Ein 11-jähriges Mädchen wurde mit 51 Tage alten, nach Verbrennungen verbleibenden, offenen Wunden an beiden unteren Gliedmaßen in unsere Einrichtung gebracht. Die Patientin hatte zu Beginn Verbrennungen auf 15 % der gesamten Körperoberfläche. Sie erlitt Verbrennungen durch verschüttete heiße Milch und wurde zunächst in mehreren örtlichen Krankenhäusern behandelt, wo sie eine unterstützende Behandlung erhielt, intravenöse Antibiotika und die betroffenen Bereiche wurden mit Verbandmitteln versorgt. Da sie tiefe Hautwunden hatte, kam es zu keiner Epithelisierung, und sie erhielt weiterhin lokale Verbandmittel in verschiedenen peripheren medizinischen Zentren. Während der 50. Tage wurde sie in drei verschiedenen örtlichen Krankenhäusern behandelt, und da sich der Allgemeinzustand weiter verschlechterte, wurde sie schließlich am 51. Tag nach der Verbrennung an unser Zentrum überwiesen. Sie hatte eine Rechtsherzlage mit einem kleinen offenen Foramen ovale. Außerdem hatte sie in der Neugeborenenperiode eine Thrombose der linken gemeinsamen Femoralarterie, die erfolgreich behandelt wurde, ohne dass die zugrunde liegende Ätiologie geklärt wurde. Nichts Signifikantes. Bei der Untersuchung zeigte sie systemische Entzündungszeichen, hohes Fieber, Tachykardie und Hypotension. Ihr Allgemeinzustand war schlecht mit nach Brand entstandenen rohen Bereichen am rechten Oberschenkel und an der Leiste sowie am linken Oberschenkel und Bein. Der rechte Oberschenkel war in seiner gesamten Dicke am anteromedialen Aspekt mit freigelegten Oberschenkelmuskeln betroffen. Es gab Schorf und Nekrosen der umliegenden Weichteile (Abbildung). Der linke Oberschenkel und das linke Bein hatten teilweise heilende rohe Bereiche mit blassem Granulationsgewebe am anteromedialen Oberschenkel, das sich bis zum linken Bein erstreckte (Abbildung). Blutuntersuchungen deuteten auf Anämie (Hämoglobin: 8,1 g%), Leukozytose (Gesamtleukozytenzahl: 73 700) mit Linksverschiebung (91% neutrophile Granulozyten), Thrombozytopenie (Blutplättchen: 7,14 × 105), Hypoproteinämie (3,3 g/dL) und Hypoalbuminämie (1,3 g/dL) hin. Die Leber- und Nierenfunktionstests waren innerhalb der normalen Grenzen. Der Wundabstrich ergab Gram-negative Kokkobazillen. Bei der Präsentation deutete die Röntgenuntersuchung der Brust auf ein Pleuraerguss hin, und die abdominale Ultraschalluntersuchung ergab eine leichte Hepatomegalie. Nach der Operation wurde eine Computertomographie (CT)-Angiographie der beiden unteren Extremitäten durchgeführt, die eine akute Thrombose der rechten äußeren Hüftarterie und eine nicht opacifizierte rechte unteren Extremität der großen Gefäße ergab (Abbildung).