen Körperringen, die man Segmente nennt.<eop>Alle Tausendfüßer atmen durch Tracheen. Das sind feine Luftkanäle, die überall durch die Haut in den Körper führen. Sie legen Eier, aus denen die Jungtiere schlüpfen. Tausendfüßer leben gerne an feuchten Orten, etwa auf dem Waldboden oder im Kompost. Sie helfen mit, Humus zu bilden, das ist frische Erde. Sie schlafen tagsüber und sind in der Dämmerung und nachts aktiv.<eop>Wie unterscheiden sich die verschiedenen Tausendfüßer? Echte Tausendfüßer haben an jedem Körpersegment zwei Beinpaare, also zwei Beine links und zwei rechts. Man nennt sie deshalb auch Doppelfüßer. Auf tausend Füße schafft es aber keiner. Der Kalifornische Tausendfüßer hält den Rekord mit etwa 750 Füßen. Er wird jedoch nicht einmal ganz vier Zentimeter lang. Er ernährt sich von Pflanzenresten.<eop>Hundertfüßer haben an jedem Körpersegment nur ein Paar Beine. Sie sind Jäger. Sie können blitzschnell zustossen wie Schlangen und halten ihre Beute mit den Beinen fest. Mit den Giftklauen am Kopf lähmen sie die Beute und warten, bis sie stirbt. Dann verschlingen sie ihre Nahrung.<eop>Zwergfüßer werden nur knapp einen Zentimeter lang. Sie haben keine Körperfarbe sondern sind blass-weiß. Sie leben in der obersten Bodenschicht, unter Kuhfladen oder unter Steinen. Sie fressen tote oder lebendige Teile von Pflanzen. Zwergfüßer können sich plötzlich sehr schnell vermehren und in Gärtnereien zur Plage werden.<eop>Wenigfüßer sind winzig klein, nur etwa zwei Millimeter lang. Es braucht also fünf Tiere aneinander für einen Zentimeter. Sie leben ebenfalls in der obersten Bodenschicht. Was sie fressen, ist noch nicht genau erforscht. Am ehesten ernähren sie sich von Pilzfäden. Das sind die Teile der Pilze, die im Boden liegen, so ähnlich wie Wurzeln. <eop><eop>"}, {"title": "Techno", "id": 874, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Techno", "text": "Techno ist eine Musikrichtung, die zur elektronischen Musik gehört. Ihr Klang orientiert sich an einem Rhythmus. Techno soll vor allem zum Tanzen anregen. Die Musikrichtung entstand in der Mitte der 1980er Jahre durch die Verschmelzung mehrerer Musikstile der elektronischen Musik. <eop>Typisch für Techno-Musik sind der Bass, ein tiefer Ton, und der Vier-Viertel-Takt. Die Musik wird vor allem elektronisch, also mithilfe von Technik produziert. Herkömmliche Instrumente wie Gitarre, Schlagzeug, Bass und Klavier spielen beim Techno fast keine Rolle. Ebenfalls gibt es fast nie Gesang, Strophen oder Refrains. Die Lieder bestehen in der Regel nur aus technischen Klängen, die so eine Melodie erzeugen.  Ihre Blütezeit erlebte die Techno-Szene im Verlauf der 1990er Jahre. Zudem ist eine besondere Clubkultur und eigene Jugendkultur in der Szene entstanden. Dies zeigt sich häufig in der Kleidung der Jugendlichen, aber auch in den Partys die sie besuchen. Viele Anhänger des Techno teilen auch die gleichen Werte und Überzeugungen. Dazu gehören unter anderem Toleranz und Freiheit.<eop>Es gibt zahlreiche Unterarten des Techno, zum Beispiel Electro, Hardcore Techno, Goa, House oder Trance. Wichtige musikalische Vertreter der Anfänge sind die deutsche Band Kraftwerk und Sven Väth. Kraftwerk waren die ersten, die Musik rein elektronisch erzeugten. Sven Väth ist einer der bekanntesten deutschen Techno-DJs.<eop>"}, {"title": "Teich", "id": 875, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Teich", "text": "Ein Teich ist ein kleines Gewässer, in dem das Wasser nicht fließt. Er ist höchstens 15 Meter tief. Teiche werden von Menschen angelegt. Dazu gräbt man entweder selbst ein Loch, oder man nutzt eine vorhandene tiefe Stelle. In das Loch oder die tiefe Stelle füllt man Wasser.<eop>Früher hat man Teiche vor allem angelegt, um frisches Wasser zu haben oder um Fische zu züchten und sie dann zu essen. Die Feuerwehr nutzt einen Feuerlöschteich, um schnell an Wasser für ihre Pumpen zu kommen. Heute sind die meisten Teiche allerdings Zierteiche: Sie sorgen dafür, dass ein Garten schöner aussieht. Außerdem ziehen Teiche Pflanzen und Tiere an.<eop>Bei Teichpflanzen denkt man vor allem an Teichrosen, Binsen, Sumpfdotterblumen und Rohrkolben. Typische Fische im Fischteich sind Karpfen und Forellen, im Gartenteich eher Goldfische und Koi. Weitere Tiere am und im Teich sind Frösche und Libellen und viele weitere.<eop>Bei einem Teich kann es passieren, dass zu viele Pflanzen wie auch Algen wachsen. Dadurch würde er versumpfen. Wenn zu viel Erde in den Teich gerät, versandet er. Darum braucht ein Teich Pflege, so dass das Wasser stets frisch bleibt und nicht stinkt.<eop>"}, {"title": "Telefon", "id": 876, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Telefon", "text": " Mit einem Telefon kann man mit jemandem sprechen, der weit entfernt ist. Früher nannte man es deshalb auch „Fernsprecher“. <eop>Ein Telefon besteht aus einem Mikrofon, in das man hineinspricht, und einem kleinen Lautsprecher, mit dem man den anderen hören kann. Das Mikrofon verwandelt Töne in elektrische Signale, die über Kabel oder Funk an das Telefon des anderen Gesprächspartners übermittelt werden. Dort wandelt der Lautsprecher sie wieder in hörbare Töne um. <eop>Erfunden wurde das Telefon im 19. Jahrhundert. Der deutsche Erfinder Philipp Reis baute im Jahr 1861 als erster einen Apparat dafür. Er konnte Töne durch eine elektrische Leitung übertragen. Die ersten richtigen Telefone entwickelten dann fünfzehn Jahre später die beiden Amerikaner Alexander Bell und Thomas Alva Edison. <eop>Am Anfang konnte man mit dem Telefon noch nicht selbst wählen, sondern musste im nächsten Postamt anrufen und dort sagen, mit wem man verbunden werden möchte. Erst später wurden Telefonapparate mit Wählscheibe entwickelt, mit der man selber die Nummer wählen konnte. Noch später wurde die Wählscheibe durch Zahlentasten ersetzt.<eop>Anfangs waren Telefone noch über Kupferkabel verbunden. Um mit anderen Kontinenten telefonieren zu können, hat man sogar riesige Telefonleitungen über den Boden der Ozeane verlegt. Die ersten Funktelefone gab es seit etwa 1940, sie waren damals aber noch sehr groß und sehr teuer. Mobiltelefone für jedermann, wie wir sie heute kennen, kamen erst seit den 1990er Jahren in Gebrauch. Smartphones, mit denen man nicht nur telefonieren, sondern auch im Internet surfen kann, verkauft man seit etwa 2007. <eop>"}, {"title": "Teleskop", "id": 877, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Teleskop", "text": "Ein Teleskop ist ein Fernrohr. Damit kann man Dinge in der Ferne stark vergrößert sehen, beispielsweise Planeten. Man meint dann, sie seien ganz nahe. Das griechische Wort „téle“ bedeutet fern, „skopein“ bedeutet anschauen. <eop>Früher benutzte man Fernrohre vor allem in der Seefahrt. Heute brauchen sie viele Menschen zur Beobachtung von Wildtieren. Die Wissenschaft setzt immer größere Teleskope ein. Es gibt aber auch Sternwarten, die man besuchen kann. Dort kann man unter kundiger Anleitung einen Blick ins Weltall werfen.<eop>Es gibt aber auch so etwas wie ein doppeltes Fernrohr: das Fernglas. In der Schweiz nennt man es Feldstecher. Die Gegenstände werden damit für jedes Auge getrennt vergrößert. Man kann auch die Schärfe einzeln einstellen, denn bei den meisten Menschen sehen nicht beide Augen gleich gut.<eop>Wie entwickelten sich die Teleskope? Im Jahr 1608 erfand ein Holländer das erste Fernrohr. Es bestand aus Linsen aus Glas, die er in einem Rohr anordnete. Später wurden die Linsen verbessert, und ein halbrunder Spiegel kam hinzu. So sind heute noch Fernrohre, die sich auch zum Beobachten von Wildtieren oder für Hobby-Astronomen eignen.<eop>Kurz vor dem Jahr 1900 wurden größere Fernrohre gebaut, die man immer öfter Teleskope nannte. Sie können nicht nur sichtbares Licht einfangen. Sie erkennen auch Strahlungen, die für unser Auge unsichtbar sind. Mit ihnen kann man beispielsweise herausfinden, welches Material sich auf einem Planeten befindet.<eop>Viele Strahlungen aus dem Weltall werden jedoch durch die Luft der Atmosphäre verändert. Deshalb gibt es heute Teleskope im Weltall. Sie senden ihre Daten zur Erde. Dort setzen Computer die Daten zu Bildern zusammen.<eop><eop>"}, {"title": "Tempel", "id": 878, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tempel", "text": "Ein Tempel ist ein heiliges Haus für eine Religion. Dort verehrt man einen Gott oder mehrere Götter, oder man macht etwas anderes, was für die Religion wichtig ist. Tempel gibt es in vielen verschiedenen Ländern und Religionen.<eop>Das Wort stammt aus dem Latein. Gemeint ist damit ein abgegrenzter Ort. Während man woanders alltägliche Dinge tut, ist dieser Ort für das Besondere da. Bei den Griechen war der Tempel das Haus, wo man ein Bild des Gottes aufbewahrte. <eop> Wofür ist ein Tempel da? Allen Tempeln gemeinsam ist, dass darin gebetet wird. Zu hinduistischen und buddhistischen Tempeln gehört oft ein Kloster oder eine Schule. Im Judentum gibt es keinen Tempel mehr; der letzte wurde im Jahr 70 nach Christus zerstört. Bei den Christen gibt es nur Kirchen, aber keine Tempel. In den katholischen Kirchen gibt es nur noch den Altar als Überbleibsel aus dem Tempel.<eop>Oft wurden im Tempel Tiere geopfert. Das Tier wurde geschlachtet und ein Teil davon verbrannt. Der verbrannte Teil war für die Götter. Den Rest hat man gemeinsam gegessen oder den Armen gegeben. Bekannt ist dies von den Juden, den Alten Griechen und den Römern und aus vielen anderen Kulturen und Religionen. <eop>Mit einem Opfer wollten die Menschen die Götter beschenken und sie bitten, dass sie die Stadt und die Menschen beschützen. Sie wollten auch zeigen: Dank der Götter geht es uns so gut, dass wir es uns leisten können, Fleisch zu verbrennen. Oft ging es auch darum, Gott mit den Menschen zu versöhnen. Die Menschen wollten also wieder reinen Tisch mit Gott machen, nachdem sie etwas getan hatten, das ihm nicht gefiel. <eop><eop>"}, {"title": "Temperatur", "id": 879, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Temperatur", "text": " Die Temperatur gibt an, wie heiß oder wie kalt etwas ist. Sie wird bei uns meist in der Maßeinheit Grad Celsius angegeben. Man schreibt das kurz °C. Wasser gefriert zum Beispiel bei einer Temperatur von 0 °C und es kocht bei 100 °C.<eop>Wir Menschen empfinden Temperaturen sehr unterschiedlich. Wenn dem einen im Sommer viel zu warm ist, findet es ein anderer vielleicht gerade mal angenehm. Mit einem Thermometer kann man aber eindeutig messen, wie die Temperatur ist.<eop> Ist Temperatur und Wärme dasselbe? Wenn man einen Gegenstand erhitzt, dann führt man ihm Wärme zu. Die Temperatur des Gegenstands nimmt zu. Damit die Temperatur fällt, muss der Gegenstand Wärmeenergie abgeben. Wärme ist also eine Form von Energie. <eop>Berühren sich zwei Gegenstände mit unterschiedlicher Temperatur, dann fließt Wärmeenergie vom heißeren Körper zum kälteren. Fassen wir zum Beispiel ein Glas mit heißer Milch an, dann spüren wir, wie die Wärme in unsere Hand strömt. Das Glas kühlt dabei ab und unsere Hand wärmt sich auf. Wenn zwei Körper dieselbe Temperatur haben und sich berühren, dann tauschen sie keine Wärme miteinander aus.<eop>Stellt man einen kleinen Topf mit kaltem Wasser auf eine heiße Herdplatte, so erhöht sich die Wassertemperatur recht schnell. Macht man denselben Versuch mit einem großen Topf, dann erkennt man, dass sich die Temperatur deutlich langsamer erhöht. In beiden Fällen wurde aber von der Herdplatte dieselbe Wärmemenge zugeführt. Temperatur ist also nicht dasselbe wie Wärme, sie hängt aber unter anderem von der Wärme ab.<eop> Gibt es auch andere Temperatureinheiten? Neben der Maßeinheit Grad Celsius gibt es auch andere Arten, die Temperatur anzugeben. In Großbritannien und in den USA verwendet man die Maßeinheit Grad Fahrenheit. In Frankreich benutzt man zum Teil auch noch das Grad Réaumur, sprich: Reomür. Man schreibt sie °F und °R. Die Physiker benutzen meist das Kelvin, abgekürzt K. Diese verschiedenen Maßeinheiten sind im Laufe der Geschichte entstanden.<eop>An vielen Orten auf der Welt haben Forscher versucht, Temperaturen zu messen. Sie haben Messgeräte gebaut und ihre eigenen Einheiten festgelegt. Manche davon waren so gut, dass sie sich erfolgreich durchsetzen konnten. So haben sich aber an unterschiedlichen Orten auch andere Temperaturangaben verbreitet, das ist etwa so wie bei den Sprachen. Die Maßeinheiten werden heute nach ihren Erfindern benannt.<eop>"}, {"title": "Tennis", "id": 880, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tennis", "text": "Tennis ist ein Ballspiel, das von zwei oder vier Spielern gespielt wird. Erfunden hat man ein ähnliches Spiel schon im Mittelalter in französischen Klöstern. Das Spiel verbreitete sich in ganz Frankreich und in anderen Ländern. Damals spielte man es noch mit der Hand oder einem Handschuh. Schläger werden erst im Jahre 1495 erwähnt.<eop>Ein Tennisplatz hat zwei Hälften, die durch ein Netz getrennt werden. Ein Spieler muss den Ball über das Netz in die andere Hälfte schlagen. Dort steht der andere Spieler, der den Ball wieder zurück in die andere Hälfte schlägt. Ein Platz hat einen Boden aus Gras, Sand, Ton oder eine Art Plastik. <eop>Ähnlich wie Golf nennt man Tennis einen „weißen“ Sport. Das liegt nicht nur daran, dass die Spieler meist weiße Kleidung anhaben. Gemeint ist: Der Sport ist eher etwas für reiche Leute, die sich viel Platz für nur zwei Spieler leisten können.<eop>Die besten Tennisspieler der Welt sind Profis. Sie verdienen mit dem Sport viel Geld und reisen von einem Tennisturnier zum nächsten. Viermal im Jahr spielen die besten Frauen und Männer an einem sogenannten Grand-Slam-Turnier, das jeweils zwei Wochen lang dauert. Das älteste und wichtigste dieser Turniere ist in Wimbledon, einem Stadtteil von London. Tennis ist alle vier Jahre auch eine Sportart bei den Olympischen Sommerspielen.<eop><eop>"}, {"title": "Theater", "id": 881, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Theater", "text": "Ein Theater ist ein Ort, an dem eine Geschichte gespielt wird, ein Schauspiel oder Theaterstück. In manchen Theatern zeigt man auch Opern oder Musicals. Theater gab es schon im Altertum. Manchmal nennt man aber auch das Theaterstück selber abgekürzt einfach Theater.<eop>Am wichtigsten ist beim Theater die Bühne. Dieser Platz liegt meistens etwas höher, damit die Zuschauer gut sehen können, was dort gezeigt wird. Die meisten Theater haben Sitzplätze für die Zuschauer. Manche Theater sind im Freien, die Bühne oder die Zuschauerplätze sind unter freiem Himmel. Meistens denkt man beim Theater aber an ein Gebäude.<eop>Auf der Bühne spielen die Schauspieler oder andere Künstler. Kulissen nennt man einen Hintergrund, der so aussieht, als wenn man an einem bestimmten Ort wäre. So können die Kulissen so aussehen, als wenn das Stück im Wald spielen würde. Heute haben die Theater viel Technik, damit sie die Kulissen schnell wechseln können.<eop>Wichtig ist nicht nur der Bühnenbildner, der die Kulissen und anderes baut. Ein Kostümbildner sorgt dafür, dass die Schauspieler das Richtige zum Anziehen haben für ihre Rolle. Maskenbildner schminken die Schauspieler. Noch viele weitere Leute arbeiten mit, damit das Theaterstück gut aussieht. Am bekanntesten ist meist der Regisseur, der mit den Schauspielern das Stück geübt hat.<eop> Wie ist ein Theaterstück aufgebaut? Einem Theaterstück sagt man auch Bühnenwerk oder Bühnenstück, weil die Schauspieler auf der Bühne eine Geschichte spielen. Theaterstücke gehören zur literarischen Gattung des Dramas. Sie sind deshalb meist so geschrieben, dass die Spannung während dem Stück laufend zunimmt. Die Sprache ist vor allem bei alten Stücken oft sehr hochstehend. Es wird auch viel sinnbildlich geredet. Ein Theaterstück ist in Akte, Szenen und Auftritte unterteilt. Ein Akt besteht dabei aus mehreren Szenen. Eine Szene beinhaltet mehrere Auftritte. <eop>Viele Menschen mögen Theaterstücke. Einige Autoren, die Theaterstücke geschrieben haben, sind auch nach Jahrhunderten noch berühmt. William Shakespeare kennt man vor allem für die Werke „Hamlet“ sowie „Romeo und Julia“. Molière schrieb in der Zeit des Absolutismus viele Komödien, also lustige Theaterstücke. Aber auch einige deutsche Stücke sind sehr bekannt, zum Beispiel „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller. Daraus wurde eine wichtige Geschichte für die Schweiz als Nation.<eop><eop>"}, {"title": "Thermometer", "id": 882, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Thermometer", "text": "Mit einem Thermometer kann man messen, wie warm oder kalt etwas ist. Der Name kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie „Wärme-Messer“. Schon die alten Griechen wussten, dass sich Luft bei Wärme ausdehnt und bei Kälte wieder zusammenzieht. Thermometer mit einem Glasröhrchen und einer Flüssigkeit drin gibt es aber erst seit etwa 350 Jahren. <eop>Thermometer findet man heute auf der Straße, in der Wohnung, am Fenster oder auch im Kühlschrank. Meist misst man damit, wie warm oder kalt die Luft ist. Man kann aber auch die Temperatur von Flüssigkeiten oder anderen Sachen messen. Mit einem Fieber-Thermometer misst man zum Beispiel die Körpertemperatur eines Menschen. Ist sie höher als normal, erkennt man daran oft eine Krankheit. <eop>Verschiedene Wissenschaftler haben an Thermometern herumgetüftelt. Sie haben auch festgelegt, wie warm es beispielsweise bei Null Grad oder 100 Grad ist. Diese Forscher haben diesen Maßeinheiten dann auch ihre eigenen Nachnamen gegeben. Beispiele sind Anders Celsius oder Daniel Fahrenheit. In den meisten Ländern misst man heute die Temperaturen in Grad Celsius oder in Grad Fahrenheit.<eop>Welche Arten von Thermometern gibt es? Viele Thermometer bestehen aus einem Glasrohr mit einer Flüssigkeit darin. Bei Wärme dehnt sich die Flüssigkeit aus und steigt in dem Röhrchen nach oben. Bei Kälte zieht sie sich zusammen und sinkt nach unten. Auf einer Zahlen-Skala kann man dann ablesen, wie warm oder kalt es gerade ist. <eop>Als Flüssigkeit nahm man Quecksilber oder Alkohol. Quecksilber misst genauer. Wenn jedoch das Glas zerspringt, verbreitet das Quecksilber sehr giftige Dämpfe. Thermometer mit Alkohol sind ungefährlich und billiger. Dafür messen sie etwas weniger genau. Eine Fiebermessung mit einem Quecksilber-Thermometer brauchte zehn Minuten.<eop>Andere Thermometer arbeiten mit einer Feder aus Metall, die sich ausdehnt oder zusammenzieht und dabei einen Zeiger bewegt. Diese Thermometer haben eine runde Anzeige. Auch in den Drehknöpfen vieler Heizungen steckt ein solches Thermometer. Es misst nicht nur die Temperatur, sondern es regelt auch, wie warm die Heizung sein soll.<eop>Wieder andere Thermometer haben einen elektronischen „Fühler“, der die Temperatur misst und direkt als Zahl anzeigt. Heute sind sie so kostengünstig, dass sie fast überall eingesetzt werden. Um Fieber zu messen gibt es elektronische Thermometer, die muss man sich nur an die Stirn halten oder ins Ohr stecken. Nach einer Sekunde kann man die Körpertemperatur bereits ablesen.<eop>"}, {"title": "Thüringen", "id": 883, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Thüringen", "text": "Thüringen ist ein Bundesland in der Mitte Deutschlands. Wie Bayern und Sachsen nennt es sich Freistaat. Hauptstadt und zugleich größte Stadt von Thüringen ist Erfurt, weitere große Städte sind Gera, Jena und Weimar. In Thüringen leben etwa zwei Millionen Menschen, das sind weniger als in Berlin. <eop>Nach Thüringen fahren viele Menschen gern in den Urlaub, zum Beispiel zum Wandern. Das Land ist auch bekannt für den Wintersport. Viele erfolgreiche Skiläufer, Rennrodler und Biathleten kommen aus Thüringen. Sehr bekannt sind auch manche Speisen wie die Thüringer Bratwurst oder Thüringer Klöße.<eop> Wie sieht es in Thüringen aus? Thüringen wird von mehreren Gebirgen eingerahmt, dem Harz im Norden sowie dem Thüringer Wald und der Rhön im Süden. Der höchste Berg ist der Große Beerberg im Thüringer Wald, er ist 983 Meter hoch. Durch die vielen Gebirge gibt es auch viel Wald in Thürigen. <eop>Zwischen den Gebirgen liegt das Thüringer Becken, dort ist die Landschaft flach und sehr fruchtbar. Hier leben auch die meisten Menschen und findet man die meisten Städte. Wichtige Flüsse sind die Werra im Westen sowie die Saale im Osten des Landes. Die Werra fließt in die Weser, die Saale in die Elbe.<eop> Welche Geschichte hat Thüringen?  Der Name Thüringen ist schon sehr alt. Zur Zeit der Völkerwanderung gab es einen Germanen-Stamm der Thüringer, die sich in der Gegend niederließen. Im 7. und 8. Jahrhundert gab es auch ein Herzogtum Thüringen. Später zerfiel es aber in viele kleinere Fürstentümer, von denen einige bis 1920 existierten. Ein Teil des Landes gehörte lange Zeit zum Herrschaftsgebiet der sächsischen Fürsten, später auch zu Preußen. <eop>Seit dem Mittelalter gibt es in Thüringen Bergbau. Früher wurden Metalle wie Eisen, Kupfer und sogar Gold gefördert, später vor allem Salz. Auf der Wartburg bei Eisenach lebte Martin Luther eine Zeitlang versteckt und übersetzte hier die Bibel ins Deutsche. Um das Jahr 1800 galt Weimar als eine der wichtigsten Städte der Literatur in Deutschland. Hier lebten Dichter wie Goethe und Schiller. Im 19. Jahrhundert entstanden auch in Thüringen viele Fabriken, und hier schlossen sich Arbeiter als erste in der Sozialdemokratie zusammen. <eop>Nach dem Ersten Weltkrieg wurden mehrere kleine Fürstentümer 1920 zum Land Thüringen zusammengeschlossen. Das war aber noch nicht so groß wie das heutige Bundesland, ein Teil gehörte immer noch zu Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Thüringen zur DDR und wurde 1952 in drei Bezirke aufgeteilt. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Land 1990 in seiner heutigen Größe wieder gegründet. <eop><eop>"}, {"title": "Tierart", "id": 884, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tierart", "text": "Tierarten sind beispielsweise die Amsel, die Forelle, der Löwe, das Reh oder der Blauwal. Es ist die niedrigste Einheit, wenn man die Tiere logisch einteilen will. Die Tiere einer Art können sich untereinander fortpflanzen, also Junge machen. Sie haben auch gemeinsame Eigenschaften, die beispielsweise eine Amsel mit einer Forelle nicht hat. Tierarten kann man zusammenfassen zu Gattungen, Familien, Ordnungen und so weiter.<eop>Die älteste Einteilung der Tiere in Arten erwähnt eine Geschichte aus dem Alten Testament. Sie erzählt davon, wie Noah auf seiner Arche die Tierarten vor der großen Flut rettete. Dazu nahm er von jeder Tierart ein Paar mit, damit sie sich später wieder vermehren konnten.<eop>Bis in die Neuzeit gab es kein anderes System zur Einteilung der Tiere. Erst der Wissenschaftler Carl von Linné schrieb im 18. Jahrhundert eine Systematik auf, also eine Einteilung in die drei Reiche Mineralien, Tiere und Pflanzen. Jedes Reich verfeinerte er weiter wie die Wurzeln eines Baums. Teilweise machten das die Wissenschaftler nach ihm etwas anders, deshalb ist es sehr schwierig, sich zu orientieren. <eop>Man muss aber sowieso aufpassen: Viele Menschen sprechen von einer Tierart, meinen dies aber nicht im biologischen Sinn, sondern wie in der Umgangssprache. Sie meinen dann vielleicht eine Gattung, eine Ordnung oder einen Stamm. Schmetterlinge zum Beispiel sind keine Tierart, sondern eine Ordnung. Hunde sind ebenfalls keine Tierart, sondern eine Familie. Es gibt sehr viele solcher Beispiele.<eop> Wie teilt die Biologie die Tiere ein? In der Biologie teilt man die Lebewesen nach ihrer Verwandtschaft ein. Früher dachte man: Je mehr Gemeinsamkeiten die Lebewesen haben, desto näher sind sie miteinander verwandt. Das geht aber nicht immer. Viele Tiere haben beispielsweise die Gemeinsamkeit, dass sie alle im Wald leben. Trotzdem sind Spechte und der Füchse nicht miteinander verwandt. <eop>Früher hat man die Verwandtschaft deshalb anhand des Körperbaus, der Zähne oder ähnlicher Merkmale zu ergründen versucht. Diese Einteilung stimmt aber heute teilweise nicht mehr. Mit der Methode der Gentechnologie kann man genau feststellen, was im Innersten jeder Zelle steckt. Dies ist eine Art „Bauplan“ für den Körper. Da sich dieser im Laufe der Evolution nur schrittweise veränderte, sind diejenigen Tiere am nächsten verwandt, welche die ähnlichsten „Baupläne“ haben. Diese Erkenntnisse haben die alten Systeme zum Teil ziemlich durcheinandergebracht.<eop>Wie sieht die Einteilung aus? Ist die erste grobe Einteilung gemacht, wird sie immer feiner aufgegliedert: Die Lebewesen teilt man ein in das Reich der Tiere, das Reich der Pflanzen, das Reich der Pilze und noch einige mehr. Das Reich der Tiere gliedert man auf in einzelne Stämme. Das ist zum Teil sehr kompliziert und unübersichtlich. In vielen Fällen gibt es auch nur lateinische Namen dafür. Hier stehen einige Tierarten als Beispiele und wie sie eingeordnet werden, bis hinauf zu den Klassen. Alle diese Klassen gehören zum Stamm der Wirbeltiere, zum Reich der Vielzelligen Tiere und zur Domäne der Eukarioten, das sind die Lebewesen mit einem echten Zellkern.<eop>Die Art der Hauskatze gehört zur Gattung der Echten Katzen, zur Familie der Katzen, zur Ordnung der Raubtiere und zur Klasse der Säugetiere.<eop>Die Art der Amsel gehört zur Gattung der Echten Drosseln, zur Familie der Drosseln, zur Ordnung der Singvögel und zur Klasse der Vögel.<eop>Die Art des Kleinen Wasserfroschs gehört zur Gattung der Wasserfrösche, zur Familie der Echten Frösche, zur Ordnung der Froschlurche und zur Klasse der Amphibien.<eop>Die Art der Zauneidechse gehört zur Gattung der Halsbandeidechsen, zur Familie der Echten Eidechsen, zur Ordnung der Schuppenkriechtiere und zur Klasse der Reptilien.<eop>Die Art der Forelle gehört zur Gattung der Salmo, zur Familie der Lachsfische, zur Ordnung der Lachsartigen und zur Klasse der Knochenfische.<eop>Welche Stämme gibt es außer den Wirbeltieren noch? Damit sind zwar die Wirbeltiere erfasst, die wir am besten kennen, aber noch lange nicht alle Tiere. Es gibt zumindest noch zwei weitere Stämme, die wichtig sind:<eop>Die Art der Weinbergschnecke gehört zur Gattung der Helix, zur Familie der Schnirkelschnecken, zur Ordnung der Lungenschnecken, zur Klasse der Schnecken, zum Unterstamm der Schalenweichtiere und zum Stamm der Weichtiere.<eop>Die Art des Waldmistkäfers gehört zur Gattung der Anotrotrupes, zur Familie der Mistkäfer, zur Ordnung der Käfer, zur Klasse der Insekten und zum Stamm der Gliederfüßer. Zum diesem Stamm gehören auch die Tausendfüßer, die Krebse und die Spinnentiere.<eop>Es gibt noch einige weitere: Der Regenwurm gehört zum Stamm der Ringelwürmer. Seegurken und Seesterne gehören zum Stamm der Stachelhäuter. Korallen und Blumentiere gehören zum Stamm der Nesseltiere. Es gibt noch einige Stämme mehr, die weniger bekannt sind.<eop>Wie kann man einen Stamm aufgliedern? Das ist eigentlich die Umkehrfrage. Man sucht dann in der Systematik nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Das kann man hier nicht vollständig erklären, aber anhand eines Beispiels aufzeigen:<eop>Den Stamm der Wirbeltiere kann man wie oben aufteilen in die Klassen Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische. :Zur Klasse der Säugetiere gehören die folgenden Ordnungen: Raubtiere, Insektenfresser, Wale, Paarhufer und weitere ::Zur Ordnung der Raubtiere gehören die folgenden Familie: Katzen, Bären, Robben, Hyänen und weitere :::Zur Familie der Katzen zählen die folgenden Gattungen: Echte Katzen, Luchse, Pumas und weitere ::::Zur Gattung der Echten Katzen zählen die folgenden Arten: Wildkatzen, dazu zählen unsere Hauskatzen, Schwarzfußkatzen, Sandkatzen und weitere. <eop>Das könnte man mit allen Stämmen, Klassen, Ordnungen, Familien und Gattungen so weiterführen. Das würde dann aber mehr Platz brauchen als das ganze Klexikon zusammen. Deshalb steht hier nur ein einziges Beispiel.<eop><eop>"}, {"title": "Tiere", "id": 885, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tiere", "text": "Tiere sind eine bestimmte Art von Lebewesen. Wenn sie fressen, nehmen Tiere Stoffe von anderen Lebewesen auf: Eine Kuh frisst zum Beispiel Gras. Bei der Verdauung nimmt sie so Nahrung auf und bereitet sie für den Verbrauch vor. Dadurch kann sich die Energie der Nahrung in Kraft oder Wärme umwandeln. Pflanzen dagegen holen sich die Energie aus dem Licht der Sonne. Nur die Bausteine holen sie durch die Wurzeln aus dem Erdboden.<eop>Außerdem brauchen Tiere Sauerstoff, um zu atmen. Fische holen sich den Sauerstoff aus dem Wasser, die anderen Tiere aus der Luft. Normalerweise können sich Tiere aus eigener Kraft bewegen und entdecken ihre Welt mit Augen, Ohren und anderen Sinnesorganen. Manche Tiere bestehen aus nur einer einzigen Zelle, andere haben sehr viele Zellen.<eop>Auch der Mensch ist wissenschaftlich gesehen ein Tier. Im Allgemeinen meint man aber meistens „Tiere mit Ausnahme des Menschen“, wenn man von „Tieren“ spricht. <eop>Wie kann man Tiere einteilen? Es gibt verschiedene einfache Möglichkeiten, die Tiere einzuteilen, zum Beispiel nach ihrem Lebensraum: Waldtiere, Meerestiere und so weiter. Auch eine Einteilung in Wildtiere und Haustiere ist möglich und sinnvoll. Allerdings sind diese Einteilungen meist nicht eindeutig. Das Reh beispielsweise ist gleichzeitig ein Waldtier und ein Wildtier. Schnecken können im Meer, in einem See oder an Land leben.<eop>Die erste wissenschaftliche Einteilung stammt von Carl von Linné. Er lebte vor etwa 300 Jahren. Er gab den Pflanzen, den Tierarten und Mineralien lateinische Namen, an denen man die Lebewesen eindeutig erkennen konnte. Die Namen gaben auch bereits einen Hinweis auf die Verwandtschaft. Sein System wurde im Lauf der Zeit immer weiter verfeinert.<eop>Die Wissenschaft spricht heute vom Reich der Tiere, vom Reich der Pflanzen, vom Reich der Pilze und noch von einigen mehr. Das Reich der Tiere nennt man auch das Tierreich. Man kann es aufteilen in den Stamm der Wirbeltiere, den Stamm der Weichtiere und den Stamm der Gliederfüßer und noch einige mehr. Die Wirbeltiere kennen wir am besten. Wir teilen sie auf in die Klassen der Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien und Fische. <eop><eop>"}, {"title": "Tiger", "id": 886, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tiger", "text": "Der Tiger ist ein Säugetier und eine eigene Tierart. Wie der Löwe gehört er zu den Großkatzen, überhaupt ist er der größte aus der Katzenfamilie. Die Männchen können bis zu einen Meter und achtzig Zentimeter lang werden, also wie ein Mensch groß ist. <eop>Tiger kann man an ihren Streifen im Fell erkennen. Die Streifen sind schwarz auf orange. An der Unterseite sind Tiger weiß. <eop>Auf der Welt gibt es immer weniger Tiger. Sie leben vor allem noch im Osten Asiens. Sie streifen als Einzelgänger durch tropische Regenwälder oder nördliche Tannenwälder, durch Grasland und Sumpfgebiete. Sie ernähren sich meistens von größeren Huftieren.<eop>Wie leben Tiger? Tiger durchstreifen das Land einzeln und meist nachts auf der Suche nach Nahrung. Dabei legen sie erstaunliche Strecken zurück: In einer Nacht bis über 20 Kilometer. Im Gegensatz zu den meisten anderen Großkatzen lieben Tiger das Wasser und können ausgezeichnet schwimmen. Dafür können sie schlecht auf Bäume klettern, weil sie dazu zu schwer sind.<eop>Dank der Streifen sehen sie für andere Tiere aus wie ein brauner Fleck hinter dünnen Bäumchen. Dadurch können sich Tiger leichter an ihre Beute heranschleichen. Sie fressen sowohl kleine als auch große Tiere, wie Hirsche oder wilde Schweine. Manche fressen über zwanzig Kilogramm Fleisch am Tag.<eop>Vor allem im Delta des Flusses Ganges fallen Tiger regelmäßig Menschen an. Alte Tiger sind oft nicht mehr in der Lage, schnelle Tiere wie etwa Hirsche zu erbeuten. Sie schleichen sich zwar nicht in die Dörfer, fallen aber regelmäßig Menschen an, die Holz fällen oder Honig sammeln. <eop>Tiger markieren ihr Revier durch ihren Urin und leben allein. Sie treffen sich nur zur Paarung, dann zieht das Männchen gleich wieder weiter. Das Weibchen trägt seine Jungtiere nur etwas über drei Monate lang im Bauch. Bei der Geburt bringt sie meist zwei bis fünf Junge zur Welt. Mit etwa drei Monaten durchstreifen sie die Umgebung mit ihrer Mutter. Während eines halben Jahres säugen sie Milch bei ihr. <eop>Selber jagen können die Jungtiere erst etwa mit eineinhalb Jahren. Bis dann fressen sie das Fleisch, das die Mutter erbeutet hat. Mit etwa drei Jahren werden die Jungtiere geschlechtsreif, sie können dann also selber Junge haben. Das hält etwa sechs bis 12 Jahre lang an. Dann sterben sie. In Gefangenschaft werden sie einige Jahre älter.<eop>Welche Arten von Tigern gibt es? Der Königstiger heißt auch Bengal-Tiger oder Indischer Tiger. Er ist das Nationaltier Indiens. Von ihm gibt es noch weniger als 2.500 Tiere. Er gilt als gefährdet.<eop>Vom Sibirischen Tiger gibt es noch etwa 400 erwachsene Tiere und 100 Jungtiere. Sie leben in einem eher kleinen Gebiet im Nordosten Asiens und gelten als stark gefährdet.<eop>Vom Indochinesischen Tiger leben noch etwa 300 bis 400 Tiere. Am meisten von ihnen leben in Thailand, die übrigen in den Nachbarländern. Der Indochinesische Tiger gilt als stark gefährdet.<eop>Vom Malaiischen Tiger leben noch etwa 250 Tiere in der Wildnis, die meisten in Malaysia und in Thailand. Er gilt als stark gefährdet.<eop>Vom Sumatra-Tiger leben noch etwa 200 Tiere in Zoos, etwa die Hälfte davon in Europa. Ebenfalls etwa 200 Tiere leben noch in der Wildnis. Allerdings sind sie auf einzelne Gebiete verteilt und haben keinen Kontakt mehr zueinander. Der Sumatra-Tiger ist deshalb vom Aussterben bedroht.<eop>Der Südchinesische Tiger lebt nur noch in Gefangenschaft. Es gibt Pläne, einzelne Paare wieder in die Wildnis zu entlassen. Er ist von allen Tigerarten am stärksten vom Aussterben bedroht.<eop>Drei Tigerarten sind bereits ausgestorben: Der Bali-Tiger, der Java-Tiger und der Kaspische Tiger.<eop>Warum sind die Tiger gefährdet? Erwachsene Tiger werden nur in Ausnahmefällen von einem anderen Tier getötet. Jungtiere werden manchmal von einem Bär gefressen. Der größte Feind der Tiger ist jedoch der Mensch, und zwar aus verschiedenen Gründen: <eop>Obwohl man Tiger eigentlich nicht jagen darf, tun manche Menschen es trotzdem. Einige wollen sich vor Tigern schützen. Andere finden am Töten Spaß, und wieder andere glauben, dass Tigerfleisch sie gesund machen würde. Tigerfelle und Tigerzähne sind für viele Menschen noch besondere Dinge, die sie zu Hause bei sich aufstellen wollen.<eop>Oft werden aber nicht die Tiger selbst gejagt, sondern der Mensch zerstört ihren Lebensraum. Viele Tigerarten leben in Wäldern. Viele solcher Wälder wurden jedoch schon kahlgeschlagen. Die Menschen wollen das teure Holz verkaufen oder Land gewinnen. Früher pflanzten sie darauf Kautschuk-Bäume. Aus deren Saft ließ sich Gummi herstellen. Heute werden vor allem Palmöl-Plantagen gepflanzt.<eop><eop> "}, {"title": "Till Eulenspiegel", "id": 887, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Till Eulenspiegel", "text": "Till Eulenspiegel ist eine Figur aus deutschen und niederländischen Legenden. Der Mann hat angeblich im Mittelalter gelebt und die Leute zum Narren gehalten. Die Geschichten über ihn sind mal einfach und grob, so dass man über das dumme Verhalten einiger Leute lachen kann. Mal geht es in den Geschichten eher darum, dass mit der ganzen Gesellschaft etwas nicht stimmt.<eop>In Deutschland kennt man Till Eulenspiegel vor allem als jemanden, der den Leuten Streiche spielt. Oft passiert das so, dass Eulenspiegel eine Redensart wörtlich nimmt und absichtlich missversteht. Eulenspiegel verdient durch seine Tricks und Betrügereien Geld, gern aber verspottet er seine Opfer auch.<eop>Der Name Eulenspiegel kommt daher, dass Eulenspiegel den Leuten einen Spiegel vorhält: Sie sollen ihre eigene Dummheit erkennen. Die Eule war im Mittelalter kein Zeichen für Klugheit, sondern für Dummheit und für den Teufel. Es gibt aber auch andere Erklärungen für den Namen.<eop> Wer hat sich die Figur ausgedacht? Das erste bekannte Buch über Till Eulenspiegel stammt etwa aus dem Jahr 1510. Es erschien damals beim Buchdrucker Johannes Grüninger aus Straßburg. Man weiß nicht, wer es geschrieben hat. Man vermutet, dass es Hermann Bote gewesen sein könnte, der in Braunschweig als eine Art Beamter arbeitete.<eop>Laut diesem Buch stammte Eulenspiegel aus dem heutigen Niedersachsen. Angeblich wurde Eulenspiegel im Jahr 1300 geboren. Er wurde 50 Jahre alt und soll in Mölln gestorben sein. Dort in Schleswig-Holstein steht jedenfalls ein fünfhundert Jahre alter Gedenkstein, der das behauptet.<eop>Man weiß also nicht genau, ob es Eulenspiegel wirklich gegeben hat und wie alt die Geschichten sind, die im Buch erschienen sind. Die Geschichten waren ursprünglich in einem mittelalterlichen Niederdeutsch geschrieben, wie man es in Braunschweig sprach. Das Buch selbst jedoch war bereits auf Hochdeutsch geschrieben, wie man es im Süden Deutschlands kannte.<eop> Was steht im ersten Buch über Eulenspiegel? Im Buch, das man heute Volksbuch nennt, stehen 95 Geschichten. Man ist sich nicht sicher, wie viele es ursprünglich gab: Die Nummer 42 fehlt, außerdem kamen einige Geschichten wohl erst später hinzu. In den ersten Geschichten geht es um die ersten Lebensjahre Eulenspiegels, in den letzten um sein Sterben.<eop>Till Eulenspiegel reist viel herum, nirgendwo bleibt er lange. Er nimmt auch viele verschiedene Berufe an. In den Geschichten kommen manche Leute und Berufe schlecht weg. Man zeigt sie als dumm oder habgierig. Eulenspiegel macht seine Streiche mit ihnen. Das sind zum Beispiel Pfarrer, Juden und reiche Händler.<eop>In einer Geschichte wettet Eulenspiegel, dass er einem Esel das Lesen beibringen könne. Die beiden Buchstaben, die der Esel danach sprechen kann, sind I und A. Als ein Herzog ihm verbietet, sein Land zu betreten, kauft sich Eulenspiegel einen Karren mit fremder Erde und fährt darauf durch das Land.<eop> Was für Geschichten sind noch erschienen? Das Volksbuch über Till Eulenspiegel verkaufte sich sehr gut. Bald schon hat man es in andere Sprachen übersetzt. In Antwerpen gab es einen Drucker, der es auf Niederländisch, Englisch und Französisch veröffentlichte. Dieser Drucker kannte wohl einen Text, der noch etwas älter als das Volksbuch war. Heute hat man das Buch in 280 verschiedene Sprachen übersetzt.<eop>Die Geschichten wurden immer wieder neu erzählt. Oft hat man sie gekürzt, nur einige Geschichten genommen und die Geschichten besser lesbar gemacht. Manchmal wurden sie so umgeschrieben, dass sie für Kinder geeignet sind: Die Geschichten wären sonst zu unanständig und grob.<eop>In den Jahren nach 1800 hat man die Eulenspiegel-Geschichte genommen und verändert, um Wichtiges über die Gesellschaft zu sagen. Das bekannteste Beispiel ist wohl das Buch von Charles de Coster aus Belgien. Es erschien im Jahr 1867. Darin ist Eulenspiegel ein Flame, der gegen die Spanier kämpft. Das belgische Flandern war damals von Spanien besetzt.<eop> Warum macht Eulenspiegel diese Streiche? Die Geschichten über Eulenspiegel sind sehr bekannt und beliebt. Darum haben viele Leute darüber nachgedacht, wie man sie verstehen soll. Die Geschichten sind nicht nur unterhaltsam. Vielleicht kann man daraus auch etwas lernen über das Land und die Zeit, in der sie spielen.<eop>Eulenspiegel machte sich oft über Leute lustig, die er nicht mochte und die viele andere Leute auch nicht mochten. Er ist ein armer Mensch, der die Reichen austrickst. Das kann man so verstehen: Die Geschichten zeigen, dass die Leute falsch leben und dass das Land schlecht regiert wurde.<eop>Man kann die Geschichten aber auch so lesen: Eulenspiegel ist jemand, der schlecht mit anderen Menschen zusammenleben kann. Er denkt nur an sich, an seinen Spaß und an sein Geld. Er versteht Menschen absichtlich falsch und macht sich keine Freunde.<eop> Was gibt es heute alles über Eulenspiegel? Über Eulenspiegel hat man mehrere Filme gedreht. Es gibt auch Comics über ihn. Der von Willy Vandersteen aus Belgien handelt vom Kampf gegen die Spanier. Der Komponist Richard Strauß schrieb ein Musikstück. In der DDR gründete man eine Zeitschrift, die sich über vieles lustig machte: der „Eulenspiegel“.<eop>Museen über ihn stehen in drei verschiedenen Städten: Eines liegt nahe der Stadt, wo er geboren sein könnte, und eines in Mölln, wo er angeblich gestorben ist. Ein drites Museum steht in Damme in Belgien: Dort ist er laut De Coster geboren worden. In vielen weiteren Städten gibt es auch Statuen über Till Eulenspiegel.<eop> "}, {"title": "Tinte", "id": 888, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tinte", "text": " Tinte ist eine farbige Flüssigkeit, die man zum Beispiel in Füllfederhaltern zum Schreiben verwendet. Der Name Tinte kommt vom lateinischen „tincta aqua“, was gefärbtes Wasser bedeutet. Sehr gebräuchlich sind die Farben blau oder schwarz, es gibt aber auch viele andere Farben. Außer in Füllfederhaltern wird Tinte auch bei Tintenstrahldruckern von Computern verwendet.<eop>Wenn man Tinte im Laden kaufen will, erhält sie üblicherweise in Patronen gefüllt. Diese Tintenpatronen passen jeweils in bestimmte Füllfederhalter. Auch Druckerpatronen für den Tintenstrahldrucker kann man kaufen. Hierbei muss man darauf achten, dass man die richtige Patrone kauft, die auch für den Drucker passt. Man kann Tinte aber auch in Gläsern kaufen. Hiermit kann man alte Kolben-Füllfederhalter betanken oder auch mit Hilfe einer Spritze Druckerpatronen nachfüllen.<eop><eop>"}, {"title": "Tintenfische", "id": 889, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tintenfische", "text": "Die Tintenfische sind Weichtiere, die im Meer leben. Sie zählen zur Klasse der Kopffüßer. Ihren Namen haben sie wegen dem Tintenbeutel in ihrem Körper. Bei Gefahr können sie daraus Tinte ausstoßen. Der angreifende Räuber soll die Tintenwolke mit dem Beutetier verwechseln. Dadurch, dass er die Tintenwolke angreift, verliert er Zeit und der Tintenfisch kann fliehen. An ihren Armen haben Tintenfische Saugnäpfe, mit denen sie Ihre Beute festhalten können.<eop>Bis vor etwa 150 Jahren wollte man nicht an riesige Tintenfische glauben. Man meinte, Seeleute hätten sich solche Monster nur ausgedacht. Selbst die Funde von gestrandeten toten Tieren mit Längen von weit über zehn Metern nahmen die Wissenschaftlern lange nicht ernst. Heute weiß man, dass es diese Tiere tatsächlich gibt. Sie heißen Riesenkalmare, leben in der Tiefsee und werden bis über 18 Meter lang.<eop>Tintenfische ernähren sich von Fischen und Krebsen. Ihr Mund liegt an der Unterseite des Kopfes, genau in der Mitte der Fangarme. Sie haben keine Zähne, sondern einen Schnabel. <eop> Welche unterschiedlichen Tintenfische gibt es? Zu den Tintenfischen zählen mehr als 500 Arten. Viele können sogar ihre Farbe verändern. Man unterscheidet Kraken, Sepien, Kalmare und andere.<eop>Am bekanntesten ist der Krake. Er wird wegen seiner acht Arme auch Oktopus genannt. Das ist Lateinische Sprache und heißt „Achtfüßer“. Kraken haben einen sackförmigen Körper mit zwei großen Augen. In ihrem Inneren gibt es keine harten Teile. Sie sind sehr beweglich und intelligent. Kraken nutzen ihre Arme auch, um auf dem Meeresboden zu „laufen“. <eop>Sie können sich sogar einige Zeit außerhalb des Wassers aufhalten und zum Beispiel aus einem Aquarium entkommen, wenn der Deckel nicht fest verschlossen ist. Auf der Flucht drücken sie Wasser aus ihrem Körper nach draußen und entfliehen durch den Rückstoß. Eine andere Art sind die Sepien. Man sagt Se-pi-en. Sie leben in Bodennähe. Bei ihnen gibt es sogar eine Art, die tatsächlich „Gewöhnlicher Tintenfisch“ heißt. Wenn sich Sepien erschrecken, Stress haben oder einen Partner beeindrucken wollen, dann ändern sie ihre Farbe. Dabei können sie zum Beispiel Streifenmuster oder Flecken erzeugen und die Muster auch schnell wechseln. Eine Sepie hat um das Maul herum zehn recht kurze Fangarme. Rund um ihren langen Körper verläuft ein Flossensaum. Mit dem können sie sich vorwärts und rückwärts bewegen.<eop>Kalmare leben im freien Wasser. Sie haben einen kegelförmigen Körper. Von ihren zehn Fangarmen sind zwei besonders lang. Am Ende der beiden verlängerten Arme haben sie eine Art „Paddel“. Damit können sie Fische greifen und zum Mund ziehen. Die anderen acht Arme sind eher kurz. Die Augen sind bei den Kalmaren im Verhältnis zum Körper deutlich größer als bei anderen Tintenfischen. Die Fortbewegung der Kalmare erfolgt über einen Trichter, aus dem sie Wasser aus dem Körper pressen. Auf diese Weise können sie sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Dieser Antrieb ist ähnlich wie bei einer Rakete.<eop><eop>"}, {"title": "Titanic", "id": 890, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Titanic", "text": "Die Titanic war ein Schiff aus dem Jahr 1912. Es war damals das größte Schiff der Welt. Aber schon auf der ersten Reise, von Großbritannien nach Amerika, ist es gesunken. Es war mit einem Eisberg zusammengestoßen. Etwa 2200 Menschen waren an Bord, von ihnen sind etwa 1500 umgekommen. Dreiundsiebzig Jahre später hat man das Wrack gefunden: Es liegt 3800 Meter tief im Atlantischen Ozean. <eop>Die Titanic war als Transatlantikliner für die Fahrt über den Atlantik gebaut worden. Mit ihr wurden aber nicht nur Menschen befördert. Sie war auch ein „Königliches Postschiff“, das Briefe und Pakete transportierte. <eop>Über den Untergang der Titanic sind viele Irrtümer verbreitet worden. So wurde behauptet, dass die Schiffsleute nicht gut genug aufgepasst hätten. Das Schiff sei zu weit im Norden gefahren, um möglichst schnell anzukommen, weil es einen Preis gewinnen sollte. Es sei nicht gut genug gebaut gewesen. Es seien zu wenig Rettungsboote an Bord gewesen.<eop>Von diesen Behauptungen ist nur die mit den Rettungsbooten wahr. Wer ins eiskalte Wasser gefallen ist, konnte nur wenige Minuten überleben. Aber damals musste ein Schiff nicht so viele Rettungsboote haben, dass alle Mitreisende Platz gehabt hätten. Die Leute von der Titanic haben sich an die Regeln gehalten und hätten das Unglück wohl nicht verhindern können. Der Eisberg schwamm weiter südlich als man das von Eisbergen gewohnt war. <eop>Nach dem Unglück hat sich vieles in der Schiffahrt verbessert. Zum Beispiel hatten seitdem mehr Schiffe ein Funkgerät an Bord: Dadurch konnten die Schiffe besser einander vor Eisbergen warnen.<eop>Über den Untergang der Titanic wurden zahlreiche Bücher geschrieben und Filme gedreht. Am berühmtesten ist der Hollywood-Film mit Leonardo DiCaprio aus dem Jahr 1997. Es geht darin um eine erfundene Liebesgeschichte. Ein armer Auswanderer und eine reiche Amerikanerin verlieben sich und werden vom Unglück auseinandergerissen. Für den Filmdreh wurden Teile des Schiffs nachgebaut und in einem Wasserbecken in Bewegung gebracht.<eop> "}, {"title": "Tod", "id": 891, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tod", "text": "Der Tod ist das Ende des Lebens. Alle Lebewesen müssen einmal sterben. Das Sterben ist der Übergang vom Leben zum Tod. Mit „Tod“ kann das Sterben gemeint sein, und zwar der Zeitpunkt, ab dem man tot ist. Der Tod ist aber auch ein Zustand.<eop>Die Biologie ist die Wissenschaft vom Leben. Sie hat sich schon immer gefragt, was genau der Tod ist. Das hilft einem auch dabei zu verstehen, was das Leben ist. Der Tod bedeutet, dass ein Körper nicht mehr funktioniert, und zwar so, dass man das nicht mehr rückgängig machen kann.<eop>Sterben kann auch nur ein Teil eines Lebewesens. So kann ein Ast absterben, während der übrige Baum noch lebt. In Lebewesen, die aus vielen Zellen bestehen, sterben ständig manche Zellen. Der Körper ersetzt sie sogleich durch neue Zellen.<eop> Wann genau ist ein Mensch tot? Sicher tot ist ein Mensch, wenn man am Körper bestimmte Dinge sehen kann. Die Totenstarre bedeutet, dass der Körper steif wird. Leichenflecken entstehen, wenn das Blut nicht mehr fließt, sondern durch die Schwerkraft sich irgendwo ansammelt. Dort sieht man einen dunklen Flecken auf der Haut. Der Körper ist dann auch nicht mehr normal warm.<eop>Die Menschen wollten schon in früheren Zeiten wissen, wann ein einzelner Mensch genau tot ist. Schließlich soll nur jemand begraben werden, wenn er wirklich tot ist. Früher haben sich viele Menschen Sorgen gemacht, dass sie lebendig begraben werden könnten.<eop>Wann ein Mensch tot ist, das entscheidet heute ein Arzt. Er schreibt einen Totenschein aus, das ist ein Papier wie ein Ausweis. Das geht zum Rathaus, und die Gemeinde erfährt, dass der Mensch nun tot ist. Das ist wichtig für die Angehörigen. Sie können dann zum Beispiel erben oder auch die Beerdigung vorbereiten lassen.<eop>Heute gibt es noch einen weiteren Grund, warum man es so genau wissen will. Man kann Organe von einem Körper zum anderen versetzen. Das nennt man „transplantieren“. So kann ein Mensch, der zum Beispiel eine neue Leber braucht, die Leber von einem Toten bekommen. Der Verstorbene ist dabei nicht völlig tot, sondern hirntot: Das Gehirn funktioniert nicht mehr, und zwar endgültig. Eine Transplantation muss dann möglichst schnell erfolgen.<eop> Wie stellen sich Menschen den Tod vor? Soweit man es weiß, haben schon immer Menschen an den Tod gedacht. Vielleicht sind Menschen die einzigen Lebewesen, die das können. Wirklich vorstellen kann man sich das allerdings kaum.