Eine 29-jährige Frau aus Kumba, Kamerun, wurde im Januar 2004 in das St. John's Hospital and Maternity, Kumba, eingewiesen. Sie klagte über Fieber, Erbrechen, unspezifische Bauchschmerzen, Myalgien und Hepatosplenomegalie. Die Gesamtleukozytenzahl lag bei 1,7 × 109/l (Neutrophilen 51 %, Lymphozyten 43 %, Monozyten 5 %). Die Urintests waren normal, und die Dünn- und Dickschicht-Untersuchungen des peripheren Blutes waren negativ für Malaria. Die Patientin war auch negativ auf HIV getestet. Ein Widal-Bluttest ergab jedoch einen Titer von 80 gegen das "O"-Antigen (somatisch) und 160 gegen das "H"-Antigen (Flagellen) von Salmonella enterica serovar Typhi (empfohlene Schwellenwerte in unserem Krankenhaus: ≥ 1:80 bzw. ≥ 1:160 für die "O"- und "H"-Antigene). Die Blutkultur wuchs mit Salmonella enterica serovar Typhi. Zwei Monate vor ihrer Erkrankung hatte sie einen Verdacht auf Typhus erlitten und war mit Chloramphenicol 500 mg alle 6 Stunden über 14 Tage behandelt worden. Das Antibiotikogramm des isolierten S. enterica serovar Typhi wurde mit der Diskdiffusionsmethode gemäß den NCCLS-Richtlinien [] durchgeführt. Die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) von Nalidixinsäure und Ciprofloxacin wurden mit der Agarverdünnungsmethode [] bestimmt. Die verwendeten Antibiotikadisketten enthielten Ampicillin 10 μg (Beecham), Co-Trimoxazol 1,25/23,75 μg (Roche), Chloramphenicol 30 μg (Antibioticos SA), Ciprofloxacin 5 μg (Bayer), Nalidixinsäure 30 μg (Sigma) und Ceftriaxon 30 μg (Roche). Das Isolat erwies sich als resistent gegen Nalidixinsäure, Ampicillin, Co-Trimoxazol und Chloramphenicol, aber empfänglich für Ceftriaxon und Ciprofloxacin mit Diskdiffusionstest. Die MHKs von Ciprofloxacin und Nalidixinsäure waren 0,5 μg/ml bzw. 32,0 μg/ml. Die Patientin blieb nach 7 Tagen oraler Verabreichung von 500 mg Ciprofloxacin alle 12 Stunden fiebrig. Danach erhielt die Patientin intravenös alle 12 Stunden 1 g Ceftriaxon, wodurch sie innerhalb von vier Tagen afebril wurde. Die Behandlung wurde noch weitere 3 Tage fortgesetzt. Die Patientin fiel nach der Nachuntersuchung nicht erneut krank.