Ein ansonsten gesunder 45-jähriger Mann kam nach einem Unfall mit einer Schrotflinte im Bauchbereich. Es handelte sich um eine Verletzung aus nächster Nähe. Die Eintrittswunde befand sich im Nabelbereich. Der Patient war hämodynamisch instabil. Seine Herzfrequenz lag bei 122 Schlägen pro Minute und sein systolischer Blutdruck bei 95 mmHg. Er war tachypneisch und hatte einen beeinträchtigten mentalen Status. Während der Flüssigkeitstherapie wurde der Patient sofort auf eine diagnostische Laparotomie vorbereitet. Bei der Laparotomie wurden mehrere Verletzungen festgestellt, darunter ein Riss des Rectus abdominis und der tiefen Faszie, eine Schnittverletzung des rechten Leberlappens, eine perforierte Gallenblase, ein kleines nicht expandierendes rechtsseitiges retroperitoneales Hämatom, ein vollständiger Schnitt des aufsteigenden Darms nahe der Leberfalte, mehrere Perforationen des aufsteigenden Darms und des proximalen Teils des Querdarms, ein vollständiger Schnitt des distalen Teils des Dünndarms mit großer Kontamination und eine blutende Schnittverletzung des angrenzenden Mesenteriums. Die Abbildung zeigt eine Röntgenaufnahme des Abdomens, bei der die intraabdominale Streuung der Pellets mit den intraoperativen Befunden übereinstimmt. Zu den chirurgischen Reparaturen gehörten Hepatropie und die Anwendung eines topischen hämostatischen Mittels, eine rechte Kolektomie und eine Anastomose des Ileums mit dem Querkolon sowie eine offene Cholezystektomie. Die Bauchhöhle wurde mit erwärmter Kochsalzlösung gespült und drainiert, und die Bauchdecke wurde vollständig geschlossen. Die intraoperativen Transfusionsanforderungen waren 6 Einheiten gepackter roter Blutkörperchen und 3 Einheiten Frisch-Frosch-Plasma. Nach der Operation wurde der Patient in die Intensivstation (ICU) aufgenommen. Am 4. postoperativen Tag wurde er aus der ICU entlassen. Sein Gesamtaufenthalt im Krankenhaus betrug 18 Tage. Ein Jahr später wurde der Patient zur elektiven Operation einer Bauchwandhernienreparatur ins Krankenhaus eingeliefert. Er wurde am 6. postoperativen Tag entlassen.