<eop>Trotzdem gibt es in den Religionen und auch sonst viele Ideen zum Tod. Christen zum Beispiel glauben an den Himmel, einen schönen Ort, an dem man zusammen mit anderen Toten für immer lebt. Manche Christen merken an, dass das nur ein Bild sein kann. Der \"Himmel\" liegt also vielleicht nicht wirklich in den Wolken, sondern ist ein schöner Ort, den man sich aber nicht vorstellen kann.<eop>In vielen Kulturen wird der Tod auch durch eine bestimmte Person dargestellt. Der Sensenmann ist eine Gestalt mit einer Sense und einem schwarzen Umhang. Kurz bevor ein Mensch stirbt erscheint ihm der Sensenmann und nimmt ihn mit ins Totenreich. Eine ähnliche Rolle nimmt der Todesengel ein, den man in verschiedenen Weltreligionen kennt.<eop> Sind schon Menschen vom Tod zurückgekommen? Wissenschaftler sagen: Tot ist man, wenn man endgültig nicht mehr lebt. Das heißt, dass niemand vom Tod zurückkommen kann. Wenn ein angeblich toter Mensch wieder aufsteht, dann kann er nicht richtig tot gewesen sein.<eop>Es kommt manchmal aber vor, dass der Körper eines Menschen nicht mehr funktioniert. Das Herz hat aufgehört zu schlagen, das Gehirn wird bewusstlos, und auch andere Funktionen gehen nicht mehr. Trotzdem haben Ärzte den Körper wieder lebendig machen können. Die Menschen, die das mitgemacht haben, hatten eine „Nahtod-Erfahrung“.<eop>Was berichten diese Menschen von ihrem Erlebnis? Die Erfahrungen sind sehr verschieden. Aber oft sehen sie ein helles Licht, sich selbst oder Momente aus ihrem Leben. Das alles ist in ihrem Gehirn passiert.<eop>"}, {"title": "Tomate", "id": 892, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tomate", "text": "Die Tomate ist eine Pflanze. Oft denkt man bei dem Wort an die rote Frucht. Gemeint ist aber auch der ganze Strauch, und die Tomaten können ganz verschiedene Farben haben. In Österreich nennt man die Tomate Paradeiser oder Paradiesapfel, früher sagte man auch Liebesapfel oder Goldapfel. Der heutige Name „Tomate“ kommt aus einer Sprache der Azteken.<eop>Ursprünglich stammt die wilde Pflanze aus Mittelamerika und Südamerika. Dort haben die Maya schon vor über 2000 Jahren Tomaten angebaut. Damals waren die Früchte noch eher klein. Die Entdecker haben die Tomate in den Jahren um 1550 nach Europa gebracht.<eop>Es dauerte bis um das Jahr 1800 oder gar 1900, bis man in Europa viele Tomaten gegessen hat. Es gibt über 3000 Sorten, die man gezüchtet hat. In Europa gehört die Tomate zu den wichtigsten Gemüsen, die gegessen werden. Man isst sie frisch, getrocknet, gebraten oder in Lebensmitteln verarbeitet, zum Beispiel als Tomatenketchup.<eop>In der Biologie gilt die Tomate als Pflanzenart. Sie ist gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Sie ist also vewandt mit der Kartoffel, der Aubergine und sogar mit dem Tabak. Es gibt aber noch sehr viele andere Pflanzen, die gleich nahe mit der Tomate verwandt sind.<eop>Wie wachsen Tomaten? Tomaten wachsen aus einem Samen. Am Anfang stehen sie aufrecht, legen sich dann aber auf den Boden. In den Gärtnereien bindet man sie deshalb an einen Stock oder an eine Schnur, die weiter oben befestigt ist.<eop>Aus dem Stängel wachsen große Triebe mit Blättern. An bestimmten, kleinen Trieben wachsen die gelben Blüten. Sie müssen durch ein Insekt befruchtet werden, damit daraus ein Same wächst.<eop>Um den Samen herum wächst dann die eigentliche Tomate. In der Biologie gelten sie als Beeren. Auf unseren Märkten oder Läden sind sie jedoch meist beim Gemüse eingeordnet.<eop>Wenn eine Tomate in der Natur nicht geerntet wird, fällt sie zu Boden. Meistens überleben nur die Samen den Winter. Die Pflanze stirb ab.<eop>Heute wachsen die meisten Tomaten in Gewächshäusern. Das sind große Flächen unter einem Dach aus Glas oder Kunststoff. Viele Samen steckt man auch gar nicht in die Erde, sondern in ein künstliches Material. Dort hinein träufelt man Wasser mit Dünger.<eop>Tomaten mögen keine nassen Blätter, wie es sie durch den Regen gibt. Dann können sich nämlich Pilze festsetzen. Die verursachen schwarze Flecken auf den Blättern und Früchten, so dass sie ungenießbar werden und sogar absterben. Unter einem Dach gibt es diese Gefahr kaum. Es braucht dadurch weniger chemische Spritzmittel.<eop><eop>"}, {"title": "Tower Bridge", "id": 893, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tower Bridge", "text": "Die Tower Bridge, sprich: Taua Britsch, ist eine Brücke in London. Sie führt über die Themse. Das ist der Fluss, der durch die britische Hauptstadt fließt. Es gibt die Brücke seit dem Jahr 1894. Der Baustil ist gotisch – sie sieht so aus, als wenn sie im Mittelalter gebaut worden wäre. Aus dem Mittelalter stammt aber nur der Tower of London auf der Nordseite des Flusses. Er hat der Brücke den Namen gegeben.<eop>Der untere Teil der Brücke ist für Autos und Fußgänger. Wenn ein Schiff etwas größer ist und nicht unter der Brücke durchfahren kann, wird dieser Teil hochgeklappt. Das passiert aber nur ein paar Mal am Tag. Auf der Themse durch London fahren nämlich meist nur kleinere Schiffe mit Urlaubern.<eop>Am Anfang und am Ende der Brücke steht jeweils ein Turm. Sie sind 65 Meter hoch, wie ein größeres Haus. Von ihnen hat die Tower Bridge ihren Namen, denn übersetzt heißt sie Turmbrücke. Durch die Türme kommt man in den oberen Teil der Brücke.<eop>Über den oberen Teil der Brücke kann man immer gehen, selbst wenn der untere hochgeklappt steht. Aber viele Leute haben lieber gewartet, anstatt sich nach oben zu bemühen. Außerdem haben dort Taschendiebe auf die Leute gelauert. Lange Zeit war der obere Teil deshalb geschlossen. Heute befindet sich dort ein Museum über die Brücke. <eop><eop>"}, {"title": "Trompete", "id": 894, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Trompete", "text": "Die Trompete ist ein Musikinstrument aus Blech. Es kommt in fast allen Arten der Musik vor und war schon vor 1000 Jahren wichtig. Sowohl in der Militärmusik, in der Blasmusik, im großen Symphonieorchester, aber auch im Jazz und der Rockmusik werden Trompeten gespielt. Man nennt sie auch Blasinstrument. Wenn man die Trompete auseinanderbiegen würde, wäre sie 137 Zentimeter lang.<eop>Der Ton entsteht nicht dadurch, dass man in die Trompete hineinbläst. Der Spieler setzt seine Lippen an das Mundstück. Seine Lippen schwingen, damit sorgt er dafür, dass auch die Luft in der Trompete schwingt.<eop>Bis 1820 hatten die Trompeten keine Ventile um alle Töne spielen zu können. Sie wurden deshalb vor allem benutzt, um einfache Signale zu blasen, zum Beispiel in der Armee oder bei der Post. Deshalb hat die Post in vielen Ländern noch heute ein solches Posthorn als Erkennungszeichen. <eop>Heutzutage hat eine Trompete drei Ventile. Damit können alle Töne gespielt werden, genauso wie mit den schwarzen und weißen Tasten am Klavier. Da die Töne aber mit den Lippen erzeugt werden, ist das Spielen gar nicht so einfach. Anfänger kommen besonders schwer an die hohen Töne heran.<eop>"}, {"title": "Tropen", "id": 895, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tropen", "text": "Die Tropen sind eine bestimmte Gegend auf der Erde, in der es das ganze Jahr über sehr heiß ist. Gemeint ist das Gebiet nördlich und südlich des Äquators. Das ist eine gedachte Linie um die Erde herum. In den Tropen liegt ein Teil von Südamerika, von Afrika, von Asien und von Australien.<eop>Es ist schwierig, genau zu sagen, welche Gebiete die Tropen umfassen. Das griechische Wort bedeutet: „Das Gebiet zwischen den beiden Wendekreisen“. In diesem Gebiet steht die Sonne an mindestens einem Tag im Jahr senkrecht über dem Boden, also genau „gerade“ über dem Kopf eines Menschen. Ein Pfahl würde dann keinen Schatten werfen.<eop>Es gibt auch andere Arten, die Tropen zu beschreiben. In den Tropen sind die Tage das ganze Jahr über ähnlich lang wie die Nächte. Beide sind auch ähnlich heiß. Ihre Längen ändern sich nicht so stark wie bei uns. In vielen Regionen der Tropen gibt es auch keine großen Unterschiede zwischen den Jahreszeiten. Dort herrscht sozusagen das ganze Jahr über Sommer. Es gibt noch andere Eigenschaften für die Tropen. Deshalb kann man nicht punktgenau sagen, ob ein Gebiet noch zu den Tropen gehört oder nicht. <eop>Wie ist es in den Tropen? In den Tropen ist es sehr heiß. Ganz unterschiedlich ist jedoch die Regenmenge. Je nach Regenmenge unterscheidet man auch verschiedene tropische Gebiete: Wenn es höchstens während zwei Monaten im Jahr regnet, ist es eine Wüste. Dort wächst fast gar nichts. Wenn es zwischen drei und neun Monaten im Jahr regnet, ist es eine Savanne. Da wachsen Gräser, Büsche und vielleicht auch Bäume. Wenn es im Jahr während zehn Monaten oder sogar länger regnet, wächst ein tropischer Regenwald.<eop>Wenn es monatelang gießt, aber doch nicht das ganze Jahr über, nennt man das eine „Regenzeit“. Indien zum Beispiel hat die Regenzeit im Sommer. Die Natur und die Landwirtschaft sind zwar auf diesen Regen angewiesen, er kann aber auch große Überschwemmungen und andere Schäden anrichten.<eop>Was sind Subtropen? Subtropen sind die Gebiete, die an die Tropen angrenzen. Sie bilden zwei Ringe um die Erde. In Europa gehören die südlichen Teile von Spanien, Italien und Griechenland zu den Subtropen. Sie haben einen tropisch-heißen Sommer, der Winter hat aber dort nichts mit Tropen zu tun.<eop>Man unterscheidet drei Arten von Subtropen, je nachdem, wie viel Regen fällt. Es gibt die feuchten Lorbeerwaldgebiete, beispielsweise auf den Kanarischen Inseln, in Vietnam oder im Norden von Neuseeland. Dort wachsen Bäume, deren Blätter fast so hart sind wie Leder, und die nicht abfallen.<eop>Fällt nur mittelmäßig viel Regen, spricht man vom mediterranen Klima, also vom Mittelmeerklima. Die Sommer sind hier trocken und heiß. Die Winter sind mild mit viel Sonnenschein. Außer am Mittelmeer gibt es Subtropen mit mediterranem Klima auch in Südamerika, in Südafrika, in Chile und in einigen anderen Ländern.<eop>Dort wo es sehr trocken ist gibt es Wüsten, die ebenfalls in den Subtropen liegen. Der nördliche Teil der Sahara ist so ein Gebiet. Im Gegensatz zum südlichen, tropischen Teil der Sahara gibt es im nördlichen, subtropischen Teil deutliche Unterschiede in der Temperatur zwischen Sommer und Winter.<eop><eop> "}, {"title": "Tschechien", "id": 896, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tschechien", "text": "Tschechien ist ein Land in der Mitte Europas. Eigentlich heißt es Tschechische Republik. Es grenzt im Uhrzeigersinn an Polen, die Slowakei, Österreich und Deutschland. Das Land hat etwas mehr Einwohner als die Schweiz und ist etwa doppelt so groß. Eine Million Menschen leben in der Hauptstadt Prag. Andere große Städte sind Pilsen, Brünn und Ostrau.<eop>Das Land ist eine große Ebene inmitten von Gebirgen. Der höchste Berg Tschechiens ist die Schneekoppe in den Sudeten mit etwas mehr als 1.600 Metern. Den größten Teil des Landes nennt man Böhmen. Im Osten liegt eine weitere Gegend, Mähren. Ein kleiner Teil an der Grenze zu Polen gehört zum alten Schlesien. Die meisten Einwohner sprechen eine gemeinsame Sprache, Tschechisch. Das ist eine slawische Sprache, die mit dem Polnischen und Russischen verwandt ist, aber auch mit dem Sorbischen.<eop>Tschechien hat keine Küste. Stattdessen fließen einige große Flüsse durch das Land wie die Elbe, die Oder oder die Moldau. Auf Tschechisch heißen diese Flüsse Labe, Odra und Vltava.<eop>Die tschechische Küche gilt als besonders deftig. Man isst gerne Dinge wie Schweinsbraten, Schinken oder Knödel. Bekannt ist Tschechien auch für seine Bierkultur. Einige bekannte Leute sind Tschechen oder wurden im heutigen Tschechien geboren. Dazu zählen Franz Kafka, Oskar Schindler, Sigmund Freud und der Fußball-Torhüter Petr Cech. <!-- Kennt jemand noch ein besseres Beispiel für einen bekannten Tschechen, der auch ethnisch einer ist? --><eop>Wovon leben die Menschen? Tschechien hat eine starke Industrie. Hier werden ganze Autos oder Teile dafür gebaut. Auch viele Maschinen und ganze Fabrikanlagen werden hier hergestellt. Dadurch blüht ein starker Handel mit dem Ausland. Auch viele Lebensmittel und Produkte aus Holz wie etwa Möbel werden exportiert. Dazu kommen Medikamente und Gegenstände aus Glas und Keramik.<eop>Im Bergbau sind die Stein- und die Braunkohle sehr wichtig. Lehm wird abgebaut und sogar das Rohmaterial für Porzellan. Große Bergwerke fördern Kalkstein, den man zur Herstellung von Zement braucht. Aus Quarzsand entsteht Glas. <eop>Die elektrische Energie kommt gut zur Hälfte aus Kohle und zu einem Drittel aus Kernkraftwerken. Geheizt wird vor allem mit Kohle und Erdgas. Auch dadurch entstehen viele Arbeitsplätze.<eop>Der Boden ist sehr fruchtbar, deshalb blüht die Landwirtschaft. Vor allem werden Getreide angebaut wie Mais, Weizen und Gerste. Auch Zuckerrüben, Kartoffeln, Gemüse und Obst sind wichtig. Auch der Hopfen für das Bier kommt von den Bauern. Es gibt auch viele Rinder, Schweine und Hühner. An vielen Orten werden Karpfen gezüchtet. Im Süden wächst Wein.<eop>Jedes Jahr gibt es so viele Touristen im Land wie Einwohner. Die meisten wollen die Hauptstadt Prag besuchen. Es gibt insgesamt zwölf UNESCO-Weltkulturerbestätten. Die ziehen ebenfalls viele Urlauber an.<eop> Was passierte früher in Tschechien? Schon im Mittelalter gab es ein Königreich Böhmen. Lange Zeit wurde es von der Familie der Habsburger regiert, die auch über Österreich und viele andere Länder herrschten. Erst 1918 hörte das auf. Es entstand die Tschechoslowakei. In diesem Staat lebten Tschechen und Slowaken, aber auch viele Deutsche und Ungarn. Von 1938 bis 1945 war der größte Teil des Landes vom nationalsozialistischen Deutschland besetzt. <eop>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tschechoslowakei neu gegründet. Nun regierten dort aber die Kommunisten, wie auch in der Sowjetunion. Das endete 1989, in der „samtenen Revolution“. Die nennt man so, weil der Machtwechsel ganz ohne Gewalt erreicht wurde. Bald danach wurde klar, dass die Slowaken lieber einen eigenen Staat haben wollten. Seit 1993 gibt es darum nicht mehr die Tschechoslowakei, sondern die Slowakei und Tschechien.<eop> "}, {"title": "Tsunami", "id": 897, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tsunami", "text": " Ein Tsunami ist eine Flutwelle, die im Meer entsteht und auf eine Küste trifft. Der Tsunami reißt in den Häfen und an den Küsten alles mit: Schiffe, Bäume, Autos und Häuser, aber auch Menschen und Tiere. Dann fließt das Wasser wieder zurück ins Meer und richtet weitere Schäden an. Bei einem Tsunami sterben viele Menschen und Tiere.<eop>Ein Tsunami entsteht meistens durch ein Erdbeben auf dem Meeresgrund, selten durch einen Vulkanausbruch im Meer. Wenn der Meeresboden sich hebt, hat das Wasser keinen Platz mehr und wird auf alle Seiten gedrängt. So entsteht eine Welle, die sich rundherum ausbreitet wie ein Kreis. Meist entstehen mehrere Wellen mit Pausen dazwischen.<eop>Mitten auf dem Meer nimmt man diese Welle aber nicht wahr. Weil das Wasser hier sehr tief ist, ist die Welle noch nicht so hoch. An der Küste ist das Wasser aber weniger tief, so muss die Welle hier viel mehr in die Höhe ausweichen. Dadurch entsteht beim Tsunami eine richtige Wasserwand. Sie kann über 30 Meter hoch werden, das ist so hoch wie ein zehnstöckiges Wohnhaus. Diese Flutwelle kann alles zerstören. Große Schäden entstehen aber auch durch das Material, das sie beim Überfluten des Landes mit sich reißt.<eop>Den Begriff „Tsunami“ haben japanische Fischer erfunden. Sie waren auf dem Meer und haben nichts bemerkt. Als sie zurückkamen, war der Hafen zerstört. Das japanische Wort für „Tsu-nami“ bedeutet: Welle im Hafen.<eop>Die vergangenen Tsunamis haben sehr viele Tote gefordert. Heute kann man die Menschen warnen, sobald man ein Erdbeben auf dem Meeresgrund messen kann. Der Tsunami breitet sich aber extrem schnell aus, im tiefen Meer so schnell wie ein Flugzeug. Bei einer Warnung müssen die Menschen sofort die Küste verlassen und möglichst weit weg oder besser noch auf einen Hügel fliehen<eop>"}, {"title": "Tulpen", "id": 898, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tulpen", "text": "Tulpen gehören zu den häufigsten Blumen, die wir im Frühling in Parks und Gärten sehen. Es gibt sie auch als Schnittblumen in vielen Läden, meistens zusammengebunden zu einem Blumenstrauß. Sie bilden eine Gattung mit über 150 Pflanzenarten.<eop>Die Tulpen wachsen aus einer Zwiebel in der Erde. Ihr Stängel ist lang und rund. Die grünen Laubblätter sind länglich und laufen zu einer Spitze aus. Von den Blüten fallen die großen Kronblätter am meisten auf. Sie tragen die Farben weiß, rosa, rot, violett bis schwarz, sowie gelb und orange oder auch mehrere dieser Farben.<eop>Tulpen kann man nach der Blüte einfach im Garten stehen lassen. Die Pflanzenteile über der Erde vertrocknen dann und werden braun. Wenn man sie erst spät ausreißt, bleibt die Zwiebel in der Erde. Aus ihr wächst im kommenden Jahr wieder eine Tulpe. Meist gibt es dann sogar mehrere, weil sich die Zwiebeln im Boden vermehren.<eop>Ursprünglich wuchsen die Tulpen in den Steppen Mittelasiens, in der heutigen Türkei, in Griechenland, Algerien, Marokko und im Süden von Spanien. Der Name kommt aus der türkischen und der persischen Sprache und bedeutet Turban. Die Menschen, die diesen deutschen Namen erfanden, fühlten sich durch die Tulpen vermutlich an die Kopfbedeckung der Menschen aus diesem Gebiet erinnert.<eop>Wie vermehren sich Tulpen? Die große Zwiebel mit der Blume nennt man „Mutterzwiebel“. Während sie blüht, wachsen rund um sie herum kleine Zwiebeln, die man „Tochterzwiebeln“ nennt. Wenn man die einfach im Boden liegen lässt, bilden sie im kommenden Jahr ebenfalls Blumen. Dieser Teppich wird dann immer dichter, bis der Platz zu eng wird.<eop>Kluge Gärtner graben die Zwiebeln aus, wenn das Kraut abgestorben ist. Man kann dann die Mutterzwiebel und die Tochterzwiebeln voneinander trennen und trocknen lassen. Im Herbst sollte man sie wieder einpflanzen, damit sie im Winter schon Wurzeln bilden können. Diese Art von Tulpenvermehrung ist einfach und gelingt jedem Kind.<eop>Die zweite Art der Vermehrung erledigen Insekten, vor allem Bienen. Die tragen den Pollen von den männlichen Staubfäden auf die weibliche Narbe. Nach der Befruchtung entwickeln sich im Stempel die Samen. Der Stempel wird dabei ganz dick. Die Samen fallen dann auf die Erde. Daraus wachsen im nächsten Jahr kleine Tulpenzwiebeln.<eop>In diese Art der Vermehrung greift manchmal der Mensch ein. Er sucht sich die männlichen und die weiblichen Teile sorgfältig aus und erledigt die Bestäubung von Hand. Das nennt man „Kreuzung“, das ist eine Methode der Zucht. So entstehen per Zufall oder gezielt neue Sorten in verschiedenen Farben. Es gibt so auch gekräuselte Tulpen oder solche mit gezackten Blütenblättern.<eop>Was war der Tulpenwahn? Die ersten Tulpen kamen erst nach dem Jahr 1500 nach Holland. Nur reichere Leute hatten dafür Geld. Vorerst tauschten sie untereinander Tulpenzwiebeln aus. Später verlangten sie dafür Geld. Besondere Züchtungen bekamen auch besondere Namen, zum Beispiel „Admiral“ oder sogar „General“.<eop>Immer mehr Menschen wurden verrückt nach Tulpen und ihren Zwiebeln. Deshalb stiegen die Preise stark an. Der Höhepunkt war im Jahr 1637. Von der teuersten Sorte wurden einmal drei Zwiebeln für 30.000 Gulden verkauft. Dafür hätte man in Amsterdam die drei teuersten Häuser kaufen können. Oder anders gerechnet: Für diesen Betrag hätten 200 Männer ein Jahr lang arbeiten müssen.<eop>Kurz darauf fielen aber diese Preise in sich zusammen. Viele Menschen verarmten, weil sie für ihre Tulpenzwiebeln sehr viel Geld ausgegeben hatten, sie aber niemals für diesen Betrag weiterverkaufen konnten. Ihre Wette auf immer höhere Preise ging also nicht auf.<eop>Es gab schon vorher Beispiele dafür, dass Waren immer teurer wurden. Ein Grund dafür war, dass Leute die Waren in der Hoffnung aufkauften, dass sie diese später zu einem höheren Preis wieder verkaufen konnten. Das nennt man „Spekulation“. Wenn das so extrem wird, nennt man es eine „Spekulationsblase“.<eop>Es gibt heute viele Erklärungen dafür, weshalb die Tulpenpreise so plötzlich einbrachen. Einig sind sich die Wissenschaftler darin, dass hier zum ersten Mal in der Geschichte eine Spekulationsblase geplatzt ist und viele Leute ruiniert hat. Das war ein Wendepunkt in der Geschichte der Wirtschaft. <eop><eop>"}, {"title": "Turbine", "id": 899, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Turbine", "text": "Die Turbine ist eine Maschine, die durch Wasser, Wind, Dampf oder Gas angetrieben wird. Dadurch beginnt sich der innere Teil um die eigene Achse zu drehen. Das lateinische Wort „turbare“ bedeutet: drehen. Mit der Turbine wird ein Generator verbunden, der macht elektrischen Strom. <eop>Das Feuer war die erste Naturkraft, welche der Mensch für seine Bedürfnisse nutzte. Die zweite war die Nutzung des Windes, die Dritte die Nutzung der Wasserkraft: Damit ließen sich Pumpen, Mühlen, riesige Hämmer und vieles anderes mehr betreiben. Sie ersetzten die Kraft von Menschen oder von Tieren.<eop>Turbinen sind eigentlich Wasserräder, die man weiterentwickelt hat. Sie sind heute so wichtig, weil sie fast den gesamten elektrischen Strom auf der Welt herstellen. Dies gilt auch für Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke. Ohne Turbinen kann man elektrischen Strom fast nur mit Solarpanels herstellen. Das gibt es erst seit recht kurzer Zeit.<eop>Welche Arten von Turbinen gibt es? Es kommt darauf an, womit die Turbine angetrieben wird. Bei den Wasserturbinen gibt es zwei verschiedene Systeme: Die einen stehen in einem Fluss mit einer Staumauer. Da gibt es sehr viel Wasser, aber es fällt nicht weit herunter. Es fließt auch langsam. Diese Turbinen haben wenige Schaufeln wie bei einer Schiffsschraube, aber sie sind riesig.<eop>Die anderen Wasserturbinen stehen in den Bergen. Der Stausee liegt hoch oben. Dort fließt viel weniger Wasser durch die Röhren herunter, dafür kommt es mit einem sehr hohen Druck und mit einer hohen Geschwindigkeit in die Maschine. Diese Turbine hat mehr Schaufeln, dafür sind sie kleiner.<eop>Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke machen Wasser heiß. Dadurch entsteht Dampf. Der drückt aus dem Behälter heraus und treibt die Dampfturbine an. Diese hat sehr viele Schaufeln, dafür sind sie recht klein. Diese Turbinen sehen einem Flugzeugtriebwerk schon ähnlich.<eop>Gasturbinen sind den Flugzeugtriebwerken noch ähnlicher. Sie haben noch mehr und noch kleinere Schaufeln. Bevor das Gas und die Luft in die Turbine gelangen, wird das Gemisch zusammengepresst. So wird die Turbine noch stärker.<eop>Die heutigen Windturbinen haben nur drei Flügel. Man nennt sie Rotorblätter. Ihre Form sieht den Flugzeugflügeln sehr ähnlich und sie können bis zu 100 Meter lang sein.<eop><eop>"}, {"title": "Türkei", "id": 900, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Türkei", "text": "Die Türkei ist ein Land im Süd-Osten von Europa und im Westen von Asien. Der größte Teil liegt in Asien, er wurde früher auch Kleinasien genannt. Das Land hat knapp so viele Einwohner wie Deutschland. Es ist aber mehr als doppelt so groß. Die Hauptstadt Ankara liegt in der Mitte des Landes, die größte Stadt aber ist Istanbul.<eop>Die Türkei liegt zwischen zwei Meeren: Das Mittelmeer liegt im Westen und Süden, und das Schwarze Meer im Norden. Die Landschaft besteht zum größten Teil aus Gebirge. Der höchste Berg, der Große Ararat, ist über 5000 Meter hoch. Es gibt wichtige Naturschutzgebiete und Orte, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelten. <eop>Die Türkei gibt es seit dem Jahr 1923. Sie heißt mit vollem Namen „Republik Türkei“. Seit 2018 hat das Land ein Präsidial-System, womit Präsident Recep Tayyip Erdoğan noch mehr Macht hat. Seit vielen Jahren will die Türkei der Europäischen Union beitreten und verhandelt mit Europa. Bisher kam es jedoch nicht zu einem Beitritt. Viele europäische Länder denken, dass die Türkei zu wenig demokratisch ist und die Menschenrechte zu wenig beachtet.<eop>Die Dienstleistungen wachsen. Es gibt viele Arbeitsplätze in Banken, Versicherungen, in der Freizeit, rund ums Essen, beim Transport und so weiter. Auch die Industrie wächst. Sie wird moderner und immer wichtiger, vor allem in den großen Städten. Die Landwirtschaft wird dafür unwichtiger. Viele Menschen verdienen mehr Geld als früher. <eop>In der Türkei leben nicht nur Türken, sondern auch viele Kurden und andere Minderheiten. Seit etwa 1970 sind viele Türken in europäische Länder gezogen, um dort zu arbeiten, auch nach Deutschland.<eop>Was ist früher in der Türkei passiert? Auf dem Gebiet der Türkei lebten lange Zeit Menschen, die Griechisch sprachen. Deshalb gibt es in der Türkei heute noch viele Sehenswürdigkeiten und Ruinen aus der Zeit des Alten Griechenlands. Am Ende des Mittelalters zogen die Türken aus der Mitte Asiens nach Westen. 1453 hatten sie das Gebiet erobert, das heute die Türkei ist. Damals und später eroberten sie auch noch große Teile von Nordafrika und von Südosteuropa. Weil die Herrscher „Osmanen“ hießen, spricht man vom Osmanischen Reich.<eop>Nach dem Ersten Weltkrieg zerbrach das Osmanische Reich. Seit 1922 gibt es die heutige Türkische Republik. Der Staatsgründer Kemal Atatürk hat das Land moderner gemacht. Er hat zum Beispiel das arabische Alphabet durch das lateinische Alphabet ersetzt, also mit Buchstaben, wie wir sie mehr oder weniger auch im Deutschen kennen. <eop>Seit dem Jahr 2014 ist Recep Tayyip Erdogan Präsident. Er zog immer mehr Macht an sich. Im Jahr 2018 wandelte er die Republik in ein Präsidial-System um und bekam dadurch noch mehr Macht.<eop>Was muss man über die Menschen in der Türkei wissen? In der Türkei leben viele verschiedene Völker. Etwa 71 von 100 Einwohnern sind Türken. Die zweitgrößte Gruppe sind die Kurden mit etwa 12 von 100 Einwohnern. Dann gibt es noch viele weitere, kleinere Völkergruppen. Die meisten Menschen sind Moslem.<eop>Viele Kurden leben nicht nur in der Türkei, sondern auch in Syrien, im Iran und im Irak. Sie haben auch eine eigene Sprache, die mit dem Türkischen gar nichts zu tun hat. Kurden und Türken leben auch sehr unterschiedlich. Man sagt: Sie haben eine andere Kultur. Die Kurden möchten deshalb schon lange einen eigenen Staat bilden. Dies ist ihnen jedoch bisher nicht gelungen.<eop>Wer hat in der Türkei das Sagen? Die Türkei hat eine Verfassung. Das Volk wählt das Parlament. Die Regierung, das Parlament und die Gerichte sind jedoch nicht wirklich voneinander unabhängig. Auch das Militär greift immer wieder in die Politik ein. Die Armee hat schon dreimal die Macht übernommen und über das Land bestimmt.<eop>Es gibt auch keine richtige Pressefreiheit. Das bedeutet: Nicht jeder darf eine Zeitung schreiben oder in einer Zeitung berichten, wie er die Dinge sieht. Viele Menschen sind deswegen schon ins Gefängnis gekommen oder ins Ausland geflüchtet.<eop>Kleine Volksgruppen oder Religionsgemeinschaften wie die Christen werden immer wieder vom Staat bedrängt. Sie können sich nicht so entwickeln und so leben, wie sie es sich selber wünschen.<eop>Immer wieder gibt es Vorwürfe, dass Menschen gefoltert werden. Es gab deswegen auch schon viele Verfahren vor Gericht. Dabei kam es auch zu Verurteilungen. An den Vorwürfen muss also etwas dran sein.<eop>Wofür ist die Türkei bekannt? Bei uns ist die Türkei vor allem als Ferienort bekannt. Es gibt wunderschöne Strände. Dort sind die Winter kurz, weil es im östlichen Mittelmeer wärmer ist als im westlichen Teil. Urlaub in der Türkei ist viel billiger als in Mitteleuropa. Das bringt viele Touristen dorthin.<eop>In der Türkei gibt es viele Orte, die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden. Dazu gehören Moscheen, Städte, Festungen, Karawansereien, Thermalquellen und viele andere Sehenswürdigkeiten. Ganz wichtig ist Istanbul, die größte Stadt. Es gibt auch viele Naturschutzgebiete. Sie liegen an Küsten oder im Landesinneren. Das wohl bei uns bekannteste türkische Gericht ist der Kebab. <eop>Wie verdient man in der Türkei sein Geld? Das kommt sehr darauf an, von welchem Landesteil man spricht: Im Westen gibt es viel Dienstleistungen und Industrie. Dort verdienen die Leute mehr Geld als früher und sie können sich damit mehr leisten.<eop>Eine wichtige Dienstleistung ist der Verkehr. Die Türkei liegt zwischen Asien und Europa. Viele Transportwege führen also durch die Türkei. Das Meer ist ebenfalls ein wichtiger Transportweg. Es führt zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil der Türkei hindurch. Für Erdöl und Erdgas führen Röhren durch das Land, die man „Pipeline“ nennt, sprich: Peip-lein. <eop>Im Osten ist vieles noch wie früher. In der Landwirtschaft braucht es viel Handarbeit. Viele Bauernbetriebe sind sehr klein. In den trockenen, gebirgigen Gegenden leben weniger Kühe, dafür mehr Schafe und Ziegen. Das gibt viel Arbeit und bringt wenig Geld ein. Gerade in diesen Gegenden erhalten viele Familien Geld von Verwandten, die nach Westeuropa ausgewandert sind.<eop>Der Tourismus bringt dem Land viel Geld ein. Er schafft viele Arbeitsplätze. Darunter gibt es auch Anstellungen für Leute, die keinen Beruf erlernt haben, zum Beispiel als Zimmermädchen in einem Hotel, als Hilfsgärtner rund um Hotels oder als Taxifahrer.<eop> "}, {"title": "Tyrannosaurus", "id": 901, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Tyrannosaurus", "text": "Der Tyrannosaurus war ein Dinosaurier. Er ist heute einer der bekanntesten Dinosaurier überhaupt. Es gibt viele Filme und Bücher, in denen der Tyrannosaurus vorkommt. Der Name bedeutet in etwa „König der Echsen“.<eop>Diese Dinosaurier lebten vor über 68 Millionen Jahren in Nordamerika. Sie wurden bis zu zwölf Meter lang und liefen auf ihren großen, kräftigen Hinterbeinen. Ein langer Schwanz half ihnen dabei, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Die Vorderbeine waren eher kurz. Die großen und scharfen Zähne des Tyrannosaurus deuten darauf hin, dass er ein Fleischfresser war.<eop> Welche Irrtümer gab es über diesen Dinosaurier? Von Dinosauriern sind fast nur Knochen übrig geblieben. Aber es wurden immer nur ein paar Knochen eines Dinosauriers gefunden und nicht etwa das gesamte Skelett. Für die Wissenschaftler ist es sowieso schwierig, nur an den Knochen zu erkennen, wie ein bestimmter Dinosaurier ausgesehen hat. Man muss dann vermuten, wie dick er war, welche Farbe seine Haut hatte, ob er Federn hatte und so weiter.<eop>Beim Tyrannosaurus dachte man lange Zeit, dass er aufrecht gegangen ist und dass er sich auf seinen langen, dicken Schwanz aufgestützt hat. Heute weiß man aber: Der Tyrannosaurus ist mit Vögeln verwandt, und so ähnlich lief er wohl auch. Der Oberkörper war nach vorne gebeugt, und der Schwanz sorgte für das Gleichgewicht.<eop>Im Film „Jurassic Park“ ist der Tyrannosaurus ein schneller Läufer: Er verfolgt seine Beute, also die Tiere, die er fressen will. In Wirklichkeit konnte er bestimmt nicht so gut rennen wie im Film. Vielleicht hat er weniger gejagt, sondern eher Tiere gefressen, die schon tot waren. Diese Beute nennt man Aas.<eop> Warum sagt man auch Tyrannosaurus rex? Um das Jahr 1900 hat man Knochen gefunden, mit deren Hilfe Wissenschaftler herausgefunden haben, dass es mal eine bestimmte Art von Dinosauriern gegeben hat. Wegen des großen Gebisses nannte man diese Art „König der Echsen“. Mit griechischen Wörtern wurde daraus der Name Tyrannosaurus.<eop>Tyrannosaurus ist eine Gattung von Tieren, eine Gruppe unterschiedlicher Arten. Bislang kennt man nur eine einzige Art aus dieser Gattung. Man hat ihr den Namen Tyrannosaurus rex gegeben. Rex ist Lateinisch und heißt König. Tyrannosaurus rex bedeutet deshalb eigentlich: König der Königsechsen.<eop>"}, {"title": "Uhr", "id": 902, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Uhr", "text": "Eine Uhr ist ein Gerät, das die Zeit anzeigt. So weiß man, wie spät es ist. Beim Wort Uhr denken die meisten Leute heute wohl an eine Armbanduhr oder an eine Wanduhr. Die Uhrzeit lesen sie selbst aber oft von einem digitalen Gerät ab, etwa vom Smartphone.<eop>Eine Uhr ist also ein Instrument, um die Zeit zu messen. Oder sie sagen Uhr und meinen eigentlich die Uhrzeit. Unser Wort Uhr kommt vom lateinischen Wort „hora“. In die deutsche Sprache kam es schon im Mittelalter, und zwar über das Französische. Damals meinte man damit vor das Gebet, das man zu einer bestimmten Stunde sprach.<eop>Früher haben die Menschen nach der Sonne geschaut. Eine Sonnenuhr ist ein Stab, der einen Schatten wirft. Am Schatten konnte man erkennen, wie viel Uhr es war. Später benutzte man auch Wasserbehälter mit einem Loch drin, oder einen Behälter mit Sand und einem Loch, eine Sanduhr und man konnte sagen wieviel Wasser oder Sand denn schon verflossen ist.<eop> Wie hat man früher die Zeit gemessen? Im Mittelalter hat man mechanische Uhren erfunden. Das waren die ersten, die \"tik-tak\" machten, also irgendetwas enthielten, das hin- und herschwingt. Am besten sieht man das bei großen Uhren wie bei einer Pendeluhr, wie der Zytglogge in Bern. Sie funktionieren mit Zahnrädern. Es war nämlich wichtig zu wissen, wann man zu arbeiten hatte oder wann der Gottesdienst begann. Am Ende des Mittelalters konnte man sogar Uhren bauen, die in eine Tasche passten.<eop>Heute brauchen die meisten Uhren Strom. Da schwingt dann ein Kristall, tausende Mal in der Sekunde. Man hängt eine Uhr an die Wand, stellt sie in der Wohnung auf oder trägt sie am Handgelenk. Außerdem haben viele Leute ein Gerät wie einen Tablet-Computer oder ein Smartphone, das auch die Uhrzeit anzeigt. Eine andere Uhr brauchen sie gar nicht mehr. <eop>Die genaueste Uhr ist die Atomuhr. In fünf Millionen Jahren geht sie höchstens eine Sekunde falsch. Sie wird in der Wissenschaft und der Raumfahrt genutzt. Da schwingen Mikrowellen wie in einem Mikrowellenherd, Millionen Mal in der Sekunde.<eop> <references/> "}, {"title": "Umwelt", "id": 903, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Umwelt", "text": " Mit dem Wort Umwelt meint man zunächst die Umgebung, also alles was um einen herum ist. Umwelt ist aber mehr als das. Alle Lebewesen sind von ihrer Umwelt abhängig und umgekehrt. Die Umwelt verändert die Lebewesen und die Lebewesen verändern ihre Umwelt. Umwelt und Lebewesen haben viel miteinander zu tun. Heute meint man deshalb mit dem Wort Umwelt oft die gesamte Natur.<eop>Den Ausdruck „Umwelt“ gibt es erst seit etwa 200 Jahren. Richtig wichtig wurde er aber erst in den Jahren nach 1960. Da stellten manche Leute nämlich fest, dass die Menschen einen schlechten Einfluss auf die Umwelt ausüben. Vor allem verschmutzten sie die Umwelt: Abgase aus Autos und Heizungen verpesteten die Luft. Toilettenspülungen und Abwässer von Fabriken verdreckten die Flüsse, Seen und Meere. Immer mehr Menschen wollten das nicht und haben mit dem Umweltschutz begonnen.<eop>Heute spricht man auch oft von „Nachhaltigkeit“. Das bedeutet, dass man alles so tun sollte, dass es ewig so weitergehen könnte. In der Natur ist das so: Es gibt zum Beispiel den Wasserkreislauf, der nie aufhört. Tiere fressen Pflanzen. Ihr Kot ist Dünger für den Erdboden. So wachsen neue Pflanzen. Das kann ewig so weitergehen. Derzeit brauchen wir Menschen aber viel mehr Erdöl, Erdgas und andere Bodenschätze, als sie sich neu bilden können. Irgendwann werden also keine mehr da sein. Und vor allem verschmutzen wir mit diesem übermäßigen Verbrauch unsere Umwelt. Das ist nicht nachhaltig, also nicht umweltgerecht.<eop>Seit den Jahren nach 1970 begannen auch die Schulen, mehr über die Umwelt zu sprechen. Sie wollen den Kindern auch beibringen, wie sie sich umweltgerecht verhalten sollten. Fächer wie Naturkunde, Geografie und Geschichte bekamen gemeinsame Übertitel wie zum Beispiel „Mensch und Umwelt“. An den Universitäten haben Naturwissenschaftler aus vielen Fächern wie Biologie, Geologie oder Chemie begonnen, Umweltwissenschaften zu lehren. Ein Teil davon ist auch die Ökologie. In diesem Fach wird geforscht, wie man schonend mit der Umwelt umgeht.<eop><eop>"}, {"title": "Umweltschutz", "id": 904, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Umweltschutz", "text": "Beim Umweltschutz sorgt man dafür, dass die Umwelt nicht geschädigt wird. Die Umwelt ist die im weitesten Sinn die Erde, auf der wir leben. Der Umweltschutz entstand in der Zeit, als die Menschen merkten, wie weit es mit der Umweltverschmutzung bereits gekommen ist.<eop>Beim Umweltschutz geht es einerseits darum, der Umwelt keine weiteren Schäden zuzufügen. Deshalb wird Abwasser gereinigt, bevor es in einen Fluss geleitet wird Möglichst viele Dinge werden wiederverwertet anstatt weggeworfen, das nennt man Recycling, sprich: Riseikling. Müll wird verbrannt und die Asche richtig gelagert. Wald wird nicht kahlgeschlagen, sondern es werden nur so viele Bäume gefällt, wie nachwachsen. Es gibt noch viele weitere Beispiele.<eop>Andererseits geht es aber auch darum, alte Schäden an der Umwelt möglichst gut zu beheben. Als einfachstes Beispiel sammelt man den Müll im Wald oder in Gewässern wieder ein. Oft tun das Schulklassen. Man kann auch Gifte wieder aus dem Erdboden herausholen. Dazu braucht es besondere Betriebe und es kostet viel Geld. Abgeholzte Wälder kann man wieder aufforsten, also neue Bäume pflanzen. Auch dazu gibt es noch viele weitere Beispiele.<eop>Besonders wichtig ist der Umgang mit der Energie. Es gibt heute sparsamere Autos. Häuser können gedämmt werden, damit man weniger heizen muss. Es gibt auch neue Heizsysteme, die fast oder gar kein Erdöl oder Erdgas mehr verbrauchen. In vielen Bereichen funktioniert das aber noch nicht. Der Flugverkehr beispielsweise nimmt sehr stark zu und verbraucht immer mehr Treibstoff, obwohl die einzelnen Flugzeuge weniger verbrauchen..<eop>Die Menschen sind sich heute uneinig darüber, wie viel Umweltschutz sie betreiben wollen und wie. Viele Staaten haben dazu Gesetze, die sind verschieden streng, und noch lange nicht alle Staaten haben welche. Ein Teil der Menschen will keine Vorschriften haben und meint, es soll alles freiwillig sein. Manche Menschen wollen auf eine Steuer auf Produkte, die die Umwelt schädigen. Dadurch sollen die anderen Produkte billiger sein und eher gekauft werden.<eop>"}, {"title": "Umweltverschmutzung", "id": 905, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Umweltverschmutzung", "text": " Umweltverschmutzung geschieht, wenn der Mensch seine Abfälle nicht richtig beseitigt, sondern sie einfach der Umwelt überlässt. Das kann Plastik sein, der achtlos weggeworfen wird, aber auch Klo-Spülungen, die nicht in eine Kläranlage geleitet werden. Auch die Abgase von Autos, Flugzeugen und Heizungen verschmutzen die Umwelt, ebenso Abfälle aus dem Bergbau und aus vielen weiteren Dingen, die der Mensch tut.<eop>Umweltverschmutzung der großen Art gibt es etwa seit der Industrialisierung. Schon damals bemerkte man, dass um viele Fabriken der Schnee vom Rauch schwarz wurde. Durch die Herstellung von Leder oder in Färbereien gelangten viele Stoffe in die Gewässer. Sie wurden dadurch farbig, schäumten und stanken. <eop>In den Jahren nach 1960 waren viele Gewässer so stark verschmutzt, dass man auch an vielen berühmten Stränden nicht mehr baden konnte. Später merkten die Menschen, wie schmutzig mancherorts auch die Luft ist. Das sah man auch daran, dass einige Wälder krank wurden und abstarben. Man sprach damals vom Waldsterben. Aus diesen Gründen entstand ein neuer Gedanke: der Umweltschutz.<eop>In kurzer Zeit entdeckten Chemiker, dass es Plastik nicht nur in großen, sichtbaren Teilen überall gibt. Es gibt auch unzählige winzige Teile, den Mikroplastik. Dieser winzig kleine Plastikabfall verteilt sich mittlerweile über die ganze Welt und es gibt ihn sogar in der Antarktis, wo so gut wie keine Menschen wohnen. Die Umweltverschmutzung hat also in gewissen Bereichen laufend zugenommen.<eop>Wie wird die Umwelt verschmutzt? Am besten sieht man die Umweltverschmutzung, wenn Abfälle achtlos liegengelassen werden. Plastik liegt dann an Straßenrändern oder auf Feldern, aber auch Zigarettenschachteln, Verpackungen von Esswaren und vieles anderes mehr. Das sieht unschön aus. Es ist aber auch gefährlich: Kühe zum Beispiel verschlucken Abfälle mit dem Gras. An einer Alu-Dose können sich Menschen und Tiere verletzen. Auch giftige Stoffe können in die Natur gelangen, wenn der Abfall sich mit der Zeit zersetzt. Abfall aus Plastik oder Metall braucht zum Teil viele Jahrzehnte bis er sich zersetzt.<eop>Eine weitere Art ist die Verschmutzung der Gewässer. In Flüssen, Seen und Meeren befindet sich heute schon sehr viel Abfall. Schildkröten zum Beispiel fressen Plastik, weil sie meinen, es seien Quallen. Mit der Zeit sterben sie daran. Es gibt aber auch die unsichtbare Verschmutzung der Gewässer durch Gift. Aus vielen Chemie-Fabriken gelangen heute noch giftige Stoffe in die Gewässer, die Tiere krank machen und sogar töten können. Reste von Medikamenten gelangen durch den Urin ins Abwasser. Sie können zum Beispiel bei Fischen dazu führen, dass sie keine gesunden Jungen mehr kriegen.<eop>Eine dritte Art ist die Verschmutzung der Luft. Abgase aus Autos, Flugzeugen und Heizungen enthalten immer einen Anteil an giftigen Gasen. Auch durch Unfälle in Chemie-Fabriken gelangen solche Gifte in die Umwelt. In einigen Ländern verbrennen die Menschen Computer, andere Elektrizität-Teile oder Kabel, um später die wertvollen Teile wie Kupfer aufzusammeln. Solche Feuer belasten die Umwelt und die Menschen besonders stark. Auch das viele Kohlendioxid, das im Verkehr und in vielen Kraftwerken und Fabriken ausgestoßen wird, verschmutzt die Umwelt.<eop>Eine vierte Art der Verschmutzung betrifft die Böden. Durch die Landwirtschaft gerät an vielen Orten zu viel Dünger in die Erde. Das kann sich zum Beispiel schädlich auf das Grundwasser auswirken. Auch von Spritzmitteln lagern sich viele Rückstände in den Böden ab. Besonders schlimm sind Gifte, die achtlos weggekippt werden, zum Beispiel Reste von Spritzmitteln, aber auch Benzin, Öl und andere Flüssigkeiten.<eop>Eine fünfte Art der Verschmutzung geschieht durch Atomkraftwerke oder Atombomben. Sie senden unsichtbare Strahlungen in die Umwelt. Menschen, Tiere und Pflanzen werden davon krank und können daran sterben. Auch die Abfälle, die in Atomkraftwerken entstehen, strahlen noch während tausenden von Jahren weiter. Man weiß bis heute noch nicht recht, wo man Atom-Abfälle lagern soll.<eop>Viele Menschen zählen heute auch die Strahlung durch Handys und ihrer Antennen zur Umweltverschmutzung. Andere zählen den Lärm dazu, der vor allem durch den Verkehr, aber auch durch Kirchenglocken entsteht. Auch zu viel Licht zählen viele Leute zur Umweltverschmutzung, weil es die Tiere und Pflanzen in ihrem natürlichen Leben stört.<eop>Was ist für die Umwelt besonders schlimm? Es kommt darauf an, ob die Stoffe stark giftig sind, wie viel es davon hat, wo sie sich befinden und ob sie in der Natur von selbst verschwinden. Schwermetalle wie Blei oder Cadmium sind besonders giftig. Davon braucht es nur sehr wenig, um die Natur zu schädigen. Dabei ist es egal, wo sich diese Giftstoffe befinden.<eop>Kohlendioxid ist ein Gas. Es entsteht nicht nur bei einer Verbrennung, sondern auch in den meisten Lebewesen. Auch wir Menschen atmen Kohlendioxid aus. Die grünen Teile in den Pflanzen bauen das Kohlendioxid wieder ab, das wäre ein natürlicher Kreislauf. Aber durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entsteht so viel Kohlendioxid, dass ein Klimawandel eingesetzt hat. Auf der Welt wird es immer wärmer.<eop>Als drittes ist es wichtig, wo sich die Stoffe befinden. Plastik ist am Straßenrand weniger schlimm als im Meer, weil es dort von Schildkröten und Fischen gefressen werden kann. Uran ist im Atomkraftwerk weniger schlimm, als wenn dieses explodiert und sich das Uran in der Umwelt verteilt.<eop>Wichtig ist auch, wie lange die ungewünschten Dinge in der Umwelt bleiben. Eine Bananenschale verschwindet durch die Natur sehr schnell. Eine Alu-Dose braucht über hundert Jahre, eine Pet-Flasche etwa 500 Jahre. Abfälle aus Atomkraftwerken strahlen etwa 100.000 Jahre lang. Glas baut sich in der Natur fast gar nicht ab. Es bleibt also fast ewig liegen.<eop>Kann es noch schlimmer kommen als die Umweltverschmutzung? Noch schlimmer als die Umweltverschmutzung ist die Umweltzerstörung. Durch die Abholzung gehen Regenwälder für immer verloren. Dieser Teil der Umwelt ist somit zerstört. Auch wenn ein Sumpf oder ein Moor trockengelegt wird, ist die ursprüngliche Umwelt für immer zerstört.<eop>Auch durch den Bergbau kann die Umwelt zerstört werden. Dies gilt für den Tagebau, also dort, wo die Erde abgetragen wird, um an Bodenschätze wie Kohle oder an bestimmte Metalle zu kommen. Auch der Abbau von Kies für Beton kann sich so auswirken. Solche Beispiele gibt es auch in unseren Ländern.<eop>Auch Betriebsunfälle können die Umwelt in einem bestimmten Gebiet zerstören. Durch Unfälle in Chemie-Fabriken können starke Gifte in die Luft und in die Gewässer gelangen. Der Unfall im Atomkraftwerk Tschernobyl zerstörte die Umwelt in einem weiten Umkreis. <eop>"}, {"title": "Unfall", "id": 906, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Unfall", "text": "Bei einem Unfall passiert plötzlich etwas, bei dem unfreiwillig Menschen oder Sachen verletzt oder beschädigt werden. Es kommt also zu Personenschaden oder Sachschaden oder zu beidem. Auch unsere Umwelt kann durch Unfälle Schaden nehmen, zum Beispiel durch extreme Wasser- oder Luftverschmutzung. <eop>Unfälle unterscheidet man danach, wann sie passiert sind. So gibt es Unfälle bei der Arbeit, im Verkehr und mit Autos, in der Freizeit oder beim Sport. Viele Unfälle geschehen, weil Menschen nicht aufpassen oder Fehler machen. Tatsächlich passieren viele Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kommen, bei irgendeiner Hausarbeit, zum Beispiel weil jemand von einer Leiter fällt oder einen Stromschlag bekommt. <eop> Wie kommt es zu Unfällen? Für Unfälle gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Zu ihnen zählen Nachlässigkeit und menschliches Versagen, wenn also jemand etwas schlecht oder falsch gemacht oder etwas Notwendiges unterlassen hat. Ein weiterer Grund für Unfälle können technische Mängel oder fehlerhafte Maschinen oder Bauteile sein. <eop>Oft passieren Unfälle, obwohl man alles richtig gemacht hat, alle Dinge in Ordnung sind und nichts darauf hindeutet, dass gleich etwas passieren könnte. Wenn dann doch etwas geschieht, spricht man von „Höherer Gewalt“. Oft spielt der Zufall eine Rolle, was dann hin und wieder eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ genannt wird.<eop> Kann man Unfälle verhindern? Bei allem, was Menschen tun, versucht man darauf zu achten, dass durch ihr Handeln oder ihre bloße Anwesenheit nichts geschehen könnte, was anderen Lebewesen oder Dingen schadet. Es wird viel daran gearbeitet, die Ursachen für Unfälle herauszufinden und die Umstände, unter denen sie passieren. So lernt man die Risiken kennen, die zu Unfällen führen, und kann sie dann besser vermeiden. Es gibt Gesetze, die beispielsweise vorschreiben, wie ein bestimmter Arbeitsplatz auszusehen hat, damit dort Unfälle so gut wie ausgeschlossen werden können. Vollkommen verhindern kann man sie aber trotzdem nicht. <eop>Ein Beispiel: Bevor wir über eine Straße gehen, schauen wir erst rechts, dann links. Nur wenn kein Auto kommt, gehen wir hinüber zur anderen Straßenseite. Nichts kann also passieren. Wir passen auf. Es werden aber trotzdem jedes Jahr hunderte Menschen beim Überqueren einer Straße überfahren. Vielleicht haben sie nicht richtig nach rechts und links geschaut. Nur der Autofahrer, der in den Unfall verwickelt war, hat vielleicht gerade sein Handy gesucht oder sich eine Zigarette angezündet und war deshalb abgelenkt. Oft sind es reine Zufälle, die zu Unfällen führen - trotz Vorsicht aller Beteiligten und Anstrengungen, um alles sicher zu machen.<eop> Was sind Unfallfolgen? Da bei einem Unfall immer auch ein Schaden entsteht, muss dieser irgendwie beglichen und behoben werden. Mit den Folgen eines Unfalls haben also in erster Linie die zu tun, die einen Unfall verursachen, und die, die dadurch einen Schaden erleiden. Die Beseitigung von Sachschäden kann zum Beispiel in einer Reparatur dessen bestehen, was beim Unfall kaputt gegangen ist. Ist eine Reparatur nicht möglich, kommt es zu einem Austausch des kaputten Gegenstandes gegen einen neuen.<eop>Bei Personenschäden funktioniert das ganz ähnlich. Die Person, die durch einen Unfall einen Schaden an ihrer Gesundheit erlitten hat, muss in ärztliche Behandlung, vielleicht sogar ins Krankenhaus. Bis sie wieder ganz gesund ist, kann es Tage, Wochen und Monate dauern. Während dieser Zeit kann sie nicht arbeiten und verdient auch kein Geld. Vielleicht bleibt die Person auch für immer krank oder doch so körperlich eingeschränkt, dass sie nie mehr arbeiten kann - oder vielleicht nur wenig. Das ist nicht nur schlimm für die Person selbst, sondern oft auch für die Familie.<eop>Ob Personenschaden, Sachschaden oder Umweltschaden: Ein Unfall kostet meist Geld, um die Folgen auszugleichen oder zu beseitigen. Bezahlen muss das derjenige, der den Unfall verursacht hat. Schwierig wird es allerdings, wenn es niemanden gibt, der für einen Unfall verantwortlich gemacht werden kann. Meistens gibt es für solche Fälle entsprechende Versicherungen, die diese Kosten dann übernehmen sollten. Nicht selten bleibt aber ein Unfallopfer auch auf seinen Kosten sitzen.