Eine 27-jährige, zuvor gesunde Frau wurde wegen Schwellung und Schmerzen in der Vulva ins Krankenhaus eingeliefert. Die Masse, die sich auf den linken großen Schamlippen befand, war rot, warm und empfindlich. Die Patientin hatte vor dem Besuch beim Arzt keine Behandlung erhalten. Bei der Aufnahme lag der Blutdruck der Patientin bei 118/68 mmHg, die Herzfrequenz bei 95 Schlägen/min und die Körpertemperatur bei 38℃. Die Laborbefunde deuteten auf eine Entzündung (C-reaktives Protein, 38,90 mg/L) und eine Hyperleukozytose (14,1 × 109/L) hin. Der pH-Wert der Leukorrhoe war erhöht (pH, 4,8), und der Aminetest war positiv. Die Zervixsekretionen waren negativ auf das humane Papillomavirus (HPV). Die serologischen Tests auf Syphilis und humanes Immundefizienzvirus waren beide negativ. Die Ultraschalluntersuchung zeigte eine zystische Masse (ca. 5,6 × 3,6 cm) im subkutanen Bereich der Vulva mit schlechtem Ultraschall-Echo. Der Zustand wurde als Bartholin-Drüsenzyste diagnostiziert, für die wir uns entschieden, eine chirurgische Neostomie und Zystektomie durchzuführen. Die Patientin wurde nach der Anästhesie in die Lithotomieposition gebracht, und die Vaginalschleimhaut der inneren Labia majora wurde seziert. Die eitrige Flüssigkeit in der Zyste wurde zur mikrobiologischen Untersuchung extrahiert und dann wiederholt mit Povidon-Jod gewaschen. Das Stoma wurde durch diskontinuierliche Naht zwischen der Zystenwand und der Vaginalschleimhaut gebildet. Die Patientin erhielt postoperativ eine Clindamycin-Phosphat-Injektion und unterstützte Behandlungen, und sie erholte sich nach 6 Tagen.