Eine 34-jährige Frau stellte sich mit einem schweren, schmerzhaften Erythem und Hyperpigmentierung im Gesicht und am Hals in unserer Abteilung vor (Abbildung). Bei der ersten körperlichen Untersuchung wurden isolierte Erosionen auf der Stirn festgestellt (Abbildung B). Die Patientin berichtete, dass sie 3 Tage vor der Untersuchung in unserer Klinik eine Gesichtsbehandlung mit 70% Glykolsäure durchgeführt hatte. Laut ihrer Krankengeschichte hatte sie in den vergangenen Monaten wiederholt Behandlungen mit 70% Glykolsäure ohne Beschwerden oder Komplikationen erhalten. Die Vorbehandlung erfolgte mit 8% Glykolsäure. Während der Nachbehandlung wurden milde Emollientien und Sonnenschutzmittel angewendet. Bei der ersten Überweisung ergab sich aus der Befragung, dass die Patientin in den vergangenen 10 Wochen wegen einer grobporigen Haut dreimal wöchentlich mit 10 mg Isotretinoin behandelt worden war. Die systemische Isotretinoin-Behandlung wurde 3 Wochen vor der letzten Sitzung der CP abgebrochen. Es ist zu beachten, dass die Patientin die Isotretinoin-Behandlung eigenständig ohne Rücksprache mit ihrem Dermatologen begonnen hatte. Sie hatte keine orale Kontrazeption, keine Östrogene oder andere photosensibilisierende Mittel verwendet. Die Patientin gab an, dass sie vor der CP-Behandlung und auch in der Nachbehandlung die UV-Strahlung strikt gemieden hatte. Nach der ersten Untersuchung wurde eine topische Behandlung mit Fusidinsäure in Kombination mit Methylprednisolon-Aceponat-Lotion zweimal täglich eingeleitet. Danach wurden eine deutliche Reduktion des Exsudats und eine Verbesserung des Erythems beobachtet. Spät auftretende Nebenwirkungen, einschließlich postinflammatorischer Hyperpigmentierung und Narbenbildung, hielten jedoch auch noch 2 Monate nach der chemischen Peel-Behandlung an.