<eop>"}, {"title": "Ungarn", "id": 907, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ungarn", "text": "Ungarn ist ein Land in der Mitte Europas. Es befindet sich östlich von Österreich und nördlich der Balkan-Halbinsel. Das Land ist mehr als doppelt so groß wie die Schweiz und hat etwas mehr Einwohner. Es ist sowohl Mitglied in der NATO, als auch in der Europäischen Union. <eop>Die einheimischen Bewohner Ungarns werden auch Magyaren genannt. Sie sprechen Ungarisch als Muttersprache. Diese Sprache ist mit anderen europäischen Sprachen kaum verwandt, nur entfernt mit Finnisch und Estnisch. Außerdem leben Magyaren noch in Nachbarländern, vor allem in Rumänien und der Slowakei. <eop>Die meisten Ungarn sind Christen, mehr als die Hälfte davon katholisch. Ungefähr einer von zehn Ungarn ist Kalvinist, glaubt also an die Lehre von Johannes Calvin. Die meisten dieser Kalvinisten leben in Debrecen, der zweitgrößten Stadt Ungarns. Muslime und Juden gibt es nur wenige.   <eop>Bis zum Ersten Weltkrieg bildete Ungarn zusammen mit Österreich die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, die auch über andere Länder Europas herrschte. Seit dem Jahr 1918 ist das Land wieder eigenständig. Zu den Dingen, die man aus Ungarn kennt, gehören neben Speisen wie Gulasch und Salami auch manche Erfindungen wie der Zauberwürfel, das Hologramm oder der Kugelschreiber. <eop> Wie sieht das Land aus? Ungarn ist ein Binnenland, liegt also nicht am Meer. Von Osten nach Westen ist es rund 450 Kilometer breit, von Norden nach Süden sind es etwas mehr als 200. Der größte Fluss Ungarns ist die Donau, an der sich auch die Hauptstadt Budapest befindet. Ein weiterer großer Fluss ist die Drau im Süden. Sie bildet die Grenze zu Kroatien. <eop>Im Südosten und um die großen Flüsse ist die Landschaft eher flach. Östlich von der Donau befindet sich die Puszta, eine flache Graslandschaft mit wenigen Bäumen. Der Rest des Landes ist hügelig bis gebirgig. Die höchste Erhebung Ungarns ist der Berg Kékes im Norden des Landes. Er ist 1014 Meter hoch. <eop>In Ungarn befindet sich mit dem Plattensee der größte See Mitteleuropas. Die Ungarn nennen ihn Balaton. Er ist ein beliebtes Touristenziel. Auch der Neusiedlersee an der Grenze zu Österreich wird von vielen Touristen besucht. <eop>Wovon leben die Menschen? In Ungarn gibt es viel Industrie. Bekannte deutsche Unternehmen bauen hier ihre Autos. Es gibt aber auch eigene Automarken. <eop>Auch andere Zweige sind wichtig. Große Unternehmen suchen und fördern in verschiedenen Ländern nach Erdöl und Erdgas. Sie bauen Raffinerien um aus den Rohstoffen fertige Produkte wie Benzin oder Diesel herzustellen. <eop>Der Handel beschäftigt viele Menschen. Der Import und Export eigener und fremder Produkte bringt viel Wohlstand. <eop>Eine wichtige Rolle spielt auch der Tourismus. Auf jeden Ungarn trifft es jährlich etwa ein-einhalb Touristen. Sie besuchen vor allem Budapest, die Puszta und den Plattensee. Wichtig sind aber auch die heißen Quellen, über 350 an der Zahl. Sie ziehen sehr viele Gäste an.<eop> Was ist früher in Ungarn passiert? Die Magyaren stammen ursprünglich aus Asien, wahrscheinlich aus dem Ural-Gebirge im heutigen Russland. Sie waren ein Volk von Reitern, das zu Beginn des Mittelalters Gewalt und Schrecken über andere Länder verbreitete. Erst im neunten Jahrhundert ließ es sich dort nieder, wo es heute lebt.<eop>Unter Stephan dem Ersten wurde Ungarn im elften Jahrhundert ein christliches Königreich. Zu diesem gehörten auch andere Gebiete wie das heutige Kroatien. In der Renaissance wurde das Königreich geteilt. Einige Teile davon waren längere Zeit vom Osmanischen Reich besetzt. Andere gehörten dem König von Österreich. Im Jahr 1867 wurde die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gegründet. <eop>Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Ungarn eine eigene Republik. Die Monarchie wurde abgeschafft. Es verlor in den Jahren danach jedoch große Teile an andere Länder, vor allem an Rumänien. Im Zweiten Weltkrieg war Ungarn ein Verbündeter von Deutschland. Von 1945 bis 1989 wurde das Land dann von Kommunisten regiert. <eop><eop>"}, {"title": "Ungeheuer von Loch Ness", "id": 908, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ungeheuer von Loch Ness", "text": "Das Ungeheuer von Loch Ness lebt angeblich in einem See in Schottland. Es soll ein Tier sein, das wie eine Schlange oder ein Dinosaurier aussieht. Schon viele Leute haben behauptet, dass sie das Ungeheuer gesehen hätten.<eop>Loch Ness ist der Name des Sees, darum nennt man das Ungeheuer auch Nessie. Seinetwegen kommen viele Touristen zum Loch Ness. Manche Leute meinen sogar, dass die Besitzer von Hotels und Restaurants die Sage vom Ungeheuer erfunden hätten. Damit wollten sie die Touristen anlocken.<eop>Wissenschaftler glauben aber nicht an das Ungeheuer. Sie sagen: Im See ist es zu kalt und es leben zu wenige Fische und Pflanzen darin. Ein so großes Tier würde nicht genug zu fressen finden. Außerdem müsste es Teil einer ganzen Familie sein, in der immer wieder neue Tiere geboren werden. Sonst wäre es schon längst ausgestorben.<eop> Was ist der Loch Ness? In Schottland heißen die Seen Loch. Das wird so ausgesprochen wie das deutsche Wort „Loch“. Es kommt aber aus den keltischen Sprachen und bedeutet einfach „See“. Der größte dieser Seen ist der Loch Lomond. Loch Ness ist der zweitgrößte.<eop>Wie viele Lochs ist der Loch Ness sehr lang. In der Eiszeit, vor tausenden von Jahren, befand sich dort ein Gletscher. Nach der Eiszeit war es zunächst eine Bucht des Meeres. Vom See geht ein Fluss Richtung Meer, und die Menschen haben außerdem einen Kanal gebaut.<eop>Besonders am Loch Ness ist die Tiefe: Zwar hat ein anderer Loch noch eine tiefere Stelle. Im Loch Ness sind aber die meisten Stellen viel tiefer, als es sonst bei einem Loch üblich ist. Die tiefste Stelle liegt 230 Meter unter der Oberfläche. In keinem anderen See Schottlands befindet sich so viel Wasser.<eop> Seit wann hat man das Ungeheuer gesehen? Bekannt ist Loch Ness vor allem wegen des angeblichen Ungeheuers. Schon im frühen Mittelalter gab es eine Geschichte, in der ein Ungeheuer vorkommt. Der Heilige Columban soll einen Mann vor dem Ungeheuer aus dem See gerettet haben. Allerdings kennt man in Europa viele ähnliche Sagen aus Europa: Darin rettet ein Heiliger jemanden vor einem Monster oder einem wilden Tier oder dem Teufel.<eop>Wirklich berühmt wurde das Ungeheuer erst im Jahr 1933. Damals erzählten davon erst schottische Zeitungen und später auch die in London. Ein bekanntes Foto wurde ein Jahr später gemacht. Man geht heute davon aus, dass das Foto gefälscht wurde. Über 4000 Leute haben bislang behauptet, dass sie das Ungeheuer gesehen hätten.<eop> Was könnte das Ungeheuer sein? Wer glaubt, dass es im Loch Ness wirklich ein großes Tier gibt, denkt oft an einen Dinosaurier. Mit seinem langen Hals und den Flossen könnte es der Plesiosaurus sein. Vielleicht lebt er in einer Höhle tief unten im See.<eop>Wissenschaftler weisen aber darauf hin, dass die Dinosaurier schon vor vielen Millionen Jahren ausgestorben sind. Den Loch Ness gibt es aber erst seit etwa 10.000 Jahren. Außerdem: Um all die Jahre überlebt zu haben, müsste es eine große Gruppe dieser Tiere geben.<eop>Wahrscheinlich sind viele der Leute, die das Ungeheuer gesehen haben wollen, einfach nur Schwindler. Andere haben tatsächlich etwas gesehen: einen treibenden Ast, eine Welle des rauen Sees oder einen großen Fisch wie einen Stör oder einen langen Aal. <eop><eop>"}, {"title": "UNO", "id": 909, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/UNO", "text": "Vereinte Nationen ist der Name einer Organisation von Staaten. Sie hat 193 Mitglieder, also fast alle Staaten der Welt. Das Ziel der Vereinten Nationen ist es, den Frieden zu sichern, die Menschenrechte zu schützen und ganz allgemein dabei zu helfen, dass man in der Welt besser zusammenarbeitet. Wegen des englischen Namens „United Nations Organization“ spricht man auch von der UN oder der UNO.<eop>Die Vereinten Nationen gibt es seit dem 24. Oktober 1945. 51 Staaten, vor allem Staaten in Europa und Amerika haben die Vereinten Nationen gegründet. Später kamen viele Staaten aus Afrika und Asien hinzu, als sie unabhängig wurden. Österreich ist Mitglied seit 1955 und die Schweiz seit 2002. Deutschland kam zu den Vereinten Nationen im Jahr 1973, als es noch zwei deutsche Staaten gab: die alte Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik.<eop> Wie funktionieren die Vereinten Nationen? In den Vereinten Nationen haben zwei Organe am meisten Macht. Das eine ist die Vollversammlung mit Vertretern aus allen Mitgliedstaaten. Die Vollversammlung entscheidet, wie viel Geld die Organisation ausgeben darf, und sie empfiehlt, was in der Welt passieren soll. Das andere Organ ist der Sicherheitsrat, in dem nur wenige Staaten vertreten sind. Der Sicherheitsrat entscheidet, wann die Mitgliedsstaaten ihre Armeen gegen einen Staat verwenden dürfen, der den Frieden gefährdet.<eop>Die Vereinten Nationen haben ihren Sitz in der Stadt New York in den USA. Dort arbeitet auch ihr höchster Beamter, der Generalsekretär. Er ist verantwortlich für die Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Wenn man einen neuen Generalsekretär braucht, schlägt der Sicherheitsrat jemanden vor. Gewählt wird er aber von der Vollversammlung.<eop> Was gehört außerdem zu den Vereinten Nationen? Manche Teile der Vereinten Nationen haben bestimmte Aufgaben, man nennt sie Unter-Organisationen oder Sonder-Organisationen. Davon gibt es fast zwanzig. Einige sind sogar viel älter als die Vereinten Nationen. Ein Beispiel dafür ist der Weltpostverein von 1874. Er sorgt für Regeln, damit Briefe, die ins Ausland geschickt werden, gut ankommen.<eop>Die Weltgesundheitsorganisation WHO will allen Völkern mehr Gesundheit bringen. Sie bekämpft Krankheiten und warnt vor Drogen. UNESCO heißt die Organisation, die für Bildung, Wissenschaft und Kultur steht. Sie will unter anderem, dass alle Menschen lesen und schreiben können. Das Kinderhilfswerk Unicef gehört auch zu den Vereinten Nationen. Es hilft Kindern vor allem in den armen Ländern der Welt. <eop>"}, {"title": "Uranus", "id": 910, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Uranus", "text": "Der Uranus ist ein Planet in unserem Sonnensystem. Von der Sonne aus gesehen ist er der siebte von insgesamt acht Planeten. Seine Bahn befindet sich zwischen der des Saturn und der des Neptun. Für einen Umlauf um die Sonne braucht er über 84 Erdjahre, so lange dauert also ein „Uranusjahr“. Dafür dreht er sich schneller als die Erde um seine eigene Achse, also um sich selbst. Die Erde benötigt dafür 24 Stunden, der Uranus schafft es in gut 17 Stunden.<eop>Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wäre der Uranus eine Mandarine, die Erde etwa eine Kirsche. Die „Uranus-Mandarine“ würde etwa mit 2.600 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen. Das ist fast zwanzig mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde.<eop>Wie alle vier äußeren Planeten ist Uranus ein Gasplanet. Er hat einen kleinen harten Kern aus Gestein und Eis. Drumherum ist er gasförmig. Allerdings hat der Uranus auch Ringe, wenn auch nicht so gut sichtbar wie beim Saturn. Sie sind sehr dünn und dunkel und wurden erst 1977 entdeckt. In diesem Jahr flog auch eine Raumsonde beim Uranus vorbei, Voyager 1. Neun Jahre später folgte Voyager 2.<eop>Die Menschen wissen vom Uranus erst seit 1781. Damals entdeckte der Astronom Wilhelm Herschel diesen Planeten. Später sah er auch die beiden größten Monde des Uranus. Heute weiß man von 27 Monden. Der Planet selbst ist benannt nach dem griechischen Gott Uranus, dem Himmelsgott. Die Monde haben ihre Namen aus den Werken von William Shakespeare und Alexander Pope.<eop>Von der Erde aus erkennt man den Uranus mit bloßem Auge kaum. Selbst mit einem normalen Fernrohr ist er nur eine grünliche kleine Scheibe am Himmel. Der Planet ist nicht nur weit weg von der Erde, er ist auch deutlich kleiner als die Gasplaneten Jupiter und Saturn. <eop> "}, {"title": "Urin", "id": 911, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Urin", "text": "Urin oder Harn nennt man das „Abwasser“ des Körpers. In der Niere holt der Körper giftige oder unnötige Stoffe aus dem Blut. Der Urin ist das Wasser, mit dem diese Stoffe aus der Niere kommen. Von der Niere kommt der Urin in die Harnblase, wo er sich sammelt. Von Zeit zu Zeit führt der Körper den Urin aus dem Körper, anders gesagt: Man pinkelt oder „man lässt Wasser“. Sonst würden die giftigen oder unnötigen Stoffe im Körper bleiben. <eop>Salz ist ein solcher Stoff. Salz ist wichtig für den Körper, man soll aber nicht zu viel davon haben. Auch die Reste von Medikamenten und die Abfälle der Zellen kommen in den Urin. Andere Stoffe verlassen den Körper auf andere Weise. <eop>Ein gesunder Erwachsener hat jeden Tag einen halben bis zwei Liter Urin. Wenn man viel trinkt, ist mehr Wasser im Urin. Dadurch erhöht sich die Menge und er ist hellgelb. Wenn man wenig trinkt, verringert sich die Menge und der Urin wird dunkelgelb. <eop>Schon im Altertum wusste man, dass man am Urin erkennen kann, ob jemand gesund ist. Wenn der Urin süß schmeckte, vermutete der Arzt die Krankheit Diabetes, die „Zuckerkrankheit“. Auch wenn Blut im Urin war, wusste man, dass etwas nicht stimmte. Heute können Ärzte den Urin viel besser untersuchen. Man kann mit Tests zum Beispiel erkennen, ob jemand sich mit bestimmten Bakterien angesteckt hat oder ob eine Frau schwanger ist. <eop>Manche Leute glauben, dass es gesund ist, den eigenen Urin zu trinken. Vielleicht glauben sie das, weil sie sich denken: Eine Medizin muss schlecht schmecken, sonst wirkt sie nicht. Ärzte glauben nicht daran: Der Urin ist ja dazu da, schlechte Stoffe aus dem Körper zu bringen. Wenn man sie wieder trinkt, ist das an sich nicht hilfreich. Allerdings wird man auch nicht gleich krank davon. Gefährlicher ist der Urin von anderen Leuten, weil man sich mit etwas anstecken kann.<eop>"}, {"title": "Urwald", "id": 912, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Urwald", "text": "Ein Urwald ist ein Wald, wie ihn die Natur erschaffen hat. Er hat sich von selbst entwickelt und es gibt darin keine Spuren von Menschen wie Abholzungen oder Pflanzungen. Als Urwälder gelten aber auch Wälder, in die die Menschen während einiger Zeit eingegriffen haben. Dann haben sie allerdings damit aufgehört und den Wald wieder der Natur überlassen. Nach genügend langer Zeit, kann man dann wieder von einem Urwald sprechen. <eop>Auf der ganzen Welt gilt etwa ein Fünftel bis ein Drittel aller Waldflächen als Urwald. Das kommt darauf an, wie eng man den Begriff anwendet. Dann darf man aber auch nicht vergessen, dass viele Wälder völlig verschwunden sind. Dort sind heute meist Äcker, Weiden, Plantagen, Städte, Industriegebiete, Flughäfen und so weiter. Urwälder und genutzte Wälder verschwinden auf der ganzen Welt immer mehr.<eop>Das Wort „Urwald“ ist auch nicht ganz klar. Oft versteht man darunter nur den tropischen Regenwald. Es gibt aber noch viele andere Arten von Urwäldern, einige davon in Europa, die meisten aber anderswo auf der Welt.<eop>Welche Arten von Urwald gibt es? Fast die Hälfte des Urwaldes sind tropische Regenwälder. Die größten und wichtigsten liegen im Amazonas-Becken in Südamerika, im Kongo-Becken in Afrika und im Südosten von Asien.<eop>Ebenfalls knapp die Hälfte des Urwaldes sind Nadelwälder in kalten, nördlichen Gebieten der Erde. Es gibt sie in Kanada sowie im Norden von Europa und Asien. Der Wissenschaftler nennt sie Borealen Nadelwald oder Taiga. Es gibt dort nur Fichten, Kiefern, Tannen und Lärchen. Damit ein solcher Wald entsteht, darf es nicht zu warm sein und es muss regelmäßig Regen oder Schnee fallen.<eop>Ein Dschungel ist ein dichter Wald in den Tropen. Viele Urwälder werden als Dschungel bezeichnet. Im engeren Sinn spricht man nur in Asien von Dschungeln, dort, wo es den Monsun gibt. Von einem Dschungel spricht man auch im übertragenen Sinn. Man sagt zum Beispiel: „Das ist ein Dschungel“, wenn die Papiere so im Durcheinander liegen, dass man keinen Durchblick mehr hat. <eop>Die übrigen Arten von Urwald sind über die ganze Welt verteilt. Auch in Europa gibt es noch Urwälder. Sie machen jedoch nur einen sehr geringen Teil der gesamten Urwaldfläche aus.<eop>Welche Urwälder gibt es in Europa? Bei weitem der größte Teil der Urwälder, die es in Europa noch gibt, liegt im Norden von Europa. Es sind Nadelwälder und man findet die größten davon vor allem im Norden Russlands, aber auch in Skandinavien.<eop>Der größte Urwald in Mitteleuropa liegt in den Karpaten. Das ist ein Hochgebirge im Osten von Europa, zum großen Teil in Rumänien gelegen. Heute denken viele Wissenschaftler allerdings, dass die Menschen dort schon zu stark eingegriffen haben, und dass dies kein richtiger Urwald mehr ist. In einem nahen Gebiet gibt es noch große Rotbuchen-Urwälder.<eop>In Polen gibt es einen gemischten Laub- und Nadelwald, der einem Urwald sehr nahe kommt. Es gibt dort riesige Eichen, Eschen, Linden und Ulmen. Dieser Wald wird allerdings gegenwärtig zum Teil abgeholzt. Umweltschützer haben die Sache vor Gericht gebracht.<eop>In Niederösterreich gibt es noch das große Wildnisgebiet Dürrenstein. Es ist das größte Wildnisgebiet in Mitteleuropa. Sein innerster Teil ist wirklich von Menschen vollständig unberührt geblieben, und zwar seit der letzten Eiszeit.<eop>Hoch oben in den Alpen gibt es noch ziemlich unberührte Wälder, die Urwäldern sehr nahe kommen. In der Schweiz gibt es noch drei kleinere, aber richtige Urwälder: Je einen in den Kantonen Schwyz, Wallis und Graubünden. <eop>In Deutschland gibt es keine richtigen Urwälder mehr. Es gibt nur noch einige Gebiete, die einem Urwald nahe kommen. Es sind dies der Nationalpark Bayerischer Wald, der Nationalpark Harz und ein Gebiet im Thüringer Wald. Im Nationalpark Hainich gibt es alte Rotbuchen-Wälder, die man seit etwa 60 Jahren wieder sich selbst überlässt. <eop><eop>"}, {"title": "USA", "id": 913, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/USA", "text": "Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Land in Nordamerika. Man nennt sie auch kurz Vereinigte Staaten. Das kommt vom englischen Namen „United States of America“, abgekürzt USA. Viele Leute sagen auch nur „Amerika“, das ist aber ein Kontinent, der noch größer ist. Die 50 Sterne in der Flagge stehen für die Bundesstaaten, die dreizehn Streifen für die ehemaligen britischen Kolonien.<eop>Nur in China und Indien leben mehr Menschen als in den USA, nur Russland und Kanada sind größer. Die Vereinigten Staaten sind ein besonders reiches und mächtiges Land. Von hier kommen viele Erfindungen und andere Dinge, die man woanders auf der Welt mag. Die meisten Menschen in den USA sprechen Englisch. Vor allem im Süden haben aber viele Menschen Spanisch als Muttersprache.<eop>Wo heute die USA liegen, lebten vorher Indianer. Etwa seit dem 17. Jahrhundert kamen immer mehr Menschen aus Europa, um hier in Kolonien zu wohnen, vor allem aus Großbritannien. Im Jahr 1776 hatten sie es satt, dass sie immer noch dem König von Großbritannien Steuern zahlen mussten. Nach einem Bürgerkrieg musste Großbritannien viele Gebiete in Nordamerika aufgeben. <eop>Aus den Kolonien wurden eigenständige Staaten. Kurze Zeit später schlossen sie sich als Vereinigte Staaten von Amerika zusammen. Diese Republik hatte einen Präsidenten, der noch dazu vom Volk gewählt wurde – zumindest von den reichen Männern. Das war damals noch sehr selten in der Welt. Im 19. Jahrhundert zogen viele arme Leute von Europa in die USA. Der Staat kaufte und eroberte noch große Gebiete in Nordamerika, die zuvor den Indianern oder Europäern gehörten. <eop>Wie sieht das Land aus? Der größte Teil der USA ist eine riesige Landmasse. Vom Atlantischen Ozean bis zum Pazifik sind es etwa 4600 Kilometer. Das ist mehr als zehnmal so weit wie zwischen Hamburg und Köln. Eine Fahrt mit dem Auto würde etwa 4 Tage dauern. Darum fliegen Amerikaner auch öfter mit dem Flugzeug als Europäer.<eop>Es gibt lange Flüsse wie den Mississippi oder Missouri und riesige Gebirge wie die Rocky Mountains, Kaskaden oder Appalachen. Manche Gegenden sind sehr kalt, wie Alaska, das bis in die Arktis reicht. Im Süden der USA gibt es heiße Wüsten, und die Hawaii-Inseln liegen in den Tropen. Außerdem kennen die USA fast jedes Klima dazwischen. Darum sind auch die Tiere und Pflanzen in den USA sehr unterschiedlich. Man findet dort große Tiere, wie sie in Europa meist schon ausgestorben sind, zum Beispiel Grizzlybären. In den USA sind sie zum Teil in den riesigen Nationalparks geschützt.<eop>Das bekannteste Tier der USA ist vermutlich der Weißkopf-Seeadler. Diese Adler sieht man im Siegel des Landes. Weit verbreitet sind Waschbären, und im Westen der USA findet man Berglöwen. In Alaska leben Braunbären und Elche, wie auch in Nordeuropa und Nordasien. In den Südstaaten gibt es viel Sumpf. Dort trifft man auf Alligatoren und Schildkröten.<eop>Was ist früher in den USA passiert? Die ersten Bewohner des Gebietes, das wir heute als USA kennen, kamen aus Asien. Sie wanderten wahrscheinlich vor mehr als 10.000 Jahren über eine schmale Landverbindung zwischen dem heutigen Russland und Alaska ein. Die ersten Europäer in Nordamerika waren Wikinger im Mittelalter, die aber wohl nur bis zum heutigen Kanada kamen. Als älteste Stadt der USA gilt heute die Stadt St. Augustine in Florida, im Süden. Sie wurde im Jahr 1565 durch eine Gruppe von Spaniern gegründet und war seither immer besiedelt.<eop>Auch Engländer, Franzosen und Niederländer gründeten Kolonien in Nordamerika. Viele Einwohner der britischen Kolonien wollten schließlich einen eigenen Staat haben. Der Konflikt führte 1775 zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die aufständischen Kolonisten gewannen und gründeten 1787 die Vereinigten Staaten von Amerika. Anders als fast alle Länder in Europa waren die USA eine Republik. Das Staatsoberhaupt war kein König oder Kaiser, sondern ein gewählter Präsident. <eop>Zunächst einmal wollten die USA Herr über Nordamerika werden. Sie eroberten große Gebiete von den Indianern und Spaniern. Es gelang ihnen aber nicht, die Briten zu vertreiben. Darum gibt es heute noch nördlich von der USA den Staat Kanada, der früher den Briten gehörte. Alaska kauften die USA von Russland. Außerdem eroberten oder kauften die USA noch einige Gebiete in der Karibik und im Pazifischen Ozean.<eop>Was eine bestimmte Sache anging, waren sich die USA überhaupt nicht einig: In den Teilstaaten im Süden lebten viele Sklaven. Sie mussten dort zum Beispiel Baumwolle anbauen, was den Besitzern der Sklaven viel Geld eingebracht hat. In den Teilstaaten im Norden fand man Sklaverei schlecht. Schließlich kam es es im Jahr 1861 zum Krieg zwischen Norden und Süden. In den folgenden vier Jahren starben 600.000 Menschen im Amerikanischen Bürgerkrieg, mehr als in jedem anderen Krieg der USA. Der Norden gewann, und die Sklaverei wurde abgeschafft.  In den Jahren nach 1900 kümmerte sich die amerikanische Regierung mehr darum, was in Europa passierte. So kämpften die USA im Ersten Weltkrieg und Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland, Japan, Italien und deren Verbündete. Danach half sie dem Westen von Europa, dass er vor der Sowjetunion geschützt war, dem heutigen Russland. In einigen Ländern wie Vietnam haben die USA weitere Kriege geführt. <eop>Am 11. September 2001 haben Terroristen etwa 3000 Menschen in New York und Washington getötet. Danach wurden die Terroristen verfolgt, und amerikanische Soldaten haben Afghanistan und den Irak besetzt. Wieder wurde darüber gestritten, ob das eine gute Idee war. Manche Leute finden es gut, dass die USA sich einmischen. Denn die Vereinten Nationen haben nicht die Kraft dazu, die Polizei der gesamten Welt zu sein. Andere Leute sind sehr dagegen. Sie meinen, dass die USA in anderen Ländern kämpft, weil die USA Vorteile für sich selbst sehen.<eop>Was muss man über die Menschen in den USA wissen? Früher lebten viele Millionen Indianer in Nordamerika. Die Weißen aus Europa haben viele von ihnen umgebracht oder dafür gesorgt, dass sie nur schlecht leben konnten. Wenn es nur 100 Amerikaner gäbe, dann wäre gerade einmal einer von ihnen Indianer. Einige leben in besonderen Gebieten, den Reservaten, wo sie ein wenig über sich selbst bestimmen können.<eop>Von den übrigen Amerikanern nennt man die meisten „Weiße“. Etwas mehr als jeder zehnte ist „schwarz“. Deren Hautfarbe ist etwas dunkler als die der „Weißen“ oder ganz dunkel. Unter ihren Vorfahren findet man häufig Sklaven aus Afrika. Deshalb liest und hört man in Berichten über sie oft den Begriff „Afroamerikaner“. Andere Amerikaner haben Vorfahren aus Asien, wie zum Beispiel aus China, Japan oder Korea. Die Weißen stammen aus vielen Teilen Europas oder aus Südamerika. Die USA nennt man den Schmelztiegel der Nationen: Wenn man Metalle heiß macht, vermischen sie sich. So soll eine neue Nation entstanden sein, die USA.<eop>Die 300 Millionen Amerikaner sehen aber nicht nur unterschiedlich aus. Sie haben auch verschiedene Sprachen und Kulturen. Zwar sprechen die meisten Englisch, doch fast jeder fünfte Amerikaner hat als Muttersprache Spanisch. Über eine Million Amerikaner sagen , dass man bei ihnen zuhause Deutsch spricht. Die USA sind auch das Land der verschiedenen Religionen: Manche Einwanderer sind in die USA gekommen, weil sie in ihrer Heimat ihre Religion nicht ausleben durften.<eop>Weil die USA so groß sind, gibt es viele Gegenden, die sehr dünn besiedelt sind. Die Menschen dort leben sehr bescheiden. Sie sind es gewohnt beispielsweise für ihre Einkäufe viele Kilometer mit dem Auto zu fahren. Oft leben diese Amerikaner auch in einfachen Behausungen wie Trailers. Das sind Wohnwagen, die immer am selben Ort stehen. Wer abschätzig über diese Amerikaner redet, nennt sie „Rednecks“, auf Deutsch „Rotnacken“.<eop>Wer hat in den USA das Sagen? Die USA sind eine sehr alte Demokratie. Ihre Verfassung, das wichtigste Gesetz, ist von 1787. Allerdings durften zuerst nur reiche Männer bestimmen. Nach und nach erhielten mehr Menschen das Recht, zu wählen.<eop>Die Gesetze werden vom Kongress gemacht. So heißt das Parlament. Alle zwei Jahre wählen die Amerikaner Teile des Parlaments, nie das gesamte Parlament auf einmal. <eop>Außerdem dürfen die Amerikaner bestimmen, wer ihr Präsident sein soll. Der Präsident ist nicht nur das Staatsoberhaupt, sondern auch der Chef der Regierung. Nach vier Jahren wird wieder gewählt. Man darf nur acht Jahre lang Präsident sein. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein Präsident zu mächtig wird. Schon jetzt sagt man, dass der amerikanische Präsident der mächtigste Mann der Welt sei, weil die USA so stark sind.<eop>Überhaupt dürfen Amerikaner ziemlich viel wählen. Die Teilstaaten, wie Texas oder Alaska, haben eigene Parlamente und Oberhäupter. Oft wählt man auch die Richter am Ort, in dem man lebt. Schließlich gibt es Volksabstimmungen. Darin entscheiden die Bürger, ob zum Beispiel eine neue Brücke in ihrer Stadt gebaut werden soll.<eop>Wofür sind die USA bekannt? Amerikanische Kultur sieht man heute auf der ganzen Welt: Filme aus Hollywood, Hamburger und anderes Fastfood, gewagte Kleidung und schrille Musik. Diese Kultur ist bei sehr vielen Menschen beliebt. Manche Leute rümpfen darüber die Nase und halten die Amerikaner für dumm.<eop>Aber auch „ernsthafte“ Kultur kommt oft aus den USA. Viele berühmte Schriftsteller sind oder waren Amerikaner. In den USA haben sich „weiße“ und „schwarze“ Musik vermischt und zu vielen Musikrichtungen geführt. Besonders bekannt wurde der Jazz. <eop>Die USA sind außerdem ein wichtiges Land auf der Welt, was die Wissenschaft angeht. Das gilt zum großen Teil auch für die Raumfahrt und die Welt der Computer. Einige Universitäten der USA sind weltberühmt. Viele andere Universitäten und Schulen aber haben wenig Geld. Darum besuchen die meisten Amerikaner eher schlechte Schulen und einige Amerikaner sehr gute, teure.<eop>Bekannt sind auch die Sportarten aus den USA. Baseball und American Football sind am beliebtesten. Danach kommen Basketball und Eishockey. Fußball ist in den USA nicht so beliebt wie im Rest der Welt. Eine Sportart, die man vor allem im Südosten liebt ist NASCAR. Das sind besondere Autorennen.<eop>Womit verdienen die Menschen in den USA ihr Geld? Die USA sind eines der reichsten Länder der Welt. In kaum einem anderen Land wird so viel verdient. Etwas anders sieht es aus, wenn man fragt, wie reich die Amerikaner im Durchschnitt sind. Da gehört das Land immer noch zu den 15 wohlhabendsten Ländern. Die Zahl der armen Amerikaner wächst jedoch. Vergleicht man die Jahre 2000 und 2015, dann lebten 2015 doppelt so viele Menschen in extrem armen Stadtvierteln und Gegenden. Viele Dinge, die Menschen zum täglichen Leben brauchen, funktionieren dort oft nicht gut und manchmal gar nicht. Außerdem leben viele sehr, sehr eng zusammen. Solche Gegenden heißen Slum, sprich: slamm. In den USA wächst seit einigen Jahren die Zahl der Slums immer weiter. <eop>Es gibt viel fruchtbares Land, das angebaut wird. Hinzu kommen Bodenschätze, wie Erdöl und Kohle. In den USA werden viele Kinder geboren, und außerdem wandern viele Menschen ein. So gibt es genügend Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten können.<eop>Amerikanische Firmen verkaufen auch viele Waren ins Ausland. Einige Firmen sind auf der ganzen Welt bekannt, wie die Internet-Firma Google oder der Auto-Hersteller Ford. Das meiste verkaufen die USA in ihre Nachbarländer Kanada und Mexiko. Danach kommen China, Japan, Deutschland und Großbritannien.<eop> "}, {"title": "Vaterunser", "id": 914, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vaterunser", "text": "Das Vaterunser ist das wichtigste Gebet im Christentum. Es steht in der Bibel, im Neuen Testament. Dort steht, dass Jesus selbst seinen Anhängern dieses Gebet vorgesprochen hat. <eop>Der Name „Vaterunser“ kommt aus der lateinischen Übersetzung. Die ersten beiden Wörter heißen dort „Pater noster“, wörtlich übersetzt „Vater unser“. Auf Latein ist diese Reihenfolge der Wörter üblich. Auf Deutsch wurde sie so übernommen, obwohl wir es sonst anders herum sagen.<eop>In der Katholischen Kirche war früher Latein sehr wichtig, deshalb nennt man hier das Gebet auch heute noch „Vaterunser“. In der Reformierten Kirche ist es das „Unser Vater“. In der Evangelischen Kirche nennt man es das „Gebet des Herrn“. Nicht nur die Namen sind verschieden. Auch das übrige Gebet ist leicht verschieden, je nachdem, wie man den ursprünglichen Text übersetzt hat.<eop>Früher kannte bei uns jedes Kind dieses Gebet auswendig. Im katholischen Gottesdienst gehört es auch fest dazu. Es gibt auch sehr viele Lieder und Musikstücke davon, sogar eine ganze Oper. Das Gebet wurde in sehr viele verschiedene Sprachen übersetzt.<eop><eop>"}, {"title": "Vatikan", "id": 915, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vatikan", "text": "Der Vatikan ist ein besonderer Staat. Er wird auch Vatikanstadt oder genauer „Staat der Vatikanstadt“ genannt. Er liegt mitten in der Stadt Rom in Italien. Kein anderer Staat der Welt ist so klein: ein halber Quadratkilometer, das entspricht 700 mal 700 Metern Grundfläche oder etwa 50 Fußballfeldern. Im Vatikan leben etwa 800 Menschen. Der ganze Vatikanstaat wird von der UNESCO als Weltkulturerbe angesehen.<eop>Staatsoberhaupt des Vatikan ist der Papst. Das ist der Vorsteher der römisch-katholischen Christen, der Katholiken. Der Papst wird von den Kardinälen gewählt, den wichtigsten Männern der Kirche. Er bestimmt die Regierung. Auch im Vatikan bezahlt man mit dem Euro. Es gibt eine Polizei im Vatikanstaat, und zudem die Schweizergarde als eine Art Armee in alten, bunten Uniformen.<eop>Einen Bischof von Rom, oder Papst, gab es schon zu Beginn des Christentums, zur Zeit des Römischen Reichs. Seit dem Mittelalter regierte der Papst über ein sehr großes Stück von Italien. Mit einigen Unterbrechungen war das bis ins Jahr 1870 so. Dann eroberte das Königreich Italien den Kirchenstaat. Erst im Jahr 1929 haben Italien und der Papst Verträge geschlossen. Seitdem gibt es den Staat der Vatikanstadt.<eop>Das wichtigste Gebäude im Vatikan ist der Petersdom, eine besondere Kirche im Stil der Renaissance. Es gibt einen großen Park und auch einen eigenen Radiosender, Radio Vatikan. Jeden Tag kommen viele Touristen in die Vatikanstadt, um den Petersdom und die berühmten Vatikanischen Museen zu sehen. Hinzu kommen Angestellte des Vatikans: Die meisten von ihnen wohnen in Rom, aber nicht in der Vatikanstadt. <eop> "}, {"title": "Vegetarier", "id": 916, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vegetarier", "text": "Vegetarier sind Menschen, die kein Fleisch und keinen Fisch essen. Das Wort betont man auf dem a. Vegetarier ernähren sich vor allem von Getreide, Obst und Gemüse. Auch Kartoffeln sind für Vegetarier wichtig.<eop>Vegetarier essen auch das, was von lebenden Tieren kommt. Dazu gehören Milch, Käse, Joghurt oder Eier. Wer auch das nicht isst, ist ein Veganer. Wer nur ab und zu mal Fleisch oder Fisch isst, ist ein Flexi-Vegetarier oder ein Flexitarier. Der Ausdruck „flexibel“ bedeutet „beweglich“.<eop>Niemand wird als Vegetarier geboren, denn wir Menschen gehören zu den „Allesfressern“. Unser Körper kann rohe Beeren genauso gut verdauen wie ein Stück Fleisch. Ein geborener Vegetarier ist aber zum Beispiel das Pferd, denn es kann Fleisch nicht verdauen und würde deshalb auch keines essen. <eop>Als Vegetarier kann man gesund leben. Viele wertvolle Stoffe aus dem Fleisch gibt es auch in der Milch und in allem, was daraus gemacht ist. Vegetarier müssen aber stärker darauf achten, dass sie ihre Nahrung ausgewogen zusammensetzen und sich nicht einseitig ernähren. Das richtige Verhältnis zwischen Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett sollte stimmen und die Vitamine sollten nicht zu kurz kommen. <eop> Warum essen Vegetarier kein Fleisch und keinen Fisch? <eop>Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen zu Vegetariern werden. Die meisten wollen nicht, dass für unsere Ernährung Tiere sterben müssen. Viele schreckt auch ab, wie eng zusammengepfercht die Tiere leben müssen und wie sie geschlachtet werden. Ein Teil dieser Menschen will deshalb auch kein Leder verwenden, weil es aus der Haut von Tieren hergestellt wird.<eop>Immer häufiger verzichten Menschen auf Fleisch, weil die Tierhaltung schädlich für das Klima ist. Zudem geht viel von der Nahrung verloren, wenn sie erst ein Tier isst und die Menschen essen dann das Fleisch. In vielen Meeren gibt es schon fast keine Fisch mehr, zumindest von bestimmten Arten. Die Schonung der letzten Bestände ist ein Grund für viele Vegetarier, auf Fisch zu verzichten.<eop>Bei anderen Menschen ist es Geschmackssache: Ihnen schmeckt Fleisch immer weniger und dann gar nicht mehr. Manche finden es gesünder, auf Fleisch zu verzichten. Die Wissenschaftler sind sich in diesem Punkt jedoch uneinig.<eop>Manche Religionen verlangen von ihren Mitgliedern, auf Fleisch zu verzichten. Beispiele dafür sind der Buddhismus oder der Hinduismus. Die meisten Vegetarier leben in Asien, wo diese Religionen herkommen. <eop>"}, {"title": "Veilchen", "id": 917, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Veilchen", "text": "Veilchen sind beliebte Gartenpflanzen mit zarten Blüten. Sie wachsen auch in der freien Natur. Es gibt etwa 650 Arten von Veilchen. Dazu gehören das Duftveilchen und das Stiefmütterchen. Die Alpenveilchen sind beliebte Zimmerpflanzen, gehören aber nicht zur gleichen Familie wie die echten Veilchen.<eop>Veilchen wachsen in Gebieten mit warmen Sommern und kalten Wintern. Sie sind winterfeste Pflanzen und können gut unter Bäumen und Sträuchern wachsen. Die kleinsten Veilchen sind etwa fünf Zentimeter hoch. Die größten können eine Höhe von mehr als 50 Zentimetern erreichen. Die meisten Arten von Veilchen kommen in den Anden Südamerikas vor.<eop>Veilchen haben oft große, herzförmige Blätter. Die Blüten haben fünf Blütenblätter. Sie sind meist dunkelviolett, blau oder lavendelfarben. Sie können auch weiß, gelb, rötlich-violett oder eine Kombination von Farben sein. <eop>Die Blüten der Veilchen sind essbar. Außerdem werden süß duftende Veilchen zur Herstellung von Parfüm verwendet. Viele Veilchen wurden gezüchtet. Dadurch wurden die Blumen größer oder sie bekamen andere Farben. <eop><eop>"}, {"title": "Venus", "id": 918, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Venus", "text": "Die Venus ist ein Planet in unserem Sonnensystem. Man kennt diesen Planeten bereits seit dem Altertum oder noch länger. In der Nacht steht nur noch der Mond heller am Himmel. Ihren Namen hat die Venus von der römischen Göttin der Liebe. Man kann die Venus aber nur am Morgen und Abend sehen. Darum hat die Venus auch noch andere Namen: Morgenstern und Abendstern.<eop>Die Venus kreist wie die Erde um die Sonne, ist der Sonne aber näher. Für einen Umlauf um die Sonne braucht sie aber nur 225 Tage, die Erde dagegen 365 Tage. Hierbei sind natürlich unsere „Erdentage“ gemeint. Auf der Venus dauert ein Tag, also die Zeit von Sonnenaufgang bis zum nächsten Sonnenaufgang, viel länger: Ein „Venustag“ ist etwa 243 „Erdentage“ lang. Damit ist dauert ein Tag auf der Venus sogar länger als ein Venusjahr! Die Venus hat keinen Mond. <eop>Venus und Erde sind etwa gleich groß. Darum hat man lange geglaubt, dass auf der Venus Außerirdische leben könnten. Doch im 20. Jahrhundert haben die Menschen Raumsonden zur Venus geschickt. Sie haben herausgefunden, dass die Venus eine sehr dichte Atmosphäre hat. Diese dicke Luft kann man nicht atmen. Außerdem ist es unheimlich heiß: normalerweise etwa 450 Grad Celsius. Es gibt Gebirge auf der Venus und auch Vulkane, wie auf der Erde.<eop>Damit man eine Vorstellung von den Größen im Sonnensystem bekommt: Wäre die Sonne ein großer Gymnastikball, dann wären die Venus und die Erde etwa eine Kirsche. Die „Venus-Kirsche“ würde etwa mit 100 Metern Abstand um die „Gymnastikball-Sonne“ kreisen, die Erde mit 135 Metern Abstand.<eop>"}, {"title": "Verdauung", "id": 919, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Verdauung", "text": "Verdauung ist das Zerlegen der Nahrung in unserem Körper. Der Körper braucht Rohstoffe, um zu wachsen und um Verletzungen zu reparieren. Und er braucht Energie. Die Nahrung liefert beides. <eop>Aber unser Körper kann mit dem, was wir essen, zunächst nichts anfangen. Die Nahrung muss in ganz kleine Teile zerlegt werden. Nur so kann der Körper die Bausteine, aus denen unser Essen zusammengesetzt ist, aufnehmen. <eop>Bei einem erwachsenen Menschen ist der Weg vom Mund bis zum Po ungefähr neun Meter lang. Auf diesem Weg wird die Nahrung zerkleinert und mit verschiedenen chemischen Stoffen behandelt. Das Blut bringt diese Bausteine dann zu den Zellen, wo sie gebraucht werden. Was der Körper aus der Nahrung hingegen nicht verwerten kann, scheidet er als Kot aus.<eop>Bei den chemischen Vorgängen im Darm bilden sich manchmal Gase. Das machen Bakterien, die im Darm vorkommen. Diese Gase bilden dann Blasen im Darm, die drücken und Schmerzen verursachen können. Man spricht dann von Blähungen, weil das Gas den Darm aufbläht. Wenn zuviel Gas im Darm ist, entweicht es durch den Hintern. Viele Menschen nennen das „Pups“, in Österreich nennt man es auch „Schaas“, in der Schweiz „Furz“. Das macht oft ein Geräusch und meistens riecht es auch nicht so gut. Der Geruch kommt meist daher, dass die Gase Verbindungen mit dem Element Schwefel enthalten.<eop>Welchen Weg nimmt die Nahrung? Im Mund wird die Nahrung durch die Zähne zerkleinert und mit Speichel vermischt. Durch das Schlucken rutscht der Nahrungsbrei durch die Speiseröhre in den Magen. Dort wird er durch die Magensäure schon teilweise verdaut und die Bakterien werden abgetötet. <eop>Dann geht es weiter in den Zwölffingerdarm. Der hat seinen Namen daher, dass er etwa so lang ist wie wenn zwei Erwachsene zwölf Finger nebeneinander legen. Dort wird die Säure wieder abgebaut. Aus der Leber und der Bauchspeicheldrüse kommen dann weitere Säfte hinzu, zum Beispiel die Galle. Der Nahrungsbrei ist hier ziemlich dünnflüssig und geht dann durch den Dünndarm. Hier wird der Nahrungsbrei weiter in kleine Teile zerlegt. Diese werden hier in den Blutkreislauf aufgenommen.<eop>Durch den Blinddarm gelangt der Nahrungsbrei in den Dickdarm. Hier wird ihm das Wasser entzogen. Der Nahrungsbrei wird also zu Kot eingedickt, daher hat der Dickdarm seinen Namen. Im Enddarm lagert der Kot, bis wir auf die Toilette gehen müssen. Die Öffnung am Ende des Darms nennt man Anus oder After.<eop>"}, {"title": "Vergangenheit", "id": 920, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vergangenheit", "text": "Die Vergangenheit ist die Zeit, die früher war. Sie ist also bereits vorbei. Die Vergangenheit dauert schon sehr lange an, seit der Steinzeit, seit der Entstehung der Erde oder sogar schon länger. Die Vergangenheit wird immer länger.<eop>Was in der Vergangenheit liegt, nennt man auch Geschichte. Ein Bericht aus der Geschichte ist ein historischer Bericht. Die entsprechende Sprachform ist die Vergangenheit.<eop>In der deutschen Sprache gibt es drei Formen um etwas Vergangenes auszudrücken. Die eine ist die Vergangenheitsform. Sie ist die häufigste und heißt auf Latein Präteritum. Der Satz „Er verband sich seinen Finger gleich selber“ steht im Präteritum. Was kurz vorher geschehen ist, steht in einer anderen Zeitform: „Sofort nachdem er sich geschnitten hatte, verband er sich seinen Finger“. „Er hatte sich geschnitten“ geschah vor dem Verbinden. Man nennt diese Zeitform deshalb Vorvergangenheit oder Plusquamperfekt.<eop>Wenn der Verband immer noch am Finger sitzt, ist man in der Gegenwart. Die Sätze heißen dann: „Er verbindet sich den Finger gleich selber, weil er sich geschnitten hat.“ Der Ausdruck „er hat sich geschnitten“ steht dann in der Vorgegenwart, lateinisch im Perfekt. Das Perfekt braucht man nur für Geschehnisse, die noch etwas mit der Gegenwart zu tun haben.<eop>Im Alltag ist die Unterscheidung schwierig, ob eine Handlung noch mit der Gegenwart zu tun hat. Wenn Heike sagt: „Mein Großvater starb vor drei Jahren“ heißt das eher, dass sie kaum mehr an ihn denkt. Wenn sie aber sagt: „Mein Großvater ist vor drei Jahren gestorben“, dann hat das noch etwas mit der Gegenwart zu tun. Sie vermisst ihn vielleicht oder trauert ihm nach. Das Präteritum ist auch einfacher, weil es ohne die Hilfsverben „sein“ und „haben“ auskommt.<eop>"}, {"title": "Verwandtschaft", "id": 921, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Verwandtschaft", "text": "Verwandte gehören zur gleichen Familie. Es gibt nahe Verwandte wie Geschwister, Eltern oder eigene Kinder. Man nennt dies bei uns auch Kleinfamilie. Zur Großfamilie zählt man auch weiter entfernte Verwandte wie Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen und die Großeltern.<eop>Wo die Grenze zwischen Kleinfamilie und Großfamilie liegt, kommt sehr darauf an, welche Beziehungen die Verwandten pflegen. Das ist auch vom Land und von der Kultur abhängig, in der man lebt. Großeltern kann man also zur näheren Familie zählen oder nicht.<eop>Man unterscheidet auch zwischen Blutsverwandtschaft und übriger Verwandtschaft. Blutsverwandt sind Eltern mit ihren Kindern oder die Geschwister unter sich, weil ihre Körper zahlreiche gleiche Eigenschaften haben. Früher sagte man: „Sie haben dasselbe Blut“. Eltern haben eine besondere Beziehung zu ihren Kindern, auch besondere Rechte und Pflichten. Deshalb haben sie im Klexikon einen eigenen Artikel.<eop>Eine Ehefrau und ihr Ehemann dürfen vor ihrer Heirat nicht blutsverwandt sein, weil sich sonst Missbildungen bei den Kindern ergeben können. Auch durch die Heirat werden sie nicht blutsverwandt, auch nicht, wenn sie gemeinsame Kinder haben. Die Eltern haben immer noch „verschiedenes Blut“.<eop>Ein weiterer Unterschied ist dieser: Der Mann, der ein Kind gezeugt hat, ist der leibliche, der biologische Vater. Dies gilt auch, wenn ihn das Kind gar nicht kennt. Er könnte gestorben sein, verschwunden oder was auch immer. Vielleicht lebt die Mutter dann aber in einer neuen Beziehung. Wenn sich dieser Mann gut um das Kind kümmert, dann ist er eine Art „Ersatzvater“. Man nennt dies auch „der soziale Vater“. Wenn er das Kind adoptiert, gilt es vor dem Gesetz wie sein eigenes.<eop>Was sind Großeltern und Enkelkinder? Großeltern sind die Eltern der Eltern. Die leiblichen Großeltern sind jeweils zwei Großväter und zwei Großmütter. Oft werden diese \"Oma\" und \"Opa\" genannt. Umgekehrt sind Enkel dann die Kinder der Kinder.<eop>Im Bild rechts sind Wilma und Paul sowie Clara und Helmut (ganz oben) die gemeinsamen Großeltern der drei Kinder Conny, Ben und Jenny (ganz unten). Die drei Kinder sind also die Enkelkinder dieser Großeltern. Aber nur Clara und Helmut sind auch die Großeltern von Justus und Hendrik (die anderen Großeltern der beiden, also die Eltern von Klaus, sind nicht im Bild).  Im Normalfall sind Großeltern, Eltern und deren Kinder direkt miteinander verwandt, außer es wurde jemand adoptiert.<eop>In vielen Kulturen auf dieser Welt leben die Großeltern zusammen mit dem Rest der Familie. Sie helfen im Haushalt, wenn sie es noch können und kümmern sich um ihre Enkel, damit deren Eltern arbeiten gehen und Geld verdienen können. In unseren Ländern ist das nicht mehr üblich. Sie leben meistens für sich und ziehen ins Altersheim, wenn sie keinen eigenen Haushalt mehr führen können.<eop>Wann spricht man von Onkeln und Tanten oder von Neffen und Nichten? Ein Onkel ist entweder ein Bruder des Vaters oder ein Bruder der Mutter. Es kann aber auch der Ehemann von der Schwester des Vaters sein oder der Mann von der Schwester der Mutter. Bei den Tanten ist es ganz ähnlich: Eine Tante ist entweder die Schwester des Vaters oder die Schwester der Mutter. Es kann aber auch die Ehefrau vom Bruder des Vaters sein oder vom Bruder der Mutter. Es gibt also ebenfalls vier Möglichkeiten. Bei uns heißen die alle gleich. Es gibt aber andere Kulturen und Sprachen mit mehr verschiedenen Begriffen. Für jede Art von Onkel oder Tante gibt es ein anderes Wort, also insgesamt je vier.<eop>Nehmen wir Conny, Ben und Jenny aus dem Bild oben als Beispiel: Hier hat ihr Vater Peter eine Schwester, nämlich Karin. Karin ist also die Tante der drei, ihr Mann Klaus ist der Onkel. Aber auch die Mutter der drei hat eine Schwester, nämlich Anne. Anne ist auch eine Tante der drei. Steffi und Peter sind Tante und Onkel von Justus und Hendrik.<eop>Umgekehrt haben Steffi und Peter zwei Neffen, nämlich Justus und Hendrik. Die Mädchen Conny und Jenny sind die Nichten von Karin und Klaus, Ben ist ihr Neffe. Das gleiche gilt auch für Anne: Conny und Jenny sind ihre Nichten, Ben ist ihr Neffe.<eop>Wie sind Cousins und Cousinen miteinander verwandt? Cousin und Cousine werden auch Vetter und Base genannt. Geschwister haben dieselben Eltern, Cousins und Cousinen haben dieselben Großeltern. Sie sind die Kinder von den Geschwistern eines Elternteils, also von Onkeln und Tanten. Unsere Eltern sagen über unsere Cousins und Cousinen: „Sie sind unsere Neffen und Nichten.“ Für unsere Großeltern sind sie genauso Enkelkinder wie wir selbst.<eop>Im Bild oben ist das so: Conny, Ben und Jenny (unten links) sind Geschwister. Ihre Vater hat eine Schwester, die ist die Tante von den dreien. Tante Karin hat zwei Kinder: Justus und Hendrik. Conny, Ben und Jenny haben also zwei Cousins. Umgekehrt haben Justus und Hendrik einen Cousin (Ben) und zwei Cousinen (Conny und Jenny). Die gemeinsamen Großeltern der fünf Kinder sind Opa Helmut und Oma Clara.<eop>Cousins und Cousinen sind nicht so nahe miteinander verwandt wie Geschwister. Aus diesem Grund sind Beziehungen und Heiraten zwischen Cousin oder Cousine in den meisten Ländern gesetzlich erlaubt. Unter Geschwistern ist das verboten.<eop>Gehören Schwager und Schwägerinnen auch zur Verwandtschaft? Schwager und Schwägerinnen sind nicht miteinander blutsverwandt. Die Verbindung besteht nur über Geschwister und eine Ehe, man sagt sie sind \"verschwägert\".<eop>Das lässt sich am besten an einem Beispiel aus dem Bild erklären: Peter und Steffi sind verheiratet. Peters Schwester heißt Karin. Steffi und Karin sind dann Schwägerinnen. Jede kann von der anderen sagen: „Sie ist meine Schwägerin.“ Aber Steffi ist auch die Schwägerin von Karins Mann Klaus. Peter kann sagen: „Klaus ist mein Schwager.“ und auch Klaus sagt: „Peter ist mein Schwager.“ Anne, Steffis Schwester ist auch Peters Schwägerin und Peter ist ihr Schwager.<eop>Anne und Karin hingegen sind noch weiter weg verschwägert. Sie sind deshalb nicht mehr richtige Schwägerinnen. In manchen Gebieten Deutschlands nennt man sie Schwippschwägerinnen. Klaus ist demnach der Schwippschwager von Anne.