Im Aristokratensalon der Eisensteins nur ein schäbige Möbel und öde Blattpflanzen . 
Und natürlich vertreibt man sich in dieser bejahrten Ehe die Zeit mit Fernsehen . 
Verschärfte Eleganzverweigerung dann auch im Orlofskyschen Festsaal , der mit schlichten Wirtshaustischen vollgestellt war . 
Dazwischen residierte der lebemännische junge Fürst fürwahr als ein monumental Gelangweilter , flankiert von ein sterbensmüden Ballettratten . 
Nach und nach bevölkern die Akteure der umständlich zusammengefädelten Fledermausintrige die Szenerie , und dabei wird's allmählich spannender . 
Das zur " Künstlerin " sich mausernde Kammermädl Adele ( Pia-Marie Nilsson ) offenbart seine zwischen den Klassen schlingernde Begabung in berückenden Koloraturen . 
Herr von Eisenstein ( Michael Pabst ) tritt auf jedes Parkett als routinierter spießiger Schwerenöter . 
Gefängnisdirektor Frank , wie alle in deliziösem Incognito , wird von Bodo Schwanbeck mit angenehm dosierter Baß-Deftigkeit einem einschlägigen Fernseh-Kommissar nachempfunden . 
Clarry Bartha hat es relativ schwer , sich ( besonders mit figiertem all'ungarese-Temperament ) in Diva-Format hinaufzuschrauben - manche Linien entbehren der Operetten-Verklärtheit , verklirren spröde . 
Als Typus des schlauen Rächers exakt getroffen ist die Fledermaus Dr. Falke ( Thomas Mohr ) . 
Den bald doch besser unterhaltenden Orlofsky stattet Alexander Plust mit jugendlichem Countertenor-Schwung aus . 
Er gönnt sich ein bizarres Solo-Tänzchen . 
Mitten im zweiten Akt wird so getan , als sei die Stimmung am Überkochen ; die Türen zu den Publikumsräumen öffnen sich , die ( kostümierten ) LogenschließerInnen laden zum Pausenumtrunk . 
Danach geht's auch auf der Bühne spürbar animiert weiter . 
Zum Schnürboden hochgeschwebte Tische und Stühle signalisieren fortgeschrittene Beschwipstheit . 
Die Balletteinlage wird nicht von den völlig erschöpften Tutu-Ratzen realisiert , sondern von einer rüstigen Riege Orlofskyscher Serviermädeln ( Choreographie : Heinz Spoerli ) . 
Mit großer Liebe und Ausführlichkeit wird dann das abschließende Gefängnisbild ins Werk gesetzt . 
Kein Geringerer als Michael Quast nimmt sich der Traditionscharge Frosch an , ohne Wiener Idiom und Moser-Schmäh , aber mit ganz eigener Vertrotteltheit und abgründiger Säufer-Poesie . 
In diesem Akt darf auch wieder der anstelle Eisensteins eingebuchtete Alfred ( Kim Begley ) nerven mit obsessivem tenoralem Ohrgewürm , und der vielerfahrene Heinz Meyen gibt eine weitere Vorstellung diskret verstotteter Advokatenmalerei ( Dr. Blind ) . 
Von der zweiten Spielhälfte an wird immer deutlicher , was Delnon mit dieser " Fledermaus " wollte . 
Die Operettengewohnheit läßt den bitterbösen , wie " Così fan tutte " alle Beteiligten rücksichtslos der Unmoral überführenden Rachecoup der Fledermaus in einer Wolke von Ausstattung und Schmissigkeit verschwinden . 
Delnon und seine präzis schauspielerhaft geführten Personen dagegen schälen die klug erdachte Handlung minuziös heraus . 
Dabei bleibt die üppige Nachpinselung der " goldenen " Altwiener Scheinwelt weithin auf der Strecke . 
Statt glitzernder Lüster und hochgestimmten Gesellschaftsglanzes erlebt man so wie Seziertischbeleuchtung . 
Manchen dünkte das wohl alles auch gar zu funzelig-trübsinnig . 
Die schöne Balance aus Noblesse und Frivolität , eingeschlossen in der unverbrüchlich hedonistischen Orlofsky-Maxime " chacun à son gôut " , war empfindlich gestört . 
Diese " Fledermaus " taumelte eher depressiv daher zwischen langer , depressiver Katerstimmung und kurzen , aufgekratzten Beschwipstheitsstrecken . 
Alkoholismus als Märchenland - total entzaubert . 
Frivolität - ein schnell verpuffendes Elixier . 
Der umsichtig nachgearbeitete Wortwitz , fein poliert , durchschürfte alle Untiefen von Kasino-Geistreichigkeit und beklemmender Desolatheit , Bedeppertheit . 
