Ein gesunder 66-jähriger Mann ohne Vorerkrankungen wurde mit einer ersten Episode von plötzlich auftretenden, starken epigastrischen Schmerzen in die Notaufnahme eingewiesen. Die Schmerzen traten in Ruhe ohne damit verbundene Symptome wie Atemnot oder Erbrechen auf. Er berichtete, dass er eine Woche vor Aufnahme wegen einer Epicondylitis nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente eingenommen hatte. Bei der Aufnahme waren die Schmerzen schnell abgeklungen und die körperliche Untersuchung war nicht eindeutig: Blutdruck, Temperatur, Herzfrequenz und Kapillarfüllung waren normal. Die Thorax-Auskultation und die Bauchpalpation ergaben nur leichte epigastrische Schmerzen. Das EKG und der Troponintest waren normal, ebenso wie Hämoglobin, Bilirubin, Leberenzyme und Lipase. Im Rahmen der Richtlinien unserer Abteilung wurde ein POCUS durchgeführt, um eine Cholelithiasis auszuschließen. Dabei wurde ein Philips CX50 mit einer 3,5-5 MHz-Abdominalsonde verwendet. Es wurden keine Gallensteine gefunden, aber der POCUS ergab eine Masse zwischen Milz und linker Niere (Abb. und zusätzliche Datei: Video 1), die 80 * 74 mm misst. Die Masse war vaskulär mit einem starken Farb-Dopplersignal (Abb. und zusätzliche Datei: Video 2) und einem intraluminalen Thrombus, was erklärt, warum das Dopplersignal nicht das gesamte Lumen ausfüllt. Die maximale Geschwindigkeit im Aneurysma betrug aufgrund des großen Durchmessers nur 18 cm/s. Die Aorta wurde von der Membran bis zur Bifurkation untersucht. Es wurden keine anderen Aneurysmen gefunden. Um die Milz herum wurden geringe Mengen freier peritonealer Flüssigkeit festgestellt. Durch eine dringende Computertomographie wurde ein gerissenes Riesenaneurysma der Milzarterie diagnostiziert. Eine selektiven Angiographie wurde dann unter Vollnarkose durchgeführt; eine vollständige Ausschließung des Aneurysmas wurde mit einer Embolisation mit Kleber/Lipiodol erreicht. Der Verlauf nach dem Eingriff verlief ohne Zwischenfälle und der Patient wurde 3 Tage später nach Hause entlassen. Der Patient blieb 6 Monate nach dem Eingriff frei von jeglichen Komplikationen der Embolisation.