<eop>Was sind Vorfahren? Vorfahren sind Menschen, die vor einem gelebt haben, also die Eltern, die Großeltern, die Urgroßeltern und so weiter. So eine „Ebene“ nennt man eine Generation. Zum Rechnen ist das einfach: Eltern hat man zwei, Großeltern vier, Urgroßeltern acht und so weiter, also immer doppelt so viele. Damit sind natürlich die leiblichen, also die biologischen Eltern gemeint.<eop>Eine solche Aufstellung nennt man Stammbaum oder Vorfahren-Stammbaum, weil es aussieht wie ein Baum: Das Kind ist der Stamm, dann kommen erst die dicken, dann die dünneren Äste, je nach Generation. Dies ist vom Kind aus gesehen ein aufsteigender Stammbaum. Die Fachleute nennen das „Aszendenten-Stammbaum“. <eop>Es gibt ganz einfache und sehr bildhafte, ausgestaltete Stammbäume. Wer sie erforscht, ist ein Familienforscher. Man nennt sie auch Ahnenforscher, weil Vorfahren oft Ahnen genannt werden. Die Familienforschung betreiben viele Menschen einfach aus Interesse. Sie wollen wissen, woher sie kommen und wer vor ihnen war.<eop>Oft spricht man von den Vorfahren eines Volkes. Da weiß man natürlich nicht von jedem einzelnen, um wen es sich handelt. Es sind eben all die Menschen, welche zur gegenwärtigen Bevölkerung beigetragen haben. Da können auch eingewanderte Menschen dabei sein. So kommt es auch zur Vermischung von Hautfarben.<eop>Was sind Nachkommen? Nachkommen sind Kinder, Enkel, Urenkel und so weitere. Solche Stammbäume sind schwierig aufzuzeichnen, weil sie sehr verschieden sind. Eine Frau kann gar keine Kinder haben, eins, zwei, drei oder noch mehr. Zudem hat sie vielleicht nicht alle Kinder vom selben Mann. Vielleicht hatte auch der Mann schon Kinder aus einer Beziehung mit einer anderen Frau.<eop>Es ist also nicht dasselbe, ob ein Kind seine Vorfahren aufzeichnet oder ob es vom Großvater aus gesehen dessen Nachkommen aufzeichnet. In einzelnen Familien wird das heute nicht mehr oft gemacht. Jedoch gibt es solche Stammbäume von Königen. Dort ist es eben wichtig zu wissen, wer Nachfolger werden darf, also der neue König.<eop>Nachkommen-Stammbäume nennt man absteigende Stammbäume. Die Fachleute nennen das „Deszendenten-Stammbaum“. Manche Großeltern machen das als Stolz oder Freude über ihre Nachkommen. Viele Großeltern haben ihre Enkel aber auch im Kopf und könnten den Stammbaum auswendig zeichnen. Nachkommen-Stammbäume sind aber auch sehr wichtig, wenn ein Mensch stirbt und man nicht weiß, wer sein Vermögen erben soll.<eop><eop>"}, {"title": "Video", "id": 922, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Video", "text": "Video ist ein lateinisches Wort und bedeutet „ich sehe“. Heute meint man damit meistens einen Film. Das ist oft ein kurzer Film, der vielleicht sogar von Menschen gemacht wurde, die das nicht als Beruf machen.<eop>Eigentlich ist schon das, was man im Fernsehen sieht, ein Video. Die Leute vom Fernsehen haben einen Film gemacht und auf einem Magnetband gespeichert. Später konnte man sich so eine Technik auch für zuhause kaufen. Das war zunächst aber noch ziemlich teuer. Heute ist es sehr billig und einfach geworden, ein Video aufzuzeichnen, nämlich mit einem Smartphone.<eop> Wie haben die Leute zuerst Videos kennengelernt? Viele denken vor allem an den Videorekorder und die Videokassette. Damit fing es um das Jahr 1970 an. Die Videokassette enthält ein Magnetband, genauso wie eine Musikkassettte. Auf diesem Magnetband nimmt man einen Film auf. Im Wort „Rekorder“ steckt der englische Ausdruck für „aufzeichnen“.<eop>Die meisten Leute haben sich damals Videorekorder gekauft, um Filme und andere Sendungen aus dem Fernsehen aufzunehmen. So konnte man die Sendungen öfter sehen. Oder aber man war nicht zu Hause, wenn die Sendung im Fernsehen kam. Dann konnte man den Videorekorder so einstellen, dass er die Sendung aufzeichnete. So konnte man sie später ansehen.<eop>Außerdem konnte man sich „Videos“, also Videokassetten, mit Spielfilmen kaufen. Wenn man einen Spielfilm nicht im Kino gesehen hatte, hatte man ihn für zuhause auf Video. Es gab auch Läden, die solche Kassetten verliehen. Man suchte sich im Laden eine Kassette aus, schaute sich den Film an und gab dann die Kassette zurück. Das kostete nicht so viel wie der Kauf.<eop>Im Jahr 1984 konnte man sich zum ersten Mal Camcorder kaufen. So eine Videokamera ist wie eine Fotokamera, nur nicht für Fotos, sondern für Filme. Damit filmten die Menschen gern, was sie zuhause oder im Urlaub erlebt hatten.<eop> Was ist aus der Videotechnik geworden? Heute nimmt fast niemand mehr etwas mit Magnetband auf, weder Musik noch Videos. Das macht man heute fast immer digital. Das ist dieselbe Technik, wie es auch Computer machen. Digitale Videos waren viel schärfer und deutlicher als die Filme auf Videokassetten.<eop>Mit dem digitalen Video fing es im Jahr 1995 an. Bald schon konnte man alles machen, was man vorher mit dem Magnetband-Video gemacht hatte. Musikkasetten wurden also nicht mehr gekauft, weil es die CD gab, Videokassetten nicht mehr, weil die DVD erfunden wurde. <eop><eop>"}, {"title": "Vieh", "id": 923, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vieh", "text": "Unter Vieh versteht man Tiere auf einem Bauernhof. Es sind Tiere, die der Bauer hält, damit sie ihm einen bestimmten Nutzen bringen. Oft meint man damit Säugetiere wie Rinder oder Schweine. Es kann aber auch Federvieh sein, also Hühner, Gänse, Puten oder Enten, die auf einem Bauernhof gehalten werden. Andere Vögel, die einfach so auf einem Bauernhof leben, zählt man nicht zum Vieh. Auch Hunde, Honigbienen und einige andere Tiere gehören nicht dazu.<eop>Man unterscheidet zwischen Großvieh und Kleinvieh. Zum Großvieh gehören Pferde, Rinder und Schweine. Zum Kleinvieh zählt man Schafe, Ziegen, Kaninchen und Geflügel, also das Federvieh.<eop>Man kann Vieh auch nach der Nutzung einteilen: Schlachtvieh hält sich der Bauer, um Fleisch zu produzieren. Diese Tiere werden getötet, sobald sie das richtige Gewicht erreicht haben. Vom Milchvieh will man Milch gewinnen. Diese Tiere lässt man leben, so lange sie genügend Milch geben. Dann werden sie auch geschlachtet, aber das Fleisch hat nicht mehr so viel Wert. Arbeitsvieh oder Zugvieh spannt man vor einen Wagen oder einen Pflug. Das sind vor allem Pferde und Ochsen, in manchen Ländern sind es auch Kühe. In vielen Gegenden können sich die Bauern heute Traktoren und andere Maschinen leisten. Diese haben dort das Arbeitsvieh und Zugvieh längst ersetzt.<eop>Geflügel hält sich der Bauer entweder um Fleisch oder um Eier zu gewinnen. Legt Geflügel nicht mehr genug Eier, wird es auch geschlachtet. Dann kann man noch das Fleisch, allenfalls auch die Federn nutzen.<eop>Vieh wird heute gezüchtet: Es soll möglichst viel Milch, Fleisch oder Eier geben. Deshalb gibt es verschiedene Rassen. Jede Rasse kann das eine oder das andere besonders gut. Dazu muss der Bauer aber auch viel arbeiten und sich gut um seine Tiere kümmern.<eop>Das Wort Vieh wird aber manchmal auch einfach so für alle möglichen Tiere benutzt. Vor allem, wenn jemand ein Tier nicht so sehr mag oder von einer seiner Meinung nach schlechten Eigenschaft dieses Tieres redet. Wenn ein Mensch schlecht behandelt wird, sagt man auch manchmal, dass er behandelt wird wie ein Stück Vieh. <eop><eop>"}, {"title": "Viereck", "id": 924, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Viereck", "text": " Ein Viereck ist in der Geometrie eine Figur der Ebene. Sie hat immer vier Ecken und vier Seiten. Ein Viereck kann dennoch verschiedene Formen haben, weil die Seiten und Winkel unterschiedlich groß sein können. Die Linien, die die gegenüberliegenden Ecken eines Vierecks verbinden, nennt man Diagonalen.<eop>Wenn die Seiten oder Winkel eines Vierecks besondere Bedingungen erfüllen, dann haben die Vierecke bestimmte Namen. Es gibt Trapeze, Parallelogramme, Rauten, Drachenvierecke, Rechtecke oder Quadrate. Wenn nichts davon auf ein Viereck zutrifft, dann nennt man es ein unregelmäßiges Viereck.<eop>Bei einem Trapez verlaufen zwei gegenüberliegende Seiten parallel und zwei können irgendwie liegen, ganz egal wie. Sind beide Seitenpaare parallel, spricht man von einem Parallelogramm. Sind beide Seitenpaare parallel zueinander und auch noch alle Seiten gleich lang, dann heißt das Viereck Raute oder auch Rhombus.<eop>Stehen die Diagonalen zueinander im rechten Winkel, also neunzig Grad, spricht man von einem Drachenviereck. Sind alle Ecken eines Vierecks rechtwinklig, nennt man das ein Rechteck. Ein Rechteck mit vier gleichlangen Seiten heißt Quadrat.<eop> Warum ist ein Quadrat auch ein Trapez? Für Vierecke gibt es oft mehrere Namen. Damit man aber möglichst genau weiß, wie das Viereck aussieht, nimmt man normalerweise den Namen, der es am besten beschreibt.<eop>Wenn man ein Quadrat vor sich hat, dann ist es natürlich auch ein Trapez: zwei gegenüberliegende Seiten sind parallel. Die anderen beiden Seiten dürfen beim Trapez völlig beliebig liegen, können also im Sonderfall auch parallel zueinander sein. Auf diese Art kann man viele Vierecke mehrfach benennen.<eop>Ein Quadrat kann man also ansehen als Spezialfall von einem Trapez, einem Parallelogramm, einem Drachenviereck, einer Raute (einem Rhombus) und einem Rechteck. Trotzdem sagt man Quadrat, weil das die eindeutigste Bezeichnung ist. Das Quadrat ist das speziellste Viereck.<eop>Auch ein Rechteck ist ein Parallelogramm und auch ein Trapez. Es ist aber zum Beispiel keine Raute, da nicht alle vier Seiten gleich lang sind. Eine Raute ist auch gleichzeitig ein Parallelogramm und ein Parallelogramm ist ein Spezialfall von einem Trapez.<eop><eop>"}, {"title": "Vietnamkrieg", "id": 925, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vietnamkrieg", "text": "Der Vietnamkrieg war ein Krieg in Vietnam. Er dauerte von 1955 bis 1975, also 20 Jahre lang. Bei diesem Konflikt kämpfte Südvietnam gegen die aufständischen Vietcong und den kommunistischen Norden Vietnams. Später mischten sich auch die USA in den Krieg ein und kämpften auf der Seite des Südens. Der Norden wurde von China und der Sowjetunion unterstützt, allerdings nur mit Waffen und Militärberatern. Der Vietnamkrieg wird daher auch als „Stellvertreterkrieg“ bezeichnet: Eigentlich gehört er zum Kalten Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA. <eop>Der Krieg fand nicht nur in Vietnam statt, sondern auch in den Nachbarländern Laos und Kambodscha. Diese drei Länder zusammen gehören zu einer Region namens Indochina. Der Krieg endete, nachdem die USA den Süden Vietnams nicht mehr so stark unterstützt haben. Im Jahr 1975 konnte daher der Norden den Süden erobern. Vietnam wurde wiedervereinigt, seitdem regiert im ganzen Land die kommunistische Partei. Der Krieg forderte zwischen zwei und fünf Millionen Todesopfer. Die meisten davon waren keine Soldaten, sondern Zivilisten, also normale Menschen.<eop> Was ist vorher passiert? Ab dem Jahr 1887 gehörte Vietnam zusammen mit Laos und Kambodscha zur Kolonie Französisch-Indochina. Das änderte sich nach dem Jahr 1940: Frankreich verlor zunächst im Zweiten Weltkrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland. Die Kolonialherren in Indochina mussten mit Japan zusammenarbeiten. Die Vietnamesen sahen, dass Frankreich geschwächt war. <eop>Besonders im Norden entstand eine Bewegung, die forderte, dass Vietnam ein unabhängiger kommunistischer Staat werden sollte. Andererseits wollten auch die Japaner die Schwäche der Franzosen nutzen, um Vietnam zu erobern. 1945 besetzen japanische Soldaten für einige Monate Vietnam. Später, nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg, wurde der Norden ein unabhängiger Staat. Der Süden blieb Frankreich zunächst treu.<eop>Im Winter 1946 brach dann der Erste Indochinakrieg aus. Frankreich und Südvietnam kämpften gegen den Norden. Der Krieg endete im Jahr 1954 damit, dass Frankreich sich aus Vietnam zurückzog. Übrig blieben die beiden unabhängigen Staaten Nordvietnam und Südvietnam. Im Norden regierte fortan die kommunistische Partei Viet-Minh, im Süden eine Diktatur, die meinte, sie sei das richtige Vietnam.<eop> Wie kam es zum Vietnamkrieg? Im Süden wurde der Katholik Ngo Dinh Diem zum ersten Präsidenten. Mit Geld, das er von den USA bekam, baute er eine starke Armee auf. Er wurde ein Gewaltherrscher, der vor allem dafür schaute, dass es den Katholiken im Land gut ging. Andere Bevölkerungsgruppen wie die Buddhisten behandelte er schlecht. So ließ er ein altes Bergvolk umsiedeln, damit Katholiken in deren Häuser ziehen können.<eop>Diems Politik führte bald zu Aufständen, aus denen 1955 ein Bürgerkrieg wurde. Die Aufständischen wollten Diem stürzen und sich dem kommunistischen Norden anschließen. Sie nannten sich „Nationale Front für die Befreiung Südvietnams“. Häufiger nannte man sie „Vietcong“. Unterstützt wurden sie von Nordvietnam und seinen Verbündeten. Daher mussten Diems Soldaten bald schon an verschiedenen Orten kämpfen.    Welche Rolle spielten die USA? Schon vor 1955 halfen die USA dem Süden mit Geld, Waffen und Militärberatern. Als es immer wahrscheinlicher wurde, dass der Süden den Krieg verlieren würde, entschied man sich 1964, auch amerikanisches Militär nach Vietnam zu schicken. Die USA hatten Angst, dass sich der Kommunismus auch auf andere Länder in Asien ausbreiten könnte, wenn Südvietnam verliert. <eop>Amerikanische Flugzeuge bombardierten die Dörfer der Vietcong. Weil man die Feinde wegen dem dichten Dschungel nur schwer erkennen konnte, verwendete man Napalmbomben. Diese verursachen große Waldbrände. Auch versprühten die Flugzeuge giftige Chemikalien wie „Agent Orange“, damit die Blätter im Dschungel verwelken und abfallen. Dadurch starben auch viele Zivilisten an Vergiftungen. <eop>Obwohl die Amerikaner besser ausgerüstet waren, hatten sie Probleme, den Krieg zu gewinnen. Immer wieder griffen die Vietnamesen überraschend aus dem Hinterhalt an, töteten ein paar US-Soldaten und verschwanden dann wieder im Dschungel. Diese Art der Kriegsführung nennt man Guerilla-Taktik.<eop>Als die Amerikaner einsahen, dass ein Weiterkämpfen keinen Sinn mehr macht, schlossen sie im Jahr 1973 Frieden mit Nordvietnam. Sie machten das auch, weil viele Leute in den USA immer wieder gegen den Krieg protestierten. Der Süden war nun wieder auf sich alleine gestellt. Zwei Jahre später marschierten die nordvietnamesischen Soldaten in der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon ein und übernahmen die Macht.<eop> Was waren die Folgen des Krieges? Von den Millionen Opfern, die der Krieg forderte, waren die meisten Vietnamesen. Sehr häufig waren es keine Soldaten, sondern Leute, die eigentlich gar nicht an den Kämpfen beteiligt waren. Bis heute sterben noch Vietnamesen an den Spätfolgen der chemischen Angriffe der Amerikaner. Außerdem starben etwa 50.000 amerikanische Soldaten.<eop>Nach dem Krieg wurden ganz Vietnam sowie die Nachbarländer Laos und Kambodscha kommunistisch. Manche Vietnamesen flüchteten vor den Kommunisten. Sie fuhren meist mit einfachen Booten nach Malaysia und wurden später von Frankreich und den USA als Flüchtlinge aufgenommen. Manche kamen auch nach Deutschland. Man nennt sie „Boat people“. <eop>Für die USA war der Vietnamkrieg ein „nationales Trauma“: Ein kleines asiatisches Volk schaffte es, die Supermacht zu besiegen. Viele amerikanische Soldaten hatten die Grausamkeit des Krieges erlebt und kehrten mit psychischen Problemen aus Vietnam zurück. Sie hatten Schwierigkeiten, sich wieder ins normale Leben einzugewöhnen. Letztlich schadete der teuere Krieg auch der amerikanischen Wirtschaft, und viele Leute auf der Welt begannen, schlecht von den USA zu denken. "}, {"title": "Violoncello", "id": 926, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Violoncello", "text": "Das Violoncello, sprich: Wiolontschello, ist ein Streichinstrument. Es ist größer als die Geige oder die Bratsche und klingt tiefer. Im Namen klingt die Violine an, die Geige. Meist nennt man das Violoncello abgekürzt einfach „Cello“. Die Mehrzahlform lautet Celli oder Violoncelli. <eop>Das Cello wird vom Geigenbauer hergestellt. Der Bau ist fast derselbe, braucht aber etwa dreimal so viel Zeit wie bei einer Geige. Neben der Größe ist die Spitze am unteren Ende des Klangkörpers besonders. Man nennt sie „Stachel“. Darauf stellt man das Cello beim Spielen. Zum Mitnehmen kann man den Stachel einschieben oder entfernen. <eop>Das Cello spielt man im Sitzen. Das Gewicht des Cellos ruht durch den Stachel am Boden. Beide Knie halten den Klangkörper fest. Den oberen Teil lehnt der Spieler sich an das Brustbein, das ist der Knochen zwischen den Rippen. Die Finger der linken Hand drücken auf die Saiten. Die rechte Hand führt den Bogen über die Saiten.<eop>Das Cello hat vier Saiten, wie die Geige. Jede Saite ist aber um eine Oktave tiefer gestimmt. Das entspricht etwa der Singstimme eines Mannes. In einem Orchester spielen die Celli meist eine Begleitstimme. Es gibt auch einzelne Musiker, die allein auftreten, singen und sich dazu auf dem Cello begleiten.<eop><eop>"}, {"title": "Virus", "id": 927, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Virus", "text": "Ein Virus ist ein winzig kleiner Krankheits-Erreger. Viren sind keine Zellen und sind auch kleiner. Sie tragen ein Programm in sich, ähnlich wie ein Computer. Außerhalb eines lebenden Körpers verändern sich Viren nicht. Das können sie nur in der Zelle eines Tieres oder einer Pflanze. Die Wissenschaftler sind sich deshalb auch nicht darüber einig, ob die Viren zu den Lebewesen gehören oder nicht. <eop>Viren können sich nicht selbst fortbewegen. Unter günstigen Umständen können sie in der Luft schweben. Dann gehören sie zu den Schwebeteilchen, den Aerosolen. Meistens leben sie aber an einem feuchten Ort, zum Beispiel auf unseren Schleimhäuten. Die gibt es zum Beispiel im Mund, in der Nase und im Darm. <eop>Dort dringen sie in die Zellen ein. Sind sie erst einmal drin, dann wachen sie auf. Dabei nutzen sie alle Möglichkeiten, die die Zelle eigentlich für sich selbst braucht und vermehren sich. Sind es dann sehr viele Viren, stirbt die Zelle meist ab, wodurch die Viren wieder frei werden. Nun kleben sie früher oder später an neuen Zellen, und das Ganze geht von vorne los. <eop>Manche Viren lösen Erkältungen aus. Wenn man dabei husten oder niesen muss, werden einige der Viren zusammen mit feinen Schleimtröpfchen aus der Nase oder aus dem Mund herausgeschleudert. Wenn dann jemand anderes diese Schleimtröpfchen mit den Viren einatmet, bleiben sie auch bei dieser Person an Schleimhaut kleben. Man kann die Viren auch auf die Hände bekommen und sie bei einer Berührung der Nase dorthin bringen. Auch bei einem Handschlag kann man sie weitergeben oder zum Beispiel an einer Türklinke hinterlassen. Von dort nimmt sie dann der nächste mit. Auf diese Arten überträgt sich auch das Coronavirus. <eop>Andere Viren verbreiten sich über das Essen und sogar über den Kontakt mit dem Blut anderer Menschen. Das HI-Virus, bekannt unter der Abkürzung HIV, ist so eines. Man kann es auch beim Sex übertragen, denn auch in den Geschlechtsorganen gibt es viele Schleimhäute. <eop>Viren können ganz unterschiedliche Krankheiten auslösen. Dazu gehören Husten, Schnupfen und Durchfall. Die Behandlung der Erkrankung ist völlig unterschiedlich. Sie hängt davon ab, an welcher Virus-Art jemand erkrank ist. Die bisher bekannten Medikamente bekämpfen jedoch vor allem Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Fieber. Ein eigentliches Medikament gegen Viren gibt es nicht. Bei Bakterien hingegen gibt es Antibiotika. Die wirken jedoch nicht gegen Viren.<eop>"}, {"title": "Vitamin", "id": 928, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vitamin", "text": "Vitamine sind bestimmte Stoffe. Der Mensch braucht sie, um zu überleben und um gesund zu sein. Allerdings kann der Körper des Menschen die meisten dieser Stoffe nicht selber herstellen. Darum müssen wir Dinge essen und trinken, die Vitamine enthalten. Das lateinische Wort für Leben ist „Vita“. Daher kommt der Name „Vitamin“.<eop>Lange Zeit konnte man sich manche Krankheiten nicht richtig erklären. Man wusste nur, dass sie irgendwie mit der Ernährung zu tun hatten. Ein Beispiel: Viele Seemänner, die lange Zeit auf See fuhren, verloren nach und nach ihre Zähne. Diese Krankheit nannte man Skorbut. Heute weiß man, dass dies von einem Mangel an Vitamin C kommt. Das gibt es vor allem in Obst und Gemüse. Und frische Früchte oder Gemüse konnten die Seemänner bei den wochenlangen Fahrten auf hoher See keine mitnehmen, daher erkrankten sie. Vitamin C heißt auch Ascorbinsäure. Das bedeutet übersetzt etwa „Säure zur Vermeidung von Skorbut“.<eop>Die einzelnen Vitamine haben eigene Namen. Damit es übersichtlicher ist, hat man den Vitaminen Buchstaben für die großen Gruppen zugeordnet. Es sind dies A, B, C, D, E und K. Die Vitamine F und G gibt es nicht. Die Gruppen hat man weiter unterteilt. Die Untergruppen tragen Zahlen. So entstanden die Bezeichnungen B6, D3 und so weiter.<eop>Nicht in jeder Lebenssituation braucht man gleich viele Vitamine. Folgende Gruppen von Menschen brauchen besonders viele Vitamine: Kinder und alte Menschen, Mütter während der Schwangerschaft und so lange sie ihr Baby stillen. Auch wer viel raucht, Alkohol trinkt oder Stress hat, braucht besonders viele Vitamine. Ebenso, wer eine besondere Krankheit hat wie zum Beispiel die Zuckerkrankheit.<eop>Viele Menschen nehmen ungewollt zu wenige Vitamine zu sich. Wer Hunger leidet, bekommt auch zu wenige Vitamine. Wer sich nur einseitig ernähren kann, zum Beispiel mit Reis oder Maniok, leidet unter einer Mangelernährung und somit auch unter Vitaminmangel. Wer sich nur von Fastfood ernährt, bekommt ebenfalls zu wenige Vitamine. Schwierig ist es mit dem Vitamin D. Das bildet sich in unserer Haut durch die Sonnenstrahlung, das wird im Winter zum Problem. Vitamin D gibt es nur in wenigen Speisen, zum Beispiel in fettem Fisch.<eop>Wer sich gesund und vielseitig ernährt, erhält ausreichend Vitamine. Zusätzliche Vitamine in Form von Pillen braucht es nur, wenn jemand mit einem besonderen Risiko lebt. Am besten lässt man sich dann von einem Arzt beraten. Man kann sich kaum durch zu viele Vitamine Schaden zufügen, außer mit einer riesigen Menge an Pillen. Sicher braucht man dafür aber sehr viel Geld und es nützt überhaupt nichts.<eop>Welche Vitamine gibt es? Vitamin A ist bei Kindern wichtig für den Aufbau der Haut. Alle Menschen brauchen es, damit sie bei sehr wenig Licht auch noch etwas sehen können. Vitamin A gibt es vor allem in Leber, Kohl und Karotten. Die meisten pflanzlichen Nahrungsmittel enthalten Stoffe, die unser Körper in Vitamin A umwandeln kann. Man nennt sie „Provitamine“, also „Vor-Vitamine“. Vitamin A heißt auch Retinol.<eop>Vitamin B gibt es von B1 bis B12. Wir brauchen sie zur Erneuerung unserer Zellen. Sie helfen auch mit, unsere Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette für den Körper nutzbar zu machen. Bei Mangel bildet der Körper zu wenig neues Blut, die Nerven und die Haut bekommen Schwierigkeiten. Viel Vitamin B gibt es im Gemüse, in Bananen, Vollkornbrot, fettem Fisch und in Fleisch. Die einzelnen B-Vitamine haben verschiedene Namen.<eop>Vitamin C brauchen wir vor allem im Kampf gegen Viren und Bakterien. Es bekämpft auch Stoffe im Körper, die zur Krankheit Krebs führen können. Vitamin C gibt es in Früchten, so zum Beispiel in den Zitrusfrüchten und Kiwis und in vielem Gemüsen und Kräutern, vor allem in roter und gelber Paprika, Kohl und seinen Verwandten. Vitamin C heißt Ascorbinsäure.<eop>Vitamin D brauchen wir vor allem für die Erneuerung unserer Knochen und zum Aufbau der Zähne. Vitamin D kann unsere Haut zusammen mit Sonnenlicht bilden. Im Winter ist die Sonne dafür bei uns allerdings manchmal zu schwach. Da müsste man weiter in den Süden ziehen. Im Sommer muss man zusätzlich aufpassen wegen einem Sonnenbrand. Vitamin D kann unser Körper nicht vom Sommer auf den Winter aufbewahren. Viel Vitamin D enthalten Fisch, Avocados, Eier und bestimmte Pilze. Auch Walfleisch enthält viel Vitamin D. Deshalb leiden die Eskimos keinen Mangel, obwohl es bei ihnen monatelang kaum Sonnenlicht gibt. Vitamin D heißt Calciferol.<eop>Vitamin E brauchen wir vor allem für die Muskeln, den Blutkreislauf und ebenfalls für die Abwehr. Vitamin E gibt es in Milch, Butter, Haferflocken und Leinsamen. Auch die Keime von Getreide enthalten Vitamin E. Es gibt sie vor allem im Vollkornbrot. Auch Pflanzenöl und grünes Blattgemüse enthält Vitamin E. Vitamin E heißt Tocopherol.<eop>Vitamin K brauchen wir vor allem, damit das Blut bei einer Verletzung gerinnt, damit sich also eine Kruste bildet und die Blutung aufhört. Auch zur Erneuerung der Knochen brauchen wir es. Vitamin K kann unser Darm herstellen. Vitamin K gibt es vor allem in grünem Gemüse, Algen und in Pflanzenölen.<eop>"}, {"title": "Vögel", "id": 929, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vögel", "text": "Die Vögel gehören zu den Wirbeltieren, wie auch die Säugetiere, Fische, Reptilien und Amphibien. Vögel haben zwei Beine und zwei Arme, die Flügel. Anstatt eines Felles haben Vögel Federn. Die Federn sind aus Keratin. Mit diesem Stoff machen andere Tiere Horn, Krallen oder Haare. Bei den Menschen sind es die Haare und die Fingernägel.<eop>Die meisten Vögel können fliegen, dank ihrer Flügel und der Federn. Einige hingegen können schnell laufen, wie der Afrikanische Strauß. Das ist zudem der größte Vogel überhaupt. Die Pinguine sind Vögel, die zwar nicht fliegen können, aber dafür können sie sehr gut schwimmen.<eop>Ein Vogel hat außerdem einen Schnabel ohne Zähne. Einige Vögel haben jedoch Zacken im Schnabel, womit sie ähnlich wie mit Zähnen etwas packen können. Neue kleine Vögel werden nicht geboren, sondern schlüpfen aus Eiern. Weibliche Vögel legen solche Eier oft in ein Nest, das dafür gebaut wurde, oder aber zum Beispiel auf den Boden. Die meisten Vögel brüten ihre Eier aus. Das heißt sie setzen sich auf die Eier, um sie warm zu halten und zu schützen bis die Kleinen schlüpfen.<eop>Ansonsten können Vögel sehr unterschiedlich sein. Manche leben in der trockenen Wüste, andere in der Arktis oder Antarktis. Einige fressen Fleisch, andere Körner. Die Bienenelfe ist der kleinste Vogel, es ist ein Kolibri. Der größte Vogel, der fliegen kann, ist die Riesentrappe aus Afrika.<eop>Die Vögel stammen von den Dinosauriern ab. Die Wissenschaft ist sich aber noch nicht einig darüber, wie sich das genau verhält. Die nächsten lebenden Verwandten der Vögel sind die Krokodile.<eop>Hier gibt es eine Übersicht über alle Klexikon-Artikel über Vögel.<eop>Wie ist die Verdauung der Vögel? Vögel haben einen Magen und einen Darm. Die Verdauung ist also ganz ähnlich wie bei den Säugetieren. Einige Vogelarten fressen Steine. Die bleiben im Magen liegen und helfen mit, die Nahrung zu zerquetschen. So macht es zum Beispiel das Huhn.<eop>Einen Unterschied gibt es beim Urin, den man auch Harn nennt. Vögel haben zwar Nieren wie die Säugetiere, sie haben aber keine Harnblase. Sie haben auch keinen besonderen Körperausgang zum Pinkeln. Der Urin aus den Nieren fließt durch die Harnleiter in den Darm. Dort vermischt er sich mit dem Kot. Deshalb ist der Kot der Vögel auch meist dickflüssig.<eop>Den Körperausgang bei den Vögeln nennt man Kloake. Durch dieselbe Öffnung legt das Weibchen auch seine Eier. Auch die Spermien des Männchens fließen durch dieselbe Öffnung.<eop>Wie vermehren sich Vögel? Viele Vögel haben bestimmte Zeiten, in denen sie Junge bekommen wollen. Das hängt von der Jahreszeit ab und kann einmal oder mehrere Male geschehen. Andere Vögel sind davon aber unabhängig, zum Beispiel unser Haushuhn. Es kann das ganze Jahr über Eier legen.<eop>Wenn ein Weibchen zur Paarung bereit ist, steht es still und klappt den Schwanz nach oben. Das Männchen setzt sich dann auf den Rücken des Weibchens und reibt seine Kloake auf der des Weibchens. Dann fließen seine Spermien in den Körper des Weibchens und befruchten die Eier.<eop>Die Spermien des Männchens können lange im Körper des Weibchens leben und dort immer wieder Eier befruchten. Vogeleier bekommen eine harte Schale. Die meisten Vögel legen mehrere Eier in ein Nest. Manchmal brütet die Vogelmutter die Eier aus, manchmal der Vogelvater oder beide abwechselnd.<eop>Den Küken wächst auf dem Schnabel ein Eizahn. Das ist eine spitze Erhebung. Damit drückt das Küken in einer Reihe Löcher in die Eierschale. Wenn es dann die Flügel spreizt, drückt es damit die beiden Schalenhälften auseinander.<eop>Es gibt Vogeljunge, die das Nest sofort verlassen. Die nennt man Nestflüchter. Sie suchen sich ihre Nahrung von Anfang selber. Dazu gehört zum Beispiel unser Haushuhn. Andere Küken bleiben im Nest, das sind die Nesthocker. Die Eltern müssen sie füttern, bis sie ausfliegen, also flügge werden.<eop>Welche Gemeinsamkeiten haben Vögel sonst noch? Die Vögel haben dasselbe Herz wie die Säugetiere. Es hat vier Kammern. Der doppelte Blutkreislauf führt einerseits durch die Lunge, um frischen Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben. Andererseits führt der Kreislauf durch den übrigen Körper. Das Blut befördert Sauerstoff und Nahrung durch den Körper und nimmt die Abfallstoffe mit.<eop>Das Herz der Vögel schlägt viel schneller als bei den Menschen. Beim Strauß schlägt das Herz dreimal so schnell, beim Haussperling etwa fünfzehn Mal so schnell und bei einigen Kolibris sogar zwanzig Mal so schnell wie bei uns.<eop>Der Körper der allermeisten Vögel ist immer gleich warm, nämlich 42 Grad Celsius. Das sind fünf Grad mehr als bei uns. Ganz wenige Vogel-Arten kühlen in der Nacht etwas ab, die Kohlmeise zum Beispiel um etwa zehn Grad.<eop>Die Vögel haben keinen Kehlkopf mit Stimmbändern. Sie haben aber etwas Ähnliches, nämlich einen Stimmkopf um ihre Töne zu formen. <eop>Viele Vögel haben eine besondere Drüse, die Bürzeldrüse. Damit können sie Fett absondern. Sie streichen sich damit die Federn ein, damit sie gut gegen Wasser geschützt sind. Die Bürzeldrüse liegt am Ende des Rückens, dort wo der Schwanz anfängt.<eop>"}, {"title": "Vulkan", "id": 930, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Vulkan", "text": "Ein Vulkan ist ein Berg. Aus ihm kommt Gestein aus dem Inneren der Erde an die Oberfläche. Das Gestein ist so heiß, dass es geschmolzen ist. Der Name „Vulkan“ kommt von dem römischen Gott des Feuers, Vulcanus. <eop>Vulkane haben meist eine besondere Form: Es sind Berge, bei denen die Spitze fehlt. Stattdessen sieht man dort eine Vertiefung, die ungefähr rund ist. Diese Vertiefung nennt man Krater. Die Kante oben ist der Kraterrand.<eop>Auf der Erde gibt es etwa 1500 aktive Vulkane, die meisten davon dort, wo verschiedene Kontinente zusammentreffen. „Aktiv“ bedeutet, dass es im Berg noch rumort und dass er ausbrechen kann. Auch in Europa gibt es mehrere Vulkane, zum Beispiel auf Island oder in Italien. In Deutschland gibt es ein Gebirge, die Eifel, das durch Vulkane entstanden ist. Der höchste Berg Afrikas ist ebenfalls ein Vulkan, der Kilimandscharo.<eop> Wie entstehen Vulkane? Tief im Innern der Erde ist es so heiß, dass alles Gestein schmilzt. Das geschmolzene Gestein nennt man Magma. Auf dem Magma „schwimmt“ die äußere, harte Erdkruste, die aus riesigen Kontinental-Platten besteht. An manchen Stellen, vor allem an den Rändern der Platten, hat die Kruste Risse oder Löcher, durch die das Magma an die Oberfläche gedrückt wird. Wenn das Magma heraustritt, nennt man es Lava. An der Luft kühlt die Lava ab und wird wieder fest. Tritt an derselben Stelle immer wieder Lava aus, bildet sich so nach und nach ein Berg aus erkalteter Lava.<eop>Oft steht das Magma auch unter hohem Druck, so dass große Brocken hoch in die Luft geschleudert werden. Weit vom Vulkan entfernt fallen sie wieder zu Boden. Manchmal stoßen Vulkane auch keine Lava, sondern nur heiße Gase oder Aschewolken aus. Aber auch durch sie können Menschen und Tiere in der Umgebung verbrennen oder ersticken. So wurde zum Beispiel die alte römische Stadt Pompeji bei einem Ausbruch des Vesuv verschüttet. <eop>Je höher die Asche in die Atmosphäre aufsteigt, desto weiter kann sie sich verbreiten. Manchmal können dadurch Flugzeuge nicht mehr fliegen, weil es zu gefährlich wäre. Vulkane, die im oder nahe am Meer liegen, können bei einem Ausbruch außerdem hohe Flutwellen auslösen.<eop>Die meisten Vulkane spucken nicht ständig Lava oder Asche aus. Zwischen den einzelnen Ausbrüchen können hunderte oder auch tausende Jahre vergehen. Man kann deshalb nie genau vorhersagen, wann ein Vulkan das nächste Mal ausbricht. <eop>Welches waren die schlimmsten Vulkanausbrüche? Im Jahr 79 nach Christus brach der Vesuv im Süden der Stadt Neapel aus. Er verschüttete neben der Stadt Pompeji weitere vier Ortschaften. Vermutlich starben etwa 5.000 Menschen allein im Pompeji. Für die Geschichts-Wissenschaftler ist dies allerdings ein Glücksfall: Unter der Asche wurden viele Dinge bewahrt, auch Menschen. Vieles über die Menschen von damals weiß man heute durch diese Ausgrabungen.<eop>Im Jahr 1600 brach in Peru der Vulkan Huaynaputina aus. Vermutlich forderte er direkt nur etwa 1.400 Tote. Er spuckte jedoch so viel Asche aus, dass es fast zehn Jahre lang außerordentlich kalt war. Weil die Bauern weniger ernten konnten, starben in Russland etwa eine halbe Million Menschen. Auch China war stark betroffen.<eop>Im Jahr 1815 brach auf Indonesien der Vulkan Tambora aus. In seiner Nähe starben etwa 11.000 Menschen. Die Asche verdunkelte den Himmel, vor allem über Europa. Man nennt deshalb das Folgejahr das Jahr ohne Sommer. In Europa und im Nordosten Amerikas starben gegen 50.000 Menschen an Hunger. Die Wissenschaftler sind heute überzeugt, der Ausbruch des Tambora sei stärker gewesen als der des Vesuv und des Krakatau.<eop>Im Jahr 1883 brach ebenfalls in Indonesien der Krakatau aus. Er forderte gegen 40.000 Menschenleben. Die Explosion war bis nach Australien zu hören. Die Flutwelle konnte man sogar in Europa noch messen. Auch bei diesem Ausbruch sanken die Temperaturen auf der ganzen Nordhalbkugel.<eop>Im Jahr 1991 brach auf den Philippinen der Vulkan Pinatubo aus. Er richtete zwar an den Menschen und an der Umwelt nicht so großen Schaden an. Seine Gase verteilten sich aber bis ganz weit oben am Himmel. Es wurde kälter und nicht mehr so hell. Vor allem hat dieser Ausbruch die Klimaerwärmung noch weiter beschleunigt.<eop><eop>"}, {"title": "Wahrzeichen", "id": 931, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wahrzeichen", "text": "Ein Wahrzeichen kann ein Haus, ein Turm, ein Stein, ein Denkmal oder etwas anderes sein, das besonders bekannt ist. Dabei denken die Menschen an eine bestimmte Stadt oder ein Land. Zum Beispiel ist der Eiffelturm das Wahrzeichen von Paris. Weil Paris die französische Hauptstadt ist, denkt man auch an ganz Frankreich.<eop>Manchmal ist das Wahrzeichen eine Figur aus einem Märchen oder einer anderen Erzählung. In Kopenhagen ist es zum Beispiel die kleine Meerjungfrau, in Bremen sind es die Bremer Stadtmusikanten. Oft gibt es auch eine Statue für diese Figur oder Figuren.<eop>Wahrzeichen sieht man häufig auf Postkarten oder in Broschüren. Dadurch hat man ein einfaches Bild, und die Leser erkennen sofort, welches Land oder welche Stadt gemeint ist. Einige große Länder und Städte haben auch mehrere Wahrzeichen.<eop> Was ist so ähnlich wie ein Wahrzeichen? Eine Sehenswürdigkeit ist ein Ort in einer Stadt oder im Land, den viele Menschen gern besuchen. Das ist gut für den Tourismus. Ein Wahrzeichen ist oft auch eine Sehenswürdigkeit. Manche Sehenswürdigkeiten sind aber nicht so bekannt, dass man sie als Wahrzeichen erkennt.<eop>Eine Landmarke ist etwas, das man gut von weitem erkennt. Das half Wanderern oder Seeleuten, den Weg zu finden. Das gilt besonders für Türme, zum Beispiel von einer Kirche. In der englischen Sprache steht das Wort „landmark“ oft für eine Sehenswürdigkeit.<eop> "}, {"title": "Waise", "id": 932, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Waise", "text": "Als Waisen oder Waisenkinder bezeichnet man Kinder oder Jugendliche, die entweder ein Elternteil verloren haben oder sogar beide Eltern. Lebt nur noch die Mutter oder der Vater, so spricht man auch von Halbwaisen. Wenn beide Eltern tot sind, heißen sie Vollwaisen.<eop>Auf der ganzen Welt gibt es über 150 Millionen Waisen und sehr viele haben niemanden, der sich um sie kümmert. Besonders in den armen Gegenden in Asien und Afrika sterben viele Eltern durch Hunger oder Krankheit. Auch in Kriegsgebieten gibt es viele Kinder, deren Eltern gestorben sind.<eop>In unseren Ländern braucht jedes Kind einen erwachsenen Menschen, der die Rechte des Kindes verteidigt: Kinder haben das Recht, in die Schule zu gehen und einen Arzt zu sprechen, wenn sie krank sind. Vielleicht gibt es auch ein Erbe, das dem Kind zusteht. Die erwachsene Person muss aber auch darauf achten, dass das Kind seine Pflichten erfüllt, zum Beispiel sich an Gesetze hält und in die Schule geht. Fehlen die Eltern, dann muss also eine andere Person einspringen.<eop> Wer kümmert sich um Waisenkinder? Für Halbwaisen ist der verbleibende Elternteil verantwortlich. Wenn die Mutter oder der Vater wieder heiratet, kann der Ehepartner das Kind adoptieren. Dieser Elternteil trägt dann ebenso viel Verantwortung wie der verbliebene Elternteil. Manche Eltern machen sich Gedanken, was mit ihren Kindern passieren soll, falls sie beide früh sterben. Sie können dann in ihrem Testament einen Vormund festlegen, der sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern soll.<eop>Ansonsten kümmert sich bei uns auch der Staat um Waisenkinder. Wer seine Eltern verliert, bekommt erst mal einen Vormund. Das ist ein Mann oder eine Frau vom Jugendamt oder eine private Person, die sich um die Rechte des Kindes kümmert. Oft ist das nur vorübergehend, manchmal aber auch bis zur Mündigkeit.<eop>Der Vormund oder das Jugendamt bringt die Kinder zum Beispiel bei einer Pflegefamilie unter. Das ist eine Familie, die fremde Kinder aufnimmt als seien es ihre eigenen. Eine andere Möglichkeit ist die Unterbringung in einem Kinderheim. Früher nannte man die Kinderheime Waisenhäuser. Für Jugendliche gibt es auch bestimmte Wohngruppen, da sie ja schon älter sind und selbstständiger leben können.<eop>Eine Vollwaise kann auch von einem anderen Ehepaar adoptiert werden. Meist übernehmen das die Taufpaten oder nahe Verwandte. Es kann aber auch ein völlig fremdes Ehepaar sein. Es gibt immer wieder Ehepaare, die ganz bewusst ein Waisenkind aus einem armen Land adoptieren.<eop> "}, {"title": "Wald", "id": 933, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wald", "text": "Ein Wald ist ein Stück Land, auf dem viele Bäume stehen. Es gibt viele verschiedene Arten von Wald, darum ist auch nicht immer deutlich, was ein Wald genau ist. Ein Wald sollte eine gewisse Größe haben, die Bäume sind eher hoch, und es sollte zwischen den Bäumen nicht zu große Lücken geben.<eop>Wälder wachsen überall dort, wo genug Regen fällt. Außerdem darf es nicht zu kalt sein. Darum findet man Wälder weder in heißen, trockenen Wüsten noch in der Nähe von Nordpol und Südpol oder in den höchsten Gebirgen.<eop>Wer Wälder in Arten einteilt, denkt vor allem an die Bäume, die dort wachsen. Bei uns in Mitteleuropa unterscheidet man zwischen Nadelwäldern mit Nadelbäumen und Laubwäldern mit Laubbäumen. Im Mischwald stehen sowohl Nadelbäume als auch Laubbäume. <eop>Wälder sind Erholungsgebiete, Touristen wandern gern in ihnen. Forstleute haben den Beruf, darauf zu achten, dass im Wald alles in Ordnung ist. Sie schlagen auch Bäume und sorgen dafür, dass junge Bäume nachwachsen.<eop>Ein Urwald ist in der Natur gewachsen, ohne dass Menschen etwas dazu getan haben. Die Menschen haben ihn auch nicht verändert, also zum Beispiel keine Bäume abgeholzt und neue gepflanzt. Solche Urwälder gibt es in Europa nur noch ganz wenige. Der größte liegt im Bialowieza-Nationalpark in Polen. Allerdings ist er auch gerade bedroht. Es gibt noch einige weitere, kleinere Urwälder in Europa, auch in deutschsprachigen Ländern. Zum Teil wurden sie durch die Menschen kaum verändert, zum Teil ließ man aber auch veränderte Wälder wieder der Natur. So werden mit der Zeit daraus wieder richtige Urwälder.<eop>In Wäldern leben viele Tiere, bei uns auch einige große wie Rothirsche und Elche. Die meisten Waldtiere sind aber eher klein. Für manche ist der Wald so wichtig, weil sie auf einem Baum leben oder dort ihre Nester haben. Andere leben im Gestrüpp und Unterholz.<eop> Welche Arten von Wäldern gibt es auf der Welt? Den größten Unterschied macht die Nähe zum Äquator. Aber auch die Höhe über dem Meeresspiegel ist wichtig, weil es weiter oben kälter wird. Dann kommt es auch noch drauf an, ob der Wind eher Regen oder trockene Luft mit sich bringt. Auch der Boden spielt eine wichtige Rolle, vor allem die Frage, wie viel Dünger er enthält.<eop>In den Tropen, also in der Nähe des Äquators, wachsen Regenwälder. Es gibt dort nur Laubbäume. Ihre Stämme bilden keine Jahrringe, weil es keine Jahreszeiten gibt. Die Bäume wachsen hier also regelmäßig, das ganze Jahr über. In den Bergen der Tropen wachsen Nebelwälder, zum Beispiel in den Anden in Südamerika oder am Kilimandscharo in Afrika. An den tropischen Küsten wachsen Mangrovenwälder, die Salzwasser ertragen.<eop>In den Subtropen gibt es bereits Jahreszeiten. Hier gibt es Monsunwälder. Der Monsun ist ein Wind, der zu bestimmten Jahreszeiten starken Regen bringt. Wo diese Winde nicht wehen, gibt es trockenere Wälder. Dort wachsen zum Teil sehr teure Holzarten wie Teak und Mahagoni. Wo es noch trockener ist, wachsen Dornwälder. Wird es noch trockener, entstehen Savannen.<eop>Im südlichen Teil der Warm-gemäßigten Zone der Erde wachsen Laubwälder. Zum Teil verlieren diese Bäume ihre Blätter im Winter nicht. Solche Wälder kennt man vor allem am Mittelmeer. <eop>Im nördlichen Teil der Warm-gemäßigten Zone, also auch in den größten Teilen Europas, gibt es Laubwälder, Nadelwälder und Mischwälder. Bei regelmäßigen Überflutungen entlang von Bächen und Flüssen wachsen Auenwälder. Weiter oben in den Bergen wachsen keine Laubwälder mehr, sondern nur noch Nadelwälder. Man nennt sie auch Bergwälder.<eop>In der Kalt-gemäßigten Zone wachsen nur noch Nadelwälder. Man nennt sie Taiga. Sie bilden etwa ein Drittel aller Wälder der Welt. Noch weiter nördlich stehen nur noch vereinzelte Bäume, das ist die Tundra.<eop> Warum sind Wälder für Menschen wichtig? Früher war fast ganz Europa von Wäldern überdeckt. Doch die Menschen begannen schon im Altertum, viele Wälder abzuholzen. Sie brauchten das Holz, damit sie daraus etwas bauen konnten, wie Häuser oder Schiffe. Außerdem kann man Holz verbrennen und hat es dann im Winter warm.<eop>Die Menschen wollten auch die Fläche haben, auf denen ein Wald stand. Darum wurden Wälder abgeholzt oder abgebrannt, um dort ein Dorf zu bauen oder Felder anzulegen. Man nennt das „Rodung“. Wenn heute in einem Stadtnamen Rode oder Reuth steht, wie in Walsrode oder Reutlingen, dann stand dort vor dem Mittelalter ein Wald.<eop>Noch heute sind Wälder für die Wirtschaft wichtig. Wenn man Bäume fällt, kann man das Holz verkaufen. Damit nicht irgendwann alle Bäume weg sind, muss man nach einem Kahlschlag wieder aufforsten, das heißt: neue Bäume pflanzen. Noch besser ist es, immer nur einen Teil der Bäume zu schlagen und die Jungbäume nachwachsen zu lassen.<eop>Die Bäume eines Waldes schützen den Erdboden. Mit ihren Wurzeln sorgen sie dafür, dass die Erde nach einem heftigen Regen nicht weggeschwemmt wird. Sie halten auch das Wasser zurück, damit es langsamer in die Bäche und Flüsse abfließt. Zudem entsteht in den Wäldern viel Sauerstoff, den wir zum atmen brauchen.<eop>Im Gebirge verhindern Wälder, dass Lawinen entstehen. Das geschieht nämlich, wenn viel Schnee in einem offenen, steilen Gelände liegt. Solche Wälder nennt man Schutzwälder. Eine Lawine, die bereits niederdonnert, können sie jedoch auch nicht aufhalten.<eop> Woran denken Menschen beim Wald? In der Literatur, in Romanen und Märchen, liest man oftmals über Wälder. Von altersher gelten Wälder als dunkel und unheimlich. Das kommt daher, dass früher Räuber sich in Wäldern versteckt haben. Darum machten Wanderer früher lieber einen großen Bogen um einen Wald, wenn das möglich war. <eop>Vor allem in den Jahren nach 1800 hat man aber auch Loblieder auf den Wald gesungen. Beispiele sind „Sehnsucht nach dem Wald“ und „Wer hat dich, du schöner Wald“. In der Zeit der Romantik dachte man beim Wald an das schöne Alte, Geheimnisvolle. Der Wald stand für die Natur und war das Gegenteil zur lauten, schmutzigen Stadt mit ihren vielen Menschen.<eop> Wodurch ist der Wald bedroht? Immer noch brauchen Menschen neues Land und Holz. In Südamerika, Asien und Afrika werden riesige Wälder abgeholzt. Das führt dazu, dass es dort weniger verschiedene Tierarten gibt. <eop>Auch wenn ein Wald stehen bleiben soll, bringen Menschen ihn manchmal in Gefahr. In Europa sprach man einige Zeit lang vom Waldsterben: Viele Bäume verloren die Blätter, hatten kranke Stämme und verkümmerte Wurzeln. Man vermutet, dass das vor allem an verschmutzter Luft lag.<eop>Kranke Bäume können durch bestimmte Tiere noch kränker werden. So legt der Borkenkäfer seine Eier unter die Rinde von verrottenden Bäumen. Die Larven fressen sich dann durch das Holz und richten viel Schaden an.<eop>"}, {"title": "Wale", "id": 935, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wale", "text": "Wale leben im Meer, sind aber keine Fische. Sie sind eine Ordnung der Säugetiere, die ihre Jungen lebend im Wasser zur Welt bringen. Außerdem atmen sie Luft durch die Lunge, können aber auch sehr lange unter Wasser tauchen, ohne Luft zu holen. Wenn sie auftauchen, um die verbrauchte Luft auszuatmen, sieht man oft, wie dabei auch noch etwas Wasser hochgeprustet wird.<eop>Dass Wale Säugetiere sind, erkennt man auch an ihrer Haut. Sie haben nämlich keine Schuppen. Ein weiteres Merkmal ist ihre Fluke, so nennt man die Schwanzflosse. Sie steht quer, während die Schwanzflossen von Haien und anderen Fischen aufrecht stehen. <eop>Blauwale bilden die größte Wal-Art, sie werden bis zu 33 Meter lang. Sie sind deswegen auch mit Abstand die größten und schwersten Tiere der Erde. Andere Arten wie Delfine und Schweinswale werden nur 2 bis 3 Meter groß. <eop>Man unterscheidet Zahnwale und Bartenwale. Bartenwale wie der Blauwal oder der Buckelwal oder der Grauwal haben keine Zähne, sondern Barten. Das sind Hornplatten, die sie wie ein Sieb benutzen, um Algen und kleine Krebse aus dem Wasser zu filtern. Zu den Zahnwalen gehören dagegen Pottwale, Delfine oder auch Schwertwale. Sie fressen Fische, Robben oder Seevögel. <eop>Was gefährdet die Wale? Da viele Walarten in arktischen Gewässern leben, haben sie eine dicke Fettschicht. Sie schützt vor der Kälte. Früher wurden Wale deshalb oft gejagt, weil man ihr Fett verwendete: als Nahrungsmittel, Lampenöl oder um Seife daraus herzustellen. Heute haben fast alle Länder den Walfang verboten. <eop>Wale leben in Herden und verständigen sich unter Wasser durch Töne, die man auch „Walgesänge“ nennt. Der Lärm grosser Schiffe oder die Töne von Unterwassergeräten bringen jedoch viele Wale durcheinander. Dies ist mit ein Grund, warum es immer weniger Wale gibt.<eop>Die dritte Gefahr geht vom Gift im Wasser aus. Vor allem Schwermetalle und chemische Stoffe schwächen die Wale. Auch Plastikmüll ist eine große Gefahr, da ihn die Wale mit verschlucken.<eop>Wie vermehren sich Wale? Die meisten Wale sind nur einmal im Jahr zur Paarung bereit. Dies hängt auch mit ihren Wanderungen durch die Ozeane zusammen. Wale wechseln immer wieder ihre Partnerschaft.<eop>Walweibchen tragen ihre Jungtiere zwischen neun und 16 Monaten im Bauch. Meistens ist es nur ein einzelnes Jungtier. Nach der Geburt muss ein Walbaby sofort an die Wasseroberfläche um zu atmen. <eop>Als Säugetiere bekommen die jungen Wale Milch von ihrer Mutter, das reicht meist nicht für zwei. Von Zwillingen stirbt deshalb meist eines. Weil die Jungen keine Lippen zum Saugen haben, spritz die Mutter die Milch in den Babymund. Dazu hat sie besondere Muskeln. Sie Säugezeit dauert mindestens vier Monate, bei manchen Arten auch über ein Jahr.<eop>Bis zur Geschlechtsreife muss ein Wal je nach Art sieben bis zehn Jahre alt werden. Beim Pottwal sind es sogar 20 Jahre. Dies ist mit ein Grund, warum sich Wale nur sehr langsam vermehren. Dafür können Wale 50 bis 100 Jahre alt werden.<eop> "}, {"title": "Wappen", "id": 936, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wappen", "text": "Ein Wappen ist ein Zeichen. Es steht für eine Stadt oder ein Land. Außerdem haben manche Familien ein Wappen. Das Wappen ist ein Bild, das man gut wiedererkennen kann. Die Wissenschaft, die sich mit Wappen beschäftigt, nennt man Heraldik.<eop>Das Wort „Wappen“ bedeutete im Mittelalter „Waffe“. Krieger hatten auf ihrem Schild, mit dem sie sich schützten, ein Zeichen. Daran konnte man erkennen, zu wem der Krieger gehörte.<eop>Früher gab es strenge Regeln, wie ein Wappen aussehen durfte. In der Heraldik hat man für die Teile eines Wappens genaue Ausdrücke. Heute gibt es aber auch viele Wappen, die sich nicht an die Regeln halten. Sie sind einfacher und haben nicht so viele Teile und Schnörkel.<eop>Wappen erkennt man an der Form wieder, aber auch an den Farben, ähnlich wie bei einer Flagge. Oftmals sieht man auf einem Wappen ein Tier. Löwe und Adler sind typische Wappentiere.