BUNDESVERFASSUNGSGERICHT
- 2 BvF 1/15 -

IM NAMEN DES VOLKES
In dem Verfahren
zur verfassungsrechtlichen Prüfung,
a) ob § 7 Absatz 1 und Absatz 2 des Gesetzes über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (Zensusgesetz 2011) vom 8. Juli 2009 (BGBl I S. 1781)
sowie § 2 Absatz 2 und Absatz 3 der Verordnung über Verfahren und Umfang
der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis zum Zensusgesetz 2011
(Stichprobenverordnung Zensusgesetz 2011) vom 25. Juni 2010 (BGBl I
S. 830) mit Artikel 80 Absatz 1 Satz 1, Satz 2 und Satz 4 in Verbindung mit
Artikel 20 Absatz 1, Absatz 2 Satz 2 und Absatz 3, Artikel 19 Absatz 4 Satz 1,
Artikel 103 Absatz 1, Artikel 28 Absatz 2 Satz 1, Artikel 3 Absatz 1 und Artikel 107 des Grundgesetzes unvereinbar und nichtig sind,
b) ob § 19 des Gesetzes über den registergestützten Zensus im Jahre 2011
(Zensusgesetz 2011) vom 8. Juli 2009 (BGBl I S. 1781) mit Artikel 19 Absatz
4 Satz 1 in Verbindung mit Artikel 103 Absatz 1, Artikel 28 Absatz 2 Satz 1,
Artikel 3 Absatz 1 und Artikel 107 des Grundgesetzes unvereinbar und nichtig
ist
Antragsteller: Senat von Berlin (Senatskanzlei),
vertreten durch den Regierenden Bürgermeister,
Jüdenstraße 1, 10178 Berlin,
- Bevollmächtigte:

Rechtsanwälte Dr. Reiner Geulen und Prof. Dr. Remo Klinger,
Schaperstaße 15, 10719 Berlin -

hier: Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
hat das Bundesverfassungsgericht - Zweiter Senat unter Mitwirkung der Richterinnen und Richter
Präsident Voßkuhle,
Huber,

1/4

Hermanns,
Müller,
Kessal-Wulf,
König,
Maidowski,
Langenfeld
am 13. Juni 2017 beschlossen:
Die einstweilige Anordnung vom 26. August 2015 wird für die Dauer
von weiteren sechs Monaten, längstens jedoch bis zur Entscheidung
in der Hauptsache, wiederholt (§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG).
Gründe:
I.
Das Bundesverfassungsgericht hat durch einstweilige Anordnung vom 26. August
2015 § 19 des Gesetzes über den registergestützten Zensus im Jahre 2011 (Zensusgesetz 2011) vom 8. Juli 2009 (BGBl I S. 1781) bis zur Entscheidung in der Hauptsache, längstens für die Dauer von sechs Monaten, außer Vollzug gesetzt. Mit Beschlüssen vom 15. Februar 2016, 20. Juli 2016 und 22. Dezember 2016 wurde die
einstweilige Anordnung vom 26. August 2015 jeweils für die Dauer von weiteren
sechs Monaten, längstens jedoch bis zur Entscheidung in der Hauptsache, wiederholt (§ 32 Abs. 6 Satz 2 BVerfGG).

1

II.
Das Bundesverfassungsgericht kann eine einstweilige Anordnung dann wiederholen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen für den erstmaligen Erlass einer solchen Anordnung noch gegeben sind (vgl. BVerfGE 21, 50 <50>; 89, 113 <115 f.>; 97,
102 <102>; BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 9. Juni 2004
- 2 BvQ 70/03 -, juris, Rn. 3; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 11.
November 2013 - 2 BvR 547/13 -, juris, Rn. 6). Dies ist vorliegend der Fall. Zur Begründung wird auf den Beschluss vom 26. August 2015 verwiesen.

2/4

2

Die mit Beschluss vom 22. Dezember 2016 wiederholte einstweilige Anordnung
vom 26. August 2015 tritt mit Ablauf des 22. Juni 2017 außer Kraft (§ 32 Abs. 6 Satz 1
BVerfGG). Da das Normenkontrollverfahren nach wie vor anhängig ist, mit einer Entscheidung in der Hauptsache trotz derzeit laufender Vorbereitung bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu rechnen ist und die gesetzlichen Voraussetzungen für den erstmaligen
Erlass einer einstweiligen Anordnung unverändert gegeben sind, ist eine weitere
Wiederholung der einstweiligen Anordnung vom 26. August 2015 (§ 32 Abs. 6 Satz 2
BVerfGG) spätestens zum 22. Juni 2017 angezeigt. Insoweit wird ebenfalls auf den
Beschluss vom 26. August 2015 Bezug genommen.
Voßkuhle

Huber

Hermanns

Müller

Kessal-Wulf

König

Maidowski

Langenfeld

3/4

3

Bundesverfassungsgericht, Beschluss des Zweiten Senats vom 13. Juni 2017 2 BvF 1/15
Zitiervorschlag BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 13. Juni 2017 - 2 BvF 1/15
- Rn. (1 - 3), http://www.bverfg.de/e/fs20170613_2bvf000115.html
ECLI

ECLI:DE:BVerfG:2017:fs20170613.2bvf000115

4/4

