Ein 46-jähriger Araber stellte sich mit Penilschmerzen und Erektionsstörungen vor, die seit 6 Monaten andauerten. Acht Monate zuvor hatte er sich einer abdominoperinealen Resektion wegen eines mäßig differenzierten Adenokarzinoms des Rektums unterzogen. Vor der Operation wurde ihm neoadjuvante Radiochemotherapie verabreicht. Die pathologische Untersuchung des resezierten Gewebes ergab einen ypT3N0-Tumor (American Joint Committee on Cancer (AJCC) 2009) mit negativen Rändern und einer sehr schlechten therapeutischen Reaktion (etwa 5%). Es gab keine Tumorinstabilität, da die Tumorzellen positiv für MLH1 (MutL homolog 1), MSH2 (MutS homolog 2), MSH6 (MutS homolog 6) und PMS2 (PostMeiotic segregation increased 2) waren. Bei einem multidisziplinären Treffen (MDM) wurde eine adjuvante Chemotherapie für den Patienten beschlossen, mit sechs Zyklen des XELOX-Regimes (Capecitabin plus Oxaliplatin). Acht Monate später, vor dem Ende der adjuvanten Chemotherapie, stellte sich der Patient mit einer schmerzhaften Verhärtung an der rechten lateralen Seite der Peniswurzel vor. Die Magnetresonanztomographie (MRT) zeigte eine Tumorinfiltration der rechten Corpora cavernosa, des Penisbulbs und der benachbarten perinealen Weichteile. Eine Biopsie der Corpora cavernosa wurde durchgeführt und die histologische Untersuchung der mit Hämatoxylin-Eosin-Saffran (HES) gefärbten Schnitte zeigte, dass die Tumorzellen die Penisstrukturen übernahmen. Die Tumorzellen hatten eosinophile Zytoplasma mit ovalen Kernen und unregelmäßigen Konturen. Bei der Immunhistochemie waren die Tumorzellen positiv für CK20 (Cytokeratin 20) und CDX2 (caudaler Typ Homeobox Transkriptionsfaktor 2), negativ für CK7 (Cytokeratin 7) und PSA (Prostataspezifisches Antigen). Die Diagnose einer Penilmetastase aufgrund eines Adenokarzinoms des Rektums wurde gestellt. Der Patient befindet sich derzeit noch in der adjuvanten Chemotherapie (XELOX-Regime).