Ein 75-jähriger kaukasischer Mann mit einer Vorgeschichte von rheumatoider Arthritis und kongestiver Herzinsuffizienz stellte sich mit einem rezidivierenden subkutanen Abszess der Bauchdecke mit gelegentlichem spontanen Abfluss von Eiter vor. Er hatte sich vor 3 Jahren einer laparoskopischen Cholezystektomie wegen akuter Cholezystitis unterzogen. Die körperliche Untersuchung ergab eine periumbilikale Rötung und Druckschmerzhaftigkeit mit perkutanem Abfluss. Die Laboruntersuchung ergab eine Leukozytenzahl von 13.900/mm3. Eine Computertomographie (CT) ergab eine Kavität in der periumbilikalen Bauchdecke mit peripherem Kontrastmittel-verstärktem Fremdkörper neben einem verkalkten Fremdkörper zwischen den Rektusmuskelhüllen. Die Wunde wurde unter Vollnarkose untersucht, die Kavität drainiert, der Fremdkörper entfernt und die anteriore Rektushaut über einen Drainagekatheter verschlossen. Bei der pathologischen Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei dem Fremdkörper um einen Gallenstein handelte. Er ging an der periumbilikalen Portstelle verloren, als die Gallenblase perforiert wurde. Auf dem mikrobiologischen Array wurden E. coli-Bakterien gefunden. Die Antibiotikabehandlung mit Co-Amoxiclav wurde für 14 Tage fortgesetzt. Der Patient wurde 9 Tage postoperativ mit einer sauberen Wunde entlassen und besuchte die ambulante Klinik für die Wundnachsorge für 8 Wochen. Die Nachsorge verlief unauffällig.