<eop><eop>"}, {"title": "Warschau", "id": 937, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Warschau", "text": "Warschau ist die Hauptstadt von Polen. Sie hat über anderthalb Millionen Einwohner, in der Umgebung leben aber etwa noch einmal so viele Menschen. Auf polnisch heißt die Stadt Warszawa. Was der Name bedeutet, ist nicht ganz klar. Vielleicht leitet er sich vom Namen Warcisław her. <eop>Warschau liegt mitten in Polen am Fluss Weichsel. Die Sommer sind warm bis heiß, die Winter kühl und zum Teil eisig kalt. Manchmal liegt eine dicke Schneeschicht über der Stadt und die Weichsel friert vollständig zu. <eop>Die Stadt ist längst nicht die älteste Stadt des Landes. Man liest den Namen erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1241. Der Fürst von Masowien machte sie etwa 200 Jahre später zu seiner Hauptstadt. Es wurde das wichtigste Fürstentum in Polen. Noch heute heißt die Gegend um Warschau Masowien.<eop>Deutsche Truppen haben Warschau im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. An die 200.000 Einwohner kamen damals um. Danach wurde die Stadt aber wieder aufgebaut, so wie sie vorher aussah. Darum ist sie auf der Liste des Weltkultur-Erbes der UNESCO.<eop>Heute ist Warschau für ganz Polen und auch für einige Nachbarländer sehr wichtig. Es gibt mehrere Universitäten, viele Unternehmen und Museen, und die Stadt zieht viele Menschen zum Einkaufen an. Auch die wichtigsten Geäbude des Staates Polen befinden sich in Warschau, wie der Palast des Staatspräsidenten.<eop>In der Stadt wird viel gebaut. Manche Menschen nennen sie deshalb die größte Baustelle Europas. Warschau ist heute neben Frankfurt, London, Rotterdam und Paris die „höchste“ Stadt Europas. Das heißt, dass dort die meisten Hochhäuser stehen. Das höchste Gebäude ist aber immer noch der Kulturpalast, aus der Zeit des Kommunismus. Er ist 237 Meter hoch und damit das höchste Gebäude in Polen. <eop><eop>"}, {"title": "Washington", "id": 938, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Washington", "text": "Mit Washington ist meist die Hauptstadt der USA gemeint. Sie liegt an der Ostküste Nordamerikas, etwa 35 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt am Fluss Potomac. Weil es ganz im Westen der USA auch noch einen Bundesstaat Washington gibt, sagt man zur besseren Unterscheidung auch Washington D. C., wenn man die Hauptstadt meint. Die Abkürzung steht dabei für „District of Columbia“, das ist das Gebiet um die Stadt herum. <eop>Washington wurde im Jahr 1790 gegründet und nach George Washington benannt. Das war der erste Präsident der USA. Die Gründer der USA wollten, dass die Bundesregierung unabhängig von den Einzelstaaten ist. Darum sollte auch die Hauptstadt zu keinem Bundesstaat gehören, sondern in einem eigenen Gebiet liegen. Dazu nahm man ein Stück Land aus den Bundesstaaten Maryland und Virginia heraus und machte daraus den „District of Columbia“. <eop>Heute leben in der Stadt etwa 670.000 Menschen. Viele von ihnen arbeiten für die Regierung oder andere Behörden. Washington ist Sitz des Präsidenten der USA sowie der meisten Ministerien, des Parlaments und des Obersten Gerichts. Außerdem gibt es fünf Universitäten sowie viele Museen und Gedenkstätten. Was sollte man über den Bundesstaat Washington wissen? Der Bundesstaat Washington befindet sich ganz im Nordwesten der USA am Pazifik. Nördlich grenzt er an Kanada. Im Bundesstaat Washington leben fast sieben Millionen Menschen. Die größte Stadt in Washington ist Seattle. Bekannt ist sie für die Space Needle, die „Weltraumnadel“. Das ist ein 38 Meter hoher Aussichtsturm, der für eine Weltausstellung gebaut wurde.<eop>Die Landschaft in Washington ist vielseitig. Am Pazifik ist es grün und flach. Man findet dort viel Nadelwald. In der Mitte wird der Bundesstaat von den Kaskaden durchzogen, einer Bergkette. Die Gipfel dort sind teilweise mehr als 4000 Meter hoch. Im Südosten, hinter dem Gebirge, ist die Landschaft eher trocken.   <eop> "}, {"title": "Wasser", "id": 939, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wasser", "text": "Wasser ist eine Verbindung von Sauerstoff und Wasserstoff. Wasser gibt es im Regen, in Bächen und Flüssen, in Seen und Meeren, aber bei uns auch an jedem Wasserhahn. Reines Wasser ist durchsichtig und hat keine Farbe. Es hat keinen Geschmack und keinen Geruch. <eop>Wasser kennen wir in drei Formen: Wenn es normal warm ist, ist Wasser flüssig. Bei unter 0 Grad Celsius wird es fest, es gefriert zu Eis. Bei 100 Grad Celsius hingegen fängt Wasser an zu kochen und steigt als Dampf auf wie eine weiße Wolke. Die besteht aus vielen winzigen Tröpfchen wie die Wolken am Himmel. Es gibt aber auch unsichtbares Wasser in der Luft, das nennt man Wassergas. <eop>Wasser gibt Auftrieb: Ein Stück Holz, ein Apfel und viele andere Dinge tauchen nicht unter, sondern sie schwimmen auf dem Wasser. Auch eine leere Glasflasche mit einem Deckel schwimmt, obwohl doch Glas schwerer ist als Wasser. Das kommt daher, dass sie viel Wasser verdrängt, selber aber bloss Luft enthält. Das machen sich auch die Schiffe zunutze. Der Stahl, aus dem sie gebaut sind, ist zwar schwerer als Wasser. Durch die Hohlräume im Innern des Schiffs schwimmt es aber trotzdem.<eop>Das Wasser bewegt sich in der Natur in einem Kreislauf, den man Wasserkreislauf nennt: Aus den Wolken fällt Regen, der sickert in den Boden. In der Quelle kommt ein kleines Bächlein ans Tageslicht. Es vereinigt sich mit anderen zu einem großen Fluss, fließt vielleicht durch einen See und schließlich ins Meer. Dort saugt die Sonne das Wasser als Dampf auf und bildet so neue Wolken. Der Kreislauf beginnt von neuem. Der Mensch macht sich diesen Kreislauf zu Nutze, in dem er aus Wasserkraft elektrischen Strom gewinnt.<eop>Warum ist Wasser so wichtig? Die meisten Lebewesen bestehen zum großen Teil aus Wasser. Dies gilt für Pflanzen, Tiere und besonders für den Menschen. Ohne Wasser würde man nach wenigen Tagen verdursten. Besondere Tiere und Pflanzen halten es zwar länger aus, aber auch nicht für immer. Einige Pflanzen brauchen sogar besonders viel Wasser, wie zum Beispiel die Baumwolle.<eop>Für die Menschen ist sauberes Wasser zum Trinken sehr wichtig. Sie ertragen schmutziges Wasser nicht so gut wie zum Beispiel Hunde. Sauberes Wasser, das Menschen sicher trinken können, nennt man Trinkwasser. Es darf nicht schmutzig oder giftig sein und keine Keime von Krankheiten enthalten. Auch zum Waschen benutzen am liebsten möglichst sauberes Wasser.<eop>Viele Tiere können überhaupt nur im Wasser leben. Nicht nur die Fische, sondern auch viele Krebse, Muscheln, Schnecken und andere. Auch zahlreiche Säugetiere leben immer im Wasser, beispielsweise die Wale und die Delphine, Robben und einige mehr.<eop>Wo gibt es Wasser? Auf der Erde gibt es mehr Stellen, die von Wasser bedeckt sind, als Land. Das Weltmeer besteht aus großen Ozeanen. Auf den Kontinenten wiederum liegt viel Wasser in Seen und Flüssen. Auf solchen Wasserflächen kann man mit Schiffen fahren und Fische fangen. So ist das Wasser auch wichtig für die Wirtschaft. Viel Wasser lagert aber auch unter dem Erdboden. Das nennt man Grundwasser. Meist ist es sehr sauber, die Menschen pumpen es herauf und nutzen es als Trinkwasser oder zum Bewässern ihrer Felder.<eop>Die Erde hat viel mehr Wasser als andere Planeten. Die Wissenschaft weiß nicht genau, woher unser Wasser kommt. Vielleicht kamen Dämpfe aus dem Inneren der Erde, als sie entstand und noch heiß war. Oder aber es kommt von Meteoriten, großen Felsen aus dem Weltall, die vor langer Zeit auf die Erde gefallen sind.<eop>Die Weltraumforscher suchen immer wieder nach Wasser auf anderen Planeten. Falls es auf einem Planeten Wasser gibt, könnte es dort auch Lebewesen geben. Viele Menschen wünschen sich auch, sie könnten einmal auf einen anderen Planeten auswandern. Dazu muss es dort in erster Linie Wasser geben. Selbstverständlich müssten auch die Temperatur und viele andere Dinge stimmen.<eop>Muss man Wasser schützen? Viele Menschen auf der Welt müssen sich um sauberes Wasser keine Sorgen machen. Sie bekommen Trinkwasser aus der Leitung, sie wohnen an einem sauberen Bach, sie können auf dem Hausdach sauberes Wasser auffangen oder sie haben andere Möglichkeiten. Aber nicht allen Menschen geht das so. Man schätzt, dass ungefähr jedem zwölften Menschen auf der Erde kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. <eop>Das kann verschiedene Gründe haben. In einigen Gebieten der Erde regnet es viel weniger als in anderen. Durch die Erwärmung des Klimas wird aber der Regen oft gerade in diesen Gebieten immer seltener.<eop>Ein weiterer Grund ist, dass man zu viel Wasser nutzt. Wenn man einem Fluss zu viel Wasser ableitet für die Landwirtschaft, dann fließt er immer dünner und zum Schluss gar nicht mehr. Ein Beispiel ist der Aralsee in Russland: Seine Zuflüsse wurden so stark angezapft, dass der See heute zehn Mal kleiner ist als vor etwa 30 Jahren. <eop>Sehr schlimm ist auch die Verschmutzung der Gewässer. Früher haben viele Fabriken ihre Abwässer einfach in die Flüsse und Seen geleitet. Auch das Spülwasser in den Toiletten gelangte meist dort hinein. Heute gibt es in vielen Ländern Kläranlagen, die das Wasser reinigen, bevor sie es in die Flüsse zurückleiten. Aber dies ist noch lange nicht überall auf der Welt so. Viel Gift gelingt auch aus der Landwirtschaft ins Wasser. Es kommt von Düngern, von Unkrautvertilgern und von anderen Spritzmitteln.<eop>Welche Bedeutung hat Wasser in den Religionen? Wasser ist in allen Religionen etwas besonders wichtiges. Die Geschichten der Entstehung der Welt beschäftigen sich oft auch mit dem Wasser. Alle Menschen wissen, wie wichtig Wasser für sie ist. Deshalb ist Wasser für viele Menschen auch etwas Göttliches, oder zumindest etwas, das Gott ihnen gegeben hat. <eop>Wasser kann nicht nur den Körper reinigen, sondern auch die Seele. Um Christ zu werden, wird man mit Wasser getauft. Zur Zeit von Jesus wurde dem Täufling nicht nur etwas Wasser über den Kopf gegossen, sondern er wurde gänzlich untergetaucht.<eop>Im Judentum spielen Bäder zur Reinigung ebenfalls eine wichtige Rolle. Nach bestimmten Ereignissen oder vor großen Festen gibt es genau vorgeschriebene Reinigungsrituale. <eop>Im Islam braucht es eine besondere Waschung, bevor man die Moschee betreten darf. Für den Propheten Mohammed war Wasser besonders wichtig. Er sagte, jeder Mensch sollte drei Dinge haben: Wasser, Feuer und Weideland. <eop>Im Hinduismus gibt es sogar einen heiligen Fluss, den Ganges. Er ist nach der Göttin Ganga benannt. Im Ganges reinigen sich die Gläubigen. Wer kann, schüttet die Asche der Verstorbenen in den Ganges.<eop>Was ist Wasser in der Chemie? Vom Altertum bis zum Mittelalter wusste man über die kleinsten Teile noch nicht richtig Bescheid. Man kannte vorerst nur diese vier: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Wasser gehörte also zu den vier Elementen, aus denen alles auf der Welt bestand.<eop>Erst in der Neuzeit entdeckten Wissenschaftler die über 100 Elemente, wie wir sie heute kennen. Diese Stoffe bestehen aus lauter gleichen Atomen wie Eisen, Gold, Kupfer und viele andere.<eop>Wasser ist jedoch in der modernen Chemie kein Element, sondern eine Verbindung von zwei chemischen Elementen. Die Elemente sind Wasserstoff und Sauerstoff: Zwei Atome Wasserstoff und ein Atom Sauerstoff haben sich zu einem Wasser-Molekül verbunden. Die chemische Formel dafür lautet H<sub>2</sub>O, sprich: Hah-zwei-Oh.<eop>Die sind so winzig, dass man sie auch mit dem stärksten Mikroskop nicht sehen kann. Schon in einem kleinen Tropfen Wasser sind ganz viele dieser winzigen Verbindungen enthalten.<eop>"}, {"title": "Wasserkreislauf", "id": 940, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wasserkreislauf", "text": "Wasser bewegt sich in einem Kreislauf. Die kleinsten Wasserteilchen fallen als Regen aus den Wolken. Auf der Erde sammeln sie sich zu Seen und Flüssen und strömen zurück ins Meer. Dort verdunstet es, wenn die Sonne darauf scheint. Dadurch steigt das Wasser wieder auf. Es ist dann unsichtbar fein. Am Himmel sammelt sich das Wasser wieder in Wolken.<eop>Die treibende Kraft für den Wasserkreislauf ist die Sonne. Durch ihre Wärme verdunstet das Wasser über dem Meer und den Seen. Aber auch Wälder sind so feucht, dass das Wasser daraus verdunstet. Wenn die Menschen große Wälder abholzen, vermindern sie jedoch auch den Wasserkreislauf.<eop>In diesem Kreislauf wird das Wasser durch die Natur gereinigt. Die meisten Regentropfen fallen auf das Land und versickert dort. Kies und Erde wirken wie ein Filter. Der Ort, wo das Wasser wieder aus dem Boden herauskommt, heißt Quelle. <eop>Wie nutzt der Mensch den Wasserkreislauf? Am wichtigsten ist für alle Lebewesen, dass sie stets sauberes Wasser zum Trinken haben. Kein Lebewesen kommt ohne Wasser aus. Fische können nur in sauberem Wasser leben. Amphibien wie Frösche und Kröten müssen ihre Eier im Wasser ablegen, damit sich daraus Jungtiere entwickeln können.<eop>Der Mensch braucht Wasser nicht nur zum Trinken, zum Kochen und um sich zu waschen. Schon vor über tausend Jahren haben die Menschen Wasserräder gebaut und damit Mühlen angetrieben. Das war einfacher und angenehmer als die Arbeit von Hand oder mit Tieren zu erledigen.<eop>Heute nutzt der Mensch den Wasserkreislauf, um elektrische Energie zu gewinnen: In den Bergen werden Stauseen angelegt. Das Wasser schießt dann durch Röhren ins Tal hinunter auf die Turbinen. Dies sind mit Generatoren verbunden. Die erzeugen Strom.<eop>Weiter unten stehen Flusskraftwerke. Da fällt das Wasser zwar nicht tief hinunter, dafür ist sehr viel Wasser vorhanden. Auch da wird mit Turbinen und Generatoren elektrischer Strom erzeugt. <eop>Diese beiden Arten nennt man erneuerbare Energie. Die Sonne sorgt dafür, dass sich die Wasserströme ständig erneuern. Die Menschen können daraus recht einfach und billig Strom erzeugen.<eop>Bleibt Wasser immer sauber? Quellwasser ist sehr sauber und somit Trinkwasser. Menschen und Tiere geben jedoch viel Schmutz in die Flüsse ab. Kot und Urin von Mensch und Tier können winzige Lebewesen wieder in nützliche Stoffe verwandeln. Das hat die Natur so vorgesehen.<eop>Was aus der Natur kommt, bereitet der Natur auch keine Schwierigkeiten. Anders ist es mit Abfällen aus der Chemie und aus der Industrie. Auch Benzin, Öl und ähnliche Flüssigkeiten gehören dort nicht hinein, ebenso wenig Reste von Medikamenten. Diese Stoffe baut die Natur nicht ab, sondern schwemmt sie mit bis ins Meer. <eop>Im Meer sammeln sich diese Stoffe an. Sie können Fische und andere Lebewesen töten. Es gibt aber auch Gifte, sich in den Fischen und Muscheln ansammeln. Meist sind dies Schwermetalle. Wenn der Mensch solche Fische isst, nimmt er auch die Schwermetalle mit auf.<eop>Der Mensch begegnet diesem Problem mit Anlagen zur Reinigung des Abwassers, den Kläranlagen: Riesige Filter aus Sand und Kies, aber auch winzige Lebewesen reinigen dort das Wasser. Einerseits werden diese Reinigungsanlagen immer wirkungsvoller. Andererseits gibt es aber auch immer mehr Gifte, welche in die Natur entweichen.<eop>"}, {"title": "Weichtiere", "id": 941, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weichtiere", "text": "Weichtiere haben kein inneres Skelett, also keine Knochen. Ein gutes Beispiel ist der Tintenfisch. Einige Weichtiere haben eine harte Schale als äußeres Skelett, beispielsweise die Muscheln oder die Schnecken. Man nennt die Weichtiere auch Mollusken. Das kommt vom lateinischen Wort für „weich“.<eop>Die meisten Arten leben im Meer. Es gibt sie aber auch in Seen und Flüssen. Das Wasser hilft ihnen, den Körper zu tragen. Er ist dann schwerelos. Nur kleinere Arten leben an Land, beispielsweise bestimmte Schnecken.<eop>In der Biologie bilden die Weichtiere einen eigenen Stamm wie zum Beispiel die Wirbeltiere oder die Gliederfüßer. Es ist sehr schwierig zu zählen, wie viele Arten es davon gibt. Manche Wissenschaftler nennen 100.000, andere weniger. Das liegt daran, dass man die verschiedenen Arten nur schlecht gegeneinander abgrenzen kann. Zum Vergleich: Bei den Wirbeltieren zählt man etwa gleich viele, bei den Insekten sind es vermutlich mehrere Millionen.<eop>Was haben Weichtiere gemeinsam? Am Kopf haben alle Weichtiere außer den Muscheln eine Raspelzunge. Die ist rau wie eine Feile. Die Tiere raspeln damit Nahrung ab, denn sie haben keine Zähne. <eop>Alle Weichtiere haben einen starken Muskel, den man „Fuß“ nennt. Am besten ist er bei den Schnecken erkennbar. Sie können sich damit fortbewegen. Bei vielen Weichtieren sind Kopf und Fuß nicht als getrennte Körperteile sichtbar.<eop>Die Eingeweide, also Magen, Darm und weitere Organe, liegen in einem Eingeweidesack. Das ist ein eigener Körperteil und wird von einem Mantel umschlossen. Von außen gesehen kann man die Körperteile aber nicht immer erkennen. Bei der Schnecke beispielsweise sehen Kopf, Fuß und Eingeweidesack aus wie aus einem Stück.<eop><eop>"}, {"title": "Weihnachten", "id": 942, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weihnachten", "text": "An Weihnachten feiern die Christen die Geburt von Jesus Christus vor gut 2000 Jahren. Vor etwa 1700 Jahren gab es zum ersten Mal dieses Weihnachtsfest, also erst 300 Jahre später. In vielen Ländern ist heute der 25. Dezember der wichtigste Festtag an Weihnachten. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern ist auch der 26. Dezember ein Feiertag. An beiden Tagen müssen die allermeisten Leute nicht zur Arbeit gehen. Sie haben frei, damit sie Zeit mit ihren Familien und Freunden verbringen können. Viele Familien singen gemeinsam Weihnachtslieder.<eop>Zum Weihnachtsfest gehört auch, dass die Menschen sich gegenseitig Geschenke machen. Man packt sie oft bereits am 24. Dezember aus, also an Heiligabend. Diesen Brauch gibt es erst seit rund 500 Jahren, seit Beginn der Neuzeit. Davor war das nur am 6. Dezember üblich, dem Nikolaustag. Auch der Weihnachtsbaum stammt aus dieser Zeit. Dazu kamen noch die beliebten Gabenbringer: der Weihnachtsmann oder das Christkind.<eop>Die Kirchen feiern Weihnachten mit zusätzlichen Gottesdiensten, Konzerten und Krippenspielen. Im Krippenspiel wird die Weihnachtsgeschichte nachgespielt. Viele Menschen gehen nur noch an diesem besonderen Tag zur Kirche. Früher war es in vielen Familien üblich, nach der Weihnachtsfeier am späten Abend noch zum Gottesdienst zu gehen. In der katholischen Kirche heißt dieser Anlass Mitternachtsmesse. <eop>An welchem Tag Jesus wirklich geboren wurde, weiß man nicht genau. In der Bibel steht dazu nichts. Vielleicht wurde der 25. Dezember aus einem bestimmten Grund gewählt: Schon die Römer im Altertum haben an dem Tag das Fest zur Wintersonnenwende gefeiert. Nach dieser werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Die Wintersonnenwende galt auch als der Geburtstag des römischen Sonnengottes.<eop>Heute ist Weihnachten für viele Menschen vor allem ein wichtiges Familienfest. Deshalb feiern auch Menschen Weihnachten, die sich nicht oder nicht unbedingt als Christen fühlen. Den Advent feiern die katholischen und die evangelischen Christen ab dem vierten Sonntag vor Weihnachten.<eop><eop>"}, {"title": "Weihnachtsgeschichte", "id": 943, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weihnachtsgeschichte", "text": "Die Weihnachtsgeschichte steht in der Bibel, gleich am Anfang des Neuen Testaments. Sie bildet den eigentlichen Grund für das Weihnachtsfest. In den Kirchen liest man die Weihnachtsgeschichte um die Weihnachtszeit vor. Auch in manchen Familien wird sie vorgelesen oder erzählt.<eop>Die Weihnachtsgeschichte handelt von der Geburt des kleinen Jesus. Einiges daran war außergewöhnlich. So soll Josef nicht der eigentliche Vater sein, sondern der Heilige Geist. Ein Engel erzählte Maria im Voraus von ihrer Schwangerschaft. Nach der Geburt berichteten Engel den Hirten, was geschehen sei.<eop>Zwei Männer haben in ihrem Evangelium über den kleinen Jesus geschrieben: Matthäus und Lukas. Man muss sich die Geschichte also etwas in der Bibel zusammensuchen. Zudem gibt es Sätze aus älteren Schriften, von Propheten. Vor allem Matthäus hat solche in seine Erzählung eingefügt. Auch römische Herrscher oder ihre Stellvertreter werden erwähnt. <eop>Jesus ist in der Weihnachtsgeschichte mehr als einfach ein Baby, wie es tausende gab. Er ist der Messias, der Retter, den das jüdische Volk schon lange erwartete. Die Erwähnung verschiedener Römer sollte aber auch zeigen, dass die Geschichte nicht nur einfach erfunden ist, sondern tatsächlich wahr.<eop>Heute ist es schwierig, Wahrheit und Glaube klar voneinander zu trennen, auch wenn viele Wissenschaftler schon seit Jahrhunderten darüber nachdenken und viele Bücher dazu schreiben. Für viele Christen steht der Glaube im Vordergrund. Für die Juden ist Jesus jedoch nicht der versprochene Retter. Nach ihrer Meinung war er einer von vielen Männern, die Aufruhr gemacht haben. Dafür haben ihn die Römer auch hingerichtet.<eop>Wie beginnt die Weihnachtsgeschichte? Maria und Josef waren verlobt, aber noch nicht verheiratet. Da kam ein Engel zu Maria und sagte: „Du wirst ein Kind bekommen. Sein Vater wird aber nicht Josef sein, sondern Gott selbst. Das Baby soll Jesus heißen.“ Für Maria war das unfassbar. Trotzdem glaubte sie daran.<eop>Zu dieser Zeit führte der römische Stellvertreter in Syrien auf Befehl von Kaiser Augustus eine Volkszählung durch. Dazu musste jeder in den Heimatort seines Stammes gehen und sich dort in eine Liste eintragen lassen. Josef stammte von David ab, einem früheren jüdischen König. Weil der aus Bethlehem war, mussten auch Josef und Maria aus Nazareth dorthin.<eop>Die beiden waren jedoch arm und konnten sich keine Herberge leisten. Heute wäre das für uns ein Hotel. Auch waren alle Unterkünfte überfüllt, weil so viele Leute unterwegs waren. Beim Dorf Bethlehem fanden sie schließlich einen Stall. Vielleicht war es auch eine Art Höhle, in der manchmal Schafe und andere Haustiere Schutz suchten. Es gab etwas Stroh und eine alte Futterkrippe.<eop>Dort brachte Maria ihr Baby zur Welt. Weil sie keine Wiege hatte, bettete sie es in die Futterkrippe. Josef ließ sich nicht anmerken, dass er nicht der leibliche Vater des Babys war.<eop>Welches waren die ersten Besucher beim kleinen Jesuskind? In der Nähe waren Hirten auf dem Feld. Sie hüteten dort ihre Schafe. Auch zu ihnen kam ein Engel und sagte: „Habt keine Angst. Ganz in der Nähe ist ein kleines Kind geboren. Es wird später die ganze Welt retten.“ <eop>Die Hirten fanden den Stall. Dort war alles so, wie der Engel es gesagt hatte. Die Hirten waren arm und brachten nur kleine Geschenke mit. Sie glaubten, dass dieses Kind der Retter sei, der Messias, von dem schon im Alten Testament die Rede war. Deshalb erzählten sie später die Ereignisse überall herum.<eop>Nach einiger Zeit kamen drei ganz besondere Männer ins Land. Es waren weise Männer, also besondere Gelehrte. Sie kamen aus dem Morgenland, also von Osten her. Die Sterne hatten ihnen die Geburt eines Königs versprochen. Der Stern von Bethlehem zeigte ihnen den Weg. <eop>Weil sie einen kommenden Herrscher erwarteten, fragten sie zuerst in der großen Stadt Jerusalem, wo der neugeborene König der Juden sei. Der jüdische König Herodes erschrak, weil er keinen anderen König neben sich dulden wollte. Herodes regierte damals in Jerusalem, obwohl sein Reich eigentlich den Römern untertan war. Er erfuhr von den Priestern, dass der König in Bethlehem zur Welt kommen müsse, denn so stehe es in den alten Schriften.<eop>Inzwischen fanden die Sterndeuter das Jesuskind und überreichten ihm wertvolle Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe, ein besonderes Gewürz. Die Bibel nennt sie „die Sterndeuter aus dem Morgenland“. Heute nennen wir sie die Heiligen Drei Könige. Sie verließen die junge Familie bald darauf wieder.<eop>Welche Gefahr drohte dem Jesuskind? Kurz darauf erschien dem Josef im Traum ein Engel. Der sagte zu ihm: „Flieht schnell nach Ägypten. Herodes wird nämlich euer Kind suchen um es zu töten.“ Josef und Maria flohen noch in derselben Nacht und blieben in Ägypten. <eop>Herodes war wütend. Die Sterndeuter waren nämlich nicht zu ihm zurück gekommen, wie er es verlangt hatte, um ihnen den genauen Geburtsort von Jesus zu verraten. Also ließ er alle Jungen in der Umgebung von Bethlehem töten, die noch nicht zwei Jahre alt waren. <eop>Nach einiger Zeit starb König Herodes. Da erschien dem Josef wieder ein Engel im Traum und schickte ihn zurück in seine Heimat. Dort war aber inzwischen der Sohn des Herodes König. Deshalb ließ sich Josef etwas weiter weg nieder, im Dorf Nazareth. Dort, im Landesteil Galiläa, hatten sie wahrscheinlich zuvor schon gewohnt. Damals gab es noch keine Nachnamen. Deshalb nannte man ihn Josef von Nazareth oder Josef der Zimmermann. Jesus hieß später Jesus von Nazareth.<eop>Wurde die Geschichte im Lauf der Zeit ausgeschmückt? Im Laufe der Zeit kamen einige Ausschmückungen zur Geschichte aus der Bibel hinzu. Zum Beispiel sollen im Stall auch ein Ochse und ein Esel gelegen haben. Andere Geschichten erzählen von einem Esel, auf dem Maria geritten sei. Auch viele Bilder zeigen dies. In der Weihnachtsgeschichte werden diese Tiere nicht erwähnt. Es gibt aber einen Satz des Propheten Jesaja, der von einem Ochsen und einem Esel handelt. Der passt hierher und wurde deshalb in die Geschichte eingebaut.<eop>Die Weisen oder Sterndeuter aus dem Morgenland wurden später „Könige“ genannt. Auch dies steht so nicht in der Bibel. Vielleicht hat es mit den teuren Geschenken zu tun, die sie mitgebracht haben. Es waren auch nicht zwei Weiße und ein Schwarzer, und sie hießen auch nicht Caspar, Melchior und Balthasar. Das sind Ergänzungen aus späteren Zeiten.<eop>"}, {"title": "Weihnachtsmann", "id": 944, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weihnachtsmann", "text": "Der Weihnachtsmann ist mit seinem langen, weißen Bart ähnlich wie der Nikolaus. Auch er bringt den Kindern Geschenke, jedoch nicht am 6. Dezember, sondern erst am 24. Dezember, dem Weihnachtsabend oder Heiligabend. Deshalb heißt er auch „Weihnachtsmann“. <eop>Den Weihnachtsmann kennt man in Norddeutschland, Skandinavien, Großbritannien, den USA und einigen weiteren Ländern. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz kommt im Advent der Nikolaus vorbei, an Weihnachten dann das Christkind. Der Nikolaus ist ein Heiliger und gehörte ursprünglich in die katholische und die orthodoxe Kirche. In der reformierten Kirche gibt es keine Heiligen. Trotzdem heißt der Weihnachtsmann in den USA „Santa Claus“. <eop>Dieser Santa Claus gleicht neben dem Nikolaus auch älteren Figuren aus England und Skandinavien, besonders dem Gott Odin. Beliebt wurde er, als der in Deutschland geborene Thomas Nast ihn im Jahr 1863 für eine Zeitung zeichnete. Eine andere Zeitung antwortete im Jahr 1897 auf die Frage eines Mädchens von acht Jahren, ob es den Weihnachtsmann gebe. Die Antwort war: Es gibt ihn so wie Liebe und Großzügigkeit, auch wenn man ihn nicht sehen kann. <eop>Im Jahr 1931 setzte Coca Cola den Weihnachtsmann erstmals in der Werbung für seine Limonade ein. Deswegen und wegen mancher Filme kennt man Santa Claus nun auf der ganzen Welt. Viele Menschen mögen es, in der Weihnachtszeit eine Santa-Mütze zu tragen.<eop> Welche Bräuche über den Weihnachtsmann gibt es? In Deutschland ist der Weihnachtsmann ungefähr in der Zeit der Romantik entstanden. Im Norden ist er allmählich an die Stelle des älteren Christkinds getreten. Hier ist ihm ein besonderes Lied gewidmet. Es heißt „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Geschrieben hat es der deutsche Dichter Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1835. Heute ist es eines der bekannten Weihnachtslieder. <eop>Der Weihnachtsmann ist anders unterwegs als der Nikolaus: Meist auf einem Schlitten, gezogen von Rentieren. Dies passt gut in die nördlicheren Länder, in denen er beheimatet ist. Die amerikanischen Kinder glauben, dass Santa Claus vom Nordpol her zu ihnen kommt. Außerdem kommt der Weihnachtsmann allein, also ohne Gehilfen. Am Nordpol helfen ihm jedoch Elfen, welche die Wünsche der Kinder notieren und die Geschenke herstellen.<eop>In Finnland heißt der Weihnachtsmann „Joulupukki“. Er lebt der Sage nach auf dem Berg Korvatunturi in Lappland. Seit dem Jahr 1985 kann er auch in einem Freizeitpark in Rovaniemi, direkt auf dem nördlichen Polarkreis, besucht werden. Im benachbarten Russland warten die Kinder in der Silvesternacht auf „Väterchen Frost“. Auf Russisch nennt man ihn „Ded Moroz“, sprich: Djed Maros. Er ist die Verkörperung des Winters und wird von seiner Enkelin „Snegurotschka“, dem „Schneeflöckchen“, begleitet.<eop><eop>"}, {"title": "Weimarer Republik", "id": 945, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weimarer Republik", "text": "Die „Weimarer Republik“ ist ein Name für Deutschland von 1918 bis 1933. Das war die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Damals hatte Deutschland keinen Kaiser oder König mehr und war daher eine Republik. Anstatt des deutschen Kaisers gab es nun einen Reichspräsidenten als Staatsoberhaupt. Erster Reichspräsident war Friedrich Ebert von den Sozialdemokraten.<eop>Die wichtigsten Politiker trafen sich in der Stadt Weimar und beschlossen eine neue Verfassung für Deutschland. Das war im Jahr 1919. In der Verfassung standen die wichtigsten Regeln für den deutschen Staat.<eop>Deutschland hieß damals weiterhin „Deutsches Reich“. Man sagte auch „Deutsche Republik“. Erst viel später wurde es üblich, von der „Weimarer Republik“ zu sprechen. Die Hauptstadt war allerdings weiterhin Berlin und nicht Weimar.<eop>Die Weimarer Republik endete im Jahr 1933. Damals ernannte der Reichspräsident, Paul von Hindenburg, einen neuen Chef der Regierung: Adolf Hitler von den Nationalsozialisten. Hitler schaffte die Freiheit und Demokratie ab und führte das Land schließlich in den Zweiten Weltkrieg.<eop> Wie sah Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg aus? Im Jahr 1919 verlor das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg. Es musste daher einen Vertrag mit den Ländern akzeptieren, die gewonnen hatten. Das waren vor allem Großbritannien, Frankreich und Italien. Er wurde bekannt als Vertrag von Versailles. <eop>Gemäß dem Vertrag musste Deutschland große Gebiete an andere Länder abgeben. Dadurch hatte Deutschland nun sieben Millionen Einwohner weniger. Außerdem lag in diesen Gebieten oft Industrie. Auch Eisenerz, Zink und Kohle konnte man dort abbauen. Deutschland musste auch alles Geld abgeben, das es in anderen Ländern besaß, um die Kriegsschäden zu beheben. Zudem verlor es fast alle Schiffe. Durch den Vertrag wurde Deutschland noch ärmer, als es durch den Krieg an sich schon geworden war. <eop>Fast alle Deutschen hassten den Vertrag. Dennoch musste Deutschland ihn annehmen. Ansonsten hätten die feindlichen Länder Deutschland mit Soldaten besetzt.<eop>Deutschland hatte durch den Vertrag im Westen fast dieselben Grenzen wie heute. Das gilt aber nicht für den Osten: Damals gehörten noch große Gebiete zu Deutschland, die heute in Polen und Russland liegen.<eop>Genau wie heute bestand Deutschland aus einzelnen Ländern. Das größte deutsche Land war Preußen. Zwei Drittel aller Deutschen lebten dort. Manche Politiker hätten gern Preußen in kleinere Länder aufgeteilt. Dazu kam es aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg.<eop> Was war am Anfang so schwierig? Viele Menschen waren durch den Krieg verkrüppelt. Für sie gab es aber zu wenig Ärzte und Medikamente. Jedes siebte Kind starb schon als Säugling, das war enorm. Zudem wütete die Spanische Grippe. Sie kostete in Europa dreimal so viele Menschenleben wie der Krieg. Vor allem waren es Männer zwischen zwanzig und vierzig Jahren. Ihre Arbeitskraft hätte man für den Wiederaufbau dringend gebraucht. Dazu kam das seelische Leid über all die erlittenen menschlichen Verluste. <eop>Obwohl Deutschland eine neue Verfassung hatte, gab es immer noch viel Streit im Land. Das lag zum Teil am Vertrag von Versailles. Diesen Vertrag hatten Politiker unterzeichnet, die damals neu an der Macht waren. Sie gründeten auch die Republik. Manche Menschen hassten daher die Republik genauso wie den Vertrag.<eop>Recht viele Deutsche waren Extremisten und wollten einen ganz anderen Staat. Die Kommunisten forderten, dass Deutschland wie die Sowjetunion wurde. Der Staat sollte den reichen Leuten das Geld und die Fabriken wegnehmen und alles in der Wirtschaft bestimmen. Die Nationalsozialisten waren gegen Juden und Ausländer und wollten ebenfalls die Demokratie abschaffen.<eop>In den ersten Jahren der Republik herrschte fast ein Bürgerkrieg im Land. Mehrmals gab es Aufstände: Gruppen von Extremisten verlangten, dass die Leute ihren Befehlen folgten. Es kam sogar zu einem Putsch in Berlin. Die Republik überstand die Zeit aber trotzdem.<eop>In den letzten Jahren lief die Wirtschaft sehr schlecht: In dieser Weltwirtschaftskrise wurden viele Deutsche arm, oder sie bekamen Angst, dass sie arm werden würden. Daher wählten viele Deutsche eine extremistische Partei, vor allem die nationalsozialistische Partei.<eop> Verbesserte sich das Leben allmählich? <eop>Deutschland konnte mit den Siegermächten zwei neue Verträge aushandeln. Beide erleichterten es Deutschland, seine Reparationszahlungen zu leisten. So blieb mehr Geld für den Wiederaufbau im eigenen Land.<eop>Die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland konnten durch einen weiteren Vertrag etwas gelöst werden. Zudem trag Deutschland dem „Völkerbund“ bei. Das Ziel dieser Organisation war es, den Frieden zu fördern. Die Einführung der Rentenmark beendete die Hyperinflation. Die ganze Wirtschaft wurde dadurch stabiler und konnte besser und schneller wieder aufgebaut werden. Die Kriegsschäden verschwanden mehr und mehr. <eop>Welches waren die Höhepunkte? Die Zahl der Einwohner wuchs. Immer mehr Wohnungen bekamen elektrischen Strom. Reichere Leute kauften sich elektrische Haushaltsgeräte, wie zum Beispiel Bügeleisen. Die erste Autobahn in Deutschland war die AVUS in Berlin im Jahr 1921.<eop>Wissenschaft, Kunst und Technik aus Deutschland blieben weltberühmt. Ein großer Star aus der Wissenschaft war damals Albert Einstein, ein weiterer Werner Heisenberg. Ihre Ideen veränderten die Art, wie man über Physik dachte. Hermann Oberth schrieb Bücher über die Raumfahrt.<eop>Das Radio war zwar schon vor dem Ersten Weltkrieg erfunden worden. Doch erst in der Republik gab es richtige Radiosendungen, und viele Leute kauften sich ein Radio. Kinofilme wurden länger und aufwendiger als vor dem Krieg. Seit etwa 1930 gab es sie auch mit Ton. Viele Stars aus der Weimarer Republik waren auch später noch bekannt, wie Hans Albers und Heinz Rühmann. Das gilt ebenso zum Beispiel für Erich Kästner, der Kinderbücher geschrieben hat.<eop>Man nannte diese Zeit „Die Goldenen Zwanziger Jahre“. Allerdings wurde ein Teil des Aufschwungs mit Krediten aus dem Ausland bezahlt. Auch einen Teil der Reparationszahlungen leistete Deutschland aus solchem Geld. Als in den USA die Aktien stark an Wert verloren und diese Kredite nicht mehr gewährt wurden, brach die ganze Wirtschaft zusammen. Es kam zur Weltwirtschaftskrise. Sie begann im Jahr 1929.<eop><eop>"}, {"title": "Weizen", "id": 946, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weizen", "text": "Weizen ist ein Getreide, das auf Feldern wächst, auf die häufig die Sonne scheint. Man erkennt den Weizen an seinen grünen, dünnen Halmen, die in etwa einen halben bis einen Meter hoch werden können. Am Ende dieser Halme findet man die so genannten Ähren. Eine Ähre ist der obere Teil eines Halms, in dem sich die Körner befinden. Das Wort „Weizen“ kommt von dem „weißen“, hellen Mehl, das daraus gemacht wird.<eop>Weizen ist in vielen Ländern ein wichtiges Nahrungsmittel für Menschen: Man stellt daraus Brot, Brötchen, Nudeln und auch Kekse her. Außerdem ist Weizen ein Tierfutter in der Landwirtschaft.<eop>Es gibt viele verschiedene Weizenarten, zum Beispiel Weichweizen, Dinkel, Emmer, Einkorn oder Hartweizen. Hartweizen ist besonders gut geeignet, um Teigwaren wie Brot daraus zu machen. Bis aus Weizen ein Brot entsteht, wird er zuerst in einer Mühle zu Weizenmehl weiter verarbeitet und anschließend mit anderen Zutaten wie Wasser und Salz vermischt. <eop>Wann der Weizen blüht, hängt von der Zeit ab, in der er zuvor gesät wurde. Es wird zwischen Sommerweizen und Winterweizen unterschieden. Sät man den Winterweizen im Herbst, so blühen die Halme im Juni des nächsten Jahres. Der Sommerweizen hingegen wird nach dem Winter, meistens im Februar oder März ausgesät und blüht schon Ende Juni.<eop><eop>"}, {"title": "Weltall", "id": 947, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Weltall", "text": "Das Weltall oder auch der Weltraum ist die gesamte Natur, die es gibt: nicht nur auf unserem Planeten Erde, sondern überall. „Weltall“ ist ein deutsches Wort für das lateinische „Universum“. Ein anderes Wort lautet „Kosmos“ und kommt aus dem Griechischen. <eop>Soweit wir es wissen, ist das Weltall unendlich groß und hat keine Grenzen. Im Weltall befindet sich so gut wie nichts, an den meisten Stellen fliegen dort nur einige Atome herum. Weil es so riesig ist, gibt es allerdings dennoch viele Galaxien. Das sind Orte, an denen sich viele Sterne befinden. Unsere Sonne ist auch so ein Stern.<eop>Im Weltall gibt es nicht nur Sterne, Planeten, Kometen und anderes, das wir sehen können. Die Dinge im Weltall ziehen sich gegenseitig an, durch die Schwerkraft. Wenn man die sichtbaren Dinge beobachtet, dann stellt man aber fest: Es muss noch viel mehr Materie mit Schwerkraft geben. Wissenschaftler können diese seltsame Materie nicht sehen oder anders feststellen: Sie sprechen von der Dunklen Materie.<eop> Wie ist das Weltall entstanden? Ein Astronom hat herausgefunden, dass das Weltall sich ausdehnt. Die Sterne bewegen sich voneinander weg. Das kommt dadurch, dass der Raum zwischen ihnen größer wird. Man kann es mit einem Kuchenteig vergleichen, der aufgeht: Die Rosinen darin entfernen sich dabei auch voneinander.<eop>Am Anfang war der Urknall: Damals begann das Weltall, sich auszudehnen. Es kam aus einem unendlich kleinen Punkt, aus dem Nichts. Das war vor 13,7 Milliarden Jahren.<eop>Erst seit dem Urknall gibt es Raum und Zeit. Das Nichts vorher können wir uns eigentlich gar nicht vorstellen. Wissenschaftler und Philosophen rätseln, wie das überhaupt sein kann, dass ein Etwas aus dem Nichts entsteht. Umgekehrt fragt man sich, ob die Ausdehnung immer weiter gehen wird, was aus dem Weltall in der Zukunft wird.<eop>"}, {"title": "Wespen", "id": 948, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wespen", "text": "Wespen sind Insekten und nahe verwandt mit den Bienen. Ursprünglich gab es sie nur in Europa, Asien und Nordamerika. Inzwischen wurden sie auch nach Südamerika und nach Australien verschleppt.<eop>Alle Wespenarten erkennt man an ihrer auffällig schwarz-gelben Färbung. Sieht man genau hin, erkennt man, dass Wespen nicht einfach nur gestreift sind. Anhand der besonderen Muster können die Biologien die Arten genauer unterscheiden, da sie bei jeder Art anders sind.<eop>Wie leben Wespen? Die Königin überlebt als einzige den Winter. Sie beginnt im Frühling mit dem Nestbau und legt ihre ersten Eier in die ersten Zellen. Die Spermien zur Befruchtung hat sie seit dem letzten Herbst in ihren Samentaschen. Die Königin frisst Insekten, zerkaut sie zu einem Brei und füttert damit die Larven. Diese entwickeln sich dann zu Arbeiterinnen, bauen weiter am Nest und versorgen die Larven. So kommt ein Wespenstaat auf einige Hundert bis einige Tausend Tiere. <eop>Ein Wespennest besteht aus sechseckigen Waben wie bei den Bienen. Die Wespen stellen es her, indem Sie kleine Holzstückchen zerkauen und mit ihrer Spucke zu einem Brei vermischen. Aus diesem Brei formen sie das Nest, er trocknet und ist dann der gleiche Werkstoff wie unser Papier. Es ist auch ebenso leicht und lässt sich einfach zerdrücken. Wespen bauen ihre Nester in Hecken und Bäumen, aber auch auf Dachböden oder in Kästen von Storen und Rollläden. <eop>Einige Larven werden besser gefüttert als andere, daraus entwickeln sich die neuen Königinnen. Aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich Männchen, welche Drohnen heißen. Sie fliegen aus und paaren sich mit einer jungen Königin, dann sterben sie. Im Winter sterben auch die Arbeiterinnen und die alte Königin. Die jungen Königinnen überleben in einer Winterstarre. Im Frühling beginnen sie mit dem Nestbau und legen ihre ersten Eier.<eop>Ausgewachsene Wespen ernähren sich von Nektar, Pollen und Steinfrüchten. Das sind Zwetschgen, Pfirsiche und Aprikosen. Die Jungtiere kriegen Fleisch von toten oder gefangenen Tieren. Der größte Feind der Wespen ist der Wespenbussard. Dieser Vogel gräbt die Wespennester mit den Füßen auf und verfüttert die Larven an seine eigenen Jungen. Aber auch andere Vögel, Spinnen und Libellen fressen gerne Wespen.<eop> Sind Wespen gefährlich? Wespen wehren sich mit ihrem Stachel. Dabei genügt es, dass sie sich eingeengt fühlen. Dies geschieht beispielsweise, wenn sie uns unter ein Kleidungsstück geraten. Mit ihrem Stachel können sie immer wieder zustechen und spritzen ein Gift in die Haut ihrer Opfer. Das brennt dann gewaltig.<eop>Die größte Wespenart, die bei uns vorkommt, ist die Hornisse. Sie wird fast vier Zentimeter lang. Viele Menschen haben Angst vor Hornissen. Es gibt eine alte Regel, die besagt: „Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, zwei ein Kind.“ Diese Regel ist ein Aberglaube und stimmt nicht. Hornissengift ist nicht gefährlicher als das der Biene oder anderer Wespen.<eop>In der Umgebung von Wespen sollte man sich ruhig verhalten und ihren Nestern nicht zu nahe kommen. Dann stechen sie auch nicht. Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder wenn sie ihr Volk und ihre Königin verteidigen wollen.<eop>"}, {"title": "Wetter", "id": 949, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wetter", "text": "Das Wetter ist der Zustand am Himmel. Um die Erde ist eine Lufthülle, die Atmosphäre. Mit Wetter ist gemeint, wie es in dieser Lufthülle zugeht, und zwar an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit. Das Klima hingegen besagt, ob es an einem Ort normalerweise eher warm oder eher kalt ist, im Durchschnitt vieler Jahre.<eop>Zum Wetter gehören Wind, Stürme, Regen, Schnee und manches mehr. Das alles kommt durch die Sonne zustande. Die Hitze der Sonne über dem Meer sorgt dafür, dass Wasser verdunstet und die Feuchtigkeit in die Luft aufsteigt. Daraus werden später Wolken. Wind entsteht dadurch, dass es an manchen Stellen wärmere Luft gibt als woanders.<eop>Spricht jemand von gutem Wetter, denkt man meist an Sonnenschein. Für Bauern zum Beispiel ist es aber wichtig, dass das Wetter sich ändert. In der Landwirtschaft braucht man manchmal Sonnenschein, manchmal aber auch Regen, damit die Pflanzen genug Wasser bekommen.<eop>Weil das Wetter für viele Menschen wichtig ist, wollten sie es schon immer vorhersagen. Heute macht das eine eigene Wissenschaft, die Meteorologie. Fast überall auf der Welt stehen Wetterstationen, in denen der Wind, der Regen und anderes gemessen wird. Mit diesem Wissen kann man für die nächsten Tage recht gut ausrechnen, wo es wann zum Beispiel regnen wird. Mit dem Wort Witterung meint man das Wetter in einem Zeitraum in einer bestimmten Gegend.<eop>"}, {"title": "Wien", "id": 950, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wien", "text": "Wien ist die Hauptstadt von Österreich. Sie liegt an der Donau, einem großen Fluss. Wien hat etwa 1,9 Millionen Einwohner und ist die größte und wichtigste Stadt Österreichs. Nur in der deutschen Hauptstadt Berlin leben noch mehr Menschen, die Deutsch sprechen.<eop>Wien ist gleichzeitig die Landeshauptstadt und das kleinste Bundesland von Österreich. In Wien befinden sich die Regierung und das Parlament von ganz Österreich und außerdem der Sitz von vielen internationalen Einrichtungen, zum Beispiel der UNO. Sie gilt auch als Hauptstadt der Musik.<eop>Das alte Österreich, vor 1918, war noch viel größer als die heutige Republik Österreich. Ein so großes Land hatte eben auch eine riesige Hauptstadt, was man heute noch an Wien erkennt. Es gibt sehr viele Theater und Museen, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten.<eop>Was geschah früher in Wien? Im Gebiet von Wien siedelten schon in der Altsteinzeit Menschen. Seither war das Gebiet immer bewohnt. Die Römer bauten dort ein Militärlager, von dem man heute noch Überreste besichtigen kann. <eop>Im Mittelalter entstand das erste Zentrum der heutigen Stadt. Den Namen Wien kennt man erstmals aus einem Schriftstück aus dem Jahr 881. Die Stadt hat diesen Namen von der Wien, einem kleinen Fluss. Wien wurde darauf zu einem Zentrum für den Handel, denn auf der Donau konnte man gut mit Schiffen verkehren.<eop>Im Jahr 1278 begann die Herrschaft der Habsburger über Wien. Knapp hundert Jahre später wurde die erste Universität gegründet. Zu Beginn der Neuzeit wurde Wien zweimal durch die Türken belagert. Wegen der starken Befestigungen wurde die Stadt jedoch nicht erobert. <eop>Im Jahr 1804 wurde Wien die Hauptstadt des neuen Kaisertums Österreich. Der Kaiser ließ in der Stadt viele prunkvolle Dinge bauen. Um das Jahr 1900 war Wien eine der größten Städte der Welt und ein wichtiger Ort für die Kultur und Wissenschaft.<eop>Was kann man in Wien sehen und erleben? Wien kann den zahlreichen Touristen vieles bieten: Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es gibt viele wichtige Sehenswürdigkeiten wie die Hofburg, von wo aus die Kaiser herrschten. Dazu kommen die Staatsoper, der Stephansdom und die Ringstraße mit besonders prächtigen Häusern. Bekannt ist Wien auch für seine besonderen Kaffeehäuser und das Riesenrad im Prater, einem großen Park.<eop>Die Pferdekutschen heißen in Wien „Fiaker“. Viele Touristen lassen sich damit gerne durch die Innenstadt kutschieren. Vor Weihnachten lockt Wien mit seinen besonderen Weihnachtsmärkten. Etwas außerhalb der Stadt liegen der Tiergarten Schönbrunn und das Schloss Schönbrunn aus dem 17. Jahrhundert.<eop>Bekannt ist Wien auch für seine Konzerte. Beethoven, Mozart und weitere Komponisten haben hier gearbeitet. Ihre Musik wird heute noch in vielen historischen Konzertsälen gespielt. Bekannt ist eine besondere Art von Musik, der Wiener Walzer.<eop>Weil Wien am Rand der Alpen liegt, ist es eine ziemlich hügelige Stadt. Viel ist grün. Der höchste Hügel, der Hermannskogel mit seinen 582 Metern, gehört zum Wienerwald.<eop><eop>"}, {"title": "Wiesbaden", "id": 951, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wiesbaden", "text": "Wiesbaden ist die Hauptstadt von Hessen. Hier leben fast 300.000 Menschen. Nach Frankfurt am Main ist es damit die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen. Außerdem gehört Wiesbaden zu den 25 größten Städten Deutschlands. Wiesbaden liegt am Rhein. Der Fluss ist hier auch die Grenze zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Die rheinland-pfälzische Hauptstadt Mainz liegt auf der anderen Seite des Rheins.<eop>Schon die Römer kannten die warmen Quellen, die es in Wiesbaden gibt. Sie gründeten an den Quellen eine Siedlung. Zur Zeit von Karl dem Großen bekam die Siedlung den Namen „Wisibada“, das Bad in den Wiesen. Daher kommt ihr heutiger Name. Ab dem 12. Jahrhundert bis in die Neuzeit hinein wurde Wiesbaden von der Adelsfamilie der Grafen von Nassau regiert. Deren Besitz gehörte ab 1866 zu Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg besetzten französische Soldaten Wiesbaden. Seit 1949 gehört es als Hauptstadt Hessens zur Bundesrepublik Deutschland.<eop>Heute hat Wiesbaden viele Stadtteile, die früher eigene Städte waren, wie zum Beispiel Schierstein oder Biebrich am Rhein. Die drei Stadtteile Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim gehörten früher zu Mainz, so wie es ihr Name sagt. Mainz liegt aber am anderen Rheinufer. Nur die drei Orte mit Mainz im Namen liegen auf der hessischen Seite. Sie sind wie kleine eigene Städte, gehören aber zu Wiesbaden.<eop><eop>"}, {"title": "Wiese", "id": 952, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wiese", "text": "Eine Wiese ist eine Grünfläche, auf der Gräser und Kräuter wachsen. Wiesen können sehr unterschiedlich sein, sie werden von verschiedenen Tieren bewohnt und sind unterschiedlich bewachsen. Das hängt davon ab, wie der Boden beschaffen ist und welches Klima dort herrscht: Es gibt üppige Feuchtwiesen mit vielen Kräutern in Flußtälern und an Seen, aber auch spärlich bewachsene Magerrasen an sonnigen und trockenen Berghängen.<eop>Wiesen bieten vielen Tieren und Pflanzen eine Heimat: Auf und unter Wiesen leben viele Würmer, Insekten, Mäuse und Maulwürfe. Große Vögel wie Störche und Reiher nutzen Wiesen für die Nahrungssuche. Kleine Vögel wie die Feldlerche, die sich im Gras verstecken können, bauen dort auch ihre Nester, nutzen Wiesen also als Brutplatz.<eop>Welche Gräser und Kräuter auf Wiesen wachsen, hängt davon ab, wie feucht oder trocken, warm oder kalt und sonnig oder schattig die Wiese liegt. Außerdem ist es wichtig, wie viele Nährstoffe es im Boden gibt, und wie gut der Boden Wasser und Nährstoffe speichern kann. Zu den häufigsten und bekanntesten Wiesenkräutern in Europa zählen Gänseblümchen, Löwenzahn, Wiesen-Schaumkraut, Schafgarbe und Hahnenfuß.