Eher mäßig blieb die musikalische Er- und Durchleuchtung . 
Carlos Kalmar am Pult wirkte sicher , zügig und ums Detail bemüht , aber ohne rechten Zugang zu insistierender , aufsässiger Walzer-Dämonie oder entfesselter Polka-Wut . 
Die Musik zumindest machte den Schritt weg vom Braven und Domestizierten nicht mit . 
Schade , denn so blieb eine recht sehenswerte Aufführung doch verhangen , verhaftet in einiger Fadheit . 
Turmbau zu Kabel Von Peter Peters Endlich kommt das Kabelfernsehen auch zu meinem Haus . 
Wenn ich schon nicht der Nabel der Welt bin , kriege ich jetzt wenigstens die Welt ans Kabel . 
Die Abnabelung fiel mir seinerzeit , offen gestanden , ziemlich schwer . 
Die Ankabelung ist dagegen das reinste Kinderspiel . 
Sie haben mir das Kabel durch den Vorgarten ins Haus geschossen . 
Unterirdisch . 
Im Keller kam es herein zu mir . 
Von dort aus wurde es zum Schornstein hoch verlegt und von da an die Kabel drangehängt , die ich glücklicherweise schon im Haus hatte . 
Nun kriege ich über 20 Sender und bin glücklich über so viel Auswahl . 
Soll bloß einer sagen , ich würde jetzt wahllos fernsehen ! Noch nie habe ich so viel gewählt . 
Neulich , ein Bekannter machte mich darauf aufmerksam , bin ich in rund 20 Sekunden durch alle Kanäle durchmarschiert , um zu schauen , ob irgendwo etwas Interessantes kommt . 
Eine Sekunde pro Kanal . 
Es kam nichts Interessantes . 
Da waren wir wieder da , wo wir angefangen hatten , und das war bei der Werbung . 
Der Spot , so ein Halbminüter , denke ich , ging gerade zu Ende . 
Es ging um irgendein Waschmittel , " Panal " glaube ich , und am Anfang hatten sie furchtbar militaristische Trick-Aufnahmen von den einzelnen Körnern , die Füße und Köpfe haben und als Heer über ein Hemd marschieren , wobei sie sämtliche Schmutzpartikel wie Fußbälle wegkicken . 
Daraufhin und ich glaube auch , weil mein Bekannter " Tor ! " rief , was ich als ironischen Ausdruck seines Mißbehagens empfand , schaltete ich um auf die Sender . 
Mein Bekannter sagte : Laß doch ! Darauf ich : Ja , gleich . 
Es ergeben sich beim Kabelfernsehen manchmal sehr interessante Dialoge , die für Außenstehende oft nicht ohne Weiteres zu verstehen sind . 
Jedenfalls muß ich zugeben , daß er recht hatte , und zwar in doppeltem Sinn . 
Denn erstens waren die Programme auch nicht interessanter , und zweitens hatte sich die Waschmittel-Werbung , als wir wieder dorthin zurückgekehrt waren , erstaunlich entwickelt . 
Die letzten Sekunden waren unbeschreiblich sanft und lyrisch : Das vorher von Stiefeln betretene Hemd schwebte zwischen schneeweißen Wolken , bis es selber zu einer Art Wolke wurde und sich in die Wolkenlandschaft einreihte , durch welche , musikalisch sehr zart umrahmt , fünf bunte Luftschiffe in Form der Buchstaben des Waschmittels , also P , A , N , A und L , hindurchflogen und die Wolken noch weißer machten , als sie ohnehin schon waren . 
Das dauerte maximal vier Sekunden , aber wir waren so überwältigt , daß ich spontan dem Impuls nachgab , das Gerät auszuschalten , um diese eindrucksvollen Bilder nachwirken zu lassen . 
Mein Besucher sagte : " Laß doch ! " Ich : " Ich lasse es ja . 
" Daraufhin sagte er , es sei ohnehin Zeit für ihn , und er müsse jetzt leider gehen . 
Als ich wieder alleine war , gab ich spontan dem Impuls nach , das Gerät wieder einzuschalten . 
Ohne meinen Bekannten fühlte ich mich noch freier in meiner Auswahl . 
Diesmal ließ ich mir mehr Zeit , eher eine Minute als eine Sekunde pro Kanal . 
Es kam trotzdem nichts Interessantes . 
Aber dann hatte ich Glück und erwischte den PANAL-Spot von Anfang an , so daß ich ihn mir noch einmal in aller Ruhe und im Zusammenhang anschauen konnte . 
Durchhörbarkeit und verbindende Worte Im Kampf um die Einschaltquote sind die Radiomacher der Popwellen verzweifelt auf der Suche nach neuen Konzepten und jungen , flotten Moderatoren " Hier findet gerade ein Generationswechsel statt , und der ist immer brutal . 
