Ein 62-jähriger Mann mit einer 40-Pack-Jahr-Raucher-Vorgeschichte wurde an die urologische Onkologie-Klinik überwiesen, um eine zufällig entdeckte Nierenmasse zu untersuchen. Nach einer Thorax-Computertomographie (CT) zur Lungenkrebs-Früherkennung wurde eine rechte Nierenmasse entdeckt. Eine anschließende Computertomographie (CT) zeigte eine gut umschriebene, 7,5 × 7,4 × 7,5 cm große Masse, die homogen mit wenigen Verkalkungen vergrößert war. Er hatte keine kürzlich erfolgten Operationen oder Traumata. Er wurde angewiesen, die Bildgebung zu vervollständigen, indem er sich einer Doppler-Ultraschalluntersuchung unterzog. Die Ultraschalluntersuchung wurde noch am selben Tag durchgeführt und zeigte eine große vaskuläre Läsion mit pulsierendem Fluss, die Anlass zu Besorgnis wegen eines Nierenpseudoaneurysms gab. Der Patient wurde über die Ergebnisse informiert und aufgefordert, umgehend ins Krankenhaus zurückzukehren. Nach der Ankunft führte die Interventionsradiologie (IR) ein Nierenangiogramm durch, das ein großes Aneurysma nahe der Bifurkation der rechten oberen Polarterie zeigte. IR versuchte, einen abgedeckten Stent zu platzieren, aber es gab keine gute Landezone. Eine Coil-Embolisation wurde ebenfalls in Erwägung gezogen, aber sie wurde letztlich aufgrund des Risikos eines Infarkts eines großen Teils der rechten Niere aufgeschoben. Aufgrund des möglichen Bedarfs an Gefäßrekonstruktion wurde der Patient an die Gefäßchirurgie eines benachbarten Krankenhauses übergeben. Das Gefäßteam erörterte mit dem Patienten die Optionen, darunter die offene chirurgische Rekonstruktion oder die endovaskuläre Intervention. Die offene Chirurgie könnte eine Autotransplantation der Niere nach einer ex vivo Rekonstruktion des Aneurysmas umfassen. Eine weitere Option ist die lokale Reparatur des Aneurysmas in situ mit Aneurysmausschneidung und Reimplantation des Nierenarterienzweiges. Alternativ könnten auch endovaskuläre Ansätze, darunter die Platzierung eines überdachten Stents oder eine renale Angioembolisation, durchgeführt werden. Letztendlich einigten sich der Patient und das Gefäßteam darauf, einen erneuten Versuch mit der Platzierung eines überdachten Stents zu unternehmen. Ein selektives Angiogramm der rechten Nierenarterie bestätigte ein Nierenarterienaneurysma, das vom oberen Polastrang ausging (Abb. a). Die Gefäßchirurgie konnte einen Mikrodraht und einen Katheter in die Nierenarterie am oberen Pol einführen, aber keinen größeren Draht, der die Platzierung eines überkleideten Stents erleichtert hätte. Es wurde beschlossen, mit einer Coil-Embolisation des Ausfluss- und Einflusstraktes fortzufahren. Die anschließende Angiographie zeigte eine gute Ausschließung des Blutflusses in das Aneurysma mit einem gleichzeitigen Blutfluss in den unteren Nierenpolastrang (Abb. b). Der Patient tolerierte das Verfahren gut und wurde am postoperativen Tag 1 aus dem Krankenhaus entlassen. Der Patient kam zur ambulanten Nachuntersuchung am 14. postoperativen Tag mit neuen Symptomen von Übelkeit, Bauchschmerzen, Nachtschweiß und Schüttelfrost. Er stellte fest, dass seine Übelkeitssymptome speziell nach dem Verzehr von fetthaltigen Mahlzeiten auftraten. Die Laboruntersuchungen zeigten keine Leukozytose, Anämie oder erhöhte Kreatininwerte, aber es gab eine leichte Erhöhung der Alaninaminotransferase. Eine CT-Angiographie (CTA) wurde durchgeführt und zeigte eine metallische Verengung in der rechten Nierenarterie und ein 7,5 cm großes Aneurysma ohne Kontrastverstärkung in der arteriellen oder verzögerten Phase der Bildgebung. Hypoperfusion einiger Bereiche der Niere wurde ebenfalls beobachtet, was mit einem Infarkt vereinbar ist. Bei einem 3-monatigen Nachuntersuchungsbesuch berichtete der Patient, dass er sich gut fühlte und dass die vorherigen Symptome verschwunden waren. Eine erneute CTA zeigte eine stabile Größe des ausgeschlossenen Nierenaneurysmas sac zusammen mit einer Intervall-Atrophie des Nierenparenchyms, was mit einem vorherigen Niereninfarkt vereinbar ist. Die grundlegenden hämatologischen und chemischen Laborwerte lagen innerhalb der normalen Grenzen. Der Patient soll 6 Monate nach dem Eingriff erneut zur Nachuntersuchung kommen.