Ein 50-jähriger Inder klagte über Kopfschmerzen und seit drei Monaten über verschwommenes Sehen im rechten Auge. Er hatte keine Anamnese mit Anfällen, Erbrechen oder Schwindel. Allerdings gab er an, seit vier bis fünf Monaten gelegentlich trocken zu husten. Eine gründliche ophthalmische und systemische Untersuchung wurde durchgeführt. Die Sehschärfe im rechten Auge betrug 20/20 und im linken Auge 20/20. Die Ergebnisse der Untersuchung mit der Spaltlampe waren unauffällig. Die Pupillen waren normal groß und reagierten normal. Die Augenbewegungen waren normal in allen Blickrichtungen. Der intraokulare Druck war ebenfalls normal. Die systemische Untersuchung ergab beidseitige symmetrische Brustbewegungen. Die vesikulären Atemgeräusche waren beidseitig hörbar, aber die Geräusche auf der rechten Seite waren im Vergleich zur linken Seite verringert. Der Stimmklang und die Stimmresonanz waren auf der rechten Seite vom ersten bis zum vierten Interkostalraum verringert. Es waren keine zusätzlichen Geräusche hörbar. Die Lymphknoten waren klinisch nicht tastbar. Eine Fundusaufnahme des rechten Auges zeigte eine schlecht definierte, gelb-weiße, erhöhte Läsion in der Choroidea, die etwa dreimal so groß war wie der Diskus. Eine Fundusaufnahme des linken Auges war normal. In der Zwischenzeit ergab die Fluoreszenzangiographie des rechten Auges unseres Patienten eine Hyperfluoreszenz von der Oberfläche seines choroidalen Tumors. Der Tumor befand sich in der Spätphase und hatte bereits subretinale Flüssigkeit angesammelt (Abbildung). Ein B-Scan-Ultraschall ergab eine flachflächige, erhöhte choroidale Läsion mit mittlerer innerer Reflektivität (Abbildung). Die routinemäßigen systemischen Untersuchungen einschließlich des kompletten Blutbilds, der Thrombozytenzahl, der Blutungszeit, der Gerinnungszeit, der Urinanalyse, der Serumelektrolyte, der biochemischen Blutuntersuchungen für die Leber- und Nierenfunktionen sowie der spezifischen Untersuchungen wie karzinoembryonales Antigen, prostataspezifisches Antigen und Serum-Säurephosphate waren alle innerhalb der normalen Grenzen. Die Ergebnisse des Knochenscans und der oberen und unteren gastrointestinalen Serie unseres Patienten waren ebenfalls normal. Eine Röntgenaufnahme des Thorax zeigte eine homogene undurchsichtige Masse im rechten hilarischen Bereich unseres Patienten. Seine Mantoux-, Immunglobulin M- und Immunglobulin G-Tests für Tuberkulose waren alle negativ. Eine Computertomographie-Aufnahme des Thorax unseres Patienten zeigte ein rechtes zentrales bronchogenes Karzinom mit ipsilateralem Lungen mit Fernmetastasen. Eine computertomographie-gesteuerte Feinnadel-Aspirationszytologie aus seiner rechten Lungenläsion deutete auf ein Adenokarzinom der Lunge hin (Abbildung). Eine Ultraschalluntersuchung des gesamten Abdomens zeigte eine milde Hepatomegalie ohne fokale Läsionen. Wir verordneten sechs Zyklen Chemotherapie, und der Patient zeigte anschließend eine Verbesserung des Sehvermögens. Seine subjektive Verbesserung nach der ersten Chemotherapie lag bei etwa 50%. Seine bestkorrigierte Sehschärfe lag im betroffenen Auge bei 20/80. Ihm wurde eine Chemotherapie auf der Basis von Gemcitabin und Carboplatin verabreicht. Seit seiner ersten Chemotherapie zeigte er eine signifikante subjektive und objektive Verbesserung. Seine bestkorrigierte Sehschärfe liegt derzeit bei 20/30 nach sechs Zyklen Chemotherapie im betroffenen Auge.