" Thomas Koschwitz sagt das , der Mann mit dieser aufdringlich guten Laune , der bisweilen morgendliche Anruferinnen über den Sender mit den Worten begrüßt : " Sie haben also nichts an , außer HR 3 " . 
Der 36jährige mit inzwischen graumeliertem Haarkranz ist seit 17 Jahren Moderator und eine der " Star-Stimmen " des öffentlich-rechtlichen Senders , dessen " Service-Welle " HR 3 gerade ihren 20. Geburtstag gefeiert hat und mit dem Privatsender FFH um Einschaltquoten ringt . 
Nervös wird nach Erfolgsrezepten gesucht im Kampf um das flottere Image . 
Es wird viel experimentiert - und das kriegen auch die Moderatoren des Senders zu spüren . 
" Als Moderator wird da nur noch eingestellt , wer nicht viel älter als 25 ist " , hört man auf den Fluren des Senders , " da herrscht der totale Konkurrenzkampf " . 
Wer heute noch ein Star ist , kann morgen schon ohne Sendung dastehen . 
Einer wie Thomas Koschwitz weiß : " Ich bin hier ein Fossil . 
Noch gibt es eine ganze Menge Hörer , die mit mir alt geworden sind . 
Aber ich weiß , daß es sehr schnell gehen kann , bis ich auch draußen bin . 
" Star sein , das geht nur auf Zeit in den lockeren Pop-Wellen . 
Jörg Riemenschneider , " Chef " von HR 3 , läßt da Illusionen keinen Platz : " Ich sage allen , die hier anfangen : In spätestens fünf Jahren mußt du dir was anderes suchen . 
" Der Nachwuchs drängt , will sich auch einmal vor ein Mikrophon setzen , irgendwelche Hörer am Telefon nach Hobbys und Lieblingsmusik abfragen , Musiktitel und Verkehrsstaus ansagen . 
" Du mußt es wollen , von Anfang an wollen , nur so kommst du hier rein , nur so wirst du bekannt . 
" Das nett geschminkte Gesicht von Martina Regel zieht sich bei jedem " wollen " entschlossen zusammen . 
Abwechselnd mit Frank Seidel ( 30 ) moderiert die 29jährige die tägliche Nachmittags-Sendung " Leider gut " . 
" Wir machen alles alleine : Moderation , Beiträge , Interviews , Höreraktionen . 
" Das Konzept heißt " Personality-Show " ; bunte Themen sollen " frech verpackt " werden , die Sendung soll " schnell " sein und " flott " . 
Musik , kurze " Jingle " Einspielungen , anmachende Sprüche - es gibt keine Zehntelsekunde Pause in dieser Sendung , jeder Augenblick ist akustisch gefüllt . 
Das Konzept kommt offenbar an , die Sendung wurde jetzt sogar auf einem New Yorker Radio-Festival als " bestes Unterhaltungsmagazin der Welt " ausgezeichnet . 
Frank Seidels Selbstverständnis : " Ich bin Unterhalter , Dienstleister , kein Journalist . 
" Er serviert die Musik , die seine meist junge Hörerschaft mag , mischt Ansagen mit geschickt produzierten Jingles , provoziert Anruferinnen und Anrufer dazu , bei der Wahl zwischen zwei Musiktiteln für den " lahmeren " zu stimmen und freut sich " tierisch " , wenn er am Telefon mit dem Vornamen begrüßt wird . 
Eitelkeit , Hang zur Selbstdarstellung ? " Wer das nicht hat , fängt hier nicht an " , weiß Martina Regel . 
Auch wenn die meisten Hörer nur ihre Stimme kennen , sie auf der Straße nicht erkennen würden : " Es ist ein tolles Gefühl : zu wissen , da draußen hören dir hunderttausend Leute zu . 
" Der Preis : " Den ganzen Tag hast du den Kopf voll Radio , das ist eine eigene Welt " , sagt Frank Seidel , der sich selbst als " ruhigen Typ " bezeichnet . 
" Heute sprichst du mit Brigitte Nielsen , morgen mit David Bowie . 
Da kommt einem das normale Leben richtig langweilig vor . 
" Freundschaften zu pflegen sei da sehr schwierig , " eigentlich fast unmöglich " , meint er . 
Auch Martina Regel , die nach fünf Moderations-Jahren noch vor jeder Sendung " sehr nervös " ist und ungezählte Zigaretten verraucht , muß sich " die Zeit regelrecht freischaufeln " , um sich um ihre zweijährige Tochter Lara zu kümmern : " Ich stehe ständig unter Strom . 
Aber die Sendung muß jeden Tag gut werden , da hängt schließlich mein Name dran . 
