Die Patientin war eine 45-jährige Frau, bei der ein Adenokarzinom der Lunge diagnostiziert wurde und die sich einer chirurgischen Resektion des Tumors unterzog. Vier Monate nach der Tumorentfernung kam es bei ihr zu Epistaxis und linksseitigen Kopfschmerzen. Die Symptome wurden jedoch als unbedeutend angesehen und nicht weiter untersucht. Fünf Monate nach der Lungenoperation entwickelte die Patientin eine Schwellung um die linke Augenhöhle, die sich zunehmend vergrößerte und von eitrigem Nasenausfluss, Nasenverstopfung, vermindertem Geruchssinn oder vermindertem Sehvermögen begleitet wurde. Bei der Routineuntersuchung wurde zuvor eine rechte obere Lungenmasse festgestellt (Abbildung). Um eine bösartige Erkrankung auszuschließen, wurde eine Thorakoskopie durchgeführt, die eine Masse (Durchmesser etwa 3 cm) im hinteren Segment des rechten oberen Lungenlappens ergab. Die chirurgische Entfernung des Tumors war erfolgreich, mit Resektion des rechten oberen Lungenlappens und der benachbarten Lymphknoten. Der Tumor war fest und oval, mit einer intakten Kapsel. Die postoperative pathologische Untersuchung ergab, dass es sich bei der Läsion um ein mäßig differenziertes Lungenadenokarzinom handelte, ohne Beteiligung des Schnittrandes des Bronchus und ohne Metastasen in den Lymphknoten. Der Patient hatte keine vorherige Krankengeschichte. Die Anamnese ergab auch, dass der Patient keine andere relevante medizinische oder familiäre Vorgeschichte hatte. Bei der körperlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass die äußere Form der Nase normal war. Es wurden keine Nasengänge auf beiden Seiten verstopft und es wurden keine abnormalen Sekrete oder Kolonisation festgestellt. Die Bereiche der Nebenhöhlen waren nicht offensichtlich empfindlich. Die Ergebnisse der Serumtests auf Tumormarker waren alle negativ. Es wurden keine Auffälligkeiten in den Gerinnungswerten oder in den Ergebnissen der routinemäßigen Blutuntersuchungen, der Tests auf Immunglobulin-Leichtketten, der Schilddrüsenhormonwerte und der Tests auf Autoimmunantikörper festgestellt. Computertomographie (CT) und MRT-Untersuchung des Sinus wurden durchgeführt. Die Befunde zeigten eine linke Maxillarsinusitis, eine bilaterale ethmoidale Sinusitis und eine Septumdeviation mit Knochenzerstörung des linken ethmoidalen Sinus. (Abbildung und).