Eine 59-jährige Patientin kam in unsere Klinik für Mund- und Kieferchirurgie mit Beschwerden im Bereich des rechten hinteren Gaumens. Die Patientin konnte sich nicht genau erinnern, wann die Beschwerden begonnen hatten. Die Patientin hatte keine andere relevante Krankengeschichte. Bei der klinischen Untersuchung wurde eine kuppelförmige Masse von 2,0 × 2,5 × 1,0 cm mit klarer Grenze und ohne Ulzeration im Bereich des rechten hinteren Gaumens festgestellt. In den folgenden Tagen nach der Aufnahme wurde eine Schnittbiopsie unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Eine pleomorphische Adenom (mit zentraler koagulatorischer Nekrose, höchstwahrscheinlich traumatisiertes pleomorphes Adenom) wurde histopathologisch festgestellt. Die Patientin wurde daher einer einfachen Massenentfernung mit Sicherheitsmarge unter Vollnarkose unterzogen, ohne dass eine weitere Untersuchung erforderlich war. Die postoperative histopathologische Untersuchung ergab ein epitheliales myoepitheliales Karzinom mit positivem Basalresektionsrand. Eine Magnetresonanztomographie des Kopfes und des Halses sowie eine Ganzkörper-Positronenemissionstomographie wurden zur weiteren Untersuchung durchgeführt, aber es gab keine Hinweise auf eine Fernmetastase (pT2N0M0, Stadium II), die gezeigt wurde. Die postoperative Strahlentherapie wurde am Hauptort in der Abteilung für Strahlenonkologie durchgeführt, und die Gesamtdosis an Strahlung lag bei 6148, 5400 und 4500 cGy am Operationsort, am Randbereich und am lateralen Halslymphknoten der Stufen IB und II, jeweils für 39 Tage. Es gab keine anderen signifikanten Komplikationen als eine orale Mukositis. Nach der Strahlentherapie trat eine Fistel mit einer Größe von 1,5 x 1,0 cm an der rechten Seite auf, die auch die Operationsseite war. Die Fistel wurde 8 Monate nach der Strahlentherapie unter Vollnarkose mit einer Palatoplastik mit zwei Lappen verschlossen. Die rechte Operationsseite, die nach der Strahlentherapie eine schlechte Blutversorgung hatte, war jedoch nekrotisch. Wir entfernten den nekrotischen Lappen unter Vollnarkose und schufen einen myomukosalen Insel-Flap, der die rechte Mukosa und die Buccinatoren enthielt. Die Fistel wurde durch Tunneling wiederhergestellt, um den Defekt auf der lingualen Seite des Unterkiefers zu schließen. Der Spender wurde mit dem Lappen des ipsilateralen bukkalen Fettpolsters wiederhergestellt. Nach der Operation wurden die Nasen- und Mundöffnung geschlossen und ordnungsgemäß verheilt.