" " Radio-Verrückte " nennt ein Kollege von HR 3 das Duo Regel/Seidel . 
Machen sie das " junge " Radio , das die Hörer von den Privaten wieder zurückholen kann ? Rolf Müller , zuständiger Redakteur für HR-3-Sendungen wie " Extra " und " Graffity " , hat andere Konzepte im Kopf . 
" Ein erfolgreiches Programm braucht erstens gute Musik , zweitens Unterhaltung , drittens Information , und viertens auch Moderatoren - in dieser Reihenfolge . 
" Ein Wort-Redakteur sorgt für kurze , eingespielte Beiträge , ein Musikredakteur für die richtigen Platten . 
Umfragen haben gezeigt , daß gerade junge Leute den Radiosender vor allem nach der Musik auswählen . 
Der Moderator darf mit angenehmer Stimme verbindende Worte sprechen . 
" Format-Radio " nennt sich das . 
Und mit einem Konzept arbeitet auch Radio FFH in den drei Jahren seines Bestehens so erfolgreich , daß der Sender in Hessen schon mehr Hörer hat als HR 3 . 
Die Moderatoren der Zukunft - austauschbar und möglichst unauffällig ? " Wir haben keine Stars " , sagt Wolfgang Johannes " Woljo " Krause , Früh-Moderator bei FFH und mit seinen 27 Jahren bereits zuständig für die " Moderatoren-Ausbildung " . 
Keine Ecken und Kanten darf das Programm haben , " Durchhörbarkeit " ist angesagt . 
Die Musik stellt ein nach US-amerikanischen Vorbildern entwikkeltes Computer-Programm zusammen : Erst drei " Hits " , dann ein Oldie , mal schnell , mal langsam , mindestens ein deutscher Song pro Stunde . 
Genormtes Radio , das auf kommerziellen Erfolg ausgelegt ist , das möglichst niemanden ausschließen soll , allen gefallen muß . 
Dem müssen sich auch die Moderatoren unterordnen , gibt Krause zu : " Daß einer bei FFH seinen privaten Funk macht , ist nicht vorstellbar . 
" Die meisten FFH-Moderatoren haben , wie Krause , ihren Job bei lokalen Privatsendern gelernt ; auch Ulli Jelinek , der Mann mit der bayerischen Färbung in der Sprache . 
Er ist mit 27 Jahren bei FFH zuständig für Wortbeiträge und weiß : " Die Textanteile sind bei uns zugegebenermaßen eher Beiwerk . 
" Sie sollten natürlich auch " knackig , interessant und flott gemacht werden " . 
Aber auch sie sind austauschbar , ohne allzu persönliche Note . 
" Der Hörer soll sich mit dem Gesamtprogramm identifizieren , nicht mit einzelnen Moderatoren oder Reportern . 
" " Star-Allüren " , sagt die 30jährige Silvia Stenger , Vormittags-Moderatorin bei FFH , seien ihr " ziemlich fremd " . 
An dem privaten Sender mag sie das " Wir-Gefühl " : Die Moderatoren werden in die Programmgestaltung einbezogen , wenn sie nicht moderieren , machen sie Beiträge für andere Sendungen , überlegen sich Themen und Höreraktionen . 
" Wir identifizieren uns mit unserem Programm " , sagt Silvia Stenger , " arbeiten alle gemeinsam am gleichen Produkt . 
" Was dieses " Wir-Gefühl " unterstützt : Etwa 20 von 30 FFH-Moderatoren haben feste Verträge . 
Bei HR 3 arbeiten dagegen fast alle Moderatoren " frei " gegen Honorar , können von heute auf morgen ohne Job dastehen . 
" Jeder kämpft gegen jeden . 
Das hebt natürlich nicht gerade die Stimmung " , sagt einer von ihnen . 
Dazu kommt , daß der HR den Moderatoren künftig untersagen will , Werbespots zu sprechen , die im Haussender laufen . 
Die Hörer werden 's dem Sender danken . 
Aber für die Moderatoren versiegt damit eine erkleckliche Einnahmequelle . 
Von einer bekannten HR-Stimme ist der Satz überliefert : " Wer als Moderator unter 100000 Mark nach Hause geht , muß blöd sein " - ein guter Teil davon kam aus den Werbespots . 
" Da gibt es einige im Haus , die zocken wirklich ' ne Menge Geld ab . 
" Der das sagt , ist 27 Jahre alt und sieht mit seinen roten Haaren und der braunen Hornbrille noch etwas jünger aus : Lars Cohrs , über den NDR und einen Privatsender zu HR 3 gekommen . 
Er gilt als " Senkrechtstarter " , wurde gleich zum verantwortlichen Redakteur für die Frühsendung " Pop und Weck " erhoben , er moderiert selbst - und ist die große Hoffnung seines Chefs Jörg Riemenschneider . 
