Bei einem 72-jährigen Patienten mit Leberzirrhose (Child-Pugh-Stadium A), Diabetes mellitus Typ 2 und chronischer Hepatitis-C-Virusinfektion (HCV, Genotyp 1B), der ursprünglich vor 13 Jahren diagnostiziert wurde, wurde ein Lebertumor entdeckt. Die Leberenzyme waren leicht erhöht mit Alaninaminotransferase 89 U/L (Referenz: 10–50 U/L) und Aspartataminotransferase 65 U/L (Referenz: <50 U/L). Der 4 cm große Tumor wurde durch eine routinemäßige Sonographie entdeckt und durch laparoskopische Leberresektion entfernt. Die morphologische Analyse, die Immunhistochemie und das multiregionale NGS wurden auf repräsen-tativen Tumorabschnitten angewendet, wie in [] beschrieben. Tabelle und Abbildung zeigen die histopathologischen und molekularen Befunde in 14 einzelnen Tumorbereichen, die nach ihren vorherrschenden morphologischen und molekularen Merkmalen in drei Tumorregionen (A, B und C) gruppiert wurden. Zusammengefasst wurde ein multinodulares, kombiniertes hepatozelluläres/cholangiozelluläres Karzinom, Tumorstadium T1 Grad 2–3, diagnostiziert. Intratumorale heterogene Expression von fünf Leberzellmarkern (CK7, CK19, Glutamine synthetase, p53, β-Catenin) wurde erkannt, darunter eine doppelte Positivität für Glutamine synthetase, nukleares β-Catenin und p53 in Tumorregion A. Die Sequenzierung der nächsten Generation wurde mit einer Mindestdeckung von 1329 (SD ± 725) Lesungen pro Amplikon in jedem einzelnen Tumorbereich durchgeführt. Die Sequenzierungsergebnisse ergaben eine p.D32V (c.363 A > T)-Mutation und eine TP53 ivs8-1 (c.783-1 G > A)-Spleißstellenmutation im Tumorbereich A. Beim Vergleich der Mutationsallel-Frequenzen zeigten die Kopien der Gene CTNNB1 und TP53 einen ähnlichen Bereich beider Frequenzen im Bereich A1-3. Alle mutierten und wildtypigen Tumorbereiche zeigten zusätzlich einen SNP des Exons 7 (rs17880604). Zusammengenommen zeigten die morphologischen und immunhistochemischen Befunde zusammen mit den Sequenzierungsergebnissen, dass ein Tumorsubklon mit hepatozellulärer Differenzierung gleichzeitig eine Mutation in den Genen CTNNB1 und TP53 aufwies. Nach einer Nachbeobachtungszeit von 12 Monaten hatte die Patientin bis heute ein lokales Rezidiv eines Lebertumors, das nicht operabel war und daher mit einer transarteriellen Chemoembolisation (TACE) behandelt wurde.