Ein 79-jähriger Mann, der vor 28 Jahren aufgrund eines Nierenzellkarzinoms eine linksseitige radikale Nephrektomie hatte, stellte sich mit Harnverhalt seit sechs Monaten vor. Die Nierenultraschalluntersuchung ergab, dass die rechte Niere 13,6 cm groß war, eine normale Echogenität ohne Hydronephrose und eine leicht distendierte Blase aufwies. Die urodynamische Untersuchung deutete auf eine Obstruktion hin. Ein Monat später kehrte die Patientin mit einer massiven Hämaturie zurück. Eine Computertomographie (CT) des Abdomens und Beckens ergab eine intraluminale 3,7*3,2 cm große Masse auf der rechten Seite der Harnblase und eine 1,7 cm große lytische Läsion im linken Acetabulum, die auf eine metastatische Erkrankung hindeutete. Außerdem zeigten sich subzentimeterhypodense Läsionen in der rechten Niere. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) des viszeralen Beckens ergab eine 2,5 cm große Läsion im linken oberen Acetabulum mit einer medialen Kortexruptur, die auf eine metastatische Erkrankung hindeutete. Eine transurethrale Resektion der Blase entfernte ein einzelnes 4,2*3,5*0,6 cm großes Fragment von weichem, tanbraunem Blasengewebe. Die pathologische Diagnose eines Teils eines nekrotischen Blasentumors entsprach einem Fuhrman-Grad-2-Clear-Cell-RCC. Die Knochenscan-Ergebnisse waren negativ. Die Positron-Emissions-Tomographie-Computertomographie-Untersuchung mit Fluorodeoxyglukose (PET-CT FDG) der Schädelbasis bis zum Oberschenkel ergab jedoch verstreute hypermetabolische lytische Knochenläsionen im linken Acetabulum, eine lytische Läsion in der linken 1. Rippe, eine hypermetabolische 4,4 cm große rechtsseitige paraaortale retroperitoneale Läsion, zahlreiche subzentimetergroße verstreute Lungenknoten und einen 17 mm großen rechten Schilddrüsenknoten. Außerdem ergab eine MRT des Abdomens mehrere hypodensierte Massen in der rechten Niere, die auf ein mit metastatischer Erkrankung assoziiertes Nierenneoplasma hindeuteten. Die MRT zeigte auch einen Tumorthrombus in der rechten Nierenvene und der unteren Hohlvene sowie Lungenknoten. Zunächst entschied sich der Patient gegen einen systemischen Behandlungsplan, da er die Situation mit einem ganzheitlichen Ansatz angehen wollte. Einige Wochen später stimmte der Patient jedoch zu, mit einer Chemotherapie zu beginnen. Er erhielt 12,5 mg Sunitinib, die später auf 25 mg erhöht wurden. Er konnte jedoch die erhöhte Sunitinib-Dosis aufgrund einer massiven Hämaturie nicht tolerieren. Infolgedessen erhielt der Patient Nivolumab über einen Port-a-Cath und befindet sich seit über zwei Jahren in einem stabilen Zustand.