Cohrs sagt mit Blick auf seine Kollegen : " Es würde mir gar nicht einfallen , meine Popularität zu nutzen , um in der Region irgendwelche Disco-Veranstaltungen zu machen . 
" Von den HR-3-Moderatoren fordert Cohrs " mehr Biß " , nicht nur lockere Freundlichkeit , die niemandem wehtue . 
Journalistischer sollten Moderatoren denken , sie sollten " nicht nur Sprüche reißen " , sondern die Interviewpartner auch mal " hart angehen " , Hintergründe aufzeigen , recherchieren . 
Uwe Oppers Traum hat sich erfüllt KRONBERG . 
" In dieser Dichte und diesem historischen Ambiente sind die Kronberger Maler noch nie gezeigt worden . 
" Galerist Uwe Opper war sichtlich stolz darauf , den " Traum vom eigenen Museum " nun endlich verwirklicht zu haben . 
Bei der Eröffnung in den historischen Räumen der alten Streitkirche präsentierte er den über 200 geladenen Gästen elf Gemälde der Kronberger Malerkolonie . 
Gemälde , so versicherte der Kunsthändler , wie man sie sonst nirgendwo sehe . 
" Die Ausstellung will das , was die Kronberger Künstler damals auch wollten : Leben und Freude vermitteln " , sagte Bürgermeister Wilhelm Kress in seiner kurzen Ansprache . 
Das neue Museum sei in einer Zeit der Hektik auch ein Ort zum Innehalten und Verweilen . 
An den Vorsitzenden der Kronberger Museumsgesellschaft , Bernd Weinstein , gerichtet , betonte Kreß : " Dieses Museum ist nicht als Konkurrenz zu dem Projekt , Kronberger Malschule ' zu sehen . 
" Es solle als Teil eines Stadtmuseums bei den Entscheidungen der künftigen Stadtverordnetenversammlung Priorität haben . 
Das Opper-Museum könne ein Stadtmuseum zwar ergänzen , aber nicht ersetzen . 
Der Museumsgesellschaft würden vorübergehend für vier bis fünf Monate Räume im Obergeschoß der Receptur zur Verfügung gestellt , sagte Kreß der FR . 
" Damit wäre die Receptur auch das ganze Jahr hindurch belegt . 
" Die Entscheidung über einen zukünftigen Standort werde die Stadtverordnetenversammlung sicher nicht ad hoc treffen , so Kreß . 
Man habe jedoch die alte Schule im Auge . 
Deren Umbau würde allerdings rund zehn Millionen Mark kosten , schätzt er . 
Weder Kosten noch Mühen konnten hingegen Uwe Opper von der Errichtung seines " Traummuseums " abhalten . 
Der Kunstkenner , der in den Räumen neben dem Museum weiterhin seine Galerie betreibt , will den ideellen Wert im Vordergrund sehen : " Das finanzielle ist unwichtig . 
" Schon lange beschäftigt sich Opper mit Künstlern der Kronberger Malerkolonie . 
Die Ausstellung umfaßt Werke der aus dem Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt hervorgegangenen Kolonie . 
Das älteste Gemälde , " Rast auf dem Feld " von Ernst Schalck , stammt aus 1854 , das jüngste , " Taunuslandschaft mit Ruine Königstein " von Philipp Franck , entstand 1928 . 
Als eines der wertvollsten Bilder nennt Museumsleiterin Bühler die " Aufbahrung der Kaiserin Friedrich in der Cronberger Johanniskirche " , gemalt von Ferdinand Brutt im Jahre 1901 . 
Apokalypse - aber Barbie lächelt süß Jugendliche der Schule am Ried drückten ihre Sorgen und Hoffnungen kunstvoll aus BERGEN-ENKHEIM . 
Soziale Randgruppen in kleinen grauen Schubladen , die Erde als Frikadelle eines Hamburgers , der im Mikrowellenofen schmort , Collagen zu Krieg , Hunger und Gewalt - recht deutlich zeigen die Exponate der Ausstellung " Wer bist Du ? " in der Schule am Ried in Enkheim , was junge Menschen in unserer Zeit bewegt . 
Ihre Sorgen , Hoffnungen und ihre Angst brachten die 23 Schüler eines Kunst-Grundkurses der Jahrgangsstufe zwölf dabei auf sehr unterschiedliche Weise zum Ausdruck . 
Da Thema und Technik frei gewählt werden konnten , reichte das Spektrum der Werke von der einfachen Wasserfarb-Zeichnung bis zur meterhohen Plastik . 
Eigentlich war es das Schaffen und die subjektive Betrachtung von Kunst , mit denen sich die Schüler und ihr Lehrer Robert Hötzel im Laufe des vergangenen Halbjahres beschäftigt hatten . 