<eop> Wozu nutzt der Mensch Wiesen? <eop>Wiesen werden schon seit Jahrtausenden von Menschen geschaffen. Sie bleiben nur dadurch Wiesen, dass regelmäßig gemäht wird. Das gemähte Gras eignet sich gut als Tierfutter für Kühe, Schafe oder Ziegen. Damit die Tiere auch im Winter Futter haben, wird es oft haltbar gemacht. Man trocknet es zum Beispiel zu Heu und bewahrt es für später auf.<eop>Wiesen werden aber nicht nur in der Landwirtschaft als Futterquelle genutzt. Sie werden auch als Liege- und Erholungsfläche in Parks angelegt, oder als Spielplatz für Sportarten wie Fußball oder Golf. Wird die Grünfläche nicht gemäht, sondern von grasenden Tieren genutzt, nennt man sie Weide. "}, {"title": "Wikinger", "id": 953, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wikinger", "text": "Die Wikinger waren Seefahrer aus Nordeuropa im Mittelalter. Woher das Wort kommt, ist nicht genau bekannt. In der altnordischen Sprache ist eine „viking“ eine Seefahrt, um zu rauben. In anderen Ländern hat man die Wikinger auch „Normannen“, also Männer aus dem Norden genannt.<eop>Die Wikinger lebten im heutigen Norwegen, Schweden und Dänemark. Sie bauten Schiffe und handelten mit Waren. Einige von ihnen allerdings haben Schiffe, Dörfer und Städte rund um die Nordsee und Ostsee angegriffen und ausgeraubt. Über die großen Flüsse wie den Rhein kamen sie sogar weit ins Landesinnere, bis nach Paris, Köln oder Trier. Wegen der grausamen Raubzüge hat man die Wikinger damals in vielen Ländern gefürchtet. Es gab aber auch Menschen aus dem Norden, die friedlich in andere Länder eingewandert sind. <eop>Eine Gegend im Norden von Frankreich heißt nach den früheren Einwanderern heute Normandie. Andere fuhren bis ins Mittelmeer und gründeten dort eigene Staaten. Wieder andere reisten über die Ostsee durch das heutige Russland und die Ukraine bis ans Schwarze Meer.<eop>Die Raubzüge der Wikinger hörten erst auf, als Nordeuropa christlich wurde. Denn das Christentum hat dabei geholfen, dass die Könige dort stärker wurden. So konnten sie etwas gegen die Seeräuber tun. Heute interessieren sich viele Leute für die Zeit der Wikinger, nicht nur in Nordeuropa.<eop>"}, {"title": "Wikipedia", "id": 954, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wikipedia", "text": "Die Wikipedia ist eine Enzyklopädie, also ein großes Lexikon, und zwar im Internet. Wenn man etwas nicht weiß, kann man es dort vielleicht erfahren. Auf dieser Website sind also Texte gesammelt, in denen man etwas nachschlagen kann.<eop>Die Wikipedia ist das größte Nachschlagewerk der Welt. Der Name ist aus zwei Teilen zusammengesetzt: Das Wort „Wiki“ bedeutet „schnell“ in der Sprache von Hawaii. Das „pedia“ steht für das englische Wort „encyclopedia” für Lexikon.<eop>Erfinder der Wikipedia ist unter anderem Jimmy Wales aus den USA. Er wollte das Wissen der gesamten Welt so anbieten, dass jeder leicht heran kann. Die Wikipedia lebt davon, dass Menschen ehrenamtlich mitmachen. Das heißt, dass sie nicht dafür bezahlt werden. Sie machen das aus Spaß am Wissen, und sie wollen anderen Menschen mit ihrem Wissen helfen. Zehntausende Menschen aus der ganzen Welt machen mit. Sie nennen sich selbst „Wikipedianer“. Das Klexikon ist so etwas wie eine Wikipedia für Kinder.<eop> Was steht in der Wikipedia? In der Wikipedia findet man etwas zu allen möglichen Wissensgebieten und Fächern. Allerdings soll in der Wikipedia nicht wirklich „alles“ stehen, sondern nur etwas, das mehr oder weniger wichtig ist. Außerdem soll der Inhalt sachlich und neutral sein, das heißt, man soll dort nicht seine eigene Meinung sagen. Wenn eine Sache umstritten ist, kann man höchstens unterschiedliche Meinungen von wichtigen Wissenschaftlern dort wiedergeben.<eop>Die Inhalte der Wikipedia sind vor allem Texte, aber auch Bilder und Videos. Die Inhalte sind „frei“, das heißt, dass man sie auch woanders wieder verwenden darf. Man muss sich dabei aber an bestimmte Regeln halten. Unter anderem muss man sagen, wer die Urheber sind.<eop> Wer ist der Chef der Wikipedia? Die Website Wikipedia gehört einer Stiftung. Das ist eine Organisation, in der ein Vorstand über die wichtigsten Dinge entscheidet. Der Vorstand besteht aus 10 Menschen aus verschiedenen Ländern. Jimmy Wales ist einer dieser Menschen.<eop>Die Stiftung hat den englischen Namen Wikimedia Foundation, sprich: Wicky-midia Faundäjschn. Die Stiftung ruft die Leser der Wikipedia auf, Geld zu spenden. Von diesem Geld bezahlt man die Computer, die man braucht, um die Wikipedia im Internet anzubieten. Außerdem hat die Stiftung bezahlte Mitarbeiter für andere technische Aufgaben und um den Wikipedianern zu helfen.<eop>Allerdings mischt sich die Sitftung nicht besonders darin ein, was in der Wikipedia passiert. Dort gibt es zum Beispiel eine Art Polizei, die Administratoren. Sie passen auf, dass sich keiner richtig daneben benimmt. Die Administratoren werden von den Wikipedianern gewählt. <eop>Aber auch die Administratoren können nicht bestimmen, was auf den Wikipedia-Seiten steht. Wenn es Streit gibt, dann müssen die Wikipedianer miteinander reden und die beste Lösung gemeinsam finden. Manche Wikipedianer sind dabei ziemlich ruppig und setzen sich damit durch. Andere Wikipedianer finden das nicht gut. Es gibt Streit darüber, wie man dafür sorgen kann, dass die Wikipedianer freundlicher zueinander sind.<eop> "}, {"title": "Wilderei", "id": 955, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wilderei", "text": "Wilderei nennt man es, wenn jemand jagt oder fischt, obwohl er das nicht darf. Wilde Tiere gehören oft jemandem, und zwar demjenigen, dem der Wald oder das Gebiet gehört, in dem die Tiere leben. Auch der Staat kann der Eigentümer dieser Tiere sein. Wer ohne Erlaubnis diese Tiere bejagt, der macht sich strafbar, wie auch andere Diebe.<eop>Schon im Mittelalter hat man sich gestritten, wer jagen darf. Der Adel hatte lange Zeit ein Vorrecht zu Jagen. Förster und Jäger-Meister wurden angestellt, damit sie auch auf das Wild aufpassen. Andere Leute hingegen wurden für das Jagen hart bestraft.<eop>Auch heute darf man nicht einfach so jagen. Abgesehen davon, wem das Wild gehört, muss man zum Beispiel die Schonzeit beachten. In dieser Zeit darf überhaupt nicht gejagd werden.<eop> Was ist das Schlimme an der Wilderei? In manchen Romanen und Filmen sind Wilddiebe kluge, ehrliche Leute. Sie müssen jagen, damit ihre Familie genug zu essen hat. In der Zeit der Romantik sah man sie manchmal als Helden, die etwas tun, das den Reichen und Mächtigen nicht gefällt.<eop>In der Wirklichkeit haben Wilderer aber oftmals auch Förster ermordet, wenn sie beim Jagen erwischt worden sind. Außerdem haben viele Wilderer nicht das Wild rasch erschossen, sondern Fallen aufgestellt. Beim Jagen mit Fallen bleiben die gefangenen Tiere lange unbemerkt in der Falle. Sie verhungern oder sterben qualvoll an einer Verletzung durch die Falle.<eop>Wilderei gibt es auch in Afrika. Dort jagen manche Leute große Tiere wie Elefanten, Löwen und Nashörner. Dazu gehen sie auch in Nationalparks, in denen solche Tiere eigentlich besonders geschützt sein sollen. Wegen der Wilderei sind schon mehrere Tierarten ausgestorben. Elefanten werden von Wilderern getötet, um die Stoßzähne abzusägen und sie als Elfenbein für viel Geld zu verkaufen. Ähnliches geschieht mit den Nashörnern, deren Hörner sehr viel Geld wert sind. <eop>Darum versucht man, zu verhindern, dass die Wilderer diese Teile von Tieren überhaupt verkaufen können. So soll ihnen die Wilderei keinen Nutzen mehr bringen. Wenn Stoßzähne bei Wilderern gefunden werden, werden die Stoßzähne weggenommen und verbrannt.<eop><eop>"}, {"title": "Wildschwein", "id": 956, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wildschwein", "text": "Wildschweine sind Säugetiere. Sie leben im Wald und in den Feldern und fressen eigentlich alles, was sie finden. Es gibt sie in ganz Europa und in Asien. Aus den Wildschweinen haben die Menschen das Hausschwein gezüchtet. <eop>Die Wildschweine wühlen im Boden nach ihrer Nahrung: Wurzeln, Pilze, Bucheckern und Eicheln gehören auf ihren Speiseplan, aber auch Würmer, Schnecken und Mäuse. Sie fressen aber auch gerne Mais von den Feldern. Sie graben Kartoffeln und Blumenzwiebeln aus. Sie richten bei Bauern und Gärtnern großen Schaden an, weil sie ganze Felder aufwühlen.<eop>Wildschweine wurden in Europa schon immer gejagt. Die Jäger nennen die Wildschweine „Schwarzwild“. Das Männchen ist der Keiler. Es wird bis 200 Kilogramm schwer, also etwa so schwer wie zwei dicke Männer. Das Weibchen ist die Bache. Sie wird etwa 150 Kilogramm schwer.<eop>Wildschweine paaren sich etwa im Dezember. Die Tragzeit beträgt knapp vier Monate. Es gibt drei bis acht Jungtiere, jedes ist etwa ein Kilogramm schwer. Sie heißen Frischlinge, bis sie etwa ein Jahr alt sind. Die Bache säugt sie etwa drei Monate lang. Jungtiere werden gerne gefressen: Vom Wolf, Bär, Luchs, Fuchs oder vom Uhu. Nur etwa jeder zehnte Frischling erreicht deshalb das vierte Lebensjahr.<eop> "}, {"title": "Wilhelm Tell", "id": 958, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wilhelm Tell", "text": "Wilhelm Tell ist eine wichtige Figur für die Schweizer. Heute vermutet man, dass es ihn nicht gegeben hat. In der Sage wehrte Tell sich gegen die Habsburger, die damals Herrscher in einigen Gegenden der Schweiz waren. Der deutsche Schriftsteller Friedrich Schiller hat daraus ein Stück für das Theater geschrieben. <eop>Bekannt ist Tell vor allem für den berühmten Apfelschuss: Er sollte einen Apfel vom Kopf seines Sohnes schießen. Das gelang ihm auch. Später tötete Tell den Helfer der Habsburger, den Landvogt Gessler.<eop> Was hat Wilhelm Tell gemacht? Die Geschichte spielt um das Jahr 1300 in Uri. Damals war Uri ein von armen Bauern oder Handwerkern bewohntes Tal. Landvogt Gessler regierte das Land von einer Burg aus. Er verlangte von den Menschen hohe Steuern. Das machte sie wütend.<eop>Der Gipfel war, dass Gessler in Altdorf einen Hut aufstellen und bewachen ließ. Alle Menschen hätten sich vor diesem Hut verneigen sollen. Wilhelm Tell tat dies nicht und wurde zusammen mit seinem Sohn Walter verhaftet. Zur Strafe sollte er mit seiner Armbrust einen Apfel von Walters Kopf schießen. Das schaffte er zwar, drohte aber Gessler mit dem Tod.<eop>Als Tell gefangen auf Gesslers Burg gebracht werden sollte, konnte er im Sturm aus dem Boot fliehen und rettete sich auf einen Felsvorsprung. Er lauerte dann Gessler in einem Hohlweg auf und erschoss ihn. Dadurch befreite er gemäß der Sage die Urschweiz von der habsburgischen Macht und wurde zum Nationalhelden.<eop> Was wurde aus der Tell-Sage? Die Sage von Wilhelm Tell wurde erst nach der Mitte des 15. Jahrhunderts aufgeschrieben, also 150 Jahre später. Es gibt aber schon ältere Sagen von Apfelschüssen aus anderen Ländern. Richtig berühmt wurde die Sage zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Friedrich Schiller ein Theaterstück über Wilhelm Tell schrieb. In Altdorf, wo sich der Apfelschuss zugetragen haben soll, gibt es neben einer Statue ein Theater für dieses Schauspiel. Auch in Interlaken im Kanton Bern werden die Tellspiele jährlich aufgeführt.<eop>Touristen können weitere Orte aus der Tell-Sage besichtigen: Bei der Tellsplatte, wo Tell vom Boot ans Land gesprungen ist, befindet sich die Tellskapelle. Dort halten alle Kursschiffe an. Auch die Hohle Gasse, wo Tell den Gessler erschossen haben soll, ist gut ausgeschildert und begehbar. Eine kleine Felsnadel im Vierwaldstättersee heißt Schillerstein. Auch dort fahren alle Kursschiffe vorbei.<eop>Selbst wenn es ihn nicht gegeben hat, sind die Schweizer stolz auf ihren Nationalhelden Wilhelm Tell, so wie die Franzosen auf Jeanne d'Arc. Die Armbrust wurde zu einem Zeichen für Dinge, die in der Schweiz hergestellt wurden. Das Zeichen sagt: Das ist gute Ware aus der Schweiz.<eop><eop>"}, {"title": "Wimmelbild", "id": 959, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wimmelbild", "text": "Auf einem Wimmelbild sind viele Leute gemalt, die irgend etwas machen. Es wimmelt also von Menschen. Wimmelbilder haben meistens ein bestimmtes Thema. Zum Beispiel zeigt man eine Szene im Bahnhof, im Krankenhaus oder auf einer Messe. <eop>Normalerweise geht es darum, aus den vielen Menschen einen bestimmten zu finden. Wimmelbilder fördern somit die Aufmerksamkeit. Man muss sich sehr gut konzentrieren und sehr genau hinschauen, um Erfolg zu haben. So gesehen sind Wimmelbilder mehr als nur ein lustiger Zeitvertreib.<eop>Schon im Mittelalter gab es Bilder, auf denen es von Menschen nur so wimmelte. Man nannte sie damals nicht so. Später gab es Wimmelbilder in Comics. Die ersten Wimmelbilder, die auch so genannt wurden, soll Ali Mitgutsch gemalt haben. Eigentlich heißt er Alfons Mitgutsch und wurde in München geboren. Er war ursprünglich Werbe-Grafiker. Das ist jemand, der Bilder für die Werbung macht. <eop>Sehr bekannt sind auch die Wimmelbilderbücher unter dem Titel „Wo ist Walter“. Aus dieser Reihe gibt es bereits zwölf verschiedene Bücher. Viele Kinder und auch Erwachsene sind davon so begeistert, dass sie sich selbst als Walter verkleiden, zum Beispiel für einen Wettbewerb.<eop><eop>"}, {"title": "Wind", "id": 960, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wind", "text": "Wind ist bewegte Luft in der Atmosphäre. Wind entsteht vor allem dadurch, dass der Luftdruck nicht überall derselbe ist. Je höher die Unterschiede im Luftdruck, desto stärker bläst der Wind. Sind die Unterschiede im Luftdruck ausgeglichen, dann hört auch der Wind auf. <eop>Die Windrichtung wird mit der Himmelsrichtung angegeben, aus der er kommt – nicht, in die der Wind weht. Westlicher Wind kommt also aus dem Westen und weht in den Osten.<eop>Auch auf anderen Planeten als der Erde gibt es Wind. Dabei handelt es sich um Wind von anderen Gasen, die es dort gibt, und nicht von Luft, wie man sie auf der Erde kennt. So weiß man von Staubstürmen auf dem Mars.<eop>Nicht jede Bewegung der Luft ist Wind: Bewegte Luft in einem geschlossenen Raum ist ein Luftzug oder Zugluft. Sie entsteht, wenn wir die Fenster zum Lüften öffnen. Sie entsteht aber auch, wenn Fenster nicht ganz dicht schließen. Auch in großen oder sehr hohen Räumen kann es zu Luftzügen kommen, wenn es innerhalb des Raumes große Temperaturunterschiede gibt. Fahrtwind entsteht, wenn sich ein Fahrzeug durch Luft bewegt. <eop>Wie entsteht Wind? In einem Gebiet mit hohem Luftdruck befinden sich viele Luftteilchen, sie sind eng zusammen. In einem Gebiet mit niedrigem Luftdruck gibt es auf gleichem Raum weniger Luftteilchen, sie haben also mehr Platz.<eop>Wenn es in einem Gebiet wärmer oder kälter ist als woanders, dann ist auch der Luftdruck unterschiedlich. Bei der Bewegung der Luft spielt die Temperatur nämlich eine große Rolle: Wird Luft erwärmt, zum Beispiel durch die Sonne, wird sie leicht und steigt nach oben. Dadurch sinkt der Luftdruck am Boden, denn dort gibt es durch die aufgestiegene Luft weniger Luftteilchen. Kalte Luft ist dagegen schwer und sinkt nach unten. Dann drücken sich die Luftteilchen am Boden zusammen und der Luftdruck steigt dort.<eop>Das bleibt aber nicht so, denn die Teilchen in der Luft verteilen sich gleichmäßig: Es soll überall gleich viele Luftteilchen geben. Die Luft strömt deshalb immer aus einem Gebiet mit hohem Druck in ein Gebiet mit niedrigem Druck. Dadurch entsteht eine Luftströmung. Das ist der Wind. Man kann auch sagen: Kältere Luft weht dorthin, wo warme Luft aufsteigt.<eop> Welche Art von Winden gibt es? Auf der Erde gibt es verschiedene Zonen, in denen Winde vor allem aus einer bestimmten Windrichtung kommen: So liegen zum Beispiel große Teile Mitteleuropas in der Westwindzone. Das heißt: Dort weht häufig ein Wind, der von Westen kommt und nach Osten weht.<eop>Manchmal kann man die vorherrschende Windrichtung in einer Gegend auch an Bäumen erkennen: Dort, wo auf der Rinde des Baumes Moose oder Flechten wachsen, trägt der Wind auch den Regen an den Baum, der dann die Moose und Flechten an der Rinde wachsen lässt. Man sagt deshalb auch, dass die vorherrschende Windrichtung in einer Gegend die „Wetterseite“ ist.<eop>Allerdings strömen Winde nicht immer gleichmäßig: Auf der Erde gibt es viele Hindernisse, die den Wind ablenken können. Das sind auf der Erde vor allem Gebirge und Täler, aber auch bebaute Regionen, sogar einzelne Hochhäuser. Zudem gibt es Winde, die nur bei einem bestimmten Wetter entstehen. Manchmal haben solche Windsysteme sogar besondere Namen, weil sie nur in einer bestimmten Gegend oder einer bestimmten Zeit auftauchen. <eop>Ein Beispiel ist der Alpenföhn: Das ist ein trockener und warmer Fallwind. Er kommt an der Nord- oder an der Südseite der Alpen vor. Weil er beim Aufsteigen sein Regenwasser verloren hat, fällt er anschließend als trockener und warmer Wind ins Tal. Er kann sehr heftig werden und Föhnstürme auslösen.<eop>Ein anderes Beispiel ist das Land-See-Windsystem: Die Luft über einem See ist an einem warmen Sommertag kühler als die Luft über dem Boden, der sich schneller erwärmt. Nachts dagegen kühlt der Boden viel schneller ab und der See bleibt länger warm. Das geschieht auch mit der Luft darüber. Durch diese Temperaturunterschiede ist es an einem See oft windig. Am Tag weht der Wind vom kühleren See auf das wärmere Land. Das nennt man Seewind. In der Nacht dagegen weht der Wind vom ausgekühlten Land in Richtung des wärmeren Sees. Das ist der Landwind.<eop>Eine besondere Art von Wind sind Aufwinde und Abwinde: Zu einem Aufwind kann es kommen, wenn die Sonne auf den Boden strahlt und die Luft erwärmt. Warme Luft steigt auf und kühlt dabei aber oft wieder ab. Durch die Abkühlung gibt die Luft Wasser ab, da kältere Luft nicht so viel Wasser speichern kann. Dadurch bilden sich über diesen Aufwinden bestimmte Wolken: Die Cumuluswolken, die auch Schäfchenwolken genannt werden. Ein Segelflieger erkennt an diesen besonderen Wolken den Aufwind. Der Aufwind wird auch Thermik genannt. Die Thermik lässt ein Segelflugzeug nach oben steigen. <eop>Auch Abwinde gibt es. Oft hört man in Flugzeugen, man würde durch ein „Luftloch“ fliegen. Das ist aber kein Loch in der Luft, sondern ein Luftpaket, das nach unten fällt. Das Flugzeug fliegt dadurch und wird mit nach unten gezogen. <eop>Sehr hoch in unserer Atmosphäre, etwa in zehn Kilometern Höhe, entstehen sehr starke Winde: Diese nennt man Jetstreams, sprich: Tschetstriims. Sie können über 500 Kilometer pro Stunde schnell fliegen. Auf der Erde merken wir davon nichts direkt. Piloten von Verkehrsflugzeugen nutzen die Jetstreams als Antrieb: Sie fliegen dann mit „Rückenwind“, sparen Treibstoff und kommen noch schneller an ihr Ziel.<eop>Wie kann man die Windstärke messen?<eop>Um einzuschätzen, wie stark der Wind weht, kann man zum Beispiel das Meer beobachten, also wie sich die Wellen bewegen. An Land kann man beobachten, wie Rauch aufsteigt oder die Blätter, Äste oder Bäume sich bewegen. Dazu werden diese Beobachtungen in verschiedene Stufen unterteilt. Diese Art der Windmessung nennt sich Beaufort-Skala, sprich: Boofohr-Skala. * Windstärke 0 heißt: Es gibt keinen Wind, es ist windstill. Nichts bewegt sich. * Windstärke 4 ist eine Brise: An den Bäumen bewegen sich Zweige und auf dem Meer sieht man überall schon kleine Schaumkronen. * Windstärke 9 ist ein Sturm: Dann brechen Äste von den Bäumen und Gartenmöbel werden umgeworfen. * Windstärke 12 ist ein Orkan: Es gibt schwere Schäden an Land. Das das Meer sieht vollkommen weiß aus und man kann nichts mehr sehen. <eop>Diese Beaufort-Skala kann aber auch ungenau sein. Die Windgeschwindigkeit wird deshalb, wie bei der Geschwindigkeitsmessung im Auto, in Kilometern pro Stunde gemessen. In der Seefahrt und der Luftfahrt nutzt man andere Maßeinheit, dort misst man die Windgeschwindigkeit in Knoten pro Stunde.Meteorologen nutzen für die genaue Messung oft ein Anemometer. Man kann damit die genaue Geschwindigkeit des Windes ablesen. Es gibt verschiedene Sorten des Anemometers: Einige dieser Geräte sind ähnlich aufgebaut wie ein Windrad: Je schneller sich die Flügel des Rades drehen, desto stärker ist der Wind. <eop>Eine andere Art der Messung ist der Windsack. Oft sieht man ihn an Flugplätzen. Ein Windsack ist ein offener, meist rot-weißer Schlauch, der an einer Stange befestigt ist. Der Schlauch wird vom Wird aufgeblasen. Je waagrechter der Schlauch hängt, desto stärker ist der Wind. Der Sack kann sich auch an der Stange drehen, so erkennt man auch die Richtung, aus der der Wind kommt. Am Windsack kann man auch eine Windböe gut erkennen: Das ist ein kurzer und kräftiger Wind, der den Windsack kurzzeitig aufwölbt.<eop>Wie kann man Wind nutzen? Mit Windrädern kann man den Wind dazu nutzen, um elektrischen Strom zu erzeugen. Windräder gibt es vor allem in Gegenden, wo viel Wind weht, zum Beispiel auf Bergen oder am oder sogar im Meer. Früher gab es viele Windmühlen. Ihre Flügel drehten sich durch die Kraft des Windes. Im Inneren der Windmühle wurde zum Beispiel ein Mühlstein angetrieben, mit dem man Getreide zu Mehl mahlen konnte. <eop>Wind kann man auch für Freizeit und Sport nutzen: Er lässt zum Beispiel Drachen steigen. Segelboote oder Windsurfer nutzen den Wind, um über das Wasser zu fahren: Der Wind bläst gegen die Segel, bleibt darin hängen und bläht die Segel auf. Dadurch fährt das Boot oder das Surfbrett nach vorne.<eop>Wie kann Wind Landschaften verändern? Wenn Wind über einen Boden weht, der nicht bepflanzt ist, nimmt er Bodenmaterial mit und trägt es fort. Das nennt man Winderosion. Das kann für den Ackerbau schwierig sein, wenn der Wind zu viel Bodenmaterial abträgt, denn Pflanzen finden dann keinen Halt mehr im Boden. <eop>Wind kann Bodenmaterial kilometerweit tragen: Das kann man manchmal sehen, wenn Sand aus der Wüste Sahara nach Mitteleuropa geweht wird: Der Himmel erscheint dann gelblich gefärbt und der Staub aus der Sahara lagert sich bei uns ab. Auf Schnee kann man ihn besonders gut sehen.<eop>Auch Dünen entstehen durch Wind über einer Sandfläche, auf der keine oder sehr wenige Pflanzen wachsen: Sand wird durch Wind weggetragen und bleibt an einer kleinen Erhebung oder an Pflanzen liegen. Hier sammelt sich dann immer mehr Sand zu einem Sandberg an. <eop>Sand in der Luft kann auch wie Schmirgelpapier wirken. Wenn der Wind über lange Zeit Sandkörner mit sich trägt, können diese einen Gesteinsbrocken an einigen Stellen abschleifen. Manchmal entstehen dann interessante Felsgebilde. Manche sehen aus wie Pilze. Diese Felsen nennt man dann auch Pilzfelsen. Das passiert meist in Sandwüsten, da hier wenig Pflanzen wachsen, der Sand trocken bleibt und so der Wind immer genügend Sandkörner in der Luft mitnehmen kann.<eop><eop>"}, {"title": "Windkraft", "id": 961, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Windkraft", "text": "Die Windkraft ist eine Art, wie man Energie gewinnt. Meistens ist gemeint, dass man Energie des Windes in elektrische Energie umwandelt. Das macht man heute mit einer Windkraftanlage. Aber die Menschen haben Windkraft schon vor langer Zeit mit Windmühlen und Segelschiffen genutzt.<eop>Im Jahr 1887 hat jemand in Großbritannien zum ersten Mal aus Wind elektrische Energie gemacht. Der Wind weht gegen Flügel des Rotors, der dann einen Generator bewegt. Der Generator ist das Gerät, das den Strom herstellt, ähnlich wie der Dynamo am Fahrrad.<eop>Die Windkraft hat wichtige Vorteile. Man nennt sie eine erneuerbare Energie, da der Wind auch in Zukunft weht und nicht durch die Windkraft weniger wird. Kohle und Erdöl hingegen werden verbraucht und wachsen nicht nach. Bei der Windkraft entsteht an sich auch kein Schmutz.<eop>Allerdings finden manche Leute, dass die Windkraftanlagen in der Landschaft nicht so schön aussehen. Außerdem halten sie den Rotor für laut. Darum wollen sie zumindest keine Windräder in ihrer Nachbarschaft.<eop>Von der Energie, die man auf der Welt nutzt, stammt noch wenig aus der Windkraft. Bei einigen Ländern ist es aber schon ein großer Anteil, in Dänemark etwa ein Drittel. China, die USA und Deutschland sind die drei Länder auf der Welt, die am meisten Windstrom gewinnen. <eop> "}, {"title": "Windpocken", "id": 962, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Windpocken", "text": "Windpocken gehören wie Masern und Mumps zu den Kinderkrankheiten, weil sie vor allem bei Kindern auftreten. Ausgelöst werden Windpocken durch ein winziges Virus, also einen Krankheitserreger. Man kann angesteckt werden, wenn man den Atem eines Kranken mitbekommt. Das geht auch über mehrere Meter hinweg.<eop>Bei Windpocken steigt die Temperatur im Körper, man bekommt Fieber. Auf der Haut bilden sich kleine, wasserklare Bläschen. Sie jucken stark. Selten kann das Virus auch das Gehirn oder die Lunge schädigen.<eop>Eine Behandlung gegen Windpocken gibt es nicht, der Arzt kann nur Mittel geben, die den Juckreiz vermindern und die Bläschen abdecken. Wenn man an den Bläschen kratzt, können sich die Stellen entzünden. Es bleiben Narben übrig.<eop>Gegen Windpocken muss das meiste der Körper selbst tun. Seine Abwehrkräfte beseitigen das Virus. Hat man die Krankheit überstanden, kann man sie nicht noch einmal bekommen – der Körper wird „immun“. Manche Erwachsene bekommen aber später immer mal wieder Bläschen, diese Krankheit nennt man dann „Gürtelrose“. Das liegt daran, dass einige Viren sich im Körper in Nervenzellen vor dem Abwehrsystem verstecken. Wenn der Körper mal schwächer wird, gibt es wieder Bläschen.<eop>Der beste Schutz vor Windpocken ist eine Impfung. Dabei spritzt der Arzt abgeschwächte Viren und der Körper bildet darauf Abwehrstoffe, ohne dass eine Krankheit auftritt. Menschen mit Windpocken sollten nicht mit anderen Menschen zusammensein, um sie nicht anzustecken. Sie dürfen nicht in Schulen und Kindergärten gehen.<eop>"}, {"title": "Winter", "id": 963, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Winter", "text": "Der Winter ist eine der vier Jahreszeiten. Im Winter sind die Tage kurz, und die Strahlen der Sonne fallen nur schräg auf die Erde. Darum ist es im Winter kalt, oft sinken die Temperaturen sogar unter Null Grad Celsius. <eop>Es kommt zu Frost. Das Wasser in Seen und Bächen gefriert zu Eis, statt Regen fällt oft Schnee. Viele Tiere halten Winterschlaf oder sind in der Winterstarre. Manche Vogel-Arten fliegen in wärmere Gebiete, um dort zu überwintern. <eop>Für die Menschen, die nicht in den Tropen leben, ist der Winter die Jahreszeit, für die man gut vorgesorgt haben muss, damit man etwas zu essen und es warm hat. Heutzutage empfinden die meisten Menschen den Winter aber nicht mehr so schlimm wie früher. Manche mögen ihn sogar, weil sie dann Wintersport treiben oder einen Schneemann bauen können.<eop>Von wann bis wann dauert der Winter? Für die Wetterforscher beginnt der Winter auf der Nordhalbkugel am 1. Dezember und dauert bis zum 28. oder 29. Februar. Wintermonate sind also der Monat Dezember, der Januar und der Februar. <eop>Für die Astronomen jedoch beginnt der Winter zur Wintersonnenwende, wenn die Tage am kürzesten sind. Das ist immer am 21. oder 22. Dezember, also kurz vor dem Weihnachtsfest. Der Winter endet bei der Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn der Tag genauso lang ist wie die Nacht. Das ist am 19., 20. oder 21. März, und damit beginnt dann der Frühling.<eop><eop>"}, {"title": "Winterschlaf", "id": 964, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Winterschlaf", "text": "Im Winter ist es draußen kalt und es gibt nur wenig Futter. Deshalb halten viele Tiere in dieser Zeit Winterschlaf. Sie ziehen sich zum Beispiel in eine Höhle zurück, um zu schlafen. Dabei sinkt die Körpertemperatur, Atmung und Herzschlag werden langsamer. So verbrauchen die Tiere weniger Energie und können über mehrere Monate schlafen ohne zu fressen. Meist haben sie sich auch schon im Herbst einen Fettvorrat angefressen, von dem sie im Winter leben. <eop>Winterschläfer sind zum Beispiel Igel, Siebenschläfer, Murmeltiere und Fledermäuse. Andere Tiere wie Bären oder Eichhörnchen halten dagegen nur „Winterruhe“. Dabei sinkt die Körpertemperatur nicht so stark wie beim Winterschlaf. Die Tiere werden mehrmals zwischendurch wach und legen sich anders hin. Während Bären ohne Nahrung auskommen, müssen Eichhörnchen auch während der Winterruhe immer wieder fressen. Dazu nutzen sie Vorräte mit Nüssen und anderen Früchten, die sie im Herbst angesammelt haben. <eop>Bei wechselwarmen Tieren wie Insekten, Amphibien und manche Reptilien spricht man von Winterstarre oder Kältestarre. Bei diesen Tieren fällt die Körpertemperatur so stark, dass sie sich gar nicht mehr bewegen können. Sie sind in dieser Zeit auch nicht weckbar. Alles Lebendige im Tier wird beinahe auf Null gesetzt. Der Eisfrosch lebt im Norden der USA und in Kanada. Er kann sich sogar teilweise einfrieren lassen, ohne zu sterben.<eop>"}, {"title": "Wirbelsäule", "id": 965, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wirbelsäule", "text": "Die Wirbelsäule ist ein wichtiger Teil des Skeletts. Sie besteht aus den Wirbelknochen, die man Rückenwirbel nennt. Diese Rückenwirbel sind durch Gelenke miteinander verbunden. Das macht den Rücken so beweglich. <eop>Nicht jedes Säugetier hat gleich viele Rückenwirbel. Einzelne Teile können mehr oder weniger davon haben. Die Wirbel können aber auch verschieden lang sein. Sowohl Menschen als auch Giraffen haben je sieben Halswirbel, doch bei der Giraffe sind die einzelnen Wirbeln viel länger.<eop>Die Wirbelsäule hat zwei Aufgaben. Einerseits hält sie den Körper stabil. Andererseits schützt sie die Nerven, die vom Hirn aus den ganzen Körper erreichen. <eop>Was gehört zu einem Rückenwirbel? Ein Rückenwirbel besteht aus einem Wirbelkörper, der ist ungefähr rund. Auf jeder Seite davon ist ein Wirbelbogen. Hinten ist ein Höcker, der Dornfortsatz. Man kann ihn bei den Menschen gut sehen und mit der Hand ertasten.<eop>Zwischen je zwei Wirbelkörpern liegt eine runde Scheibe aus Knorpel. Man nennt sie Bandscheiben. Sie federn Stöße ab. Bei älteren Menschen trocknen sie ein und ziehen sich etwas zusammen. Deshalb werden die Menschen im Lauf des Lebens kleiner.<eop>Jeder Wirbelbogen ist oben und unten durch ein Gelenk mit seinem Nachbarn verbunden. Das macht den Rücken beweglich und gleichzeitig stabil. Die Wirbel werden durch Bänder und Muskeln zusammengehalten. Bänder sind so etwas Ähnliches wie Sehnen.<eop>Zwischen Wirbelkörper, Wirbelbogen und Dornfortsatz liegt ein Loch. Es ist so ähnlich wie ein Liftschacht in einem Haus. Dort drin verläuft ein dicker Nervenstrang vom Hirn bis zum Ende der Wirbelsäule und von dort bis in die Beine. Diesen Nervenstrang nennt man Rückenmark.<eop>Wie ist die Wirbelsäule aufgeteilt? Man unterteilt die Wirbelsäule in verschiedene Abschnitte. Die Halswirbelsäule ist am beweglichsten, die Wirbel sind am kleinsten. Sie müssen auch nur den Kopf tragen. <eop>Die Brustwirbelsäule besteht aus den Brustwirbeln. An ihnen ist besonders, dass daran die Rippen lose befestigt sind. Die Rippen heben sich beim Atmen. Brustwirbelsäule und Rippen bilden zusammen den Brustkorb.<eop>Die Lendenwirbel sind am größten, weil sie am meisten Gewicht tragen müssen. Dafür ist sie nicht sehr beweglich. An der Lendenwirbelsäule treten am meisten Schmerzen auf, besonders bei älteren Menschen und bei solchen, die viel Gewicht tragen müssen.<eop>Zur Wirbelsäule gehört auch das Kreuzbein. Es besteht aus einzelnen Wirbeln. Sie sind aber so miteinander verwachsen, dass es aussieht wie eine Knochenplatte mit Löchern. Auf jeder Seite sitzt eine Beckenschaufel. Sie sind durch ein Gelenk verbunden, das sich beim Gehen ein wenig bewegt.<eop>Unter dem Kreuzbein sitzt das Steißbein. Beim Menschen ist es nur noch winzig und nach innen gebogen. Zwischen den Pobacken kann man es mit der Hand spüren. Es schmerzt, wenn man auf den Po fällt, wenn man zum Beispiel auf dem Eis ausgerutscht ist. Was bei den Menschen das Steißbein ist, ist bei den Säugetieren der Schwanz.<eop><eop>"}, {"title": "Wirbeltiere", "id": 966, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wirbeltiere", "text": "Wirbeltiere haben ein Skelett mit einer Wirbelsäule. Zu den Wirbeltieren gehören die Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und die Fische. Viele Wissenschaftler nennen die Wirbeltiere auch Schädeltiere, weil sie alle einen Schädel aus Knochen haben, der ihr Gehirn schützt. <eop>Wirbeltiere gibt es auf der ganzen Welt, auch in der Antarktis. Sie leben im Meer, im Süßwasser, an Land und in der Luft. Es gibt über 67.000 verschiedene Arten. Am größten ist der Artenreichtum in den tropischen Regenwäldern, beispielsweise im Amazonasgebiet.<eop>Das kleinste Wirbeltier im Wasser ist ein Karpfenfisch. Er wird nur gerade 1 Zentimeter groß. Das kleinste Wirbeltier an Land ist ein Frosch, der nur knapp 8 Millimeter groß wird. <eop>Das größte Wirbeltier im Wasser ist der Blauwal. Im Wasser ist ein Körper vergleichsweise nicht so schwer, so kann ein Tier gut wachsen. Auf dem Land ist der afrikanische Elefant am größten. Um so groß zu werden, brauchen diese Tiere ein Skelett aus Knochen und Knorpel, starke Muskeln und ein Herz mit Adern, die das Blut durch den ganzen Körper leiten.<eop>"}, {"title": "Wirtschaft", "id": 967, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wirtschaft", "text": "Wirtschaft nennt man alles, was dazu gehört, dass die Menschen etwas herstellen oder tun, wovon sie leben können. Man sagt auch, dass sie sich etwas erwirtschaften. Wenn jemand mit seinem Beruf Geld verdient, wenn jemand im Laden etwas einkauft, wenn jemand mit einer Fabrik Waren herstellt: Das alles und noch mehr macht die Wirtschaft aus.<eop>Das Wort Wirt gibt es in der deutschen Sprache schon seit 1200 Jahren. Ein Wirt war der Herr des Hauses oder einer Burg, jemand, der Gäste aufnehmen und schützen konnte. Wirtschaft bedeutete eigentlich Gastfreundschaft. Heute noch nennt man eine Gaststätte oder ein Restaurant auch eine Wirtschaft.<eop> Was kann das Wort Wirtschaft bedeuten? Ein anderes Wort für Wirtschaft ist Ökonomie. Bei diesem Wort denkt man oft an die Volkswirtschaft, also das Arbeiten, Herstellen, Kaufen und Verkaufen in einem ganzen Land. Oder man spricht von der Weltwirtschaft, davon, wie die Wirtschaft in allen Ländern der Welt funktioniert.<eop>Das Wort Ökonomie stammt aus der griechischen Sprache: Ein „ökos“ war der Haushalt einer Familie. Das konnte auch eine größere Familie mit Mägden und Knechten, auch ein Bauernhof oder ein Betrieb sein.<eop>Wenn es darum geht, einen Haushalt zu führen, sagt man auch Hauswirtschaft. Wer das gelernt hat, weiß, wie man gesund kocht, wie man gut mit Geld umgeht und beim Einkaufen nicht zuviel ausgibt, wie man kleine Dinge im Haushalt repariert und so weiter.<eop>Schließlich gibt es noch die Betriebswirtschaft. Betriebswirte kennen sich mit einem Betrieb aus, wie einem Unternehmen, einem Bauernhof oder einem Geschäft. Sie sorgen dafür, dass möglichst wenig Geld ausgegeben und viel Geld verdient wird. Material und Waren sind knapp, genauso wie die Zeit von Arbeitern. Damit soll man vernünftig und sparsam umgehen.<eop> "}, {"title": "Wissenschaft", "id": 968, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wissenschaft", "text": "Wissenschaft ist eine bestimmte Art, wie man mit Wissen umgeht. Um das Wissen zu vergrößern, wird geforscht. Über das neue Wissen muss nachgedacht werden, bevor es schließlich weiter verbreitet wird. <eop>Das alles machen die Wissenschaftler, und zwar in einer Universität oder in einem Verein. Sie arbeiten „wissenschaftlich“, wenn sie sehr gründlich arbeiten. Das ist wichtig, damit auch andere Wissenschaftler nachvollziehen können, was man herausgefunden hat. Wenn zum Beispiel jemand behauptet, dass man aus Blei Gold machen kann, so muss er erklären, wie andere Wissenschaftler das auch hinbekommen. Ab und zu entdecken Leute zufällig etwas. Wenn man aber Zeit verwendet um herauszufinden und auch mitschreibt was man versucht hat, was nicht geklappt hat und was schon, dann heisst das Forschung.<eop>Manche Leute sagen so etwas wie: „Das hat die Wissenschaft festgestellt“. Aber eigentlich gibt es nicht eine einzige Wissenschaft. Es gibt mittlerweile sehr viele Wissenschaften, die Einzelwissenschaften. Die Sprachwissenschaft etwa interessiert sich für Sprachen, und die Erdkunde für alles, was mit der Erde zu tun hat. <eop> Was für Wissenschaften gibt es? Man teilt die Wissenschaft oft in drei Gruppen ein. Geisteswissenschaften oder Humanwissenschaften haben Fragen dazu, was Menschen tun und denken, oder geschrieben haben. Dazu gehören die Geschichtswissenschaft, die wissen will, was Menschen früher gemacht haben, und die Literaturwissenschaft, die sich unter anderem für Romane interessiert.<eop>Sozialwissenschaften fragen danach, was Menschen gemeinsam machen, oder wie sie gemeinsam leben. Hier ein paar Beispiele: Religionswissenschaftler forschen, woran die Menschen glauben. Die Pädagogik interessiert sich dafür, wie Kindern lernen und erzogen werden. In der Politikwissenschaft geht es unter anderem um Staaten und Gemeinschaften, darum, wer etwas entscheiden kann.<eop>Naturwissenschaften oder Realwissenschaften beschäftigen sich mit der Natur. In der Chemie forscht man beispielsweise über Stoffe wie Eisen, Sauerstoff oder Phosphor. Astronomen beobachten den Himmel, Biologien interessieren sich für Tiere und Pflanzen.<eop>So ganz genau trennen kann man das alles nicht: Pädagogik ist zum Teil geisteswissenschaftlich, wenn man danach fragt, was große Philosophen dazu geschrieben haben. Pädagogik ist aber auch eine Sozialwissenschaft, wenn man untersucht, wie sich Kinder in einer Schulklasse verhalten. <eop>Weil es immer mehr Wissen gibt, entstehen auch neue Wissenschaften. Sie beschäftigen sich oft nur mit einem kleinen Ausschnitt des Wissens. Manche Wissenschaften wiederum fasst man so einem großen Wissensgebiet zusammen: Die Geowissenschaften beschäftigen sich mit allen Fragen über die Erde.<eop>"}, {"title": "Woche", "id": 969, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Woche", "text": "Eine Woche ist eine Zeiteinheit. Sie besteht aus sieben Tagen, den Wochentagen. 52 Wochen und ein Tag ergeben ein Jahr, im Schaltjahr braucht es noch einen Tag dazu. <eop>Ursprünglich ging es bei der Woche um die Zeit von einem besonderen Tag bis zum nächsten besonderen Tag. Das konnte etwa die Zeit zwischen zwei Tagen sein, an denen man Markt abhalten durfte. Oder es ging um religiöse Tage, wie bei den Juden: Eine Woche dauert von einem Sabbat zum nächsten. Daher haben auch die Christen ihre Woche, von einem Sonntag zum nächsten.<eop>Im Alten Ägypten zum Beispiel dauerte eine Woche zehn Tage lang. Bei den Azteken waren es fünf Tage. Die römische Woche dauerte lange Zeit acht Tage, bis das Christentum gesiegt hatte.<eop> Woher haben die Wochentage die Namen? Die Römer haben die Wochentage nach Himmelskörpern benannt. Der Montag, unser Mond-Tag, hieß auch schon bei den Römern Tag des Mondes, dies lunae. Daher hat man in Sprachen wie dem Französischen den Namen lundi.<eop>Der römische Dienstag war nach dem Mars benannt, dann folgte der Tag des Merkur, des Jupiter, der Venus und des Saturn. Schließlich gab es noch den Tag der Sonne.<eop>Die Germanen, zu denen dann auch die Deutschen gehörten, haben das zum Teil übernommen. Aber sie haben auch ihre eigenen Götternamen genommen. Der Dienstag kommt vom Gott Tiwaz und der Donnerstag vom Gott Donar, Freitag von der Göttin Freya. Der Mittwoch gehörte dem Obergott Wotan. Diesen Namen erkennt man noch im englischen Namen wednesday und im niederländischen woensdag. Auf Deutsch ist es einfach die Mitte der Woche.<eop> Wann beginnt die Woche? Im Alten Testament brauchte Gott sechs Tage, um die Welt zu erschaffen. Am siebten Tage ruhte er. Bei den Juden ist das der Sabbat, der heilige Tag. Für die Christen ist der Sabbat der Samstag. Für sie fängt die Woche am Sonntag an, den man auch den Tag des Herrn nennt, also Tag Gottes.<eop>Warum die Christen den Sonntag für den ersten Wochentag halten, ist nicht genau bekannt. Man vermutet den Grund darin, dass Jesus gemäß der Bibel am ersten Tag der Woche auferstanden ist. Das war am Ostersonntag.<eop>Wenn man heute die Menschen fragt, sagen wohl viele: Die Woche beginnt man Montag. Am Samstag und Sonntag ist nämlich Wochenende, wenn viele Menschen frei haben. Die Arbeitswoche beginnt dann am Montag. In Deutschland legte der Staat im Jahr 1976 fest, dass der Montag der erste Tag der Woche ist.<eop>"}, {"title": "Wolfgang Amadeus Mozart", "id": 970, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wolfgang Amadeus Mozart", "text": "Wolfgang Amadeus Mozart war ein Komponist aus dem 18. Jahrhundert Er lebte lange Zeit in Österreich und schrieb über 600 Musikstücke. Mozart gilt als einer der wichtigsten Komponisten der klassischen Musik.<eop>Geboren wurde Wolfgang im Jahr 1756 in Salzburg, was damals noch zu Bayern gehörte. Der Vater war Musiklehrer und unterrichtete Wolfgang und die Schwester Nannerl. Schon mit mit fünf Jahren dachte Wolfgang sich das erste Musikstück aus. Ein Jahr später traten Nannerl und Wolfgang vor Zuhörern auf. Sie reisten durch viele Städte Europas.  Wolfgang Mozart, wie man ihn meist nannte, arbeitete zunächst für Herrscher wie den Erzbischof von Salzburg. Die letzten zehn Jahre seines Lebens lebte er davon, dass er Musikunterricht gab und davon, dass er für seine Musikstücke bezahlt wurde. Das vielleicht berühmteste war ein Opernstück, „Die Zauberflöte“. Es erschien zum ersten Mal im Jahr 1791, einige Wochen, bevor Mozart mit nur 35 Jahren starb. Als Todesursache vermutet man heute eine Halsentzündung. <eop>Viele Leute glauben, dass Mozart verrückt war oder sich wie ein Kind benahm. Das liegt an einem Spielfilm, der ihn so gezeigt hat. Außerdem hat Mozart alberne Lieder geschrieben wie „Bona nox, bist a rechter Ox“. In Wirklichkeit war Mozart jemand, der auch sehr vernünftig sein konnte und hart arbeitete. Allerdings gab er auch gern viel Geld für schöne Kleider aus und hatte sogar einen Billardtisch.<eop>"}, {"title": "Wolke", "id": 971, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wolke", "text": " Eine Wolke ist eine Ansammlung von sehr feinen Wassertröpfchen. Sie bestehen aus Nebel oder Eis-Kristallen in der Atmosphäre. Wolken bilden sich immer dann, wenn mehr Wasser in der Luft ist, als diese in Form von Wasserdampf aufnehmen kann. Der gasförmige Wasserdampf kondensiert dann zu flüssigem Wasser. Das kann auf zwei Arten geschehen: Entweder kühlt die Luft beim Aufsteigen ab, oder es werden Luftmengen durchmischt, die unterschiedlich warm sind.<eop>Neben ihres interessanten Aussehens und ihrer Schönheit, die schon immer die Phantasie der Menschen angeregt hat, sind Wolken bei zahlreichen Fragen in der Wissenschaft wichtig. Daher gilt die Wolkenkunde auch als eigener Teilbereich innerhalb der Wetterkunde.<eop>Wissenschaftler unterscheiden Wolken nach ihrer Form, ihrer Größe und ihrer Höhe. Sie haben sich für verschiedene Wolkenarten eigene Namen ausgedacht. Wer sich gut mit Wolken und dem Wetter auskennt, kann durch einen Blick zum Himmel das Wetter für die nächsten Stunden vorhersagen.<eop>Aus dem Fenster eines Flugzeugs können Wolken manchmal von Nahem betrachtet werden. In einem Flugzeug reist man meist über den Wolken. Denn Wolken gibt nur bis zu einer Höhe von ungefähr 14 Kilometern über dem Boden, normale Düsenflugzeuge dagegen steigen bis zu 15 Kilometer hoch.<eop><eop>"}, {"title": "Wolle", "id": 972, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wolle", "text": "Wolle sind Haare von Tieren. Gemeint sind bestimmte Teile des Fells: das weiche Unterhaar, das Vlies. Bei der Wolle unerwünscht ist hingegen das lange, dicke Oberhaar.<eop>Wolle kommt normalerweise von Schafen und einigen anderen Tieren. Die Menschen haben schon vor vielen tausend Jahren Schafe gezüchtet. Dabei haben sie darauf geachtet, dass die Tiere immer bessere Wolle hatten.<eop>Für die Zucht hat man also Schafe ausgewählt, die möglichst wenig Oberhaar hatten. Außerdem sollte das Fell ohne eigene Farbe sein. Die Haare sollten auch nicht jedes Jahr ausfallen. Auf diese Weise kam es zu den Schafen, wie man sie heute kennt.<eop>Wolle hält Wärme. Darum macht man daraus gerne Kleidung. Wolle stößt Wasser ab, Schmutz bleibt nicht gut haften. Manche Leute finden allerdings, dass Wolle kratzt.<eop><eop>"}, {"title": "Wort", "id": 973, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wort", "text": "Ein Wort ist ein Teil einer Sprache. Man kann das Wort von anderen Wörtern trennen: Wenn man einen Satz aufschreibt, lässt man zwischen den Wörtern ein Leerzeichen. Wenn man spricht, lässt man zwischen den Wörtern keine Pause, sondern nur zwischen längeren Satzteilen. Das Erkennen der einzelnen Wörter ist für viele Grundschüler sehr schwierig.<eop>Jedes Wort hat eine Bedeutung. Wer „Tisch“ sagt, meint ein anderes Ding, als wenn er „Stuhl“ sagt. Zahlreiche Wörter haben mehrere Bedeutungen. Man sagt: Sie sind mehrdeutig, wie zum Beispiel das Wort „Schale“. In einer Schale können Früchte liegen, man kann aber auch die Schale von der Frucht schälen. Im Spiel „Teekesselchen“ zum Beispiel muss man mehrdeutige Wörter erraten.<eop>„Wort“ heißt auf Lateinisch „verbum“. Dies erscheint in vielen Fremdwörtern, die mit Sprache zu tun haben. „Verbal“ bedeutet zum Beispiel, dass etwas mit Worten gesagt wird. <eop> Was sind Wortarten? Wörter teilt man in verschiedene Gruppen ein. In der Grundschule ist das wichtig für die Groß- und Kleinschreibung. Auch wer eine Fremdsprache erlernt, muss sich mit Wortarten auskennen, oder wer über die Grammatik nachdenkt.<eop>Es gibt zwei Gruppen von Wortarten. Die eine Gruppe schart sich um das Nomen, die andere Gruppe um das Verb. Insgesamt gibt es zehn Wortarten. Diese feine Unterteilung wird jedoch erst in den höheren Schulstufen gelehrt.<eop>Nomen sind beispielsweise „Annemarie“, „Computer“ und „Spanien“. Im Deutschen schreibt man solche Wörter groß. Mit einem Nomen verweist man auf einen Menschen, ein Tier, ein Ding, ein Ereignis, ein Gefühl und vieles andere. <eop>Nomen haben meist einen Begleiter: der, die, das, ein oder eine. In der Fachsprache nennt man die Begleiter „Artikel“. Sie geben das Geschlecht des Nomens an: männlich, weiblich oder sächlich. Inhaltlich ist das nicht immer logisch. „Mond“ ist männlich, auf Französisch ist er weiblich. „Mädchen“ ist sächlich, obwohl ein Mädchen doch keine Sache ist. „Sache“ hingegen ist weiblich, nicht etwa sächlich. <eop>Nomen kann man durch ein Adjektiv genauer beschreiben: „der neue Computer“ oder „die besten Fußballspieler“. Manchmal braucht es noch eine Präposition: „auf dem Bett“, „vor der Tür“ und andere. Man kann Nomen aber auch durch Pronomen ersetzen: „Der Gärtner schneidet die Hecke“ heißt verkürzt: „Er schneidet die Hecke“. Das geht allerdings nur, wenn klar ist, wer mit „er“ gemeint ist.<eop>Die zweite Gruppe von Wortarten schart sich um die Verben: „laufen“, „schlafen“, „leben“ oder „nachdenken“ sind Beispiele. Ein Verb kann man durch ein Adverb genauer beschreiben: „Sie läuft schnell“, „er schläft tief“, „er lebt länger“ sind Beispiele dafür.<eop>Übrig bleiben noch drei Wortarten, welche in der Grundschule oft einfach zu einer „Restgruppe“ zusammengefasst werden. Es sind Bindewörter wie „und“, Zahlwörter wie „drei, fünf, sieben“ und Ausrufewörter wie „Hilfe!“. Auf Latein heißen sie Konjunktion, Numerale und Interjektion.<eop> Wie viele Wörter gibt es? Die meisten Kinder können mit drei Jahren schon recht gut sprechen. Dann kennen sie etwa 300 bis 400 Wörter. Erwachsene kennen mehrere tausend Wörter. Damit kommt man gut durch den Alltag. Wenn man eine fremde Sprache lernt, reichen schon tausend oder zweitausend Wörter, damit man das meiste versteht.<eop>Einige Menschen beherrschen ihre Sprache besonders gut, etwa Schriftsteller und Journalisten. Der berühmte deutsche Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe soll 90.000 Wörter gekannt haben. Jedenfalls kommen so viele verschiedene Wörter in seinen Werken vor.<eop>Allerdings ist es nicht ganz einfach, Wörter zu zählen. Ein Wort kann auf verschiedene Arten auftreten: Das Wort „Haus“ gibt es auch in der Mehrzahl und heißt dann „Häuser“. Sprachwissenschaftler zählen das aber nur als ein Wort. Der Fachausdruck heißt „Lexem“. Haus, Häuser, des Hauses, im Hause und so weiter kann man als verschiedene Wörter zählen, aber es ist nur ein Lexem. „Haus“ und „des Hauses“ meinen nämlich dieselbe Sache. Der Unterschied ist nur, wie die Wörter im Satz auftauchen.<eop>Es ist auch schwierig zu sagen, wie viele Wörter die deutsche Sprache hat. In kleineren Wörterbüchern stehen etwa 30.000 Wörter. Der Duden für die Rechtschreibung hat 125.000 Stichwörter. Besonders gute, dicke Wörterbücher haben mehrere hunderttausend Wörter. <eop>Die Brüder Grimm haben ein Wörterbuch begonnen, das alle Wörter der deutschen Sprache aufzeichnen sollte. Das sollte auch Wörter aus der Vergangenheit einschließen, also Wörter, die man heute nicht mehr gebraucht. Sprachwissenschaftler haben an diesem Deutschen Wörterbuch über 120 Jahre lang gearbeitet. Darin stehen nun etwa 450.000 Wörter.