Eine 2,8 kg schwere Frau, die im 38. Schwangerschaftswoche und 5 Tage alt geboren wurde, wurde vor der Geburt bei einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung mit einer angeborenen linken Lungenunterversorgung (CSL) diagnostiziert. Nach der Geburt wurde sie in die Neugeborenen-Intensivstation zur nicht invasiven Atemunterstützung aufgenommen. Ihr Atemstatus verbesserte sich nach 12 Stunden und sie konnte an Raumluft entwöhnt werden. Die Querschnittsbildgebung ergab, dass die rechte Lunge und die rechte Pulmonalarterie fehlten, ein rechter Hauptbronchus-Rest bestand und das Herz sich deutlich nach rechts in die rechte Brust verschoben hatte. Bei ihr wurde eine H-Typ-Tracheo-Öso-Fistel (TEF) und eine Darmfehlrotation festgestellt. Die H-Typ-TEF wurde über eine Bronchoskopie repariert und die Darmfehlrotation wurde laparoskopisch ohne Komplikationen repariert. Sie wurde am 21. Lebenstag nach Hause entlassen. Im Alter von 11 Monaten entwickelte die Patientin einen Stridor und Atemwegserkrankungen. Die Computertomographie (CT) und die Bronchoskopie zeigten eine mittlere bis starke distale Tracheomalazie mit hauptsächlich anteriorer Trachealkompression und leichter posteriorer Kompression der Speiseröhre, die auf einen pseudoarteriellen Ring zurückzuführen war, der durch den Aortenbogen und die anomale rechte Subklavienarterie (ARSA) gebildet wurde. Nach einer multidisziplinären Diskussion mit den Fachbereichen Kinderchirurgie, HNO, angeborene Herzfehler und Gefäßchirurgie wurde der Konsens erzielt, dass die Trachealkompression hauptsächlich durch die Umwicklung des Aortenbogens um die Trachea verursacht wurde, als dieser nach rechts in die Brust verschoben wurde. Die posteriore Kompression der Speiseröhre durch die ARSA wurde damals nicht als signifikant angesehen. Sie wurde mit einem Gewebeexpander (Integra®, PMT) mit 80 ml Kochsalzlösung in den rechten extrapleuralen Raum durch eine rechte Thorakotomie gelegt, um das Herz nach links und anterior zu drücken. Die intraoperative Bronchoskopie zeigte eine sofortige Verbesserung der Tracheomalazie. Am postoperativen Tag (POD) 2 entwickelte sie nach der Umstellung auf eine normale Diät eine fortschreitende Dysphagie. Ein Ösophagramm zeigte eine Verschlechterung der hinteren Kompression der Speiseröhre durch die ARSA, was mit einer Dysphagie lusoria vereinbar ist. Eine nasogastrale Ernährungssonde wurde zur vorübergehenden Ernährung gelegt, und sie wurde einer halb-elektiven Transposition der anomalen rechten Subklavienarterie zur rechten Carotis durch einen supraklavikulären Zugang unterzogen. Sie erholte sich ohne Komplikationen, und ihre Dysphagie lusoria verschwand. Die Patientin entwickelt sich insgesamt gut, aber sie hatte mit 14 und 24 Monaten wiederkehrende Symptome einer Tracheomalazie, die beide mit einer Zugabe von 15 ml bzw. 20 ml Kochsalzlösung zu ihrem Gewebeexpander verschwanden. Mit 30 Monaten wurde ihr Gewebeexpander durch einen größeren ersetzt.