" Bei einem Besuch auf der , documenta IX ' in Kassel sollten sich die Schüler zunächst in die Rolle des Kunstbetrachters versetzen " , erklärt der Pädagoge . 
Aus der Kunstgeschichte sollten sie lernen , warum die Arbeit vieler Künstler in der Vergangenheit auf Ablehnung gestoßen ist , und wie es unter dem nationalsozialistischen Regime zum Begriff der " entarteten Kunst " gekommen war . 
" Aus dieser Erfahrung heraus schlüpften die Schüler dann in die Rolle der Schaffenden " , berichtet Hötzel . 
Bedingung war , ein " Werktagebuch " zu führen , das die Entstehung der Gemälde , Plastiken und Collagen dokumentiert . 
In einer durchaus sehenswerten Ausstellung präsentieren die Schüler ihre Arbeiten nun der Öffentlichkeit . 
Einige der Werke fallen dabei besonders ins Auge : Bunt strahlt den Besucher in der Mitte eines der Ausstellungsräume ein Barbiepuppen-Pärchen mit glitzerndem Lächeln an - Symbol für die schöne , glückliche Welt des unbegrenzten Konsums . 
Auf der Rückseite des Tisches , im Schatten der Barbies , steht eine Schublade in düsterem Grau . 
In deren Fächern finden sich - ebenfalls grau und unauffällig - die Randgruppen der Gesellschaft : Kranke , Arme , Drogenabhängige . 
Die plastische Sozialkritik stammt von Meike Eysel . 
Auch " Ohne Titel " regt die Arbeit von Martin Gerlicki zum Nachdenken an : In einem Mikrowellenherd liegt die Erdkugel als Hamburger auf einem Brötchen . 
" Wenn man von Welt ist , ißt man von Welt " , verkündet dazu der Schriftzug auf einem Papierstreifen . 
Gemeint ist der Raubbau des Menschen an der Erde . 
Die " inneren Werte " einer Person kehrte Alexander Braun nach außen : Seiner zweieinhalb Meter hohen Plastik in menschenähnlicher Gestalt hat er " das Gute im Menschen " in Form von Symbolen auf den Leib geschrieben . 
Der junge Bergen-Enkheimer will sein Kunstwerk als Protest gegen die Oberflächlichkeit in der konsumorientierten Gesellschaft verstanden wissen . 
Ganz nebenbei hat der Kunstkurs obendrein noch einen Videofilm mit dem Titel " Apokalypse " produziert . 
Etwa 40 Minuten lang reihen sich zahlreiche Schreckensbilder vom Zweiten Weltkrieg , über Vietnam , Tschernobyl und andere Katastrophen aneinander . 
In nur acht Wochen hatten die Schüler den Videoclip pruduziert . 
Alle erforderlichen Geräte hatten sie sich dafür bei Freunden " zusammengeliehen " . 
Auch diesmal mußten sie ein Werktagebuch führen , denn den Film wertete Robert Höztel als zweite Klausur für das Halbjahreszeugnis . 
Gleichwertig ist die Arbeit allemal . 
Denn wie Hötzel berichtete , mußten sich die Schüler bald eingestehen , daß sie den erforderlichen Zeitaufwand für die Videoproduktion weit unterschätzt hatten . 
Dennoch war von dem Ergebnis dann selbst ihr Lehrer überrascht : " Die haben eine unheimlich gute Quellensammlung gehabt " , lobt Hötzel . 
Dabei wurden sie vor allem vom Nachrichtensender " CNN " unterstützt , in dessen Archiv sie sich bedienen durften . 
Die Ausstellung und das Video sind noch bis Ende dieser Woche im zweiten Stock des Hauptgebäudes der Schule am Ried , Barbarossastraße 65 , in Bergen-Enkheim zu sehen . 
GABOR PAPP Das Parkdeck ist noch nicht unsicher Gutachter : Schäden am Hessen-Center unbedenklich / Sanierung im nächsten Jahr BERGEN-ENKHEIM . 
Die Schäden im Parkdeck des Hessen-Centers sind offenbar weniger gravierend , als es der erste Anblick von abgeplatztem Beton und rostigem Baustahl vermuten läßt . 
Wie die Bauaufsichtsbehörde auf Anfrage der Stadtteil-Rundschau mitteilte , bestehe für eine Ausbesserung der Schäden " kein unmittelbarer Handlungsbedarf " . 
Auch der Mitarbeiter eines Langener Ingenieurbüros , von der Verwaltung des Enkheimer Einkaufszentrums mit der Begutachtung der bröckelnden Bausubstanz beauftragt , hielt die Risse für unbedenklich . 