<eop>Allerdings kann man in einer Sprache auch ein Fremdwort verwenden. Zum Beispiel sagen manche Leute auf Deutsch gern „easy“, wenn etwas leichtfällt. Wenn viele Menschen solche Wörter gebrauchen, muss man sie auch kennen. Außerdem gibt es Fachwörter, die Wörter, die bestimmte Handwerker oder Wissenschaftler verwenden. „Blutkreislauf“ ist ein Fachwort aus der Medizin.<eop>Außerdem kann man aus Wörtern neue Wörter bilden. Aus „rollen“ und „Schuh“ wird „Rollschuh“. Das ist nicht nur irgendein Schuh, der irgendwie was mit „Rollen“ zu tun hat. Gemeint ist eine bestimmte Art von Schuh, es handelt sich also um ein neues Wort mit einer eigenen Bedeutung. Die Zahl der möglichen Wörter wird dadurch mehr oder weniger unendlich.<eop> Ist die Mehrzahl „Worte“ oder „Wörter“? Die Mehrzahl von Wort lautet Wörter. Es gibt aber auch noch eine andere Mehrzahlform: Worte. Die verwendet man, wenn man nicht wirklich einzelne Wörter meint, sondern mehr die Aussage dahinter. Wenn es heißt: „Deine Worte haben mir gefallen“, dann denkt man mehr an die Rede insgesamt.<eop>Außerdem findet man „Worte“ oft in Sprichwörtern oder feststehenden Redewendungen: „Sie macht nicht viele Worte“ bedeutet, dass sie nicht viel redet, sondern schnell handelt. „Das sind große Worte“ sagt man über jemanden, der viel verspricht.<eop>"}, {"title": "Wölfe", "id": 976, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wölfe", "text": "Der Wolf ist ein wild lebendes Raubtier. Er ist eine eigene Tierart und ist Vorfahre der heutigen Haushunde. Wölfe leben in Rudeln zusammen. Sie haben eine strenge Rangordnung und setzen sich füreinander ein.<eop>In der Mitte Europas wurden die Wölfe fast ganz ausgerottet, heute werden es wieder mehr. Dagegen wehren sich aber viele Landwirte, weil sie Angst um ihre Schafe haben. In Osteuropa auf dem Balkan, in Nordamerika, in Russland oder in der Mongolei findet man noch mehr Wölfe als in unseren Ländern.<eop>Wie leben Wölfe? Wölfe halten fest zusammen und würden ihr Leben geben, um ihr Rudel zu schützen. Zum Rudel gehört immer ein Wolfspaar und deren Kinder. Meist gehören noch Kinder aus den Vorjahren dazu, vielleicht auch noch einige andere Tiere, die im Rudel Aufnahme gefunden haben.<eop>Die Chefs im Rudel sind die Elterntiere. Ihnen gehorchen die Jungtiere. Wenn die Wolfsrudel in Freiheit leben, gibt es sonst keine Rangordnung. Das gibt es nur in Gefangenschaft: Manche Tiere haben dann mehr zu bestimmen als andere.<eop>Die führenden Tiere nennt man die Alphatiere. Man erkennt sie am aufgestellten Schwanz. Ein Omegatier ist das Rangniedrigste im Rudel. Man erkennt es am eingezogenen Schwanz und an den angelegten Ohren. Der Buchstabe Alpha ist der erste, das Omega der letzte im griechischen Alphabet.<eop>Wölfe jagen immer im Rudel. Sie können sehr schnell laufen und haben auch viel Ausdauer. Sie suchen sich ein schwächeres Tier aus und jagen es so lange, bis es zusammenbricht. Dann umkreisen sie es und der Anführer springt es an und tötet es. <eop>Wölfe paaren sich zwischen Januar und März. Das Weibchen trägt ihre Jungtiere etwa zwei Monate lang in ihrem Bauch. Das Rudel gräbt eine Erdhöhle aus oder erweitert eine Fuchshöhle. Dort bringt die Mutter meist etwa vier bis sechs Jungtiere zur Welt. Während etwa sechs bis acht Wochen trinken sie Milch bei ihrer Mutter. <eop>Während dieser Zeit versorgt das Rudel die Mutter mit Nahrung. Die Nahrung für die Welpen zerkauen sie und geben sie den Welpen direkt in den Mund. Daher lecken auch unsere Hunde gerne am Mund von Menschen. Manchmal kauen die jungen Wölfe sogar den alten das Essen vor, wenn die das selbst nicht mehr können.<eop>Nach und nach verlassen die Jungtiere die Höhle, zusammen mit ihrer Mutter. Mit fünf Monaten haben sie ihre Zähne und können so total selbständig essen. Mit einem oder mehreren Jahren verlassen sie das Rudel und suchen sich einen Partner und ein neues Revier. Dann gründen sie ein neues Wolfsrudel.<eop> Sind Wölfe gefährlich? Es gibt viele Geschichten über Wölfe. Eines davon sagt, dass der Wolf böse ist und kleine Kinder auffrisst. So etwas kommt auch im Märchen Rotkäppchen vor. In den Fabeln heißt der Wolf Isegrim.<eop>Ein Wolf fällt Menschen aber nur an, wenn er sich bedroht fühlt oder er kurz vor dem Verhungern ist. Wölfe sind eher scheu und halten sich normalerweise vom Menschen fern. Es sei denn, man stört oder bedroht sie. Am gefährlichsten ist es, wenn man einer Mutter mit Jungen zu nahekommt. Manchmal kann der Wolf auch an der Krankheit Tollwut erkrankt sein, durch die er seine Scheu vor dem Menschen verliert.<eop>Es kann passieren, dass Wölfe sich Schafe oder Ziegen als Beute aussuchen. Zum Schutz vor Wölfen halten Hirten oft Schutzhunde. Diese Hunde wachsen mit den Schafen auf und bewachen sie vor Wölfen. Es gibt sogar Esel, die durch Schreie oder Beißen die angreifenden Wölfe wieder verscheuchen. <eop>Dass die Wölfe den Vollmond anheulen, stimmt nicht. Sie heulen aber, wenn sie einem anderen Rudel sagen wollen, dass es nicht näherkommen soll. Manchmal rufen sie sich mit dem Heulen gegenseitig. <eop>"}, {"title": "Würfel", "id": 977, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Würfel", "text": "Ein Würfel oder Kubus ist eine geometrische Figur. Er ist wie ein Quadrat, aber im Raum, also dreidimensional. Man kennt Würfel zum Beispiel als Spiel-Würfel mit Punkten auf den Oberflächen. Die Punkte auf zwei sich gegenüberliegenden Seiten ergeben zusammengerechnet immer die Zahl 7.<eop>Jeder Würfel hat sechs Flächen, die aus gleich großen Quadraten bestehen. Daher besitzt ein Würfel acht Ecken und zwölf gleich lange Kanten. Die Kanten des Würfels bilden zueinander rechte Winkel. Ein Würfel ist also ein spezieller Quader, da alle Kanten gleich lang sind.<eop>Viele Spiele haben Würfel. Wenn ein Würfel geworfen wird, fällt er auf eine zufällige Seite. Oben sieht man eine bestimmte Anzahl von Punkten. Bei einem einfachen Würfelspiel gewinnt derjenige Spieler, der am meisten Punkte hat. Man kann also mit Würfeln den Zufall ins Spiel bringen. Man kann aber auch mogeln: Man verändert den eigenen Würfel so, dass die Seite mit der 1 schwerer ist. Dann liegt beim Würfeln eher die 6 oben.<eop>In der Natur gibt es keine genauen Würfel. Am nächsten kommt der Würfelform das Katzengold. Es wird auch Pyrit genannt. Dies sind Kristalle, die während sehr langer Zeit gewachsen sind. <eop>In der Geometrie kann man rund um den Würfel viele Berechnungen anstellen. Aus der Kantenlänge lässt sich seine Oberfläche berechnen. Oder sein Volumen, das heißt, wie viel Platz da eigentlich drin ist. Es gibt auch verschiedene Methoden, den Würfel auf ein Blatt zu zeichnen oder mit einem Computerprogramm darzustellen.<eop><eop>"}, {"title": "Wüste", "id": 978, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Wüste", "text": "Eine Wüste ist eine Landschaft, in der es keine oder fast keine Pflanzen gibt. Dafür gibt es zwei Hauptgründe. Der eine Hauptgrund ist fehlender Regen. Solche Wüsten gibt es außer in den Tropen nur in wenigen anderen Gebieten. Es sind Sand-, Kies-, Stein- oder Felswüsten. Es gibt sogar Salzwüsten, wenn ein Meer eingetrocknet ist und nur noch Salz übrigbleibt.<eop>Ab und zu findet man dort Sträucher, Gras und bestimmte Arten von Bäumen, die wenig Wasser brauchen. Die meisten Tiere in solchen Wüsten sind Insekten, es gibt aber auch Eidechsen, Schlangen und andere Reptilien. Säugetiere wie Kamele sind dort selten und sind meistens Haustiere.<eop>Der zweite Hauptgrund für Wüsten ist die Kälte. Solche Wüsten gibt es in der Arktis und in der Antarktis. Man nennt sie Kältewüsten, Eiswüsten oder Polarwüsten. Im Osten der Antarktis hat man schon minus 98 Grad Celsius gemessen. Der heißeste Ort der Welt liegt hingegen in der Wüste Dascht-e Lut im Iran in Asien. Dort hat man mal 70 Grad Celsius gemessen.<eop>Werden die Wüsten kleiner oder größer? thumb|In dieser Salzwüste in Bolivien gewinnen die Menschen Salz für den Verkauf. Die Polarwüsten werden kleiner. Wegen dem Klimawandel taut in der Nähe der Pole fortwährend Eis und Schnee ab. Die Polarwüsten verkleinern sich deshalb . Im Norden kommt dadurch der Erdboden zum Vorschein. Die Tundra, die südlich davon liegt, breitet sich deshalb gegen Norden aus.<eop>Die Wüsten in den heißen Gebieten werden immer größer. Dies hängt ebenfalls zum Teil mit dem Klimawandel zusammen. Viele Gebiete erhalten weniger Regen als früher. Dadurch können wichtige Pflanzen nicht mehr wachsen. <eop>Oft trägt aber auch der Mensch die Schuld daran. Er holzt Wälder ab, um Ackerland zu gewinnen. Oft schwemmt dann der Regen die Erde weg, bis nichts mehr wachsen kann. Manchmal führen die Menschen aber auch zu viel Vieh in die Steppe, bis keine Pflanzen mehr nachwachsen können. Oft trägt dann der Wind weiteren Sand in diese Gebiete. Diese Dünen können auch Ortschaften und Städte bedrohen oder sogar zuschütten, wenn der Mensch den Sand nicht wegbaggert.<eop>Wenn ein fruchtbares Gebiet zur Steppe wird, nennt man diesen Vorgang „Versteppung“. Wenn aus der Steppe Wüste wird, nennt man diesen Vorgang „Verwüstung“ oder „Wüstenbildung“. Jedes Jahr verschwindet auf der Welt etwa so viel Ackerboden, wie es in Deutschland gibt.<eop><eop> "}, {"title": "Xylophon", "id": 979, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Xylophon", "text": "Das Xylophon, gesprochen Ksülo-Fohn, ist ein Musikinstrument. Es besteht aus Stäben aus Holz, auf die man mit Schlägeln schlägt. Dadurch entsteht der Ton. Die Stäbe sind unterschiedlich lang und machen deshalb unterschiedliche Töne.<eop>Das Wort Xylophon kommt von den griechischen Wörtern für „Holz“ und „Klang“. In Deutschland nannte man sie früher auch Strohfiedel oder Hölzernes Gelächter. Xylofon nennt man oft auch andere Instrumente, obwohl deren Stäbe aus Metall sind wie beim Glockenspiel und beim Metallophon.<eop>Xylophone haben eine lange Geschichte. In einem modernen Orchester wurden sie aber zuerst im Jahr 1874 verwendet. Beliebt sind sie vor allem in der Musik in Asien und Afrika.<eop>"}, {"title": "Youtube", "id": 980, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Youtube", "text": "YouTube ist eine bekannte Internetseite mit vielen Millionen Videos. Die meisten dieser Filme sind in Englisch, viele aber auch in Deutsch und anderen Sprachen. Anders als im Fernsehen kann bei YouTube jeder seinen Film veröffentlichen.<eop>Viele Filme sind eher kurz. Man findet aber auch lange, zum Beispiel Schminktipps oder Hilfe bei Rechen-Aufgaben. Das Wort YouTube setzt sich aus zwei Teilen zusammen: „You“ heißt „dein“ und „Tube“ bedeutet „Röhre“, denn hinter der Oberfläche eines Bildschirms befand sich früher eine Bildröhre. Gemeint ist, dass man sich sein eigenes Fernsehen macht.<eop>YouTube wurde im Jahr 2005 von drei jungen amerikanischen Programmierern gegründet, Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karim. Einige Jahre später war YouTube so beliebt, dass die große Firma Google YouTube kaufte. Dadurch wurden die drei Männer sehr reich.<eop>Wer Videos hochladen will, muss sich anmelden. Dann erhält man ein Benutzerkonto, das hier „Kanal“ heißt. Andere Leute können dann zum Beispiel ein Video bewerten und mit einem Zeichen angeben, ob sie es gut oder schlecht finden. Man kann seine Meinung aber auch hinschreiben. <eop>Ab und zu sieht man Werbung vor oder während des Films. Es gibt einige berühmte „YouTuber“: Diese Filmemacher haben so viele Abonnenten, dass sie mit ihrem Kanal viel Geld verdienen. Auf jeden Fall verdient Google mit der Werbung auf YouTube. <eop>"}, {"title": "Zahn", "id": 981, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zahn", "text": "Die Zähne sind harte und helle Teile im Mund der Menschen und vieler Tiere, zusammen bilden sie das Gebiss. Beim Menschen gibt es nichts Härteres im Körper als die Zähne. Sie sind vor allem dazu da, Nahrung zu zerkleinern. <eop>Ein Mensch hat drei verschiedene Arten von Zähnen: vorne die flachen Schneidezähne, rechts und links davon die spitzen Eckzähne und hinten die breiten Backenzähne. Wenn es notwendig ist, zerteilen wir mit den vorderen Zähnen die Nahrung und beißen uns ein Stück ab. Die hinteren Zähne mahlen sie dann richtig klein. Erst so können wir unser Essen schlucken, auch wenn es anfangs manchmal etwas größer und härter ist.<eop>Menschen bekommen zweimal im Leben Zähne. Bei den ganz kleinen Kindern füllen zwanzig Milchzähne den Mund. Bis sie alle da sind, kann es ein paar Jahre dauern. Ab dem Alter von ungefähr fünf Jahren fällt einer nach dem anderen wieder aus. Hinter den ausgefallenen Milchzähnen warten schon die bleibenden Zähne und rutschen nach. <eop>Es gibt 32 Stück davon, und sie alle haben viel längere Wurzeln als die Milchzähne. Sie sollen ja das ganze Leben über halten. Wenn ein bleibender Zahn ausfällt, entsteht eine Zahnlücke. Der Zahnarzt kann in die Lücke einen künstlichen Zahn einbauen. Der ist aber nie so fest und schön wie der natürliche Zahn.<eop> Wie entsteht Karies? Jeder Zahn besteht aus der Wurzel und der Krone. Die Wurzel sitzt tief und fest im Kiefer-Knochen, die Zahnkrone dagegen schaut aus dem Zahnfleisch hinaus und hat einen sehr harten Überzug aus Schmelz. Er ist härter als Knochen. Wenn dieser Schmelz Löcher bekommt, verfärbt sich der Zahn an der Stelle braun. Das wird „Karies“ genannt. Das Wort Karies kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Fäulnis. <eop>Karies ist die häufigste Krankheit des Menschen. Sie entsteht durch Bakterien im Mund, die den Zucker in Säuren verwandeln, also sauer machen. Säure kann den Zahnschmelz angreifen. Deshalb sollte man seine Zähne regelmäßig mit Zahnbürste und Zahnpasta putzen.<eop> Haben alle Tiere Zähne wie die Menschen? Viele Wirbeltiere haben Zähne, nämlich Säugetiere, viele Fischarten und die meisten Reptilien wie Krokodile. Bei den Amphibien, zum Beispiel Frösche, sind Zähne selten. Vögel haben keine Zähne, aber oftmals kleine Zacken im Schnabel. Zähne sind oft nicht nur zum Fressen da, sondern auch, um sich gegen andere Tiere zu verteidigen.<eop>Die meisten Säugetiere haben wie die Menschen erst Milchzähne und dann bleibende Zähne. Die Nagezähne der Nagetiere oder die Stoßzähne der Elefanten wachsen sogar ein Leben lang nach. Der Narwal hat einen besonderen Zahn: Er wächst vorne aus dem Kopf heraus und sieht wie eine lange Stange oder eine Lanze aus.<eop>Haie haben viel mehr Zähne als Menschen und viele andere Tierarten. Wenn sie kräftig zubeißen, fallen oft viele Zähne aus. Sie wachsen rasch wieder nach. Ein Hai kann in seinem Leben 30.000 neue Zähne bekommen.<eop>"}, {"title": "Zauberei", "id": 982, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zauberei", "text": "Zauberei ist eine Kunst, um Leute zu unterhalten. Mit der Zauberkunst ist nicht gemeint, dass die Zauberer wirklich zaubern können, also das tun, was man zum Beispiel Hexen nachsagt. Statt Zauberei sagt man auch Illusionskunst: Man verblüfft die Zuschauer durch Illusionen. Eine Illusion ist etwas, das nur so aussieht, als wäre etwas wirklich so. <eop>Der Zauberer gaukelt einem also vor, er könne etwas Unmögliches tun. In Wirklichkeit ist es aber ein Trick. Manche Zuschauer finden es toll, dass sie staunen können. Andere Zuschauer raten gern, mit welchen Tricks der Künstler arbeitet.<eop>Schon seit Jahrhunderten gab es Menschen, die den Leuten etwas vorgemacht haben. Manche behaupteten, dass sie tatsächlich etwas können, das der Natur widerspricht: Dinge verschwinden lassen, fliegen, die Zukunft vorhersehen. Damit wollten sie zeigen, dass ein Gott oder ein Dämon ihnen hilft und sie große Macht haben. So konnte man die Leute beeindrucken. Andere Leute konnten angeblich mit den Toten sprechen. Diese Betrüger machten das, um von den gutgläubigen Menschen bezahlt zu werden. <eop>Das nannte man Magie. Wenn die Magie den Leuten Schaden zufügen sollten, nannte man es Schwarze Magie oder auch Schadenszauber. Manche Leute wurden als Hexen beschuldigt und sogar verurteilt und hingerichtet. Heute ist Magie meistens nur ein anderes Wort für Zauberkunst, und die Zauberkünstler nennen sich gern Magier, sprich mah-gi-er.<eop>Die sogenannten Zauberkünstler von heute wollen die Menschen nur unterhalten: eine Show zeigen, die erstaunt und die man sich gerne anguckt. Man nennt das auch Gauklerei. Seit etwa den Jahren nach 1800 gab es Zauberer, die das auf großen Bühnen taten und in vielen Ländern bekannt waren. Der berühmteste Zauberer aller Zeiten war wohl Harry Houdini. Er konnte sich besonders gut aus Ketten und Kisten befreien, auch unter Wasser.<eop> Was zeigen Zauberer? Es gibt viele Arten der Zauberkunst. Manchmal zeigt der Künstler seine Show nur einigen wenigen Menschen, die vor ihm stehen oder mit ihm an einem Tisch sitzen. Man nennt das Tischzauberei oder „close-up“: Das ist Englisch für dicht-in-der-Nähe. Auf der Straße, vor zufälligen Zuschauern, ist das die Straßenzaubererei. Das Schwierige für den Künstler ist es, dass die Zuschauer gut von Nahem seine Hände sehen können.<eop>Die Bühnenmagie findet auf großen Bühnen oder im Zirkus statt. Der Zauberer hat oft größere Gegenstände und auch Helfer, und bei der Show hört man Musik. Die Bühne wurde schön gemacht wie bei einem Konzert oder Theaterstück. Einige Künstler tanzen oder machen Akrobatik.<eop>Man kann auch danach fragen, was der Künstler eigentlich macht. Viele arbeiten gern mit kleinen Dingen wie Spielkarten und Münzen. Sie lassen etwas verschwinden und holen es überraschend wieder hervor. Das eignet sich sehr gut für Tischzauberei.<eop>Andere Künstler verschwinden selbst, oder sie verändern rasch ihr Aussehen. Oder sie machen etwas mit sich oder anderen Menschen, das gar nicht stimmen kann. Ein Entfesselungskünstler wie Houdini zum Beispiel lässt sich mit Ketten und Schlössern festbinden, um sich dann unter einem Tuch oder in einer Kiste rasch davon zu befreien. Manche Zauberer wechseln blitzschnell die Kleidung. David Copperfield schwebte angeblich über die Bühne, und Siegfried und Roy ließen sich und ihre Tiger verschwinden und wieder erscheinen.<eop>Die Mentalmagier oder Mentalisten tun so, als ob sie die Gedanken der Zuschauer erraten können. Einige von ihnen erklären es so, dass sie sehr gut auf kleine Gesten achten können und darauf, wie jemand das Gesicht verzieht. Daraus könnten sie vieles ablesen. Gedächtniskünstler haben anscheinend etwas auswendig gelernt, wie alle Seiten in einem Buch. Das hört sich oft so an, als wenn das wirklich ohne Zauberei möglich wäre. In Wirklichkeit arbeiten aber auch Mentalisten und Gedächtniskünstler mit Tricks.<eop> Weiß man, wie die Kunststücke wirklich gemacht werden? Die meisten Zuschauer wissen: Niemand kann wirklich zaubern, also etwas tun, das den Naturgesetzen widerspricht. Ein Gegenstand kann nicht einfach so verschwinden. Also haben sich die Zauberer Tricks ausgedacht, Kniffe und Kunststücke, um es doch nach Zauberei aussehen zu lassen.<eop>Zauberer haben normalerweise unter sich vereinbart: Gute Zauberer verraten ihre Tricks nicht. Die Zuschauer sollen ja verblüfft werden und nicht erfahren, wie es wirklich funktioniert hat. Allerdings gibt es Zauberer, die trotzdem auf der Bühne erklären, wie es gemacht wurde, weil manche Zuschauer das interessant finden.<eop>Andere Zauberkünstler schreiben Bücher über das Zaubern oder verkaufen Gegenstände, mit denen man zaubert. Oder sie arbeiten als Zauberlehrer und bringen anderen das Zaubern bei. Schließlich müssen Anfänger irgendwo lernen können, wie man Zauberer wird.<eop>Wenn ein Zauberer einen wirklich guten Trick erfunden hat, dann behält er ihn aber meistens für sich. Er will damit auftreten und ein besonders interessanter, neuartiger Zauberer sein. Außerdem kann er damit auch andere Zauberer beeindrucken und einen Zaubererpreis gewinnen.<eop> Wie funktionieren die Tricks? Die meisten Kunststücke kann man nur vollführen, wenn man sehr geschickt mit den Fingern ist. So kann ein Zauberer so tun, als wenn seine Hand leer ist. Dann dreht er kurz seine Hand um und hat danach plötzlich eine Münze in der Hand. <eop>In Wahrheit war die Münze bereits vorher in der Hand, er hat sie aber so gehalten, dass man sie nicht sehen konnte. Zum Beispiel hat er die Innenfläche der Hand gezeigt und die Münze zwischen zwei Fingern so eingeklemmt, dass man sie nur von der Rückseite aus hätte sehen können. <eop>Es geht also darum, dass man etwas gut verbergen kann. Das kann auch der ganze Körper eines Zauberers oder seines Helfers sein. Wenn ein Zauberer seinen Helfer in einen Schrank gehen lässt, macht er die Tür zu und dann wieder auf: Der Helfer ist nicht mehr zu sehen. Das funktioniert, weil es im Schrank heimlich noch einen Ort gibt, in den der Helfer sich hineinzwängt, so dass man ihn nicht mehr sehen kann.<eop>Ein bekanntes Beispiel dafür, wie Mentalisten arbeiten: Der Mentalist steht auf der Bühne und hat die Augen verbunden. Sein Helfer geht zu einem Zuschauer und fragt den Mentalisten nach der Kleidung des Zuschauers. Der Mentalist weiß plötzlich, dass der Zuschauer zum Beispiel ein Hemd mit einer bestimmten Farbe trägt.<eop>Der Trick: Der Helfer spricht die ganze Zeit zum Mentalisten. Dabei verwendet er bestimmte Wörter und Sätze, die er mit dem Mentalisten abgesprochen hat. Wenn der Helfer etwa sagt: „Welche Farbe hat das Hemd“, dann ist die Farbe Weiß, wenn er sagt: „Kannst du mir die Farbe des Hemdes sagen?“, dann ist sie Blau.<eop>Viele Zauberer und auch Zuschauer kennen im Grunde diese Tricks. Sie sollen gut gemacht werden, und dafür müssen die Künstler sehr viel können und sehr lange geübt haben. Besonders gut wird eine Zauber-Show aber erst, wenn der Künstler seine Tricks in eine spannende Geschichte einbauen kann. Andere Künstler sind sehr witzig. Eine Show kann auch besonders sein, wenn der Künstler mit Gegenständen zaubert, die man sonst nicht aus der Zauberei kennt. Zum Beispiel lässt der Künstler nicht Münzen verschwinden, sondern Bleistifte oder Smartphones.<eop> Arbeiten Zauberer auch zusammen? Die allermeisten Zauberer stehen alleine auf der Bühne oder sonst vor Zuschauern. Sie werden meist nicht sehr gut bezahlt: Daher könnten sie es sich nicht leisten, das Geld mit einem Mitmacher oder Helfer zu teilen. Dennoch arbeiten manche Zauberer zu zweit. Der Helfer ist manchmal die Ehefrau des Zauberers. Die meisten Zauberer sind Männer, es gibt aber auch einige bekannte Frauen, die zaubern.<eop>Es ist nicht einfach, vom Zaubern zu leben. Die meisten Zauberer müssen viel herumreisen, zu den Orten, wo ein Theater oder ein anderes Haus mit Bühne steht. Man hat auch nicht jeden Tag einen Zauberauftrag. Manchmal ist das Publikum besonders schwierig: Einige Zuschauer benehmen sich schlecht und rufen laut während der Show, wie der Trick funktioniert.<eop>Einige Künstler sind deshalb Mitglied in Vereinen von Zauberern. Dort treffen sie Menschen, die dasselbe tun. Sie haben ähnliche Probleme und können dort darüber reden. Wie auch bei anderen Berufen helfen die Künstler einander. Die Vereine machen Werbung für das Zaubern und vergeben Preise an gute Künstler. In Deutschland ist der Magische Zirkel so ein Verein.<eop> Was darf ein Zauberer nicht machen? Wer sich Zauberer nennt, geht davon aus: Die allermeisten Menschen wissen, dass Zauberer nicht wirklich zaubern können. Zauberer sind sich höchstens nicht einig, ob man das noch extra sagen muss.<eop>Manche Leute zaubern aber, um Menschen zu betrügen. Sie behaupten zum Beispiel, dass sie mit Verstorbenen reden könnten. Auf diese Weise missbrauchen sie die Gefühle ihrer Opfer, die noch immer sehr traurig sind, weil ein lieber Verwandter gestorben ist. Von ihren Opfern lassen diese Betrüger sich viel Geld geben.<eop>Andere Betrüger tun gar nicht so, als wenn sie Zauberkräfte hätten. Trickbetrüger überlisten Menschen im Alltag, um an deren Geld zu kommen. Solche „Bauernfänger“ betrügen zum Beispiel beim Kartenspiel.<eop>Aber auch Zauberer auf der Bühne müssen sich an Regeln halten. Sie dürfen sich selbst und die Zuschauer nicht wirklich in Gefahr bringen. Manche Zauberer tun zum Beispiel so, als ob sie scharfe Dinge wie Rasierklingen verschlucken würden. Dann ziehen sie die Rasierklingen an einer Schnur wieder aus dem Bauch oder dem Rachen. Das muss unbedingt ein Trick sein: Es wäre viel zu gefährlich, das tatsächlich zu machen.<eop> "}, {"title": "Zebras", "id": 983, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zebras", "text": "Zebras sind Säugetiere, die im Süden von Afrika leben. Heute gibt es noch drei Zebra-Arten: das Steppenzebra, das Grévyzebra und das Bergzebra. Obwohl sie sich ähnlich sind, stammen sie wahrscheinlich nicht von denselben Vorfahren ab. Verwandt sind sie mit verschiedenen Formen des Wildesels. Menschen haben versucht, Zebras zu zähmen und zum Beispiel zum Reiten zu nutzen. Aber alle Versuche sind gescheitert. Zebras erleben große Angst, wenn sie eine Gefahr spüren.<eop>Zebras sind bekannt für ihre Streifen. Ihre Haut ist schwarz, aber auf dem Fell befinden sich schwarze und weiße Steifen. Sie verlaufen von oben nach unten. Beim Steppenzebra laufen sie auch über den Bauch. Nach dem Muster sind auch die Zebrastreifen benannt, auf denen wir die Straße überqueren.<eop>Forscher sind sich nicht einig, warum genau Zebras die Streifen haben. Vielleicht tarnen sie sich damit. Aber da die Gräser in der Savanne nicht schwarz-weiß sind, ist das nicht wahrscheinlich. Andere Forscher glauben, dass die Zebras dank der Streifen einander erkennen können. Kein Streifenmuster ist nämlich genau gleich wie ein anderes.<eop>Wie leben Zebras? Zebras sind reine Pflanzenfresser. Sie mögen vor allem Gras. Deshalb leben sie auch meist in Steppen oder in Wäldern, in denen die Bäume nicht zu dicht stehen. Ohne Wasser halten sie es nicht lange aus und ziehen dann jeweils schnell weiter.<eop>Zebras leben gern in Gruppen. Sie pflegen sich gegenseitig das Fell, indem sie sich gegenseitig mit ihren Zähnen darin herumknabbern. Auf ihrem Rücken sitzen oft Vögel mit dem Namen „Madenhacker“. Der Name sagt schon, was sie tun: Sie hacken Maden aus dem Fell der Zebras. Das mögen die Zebras und wehren sich nicht gegen diese Vögel. <eop>In der Gruppe gibt es normalerweise ein Männchen und dazu mehrere Weibchen mit Jungen. Die Tragzeit dauert etwa ein Jahr. Das Jungtier kann schon etwa eine Stunde nach der Geburt aufstehen. Es trinkt dann Milch bei seiner Mutter. Weibchen sind nach etwa drei Jahren geschlechtsreif, Männchen nach vier bis fünf Jahren. Sie können dann also selber Jungtiere haben. Die jungen Männchen bilden eigene Gruppen, bis es einem gelingt, den Hengst aus einer anderen Gruppe zu vertreiben.<eop> Zebras können über lange Zeit etwa 30 bis 40 Kilometer pro Stunde schnell laufen. Bei großer Gefahr können sie aber für kurze Zeit mehr als 60 Kilometer pro Stunde schnell laufen. Zebras wehren sich ansonsten mutig gegen ihre Feinde, die sie mit ihren Hufen treten. Deshalb ist sogar ihr Hauptfeind vorsichtig, der Löwe. Überhaupt sind die Großkatzen die wichtigsten Feinde der Zebras. Auch der Mensch mit seinen Gewehren ist ein wichtiger Feind. Insgesamt gibt es aber immer etwa gleich viele Zebras. Sie sind also nicht gefährdet.<eop> "}, {"title": "Zecken", "id": 984, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zecken", "text": " Zecken sind kleine Tiere. Sie bilden eine Ordnung im Tierreich, die zur Klasse der Spinnentiere gehört. Zecken ernähren sich vom Blut anderer Tiere und dem von Menschen. Solche Tiere, die von anderen Tieren leben, ohne sie zu fressen, nennt man Parasiten. Die Zecken, die in manchen Teilen unserer Länder vorkommen, können Krankheiten übertragen. <eop>Eine Zecke hat acht Beine und einen ovalen Körper. Mit ihrem ersten Beinpaar hält sie sich an den Tieren fest, deren Blut sie saugen möchte. Dazu hat sie außerdem ein Saugorgan an ihrem Kopf. Während sie saugt, füllt sich ihr Körper mit dem Blut und sie wird immer größer.<eop>Zeckenweibchen legen Eier. Daraus entwickeln sich Larven und dann Nymphen, das ist eine Zwischenstufe zum den erwachsenen Tieren. Um von einer Stufe zur anderen zu kommen, brauchen die Zecken jedes mal eine Mahlzeit aus Blut.<eop>Welche Krankheiten übertragen Zecken? Wenn sie saugt, gibt die Zecke auch so etwas wie Spucke in die Wunde ab. Dadurch können Krankheiten übertragen werden. Zwei ernste Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können, heißen FSME, das ist eine Art von Hirnhautentzündung, und Borreliose. <eop>Besonders die Zecken im Süden Deutschlands können FSME übertragen. Um sich vor der Ansteckung zu schützen, kann man sich gegen FSME impfen lassen. Wenn man in einem Gebiet lebt, in dem die Zecken diese Krankheiten übertragen können, ist es eine gute Idee, mit dem Arzt über eine Impfung zu sprechen. <eop>Gegen Borreliose kann man sich nicht impfen lassen. Wenn man aber eine Zecke hatte und sie entfernt wurde, sollte man die Einstichstelle einige Tage lang beobachten. Bildet sich ein roter Fleck darum, sollte man sofort zum Arzt gehen, weil es dann sein könnte, dass man sich mit Borreliose angesteckt hat.<eop>"}, {"title": "Zeh", "id": 985, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zeh", "text": " Ein Zeh ist ein Teil des Fußes. Menschen und Menschenaffen haben an jedem Fuß fünf Zehen. Der große Zeh befindet sich innen am Fuß, der kleine Zeh außen. Wenn man nur die Einzahl meint, kann man „ein Zeh“ oder auch „eine Zehe“ sagen, beides ist richtig. <eop>Bei den Menschen entspricht der Fuß einer Hand. Ein Zeh entspricht einem Finger. So besitzt auch jeder der fünf Zehen einen Nagel. <eop>Ein Zeh besteht aus mehreren Gliedern. Der große Zeh besitzt zwei Glieder, alle übrigen Zehen haben drei. Den großen Zeh brauchen wir am meisten: Um das Gleichgewicht zu halten und um uns beim Gehen abzustoßen. <eop>Der große Unterschied dabei: Den Daumen können wir abspreizen und zusammen mit einem anderen Finger eine Klammer bilden. Mit dem großen Zeh können wir das nicht. Er steht in einer Reihe mit den übrigen Zehen. So ist es auch bei den Menschenaffen.<eop>Wie sind die Zehen bei den Tieren? Nur die Affen haben Arme, Hände und Finger wie die Menschen. Die übrigen Säugetiere haben Hinter- und Vorderbeine. Außer bei den Affen sind sich die Hinter- und Vorderbeine sehr ähnlich, ebenso die Zehen.<eop>Für die Verwandtschaft der Tiere sind die Füße und Zehen ein wichtiges Merkmal. Alle Pferde gehen nur auf dem mittleren der fünf Zehen. Die anderen vier Zehen gibt es fast nicht mehr. Aus dem mittleren Zeh hat sich ein Huf gebildet. Darauf nagelt der Schmied das Hufeisen. <eop>Viele Tiere gehen auf zwei Zehen. Man nennt sie deshalb „Paarhufer“. Dazu gehören die Hirsche, die Rinder, die Ziegen, die Schafe, die Schweine, die Kamele, die Giraffen, die Antilopen und viele andere.<eop>Die Nashörner gehen auf drei Zehen. Katzen haben vorne fünf und hinten vier Zehen wie der Haushund, der Wolf und ihre Verwandten. Die Vögel haben zwei bis vier Zehen. Ein Teil davon ist oft mit einer Schwimmhaut verbunden. <eop> "}, {"title": "Zehn Gebote", "id": 986, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zehn Gebote", "text": "Für Juden und Christen sind die Zehn Gebote die Grundlage ihres Glaubens. Die ersten drei Gebote regeln das Verhältnis der Menschen zu Gott. Die sieben restlichen Gebote ordnen die Beziehungen der Menschen untereinander.<eop>Die Zehn Gebote stehen in der Bibel, im Alten Testament. Sie bilden den Kern von vielen Gesetzen, den die Juden einhalten sollten. Die Bibel erzählt, dass Mose zwei Tafeln aus Stein von Gott erhalten hat. Darauf soll Gott selber die Zehn Gebote eingemeißelt haben.<eop>Wie lauten die Zehn Gebote? Das Alte Testament ist auf Hebräisch geschrieben. Man muss also erst mal alles übersetzen. Die Zehn Gebote sind auch nicht in einer Aufzählung aufgeschrieben, sondern in Sätzen, die ohne Nummern aneinandergereiht sind und eine Art kurze Geschichte bilden.<eop>Viele Theologen haben sich mit dem Thema befasst und haben die Zehn Gebote herausgearbeitet. Hier stehen sie so, wie sie die Evangelische Kirche in Deutschland aufgeschrieben hat. In der Katholischen Kirche klingen sie fast gleich:<eop>:1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. :2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen. :3. Du sollst den Feiertag heiligen. :4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. :5. Du sollst nicht töten. :6. Du sollst nicht ehebrechen. :7. Du sollst nicht stehlen. :8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. :9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. :10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat.<eop> Wann empfing Mose die Zehn Gebote? Im Alten Testament gelten die Juden als das Lieblingsvolk Gottes. Die Juden mussten nach Ägypten fliehen und Mose führte sie von dort wieder weg. Diese Geschichte steht im zweiten Buch der Bibel mit dem Namen „Exodus“. Das bedeutet „Auszug“. <eop>Unterwegs ging Mose auf den Berg Sinai, den heute noch so heißt. Dort oben erschien ihm Gott im Gebet und gab ihm zwei Tafeln aus steinerne Tafeln. Darauf waren die Zehn Gebote eingemeißelt, wie wir es heute von Grabsteinen her kennen.<eop>Mose brachte dann die beiden Tafeln hinunter zu seinem Volk, um die Gebote vorzulesen. Das Volk hatte aber inzwischen ein Kalb aus Gold hergestellt und tanzte darum herum. Die Leute riefen: „Dies ist der Gott, der uns aus Ägypten geführt hat!“. Da wurde Mose wütend und zerschmetterte die beiden steinernen Gesetzestafeln.<eop>Im Gebet hörte dann Mose wieder Gottes Stimme die sagte, er solle selber zwei neue Steintafeln auf den Berg mitbringen. Gott sprach Mose die Zehn Gebote nochmals vor, und Mose meißelte sie diesmal selber auf die Steinplatten. Diese brachte er nochmals seinem Volk. Die Spur dieser Steinplatten verliert sich dann allerdings.<eop>Wer braucht heute noch die Zehn Gebote? Für die Juden gelten die Zehn Gebote heute noch. Sie sind der Kern von vielen Gesetzen, denn Gott hat sie als einzige selber aufgeschrieben. Die meisten Gesetze sind im fünften Buch der Bibel nochmals aufgeschrieben, auch die Zehn Gebote. Dabei gibt es kleine Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Aufzählung. Weil die Juden den hebräischen Text anders in Sätze aufgeteilt haben als die Christen, haben sie auch die Zehn Gebote etwas anders nummeriert.<eop>Für die Christen gelten die Zehn Gebote ebenfalls noch. Jesus hat nie alle am Stück erwähnt, aber immer wieder einzelne davon. Manchmal hat er sie sogar verschärft und zum Beispiel gesagt, dass man nicht nur eine Ehe nicht brechen soll, sondern man soll nicht einmal daran denken. Anders als im alten Judentum kommt jedoch nicht der in den Himmel, der alle Zehn Gebote einhält, sondern der, der an Gottes Vergebung glaubt.<eop>In der anglikanischen Kirche gibt es das Bilderverbot: „Du sollst dir kein Bildnis machen“. Es ist dort das zweite Gebot. Da dann aber die Zählung nicht mehr stimmt, werden das neunte und das zehnte Gebot zu einem Gebot zusammengefasst.<eop>Im Islam gibt es die Aufzählung der Zehn Gebote nicht. Der Koran erwähnt aber immer wieder einzelne der Zehn Gebote. Sie klingen ganz ähnlich wie im Alten Testament.<eop><eop>"}, {"title": "Zeit", "id": 987, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zeit", "text": "Zeit kann man nicht sehen, aber man merkt, wie sie vergeht. Wenn wir einen Apfel vom Baum fallen sehen, vergeht Zeit. Wenn wir auf etwas warten, vergeht Zeit. Wenn wir ein altes Foto von uns betrachten, sehen wir, dass wir größer und älter geworden sind. Auch das macht die Zeit. Manchmal kommt es einem so vor, als ob die Zeit unterschiedlich schnell vergeht: Wenn man auf etwas warten muss, vergeht sie scheinbar langsamer, als wenn man gerade etwas Schönes erlebt.<eop>Schon immer haben Menschen versucht, die Zeit einzuteilen und zu messen. Die einfachste Einteilung ist die in Tag und Nacht. Sie entsteht dadurch, dass sich die Erde um sich selbst dreht und die Sonne immer nur auf eine Seite scheint. Auch das Jahr hat mit der Sonne zu tun: Ein Jahr braucht die Erde, um einmal um die Sonne zu wandern.<eop>Die Unterteilung der Zeit in Wochen und Monate entstand aus der Beobachtung des Mondes und seiner wechselnden Form: Ein Monat ist etwa die Zeit von einem Vollmond zum nächsten. Vollmond, abnehmender Mond, Neumond und zunehmender Mond dauern jeweils etwa eine Woche. Diese Einteilung wurde schon vor über fünftausend Jahren von Babyloniern und Ägyptern benutzt. Und in der Bibel heißt es, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen und sich am siebten Tage ausgeruht habe. Tage, Wochen, Monate und Jahre „misst“ man mit einem Kalender.<eop>Schon im Alten Ägypten begann man damit, auch den einzelnen Tag in 24 Stunden zu unterteilen. Allerdings begannen Ägypter und Griechen erst bei Sonnenaufgang damit, die Stunden zu zählen, während wir heute um Mitternacht anfangen. Seit man mechanische Uhren kennt, kann man die Zeit noch genauer messen.<eop>"}, {"title": "Zeitrechnung", "id": 988, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zeitrechnung", "text": "Die Zeitrechnung hilft den Menschen dabei, den Ablauf der Zeit besser zu verstehen. Die Menschen haben die Zeit aber früher anders aufgeschrieben als heute. Wer sich für die Geschichte alter Völker interessiert, muss also manchmal eine andere Zeitrechnung lernen.<eop>Zeitrechnung bedeutet, das Jahr einzuteilen. Außerdem werden die Jahre hintereinander gezählt, damit man weiß, wie lange ein Ereignis zurückliegt. Wir sagen heutzutage zum Beispiel, dass die Berliner Mauer im Jahr 1989 gefallen ist. Es muss also einen Nullpunkt geben, einen Ausgangspunkt, von dem man die Jahre bis 1989 zählt.<eop> Wie kann man das Jahr einteilen? Viele alte Völker hatten einen Kalender, der dem Mond folgte. Wenn der Mond einmal zugenommen und wieder abgenommen hatte, also von Neumond zu Neumond, war ein Monat vorüber. Zwölf Monate ergaben ein Jahr. Die Römer hatten ein Sonnenjahr: 365 Tage waren ein Jahr.<eop>Das Problem dabei: Ein Jahr ist die Zeit, die die Erde braucht, um einmal um die Sonne zu kreisen. Dafür sind aber nicht genau zwölf Mond-Monate oder 365 Tage nötig. Dazu mussten die Menschen Lösungen finden. Außerdem wollten sie das Jahr auch in kleinere Stücke einteilen, nicht nur in Monate, sondern auch in Wochen.<eop>Der römische Herrscher Julius Cäsar hat einen Sonnenkalender eingeführt, der mit einem Schaltjahr arbeitete. In jedem vierten Jahr, dem Schaltjahr, hat der Februar einen Tag mehr als sonst. Sonst wäre der Kalender zu kurz. Dieser Julianische Kalender funktionierte recht gut, das Jahr dauerte aber über elf Minuten länger als das wirkliche Sonnenjahr.<eop>In der frühen Neuzeit hatten sich bereits zehn Tage Unterschied angesammelt. Ein Papst hat deshalb im Jahr 1582 bestimmt: Auf den 4. Oktober jenes Jahres folgte sofort der 15. Oktober. Die zehn überzähligen Tage wurden also übersprungen. Außerdem sollte es alle 400 Jahre einen Schalttag weniger geben als vorher üblich. Dieser Gregorianische Kalender gilt heute noch. Dem Papst folgten aber zunächst nur die Menschen in katholischen Ländern, woanders zählte man noch lange Zeit nach dem alten Julianischen Kalender.<eop> Wonach zählt man die Jahre? Vor allem denkt man beim Wort Zeitrechnung daran, wie man die Jahre zählt. Lange Zeit machte man das mit der Zeit, seit der ein Herrscher regierte. So heißt es zum Beispiel in der Bibel, dass Esther verheiratet wurde im siebten Jahr der Regierung von Ahasverus.<eop>Auf diese Weise ist es aber schwierig, ein Ereignis einzuordnen, das sehr lange zurückliegt. Man muss dazu alle Herrscher kennen, die es seitdem gab, und wie lange sie regiert haben. Außerdem haben andere Länder andere Herrscher.<eop>Einige Religionen haben darum die Jahre seit einem wichtigen Ereignis gezählt. Bei den Juden hat jemand anhand der Bibel ausgerechnet, dass die Welt in einem bestimmten Jahr erschaffen wurde. Das Jahr 1989 ist demnach bei den Juden das Jahr 5750. Die Muslime zählen seit dem Jahr, als Mohammed in die Stadt Medina ausgezogen ist. Für sie ist das Jahr 1989 erst das Jahr 1410. <eop>Die Römer hatten eine Zeitrechnung, die mit der Gründung der Stadt Rom begann. Wirklich gerechnet haben sie damit aber kaum. Stattdessen zählten sie nach der Herrschaft ihrer Konsuln, den Regierungschefs. Die wurden jedes Jahr neu gewählt.<eop> Woher kommt unsere Zeitrechnung? Die Christen wollten die Zeit seit der Geburt von Jesus Christus zählen. Ein gelehrter Mönch im frühen Mittelalter, Dionysius Exiguus, hatte sich ebenfalls die Bibel vorgenommen. Das Jahr, von dem er annahm, dass Jesus damals geboren wurde, nannte er das Jahr Eins. Diese Zählweise verwendet man heute noch allgemein in Europa und anderen Teilen der Welt. Allerdings weiß man mittlerweile, dass Dionysius sich wohl geirrt hat und Jesus einige Jahre früher geboren wurde.<eop>Das Jahr 1989 ist demnach das Jahr 1989 „nach Christus“. Wenn etwas vorher stattgefunden hat, sagt man: „vor Christus“. Einige Menschen möchten nicht nach „christlicher“ Zeitrechnung die Jahre bezeichnen, darum sagen sie: „nach unserer Zeitrechnung“ und „vor unserer Zeitrechnung“. Gemeint ist aber dasselbe.<eop>Der römische Kaiser Augustus wurde am 23. September des Jahres 63 vor Christus geboren und starb am 19. August des Jahres 14 nach Christus. Rechnet man nach, so starb er anscheinend mit 76 Jahren. Tatsächlich wurde er nur 75 Jahre alt: In der Zeit von Dionysius kannte man in Europa noch keine Null. Daher kommt vor dem Jahr Eins sofort das erste Jahr vor Christus. Astronomen hingegen rechnen die Null hinzu. Bei ihnen ist vor dem Jahr Eins das Jahr Null und davor das Minus Eins, das sie „-1“ schreiben.<eop>"}, {"title": "Zeitung", "id": 989, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zeitung", "text": " Eine Zeitung ist eine Sammlung von Nachrichten und Berichten. Zeitungen erscheinen regelmäßig, meist einmal am Tag oder in der Woche. Eine Zeitung informiert ihre Leser über Neuigkeiten. Normalerweise meint man mit einer Zeitung Gedrucktes.<eop>Ursprünglich bedeutete das Wort Zeitung selbst Nachricht. Heute sammelt man in einer Zeitung verschiedene Nachrichten und Neuigkeiten in Artikeln. Ein Zeitungsartikel ist ein einzelner Beitrag, der in einer Zeitung erscheint. Eine Zeitung ist meist in verschiedene Abschnitte gegliedert, die man Rubriken nennt: Politik, Lokales, Wirtschaft, Medien oder Sport. So kann der Leser gezielt die Artikel zu einem bestimmten Thema aufschlagen.<eop>Journalisten nennt man die Menschen, die für Zeitungen oder andere Medien die Inhalte machen. Ein Reporter ist ein Journalist, der zu einem Ereignis oder Ort fährt, um darüber zu berichten. Zusammengestellt wird die Zeitung in der Redaktion.<eop>Viele Zeitungen können an einem Kiosk oder in einem Geschäft gekauft werden. Manche Zeitungen sind kostenlos erhältlich. Eine Zeitung ist oft auch als Abonnement erhältlich. Sie wird dann regelmäßig direkt mit der Post geliefert. Für alle gelieferten Zeitungen muss dann einmal im Monat oder im Jahr ein Gesamtpreis bezahlt werden. <eop>Heute gibt es auch Zeitungen im Internet. Diese werden Internet-Zeitungen oder Online-Zeitungen genannt. Vieles davon können die Leser kostenlos lesen. Darum wird es für Online-Zeitungen schwieriger, Geld zu verdienen.<eop>"}, {"title": "Zeitzone", "id": 990, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zeitzone", "text": "Die Erde ist in verschiedene Zeitzonen aufgeteilt. Innerhalb so eines Gebietes gilt die gleiche Uhrzeit und das gleiche Datum. Wenn man mit jemandem telefoniert, der in einer anderen Zeitzone wohnt, zum Beispiel in Japan, dann hat derjenige eine andere Zeit auf seiner Uhr stehen. <eop>Weil ein Tag 24 Stunden hat, gibt es auch 24 verschiedene Zeitzonen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt die Mitteleuropäische Zeit. Wer in den Urlaub nach Portugal fliegt, muss seine Uhr dort um eine Stunde zurückstellen, in der Türkei dagegen eine Stunde vor. <eop> Warum gibt es Zeitzonen? Unsere Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um ihre eigene Achse. Weil die Sonne immer nur eine Hälfte der Erdkugel bescheint, gibt es auf der Erde Tag und Nacht. Wenn bei uns in Europa heller Tag ist, ist auf der anderen Seite Nacht, zum Beispiel in Australien. Die Grenze zwischen Tag und Nacht ist an jedem Ort unterschiedlich, je nachdem wie weit westlich oder östlich er liegt.<eop>Bis ins 19. Jahrhundert haben die Menschen die Zeit nach dem Stand der Sonne bestimmt. Deshalb nennt man diese Zeit auch Sonnenzeit. Weil die Sonne aber in Berlin immer ein paar Minuten früher aufgeht als zum Beispiel in Köln, galt damals an jedem Ort eine etwas andere Zeit. Das hat aber früher niemanden gestört, weil die Menschen noch nicht so viel und so schnell gereist sind wie heute. <eop>Erst mit der Erfindung von Eisenbahn und Telefon wurde es wichtig, die genaue Zeit in anderen Städten zu wissen. Man wollte sich nicht immer alle Ortszeiten merken müssen. Darum hat man sich um das Jahr 1900 geeinigt, die Welt in Zeitzonen einzuteilen.<eop> Wie groß ist eine Zeitzone?  Die Zeitzonen richten sich nach den Längengraden. Das sind gedachte Linien, die vom Nordpol zum Südpol gehen. So wie ein Kreis sich in 360 Grad einteilen lässt, kann man auch den Globus in 360 Längengrade einteilen. Wenn man diese 360 Grad durch 24 Stunden teilt, entfallen auf jede Zeitzone 15 Grad. <eop>Eine Zeitzone ist also normalerweise 15 Grad „breit“. Anders gesagt: Alle 15 Grad fängt eine neue Zeitzone an. Allerdings haben die meisten Staaten für sich eine Zeit festgelegt, die von den Längengraden abweicht. Man wollte nicht, dass in Berlin eine andere Zeit als in Aachen herrscht. Sonst wäre es in Aachen eine Stunde früher.<eop>In vielen Ländern von Europa hat man die Mitteleuropäische Zeit. Diese Länder wollten nicht, dass man die Uhr umstellen muss, wenn man von Frankreich nach Italien oder von Deutschland nach Polen reist. Eigentlich müssten viele Länder aber eine andere Zeit haben. <eop>Selbst Portugal, ganz im Westen von Europa, hat mal die Mitteleuropäische Zeit ausprobiert: Es wollte dieselbe Zeit wie das Nachbarland Spanien haben. Aber da mussten die portugiesischen Kinder zur Schule, als es noch dunkel war. Darum hat Portugal wieder zur Westeuropäischen Zeit gewechselt, die man auch in Großbritannien und Irland kennt.<eop>Bei sehr großen Ländern lässt es sich nicht vermeiden, dass es mehrere Zeitzonen gibt. Sonst würden die geltende Zeit und der Stand der Sonne zu weit voneinander abweichen. In den USA gibt es sieben verschiedene Zeitzonen, in Russland sogar zehn.<eop> Was meint man mit Weltzeit? Die Menschen möchten gern ihre Zeitzonen miteinander vergleichen können. Wer in Wien wohnt und mit jemandem in Pakistan telefonieren will, dann sollte er wissen, wann es wie spät in Pakistan ist. Dann können beide sich verabreden und eine Uhrzeit finden, die für beide passt.<eop>Für den Vergleich gibt es die sogenannte Weltzeit. Das ist eine Art normale Zeit, auf die man sich als Maßstab geeinigt hat. Man geht danach, wie spät es auf dem Längengrad von Greenwich ist. Das liegt heute in London in Großbritannien. Außerdem hat man die Weltzeit so berechnet, dass die Rotation der Erde nichts ausmacht. Man kürzt die Weltzeit oft mit UTC ab.<eop>Wien liegt in der Mitteleuropäischen Zeitzone. Dort gilt: UTC+1. Wenn die Weltzeit also gerade 15 Uhr am Nachmittag beträgt, dann ist es in Wien 16 Uhr. Die Zeitzone von Pakistan hingegen ist UTC+5. Zu den 15 Uhr Weltzeit muss man also fünf Stunden hinzuzählen: In Pakistan ist es zur gleichen Zeit 20 Uhr am Abend.<eop>Wenn die beiden noch einen Freund in Japan hinzunehmen wollen, dann wird der wohl sagen: Das ist mir viel zu spät. Denn in Japan hat man als Zeit UTC+9. Dort ist es also schon Mitternacht.<eop>Viele Menschen vertun sich, wenn sie mal eben im Kopf überlegen, welche Zeit die richtige ist. Man muss außerdem noch an die Sommerzeit denken. In Mitteleuropa gilt im Sommer daher: UTC+2. Im Internet gibt es Seiten, auf denen man die Weltzeit schnell und einfach umrechnen lassen kann. Das machen auch schon viele digitale Terminkalender.<eop> Was ist die Datumsgrenze? Von einer Zeitzone zur nächsten verschiebt sich die Uhrzeit immer um eine Stunde. Ist es in einer Zeitzone kurz vor Mitternacht, zum Beispiel 23:38 Uhr, dann ist es in der nächsten Zeitzone schon 0:38 Uhr. Das ist dann aber schon am nächsten Tag, also auch an einem anderen Datum. Es gibt also immer zwei Bereiche auf der Erde mit einem verschiedenen Datum.<eop>Um die Erde in zwei Datumsbereiche aufzuteilen, braucht man aber zwei Grenzen: Eine Grenze ist dort, wo gerade um Mitternacht die Zeitzone wechselt. Sie ist also immer woanders und bewegt sich mit der Drehung der Erde. Es muss aber noch eine zweite Grenze auf der Erde geben, wo das Datum wieder zurück wechselt. Diese zweite Grenze ist immer am selben Ort festgelegt: man nennt diese Grenze die Datumsgrenze.<eop>Die Datumsgrenze verläuft vom Nordpol zum Südpol mitten durch den Pazifischen Ozean. Wer über die Datumsgrenze reist, kommt in eine Zeitzone mit einem anderen Kalenderdatum: Überquert man die Datumsgrenze in Richtung Osten, kommt man in den vorangegangenen Kalendertag. In Richtung Westen kommt man in den nächsten Kalendertag. Die Bewohner beidseits der Datumsgrenze haben deshalb nie das gleiche Kalenderdatum.