Ein 67-jähriger Mann wurde zur chirurgischen Behandlung eines schweren rheumatischen Mitralklappen-Regurgitations-Syndroms in das Krankenhaus eingewiesen. Das präoperative Koronarangiogramm war unauffällig (A). Die rechte Koronararterie war dominant und führte zu großen posterioren absteigenden und posterolateralen Arterien. Im linken Koronarsystem entstand ein einzelner stumpfer marginaler Ursprung aus der Circumflex-Arterie, die von geringem Kaliber war und danach aus der atrioventrikulären Rinne austritt. Die Operation wurde durch eine mediane Sternotomie und einen aorto-bicaval-kardiopulmonalen Bypass durchgeführt. Die Mitralklappe wurde durch eine vertikale beidseitige transeptale Atriotomie freigelegt und durch eine mechanische Biflap-Prothese ersetzt. Der Verlauf der Operation verlief ohne Komplikationen und der Patient wurde am 2. postoperativen Tag in die Intensivstation (ICU) mit normalem Sinusrhythmus und guter kardialer Funktion ohne inotrope Unterstützung transferiert. Nach der Ankunft in der ICU wurde eine deutliche ST-Hebung in den unteren Leitungen sichtbar, während die hämodynamischen Bedingungen stabil waren. Ein transthorakales Echokardiogramm zeigte eine hypokinetische untere Wand. Ein Koronarangiogramm wurde durchgeführt: ein fokaler, subokklusiver Spasmus war im mittleren bis distalen Segment der rechten Koronararterie evident (B Video 1). Eine intrakoronare Injektion von Nitraten führte zu einer sofortigen Lösung des Spasmus (C Video 2) und der elektrokardiographischen Veränderungen. Eine kontinuierliche intravenöse Infusion von Nitroglycerin (4 mg/h) und eine orale Verabreichung von Diltiazem 60 mg zweimal täglich wurden eingeleitet. Am 2. postoperativen Tag wurde die intravenöse Nitroglycerintherapie durch ein transdermales Pflaster (10 mg/Tag) ersetzt. Der anschließende postoperative Verlauf verlief ohne Komplikationen und der Patient wurde am 7. postoperativen Tag in guten klinischen Bedingungen entlassen. Ein transthorakales Echokardiogramm bei Entlassung zeigte keine Anomalien der regionalen Kinese. Zusatzmaterial zu diesem Artikel finden Sie in der Online-Version unter.