Allerdings sehen einige der T-förmigen Betonsäulen , die das große Parkdeck an der Borsigallee tragen , aus , als wären sie von einem riesenhaften Nager angefressen worden . 
Die Metallstäbe , die an diesen Stellen freiliegen , sind stark verrostet . 
Auf dem Boden lagen zeitweise faustgroße Brocken herum , zu kleinen Häufchen zusammengekehrt . 
Daß ihnen eines Tages vor oder nach dem Einkauf die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fallen könnte , hatten wohl nur wenige Kunden gefürchtet . 
Doch auch mit großem Vertrauen in die Statik von Betonbauten konnte man angesichts der bröselnden Pfeiler zumindest um die Unversehrtheit seines Wagens bangen . 
Für den Lack der Autos besteht allerdings keine Gefahr , von herabfallenden Bruchstücken beschädigt zu werden , denn was da auf dem Boden herumlag , hatten Angestellte des Hessen-Centers selber heruntergeklopft , um eben einem derartigen " Steinschlag " vorzubeugen . 
Dem Hausinspektor des Einkaufszentrums , Bruno Klett , ist es nicht entgangen , daß der Zahn der Zeit an der rund 20 Jahre alten Konstruktion bereits deutliche Spuren hinterlassen hat . 
" Wir kontrollieren die gesamte Anlage wenigstens einmal im Monat " , versicherte Klett . 
Einmal jährlich werden Parkplätze und Einkaufszentrum gründlich unter die Lupe genommen und bei dieser Gelegenheit auch " Schönheitsreperaturen aufgenommen " . 
Dies sei notwendig , um den Investitionsplan für das folgende Jahr festlegen zu können , erklärte der Hausinspektor . 
Zusätzlich zu diesen regelmäßigen Kontrollen mache die Hausverwaltung zusammen mit Fachleuten alle zwei Jahre einen Rundgang durchs Hessen-Center , um sich über den tadellosen Gesamtzustand der Anlage zu vergewissern . 
Dabei gelte Schäden am Beton ein besonderes Augenmerk . 
" Bei Betonsanierungen wird immer ein Gutachter hinzugezogen " , hob Klett hervor . 
Daß man die Langener Ingenieure gerade Ende Juni mit der Untersuchung des maroden Parkdecks beauftragt hatte , nachdem in Bergen-Enkheim erste Sorgen um die Sicherheit des Bauwerks laut geworden waren , sei " eher zufällig und routinemäßig " geschehen , hieß es in der Hausverwaltung . 
Daß derzeit keine akuten Sicherheitsmängel bestehen , ist schließlich auch dem Gutachten zu entnehmen . 
Mit der Sanierung werde man sich daher bis zum nächsten Jahr Zeit lassen , erklärte Bruno Klett . 
Man wolle nicht einfach " nur die Risse zuschmieren " , sondern " dauerhaft sanieren " , so der Hausinspektor . 
Dazu sei es nötig , den freigelegten Stahl gündlich zu entrosten , bevor die abgebröckelten Teile durch neuen Beton ersetzt werden . 
Und das werde " einige Zeit " in Anspruch nehmen . 
gap " Politiker sind große Ja-Sager , aber Nichts-Tuer " Abgeordnete des Stadtjugendrings diskutierten mit Erich Becker ( SPD ) über ein Jugendzentrum FRIEDBERG . 
Für Planung und Bau eines Jugendzentrums wird wahrscheinlich kein Geld im städtischen Haushalt für 1993 bereitgestellt . 
Warum die offene Jugendarbeit den Politikern so unwichtig sei , suchte FR-Redakteur Klaus Nissen in einem Gespräch mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Erich Becker zu ergründen . 
Becker war dabei zum ersten Mal mit Jugendlichen konfrontiert . 
Die Studentin Berit Huth ( 19 ) und die Schülerin Bettina Hein ( 18 ) redeten ihm als Abgesandte des Stadtjugendrings ins Gewissen . 
Es folgt eine gekürzte Fassung des Generationengesprächs . 
FR : Nach dem Abriß des Jugendzentrums sprengten die empörten Jugendlichen 1985 eine Parlamentssitzung . 
Dann war Ruhe . 
Erst jetzt fordert ihr , eine neue Generation , mit Nachdruck ein Jugendzentrum . 
Warum so spät ? Berit : Die Jugendlichen trauen sich doch nicht , zum Bürgermeister zu gehen . 
Die wissen zum Teil gar nicht , was ihnen fehlt . 
Sie wissen nur : Sie können nirgendwo hingehen . 
Außer in die Kneipen . 
Menschen aus dem Stadtteil : Bernhard Ochs ist Bornheimer mit Leib und Seele " Die Vereine sind für mich Kultur " BORNHEIM . 