<eop>Lange Zeit war der Inselstaat Kiribati durch die Datumsgrenze geteilt. Es gab hier also am selben Tag zwei verschiedene Kalenderdaten. Daher wurde die Datumsgrenze am 1. Januar 1995 so geändert, dass Kiribati nun komplett westlich davon liegt. Die Anpassung führte dazu, dass die östlichste Insel Kiribatis offiziell der erste Teil der Welt war, der das Jahr 2000 begrüßen konnte.<eop>"}, {"title": "Zelle", "id": 991, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zelle", "text": "Eine Zelle ist ein kleiner Ort. Wir kennen die Gefängniszelle oder die Zelle in einem Kloster, da wohnt ein Mönch oder eine Nonne drin. Oft meint man eine Zelle aus der Biologie, da geht es um die Lebewesen. <eop>Zellen sind die kleinsten Bausteine, so wie die Ziegelsteine in einer Mauer. Nur sind Zellen so klein, dass man ein starkes Mikroskop braucht, um sie einzeln zu erkennen. Für einen ganzen Menschen braucht es etwa 100 Billionen Zellen, das ist eine eins mit 14 Nullen.<eop>Fast alle Lebewesen bestehen aus Zellen. Eine Ausnahme bilden die Viren, die uns krank machen können. Einfache Lebewesen bestehen nur aus einer einzigen Zelle, deshalb nennt man sie „Einzeller“. Das sind beispielsweise Bakterien. Die Mehrzahl der Lebewesen sind jedoch Mehrzeller, also auch wir Menschen.<eop>Eine Zelle kann man sich vorstellen wie einen Pfirsich: Außen herum liegt die Haut, das ist die Zellwand oder die Zellmembran. Der Pfirsichstein entspricht dem Zellkern. Dort drin liegen alle Pläne für den Aufbau und die Arbeiten der Zelle. Diese Pläne nennt man Gene.<eop>Das Fruchtfleisch der Pfirsiche entspricht dem Zellplasma. Es ist mal etwas flüssiger, mal etwas fester. Die Wissenschaftler haben allerdings noch viel mehr Teile in den Zellen entdeckt. Die Mitochondrien gewinnen Energie. Andere Bestandteile tun noch andere Dinge.<eop>Wie vermehren und entwickeln sich Zellen? Nehmen wir als Beispiel einen Vogel oder ein Säugetier wie den Menschen. In der Mutter entwickelt sich eine Eizelle. Bei der Befruchtung schlüpft ein Spermium des Mannes in die Eizelle hinein. Daraus entsteht so etwas wie die „Urzelle“ eines neuen Lebewesens.<eop>Diese Zelle verdoppelt alles, was sie in sich trägt. Dann teilt sie sich in zwei Zellen. Das nennt man „Zellteilung“ oder fachsprachlicher „Mitose“. Aus den zwei Zellen werden vier, dann acht und so weiter. Anfangs sind das noch Stammzellen, weil noch nicht festgelegt ist, was aus ihnen einmal werden wird.<eop>Je weiter sich die Zellen teilen, desto verschiedener entwickeln sie sich. So entstehen Haarzellen, Nierenzellen, Muskelzellen, Hautzellen und viele andere. Aus einer Haarzelle kann dann allerdings keine Nierenzelle mehr werden.<eop>Eine Zelle hält jedoch nicht so lange. Immer wieder entstehen neue Zellen und die alten sterben ab. Für den Körper ist das normal. Er transportiert die toten Zellen weg. Nur geht das nicht immer so. Jedes Lebewesen wird dabei älter und stirbt dann einmal.<eop>Zellen können sich auch in eine falsche Richtung entwickeln. So entstehen Tumore und die Krankheit Krebs. Der Körper kann zwar manche Arten von Krebs bekämpfen, manchmal aber auch nicht. In vielen Fällen kann dann die moderne Medizin noch helfen.<eop><eop>"}, {"title": "Ziegen", "id": 992, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ziegen", "text": "Ziegen sind eine Gattung der Säugetiere. Zu ihnen gehört die Wildziege, aus der schließlich die Hausziege gezüchtet wurde. Wer bei uns von Ziegen spricht, meint meist die Hausziegen. Zusammen mit den Hunden und den Schafen sind die Ziegen die häufigsten Haustiere der Welt. Wilde Verwandte der Hausziegen sind die Steinböcke und Gämsen in unseren Alpen.<eop>Das weibliche Tier heißt Ziege oder Geiß, das Männchen ist der Bock. Das Jungtier heißt Ziegenkitz, Ziegenlamm oder Geißlein, so im Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“. In der Schweiz nennt man es Gitzi. Ziegen tragen Hörner: Bei den Weibchen sind sie kurz und nur etwas gebogen, bei den Männchen sind sie stark gebogen und können über einen Meter lang werden.<eop>Ziegen leben eher im Gebirge. Sie sind gute, sichere Bergsteiger. Sie sind sehr genügsame Tiere. Sie fressen auch sehr hartes und trockenes Futter. Sie sind damit noch genügsamer als Schafe und erst recht genügsamer als Milchkühe. <eop>Menschen haben die Ziegen deshalb schon vor mehr als 13.000 Jahren an sich gewöhnt, in der Steinzeit. Dies geschah vermutlich im Vorderen Orient. Dann haben sie die Ziegen gezüchtet, damit sie ihnen immer mehr nützten. Ziegen geben nicht nur Fleisch, sondern täglich Milch. Das Leder der Ziegen ist ebenfalls sehr beliebt. Noch heute kaufen viele Touristen Jacken oder Gürtel aus Ziegenleder, wenn sie in orientalischen Ländern Urlaub machen.<eop>Ziegen sind Säugetiere. Sie werden etwa mit dem ersten Lebensjahr geschlechtsreif, sie können sich dann also paaren und Junge machen. Die Tragzeit beträgt etwa fünf Monate. Meistens kommen Zwillinge zur Welt.<eop>Die Geiß säugt ihre Zicklein etwa zehn Monate lang. Erwachsene Tiere sind Wiederkäuer. Sie schlucken ihre Nahrung in einen Vormagen, würgen sie dann wieder herauf und kauen sie richtig durch. Dann schlucken sie die Nahrung in den richtigen Magen hinunter.<eop><eop>"}, {"title": "Zirkel", "id": 993, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zirkel", "text": "Ein Zirkel ist ein Gerät, mit dem man Kreise zeichnen kann. Er besteht aus zwei Schenkeln, die beweglich miteinander verbundenen sind. An einem Ende ist eine nadelartige Spitze. Mit dieser wird der Zirkel ins Papier eingestochen, hier liegt dann nachher der Mittelpunkt des Kreises. Am Ende des anderen Schenkels ist meist eine Bleistiftspitze. Diese bewegt man um die eingestochene Nadelspitze und zeichnet so einen Kreis.<eop>Manche Zirkel haben zusätzliche Anbauteile, mit denen man auch spezielle Stifte einspannen kann. Es gibt auch Zirkel, die nur zwei Spitzen haben ohne eine Möglichkeit zu zeichnen. Mit denen greift man zum Beispiel Abstände auf einer Landkarte ab und vergleicht diese dann am Maßstab der Karte. So kann man leicht Entfernungen abmessen.<eop>Das Wort Zirkel wird aber auch für eine Gruppe von Leuten genutzt, die sich zu etwas gemeinsamem zusammenfinden. Leute, die gemeinsam Schach spielen, bezeichnen sich zum Beispiel als Schachzirkel. Das bedeutet das gleiche wie Schachrunde oder Schachkreis.<eop> Kategorie:Wissenschaft und Technik "}, {"title": "Zirkus", "id": 994, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zirkus", "text": "Ein Zirkus ist ein Unternehmen, das die Menschen unterhalten will. So ein Unternehmen besteht aus Darstellern, die etwas Besonderes können: Akrobaten, die mit ihren Körpern sehr geschickte Bewegungen vollbringen, Clowns, Tier-Trainer, Jongleure, Musiker und andere. Außerdem gehören zum Zirkus viele Helfer, die zum Beispiel etwas aufbauen.<eop>Das Wort Zirkus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Kreis. Kreisrund ist die Manege, also der Raum in der Mitte des Zirkus. Aus dem Altertum bekannt ist auch ein Veranstaltungsort im alten Rom, der Circus Maximus. Dort fanden Wagenrennen und blutige Kämpfe mit Gladiatoren und wilden Tieren statt. Viele Römer kamen in einem langgestreckten Gebäude zusammen, um zu sehen, was auf dem sandigen Boden gezeigt wurde. Auf einer Seite war der Circus ein Halbkreis. Mit einem heutigen Zirkus hat dies allerdings nichts mehr zu tun. <eop>Er geht eher darauf zurück, dass in früheren Jahrhunderten bereits Darsteller von Ort zu Ort gereist sind. Sie haben Kunststücke aufgeführt, aber auch Geschichten wie ein Theater erzählt. In den Jahren nach 1800 entstand langsam der Zirkus, so, wie man ihn heute kennt.  In vielen Zirkussen bringt ein Dompteur Tieren etwas bei und zeigt es dann in der Manege. Das waren früher vor allem Pferde. Später kamen wilde Tiere aus fernen Ländern hinzu, wie Löwen oder Elefanten. Heute finden viele Menschen es schlecht, dass solche Tiere mitreisen müssen. Darum gibt es auch Zirkusse, die darauf verzichten. Einige Länder haben Tiere im Zirkus sogar verboten. <eop>Viele Zirkusse reisen herum und haben deshalb ein großes Zelt, das sie aufbauen und wieder abbauen können. Einige große Zirkusse, wie der Moskauer Staatszirkus, haben aber auch ein eigenes Haus.<eop>"}, {"title": "Zitrone", "id": 995, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zitrone", "text": "Die Zitrone ist die Frucht des Zitronenbaums. Solche Bäume gehören zur Gattung der Zitruspflanzen. Sie wachsen als Bäume oder Sträucher und werden fünf bis 25 Meter hoch. <eop>Man kann vom Zitronenbaum viermal im Jahr ernten. Von der Zeit im Jahr hängt die genaue Farbe ab: Was man im Laden sieht, die gelben Früchte, ist aus dem Herbst und Winter. Im Sommer werden die Früchte grün, im Frühling fast weiß.<eop>Ursprünglich kommt die Zitrone aus Asien. Schon im Altertum brachte man sie auch nach Europa. Sie waren lange Zeit sehr teuer. Man schätzte sie zunächst wegen des Duftes. Später aß man solche Früchte auch. In Zitronen befindet sich viel Vitamin C.<eop>Damit man Zitronenbäume anbauen kann, muss das Klima warm und feucht sein. In Europa gibt es sie nur in den Ländern um das Mittelmeer. Allerdings haben manche Leute sie auch in einem Gewächshaus oder sogar in der Wohnung. Heutzutage baut man die meisten Zitronen in Mexiko und Indien an.<eop><eop>"}, {"title": "Zoo", "id": 996, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zoo", "text": "Ein Zoo ist ein Ort, an dem Tiere in Gehegen leben. Dort können Besucher sie sich anschauen. Die Tiere werden von Menschen gepflegt und gefüttert. Das Wort kommt von \"Zoologischer Garten\". Die Zoologie ist die Wissenschaft, die sich mit Tieren beschäftigt. Andere Wörter sind \"Tierpark\" und \"Menagerie\".<eop>Schon im Altertum haben Herrscher und reiche Leute Gärten bauen lassen, in denen sie Tiere eingesperrt hielten. Den Tiergarten Schönbrunn in Wien gibt es seit über 250 Jahren. Er ist der älteste Zoo, den es noch gibt.<eop>In London entstand der erste moderne Zoo, im Jahr 1828. Eigentlich sollte er Wissenschaftlern dienen, damit sie besser die Tiere studieren konnten. Der eigentliche Sinn war es aber, die Einwohner Londons zu unterhalten. Darum wurde er auch mitten in die Stadt gebaut. Der Londoner Zoo wurde Vorbild für viele weitere Zoos.<eop>Heute sollen die Zoos den Menschen nicht nur Tiere zeigen. Man versucht auch, mehr über die Tiere zu lernen. Außerdem leben in Zoos manchmal Tiere, die in der Natur vom Aussterben bedroht sind. In guten Zoos haben die Tiere heute viel mehr Platz als früher. Trotzdem gibt es viele Menschen, die keine Zoos mögen, weil die Tiere dort eingesperrt sind und nicht so leben können wie in der Natur.<eop> "}, {"title": "Zucker", "id": 997, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zucker", "text": "Zucker ist ein Nahrungsmittel. Es ist kristallin und besteht aus Saccharose: Das ist eine bestimmte Verbindung von Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff. Saccharose ist normalerweise fest und lässt sich gut in Wasser lösen. Zucker gehört zu den Kohlenhydraten.<eop>Wenn die Menschen früher in Europa etwas Süßes wollten, dann aßen sie eine süße Frucht. Um Speisen süßer zu machen, gab es Honig. Der war aber sehr teuer. <eop>Heutzutage ist Zucker billig. Das liegt daran, dass man Zuckerrohr und Zuckerrüben anbaut. Zuckerrohr wächst dort, wo es heiß ist. Er stammt aus Asien und wurde im Mittelalter von den Arabern übernommen. Das deutsche Wort Zucker stammt aus der indischen Sprache Sanskrit: „sarkara“ heißt so viel wie Kies. Die Araber sprachen das Wort „sukkar“ aus.<eop>Zuckerrüben wachsen auch in Europa. Aber erst um das Jahr 1750 fand jemand heraus, dass man daraus viel Zucker gewinnen kann. Erst etwa hundert Jahre später hat man im großen Stil Zucker gewonnen, wie in der Industrie. Seitdem nehmen die Menschen viel mehr Süßes zu sich als vorher. Viel Zucker wird verwendet, um weitere Lebensmittel herzustellen. <eop>Zucker gibt uns sehr viel Energie. Deshalb mögen ihn Sportler besonders vor den Wettkämpfen. Zucker macht aber auch hungrig, weil er die Verdauung ankurbelt. Wer dann die Energie nicht verbraucht, setzt sie in Körperfett um, wird also dick. Zudem ist Zucker schlecht für unsere Zähne. Auf dem Zucker vermehren sich nämlich Bakterien, die den Zahnschmelz angreifen.<eop><eop>"}, {"title": "Zugspitze", "id": 998, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zugspitze", "text": " Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands. Er ist 2962 Meter hoch und liegt in den Alpen, südwestlich von Garmisch-Partenkirchen. Die nördliche Hälfte der Zugspitze mit dem Gipfel liegt in Bayern. Der Süden jedoch befindet sich in Tirol, einem Bundesland von Österreich.<eop>Auf die Zugspitze kann man entweder von Tirol oder Bayern aus mit einer Seilbahn fahren. Oder man nimmt die Bayerische Zugspitzbahn ab der Stadt Garmisch-Partenkirchen, die bis auf den Gipfel fährt. Auf dem Gipfel befinden sich Stationen, wo man das Wetter und die Umwelt beobachtet. Viele Touristen fahren dorthin.<eop>An der Zugspitze liegen drei Gletscher: der Höllentalferner, der Südliche und der Nördliche Schneeferner. Der Höllentalferner und der Nördliche Schneeferner sind sogar die größten Deutschlands. Allerdings schrumpfen die Gletscher, weil das Klima auf der Erde wärmer wird.<eop> "}, {"title": "Zugvögel", "id": 999, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zugvögel", "text": "Zugvögel sind Vögel, die jedes Jahr weit fliegen an einen wärmeren Ort. Dort verbringen sie den Winter. Zu den Zugvögeln gehören Störche, Kraniche, Gänse und viele andere Vögel. Vögel, die das ganze Jahr mehr oder weniger am gleichen Standort verbringen, nennt man „Standvögel“.<eop>Dieser Ortswechsel zu den verschiedenen Jahreszeiten ist für ihr Überleben sehr wichtig und geschieht alljährlich ungefähr zur gleichen Zeit. Dabei fliegen sie meistens ungefähr den gleichen Weg. Dieses Verhalten ist angeboren, also von Geburt an vorhanden.<eop>Welche Arten von Zugvögeln gibt es bei uns?<eop>Es gibt aus unserer Sicht zwei Arten: Die eine Art verbringt den Sommer bei uns und den Winter im Süden, wo es wärmer ist. Das sind die eigentlichen Zugvögel. Die andere Art verbringt den Sommer im hohen Norden und den Winter bei uns, weil es hier für sie immer noch wärmer ist als im Norden. Die nennt man „Gastvögel“.<eop>Die Zugvögel leben also im Sommer in Europa. Dies sind beispielsweise Einzelne Arten von Störchen, die Kuckucks, die Nachtigallen, die Schwalben, die Kraniche und viele andere. Sie verlassen uns im Herbst und kommen im Frühling wieder zurück. Dann ist es angenehm warm und die Tage sind länger, das macht es für sie einfacher, die Jungen großzuziehen. Es gibt ausreichend Nahrung und nicht so viele Fressfeinde wie im Süden.<eop>Wenn hier der Winter einkehrt und das Nahrungsangebot knapp wird, ziehen sie weiter in den Süden, meist nach Afrika. Dort ist es zu diesem Zeitpunkt deutlich wärmer als bei uns. Um diese langen Reisen zu überstehen, fressen sich die Zugvögel vorher Fettpolster an. <eop>Die Gastvögel ertragen auch tiefere Temperaturen. Sie verbringen deshalb den Sommer im Norden und bringen dort auch ihre Jungtiere zur Welt. Im Winter wird es ihnen dann doch zu kalt und sie fliegen zu uns. Beispiele sind die Saatgans oder die Kolbenente. Aus ihrer Sicht liegt das im Süden. Dort ist es für sie wärmer.<eop>  "}, {"title": "Zukunft", "id": 1000, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zukunft", "text": "Die Zukunft ist die Zeit, die noch vor uns liegt. Also das, was nach dem „Jetzt“ passiert. Das Jetzt heißt auch Gegenwart. Das, was schon war, nennt man Vergangenheit. Wenn Leute sich etwas für morgen oder nächste Woche oder in einem Jahr vornehmen, dann planen sie ihre Zukunft.<eop>Um zu sagen, dass etwas zukünftig ist, benutzt man in der deutschen Sprache die Zukunftsform. Auf Latein heißt sie Futur. Sie braucht das Hilfsverb „werden“, wie zum Beispiel: „Ich werde zur Schule gehen“. Man kann die Zukunft aber auch anders ausdrücken. Der Satz \"Morgen gehe ich zur Schule\" steht grammatikalisch gesehen in der Gegenwart. Das Wort „Morgen\" versetzt den Satz jedoch in die Zukunft. Diese Form ist im Alltag sehr üblich.<eop>Viele Menschen versuchen, die Zukunft zu erforschen und bestimmte Dinge vorherzusagen. Dank moderner Technik kann man zum Beispiel das Wetter von morgen ziemlich genau bestimmen.<eop>Anderes dagegen ist nur ausgedacht: Viele Bücher und Filme zeigen die Zukunft so, wie Schriftsteller und Filmemacher sie sich vorstellen. Manche stellen die Welt in der Zukunft schöner dar als heute. Andere glauben, dass manches schlechter sein wird. Man nennt diese Bücher und Filme auch „Science fiction“, sprich: sseins-fiktschen. Das bedeutet soviel wie „ausgedachte Wissenschaft“.<eop>Früher glaubten viele Menschen, dass Wahrsager die Zukunft vorhersagen können. Es gibt auch heute Menschen, die glauben, dass die Zukunft festgelegt ist und irgendwo geschrieben steht, was ihnen passieren wird. Sie nennen das Schicksal. Aber andere denken, dass jeder selbst seine Zukunft gestalten kann, also mitbestimmen, was noch im Leben passiert.<eop>"}, {"title": "Zunft", "id": 1001, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zunft", "text": "Eine Zunft ist eine Vereinigung von Handwerksmeistern oder von Kaufleuten. Zünfte hatten ihren Einfluss vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Die Zünfter, die Mitglieder in den Zünften, wollten ihre Geschäfte in die eigenen Hände nehmen und sich weniger nach den Befehlen von Adeligen und Bischöfen richten. Heute sind die Zünfte meist nur noch Vereine.<eop>Die Zünfte stellten die Regeln für ihren Berufsstand auf, beispielsweise Bäcker, Schmiede oder Gewürzhändler. Sie bestimmten, dass ein Meister der Vorsteher eines Gewerbes sein soll. Dazu kamen Gesellen, das waren Berufsleute mit einer abgeschlossenen Lehre, das wären heute die Angestellten. Die Lehrlinge erlernten ihr Handwerk und wurden am Schluss Gesellen.<eop>Die Zünfte legten auch fest, wie viele Handwerksmeister in ihrer Stadt einen Betrieb führen durften und wie viele Gesellen sie beschäftigen durften. Ebenso bestimmten sie, wie ein Geselle zum Meister wurde und vieles anderes. Wer keiner Zunft angehörte, konnte in einer Stadt kein Handwerk ausführen.<eop>Ewig konnten die Zünfte ihre Macht jedoch nicht halten. Die Gedanken der Französischen Revolution durchdrangen ganz Europa. Schließlich konnte jeder, der wollte, sein eigenes Geschäft eröffnen. Das gilt in unseren Ländern heute noch und trägt den Namen „Gewerbefreiheit“.<eop>Viele Zünfte bestehen heute noch als Vereine. Bekannt sind sie, weil es in einigen Städten heute noch Feste oder Umzüge von Zünften gibt. So ist beispielsweise das Sechseläuten in Zürich eines der bekanntesten Volksfeste der Schweiz. Auch viele Zunfthäuser stehen noch. Es sind meist sehr stattliche Gebäude, die auch von vielen Touristen bestaunt werden.<eop><eop>"}, {"title": "Zunge", "id": 1002, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zunge", "text": "Die Zunge ist ein länglicher Muskel im Mund von Menschen und Wirbeltieren. Es ist der einzige Muskel in unserem Körper, der nur an einer Stelle befestigt ist. Wir brauchen die Zunge nicht nur zum Schmecken, sondern auch zum Kauen, Saugen, Schlucken und Sprechen.<eop>Außer den Zähnen ist alles im Mund von einer Schleimhaut überzogen. Das gilt auch für die Zunge. Die Schleimhaut ist eine Schutzschicht, die gut gegen Krankheitserreger wie Bakterien ist. In der Zunge befinden sich viele Nerven. Dadurch können wir gut schmecken und tasten. Gleichzeitig macht es die Zunge auch sehr empfindlich: Wenn etwas zu heiß ist, oder zu kalt, oder wenn wir uns auf die Zunge beißen, tut das sehr weh.<eop>Beim Schmecken gibt es vor allem: salzig, süß, sauer, bitter. Früher dachte man, dass es auf der Zunge verschiedene Stellen gibt, die etwas bestimmtes schmecken können. Heute weiß man, dass die Zunge an allen ihren Stellen salzig, süß, sauer und bitter erkennen kann.<eop>Ärzte können durch das Untersuchen der Zunge Hinweise auf Krankheiten bekommen. Bei Scharlach hat die Zunge zum Beispiel anfangs einen weißen Belag, später ist die Zunge dann glänzend rot.<eop>Mehr als die Hälfte aller Menschen können ihre Zunge rollen, also eine Röhre damit bilden. Früher dachte man, diese Fähigkeit würde von den Eltern an die Kinder übertragen. Heute weiß man, dass Verschiedenes dabei zusammenkommen muss und dass man das Rollen auch lernen kann.<eop>"}, {"title": "Zürich", "id": 1003, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zürich", "text": "Zürich ist die größte Stadt in der Schweiz. Hier leben rund 410.000 Menschen. Die Stadt liegt im Norden des Landes, am Ausgang des Zürichsees und an den Flüssen Limmat und Sihl. Für die Wirtschaft ist Zürich die wichtigste Stadt der Schweiz, nicht aber für die Politik, denn die Bundeshauptstadt ist Bern.<eop>Zürich heißt auch der Kanton, also die Stadt und die Landschaft außerhalb. Hier wohnen fast eineinhalb Millionen Menschen. Somit ist Zürich der bevölkerungsreichste Kanton der Schweiz. Er liegt im Mittelland. Weil es im Kanton Zürich so viele Unternehmen gibt, nennt man ihn auch den „Wirtschaftsmotor der Schweiz“.<eop>Das Kantonsparlament ist der Kantonsrat mit seinen 180 Mitgliedern. Sie werden je nach Einwohnerzahl in den Bezirken gewählt. Das Stadtparlament heißt Gemeinderat und hat 125 Mitglieder. Sie werden je nach Einwohnerzahl in den Quartieren gewählt. Beide halten ihre Sitzungen im Rathaus an der Limmat ab. Die Exekutive des Kantons heißt Regierungsrat. Er hat sieben Mitglieder. Die Exekutive der Stadt Zürich heißt Stadtrat und hat neun Mitglieder. Die Stadt und der Kanton haben auch ihre eigenen Gerichte.<eop>Wichtig für Zürich sind heute der Flughafen und gute Eisenbahnverbindungen. Drei Autobahnen führen zur Stadt. Dies ist für die Wirtschaft sehr wichtig. Nebst Geschäftsleuten kommen auch viele Touristen in die Stadt Zürich.<eop>Was muss man über die Stadt Zürich wissen? Die Stadt Zürich hat ihren Ursprung im Römischen Reich. Damals gab es hier ein Kastell namens Turicum, in dem römische Soldaten lebten. Eine richtige Stadt wurde Zürich allerdings erst im Mittelalter. Ab dem Jahr 1262 war Zürich eine freie Reichsstadt innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Im Jahr 1351 wurde es Teil der Eidgenossenschaft, aus der die Schweiz entstand. Die Stadt wurde damals von Handwerksgilden, den Zünften, regiert. Diese Gruppen treten heute jedes Jahr am Sechseläuten auf, einem Fest im Frühling. Die Stadt Zürich regierte während sehr langer Zeit über die übrigen Gemeinden im Kanton Zürich. <eop>Im 16. Jahrhundert predigte Huldrych Zwingli im Grossmünster in Zürich. Er wollte den christlichen Glauben erneuern. Er war so etwas wie Martin Luther in Deutschland, der wichtigste Reformator der Deutschschweiz.<eop>Im 16. Jahrhundert wurde Zürich auf der Ostseite durch den Seilergraben und den Hirschengraben begrenzt und befestigt. Im Westen lag der Fröschengraben. Die Stadt wurde dann im Westen erweitert bis zum Schanzengraben. Der steht heute noch. Der Fröschengraben wurde eingedeckt, dort befindet sich heute die teure Bahnhofstrasse.<eop>Im Jahr 1894 wurde ein ganzer Kreis von Dörfern rund um die Stadt mit der Stadt vereinigt, weil sie zusammengewachsen waren. Im Jahr 1934 wurden nochmals acht Gemeinden mit einbezogen. Diese bilden heute die einzelnen Quartiere. Weitere Eingemeindungen waren immer wieder ein Thema, kamen jedoch nie zustande. Die mittelalterliche Altstadt mit ihren wichtigen Häusern und großen Kirchen blieb weitgehend erhalten.<eop>Heute ist Zürich eine Weltstadt. Dort sitzen viele schweizerische Banken und Versicherungsgesellschaften. und viel kulturelles Leben, darum ist Zürich auch ein beliebtes Ziel für den Tourismus, auch wegen der Altstadt. Außerdem haben viele Radio- und Fernsehsender hier ihre Studios, es gibt eine Universität und mehrere Hochschulen, den größten Flughafen und den größten Bahnhof der Schweiz.<eop>Was muss man über den Kanton Zürich wissen? Im Gebiet um den Zürichsee lebten schon im Altertum Menschen. Man hat verschiedene Pfahlbauten gefunden. Nach den Römern herrschten hier die Franken. Im Mittelalter gab es in Zürich eine Pfalz, die von mehreren deutschen Herrschern besucht wurde. Später herrschten hier die Habsburger. Im Jahr 1351 verbündete sich Zürich mit der Eidgenossenschaft. Am Ende des Mittelalters herrschte die Stadt Zürich über den ganzen heutigen Kanton und verlangte von dessen Städten und Dörfern hohe Steuern. <eop>Heute gibt es im Kanton Zürich neben der Stadt Zürich 27 Städte mit über 10.000 Einwohnern. Die größte von ihnen ist Winterthur, dann folgen Uster, Dübendorf, Dietikon und viele weitere. Heute herrscht die Stadt nicht mehr über das Land. Es gibt eine Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden. Die Stadt Zürich hat somit nicht mehr zu sagen als irgend eine andere Gemeinde.<eop> "}, {"title": "Zweiter Weltkrieg", "id": 1004, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zweiter Weltkrieg", "text": "Der Zweite Weltkrieg dauerte von 1939 bis 1945. Dieser Krieg gilt als der schlimmste der Geschichte: Über 60 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Besonders viele Opfer dieses Krieges waren keine Soldaten, sondern normale Einwohner. Sie starben durch Waffen, verhungerten oder wurden ganz bewusst ermordet. Dazu gehören sechs Millionen Juden.<eop>Deutschland wurde damals von den Nationalsozialisten regiert. Ihr Chef, Adolf Hitler, hatte schon vor dem eigentlichen Krieg mehrere Länder besetzt. Im Jahr 1939 schloss er einen Vertrag mit der Sowjetunion. Dadurch fühlte er sich mächtig genug, Polen zu erobern. Das wollten Frankreich und Großbritannien aber nicht zulassen und so kam es zum Krieg. Später griff Deutschland auch andere Länder an, zum Beispiel die Sowjetunion. Die Länder, die gegen Deutschland und seine Verbündeten kämpften, nennt man Alliierte.<eop>Im Osten Asiens eroberte Japan viele Länder und einen großen Teil Chinas. Japan war mit Deutschland verbündet. Ab dem Jahr 1941 kämpfte Japan auch gegen die USA. Der Krieg in Asien endete, als die USA Atombomben auf Japan warfen: Japan gab auf und wurde von den USA besetzt.<eop>Der Krieg endete im Jahr 1945. Deutschland, Japan und ihre Verbündeten waren besiegt oder hatten sich den Alliierten angeschlossen. Sie bekamen neue Regierungen. Der Krieg veränderte vieles in Europa und Asien. Am Ende waren die USA und die Sowjetunion die mächtigsten Staaten der Welt.<eop>Wie kam es zum Krieg? Nach dem Ersten Weltkrieg ging es der deutschen Wirtschaft schlecht. Deutschland hatte im Vertrag von Versailles viel Land verloren und musste den Siegermächten eine Menge Geld zahlen, um die Kriegsschäden zu beheben. Ab dem Jahr 1923 gab es zwar einen Aufschwung, doch die Weltwirtschaftskrise machte vieles davon wieder zunichte. <eop>Viele unzufriedene Menschen wählten Adolf Hitler, der ihnen Arbeit und Wohlstand versprach. Im Jahr 1933 gelang es ihm, an die Macht zu kommen. Damit begann die Zeit des Nationalsozialismus. Mit der Wirtschaft ging es aufwärts. Immer mehr Menschen fanden Arbeit und konnten sich ein besseres Leben leisten.<eop>Hitler wollte die verlorenen Gebiete zurückgewinnen und weitere Teile Europas erobern. Deutschland stellte viele Waffen her, ohne Geld dafür zu haben. Das Geld sollte später aus den eroberten Ländern geraubt werden. Hitler war auch ein geschickter Politiker: Noch vor dem Krieg gelang es ihm, unter anderem Österreich zu besetzen.<eop>Ähnlich wollte auch Italien sein Gebiet vergrößern. Dort herrschte der Faschismus unter Benito Mussolini. Auch die Sowjetunion rüstete auf, denn sie wollte, dass die ganze Welt kommunistisch wird. Andere Länder wie Großbritannien wollten stattdessen lieber abrüsten, weil Waffen teuer waren. Die Weltwirtschaftskrise hatte auch Großbritannien hart getroffen.<eop>Im Jahr 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion einen Vertrag ab, den Hitler-Stalin-Pakt. Hitler und der sowjetische Diktator Josef Stalin teilten sich den Osten Europas darin heimlich auf. Außerdem lieferte die Sowjetunion Rohstoffe nach Deutschland wie Erdöl und Eisen, die man für einen Krieg braucht.<eop>Am 1. September 1939 griffen deutsche Soldaten Polen an. Großbritannien und Frankreich waren entsetzt und erklärten Deutschland den Krieg. Nach einigen Wochen drang die sowjetische Armee nach Westen vor. Polen musste bald aufgeben und wurde aufgeteilt. Die Sowjetunion besetzte den Osten Polens, Litauen, Estland und Lettland sowie Teile von Finnland und Rumänien.<eop>Wie verlief der Krieg? Anders als im Ersten Weltkrieg wurden nicht nur Pferde, sondern viele Lastwagen und Panzer eingesetzt. Es gab auch mehr Flugzeuge. Die Piloten bekämpften sich nicht nur gegenseitig, sondern beschossen auch Städte oder feindliche Soldaten. Auf See nutzten Briten, Japaner und US-Amerikaner Flugzeugträger als Startbahnen für Kampfflugzeuge. Dazu kamen viele Unterseeboote.<eop>Auch völlig neue Waffen wurden erfunden: Mit dem Radar konnten die Briten deutsche Flugzeuge schon von weitem erkennen, als sie mit dem Fernrohr noch gar nicht zu erkennen waren. Ähnlich funktioniert das Sonar: Damit kann ein Schiff andere Schiffe und auch Unterseeboote erkennen. Die Atombombe war eine besonders wirkungsvolle Waffe. Sie wurde erst am Ende des Krieges entwickelt. Eine einzelne konnte eine ganze Stadt zerstören.<eop>Deutschland, Italien und ihre Verbündeten hatten große Teile von Europa, der Sowjetunion und Nordafrika erobert. Besetzt waren zum Beispiel Frankreich, Polen, Jugoslawien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Norwegen. Großbritannien hingegen blieb frei. Die Nazis versuchten das Land mit Luftangriffen zu erobern und richteten viel Zerstörung an. Aber die Briten hielten dagegen und so gab Hitler seinen Plan auf.<eop>In den besetzten Ländern kämpften einige Menschen gegen die Besatzer, nicht als Armee, sondern heimlich in kleinen Gruppen. Man nennt dies den „Widerstand“. Meistens gelang es ihnen so aber nicht, die Besatzer loszuwerden. Dennoch störten sie den Gegner mit ihren Aktionen und retteten das Leben vieler Menschen, die von den Nazis gejagt wurden. Auch in Deutschland gab es Widerstandskämpfer, die nicht mit den Nazis einverstanden waren und sich wehrten.<eop>Die USA hielten sich zunächst aus dem Krieg raus. Sie lieferten aber Waffen an Großbritannien, mit denen es Krieg führen konnte. Ende 1941 erklärten Japan und Deutschland den USA dann den Krieg. Die USA stellten nun viele Waffen her und halfen auch der Sowjetunion, die sich gegen Deutschland wehrte. Es dauerte aber bis 1944, bis die USA und Großbritannien den großen Angriff auf die französische Küste wagten. Es kam zur Operation Overlord. Die deutschen Soldaten mussten sich zurückziehen.<eop>Auch im Osten wurden die deutschen Soldaten zurückgedrängt. Bei der Stadt Stalingrad kam es 1942 zu einer entscheidenen Schlacht. Am Ende des Jahres 1944 erreichten sowjetische Soldaten Deutschland. Aber Adolf Hitler wollte nicht aufgeben. Schließlich tötete er sich selbst in Berlin. Am 8. Mai 1945 gestand die deutsche Armeeführung ihre Niederlage ein. <eop>In Europa war der Krieg damit beendet, doch in Asien ging er noch weiter. Im Sommer 1945 erreichten die Amerikaner eine Inselgruppe in der Nähe von Japan. Damals waren immer noch riesige Gebiete von Asien japanisch besetzt. Weil ein langer und blutiger Krieg drohte, entschieden die Amerikaner zwei Atombomben über den beiden Städten Hiroshima und Nagasaki abzuwerfen. Die Städte wurden vollständig zerstört. Kurz danach gab auch Japen auf.<eop>Welche Folgen hatte der Krieg? Wie in jedem Krieg kamen viele Soldaten durch Schüsse, Bomben und giftiges Gas um. In den besetzten Gebieten wurden die Menschen getötet, die Widerstand leisteten. Vor allem in der Sowjetunionen wurden viele Menschen auch grundlos von den Nationalsozialisten misshandelt oder getötet. Die deutschen und japanischen Führungen zwangen ihre Soldaten dazu auch dann weiterzukämpfen, wenn klar war, dass der Gegner viel stärker war und gewinnen würde. Anstatt aufzugeben, kämpften viele deshalb weiter bis sie starben. Das verlängerte den Krieg und kostete auf beiden Seiten viele Menschenleben.<eop>Durch die vielen Bomben der Flugzeuge lagen ganze Städte in Schutt und Asche. Vor allem in Deutschland war es am Ende des Krieges so. Die Alliierten hatten monatelang Städte in Deutschland bombardiert. Dadurch hofften sie, dass die Deutschen früher aufgaben, doch Hitler verbot es. So starben auch viele Menschen, die keine Soldaten waren. Auch viele Straßen, Brücken und andere wichtige Bauten wie etwa Kraftwerke lagen in Trümmern.<eop>Die Nationalsozialisten dachten, Juden seien schlechte Menschen. Darum verschleppten sie Juden aus ganz Europa. Ähnlich ging es auch vielen Homosexuellen und Roma. Sie wurden in Konzentrationslager gesteckt und mussten dort arbeiten. Sie sollten durch harte Arbeit, wenig Essen und Krankheiten schwach werden und sterben. Später ermordete Deutschland viele Juden und auch andere für sie unerwünschte Menschen auf der Stelle. <eop>Als die Sowjetunion Osteuropa eroberte, wurden 15 Millionen Deutsche, die in den Deutschen Ostgebieten lebten, vertrieben oder mussten flüchten. Dabei wurden sie oft sehr grausam behandelt. Ein Fünftel seines Gebietes verlor Deutschland nach Kriegsende: Das meiste ist heute ein Teil von Polen.<eop>Als Deutschland und Japan geschlagen waren, besetzten die Alliierten viele Gebiete. Am wichtigsten waren dabei Westdeutschland und der Westen der Stadt Berlin. Die Sowjetunion besetzte den Osten Deutschlands und machte daraus die DDR. Dazu gehörte auch Ostberlin. Westberlin lag in der DDR wie eine Insel. Die beiden Teile Berlins wurden später durch eine Mauer getrennt, die bis zum Jahr 1989 Bestand hatte. Erst im Jahr 1990 kam es zur Wiedervereinigung Deutschlands.<eop>Die Sowjetunion besetzte auch die Staaten des Ostblocks. In China kamen die Kommunisten bald an die Macht. Im Süden Asiens verloren die Europäer viele Kolonien. Indonesien zum Beispiel wurde jetzt ein eigener, unabhängiger Staat. Zuvor hatte dieses Land zu den Niederlanden gehört.<eop>Wie denken die Menschen heute über den Krieg? Heute gibt es auf der ganzen Welt Denkmäler und Orte, wo man sich an den Zweiten Weltkrieg erinnert. In Kanada stehen zum Beispiel Denkmäler für Soldaten, die in Europa und Asien gekämpft haben. Andere Denkmäler erinnern an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Vereinten Nationen und auch die Europäische Union wurden gegründet, damit die Völker in Frieden zusammenarbeiten.<eop>Der 2. September ist heute noch ein wichtiger Gedenktag für das Ende des Kriegs. An vielen Orten läuten dann die Glocken und es gibt Gedenkfeiern. In Westeuropa hat es inzwischen seit über 75 Jahren keinen Krieg mehr gegeben. Dies ist einmalig in der Geschichte Europas.<eop> "}, {"title": "Zwillinge", "id": 1005, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zwillinge", "text": "Zwillinge sind zwei Geschwister. Sie haben sich zur gleichen Zeit im Bauch der Mutter entwickelt und wurden kurz nacheinander geboren. Man unterscheidet zwischen ein-eiigen und zwei-eiigen Zwillingen. <eop>In den Eierstöcken im Bauch der Frau reift etwa einmal im Monat eine Eizelle heran. Wenn sie von einer Samenzelle eines Mannes befruchtet wird, entsteht daraus ein Baby. Manchmal sind aber gerade zwei Eizellen gleichzeitig reif, dann gibt es zwei-eiige Zwillinge. Aus drei Eizellen werden Drillinge und so weiter. Solche Zwillinge oder Drillinge sind sich genauso ähnlich oder unähnlich wie andere Geschwister auch. Es kann also gut auch ein Junge und ein Mädchen sein.<eop>Ein-eiige Zwillinge hingegen kommen aus derselben Eizelle. Nach der Befruchtung kann sich die Eizelle nämlich so verdoppeln und dann teilen, dass zwei Kinder daraus werden. Weil die ein-eiigen Zwillinge aus derselben befruchteten Eizelle stammen, haben beide dasselbe Erbgut und sind sich völlig ähnlich. Es handelt sich deshalb auch immer um zwei Mädchen oder um zwei Jungen. Es gibt nur wenige Unterschiede: Zum Beispiel die Fingerabdrücke sind verschieden.<eop>Über die ganz Welt gesehen ist etwa eine von vierzig Geburten eine Zwillingsgeburt. Das ist aber sehr ungleich verteilt: In Japan ist es nur etwa eine von hundert Geburten. Beim Volk der Yoruba in Nigeria ist es etwa eine von zwanzig.<eop>Bei den Säugetieren gibt es viele, die äußerst selten Zwillinge gebären. Dazu gehören zum Beispiel die Elefanten. Andere wiederum bringen immer mehrere Junge aufs Mal zur Welt. Zu diesen Tieren gehören Mäuse, Ratten, Schweine, Katzen, Hunde und viele andere.<eop>Dann gibt es noch einen besonderen Fall: In seltenen Fällen geht bei der Entstehung der ein-eiigen Zwillinge etwas schief. Die Zelle teilt sich nicht vollständig. So kann es vorkommen, dass Zwillinge gewisse Körperteile gemeinsam haben. Das nennt man „Siamesische Zwillinge“. Der Name kommt von den Brüdern Chang und Eng Bunker. Sie lebten in Thailand. Dieses Land hieß früher „Siam“.<eop>Wie sind Siamesische Zwillinge? Siamesische Zwillinge entstehen aus einer einzigen Eizelle. Die verdoppelt sich wie bei ein-eiigen Zwillingen. Aber in seltenen Fällen verdoppeln sich nicht alle Teile, sondern nur die meisten. So können zwei Skelette mit vier Beinen, vier Armen, zwei Wirbelsäulen und zwei Köpfen entstehen. Auch die Organe wie zum Beispiel das Herz und die Verdauung sind doppelt vorhanden. Aber irgendwo sind sie noch zusammengewachsen. Meist ist diese Stelle am Bauch oder an der Brust. Was sich dort nicht verdoppelt hat, kann sich nicht teilen.<eop>Solch einfache Fälle kann man heute mit einer Operation gut trennen. Unmöglich wird es, wenn sich die Zwillinge ein Organ teilen müssen, zum Beispiel das Herz. Da hilft keine Operation. Das würde nämlich den Tod des einen Zwillings bedeuten. In den Fällen, die so zwischendrin liegen, ist schon manche Operation gelungen. Bei anderen Operationen starb aber einer oder beide der Zwillinge.<eop>Früher kamen Siamesische Zwillinge selten lebendig zur Welt. Oft starb auch die Mutter bei der Geburt, weil die Kinder zu groß waren. Heute stellt man Siamesische Zwillinge aber schon während der Schwangerschaft fest und holt die Kinder mit einem Kaiserschnitt aus dem Bauch der Mutter heraus.<eop>Siamesische Zwillinge gibt es auch bei Tieren. Dort merkt aber die Natur frühzeitig, dass etwas nicht stimmt und dass dies für die Mutter gefährlich ist. Der Körper der Mutter stößt die Zwillinge deshalb aus, so lange sie noch klein genug sind. Sie sterben dann, aber das Leben der Mutter ist damit gerettet.<eop><eop>"}, {"title": "Zypern", "id": 1006, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Zypern", "text": "Zypern ist eine Insel im Osten des Mittelmeers. Auf Zypern gibt es zwei Staaten: Im Süden liegt die „Republik Zypern“. Dort leben fast nur Menschen, die Griechisch sprechen. In der „Türkischen Republik Nordzypern“ spricht man türkisch. Außerdem gehören zwei kleine Teile der Insel, Akrotiri und Dekelia, dem Vereinigten Königreich, das dort Militär stationiert hat. Auf der ganzen Insel leben etwa eine Million Zyprer, davon ein Viertel im türkischen Norden.<eop>Auf Zypern gibt es zwei große Gebirge. Zwischen ihnen liegt eine grüne Ebene mit der Hauptstadt der Republik Nordzypern: Nikosia. Verglichen mit anderen Inseln im Mittelmeer gibt es in Zypern viel Wald.<eop>Schon im Altertum hat man auf Zypern Kupfer gefunden. Das ist ein leicht zu bearbeitendes Metall, weil es sich gut formen lässt. Auf Griechisch heißt es „kypros“, deshalb kommt der Name der Insel. Zypern war auch wichtig für die Schifffahrt. In den Häfen fanden die Schiffe Schutz vor Stürmen. Sie konnten hier auch ihre Schiffe reparieren und Trinkwasser nachfüllen.<eop>Heute ist der Tourismus für Zypern wichtig. Im Sommer kann es zwar sehr heiß werden, man hat einmal sogar 47 Grad Celsius gemessen. Aber im Frühling und im Herbst ist das Klima warm. Regen fällt nur im Winter, es herrscht also warmes Badewetter. Die Strände sind deshalb sehr beliebt und es gibt viele Hotels. <eop>Viele Urlauber mögen auch die Landschaft und die vielen alten Gebäude, von denen viele als Weltkulturerbe der UNESCO gelten. Dies sind nicht nur römische Villen, sondern besonders auch orthodoxe Kirchen. Der ganze Westen der Insel ist ein großes Naturschutzgebiet. Dort leben nur noch ein paar alte Menschen. An den Strand schwimmen jedes Jahr viele Wasserschildkröten, die hier ihre Eier legen.<eop> Was ist früher auf Zypern passiert? Schon seit dem Altertum war Zypern vorwiegend von Griechen besiedelt. Lange gehörte es zum Römischen Reich. Seit dem Jahr 1571 gehörte die Insel zum Osmanischen Reich, dem Vorläufer der Türkei. Ab dem 19. Jahrhundert herrschte Großbritannien über die Insel. 1960 wurde Zypern ein eigener Staat, doch ein kleiner Teil der Südspitze gehört noch heute zum Vereinigten Königreich. Allerdings gab es bald Streit zwischen Griechen und Türken. Die Griechen wollten sich an den Staat Griechenland anschließen. Die Türken aber wollten eine Teilung der Insel in einen griechischen und einen türkischen Teil.<eop>1974 hat die Türkei Soldaten geschickt, die einen Teil der Insel besetzten. Seitdem gibt es die Türkische Republik Nordzypern. Aber nur die Türkei erkennt diesen Staat an. Für den Rest der Welt ist Zypern die Republik Zypern mit der Hauptstadt Nikosia.<eop>2004 gab es eine Abstimmung, in der die Zyprer darüber entscheiden sollten, ob es wieder einen Staat für die ganze Insel geben soll. Die Mehrheit war aber dagegen. Kurz danach wurde die Republik Zypern Mitglied der Europäischen Union.<eop><eop>"}, {"title": "Öl", "id": 1007, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Öl", "text": "Öl ist flüssiges Fett. Genauer gesagt nennt man etwas Öl, wenn es bei normaler Wärme im Zimmer flüssig ist, und zwar mehr oder weniger zähflüssig. Es verteilt sich also langsamer als zum Beispiel Wasser.<eop>Öle mischen sich nicht gut mit Wasser, dafür aber mit anderen Ölen. Sie bestehen vor allem aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Wie ein Öl genau zusammengesetzt ist, hängt vom Öl ab und kann sehr unterschiedlich sein.<eop>Die Menschen gewinnen Öl zum Beispiel als Erdöl aus dem Erdboden oder Meeresboden. Solches Öl ist vor vielen Millionen Jahren entstanden. Man nennt es Mineralöl, weil es auch viele verschiedene Mineralien enthält. Tierisches Öl gewinnt man dem Fett von Tieren, das man erhitzt. Viel solches Öl gewann man früher aus dem Speck der Wale. Heute gewinnt man es vorwiegend aus Schweinen. Pflanzliches Öl kan man aus vielen Samen pressen, etwa aus den Kernen von Sonnenblumen. Auch aus Nüssen oder Oliven gewinnt man viel Öl.<eop> Wofür braucht man Öl? Mit Öl kann man etwas schmieren, damit es sich besser bewegt. Schmieröl sorgt dafür, dass die Räder sich besser an den Achsen drehen, zum Beispiel bei einem Fahrrad. Auch in der Industrie sind solche Öle sehr wichtig.<eop>Vor allem brennen Öle gut. Das macht sie zwar gefährlich. Aber man kann Lampenöl in eine Lampe füllen und anzünden. Aus Erdöl macht man Benzin oder Diesel, womit der Motor eines Autos angetrieben wird. Viel Öl wird auch so aufbereitet, dass man damit heizen kann.<eop>Schließlich gibt es auch Speiseöl zum Kochen und Braten. Dank Speiseöl kann man zum Beispiel Fleisch in der Pfanne braten, ohne dass es sofort anbrennt. In der Ernährung spielt Öl eine wichtige Rolle. Es liefert Energie und wir brauchen es zum Beispiel für den Aufbau unserer Zellwände.<eop>"}, {"title": "Ötzi", "id": 1008, "url": "https://klexikon.zum.de/wiki/Ötzi", "text": "Ötzi nennt man einen Mann, der am Ende der Jungsteinzeit gelebt hat. Zwei deutsche Wanderer haben seine Leiche vor etwa dreißig Jahren im Gebirge gefunden. Die Kälte und das Eis des Gletschers hatten aus seiner Leiche eine Mumie gemacht. Neben der Leiche fand man auch noch zahlreiche Gegenstände, die wohl zu Ötzis Ausrüstung gehört haben.<eop>Sein toter Körper wurde zufällig gefunden. Auf einer Höhe von 3208 Meter über dem Meeresspiegel. Ötzi lag in einer Felsmulde. Weil der Sommer 1991 ungewöhnlich warm war, war viel Eis des Gletschers weggeschmolzen. Dadurch kam ein Teil der Mumie zum Vorschein. Die beiden Wanderer meldeten den Fund der Polizei. <eop>Die Polizisten waren bei der Bergung nicht besonders vorsichtig. Man dachte es wäre eine \"gewöhnliche\" Leiche und sie würde einfach begraben werden. Selbst bei einem Mord hätte man den Täter nämlich nicht mehr belangen können, da der sicher auch schon tot war. Die Beamten packten alles in Plastiktüten. Den Pfeilbogen zerbrachen sie, weil er zu groß war. Später wurden der Leiche beide Arme gebrochen, weil sie nicht in den Sarg passten.<eop>Die Wissenschaftler wurden dann aber trotzdem aufmerksam und untersuchten die Leiche ausführlich. Sie fanden heraus, dass Ötzi vor etwa 5.300 Jahren gelebt haben musste. Man konnte durch seine Leiche, seine Kleider und Waffen viel über die Jungsteinzeit erfahren. Den Namen „Ötzi“ bekam die Mumie, weil sie im Ötztal gefunden wurde. Sein Fundort liegt genau an der Grenze zwischen dem österreichischen Tirol und Südtirol in Italien. Ötzi hat noch weitere Namen: Mann vom Tisenjoch, Mann vom Hauslabjoch, Mann aus dem Eis oder Mumie vom Similaun. Drei der vier dieser Namen weisen auf den Fundort hin. <eop>Die Mumie wurde während Jahren von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt untersucht. Man erfuhr dadurch sehr viel. Trotzdem blieben noch einige Rätsel offen. Die Gletscherleiche ist seit über zwanzig Jahren im Archäologiemuseum in der Stadt Bozen in Südtirol ausgestellt. Sie kam dorthin, da man nach langem Messen festgestellt hat, dass der Fundort in Italien liegt. Ötzis Körper liegt in einer Kühlzelle mit immer gleich bleibender Luftfeuchtigkeit und Temperatur, damit er nicht verwest. Besucher des Museums können ihn durch ein kleines Fenster sehen. Außerdem wurde in zwei Freilichtmuseen vieles rund um Ötzi nachgebaut. Das zieht sehr viele Touristen an. <eop>Ötzi ist die älteste Mumie eines Menschen, die man bislang gefunden hat. Nur Dank vieler glücklicher Zufälle blieb sie so gut erhalten und konnte geborgen werden. Daher ist sie von riesigem Wert. Durch sie haben Wissenschaftler sehr viel über das Leben der Menschen am Ende der Jungsteinzeit herausgefunden. <eop>Was lernt man aus der Mumie? Ötzi war zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt. Seine Gelenke waren wenig abgenutzt. Er hatte also nicht während des ganzen Lebens schwer gearbeitet. Vielleicht war er sogar eher reich. <eop>Über den ganzen Körper verteilt hat er viele Tätowierungen. Mit einer Nadel hatte man Punkte in seine Haut gestochen und Kohlestaub eingerieben. Bakterien in seinem Magen verraten, dass er oft Bauchschmerzen hatte. Die versuchte er mit einem besonderen Pilz zu lindern, den er bei sich hatte.<eop>Die Blütenpollen in seinem Darm verraten ebenfalls viel: In den letzten Tagen legte er weite Strecken zurück. Er war im Wald aber auch weiter oben und aß dort Pflanzen, die er fand. Kurz vor seinem Tod aß er Fleisch von einem Steinbock.<eop>Etwa einen Tag vor seinem Tod kämpfte Ötzi mit einem Menschen oder einem Tier. Davon zeugen Kratzer auf seiner Haut. An einem Arm und an beiden Händen fand man Schnittwunden. Dadurch starb er jedoch nicht.<eop>Lange rätselte man darüber, woran Ötzi denn gestorben war. Erst spät fand man in seinem Rücken eine Pfeilspitze aus Feuerstein. Die hatte einen Knochen durchschlagen, nämlich das linke Schulterblatt. Darunter durchschnitt sie eine wichtige Ader.<eop>Ob Ötzi daran gestorben ist, weiß man aber nicht genau. Vom Pfeil getroffen stürzte er und schlug mit dem Kopf auf den Steinen auf. Durch den Aufprall verletzte er sich am Gehirn. Vielleicht war das die eigentliche Todesursache.<eop>Was weiß man aus der Kleidung und dem Gepäck? Ötzi trug eine Jacke und eine Art Hose, beides aus Schaf- und Ziegenfell. Die Hose besteht aus kleineren Fellstücken, die mit Sehnen zusammengenäht sind. Darüber trug er einen Lendenschurz, der bis zu den Knien reichte. Sein Gürtel war aus Kalbsleder, seine Kopfbedeckung aus Bärenfell.<eop>Seine Schuhe hatten Sohlen aus Bärenfell. Damit er warm hatte, lag das Fell innen. Außen bildeten Lederstreifen ein Profil, damit er weniger rutschte. Oben am Schuh lag das Fell außen, damit das Wasser ablief. Drin befand sich ein zweiter Schuh, geflochten aus Grasschnüren. Außen gab es Schnürsenkel.<eop>Ötzi hatte ein wertvolles Beil aus Holz mit einer Kupferklinge dabei. Er lebte also bereits in einer Zeit, als die Menschen lernten neben Steinen auch Metalle zu verarbeiten. Man spricht daher auch von der Kupferzeit. Außerdem fand man einen Pfeilbogen und vierzehn Pfeile. Zwei davon tragen Spitzen aus Feuerstein. Auch einen Dolch mit einer Feuersteinklinge trug er auf sich.<eop>Etwas entfernt fand man eine Rückentrage. Dieses Gestell aus Holz gleicht einem Stuhl ohne Vorderbeine, das man sich auf den Rücken schnallte. Vermutlich war darauf eine Tasche oder ein Sack aus Fell befestigt. Ebenfalls in der Nähe lagen zwei Gefäße aus Birkenrinde. In einem lag noch etwas Holzkohle. Ötzi hatte also Glut mitgenommen, damit er jederzeit ein Feuer entfachen konnte. In seiner Gürteltasche fand man verschiedene Werkzeuge. Dazu gehörte auch das Mineral Pyrit, mit dem man Feuer schlagen konnte. Ötzi hatte sich also doppelt abgesichert. Das zeigt, wie wichtig damals Feuer war.<eop><eop>"}]}