Ein 38-jähriger Mann wurde aufgrund von rezidivierenden Uveitis in beiden Augen in unsere Klinik überwiesen. Als systemische Komplikationen wurden orale Ulzera, Follikulitis und Genitalulzera festgestellt. Er wurde 5 Jahre vor der Aufnahme mit topischen und systemischen Kortikosteroiden behandelt. Bei der ophthalmologischen Untersuchung lag die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) bei 20/60 im rechten und 20/200 im linken Auge, und der intraokulare Druck lag bei 12 bzw. 11 mmHg. In beiden Augen wurden moderate Zellinfiltrationen in der vorderen Augenkammer (+2 Zellen) und diffuse Vitritis (+1-2 Zellen) festgestellt, aber keine eindeutigen Netzhautläsionen wurden erkannt. Die Fluoreszenzangiographie (FA) zeigte jedoch ein starkes Farbsaftleck aus extensiven Netzhautgefäßen an der Papille, Makula und peripherer Netzhaut in beiden Augen. Die spektrale optische Kohärenztomographie (SD-OCT) zeigte Netzhautzysten und eine Störung der ELM, EZ und CIZ in der Makularegion beider Augen. BD wurde aufgrund der augenbezogenen Merkmale und systemischen Läsionen diagnostiziert. Da die Sehschärfe in beiden Augen durch anhaltende Augenentzündung trotz Kortikosteroidanwendung beeinträchtigt wurde, wurde eine Infliximab-Therapie eingeleitet. Nach 3 Monaten Infliximab-Therapie, obwohl die Fovea-Exkavation mit dem Verschwinden des Makulaödems in beiden Augen wiederhergestellt wurde, verbesserte sich die gestörte äußere Netzhautschicht nicht und die BCVA blieb unverändert. Nach 12 Monaten Infliximab-Therapie waren ELM und EZ jedoch in beiden Augen gut definiert und die BCVA verbesserte sich auf 20/40 im rechten und 20/30 im linken Auge. Schließlich wurde die CIZ nach 24 Monaten Infliximab-Therapie unterscheidbar und die BCVA in beiden Augen lag bei 20/25. Die vaskulitische Färbung aufgrund von Farbsaftleckage auf der FA blieb nur in der peripheren Netzhaut erhalten, und ein ophthalmatischer Entzündungsschub trat in beiden Augen nach dem Beginn der Infliximab-Therapie nicht erneut auf.