Bernhard Ochs ist ein Selbstdarsteller - so nennt er sich selbst . 
Er ist der heimliche Bürgermeister Bornheims - so nennen ihn andere . 
Er ist außerdem Maler , Autor , Politiker , ehemaliger Boxer , Vereinsringvorsitzender , Sozialarbeiter , Pädagoge , Historiker . 
Die Reihenfolge läßt sich variieren . 
Beim Frühstück im Café ist er ein Mann , der gern von sich erzählt und von den Dingen , die ihn bewegen . 
Alles hat , so scheint es , eine Basis : Bornheim . 
" Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch , ich habe noch nie in einem Stadtteil gelebt " , sagt Ochs . 
Kindergarten und Schule besuchte er in Bornheim , die Setzerlehre absolvierte er in einem Bornheimer Betrieb . 
" Später wollte ich die Politik in Bornheim mitgestalten . 
" Sein politisches Engagement für den Stadtteil - von der Bürgerinitiative gegen einen Nazi-Buchladen über zwölfjährige Arbeit im Ortsbeirat bis hin zum Stadtverordneten-Mandat - hat ihm den inoffiziellen Titel des " Bernemer Bürgermeister " eingebracht . 
Dabei schaute Ochs immer über den " Tellerrand " seines Stadtteils hinaus : er besetzte den Börneplatz , als dort der Neubau der Stadtwerke errichtet wurde ( " man muß auch in der Politik spontan sein , sonst hat's keinen Zweck " ) . 
Er gab nach zwölf Jahren die Arbeit im Ortsbeirat auf ( " ich war erschreckt , wie lange ich da drin steckte " ) . 
Reisen sind ihm wichtig ( " ich war in Südostasien , Amerika , UdSSR , als Student in Frankreich " ) . 
Aber es zog ihn immer nach Bornheim zurück : " Hier kann ich mich zurückziehen . 
Ich mache die Tür hinter mir zu , habe meine Bücher , meine Bilder - und gehe nicht mehr ans Telefon . 
" Den Hang zum Malen habe er vom Vater geerbt , erzählt er . 
Pop-Art ist sein Genre , Bornheim sein Sujet . 
Das Triptychon im Sitzungssaal des Ortsbeirates im Bürgerhaus Bornheim ist dafür bestes Beispiel . 
Mit seiner Kunst , aber auch mit seiner Arbeit als freier Journalist will Ochs die Bornheimer für ihre historische Umgebung sensibilisieren . 
Ochs berichtet gern , warum Bornheim einst als " lustiges Dorf " auch über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannt wurde : Grund waren nicht nur die Apfelweinkneipen , sondern vor allem jene Frauen , die zu mittelalterlichen Messezeiten von Frankfurt nach Bornheim wanderten , um ihren Kunden dort gegen entsprechende Bezahlung ein " Lust " zu bereiten . 
In seiner Wohnung hat Ochs ein Bornheim-Archiv - ein Regal voller Fotos , Festschriften und Kuriositäten wie das Sonderzugschild " Bornheim besucht Bornheim " , das von einer Fahrt von Bornheim/Frankfurt nach Bornheim in der Nähe von Bonn stammt . 
Solcherlei Material möchte er am liebsten in seinem Projekt " Museumsladen " in dem kleinen Fachwerkhaus Turmstraße 11 der Öffentlichkeit zeigen . 
Ein Projekt sind die Vereine . 
" Früher war mir die Vereinsmeierei zuwider . 
Trotzdem war ich immer Mitglied in irgendeinem Sportverein . 
" Inzwischen ist Ochs seit 1991 Vorsitzender des Bornheimer Vereinsrings , des mit 60 Vereinen und etwa 15 000 Mitgliedern größten Zusammenschlusses Frankfurter Vereine . 
Und natürlich urteilt er heute anders : " Dort gibt es Leute , die sich ehrenamtlich engagieren und damit Gemeinschaft schaffen . 
Das halte ich in einer Stadt wie Frankfurt mit so vielen Single-Haushalten für besonders wichtig " . 
Die mit Anstecknadeln behängten " Vereinsmeier " seien heute in der Minderzahl , und außerdem sei er heute selber klein und dick und trage Anstecknadeln , sagt er selbstironisch . 
Die Förderung der Vereine ist auch ein Schwerpunkt seiner Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung im Römer : " Vereine sind Kultur . 
Sie sind gleichwertig mit dem , was in den Museen oder in der Oper läuft . 
" Die 1200-Jahr-Feier Frankfurts müsse Klasse haben , " aber wir müssen auch in die Stadtteile gehen " . 
Dafür will er sich einsetzen . 
Kein Wunder - denn 1994 wird " sein " Bornheim 800 Jahre alt . 
