Eine 40-jährige Frau wurde aufgrund einer sich über vier Jahre vergrößernden Masse an der vorderen Brustwand in unser Krankenhaus eingeliefert. Seit Oktober 2008 hatte sie intermittierende Schmerzen an der vorderen Brustwand, die sich im August 2012 verstärkten. Die körperliche Untersuchung ergab eine warme, 10 × 8 × 6 cm große, am oberen Sternum fixierte Masse, die bei Palpation druckempfindlich war. Es wurden keine Pulsationen festgestellt. Die Computertomographie ergab eine osteolytische Läsion mit diskreten Verkalkungen im Sternumknochen. Der Tumor erstreckte sich über die zerstörte Kortikalis bis in die parietalen und viszeralen Weichteile und umfasste einen Teil des Rippenknorpels und den Großteil des Sternumkörpers (Abb. ). Während der Operation wurden das Manubrium sterni, zwei Drittel des Corpus sterni, beide proximalen Clavicula-Kopfe sowie bilateral die ersten drei Rippen und der Rippenbogen mit mehr als 2,0 cm chirurgischem Rand entfernt. Die Gefrierschnitt-Analyse der Ränder bestätigte die vollständige Resektion. Diese Resektion hinterließ einen Defekt mit einer Größe von 18 × 15 cm2 an der vorderen Brustwand. Laut den rekonstruierten Bildern der Thorax-CT wurde eine individuenspezifische Edelstahlplatte in der gleichen Form wie die thorakale Knochenstruktur des Patienten angefertigt, wobei für die Rekonstruktion des oberen Sternums, des Rippenbogens und beider sternoclaviculären Gelenke verwendet wurde. Die Platzierung und Fixierung der Platte war unkompliziert und ohne Schwierigkeiten. Die Sicherung der Platte wurde mit einem Klauenfixator und Schrauben an den restlichen Rippen und den Schlüsselbeinen erreicht. Die Operation war erfolgreich, und die Rekonstruktion der Brustwand war sowohl in Bezug auf das Aussehen als auch auf die Funktion zufriedenstellend. Der postoperative Verlauf verlief ohne Zwischenfälle, und mit einem Körpersicherheitsgurt wurde der Patient am 14. postoperativen Tag entlassen. Die histologische Untersuchung des chirurgischen Präparats bestätigte die Diagnose eines chondromyxoiden Fibroma. Neun Monate nach der ersten Operation stellte sich jedoch eine Verschlimmerung der Schmerzen im Brustkorb und eine lokale Plattenexposition über dem oberen Sternum ein. Eine Röntgenuntersuchung ergab eine Verschiebung der Platte entlang der linken 1. bis 3. Rippe und eine Fraktur an der rechten Platten-Klavikularschnittstelle. Zwei Wochen später entwickelte sich eine ähnliche Fraktur auf der linken Seite. Die vollständige chirurgische Entfernung der Platte musste über den ursprünglichen Schnitt erfolgen. Die Rekonstruktion der Brustwand wurde dann mit einem Titannetz vorgenommen. Das Netz wurde direkt an das Manubrium und die Rippenknorpel fixiert und in Richtung der Rippenstamme gezogen. Eine direkte Wunddeckung mit Weichgewebe wurde vorgenommen. Nach der Operation wurde keine paradoxe Bewegung des Brustkorbs während der Atmung festgestellt.