Im Oktober 2011 stellte sich eine 50-jährige kaukasische Frau mit zunehmender Müdigkeit als ihrem einzigen Symptom vor. Es wurden diagnostische Untersuchungen einschließlich Laboruntersuchungen, Ultraschall, Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Diese ergaben eine interaortocaval, retroperitoneale Tumormasse im Oberbauch als einzige Manifestation der Erkrankung (Abbildung). Es wurden keine vergrößerten Lymphknoten festgestellt. Wir führten eine Laparotomie mit radikaler Exstirpation einer Tumormasse von etwa 10 x 9 x 5,7 cm und unbekannter Größe (Abbildung) durch. Eine vollständige Tumorresektion mit klaren Rändern wurde erreicht. Eine pathologische Untersuchung ergab atypische lymphoide Zellen mit kleinen bis mittleren Zellen, die deutlich sichtbare Nuclei aufwiesen, vergrößerte sinusoidale Gefäße, pleomorphische Verkalkungen und stellenweise erhaltene Keimzelltumor-ähnliche Strukturen. Die histologische und immunhistologische Untersuchung bestätigte die Diagnose einer Castleman-Krankheit (siehe Abbildung ): Die Färbung für CD3, CD5, CD10, CD20, CD23, CD79 und Ki-67 war in den Keimzelltumor-ähnlichen Strukturen stark positiv. Die histologischen Befunde zeigten eindeutig, dass es sich um den hyalin-vaskulären Subtyp handelte. Die Färbung für Zyklin D1 und CD 30 war negativ. Die Expression von CD15 war positiv in den oben erwähnten vergrößerten sinusoidalen Gefäßen. Eine ergänzende klonale Analyse ergab keine pathologischen Befunde. Die Tests auf HIV und HHV-8 waren negativ und die Ergebnisse einer Knochenmarkbiopsie waren normal. Unser Patient erholte sich gut von der Operation und wurde Anfang November aus unserem Krankenhaus entlassen. Die Nachsorge wurde von unserer Abteilung für Hämatologie und interne Onkologie durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde kein Wiederauftreten der Erkrankung festgestellt.