Eine 21-jährige Frau wurde mit Herzklopfen und Engegefühl in der Brust in die Notaufnahme eingeliefert. Fünfzehn Stunden zuvor hatte der Patient nach einer mentalen Stimulation 200 Levothyroxin-Tabletten (10 mg), mehr als 10 Clonazepam-Tabletten (20 mg) und 20 Zolpidem-Tabletten (200 mg) eingenommen. Die Eltern der Patientin berichteten, dass bei ihr vor 3 Jahren aufgrund von Müdigkeit Hypothyreose diagnostiziert wurde und sie ohne Überwachung der Schilddrüsenfunktion mit Levothyroxin (12,5-25,0 µg/d) behandelt wurde. Außerdem wurde bei ihr vor 2 Jahren Depression diagnostiziert und sie nahm Clonazepam und Zolpidem zur intermittierenden Behandlung ein. Zu ihrer Familiengeschichte gehörte ein Hypothyreos der Mutter. Beim Eintreten war die Patientin bei Bewusstsein und klagte über Palpitationen, Dyspnoe, Schwindel, Müdigkeit und Schwitzen, aber nicht über Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder Diarrhoe. Ihre Vitalzeichen waren eine Temperatur von 37,3 ºC, eine Herzfrequenz von 103 Schlägen/min, ein Blutdruck von 100/73 mmHg, eine Atemfrequenz von 27 Atemzügen/min und eine Sauerstoffsättigung von 95 % bei Atemluft. Die Schilddrüse war geschwollen, hart und ohne Empfindlichkeit. Der Thyroxinspiegel (T4) des Patienten lag bei > 320 nmol/L, der freie Thyroxinspiegel (FT4) bei > 100 pmol/L, der Triiodothyroninspiegel (T3) bei 6,27 nmol/L, der freie Triiodothyroninspiegel (FT3) bei 27,96 pmol/L, der Schilddrüsen-stimulierende Hormonspiegel (TSH) bei < 0,01 mIU/mL, der Thyreoglobulin-Antikörper (TGAb) bei 583,4 IU/mL, der Thyreoperoxidase-Antikörper (TPOAb) bei 30,8 IU/mL und der Thyreotropin-Rezeptor-Antikörper (TRAb) bei < 0,3 IU/L (Tabelle). Die Chemiewerte lagen innerhalb der normalen Grenzen, mit Ausnahme eines Alanin-Aminotransferase-Spiegels von 74,3 U/L (normaler Bereich: 7-40 U/L). Es gab keine bildgebende Untersuchung.