Ein 17-jähriges Mädchen wurde mit einer primären Amenorrhoe, Kleinwuchs und einem verminderten Allgemeinzustand in unsere Endokrinologieklinik überwiesen. Sie kam aus einer Familie mit niedrigem sozioökonomischen Status. Sie ist das erste Kind einer Familie mit 6 Kindern. Es gab keine Anamnese von chronischem Durchfall, Erbrechen, Medikamenteneinnahme oder anderen zentralen Nervensymptomen wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen. Es gab keine signifikante familiäre medizinische Anamnese. Es gab keine familiäre Anamnese von verzögerter Pubertät. Bei der körperlichen Untersuchung war sie bei Bewusstsein, sehr dünn, blass und ohne besondere Gesichtszüge. Ihre Herzfrequenz lag bei 110 Schlägen/Minute und ihr Blutdruck bei 110/65 mm Hg. Sie befand sich im Stadium 5. Sie war 143 cm groß (0,1 % Prozent), wog 35 kg (0,1 % Prozent) und hatte einen Body-Mass-Index (BMI) von 17,1 kg/m2 (3,3 Prozent). Es gab weder Hepatosplenomegalie noch Lymphadenopathie. Ihre anfänglichen Laboruntersuchungen zeigten eine starke Anämie, eine Hämoglobin-Elektrophorese ergab keine Hämoglobinopathie. Wir beobachteten Werte von FSH und LH, die einem Tanner-5 entsprechen, einen niedrigen Wert von IGF1 und einen hohen Wert von Anti-Gewebe-Transglutaminase-Antikörpern (Anti-TTG-IgA). Ihr Knochenalter entspricht 15 Jahren (Greulich & Pyle). Eine gynäkologische Untersuchung mit transabdominaler Sonographie von Uterus und Ovarien war normal. Aufgrund der bisherigen Ergebnisse wurde eine Endoskopie des oberen Gastrointestinaltrakts durchgeführt, die bei Biopsien des Dünndarms den March3c-Typ zeigte und damit die Zöliakie bestätigte. Eine glutenfreie Diät wurde zusammen mit einer Multivitamin-Supplementation empfohlen: Fe (5 mg/kg/Tag), B9 (1 mg/kg/Tag) und Vitamin D. Der Patientin wurde nicht erlaubt, bestimmte Getreidekörner zu essen, die Gluten enthalten, wie z. B. Weizen, Gerste und Lebensmittel, die Zutaten aus diesen Getreidekörnern enthalten, wie z. B. Brot, Müsli, Pasta und Getränke wie z. B. Bier. Wir gaben ihr eine Broschüre, die viele glutenfreie Lebensmittel auflistet, darunter Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Reis und Kartoffeln. Es ist zulässig, Mehl aus Bohnen, Kartoffeln, Reis, Mais, Soja, Mandeln, Maniok, Amaranth, Quinoa oder Mais zu verzehren. Diese Produkte sind in mehreren Lebensmittelgeschäften und in spezialisierten Lebensmittelgeschäften erhältlich. Vier Monate später verbesserte sich der Zustand der Patientin deutlich. Sie nahm an Gewicht zu (3,5 kg), ihr Hämoglobin lag bei 9,5 g/100 ml, und sie hatte im Alter von 17 Jahren und 10 Monaten ihre erste Menstruation.