Ein 53-jähriger kaukasischer Mann stellte sich mit epigastrischen Schmerzen, die seit drei Tagen bestanden, in der Notaufnahme vor. Das Elektrokardiogramm (EKG) zeigte eine 2 mm große, gekröpfte ST-Segment-Elevation in den unteren Ableitungen und Q-Wellen in den Ableitungen III und aVF, die auf einen akuten Infarkt der unteren Myokardwand hindeuteten (Abbildung). Er wurde einer Notfallkoronarangiographie unterzogen, die ein diffuses erkranktes linkes Koronarsystem ergab (Abbildung A) und eine vollständige Okklusion der proximalen rechten Koronararterie (Abbildung B). Der koronare Blutfluss wurde erfolgreich mit einer Ballon-Angioplastie wiederhergestellt, gefolgt von der Platzierung eines Metall-Stents (Abbildung C). Die rechte Koronararterie blieb jedoch nach der Bifurkation aufgrund einer distalen Embolisation teilweise verschlossen. Die transthorakale Echokardiographie (TTE) zeigte eine Akinesie des basalen, unteren Myokardsegments. Am sechsten Tag nach der Aufnahme entwickelte sich bei der Patientin ein plötzlicher Beginn von Atemnot und hämodynamischer Instabilität mit einem neuen, lauten pansystolischen Murmelgeräusch, das über das gesamte Präkordium zu hören war. Eine erneute TTE ergab einen turbulenten, links-rechts-gegenläufigen Jet mit hoher Geschwindigkeit über dem unteren Septum, was auf eine VSR hindeutete (Abbildung). A). Eine Dilatation des rechten Ventrikels wurde ebenfalls festgestellt (Abbildung B). Der Patient wurde tachypneisch, tachykard und hypotensiv und benötigte eine intraaortale Ballonpumpe zur Unterstützung der Hämodynamik. Ein transösophageales Echokardiogramm (TEE) bestätigte das Vorhandensein eines großen Defekts im unteren Septum von etwa 1,6 cm, der einen signifikanten Links-Rechts-Shunt mit VSR verursachte (Abbildung). C und D). Der Patient wurde mit einem bovinen Perikardlappen notfallmäßig am VSR operiert. Sein postoperativer Verlauf war unkompliziert.