Eine 48-jährige Frau stellte sich mit intermittierenden Kopfschmerzen seit 3 Jahren und nach und nach sich verschlechterndem Sehvermögen in beiden Augen vor. Bei der Untersuchung war die Patientin bei Bewusstsein, aufmerksam, ohne sensorisch-motorische Defizite. Die Sehschärfe im rechten Auge war 3/60, im linken Auge 6/36. Sie hatte eine linke homonyme Hemianopie. Es gab keine Einschränkung der extraokulären Bewegungen. Bei der Untersuchung auf endokrine Anomalien wurden keine Befunde festgestellt. Bei der Untersuchung des Kopfes mit einer nicht kontrastverstärkten Computertomographie (NCCT) wurde eine hyperdichte Läsion im supratentoriellen Bereich festgestellt. Bei der Untersuchung mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) war die Läsion T1-gewichtet (T1W) hyperintensiv, mit homogener Kontrastverstärkung, zentriert über dem PCP [Abbildung –]. Bei der MRT-Angiographie wurde der Tumor festgestellt, der die rechten P1- und P2-Segmente nach hinten verschob und die ICA nach vorne und seitlich verschob []. Der Patient wurde einer einteiligen FTOZ-Kraniotomie mit breiter Spaltung der Sylvian-Fissur unterzogen. Der Tumor wurde zunächst über den Karotido-Optikokorridor und unter Dekompression erreicht. Die Perforatoren der ICA sowie die posterioren kommunizierenden und die anterioren choroidalen Arterien wurden über den Tumor drapiert. Um eine Manipulation und Verletzung dieser perforierenden Gefäße zu vermeiden, wurde die chirurgische Trajektorie dann seitlich zur ICA, entlang des tentorialen Randes und posterior zur dritten Hirnnerve verschoben. Eine basale FTOZ-Kraniotomie in Kombination mit einer breiten Spaltung der Sylvian-Fissur erlaubte es, dass der temporale Pol posterior und lateral fiel, sodass eine anteriore subtemporale Trajektorie ohne jegliche Retraktion des Temporallappens verfügbar war. Der Tumor wurde daher von posterior bis zu den perforierenden Gefäßen erreicht. Der Tumor hatte eine kleine Anhaftung an der PCP auf der rechten Seite. Während der Operation war der Tumor grau, fest, mäßig vaskularisiert und eine nahezu vollständige Entfernung des Tumors mit Koagulation seiner duralen Anhaftung wurde durchgeführt. Nach der Operation blieb der Patient stabil mit einer partiellen Parese des dritten Hirnnerves (Patient hatte eine rechte Ptosis, aber keine Einschränkung der extraokulären Bewegungen) und wurde am 10. postoperativen Tag entlassen. Die histopathologische Untersuchung der Läsion ergab ein meningotheliales Meningeom. Der Patient zeigte sich bei der Nachuntersuchung nach 3 Monaten mit einer Verbesserung der Ptosis. Die postoperative MRT zeigte eine vollständige Entfernung der Läsion [Abbildung –].