Eine 21-jährige griechische Frau ohne Kinder beklagte sich über chronische nichtzyklische Beckenschmerzen. Die Bauch- und Vaginaluntersuchungen waren unauffällig, während bei der rektalen Untersuchung eine weiche, extraluminäre Masse posterior und lateral links gefunden wurde. Die rektale Schleimhaut war normal. Eine Ultraschalluntersuchung des Beckens ergab eine zystische Läsion hinter dem mittleren Rektum. Die Blutuntersuchung ergab einen mäßig erhöhten CA 19-9 (79 IU/ml), während alle anderen Tumormarker normal waren. Eine Computertomographie (CT) des gesamten Beckens schloss andere intraabdominale Pathologien aus und lieferte weitere Informationen über die anatomischen Beziehungen der Läsion. Die Zyste lag hinter dem mittleren Rektum und links lateral, oberhalb des Beckens und war weder an der Rektumwand noch am Kreuzbein anliegend (Abbildung). Ihr maximaler Durchmesser betrug etwa 7 cm. Nach der Verabreichung einer präoperativen Antibiotikaprophylaxe wurde eine Laparotomie über einen infraumbilikalen Mittellinienschnitt durchgeführt. Es wurden eine moderate bilaterale Ovarialendometrie und eine leichte Endometriose des Beckenperitoneums festgestellt. Diese wurden mit chirurgischer Diathermie entfernt. Anschließend wurde das Beckenperitoneum geöffnet und der retrorektale Raum wurde sorgfältig seziert, um eine Verletzung der Beckennervenplexe und der Hypogastrischen Nerven zu vermeiden. Die retrorektale zystische Läsion wurde intakt entfernt und bei der histologischen Untersuchung als eitrige endometrioide Zyste erkannt. Die Patientin erholte sich ohne Zwischenfälle und wurde am dritten postoperativen Tag entlassen. Die Behandlung wurde mit einem sechsmonatigen Kurs eines GnRH-Analoga (Gonadotropin-Releasing-Hormon) abgeschlossen. Ein Jahr nach der Operation blieb sie frei von Symptomen, und die Nachuntersuchung der Becken-Bildgebung zeigte kein Wiederauftreten der Endometriose.