Eine 16-jährige Patientin kam in die Universitätsklinik und berichtete über beidseitige Schwellungen der Wangen, besonders auf der rechten Seite. Die Patientin hatte bemerkt, dass die Schwellungen vor zwei Jahren ohne Anzeichen von Schmerzen begonnen hatten, langsam wuchsen und eine Asymmetrie des Gesichts verursachten. Die allgemeine Krankengeschichte der Patientin enthielt keine Hinweise auf eine Erkrankung. Die klinische Untersuchung ergab eine beidseitige, weiche, bewegliche und schmerzfreie Masse im Weichgewebe. Die Masse auf der rechten Seite war viel größer und verursachte eine Asymmetrie (Abb. A). Die Bildgebung mit MRT-Scan zeigte zwei runde, fein gekapselte Fettgewebemassen, die mit der bukkalen Fettpolster verbunden waren (Abb. B). Diese MRT-Befunde entsprechen in Kombination mit der klinischen Untersuchung der Beschreibung des Lipoms des bukkalen Fettpolsters. Die Operation wurde mit dem intraoralen Ansatz unter Vollnarkose durchgeführt, zunächst auf der rechten und anschließend auf der linken Seite, wobei das gleiche Verfahren befolgt wurde. Ein relativ querverlaufender Schnitt wurde mit einer Nr. 15-Klinge durch die bukkale Mukosa durchgeführt, die vom äußeren Schrägsaum bis zur Hälfte des mandibulären Ramus posterior verlief und etwa 5 mm unterhalb der Papilla des Parotidduktes anterior lag, um den Stensen-Duktus zu erkennen und zu schützen. Ein zweiter Schnitt zum Buccinatormuskel erlaubte den Zugang zum Lipom. Der Massetermuskel, die umliegenden Gefäße und der Parotidduktus wurden ebenfalls erkannt und geschützt. Das Lipom wurde vorsichtig von den umliegenden Geweben gelöst und entfernt, einschließlich des gut angehängten größeren vorderen Teils der bukkalen Fettpolster. Nach diesem Verfahren wurde eine gründliche Hämostase durchgeführt und mit Kochsalzlösung gespült. Der Schnitt wurde vorsichtig genäht und ein Drainage gelegt. Die gleiche chirurgische Technik wurde auf der linken Seite für die Entfernung des kleineren Lipoms wiederholt. Der Patient wurde zwei Tage lang im Krankenhaus behandelt und überwacht und dann in gutem Allgemeinzustand entlassen. Nach der Operation wurden Anweisungen gegeben. Die posttraumatische Schwellung und das Ödem verschwanden zwei Wochen nach der Operation vollständig (Abb. B). Die histologische Untersuchung der entfernten Massen bestätigte das typische Bild eines gewöhnlichen Lipoms.